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Full text of "Hans Sachs"

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^vi.- 


^3  V 


BIBLIOTHEK 


DES 


LITTERARISCHEN    VEREINS 


IN  STUTTGART. 


COl. 


TUBINeEN. 

ORDRUCKT    Kür    K08TI1I    DBS    LITTBRARI8€HKM    TKaKINF. 

1894. 


PSOTECTOfi 

DKS  I.l  rrEHARISCHEN  VEREINS  IN  STUTTGART  i 
öEINE  MAJESTÄT  DEE  KÖNIG. 


Dr.  H.  Fischer,  i>rofe 


Kanzleirath  Holler,  u 


b  Tübitigeu. 


UESELLSCHAFTSAUSSCHUSS : 

TroteHsor  Dr.  Barack,  oberbibliotheVar  der  univereitiits-  und  laiuie^- 
hibliothek   in  8traßbiirg. 

hr.  [^ech stein,  professor  an  der  Universität  Rostock. 

Professor  Dr.   Böhmer  in  Lichtentlial  bei   Baden. 

Dr.  Hertz,  profesaor  au  der  technischen  liochschule  München. 

Bibliothekar  Dr.  Klüpfel  in  Tübingen. 

Direktor  Dr.  0.  v.  Klumpp  in  Stuttgart. 

Dr.  Martin,   protessor  an  der  Universität  8tra(iburg. 

Dr.  K.  V.  Maurer,  profeseor  an   der  Universität  München. 

Dr.  Sievers,  professor  an  der  Universität  Leipzig. 

Dr.  Strauch,  professor  an  der  Universität  Halle. 

Dr.  Tobler,   professor  an  der  Universität  ^Berlin. 

Geheimer  regierungerath  Dr.  VVattenbach,  professor  ander  Univer- 
sität Berlin. 


HANS  SACHS 


HERAUSGEGEBEN 


VON 


A.  V.  KELLEB  und  E.  GOETZE. 


ZWEIUNDZWANZIGSTER  BAND 
HERAUSGEGEBEN  VON  E.  GOETZE. 


GEDRÜCKT  FÜR  DEN  LITTERARISCHEN  VEREIN  IN  STUTTGART 

t0B1M6£M  1894. 


f 


>!!ÖEÖALTB|I. 


DRUCK  VON  H.  LAÜPP  JR  IN  TÜBINGEN. 


Dieser  band  enthält 


1.  alle  diejenigen  werke  des  Hans  Sachs,    die  zu    seinen  leb- 
zeiien  zwar  gedruckt,  aber  nicht  in  die  Nürnberger  folioaus- 
gabe,  die  vorläge  för  band  1  bis  21  unserer  Sammlung,  auf- 
genommen wurden, 

2.  alle  diejenigen  werke  des  dichters,  welche,  obwohl  in  seiner 
handschrift  erhalten,    bisher   überhaupt   noch  nicht   gedruckt 

oder  nur  vereinzelt  veröffentlicht  sind. 


Die  meistergeaänge  bleiben  auch  hier  noch  ausgeschlossen. 


Hans  Sacht,    XXU. 


8 


Allen  liebhabern  ewangeliacher  warhait  wünsch  ich,  Jo- 
hannes Sachs,  schuchmacher,  gnad  und  fryd  in  Christo  Jesu, 
unserm  herm. 

Ir  anserwelten  in  Christo,  aller  menigklich  ist  nnyerborgen 

6  in  teütscher  nation,  wie  die  Christiich  gemain  etwann  lang 
her  vil  jar  durch  mensch  en-leer  etlicher  Sophisten  abgefürt 
ist  worden  von  der  warhafften  freyhait  des  hailigen  evange- 
lium  under  das  schwer  joch  des  römischen  bischofs ,  welcher 
uns  überladen  hat  mit  vil  gebotten  und  gesetzen,  von  welchen 

10  uns  doch  Christus,  unser  ayniger  leermayster,  nicht  gebotten, 
noch  geleert  hat,  sonder  solch  menschliche  tradition  verworffen. 
Wann  er  spricht  Matthey  am  xv.  (9):  Vergebens  dienen  sy 
mir  in  menschen-gesetzen,  und  kürtzlich  hernach  (13.  14) :  Alle 
pflantzung,  die  got  mein  hymlischer  vater,  nit  gepflantzet  hat, 

i3wirt  außgereüt;  lat  sy  faren  die  blinden  blinden-layter!  Und 
solcher  sprüch  seind  vil  im  evangeli  wider  die  menschen- f find 
und  -gebot. 

Aber  wir  als  verirrte  schäflein ,  solcher  haylsamen  leer 
unbedacht    und  schier   gantz  vergessen ,    seynd   gangen  under 

20  dem  römischen  joch  mit  schwerer  müe  und  grossen  schaden 
ye  lenger  ye  raer  und  hond  dardurch    das  senfiFt  joch  Christi 

* 

1  Kmil  Weller,  Hans-Sachs-bibliogrAphie.  Nürnberg  1868.  s.  72  nr.  I51a. 
Hans  Sachs  ließ  die  Witteobergiscb  naohtigall  i.  j.  1523  saerst  mit  dieser  vor- 
rede hinausgehen.  Sie  ist  in  alle  eintelaasgaben  oder  nachdrucke  aafgenommen 
worden,  in  der  Narnberger  folioaasgabe  steht  aber  nar  das  allegorische  gedieht. 
Sieh  band  6,  s.  368  bis  386.  Vergl.  Karl  Pfuff,  Denkmal  Martin  Lathers. 
Reutlingen  1817.  8.  s.  265  f.  Waldemar  Kawerau ,  Hans  Sachs  and  die  re- 
formation.  Halle  1889.  (=  Schriften  des  Vereins  fUr  reformationsgeschiohte. 
Siebenter  Jahrgang.  Erstes  stUok)  8.  s.  27.  Sprachlich  erneuert:  Karl  Siegen, 
Die  wittenbergische  Nachtigall,  Die  man  jetst  büret  Überall.  Jena  1883.  8. 
s.  39  bis  41. 


verlassen //welchps  wm  Christus,  iinser  säli^mncher,  bevolheo 

hat.     rXui>r-.ist    ikr   ainig   gelaiib    in  Christo^    welches?   ist  das 

ainig  Jj^öt^fch  wi-rck,  als  Gbmtiis  sagt  Johannis  am  »echstea  (29). 

•  .Zum  andiO-n  ist  bey  uns  iintergÄngen    die  fnichtbur  lieb 

6   dtv^  ij(lch steil ,    in  welcher  doch    allain  ateet  die  erfülluiig  des 
•göWt  gottes    und    der  prophefcen ,   wie  Christus   spricht,   der 

•/•Jnuiid  der  warhiit,  Matthey  am  sybenden  (12).     AIro  sey  wir 
[Vallain  peyniget  gewe  ti,  die  got  iiye  geliayi^eo, 

.•    noch  gebotten  hat,  len  erdieht  und  erfunden 

10  haben. 

Nach  dem   aber  äch   bötä  regiment  ar»  gar 

überhand  gemiraaiec  ^ger^  zu  achreybeu  Doctor 

Martinus  Luther  wid  lud  mißbreüch  des  gayst- 

liehen  regiments,  un  er  person,  und  das  haylig 

i&  evangelium,  das  wor  vor  durch  mf^iischen-leer 

verdunckelt  war)  wi  Brmischt  au  den  tag  ge- 

geben, deshalb  er  v  bez.  Äijjmischeu  bischüff 

offt  zu  wideriMiÜen   gedrungen  v^i  worden       Yedonh  i?«ir  er  ?il- 
mal  als  ain  unüberwundner  (mit  hailiger  schrift)  vor  bekanter 

20  warhait  unwiderrutt't  beliben.  Dergleichen  haben  sich  vil 
doctores  gegen  im  mit  schreiben  eingelegt,  yedoch  auch  nichts 
aul^gericht;  wann  die  g()ttlich  warhait  ist  in  zu  starck  gewest, 
sonder  seynd  sygloü  an   im  worden. 

Det^halb  ist  egemelter  Doctor  Martinus  Luther  in  grossen 

2r.  beruff  kommen  gen  allermeuigkliih  und  seyn  leer  angenommen 
als  t'vangelisch-Christlich  und  gut. 

Narlimalü  aber  ist  der  römisch  häuf  verzweytelt  an  der 
Überwindung  mit  disputieren  und  schreyben  und  wollen  die 
Christlich    genuxyn    under    dem    Wnnischen   joch    behalten   mit 

30  schmälien  ,  le.stern  ,  bannen,  verbieten,  verfolgen,  verbrennen, 
begwältigen,  welche  weyü  doch  ein  böü  ansehen  hat  und  arg- 
wenig ist  ungerechter  sach. 

Nun  von  disen  angezaygten  stucken  allen  will  ich  in  aiiier 
suuil)  ain   kurt/e  rrklerung  thon  dem  gemainen  man    (solcher 

j^  handlung  unwissent)    zu  underweysen    und  leeren  ,    darauf  er 

3    An   iler   seite   steht    auch    Math.   xj.  b   etiit. 


müg  erkennen  die  götlich  warhait  und  dargegen  die  mensch- 
lichen lugen,  darinn  wir  gewandert  haben. 

Zum  andern  den,  so  die  götlich  warhait  vor  erkant  haben, 
die  za  ermanen  der  gütigen  genad  gottes,  der  uns  so  reych- 

6  liehen  mitgetaylt  hat  die  Offenbarung  des  hayligen  evangeliums 
in  disen  leisten  geferlichen  zeytten,  auff  das  sy  im  herrlich 
dancksagen. 

Zu  dem  dritten  den,  die  solches  wort  gotes  nit  annemen, 
sonder  Terachten   und   zum  tayl  verfolgen,   ob  sy   der  barm- 

10  hertzig  got  auch  erleuchtet ,  das  sy  annemen  das  trostlich 
evangelium  und  abliessen  von  dem  falschen  vertrawen,  zu  er- 
langen die  säligkeit  mit  iren  selb  erdichten  wercken,  in  welchen 
got  kain  gefallen  hat,  und  lissen  die  eer  der  säligmachung 
allain  Christo,  unserm  herren,  welches  von  got  uns  geben  ist 

16  zur  weyähait  und  zur  gerechtigkait  und  zur  hailigung  und 
erlo&ung,  wie  Paulus  zun  Corinthern  in  der  ei-sten  epistel  am 
ersten  capitel  beschreibt  (30),  auff  das  also  wir  semptlich 
mit  ainander  anhiengen  dem  ewigen  aynigen  wort  gottes  un- 
vermischt   und   also   wir  ain  schaffstall  wurden  nnsers  hirten 

^  Jesu  Christ,  des  lebendigen  gottes  sun,  von  yetz  au  in  ewig- 
kait.     Amen. 


Disputation  zwis 
maclier,  daritin  da 

l)Onus  dies,  küch 
Sem  per  quies  !  00; 


Uot  danck  buch!  Wo  ist  der  hörr? 
EOohin. 

Va'  ist  im  sommerhanß,    ich    will  im   ruffeii.     Herr,  herr!    der 
schuchmacher  ist  da. 

Chorherr. 

A,  beneveneritis,  meister  Hanns! 

Schaster. 


Deo  gratias 


1  Im  ersten  (verlorenen)  spruohbuche,  bl.  280  »Kin  dialogus  von  dem  kor- 
herren<  ;  im  j^eneralregister  bl.  78  steht  »Disputacion  zwischen  dem  corherrn«. 
Kinzeldruokü  dieses  und  der  nächsten  drei  stücko  sieh  in  der  bibliographie  am 
endo  dieses  bandes.  Vorgl.  Koinhold  Köhler,  Vier  dialoge  von  Hans  Sachs. 
Weimar  1858.  H  Dazu  Pfeiffers  (Jormania  1859.  Jahrg.  IV,  s.  9  7  bis  106: 
K.  L.  Kochholz  bo8j>richt  zwei  stellen;  e.  117  bis  123:  l'odor  Beoh  weist  das 
Rchwankeu  in  der  Orthographie  nach  und  bringt  zu  den  anmerkungon  orgänzungen 
und  weitere  belegstellon.  Frommann,  Dio  deutschen  mundarten  1859.  VI,  9.S. 
Tranz  Soliulthcips,  Hans  Sachs  in  seinem  verh«iltnis8e  zur  retormation.  Leipziger 
diss.  München  1879.  Waldomar  Kaweraus  sohrift  sieh  oben  s.  3  anmcrkung. 
Eine  englische  Übersetzung  obiger  disputation  von  Anthony  Skoloker,  die  1.S48 
in  London  erschien,  bespricht  Charles  II.  Herford,  Studies  in  the  literary  rela- 
tions  of  England  and  (Jermany  in  the  sixteenth  Century.  Cambridge  1886.  s.  51  f. 
4    fehlt  in  den   einzeldrucken. 


Chorbarr. 
Was?  priDgt  ir  mir  die  pantoffel? 

Sobnatar. 

Ja.    Ich  gedacht,  ir  wert  schon  in  die  kirchen  gangen. 

^  Chorherr. 

Neyn,  ich  byn  hinden  im  sommerhauß  gewest  und  han  ab- 
gedroschen. 

Sohntter. 

Wie?  hond  ir  gedroschen? 
10  Chorherr. 

Ja,  ich  han  mein  horas  gebeet  und  han  almit  meiner  nachtigal 
za  essen  geben. 

Sohnster. 

Herr,  was  band  ir  für  ein  nachtigall?   Singt  sy  noch? 

1*  Chorherr. 

O  neyn,  es  ist  zn  spat  im  jare. 

Sohaster. 

Ich  waiö  einen  schuchmacher  ,  der  hat  ein  nachtigall,  die  hat 
erst  angefangen  zu  singen. 

20  Chorherr. 

Ey,  der  teüffel  hol  den  schuster  mitsampt  seiner  nachtigall! 
Wie  hat  er  den  allerheyligsten  vatter,  den  babst,  die  heiligen  väter 
und  uns  wirdige  herren  außgeholhipt,  wie  ein  holhypbub! 

Schuster. 

25  Ey  herr,  fart  schon!   er  hat  doch  nur  ewren  gotzdienst,  leei', 

gebot  und  einkommen  dem  gmeinen  mann  angezeygt  und  nur  siecht 
obenuberhyn.    Ist  dann  solches  ewer  wesen  holhüppelwerck? 

Chorherr. 

Was  geet  es  aber  solchs  unser  wesen  den  tollen  schuster  aiie  ? 
3«)  Sohaster. 

Es  steetExodi  am  xxiij.  (ö):  So  du  deines  feindes  esel  unnder 
dem  last  sihest  ligen,   nit  laß  in,   sonder   hilff  im!    Solt  dünn  ein 


getaufft(?r  Christ  Ht^hjem  bmder  nit  helffeu^  so  er  yu  aecli  ll^m  in 
der  beschwert  seyner  gewiweD? 


Seyt  ir  evaugelisi 


Ja. 


Er  solt  aber  die  geiatlioUen  unnd    geweichtten  nit   darein  ge- 
ö   mengt  hau,  der  t'si'lkopf,  die  wissen  vor  wol,  was  eiind  ißt. 


Seynd  sy  aber  sl 

du  deinen  bruder  mm 

deinen  henden  fodern- 

10  sündigen  brnder  stral 


diorkerr. 


Habt  ir  nit  gelesen  im  evangelio  Matthey  am  vij.  (1):  Richtet 
nit,  so  werdt  ir  nit  gericht.  Aber  ir  Lutherischen  nenibt  solche 
sprüch  nit  zu  hertzen,  sucht  [Bl.  2']  in  auch  nit  nach;  wann  sy  sein 
wyder  euch. 

20  Sohaster. 

Straffen  unnd  richten  ist  zweierley.  Wir  understeen  uns  nit 
zu  richten,  welchs  allein  got  zu-gehört,  wie  Paulus  sagt  zun  Rö- 
mern am  xiiij.  (4):  Niemandt  sei  einem  andern  seinen  knecht  richten 
u.  s.  w. ,  sonnder  ermanen  nnd  straffen,  wie  got  durch  den  pro- 
26  pheten  Esaiam  am  Iviij.  spricht  (1):  Schrey,  hör  nit  auff,  erhöch 
dein  stym  wie  ein  busaun  zu  verkünden  meinem  volck  sein  misse- 
that  tt.  s.  w. 

Chorherr. 

Es  stet  auch  Exodi  xxij  (28) :  Du  solt  den  obern  nit  schmehen 
30  in  deinem  volck. 

Sohaster. 

Wer  ist  dann  der  oberst  im  volck?  Ists  nit  der  keyser  und 
nachmals  fürsten,  graven  mitsampt  der  ritterschafft  und  weltlicher 
oberhant  ? 


9 

Gborlierr. 

Nein,  der  bapst  ist  ein  vicarias  Christi,  damacli  dy  cardinäl, 
bischove  mitsampt  dem  gantzen  geistlichen  stand,  von  den  stet  in 
geystlichen  rechten,  c.  solite  de  majoritate  et  obedientia:  Sie  be- 
»  dewten  die  sonn,  and  der  weltlich  gewalt  bedewt  den  mon.  Deß- 
halb  ist  der  bapst  vil  mechtiger  dann  der  keyser,  welcher  im  sein 
fuß  küssen  muß. 

Soknater. 

Ist  der  bapst  ein  solcher  geweitiger  herr,  so  ist  er  gewyßlich 
10  kein  stathalter  Christi ;  wann  Christus  spricht  Joan.  am  xviij.  (36) : 
Mein  reich  ist  nit  von  diser  weit,  nnd  Joan.  vj  (15)  floch  Christus, 
da  man  in  znm  könig  machen  wolt.  Aach  sprach  Christas  za  seinen 
jangem,  Luce  xxy  (25  f.) :  Die  weltlichen  könig  herschen,  and  die 
gewaltigen  heist  man  gnedige  herrn;  ir  aber  nit  also;  der  gröst 
»  andter  euch  sol  sein  wie  der  jungst  and  der  fümemst  wie  der  diener. 
Deßhalb  der  bapst  annd  ir  geystlichen  seyt  nar  diener  der  Christ- 
lichen gemein,  wo  ir  anders  aaß  got  seyt.  Derhalb  mag  man  each 
wol  straffen. 

Ckorkarr. 

90  Ey,  der  bapst  and  die  seinen  sein  nit  schuldig,  gottes  geboten 
gehorsam  zu  sein,  wie  in  geystlichen  rechten  stet,  c.  solite  de 
majoritate  et  obedientia.  Aaß  dem  schlewst  sich,  das  der  bapst 
kein  Sünder  ist,  sonder  der  allerheyligist;  derhalb  ist  er  unstrafpar. 

Solmster. 

«6  Es  spricht  Joann.  j.  canonica.  j  (8) :  Wer  sagt,  er  sey  on  sünd, 
der  ist  ein  lagner.  Deßhalb  ist  der  bapst  ein  sünder  oder  lagner, 
und  nicht  der  allerheyligest,  sonder  zu  straffen. 

Chorlierr. 

Ey  lieber,  unnd  wenn  der  bapst  so  böß  wer,  das  er  unzelich 
30  menschenn  mit  grossem  hawffen  [Bl.  3,  bez.  Aiij]  zum  teüffel  füret, 
dörst  in  doch   nyemant   straffen.    Das   stet   geschriben   in  anserm 
rechten,  dis.  xl.  si  papa.    Wie  gefeit  euch  das? 

Sohatter. 

Ey,  so  stet  im  evangelio  Matthei  xviij  (15):   So   dein  bruder 
35  sündiget  wider  dich ,   so    ge  hin  annd  straff   in  zwischen   dir  und 
im!  Hört  er  dich,  so  hastu  sein  seel  gewunnen.     Ewssert  sich  der 
bapst  dann  solchs  heilsamen  wercks? 

3    gftDtS. 


Cliorliern 

Ist  darin  solcims  brüderlich  gestrafft  also  am  tag  außziigchrej^eiiu? 

9elinttar. 

Ey,  es  vdl^t  weiter  im  texi  (16  t] :   Wo  dich  dein  bmder  nlt 
6   hört,  so  nyni  noch  ein  oder  zwen  eu  dir,  hört  er  dich  uoch  mt,  ao 
sags  der  geiiiciii,  hurt  er  die  gemein  aiieh  nit,  so  laßt  in  gen  wie 
ein  heyden!  Wie  da. 


Ey,  lieber,  was 

10  schreyt,  wie  die  boil 

halten  uns  de?  decrc 


enu  ir  uns  gleich  lang  aufi- 
ans  doch  nicbta  darati;   wir 


Es  spriclit  rhris  ,) ;  Wo  man  ench  nit  höret^ 

so  schüttelt  di.^ri  stai  m  SU  eiueni  zeügnus,  daß  in 

15  das  reich   gotti^'s   nak  Den   von  Sodonja   nnd  Go» 

morra   wirt  es  ireglicher  sein  am  jüngsten  gericht^   daim  Bolchem 

volck.     Wie  wirt  c:^  eilch  dann  geen»  so  ir  kein  straf  wolt  annetuen? 


Chorherr. 

Nun  ich  gib  das  nach ,    wo    es  gelert   verstendige    leiit  täten ; 
20  aber  den  leyen  zinipt  es  nicht. 

Schuster. 

vStraffet  doch  ein  escl  den  propheten  Dalaani,  Numeri  xxij  (28  f.), 
warumb  solt  dann  nicht  einem  leyen  zymen  ein  j^eystlichen  zu 
straften  ? ! 

^^  Chorherr. 

Einem  schuster  zympt  mit  leder  und  schwertz  umbzugeen  und 
nicht  mit  der  heyligenn  schriftt. 

Schuster. 

Mit  welclier  heyliger  g-eschrifft  wolt  irs  beybringen  einem  ge- 
30  tawrtten  Christen,  nit  in  der  schritlY  zu  forschen,  h'sen.  schreiben? 
Dann  Christus  sa^t  Johannis  v  (39):  Durchsucht  die  gschrifft,  die 
gibt  zeügnus  von  mir.  So  spricht  der  psalmist  j  (1  und  2):  Selig 
ist  der  mann,  der  sich  tag  unnd  nacht  übet  im  gesetz  des  herren. 
So  schreibt  l'etrus    in    der  ersten  epistel   am  iij.  [U)\:    Seindt  alle 


11 

zeyt  nrbittig  zu  verantwortnng  yederman ,  der  grandt  fodert  der 
hoffhang,  die  in  ench  ist.  So  lert  Paalus  die  Ephesier  am  vj.  (17) 
fechten  wider  den  anlanff  des  teüffels  mit  dem  wort  gottis,  welches 
er  ein  schwert  nennt.  Herr,  wie  ward  wir  bestan,  so  wir  nichts 
5  in  der  geschrifft  westen  ?    [Bl.  3']. 

Chorherr. 

Wie  die  gens  am  wetter. 

Schuster. 

Ir  spot  wol.     Die  jnden   wissen  ir  gesetz  und   propheten  frey 
10  aoßwendig,  sollenn  dann  wir  Christen  nit  auch  wissen  das  evange- 
linm  Jesa  Christi,   weliches  ist  die  kraft   gottes   allen,    die  selig 
sollen  werden,  wie  Paulus  j.  Corinth.  j.  (24). 

Chorherr. 

Ja,  ir  solts  wissen.    Wie  aber?  Wie  euch  Christus  heist  Matth. 
16  xxiij  (2  f.) :  Auf  Moses  stul  hant  sich  gesetzt  die  schriftgelerten  und 
phariseyer.    Alles  nun,  was  sy  euch  sagen,  das  thut!    Das  bedeut 
die  täglichen  predig.    Hannd  ir  layen  nit  genug  daran? 

Sehiiflter. 

Ey,  es  steet  am  selbenn  ort  Matthey  am  xxiij.  (4) :  Sie  binden 
20  swere  unträgliche  purden  und  legens  dem  menschen  auff  den  hals. 
Solche  purden  bedeuten  on  zweiffei  und  gewiß  ewre  menschen-ge- 
bot,  damit  ir  uns  leyen  dringt  und  zwingt  und  macht  uns  böß  ge- 
wissen.    Warumb  solt  wir  ewch  dann  volgenn? 

Chorherr. 

2b         Wie  wolt  ir  das  mit  schrifFt  beweisen? 

Schuster. 

Christus  spricht  im  gemelten  capittel  (13):  *Wee  ewch  gleyßner 
und  heuchler,  die  ir  das  himmelreich  zuschließt  vor  den  menschen ! 
Ir  geet  nit  hyneyn,  und  die  hyneyn  geen  wellen,  laßt  ir  nit  liyneyn. 

'°  Chorherr. 

Ey,  solches  hat  Christus  zu  den  priestern  der  Juden  gesagt. 
Umb  unns  priester  ist  es  vll  ein  ander  ding. 

Schuster. 
Ey,  herr,   ir  handt  ewch  erst  der  phariseyer  angenomen,    die 


12 

auff  dem  stul  Mosi  sitzm  u,  s,  w* ,  sani  my  m  von  twch  priesti^ni 
und  mtinch  ger^etlt.  Wie  dann  war  ist.  Abo  auch  iet  das  von 
ewch  geredt;  wann  ewere  werck  geben  gesEeügniis,  dann  ir  freßt 
der  Witwen  heÜBer.  wie  der  teatt  weiter  (14)  sagt.  Herr,  ir  habt 
5   ewch  verstij:;en, 


Py,  pw,  pa!   Wi< 
das  graß  wachsstMiiK 
auB  dem  evangelicv,  b 


Cliorherr. 


seheu  so  naüweiß^  ir  hört 
Biu  Spruch  oder  zwm  weißt 
an  mit* 


Ey  herr,  znniet 


Jcli  ziini  nit ;  ubi 
nit  zu,  mit  der  i^chrit 


sagen^  ee  gehört  deu  lejeu 


Spricht  doch  Cliristus  Matth.  am  vij.  (15):   Hut  ewch  vor  den 

falschen  propheten ,  und  Paulus  zun  Pliilippern  am  iij.  (2):  Secht 
auf  die  hundt.  So  uns  dann  die  schrift  nit  [Bl.  4]  zimpt  zu  wissen, 
wie  sollen  wir  solche  erkennen? 

20  Chorherr. 

Solchs  gehört  den  bischoflfen  zu,  wie  Paulus  zu  Tito  j  (9) :  Er 
sol  scharpf  straffen  die  verfürer. 

Sohaster. 

Ja,  sy  thuns  aber  nit,  sonder  das  widerspil,  wie  am  tage  ist. 

a&  Chorherr. 

Da  laß  man  sy  umb  sorgen. 

Sohaster. 

Neyn,  unns  nit  also!    Wellen  sy  nit,  so  gepürt  uns  selbs  dar- 
nach zu  schawen;  wann  keyner  wirt  des  andern  purde  tragen. 

30  Chorherr. 

Ey  lieber,  sagt,  was  ir  wolt:  es  gehört  den  leyen  nit  zu,  mit 
schrift  umbzugan,  wie  Paulus  sagt  j.  Corinth.  vij  (20):  Ein  yetlicher 


13 

wie  yn  der  herr  beruffen  hat,   so  wandel  er.     Hört  irs   nun?   Ir 
hant  vor  schryfft  begert. 

Sohnster. 

Ja,  Paulas    redt  vom   euserlichen   stand   nnd   handlung,   von 

G  knechten  und  freyen,    wie  am    selben  ort   nnd  capitel   klar  steet; 

aber  hie  ist  das  wort  gottes  noch  yederraan  unverbotten  zu  hanndeln. 

Chorherr. 

Ey,  hört  ir  nit?  Ir  müßt  vor  durch  die  heylig   weich  berufft 
sein  unnd  darnach   von  der   oberkeit  erweit  werden  darzu,    sonst 
10  zymbt  es  euch  nicht  mit  der  heyligen  schryfft  umbzngan. 

Sehnster. 

Christus  spricht  Lnce  an  dem  x.  (2):  Die  ernd  ist  groß,  aber 

der  arbeitter  ist  wenig;   bit  den  berren  der  ernd,  das  er  arbeitter 

schick  in  seyn  ernd.    Derhalb  muß  der  berufif  nit  euserlich,  sonder 

16  innerlich  von  got  sein.     Euserlich  aber  sint  alle  prediger  beruffen, 

die  falschen  gleich  so  wol  als  die  gerechten. 

Chorherr. 

Ach,  es  ist  narren werck  mit  eurem  sagen. 

Sohaster. 

20  Euch  ist  wie  den  jungern,  Luce  au  dem  ix.;  die  verdroß,  das 

ein  ander  auch  leuffel  außtryb  in  dem  namen  Christi,  Christus  aber 
sprach  (50):  Weret  in  nicht;  dann  wer  nitwyder  euch  ist,  der  ist 
mit  euch.  Derhalb  wo  ir  recht  Christen  weret,  solt  ir  euch  von 
hertzen  frewen,  das  man  auch  leyen  fünd,  so  die  feintscliafft  dyser 

»  weit  auf  sich  laden  umb  des  wort  gottes  willen. 

Chorherr. 

Was  geet  ewch  aber  not  an? 

Schaster. 

Da  han  wir  in  der  tautf  dem  teuffei  und  seinem  reich  wyder- 
30  sagt;  derhalb  sein  wir  pflichtig  wyder  in  und  sein  reich  zu  fechten 
mit  dem  wort  gottes  und  auch   also  darob  zu  wagen  seynen  leib, 
eer  und  gut. 

Chorherr. 

Schawet  ir  leyen  darfür,  wie  ir  weyb  und  kindt  ne[Hl.  4'|ret. 


14 


Sehiifiter*  ^ 

Christus  verpents  Matthey  am  vj  (3t  f.)  sprechend:  Sorget 
nicht,  was  ir  essen  und  trincken  noch  anthnn  wollet;  uinb  söliche 
ding  sorgen  die  heyden.  Sticht  von  erst  das  reich  gottes  und  sein 
gerechtikeit,  dii?e  ding  wenieo  euch  alles  zu- fallen.  Und  Petras  j. 
cano.  iiij  (richiii^  V,  7);  Werft  alle  ewre  aorg  anff  den  herreti; 
dann  er  sorgt  für  euch.  Auch  Christus  Matthei  iiij  {-i) :  Der  mensch 
lebt  nicht  allein  vom  ümni  yetzlichen  wort^  das 

durch  den  mundt  got  ■■ 


Last  ewcli  darat 


Arbeiten  soll  wii 

Job  am  V.  (71 :   Uer  ' 

15  zum  flug.     Wir  äiber 

halb  müg  wir  wol  de 

teil,  Luce  x  (42). 


M  nit! 


IS 


ist,  Genesis  iij  (19)  nnd 

7j\  ai^beiten,  wie  der  yogei 

sonder  got  vertrauen.     Der- 

utgen,  welches  ist  der  peste 


Chorherr. 

Wo  wolts  ir  leyen  gelernt  haben  ?    Kau  ewer  mancher  keynn 
20  buchstaben ! 

Schaster. 

Christus  spricht  Johannis  am  vj.  (45):  ^y  werden  all  von  got 
gelert. 

Chorherr. 

25  Es  muli  kunst  auch  da  seyn.     Wofür   wern  die  hohen  schul? 

Schaster. 

Uflf  welcher  hohen  schul  ist  Joannes  gestanden  ,  der  so  hoch 
geschriben  hat?  (Im  anfang  was  das  wort,  und  das  wort  was  bey 
got  u.  s.  vv.,  Joan.  j).  W\ir  doch  nur  ein  fischer,  wie  Marci  j  ( 19)  steet. 

30  Chorherr. 

Lieber,  diser  hett  den  heiligen  geist,  wie  Actuum  am  ij. 

Schaster. 

Steht  doch  Johelis  ij  (III,  1) :    Und    es    so!    geschehen    in  den 
letzten  tagen,  spricht  got,  ich  wil  außgieüen  von  meinem  geist  auf 
3&  alles  fleisch  u.  s.  vv.     Wie,  wenn  es  von  uns  gesagt  wer? 


15 

ChorlMrr. 

Nein,  es  ist  von  den  aposteln  gesagt,  wie  Petrus  anzeucht, 
Äctnnm  ij  (17).    Darnmb  packt  euch  mit  dem  geist! 

Schuster. 

^  Christus  spricht  Joannis  yij  (38):   Wer  an   mich   glaubt  (wie 

die  geschrifft  sagt),  von  des  leib  werden  fließen  flüß  des  lebendigen 
waßers.  Das  aber  (spricht  der  evangelist  v.  39)  redt  er  von  dem 
heyligen  geyst,  welchen  entpfahen  solten,  die  an  in  glauben. 

Chorherr. 

10         Wie  ?  Ich  main,  ir  stinckt  nach  Mantuano,  dem  ketzer  mit  dem 

heyligen  geyst. 

Schuster. 

Spricht  doch  Paulus  j.  Corinth.  iij  (16):  Wisset  ir  nicht,  das 
ir  der  tempel  gottes  seyt,   und  der  geyst  gottes  in  euch  wonet? 

IS  Und  Galatas  iiij  (6) :  Weyl  ir  dann  kinder  seindt,  hat  got  gesandt 
den  geist  in  ewre  hertzen,  der  schreyt:  Abba,  lieber  vatter!  und 
\B\.  6,  bez.  B]  Tito  iij  (5  f.) :  Nach  seiner  barmhertzigkeit  macht 
er  uns  selig  durch  das  badt  der  widergeburt  und  verneürung  des 
heyligen  geysts,   welchen  er  außgossen  hat  reichlich  in  uns.     Und 

»zun  Römern  viij  (11):  So  nun  der  geist  des,  der  Jesum  von  todten 
anferweckt  hat,  in  euch  wonet. 

Chorherr. 

Ich  empfind  keines  heiligen  geyst  in  mir,  ich  und  ir  sein  nit 

darzu  geadelt, 
sö  Schuster. 

Warumb  heyst  ir  dann  die  geystlichen,  so  ir  den  geyst  gottes 
nit  band?  Ir  solt  heyßen  die  geystlosen. 

Chorherr. 

Es  sind  ander  leüt,  weder  ich  und  ir,  die  den  geist  gottes  haben. 

30  Schuster. 

Ir  dürfft  nit  umbsehen  nach  infein  oder  nach  roten  pyrreten; 
got  ist  kein  anseher  der  person,  Actuuni  x  (34).  p]s  stet  Esaie  Ixvj 
(2) :  Der  geist  gottes  wirt  ruen  auf  eini  zerknischten  herzen. 

Chorherr. 

36         Zeygt  mir  ein! 

* 

8  eDtpbahen. 


Es  spricht    mit  mnden   Worten  Panha  xun  Römern  viy  (9) : 
Wer  Christus  j^*^ist  nit  hat,  der  ist  nit  sein. 


Chorherr. 


ih     «f»      I 


B  0  des  armen  geists,    den  ir  Ltitherisehen  baut!  Ich  glaub,  er 

sey  kölsch  wart/.      Lieber,   was  tbut  doch  ewer  heyüg^er  g^ynt  bey 
euch?  Ich  glaub,  r"  ->^i.i-^äp  *-^  «*.  j -.--,j^|*  man  spürt  in  ye  nyndert. 


\ * 


Clii'istus  spric  Ir  solt   ewer   heyltumh    nit 

10  de»  liunden  geben  r  die  »chweyn  werfen ,   auff 

das  sy  dieselbigen  ittan* 


Lieber,  sehen  j^   grobe  wort   vor  mir  atili- 

zuziehen  ? 


Ey,  lieber  lierr^  Sörnt  nit*  es  ist  die  heylig  schrifft. 

Chorherr. 

Ja,  ja,  ja,  ir  Lutlierischen  sagt  vi!  vom  wort  gottes  und  wert 
docli  nur  ye  lenger  ye  erger;    ich  spür  an  keinem  kein  besserung. 

20  Schaster. 

('hristus  spricht  Luce  xvij  (20  f.) :  Das  reich  gottes  kumt  nit 
euüerlicli  oder  mit  auftmerken,  das  man  möcht  sprechen  :  Sich  hie 
oder  da,  sonder  es  ist  innwendig  in  euch ,  das  ist  so  vil :  es  stet 
nit  in  eüÜerlichen  wercken. 

35  Chorherr. 

Das  spürt  man  an  dem  gotzdinst  wol,  ir  bettet  nicht  und  sucht 
weder  die  kiicheu  noch  tagzeyt  oder  gar  nichts  mer.  Ist  dann 
ein  solchs  reicli  gottes  in  euch  Lutherischen  ?  Ich  glaub,  es  sey  des 
tewtfels  reich. 

30  Sohnster. 

Ey,  Cliristus  sagt  Joanuis  iiij  (21  f.):  Es  kumpt  die  zeyt  und 
ist  schon  yetzundt,  das  man  weder  auff  disem  berg  noch  zu  Hieru- 
salem  den  vatter  wirt  anbeten  ,  sonder  die  warhaf[Bl.  5']tigen  an- 
beeter  werden    den    vatter  anbeeten  im  geist   und  in    der  warheit; 


17 

dann  der  vatter  wil  anch  haben ,  die  in  also  anbeeten ;  wann  got 
ist  ein  geist,  and  die  in  anbeeten,  die  müssen  in  im  geist  und  in 
der  warheit  anbeten.  Hiemit  ligt  darnider  alles  kirchen-geen  und 
ewT  tagzeit  and  aach  alles  gebet  nach  der  zal,  welches  on  allen 
6  geist  and  warheit,  sonder  vilmer  nach  stat  and  zal  eüßerlich  ver- 
drossen and  schlefferig  gemurmelt  wirt,  davon  Christas  klagt  sprechen t, 
Matth.  XV  (8):  Diß  volck  eret  mich  mit  den  lepsen,  and  ir  hertz 
ist  weyt  von  mir. 

Chorherr. 

10         Spricht   doch   Christas  Lace  xviij  (1):    Ir  solt   on   andterlaß 
beeten. 

Sohaster. 

Ja  das  beeten  im  geist  mag  on  anterlaß  geschehen,  aber  ewr 
vil  beeten  verwürflft  Christas,  Matth.  vj  (7)  spricht:  Ir  solt  nit  vil 
16  plappern ! 

Chorherr« 

Liber,  was  ist  das  für  ein  gebeet  oder  gotßdinst  im  geyst  and 
in  der  warheit  ?  Leeret  michs,  so  darff  ich  nymer  gen  motten  und 
mein  horas  nymer  beeten. 

20  Sohaster. 

Lest  das  biechlein  Martini  Luthers  von  der  christlichen  frey- 
heit,  welches  er  dem  bapst  Leo  x.  zugeschickt  hat,  da  tindt  irs 
kurtz  beschriben. 

Chorherr. 

24  Ich  wolt,    das  der  Luther   mit  sauipt  sein  büchern   verprent 

wnrd!  ich  hab  ir  nye  keins  gelesen,  und  wil  ir  noch  keins  lesen. 

Sehaster. 
Ey,  was  arteilt  ir  dann? 

Chorherr. 

30  Wie,  das  ir  den  lieben  heyligen  auch  nymer  dinet'? 

Schaster. 

Christus  spricht  Matth.  iiij  (10):  Du  solt  got,  deinen  herrn, 
anbeeten  und  dem  allein  dienen! 

Chorherr. 

36  Ja,  wir  müssen  aber  fürsprechen  haben  bey  got. 

Bani  8«cba.   XXII.  2 


18 

Seliasiar. 

Es  spricht  Johannes  j.  canoni.  j  (II,  1) :  Und  ob  yemandt  sün- 
diget, so  haben  wir  einen  fSrsprechen  bey  got,  Jesnm  Christam, 
der  gerecht  ist,  und  derselb  ist  die  yers5nnng  für  ewer  sünd. 

6  CliorlieiT. 

Ja,  liber  ja,  not  bricht  eysen.  So  euch  ein  handt  entzwey 
wer,  ir  würdt  pald  sant  Wolflfgang  anruflfen. 

Sehnster. 

Nein,  Christus  spricht  Mattb.  xj  (28) :  Enmpt  her  zu  mir  alle, 
10  die  ir  müselig  und  beladen  seyt,  ich  wil  euch  erquicken.    Wo  wolt 
wir  dann  besser  hil£f  suchen?  Ir  haut  abgötter  auß  den  heyligen 
gemacht  und  uns  dardurch  von  Christo  abgefürt. 

Chorherr. 

Ja,  ir  habts  wol  verglost.    Wie,  das  ir  Lutherischen  nymer 
10  fast?  Lert  eüchs  der  lutherische  geist? 

Selmster. 

Fasten   ist  uns  von  got  nit  geboten,  [Bl.  6,  bez.  By]   sonder 
frey  gelassen.    Christus  spricht  Matth.  vj  (17) :    Wenn  ir  fasten 
weit,  so  lat  ewrem  hawpt  der  salben  nit  gebrechen.    Spricht  nit: 
so  Ir  solt  oder  must  fasten !  wie  unsere  stieffvätter  zu  Rom  thun. 

Chorherr. 

Ja,  ir  fastet  aber  gar  nymmer! 
Soliaster. 

Ich  glaub,  rechtes  fastens  fasten  die  handtwerckßleüt  mer,  ob 
26  sy  gleich  im  tag   viermal  essen ,   dann  alle  münch ,   nunnen  und 
pfa£fen,  die  in  dem  gantzen  teütschen   landt  sein.    Es  ist  am  tag, 
ich  mag  nichts  mer  davon  sagen. 

Chorherr. 

So  schweygt,  ich  wil  aber  reden.    Es  leg  am  fasten  das  wenigst, 
80  ir  Lutherischen  frest  aber  fleysch  darzu  am  freytag.    Das  eüchs  der 
teü£fel  gesegne! 

Selmster. 

Fleysch  essen  ist  von  got  auch  nit  verbotten.  Derhalb  ist  es 
nit  sünd,  dann  so  weyt  man  die  unwissenden  schwachen  nit  ergert. 


19 

Christus  spricht  Matth.  xv  (17  f.):  Was  zum  mnnd  einget,  venin- 
reint  den  menschen  nit,  sonder  was  znm  mandt  anßgeht,  vernnreint 
den  menschen,  als  arg  gedenck:  mort,  eebruch,  hnrerey,  dibstal, 
falsch  zeügnns,  lestemng.  Und  Paulus  j.  Corinth.  x  (25):  Alles, 
5  was  auff  dem  fleischmarck  fayl  ist,  das  esset! 

Chorherr. 

Ir  sagt,  was  ir  weit,   habt  aber  nit,  was  ir  weit.     Gut  alte 
gewonheit  soll  man  nit  verachten,  die  etwo  drey-  oder  yier-hundert 
jar  haben  gewert. 
10  Sehaster. 

Christus  spricht  Joannis  am  yierzehenden  (6):  Ich  bin  der 
weg,  die  warheit  und  das  leben.  Er  spricht  aber  nit :  Ich  bin  die 
gewonheit.  Derhalb  muß  wir  der  warheit  anhangen,  welche  das 
wort  gottes  und  gott  selb  ist,  das  bleybt  ewig,  Matth.  xxiiij  (3ö): 
i»  Aber  gewonheit  kumpt  von  menschen  her ,  welch  all  lugner  sein, 
psalm  cxv  (11).    Dammb  ist  gewonheit  vergencklich. 

Chorherr. 

Lieber,  sagt  mir  noch  eins!    Wie,  das  ir  Lutherischen  nymer 
beicht?  das  ist  noch  vil  ketzerischer. 

so  Schuster. 

Da  ist  es  von  gott  auch  nit  geboten,   auch  nit  gemelt  weder 
im  alten  noch  newen  testament. 

Chorherr. 

Sprach  doch  Christus  Luce  xvij  (14) :  Get  hin  und  zeygt  euch 
S6  den  priestern  u.  s.  w. 

Sohoster« 

Heist  dann  erzeygen  beicht?   Das  ist  mir  seltzam  teütsch,  ir 

must  mirs  höcher  mit  geschrifft   beweysen.     Solt  so  ein  groß  nöt- 

tig  und  heylsam  ding  umb  die  ornbeicht  sein,   wie  ir  davon  sagt, 

»so  mußt  [Bl.  6']  es  von  not  wegen  klärer  in  der  schrifFt  verfastsein. 

Chorherr. 

Ey,  wolt  ir  dann  gar  nichts  thun,  dann  was  von  gott  geboten 
und  in  der  schriflft  verfaßt  ist?  Das  ist  ein  eilende  sach. 

Schuster. 

»         Ich  kan  dasselbig  nit  erfüllen,  wie  Actuum  xv  (10).     Was  soll 
ich  dann  erst  mer  auff  mich  laden? 

2* 


20 

Cliorlierr. 

Ey,  es  haben  aber  solche  ding  die  heyligen  vätter  in  den  con- 
ciliis  geordent  und  bestetigt. 

Seliaster. 

ö  Von  wem  hant  sy  den  gewalt? 

Chorherr. 

Christas  spricht  Joannis  xvj  (12  f.):  Ich  hab  ench  noch  vil  zn 
sagen ;  aber  ir  künds  yetzt  nit  tragen.   Wann  aber  jhener,  der  geist 
der  warheit,  kommen  wirdt,  der  wirt  ench  in  alle  warheit  leyten. 
10  Hört,  hie  sindt  die  concilia  von  Christo  eingesetzt. 

Sohnster. 

Ey,  Christus  spricht  darvor  Joannis  xv  (26) :  Der  tröster,  der 
heylig  geyst,  welchen  mein  vater  senden  wirt  in  meinem  namen, 
derselbig  wirdt  euch  alles  leeren  und  ench  erindern  alles  des,  das 
15  ich  ench  gesagt  hab.  Hört,  herr,  er  spricht  nit,  er  werd  ench  new 
ding  leem,  welches  ich  ench  nit  gesagt  hab,  sonder  des,  das  ich 
ench  gesagt  hab ,  würdt  er  ench  erindern ,  erklären ,  anff  das  irs 
recht  verstet,  wie  Ichs  gemaint  hab.  Also  maint  ers  auch  hernach, 
da  er  spricht:  Er  würdt  ench  in  alle  warheit  leyten. 

so  Chorherr. 

So  halt  ir  von  keinem  concilio? 

Sehnster« 

Ja,  von  dem,  das  die  apostel  zu  Jerusalem  hielten. 

Chorherr. 

25         Haben  dann  die  apostel  anch  ein  concilinm  gehalten? 

SeliQster. 

Ja,  hant  ir  ein  bibel? 

Chorherr. 

Ja.  Köchin,  bring  das  groß  alt  buch  heranß! 

80  Köehio. 

Herr,  ist  das? 

Chorherr. 

Ey  nein,  das  ist  das  decretal;  macnlir  mirs  nit! 


21 

K«0]|lB. 

Herr,  ist  das? 

Cliorlierr. 

Ja,  ker  den   stanb   herab!   Das  dich  der  rit  wasch!    Wolan 
»  mejster  Hans,  wo  stets? 

Sokaster. 

Sucht  Actuum  apostolomm  xv! 

Chorherr. 

Sncht  selb,  ich  bin  nit  vil  darinn  ambgangen,  ich  weyß  wol 
10  nutzere  zu  lesen. 

Sehistor» 

Secht  da,  herr! 

Chorherr. 

Köchin,  merck  Actnnm  am  xv.    Ich  wil  darnach  von  wanders 
15  wegen  lesen,  was  die  alten  gesellen  gntz  gemacht  haben. 

Sehnster. 

Ja,  lest!  Ir  werdt  finden,  das  man  die  pnrdt  des  alten  gesetz 
den  Christen  nit  aufladen  soll,    ich  geschweyg,   das   man  yetzant 
vil  neuer  gebot  und  fand  erdencken  und  die  Christen  mit  beschwert, 
so  darumb  sein  wir  euch  [Bl.  7,  bez.  Biy]  nit  schuldig  zu  hören. 

Chorherr. 

Spricht  doch  Christas  Luce  x  (16) :    Wer  euch  hört,  der  hört 
mich;  wer  euch  veracht,  der  verachtmich.     Ist  das  nit  klar  genug? 

Sohnster. 

25  Ja,  wann  ir  das  evangelion  und  das  wort  gottes  lautter  saget, 
80  soll  wir  euch  hören,  wie  Christum  selbs.  Wo  ir  aber  ewer 
eygen  fündt  und  gutgeduncken  sagt,  soll  man  euch  gar  nicht  hören ; 
wann  Christas  sagt  Matth.  xv  (9):  Vergeblich  dienen  sy  mir,  die- 
weil  sy  leem  solche  leer,  die  menschen-gebot  sindt,  und  weyter  (13) : 

30  Ein  yede  pflantz,  die  got,  mein  hymlischer  vatter,  nit  pflantzet  hat, 
Wirt  außgerewt. 

Chorherr. 

Seint  dann  die  concilia  auch  menscheu-leer  ? 


22 

SehMier. 

Wann  man  im  grnndt  davon  reden  wil,  so  haben  die  concilia 
mercklicher  schaden  zwen  in  der  Christenheyt  thon. 

Chorherr. 

B  Welche?  zeygt  an! 

Schuster. 

Zum  ersten  die  gebot,  der  on  zal  nnd  maß  ist,  wie  ir  wist, 
und  —  das  noch  böser  ist  —  schyr  alle  mit  dem  bann  bestet,  nnd 
doch  der  meyst  teil  in  der  schrifft  nit  gegrünt.    Solche  ewre  ge- 

10  bot  hat  man  dann  hoch  auflfgeblassen  nnd  der  menschen  gewissen 
darmit  verstrickt  nnd  verwickelt,  das  sy  den  waren  gottes-geboten 
gleich  geacht  sint  gewest  nnd  in  fürgetzogen,  dardnrch  die  gebot 
gottes  verechtlich  bey  den  menschen  gemacht.  Solche  letit  hat 
Panlns  verkündiget  mit  iren  geboten  j.  Timotheon.  iiij  (1  f.):   Das 

^B  in  den  letzten  zeyten  werden  etlich  vom  glanben  abtretten  und 
anhangen  den  irrigen  geystern  nnd  leem  der  teüfel,  durch  die,  so 
in  gleyßnerey  Ingenreder  seind,  nnd  brantmal  in  irem  gewissen 
haben,  und  verbieten  eelich  zu  werden  und  zu  meyden  die  speyß, 
die  got  geschaffen  hat,  zu  uemen  mit  dancksagung  den  glaubigen 

20  und  denen,  die  dy  warheit  erkant  haben. 

Chorherr. 

Wo  ist  das  geschehen?  Mit  welchem  gebot? 

Sehiuiter« 

Fleisch  essen  am  freytag   hat   man   für  grösser  sünd  geacht, 

26  dann  eebrechen ;   und  so  ein  pfa£f  ein  recht  eeweyb  het  gehabt,  hat 

man  grösser  sünd  gehalten,   dann  so  er  ein  huren  oder  zwo  hett. 

Chorherr. 

Wol  verstAU,  spricht  der  Walch.   Was  ist  dann  der  ander  schad  V 

Sohnster. 

80  Zum  andern  hat  man  vil  newer  gotzdinst  angericht  und  gute 
werck  genennt,  damit  dann  am  allermeysten  münch,  nunnen  und 
pfaifen  nmbgant,  nnd  ist  doch  [Bl.  7']  (wenn  man  auffs  höchst  dar- 
von  wil  reden)  eytel  eüsserlich  larvenwerck,  darvon  got  nichts  ge- 
heyssen  hat,   und  haben   dardnrch  (und  wir  sampt  ine)   die  recht 

36  christlichen  guten  werck  verlassen,  die  uns  got  bevolhen  hat. 


23 

Ckorherr. 
Was  sind  dann  recht  christliche  gute  werck  ? 

Sehister. 

Christas  leret  uns  Matth.  vij  (12) :  Alles,  das  ir  weit,  das  euch 

5  die  menschen  thnn,  das  thnt  anch  in,  das  ist  das  gantz  gesetz  und 

Propheten.    Und  Matth.  xxv  (35  f.)  leeret  er   uns  den   hungrigen 

speysen,  den  durstigen  drencken,  den  armen  herbrigen,  den  nackenden 

kleyden,  den  krancken  heymsnchen,  den  gefangen  trösten. 

Chorherr. 

10         Sind  das  allein  christliche  gutte  werck  eines  gantz  christlichen 
lebens  ? 

Sehister. 

Ja,  ein  recht  christglaubiger ,  welcher  widernmb  geboren  ist 
aoß  dem  wasser  und  geyst,  wie  Joan.  iij  (8),  dienet  got  allein  im 
u  geyst  und  in  der  warheit,  und  seinem  nägsten  mit  den  wercken 
der  lieb.  Das  ist  die  summa  eines  christlichen  wesen.  Aber  diso 
werck  geen  gar  in  der  still  zu;  da  hecht  man  weder  schilt,  helben, 
noch  Wappen  an.  So  mainen  dann  die  werckheyligen,  solche  Christen 
thnn  gar  nichts  mer,  so  sy  mit  irem  larvenwerck  nymer  umbgeent. 

30  Chorherr. 

Maint  ir  dann,  unser  singen  und  lesen  geld  nichts? 

Sohnster. 
Christus  wirt  ye  sonst  nichts  federn  von  uns,  dann  die  werck 
der  barmhertzigkeit   im   letzten  urteil,  Matth.  xxv.     Da   werdt  ir 
S6  manch  und  pfaffen  besteen ,   wie  die  Rincklerin :   die  ließ  die  oren 

am  pranger. 

Chorherr« 

Ir  habts  wol  droflfen,  geet  zum  offen  und  werrabt  euch!  Leret 
euch  Luther  solch  danttäding? 

M  Schuster. 

Nein. 

Chorherr. 

Lieber,  was  halt  ir  vom  Luther? 

Schuster. 

^         Ich  halt  in  für  ein  christlichen  lerer,  welcher  (ich  acht)  seindt 
der  apostel  zeyt  nye  gewest  ist. 


24 

Cliorlierr. 

Lieber,  was  nutz  hat  er  doch  geschafft  in  der  Christenheit? 

SohoBter. 

Da  hat  er  ewer  menschen-gebot,  -leer,  -f&nd  und  anffsatznng  an 
6  tag  gebracht,  nnd  uns  darvor  gewarnet.  Znm  andern  hat  er  uns 
in  die  heyligen  schrifft  geweyset,  darin  wir  erkennen,  das  wir  alle 
nndter  der  stind  beschlossen  nnd  sänder  seindt,  Römern  v.  Znm 
andern,  das  Christas  nnser  einige  erlö[Bl.  8]sang  ist,  wie  zun  j.  Co- 
rinthern  j.,  nnd  dise  zway  stuck  treybt  die  schrifft  schyer  durch 
10  und  durch.  Darin  erlernen  wir,  unser  einige  ho£fnung,  glauben  und 
vertrawen  in  Christo  zu  setzen,  welchs  dann  ist  das  recht  götlich 
werck  zu  der  Seligkeit,  wie  Christus  spricht  Johannis  am  sechsten. 

Chorherr. 

Darf  man  keins  wercks  darzu  ?  Spricht  doch  Christus  Matth.  v. 
16(16):   Last  ewer   licht  leuchten    vor   den  menschen,   das  sy  ewer 
gutte  werck  sehen  und  ewem  vatter  im  hymmel  preysen. 

Sohnster. 

Paulus  spricht  Roman,  v.  (1) :    Wir  haltens ,    das  der  mensch 
gerechtfertigt  werd  allein  durch  den  glauben  on  znthuung  der  werck 
20  des  gesetz,  und  zun  Römern  am  ersten  (17) :  Der  gerecht  wirdt  seines 
glauben  leben. 

Chorherr. 
Spricht  doch  Jacobus  ij  (14):  Der  glaub  on  die  werk  isttodt. 

Sohnster. 

25  Ein  rechter  götlicher  glaub  der  feyert  nit,  sonder  bringt  stets 
gute  frücht;  dann  Christus  spricht  Matthey  am  vij.  (18):  Ein  guter 
bawm  kan  kein  böß  frucht  bringen.  Aber  solche  gute  werck  ge- 
schehen nicht  den  himmel  zu  verdienen,  welchen  uns  Christus  ver- 
dient hat,   auch   nit  auß  forcht  der  helle  zu  entpfliehen,  von  der 

30  uns  Christas  erlöst  hat,  auch  nit  umb  eer ;  wann  alle  eer  soll  man 
gott  geben,  Matthey  an  dem  vierdten,  sonder  auß  götlicher  lieb  gott 
zu  einer  dancksagung  und  dem  nägsten  zu  nutz.  Wolan,  herr, 
wie  gefeit  euch  nun  des  Luthers  frucht? 

Chorherr. 

S6  Ist  er  dann  so  gerecht,  wie,  das  im  dann  so  wenig  gelerter 
und  mechtiger  herrn  anhangen  ?  Allein  der  grob,  unverstendig  hawff  ? 


25 

Sehnsier. 

Christo  Meng  weder  Pilatus,  Herodes,  Caiphas,  noch  Annas 
an,  auch  nit  die  phariseyer,  sonder  widerstunden  im ;  allein  das  ge- 
mein volck  hing  im  an.  Darumb  erfrewet  sich  Jesus  im  geist, 
6  Lnce  am  zehenden,  und  sprach  (21):  Vatter,  ich  sag  dirdanck,  das 
da  diso  ding  hast  verborgen  vor  den  weysen  diser  weit  und  hast 
sy  geo£fenbart  den  kleinen. 

Chorherr. 

Ey  lieber,  der  gemein  hau£f  gibt  auch   des  weniger  teyl  dem 
10  Lather  recht. 

Sohaster, 

Das  machen  ewer  lumpenprediger,  die  schreyen,  es  sey  ketzerey, 
und  das  on  all  geschrifiEt.  Christus  hat  aber  den  kleinen  hau£fen 
[BL  8']  verkünt  Matth.  v.  (richtig  VU,  13) :  Get  ein  durch  die  eng 
15  pfort,  wann  die  pfort  ist  weyt,  und  der  weg  breyt,  der  zu  der 
verdamnus  füret;  und ir  sindt  vil,  die darauff  wandeln !  und  Matth.  xxij 
(14):  Vil  sint  berufft,  aber  wenig  sindt  außerweit! 

Chorherr. 

Solch  wort  treiben  ir  im  wirtzhawß,   am  marckt   und  uberal, 
20  wie  die  narren,  und  gehört  nit  an  solche  ort. 

Sohaster« 

Christus  sprach  Matth.  x  (27):  Was  ich  euch  ins  or  sag,  das 
predigt  au£f  den  dechem! 

Chorherr. 

26  Wann  ich  die  warheit  soll  sagen,  so  halt  ich  den  Luther  für 
den  grösten  ketzer,  der  sider  Arrius  zelten  ist  gewest,  und  ir  seyt 
sein  nachvolger,  an  hawt  und  har  entwicht,  alß  vil  ewer  ist,  und 
nichts  guts  ist  in  euch,  nichts  guts  kurapt  von  euch.  Wist  irs  nun  ? 
Den  tittel  gib  ich  dem  Luther  und  euch  zusam. 

so  Sohaster. 

Da  hat  ir  einmal  eins  erratten,  wann  nyemant  ist  gut,  dann 
got,  Matth.  xix  (17);  wann  unser  natur  ist  gar  in  uns  verbost, 
wie  Gene,  viij  (21):  Des  menschen  hertz  ist  zu  boßheit  geneyget 
von  jugent  auff,  welche  man  muß  teglich  mit  dem  kreütz  dempffen, 
36  das  sy  den  geyst  nit  feil,  wann  sy  let  ir  duck  nit,  obschon  der 
geyst  durch  den  glauben  gerechtfertiget  ist,  wann  es  stet  Prover- 


biorum  xxiiij  {MV}:  Der  gerecht  feit  im  tag  syben  mal  Deßhalb 
bit  wir  all:  Veigib  uqm  niiaer  sclmlt,  Matth,  vj  (12)  uad  Paulus 
zun  Römern  am  vij,  (19):  Das  gut,  das  ich  wil,  thu  icli  nicht,  son- 
der das  böß,  JaB  ich  nit  will»  das  thu  ich,  und  icbreyt  darnach 
(24):  0  ich  elender  mensch,  wer  wirt  mich  erli>9en  von  dem  leib 
des  tods?  Zeyi;t  ilamit  an,  das  wir  süuder  sein  biß  in  todt  Seyt 
ir  aber  on  siind,  ^^o  werfft  den  ei'sten  stein  auff  uns,  Joann.  vilj  (7). 


Ir  seyt  halt  nr  rjl  gespayß;    ich    hoff  aber, 

10  man  sol  euch  paUl  i  ^  m  hilft  doch  sonät  nichts. 


Wie,  wült  ir  m  kn  ?  Es  stet  euch  geistlichen 

nit  zu. 


F 


16         Warumb  nitv  .  Ltica  x^y  (38)  Ewey  Schwert 

eingesetzt,  das  geisti,^  «--  ,cb» 

Scliaster. 

Verbot  doch  Christus  Petro,  Matth.  xxvj ,  [i'y2)  und  sprach: 
Wer  mit  dem  seh  wert  licht,  wirt  mit  seh  wert  verderben. 

Bo  Chorherr. 

Hilfft  süß  nit,  so  muß  aber  sauer  helflfen;  wann  die  ketzerey 
hat  groß  uberhandt  genomen,  und  ist  hoche  zeit  darein  zu  [Bl.  9, 
bez.  CJ  schlagen. 

Schuster. 

25  0  nein,  sonder  volgt   dem  rath  Gamalielis,  Actuum  v  (38  f.): 

Ist  die  leer  auß  den  menschen,  wirt  sy  on  alle  schwertschleg  fallen, 
ist  sy  aber  von  got,  so  künt  irs  nit  dempfen,  auff  das  ir  nit  ge- 
sehen werdt  als  die  wider  gott  streitten  wellen. 

Chorherr, 

30  Es  wirt  nit  anders  darauß. 

Sohnster. 

Wolan,  herr,  dein  will  geschech,  Matth.  an  dem  vj.  (richtig  x, 
24) :  Der  junger  ist  nit  über  den  meyster.  Joan.  xv  (20) :  Haben 
sy  mich    vervolgt ,    sy    weren    euch    auch  vervolgen ,    und  Luce  vj 


27 

(22):    Selig  seyt  ir,   wann  euch  die  menschen  hassen,    verwerffen 
nnd  schelten  von  meines  namen  wegen. 

Chorherr. 

Es  Wirt  maniger  schweigen,  der  yetznndt  schreyt. 

5  Sohoster. 

Christus,  Matth.  x  (32) :  Wer  mich  bekennet  vor  den  menschen, 
den  wll  ich  bekennen  vor  meinem  hymelischen  vatter. 

Chorherr« 

Es  Wirt  Schweigens  gelten  oder  hinder  dem  köpf  hingeen. 

10  Sohaster. 

Christus  Matth.  x  (28):  Furcht  die  nicht,  die  ewch  den  leib 
tödten,  der  seele  künnen  sy  nicht  thnn.  0  heiT  got,  hye  wer  gut 
sterben  von  deines  namens  wegen. 

Chorherr. 

ib  Es  war  verdienter  Ion.  Einen  ketzer  mag  man  nach  dreyen 
Warnungen  hynrichten. 

Sohaster. 

Ir  müßt  uns  vor  zu  ketzern  machen   und  beweysen   auB  der 
heiligen  schrift. 
ao  Chorherr. 

Das  mügen  wir  gar  leichtiglich  thun. 

Schuster. 

Ey,  so  wirt  got  unser  blut  von  ewern  henden  erfordern,   das 
ir  uns  (die  armen  schefiein  Christi)    so  lang  band  verfüren  lassen, 
"  und  habt  sovil   prediger  diser  leer  also  lang  mit  disputieren    un- 
angefochten gelassen. 

Chorherr. 

Es  wirt  bald ;  wir  haben  unser  spech  (alle  predig)  gut  auff  sy. 

Sohaster. 

M  Ja  ist  das  war?  Ir  erfült  den  spruch  Matth.  xxij  (15  f.): 
Und  die  phariseyer  giengen  hyn  und  hyelten  radt,  wie  sy  yn  ver- 
strickten in  seynen  Worten,  und  sandten  zu  im  ir  diener  mit  sanipt 
des  Herodes  diener. 


CliorbtiT. 

Warum!)  nit?   Man   muß   die  ketzer  also  erschleiclieii ; 
sye  seind  lustig,  das  man  sy  darnach  kolk 

0  got,  dyse  prediger  wolten  uns  all  gern  zu  Christo  ftirea,  nj 
raand  außgenomitien.    So  wolt  ir  sj  mit  sampt  uns  gern  zum  hencke^ 

bymel  auf  uns  feilen  Luce  ix. 

Wißt  ir  nitj  welches  geistes 

ine  ist  nicht  kommen,  [BL  9*] 

ttder  zu  erhalten  ij.  Oürinth.  xüj 

»n  Bit  zu  verderhen,  sunder  zu 


füren.  Ir  wolt  gen 
Hört  Christum,  der 
kinder  ir  seyiidt?  I 
lö  der  menschen  seelen  i 
(10):   Mir  bat  der  1 


besserung. 


Ey,  wir  wnlleu 


i 


Ey,  fewer  und  »cn\vi?ri.  reyuiut  mch  aber  nit  darzn^  sonder  das 

wort  gottes    zun  Hebreern  iiij  (12),    welches   durchdringender  Ist, 
dann  ein  zvvyschneident  schwert.     Derhalb  seyt  ir  anß  got,  so  ver- 
fechten eure  leer  und  wessen  mit  dem  wort  gottes,  welches  ist  die 
30  kraft  gottes,  j.  Corinth.  j. 

Chorherr. 

Ja,  es  hilfft  aber  nichts. 

Sohaster. 

Ja,  ir  braucht  sein  nit;  wann  gottes  ere  sucht  ir  nit  zu  schützen, 
26  Sünder  euren  gewalt,    ere  und  reiclitumb.     Darwyder  ist  das  wort 
gottes,  darurab  vervolgt  irs,  da  leytz  als  mit  einander. 

Chorherr. 

Ja,  ir  kündt  nichts,  dann  die  lewt  außrichten.     Wens  herz  vol 
ist,  so  geet  der  mundt  über,  Luce  vj  (45). 

30  Schaster. 

Euch  ist,  wie  Christus  sagt,  [jUc.  vij  (32)  vergleicht  den  kin- 

dern,  die  am  marckt  sitzen,  ruffen :    Wir  haut  euch  pfiffen,  und  ir 

liant    nit    tantzt;    wir  haut   euch    clagt    und  ir    haut  nit  geweint. 

Also  auch  ir;  sagt  man  euch  das  wort  gottes  tröstlich,  so  verspot 

35  irs,  sagt  man  euchs  ernstlich,  so  zürnt  ir. 


Ckorherr. 

Wenn  ir  snngt  als  ein  zeyslein,  so  macht  ir  mich  nit  anders. 

Sohaster. 

Ewer  hertz  ist  verhert  wie  dem  künig  Pharaoni,  Exodi  vom 

6  yij.  byß  ins  xy.  capitel,  der  weder  wunder  noch  plag  annam  nnd 

meinet  ye,  die  kinder  von  Israel  selten  ziegel  prennen,  das  er  mit 

seinem  volck  feyem  mächt.    Also  anch   ir  halt  ans,   weil   ir  ans 

halten  mögt. 

Chorherr. 

10  Wett  Fritz,  es  ist  eins  erraten. 

Sohnster. 

Ja,  es  dnnckt  mich  wol,  euch  sey  wie  dem  falschen  amptman, 

Luce  xvj  (3)  sprechent:    Was  sol  ich  thun?   Mein  herr  nimpt  das 

ampt  von  mir;   ich  mag   nit   graben   and  schem    mich   za  betlen. 

i&  Eben   das   selbig  furcht  ir  geistlichen  aach ;    daramb   hilft   weder 

straffen,  noch  vermanen  an  euch. 

Chorherr. 

Ey,  wißt  ir  nicht,    Christas  spricht  Joann.  vj  (44):    Niemand 
knmbt  za  mir,  der  vatter  ziech  in  dann.     Zeit  bringt  rosen:    wer 
«•weyß,  welicher  den  andern  bekert!? 

Sohoster. 

0  herr,  die  wort  hör  ich  gern.    Es  steet  Joann.  xv  (5):    On 

mich  kündt  ir  nichts  thun;  und  weiter  (16):    Ir  haut  mich  nit  er- 

welet,  ich  han  euch  erwelet.     Darumb  ligt  an  uns  nicht,  got  muß 

«  ans  bekern  [Bl.  10,  bez.  Cij].     Das  wünsch  ich  euch  allen  von  grundt 

meines  hertzen. 

Chorherr. 

Man  leütet  in  chor.     Köchin,  lang  den  chorrock  her!    Wolan, 
lieber  meyster,  ziecht  hin  im  fryd!  Es  wirt  leicht  noch  als  gut. 

30  Sehaster. 

Ob  got  will!  Wolan  aide,  der  fryd  sey  mit  euch,  lieber  herr, 
band  mir  nichts  verubel  and  verzeicht  mir! 

Chorherr. 

Verzeich  uns  got  unser  sündt! 


80 

8e]iQit«r. 

Amen. 

Chorherr. 

Secht  nnr  an,  liebe  köchin,  wie  reden  die  leyen  so  gar  fref- 
6  lieh  gegen  nns  geweychten!  Ich  main,  der  teüffel  sey  in  dem 
schuster  vernet;  er  hat  mich  in  hamasch  gejagt,  und  wer  ich  nit 
80  wol  gelert,  er  het  mich  anfif  den  esel  gesetzt.  Dammb  wil  ich 
im  nicht  mer  zu  erbeiten  geben,  sonder  dem  Hans  Zobel,  der  ist 
ein  gnts  einfeltigs  mendlin,  macht  nit  vil  wort  mit  der  heiligen 
10  schrifft  und  lutherischen  ketzerey,  wie  dann  den  leyen  nit  zymlich 
ist,  noch  gebürt  mit  iren  Seelsorgern  zu  disputirn;  wann  es  sagt 
Salomon :  Welcher  ein  einfeltig  wandel  fürt,  der  wandelt  wol.  Ey, 
disen  Spruch  solt  ich  dem  dollen  schuster  fürgeworffen  han,  so  wer 
er  villeicht  darob  erstumbt. 

15  KOohin. 

0  herr,  ich  het  ymer  sorg,  nachdem  ir  in  mit  der  schrifft  nit 
überwinden  kundt,  ir  wurdt  in  mit  den  pantoffel  schlahen. 

Chorherr. 

Ich  hab  nur  von  der  gemein  ein  aufrur  besorgt,   sonst  wolt 
20  ich   im  die  pantoffel    in  sein   antlitz  geschroeist  haben.    Ym  hets 
Christus  oder  Paulus  in  dreyen  tagen   nit  abgewischt,   wiewol  er 
all  sein  vertrawen  auff  sy  setzt. 

KOohin. 

Mich  nymbt  groß  wunder,  wie  die  leyen  so  geschickt  werden. 

26  Chorherr. 

Wilt  wissen,  was  macht?  Man  gibt  umb  die  geistlickeit  nichts 
mer.  Vorzeyten  hett  der  heylig  vatter,  der  bapst,  und  die  bischoff 
solchen,  als  der  Luther  und  ander  mer,  die  auff  sein  geygen  pre- 
digen, das  predig-ampt  auffgehebt  nach  lawt  des  geistlichen  rechten, 

30  und  zu  widerruffen  benötiget,  wie  mit  dem  Joannes  Huß  zu  Costentz 
geschehen  ist.  Wenn  man  nnr  die  evangelischen  prediger  kundt 
schweygen  machen,  so  wärts  alles  gut.  Aber  wenn  man  sy  heist 
schweygen,  so  kummen  sy  und  wellen  mit  dem  bapst  und  bischoven 
disputiern,  welchs  unerhört  ist  bey   der  weit,   das  einer  mit  dem 

35  allerheyligisten  wil  disputiern,  der  nit  genug[Bl.  10']sam  und  wirdig 
ist  mit  seiner   heyligkeit  zu   reden.    Aber   es   wil   besser  werden. 


81 

WeoD  die  prediger  nit  wellen,  so  müssen  sy  schweygen,  wiewol 
sy  santPanlns  schrift  fürziehen  and  wens  sein  schwere  darzn  betten, 
so  mnsten  sy  damider  ligen,  wens  der  heylig  vatter  bapst  thun 
wil,  dann  so  mnsten  die  leyen  auch  geschweygen  und  wir  worden 
6  m  nnsem  wirden  widerumb  kommen. 

KOohin. 

Es  war  farwar,  herr,  gut;  wann  iederman  veracht  euch,  wie 
dann  yetzont  anch  der  schnster  than  hat. 

Chorherr. 

10  Vorzey ten  het  wir  ein  solchen  inn  bann  verkündt ;  aber  yetzunt 

mnssen  wir  von  den  leyen  hören  and  lernen,  wie  die  phariseyer 
von  Christo.  Lieb  köchin,  ruf  anserm  calefactor,  der  list  vil  in 
der  bibel  and  villeicht  der  schrift  baß  bericht  ist,  dann  ich.  Er 
maß  mir  von  wnnderßwegen  etlich  sprach  Sachen. 

16  KOehin. 

Heinrice,  Heinrice,  gee  aa£f  her  zam  herm  I 

Calefactor. 

Wirdiger  herr,  was  wolt  ir? 

Chorherr. 

20  Unser  schnster  hat  mich  lang  vexiert,  and  vil  aaß  der  bibel 
angezeigt,  wie  dann  der  Latherischen  braach  ist.  Da  mast  im  et- 
lich capitel  nachsachen,  ob  er  gleich  hab  zugesagt,  aaif  das  ich 
in  in  der  schritt  fahen  möcht. 

Calefaetor. 

tt  Ir  solt  es  pillich  selbst  wissen;  ir  hant  lang  dy  geweychten 
examiniern  helffen. 

Chorherr. 

Ja,  daselbs  braucht  man  nur  schulerische  leer,  was  die  menschen 
haben  geschriben  und  gemacht,  und  gar  wenig  das  geistlich  recht, 
30  welches  die  heyligen fetter  in  den  couciliis  beschlossen  haben. 

Calefactor. 

Es  leg  an  dem  nicht,  das  die  vätter  in  conciliis  beschlossen 
nud  die  menschen,  so  nach  in  kommen  sein,  geschriben  und  ge- 
balten haben,  wo  dieselben  gesetz,  1er  und  schrifft  auü  dem  wort 


und  geystgottes  wemj  wann  die  propbeten,  apostel  und  eTeing^liiteit 

sindt  auch  nierischeii  geweat 

Cborherr. 

Ey,    so  haben    sy  anch   irren  müg-en;    aber   die  Lutheriscbeu 
wollen  das  iiit  ghinbeti. 


Cftleflictor. 


Nein,  wann  Pe** 
weyßsagung    \\i\j 
heyligen  mmsrhi^ii 
10  geyst.     Und  eben  6 
die  vil    verdeHtlichi 
Bedeut  eben  ewren  g 
fünd  (ausserhalb  d€ 


ir.  Ja,  es  ht  aber 

lengst  vergangen. 


H  j  (21) :  Es  ißt  noch  ny  kein 
n  herfrirbracbt ,  sonder  die 
;,  getriben  von  dem  heyligen 
stras  die  falschen  prophetlen, 
bez.  Ciijl  ein  werden  fiiren, 
den^  regel  und  alle  menschen- 
krmit  ir  yetz  umbgeet. 


dt,  sonder  uff  die  alten  nnd 


U&I«raotor, 


(),  ir  thoien  und  trägs  hertzens,  zu  glauben  alle  dem,  das  die 
Propheten  geredt  haben !  Luce  xxiiij  (25). 

20  Köchin. 

Herr,  heilit  ewch  den  han  nier  kreygen !  von  mir  lydt  irs  nit. 

Chorherr. 

0  du    lausiger   bachant,    wiltu  mich    auch    rechtfertigen    und 

leeren?    Hist  auch  dev  Lutherischen  böljwichter  einer V    Troll  dich 

2r.  nur  pald  aulj   dem  hanÜ    und  komm  nit  wider,    du    unverschämtes 
thyer ! 

Calefactor. 

Es  tliut  euch  and,   das   euch   der   schuster   das   rott  piret  ge- 

schmächt  hat.     Laßt  euchs  nicht  wundern ;    wann    im  alten  gesetz 

30  hat  got  die  hyrtten   sein  wort   lassen    verkünden.     Also  auch  yetz 

müssen  euch    phariseyer    die    scliuster   leeren^  ja    es  werden  ewch 

noch  die  steyn  in  die  oren  schreyen.     Aide,  ich  scheid  mit  wissen. 

Köchin. 

Euch  geschieht  recht.     Mich  wundert,    das  ir   mit  den  groben 
^0  filtzen  reden  mügt.     Sy  schonen  weder  ewer  noch  der  heiligen  weich. 


38 

Chorherr. 

Ich  wil  mich  nan  wol  vor  in  hütten ;  verbrennts  kind  furcht 
fewr.  Wolan,  ich  wil  in  chor.  So  gee  du  an  marckt,  kauf  ein 
kraynwetvogel  oder  zwelf !  Es  wirt  nach  essen  meines  gnedigen 
^  herren  caplan  mit  etlichen  herren  kommen  und  ein  panget  halten. 
Trag  die  bibel  anß  der  Stuben  hynauß  und  sich,  ob  die  stein  und 
würffei  all  im  bretspil  sein,  und  das  wir  ein  frische  karten  oder 
zwn  haben! 

Köchin. 

10         Es  soll  sein.    Herr,  werdt  ir  von  stund  an  nach  dem  umbgang 
heimher  geen? 

Chorherr. 

Ja,  schaw  dass  essen  bereidt  sey. 

1524. 

«  Paulus,  PhiUpp.  3  (19): 

Ir  bauch  ir  got. 


Uau«  Sacht     XXII. 


84 


Eyn  gesprech  von  den  scheinwercken  der  gayst- 

lichen  and  iren  gelflbdten,  damit  sy  za  verlesternng  des  Muts 

Christi  yermayuen  selig  za  werden. 

[Bl.  2,  bez.  Aijl    Mflaoli. 

5  Der  frid  sey  mit  ench,  ir  lieben  brüder!    Gebt  ewer  liailigs 

almasen  nmb  gottes  willen  den  armen  brüdern  zun  Barfassen,  die 
liecht,  darbey  mir  singen  und  lesen. 

Peter. 

Ich  gib  kaynem  solchen  starcken  betler  ychts,  wann  das  betteln 
10  ist  verboten.     Deut,  xv  (4)  spricht  gott :  Kayn  betler  soll  anter  each 
sein.    Ich  wil   mein  liecht  wol  haußarmen  nachpawrn  geben,   die 
arbaiten  darbei. 

Mflnoh. 

Ich  hör  wol,  ir  seyt  lutherisch. 

15  Peter. 

Nayn,  sonder  evangelisch. 

Mflnoli. 

Ey,  so  that  auch,  wie  das  evangeli  lert,  nemlich  Matth.  v  (42) : 
Yderman,  der  dich  bitt,  dem  gib,   und  Luce  vj  (36):    Seyt  barm- 
20  hertzig,    wie  ewer  hymlischer  vatter  barmhertzig  ist,  und  Lucexj 
(41):  Gebt  almusen  von  ewer  hab,  so  ist  es  euch  alles  rayn. 

Hans. 

Bruder  Hainrich  hat  dich  schon  überwunden  mit  schrifft. 

l   Im  erflten  (verlorenen)  spruohbuohe,  bl.   292   »Ein  dialogus  von  der  e[r]- 
gernus  ?nd  soheinweroken«.    Sieh  auch  s.  6  anin.  4  fehlt  in  den  einieldruoken. 


I 


35 


Peter. 


Ich  bekenns,  ich  kan  nit  weytter.  Eampt  her,  lieber  brader 
Hainrich,  seht  hyn  ain  pfennig  nmb  gotß  willen  nnd  kauft  euch 
selber  ain  liecht  nach  ewerm  sinn  I 

&  Mflaoh. 

Ey,  beb  fit  mich  got,  ich  darff  kain  gelt  nemen,  es  helts  mein 
orden  nicht  innen. 

HaBB« 

Wer  hat  ewem  orden  gemacht? 

10  Mflaeh. 

Unser  hailiger  vatter  Franciscns. 

Hans. 

Ist  dann  Franciscns  ewer  vatter?  Spricht  doch  Christas  Matth. 
xzilj  (9) :  Niemant  soll  sich  vatter  haissen  aoff  erden ;   dann  ainer 
15  ist  ewer  vater,  der  im  hymel  ist. 

[BL2']    Hflaeh. 

£y,  das  wissen  wir  wol ;  er  hat  nns  aber  gelert  wie  ain  frommer 
vater  sein  kint. 

Hans. 

so  So  ist  er  ewer  maister!  Spricht  doch  Christus  an  gemeltem 
capitel  (10):  Ir  sölt  euch  nit  lassen  mayster  nennen;  dann  ainer 
ist  ewer  mayster,  Christas.  Auch  spricht  Christus  Joan.  xiiij  (6): 
Ich  bin  der  weg,  die  warhait  und  das  leben,  und  Joan.  x  (7) :  Ich 
bin  die  thür  zu  den  schaffen;   wer  anderßwo  einsteigt,  der  ist  ain 

2ft  dieb  nnd  ain  mörder. 

Mfineli. 

Ey,  ir  versteets  nit  recht!  Er  hat  uns  nit  auß  seinem  aigen 
kopff  gelert,  sonder  all  sein  regel  auß  dem  hailigen  evangelio  ge- 
zogen. 

30  Hans. 

Wo  steet  dann  im  evangelio:  Ir  sölt  kayn  gelt  nemen  oder 
anruren?  Ich  will  euch  wol  das  widerspill  zaigen. 

Mfinoh. 
Wo? 


36 

Hani. 

Matth.  xvij  (27)  sprach  Christus  zu  Petro:   Gee  hyn  ans  mör 

nnd  würff  den  angel  anß,  und  der  erst  fisch,  der  auffer  fürt,  dem 

wirsta  im  manl  finden   ain  güldene  müntz;   die  nimb  und  gibs  für 

5  dich  und  mich. 

Mflneh. 

Es  steet  aber  Matth.  vj  (19) :  Ir  sölt  euch  nit  schetz  samein 
anff  erden,  nnd  weyter  (24):  Ir  köndt  nicht  got  dienen  und  dem 
roammon,  und  Luce  xij  (15) :  Hütet  euch  vor  dem  geitz,  wann  nie- 

10  mandt  lebt  darvon,  daß  er  voll  genüge  han  an  seinen  gutem,  und 
Luce  xviij  (24) :  Wie  schwärlich  werden  die  reychen  in  das  reych 
gottes  khommen,  nnd  Matth.  xix  (21),  Marci  x  (21),  Luce  xviij  (22) : 
Wiltn  volkommen  sein,  so  gee  hyn,  verkauff,  was  du  hast  und  gib 
es  den  armen,  so  wirstu  ain  schätz  im  hymmel  samein,  nnd  kumb 

15  und  volg  mir  nach !  Da  habt  ir  grnndt  und  ursach  auß  dem  evan- 
gelio  unser  willigen  [Bl.  3,  bez.  Aiij]  armut. 

Hans. 

Wol  geredt!  Halt  ir  Barfusser  das? 

Mflnoh. 

ao         Ja,   wir  nemen  kain  gelt,   so  han   wir  kains,    weder  wenig 

noch  vil. 

Hans. 

Ja,  ir  habt  aber  ausserhalb  dem  closter  ewer  einnemer  und 
außgeber,  wie  die  fürsten,  und  samlet  (under  dem  schein  der  willigen 
26  armut)  grosse  schetz,  und  kauffet  cardinälhüt  umb  vil  tausent  du- 
caten,  unnd  pawet  köstliche  clöster  wie  die  fürstenhewser,  wie  am 
tag  ist.  Haist  das  nit  schetz  samlen,  gelt  nemen  oder  anrüren, 
so  waiß  ich  nit,  wie  ichs  nennen  soll. 

Peter. 

80         Es  haist  des  geitz  under  dem  hütlein  gespilt. 

Mflneh. 

Ey  lieber,  es  ist  nit  so  hefFtig.  Es  ist  war,  wir  haben  Schaffner, 
die  lassen  wir  mit  umbgeen,  wir  bekümmern  uns  aber  gar  nichs 
mit  dem  gelt,  und  warten  unsers  gotßdiensts. 

35  Hans. 

Spricht  doch  Christus  Matthei  vj  (21):  Wo  ewer  schätz  ist, 
da  ist  auch  ewer  hertz.     Derhalb    ist  ewer  hertz   im   closter  nit, 


37 

sonder  etwan  in  aines  bürgere  hanß  bey  ewerm  schätz;  darumb 
köndt  ir  got  nit  dienen,  weil  ir  dem  mammon  dient  mit  dem  hertzen. 
Daranß  volgt  weytter,  daß  ir  kain  gnügen  an  ewern  güttern  habt, 
wie  dann  Lnce  idj  (15)  steet,  sonder  petlet  and  rasplet  stets  der 
&  weit  gütter  zasamen.  Wie  werdt  ir  dann  in  das  reych  gottes  geen 
durch  ewer  armut,  der  ir  euch  rümet? 

Mftnoli. 

Ey,  liber  mayster,  wir  verlassen   das  unser  williglich,  sölten 
wir  darnach  nit  wider  von  frummen  leüten  das  hailig  almusen  nemen  ? 

w  Peter. 

Ja,  ewer  mancher  verlest  kaum  ajrns  gülden  werdt  und  dritt 
in  ain  pfründ,  wol  cc  gülden  werdt,  [Bl.  3']  ist  sein  lebenlang  mit 
aller  nottarfft  versorget  und  waiß  von  kainer  armut  zu  sagen, 
sonder  schneidt  den  armen  Christen  das  prot  vor  dem  mundt  ab. 
ik  Petrus  hat  euch  verkündt  ij.  Petri  ij  (13) :  Sy  füren  ain  zertlich 
leben  von  ewer  lieb,  und  zeren  wol  von  dem  ewern.  Das  haist  ye 
nit  das  sein  verkaufen  und  den  armen  geben. 

Hflneh. 

Habt  mir  nicht  in  nbel,  ir  und  ewers   gleichen   gebt  uns  nit 
90  vU,  sonder  grosse  herren  und  reiche  bürger  und  kauflewt  nören 
uns  von  irem  uberflaß. 

Peter. 

Ist  gut;  wo  nemen  es  die  selbigen?  Allain  bey  uns:  wir  die 
aylflPtausent  mertrer  müssens  zalen,  da  sy  uns  betriegen,  ubernötten, 
w  dringen,  zwingen,  daß  oflft  das  pliit  hernach  möcht  gan,  da  speisen 
sy  darnach  euch  heilosen  vätter  (hailige  vätter  soll  ich  sagen)  mit, 
die  starck  und  faul  seind,  und  selber  wol  arbeiten  unnd  andere 
arme  krancke  Christen  mit  inen  ernören  möchten. 

Hans. 

30  Ja,  wo  ain  christlich  liebe  in  in  were,  wie  Paulus  schreibet  ij. 
Thessalo.  iij  (8):  Wir  haben  nicht  urabsunst  das  brot  genommen 
von  yemant,  sonder  mit  mühe  und  arbayt  hab  wir  tag  unnd  nacht 
gewürkt,  auflf  daß  wir  niemant  undter  euch  beschwärlich  würden. 
Und  weytter  (10):  Wer  nit  arbait,  der  soll  nit  essen. 

S6  Hflnoh. 

Stet   nit  j.  Corinth.  ix   (13):    Wissen    ir   nit,    die   im    tempel 


38 

schafTen,  die  nören  sich  des  tempels,  and  die  des  altars  pflegen,  die 
geleben  des  altars? 

Hans. 

Es  steet  aber  gleych  im  text  hernach  j.  Corinth.  ix  (14):  Also 

ft  hatt  der  herr  bevolhen:  die  das  evangelion  verkündigen,  sollen 
sich  vom  evan[Bl.  4]gelio  nören.  Aber  wie  ir  sagt,  des  tempels 
und  altars  diener  halben  ist  im  alten  testament  im  prauch  gewesen, 
wie  Levit.  vij,  aber  nun  vergangen;  wann  im  newen  testament 
haben  wir  kaynen  leiplichen  tempel  von  holtz  und  stayn,  sonder 

10  wir  selbs  seind  der  tempel  gottes,  wie  j.  Cor.  iij  (16):  Wissent  ir 
nicht,  daß  ir  der  tempel  gottes  seyt  und  der  gayst  gottes  in  euch 
wonet  ?  Derhalb  dürffen  wir  kains  tempelknechts  mer.  Anch  haben 
wir  kainen  altar  zum  opffer,  derhalb  dürffen  wir  kains  altardieners 
mer;  wann  Christus  ist  allain  hoher  priester,  wie  Hebreo.  vy  (27): 

16  Der  sich  selb  ain  mal  für  uns  geopffert  hat.  Derhalb  dürffen  wir 
im  newen  testament  nur  diener,  zu  verkündigen  das  hailig  evan- 
gelion, darzu  dann  Christus  seine  jüngere  außschicket.  Marc! 
ulti.  (15):  Qeet  hyn  in  die  gantze  weit  und  predigt  das  evangeli 
allen  creaturn!  Dieselben,    maint  Paulus,  sollen  darvon  enthalten 

20  werden;  ir  aber  esset  ewer  brot  in  müssig-geen  wider  den  willen 
gottes.  Gen.  iij  (19):  Im  schwaiß  deines  angesichts  soltu  niessen 
dein  brot. 

Hflnoli. 

Ey,  verkündigen  wir  euch  doch  auch  das  evangelion ;  derhalb, 
26  wie  Matth.  x  (10),  ist  ain  arbaiter  seins  Ions  wirdig. 

Hans. 

Ja,  es  seind  ir  undter  euch,  aber  layder  ye  nit  vil,  die  Christum 
rayn  predigen,  sonst  ligen  ewer  gantze  clöster  voll  ob  ainander, 
und  seyt  weder  gott,  noch  der  weit  nütz. 

30  Mflneh« 

Ich  mayn,  ir  seyt  unsinnig.  Was  thunt  wir  sunst  tag  und 
nacht,  dann  daß  wir  got  dienen? 

Hans. 

Ja;  ir  steckt  vol  gotßdienst  undgu[Bl.  4']ter  werck,  und  feilet 
86  doch  des  allernöttigsten  wercks,  das  Christas  fodem  wirt  am  letzten 

16  B  deiner. 


39 

ortayl,  Matth.  xxv  (42),   nemlich   die  werck   der  barmheitzigkayt. 
Ich  bin  hnngericli  gewest,  and  ir  hant  mich  uit  gespeiset  u.  s.  w. 

Mftneli. 

Lieber,  geben  wir  dann  kain  almnsen?   Kommet  morgen  umb 
6  mittag  für  unser  closter,  da  wert  ir  ain  hanffen  armer  lewt  sehen, 
die  wir  täglich  speisen. 

Peter. 

Ja,  ir  gebt  in  speiß  heranß,  die  ir  nit  mögt,  and  schüttet  in 
sappen   and   arbaiß,    krawt   and   fischschappen   andter   ainander. 
10  Scbämpt  ir  each  nit,  daß  ir  dem  herren  Christo   ain  söllich  ge- 
schlepper za  essen  gebt;  wann  er  spricht  Matthei  xxv  (30):    Was 
ir  den  minsten  aaß  meinen  than  habt,  band  ir  mir  selbe  than. 

Mflaoh. 

Ja,  ich  bekens,  nnser  leiplich  allmasen  ist  klain,  aber  die  gaist- 
16  liehen  tröstnng  tayln  wir  aaß,  wer  anser  begert. 

Peter. 

Ja,  ir  geet  wol  gern  za  den  kranckeo,  man  lonet  each  ewer 
geng  aach  wol ;  wo  ir  aber  vergebens  mit  ainem  geet  nnd  in  tröstet, 
steet  sein  sach   gewißlich   nit   wol,   darzu  isset   man   nit  wol  von 
ao  ewem  gatten  werten. 

Hans. 

Es  steet  aber  j.  Joan.  iij  (17) :  Wer  diser  weit  gütter  hatt 
and  sieht  seinen  brader  not  leyden  unnd  schleust  sein  hertz  vor 
im  za,  wie  bleibt  die  lieb  gottes  in  im?  annd  weitter  (18):  Meine 

»  kinder,  last  ans  nit  lieben  mit  werten ,  noch  mit  der  zangen,  son- 
der mit  der  that  and  mit  der  warhait.  Nun  vermocht  ir  wol 
manchen  armen  enthalten,  ir  geet  aber  vor  den  armen  füruber,  wie 
der  priester  und  levit  bey  dem  verwundten  füraber  giengen,  [Bl.  5, 
bez.  BJ  Luc.  x.     Und   wo   nit   wir   weltlichen  (von   euch  verachten 

30  Samaritanern)  in  zu  hilif  kemen,  so  mästen  sy  ewrenthalb  (wie  der 
arm  bettler  Lazarus  vor  des  reychen  maus  hauß,  Luce  xvj.)  ver- 
schmachten. 

HOnoh. 

Wir  haben  warlich  nichts  zu  gewalt,  wir  seind  gaystlich  per- 
te  Bonen ,   darumb  spentten   wir  nur  gaystliche  gütter  auß ,   und  das 
willigklich. 


40 

Peter. 

Ja,  ir  spennt  ewer  vigilg,  seelmessen  aud  alle  ewer  gotßdienst 
miltiglich  gnag  auß,  wie  ich  mein  semel  und  mayster  Hans  seine 
Schach,  doch  mit  der  andterschaidt :  wer  kaafft,  der  hatt.  Unnd 
6  precht  ainer  ewerm  seckeldario  v  golden  für  ain  opfer  und  feiet 
umb  ayn  ort,  er  nem  das  gelt  nit,  keme  mit  im  für  recht:  also 
miltigklich  gebt  ir  ewre  gatte  werck  von  euch. 

MllDCll. 

Behüt  enchgot!  Wir  verlieren  die  zeit  unnützlich  da  bey  euch, 
10  wir  müssen  weitter  gan,  da  man  uns  etwas  gibt. 

Hang. 

Lieber  bruder  Hainrich,  sagt  mir  noch  ayn  wort! 

Mflnoli. 

Was  ists? 
i&  Hans. 

Haltent  ir  ewige  keüschait,  wie  ir  dann  gelobt  habt? 

Mflnch. 

Ja,  warumb  nit  ?  Wüsten  wirs  nit  zu  halten,  wir  gelobtens  nit. 

Hans. 

so  Spricht  doch  Christus  Matth.  xix  (11):  Das  wort  fasset  aber 
nit  yederman,  sonder  den  es  geben  ist.  Da  maynet  ye  Christas, 
keusch  zu  leben  stee  nit  in  aygenem  gewalt,  sonder  muß  von  got 
geben  werden. 

Peter. 

36  Irer  keüschait  werden  die  pewrin  wol  gewar,  wann  die  münch 
keß  samein. 

Mflnoh. 

Wo  habt  irs  in  unserm  orden  erfaren? 
Peter. 

80  Ich  mayn  euch  allain  nit,  sonder  alle  bettelmünch,  die  da  keß 
samein. 

Httnoh.    [61.5^] 

Ja,  wann  schon  ain  unkrawt  undter  ainer  so  grossen  versam- 
lung  ist,  wie  kann  man  den  hauffen  darnach  urtailen. 


41 

Hans. 

leh  hab  sorg ;  ob  ir  each  gleich  der  natürlichen  werck  enthalt, 
besudelt  ir  each  doch  in  andre  nnzimliche  wege. 

Mftnoh. 

6         Ja,  da  muß  man  das  flaisch  casteyen,  und  ist  schir  die  gantz 
regel  ond  Statut  daraafT  gericht,  das  flaisch  zu  dempffen. 

Hans. 

So  ist  durch  Paulum  von  ewer  regel  und  Statut  gesagt  j.  Colo. 

ij  (20):  Last  euch  nit  fangen  mit  Satzungen,   die  wol  haben  ain 

19  schein  der  weilihait  durch  selberwölte  gaistlichait  und  demut  und 

durch  daß  sy  des  leybs  nit  verschonen  und  an  das  flaisch  kain 

kost  wenden  zu  seiner  notturfiFt. 

Peter. 

Von  nötten   seind   die   münch   so  mager   und   die   pawem  so 
^  faist :  die  fasten  nicht  so  vil,  als  die  manch. 

Hftneh. 

Es  ist  nicht  als  umb   das  fasten   zu   thun,   es   seind  unnser 
casteynng  mancherlay. 

Peter. 

»         Lieber  bruder  Hainrich,  erzelt  uns  ain  tayl. 

Mttnch. 

Gern.  Wir  tragen  unden  nicht  leines  au ,  gürten  uns  mit 
stricken  unnd  geen  parfuß  in  zuschnitten  schuhen.  Wir  tragen 
auch  kayn  har  auff  dem  kopff;  wir  baden  auch  nit  unnser  leben- 
slang biß  nach  dem  todt.  Wir  ligen  auch  auff  kainer  federn;  wir 
ziehen  vns  auch  nit  gar  ab.  So  essen  wir  kaum  halbe  zeit  flaisch, 
und  essen  auß  kaynem  zin,  und  müssen  ettliche  zeit  silentium 
halten ,  das  haist  schweigen ;  wir  müssen  auch  alle  tag  wol  ain 
stund  oder  v  im  chor  steen  und  knieen  und  alle  nacht  gen  metten  aufl". 

»  Peter. 

So  muß  ich  mit  meinen  knechten   den  gantzen  tag  arbaiten, 
abel  essen,  [Bl.  6,  bez.  Dij]  und  legen  uns  offt  kaum   umb  metten- 

♦ 

&  ds  man.  6  d«mpffem.  17  nobit. 


42 

zeit  nider;  da  singen  mir  dann  meine  kynder  offt  erst  metten;  ich 
hab  vil  ain  hertern  orden  dann  ir. 

Mttaeli. 

Ja,  wann  ir  da  weret,  wenn  wir  capitel  halten,  ward  euch  das 
^  lachen  wol  vergeen,  wenn  ir  die  rotten  hörten  singen. 

Peter. 

Ir  halten  nit  hynan  mit  den  mtten ;  ir  macht  nar  ayn  spigel- 
fechten,  es  thut  nichs. 

Mflnoh. 

10         So  legt  man  aber  ainen  in  die  pressann  nnd  lest  in  versanssen. 

Hans. 

0  ir  blinden,  wie  füret  ir  ainander  in  ewern  ertichten  nnhilf- 
lichen  menschen wercken. 

Mftnoh. 

^^         Spricht  doch  got:  Mensch,  hilff  dir,  so  will  ich  dir  aachhelffen. 

Hans. 

Wo  steet  das  geschriben  ?  Also  kumpt  ir  mit  ertichten  sprachen 
herfiir.  Das  steet  aber  wol  geschriben  Osee  xiij  (9):  0  Israel,  in 
dir  steet  dein  verderben,  nnd  in  mir  allain  steet  dein  hilfT.   Daramb 

so  hilfTt  ewer  gleißnerisch  obeiß  nit  zur  dempffung  des  flaischs ;  wann 
es  steet  Gen.  vüj  (21):  Des  menschen  hertz  ist  von  jugent  anff 
genaigt  zur  boßhait.  Daramb  steet  Prover.  xx  (9):  Wer  mag 
sprechen:  Mein  hertz  ist  rain?  Nun  habt  ir  essen,  trincken  und 
schlaffen  den  nberfloß,  and  feyrent  dennocht  darzu,   darvon  sich 

96  dann  die  eingepflantzt  natar  entzündet,  wann  das  wort  Gene,  am  i. 
(28)  und  ix.  (7)  steet  fest :  Wachsset  nnd  meret  euch !  Derhalb  ist 
(on  sondere  hohe  gnad  gotes)  ewer  hertz  befleckt  mit  bösen  prinnen- 
den  begyrden. 

Mttnoh. 

so  Ey,  so  wir  nur  nit  darein  verwilligen,   so  verdienen  wir  mit 

solchen  anfechtungen. 

Hans. 

Ir  spilent  aber  im  hertzeu  mit  solchen  gedanken,  wie  ayn  katz 
mit  der  meüß.     Nun  ist  got  ain  erkündiger   aller  hertzen,  [Bl.  6'| 

* 

2  b  eingpfl&Ui. 


43 

wie  Actaam  j  (  ):  Derlialb  ortaylt  gotnach  dem  hertzen.  Darumb 
spricht  Paul.  j.  Cor.  y\i  (9) :  Es  ist  besser  heyrathen,  dann  prinnen ; 
and  im  selben  capitel  (28) :  So  ain  junckfraw  lieyrath,  so  sündiget 
sy  nit. 

6  MftDeh. 

Ja,  wir  haben  aber  ewige  ketischait  gelopt  in  onnser  profeß 
mitsaropt  williger  armnt  annd  hailiger  gehorsam. 

Hans. 

Ir  hört  aber  wol,  ir  halt  ir  nit  volkommenlich.     VVaramb  habt 
10  ir  ain  ander  gelübdt  aaff  euch  genommen  und  habt   euch  nit  an 
der  tanff  benagen  lassen,   darinn  ir  dem  teüifel   und   alle  seinem 
gespenst  widersaget  habt? 

Mftneh. 

Ey,    das  ist   die   ander  tauff,   darinn    man   uns  auch  andere 
ift  namen  geyt,  da  werden  wir  widerumb  newe  geboren. 

Hans. 

Spricht  doch  Paulus  Ephe.  iiij  (5  f.) :  Es  ist  ain  herr ,  ain 
glaub,  ain  tauff,  ain  got  vatter  unser  aller.  Derbalb  ist  ewer  tanff 
kain  tanff,  sonder  ain  ding,  von  menschen  erticht,  welche  alle 
» lugener  seind ,  psal.  cxv.  Darumb  geet  ir  auch  mit  menschlicher 
lugenhafftiger  weiß  umb,  halt  keüschayt  eben  wie  die  armut.  Ich 
glawb,  es  sey  mit  ewer  gehorsam  auch  also. 

Hflnoh. 

Wie?    halt    wir    nicht    volkommenlichen    gehorsam?    Es  geet 
^  unser  kayner  für  das  closter   on  erlawbnuß   des  wirdigen  vatters 
gardian. 

Hans. 

Ja,  ir  halt  gehorsam  in  den  dingen,  die  ir  gern  tut,  aber  et- 
wan  doch  mit  unwilligem  hertzen  gegen  ewern  obersten  ;    doch  ist 

M  das  nit  die  rechte  gehorsam,  so  die  schriflft  von  uns  fodert.  j.  Pe- 
tri  ij  (13):  Seyt  underthan  aller  menschlichen  Ordnung  urab  des 
herren  willen,  dem  könig  als  dem  obern  u.  s.  w.  und  Rom.  xiij  (1): 
Seyt  under[Bl.  7,  bez.  C]than  aller  weltlichen  oberkayt,  unnd  weytter 
(7):  So  gebt  yederman,  was  ir  schuldig  seit:  dem  schoß,  dem  das 

36  schoß  gebärt,  dem  zoll,  dem  der  zoll  gepürt.  Und  Matth.  xxij  (21): 
Gebt  dem  kayser,  was  des  kaysers  ist,    und  gott,  was  gottes  ist. 


44 

Von  dieser  ^elmisam  aber,  die  gott  will  haben,  imbt  ir  euch  feyii 
aiiLJj^^esclilayfft,  niu]  habt  ain  aygene  erticht©  gdiorsara  ange- 
nommeii,  dariini  ir  frey  äeyt  von  allem  fronen,  zehendten,  rayß- 
gelt,  wacligelt,  stewer^elt,  zynßgelt,  iehengelt,  zoligelt,  nngelt  und 
allen  pürdeii,  sü  wir  aJle  brüderlbh  ander  ainander  tragen. 

Ey,  wir  seine!  unnd  auÖ  der  weit;   derhalb 

seiiid  wir  auch  gefi  liehen  tribnten. 


Von  wenie? 


\m    dem    allei  Honorio    dem    iij-    und    vnm 

kayser  Frideriih  de  u     Wölt  ir  LnthenscheD  uns 

erst  re formier en  ?  ^ 


Es  hatt  aiii  blin^^..  aou  nuutru  gefürt,  wie  Lttce  vj  (39):  So 
ain  blinder  den  anndem  f ärt  ^  fallen  sy  nit  bayde  in  die  grnben? 
Sagt  mir  ayns,  warinn  doch  ewer  gehorsam  gegründt  ist. 

MöDoh. 

20  In  unser  regel  und  Statut,  wie  sy  dann  von  wort  zu  wort  an- 

gezaygt  seind. 

Hans. 

Nun  ist  yc  ewer  rei>el  und  Statut  niy-  von  kutten ,  idatten, 
stricken,  schuhen,  flaisch  meiden,  schweigen,  singen,  lesen,  metten- 
2r,  geen,  chorsteen.  bücken ,  knien  und  solchen  eüsserlichen  ertichten 
wercken.  Derhalb  geet  der  spruch  stracklj  auff  euch  Matth.  xv  (9): 
Vergeblich  dienen  sy  mir,  dievveyl  sy  leren  solche  lere,  die  nichts 
dann  menschen-gepot  seind,  und  weytter  (lo) :  Alle  |  Bl.  1']  pfiantzen, 
die  got,  mein  himmlischer  vatter,  nit  gepfiantzt  hatt,  werden  auß- 
30  gerewt. 

Mttncb. 

Seind  dann  solche  unser  gaistliche  ubung  nit   gut? 

Hans. 

Nayn. 
{,  Mtinch. 

Wie  so? 


4 


45 


Da  hatt  sy  got  nit  gepoten,  noch  gehayssen. 

Mttnoli. 

£y,  wir  tbans  aber  gutter  maynung  gott  za  eeren. 

ft  Hans. 

Gott  lest  im  nichts  gefallen,  dann  was  er  gehayssen  hatt,  wie 
Levit.  X  (1.  2),  da  Aarons  san  Nadab  und  Abiha  fewer  in  ir  nepff 
namen  und  weiten  vor  dem  herren  reüchern,  da  verprennet  sy  das 
fewr  des  herren,  daramb  daß  sy  mit  frembden  fewr  reüchern  wolten, 

10  das  got  nit  gepoten  het ,  und  thättens  doch  auch  gott  zu  eeren. 
Nun  seind  ye  ewer  orden  lautter  frembder  ertichter  gotßdienst,  im 
schein  außwendig  heilig  und  gleissent,  innwendig  aber  im  grund 
laatter  wurmstichig  unnd  bedrieglich  gespenst,  wie  Matth.  xxiij 
(27):    Wee  euch  gleißnem  und  heüchlern,  die  ir  seit  wie  die  ge- 

16  weisseten  todtengräber ,  welche  außwendig  hübsch  scheynen ,  inn- 
wendig aber  seind  sy  voll  todtenpayn  und  unflats!  Also  auch  ir: 
außwendig  scheinet  ir  frumb,  inwendig  aber  seyt  ir  vol  heüchlerey 
und  unthugent 

Mftnoh. 

»  Ey  lieber,  warmit? 

Hans. 

Ir  habt  es  wol  zum  tail  gehört:  ir  haltet  armut  on  mangel, 
und  keüschait,  die  besudelt  ist,  und  gehorsam,  die  erticht  ist. 

Mflnoh. 

tt  Sagt,  was  ir  wölt,  wir  haben  ye  den  volkommen  standt,  dem 
evangeli  nach,  Matth.  xix  (21) :  Wiltu  volkommen  sein,  so  verkautf, 
was  du  hast  u.  s.  w. 

Hans. 

Ey,  das  muß  gaistlich  verstanden  werden,  also,  daß  wir  unser 
50  hofbung  und  trawen  nit  auif  das  irrdisch  [Bl.  8,  bez.  Cij]  setzen, 
sonder  allain  auff  got,  wie  Paulas  beschreibt  j.  Cor.  vij  (29  f.): 
Lieben  brüder,  die  da  weiber  haben,  die  seyen,  als  betten  sy  kaine, 
and  die  da  kaufifen,  als  behielten  sy  es  nicht,  und  die  sich  dieser 
weit  geprauchen,  als  prauchten  sy  ir  nicht  u.  s.  w.  Das  ist  auch 
»gut  bey  dem  zu  mercken:  wir  könden  ye  nit  alle  das  unser  ver- 
lassen und  münch  werden.     Wer  wölt  zuletzt  koren  pawenV    Nun 


46 

müssen  wir  ye  alle  volkommen  sein,  soll  wir  in  das  reych  gottes 
kommen,  wie  Apocal.  xxj  (27) :  Es  wirt  nichts  unrayns  hynein  geen 
in  das  hymmlisch  Jerusalem. 

Peter. 

6  Ey,  die  observantzer  haben   ainen  beyweg  gefanden.    Wenn 

wir  layen  sterben  wollen,  so  ziehen  sy  ainem  ain  grawe  kntten 
an,  machen  erst  ain  manch  auß  im,  schern  and  baden  in,  so  fürt 
er  dann  als  ain  voller  (ain  volkommner  soll  ich  sagen)  gen  hymmel, 
wie  ain  knw  inn  ain  meüßloch. 

10  Hans. 

Lieber  bruder  Hainrich,   was  hat  euch  in  den  orden  pracht? 

Mflnoh* 

Daß  ich  selig  werd,  wie  ans  dann  in  der  profeß  verhaissen  wirt. 

Hans. 

16         Hofft  ir  darch  ewre  münchwerk  selig  zn  werden? 

Mflnoh. 

Ja.    Was  wölt  ich  sonst  im  closter  thnn? 

Hans. 

Spricht   doch    Paulus  Ephe.  ij  (8):   Auß   gnad   seyt  ir   selig 

20  worden   durch  den  glauben ,    und  das  selbig  nit  auß  euch ;   es  ist 

gottes  gab;  und  nit  auß  den  wercken,  auff  daß  sich  niemant  beriime. 

Mflnoh. 

Verhaist  doch  Christus  an   vi!   enden  die   werck  zu  belonen, 
wie  Matth.  XXV  (XVI,  27)  Lucevj,  Joan.  v  und  Paul.  j.  Cor.  iij.  (8). 

s6  Hans. 

Da  nimpt  man  die  werck  für  den  glawben,  darauß  sy  geflossen 
seind.  Daß  ir  es  aber  klarer  versteet,  daß  got  die  werck  [Bl.  8'] 
nit  belonet,  so  höret  Christum  selbs  Luce  xvij  (10) :  Wann  ir  alles 
than  habt,  was  euch  bevolhen  ist,  so  sprecht:  wir  seind  unnütz 
80  knecht,  wir  haben  gethan ,  das  wir  zu  thun  schuldig  waren.  Hie 
hört  ir,  daß  durch  die  rechtgeschaffen  christlichen  werck  niemant 
nichs  verdient;  wann  es  spricht  Esa.  Ixiiij  (6):  Unnser  gerechtig- 
kait  ist  als  ain  unrayn  thuch  ainer  krancken  frawen.  Wie  wölt 
ir  dann  durch  ewre  selb  ertichte  aygennützige  werck  selig  werden? 


47 

Petor. 

Wie  besteet  ir  nun  mit  ewer  kaatTmanschatz ,   der   each  yil 
übrig  ist  gewest  za  der  seligkait,  die  ir  nns  yerkaafft  habt? 

Mtaeh. 

i  S5lt  ich  dann  wissen,  daß  ich  nit  selig  würd  durch  mein 
clMerlich  leben,  ich  wölt  mein  kntten  an  ain  zäun  hencken  und 
mit  stayn  darzu  werffen. 

Peter. 

Ey,  so  geet  auß  dem  notstall!   Es  steet  ye  Matthei  xxj  (31): 
uDie  huren  unnd  offenbaren   sttnder  werden  euch   vorgeen  in  dem 
bymmelreydi. 

Mflnoh. 

0,  ich  bin  nun  alt,  und  kann  nichts.     Was  wölt  ich  anfahen !  ? 

Hans« 

16  Ich  will  euch  ain  holtzhacken  schencken,  daß  ir  euch  mit  arbait 
ernöret 

Mflnoh. 

Ich  darff  ir  nit. 

Hans. 

»  Wie  so?  da  würdt  ir  erst  rechte  wäre  armut  empfinden,  und 
würdt  euch  die  unkeüschayt  vergeen ,  unnd  erst  recht  gehorsam 
werden  yederman. 

Mftnch. 

Nayn,  nayn!  ich  wayß  besser  im  closter. 

S6  Hans. 

Ich  hör  wol,  ir  seyt  der  leüt,  da  Paulus  von  sagt  j.  Philip,  iij 

(18  f.) :    Die  feindt  des  creützs  Christi ,   welcher  endt  ist  das  ver- 

damnuß,    unnd   denen    der   pauch   ain  got  ist!    Also   fiircht  ir  die 

armut  unnd  habt  sy  doch  gelobt,  und  pleibet  über  erkantnuß  der 

M  war[Bl.  9,  bez.  Ciij]hait  in  dem  irrthnmb. 

Münch. 

Ich  höre  zwar  nit  vil  guts  von  den  außgelanifnen  müDchen 
sagen,  sonder  wie  sy  schönen  frawen  nachgeent,  und  under  x  kaum 
ainer  gern  arbayt,  und  popitzen  sonst,  ainer  das,  der  ander  jbens, 


48 


i 


Dabey  e:kri!tit«»a,  mm  gats  m4m  kBüoistficfct:  die  Tor  In 
olüsteru  hat-  ]  .-tebl  wie  dk  Meafif«!!  flajOgen,  di«  leben  Mn 
he^vJ^^en  wi^    !:.  Ii»tt«f1i«toi,  «ad  ba^ea  4<idl  «%m  d&ft  im  b^rt^en 

o:ethaii  im  ol-'^t^r,  *  i 


10  Ich  hub    ibef  tf^  a^g  des  el5«tem  aufl 

tiiiNvitz.  mutwillen  ■  r  Welt  m  biisett)  und  docli 

Nvidr^i   II    ivg  u    gel  ^  a&g   d«iEi  gUnb^n    g«en. 

\\  as  abt^r  nit  aub  d  1»  ^t  mnät:  Rom  xiiij  (^3). 

Die  selben  tür*-n  dl  i,   ir  gwi^sen  wirt  sj  aber 

10  Ns  ol  anklagen .   ge^  wiit    m  in    todU-ndten  nit 

.labyndeii  {»leiht^n.  G  i^ddM  aber  dmxh  erkaal^ 

uu6  des  wort  -^»Etes  mtnebtig  m  baltan  erkennen 

und  mit  treyetü  sicberem  gewii^n  gteni  auli  dem  ^Utidt  ^  von 
menschen  eiu;^'<r>etzt.  und  dretten  in  den  ständig  von  got  eingesetzt, 

2'»  nemlich  in  die  ehe,  Gene,  ij  .2-4»:  Drr  man  wirt  vatter  und  matter 
verlassen,  und  seinem  weib  anhangen,  l'nnd  welche  sich  also  nüren 
mit  arbayt,  darzu  sy  wie  der  tugel  zum  dugi  geporen  seiud, 
Job.  V,  die  selbigen  kann    Bl.  9'    ich  ye  nit  unrecht  urtaylen. 

MÜDch. 

^ö  Ich  will  ye  nit  herauLi,  und  ob  saut   Peter  sprech,  es   wer  nit 

unrecht. 

Hans. 

Ir  seyt  eben  der  rechten  ainer,  darvon  Esai.  sagt  vj  (10)  :  Er 
hat  ire  äugen  verblendet  und  ire  hertz  verstocket,  dati  sy  mit  den 
äugen  nit  sehen  und  mit  den  hertzen  nit  vernemen  und  sich  be- 
kerten,  dali  ich  sy  selig  mecht. 

Mttoch. 

Ky  lieber,  seyn  wir  dann  so  in  ainem  getarlichen  standt? 
VVa  für  halt  ir  uns  doch? 

Hans. 

Ich  halt  euch  für  die  leüt,  darvor  uns  Petrus  warnet  ij.  Petr.  ij 
(li:    Ks  werd»-n   lalsche  lerer  undter  euch  sein,    die  neben  eintüreu 


30 


darmit  sy  <ic     n  afbsH  sndiw  Mlgcii :   m  r««iit  frvr  aJni  tayls 
sonst   bösen   -:-j.k«i  ■aefc.    Wfe  kmam  sj  4Mnm  uo   gntter  giiisl 

ant)  den  clnsr-m  liritai  laib»?  | 


49 

werden  verderbliche  secteo,  und  verleücken  des  herren,  der  sy  er- 
kaufft  hat,  nnd  weytter  das  gantz  capitel  sagt  von  ewer  verfnmng. 

Mftneh. 

Lieber,  das  ist  von  ans  nit  gerecht.     Wo  verlangnen  wir  Christi, 
&  des  herren? 

Hans. 

Ir  verlangnen  seiner  erlösnng  nnd  selig-machnng ,   und  wölt 
euch  dnrch   ewere  scheinwerck   selig  machen,  and   weiset  andere 
lewt  anch  von  Christo  anff  ire  aygene  werck,  die  seligkait  za  er- 
10  langen,  and  verkanfft  symoneyischer  weiß  die  gntten  werck. 

Mllnoh. 
Ey  lieber,  ir  seyt  ans  sanst  feindt,  daramb  schmächt  ir  ans. 

Hans« 

Nain,  bei  meiner  seel  haill  allain  aoß  brüderlicher  lieb. 

u  Mftnch. 

Lieber,  seyt  ir  dann  evangelisch?  so  dürft  ir  nit  so  spötlich 
mit  ums  handeln,  wann  ir  müst  von  yedem  annützen  wort  rechen- 
sciiairt  geben  am  jangsten  gericht,  Matth.  xij  (36). 

Hans. 

20  Ir  wölt  die  schrifft  nit  annemen,  da  sy  von  each  sagt;  daramb 
mössen  wir  each  mit  ewer  aygen  that  (welch  an  ir  selb  spötlich 
nnd  lecherlich  ist)  aberweisen,  daß  ir  diejenigen  seyt. 

Mftnoh. 

Wem  ist  [Bl.  lOJ  aber  mit  geholffen? 

n  Hans. 

Each,  ob  ir  euch  (darch  so  vil  anzeygang)  doch  ainmal  selber 
im  grandt  erkenten,  wie  ellendt,  blind,  hartselig  lewt  ir  wert, 
nnd  nit  also  hochfertig  mit  dem  gleißner  im  tempel,  Matth.  xviij, 
ewre  werck  rümet,  und  darauff  bochet  selig  zu  werden,  sonder 
30 demütig  mit  dem  offenbaren  sünder  sprecht:  Gott,  biß  gnedig  mir 
armen  sünder,   und   würdent  erst  recht  gaistarm,   Imngerich  und 

* 

28  Dieses    ciiat    ist  naeh  Hans  Sachsens    andeutungen    nicht    richtig.     Es 
mUDie  heißen:  Lac.  18,  10  f.  30  mir]  wir  B. 

Uaaa  Sachs.    XXII.  4 


50 

durstig  nach  der  gerechtigkait  gottes,  Matth.  v.  (3.  6) ;  dann  würdt 
ir  erfiilt  mit  güttem,  wie  Luce  j  (53),  das  ist  mit  dem  anerforsch- 
lichen  schätz  Jesu  Christi,  Ephe.  1,  3  welches  seind  die  tröstlichen 
zusagung  Christi,  die  würden  euch  erst  wol-geschmack  und  ange- 
6  nem  werden.  Darumb,  lieber  bruder  Hainrich,  was  ich  und  mein 
bruder  Peter  mit  euch  geredt  haben,  ist  im  besten  (on  allen  neydt 
und  haß)  geschehen.  Wölt  gott,  es  hettens  alle  münch  gehört  anß 
allen  orden,  und  bitten  euch  umb  gottes  willen,  uns  nit  zu  ver- 
argen, ob  wir  etwas  zu  vil  hart  wider  euch  betten  geredt. 

10  Peter. 

Seht  hin,  lieber  bruder  Hainrich,  zway  liechtl  Und  leset  dar- 
bei  nit  Scotum  oder  Bonaventuram,  sonder  die  bibel!  Etwan  wirt 
euch  got  auch  erleuchten  mit  seinem  götlichen  wort,  und  habt  uns 
nichts  in  übel! 

16  Mfinoh» 

Nichts,  lieben  brtider.  Ich  will  den  dingen  weitter  nach-snchen. 
Wir  geen  dahyn.    Got  sey  mit  euch! 

Peter. 

Amen. 

20  Esaie  lix  (6): 

Sy  sollen  auch  von  iren  wercken  nit  bedeckt  werden,  und  ire 
werck  seind  unnütze  werck. 

Anno  1524. 
3      1,]  fehlt   H.  11  Sethin  B.  12   Beneuenturam  B. 


51 


Em  dialogns  des  Inhalt  ein  argnment  der  Römischen 

wider  das  christlich  heflfleio,  deo  geytz,  aach  ander  offen- 

lich  laster  n.  s.  w.  betreffend. 

[Bl.  r]   Dem   achtparn  Hans  Odrer  zu  Preßla  wünscht  Hans 
»  Sachs  genad  und  frid  in  Christo  Jesu,  nnserm  lieben  herren.    Amen. 

Geliebter  bruder  in  dem  herren,  ich  bin  durch  vilfaltig  pit 
unsers  lieben  mitbruders  Ulrich  Lauthi  angelanget,  dir  zu  dienen 
mit  der  gab,  so  ich  entpfangen  hab,  nach  der  leer  1.  Petri  4  (10). 
Auff  das  ich  aber  nicht  wie  der  faul  knecht  (Matthei  25,  24  f.)  er- 

10  fnnden  werdt,  bin  ich  im  zu  willen  worden  mit  einem  dialogo,  den 
ich  dir  hiemit  nberschick.  Des  Inhalt  ist  ein  argnment,  so  unnsere 
Römische  mit  hoher  stimm  außschreyen  auff  der  cantzel  und  wo 
sie  räum  haben,  die  ewangelischen  leer  zu  lestern,  fumemlich  mit 
dem  verfluchten   geytz,  nachmals  mit  andern  offenlichen  lästern, 

**  welche  noch  (got  erbarms !)  in  vollem  schwanck  bey  uns  geend  von 
den,  so  Christum  noch  nicht  warhaiftig  im  geyst  erkent  haben,  als 
wer  darumb  die  leer  falsch.  Mit  disputieren  und  schreyben  haben 
sie  wenig  eer  erlanget,  noch  vil  weniger  mit  iren  ungezelten  hinder- 
ducken,  fallen  nnn  auff  das  sündig  leben,  welches  ich  hoff,  werdt 

:iokurtzer  zeyt  fallen  durch  den  hall  der  ewangelischen  pusann,  wie 
die  statmaur  Hiericho  (JosueG).  Alßdann  haben  sie  nichts  wider 
uns,  dann  sie  villeicht  die  hendt  in  dem  christlichen  plut  waschen, 
auff  das  die  zall  der  mitbrüder,  so  umb  des  gottes-worts  willen 
erwürgt  werden,  erfült  werdt  (Apocalipsis  6),  wie  dann  angefangen 

**  ist.  Got  sterck  uns  alle,  in  seinem  wort  zu  verhanen  biß  anß 
endt  und  selig-werden.     Amen.     Matthei  24. 

Geben  zu  Nürnberg,  am  tag  Michaelis,  im  1524.  jar. 

Matthei  26  (41): 

Der  geyst  ist  willig,  aber  das  fleysch  ist  schwach. 

* 

1   Im  enten    (verlorenen)    spraehbaehe,    bl.  304     »Ein    dialogas    von    den 
eloaterlewten  Tiigereiuibt«.     Vergl.  s.  6  anm. 

4* 


52 


[Bl.  2]    Bomaniis. 
Pax  vobis,  lieber  Juncker  Reicbenbarger ! 

Beiohenbiirffer. 

Seyt  mir  got  wilkamb  za  tausent  malen,   wirdiger  yater  Ro- 
6  roannsl    Ewer  zukunfft  in  mein  hauß   bedeüt  warlich  ein  schnee, 
seyt  ir   mein  hanß  nun  bey  drey  jaren  gemiden  habt.     Was  ge- 
biet ir  ? 

Bomanns. 

Zwar  nit  vil.    Ich  hab  mit  ench  zn  reden  eines  gescheifts  halb, 
10  vor  dreyen  jaren  geschehen.    Darinn  seyt  ir  ein  vormnndt. 

Keichenbnrger. 

Ich  wolt  fiirwar  wenen,  ir  wöltet  ewer  klaydtder  geytzigkait 
(geystligkait  soll  ich  sagen)  hierinn  bey  mir  abziehen,  and  wolt 
ein  Christ  werden,   seyt  ir   also    nnversehens   and   eynig  zn  mir 
16  hereinschleicht. 

Bomanas. 

Ich  wil  mein  katten  noch  wol  lenger  tragen  der  miltigkait 

halben,  so  ir  newen  ewangelischen  übet  and  treybet  nnder  einander, 

nnd  ir  seyt  mir  nar  zn  lieb  darzn.    WöIt  euch  sunst  anders  ant- 

ao  warten. 

Reiohenbarger. 

Sagt  an,  wirdiger  yater,  was  ir  wißt,  yedoch  diewarhait;  be- 
darfft  mein  nicht  verschonen! 

Bomaniis. 

2B  So  schawt  in  Spiegel  ewers  hertzen,  wierain  irseyt  desgeytz 
halb,  and  nicht  allain  euch,  sunder  sehet  an  alle  dise  weit  vom 
minsten  biß  zu  dem  maisten,  so  findet  irs  alles  nberschwembt  mit 
geytzigkayt,  das  Esaias  wol  war  sagt  am  vj.  capitel  (?):  Von  dem 
minsten  biß  zu  dem  maisten,  all  geend  sie  nach  der  geytzigkait. 

30  Ir  newen  ewangelischen  wendet  aber  ewer  äugen  allain  anif  ans 
müuich  und  pfafien,  sam  seyen  wir  allain  geytzig,  und  vergest  die 
weyl  ewer  selb  darbey.  Ir  aber  werdt  mit  uns  nit  entschuldigt, 
Christus  [ßl.  2'J  spricht  Luce  am  xiij  (4  f.) :  Maint  ir,  das  die  acht- 
zehen,  auff  welche  der  thurn  in  Siloa  viel  und  erschlug  sie,  seyen 

36  schuldig  für  alle ,   die  zu  Jerusalem   wonen  ?    Ich  sag  nain  darzu ; 

* 

1   fehlt  A.  9  geschefsts  A. 


53 

soDder  so  ir  euch  nicht  hessern,  werdt  ir  all  also  amhkammen. 
Daramh,  ir  lieben  ewangelischen ,  thüt  vor  den  palcken  anß  dem 
aug,  darnach  das  bechtlein  anß  ewers  bruders  ang  (Matthei  am  vij.  5). 

Keiohenbnrger* 

6  Ey,  wo  hetriegen  wir  die  leüt  also  geytzigklich,  als  ir  geyst- 

lichen  ans  eine  lange  zeyt  her  betrogen  habt,  als  mit  ablaß,  bann, 
opffer,  vigil,  seelmeß,  gutten  wercken,  mit  sampt  den  sacramenten, 
die  iruns  nmbgelt  verkaufft  habt,  das  übrig  mitbetlen  nnd  andern 
alfentzen  abgewannen. 

10  Romanos. 

Ey,  so  betrüget  aber  ir  einander  in  kauflf-hendeln ,   gerichß- 

hendeln,  wacher  and  in  samma  durch  und  durch.    Wer  wil  die 

handtierung  all  erzelen,   darinn  der  geytz   regiert?   Mir  ist  noch 

an  vergessen,  was  mir  oflft  in  der  beicht  fürkummen  ist,  wenn  ichs 

16  reden  dörfft. 

Keiohenbnrger« 

Wirdiger  vater,  sagt  mirs  beichtweyß  hie  ander  der  rosen! 
Ich  mag  die  warhait  wol  hören,  wie  pitter  sie  ist. 

BomanuB. 

so  Von  wannen  knmbt  das  fürkauifen,   als   wein,   getraydt  und 

saltz  und  alles,  was  man  erdencken  mag?  Kumbt  es  nicht  auß 
dem  geytz? 

Beiohenbarger* 

Ey,  nicht  redt  also!  Solt  man  bey  gemainer  stat  nicht  solche 

25  leüt  haben,  wurdt  es  offt  in  theürungen,  kriegßlenfften  oder  andern 

nötten  klain  zu-geen.     Stet  nicht  Proverbiorum  vj  (6  f.) :  0  dreger, 

sihe  zu  der  ameyssen   und  merck   ire  weg   und  lern  die  weyßhait, 

sie  bereytet  [Bl.  3J  ir  speyß  im  snmmer  und  samlet  im  schnidt,  das 

sie  eß. 
so  Bomanas. 

Ich  red  nit  von  fürkauffen,  da  man  nutz  sucht  einer  gantzen 
gemain  und  gleich  einen  zimlichen  pfenning  zu  gewin  nimbt,  und 
noch  vil  weniger,  wo  ein  oberkeit  fürkaufft  und  gemainen  nutz 
sucht,  sunder  allein  red  ich  von  den  fürkaufFern  von  aygennutz 
35 und  gewinß  halb,  unnd  dem  fürkauifer  layd  wer,  das  nachmals 
wein,  getrayd,  und  anders  wol  geriet,  frolocken  in  dem  ungeratten 
jar,  verbergen  den  fürradt  in  der  not,  wo  sie  verhoffen,  mer  gelts 

* 
7  Seelmelß  A. 


54 

daran  zu  erhalten.  Von  denen  stet  Proverbiomm  xj  (26) :  Der  da 
verbirgt  sein  getrayd,  der  ist  verflucht  ander  den  völckem.  Und 
Lcvitici  XXV  (37) :  Dn  solt  dem  armen  dein  speyß  nit  mit  nbersatz 
aiiifthun.    Und  Deuteron,  xxiij  (19) :  Dn  solt  an  deinem  bmder  nicht 

6  wuchern  weder  mit  gelt,  noch  mit  speyß,  noch  mit  all  dem,  damit 
man  wuchern  kan.  Und  Amos  viij  (4):  Höret  das,  ir  zerknischet 
den  armen  und  machet  manglen  die  durfftigen  der  erdt,  saget :  So 
der  schnit  vergeet,  verkaufen  wir  die  Ion,  und  den  sabath  wir 
thün  auif  das  getrayde,   wir   mindern   die  maß   unud  meren  den 

10  seckel  und  verkauffen  die  sprewer  des  getraids ,  das  wir  besitzen, 
den  durfftigen  im  silber.  Und  der  herr  schwur :  Ich  wirdt  nit  ver- 
gessen aller  irer  werck  biß  anß  endt. 

Beiohenbargen 

Fürkauffen  in  solcher  maß  ist  nicht  ein  christlicher  bandet,  es 
16  thu  gleich,  wer  da  wöl ! 

Romanns. 

Auch  regiert  der  geytz  in  geselschafftern ,  also  das  sie  etlich 

war  zu  hauff  auffkauffen  andern  auß  den  henden  und  dann  zu  sich 

bringen,  als  spetzerey  [Bl.  3'  |  und  was  dann  ir  handel  und  gewerb 

20  ist,  machen  damit  ein  auffschlag,  wenn  sie  wollen,  beschweren  also 

landt  und  leüt.    Ist  das  gut  ewangelisch? 

Reiohenbarger. 

Es  ist  auch  unrecht ;  wann  alles,  das  ir  wölt,  das  euch  die  leüt 
thün,  das  thüt  in  auch  widerumb  (Matth.  vij,  12). 

25  Romanas. 

Auch  regieret  der  geytz  mit  böser  war,  schwort  sie  offt  eim 
mit  gewalt  ein,  darob  offt  ein  armer  verdirbt;  das  ist  verbotten 
Leviticixix  (11):  Ir  solt  nit  Stelen,  liegen,  noch  felsclüich  handeln 
einer  mit  dem  andern,  und  Ecclesia.  xxxiiij  (Sirach  34,  25) :  Der 
30  den  armen  betreügt,  ist  ein  mau  des  pluts,  und  j.  Thessalon,  iiij 
(6) :  Niemant  greyff  zu  wey t,  noch  vervorteyl  sein  bruder  im  handel ; 
dann  der  herr  ist  ein  rechcr  über  das  alles.  Wo  bleyben  dann 
die,  so  gute  war  erst  in  irem  gewalt  felschen  ?  Ist  das  gut  ewan- 
gelisch ? 

35  Reiohenbarger. 

Ey,  das  seind  unchristlich  hendel.     Es  spricht  Malachias  j.  (14): 
Verflucht  sey,  der  betrieglich  handelt. 


55 

^onianas, 

ir  falscher  wag,   maß,  zal,  uber- 

ybeii,  ist  verboten  Levitici  xix  (15): 

i   iHi  gericht  mit  elen,  mit  gewicht,  mit 

'Mormii  xj  (1):    Ein   triegliche   wag   ist 

i  II«:«'  vj  (38):    Mit  was  maß  ir  meßt,  wirt 

>-«u.    Ist  solchs  gut  ewangelisch ? 

Reichenbnrger. 

.'  liaißt  es  gut,  was  wider  got  und  die  lieb   des  nech- 

Bomanas. 

U'eyter  regirt  der  geytz  gewaltigklich  unter  den  kauflfherren 
iinl  Verlegern,  die  da  drucken  ire  arbeyter  und  stückwercker ; 
wenn  sie  inen  ir  arbeyt  und  pfenwerdt  [Bl.  4]  bringen  oder  haim- 
13 trafen,  da  tadeln  sie  in  ir  arbeyt  auffs  hinderst,  dann  steet  der 
ann  arbeyter  zitrent  bey  der  thür  mit  geschloßnen  henden ,  stil- 
schweygent,  auff  das  er  des  kanfifherren  huld  nit  verlier,  hat  et- 
wann  vor  gelt  auff  die  arbeyt  entlehent,  alßdann  rechent  der  kanff- 
i»err  mit  im ,  wie  er  wil.  Büst  der  arm  sein  aygen  gelt  ein  zu 
»seiner  arbeyt,  dann  frewt  sich  der  reich  des  guten  wolflen  kauffs, 
maynt,  er  hab  im  recht  gethan.  Hört  aber,  was  steet  Levitici  xxv 
(U):  Wenn  du  deinem  nechsten  verkauffst  oder  abkauffst,  solt  du 
in  nit  schinden!  Und  Deuteron,  xxiiij  (14  f.):  Nicht  vervorteil  den 
Ion  des  benöttigten  und  armen ,  auff  das  er  nicht  den  herrei^  über 
tt  dich  anrtiff  und  sey  dir  sündt.  Und  Ecclesia.  xxxiiij  (25  f.) :  Der 
da  vergeüst  das  plut  und  bedreügt  den  arbeyter,  seind  brüder, 
and  der  da  abnimbt  das  prot  im  schweyß,  ist  als  der  da  tödt  den 
nechsten. 

Belohenbnrger. 

M  Ir  sagt  aber  nicht  darbey,  wie  stoltz  die  arbeyter  seind.  So 
man  ir  bedarff,  kan  man  ins  nicht  genug  bezalen  und  kan  dan- 
nocht  niemant  nichts  von  in  bringen. 

Bomanus. 

Ir  puchen  kan   nicht  lang  weren.     Alßdann   wirdts  inen  zwy- 

ssfeltig  eingedrenckt ,  so  der  handel  steckt,   oder  im  winter,  so  es 

allenthalben  klem  ist,   da  müssen  sie  euch   wolfayler  geben.     Im 

snmmer  habt  ir  im  die  haut  abzogen,  im  winter  saugt  ir  im  das 

marck  auß  den  baiuen.    Ist  das  gut  ewangelisch,   das  die  armen 


also   tag    iiiid   uaclit  über   üiid   iiber  arl>eyten   und  tidi   doch  des 

hiingers   mit  weyb  and  kindt  kaum  erEeren  mögen?    Oedetickt  ir 

nit,  got   erliör  das   wek lagen ,    wie  Exodi  vj  (5):    fBl.  4'|   leli  hab 

erhört  das  weklagen  der  kiiider  Israel,  die  die  Egiptier  mit  fronen 

beschwerteu. 

Relohenbnrger. 

SölcheB  srhiiidea  hat  mir  mein  lebenlanf  nie  gefallen  j   es  bt 

aller  ding  iinchriste"'««^'» 


I  Weyter   rei^ier 

gestalt  ist  oti  7.al, 
pargelt  ein    war   m 
jar,   muß   man   füt; 
ewangelisch. 

Ey  lieher,   der 
gelt  wol  so  vilj  als 


b  wüchsBel,  der  so  mancher 
r  geytz :  verkauft  einer  ttmb 
,  ml  luaü  borgen  ein  halb 
m  mer  geben,     Diß  ist  nit 


»r. 


ne  die  wöyl  mit  dem  paren 
nßber  gibt 


Wie,  wenn  er  so  vü  verlnr  oder  die  haubtaamm  gar?  Darnmb 

■jü  wil  man  borgen,  sol  man  on  auffsatz  borgen,  wann  es  steet  Matthei 
am  V.  (12):  Wer  von  dir  borgen  wil,  von  dem  ker  dich  nicht! 

Reichenbnrger. 

Ich  hör  wol.     Wenn  einer  von  mir   wölt  borgen  umb  hundert 
guldeft  nnnd  ich  hets  zu  borgen,  wer  ichs  im  schuldig  zu  borgen  ? 

'^r.  Nain,  sunder  allain  bin  ichs  schuldig  zur  notturfft  und  nit  zum 
ubeilluß  zu  borgen.  Also  auch  mit  dem  leyhen.  Luce  vj  (35): 
Leyhet,  da  ir  nichts  für  hoffet!  ist  nur  auff  die  notturfft  des  nechsten 
und  nit  zum  uberliuß.  Solt  man  yedem  leyhen  nach  seinem  be- 
geren ,    man   fundt  manchen   schlüffel ,   vordert  mer  dann  drey  ge- 

so  wunnen  mit  spilen,  brassen  und  anderm;  also  hulff  man  im  darzu, 
und  wer  wider  got. 

Bomanas. 

Es  mag  villeicht  also  sein.     Auch  regiert  der  geytz  im  lehen 

unerzelt  mit  vil  auffsetzen,    wann   gewonlich    sucht  der  lehen-herr 

ir,  seinen  aygen  nutz  mit  des  armen  |  Bl.  5,  bez.  Bj  schaden :  da  leycht 

er  böse  müntz  für  gute,  böse  war  liir  gute,  oder  leicht  ein  summa 

gelt  ein  jar  umb  ein  gülden  zwen  hynüber,  das  ist  ye  w^ucher,  es 


n 


1 1    regier  A. 


27   nichts?  nicht  A. 


57 

sey  dann  die  schrifft  falsch,  Exodi  xxij  (25) :  Wenn  da  gelt  leichest 
meinem  volck,  das  arm  ist,  soltu  dich  nicht  als  ein  wuchrer  gegen 
im  halten  nnd  kainen  wacher  aaff  in  treyben.  Und  Levitici  xxv 
(35):  Wenn  dein  brnder  verarmet  und  abnimbt  bey  dir,  solta  in 
5  aaifnemen  nnd  nit  wacher  von  im  nemen,  noch  za  vil,  sander  solt 
dich  vor  deinem  got  fürchten,  anff  das  dein  brnder  neben  dir  leben 
künne,  dann  da  solt  im  dein  gelt  nicht  anff  wacher  than. 

Beiokenbarger. 

Darff  man  dann  kain  liebang  nemen  für  müe  nnud  arbeyt,  so 
10  man  groß  samma  gelt  aaßleicht,  das  der  müe  werd  ist  V 

Romanas. 

Es  leydet  sich  weder  schenck,  trinckgelt  oder  wie  mans  nennen 
mag,  wann  Christas  spricht  stracks  Lace  vj  (35):  Ir  solt  leyhen, 
da  ir  nichts  fdr  hoffet,  so  wirdt  ewer  Ion  groß  sein  and  werdet 

i^  kinder  des  alier-höchsten  sein.  Wil  man  aber  dem  sprach  ein 
nasen  drehen,  also:  Man  sol  nit  hoffen;  gibt  man  aber  die  hanbt- 
snmm  nnd  schencket  etwas  darneben,  so  mag  mans  nemen,  so  leit 
aber  der  sprach  hart  am  weg  Ezechielis  xviij  (11  f.):  Ein  mann, 
der  da  that  die  verflachten  werck,  der  da  leicht  zam  wacher  und 

»  mer  dann  das  haabtgat  ein-nimbt,  wirdt  er  dann  leben,  so  er  thut 
die  verflachten  ding?  Er  wirt  nit  leben,  er  stirbt  des  todts  and 
bleybt  sein  stindt  anff  im,  spricht  der  herr.  Hie  hört  ir  klerlich, 
was  aber  das  haabtgat  eingenummen  wirdt,  es  sey  wenig  oder 
vil,  die  haabtsamm  sey  [Bl.  5']  groß  oder  klain,  man  geh  im  namen, 

»  wie  man  wöl,  so  steet  die  schrifft  hie  und  haißt  es  wacher.  Aber 
dem  leben  oder  zinßkauff  auff  weinberg,  gerten,  ecker,  wisen,  weide, 
vischwasser,  heüser,  stedel  oder  wie  solche  ligende  guter  genant 
werden,  laß  ich  den  titel  und  namen,  den  im  der  prophet  Neemias 
am  V,  capitel  gibt.     Der  Rein  wirt  in  nit  abwüschen. 

30  Reiohenbarger. 

Es  ist  nicht  weniger,  ein  grosser  mißbrauch  ist  im  lehen  und 
lay^^r  seer  eingerissen. 

Romanas. 

Ja,  ye  eingerissen,  das  der  spruch  redlich  erfült  ist  zu  unser 
»  zeyt  Psalm,  liiij  (55,  12) :  Es  hört  der  wucher  und  betrug   nit  auff  in 
iren  gassen.     Diß  aber  alles  geet  über  die  armen,  wie  Proverbi- 
orum am  xxviij  (8):  Der  da  samelt  die  reichtumb  mit  wucher  und 

* 
20  dem  B.  Köhler,  die  A. 


alHo   tag   nfi 
Hungers  mit 
nit,  got  erlh 
erhört  das 
6  beschwerten. 

Solche» 
aller  ding  i 

10  Weytei 

gestalt  ist 
pargelt  er 
jar,   miii 
ewangrii 

16 

I 

gelt 


^10  antiPii.     Darntiib 

nij  (12  f.):  Uli  hagt 

t,   und  g<?yt2igklich 

vergessen,   spricht 

ob  deiner  geytdg- 

tt  h  im^ten  kii,  h^rot  das 

ÜiPB  Sainarie,    die  fr  that 

lea  armen,  wie  man  dann 

vom  plut  der  armen. 


l^e  wftrhait  ist  zaatigeti- 


in it  den  ar nt en  m  h  n  1  di  gern , 
in,  waa  sie  habt^n,  |B1.  6j 
büisch? 


ao  W' 


m  recliien,  ist  Am  unrecht? 


j^saM     '^'"'^  lobiye  sunt  Paulus  das  gericht 

>^^^.jjj^      .   ,\»rüith.  vj.    lind   nicht   unbillich, 

j;^xa  i*i^"*^   iu-^reet   mit  falschen  zeugen, 

:^at<!i;^a.  >i^^ö»  appelieren,  das  recht  ver- 

^  ^t-*{  :'r,van4tor,  nyuimer  gelt,  nymmer 

^"^   ^    ^  ^^^^a  nzw  v\>lleiu  schwanck,    da  werden 

^   ^^*     ^  x.i*w»vv^ü  i3ivi  heelküclilein.     Dise  falsche 

"^  ^    ^^^   i]t*«töi.iju   HUI  V.  capitel  (26  f.):    Die 

^>-.    -^^'*    "*    ^  ..     ^,^^*-    tix.^*^':v.    volok    verborgen    als  die 

litxi   i^c^  kl  oben   zu   fahen  die  mann. 


n 


I.-*     '^ 


>^tV5V 


^^ 


^j*,>   :s:   :r  V.aub   vol  falsch.     Darumb 

5Jit^A^K>  iv.i  uboririengen  bößlich  n^pine 

k*r  xx-tNvou  und  richten  nicht  die 


vi?v% 


.-  -^ 


„V  K   .l,i>  urtail  der  armen.     Haim- 

^^i  IVuiouM..  xxvij  benedeyt  got 

I      \  ;'o^....*h'  sey,  wer  das  recht  des 

>.  tN*v^  N'.u^'t'  und  alles  volk  sage: 
;    .uu    j:erichl    umbzieben, 


*^ 


v4    i^^^ 


i-^<  wvit  iivUies  Proverbiorum 


59 

am  xxij  (22):  Nicht  thn  gewalt  dem  armen  darumb,  das  er  arm 
ist ,  noch  zerknisch  den  dnrfftigen  vor  gericht ;  wann  der  herr 
nrtailt  sein  sacli  nnd  peiniget ,  die  [Bl.  6']  da  haben  peyniget 
sein  seel. 

ft  Reiohenbarger. 

Wie  mnß  man  dann  mit  den  Schuldnern  leben,  das  christlich 
wer,  es  sey  für  schuld,  wie  sie  genant  mag  werden? 

Bomanu. 

Es   steet   Deuteron,  xxiiij   (10  f.):    Wenn    du   deinem   bmder 

10  borgest,   soltu  nit  in  sein  hauß  geen  und  im  ein  pfandt  nemen, 

sunder  solt  vor  dem  hauß  steen,  und  der,  dem  du  borgest,  so!  sein 

pfandt  herauß  zu  dir  tragen.    Ist  er  aber  benöttigt,  so  soltu  dich 

nicht  schlaffen  legen  ob  seinem  pfandt,  sunder  solt  im  sein  pfandt 

wider  geben,  ee  die  sunn  undergeet,  das  er  in  seinem  klayd  schlaff 

16  und  gesegen  dich.    Das  wirdt  dir  vor  got,  deinem  herren,  zu  einer 

gerechtigkait  gerechnet  werden.     Und  Esaie  Iviij  (6):  Das  ist  das 

fasten,  das  ich  erweit  hab:   Löß  auff  die  zusamenbindung,  zerreiß 

die  schuld-zettel,  laß  die  frey,  die  schwach  seind.    Und  Ezechielis 

xviij  (7) :  Widergib  das  pfandt  dem  Schuldner,  nym  nichts  mit  ge- 

M  walt.     So  ist  das  new  gesetz  allenthalb  vol  lieb,  lieb,  lieb. 

Beichenbiirger« 

Man  findt  aber  vil  böser  zaler,  die  es  wol  hetten,  dergleichen 

vil  trunckner  pöltz,  spiler,  hurer,  die  also  das  ir  unnütz  on-werden 

und  schuldig  seind,  kan  doch  mit  lieb  noch  gäten  niemandt  nichts 

»  von  in  bringen ,  liegen   und   vertrösten  für  nnd    für ,  halten   kain 

glauben:  sol  maus  dann  nicht  rechtlich  erfordern? 

Bomanus. 

Ja,  die  sol  die  weltlich  oberkait  darzu  halten ;  wann  sie  tregt 
das  schwerdt  zu  räch  der  bösen,  Roman,  xiij.     Ich  sag  allain  von 

so  den  armen,  die  ires  nicht  zu  unnutz  on-werden,  sunder  in  kranck- 
halt  und  ander  Unfall  arm  seind  worden.  Und  dannocht  ßndt  man 
manchen  geytz[Bl.  7Jwurm,  ders  nicht  notturfftig  ist  nnd  dannocht 
einen  armen  von  heüßlichen  eren  treybet.  Von  denen  spricht 
Micheasij(2  f.):  Sie  haben  begert  die  ecker  und  haben  sie  gewal- 

»tigklich  genummen  und  die  heüser  beraubet.  Darumb  spricht  der 
herr:  Ich  gedenck  böse  ding  über  diß  volck,  und  ir  werdt  ewer 
heiß  nicht  darvon  abnemen.  Und  Proverbiorum  xiiij  (31):  Der  da 
peyniget  den  prestenhafftigen,  der  lestert  seineu  schöpffer.     Weyter 


f» 

am  xxij  (IBj;  ih-r  da  peiniget  den  armen,  am  er  Bdii  rddiüimb 
liier,  deiwirilt  e&  iretifin  lieiu  rekliem,  luid  er  wirdt  dnrfftig  werden. 

Diser  spnieh   lint    umncheti   UDbannhertxig4?n    in  büseea  oder  auffs 

\venij4st  seinen   kindernj    denn   nach   des   alten   lodt   das  gut  v6r- 

[.  sehwiiult  wie  der  reiff  vom  zäun ,  obgleich  der  alt  karg  im  reicli- 

tunib  bleyltt  f^lUm  sein  lebenlang,  kratzt  und  schart  eteets  henm 
mit  oben  ans:ezey^^fea  stücken  und  ducken  (wann  der  bauch  der 
{xeytzij^en  ist  iinersetHi^li  PTnirftrhinrnm  am  jciy.  (25)  und  braiiclit 
doch    der    rpicbtiimb  steet  Sapientie  V  (8):    Der 

10  jreytzig  \virdt  nkhH  \  der  lieb  hat  die  reichtnjub, 

\Yirdt  nit   uemen   di^  pM  Amoa  V  (11):    Dantmb 

das  ir  habt  hetrübel  kembt  von  im  der»  erweiten 

raub,    ir  i\ erdet    ba  Inen   beöser    und  werdt  nit 

wonen  darinnen,   ir  e  aller! ieblicbaten  Weinberg 

H.  und  werdt  nieht  trlD  (  iu,  wie  dann  dem  reicben 

man  geschach,  Lnce  »9  f.);    Iß  nnd  triuck»   liebe 

seel,  du  has^t  ein  grof  I  jar,  sejfrulicU!  Grot  sprach 

aber:    Du  [BL  7']  m  'dl  man    deia  seel  von  dir 

fordern,    und   wes  Wirui  »tsm,   aais  qn   berejt  hast?    Also  g^eet  es 

20  (spricht  (  Inistus),  wer  iin  stihetz  samelt  und  ist  nicht  reich  in  gtyl. 
Daruinb  spricht  Christus  Mattliei  xvj  (26) :  Was  hulffs  den  menschen, 
das  er  die  j^aiitz  weit  gevvuiin  und  lid  doch  schaden  an  seiner  seel? 
Auch  steet  Kcclesia.  v  [10) :  Nicht  wollest  sorgsam  sein  in  den 
ungerechten  reichtumbern ,    dann    sie    nützen   dir  nicht  in  dem  tag 

2&  deiner  begrebnüü  und  an  dem  tag  der  räch.  Und  Ezechielis  vij 
(11)),  Sophonie  J  (18):  Ir  silber  und  ir  golt  mag  sie  nit  helffen 
am  tag  des  zorns  des  herren.  DarumV) ,  lieber  Juncker  Reichen- 
V)urger,  wer  vi!  besser,  wie  Proverbiorum  xv  (16) :  Wenig  mit  der 
tui'cht    gottes    dann    vil    schetz    und    unersetlich;    wann    es  spricht 

-0  Abacuck  ij  (9):  Wee  dem,  der  zusamen  samlet  die  bösen  geytzig- 
kait,  und  Ecclesi  X.  (V):  Nichts  ist  ubeltlietigers,  dann  dergeytzig, 
nichts  ist  böser,  dann  lieb  haben  das  gelt;  wann  der  hat  fall  sein 
seel!  und  (-hristus  Luce  xij  (15) :  Hütet  euch  vor  dem  geytz;  wann 
niemant  lebt  darvon,  das  er  volle  genüge  hab  an  seinen  gutem. 

3.  Reichenburger. 

Kill  waiiiaftter  (4irist  waiü  wol,  das  er  nur  ein  schaftner  ist 
über  das  zcytlicli  gut  und  das  man  nichts  mit  im  eingrebt,  wie 
Ecclesiastes  v  (U):  Als  er  ist  außgangen  von  dem  leyb  seiner 
muter,    also   kert   er  wider   unnd   nimbt  nichts   mit  im  von  seiner 

-X- 

7  dliokon  C.     ducken  A. 


61 

arbeyt.  Und  j.  Timothei  yj  (7):  Wir  haben  nichts  in  die  weit 
bracht;  daramb  offenbar  ist,  wir  werden  nichts  dranß  bringen. 
Derhalb  ein  warer  Christ  nicht  sorgfeltig  ist  nmb  das  zeytiich,  das 
er  vil  schetz  samel,  wie  [Bl.  8]  Mattheivj  (19),  sunder  wie  j.  Ti- 

ß  motb.  vj  (8):  Wenn  wir  futer  und  deck  haben,  so  laßt  uns  be- 
nagen; dann  die  da  reich  werden  wollen,  die  fallen  in  Versuchung 
und  strick  und  vil  schedlicher  lust,  welche  versencken  den  menschen 
in  verderben  und  verdamnüß.  Warumb  wölt  dann  ein  rechtgläubiger 
sich  mit  solchen  von  euch  vor  angezeygten  stäcken  und  ducken  be- 

10  sudeln?  Wo  aber  einem  recht  gewunnen  gut  zu-steet  in  erbfal, 
heyrat  oder  mit  gerechten  kauffliendeln,  solt  dei^selbig  darumb  nicht 
got  anhangen  mögen? 

Romanas. 

Christus  spricht  Matth.  am  vj.  (21):  Wo  ewer  schätz  ist,  da 
16  ist  auch  ewer  hertz,  und  (24):  Niemant  kan  zwayen  herren  dienen. 
Eintweder  er  wirt  den  einen  hassen  und  den  andern  lieben.  Ir 
köndt  nicht  got  dienen  und  dem  reichtumb.  Wann  der  samen  des 
wort  gottes,  so  under  die  dömer  der  reichtumb  feit,  wirdt  durch 
sorgfeltigkait  ersteckt,  geet  nie  auff,  das  er  frücht  bring  (Matth. 
so  xlij,  22).  Darumb  geet  es  hart  zu,  wie  Christus  spricht  Matth.  xix, 
(23)  Marci  x,  (23)  Luce  xviij  (24):  Wie  schwerlich  werden  die 
reichen  ins  reich  gottes  kummen  !  Leichter  ist,  das  ein  cameel  durch 
ein  nadelör  gee! 

Reichenbnrger. 

»  Es  steet  Marci  x  (24)  mit  den  wortten:  Wie  schwer  ist,  das 
die,  so  ir  vertrawen  in  die  reichtumb  setzen,  ins  reich  gottes  kummen  ! 
Also  waren  Abraham,  Isaac,  Jacob,  David,  Job  und  vil  väter  reicli, 
setzten  aber  kain  hoffnung  darein.  Ists  nit  noch  möglich,  das  man 
reich  sey   und    doch    das  hertz    nit   auflf  die  reichtumb  setz,    wie 

30  Paulus  lert  j.  Corintli.  vij  (30  f.) :  Die  da  kauifen,  sollen  thun  als 
behielten  sieß  nit,  und  die  sich  diser  [Bi.  7']  weit  gebrauchen,  als 
brauchten  sie  ir  nit.  Wo  das  hertz  also  frey  ledig  von  den  zeyt- 
lichen  gutem  gelassen  steet,  sein  Zuversicht  in  got  und  nit  in  die 
guter  setzt,  im  benügen  leßt,  nit  geytzigklich  darnach  strebt,  sunder 

^  berayt  ist  sie  zu  lassen ,  wenn  got  wil ,   und  sich  sein  christlichen 

braucht  gen  den  armen,  wie  Luc.  xvj  (9) :  Macht  euch  freündt  von 

dem  unrechten  mammon,  auff  das  sie  euch,    wenn  ir  darbet,  in  ir 

ewige  hätten  nemen! 

Bomanas. 

<f>         Ja,  das  gieng  hyn   solcher  maß  reich   zu  sein.    Wo  aber  der 


62 

armen  vergessen  wirdt,  snnder  zu  im  zencht,  wie  vor  gesagt,  oder 
aber  die  reiclitnmb  verzert  mit  grossem  bracht  nnd  wollnst  des 
leybs,  wie  der  reich  man  (Lnce  xvj,  20),  herlich  beklayd,  aß  und 
tranck  alltag  scheinparlich ,  ließ  den  armen  Lazamm  manglen  der 
6  prösemlein,  vor  der  thür  sitzen  elendt,  zu  solchen  reichen  wirt  anch 
in  jener  weit  mit  dem  reichen  man  gesagt:  Sun,  gedenck,  du  hast 
gutes  entpfangen  in  disem  leben,  die  armen  aber  böses.  Nnn  aber 
werden  die  armen  getrost,  nnd  dn  aber  wirst  gepeiniget. 

Reichenbarger. 

10  Ey,  man  findt,  got  sey  lob!  vil  reicher,  seyt  das  wort  gottes 
also  klar  gepredigt  wirdt,  die  hanßarmen  und  andern  miltigklich 
handtreichung  thun,  leyhen  and  geben. 

Romanas. 

0,  die  armen  werden  bey  etlichen  reichen  sawr  entpfangen,  wie 
16  Proverbioram  xviij  (23) :  Der  arm  redt  mit  bittnngen ,  der  reich 
aber  spricht  hertigklich  anß.  Nnn  steet  j.  Johannis  iij  (17) :  Wer 
diser  weit  gntter  hat  and  sieht  sein  brader  mangeln  nnd  schleust 
sein  hertz  vor  im  za,  wie  bleibt  die  lieb  gottes  in  im?  Weyter 
[Bl.  8,  bez.  C]  am  iiij  (20) :  Wer  sein  brader  nit  liebet,  den  er  sieht, 
20  wie  kann  er  got  lieben,  den  er  nit  sieht?  Darbey  spürt  man,  das 
ir  nur  habt  das  e wangelisch  wort  nnd  nicht  die  werck.  Seyt  man 
die  lieb  so  klain  spürt,  so  seyt  ir  allain  ein  klingende  schell,  wie 
euch  Paulas  nent  j.  Corinthiorum  xiij  (1). 

Reich  enbarger. 

25  Sölt  man  yedem  geben  nach  seinem  beger,  verließ  sich  mancher 
darauff  und  lege  auff  der  betlerey  und  arbeytet  nit;  sie  seind  nit 
all  notturiftig,  die  betlen.  Darumb  ist  man  in  nit  allen  schnldig 
zu  geben;  wann  wer  nit  arbeyt,  der  sol  nit  essen,  ij.  Thessalon, 
iij  (10). 

30  Romanos. 

Welche  also  wol  arbeyten  mögen,  thnnts  aber  nit,  legen  sich 
auif  den  faulen  bette! ,  die  solt  man  straffen,  das  nit  andei*e  arme 
ir  entgelten  müsteu.  Yedoch  seyt  ir  etwas  den  armen  zu  hert. 
So  ein  armer  etwann  seltzamer  zeyt  wein  trinckt  (dem  es  villeicht 
S5  auch  not  thut) ,  sprecht  ir  reichen  dann :  Was  sol  man  armen 
geben?  sie  verfressens,  versauffens  alls.  Sollich  außzug  und  der- 
gleichen sucht  allain  der  verborgen  geytz  im  hertzen.  Seyt  ir  nun 
im    geringsten    nit    trew ,    wer   wil   euch   das   merer   vertrawen  ? 


68 

(Luce  xvj,  10).  Darbey  erkent  man  auch,  das  ir  kinder  diser  weit 
und  nit  kinder  des  Hechts  seyt.  Paulas  haißt  den  geytz  ein  ab- 
gdtterey,  Ephes.  v  (5),  und  ist  eben  recht  benent ;  wann  im  dienen 
nit  allain  die  reichen  an  gutem,  snnder  allerley  stendt.    Secht  wie 

s  pawren,  hantwercksleüt  so  aygennützig  seind,  und  zeucht  yeder  in 
seinen  sack  und  ist  des  neyden,  hassen,  rechten,  fechten  kain  endt 
bey  in,  wollen  dann  och  t  all  [ßl.  9']  gut  e  wangelisch  sein ,  und  ist 
alles  yol  geytz  (wie  vor  geredt)  vom  minsten  biß  zum  maisten,  be- 
darflf  nit  vil  probierens,  der  täglich  brauch  zaigt  es  augenscheinlich 

10  mit  den  new  fünden ,  liegen ,  triegen ,  entragen ,  verraten ,  stelen, 
rauben,  morden,  falsch  spilen,  sich  selbs  hencken,  trencken,  das 
Paulus  wol  war  sagt  j.  Timothei  vj  (10):  Geytz  ist  ein  wurtzel 
alles  Übels.  Wie  dunkt  euch  nun,  lieber  Juncker,  ob  ir  layen  wol 
gleich  Wasser  mit  uns  geystlichen  an  einer  Stangen  trüget  des  geytz 

16  halben  ?  Welcher  under  euch  ist  on  sündt ,  der  werif  den  ersten 
stain  auff  uns  (Johannis  viij,  7). 

Beichenburger. 

Ich  bekenn,  das  layder  vil  eigennütziger  karger  reichen  under 
uns  seind,   wie  von   euch  angezaygt,   dargegen  aber  auch  gutte 

M  Christen ,  die  uberschwal  almusen  geben  in  der  stil ,  nit  wie  die 
phariseer,  das  man  vor  busaun,  sunder,  wie  Matthei  vj  (3),  das 
die  linck  handt  nit  waiß,  was  die  recht  thot.  Darnach  maynt  ir 
closterleüt,  darumb  das  man  euch  nyramer  vil  geb,  scbenck,  stifft, 
es  geb  niemandt  kain  almusen  mer  und  sey  den  armen  hert;    die 

«5  rechten  armen  klagen  nicht,  allain  die  faulen  stertzer.  Darumb 
dürfft  ir  die  ewangelischen  leer  nit  mit  dem  geytz  besudlen  von 
etlicher  geytzwürm  wegen,  so  mer  haydnisch,  dann  christlich  leben. 
Wes  das  hertz  vol  ist,  geet  der  mund  über,  Luce  vj,  (45)  also  ist 
euch  auch. 

so  Romanas. 

Ich  redt,  wie  ich  waiß;  wann  ewer  der  maist  tayl,  die  sich 
ewangelisch  rümen,  ligen  im  geytz  biß  über  die  oren. 

Beiohenbnrger. 

Ich  bin   guter  hoflfnung,    [Bl.  9]    das    wort   gottes  werdt  den 

»geytz  mit  sampt  bösen  hendeln   und  offenlichen   lästern   zu  boden 

stossen  mit  der  zeyt ;  wann  got  spricht  durch  Esaiam  Iv  (10) :  Als 

der  regen   und  schnee  nidersteygt   vom  hymel  und  kert  nit  wider 

dar,  sunder   begeüst  die  erdt  und  macht  sie  grünen  und  gibt  den 

* 

9  bAoeh   A.  10  finden  A.  14  sianben  A. 


64 

Samen  dem  seenden  nnd  das  prot  dem  essenden :  also  ist  mein  wort, 
das  da  anßgeet  von  meinem  mundt.  Es  kert  nit  wider  zu  meinem 
mundt,  Sünder  es  wirt  glücklich  faren  in  all  dem,  darzu  ich  es 
anßsende. 

5  Bomanas. 

Ir  habt  das  wort  gottes  (wie  irs  nent)  lang  predigt;  ich  sich 
aber  noch  kain  enderang,  dann  wasir  mit  uns  geystlichen  mntwilt. 

Reichenbarger. 

Da  thut  es  ancli  am  nötsten;  wann  euer  lügenhafftige  leer 
10  und  menschen-gebot  haben  zu  hart  eingewurtzelt.  Da  hat  man 
noch  lang  an  außzureütten ,  und  pflantzt  allmit  das  lauter  wort 
gottes  neben  auff,  got  wirdt  das  gedeyen  wol  geben,  wie  j.  Co- 
rinth.  iij  (6) ,  wie  auch  Christus  spricht  Marci  ü^  (31) :  Wie  der 
geseet  samen  on  alle  zuthnnng  des  bawmans  selber  auffgeet,  bringet 
15  von  ersten  graß,  darnach  eher,  darnach  volkummen  frücht  des 
waitzen,  also  auch  dürff  wir  nit  sorgen,  wenn  die  frucht  volg,  wo 
das  ewangeli  recht  predigt  wirt:  sie  kumbt  von  ir  selbs. 

Romanas. 

So  hör  ich  wol,  man  muß  nur  predigen:  Grlaub,  glaub!  Lieb, 

20  lieb !  und  die  hellisch  gruntsup  des  geytz,  eebruch  und  ander  offen- 
lich  laster  schweygen,  die  wider  gottes  gesetz  täglich  imschwanck 
geend.  Da  wirt  sich  die  falsch  vernunfft  fein  außwick[BL  9']len 
und  ir  sach  gerecht  glosiren.  Got  aber  spricht  durch  Hieremiam  Ij 
(6):    Nicht   wollet   schweygen   irer  missethat,    wann  die  zeyt  irer 

25  räch  ist  von  dem  herren.  Und  durch  Ezechielem  xxij  (1  f.) :  Du 
sun  des  menschen,  urtailstn  dann  nit  die  stat  der  Sünden  und 
zaigest  ir  all  ir  verfluchte  werck?  So  aber  solchs  geschech,  glaub 
ich,  ewer  wenig  wurden  herfür  trotten  mit  Zacheo,  Luce  xix,  und 
sprechen  (8):   Sihe,  herr,   den   halben    tail  meiner  gütter  gib  ich 

so  den  armen,  und  so  ich  einen  betrogen  hab,  gib  ichs  vierfeltig  wider. 
Sander  vil  mer  wurden  ewer  vil  hinder  sich  trotten  und  sprechen  : 
Das  ist  ein  harte  red ,  wer  mag  die  hören  ?  wie  die  junger  (Jo- 
hannis  vj),  wurdt  vill eicht  zu-letzt  selber  mit  feüsten  darein  schlagen, 
wo  euch  darnnder  abgieng  oder  ewerschandt  und  laster  vor  aller- 

35  menigklich  an  tag  kern.  Wol  hört  irs  gern,  weyl  es  über  münich 
und  pfaffen  geet,  wie  Herodes  hört  Johannem  auch  Christum  predigen 
und  gehorcht  im  in  vil  Sachen.  Do  er  im  aber  sein  aygen  misse- 
that anzayget  der  Herodie  halb,  do  must  Johannes  in  kercker  und 


65 

deo  kopff  yeriiern.    Das  schmecken  auch  ewer  ewang^elisch  prediger 
und  halten  fein  hinder  dem  herg. 

Reiehenbnrger. 

£y,  vendecht!  Es  wirt  mit  der  zeyt  alls  an  tag  kämmen;  wann 
&  das  gesetz  gottes  muß  alweg  neben  dem  ewangeli  erklärt  und  an- 
gezaigt  werden,  dem  menschen  sein  boßhafftig  hertz  ,  welchs  von 
jogent  anff  zn  boßhait  genaigt  ist,  Grenesis  am  viij,  erschrecken 
nnd  demütig  zn  machen,  alßdann  wirt  er  beging  der  gnad,  so  im 
dorch  Christum  im  ewangelio  fiirgetragen  und  angebotten  [Bl.  10, 
10  bez.  D]  wirdt.  Also  macht  das  gesetz  das  hertz  nit  rechtfertig 
vor  got,  snnder  bereyt  das  hertz  zn  der  rechtfertignng,  das  durch 
das  ewangelium  geschieht.  Das  verendert  das  hertz  mit  einem 
lebendigen  vertrawen  in  Christo,  wo  got  mit  würkt,  Coloss.  y  (5). 
Alßdann  volgen  rechtgeschaffne  frächt  hernach. 

16  Bomanns. 

Der  guten  frücht  spür  ich  noch  kaine  unter  euch,  sunder  wo 
es  dem  leyb  wol  thut,  als  nit  beichten,  fasten,  beten,  kirchengeen, 
opfern ,  wallen  und  mit  fleyschessen ,  auß  den  clöstern  lanffen  und 
der  gleichen  ist  im  brauch,  und  über  das  bleybt  ir  unverschampt 

Min  vorigen  haidnischen  lästern,  als  geytz,  eebruch,  hurerey,  feind- 
schafft, auffrur,  zom,  zanck,  neyd,  haß,  nachreden,  mordt,  untrew, 
spilen,  gotzlestem,  zutrincken,  sauffen,  tantzen,  hoffart,  stechen, 
rennen,  ungehorsam.  Auß  disen  fruchten  man  euch  hayden  und 
nit  Christen  urtailet ;   wann  Christus   spricht  Matthei  am  vij  (20) : 

25  Hey  iren  fruchten  solt  ir  sie  erkennen. 

Beichenbnrger« 

Sie  seind  layder  den  wenigsten  tail  Christen,  die  sich  schon 
des  ewangelion  rnmen;  wann  der  sprucli  bleybt  war,  Matthei  xxij 
(14):   Vil  seind  beruffen,   wenig  aber  außerwölt.     Dise  haben  nur 

so  ein  gedichten  won ,  auß  fleysch  und  plut  erschöpfft ,  und  wenden 
die  ewangelischen  freyhait  zur  lust  und  räum  des  fleysch,  darvor 
Paulus  warnet  (Galat.  v),  tretten  also  die  edlen  margariten  ins 
kot  wie  die  schwein  (Matthei  vij),  bleiben  also  in  iren  vorigen 
haydnischen  lästern  ersnffen  nnd  verstockt,  dem  ewangelio  zn  grosser 

ß  Schmach  und  er[Bl.  10']gernüß.  Mit  der  zeyt  wirt  aber  gegen 
solchen  und  andern  der  gleich  gehandelt  nach  der  leer  Pauli  j.  Co- 
rinth.  v.  Got  erbarm  sich  ir  und  unser  aller;  wann  wir  seind  alle 
Bänder  und  ist  kainer,  der  nicht  sündigt,  iij.  Regum  viij. 

Habs  8«ohi.    XXIl.  5 


-  6« 

Eamannft. 

So  hör  ich  wol,  die  reell  t«n  Ch  riß  tan  leben  aucli  uit  ow  »iüiidd* 

E  ai  üb  enb  arger. 

Ja,  es  sU'i4  j.  Joliünniüfi  j  (10):  So  wir  sagen,  wir  haben  kain 
f>   sündt,  so  verfieni    wir  nuB  Belbs,   und  die  warhelt  ist  nft  in  imi; 

wann  weil  fley^cb  und  plal  lebet,  sucht  es  alle  zßyt  das  seiu  wider 
den  geyst,  wit-  Ua  ^scb  geinstet  vvider  den  geyst 

und  den  geyst  wid  dienet  das  creütz  und  leyden 

zu.     Wie  j.  TeLri  fleyscli  lejdet,   der   hört  auf 

10  von  süncien.     Auch  iBwelte  fallen    zu  s^eyUen  in 

äussere   lastei",   als  (ij.  Eegnni  xj)   niid  Peirnin 

in  die  verlaugnung  \^  und  kmubt  inen  doch  alles 

zu  gut,    w^erdi'n   ni  t  dnrsti^  nacli  gottes  barm* 

hertzigkait,  schreyt  tter,  vergib  uns  unser  scbnld 

16  (Koni,  viij  lo),  Mal  tu  Hlßdanu  von  got  §renedig- 

klich  angenunuiien,  tun  (Lnce  am  xv),  und  fester 

im  glauben,  dann  ^  d  auffsteeo  wert  für  and  für, 

wie  Proverbionini  am  xxliy  (16):  Der  gerecht  feit  im  tag  siben 
mal,  biß  doch  cndtlich  iin  tedt  der  alt  Adam,  fleyscli  niid  plnt,  gar 

"-"  untergeet;  alBdann  knmbt  ein  volkummen  geistlich  leben;  des  durif 
wir  hie  mit  nichte  warten  in  dem  leyb  der  sünden. 

Romanas. 

Ich  hab  sorg,  lieber  Juncker,  [Bl.  11]    wenig  leüt  nemen  dise 
leer  der  massen  an,  wie  ir  saget.     Man  spürt  ye  w'eder  gotzdienst, 
-■''  noch  die  werck  der  lieb  u    s.  w. 

Reichenbarger. 

Ir  saget  ymmer  spüren,  spüren  !  Wilit  ir  nicht,  das  reich  gottes 
kumbt  nicht  mit  auffmercken,  das  man  mücht  sprechen:  Sihe  hie 
oder  da,    sunder    es    ist    inwendig    im    hertzen   (Matthei  am  xvij). 

5'^  l)er  wäre  gottes-dienst  geet  nicht  mit  eussern  geberden :  die  waren 
anbeter  beten  got  im  geyst  und  in  der  warhait  an  ( Johannis  am  iiij). 
So  geend  die  werck  der  lieb  gegen  den  nechsten  gantz  einfeltig 
in  der  stil  on  allen  bracht.  Derhalb  mainen  die  werckheyligen,  es 
diene   niemant   got,    wie   zu    der   zeyt   Helie  (iij.  Regum  am  xix), 

:^r)  maint  auch ,  er  dient  allain  dem  w  aren  got  in  Israel ,  waren  doch 
wol  siben-tausent,  die  ire  knye  nit  vor  dem  abgot  Baal  gebogen 
betten  und  got  dienten.  Also  auch  maint  ir  geystlosen,  es  besser 
sich  der  haylsamen  ewangelischen  leer  niemant,  sey t  die  aufwendigen 


67 

sandt  noch  im  schwanck  geend,  voraaß  von  den,  die  sich  ewange- 
lisch  rümen,  mit  sampt  andern  weltkindern.  Also  muß  es  aber 
geen  :  wie  die  Philistiner,  Cananiter,  Zidoniter,  Hettiter  unter  Israel 
wonten  ( Judicnm  iij),  also  muß  gnt  und  böß  nnder  einander  wonen ; 

s  got  aber  waiß  die  gotseligen  auß  der  versuchnng  zu  lösen,  die 
gotlosen  aber  zam  tag  des  gerichts  zu  peinigen,  ij.  Petri  ij.  Also 
erhelt  got  die  seinen  in  der  boßbafftigen  weit,  wie  die  drey  kinder 
im  feurigen  offen  (Danielis  am  iij),  wachsen  also  under  den  [Bl.  IT] 
weltkindern  auf,  in  der  stil,  veracht,   verfolgt  und  verschmecht, 

10  unachtsam  wie  die  lilig  under  den  dörnem  (Canticorum  ij) ,  der 
weit  gantz  unbekant  biß  zu  derzeyt  der  emt;  alßdann  werden  die 
weltkinder  mitsampt  dem  unkraut  ins  fear  geworfifen  und  die  kinder 
gottes  mitsampt  dem  waitzen  in  die  ewig  schewren  behalten. 

Bomannt. 

w  Hört,  hört,  man  leütet  vesper!  Wie  sein  wir  in  das  gezenck 
kummen?  Mein  furgenummen  sach  ist  noch  unaußgericht. 

Beiehenburger. 

Ir  habt  uns  zwar  gnug  bestochen;  ich  glaub,  seyt  ir  uns  der 
leer  nicht  sehenden  kündet,   so   weit  ir  sie   schmähen  mit  unserm 
M  sündigen  leben. 

Romanas. 

Ey,  so  thüt  euch  des  haydnischen  leben  ab  (j.  Petri  am  iiij), 
lebet  nach  dem  willen  gottes  christlich !  Alßdann  spricht  man  :  Dise 
uewe  leer  ist  auß  got ;  wann  das  volck  wirdt  gotselig  darvon,  wann 
^  ein  guter  bäum  kan  ye  kain  böse  fruclit  bringen.  Ein  gutter 
mensch  bringt  guts  lierfür  auß  dem  galten  schätz  seines  hertzen 
(Luce  am  vj.  capitel  45). 

Reiohenbarger. 

Ir  seyt  übersichtig;  secht  nur  in  die  höhe  auff  den  grossen 
*  weltlichen  hauflfen ,  der  dann  (wie  vor)  alle  mal  mit  lesterlichen 
Sünden  herein-fert.  Daran  werdet  ir  dann  gar  starnblindt,  falt 
wider  zu-ruck  auif  ewer  zierliche  gleißnerey,  halt  die  für  heylig. 
Wo  ir  aber  recht  wolt ,  solt  ir  in  die  schrifft  schawen ,  was  got 
geboten,  verboten  oder  frey  gelassen  het.  Wann  ir  durch  gnad 
»das  ergrifft,  alßdann  wurdt  ir  der  kutten  und  aller  auffsetz  nicht 
hoch  achten. 

5* 


Eonimii,    im.  12] 

Ich  hab  noch  kain  last  zu.  ewerai  bftaffeii,  wejl  alsö  ratzigs 
und  reüdigs  'hnclieinaiider  geet.  Wenn  aber  ein  hyrt  nii4  ein 
schaffstal  wuiilt,  alßdanü  wölt  idi  mein  kutteii  au  zann  Uencketi 
und  zum  hauJtVn  t retten.  Es  hat  auch  innat  uooli  ein  griff,  ist  der 
feel,  ist  es  ncM'h  hohe  zByt, 


O^I^L^-l.« 


4 


Ir  seyt  des  vol  lAgt  E&aie  am  Ixv  (2):    Den 

gantzen    tag    hah    J  ßgereckt  zum  volck,   das  im 

10  nicht  sagen  lel5t.  luii  .     Daramb  scUawt,  das  ewer 

liucht  nit  zu  S]uil  im  i  geachehe  (Matthei  am  xxii|j). 


Ein  ander  mal  P  mit  wiaaan,  lieber  Juncker 

Reiclienhurger.     Ltpl 


Amen. 

Psalmo.  j. 

Selig  ist  der  man,  der  sich  tag  und  nacht  übet  im  gesetz  des 
herrn.  Er  wirdt  sein  wie  ein  holtz,   gepflantzt  zu   den  Aussen  der 
üo  Wasser,  das  da  gibt  sein  frücht  zu  seiner  zeyt. 


n 


69 


Eyn  gesprech  eynes  eYangellschen  Christen  mit  einem 
LatherischeD y  darin  der  ergerlich  wandet  etlicher,  die  sich 
lutherisch  nennen,  angezaigt  und  brflderlich  gestrafft  wirt. 

[Bl.  2,  bes.  Aij]    Hanf. 
6  Grüß  dich  got,  lieber  bmder  in  Christo! 

Peter. 

Got  danck  dir,  lieber  bmder  Hans?  Wann  geestn?  Das  ist 
mir  ein  seltzamer  gast  in  meinem  hawß. 

Hans. 

10  Wolanff  gen  predig!  Man  hat  das  erst  gelewt,  nnd  gib  mir 
almit  mein  büchlein  wider  von  der  christlichen  freiheit!  Hastns 
aber  deinem  schweer,  dem  alten  Eomanisten,  gelesen? 

Peter. 

0  nayn! 

15  Hans. 

Wie  so?  Hat  er  sich  noch  nit  bekeret? 

Peter. 

Ey,  ich  hab  in,  yetzt  am  freytag  acht  tag,  gar  anß  der  wiegen 
geworfen. 
>o  Hans. 

Warmit? 

Peter. 

Ey,  da  kam  er  unversehens  zu  mir,  da  assen  wir  eben  an 
einem  kelbern  praten.    0,  wie  hub    der   man   an   zu  fluchen  und 

1  Im  «raten  (rerloreneo)  spruohbaohe,  bL  312  »Ein  dialogna  von  dem 
waeeher  mgereimt«.  Dm  generftlregister  giebt  bl.  314  an  und  nennt  es  Das 
getpreeh  vom  wueober.      Vergl.  s.   6  anni.  4  febit  A. 


70 

schelten,  sam  betten  wir  einen  ermört,  wie  dann  alle  Romanisten 
thund.  Seyther  hat  er  kein  wort  zu  mir  geredt,  ist  nye  in  mein 
hawß  kommen. 


ft  Ey,  ey,  du  hast  unrecht  daran  than,  so  du   weist,  das  dein 

schweer  evangelischer  freyheit  noch  nnbericht  ist. 

Peter. 

Wie?  Ist  dann  fleisch  essen  sündt?  Ich  main,  da  heuchelst. 
Knfft  nit  Christus  das  volck  zu  im,  Matth.  xv,  und  sprach  (10  f.) : 

10  Höret  zu  und  vememptz!  Was  zum  mundt  eingeet,  das  vemn- 
rainigt  den  menschen  nit ,  und  Luce  x  (8) :  Wo  ir  in  ein  stat 
kommet,  da  esset,  was  euch  fiirgetragen  wirt,  und  Joan.  vüj  (36) : 
So  euch  der  lun  frey  machet,  so  seyt  ir  recht  frey,  und  Paul, 
ij.  Corinth.  iij  (17):  Wo  der  geyst  des  herren  ist,  da  ist  freyheit, 

16  und  Roma,  xiiij  (14) :  Ich  weiß  und  bins  gewiß  in  [Bl.  2']  dem 
herren  Jesu,  daß  an  im  selbs  kein  speiß  unrayn  ist,  on  dem  der 
es  für  unrayn  rechnet,  dem  ists  nnrain.  Und  zu  Tito,  j  (15) :  Dem 
rainen  ist  alles  rayn,  den  unrainen  aber  und  unglawbigen  ist  alles 
nnrain,    wann  unrayn  ist  baide  ir  synn  und  gewissen,   und  wider 

20  Roman,  xiiij  (22) :  Selig  ist  der,  der  im  kayn  gewissen  macht  über 
dem,  das  er  annimpt.    Lieber,  was  sagstu  zu  disen  Sprüchen? 

Hans. 

Du  hast  war:  fleisch  essen  ist  an  im  selber  kain  sünd,  seyt 
es  von  got  frey  und  unverpoten  ist.    Paulus  aber  spricht  j.  Corinth.  x 

25  (23  f.) :  Ich  habs  zwar  alles  macht,  es  ist  aber  nit  alles  nützlich; 
ich  hab  es  alles  macht,  es  pessert  aber  nit  alles.  Niemant  such, 
das  sein  ist,  sonder  ain  y etlicher,  was  eins  andern  ist.  Und  j.  Co- 
rinth. viij  (9):  Sehet  zu,  daß  ewer  freiheit  nit  werd  zu  ainem  an- 
stoß  der  schwachen.     Und  zun  Römern  xiiij  (1  f.) :  Den  schwachen 

so  im  glauben  nempt  auflf  und  verwirret  die  gewissen  nicht.  Einer 
glaubt,  er  mög  allerley  essen ;  welcher  aber  schwach  ist,  der  isset 
nur  krawt,  und  weyter  in  dem  capitel  (21):  Es  ist  vil  pesser,  du 
essest  kayn  flaisch  und  drinckest  kayn  wein,  aber  das,  daran  sich 
dein  bruder  stösset,  ergert  oder  schwach  wirt.    Hastu  den  glawben, 

86  80  hab  in  bey  dir  selb  vor  got. 

Peter. 

Es  steet  auch  hyn wider  j.  Cor.  x  (29) :  Warumb  solt  ich  mein 

33  da«  C.  dmü  A. 


71 

fireihait  lassen  nrtailen  von  einer  andern  gewissen?  Dann  so  ichs 
mit  dancksagnng  nieß,  was  sölt  ich  dann  verTestert  werden  ob  dem, 
dammb  ich  danck? 

Hans. 

5  Paulus  [Bl.  3,  bez.  Aiij]  spricht  im  text  hernach  (32) :    Seyt 

unanstössig  baiden,  Kriechen  und  den  Juden  und  der  gemein  gottes, 
gleich  wie  auch  ich  mich  yederman,  in  allerlay  gefeilig  mach,  und 
säch  nit,  was  mir,  sonder  was  vilen  zudreglich  ist,  das  sy  selig 
werden. 

10  Peter. 

Ich  ker  mich  nichts  daran.  Es  stet  Galatas  v  (1):  So  bestet 
nun  in  der  freyheyt,  darmit  uns  Christus  gefreyet  hat,  und  lat  euch 
nicht  widerumb  in  das  knechtisch  joch  verknüpffen.  Und  Colosenn. 
ij  (16) :  Lat  euch  nyemandt  gewissen  machen  über  speyß  und  tranck 

u  und  über  etlich  tag.  Und  weiter  (20) :  Seyt  ir  dann  nun  gestorben 
seyt  mit  Christo  von  den  menschlichen  Satzungen,  was  lat  ir  euch 
dann  fangen  mit  Satzungen ,  als  wert  ir  lebendig ,  die  da  sagen : 
du  solt  das  nicht  anrüeren,  du  solt  das  nicht  essen  noch  trincken, 
du  solt  das  nicht  anlegen!   Und  noch  klerer  j.  Corinth.  x  (25): 

»Alles,  das  auff  dem  fleischmarck  fayl  ist,  das  esset  und  forschet 
nicht,  zu  verschonen  der  gewissen. 

Hans, 

Lieber,  es  volgt  weitter  im  text  j.  Corinth.  x  (28):  Wo  aber 
yemant  würt  zu  euch  sagen:    diß  ist  götzenopffer  (wie  dann  auch 

25  unser  ilaischmeyden  götzenopffer  ist,  welches  wir  anß  menschen- 
gepot  und  nicht  auß  gottes-gepot  meyden),  spricht  Paulus,  so  esset 
nicht  und  verschonet  der  gewissen  des,  der  es  antzeücht.  Und  Ro- 
ma, xüij  (15):  So  aber  dein  bruder  über  deiner  speiß  betrübt  wirt, 
80  wandelst  da  schon  nit  nach  der  lieb.     Lieber,  verderb  den  nicht 

»mit  deiner  [Bl.  3']  speyß,  umb  welches  willen  Christus  gestorben 
ist.  Und  j.  Cor.  viij  (11  f.):  Und  wirt  also  ob  deiner  erkentnuß 
der  schwach  bruder  umbkomraen,  umb  welches  willen  Christus  ge- 
storben ist.  Wenn  ir  aber  also  sündigt  an  den  brüdern,  und  Schlacht 
ir  seh  wachs  gewissen,  so   sündigt  ir   an  Christo.     Darumb   wenn 

»die  speiß  mein  bruder  ergert,  wölt  ich  nit  flaisch  essen  ewiglich. 
Wie  gefallen  dir  diese  sprüch  von  sant  Paul? 

Peter. 

Was  ist  uns  unser  freyhait  nütz,  wenn  wir  ir  nit  prauchen 
dürffen  ? 


Die  ist  iiriB  so  vll  uüLä,  ilaÜ  wir  wJBBen ,  daß  nns  alle  speyß 
unschedlich  ist  Aber  timb  der  scliwacUen  wükß  s5ln  wirs  meiden, 
wie  Rom.  xv  il):  Wir  aber,  die  wir  etarck  sein,  s?5Uea  tragen  d#r 

ß  Kcliwachen  gepreciiHcbkait,  und  oickt  aiD  gefalleu  aD  uns  selber 
haben;  waiiti  e^  i^teet  j.  Gor.  x  (12);  Wer  sich  lest  duuckeo,  er 
stee,  der  scliaw,  daß  ea*  nit  fall,     Ee  eeind  ewer  (hab  ich  sarg)  vil, 

die  Haysch  ejjsen  aiK  ^-^ — ' ^  ^— sl,  füi'witE  oder  wo  Ulis  t,  und 

seinddoch  uiii^efrräm  werden  au  ff  die  leUtj  wancken 

10  in  iiem  gewis^sen.     ]  ,  Rom.  xiiij  (23):  Wer  über 

darüber  wancken  wi  lat,  der  ist  verdampt,  dann 

es  geet   nit  awö  den  be?  nicht  aaß  dem    glauben 

geet,  das  m  äiindt. 


if»  Ach  ,  lieber  bru' 

babilonisclieiy  i^efend 
cliristlichen  fr^^yliait 
[Bl.  4]  geprancben? 


lg'  söln    wir  d  an  noch  In  der 

Tönii^cben  ketten,  und  unser 

und  allen   stucken  nit  frey 


Hans. 


20  Lieber  brnder  Peter,  hab  gedult !  Paulns  ij.  Thessa.  ij  (8)  spricht : 

Per  herr  wirt  in  erwürgen  mit  dem  gaist  seines  niunds  und  wirt 
sein  ain  end  machen.  Darumb ,  lieber  bruder,  laß  dir  mit  sampt 
mir  und  uns  allen  benügen ,  daß  unser  gewissen  frey  und  unver- 
punden  ist  zu  sölichen   menschlichen   auflfsatzungen ,   der  seien  hall 

25  betreft'ent,  und  last  uns  fort  solche  und  dergleichen  pürd  eüsserlich 
mit  unsern  mitbrüdern  williglich  tragen,  wie  andere  Statut  und 
bürgerlich  sitten,  wie  Galat.  v  (0,2):  Kyner  trag  des  andern  last, 
so  werd  ir  das  gesatz  Christi  erfüllen. 

Peter. 

30  Ich  hör  wol,  ich  muß  den  alten  weibern  und  mennern  zu  lieb 

wider  underschaid  der  speiß  machen,  die  doch  von  Christo  verworften 
seind.  Matth.  xv  (13):  Eyn  yetzliche  pflantz ,  die  got,  mein  hym- 
lischer  vater,  nit  gepflantzt  hat,  wirt  außgerewt. 

Hans. 

35  Hör  Paulum  zun  Römern  am  xiiij  (17):    Das  reych  gottes  ist 

nit  essen  noch  trincken,  sonder  gerechtigkait,  frid  und  frewd  im 
heiligen  gaist,  und  j.  Corinth.  viij  (8):  Essen  wir,  so  werden  wir 
nit  besser;    essen  wir  nicht,  so  werden  wir    nit  weniger!    Nun  so 


73 

wir  aber  flaisch  meiden  zu  verschonen  unsers  nechsten  unwissenden 
bmdere  gewissen,  alßdann  geet  solches  meiden  auß  glaub  und  lieb, 
und  ist  got  gefellig,  welches  got  vor  ain  grewel  war. 

Peter. 

)  So  hör  ich   wol,   ich   muß   wider  ain   gleißnerisch  Romanist 

werden  und  alle  Ordnung  und  kramantz  mit  in  halten. 

Hanf. 

Also,  was  ( Bl  4'  1  du  on  ergemuß  deines  nächsten  kanst  undter- 
lassen,    magstu  wol  thun.    £s  ist  allayn  on   ergeninß  willen  des 

10  nächsten  zu  thun.  Derhalb  thu,  wie  Paulus  j.  Cor.  ix  (19  f.):  Wie- 
wol  ich  frey  bin  von  yederman,  hab  ich  doch  mich  selbs  zum 
knecht  gemacht,  auff  daß  ich  ir  vil  gewinn;  den  Juden  bin  ich 
worden  als  ain  Jud,  den  hayden  als  ain  hayd ,  den  schwachen  als 
ain  schwacher,  und  bin  yederman  allerlay   worden.     Und  ij.  Co- 

urinth.  xij  (11,29):  Wer  ist  schwach,  und  ich  werd  nit  schwach ,  und 
wer  wirt  geergert,  und  ich  prenne  nicht?  Also  laß  uns  auch  thun 
nach  dem  gepot  Christi,  Joannis  xi^j  (34) :  Ein  new  gepot  gib  ich 
euch,  daß  ir  euch  underainander  liebet,  wie  ich  euch  geliebt  hab. 
Darbey   wirt  yederman   erkennen,    daß   ir   meine  jüngere   seind. 

M  Hörstu,  die  lieb  ist  die  recht  prob  aines  Christen,  und  nicht  das 
flaischessen,  wenn  das  können  hund  und  katzen  auch  wol. 

Peter. 

Lieber,  es  hilft  nichs  an  in;  so  wir  ir  gleich  lang  verschonen, 

sye  werden  nur  erger  und  verstockter ;  darumb  gilt  es  gleich,  man 

25  eß  oder  laß. 

Hans. 

Lieber  bruder,  wiltu  ir  nit  verschonen,  so  schon  doch  das 
evangeli  und  wort  gottes,  welches  durch  ewer  flayschessen  verlästert 
und  ketzerey  gescholten  wirt;    wann    das  flaischessen  ist  dem  ge- 

30  mayn  man  schier  der  allergröst  anstoß  und  ergemuß  an  der  evan- 
gelischen 1er.  Got  erleucht  ire  blinthait  mit  seinem  götlichen  wort ! 
Es  ist  an  in  erfüllt  der  spruch  Pauli  ij.  Thessalo.  ij  (10  f.).  Dar- 
umb da  sy  [Bl.  5,  bez.  BJ  die  lieb  der  warhait  nit  haben  anffge- 
nommen,  daß  sy  selig  würden.     Darumb  wirt  in  got  krefftig  irthumb 

35 senden,  daß  sy  glawben  der  lügen,  auflf  daß  gericht  werden  alle, 
die  der  warhait  nit  glaubt  haben. 

* 

1    Tnwieienden?    ▼nwiasende  A.  8  da?    die  A.  10  thu   C.    die  A. 

17  newe  A. 


Ks  ist  leiili  I  war,  icb  Imn  wol  naclipawm,  ©o  aineraia  bifisen 
Ilaisch  an  aiiu'm  freitagr  B?Jlt  essan^  er  n«m  im  grösser  gewisaeti 
darumb,  dann  so  er  alnen  umb  er  und  gut  belüg  oder  bedrtig. 

Hans, 

Ach,  liebrr  h rüder,  lo  tbu  so  wöl  nnd  meid  flfiyüch essen,  oder 
thu  es  ye  gar  Iniu"  •     -   ••     -  geergcrt  WL^rd. 


Wolan,    ich  wl 
1*^  in  den  wej^  schad 


efi  soweit  nit  be^itiutico,  dafS 


Wohin,  \vi»]auf 


lew&  Am  drill  an  die  predig, 


Ks  ist  erst  das  nein  Bchweer  kuiuptf  redt  In 

if>  an  des  evangeÜ  haltjen ! 

Maister  ülrieh.  ^^^^ 

Got  grülj  euch,  ir  hitherischen  levvt ! 

Hans. 

Habt  danck!    Ir  knnipt   eben   recht.     Lieber   ma3'ster    Ulrich, 
20  geet   mit   uns   an   unser  predig ! 

Mayster  Ulrich. 

IcIj  widt  ec.  dal)  cwer  prediger  hing;  vr  ist  ain  ketzer. 

Hans. 

Ky,  lieber  nuiyster  lUrich,  wie  so  ? 

25.  Mayster  Ulrich. 

Da  sagt  mein  ayden  da,  wenn  erkumpt:  Unser  prediger  sagt, 
man  dürft'  nymmer  beten,  den  hayligen  dienen,  fasten,  beichten, 
wallen,  meli  h('»ren,  vigilg,  seelmessen,  jartag  stift^en,  aplaß  lösen, 
und  sey  kain  gut  werck  zur  seligkait  nütz,  un^l  noch  gröber  possen, 
30  darnach  sich  dann  mein  ayden  mit  sein  gesellen  helt.  Er  wayß 
[Bl.o'l  wol,  was  ich  yetzund  mayn. 

14   kuopt   A. 


75 

Hans. 

£y  Peter,  Peter!  dn  thnst  auch  nnrecht  daran,  du  nnd  dein 
gesellen  fart  mit  solchen  stncken  heranß:  das  nnd  das  sagt  nnser 
Prediger,  nnd  sagt  doch  nit  nrsach  dabey,  wie  es  ench  der  prediger 

^  hat  gesagt,  nnd  stürtzet  die  ainfeltigen  lewt  von  der  leer,  die  ver- 
fluchen darnach  die  christlichen  prediger  nnd  fliehen  darnach  sölliche 
ir  predig,  daran  sy  den  grnndt  möchten  hören,  nnd  verlestern  das 
hailig  wort  gottes,  nnwissendt  nnd  sprechend:  Ist  das  die  newe 
leer,  so  will  ich  in  meinem  alten  glawben  pleiben.    Wer  ist  schuldig 

18  daran?  Allain  ir  nngehobleten  knebel.  Du  aber,  deins  gleichen 
wert  mir  holt  oder  feindt,  gilt  mir  gleych;  es  ist  ye  not  zn  sagen. 
Wann  ir  aber  Christen  werdt,  so  handlet  ir  christlich  nnd  saget 
den  unwissenden  die  tröstlichen  wort  von  Chdsto,  die  ir  von  dem 
prediger  gehört  het,    nemlich   daß  der  tod  Christi  sey  das  aynig 

i&  werck  nnser  erlösnng,  nnd  wie  der  hymmlisch  vatter  Christo  allen 
gewalt  hab  geben  im  hymel  nnd  anff  erden.  Denn  Christum  allain 
s5ln  wir  hören:  was  er  haist,  söln  wir  thnn;  was  erverbewt,  söln 
wir  lassen;  was  er  frey  last,  hab  niemant  zu  verpieten,  weder  im 
hymmel  noch  anff  erden,  bey  der  seien  hayl !    Und  wenn  ir  solches 

20  den  lewten  vorsagt ,  das  möcht  die  hertzen  der  unwissenden  er- 
waichen,  daß  sy  darnach  auch  an  solche  predig  kemen,  nnd  hörten 
selbs  den  grnndt,  dardurch  sy  kemen  zu  warer  erkandtnuß  der 
[Bl.  6,  bez.  Bij]  warhayt  gottes.  So  viel  dann  das  ander  menschen- 
gesatz  und  ganckelwerck  selber  zu  poden. 

t5  Maister  Ulrich. 

Darvan  hielt  ich  auch  raer,  wenn  man  von  guten  dingen  sagt ; 
ich  hörs  aber  von  den  Lutherischen  nit  vil.  Es  kumpt  ye  ain 
gantzer  tisch  vol  Lutherischer  herein  zu  meinem  ayden,  und  hört 
doch  warlich  ainer  kain  gut  christlich  wort  von  in.  Da  heben  sy 
^  an,  münch  und  pfaffen  außznrichten ,  es  neme  ain  hundt  nit  ain 
stuck  brot  von  in,  nnd  welcher  baß  mag,  der  ist  maister  nnder  in. 
Darnmb  Inst  mich  ir  lutherische  weyse  gar  nit. 

Hans. 

Peter,  Peter,  das  ist  wider  die  lieb  des  nächsten.    Matth.  vij 

*^(12):   Alles,  das  ir  wölt,  das  euch  die  lewt  thunt,  das  thunt  auch 

in  hynwidemmb!    Nun  wölstu  ye  nicht,   daß  man   dich  also  auß- 

bleßniert;    wann  sy  seind  so  blindt,   armselig  und  verstockt,   daß 

♦ 
31   voB  in  B.  von  im  A. 


76 

man  billicher  mitleiden  mit  in  hett  und  got  für  sy  bat,  dann  daß 
man  ir  schand,  laster  nnd  ongerechtigkait  also  aaßschreyt  und 
tischmerlin  darvon  saget. 

Peter« 

&  Ey,   dürfen  sieß  dann  than,   so  müssen  sieß  von  in  sagen 

lassen;  es  ist  ye  die  warhayt. 

Hans. 

Ob  es  recht  sey,   hör  Paulnm  zun  Römern  y  (1):   0  mensch, 

du  kanst  dich  nit  entschuldigen,  wer  du  bist,  der  da  richtest;  dann 

10  warin  du  ayn  andern  richtest,  verdampst  du  dich  selbst,  seytemal 

du  eben  das  selb   thust.    Verstee  mit  dem  hertzen,  darin  da  ain 

andern  richtest. 

Peter. 

liieber,  sy  han  uns  lang  |  Bl.  6']  am  narrensayl  umbher-gefürt; 
ib  wir  wollen  sy  widenimb  mit  solcher  maß  bezalen,  wie  Apocalip.  xviij 
(6):  Bezalt  sy  wider,  wie  sy  euch  hat  bezalt,  und  machte  ir  zwi- 
feltig  nach  iren  wercken. 

Hans« 

Es  steet  aber  Mattliei  v  (44):  Liebet  ewer  feindt,  benedeyet 
20  die  euch  maledeyen,  thunt  wol  denen,  die  euch  hassen,  bittet  für 
die  euch  belaydigen  und  vervolgen.  Und  j.  Petri^  (3,8):  Entlich 
aber  seyt  besinnet,  mitleidig,  brüderlich,  hertzlich,  ^üntlich.  Ver- 
geltet nit  böses  mit  bösem,  nit  Scheltwort  mit  Scheltwort,  dargegen 
benedeyet  u.  s.  w. 
26  Peter« 

Söln  wir  dann  lachen  darzu,  so  maynten  sy,  uns  were  wol 
darmit.  Ich  sich  wol,  es  kumpt  ain  newes  geschray  über  das  ander, 
wie  man  die  Christen  von  des  evangeli  wegen  stürmet,  facht,  ver- 
prennet,  verdreibt,   die  land  verpewt  in  dem   babilonischen  reidi. 

80  Hans. 

Lieber  brnder,  das  ist  uns  alles  vor  verkündt  durch  Christum, 
wie  es  geen  wirt.  Liße  Matthei  x,  Marci  am  x\j,  Luce  am  x]g 
und  Joannis  am  xv :  da  findstu  alle  die  vervolgung,  so  dann  yetznndt 
anfacht  über  die  Christen  zu  geen. 

36  Peter. 

Es  were  aber  schier  besser,  wir  schlügen  mit  feüsten  darein, 


77 

nach  lawt  des  sprachs  Apocal.  xvüj  (6  f.):  Mit  welchem  kelch  sy 
each  eingeschenckt  hat  (verstee  die  babilonisch  hör),  schenckt  ir 
zwifeltig  ein,  and  wie  vil  sy  sich  herlich  gemacht  und  gail  gewesen 
ist,  so  vil  schenckt  ir  qnal  nnd  leiden  ein. 

s  Hans. 

0  nayn,  es  steet  Dente :  xxxg  (35) :  Die  räch  ist  mein,  spricht 
[Bl.  7,  bez.  Biij]  der  herr,  nnd  Apoc.  xiij  (10) :  Wer  ins  gefencknnß 
fürt,  der  wirt  ins  gefencknnß  geen;  nnd  wer  mit  dem  schwert 
tddtet,  der  muß  mit  dem  schwert  tödtet  werden.    Und  Matth.  xxvj 

u  (52):  Wer  mit  dem  schwert  ficht,  der  wirt  am  schwert  verderben. 
Also  wirt  sy  der  herr  wol  finden,  wie  ij.  Petri  ij  (12):  In  irem 
würgen  werden  sy  erwürgt  werden!  Darnmb  sey  dn  zu-frid  nnd 
pleib  in  deiner  christlichen  gednlt.  Luce  vj  (29):  Wer  dich  aaff 
ain  backen  schlecht,  dem  piet  den  andern  anch  dar;    und  wer  dir 

»  den  mantel  nimpt,  dem  weer  auch  nit,  daß  er  dir  den  rock  neme. 

Peter. 
Wie?  söln  wir  dann  irer  verfürischen  driegerey  recht  geben? 

Hans. 

Nayn!   Wo  ir  in   under  äugen  seyt  und  sy  die  evangelischen 

M  warhait  verlestem,  da  schweigt  nit,  sonder  widerlegt  in  ire  menschen- 

geschwetz  mit  dem  wort  gottes,  und  handelt  nichts  wider  sye  mit 

rumor  oder  geschray;    wann  das  ist  unrecht  und  dem  gemaynen 

man  gantz  ergerlich. 

Peter. 

»  Ey  hat  doch  Christus  auch  selbs  von  disen  verfürischen  wolflFen 
verkündigt,  und  auch  in  irem  abwesen,  nemlich  Matth.  vij  und  xxiiij, 
und  Marci  am  xiij,  Luce  am  xxj.  Da  hat  saut  Paul  von  in  ge- 
schriben  j.  Corinth.  xv  und  ij.  Cor.  xj,  Galat.  v,  Ephe.  iiij,  Philipp, 
iij,  Colo.  ij,  y.  Thessa.  y  und  J.  Timothe.  iiij  und  ij.  Timo.  ij,  und 

so  der  gleich  sant  Peter  j.  Petri.  v  und  ij.  Petri.  ij  und  auch  j.  Jo- 
annis  üij  und  ij.  Joan.  j. 

Hans. 

Merck,   das  ist  darumb,  wie  steet  Rom.  xv  (4):  [Bl.  7']  Was 

uns  fürgeschriben  ist,  das  ist  uns  zur  leer  geschriben,   auff  daß 

»wir  durch  gedult  und  trost  der  geschrifft  hoffnung  haben.     Also 

* 

17  verfUrisoben  K.  verfürisebe  A. 


seind  wir  durch  die  ballig  ^eschrifft  ge warnet  vor  in  nnd  irer  ver- 
füning,  auff  dui>  wir  unser  gewiss*!»  in  nit  underwer^en  sollen, 
sonder  aynig  und  allain  dem  nnwanrlelbaren  wort  g'ottes. 


* 


P#ter. 


ß          Warumb  si  lireyen  dann  unser  prediger  der  g-aiällicliea  falsche 

verlürisclie  leei,  j^^otßdienst,  göfwt  und  leben  also  aiifT  der  caiiUel 

aiiLi?  Desgleichen  <  l  sein  nachvolgeru  adircilieti 

vorgeiiielte  stark  s  die  cbriKtUche  gemayn.     Ist 
es  in   recht,  so  ist 


y 


Ja,  solches  pr€  m  gesclädit  aiiß  verpfiicUtar 

cliristlicher  lieh,   d<  iss^nden   verfürten    vokk  TM 

gut,   auf  daÜ  sy  ir  liten   von   den  geiuelten  ver- 

türern.     Zu  dem  ai  i  äü  gnt,    ob  got  dordi  sein 

16  kretttig  wurt  aiii  U  i  Paulum   vor  Damaseo,  Ac- 

tuuni  ix,  und  aatS  womeu  at?Q  i^uuuts  scbäneiu  Chriäti  macbet 
Wo  aber  söUidi  |>i*edigen  oder  schreiben  anß  bößem  gemüt  und 
nicht  aulj  christlicher  liebe  geet,  so  ist  es  unrecht  und  sünd,  wie 
nütz  und  not   das  werck  an    im  selber  ist,    nach  lawt  des  Spruchs 

20  j.  Cur.  xiij  (3):  Wenn  ich  all  mein  iiab  den  armen  gebe,  und  ließ 
mein  leip  prennen ,  und  het  der  lieb  nicht,  so  were  es  rair  nichts 
nütz.  Hiebei  ist  wol  zu  besorgen ,  wo  ir  hindter  dem  wein  sitzt 
und  [Hl.  S\  schendet  miinch  und  ptatten.  daß  es  nit  auß  christlicher 
liebe,  sonder  auß  ubernuit,  neydt,    haß  oder   auß  böser  gewonhait 

2r.  kunim,  welches  nachreden  in  der  schrit!"t  verpotten  ist,  nemlich 
Ephesio.  iiij  (29):  Last  kain  fawl  geschwetz  auß  ewerm  mund  geen, 
sonder  was  nütz  ist  zur  besserung,  da  es  not  thut,  und  weiter  (31): 
Alle  bitterkalt  und  grimm  und  zorn  und  geschray  und  lesterung 
sey  ferr  von  euch.     Und  Tito  iij  (2) :  Erinner  sy,  daß  sy  niemaut 

30  lestern ,  nicht  hadern ,  gelindt  sein ,  alle  senfftmütigkait  beweisen 
gegen  allen  menschen.  Und  j.  Pet.  ij  (1):  So  legt  nun  ab  alle  boß- 
heit   und  all«'  list  und  heüchlerey  und  haß  und  alles  afterreden. 

Peter. 

Die  keren  sich  dennocht   nicht  daran,   man    singt  in  süß  oder 
3:.  bitter;  die  seind  verstockt  wie  die  phariseer. 

12    ileiii    K.    dun   A.  12   verfUrrten   A.  31   j.|   fehlt   A. 


79 


Hans« 

Ey,  so  laß  «y  geen  wie  die  hayden,  Matth.  xviij,  wann  so  ir 
sy  lang  schendet,  in  flnchet,  ist  es  niemant  nütz,  and  ander  lewt, 
die  bey  euch   sitzen  and  hören,  die  ergem  sich  daran,  sprechen: 

&  Die  Lutherischen  können  nichs,  dann  die  gaistlichen  schmähen,  and 
wollen  sy  hawen  and  stechen,  wie  kann  dann  etwas  gats  hindter 
in  und  irer  leer  stecken?  Es  ist  teüffels  leer  mit  in,  aud  fliehen 
aach  fürbaß  die  evangelisch  leer  and  pleiben  in  irem  alten  irrthumb. 
Das  ist  die  f rächt  ewers  nachredens.    Daramb  wiltn  ain  warhafter 

id  Christen  sein,  so  meid  es  and  verschon  ander  leüt  daran.  Zn  dein 
so  wölt  ir  all,  die  ir  each  latherisch  nennet,  an  dem  frammen 
man,  dem  Lather,  ainen  deckmantel  ewer  nnschicklikait  Sachen, 
und  each  seiner  leer  nit  gemeß  halten ;  [Bl.  8']  dann  obwol  Lather 
die  christlichen  freyhait  za  erledigang  der  armen  gefangen  gewissen 

i^angezaigt,  hat  er  doch  daneben  darch  seine  schriifteu  nnd  predig 
meniglich  gewarnt,  wie  er  dann  noch  für  and  für  that,  sich  vor 
drieglichen,  ergerlichen,  anchristlichen  handlangen  zn  hüten  and 
nit  also  dem  evangelio  and  wort  gottes  zam  nachtail  mit  der  that 
zn  schwärmen  nnd  gleich   den  nnbesynten  za  rasen.    Daramb  ir 

so  each  in  diesen  ewern  angeschickten  handlangen  des  christlichen 
mans  doctor  Lathers,  der  es  so  gat  christlich  and  getrewlich  mayut, 
za  ainem  Schandfleck  nit  billich  gepraacht.  Dann  was  christen- 
lichen  erbam  gemüts,  was  gegrünten  glawbens  und  vertrawens 
mögen  sich  doch  die  behelffen,  die  mit  aaßwendigen  geperden,  als 

«  die  gaistlichen  an  irem  leib,  eer  and  gut  zu  verfolgen,  dem  nächsten 
mit  flaischessen  und  andern  ergerlich  zu  sein,  anfahen  Christen  zu 
sein!  Und  da  zaigen  diese  frucht  an,  daß  der  bäum  gewißlich  böß 
mid  faul  ist,  Matthei  vij. 

Mtister  Ulrich. 

w  Ja,  maister  Hans,  wann  ir  etwan  da  werent,  wann  die  Lutherischen 
bey  ainander  seind,  und  bringen  ainen  ander  sich,  der  nit  lutherisch 
ist,  da  hörent  ir,  wie  sy  der  lewt  verschonen,  ja  hynder  sich,  da 
halten  sie  faßnacht  mit  im  und  legen  sich  alle  über  in,  der  muß 
\t  Romanist,  papist,  gleißner  und  werckheilig  sein,   und  reden  im 

^  so  spötlich  und  hönisch  zu,  daß  er  under  inen  sitzt  wie  ain  pfeiffer, 
der  den  dantz  ver[Bl.  9,  bez.  C]derbt  hat,  und  waiß  nit,  in  welche 

ecken  er  sehen  solL 

* 

16   meniglob  A.  2b  iren  A.  34  werckheilig  A. 


0,  ir  groben  rülUen,  ewer  Uertz  aßlt  &icli  frewen  (wo  Ir  anders 
recht  Christen  wert),  wo  ir  unwlsseTide  lewt  Hberkeiupt,  daii  ir  Ifl 
das  wortgottes  (daspftindt,  das  euch  geben  ist,  MattU.  XX?)  brüder- 
lich inittaylet:  so  fart  ir  zu  und  verapot  sy. 


Feter. 


Lieber,  sy  vei 
sich  so  ungeschickt 
in  dann  darzu  In^lft 


Ach  nayn,  uml 
und  schwachen  ge^ 
wont,  ir  kucheapre^ 
von  auff  ire  erticht 
16  vvort  ir  der  schrifft 
uarrendeding  und  s 


B  ia  der  scliriift  and  »teilen 
;  In  ain  karrtMi ;  m  maß  man 


ehonet  der  unwbsendeii 
)eii  des  Worts  gottea  nit  ge- 
daranf  gewisen,  sonder  dar- 
Äuchüeiud  unnütz  und  spot- 
(4):  Schampere  wort  und 
li  nit  znr  Bach  reymet,  ent- 
,    ungeystlich  lose   gesdiwetz 


I 


schla  dich,  und  ij.  'i»iijv.  *j  v*"j" 
entsclilahe  dich  ;  «lauu  es  fodert  vil  zu  ainem  gotloseii  wesen^  sonder» 
wie  Paulus  Colo.  iij  (16):    Last  das  wort  gottes   reichlich  in  euch 
20  wonen  in  aller  weißhait,  und  leret  under  ainander  selbs! 

Peter. 

Lieber,  es  sein  vil  alter  grawer  menner,  die  rümen  sich  auch, 

sy  wissen  das  evangeli ,   aber  sy  legens  nach  ireni  kopff  auß,  und 

wenn  maus  im  grund  fragt,   so  versteen  sy  eben  als  vil  im  evan- 

2&  geli  als  ain  kuwe  im  bretspill.     Soll  man  ir  nit  spotten  darzu  und 

sy  straifen  ? 

Hans. 

Hör  Paulum  j.  [Hl.  9']  Tinio.  v  (If.j:  Den  ehesten  schelt  nicht, 

sonder  erman  in  als  ain  vatter,  die  jungen  als  die  prüder,  die  alten 

30  weiber  als  die  inütter,    die  jungen   als  die    Schwester.     Merck,  hie 

hastu    die  weise,    wie    es    als    lieplich    und   holtselig    muß  undter- 

wisen  sein. 

Peter. 

Es  seind   aber   etlich   gaistpolster    darundter,    die   lauflFen  alle 

35  kirchen  auß  und  wollen  got  den  hymmel  mit  iren  wercken  abkauffen, 

und  wenn  man  in  von  dem  rechten  gotßdienst  sagt,   so  lecken  sie 

hyndten   und  t'orn  auft",  und  kann   niemaut  mit  inen  naher  kommen. 


81 


£y,  da  must  in  Iren  irrthomb  freüntlich  anzaygen,  wie  Gal.  vj 
(I):  Lieber  prüder,  so  ain  mensch  in  ainem  laster  begriffen  wirt, 
so  strafft  in  mit  senfftmütigem  gaist,  ir,  die  ir  geistlich  seyt. 

5  Peter. 

Ja,  sy  nemens  nit  an  and  sprechen,  wir  söln  ans  selber  bey 
der  nasen  nemen. 

Hans. 

Da  knmpt  heraaß,  von  dem  ich  stets  sage :  sie  ergern  sich  an 
loewerm  rohen  leben. 

Peter. 

Sollen  wir  dann  ain  gleißnerisch  leben  füren,  wie  die  münch  ? 


Nayn,  sonder  ain  leben  wie  die  Christen,  wie  Paalas  Rom.  xiij 
15(13):  Last  ans  erbarlich  wandeln,  als  am  Hecht;  nit  in  fressen  and 
saaffen,  nicht  in  kamem  and  geilheit,  nicht  in  hadern  and  eyffern. 
ündEphe.  iiij  (1):  Ich  erman  each,  lieben  brüder,  daß  ir  wandelt, 
wie  sichs  gepfirt  ewerm  bertiff,  darinn  ir  berüffen  seit,  mit  aller 
demat,  senfftmat  and  langkmat,  and  vertrag  ayner  dem  andern  in 
»der  lieb,  und  Paalas  beschreibt  die  arsach  Phil.  [Bl.  10, bez.  Cij] 
ij  (14  f.):  That  alles  on  mnrmalang  and  on  verwirrang,  aaff  daß 
ir  seyt  on  dadel  and  laater  and  kinder  gottes,  ansträflich  mitten 
andter  dem  anschlachtigen  and  verkerten  volck! 

Peter. 

25  Sie  verachten  aber  die  geschrifft  and  wollen  ir  alte  gewonhait 
halten.  Sagt  man  in  schwartz,  so  sagen  sy  weiß,  sprechen,  ob 
die  geschrifft  in  der  bibel  alle  war  sey,  und  wenn  man  in  mit 
höchstem  fleiß  christliche  leer  vorsagt,  sprechen  sy  alsbaldt :  Hastu 
mein  genß  nit  gesehen?  Wer  kann  in  dann  schweigen  darzu? 

SA  Hans. 

Paalas  schreibt  ij.  Timot.  ij  (24  f.) :  Eyn  kneclit  des  herren 
soll  nit  zenckisch  sein,  sonder  vetterlich  gen  yederraan,  lernhafftig, 
der  die  bösen  tragen  kann,  der  mit  senfftmat  straff  die  wider- 
spenstigen, ob  in  got  dermalains  büß  gebe,  die  warhait  zu  erkennen. 
«Und  j.  Petri  ij  (15):  Das  ist  der  will  gottes,  daß  ir  mit  wolthun 
verstopfft  die  nnwissenhait  der  menschen,  als  die  freyen,  und  nicht, 
als  hett  ir  die  freihait  zn  ainem  deckel  der  sünden. 

Hänt  8achi.    XXII.  0 


Peter. 

Lieber,   sv    JuacbeDö  zu  grob,   sy  geben   böse  wort  an^ 
werlTen  mit  kelK€rljöi>ffeD  nnder  uns,  tind  so  wir  mt  bjnwider  bissen, 
so  schrieen  ^y :  Fro,  Lie  ge^  onneT!,  bie  gewnüneii !  Darumb  igt  no% 
(laß  man  in  dei)  kolbeu  auff  den  Bcbilt  leg. 


Hik&s. 


Oho,  wiltu  Cl 
Wort  leyden.  wie  \ 
Pallium  Rom.  xij  i 

10  und  maledeitt  nich, 
euch  selber  nit!  H 
senfftmut  on  alle  ^ 
nicht  also  grob  mi 
stuck,  darmic   man 

i"»  der  etwan  stuist  vi 
weg  gebirt  es  nar 
den,    die    im  anUa 


nd  leren   und  magst  nit 

oder  den  todt  leiden?  Merek 
dio  eacb  vervolgen ;  benedeiet 
»t  nlt  böses  mit  bösem,  rediet 
auß  christlicher  lieb  in  aller 
,  soll  68  frucbt  bringen,  nnd 
.  Es  ist  aucb  ain  mercklich 
r  von  der  evaDgeliechen  leer, 
1  die  leer  aniiemen,  aber  den 
l  wort  gottes,  dergleichen  äh 
ketzer    und   das  wort  gottes 


ketzerey.  Du  seyt  ir  aUayn  sckuldig  an  mit  ewerm  flaiscbee&eiij 
rumorn,  droen»  sehenden  nnd  lestern  der  geystlicben  und  dem 
20  puchen  und  hadern  und  verachten  der  aynfeltigen,  daß  ir  vil  über 
euch  auüspeyen,  wo  sy  euch  sehen,  dergleychen  über  ander  framme 
Christen,  die  nit  wie  ir,  sonder  dem  evangeli  Christi  nachvolgen 
und  aynen  christlichen  wandel  füren,  wie  sichs  gebürt. 

Peter. 

25  Lieber,    ist  man  uns  feindt,    das  wissen  wir  vorhyn   w^ol  nnd 

kennen  sy  auch  wnl ;  wir  sein  in  aucii  nit  gar  holt,  und  wenn 
sichs  begeh  in  ainem  abreitten ,  wir  w  ölten  gar  schon  reissen  an- 
ainander. 

Hans. 

?.o  Awe,  ist  es  umb  die  zeit,    so   merck    ich  wol,    es   ist  nur  vil 

lieschraylj  und  wenig  wollen  um!)  euch  :  hat  ir  die  lieb  des  nechsten 
nit,  von  nöten  kennt  man  euch  nit  für  junger  (yhristi. 


Wie  so? 


Peter. 


Hans. 


Es  steet  j.  Joan.  iij  (l'l^f-):    Wer  nit  lieb   hat   seinen  prüder, 
dei-  i)leyl)t  im  tod,  und  wer  seinen  bruder  hasset,  der  ist  ain  todt- 


83 

[Bl.  11,  bez.  Ciijjschleger.  Und  Joan.  iiy  (1  Joh.  4,  20):  So  yemant 
spriclit,  er  lieb  got,  und  hasset  seinen  brnder,  der  ist  ain  lägner. 
Dann  wer  seinen  brnder  nit  liebet,  den  er  sieht,  wie  kann  er  got 
lieben,  den  er  nicht  sieht?  Darnmb  furcht  ich,  lieber  brnder  Peter, 

5  so  du  mit  deiner  rott  feindtschafft  dregst,  ir  haben  den  warhafftigen 
Ghristenglanben  nicht,  den  got  würkt,  Colos.  ^,  sonder  ir  haben 
nor  ain  menschlichen  gedichten  glawben  aoß  flaisch  nnd  blnt. 
Deßhalb  anch  all  ewer  gedancken,  wort  nnd  werck  seind  flaisch 
nnd  blnt,  nnd  seind  ench  selber  schedlich  nnd  nnnntz,  nnd  ander 

10  leüten  ergerlich,  wenn  flaischlich  gesynnet  sein  ist  ain  feindschaift 
wider  got,  spricht  Panl.  Rom.  vi^  (8).  Die  aber  der  gaist  gottes  dreibet, 
das  seind  die  rechten  kinder  gottes,  Rom.  vi^  (14). 

Peter. 

Wie  erkennt  man  sy  aber? 

16  Hans. 

Allain  an  der  lieb,  wie  Christus  sagt  Joan.  am  xiij  (35):  In 
dem  wirt  man  erkennen,  daß  ir  meine  jnngere  seind,  so  ir  ainander 
lieb  habt.  Und  j.  Joan.  iiij  (7  f.):  Ir  lieben,  last  nns  nnder ainan- 
der lieb  haben,  dann  die  lieb  ist  von  gott,  nnd  wer  lieb  hat,  der 

Mist  von  gott  gepom  nnd  kennet  gott;  wer  nit  lieb  hat,  der  kennet 
got  nicht,  wann  got  ist  die  lieb,  nnd  wer  in  der  lieb  bleibt,  der 
pleibt  in  got  nnd  got  in  im.  Derhalben  mag  ich  woi  zu  ench 
sagen,  wie  Christus  zun  Juden  Joan.  viij  (39):  Wenn  ir  Abraams 
kinder  weret,  so  thäteu  ir  die  werck  Abrae.     Also  auch  ir:  wenn 

air  evangelisch  werent  (wie  ir  rümet),  so  thäten  ir  die  werck  des 
[Bl.  ll'J  evangeli,  wann  das  evangelion  ist  ein  wunsam  frölich  und 
lieplich  botschafft  von  Christo.  Darumb  wann  ir  auß  dem  evan- 
geli gepom  wert,  so  verkündet  ir  das  evangeli  ewern  mitbrüdern 
in  Christo  holtselig  nnd  mit  aller  ersarakait,   und  füret  ain  got- 

30  seligen  wandel,  wie  die  aposteln,  die  so  frenntlich  gegen  den  leüten 
handleten,  wie  man  in  iren  geschichten  durch  alle  capitel  liset. 
Darnmb,  lieber  brnder  Peter,  merck  nur  eben  mein  red  umb  gottes 
willen,  und  sag  es  deinen  mitbrüdern  von  mir,  wiewol  sy  mich 
ain  hewchler  und  abtrinnigen  haissen  und  halten  werden.     Da  lygt 

^  mir  nit  ain  bar  brait  an ,  ich  han  ye  die  warhait  gesagt ,  welche 
dann  allmal  vervolgt  muß  werden  von  den  gotlosen.  Und  wölt 
got,  daß  es  alle  die  gehört  betten,  die  sich  gut  lutherisch  nennen; 
villeicht  möcht  in  ir  rnm  geligeu  und  erst  ain  tail  leren  recht 
evangelisch  Christen  zu  werden. 


84 

Haisler  Dlrieli. 

Peter,  wir  dimckt  dScU?  Wenn  maister  Han»  über  dicli  keine, 
der  köndt  dich  recht  auffüesteln-  Es  ist  ye  aintnal  war:  wenn  ir 
Lutherischen    ^i'dchen  zücJitigen    und   unergerlkhcn   wandet   füret» 

f»  so  hett  ewer  liM-r  ain  besiers  ans  eben  Tor  Tillen  nißnscbeii  j  die  eacb 
yetzund  ketzer  iM^nnen,  wurden  euch  Christen  baiasen;  tlie  endt 
yetzt  fluchen,  würden  encb  loben  ;  die  euch  jetzt  ubel-reden»  wiird<*u 
euch  wolsprecht'H  j  "  .  .  *  fliehen,  würden  encb  hsiixn- 
suchen,  und  die  euc  m,  würden  von[Bl.  12]  euch 

10  lernen.    Aher  mit  de  orn,  pfaffenscli enden,  hadern, 

ver.spotten,  venicbte  Migen  wandel  babent  Ir  Ln- 

therischen    der   eva  Iber   aia    groes©    veracbtang 

gemacht. 

i 

15  Es  lygt  layiler  lejcli  unß  alleu  i^inen  geigt 

zu  leben  nach  seine  !    Man  lewt  daa  drill:    wrol- 

auft"  gen  predig  ! 

Maister  UlrlDh. 

Wohin!  ir  han  mich  gleicb  Instig  gemacht,  ich  will  auch  mit 
'^0  t'iicii  an  ewer  predig,  ob  icli  ain  gutter  ('iirist  möcht  werden. 


Das  geh  got ! 
Amen. 


Hans. 
Maister  Ulrich. 


25  Philippen,  ij  (1  f.) : 

Liehen  brüder,  ist  nun  undcr  euch  irgent  ain  ermanung  in 
(.'hrislo,  ist  irgent  ain  trost  der  lieh,  ist  irgent  ain  gemainscbafft 
des  gaisls ,  ist  irgent  ain  hertzlicli  lieb  und  barmhertzigkait,  so 
erfüllet  mein  frewd,  dal)  ir  aines  muts  und  sins  seyt,  gleiche  liebe 
30  hallt;  nichts  thut  durch  zanck  oder  eitel  eer,  sonder  durch  dennit. 
Achtet  euch  un<ler  ainander  solhs,  ainer  des  andern  obrister,  und 
ain   vetzlicher  scdie  nit  antl"  das  sein,  sonder  aut!"  das  des  andern  ist. 


85 


Das  liedt  Maria  zart,   verendert  und  christlich 

corrigiert 

0  Jesu  zart, 

Göttlicher  art, 
6  Ain  roß  on  alle  doren, 

Du  hast  anß  macht 

Herwider  pracht, 

Das  vor  lang  was  verloreu 
Durch  Adams  vall; 
10  Dir  wart  die  wal 

Von  got  vatter  versprochen; 

Aof  daß  nit  würd  gerochen 

Mein  stind  nnd  schnld, 

Erwarbstu  huld; 
16   Wenn  kain  trost  ist, 

Wo  du  nit  bist 

Barmhertzigkait  erwerben : 

Wer  dich  nit  hat 

Und  dein  genat, 
20  Der  muß  ewigklich  sterben. 

2 

0  Christe  milt, 
Du  hast  gestilt 
Der  altvätter  verlangen, 
25   Die  jar  unnd  tag 

♦ 

1  Im  ersten  (rerlorenen)  meiBtergesangbuohe ,  bl.  325.  Hier  nach  dem 
foiioblatte:  Emil  WeHer,  Uans-Saebs-bibliographie,  nr.  135  =  E.  Vorgl.  Philipp 
Waekeroage],  Das  deutsche  kirohenlied  ron  der  ältesten  seit  bis  lu  anfang  des 
xtU.  jahrhanderts.  Dritter  band.  Leipzig  1870.  s.  55  bis  56  und  Albert  Fr. 
Wilh.  Fischer,   Kirohenlieder-lozicon.     (iotha   1878.  II.  hälfte*  s.    186a/b. 


In  wee  und  klag 

Die  vorhell  hett  timbfangeii, 

Sentliclier  not 
Rüfften:  0  got, 
Zureiß  des  liimmek  pfärteii, 
Und  send  uns,  des  wir  warten, 
Dan  MesBiam, 

eyn: 
L  dein 

?erreren 
elt; 

mit 

Btariij  den  liorren. 


l>er  Sünder  trost  auff  erden^ 

Darum  dich  hat 
2u    Der  ewig  rath 

Erwelet,  mensch  zu  werdeu 
Uns  all  zu  hayl, 

Darumb  urthayl 

Am  jünj^sten  tag  wirst  richten, 
25   Die  dir  glawben,  mit  nicliten. 

0  werde  frucht, 

Ali  mein  Zuflucht 

Han  ich  zu  dir, 

Ich  glawb,  hast  mir 
80   Erworben  ewig  leben ; 

In  dich  hoif  ich 

(xantz  festigklich, 

Weil  du  mir  gnad  thust  geben. 


0  Christe  groß. 
Du  edle  roß, 
Güttig  on  allen  enden, 
Wie  gar  gütlich, 
Herr,  hastu  mich 


87 

Wider  zo  dir  lan  wenden 
Mit  deinem  wort; 

Mein  seel  leid  mort  * 

Bey  den  falschen  propheten, 
5  Die  mich  verfüret  hetten 

Anff  mancherley 

Ir  gleißnerey, 

Anff  werck  ich  hofft 

Und  maynet  offt 
10  Genad  mir  za  erwerben, 

Verlisse  dich: 

0  herr,  nit  rieh 

Mein  nnwissent  verderben. 

5 

16  0  Jesu  feyn, 

Dein  wort  gibt  scheyn 

Liecht  klar  als  der  carfanckel, 

Es  hilfft  aoß  pein 

Den  armen  dein, 
20  Die  sitzen  in  der  dnnckel; 
Kain  rw  noch  rast 

Haben  sy  fast 

Wol  in  der  menschen  lere: 

Reich  in  dein  wort  mit  gere, 
2ö   Hilff  in  dar-van 

Auff  rechte  pan 

und  sy  selb  tröst, 

Seyt  du  erlöst 

Hast  alle  weit  gemeyne, 
so  Das  sy  in  dich 

Hoffen  aynich, 

Nit  in  ir  werck,  unreyne. 


0  Christe  wert, 
36   So  dein  wort  kert 

Von  mir  und  sich  derschaitte. 

So  kum  zu  mir, 

I^eschütz  mich  scliir, 

Auff  daÜ  mich  nit  verlaitte 


88 

Die  meoBchen-ler 

Die  gleisBet  ser 

Wer  kann  ir  list  erkennen? 

Sy  thnt  sich  heillig  nennen, 
6  Ist  doch  entwicht 

Und  lebet  nicht! 

Allayn  dein  wort 

Das  ist  der  hört, 

Darin  das  leben  iste: 
10  Da  speyß  mich  mit, 

Enzeäch  mirs  nit 

Zu  ewigklicher  friste! 


0  Jesu  Christ, 

16   War  got  du  bist, 

Inn  dir  ist  kain  gebrechen; 

Es  ist  kain  man, 

Der  mag  und  kan 

Dein  glory  groß  außsprechen. 

30       Dein  hohes  lob 
Schwebt  ewig  ob. 
Dir  ist  als  übergeben. 
Was  ye  gewann  das  leben, 
Alle  creatur: 

26  0  könig  pur 

Wens  dar-zu  kumpt. 
Daß  mein  mundt  stumpt, 
Leiplich  den  tod  muß  leiden, 
Dann  hilff  du  mir, 

30  Daß  ich  mit  gyr 

Inn  deim  wort  mög  abscheiden. 

Hans  Sachs,  schuster.    1524. 
27  Waokernagel  mundt.  E  mut. 


89 


Das  liedt  Die  fraw  Yom  hymmel  verendert  und 
christlich  corrigiert. 

Christum  von  hymmel  raff  ich  an 

In  dysen  grossen  nöten  mein! 
b  Im  gsetz  ich  mich  verschuldet  han 

Zu  leyden  ewig  helle  peyn, 
Gen  deym  vater: 

0  Christe,  ker 

Sein  zom  von  mir; 
16  Mein  Zuflucht  ist  allain  zu  dir, 

Hilff,  ee  daß  ich  verzweyffel  schir. 


0  Christe,  da  mein  beschirmer, 

Da  sun  gottes  and  mensch  so  zart, 
15  Mein  gayst  ist  mir  betrübet  seer; 

Wann  sich  reget  mein  sündig  art. 
Ich  stee  in  angst, 

Wie  wol  mir  langst 

Het  wolgepyrt, 
20  Bey  dir  zu  suchen  hilff  mit  gyrt. 

So  hatt  mich  menschen-leer  verfyrt. 


Daramb  halt  für,  herr  Jesu  Christ, 
Das  mein  gewissen  mach  mir  reyn, 
25   Seyt  daß  du  mein  versüner  bist 
Gen  got  deinem  vatter  allain. 

* 

1  Im  ersten  (verlorenen)  metstergesangbacbe,  bl.  327.  Hier  nach  dem 
folioblmtte:  E.  Weller,  Hans-fc^acbs  bibliograpbie,  nr.  136.  Vergl.  Pb.  Wacker- 
nagel ü.   S6  bis  57  und  Albert  Fischer,  I.  bälfte  s.   76b. 


^^^^H^^^^^I^^^H^^^^^^^^^^^^^H' 

^^ll^^^^^^^^^^^^l 

^^^^^^^^^H^H^^^^^^^^^^^^^H^^I 

^H 

Wanti  ich  trag  doch                                         ^^H 

Mdn  hoffDTUif  nucli                                               ^^| 

Auf  dein  genad,                                                   ^^H 

Das  cretitz  inn  ^erlutt  nn&  mich  lud  ,                 ^^H 

5   Auf  daß  mein  flayach  dem  gajat  idt  scliad.         ^^| 

^^^4                                        ^1 

^  .i^^^^ 

liaylaudt,                          ^^H 

Uli 

mg  mk\                       ^^M 

Da 

%  beülandt                       ^^M 

10   Uni 

tigklJch,                          ^H 

Du 
An 

»        5 

^m 

Wi                                 d  glejfisen  ay  m^,          ^^| 

1.   Uai 

?or  piejb  frey.              ^^H 

■ 

Die  heylig  schlifft  saget  von  dir, 
Durch  dich  allalu  kumb  eilösuug; 
Seyt  nun  kayn  werck  kan  helffen  mir, 
►So  stat  zu  dir  all  mein  hoftnung. 

Ayniger  trost, 
Hast  mich  erlost 
Von  aller  not 

Durch  dein  sterben  unnd  bittern  todt, 
Dir  sey  lob,  eer,  könig  Sabaot. 
Amen. 


Hans  Sachs,  schiister.  1524. 


91 


Ein  schone  tagweyß,  von  dem  wort  gottes.  In  dem 
thon :  Wach  anff  meius  hertzen  schöne. 

Wach  aoff,  meins  hertzen  schöne, 
Dn  christenliche  schar, 
5  Und  hör  das  süß  gethöne. 
Das  rain  wort  gottes  klar, 

Das  yetzt  so  lieblich  klinget, 
Es  lencht  recht  als  der  helle  tag, 
Dorch  gott^  gut  her-dringet. 


10 


Der  Propheten  weyssage 
Hört  man  yetzt  widemmb, 
Die  lang  verborgen  läge; 
Das  evangelinm 

Man  yetzt  auch  süßlich  höret: 
Da  wirt  manich  gewissen  frey, 
Das  vor  war  hart  beschweret 


Mit  viel  menschen-gesetzen 
20  Mit  -bannen  und  -gebot 

Mit  gelt-strick  und  seelnetzen : 
Die  werden  yetzt  zn  spott, 

Vor  yederman  zu  schände, 
Für  eytel  lüg  und  finsternüß 
25  Durch  alle  teütsche  lande. 
♦ 

1  Im  ersten  (verloreoeD)  meistergesangbnohe,  bl.  328.  Hier  nach  dein 
einieldracke  bei  E.  Weiler ,  Hans-Saohs-bibliographie  nr.  139,  3.  Vergl.  Phil. 
Wackeraagel,  s.  57;  Alb.  Fischer,  II.  httlfte  s.  314  bis  316,  und  Karl  (ioedeke 
und  Jal.  Tittmann,  Liederbuch  aus  dem  seohsehnten  Jahrhundert.  Leipzig  1867. 
8.  8.  241    bis   243. 


92 


ChristaB  vil  botten  sendet, 
Die  verkünden  sein  wort; 
Ir  vil  werden  geschendet, 
Gefangen  und  ermort, 

Die  warhayt  zu  verstecken: 
0  Christenhayt,  du  gottes-brawt, 
Laß  dich  nit  mit  abschrecken! 


10  Kaim  gleyßner  thu  mer  trawen, 

Wie  vil  ir  ymmer  seind! 

Vor  menschen-leer  hab  grawen, 

Wie  gut  sy  ymmer  scheint! 
Glaub  dem  wort  gots  allein, 
16  Darinn  unns  got  verkündet  hat 

Den  guten  willen  seine. 

6 

Dem  wort  gib  dich  gefangen! 
Was  es  verbieten  thut, 
20  Nach  dem  hab  kain  verlangen; 
Was  es  dich  haist,  ist  gut. 

Was  es  erlaubt,  ist  freye: 
Wer  anders  lert,  wie  Paulus  spricht, 
Vermaledeyet  seye! 


Das  wort  dir  wendet  schmertzen 
Für  sündt  unnd  helle  pein; 
Gelaubstu  im  von  hertzen, 
Du  wirst  von  sünden  rein 
30       Und  von  der  helle  erloste: 
Es  leret  dich,  allain  Christus 
Sey  dein  eyniger  tröste. 

8 

Selig  sey  tag  und  stunde, 
86   Darinn  das  götlich  wort 
Dir  widerumb  ist  kuude. 


Der  seien  höchster  hört! 

Nichts  liebers  sol  dir  werden, 
Kain  engel  noch  kain  creatnr 
In  hymel  noch  anff  erden! 


0  christenhait,  merck  eben 
Anf  das  war  gottes-wort! 
In  im  so  ist  das  leben 
Der  Seelen  hie  nnd  dort. 

Wer  darinn  thut  abscheyden, 
Der  lebet  darinn  ewigklich, 
Bey  Christo  in  den  frenden. 

1524. 


94 


Ein  christlich 


8  gTawsam  dropn  dos 


I 


nbejtl 

onfi  lobesame 

zeyt, 
sein  werte 

clieöQ  *>rte 
ifl  JU&riJeh  verküEden  horte 
In  teütscher  nation. 

2 

Die  alt  schlang,  der  satliane, 

Der  lüg:  ^in  vater  ist, 
15   Wölt  das  gern  unterstane, 

Verbot  mit  gschwindem  list: 
Das  wort  solt  niemant  sagen 

Bey  bann  und  lebens-ptliclit! 

Ir  viel  ließ  er  verjagen, 
20   Verbrennen  und  erschlagen; 

Doch  halff  es  alles  nicht. 


Krst  thnt  die  zeen  fast  plecken 
Der  falsch  satan  auB  nej'dt, 
2r>    Mit  droen  ab-zuschrecken 


1  Im  ersten  (verlorenen)  meistergesangbuchc,  bl.  3  29.  Das  genoralregister 
schreibt  v.  3  »naiiien«.  Hier  gedruckt  nach  K.  Weiler,  Hans-Snch^-bibliographic 
nr.    139,   4.      Vorgl.  Phil.  Wackernagel,  p.  58   bif  59   und   Alb.  Fischer,   II.  hÄlfte 

s.  ;a3. 


95 

Dich,  werde  christenheyt. 

Doch  bleyb  in  got  bestane; 
Wann  er  sorget  für  dich, 
Spricht,  wer  dir  layds  ist  thone, 
Rür  sein  angapflfel  ane, 
Er  ist  dein  hilff  warlich. 


Sich,  wie  halflf  got,  der  herre. 

Dem  Israel  darvon 
10  Unnd  ertrenckt  in  dem  mere 

Den  könig  Pharaon! 
Hiericho  die  mnst  fallen 

Vor  gottes  yolck  geschwin 

Von  der  drometen  schallen: 
15  Also  hilffet  got  allen, 

Die  vertrawen  in  in! 


Anch  die  Midianiter 
Thettem  volck  gottes  not 

30  Und  die  Amalakiter: 
Israel  rüflft  zu  got: 

Gnedig  sie  got  errette 
Durch  sein  knecht  Gedeon: 
Da  gottes  volck  dromette, 

26  Ain  hayd  den  andern  tödte 
Hundert- zwaintzig-tausent  man. 

6 

Denck,  wie  offt  got  behüttet 
Vor  Saul  den  köng  David, 

30  Der  nach  seim  leben  wüttet; 
Got  in  auch  wol  befrid 

Vor  seynem  aygen  sune, 
Dem  Schönen  Absolon, 
Der  nach  seim  leben  stune, 

86   Auß  seim  reich  er  entrunne, 
Darein  doch  wider-kam. 


Merck  auch,  wie  jrot  halif  streytteTj 
Wider  Jerobeam 
Zu  kmg  Äbia  !£©ytten, 
Den  er  umbiegt  albanif 
Das  er  tut  mocht  entrinnefl : 

er  von  liynn^, 
Bcblug  von  Inen 
neent  todt. 

i 

!ff  got  kempffen 

Dte  wolt  d€mpfFeii 
ser  summ, 
:ausent  moren 
üreynenB  vöick  gottea  an, 
Do  ergrimpl  gotles  zoren, 
Das  groß  beer  war  verloren, 
20   Ir  kainei-  iiit  entrann. 

9 

Schaw,  wie  Uiet  got  errette 

Den  köng  Ezecbiam, 

Den  aucb  bedroet  bette 
26   Sennacbarib  mit  nani. 

Der  sein   beer  bett  f<-estellet 

Wider  Jerusalem  : 

Dei-  engel  jz:ots  ir  teilet 

Acbtzig-tansent  gezellet 
3u    Und  macbet  in  gezenh 

10 

Hör  aucb,  wie  got  thet  kriegen 
Für  den  köng  Josapbat, 
Do  über  in  tbet  zi'egen 
3&   Amon  Moab:  do  bat 

Das  volck  gottes  giotj  klagen, 
In  got  het  es  sein  trost: 


97 

Die  hayden  thet  got  plagen, 
Thetten  sich  selbe  erschlagen, 
Gottes  Yolck  wardt  erlost. 

11 

5  0  christenhait,  merck  eben. 
Wie  got  sein  feinde  stürtzt. 
Die  wider  sein  volck  streben! 
Sein  arm  ist  nit  verktirtzt: 
Er  kan  dich  wol  bewaren, 

10  All  dein  har  sind  gezelt; 
Laß  nnr  den  sathan  scharren, 
Thu  im  wort  gots  verharren. 
So  bistn  aaßerweltl 

1524. 


Hans  Sachs.   XXlI. 


98 


Das  lied  Yon   der  erkantnflß  Christi.    Im  thon : 
Kosina,  wo  war  dein  gestalt. 

0  Christe,  wo  war  dein  gestÄlt 

Bey  bapst  Silvesters  leben 
6  Do  kayser  Gonstantinns  gwalt 

Im  über  Rom  thet  geben? 

Fürwar  glaub  ich, 

Het  der  bapst  dich 

Durchs  gnaden-liecht  gesehen, 
10  Er  hett  warleich 

Das  irdisch  reich 

Durch  dein  eer  thun  verschmehen. 

2 

Het  Gracianus  dich  erkant, 
ib  Do  er  mit  fleysch  thet  schreyben 

Das  bäbstisch  recht,  decret  genant, 

Römisch  handtierung  treyben, 

So  het  er  dir 

Der  gnaden  zir 
20  Für  all  ding  zu-gemessen. 

Mit  der  du  hast 

Durch  geystes-glast 

All  Christen-hertz  besessen. 


26  Het  kaiser  Nero  seiner  zeyt 
Erkennet  dich  der-gleychen. 
Er  het  nit  mordet  so  vil  letit, 

* 

1  Im  ersten  (▼erlorenen)  meittergesangbuehe,  bl.  330.  Hier  gedruckt  nach 
E.  Weller,  Haos-Saohs-bibliogr.  nr.  139,  5.  Vergl.  Phil.  Waokemagel,  g.  69 
und  Alb.  Fischer,  II.  hälfte  s.  136a. 


99 

Drangen  von  dir  zu  weychen, 

Der-gleych  yetzt  vil! 

Dmmb  ich  nit  wil 

Mich  kaim  menschen  vertrewen: 

Allain,  herr,  dein 

Erkantnüß  rain, 

Die  8ol  mich  ewig  frewen. 


?♦ 


100 


Im  thon:  Anna,  dn  anfencklich  pist. 

Ghriste,  dn  anfencklichen  bist 
Ain  wurtzl  unser  seligkait; 
Anß  deinem  todt  gewachsen  ist 
5  Ein  ewig-werend  sicherhait 
Zn  dem  vater, 
Gen  dem  wir  seer 
Unns  versanden  teglichen: 
0  son  David, 
10  Dn  für  nns  trit, 

Versün  nns  miltigklichenl 


Ghriste,  dn  eyniger  tröster 

Aller  betrübten  hertzen, 
15  Zn  dir  all  Christen  rüffen  seer, 

Das  dn  nns  helffst  anß  schmertzen. 

Der  feinde  streyt 

Gen  nns  anß  neyd 

All  tag  gar  listigkliclien : 
80  0  snn  David, 

Dn  für  nns  trit, 

Hilff  kempffen  ritterliclien ! 


Ghriste,  dn  von  götlichem  stam, 
26   Von  got-vater  geboren. 

Der  zn  nnns  her  anff  erden  kam, 
AnlBf  das  nicht  wurd  verloren 

* 

1   Im  ersten  (verlorenen)  meistergesangbuche,  bl.  330.     Hier  nach  E.  Weller 
139,   0.     Vergl.   Phil.  Wackernagel  8.  f)9   und  Alb.  Fischer,  I.   bälfte  s.  70b. 


101 

Wer  in  dich  glanbt; 
Des  bist  ein  haubt 
Aller  christ-gelanbigeu : 
0  snn  David, 
Du  für  ans  tritl 
Dir  sey  lob  ewigklichen. 


Im  ton:  Sai 
Q 

6  Q 
V 
8 

d 

a 


h[ayliger]  man. 


ottea  fron, 
reysen ; 
Üffet  an, 
reysen, 

r 

herrej 


Haltt  UUB  auD  not, 
Dir  aey  ewi^  lob  erel 


Got-vater  hat  dir  geben  gwalt 

In  hymel  und  auff  erde, 
15   Sündt,  todt,  teüffel  hastu  gefalt, 

Die  hell  hastu  zerstörde. 

Des  hab  wir  fridt, 

Sichern  zu-trit 

Zu  got,  dem  vater  herre; 
20   Dein  pitter  todt 

Halff  uns  auß  not, 

Dir  se}'  ewig  lob,  ere! 


Die  füll  der  gnad  hastu  on  maß 
2b    Die  schritft  thut  zeügknuß  geben ; 
Du  bist  leben,  warhait  unnd  straß 
Zu  dem  ewigen  leben; 

1  Im  ersten  (verlorenen)  meistergoeangbuche,  bl.  331.  Hier  naoh  E.  Weller, 
nr.  13Ö,  7.  Sieb  auch  nr.  81.  Vergl.  Phil.  Wackernagel  s.  59  bis  60  und 
Alb.   Fischer,  I.   hälfte,  s.    7  2b. 


103 

Erschinst  doch  schlecht 
Gleich  ¥rie  ein  knecht, 
Trägst  imnser  sünde  schwere; 
Dein  pitter  todt 
Halff  uns  auß  not. 
Dir  sey  ewig  lob,  ere! 


IM 


Das  lied:  Ai'h 


w  gewalt,  christlich 


r 


gcwtüt 


^eii  kreyU. 

t  das  wurdt  golalt, 


O 
ü 
h 
11 

D  !  paradeyli: 

Dein  gut  wflrdt  nftt  von  in  gewendt, 
Behendt  verliiestü  in  den  trost, 
Do  du  sprachst  zu  Eva,  Adara : 
„Der  sam  des  weybes  euch  erlost!" 
Ach  herr,  vernym  mein  kläglich  styui, 
Straff  mich  auch  nicht  in  deinem  grym! 


Das  hertz  in  mir  ist  hart  versert 

Und  gar  beschwert 

Mit  aygner  lieb  und  tleysches-lüst ; 
•20   Gmüt,  syn,  vernuufft  ist  gantz  verkert, 

Das  marck  verzert 

Gottes  gesetz,  das  üben  ist; 

Kaiu  lab  ich  hab,  die  mich  enthalt, 

Erkalt  ist  das  gewissen  mir: 
2b    llmb  hilff  ich  gilft'  zu  dir,  Christe, 

Hilft",  ee  das  ich  verzw^eyff'el  schir, 


l  Im  ersten  (verlorenen)  meistorgesangbuohe  ,  bl.  331.  Hier  nach  Weiler, 
nr.  139,  8.  Vergl.  Philipp  Wackernagel,  s.  60  bis  62  und  Albert  Fischer. 
11.   hälfte  s.    154   f.  7   das]    fehlt    im    eiiizeldruoke  (E).  9  unghorsam. 

E   vngohorsam. 


105 

Seyt  da  bist  der  ist  kommen  her, 
Za  erquicken  von  ängsten  schwer. 

Cliri8t«8. 

Sünder,  dein  wort  erhör  ich  nicht! 
6  Da  thnst  mit  icht 

Gottes  willen  nacht  onde  tag. 

Dein  hertz  ist  gantz  in  sündt  verpflicht: 

Bey  böser  frücht 

Ain  fanlen  banm  man  kennen  mag. 
10  Die  weit  gefeit  dir  mit  ir  lost, 

Umb  sust,  so  bista  nit  auß  got! 

Dein  lieb  and  trieb  ist  fleysch,  verston: 

Der  Ion  der  sünde  ist  der  todt: 

Der  gerecht  der  wirdt  bhalten  schwer, 
15  Wo  wil  erscheynen  der  sonder? 

Sftnder. 

Eyniger  herr,  ich  hof,  dein  göt 

Urtayl  mich  nüt 

So  streng  nach  der  gerechtigkeyt, 
20  Seyt  da  kämest  voller  senftmüt, 

Do  son  David, 

Zo  seligen  nnns  sündig  leüt 

Sprachst  und  der  gsond  kains  artztes  dai*ff ! 

Wie  scharp£f  halfst  am  creütz  dem  Schacher! 
26  On  dich  warlich  kain  forsprech  ist, 

Do  bist  ye  der  eynig  mitler, 

Do  gottes-lam,  das  zu  uns  kam 

Und  der  gantzen  weit  sünd  hyn-nam! 

Christus. 

30  Sünder,  des  hertzen  ich  beger. 

Sonst  nichtsen  mer 

Eain  süsse  wort  oder  person! 

Wann  warlich  ye  nicht  ein  yeder, 

Der  spricht :  Herr,  herr ! 
86  Wirdt  in  das  reich  der  hymel  gan: 

Ir  mondt  all  stondt  mich  eren  ist, 
* 

14  der  wirdt  W.     herr  wirdt  E.  33  walich  E.  35  der  der  E. 


^^^^^^^^H 

^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^H 

it 

^^^^^^1 

IM 

j 

Doch  ist  ir 

herlz  von  mir  g&r  we3rtl                     ^^H 

Judas  der 

was  mit  Worten  gut,                              ^^H 

Sein  mal  und  hert7.  vol  UaB  imd  neydt,                 ^^| 

DeH  Ijd  er 

ach  und  ungemacfa,                               ^^H 

r.  Mb  aach  Simon,  dem  ssanbrer,  gschacb.                  ^^H 

Sttnder. 

■ 

Ob     IC^       »läin     liQ^i^       fllWi 

^ejter  pit                        ^^H 

Und  I 

^^1 

AlF  di 

m  thet,                          ^^H 

10   Seyt  < 

sanmmüt,                       ^^M 

Da  dr 

^^M 

Pauln 

^^M 

Ach  l 

n  m  dir,                      ^^M 

Kiun 

U  mein  hayll                 ^^M 

ir.   On  di 

[1                         ^^H 

Herr, 

in  todt  zu  tayl!               ^^H 

In 

äiin 

^^fl 

Und  konig  »aui,  die  auiruen  todt. 

Christas. 

20   Sünder,  dich  druckt  der  Sünden  last 

Und  hast  kain  rast, 

Ain  rauschent  plat  dich  jagen  thut. 

Mit  got  du  uit  zu  rechten  hast, 

Ob  er  dich  stost 
25   Mit  dem  teüff'el  in  helle  glut. 

Der  weg  und  steg  zur  hell  ist  weyt, 

Vil  leüt  geent  in,  gantz  ungezelt; 

On  zill  ir  vil  beruffen  seind, 

Am  end  ir  weng  sind  außerweit; 
30    Wann  got  spricht:  „Ich  erbarme  mich, 

Wes  ich  mich  erbarm  ewigklich". 

Sünder. 

Freündtlicher  hört!   Got  spricht,  der  herr. 
Bald  der  sünder 
35   Seüffzt,  er  sein  sündt  nit  dencken  wöl ! 
Wann  got  \\[\  nit  den  tode  schwer 
* 

l   ist]   xist    K.  20   .Sünden   E. 


107 

Des  sfinders  mer 
Sander  sich  ker,  und  leben  sol. 
Sich  nun:  Der  snn  verloren  war, 
Eombt  her,  bekent  sein  missethat; 
6  Sich,  hie  ist  die  eebrecherin: 
Treyb  hin  ir  feindt  and  sy  begnad! 
Dasprachst:  ,Elopfftan,eachwirtanff-than' 
Aaff  dein  selbs  wort  ich  mich  verlanl 

Christas. 

10  Sander,  meyn  gnad  wer  dir  geney^. 

Wenn  sich  ereygt 

Ein  gantzer  glaab  aaff  meine  wort; 

Mein  güttig  gnad  würdt  dir  erzeygt. 

Dann  würdt  geschweygt 
15  Das  gwissen  and  der  seien  mort: 

Sander,  noch  leer  dein  lampen  ist. 

Dir  prist  noch  des  gelaabens  öll; 

Glaabsta  mir  na,  das  ich  dir  kandt 

Gesandt  machen  dein  arme  seel, 
10  So  mag  es  sein,  got  wirckt  allein, 

Dnrch  den  glaaben  das  hertz  wirdt  rein. 

Sllnder. 

Ach  herr,  ich  glaab  aaff  dein  zasag, 

Ydoch  ich  klag: 
25  Hilf  meinem  angelaaben  schwer! 

Ein  brechen  ror  nit  gar  zerschlag! 

Von  tag  zn  tag 

Mir  meinen  schwachen  glaaben  mer! 

Herr,  na,  wilta,  so  wirdt  ich  heyl, 
30  Die  weyl  sanst  niemant  helffen  kandt. 

Herr,  sprich  in  mich  ein  gnedigs  wort, 

Wirt  fort  mein  krancke  seel  gesandt. 

Erbarm  dich  mein,  mein  seel  leyt  pein, 

Wirdt  qaelt  von  einem  geyst  unrein. 

S5  Christas. 

0  Christ,  groß  ist  deins  glaubens  krafft 

2b  uDgelauben  W.  vnglauben  K. 


Dir  gschecli  uach  deinem  glanbea  ft-ey! 

Acht  ulclit,  was  menschen-leer  etots  klafft, 

Sy  ist  lüghatt. 

Voller  betrag  und  gleyßnerey, 

Ker  umb,  ich  kiimbi  leb  uach  lueim  wart, 

Lieb  fort  vor  all  ding  gottea  gut 

Und  y"*^  '^•*  ^'"^  ^'^^  "■^"*'iaten  dein, 

Scy  ri  hyn  im  Md 

Und  I  wirdt  erg^ 

Dt^yn  ite  wer, 


Lob 

Das  e 

Erlöse 

Mein 

Das  fi  "  "* 

Und  widerstreyttet  aeim  gebot: 

Ich  pii,  üiiii  iiil  ilciu  gts^ol  voü  iiiir, 

Sunst  wür  dein  senfftes  joch  mir  schwer. 

0  Christ,  all  frist  im  wort  verhar, 

!Meyd  gar  all  menschen-gsetz  und  -leer. 

Herr  und  got  mein,  das  worte  dein 

Soll  meiner  füsse  lucern  sein. 


109 


Der  9  psalm  Dayid  hoch  zv  singen  im  ton:  Con- 
fltebor  tibi  domine  in  tote  corde. 

Ich  wil  dem  herren  sagen  danck 
Von  ganzen  meinem  herzen, 
5  Und  wil  erzelen  von  anfanck 
Seine  wnnder  an  scherzen. 

Ich  wil  mich  frayen,  frolich  sein 
Und  loben,  herr,  den  namen  dein, 
Dw  pist  der  alier-höchste. 

10  2 

Mein  feind  hast  driehen  hinter  sich, 
Sie  sind  zw  rneck  gefallen 
Vnd  sind  vmb-kumen  schnelliclich 
Vor  deim  angsicht  mit  schallen.  |bl.  109] 
16       Mein  recht  vnd  sach  hast  außgefnert 
Auf  deinem  stuel,  wie  sich  gepuert, 
Dw  pist  ein  rechter  richter. 
* 

1  Die  dreizehn  psalmen  enchienen  im  jähre  1526  bei  Gatkneoht  in  Nürn- 
berg \m  einieldrucke.  Damaeb  bat  sie  Philipp  Waokernagel,  Das  deutsche 
kirebenlied  von  der  ältesten  teit  bis  sa  anfang  des  17.  Jahrhunderts.  Leipzig 
1864.  Dritter  band,  s.  62  bis  67  wiederabdrucken  lassen.  Nach  Will-Nopitsch, 
NUrnbergisobes  gelehrten-lexieon  VIII,  s.  9  waren  diese  psalmen  auch  im  En- 
chiridion,  Nürnberg  1527  enthalten;  endlich  hatte  man  sie  auch  im  Nürnberger 
^esangbuob  :  864  geistliche  psalmen.  Nürnberg  1637.  8.  aufgenommen.  Hans 
Sachs  sehrieb  sie  in  seinem  16  meistergesangbucbe  nochmals  nieder,  »weil  siec, 
wie  er  sagt,  »sonst  in  keinem  puch  verfasset  sind,  darmit  sie  auch  nit  ver- 
gingen vnd  gar  verloren  wurden,  wie  mir  mit  etlichen  vorher  geschehen  ist«. 
Nach  dieser  niederschrift,  die  seit  November  1892  der  Nürnberger  Stadtbibliothek 
gehört,    gebe    ich  hier  die  psalmen.  1   Im  sechsehnten    meistergesangbuobe, 

bl.   108'  bis    109'.     Vergl.   band    18,  s.   51.  2  A  Confitebor    tibi    domine    in 

toto  eorde]  fehlt  S.  6   A    Deine.  16   A   sitzst  du   geziert 


wo 

3 

Olfi  h&iden  dw  g^escUolten  Imst 
dÜ  ninbraeht  die  götloaen, 
Iren  nanion  verdiiget  vaßt 
Ewig  mit  Bclmjiden-moien, 

Die  icUwert  des  feinda  haben  ain  ent^ 
Ire  stet  bastw  nmb-gewent, 
-kuiDeii. 


Tfl 


m 


t  ewiclicti 

perejte, 

f  erterloti, 

bdkella 

;  des  armeii  achnetss, 

Ibttel  er  in  gneu, 

dnrcii-editet. 


Darnmb  werden  hoffen  auf  dich 
Die  deinen  namen  kennen, 
Wan  dw  verlest  nit  ewiclich 
Die  dich  suechen  mit  drenen. 
Lobet  den  herren  zv  Zion, 
Verkündet  den  lewten  sein  thon, 
Er  fragt  nach  irem  pluete. 

6 

Des  armen  gschray  er  nit  vergist! 
Sey  mir  genedig,  herre, 
Sich  an  mein  ellent,  wie  das  ist 
Unter  dem  feint  so  schwere, 

Der  dw  mich  erhebst  aus  dem  dot. 
Des  ich  erheb  dein  preis,  mein  got, 
Und  mich  erfrew  deins  hailes.  [bl.  109' 


Die  haiden  sint  versuncken  stez 
35   Int  grueb,  die  sie  gmacht  lietten. 


32  S   erfraw. 


111 

Ir  faes  ist  gfangen  in  dem  netz, 
Das  sie  uns  stellen  detten, 

Der  herr  ist  pekant  und  schafb  recht, 
Der  gotlos  ist  verstricket  schlecht 
6  Im  werck  seiner  hent,  sela. 

8 

Die  gotlosen  maesen  gen  hei 
Keren  mit  irem  wesen, 
Got  wirt  des  armen  angefel 
10  Nit  also  ganz  yergesen. 

Des  armen  ho£fnang,  zvfersicht, 
Die  selbig  wirt  mit  nichte  nicht 
Ewiglich  sein  verloren. 

9 

15  Ste  anf,  herr,  das  die  menschen  nicht 

Uberhant-nemen  auf  erden, 

Anf  das  all  haiden  fner  gericht 

Vor  dir  gerichtet  werden. 
Und  setz  in  ainen  lerer,  her, 
so  Das  die  haiden  erkennen  mer. 

Das  sie  sint  menschen,  sela. 

Anno  salutis  1526. 


112 


Der  zeheiil 
i 

1 

^  s 

I 
I 


hoch  m  dngen. 


im  flo  feri", 
parmen  ? 
nembt  ser, 
armen  ^ 
latwilkn  iebt 
,  wie  im  üebt, 
i  in  Itteste. 


2  [bl  110] 

10  Der  geizig  segnet  selbert  sich 

Und  lestert  got  gar  sere, 

Weil  sein  zoren  get  gwalticlich, 

Fragt  er  nach  nimant  mere, 

All  sein  anschleg  die  sint  on  got, 
15   Deine  gericht  sint  im  ain  spot, 

Er  handelt  drutziklichen. 

3 

In  seinem  herzen  er  da  spricht : 
Mein  reich  get  nicht  zv  griinde, 
20    t]s  wirt  nit  not  haben,  er  dicht, 
Vol  fliieches  ist  sein  munde. 

Unter  seinr  zung  ist  nuie,  arbeit, 
Sitzt  auf  dei'  lawer  alle  zeit, 
Erwürgt  die  unschueldigen. 


Seine  äugen  die  haben  acht 
Auf  den  elenden  havvffen, 


1    AKi    IC.   l.l.    109'. 


4    S   sorr. 


118 

Er  lawrt  im  verporgen  zv  nacht, 
Wie  ein  leb  thaet  er  strawffen, 

Anf  das  er  den  elenden  hetz 
Und  zewcbt  in  darnach  in  sein  netz, 
5  Wen  er  in  hat  erhaschet. 


Den  armen  er  feit,  schlecht  nnd  kmembt, 
Mit  gwalt  thaet  er  in  pressen. 
In  seinem  herzen  er  sich  rnembt, 
Sam  hab  sein  got  vergessen, 

Des  armen  not  gar  alle-sant: 
0  herr,  ste  anf,  erheb  dein  hant, 
Vergis  nicht  des  eilenden. 

6 

Waromb  lestert  der  gotlos  got 

Und  spricht  in  seinem  herzen, 

Dw  fragst  nit  nach  der  armen  rot 

Und  schawst  doch  jamer,  schmerzen,  [bl.  110'] 

Das  man  dirs  in  dein  hent  geh  anif, 
Das  Wirt  anch  thon  der  arme  hanff, 
Dw  pist  der  waisen  helffer. 


Den  arm  des  gotlosen  zerprich. 
Such  seinen  grimmen  ymer, 
85  So  wirstw  vinden  schnelliclich 
Sein  gotlos  wesen  nymer. 

Der  herr  ist  ktinig  ewicleich, 
On  ent,  ewig  so  wert  sein  reich, 
Die  haiden  wem  amb-kumen. 

so  8 

0  herre  got,  dw  hörest  zw 

Der  elenden  verlange, 

Ir  herz  schreit  zv  dir  spat  und  frw, 


26  8  gotloch. 
Hmbi  Sftohi.    XXU. 


115 


Der  11  psalm  Davids  hoch  zw  singen. 

Ich  traw  auf  got,  den  herren  mein, 
Was  sprecht  ir  zv  ineinr  sele, 
Sol  fliegen  wie  ein  fogelein 
5  Auf  ewre  perge  schnelle  ? 

Wan  schawl  die  gotlosen  alsant 
Haben  ir  pogen  aufgespant, 
Legen  ir  pfeil  auft  sennen, 

2 

10   Zw  schiessen  im  duncklen  darmit 

Die  auffrichting  von  herzen, 

Den  grünt  haben s  verschonet  nit, 

Umbgerissen  mit  schmerzen. 
Was  sol  der  gerecht  darzw  thon  ? 
15  Der  herr  ist  in  seim  tempel  fron,  [bl.  lllj 

Sein  stuel  ist  in  dem  himel. 


Seine  aügen  die  sehen  drawff 
Und  seine  augen-liede 
20  Prueffen  der  menschen-kinder  lawif; 
Auch  merckt  mit  under-schiede 

Den  gerechten  der  got  und  herr, 
Sein  sei  hast  den  gotlossen  ser 
Und  der  da  freffel  liebet. 


über  die  gotlosen  wirt  er 
Strick,  feuer  regen  thone 
Und  wind,  des  ungewiters  mer 

MO    16,  bl.   110'.  23  S  serr.  24  S  freffeliebet. 

8* 


116 

EiD-Bchenckt  er  in  zw  lone. 

Der  herr  hat  lieb  gerechtikeit, 
Dammb  das  ir  angsicht  alzeit 
Hie  schawt  anf  das  gerechte. 

Anno  salutis  1526. 


117 


Der  13  psalm. 

Herr,  wie  lang  wilt  vergesseu  mein 
In  meiner  grosen  note? 
Wie  lang  verpirgst  das  antlitz  dein? 
Herr,  wie  lang  sol  ich  gote 

(Hie  rat!)  suechen  pey  meiner  seel? 
Wie  lang  sol  mein  herz  leiden  qael? 
Mein  feint  thaet  sich  erheben. 


10  Schaw  and  erhör  mich,  herr  nnd  got, 
Und  mein  äugen  erlencbte, 
Das  ich  nit  entschlaff  in  dem  dot, 
Das  sich  mein  feint  guet  dewehte, 
Das  er  mein  mechtig  worden  sey, 

15   Und  sich  mein  Widersacher  frey, 
Das  ich  sey  nmbgestosen.  [bl.  UT] 

3 

Herr,  ich  hoff  aber  auf  dein  guet, 
Deins  hails  frewt  sich  mein  herze, 
so  Durch  Cristnm  hastw  mich  pehuet 
Vor  ewiclichem  schmerze, 

Der  fuer  mich  lied  den  pitern  dot, 
Des  wil  ich  dir  lobsingen,  got, 
Das  dw  mir  hast  geholfen. 

26  Anno  salutis  1526. 

l    MU   16,  bl.   111.         23  got|  fehlt  8. 


118 


Der  15  psalm. 

Her,  wer  wirt  won  in  deiner  huet, 
Auf  deim  heiligen  perge? 
Wer  an  wandel  hat  ein  gemaet 
Und  thuet  gerechte  wercke 

Und  ret  von  herzen  die  warheit 
Mit  seiner  znngen  alle  zeit, 
Seim  nechsten  uit  nach-redet. 


10   Und  seinem  nechsten  thuet  kein  leid 
Und  thuet  kein  schmach  auf-pringeu 
Wider  sein  nechsten  alle  zeit, 
Veracht  nit  die  geringen, 
Meit  die  unduechtig  sind  im  grüud. 

15   Aber  er  eret  alle  stund 
Die,  so  den  herren  fuerchten. 

3 

Und  der  da  seinem  nechsten  schwert 
Und  darfon  nicht  thuet  wencken, 
20  Wer  sein  gelt  nit  mit  wuecher  mert 
Und  nembt  auch  nit  geschencken 
Über  der  unschueldigen  pluet: 
Wer  dise  ding  von  herzen  thuet, 
Der  wirt  ewig  wol  pleiben. 

35  Anno  salutis  1526. 

MG   16,  bl.    111'. 


119 


Der  30  psalm.    [w.  112] 

Herr  got,  ich  wil  erheben  dich, 
Wan  dw  hast  mich  erhaben, 
I)w  lest  mein  feind  nit  frewen  sich, 
Die  mich  ^awsam  umb-gaben. 

Herr,  mein  got,  da  ich  schray  zv  dir, 
Machstw  mich  hail  nach  deiner  gir, 
Dw  faerst  mich  aus  der  hele. 


10  Das  leben  hast  pehalten  mir. 

Da  die  int  gmeben  faren. 

Ir  heilligen,  lob  singet  ir, 

Dem  herren  dancket  gare 

Zv  dechtnus  seiner  heillikeit, 

15   Den  sein  zoren  wert  kurze  zeit; 
Wan  er  hat  luest  zum  leben. 


Das  wainen  wert  den  abent  lang, 
Aber  des  morgens  rume! 
20  Da  mirs  wol  ging,  da  sprach  ich  lang, 
Ich  pleib  ewig  darume; 

Da  dirs  wol  gtil,  machst  dw  mich  starck, 
Aber  da  sich  dein  angsicht  parck, 
Do  erschrack  ich  von  herzen. 


Mein  herr,  ich  wil  rueffen  zv  dir, 
Dem  herren  wil  ich  flehen. 

♦ 

1    MG   18,  bl.  112.         23  S  antgschioht. 


ey  mir  gtieiKdi! 

ilren^eu  mlcb, 
lleL  kreuckefi.  (M  113] 
ich  wider  niich^ 

hl,  (loff  ich  awt'  dich, 
ruetncn. 


Aut  got  80  wii  ich  holten  tnon, 

Was  soll  den  Haisch  mir  schaden  ? 
l)e«rlich  mein  wort  sie  fecliten  on, 
Ir  ;^eniiiet  ist  peladon. 

Das  sie  mir  iiebels  tliun,  daraiiff 
Lawren  und  halten  sie  zv  hawlT, 
Haben  acht  auf  mein  fersen, 

8 

Auf  das  sie  erhaschen  mein  sei, 
Man  hilft  in  ir  undate: 
(iot,  stos  solich  lewt  in  die  hei 
Zorni;^  hinunter  spate! 

Zele  mein  tlucht  und  fasse  auch 
Meine  zeher  in  deinen  schlawch, 
Den  wern  mein  feint  umbkeret. 


Wen  ich  dich  anrueflf  in  der  not, 
So  sor}^  ich  kein  vertuemen ; 


1    .M(;    10,   bl.    112'. 


128 

Wan  dw  pist  warhaftig  mein  got, 
Gottes  wort  wil  ich  raemen. 

Ich  wil  raemen  des  herren  wort, 
Auf  got  hofif  ich  und  fuercht  nit  fort, 
Was  wil  ain  mensch  mir  thuneV 


Ich  hab  geluebt  dir  dan,  mein  got. 
Die  ich  mit  danck  pezale. 
Wan  dw  hast  mein  sei  von  dem  dot 
Erettet  nberale 

Und  mein  faes  vom  schluepifen  all  tag, 
Auf  das  ich  frolich  wandern  mag  [bl.  113'] 
Vor  got  im  Hecht  des  lebens. 

Anno  salutis  1526. 


124 


Der  58  psalm. 


Wörlt  ir  den  nicht  reden  ein  mal 
Das  warhaft  und  gerechte, 
Und  richten  nach  geliecher  wal, 
Ir  menschen-kinder  schlechte? 

£wr  herzen  gent  mit  unrecht  amb, 
Ewr  hent  sint  freffel  und  unfrumb, 
Ganz  nach  gotloser  arte. 


Die  gotlosen  entpfrembden  sich, 
Von  mueter-leib  entpf äugen, 
Die  luegen-reder  irren  sich, 
Ir  wueten  gleicht  der  schlangen. 

Als  die  ater  zv-stopft  ir  or. 
Das  sie  des  zawbrers  stim  nit  hör, 
Der  sie  kan  wol  peschweren. 


Got,  ir  zen  in  dem  maul  zerprich, 
Her,  prich  die  packen-zene 
20  Der  jungen  leben  schnelliclich. 
So  werden  sie  vergene 

Wie  Wasser,  das  flew^set  dahin! 
Mit  iren  pfeillen  ziellens  in, 
Aber  sie  werden  feien. 

25  4 

Sie  vergen,  wie  ein  schneck  verschmacht. 
Wie  ein  unzeitig  fruechte 

1  MG  16,  bl.   113'. 


125 

Eins  weibes  werden  sie  geacht, 

Die  son  sie  nit  haimsnechte:  [bl.  114] 

£e  man  enr  dorn  spnert  am  stranch, 
Wirt  sie  der  zom  hin-reissen  ancb, 
Weil  sie  sint  frisch  and  jnnge. 


Den  Wirt  sich  frewen  der  gerecht, 
Wen  got  solch  räch  im  dnete, 
und  Wirt  seinen  gang  paden  schlecht 
In  des  goüosen  plnete, 

Das  die  lewt  werden  sagen  da: 
Der  ghrecht  wirt  sein  geniesen  ja, 
Got  ist  richter  anf  erden. 

Anno  salatis  1526. 


126 


Der  124  psalm. 

Wo  der  'herre  nit  pey  uns  wer, 
Also  sag  Israhele, 
Wo  niclit  pey  uns  were  der  her, 
6  Wan  die  menschen  an  zele 
Setzen  wider  nns  gwalticlich, 
Sie  verschlunden  uns  lebentig. 
Wen  ir  zoren  ergrimet. 

2 

10  So  het  das  wasser  nns  erdrenckt 
Die  stramen  nnser  hasser, 
unser  sei  het  zw  grund  gesenckt, 
Es  weren  hohe  wasser 

Über  nnser  sei  gangen  spat: 

15  Gelobt  sey  got,  der  nns  nit  hat 
Geben  znm  raub  ir  zenel 


Entrunen  so  ist  nnser  sei  [bl.  114'] 
Wie  ein  vogel  on  wissen 
20  Einem  listigen  vogler  schnei, 
Der  strick  der  ist  zerissen, 

Und  wir  sint  frey,  quid- ledig  los, 
Unser  hilflf  stet  im  herren  plos. 
Der  gmacht  hat  himel,  erden. 

25  Anno  salutis  1526. 

1    MG    Iß,  bl.  114. 


127 


Der  127  psalm. 

Wo  das  hauB  nit  pawet  der  herr, 
So  arbeitten  umb-snnste 
Alle,  die  daran  pawen  ferr; 
Wo  nit  der  herr  darck  güenste 

Selber  pewaren  ist  die  stat 
Dnrck  sein  pawnng,  bnet  nnd  genat, 
So  wacbt  nmbsnnst  der  wecbter. 


10  Umb-snnst  ist,  das  ir  frwe  anfstot 

Und  arbeit  lang  in  schwere 

Und  esset  das  bartselig  prot! 

Den  wem  es  gunt  der  berre, 
Dem  geit  ers  scblaffent  sanft   und  lind^ 
15  Die  erb  vom  berren  sein  die  kind, 

Der  Ion  die  fmcbt  des  leibes. 


Gleicb  wie  die  pfeil  sind  in  der  bandt 
Ains  Stareken,  thaet  nicbt  fliehen, 
20   So  sint  die  kinder  allesandt, 
Der  berr  muß  sie  selb  ziehen; 

Wol  dem,  der  sein  kocher  vol  bat! 
Die  werden  nicht  zv  schänden  spat, 
Wens  mit  irn  feinden  reden,  [bl.  115] 

36  Anno  salutis  1526. 

1   MG    16,  bl.   114'.  16  8  berrn.  21   maß]  S  Reib. 


lerren  reitil 

loben, 

IS  leben  mein, 

t  oben. 

die  fuerstjen  niclit. 

UeD-kind  mit  icbt,, 

it  helfen. 


vo   Wan  sein  gaist  hat  kain  pleiben  b!e, 

Er  mues  ausfaren  wider 

Und  kumen  zv  der  erden  ie, 

Sein  anschlej^  liegen  nider : 

Wol  dem,  des  hilff  got  Jacobs  ist, 
ir»    Wol  dem,  des  hoffnung  alle  frist 

Stet  auf  got,  seinen  herren, 


Der  himel,  erd  und  auch  das  mer 
Und  alles  was  ist  drinnen 
Gemachet  hat  an  alle  schwer! 
Er  ist  ob  seraphinen 

Und  helt  gelauben  ewiclich, 
Er  schaffet  recht  wunderparlich 
Dem,  der  hie  unrecht  leidet. 


Der  dem  hungrigen  gibt  das  prot, 
Der  herr  löst  die  gefangen, 
Der  herr  macht  gescheut  an  spot 
Die  plinden  mit  verlangen. 


MO    16,   bl.    116. 


129 

Der  her  rieht  auf  so  darch  die  feind 
Alhie  nider-geschlagen  seind, 
Der  herr  liebt  die  gerechten. 


5   Der  herr  die  frembdlingen  pewart 
Und  peschnetzet  die  waisen, 
Hebt  anf  die  witwen  allefart, 
Stilt  der  gotlosen  raysen. 
Der  herr  ist  känig  ewicleich, 

10  Got,  ZV  Zion  weret  dein  reich 
Für  nnd  fdr,  hallelnja. 

Anno  1526. 


Uant  Sacks.    XXII. 


^^^3 

! 

1 
1 

i 

1 

3 

lami^                   ^^M 

in  neweit  Ikd                ^^^| 
[  dem  fried                     ^^^| 

tdnder  Zioti                     ^^^B 

g  fron,                           ^^B 

Mit  paucken,  harpfen  spielen  sie: 
Der  herr  hat  wol-gefallen 
An  seinem  volck,  er  zieret  die 
Armen  mit  hail  ob  allen. 

Die  heilling  sind  frolich  in  er, 
Iren  hals  got  erhöhet  ser, 
Schwert  sind  in  iren  henden. 


Zw  neben  untern  haiden  räch, 
Straff  pein  völckern  in  landen, 
20    Ir  knng  mit  ketten  pinden,  ach! 
Ir  edlen  mit  fuspanden,  |bl.  116] 

Das  sie  an  in  tliund  das  gericht. 
Wie  gschrieben  ist.  Solch  er  verpflicht 
Haben  all  sein  heilligen! 

'2b         Anno  sal litis  1526,  am  30  tag  Octobris. 

1    M(J    IC,   bl.    115'. 


131 


Anslegnng  der  wunderlichen  Weissagung  Yon  dem 
papstam,  wie  es  ihm  bis  an  das  ende  der  weit  gehen  soll. 

Weil  sich  der  bapst  von  got  abwendt, 
Anff  gnt  und  weltlich  regiment, 
5   Zn  blnt-vergiessen,  krieg  und  streit, 
Ist  er  kein  hirt  der  Christenheit. 


Der  bapst  offt  mit  dem  keyser  kempft, 
Mit  frembder  herschafft  yhn  verdempft, 
10  Als  Friderich  Barbarossa  gschach 
und  manchem  keiser  anch  hernach. 


Der  bapst  wolt  folgen  gottes  wort; 

* 

l  Im  sweiien  (verloreDOD)  sprnohbaohe,  bl.  349  »Die  propheiey  Tom  pabstam 
149  yers«.  Hugo  TToIftein,  Die  reformation  im  spiegelbilde  der  dramatisehen 
litteratar  des  secbtehoteo  jahrbunderta.  Halle  1886.  s.  67:  Der  latberiscbe 
pfarrer  von  St.  LoreDi  io  Nürnberg,  Aodrea«  Oslander,  ließ  die  aas  dem  13. 
Jahrhunderte  stammeoden ,  nach  seiner  aussage  im  dortigen  Kartbeuserkloster 
aufgefundenen,  in  Wahrheit  aber  dem  buche :  Vaticinia  Joachimi.  Bononiae  1515. 
4.  entnommenen  Weissagungen  des  Kalabreser  mönches  Joaohim  über  das  papstum 
ond  seine  geschieke  mit  yierieiligen,  die  holsscbnitte  erklärenden  Strophen  von 
Hans  Sachs  eisoheinen.  Vergl.  E.  Weller,  Hans-Sacbs-bibliographie  s.  90  nr. 
216  und  s.  109  bis  114.  W.  Möller,  Andreas  Osiander.  Elberfeld  1870.  s.  97. 
Jiek  ond  Heller,  Beitrüge  lur  kunst-  und  literaturgesobiohte.  s.  99.  Luthers 
brief  an  Georg  Spalatin  1527  April  29:  Luthers  briefe,  hg.  von  de  Wette. 
3  thl.  Berlin  1827.  s.  169.  Stäudlins  Arohiv  fUr  alte  und  neue  kirchengesoh. 
1826.  s.  271  f.  Die  Urkunden  darüber,  wie  es  dem  herausgeber,  dem  Verleger 
and  dem  dichter  erging,  sind  veröffentlicht  im  historisch-diplomatischen  magazin 
fQr  das  Vaterland  und  angrenzende  gegenden.  I.  band.  Nürnberg  1781.  st.  3. 
s.  344  f.  nach  dem  ratsbuche  M.  1525  bis  1527.  fol.  256.  27.  März  1527. 
Vergl.  auch  Oscar  Hase,  Die   Koberger.   2.  aufl.  Leipzig   1885.  s.  245   f. 

9* 


182 

Ihm  wird  gewert  mit  rhat  und  mort 
Durch  sein  fnchslistig  hoifgesind, 
Darumb  er  bleibt  verstockt  und  blind. 


5  Der  bapst  der  feht  den  keiser  fein 
Mit  eydespflicht  der  krönung  sein, 
Macht  yhn  auch  matt  durch  seinen  ban, 
Als  er  viel  keisem  hat  gethan. 

5 

10  Der  bapst  macht  viel  gesetz  und  gpot 
Zu  halten  bey  ewigen  todt  — 
Ding,  die  gott  nit  geheyssen  hat, 
Das  kommet  auß  des  teuffels  radt. 

6 

Iß  Darumb  wonet  bey  dem  bapst  auch  bey 
Die  grundtsup  aller  puberey; 
Als-denn  zu  Rom  sieht  yderman 
Zucht,  eer  und  frumkeyt  untergan. 


20   Des  bapsts  vil  kaysser  han  geschont; 
Den  er  doch  bößlich  hat  gelont, 
Als  kayser  Friderich  dem  andren 
Und  ander  mer,  der  ich  nicht  neu. 

8 

25  Dem  babst  all  frumckeyt  ist  verschmecht: 
Wer  yhm  gelt  gibt,  der  ist  gerecht, 
Sey  gleich  maynaidig  und  trewloß, 
Ym  gibt  er  brieif  und  freiheyt  groß. 

9 

30  Der  babst  hat  mit  dem  sathan  gmeyn 
Reygirt  durch  das  einsprechen  seyn, 
Und  wer  sein  leere  widerredt. 
Der  Wirt  von  yhm  verjagt,  getödt. 

10 
86   Der  bapst  rümpt  sich,  er  sey  geleich 


138 

Ein  rechter  erb  znm  romischen  reich: 
Ob  es  den  adler  schon  verdries, 
Mnß  er  yhm  küssen  doch  seyn  fües. 

11 

5  Der  babst  erhebt  die  schetz  der  weit 
Mit  ablas  und  aach  Tnrcken-gelt, 
Mit  manchem  fdndt  nnd  Simoney; 
Der  geltstrick  sindt  gar  mangerley. 

12 

10  Auch  herscht  der  babst  durch  seyne  list 
über  viel  königkreich,  das  wist! 
Durch  seyne  knecht,  Juristen  gut, 
Die  halten  yhm  seyn  reich  yn  hut. 

13 

15  Damit  er  sitzt  yn  grossem  pracht, 
Biß  das  seyn  wirdt  vor  gott  gedacht ; 
Der  mag  seyn  lioffart  leyden  nicht, 
Verstost  yhn  heymlich  durch  seyn  gricht. 

14 

20  Denn  droet  gott  yhm  durch  seyn  wort, 
Der  bäbstlich  stul  der  werdt  zerstört, 
Als  Paulus  klerlich  gibt  nrkundt, 
Gott  werdt  yhn  dötten  durch  seyn  mundt. 

15 

26   Das  gschicht,  so  yhn  gott  greyflfet  an 
Mit  seynem  wort  vor  yderman, 
Dena  wirdt  entdeckt  seyn  abentewer, 
Das  er  eyn  greul  ist  ungehewer. 

16 

80  Der  babst  veracbt  der  schrifft  verstandt, 
Reigirt  mit  gwalt  seyn  leut  und  landt 
Gleich  als  eyn  gwaltig  weltlich  herr, 
Meynt,  seyn  verderben  sey  noch  verr. 


134 


17 

Er  hat  auch  leut,  die  für  yhn  kenipffen, 
Die  gottis  wort  fast  helffen  dempfen; 
Wo  es  sich  ettwan  hören  lat, 
5  Entstet  eyn  kampff  ans  satans  rat. 

18 

Als  nun  kam  die  far-sehen  zeyt, 
Schickt  gott  auif  yhn  seyn  wort  gemeyt, 
Ob  dem  ablas  der  kampff  anfing 
10  Vor  aller  weit  yn  offnem  ring. 

19 

Das  gotlich  wort  was  kreiftig  starck 
Und  decket  aaif  das  babstumb  arck 
Mit  günst  etlicher  stet  and  fürsten, 
15  Die  auch  nach  gottis  wort  was  dürsten. 

20 

Das  thet  der  heldt  Martinas  Luther, 
Der  macht  das  evangeli  lauther, 
All  menschen-leer  er  gantz  ab-hauth 
20   Und  selig  spricht,  der  gott  vertrawth. 

21 

Des  wer  der  gemeyn  man  gern  frey, 
Beschwert  durch  bäbstlich  schyuderey. 
Das  yhn  gedruckt  hat  lange  zeyt. 
26   Dem  babst  nicht  werdt  die  oberkeyt. 

22 

Deshalb  der  gmeyn  man  grymig  ist; 
Er  kent  noch  paß  des  babstes  list, 
Seyn  pratick,  geytz,  untrew  und  schult, 
30  Gantz  mechtig  wechst  seyn  ungedult. 

23 

Noch  wirdt  die  oberkeyt  geplent, 

* 

5  W  teufeis.  22  W  gern.     A  geren.  24  W  lange.     A  lang. 


135 

Die  offen  warheyt  wurdt  verprent 
Zu  Wörmbs  aaff  dem  ersten  tag, 
Durch  list  der  babst  noch  obe  lag. 

24 

6  Vil  klärer  gottis  wort  anff-prach, 
Enteckt  dem  babst  gantz  all  seyn  sach 
So  hell  nnd  lanter  gantz  und  gar 
Zu  Nürnberg  yn  des  reiches  schar. 

25 

10  Des  stet  der  babst  ynn  jamer  groß; 
Denn  der  vor  wardt  seyn  hanßgenos, 
Der  fichtet  itzt  auch  wider  yhn, 
Des  fert  seyn  gwalt  und  macht  do-hyn. 

26 

16  Denn  hat  des  babstes  reigiment 
An  eer  und  gut  eyn  grausam  endt, 
Des  sitzt  er  hie  yn  angst  und  not. 
Durch  wens  geschieht,  das  wayß  nur  gott. 

27 

20  Denn  muß  der  babst  seyn  schnldt  bekennen 
Und  sich  eyn  knecht  der  knechte  nennen 
Und  lassen  seynen  gwalt  der  hert, 
Die  er  vor  malck,  schandt  und  ermört. 

28 

25  Denn  wirdt  gott  selber  setzen  eyn 
Getrewe  knecht  seyner  gemeyn, 
Und  wirdt  sie  stercken  durch  seyn  geyst, 
Das  sie  die  wayden  machen  feyst. 

29 

so  Die  eeren  wirdt  die  cristlich  schar, 
Seyt  das  sie  Christum  leren  klar, 
Den  edlen  hymelischen  schätz, 
On  menschen-leer  und  all  zusatz. 

* 

18  W  geschieht.     A  gschioht.         26  W  knecht.     A  knechte. 


Bi^^l^^^V 

^H 

^H 

Das  wereii  aol,  biß  CUristue  kuni                    ^^H 

Uud  riditen  wirdt  bayd  p5B  uud  frnm.          ^^H 

Dem  wirdt  der  gwalt  gmtx  obergebt^o,          ^^H 

:i   Eil  dem  wir  ewig  herscLeu  werden.               ^^| 

* 

Amen.               ^^H 

c 

Uli  hast  gescliawt            ^^H 

f 

iCb  prawt,                               H 

|Ö    1 

at  stet,                                 H 

i 

tinterfeib                                H 

i 

d  tinuntzei),                           ^M 

1 

d  alfanlzeUf                            ^^ 

1 

bat  gctnaebt                        H 

i«  1 

hren  pracbt                        ^^ 

1 

sie  betrogen,                  ^^^H 

Sie  alle  yn  yUr  ntlz 

gezogen                             V^^ 

Mit  sampt  all  yhren  nnterthonen, 
Und  wie  sie  nyemandt  tliet  verschonen 
Mit  schinden,  schaben,  liegen,  trigen, 
Mit  pannen,  tiuchen,  morden,  krigen, 
Bili  das  der  babst  so  hoch  ist  kumnien, 
Ciantz  aller  herschafft  ob-geschwnmmen 
Mit  reichtumb,  gwalt  und  pracht  furwar, 
Und  hat  gewert  so  lange  jar. 
Auß  der  verhencknus  gott,  des  herren, 
Wurdt  schon  der  babst  erkent  von  ferreu, 
WUrdt  seyn  falsch  leer  yhm  anifgeruckt, 
Würdt  es  doch  wider  nyder-druckt. 
Wir  plyeben  stet  yn  seynen  stricken, 
Biß  gott  seyn  heylsam  wort  thet  schicken. 
Das  deckt  erst  auff  seyn  unreyn  gifft, 
Und  wirdt  probirt  durch  heylig  schrifft 
Seyn  verfürung  und  falsche  leer. 
Darumb  wer  oren  hab  der  höer, 
Von  lueg  sich  zu  der  warheyt  keer! 
Gott  gebe  besserung  den  seynen. 


Letito   zoile   nur  in   der   2   ausgäbe. 


187 


Vorrede  zum  zweiten  meistergesangbüche. 

Genad  und  frid  des  herren  Gristi  sey  mit  uns  allen  alle  zeit! 
amen. 

Nach  dem,  cristlicher  lesser,   das  rein  wortt  gottes  wideramb 

6  pey  ans  Tentschen  erschinen  ist  nnd  die  knnst  des  meistergesangs 
got  zw  lob  erfanden  ist,  so  hab  ich,  Hans  Sachs,  angefangen  mit 
hilff  gottes  zw  tichten  nnd  zw  schreiben  die  nachfolgenden  par  in 
dissem  pächle  got  zw  lob  and  zw  aas-preittang  seines  heilsamen 
wort,   welches  vor  wie  in  andern  pachern    aach  im  meistergesang 

10  wenig  angefelscht  gefanden  wart.  Welche  folgende  par  aber  den 
meisten  deil  ans  heilliger  wiblischer  schrift  altz  and  neas  testamentz 
gemacht  sint,  and  sint  der  par  in  der  snm  135  and  sint  gesetzt  in 
37  thönen.  Zw  pehender  anthericht  han  ich  zway  reigister  in  das 
folgende  pachle   gestelt:    das  erst    nach    dem   alfabet   alle   niaterj 

15  folgender  par  znfinden;  das  ander  aaf  die  par  nnd  die  thön,  wo 
mau  die  suchen  sol.  Auch  findestw  binden  darin  etlich  new  thon 
genotirt.  Und  solches  püchlein  hau  ich  angefangen  anno  salutis 
1526  jar  in  die  Johannis  Baptiste  und  im  1528  jar  wideruin  in  die 
Johanis  Baptiste  volent.     Gut- williger  lesser,  gib  got  die  er!  amen. 

ao  Laus  deo. 

1  Als  ein  beispiol  der  Torreden,  die  Ilans  Sachs  zu  seinen  meistorgesang- 
büchern  schrieb,  stehe  hier  die  erste  der  erbaltenen.  Die  späteren  sind  ahn- 
lieh  gehalten. 


Die  sieben  prot. 

In  tlitii  llion,  wie  mau  des  hiireu  rock  äiuget. 

Marens  sclirelbet  am  achten  dar: 
Als  vil  volckes  pey  Crislo  war 
5   Und  LeteQ  uicht  zv  össen, 
Kiieft  Jesus  sein  junger  zv  sicli 
Und  sprach:  „Des  volckes  jamert  mich. 
Ürtjy  dag  sins  hie  gesessen: 


|bl.  132]     Wen  sie  uun  nicht  zw  essen  hon, 
Und  las  ich  sie  UDgessen  gou, 
Sie  werden  schwach  von  note; 
Wan  etlich  knwen  »ind  von  ferr**. 
Seio  jnnger  sprachen  zv  im:  ^Herr, 
la  Wo  nenien  wir  den  prote, 


Das  wir  sie  speyeeu  in  der  wüest, 
Das  in  ir  liunger  wird  gcpüest*'  ? 
Und  Cristus  sie  da  fraget, 
Wie  vil  sie  hetten  protes  all. 
Sie  sprachen:  ^Sieben  an  der  zaIPl 
Cristns  gepot  nnd  sagtet 


Dem  volck,  zw  legem  auf  die  crd, 

1  Im  BGchzoliDien  meist drgoFasgbuchc,  bUlSl'.  Einseldruek  bei  E.  Weneri 
II.-S*'bib1io£r.  nr.  140.  DaruAob  PbiL  WuckorDagal,  Das  ileutachi}  kircbonned. 
bftjid  III,  i«  70  bla  TU  K.  a^odeke,  DichtuDgen  too  H.  S,  I,  i,  68  bii  7h 
Vorgl.  den  «pruoh  dea  IL  Sitchi,  dor  denselben  atofT  behAßdell,  im  bands  1» 
t.   282   bif  283  und  dAEu   bund   31,  346, 


139 

Und  nam  die  sieben  prot  so  werd, 
Und  sie  da  benedeyet, 
Prach  sie  und  gabs  den  Jüngern  sein, 
Die  legten  fuer  dem  folck  gemein; 
Des  wart  ir  herz  erfrewet. 


Aach  war  ain  wenig  fischlein  hie, 
Und  Cristas  benedeyet  sie, 
Hies  füer-tragen  der  schare: 
10  Sie  assen  all  and  wnrden  sat, 
Sein  jünger  hneben  an  der  stat 
Auf,  was  da  üebrig  wäre, 

6 

Prosen  siben  korb,  solt  verston! 
16  Es  waren  pey  4000  mon. 
An  weib  and  anch  an  kinde, 
Die  Cristas  da  gespeyset  hat. 
£r  lies  sie  von  im  an  der  stet 
Und  fner  von  in  geschwinde. 


Hort  ZV,  ir  werden  Cristen-lewt, 
Was  diese  dürre  wüest  pedewt, 
Darin  wir  hanger  lieden: 
Pedewt  menschen-gesetz  vürwar, 
[bl.  132' I     On  frucht  und  allen  droste  gar, 
Das  gwissen  zv  pefriedeu. 

8 

Wen  wir  ligen  in  hungers-not 
Und  haben  nit  das  gaistlich  prot, 
30   Verschmachen  als  die  armen, 
So  kämet  Cristas,  unser  herr, 
Und  jamert  sich  des  volckes  ser 
Durch  sein  miltes  erparmen. 

118  jungem.  18  Wackeni.  an]    fehlt  S.  23  W.  Ijden.     S  leiden. 

33  W.  seer.     S  ferr. 


HiC 

^^^Q 

^1 

140 

j 

9 

^1 

Deu  lest  er  uns  fnrtrage»  sciiun 
Das  beillig  evangelion 
Darch  sein  heillige  jünger : 
:.  Üewten  all  cristlich  prediger, 
Die  Qus  speisen  darcli  cristlich  ler 
Filr  den  gaistlichen  hnnger. 

1 

i 

1  Wort  pedewt. 

H 

la  1 
j 
1 

1 
1 

lad  aupBWt, 

BH 

B  biteld. 

er  flcUueld, 
>rben. 

3 

^n  mjm  wir  gesetii 

k 

n  glanbeo  thon, 

;i  schon 

3 

lU.  1331 


Durch  den  heilligen  geiste, 
Und  prawchen  uns  der  raiiien  lieb 
2u    Gen  den  nechsten  in  steter  ieb, 
Wie  uns  got  hat  peweiste. 

12 

Sieben  korb  vol  das  übrig  war, 
Pedewtet  gotes  gnade  dar, 
25   Ubertiussig  an  zale, 

Die  er  uns  noch  teglich  peweist, 
Gaistlich  und  leipliciien  er  speist 
An  leib  und  sei  uns  alle. 

13 

30  Virtawscnt  man,  die  grose  zal, 
Pedeüt  uns  Cristen-menschen  al, 
Die  Cristus  deglich  speyset 
Mit  seinem  wort  für  hungers-not : 
Cristus,  dw^  himelisches  prot, 

35    Dein  nam  der  sey  gepreysset! 


Anno  sal litis  1529. 


141 


Die  dnerckisch  pelagernng  der  stat  Wien. 

In  praeder  Feitten  thon. 

Ir  Cristen  anserwelet, 
Nun  höret  alt  und  jung, 
5  Wie  ench  hie  wirt  erzelet 
Die  schwer  pelegemng 
Stat  Wien  in  Ostereiche 
Von  dem  dürckischen  hund. 
All  stuck  gar  ordenleiche 
10  Von  tag  ZV  tag  nnd  stnnd. 


Als  man  zeit  dawsent  jare 
Fnnffhnndert,  mercket  wy, 
Nenn-nnd-zwainzig  fürware 
16  Nach  der  gepurt  Cristi 
An  sant  Mathens-tage 
Wart  Wien,  die  stat,  perent 
Von  dem  Thuercken,  in  clage 
Wart  manig  herz  erkent. 


Ein  lerman  wart  geschlagen 
Daus  vor  dem  Stueben-dor: 
Die  huessem  deten  jagen 
Unser  renter  darfor; 
♦ 

1  Im  ■eehtehnten  meistergeeangbuehe,  bl.  133  bis  137.  Einzoldniek  sieh 
<ioedekefl  grundriß,  band  11,  8.  420.  nr.  3l).  Abgedruckt:  Soltau,  Ein  huudert 
historisebe  Tolkslieder.  Leipsig  1836.  8.  325  bis  335;  darnach  R.  ▼.  Liliencron, 
Die  bistorisoben  Tolkslieder  der  Deutschen.  Band  3.  Leipzig  1867.  nr.  414. 
8.  5U  bis  598.  Vergl.  Hans  Sachs,  band  2.  404  bis  418  und  17,  528  und 
21,  368.  16  Der  MatthäusUg  ist  der  21   September. 


Ir  neun  pellebeo  ataae, 
Darüach  die  ilurckisclj  r^t 
Schltteg  im  Fraiizotien^liawse 
Die  armen  lewt  zw  dot. 


D&imacfi  am  andren  tage, 

[bl.  133'^    r* irent, 

prent 

md  preitte 


gewin, 

i 

i  ing  TDorgen 

Kam  aie  stat  Wien  in  sorgen, 
Der  Dürck  sich  sehen  lies, 
Mit  drey  hanffen  zv  felde 
So  legt  er  sich  darfor 
Vors  Stueben-thor,  ich  melde, 
Kerner-thor  und  Purcktor. 

6 

Den  nechsten  tag  sich  recten 
Des  Durcken  Naßaren, 
Das  Wasser  sie  pelegten, 
Das  int  stat  nichs  mocht  gen; 
Mit  gschüetz  thettens  vür-rüecken ; 
Darnach  den  andren  tag 
Verprentens  die  zwo  prücken, 
Pracht  der  stat  Wien  gros  clag. 


Am  acht-und-zwainzing  tage 
Des  nionaz  nmb  acht  or 
3r.    Ein  lernian  wnrt  gesciilage 

E  wart.      S   war.  22   E  Purgthor.      S  prucktor. 


143 

Daus  yor  dem  Eerner-thor: 
Der  Durcken  war  im  streiten 
Drey-hüDdert  miter-gon 
und  auf  der  nnsem  Seiten 
6  Nicht  mer  den  sieben  mon. 

8 

Damach  am  driten  tage 
[bl.  134]    Des  monaz  Octobris 

Wart  ain  lerman,  ich  sage: 
10  Die  lanzknecht  on  vertris 
Kunden  die  Dnercken  jagen 
Wol  ans  dem  frawen-haus; 
Der  wurden  vil  erschlagen, 
Es  war  ain  wilder  strans. 

16  9 

Das  abgeprent  gemewer 
Stund  noch  in  der  vorstat, 
Kam  dem  Durcken  zw  stewer, 
Uns  ZV  grosem  unrat; 
20  Sein  volck  das  lag  darinen 
Mit  roren  groß  und  klein 
Und  schuessen  zv  den  zinen 
Auf  unser  knecht  hinein. 

10 

35  Die  knecht  theten  sie  zwacken, 
Drieben  sie  von  der  weer 

Mit  iren  halben  hacken; 
Zw  in  auch  unser  beer 
Mit  schiessen  thet  vil  feler, 
30  Verporgen  lag  ir  rot 

In  gwelb  und  manchem  keler, 
Des  lied  die  stat  gros  not. 

11 

Des  monaz  an  dem  sechsten 

36  Schickt  man  zwelff  fenlein  knecht 

21  8  proß. 


^^H 

■         In  die  vorstat  am  schwechsten,             ^^^^^^^^^H 

^^^^^^H 

H         Die  selb  zv  stuermen  schlecht;                    ^^^^^^^^H 

^^^^^^H 

■         Die  gasBen  wart  zv  enge,                            ^^^^^^^H 

^^^^^^H 

f         Der  lanzknecht  wart  zv  vil,                                          ^H 

^^^^^^r 

ti  Da  schos  der  Durcken  menge                                         ^^M 

^^^^H 

Zv  in,  wie  zw  aim  ziel.                                                  ^^M 

^^^H 

^M 

^^^^H 

Docti  wart  in  dem  scliarmiietzel                                      ^H 

^^^^^H 

Der  feint  hart  hainigesiiecht,                                           ^H 

^^^^^H 

10  Doch  kunt  man  schaffen  Inetzel;                                     ^H 

^^^^^^ 

In  die  knecht  kam  ein  unecht:                                         ^H 

^ 

Vil  knecht  den  gaist  auf-gahen,                                       ■ 

■ 

134']    Manch  knecht  und  edelnian                                               ■ 

Anch  fielen  in  den  graben,                                               ■ 

^^B 

15   Ir  vil  kamen  darfon.                                                       H^ 

^^H 

^1 

^^^H 

Nach  dem  der  dlirckisch  hanffen                                     ^H 

^^^H 

Wolt  umb  die  zehen  or                                                    ^^M 

^^^H 

Ainen  stnnn  anlanffen;                                                    ^^M 

^^^H 

20   Dans  vor  dem  Kerner-thor                                             ^^M 

^^^H 

Und  pey  dem  Stneben-dore                                             ^^M 

^^^H 

Griefren  sie  grawsam  on ;                                                ^^M 

^^^H 

Der  feint  geschlagen  wore                                              ^^M 

^^H 

Und  ruckt  mit  schand  darfon.                                        ^^M 

^^H 

^M 

^^^1 

Und  den  sibenden  tage                                                  ^^M 

^^^H 

ümb  zway  nach  miternackt                                            ^^M 

^^^H 

Schlneg  man  lerman,  ich  sage,                                        ^^M 

^^^H 

Ein  schlacbt-ordnuDg  gemacht;                                       ^^M 

^^^H 

Bo   Darin  stnnd  man  lang  weile,                                           ^^M 

^^^H 

Der  Thüerck  wolt  nit  hinan,                                          ^^| 

^^^H 

Doch  etlicb  dawsent  pfeile                                               ^^M 

^^H 

Thet  als  der  sehne  bergan.                                             ^^M 

^^H 

^1 

^^^H 

»6  DeB  monaz  an  dem  nennden                                           ^^| 

^^^H 

Zwischen  aclit  und  nenn  or                                             ^^M 

I 

Da  sach  man  van  den  feinden                                         ^M 

145 

Ain  zneg  gern  Schotten-thor; 
Ein  lerman  wart  geschlagen, 
Man  sach  manch  künen  mon; 
Die  feint  dorftens  nit  wagen, 
6  Die  Btat  zv  grewffen  on. 
16 
Nach  mitag  nmb  4  nre 
Die  etatmawr  pey  sant  Klar 
An  zwayen  orten  wnre 
10  Gefeit,  zersprenget  gar, 
Mit  polver  untergraben; 
Da  wart  ain  lerman  gros, 
[bl.  135]    Der  Dnrck  wolt  gst&ermet  haben, 
Vertrieb  in  mit  geschos. 

15  17 

Am  zehenden  des  mones 
ümb  vier  nach  mitemacht 
Ein  lerman  wart  on  schönes: 
Virzig  knecht  hetten  acht 

M  Mit  etlich  Hispanischen 
Fielen  hinans  allein, 
Thetten  im  feld  erwischen 
Fünfif  camel,  fnertens  rein. 

18 
S6  Auf  diesen  tag  auch  haben 
Etlich  unser  lanzknecht 
An  der  mawer  im  graben 
Gar  weislich  ansgespecht 
Etliche  palver-thunen ; 
80  Sie  sanmpten  sich  nit  lanck. 
Mit  gwerter  hant  gewnnen, 
Des  habens  ymer  danck. 

19 
Den  ailften  dag  darnache 
86  Des  monaz  nmb  vir  um 
Ist  das  zimer  und  dache 
Wol  von  dem  Kemer-thum 
Von  dem  schneten  und  knallen 
Unsers  geschätzes  rot 

Babs  Sacht.  XXII.  10 


Eab  anf  die  ert  gefallen, 
Sdtlueg  etUcli  knecht  zv  dot. 

Nach  ainr  halben  stund  after 
Wart  erst  aiu  lerraan  noch: 
Voßi  Karner-thor  iietin  klafter 

Leg  iocU 
tat-mawer 
1  feint; 
in  trawer, 
ck  Terdnt« 


^eloflfen 
[bl.  135^]  üa  on 

Li 
i  ßton, 

Der  Dftrcken  lagen  nider 

Pey  dawsent  an  der  zal, 

Auf  unser  seit  her-wider 
20   Füuffzehen  uberal. 

22 

Den  zwelften  tag  wart  palde 
Nach  zwayen  ain  lerman : 
Der  Dürck  sein  volck  mit  gwalde 
25    Zum  Sturm  trieb  hinon; 
Mit  kolben  thet  mans  firmen, 
Scblueg  etlich  gar  zv  dot, 
Noch  wolten  sie  nit  stürmen, 
Also  peschüetzt  uns  got. 

30  23 

Darnach  ain  lerman  wäre: 
Der  Dürck  aber  ain  stüeck 
Der  statmawr  pey  sant  Klare 
Zersprenget  durch  sein  düeck, 

35    Lies  ain  stürm  anlauffen, 
Weiter  sein  iiail  versuecht, 
Idocli  wart  pald  sein  liawffen 
Ueschlagen  in  die  tiuecht. 


147 

24 

Die  statmawer  lag  nider 
Vir-iind-yirzck  klafter  weit; 
An  den  vier  orten  wider 
ft  Batechlnegen  die  hanptlewt; 
Die  lOcher  man  vermachte 
Mit  greben  and  polwerck, 
Man  arbeit  tag  nnd  nachte 
Der  stat  zv  ainer  sterck. 

10  25 

Aber  ein  lerman  wäre: 
Der  Dürck  eein  volck  mit  gwalt 
Auch  drang  zu  stürmen  gare, 
[bl.  136]    Aber  sie  wichen  pald; 

15  In  ir  ordnnng  man  schose, 
Es  kostet  manchen  mon; 
Die  hanptlewt  es  vertrose, 
Das  volck  wolt  nit  hinon. 

26 

20  Den  dreyzehenden  tage 
Wol  umb  die  8  stund 
Ein  lerman  wart  in  clage: 
Ein  ratschlsig  man  erfand, 
Dem  Dürcken  gnnmen  waeren 

26  Sechzehen  than  palver 
Unter  dem  Kemer-tharen, 
Den  wolt  zersprengen  er. 

27 

Den  virzehenden  morgen 
80  Wart  aber  ain  lerman: 

Umb  sieben  ar  mit  sorgen 

Racket  der  Dürck  hinon 

Mit  dreyen  grosen  hawfifen, 

An  diesem  morgen  frw 
36  Ain  Sturm  an-zv-laufifen, 

Doch  woltens  nit  hin-zw. 

10  ♦ 


148 

28 

Und  nmb  die  ailften  nre 
Ein  lerman  wart  vermengt: 
Ein  stück  der  maner  wnere 
6  Mit  aim  thüernlein  zersprengt, 
Und  dnrch  die  selben  lacken 
Sprengt  ein  die  dürckisch  rot, 
Die  thet  man  kecklich  packen, 
Stach  virthalb-handert  dot. 

10  29 

In  dem  sint  etlich  knechte 
Von  ans  gefallen  naas 
Zw  dem  Salztaren,  sechte, 
Und  haben  in  dem  strans 
15  Dem  Dürcken  abgejaget 
Ein  pewt,  wol  4  camel; 
Sie  waren  anferzaget  — 
[bl.  136']    Got  phüetz  vor  ongefell 

30 

20  Unser  knecht  sind  aach  kamen, 
Haben  dem  Dürcken  mer 
Unter  der  parck  genamen 
Sechzehen  than  palver. 
Die  het  er  anter-graben 

26   Und  wolt  dnrch  falsche  list 
Die  parck  zersprenget  haben; 
Das  doch  farkamen  ist. 

31 

Darnach  der  dürckisch  hande 
30  In  diser  nacht  zv  ent 

Dorffer  and  was  noch  stände 
Sambt  seim  leger  verprent; 
Damach  sein  ganzes  here 
Zog  ab  zwen  ganzer  tag, 
86   West  nichs  zw  gwinen  mere. 

Fei  wart  all  sein  anschlag. 

* 

b  S  thtterlein. 


149 

32 

Was  er  den  selben  abent 
Weibs-pild  zv  wegen  pracht, 
Mit  den  selben  sie  habent 
5  Schentlich  gethon  die  nacht, 
Darnach  die  armen  frawen 
Hat  die  diranisch  schar 
All  lebendig  zerhawen, 
Der  doch  ob  dawsent  war. 

10  33 

Den  fnnfzehenden  tage 
Fing  man  in  der  schiltwach 
Drey  pöswicht,  ich  ench  sage, 
Die  pekenten  darnach^ 
16  Wie  sie  weiten  anzünden 
An  ffinff  orten  die  stat. 
Das  die  feint  stürmen  künden; 
Die  man  gefirteilt  hat. 

[bl.  137]  34 

ao  Den  andern  tag  mit  eren 

Der  Eacianer,  wist, 

Mit  etlichen  hnseren 

Hinans-gefallen  ist; 

Acht  Dürcken  sie  da  fingen, 
26  Grabatisch  weib  und  mon 

Deten  sie  im  abtringen, 

Pracht  zway  camel  darfon. 

35 

Am  achzehenden  morgen 
so  Der  Eacianer  schwind 

Rait  aas  nnd  pracht  aas  sorgen 
Vil  paaren,  weib  and  kind, 
Dem  Dürcken  sy  ab-drangen 
Sechs  camel,  fich  nnd  ros, 

4  S  sebeo.         21  Haas  Katiianer    war    einer    der    befehlshaber    io   Wien. 
33  S  verbessert  sj  ans  er. 


Fiinff  TüTcken  pracht  gefangen, 
Darzw  ir  ieehi  ei-ickoi, 


Also  habt  ir  den  handel 

DiirckiBcher  ubeltat, 

Hit  waB  mordiacbein  wandei 

mt 

mt 

erachlagen^ 
verpraat 


fefan^en 

Bn» 
n  on 
Jegnm  Gristnm  aHeinef 
Das  er  pehuet  all  stnnd 
Sein  cristlicbe  gemeine 
Vor  dem  durckisclien  liund. 


Anno  salutis  1529. 


151 


Ein  lob  des  redlichen  krieg-Yolck  in  der  duerkischen 

pelegruDg  der  stat  Wien.    In  dem  thon:   Es  kam  ein  alter 

Schweizer  gangen. 

Wach  auf,  herz,  sin  und  freyer  mnet, 
6  Hilff  mir  preysen  die  lanz>knecht  gaet, 
Ir  riterliche  date, 
Pegangen  itz  in  Ostereich 
Zw  Wien  wol  in  der  State  /  ja  State. 


10  Da  der  Thüerck  drey  leger  fürwar 
[bl.  148*]    Schlaeg  und  die  stat  umbringet  gar 
Mit  seinem  grosen  here 
Pey  zway-malhündert-dawsent  mon 
Mit  hämisch  und  mit  were  /  ja  were. 

16  3 

So  war  der  lanzknecht  uberal 
Pey  achzig-dausent  an  der  zal, 
Hetten  pey  yirzig  fannen, 
Gen  dem  Dürcken  ein  klainer  hauff 
80  Von  unferzachten  mannen  /  ja  mannen. 


Die  stat  war  an  ir  selb  nit  vest, 
Doch  detten  die  lanzknecht  das  pest 

*  » 

1  Im  seohsehnteD  meistergesangbaohe,  bl.  148  bis  140'.  EiDieldruok :  Eyn 
lob  der  frammen  LftDdQkneoht  sn  Wyen  im  tbon,  Es  kam  ein  alter  SobweytEer 
gegangen.  Am  ende:  H.  S.  S.  (Qr.  Hofbibliothek  in  Darmstadt;  nach  freund- 
iieber  mitteilaog  ron  Dr.  Adolf  Schmidt  1887).  13  S  dawlent.  14  E  har- 

niscb,  bttehl5en,  wöre.  17  E  achtten.  22  E  selber. 


Mit  polwercken  und  graben, 

Sie  pawteii  alle  tag  und  nacht» 

Wae  die  hauptlewt  an-gaben  /  ja  gaben* 


6  Graff  Niclafl  ?oö  Salm  pey  in  stou 

Und  war  ir  oberster  baübtmon, 
^      *   uptlewtej 

anschleg  vÜ, 
lesea  hente  /  ja  bewte. 


;  nnd  nacbt  kein  rw^ 
letzet  zw 
ait  graben, 
reib  und  kind, 
haben  /  ja  baben. 


Die  lanzknecht  betten  künen  muet, 

Zw  eretten  das  cristlich  pluet, 
Den  Düercken  woltens  schlagen, 
20   Die  baubtlewt  betten  zw  weren  gnug, 
Hort  man  die  waibel  sagen  /  ja  sagen. 

[bl.  149]  8 

Doch  fielen  sie  zwaymal  hinaus 
Und  betten  gar  ain  wüesten  straus, 
25   Mit  dem  Tuercken  scharmuetzel. 
Das  war  in  als  ein  kueles  taw, 
Gab  in  zv  schaffen  lüetzel  /  ja  lüetzel. 


Der  Thüerck  die  mawer  unter-grueb, 
30   Und  vil  pulver  darunter  schueb, 
Und  det  die  mawer  sprengen 
Fünff  ort  pey  fünfzig  klafter  weit, 
Liesen  sie  sich  nit  engen  /  ja  engen. 

5  S   glaff.  5  E    was    bey.  14  E    erwürgt    er.  19   E    woltens. 

S   wolten.  31    E   maur  lersprengen. 


153 

10 
DeD  Hispaniern  gieb  ich  lob, 
WareD  gerecht  in  irer  prob 
Mit  schissen  von  den  zinen; 
6  Wo  sich  ain  Düerck  nner  plicken  lies, 
Ir  knnst  der  wnrd  er  innen  /  ja  innen. 

11 

Achzehen  lerman  mnstens  hon. 
Da  sach  man  manchen  knenen  mon 
10  Lawffen  zv  seinem  fannen ; 

Da  sach  man  kain  verzagten  knecht 
Unter  vil  dawsent  mannen  /  ja  mannen. 

12 

Weil  man  in  der  schlacht-ordnang  ston, 
15  So  fing  der  Tüerck  zv  schiessen  on. 
Recht  sam  es  schneyen  weide. 
Etliche  dawsent  flitschen-pfeil; 
Noch  stnndens  ¥rie  die  helde  /  ja  helde. 

13 

so   Wan  der  Düerck  drat  ain  stürmen  on, 
Sach  man  die  frnmen  lanzknecht  ston, 
Mit  spis  nnd  helen-parten, 
Mit  kolben  und  gnetem  geschüetz 
Detten  sein  dapfer  warten  /  ja  warten. 

S6  14 

Herzog  Philips,  pfalz-graff  am  Rein, 
[bl.  149']    Der  wolt  nur  untern  knechten  sein 
Mit  vil  riter  und  graffen 
Und  manchem  gueten  edelmon, 
80  Die  all  gar  dapfer  draffen  /  ja  draffen. 

15 

Die  puechsenmaister  ich  loben  thw: 
So  oft  der  Thüerck  ruecket  herzw, 

* 

2  B  Bifpanifeheo.  6  ja  iDDeo]  fehlt  6.  1 4  E  stond.         1 6  E  wolte. 

20   E  starmen.     6  stürm.        29    E  Wolt  Dor  vnDder  den.       30  ja  draffen]  fehlt  S. 


Sein  ordnang  sie  im  drenteo 

Und  prachten  seia  voiok  in  dk  fluecht, 

Das  sie  sich  wider  weat^n  /  ja  wenteii. 


Als  er  drey  stürm  verloren  hat, 
Da  zueg  er  flüechtig  von  der  stal 
jfi*  «•u^«'  «»^  ^^ACTAv  ^Juinden. 

D  necht  gros  er, 

£(  len  /  peat&aden. 


ÜJ 

16     Si 


»tat,  errett. 
erobert  het» 
Jen 
Ib  aiide  kiiid, 

/  ja  lagen, 


Des  haben  dk  lanzknecht  gros  eer, 
Doch  aiiier  und  der  ander  mer 
Dem  Düercken  ab-gewunen 
Camel,  tartschen  und  flitschenpfeil 
Und  auch  vil  pulver-tunen  /  ja  tunen. 

19 

Ir  preis  get  durch  ganz  deutsche  land, 

Mit  in  war  die  starck  gottes-hand, 

Hat  in  den  sieg  gegeben. 

Ich  wünsch  dem  riterlichen  volck 

Hie  glueck,  dort  ewigs  leben  /  ja  leben. 


2   E  jin    sein     v.   ind. 
18  und  dorl   S   vnder. 


Anno  salutis  1529. 
* 
15    E   Gantz    Teutschland    vbersogen  ,    ya    sogen. 


155 


Die  tttrckisch  belegernng  der  etat  Wien,  mit  sampt 

seiner  tyrannischen  handlnng.    Im  MDXXIX  jar. 

Hört  ZQ,  nach  dem  gezelet  wardt 
Von  des  herrn  Christi  gebart 
6  Vergangen  fUnffzehen-handert  jar 
Und  nennundzwentzig,  das  ist  war, 
Eben  an  sant  Mattheus-tag 
Erhob  sich  ein  anmenschlich  klag 
In  Oesterreych  an  manchem  endt; 

10  Wann  Wien,  die  vorstat,  wardt  verbrendt 
Von  dem  Türcken  mit  grosser  samm, 
In  circkels-weyß  gar  amb  and  amb, 
Mit  raaben,  prennen  and  mit  mören: 
Kläglich  geschrey  das  kand  man  hören. 

16  Das  wert  biß  an  den  vierdten  morgen, 
Da  kam  stat  Wien  in  grosse  sorgen. 
Wan  der  Törck  kam  mit  grosser  macht, 
Za  roß  and  faß  er  mit  im  bracht 
Aaff  drey-raal-hundert-taasent  man ; 

ao   Aaff  Wasser,  landt  rackt  er  hinan 
Und  legert  vor  der  stat  sich  nider, 
Za  rings-weyß  hinamb  and  herwider. 
Aaff  zwo  meyl  wegs  umb  die  stat 
Das  läger  wol  gereychet  hat, 

25  Des  Türcken  nasseren  sich  regten, 

Das  wasser  allenthalb  belegten. 

Das  der  stat  nichts  nit  mocht  za-gehn, 
* 

1  Im  sweiten  (rerloreneD)  spraohbnohe,  bl.  343  »Histori  Die  darekisoh  pe- 
legrnDg  der  stat  wien  100  rers«  ;  das  generalregister  seist  das  seichen  binsu, 
daß  dieser  sprach  im  einieldraok  aasgegeben  war.  Sieh  E.  Weller,  H.-S.-bibliogr. 
or.  209  ond  Heinrich  K&b  de  bo,  Die  diohtungen  des  Hans  Sachs  lur  gescbiohte 
der  Stadt  Wien.     Wien  1878.  s.  31   bis  34. 


156 

Des  ward  die  stat  in  sorgen  stehn. 
Aüch  brantens  die  zwo  pmcken  ab. 
So  hat  der  Türck  auch  ein  vortrab 
Etwan  auff  zwantzig-tausend  pferdt, 

b  Darvon  ward  das  gantz  land  beschwerdt. 
Die  man  heist  die  streyffenden  rott, 
Die  stachen  auff  dem  feld  zn  todt, 
Was  sie  ergriffen:  jung  nnd  alt, 
Tyrannisch  war  all  ir  gewalt. 

10  Märck  und  dörffer  habens  verbrent, 
Frawen  nnd  jnnckfrawen  geschendt, 
Zerhawt,  gespist  die  kleyne  kind, 
Die  männer  hingeülret  sind. 
Mit  solcher  mörderey  so  sennß 

16  Biß  in  das  lendlein  ob  der  Ennß 
Gestreyffet  gar  on  alle  wer. 
Auch  ward  vor  dem  tfirckischen  beer 
Geflohen  in  den  Wiener  wald 
Vil  frawen,  beyde  jung  and  alt, 

20  Sie  wnrden  all  an  disem  ort 
Elend  erhawen  nnd  ermord. 
Also  lag  nnn  das  türckisch  beer 
Vor  diser  stat  mit  grosser  weer, 
Die  gertens  auch  zu  treyben  ab. 

26  Vil  mancher  lärmen  sich  begab; 
Die  knecht  die  fielen  offt  hinanß 
und  hielten  mit  den  feinden  stranß 
Der  Türck  trat  aach  an  manchen  starni, 
Doch  hielten  sich  nach  krieges-furm 

80  Die  lantzknecht  redlich  unverzagt. 
Der  Türck  ward  all-mal  abgejagt 
Mit  dem  geschütz  nnd  guter  wer. 
Doch  schoß  hinein  das  türckisch  beer 
Mit  flitschen-pfeylen  als  der  schnee, 

36  Mit  hacken  und  handtrhören  mee. 
Nach  den  geschichten  sich  begaben, 
Der  Türck  die  stat  thet  unter-graben, 
Mit  pulver  zu-sprengt  die  stat-maur. 
Erst  stund  die  stat  in  grossem  traur, 

40  Dasselbig  zu  vil  mal  geschach; 
Yedoch  die  bauptleut  bald  darnach 


157 

Verechantsten  diese  lücken  n; 
In  der  stat  was  kein  rast  noch  rhn. 
Ein  Iftrmen  nbem  andern  wardt, 
Der  Türck  setzt  zn  der  stat  gar  hart 
6  Mit  stürmen,  graben  tag  nnd  nacht 
Die  stat  hielt  gut  Ordnung  nnd  wacht. 
Die  knecht  in  etlich  pülver-tonnen 
In  dem  stat-graben  abgewnnnen. 
Verreterey  der  Türck  anrieht, 

10  Da  im  anch  mocht  gelingen  nicht, 
Lnff  er  sn-letst  ein  starm  an, 
Sein  Yolk  aber  wolt  nicht  hinan. 
Da  worden  sie  von  seinen  wäbeln 
Getrieben  mit  knütteln  nnd  säbeln, 

15  Des  Volks  ward  ime  vil  verlorn. 
Also  der  Türck  mit  grossem  zom 
Prach  anff  zn  nacht  and  zoch  darvon 
Und  zündet  sein  geleger  an 
Und  alle  dörffer  anch  hemmb, 

10  Und  fürt  mit  im  ein  grosse  sam 
Gefangner  Christen,  weyb  nnd  man, 
Mit  im  in  die  Türekey  darvon. 

Also  habt  ir  in  kürtz  den  handel, 
Des  Türeken  tyrannischen  wandel. 

Vi  Damit  er  schröcklichen  anlag 

Stat  Wien  anff  vier-und-zwentzig  tag 
Mit  nnüberwindlichem  schaden. 
Yedoch  anß  göttlichen  gnaden, 
Hat  er  die  stat  nicht  gar  erobert. 

M  Wann,  wo  er  die  erst  het  erkobert, 
Het  es  erst  kost  vil  Christen-blats, 
Gott  aber  war  voran  ir  schütz, 
Der  nns  fort-hin  anch  durch  sein  gut 
Vor  aller  tyranney  behüt.    AMEN. 


l  ?  ODf.     E  was. 


158 


Die  piter  leidenlos  lieb. 

Die  lieb  ist  leydes  anefang: 

Es  stehe  gleich  kartz  oder  lang, 

So  nympt  sie  trawrigen  anßgang. 

6  Eins  morgens  ich  spacieren  gieng, 
E  das  der  sonnen-glantz  anfieng 
Za  schymern  aber  perg  nnd  thal. 
Mein  hertz  ynn  grossen  frewden  qaal, 
Wann  ich  des  Mayen  wann  darch-schawet; 

10  Die  blumlein  waren  fein  betawet. 
Dardurch  wat  ich  yn  einer  wysn, 
Die  külen  morgen- wintlein  blysn; 
Die  sonnen-streyra  künden  her-glesten, 
Die  fögel  sangen  aaff  den  esten 

15  In  einem  schönen  grünen  wald. 

Za  dem  lent  ich  mich  schnell  and  pald. 
Für  einen  felß  anmenschlich  hoch 
Ich  faß  für  faß  gemach  hin-zoch. 
Daranter  sach  ich  sitzen  ein 

20   Frewleyn,  gezieret  hübsch  and  fein, 
Bey  einem  jüngling  wol-gestalt, 
Der  red  war  heymlich  manigfalt. 
Ich  dacht:  Ach,  möcht  mir  werden  hewt 
Von  yhrer  frewd  ein  klaine  pewt. 

26  Ich  hinterschlich  heymlich  das  ort. 
Das  ich  möcht  hören  alle  wort, 

1  Im  xweiten  (verlorenen)  spruohbaohe,  bl.  250  *Die  pitter  lieb  74  vers«. 
Hier  nach  dem  einseldruoke ,  der  auch  beim  Itf  schwanke  all  TorUge  diente. 
Vergl.  Schnorrs  arohiv  1881.  II,  8.  58.  Den  entsprechenden  meistergetang  im 
rosentone  des  Hans  Sachs  (MG  11,  bl.  105 ,  gedruckt  bei  Karl  Goedeke, 
dicbtungeu  von  H.  S.  I,  s.  277)    sie  band  21,  288  bis  290. 


159 

Und  thet  mich  da  genaw  verstecken 
Bey  yhn  ynn  einer  rosenhecken 
Zn  hören  yhr  frefindtliches  sagen. 
Da  war  es  nichs  dann  pitters  klagen, 

6  Alls,  was  ich  höret  vor  nnd  nach. 
Das  frewlein  zn  dem  jüngling  sprach : 
.Gesell,  wie  syh  ich  dich  so  selten? 
Sag  mir  doch,  wes  maß  ich  entgelten? 
Hab  ich  dir  nit  gnng  trew  gethan?* 

10   Der  jüngling  fieng  hinwyder  an: 
«Ich  bin  zu  lieb  dir  gangen  offt. 
Das  ich  zasehen  dich  verhofft, 
Dich  doch  lang  nie  ersehen  hab. 
Des  dacht  ich  mir,  ich  wer  schabab. 

16  Derhalb  mein  hertz  hat  tag  und  nacht 
In  eyfer  schwer  nnd  hart  gewacht; 
Villeicht  hast  einen  andern  da.** 
,Ach,  trawst  da  mir  nit  bessers  za?'' 
Sprach  sie,  »waist  doch  meynn  trewen  mat; 

so  Ich  han  gewagt  leyb,  ehr  nnd  gat 
Mit  dir.    Ist  das  von  dir  mein  Ion?' 
Der  jüngling  sprach  :  „Zart  fraw,  far  schon ! 
Der  argkwon  bracht  mich   anff  das  gspor, 
Seyt  das  ich  dich  nicht  fand  als  vor 

26  Gen  mir  freündtlich  tag  unde  nacht.'* 
Das  frewleyn  sprach:    „Gesell,  das  macht, 
Ich  hab  amb  mich  der  klaflfer  vil. 
Die  ans  stet  sehen  auff  das  spil. 
Ob  ich  dich  bey  dem  tag  vernymm 

30  Oder  ich  hör  zu  nacht  dein  stymm, 
So  schreyt  mein  hertz  yn  leyden  waffen; 
[sp.  2]     Vor  sehnen  kan  ich  dann  nit  schlaffen; 
Auch  sorg  ich  für  dich  über  massen. 
Dir  geschech  etwas  auff  der  Strassen." 

86   Er  sprach :  „Das  war  mir  necht  nicht  weyt, 
Es  jaget  mich  umb  metteu-zeyt 
Mit  blosser  wehr  ein  gantzer  hauff." 
Das  frewlein  sprach:  „Gesell,  hör  auff; 
Du  machest  meines  layds  noch  mehr, 

40  Unglück  reytt  mich,  wo  ich  hin-kehr. 
Mein  man  wil  mir  auch  nymmer  trawen 


w 


Und  tbat  gar  eben  nuE  mich  «cbawen.'' 
Der  Jüngling  sprach:  *Merckt  es  dein  mau^ 
Erst  bleyb  icb  nicht,  ich  wil  dar- von. 
Ee  kostet  mein  und  deinen  lejb^. 
Erst  ward  betrübt  das»  ^arte  weyb. 
Das  wand  yhr  heod  und  sab  ybn  an. 
Er  nam  urlanb  und  schyed  dar-vou. 

1  angst  und  sorgen 
eb  verborgen 

und  von  sehnen, 
'  lieb  nicht  g^weneu. 


161 


Die  zehen  gebot,  zn  singen  in  dem  thon:  0  herre 
goty  begnade  mich. 

6ot  hat  uns  geben  die  gepot, 
Das  erst:  solst  glanben  in  ein  gotl 

6  Hie  leer,  das  sich  got  eben 
Dir  hat  zu  aygen  geben. 
Danck  im,  o  mensch,  der  gute  sein, 
Das  er  sich  thnt  annemen  dein, 
Ist  dein  erlöser  woren 
10  Vor  dem  ewigen  zoren. 

Hie  klag  dein  schuld,  das  da  so  offt 
In  got  nit  trawt  hast  und  gehofft, 
Bit,  das  dein  seel,  hertz  and  gemüt 
Vor  nngelaaben  werd  behfit, 

16  Sonder  anff  got  traw  feste. 


Znm  andren :  solt  den  namen  sein 

Nit  nennen  unnütz  und  gemein. 

Hie  solt  sein  namen  leren 
20   AUeyn  preysen  und  ehren. 

0  mensch,  danck  hie  deim  schöpffer  zart. 

Der  dir  sein  nam  hat  offenbart, 

Das  du  in  an  magst  rüffen. 

Sein  hilff  darbey  thust  prüffen. 
26  Hie  klag,  das  du  sein  heyling  nam 

Hast  braucht  zu  schweren,  schandund  schäm, 

Bit  got,  das  er  dein  hertze  ker, 

Das  es  sein  namen  preyß  und  eer 

Hie  und  dort  ewigklichen. 

1  E.  Weiler,    BibUographie    nr.    143.     Phil.    Waekernagel,    s.   68    bis  69. 
K.  Goedeke,  DSehtangen  ron  H.  Sacha  I,  s.  60  bis  64. 

Hau  SMhe.    XXII.  11 


Ztim  dritteD^  du  die  fejertag 

Seit  beyl%en  nacb  gottes  sag. 

Leer  all  weit  pcheölt  zerstören 

und  gotteä  wort  zu  hören. 

DaDck  got  hertzlieh  an  disera  ort, 
dn  hey%  wort, 
ter  gute 
»mite. 

nnnütz  verpracht, 
gar  §fft  veracht, 
rediger  send^ 
dt  ¥0D  uns  wend, 
ähttte. 


I 


hf^  mater  eer! 
Änü  dem,  o  moDBcb,  eo  Djrm  die  leer: 
Sey  in  in  vil  und  wenig 

Gehorsam,  untertbenig. 

Danck  got,  das  er  sorg  für  dich  trüg, 

Dnrch  dein  eitern  dich  auflferzüg, 

Züchtigt,  straffet  und  leret, 

Dich  speyset  und  erneret. 

Klag,  das  du  auch  mit  überlast 

Dein  eitern  offt  betrübet  hast; 

Bit  der  eitern  und  oberkeyt 

Wolfart  yetz  und  zu  aller  zeyt, 

Auff  das  sie  wol  regiren. 


Zum  fünfften :  du  solt  tödten  nit. 
Schaw,  mensch,  hie  magstu  leren  mit. 
Dem  nechsten  guust  zu  tragen, 
Nit  bschedigen,  noch  schlagen. 
Danck  got,  das  er  so  trewlich  wacht, 
Hat  auff  dich  und  all  menschen  acht. 
Das  keyns  dem  andern  schade 
Bey  seinr  straff  und  Ungnade. 
Klag,  das  durch  zoren,  haß  und  neyd 


163 

Dem  nechsten  thetst  offt  hertzenleyd; 
Bit,  das  er  dir  geb  senfften  mat, 
Deym  nechsten  zu  nutz  und  sn  gut 
Du  auch  im  frid  mOgst  leben. 

6  6 

Zorn  sechsten,  so  brich  nit  dein  ee. 

Mensch,  anß  dem  lert  dich  got,  yerstee! 

Züchtig  und  keusch  zu  leben, 

Kein  ergemns  zn  geben. 
10  Danck  hie  der  trewen  gottes-güt, 

Die  dir  töchter  nnd  weib  behüt, 

Dnrch  sein  gepot  nnd  willen 

Thnt  er  vil  nnzncht  stillen. 

Klag,  das  da  prachst  an  disem  ort 
16  Sein  gpot  mit  dancken,  werck  und  wort, 

Bit,  das  got  allen  menschen  geb, 

Das  man  eelich  nnd  züchtig  leb, 

Schamhafft,  wie  framme  Christen. 


so  Znm  sibenden:  nit  Stelen  solt. 

Hie  leer  nnd  hab  dein  nechsten  holt, 

Umb  sein  gut  in  nit  treuge, 

Verforteyl,  noch  ableuge. 

Danck  got,  das  er  anch  hab  in  hnt 
S6  So  väterlich  dein  hab  and  gat, 

Thnt  das  mit  straff  verfechten 

Vor  allen  angerechten. 

Klag,  das  da  offt  den  nechsten  dein 

Betrogen  hast  aach  amb  das  sein, 
80  Bit,  das  wacher,  geitz  and  forkaaff 

Bey  aller  weite  höre  aaff. 

Das  wir  als  Cristen  handien. 

8 

Znm  achten:  kein  falsch  zeagnas  gib 
36  Wider  deyn  nechsten,  leer  aaß  lieb 
All  falsch  nachred  za  meyden, 
Heachlen  nnd  ehr-abschneyden. 
Danck  got,  das  er  auch  für  dein  ehr 

11* 


164 

Und  dein  gut  gerücht  sorget  seer, 
Eeyn  falsche  zung  dir  schade 
Bey  seyner  nngenade. 
Klag,  das  dein  zung  in  pittem  schmertz 
6  Betrübet  hat  auch  manig  hertz; 
Bit,  das  got  gebe  alt  nnnd  jung 
Ein  warhafftig  haylsame  zong, 
Getrew  und  vol  senfiFtmüte. 

9 

10  Zum  nenndten:  du  deyns  nechsten  haoß 

Solt  nit  begeren.    Leer  daraoß, 

Nit  zu  haben  begirde 

Deyns  nechsten  Stands  nnd  wirde. 

Danck  got,  das  er  dein  ampt  nnd  stand 
16  Trewlich  erhelt  in  seyner  band, 

Die  dir  heymlich  nach-stellen 

Nicht  in  ein  nnglück  feilen. 

Klag  got,  hastn  heimlich  verletzt 

Deyns  nechsten  hanß,  girlich  nachgsetzt; 
20  Bit  got,  das  er  dir  geb  ein  mnt. 

Das  da  begerst  keyns  frembden  gut, 

Laß  dich  an  deym  benügen. 

10 

Zum  zehenden:  frembd  weib  nnd  kind, 
26  Knecht,  mayd,  ochsen,  esel  nnd  rind 

Solt  du  gar  nit  begeren. 

Nachstellen,  noch  geferen. 

Danck  got,  das  er  auch  sorgt  fär  dich, 

Für  weib,  kind,  knecht,  mayd  nnd  das  vich, 
80  Das  dirs  niemand  verhetze. 

Abdring,  stel,  noch  absetze. 

Klag  got,  hastn  dem  nechsten  dein 

Begirlich  entwendet  das  sein; 

Bit  eynen  gnten  geyst  von  got, 
36  Zn  wandlen  in  allem  gepot 

Nach  seynem  willen.    Amen. 


165 


GlaübensbekenntiiiB. 

Wir  glanben  all  an  eynen  got, 
Schöpfer  hjmels  und  der  erden, 
Der  sich  zum  vater  geben  hat, 
6  Das  wir  seine  kinder  werden. 
Er  selb  wil  nns  erneren, 
Leib  nnd  seel  anch  wol  bewaren. 
Allem  nnfal  wil  er  weren, 
Eeyn  leid  sol  nns  widerfaren; 
10  Er  sorget  fOr  nns,  htit  nnd  wacht. 
Es  steet  alles  in  seiner  macht. 

2 

Wir  glanben  all  an  Jesnm  Christ, 
Seynen  son,  an  nnsem  harren, 

15  Der  eynig  nnser  heyland  ist. 
Durch  den  wir  gezogen  weren. 

Das  wir  zu  dem  vatter  knmmen 
Und  im  glanben  nnd  vertrawen, 
Kein  werck  mag  nns  darzn  frnmen, 

so  Allein  muß  er  nns  erbawen, 
Christns,  gottes  son,  in  seym  nam 
Werd  wir  behalten  alle-sam. 


Wir  glanben  all,  das  Jesus  Christ, 
26  Uns  vom  heyling  geist  erkoren, 
On  menschlich  werck  entpfangen  ist 

1  E.  WeUer,  H*ni-8aobi-bibUogr*phie  nr.  143,  dat  «weite  stQok.  Pbil. 
Wackernagol,  i.  60  bi«  70.  K.  Goedeke,  Dich  langen  Ton  Hans  Sachs.  I,  s.  64 
by  68. 


16& 

Und  von  Maria  geporen, 

Der  jonckfrawen,  alleyne; 
Das  unser  entpfencknns  anff  erde 
Und  nnser  gepnrt  onreyne 
Durch  in  geraynigt  werde, 
Von  der  yerdamnns  werd  gefreyt 
Durch  sein  milte  barmhertzigkeyt. 


Wir  glauben  all,  das  Jesus  Christ 
Für  uns  sey  am  creutz  gestorben. 
Unser  versüner  worden  ist, 
Gnad  unser  siind  hat  erworben, 

Und  ist  worden  auch  begraben, 
AbgesUgen  zu  der  hellen, 
Derhalb  wir  keyn  feynd  mer  haben, 
Der  uns  gwaltig  künd  quelen, 
Weyl  er  uns  punden  hat  sünd,  hell  und  todt. 
Bringen  uns  nit  mer  in  ewig  not 


20  Wir  glauben  all,  das  Jesus  Christ 
Am  dritten  tag  aufferstanden 
Uns  wider  von  den  todten  ist. 
Das  wir  von  der  Sünden  banden 
Durch  in  werden  auflferwecket, 

26  Wandlen  in  eym  newen  leben. 
Von  Sünden  werden  abgeschrecket. 
Uns  im  gentzlich  ergeben. 
Und  auff  diser  erd  wandlen  fort 
Alleyn  nach  seym  heiligen  wort. 

80  6 

Wir  glauben  all,  das  Jesus  Christ 
Sey  gen  hymel  auffgefaren. 
Da  er  ewig  beym  vatter  ist 
Und  thut  gnedigklich  bewaren 
86       All  seyn  gläubige  Christen, 
So  sie  hertzlich  zu  im  schreyen 
In  not,  vor  irer  feynde  listen 
Wil  er  sie  bschützen  und  freyen. 


167 

Er  hat  allen  gwalt  in  seyner  hendt 
In  dem  hymlischen  regiment. 


Wir  glauben  all,  das  Jesus  Christ 
6  Widemmb  am  jüngsten  tage 

Von  dem  hjmel  zukfinfltig  ist, 

Zu  richten  on  alle  klage 
Lebendig  nnd  anch  die  todten, 

Den  tenffel  sampt  allen  bösen 
10  Verdammen  in  helle  note, 

Und  die  gläubigen  erlösen 

Von  allem  nbel,  angst  nnd  not, 

Zu  leben  ewigklich  mit  got 

8 

16  V7ir  glauben  an  den  heyligen  geist, 
Der  gotheyt  die  dritt  persone, 
Der  uns  mit  sein  genaden  speißt 
Und  zfindt  sein  lieb  in  uns  ane; 
Er  thut  uns  auch  stercke  geben, 

so  Der  Bund  feynd  werden  und  meyden. 
Zu  füren  ein  christliches  leben, 
Tröstet  uns  in  allem  leyden, 
Hilfft  unser  schwacheyt,  würckt  in  uns 
Den  willn  got-vatters  und  des  suns. 

35  9 

Wir  glaubn  all,  das  der  heylig  geist 
Regiere  die  christlich  gmeyne. 
Die  man  die  christlich  kirchen  heist, 
Ist  ein  gespons  Christi  reyne, 

80       Versamlet  alhie  auff  erden 

In  glauben,  tauff  und  eynem  sinne; 
Niemand  mag  selig  werden, 
Wer  nit  beleybet  darinne ; 
Der  ist  verloren  und  kein  glid 

86  Christi  dort  in  ewigem  frid. 

10 
Wir  glauben,  durch  den  heyling  geist 


168 

Die  Band  uns  werden  vergeben, 
Wie  ans  denn  GliristiiB  selb  verheist, 
Weyl  wir  hie  in  disem  leben 
Täglich  in  yil  sünde  fallen, 
6  Bald  wir  die  hertzlich  berewen, 
So  hilfft  er  ans  aaß  den  allen, 
Thnt  den  glanben  vemewen; 
Der  Sünden  bände  er  aafflöst, 
Unser  blödes  gewissen  tröst. 

10  11 

Wir  glaaben,  das  der  heylig  geist 
Uns  anch  aafferwecken  werde 
Am  jüngsten  tage  aller-meist, 
Wie  man  ans  grab  in  die  erde, 

15      In  eynem  geistlichen  leben 
Uns  hymlisch  klarificieren 
Und  die  ansterbligkeyt  geben. 
Von  leiblichen  begieren 
Ledig  and  gar  qait,  nach  dem  elendt 

M  In  der  letzten  gmeynen  nrstendt. 

12 

Wir  glaabn  anch,  das  der  heylig  geist 
Allen  Christen  dort  werd  geben 
Darch  den  vatter  and  san  gepreyßt 

26  Ein  ewig  seliges  leben, 

In  den  hymelischen  thronen, 
Bey  der  aaüerwelten  schare, 
Das  wir  ewig  gottes  lob  thönen: 
Das  ans  solches  widerfare, 

80  Das  helffe  Christas  allen  Christen. 
Wer  das  beger,  der  Sprech  amen. 


169 


Des  kaisers  krigszng  in  Aphrica. 
In  prfieder  Veiten  thon. 

[bl.  137']    Es  hat  sich  anfgeschwangen 
Der  römisch  adelar 
5  Zw  drost  den  seinen  jnngen 
Mit  groser  heres-schar, 
Den  Dflrcken  an-zv-grewffien 
In  seinem  aigen  lant, 
Der  Dentschlant  det  dnrchstrewffen 
10  Mit  ranben,  mort  and  prant. 


Als  man  zeit  fünfisehnndert 
und  faenff-ond-dreissig  jar, 
Da  hat  sich  anf-gemandert 
15  Der  römisch  adalar: 
Earolns,  der  gros  kaiser, 
In  aigener  person, 
Ein  gewaltiger  raiser, 
Den  krig  zy  fahen  on. 

so  3 

Mai  am  ersten  dage 
Andrea  Doria 
Ankam  auf  meres-wage 
Der  stat  Barcelona. 
26  Da  im  entgegen-ginge 
* 

l  Im  seobsehnten  meittergesangbaohe,  bl.  187  bis  139.  Vergl.  dasa  R  ▼. 
Lilieneron,  Die  historiiehen  TolksUeder  der  Deatsohen.  Vierier  band.  Leipzig  1869. 
I.  121;  femer  band  3  des  H.  Sachs  in  dieser  sammlnng  s.  395  bis  399  and 
dasa  band  31,  8«7. 


r 

^^M 

^^^^H                            KaiBerlich  niayestat                                   ^^^H 

^^^^H                           Und       erlicb  entpttnge                            ^^^H 

^^^^H                           Pia  in  sein  herberg  spat.                         ^^^H 

^^^^1                                                                                              ^^1 

^^^^^H                        &  Darnach  am  abent  spate                                  ^^ 

^^^^^H                            Hai  milche»  in  der                                            ^M 

^^^^H                           Da  bilt  der  kaiser                                          ^H 

^^^^H                           Mit  ander  herren  vil                                       ^M 

^^^^H                            Zv  dem  krig  ansgeschoBsen,                            ^M 

^^^^^H                        10   Und  würt  ain*helig  da                                      ^H 

^^^^^P                              Von  in  allen  peschlosen                                    ^U 

^^^^^k                             Ein  zug  in  Apbrica.                                         ^M 

i^^^l                                                                                                       1 

^^^^^^^P                            Das  wnrt  yerkändet  palde                               ^^ 

^^^^^^H            [bl  138]     Darcb  ganz  Hispania,                                        ^| 

^^^^^^K                            Siel)  rtiestet  jung  nnd  aide                              ^M 

^^^^^^M                             Zöin  Kug  in  Aphrica :                                        ^^ 

^^^^V^                             Formten,  lierrn  und  adel                                   ^H 

^^^^^L                            Zugem  kaiser  zw  eer,                                      ^M 

^^^^^                       «0  ^^  rugtting  war  kein  zadel                             ^H 

^^^^m                             ^^^  ander  herschaft  mer.                               ^M 

^^^^^^K                           Vom  kung  von  Portigale                                ^| 

^^^^H                            Kam  hin  ein  armada,                                      ^H 

^^^^H                      S6  Köstlich  in  groser                                          ^M 

^^^^^U                            ^^^  ^^^^  Barzeiona;                                         ^H 

^^^^^H                            Aus  Malicha  gar  mechtig                                ^| 

^^^^H                             Und  von  PeBchata,,                                            ^M 

^^^^^H                            Neapolis  ser  precbtig                                       ^H 

^^^^H                       30  Kam  vil  krigschiffang  da*                               ^M 
^^^^^^H                            Aber  pis  in  fauf hundert                            ^^^| 

^^^^H                            Nauen  nnd  galeen                                      ^^^| 

^^^^H                             Und  andre  schiff  gesnndert                             ^H 

^^^^H                      85  Sach  mau  gernestet  sten                                ^M 

^^^^^H                             Mit  gungsamen  vorate                                     ^H 

^^^^^H                             An  prabant)  tranck  und  speis,                         ^H 

^^^^^^^^^I 

171 

Kaiserlich  mayestate 
Zw  dinen  auf  die  reis. 

8 

Zway-dawsent  an  der  zale 
6  Hnndert-und-neiuizig  stfick 
Gros  pachsen  nberale, 
Dem  her  zv  halten  meck 
Mit  sampt  hämisch  nnd  were, 
Allee  in  nberflos 
10  Zv  ainem  solchen  here 
Paide  zv  ros  und  faes. 

9 

Als  das  Volk  kam  zw-same, 
ümh  ain  obersten  pot, 

16  Pald  in  sein  hende  name 
Kaiserlich  mayestat 
Ein  cmcifix  nnd  fiele 
[hl.  138']    Nider  auf  seine  knie, 

Sprach:  „Den  ich  habn  wiele 

ao  Zw  aim  obersten  hie. 

10 
Dem  woU  wir  uns  ergeben 
Als  obersten  hauptmon, 
Sol  leib,  er,  guet  und  lehn 
35  In  aigener  person. 

So  wil  ich  mit  euch  keren 
Zw  wasser  und  zv  laut, 
Cristen-glauben  zv  meren 
Mit  helden-dewrer  haut.' 

80  11 

Juni  den  ersten  tage 
Das  beer  zv  schifife  drat, 
Und  sties  von  land,  ich  sage, 
Kaiserlich  mayestat, 

86  Warfif  auf  Ire  streitfannen 
Pey  neunzig  oder  mer: 
Von  unferzackten  mannen 
Sach  man  ain  dapfer  her. 


Von  vir-itQd-Yirzig:-dawBet 
Darzw  fdnffhiiiidert  man, 
Oemest,  der  kainem  grawset 
Mancherkj  nacion: 
PortigaliBch  und  gpani&eh, 

knecht. 


icken 

iLmsUictL  a»  ^^lEcn  wart, 
Pracht  erat  zv-sam  der-gleichen 

[bl.  139]     Ein  mechtige  herfart. 

14 

20   Und  am  sibenzehenden 
Kaiserlich  niayestat 
Geluecklich  wart  zv-lenden 
Pey  Thunisj,  der  stat, 
In  Aphrica  gelegen, 

26   Zw  grewffen  an  den  krieg. 
Got  geb  im  seinen  segen 
Und  kaiserlichen  sieg. 


15 

Da  er  aigner  persone 
Aus-treten  ist  zv  lant 
Als  ein  grosmuetig  mone, 
Sein  Schwert  nam  in  die  hant, 
Das  Cristen-pluet  zv  rechen 
An  dem  Barbarossa, 
Dem  Durcken  ab-zv-prechen 
In  ganzem  Aphrica. 


178 


16 


Darnach  Constantinopel 
Heimsnechen  mit  dem  schwert, 
Im  wider-gelten  dopel, 
5  Wie  er  nns  hat  gewert. 
6ot  geh  hall  und  gelnecke 
Dem  dewren  kaiser  frnmb, 
Halt  im  genedig  mecke, 
Her  im  sein  kaisertnmb! 

10  17 

Pey  dem  las  ichs  peleiben 
Pis  anf  ein  weiter  pos 
Und  warhaftiges  schreiben 
Von  diesem  kaiser  gros. 
16  So  pald  im  thnet  gelingen, 
So  frew  wir  nns  mit  im 
Und  wollen  weitter  singen 
Mit  frewden-reicher  stim. 


Anno  salutis  1535. 


13  8  warhftftiei. 


Von  den 


Ibl.  139 


sieg  in  Aplirica, 

IE  tbon. 
1  mngm 

gelinge. 
Dt  jar 


isätg 
In  Aphrica,  ich  sag, 

2 

Prach  auf  des  kaisers  beere 
Und  zog  auf  Thunis  zw 
Mit  puchsen,  hämisch,  weere 
In  guter  Ordnung  frw, 
Sich  pey  Thunis  zv  legen 
Nahent  fast  auf  drey  meil. 
In  aber  kam  entgegen 
Der  feint  in  schnei  er  eil 


Mit  hundert-dawsent  mannen 
Und  funfzig-dawsent  da, 
Geruest  mit  irn  streitfannen ; 
Mit  im  Barbarossa 
In  aigener  persone 
Versuchen  wolt  sein  macht. 
Den  kaiser  grewffen  one, 
Mit  im  thon  ain  feltschlacht. 


l    Im  »cchxehnten   meistergesangbuche, 
vorige  stück  b.    169. 


bl.    139   bis   141.      Vergl.   dazu   das 


175 


Des  sich  paid  heer  entschlnssen, 
Buesten  sich  zv  der  Schlacht, 
Aaf  ein-ander  abschuessen, 
Drangen  zy-sam  mit  macht. 
Das  kaiserisch  hantgschnetze 
Die  feint  grawsam  haimsnecht, 
Worden  sein  gar  nrdraetze 
Und  gaben  pald  die  flnecht. 


E  sie  kamen  znm  schlagen, 
Etlich  worden  pewegt 
Pey  dem  gschoetz  sich  zw  wagen, 
[bl.  140]    Die  worden  all  erlegt; 

16  Drey  pochsen  man  erobert. 
So  war  der  feinde  macht 
Recht  wie  der  staob  zerstobert: 
Man  legert  sich  die  nacht 

6 

20  In  güeter  hoet  ond  wache 

Vor  feindes  hinterlist. 

Ser  frae  das  heer  anfprache, 

In  ordnong  zogen  ist, 

Vermaint,  wider  zv  schlagen, 
15  Wo  man  der  feind  fond  mer. 

Da  sach  man  kainen  zagen 

Im  kaiserischen  heer. 

7 

Barbarossa  het  wider 
so  Gsamelt  sein  floechtig  beer, 
Lies  sich  in  das  schlos  nider 
Und  wolt  ratschlagen  mer, 
Rait  in  die  stat  vor  tage 
Lies  das  schlos  wol  pesetzt, 
86  Macht  haimlich  sein  anschlage. 
Ob  es  not  würt  zv-letzt. 


176 

8 
Lies  die  camel  peladen 
Im  schlos  mit  seinem  schätz, 
Ob-gleich  die  stat  nem  schaden, 
5  Das  er  floch  ans  dem  hatz. 
Die  Thfiercken  in  dem  schlösse 
Merckens,  in  det  der  grans 
Sein  nntrew  sie  vertrosse, 
Der  gröst  dail  fiel  heraus. 

10  9 

Vil  Christen  lagen  gfangen 
Im  schlos  in  einer  klans; 
Da  die  sach  thet  anlangen, 
Da  prachen  sie  heraas, 
15  Und  als  die  onferzagten 
Die  andren  Düercken  gmein 
Sie  ans  dem  schlos  auch  jackten, 
Namens  schlos  gwaltig  ein. 

[bl.  140']  10 

ao  Als  wen  der  stat  nnn  keme 
Barbarossa  znmb  schlos, 
Der  seinen  flacht  vememe, 
War  er  in  nnmnet  gros. 
Legt  an  die  Cristen  pite, 
26  Und  all  sein  hail  versaecht: 
Do  das  wolt  helffen  nite, 
Gab  er  sich  in  die  flaecht 

11 

Mit  seim  zerstrewten  here 

80  Anf  Arigeri  (wisl), 
Und  das  kaiserisch  here 
Zag  anf  die  stat  Thünis; 
Wan  die  Cristen  froleichen 
Hetten  ansgstegt  im  schlos 

86  Fenlein  and  vil  warzeichen, 
Dem  kaiser  schicktens  pos. 

18  ?  D*.     8  Des. 


177 

12 
Das  her  rackt  zv  der  State, 
Die  sich  nit  weren  wolt, 
Do  hilt  der  kaiser  rate, 
5  Die  stat  man  plündern  solt 
Drey  tag  nnd  anch  nit  mere. 
Darnach  zv  miten-tag 
Zog  ein  das  kaisrisch  here 
Drey-nnd-zwainzg  stand,  (ich  sag!) 

10  13 

Damach  man  plündert  hate 
Penante  tag  zy-letzt, 
Kaiserlich  mayestate 
Hat  wider  eingesetzt 
16  Den  alten  küng  vertrieben, 
Der  sich  gab  in  sein  hnet 
Und  sich  im  hat  verschrieben 
Mit  jerlichen  tribuet. 

14 
20  Pey  zwainzig-dawsent  Cristen, 
So  der  Dnerck  gfangen  hat, 
Thet  von  ir  gfencknns  fristen 
[bl.  141]    Kaiserlich  mayestat 

An  dem  zehenden  tage 
26  Angnsti  zv  Thnnis, 

Sas  aaf  das  mer,  (ich  sage) 
Fuer  auf  Neapolis. 

16 

Und  mit  fünfzig  galeen 

80  Andrea  Dona 

Lis  auf  dem  mer  sich  sehen, 
Pald  nach  zv-raysen  da 
Barbarossa,  dem  flaechting, 
Ins  reich  Arigeri. 

86  Got  wol,  das  er  in  zuechtig 
Umb  sein  tiraney  hy. 

9  8  swaioos. 
Hjou  8«oh«.    XXII.  12 


ire 


10 

Also  hat  ob^eeleg^t, 
Durch  die  ^ottas-geaad 
Den  Duercken  uherkrieget 
Kaie^rlich  majeatat* 
Des  frewet  sich  firdleiehe 
stendt, 
I  feicbe 
r  prBiidt 


ftiier, 

är  füerst, 

aiäer, 

fcikeit  döerst, 

äiä  und  ere 

Urtin,  plüe  nna  scbeinpar  wachs 

Fort-hin  und  ymer  mere, 

Wünscht  zu  Nürnberg  Hans  Sachs. 


Anno  salutis  1535. 


179 


Der  kriegszueg  in  Sophoier  lant   Im  thon:  Der 
Daerck  und  der  ist  zornig  wom. 

Als  man  zeit  fonfiEehnndert  jar 
Und  sechsündreissig,  das  ist  war, 
6  Kaiser  Earel  der  grose 
Mit  seinen  füersten  allensam 
Ainen  herzng  peschlosse,  ja  peschlosse. 


Wider  den  plntnrstigen  band, 
10  Ob  er  in  stürzen  mocbt  zv  grnnd, 
Den  dorckiscben  tirannen, 
Der  die  cbristenheit  nberzewcbt 
Jerlicb  mit  sein  streitfanen,  ja  fannen. 


15  Ans  schrieb  der  kaiser  Earolus 
Nach  krieges-volck  zv  ros  und  fues, 
Versamlet  ein  gros  here; 
Vil  deutsches  adels  macht  sich  dar 
Zv  faren  aber  mere,  ja  mere. 


Der  küng  ans  Franckreich  sich  aufmacht, 
Ein  gros  krigfolck  zv-samen  pracht, 
[bl.  144']     Vil  in  Sophoyer  lande 

Und  rückt  darnach  auf  Maylant  zw, 
26   Woltz  pringen  in  sein  hande,  ja  bände. 
♦ 

1  Im  seobMbDten  meistergesaiigbaohe,  bl.  144  bis  146'.  E.  Weiler,  Hans- 
laebi-bibliograpbie  s.  69  nr.  112.  K.  ▼.  Liliencron,  Die  bistoriscben  rolkslieder 
1er  Deutfcben.      Vierter  band.  Leipsig   1869.  8.  147  bis  149.  23  S  Sopbyer. 

12* 


180 

5 
Pald  der  kaiser  den  list  vemoin, 
Do  rneckt  er  hintersich  gen  Bom, 
Dem  pabst  die  nnpild  klaget 
über  den  künig  von  Franckreich; 
Vom  fried  man  lang  ratschlaget,  ratschlaget. 

6 

Alda  kaiserlich  mayestat 
Ein  kämpf  frey  angepoten  hat 
Dem  künig  ans  Franckreiche, 
Anf  das  nit  so  vil  Cristenplnet 
Vergossen  würt  8chmechleiche,schmechleiche. 


Wer  ans  in  paiden  gwün  den  sieg, 
16  Das  er  darnach  volent  den  krieg 
Und  nem  ir  paider  here 
Und  züg  darmit  in  die  Dürckey, 
Zv  retten  cristlich  eere,  ja  ere. 

8 

20  All  frid  nnd  daidnng  war  zv  mat, 
Derhalb  kaiserlich  mayestat 
Hin  anf  Mayland  zv-zohe; 
Als  der  Franzos  den  gwalt  vernam, 
Zv-mck  er  eillent  flöhe,  ja  flöhe. 

t6  9 

Damach  Jnnj  am  driten  tag 
Anthoni  de  Leva,  ich  sag, 
Schickt  fünfze-dawsent  knechte 
Hin  für  Thnrin,  die  festen  stat, 
80  Und  sie  pelegert  rechte,  ja  rechte. 

10 
Dergleich  ist  Carmangiola 
Des  margraffn  von  Saluza 
Mit  krigs-macht  heim-gesnechte, 
86  Darin  Franzossen  glegen  warn, 

Gaben  daraus  die  flnechte,  die  fluechte. 


181 

11 
Am  zehenden  Joig  gar  spat 
[bl.  146]    Da  kam  man  für  Fosan,  die  stat, 
Die  wart  erst  vest  gepawen, 
6  Da  hetten  sie  getrieben  ans 
Paide  kinder  und  frawen,  ja  frawen. 

12 

Drey-hnndert  Franzosen  fielen  raus, 
Anf  zwo  stund  ward  ein  wilder  strans, 
10  Man  trieb  sie  wider- nmben; 

Die  selbig  nacht  schanzt  man  hinzw, 
Die  pnechsen  hört  man  pmmen,  ja  pmmen. 

13 

Die  stat  die  machet  ain  vertrag: 
15  Rett  mans  nit  auf  den  zwölften  tag, 
Die  stat  woltens  anf-geben, 
Das  mans  lies  zihen  mit  ir  weer; 
So  is  ergangen  eben,  ja  eben. 

14 

20  Auch  hat  sich  margraf  von  Saloz 
Ergeben  in  des  kaisers  schnez 
Mit  paide  lewt  nnd  lande, 
Der  des  Franzosen  hanptmon  war, 
Oberster  lewtinande,  lewtinande. 

35  15 

Auch  der  künig  von  Portugal 
Der  latt  kriegschieflf  in  groser  zal 
Auf  Marsilien  füeren. 
Da  er  den  künig  aus  Franckreich 
80  Das  lebentig  wirt  rüeren,  wirt  rüeren. 

16 

Weil  far  auch  Andre  Doria 
Geschyft  hat  in  Marsilia; 
•  * 

23  S  Franeioeee. 


182 

Got  geb  in  allen  glüecke, 

Auf  das  redlich  gestraffet  werd 

All  trewlos  hinter-düecke,  ja  düecke. 

17 

5  Der  gleich  rüest  man  sich  auf  die  reis 
Mit  krieges-raestnng,  dranck  und  speis, 
Dnrch  das  gepirg  zv  zihen 
Mit  sechzig-dausent  ghräester  mon, 
Weil  der  Franzos  thaet  flihen,  thnet  flihen. 

10  18 

Herzog  Ludwig,  füerst  zw  Landzhnet, 
I  bl.  145']    Von  Brandenburg  zwen  margrafen  guet, 
Pfalzgraf  Philips  pey  Keine 
Und  ander  welscher  fiiersten  vil 
16  Zihen  all  mit  hineine,  hineine. 

19 

Der  kaiser  zewcht  aigner  person 
Am  neünzehenden  Juli  on; 
Hilff  got,  das  im  müg  glingen, 
20  Pald  wider  kumen  gute  pos, 

So  wöl  wir  weiter  singen,  ja  singen. 

Anno  1536. 


183 


Vorrede  zum  Yierten  sprnchbuche. 

Weil  alle  irdische  ding  zergencklich  seind,  wie  Petrarcha  sagt, 
wo  die  nicht  gepessert  und  zwsamen-gehalten  werden;  aber  das 
Seneca,   der  ftram  haid,   haist  das  den  schentlichsten  schaden,  der 

^aas  verwarlosikait  knm:  Solche  zwen  spmch  haben  mich,  Hans 
Sachsen,  peweget,  anf  das  auch  nicht  die  langwirig  arbeit  meiner 
gedieht  verloren  nnd  zerstrewet  würt,  dis  mein  vierd  pnch  mit 
sprächen  zw  yersamlen  nnd  zw  schreiben  mit  aygner  hant,  ob  es 
vileicht  den  nach-knmen  zw  peßemng   pehalten  würt.    Nnn  helt 

i<>  dis  gegenwertig  4  pnch  innen  100  sttieck  nnd  materi,  doch  mancher- 
lay  art,  nemlich:  schriftlich,  kampfgesprech,  fasnachtspil,  poetisch, 
sitlich  frey  nnd  gemain  sprüech,  histori,  fabel  nnd  güet  schwenck. 
Weil  aber  dis  pnch  in  kain  ordnnng  der  materi  gesetzt  ist,  snnder 
ein  itlich  werck,  pald  es  verfertigt,   eingeschrieben,   wie  zw  ent 

IS  eines  iden  die  jarzal ,  monat  nnd  dag  angehangen :  derhalben  hab 
ich  ein  abtaillnng  im  reigister  gestelt  nnd  igliche  art  der  gedieht 
zvsamen  signirt.  Die  forder  ziflfer  pedewt  die  zal  der  vers  eins 
iden  wercks,  die  hinter  Ziffer  pedent  das  plat,  wo  es  zw  finden  sey. 
und  solches  püch  hab  ich  angefangen   im  1539  jar  am  ersten  tag 

^Jannarj  nnd  das  volent  anno  salutis  im  1543  am  13  tag  Aprilis, 
meins  alters  im  49  jar.  Und  in  diesem  allen  hab  ich  mit  hohem 
fleis  gesnecht  gottes  er,  das  lob  der  tngent  nnd  straff  der  laster, 
anch  frend  nnd  frolikeit  des  nechsten,  wie  mir  das  alle  werck 
gezewgnus  geben.    Gottes  sey  die  er  ewiclich. 

« 

1  Dm  erste  der  erhaltenen  sproobbUoher  ist  das  Tierte.  Wie  sohon  das 
beifpiel  einer  rorrede  aas  einem  meistergesangbaebe ,  s.  137,  seigt»  bebandelte 
Hans  Saebs  seine  bandsebrifllieh  gesammelten  werke  wie  gedrackte  bücber.  Zn 
dem  anfange  rergleiebe  man  den  anfang  der  rorreden  su  den  ersten  beiden 
foliobänden:  band  1,  3  nnd  band  6,  8. 


184 


Die  muestemng  zw  Nflrmberg. 

Als  man  zeit  acht-and-dreisig  jar 

Der  mindern  zal,  und  als  gleich  war 

Der  zwaynndzwainzigiste  tag 
5   Novembris,  als  ich  eben  lag 
[bl.  6]     Zw  Ftiert,  als  ich  von  Franckfnrt  zneg 

Und  als  die  klainnr  nenne  schlneg, 

Raist  ich  hinauf  gen  Nürmberg  werz 

Und  kam  zw  eim  ernstlichen  scherz: 
10  Zwischen  Popenrewt  und  dem  Dos 

Fant  ich  ein  hawffen  lanzknecht  gros 

Gefiert  in  einr  Schlachtordnung  stan 

In  eim  glied  sieb-nnd-vierzig  man. 

Ir  spies  aufgreckt  gleich  einem  wald, 
16  Gar  wolgemestet  jung  und  ald 

Mit  hämisch  und  weer  zw  dem  kriegen. 

Darin  sach  ich  fuenf  fenlein  fliegen 

AI  rot  und  weis  fein  nach-einander. 

Die  hacken-schuetzen  allesander 
20  Waren  anghenckt  zw  paiden  selten. 

Die  hawptlewt  sach  ich  eillent  reiten 

Sambt  den  drabanten  und  waibeln  lawffen 

Hin-und-herwider  umb  den  hawffen, 

Pis  alle  sach  wert  recht  pestelt, 
26   Wie  man  die  feint  angreiffen  weit. 

Die  drnmel  lawt  ergellen  detten. 

In  dem  erhört  ich  ein  drometten: 

Von  ferren  pey  der  stainen  prucken 

Sach  ich  ain  raissig  zewg  her-ruecken 
so  Mit  eim  rennponer  rot  und  weis, 

All  wol-staffirt  nach  adels  preis. 

* 

1    Im  vierten  spruobbuohe,  bl.  5'  big  8.     In  diesem  spräche  gedenkt  U.  Sachs 
des  markgrafen  Kasimir  von  Brandenburg,    des   vatera   Ton  Albreoht  Aloibiades. 


185 

Der  war  etlich  pfert  und  dreyhnndert, 
Mancherley  mestimg  ansgesniidert, 
Ein  rott  anders  klait,  den  die  ander, 
Doch  wolgemestet  allesander 

6  Mit  pferden,  hämisch  und  mit  weer, 
Zwelf  ganz  knereser  oder  meer 
In  federpneschen,  schmnck  nnd  parren. 
[b].  6']    Ich  dacht,  des  scherz  ein  ent  zw  harren, 
Pis  das  sie  kamen  in  die  nech, 

10  Das  ich  den  zewg  noch  pas  pesech. 
Als  sie  dem  fnesfolck  nehen  detten, 
Sties  der  drometer  in  drometten, 
Ein  rewter-lerman :  Dran,  dran,  dran! 
Da  fing  der  zewg  zw  rennen  an. 

15  In  idem  glied  ir  waren  sieben, 

Dapfer  anf  die  schlacht-ordnnng  drieben. 
Der  rewter  oberster  hanptman 
Rent  nach  dem  vortrab  dapfer  an. 
Die  knecht  liesen  ir  spies  pald  nider. 

20  Da  went  der  raysig  zewg  sich  wider. 
In  anf  der  seitten  ein-zw-dringen, 
Die  knecht  mit  spiesen  sie  entpfingen. 
In  dem  fingen  die  hacken-schuetzen 
In  dem  ein  flnegel  an  zw  spmetzen, 

S6  So  lawt  knallet  nnd  nngefaeg 
Sam  hagel,  plitz  nnd  doner  schlneg 
Und  wart  ein  fewr  nnd  gstanck  von  schwebel, 
Ein  schwarzer  rawch  gleich  einem  nebel, 
Der-gleich  einem  gewnelck  anfprach, 

80  Das  man  nichs  gehört  noch  gesach. 
Den  hanffn  sie  darnach  hintn  an-venten. 
Die  knecht  ir  spies  gegen  in  wenten, 
Sie  thetten  aber  umhin-reitten, 
Dem  hanffen  anf  der  andren  seitten 

86  Mit  irem  zewge  ein-zw-prechen. 

Die  knecht  waren  anch  grnest  znm  stechen, 
Die  hacken-schnetzen  zw  dem  schiessen 
In  irem  flnegel  anch  zw-pliessen, 
[bl.  7]     Das  gleich  das  ertrich  sich  peweckt. 

40    Der  raisig  zewg  noch  unerschreckt 
Riet  den  hanffen  widernmb  an, 


186 

Der  dapfer  iinpeweget  stau; 
Uüd  wo  den  hauffeii  sie  anspreugten» 
Ir  öpies  sie  gegn  in  nider-eeö^ten. 
Der  gleich  die  Imcken-schuetzeD  scbosen 
5   Mit  lautem  krach en  und  erdosen, 
Das  es  eim  doner-sclilag  erhal. 
Als  nun  der  zewg  zum  dritten  nml 
Die  schlacht-ordnung  umbriteii  het, 
Der  haiiflfea  sieb  zertrennen  tliet, 

10  Und  machten  ein  feltordnnog  mit, 
Alle  mal  fuenf  man  in  ein  gut 
Ir  liaubtlewt  rieten  all  vorher, 
Auf  die  stat  zw  stund  ir  peger, 
Hiuach  der  raisig  zewg  anch  riet, 

ib  Allemal  3  pfert  in  eim  gliet. 

Ein  gros  volck  stund  und  in  zw-aach. 
Unter  den  einen  ich  au-apracb 
Zw  sagen,  wes  dis  kriegsfolck  wer. 
Da  fing  er  an  und  safrt  mir  her, 

20   Wie  die  von  Nüernberg  beten  bewt 
Gemuestert  da  ire  kriegalewt. 
Ich  sprach:  „Hat  feintschaft  diese  stat?" 
Er  sprach  zw  mir:  „Der  margraf  hat 
Sich  prawcht  vil  un pillicher  stueck 

26   Und  durch  prieff  eim  rat  binterueck 
Die  gmein  abfeliig  w^öllen  machen, 
Hat  aucli  mit  unfürstlieben  saclien 
Wegen  gehembt  auf  frejer  Strassen 
[bl.  7']    On  schneid,  vil  pürger  fahen  lasseo  * 

ao   On  alle  ursach.     Darnmb  hat 
8ampt  der  gemein  ein  erb  er  rat 
Sich  ainmnetjg  entschlossen  palt, 
Gwalt  zwfertreiben  mit  gewalt, 
Und  bat  vier  fenlein  kriecht  pestelt. 

3&   Den  siiit  bewt  worden  zw-gezelt 
Die  rotmatster  der  ganzen  stat, 
So  man  den  snnst  bat  frne  und  spat 
Mit  den  das  faeuft  fenlein  aufgricht.'* 
Ich  sprach:  »Sagt,  lieber,  wist  ir  nicht, 


16  S   Aliniit. 


187 

Wer  ist  der  raissig  zeng  gewessen?'' 
Er  sprach:  ^Ein  rat  hat  anserlesen 
Etlich  pnrger  ans  den  geschlechten, 
Die  sTinst  pfert  halten  sampt  den  knechten. 
6  Der-gleichen  vil  reicher  kawflewt, 
Die  haben  sich  gemest  anf  hewt 
So  dapfer  auf  den  mnester-platz 
Anf  peger  eines  erbem  ratz. 
Der  man  gefunden  het  vil  mer, 

10  Die  sich  gemest  betten  zw  er, 
Eim  erbem  rat  zw  wolgefallen. 
Ja,  het  ein  rat  pegert  von  allen 
Purgem,  ein  mnestrang  hewt  zw  halten 
Zw  ros  nnd  fues  jungen  und  alten, 

15  Das  wer  gehorsamlich  geschehen. 
Da  best  ein  hawffen  volcks  gesehen 
Von  etlich  dawsent  ghmesten  mannen 
Sampt  iren  hanptlewten  nnd  fannen. 
Obs  gleich  an  einen  ernst  würt  gen, 

so  Fünstns  als  redlich  kriegslewt  sten 
In  Scharmützel,  stürm  nnd  streit 
[bl.  8]    Zw  rettnng  irer  obrikeit." 

Ich  sprach:  ,Danck  hab  ein  erber  rat, 
Der  die  gemein  in  dieser  stat 

25  Hat  so  gehorsam  und  guetwillig!'' 

Er  sprach :  „Warnmb  nicht?  nnd  das  pillich, 
Weil  ein  rat  seiner  nnterthonen 
So  vetterlichen  thnet  verschonen, 
Hanthabt  trewlich  gemeinen  nuetz 

80  Und  fürdert  ir  wolfart  nnd  gnetz, 
Wer  wolt  den  wider-spenstig  sein?* 
Ich  sprach:  »Weil  rat  nnd  die  gemein 
So  trewlich  ob  einander  halten 
In  ainikait,  ganz  nnzerspalten, 

85  So  wünsch  ich  in  von  got  gelueck, 
Das  in  irr  feint  neidischen  dneck 
Zw  argem  nimer  mer  müeg  schaden, 
Und  got  wöll  sie  also  pegnaden. 
Das  steter  fried  pey  in  erwachs 

40  Mit  ainikait.    Das  wünscht  Hans  Sachs.* 
Anno  salatifl  1539,  am  13  tag  Janaarj. 


188 


Die  kflenen  weiber  der  stat  Argo. 

Plntarchns  thnet  peschreiben 

Ein  that  von  knenen  weiben 

Aus  Argo,  der  stat  mechtig. 
5  Als  Cleomenes  mechtig, 

Ein  künig  der  Spartoner 

Anfwarf  sein  krieges-poner 

Und  die  stat  uberznege, 
[bl.  13]    Zw  dot  die  purger  schlnege, 
10  Siebentawsent  und  mere. 

Darnach  mit  seinem  here 

Er  mcket  fner  die  State, 

Sie  ein-zw-nemen  spate. 

Kein  man  war  mer  darinnen. 
16  Die  weiber  keck  von  sinnen 

Die  Stator  al  verschlosen 

Darnach  wnrffen  nnd  scbosen 

Zw  den  feinden  an  drawren 

Eingweis  von  der  statmawren. 
20   Vil  feinde  da  erlegten, 

Und  von  der  stat  abschregten. 

Demaratnm,  der  gleiche 

Ein  andren  kiinig  reiche. 

Der  anch  ein  dail  ir  State 
25  Schon  eingennmen  hatte, 

Sie  wider  hinaus  schluegen. 

Die  feint  mit  schant  abznegen. 

Damach  die  frawen  wilde 
* 

1  Im  vierten  spruohbaobe,  bl.  12'  bie  13^  MG  5,  bl.  2'  bii  3'  Id  d«r 
spruohweis  des  Hans  Saohs :  Die  kaenen  weiber  der  etat  argo  >Plotarehaa  thaet 
peschreiben«    1538  September  15.     Erweiterung  sieh  band  2,  144  und  band  8,  726. 


189 

Aufrichteten  ein  pilde 
Marti,  dem  got  der  streite, 
Das  pis  auf  unser  zeite 
Den  frawen  stet  zw  ere 

5  Irer  manlichen  were. 
Damach  die  eren-fmmen 
Wider  emender  numen 
Hin  und  wider  im  lande, 
Ide  nach  irem  stände, 

10  Auf  das  Argos,  ir  State, 
[b1.  13']     Wider  mit  recht  und  rate 
Ordenlich  wurt  versehen. 
Als  das  nun  war  geschehen. 
So  oft  kam  der  jartage 

16  Der  feinde  niderlage, 
Wurt  ein  opfer  gehalten 
Von  jungen  und  von  alten 
Paide  von  mon  und  frawen, 
Gar  wunderlich  zw  schawen: 

so  Die  weiber  durch  ir  tuegent 
Mannes-klaider  andruegent: 
Schwert,  mentel,  huet  und  hosen. 
Die  mann  als  die  weerlosen 
Truegen  frawen-gewande, 

26  Geschlaiert  in  zw  schände. 
Derhalb  die  frawen  laider 
Noch  tragen  mannes-klaider, 
Hosen,  piret,  hewsocken, 
Weil  sie  auch  unerschrocken 

80  Uns  mender  haben  pnnden, 
Gfangen  und  überwunden, 
Das  wir  in  kawffen  alles 
Nach  luest  ires  gefalles. 

Anno  Balatis  1539,  am  30  tag  Januarj. 


[bl.  14] 


Die 


K 

ennet 
weibe, 

fibe. 

\ui  »mm  üotraaister  plnemet 
10  Gigi  und  sprach:  „Mein  frawen 

Muestw  plos,  nackat  schawen." 

Giges  thet  das  nicht  geren, 

Doch  muest  er  in  gevveren. 

Zw  nacht  stelt  er  in  spate 
15   Heimlich  in  sein  kemnate, 

Da  sich  abzihen  dette 

Das  weib  und  ging  zw  pette. 

Da  er  all  ir  gelieder 

Sach  nackat  und  sich  wider 
20   Aus  der  kemnaten  schicket. 

Do  in  die  fraw  erplicket, 

Der  küngin  hochgeporen 

Det  diese  schmacheit  hören. 

Früe  als  die  nacht  sich  endet, 
25   Nach  dem  hofmaister  sendet, 

Sprach:   „Seit  dw  in  der  neben 

Mich  nackat  hast  gesehen, 

Zwen  weg  thw  ich  erzelen  ; 
* 

1  Im  vierten  spruchbucho,  bl.  13'  bis  14'.  Am  1  Ootober  1538  dichtete 
II.  Sachs  die  nuckat  kUnigin  in  seiner  spruchweise  x^Iiibia  das  kllDickreiche« 
(M(t  5,   bl.  b   bis   6).         l    und    2   S   4   verbessert    Lidia   aus   Libia. 


191 

Der  ein  thw  dir  erwelen! 
Den  künig  mnest  erschlahen, 
Das  künigreich  entpfahen  — 
Oder  mnest  selbert  sterben, 
6  Eins  grimen  dotz  verderben!' 
[bl.  14']    Giges  fiel  ir  zw  fnese, 
Pat  ein  gnediger  pnese. 
Sie  sprach:  ,Hie  ist  kein  mitel; 
Hie  stet  künglicher  thitel, 

10  Dein  grimer  dot  dameben.' 
Er  sprach:  „So  ich  mein  leben 
Wolt  geren  retten  füeglich, 
Wer  es  mir  doch  nnmüeglich.' 
Sie  sprach:  »Folg  meinem  ratte, 

16  Schleich  heint  in  mein  kemnatte 
Und  stel  dich  zw  der  rechten 
In  winckel,  gleich  wie  nechten! 
Wen  der  küng  ist  entschlaffen, 
Kanstw  mein  schmacheit  straffen.*^ 

so  Also  es  sich  verlieffe; 
Palt  der  künig  entschlieffe, 
Pracht  im  die  fraw  ein  degen, 
Darmit  Giges  verwegen 
Sein  aigen  herren  döttet, 

25  Darzw  die  arg  in  nöttet. 
Die  zw  der  ee  er  nume, 
Pesas  das  künig-tame, 
Wie  im  Apollo  saget, 
Der  got,  da  er  in  fraget 

so  Zw  Delphis  in  dem  thempel. 
Der  histori  exempel 
Herodotus  peschriebe 
Von  kurzer  frawen-liebe. 

Anno  sal litis  1539,  am  1  taj^r  Febriiarj. 
* 


28  S  appolo. 


192 


Gamma,  das  getrew  weib. 

Platarchns  thaet  peschreiben 

In  den  dnrchlewchting  weiben 

Von  Gamma,  einer  frawen, 
6  Engelisch  an-zw-schawen, 

Mit  tnegent  nberschönet, 

Fner  alle  weib  gekrönet. 

SinatuB  was  ir  mone, 

Ans  Galacia  schone; 
10  Der  einen  vetren  hette, 

Welcher  nachstellen  dette, 

Die  fhiwen  zw  peschamen, 

Sinorix  war  sein  namen. 

Die  fraw  war  eren-frnme 
16  Und  sagt  dem  pnler  thnme, 

Weil  ir  herr  het  das  leben, 

Wolt  sie  ir  herz  ergeben 

Eeins  fremden  mannes  liebe. 

Nach  dem  der  eren-diebe 
80  Im  pnelen  het  kain  glüecke, 

Prancht  er  ein  morders-stnecke : 

Sein  Vetren  mit  petrnege 

Heimlich  zw  dode  schlnege, 

Warb  darnach  nmb  die  frawen, 
86   Sie  elich  zw  vertrawen. 

1  Im  vierten  spraohbaohe,  bl.  16  bis  16.  Das  leiste  stüok  Id  dem  vierten 
meistergesaDgbuche ,  bl.  274'  bis  275'  in  der  spruohweiso  des  Hans  Sachs  ist: 
Die  Camma  mit  dem  vatriob  (Gamma  raob  iren  herren  nach  dem  generalregister) 
»Plutarohos  thuet  peschreiben«  1538  Juni  26,  gedrnokt  sieh  Weller»  Hans-Saehs- 
bibliographie  nr.  113.  Zu  vergleiohen  ist  auch  die  ersählong  in  Eirehhofs 
Wendunmut  3,  223   (Oesterley   V,   100  f.). 


193 

Das  weib  thet  sich  pesprechen, 
Irs  herren  dot  zw  rechen. 
Und  stelt  sich  senft  nnd  güetig 
[bl.  15^]    Gen  diesem  morder  wfietig 

5  Und  zilt  im  zw  dem  trone 
In  den  thempel  Diane, 
Und  vor  der  gotin  pilde 
Die  e  peschliessen  milde. 
Er  kam  pestimter  zeite, 

10  Gamma  het  gift  pereite 
In  einem  köpf  von  golde, 
Als  ob  sie  opfren  wolde. 
Den  halbtail  dranck  sie  gare, 
Eaicht  fm  das  ander  dare, 

15  Das  dmnck  Sinorix  anse 
Frölich,  an  allen  grawse. 
Gamma  sprach:  „Gotin  werde, 
Des  tags  hab  ich  pegerde, 
Heins  herren  dot  zw  rechen^. 

so  Und  zw  im  wart  sie  sprechen: 
„Dein  pet  wirt  sein  ein  grabe, 
Ein  leich  dein  morgengabe'. 
Palt  in  das  gift  wnrt  nagen, 
Sas  er  anf  einen  wagen, 

26  Lies  rennen  perg  nnd  dale, 
Pis  er  gros  auf-geschwale. 
Also  der  mörder  starbe, 
An  leib  nnd  sei  vertarbe. 
Sie  lag  pis  anf  mitnachte 

30  Und  mit  dem  gifte  fachte, 
Pis  das  man  ir  entpote, 
Sinorix  der  wer  dote. 
Erst  ist  die  fraw  verschieden 
Frolich  nnd  wol-zw-friden 
[bl.  16]    In  erenfestem  trawen, 
Ein  ere  aller  frawen. 

Anno  salutis  1539,  am  4  tag  Februarj. 


Baut  SMhi.    XXII.  13 


[bl.  16'] 


h 
Pfireo 

BD. 

Ble  in  eins  nacbtz  lies  sebawen 
Verwandlung  irer  frawen 

In  ein  grose  nachtewlen, 
Wie  sie  ausflueg  mit  hewlen. 
Apuleus  erpate 
Sein  pulschaft  an  der  State, 
Ein  fogel  in  zw  machen. 
Fotis  sprach  zw  den  Sachen 
Coractores;  die  weile 
Ergrieff  sie  in  der  eile 
Die  unrecht  pnechs  mit  salben, 
Sclimirt  sein  leib  allenthalben. 
Im  wurt,  als  er  det  prueffen, 
Hend  uude  fues  zw  hueffen. 
Sein  angsicht  wart  sich  strecken. 
Sein  oren  hoch  aufrecken, 
Hinden  wuchs  im  ein  schwänze. 
Sein  leib  wurt  harig  ganze: 
Sein  ganz  menschlich  figure 
Zw  einem  esel  wure. 


1  Im  vierten  spruohbuche,  bl.  16  bis  17.  Vergl.  band  21,  .357  die  be- 
morkuDgen  zu  band  2,  177.  Der  einzeldruck,  den  os  nach  dem  register  in  S  5 
gab,  ist  nicht   erhalten. 


195 

Doch  sein  sin  and  vernonfte 
Het  er,  and  in  zakanfte 
Ein  jar  darch  anglaecks-gwalte 
Phielt  er  sein  eslisch  gstalte. 
6  Darin  erlied  er  schwere 
Sorg,  angst,  not  and  gefere. 
Schwer  paerde  maest  er  dragen 
Und  wart  oft  hart  geschlagen. 
Kam  aach  In  gar  vil  hende, 
10  Pis  er  doch  an  dem  ende 
Aß  rote  rosen  wider, 
Erlangt  menschliche  glider. 

Der  esel  ist  zw  gleichen 
Den  armen  and  den  reichen, 

16  So  ir  pnelerey  treiben 
Mit  maiden  and  eweiben, 
Sint  maetig,  gail  and  gögel, 
Düncken  sich  frey  nachtfögel. 
Wen  sie  sich  recht  peschawen, 

M  Sint  sie  darch  ir  falsch  frawen 
Paide  an  hawt  and  hare, 
An  sin  and  witzen  gare 
Zw  laatren  eseln  worden 
Im  pnelerischen  orden. 

S6  Da  dragens  heimlich  leiden, 
[b1.  17]    Ejffem,  senen  and  meiden, 

Menschlicher  zaecht  vergessen, 
Pis  das  sie  rosen  essen, 
Getrewer  straff  and  lere. 

so   Wer  sich  daran  nicht  kere, 
Der  pleib  mit  andren  pueben 
Ein  esel  pis  int  grneben. 


Anno  salutis  1589,  am  8  Februarj. 


15  S  paerey. 


13  ■ 


[1)1.  17 


j  Teiche 

che, 
Ilse, 
bolze, 
fimde 
*i        ^  linde 

10  Ein  kneles  pranlein  clare, 
Darin  sich  paden  wäre 
Diana,  die  götine, 
Und  ir  sechs  dienerine. 
Der  Jüngling  stund  zw  schawen 

i&   Die  nackaten  junckfrawen. 
Die  götin  das  vertruesse 
und  den  jungling  pegusse 
Mit  dem  claren  prunwasser 
Und  sprach:   „Gehin,  dw  nasser! 

'I     Sag,  kanstw  änderst  jehen, 
Wie  dw  mich  hast  gesehen!" 
Palt  sein  menschlich  figure 
Zw  einem  hirßen  wure 
Mit  schönen  weiten  hören. 

25   Drawrig  der  hoch-geporen 

Wart  in  dem  wald  umb-pirschen, 
Aller  gstalt  gleich  eira  hirschen. 
Palt  in  sein  hunt  ersahen, 
Eilten  sie  in  zw  fahen, 


1    Im   vierten    f>pruchbuche,     bl. 
inerkungen   zu    band   2,    173. 


bis    18.      Vergl.   band   21,   356    die  be- 


197 

Nachfolgten  im  von  ferren, 

Kennten  nicht  iren  herren, 

Pia  in  ein  dieffe  dingen. 

Da  deten  in  umbringen 
i  Sein  aigene  jaghonde, 

PiBsen  in  dOtlich  wunde 

Und  in  darnider  rissen 

Und  gar  zw  stuecken  pissen. 

Darfuer  kunt  in  nicht  fireyen 
10  Sein  sewfisen  oder  schreyen. 

Also  er  elent  starbe, 

Von  sein  hunden  vertarbe. 

Der  Acteon  pedewte 

All  jeger  und  waidlewte, 
16  So  hetzen  unde  jagen, 

All  geferlikeit  wagen, 

Nach  peren,  schwein  und  hirschen 

Weld,  perg  und  dal  durch-pirschen. 

Die  gottin  thuet  sie  giesen, 
90  Das  sie  ir  sin  Verliesen, 

Verlassen  menschling  wandel 
[bl.  18]    Und  haben  iren  handel 

Nur  mit  den  wilden  tieren, 

In  weiden  umb-riefieren. 
S6  Den  fressen  sie  ir  hunde. 

Wen  ir  guet  get  zw  gründe 

Mit  solchem  nnkost  grose: 

Fogel,  jaghunt  und  rose, 

Die  alle  von  im  fressen. 
80  Die  das  nicht  thnnt  ermessen. 

Werden  gefressen  gare: 

E  sis  werden  geware, 

So  ist  ir  pewtel  lere, 

Spricht  Hans  Sachs,  schwmachere. 

86        Anno  ealatis  1589,  am  12  tag  Febraarj. 

10  HO  sohreyen.     S  ttreyeD.  16  ?  geferlikeit.     S  gferlikeii.  21   S 

üDdert  handel  in  waodel.  22  ?  handel.     8  wandel. 


199 

Ans  dem  urteil  der  g5te. 
We  that  ir  das  gespote 
Und  an  eim  sträng  sich  hinge, 
Das  sie  der  schant  entginge. 
6  Die  g5tter  sich  der  armen 
In  gnad  deten  erparmen, 
Verwandleten  mit  sinnen 
Die  firawen  in  ein  spinnen. 
Das  sie  pelieb  pey  leben 
10  Und  thet  spinnen  and  weben 
Mit  ir  kunstreichen  hende. 
So  hat  die  gschicht  ein  ende. 

Da  sol  man  mercken  inne: 
Wem  got  yemunft  und  sinne 
[bl.  19]  Zw  kuensten  hat  verliehen, 
Das  er  hochmuet  sol  flihen 
und  keinen  man  verachten, 
Sunder  almal  petrachten. 
Das  got  noch  sey  im  leben, 

ao  Der  eim  andren  kau  geben 
Noch  groser  kunst,  den  ime; 
Derhalb  im  auch  nicht  zime. 
Seinen  nechsten  zw  neiden, 
Das  er  auch  nicht  mues  leiden 

26  Verachtung,  schant  und  spote. 
Wan  es  leit  als  an  gote 
Und  ist  als  gottes-gabe. 
Wie  vil  kuenst  einer  habe, 
So  sint  sie  doch  nicht  seine, 

80  Sunder  gottes  alleine. 

Dem  sol  er  drum  dancksagen 
Und  got  die  er  heim-tragen. 

Anno  salatis  1539,  am  19  tag  Februarj. 


18  8  alflUM. 


200 


Ein  kampfgesprech  zwischen  Fawlkeit  nnd  Sorg. 

Eins  morgens  frw  vor  tage 
Ich  angeschlaffen  läge. 
Ein  daerres  weib  eindrate, 
6  Stnent  zw  meiner  petstate, 
Die  was  fraw  Sorg  genenet, 
Mit  worden  mich  anrenet: 

Fraw  Sorg. 

[bl.  19']     «Wiltw  heint  nicht  aufwachen, 
10  Schawen  zw  deinen  Sachen, 
Weib  nnd  kind  zw  emeren 
Und  deine  reichtum  meren 
Durch  emsige  arbeite? 
Auf,  auf,  auf!  es  ist  zeite.*' 

16  Fraw  Fanlkeit. 

Zw  meim  pet  wart  her-schleichen 
Ein  faistes  weib  der-gleichen , 
Die  det  fraw  Sorgen  straffen 
Und  sprach:  „Ey,  las  in  schlaffen 
so  Und  ruen  in  dem  petel 
Wen  er  lang  reichtum  hete, 
Kein  rast  noch  rw  darinnen, 
Wer  wolt  reichtum  gewinnen?" 
♦ 

1  Im  vierten  spruohbache,  bl.  19  big  20'.  Vergl.  MG  5,  bl.  12'  bis  13 
in  der  sprach  weise  des  Hans  Sachs:  Die  fanlkeit  ynd  sorg  »Ains  morgens  frw 
yor  tage«  1539  Januar  1  (gedraokt  bei  K.  Goedeke,  Dichtungen  yon  H.  Sachs  I, 
8.  217;  darnach  Lütselberger-Frommann  s.  60).  Die  erweiiernng  des  kämpf* 
gespräohes,  die  wunderlicher  weise  als  schwank  beseiohnet  ist,  sieh  band  17, 
315  bis  318  and  s.   534. 


201 

Fraw  Borg» 

Fraw  Sorg  die  sprach  in  zoren: 
,Ste  auf  1  snnst  pist  verloren. 
Wiltw  der  Fawlkeit  hnlden, 
5  So  mnestw  armnet  dulden. 
Faalkeit  dregt  auf  dem  mecke 
Wol  sechzgerley  ungluecke.*' 

Fraw  Faalkeit. 

Faalkeit  sprach:  «Fleach  fraw  Sorgen, 
10  Schlaff  mit  rae  alle  morgen! 
Maniger  arbeit  sere 
und  hat  doch  nichs  dest  mere. 
Wem  der  herr  gnnt  sein  speise, 
Geit  ers  schlaffender  weise.*' 

16  Fraw  Sorg. 

[bl.  20]    Sorg  sprach:  «Die  fawlen  hende 
Verarmen  an  dem  ende, 
Emsig  arbeit  der-gleiche 
Macht  habhaftig  and  reiche, 
so  Darnm  trag  ein  im  sumer, 
Das  dw  nicht  leidest  kamer 
In  deines  alters  wintert 
Sorgfeltig  spar  hinhinter!<* 

Fattlkeit. 

2b  Faalkeit  sprach:  „Gsel,  merck  eben! 

Hie  ist  kein  ewigs  leben; 

Dw  pringst  nicht  mer  darfone 

Den  rw,  speis  umb  and  one. 

Wem  weist  dich  hart  peinigen? 
80  Pleib  in  der  rw  stil  ligen!" 

Sorg. 

Sorg  sprach:  „Folg  meiner  lere! 
Wilt  haben  preis  und  ere,  * 

So  ste  auf  zw  deim  handel, 
36  Verlas  der  Faulkeit  wandel, 
Die  dir  raicht  in  dein  hande 
Laster,  sunt  and  gros  schände!'^ 


[bl.  20' 


10  Ai 


WaB  mich  fraw  Sorg  lang  wecket, 
Faulkeit  mich  wider  decket; 
Fraw  Sorg  micli  heftig  moßet, 
B  Fanlkeit  mein  zertiich  schonet. 
In  diesem  krieg  und  zanckeE 
Zwitpeltiger  geduncken 
]  age 

den  tage« 


203 


Des  Ewlenspiegels  thestament. 

AIb  Ewlenspiegel  läge 

Dot-kranck  auf  einem  tage 

und  wart  eim  pfoffen  peichten, 
b  Sein  herze  zw  erleichten 

Von  seinen  Sünden  schwere, 

Und  als  er  peichtet  here, 

Der  pfaff  sprach:  ^Lieber  snne, 

Dw  hast  gewnnen  none 
10  Mit  schalkheit  groses  gelte 

In  aller  weiter  weite. 

Ich  rat,  dw  weist  es  schaffen 

Mir  and  sünst  armen  pf äffen, 

Das  wir  lesen  seimessen, 
16  Deiner  sei  nicht  vergessen.' 

Ewlenspigel  der  pider 

Sprach:  „Knmpt  nach  mitag  wider; 

Als-den  wil  ich  euch  schencken, 

Darpey  ir  mein  solt  dencken." 
30   Also  der  pfaff  abschiede, 

Frolich  und  wol-zw-friede. 

Der  kranck  füelt  nach  dem  handel 

Mit  menschen-kot  ein  kandel; 

Dranf  gelt  strewet  and  stecket, 
26  Den  dreck  allen  verdecket, 

Als  ob  die  kandel  schwere 

Vol  gaeter  pfening  were. 
* 

1  Im  TJerten  spnichbaohe,  bl.  20'  bis  21'.  Oedmokt  in  den  sftmtlioben 
lebw&nken  aU  nr*  52.  Vergl.  MG  5,  bl.  6  in  der  spraohweiie  des  Hans  Sachs : 
Des  Ewlenspigels  testameni  »Als  Ewlenspigel  läge«  1538  Ootober  27.  Qaelle: 
Till  Bulonspiegels  92   historie  (Brannes  nendmoke  nr.   55/56,  s.   141). 


204 

[bl.  21]    Der  pfaff  kam  nach  mitage, 
Da  Ewlenspiegel  läge. 
Der  sprach:  «Herr,  thüet  ein  grieffe. 
Doch  grewffet  nicht  zw  dieffe 
6  In  diesen  mein  schätz  tewer! 
Was  ir  erhept,  ist  ewer.' 
Der  pfaff  wolt  yil  erschnapen, 
Thet  in  die  kandel  dapen 
Und  die  hant  gar  peschisse, 

10  Sie  wider  herans-risse 
Kotig  pis  nbert  knüebel 
Und  stanck  gar  leichnam-nebel. 
Der  pfaff  sich  segnet  nnde 
Recht  wie  ein  pfefiffer  stunde. 

15  Der  pfaff  der  sprach  in  zoren: 
ySecht  zw  dem  schalck  and  deren, 
Wie  er  sich  hat  peflissen, 
Petrogen  nnd  peschissen 
Hat  alle  lant  nnd  stende, 

so  Das  dreipt  er  auch  am  ende!*' 
Ewlenspiegel  sprach:  ^Herre, 
Ich  warnet  eäch  doch  ferre, 
Nicht  dieff  ir  grewffen  solde. 
Wart  ir  dem  gelt  so  holde 

26  Und  fnrt  zw  dieff  hineine, 
So  ist  die  schuld  nicht  meine.' 

Hie-pey  mercket  pesünder 
Coratores,  formünder, 
Das  ir  nicht  grewft  zw  dieffe 
[bl.  21']    In  Siegel  and  in  prieffe, 
Gescheft  and  thestamente, 
Das  ir  nicht  auch  die  hente 
Pescheist  in  fremdem  gaete, 
Das  hart  ankleben  daete. 

36        Anno  salntis  1539,  am  24  tag  Februarj. 


205 


Der  karg  und  milt. 

Ein  reicher  man  der  wase 

Ser  geizig  nbermase: 

Wo  er  pey  seinen  jaren 
6  Ein  pfening  knnt  ersparen, 

Den  selben  er  anfhnebe, 

In  eim  haffen  ein-gmebe 

In  seiner  hans-capellen 

unter  die  altar-schellen 
10  Und  det  nmb  got  erwerben, 

Das  er  in  nicht  ließ  sterben, 

Pis  er  faelt  durch  die  menig 
[bl.  24]    Sein  hafen  voler  pfening. 

Also  in  got  geweret, 
16  Was  er  pitlich  pegeret: 

Palt  er  ein  pfening  hette, 

Er  in  in  hafen  dette 

Und  gmeb  in  wider  eine 

Hinter  der  frawen  seine. 
20  Palt  er  füelt  seinen  haffen, 

Ist  er  im  dot  entschlaffen. 

Die  fraw  sich  kurz  pesone, 

Nom  einen  andren  mone. 

Der  war  ein  junger  frecher 
26  Spiller  und  voller  zecher. 

Der  selb  den  hafen  fände 

In  der  capellen  gmnde. 

Fro  war  der  jung  und  pate 

Got,  das  er  früe  und  spate 
♦ 

1   Im  rierten  spniohbaobe,    bl.  23'  bis  24'.     Gedruckt    in    den   8&mtIioheD 
chwäDkeo  als  or.  53.     Die  erweiterong  »ieh  band   17,  402  bis  405. 


206 


So  lang  im  saus  m5cbt  lebea, 
Pis  er  die  pfeiiiag  eben 
Im  bafen  möeht  verprasaen, 
Verftpileii  und  vei^aseeD. 
&   Bein  waib  das  auch  nicht  we&te. 
Er  achlemet  hert  und  veate: 
Wen  sein  peutel  war  aUBe, 
"    ~  "    '       w  hawse 

ing-haffen 
}  gucht  strafen, 

lere  — 
trben  ere, 

€  alter, 
taltetf 

t  cht  gennsse, 

[bl.  24']  Bschlpsse, 

ttilre«, 
Und  er  mnest  darfon  wandren. 
Der  ander  es  vertemet, 

20   Verprasset  und  verschlemmet, 
Vergeudnet  und  verschwentet, 
Pis  er  in  armuet  entet; 
Palt  er  es  gar  an-wnere, 
In  armuet  darfon  fuere. 

25   Die  paid  feiten  der  strase 
Der  rechten  mitel-mase. 
Wem  got  ist  reichtum  geben, 
Der  sol  auch  darfon  leben 
Zw  noturft,  nüetz  und  eren, 

30   Wie  Salomon  thuet  leren : 
Man  pringt  nicht  mer  darfane, 
Dann  essen  umb  und  ane. 

Anno  sahitia   1539,  am  17  tag  Marcj. 


1 


207 


Ein  frag  aines  Sophisten  nach  glanb,  lieb  nnd  hoffnnng. 

Eins  tags  mich  ein  sophist 

Fragt  durch  sein  hinterlist, 

Wo  glawb,  hoffiiang  und  lieb 
6  Pein  Lntaristen  plieb, 

Ob  sie  weren  vertorben, 

Entloffen  oder  gstorben. 

Als  er  mich  thet  yexiren, 

Dacht  ich,  mein  dispntiren 
10  Wer  im  nur  ain  gespöt, 

Dammb  ist  mir  von  nOt 

Auf  sein  spotliches  fragen 

Sein  spotten  nnd  thet  sagen: 

,Die  erst  frag  zw  pedewten, 
lö  Der  glanb  ist  pein  kawflewten; 
[bl.  48]     Wo  die  im  lant  nmb-wandlen, 

Sie  nnr  auf  glawben  handien, 

Vorkawffen,  porgen,  stechen, 

Ka^^'ffen,  zalen  nnd  rechen. 
20  Welch  kawfman  nicht  helt  glawben, 

Dregt  nicht  lang  mardren  schawben. 

Znm  andren  die  hoffnnng. 

Die  want  pey  alt  nnd  jnng 

Paide  pey  man  nnd  frawen, 
30  Die  in  das  perckwerck  pawen; 

Die  hofifen  all,  aaf  erden 

Durch  perckwerck  reich  zw  werden: 

1  Im  yierten  Bpruohbaohe,  bL  47'  bis  48'.  Gedruckt  in  den  sftmtlioheD 
icbwinken  alu  nr.  67.  Vorgl.  MO  5,  bl.  33  bis  34  in  der  spruchweise  des 
Hans  Sachs:  Der  sophist  mit  glaub  hoffnung  vnd  lieb  »Ains  tags  mich  ain  so- 
phittec  1539  Mai  31  (gedmokt  bei  Friedr.  Gottfr.  Wilh.  Hertel,  Ausführliche 
mitiheilangen  über  die  kOrslich  in  Zwickau  aufgefundenen  Handschriften  des 
Haas  Sachs.  Progr.  Zwickau  1854.  s.  33  f.  nnd  K,  Goedeke,  Dichtungen  von 
H.  S.  t,  8.  116).  Die  erweitemng  sieh  band  17,  s.  382  bis  388,  vergl.  dasu 
baod  30,  5«4. 


r 

^M 

^^^^^^1                          Vil  gnckas  sie  verlegen                                       ^^H 

^^^^^H                         So  in  glueck  stal  entgegen,                              ^^M 

^^^^^H                         Vil  zwpues  geben  müessen,                                ^H 

^^^^^H                          Vi!  geltes  mit  ein  pneseen;                                 ^H 

^^^^^H                      6  Noch  thüetz  hofnung  ernereo,                           ^H 

^^^^^H                         Es  werd  sich  pald  verkeren.                             ^H 

^^^^^^B                          Wen  den  ein  gmeb  wirt  fdendig,                      ^^M 

^^^^^M                          Mit  Silber,  erz  anspüendig,                                 ^H 

^^^^^H                          Sich  pald  abschneidet  wider,                                    ■ 

^^^^^H                     10  Noch  leit  hofnnng  nicht  nider,                          ^J 

^^^^^H                           Wackt  den  Back  an  die  rüebeD,                         ^H 

^^^^^H                          Zw  pawen  die  erzgrneben.                                 ^H 

^^^^^^^^^                     Hoßniing  weicht  gar  nicht  ab,                           ^^M 

^^^^^^^^^                   Oft         an                                                            l^H 

^^^^^^^^H             \b  Zum  driten  auch  die  lieb                                         V 

^^^^^^^H                  Pein  dnmckenpöken  plieb^                                      1 

^^^^^^^H                  Feim  pier  oder  petm  wein,                                      1 

^^^^^^^^^                    Da  sie  stez  sehen  cken                                        ^^M 

^^^^^^M          [bL4d']     Und  thiieng  einander  pringeu                              ^^M 

^^^^^^B                     so  Mit  jiichzen  und  mit  singen,                                   1 

^^^^^1                          Jeder  gtient  seinem  pnieder,                               ^H 

^^^^^H                          Dag  in  im  steck  ein  fueder,                               ^H 

^^^^^H                         Das  er                                                               ^H 

^^^^^H                          Messen  einander  wol                                          ^^| 

^^^^^H                     üb   Mit  kandel  und  mit  krausen;                             ^^M 

^^^^^H                          Die  lieb  thtiet  pey  in  bawsen.                           ^^M 

^^^^^^m                          So  einer  tbüet  undewen,                                     ^^M 

^^^^^^m                          Koch  thüet  in  kainer  sehe  wen,                          ^^M 

^^^^^^M                          Den  köpf  halten  im  zwen;                                 ^^| 

^^^^^H                     30   Welcher  nicht  haini  kan  gen,                           ^^M 

^^^^^H                          Die  andren  in  haimftieren.                                 ^^M 

^^^^^H                          Da  düt  man  die  lieb  gpüeren.^                          ^^M 

^^^^^H                           Als  ich  die  antwort  gab,                                    ^^| 

^^^^^H                         Do  zog  der  sophist  ab,                                     ^^| 

^^^^^B                     s&   Gleich  ainem  nassen  dachsen,                           ^^M 

^^^^^^B                           Het  sein  pschaid  von  Hans  Sachsen.                ^^M 

^^^^HK                          Anno  flalutiB  15B9,  am  1  tag  Jalj.                           ^^M 

^V                      21   S  gQn«L          34  S   wider  nb.          37  8    am  31    Juaj      D«    dttit    gedkbl 

^H              oaoh  einem  Tom  20  Juni  und  Tor  einem  Tom  3   JuU  etobt^  habe  ioh    1  Jult  gt- 

^H              tcbrieboD  in   der  annehme,    dftl^  11.  Snob«  daroh    dm  dntum  des  tneltiergeiMgf 

^B              r»rl«itei  bier  f*lioh  geiobrieben  habe.                                                                               , 

209 


Ewlenspiegel  auf  dem  henker-steg. 

Ewlenspiegel  vor  jaren, 

In  schalckhait  weit  erfaren, 

Eins  mala  gen  Nüermberg  zneg, 
5  Sich  abend  zw-scblneg, 

Flis  sich  in  allen  dingen, 

Vil  schalckhait  zw  yerpringen. 

Eins  nachtz  er  spehet  aus, 

Wie  anter  dem  rathaüs 
10  Schfletzen  nnd  statknecht  wachten. 

Dem  ding  wart  er  nach-drachten, 

Nam  in  schalkait  sein  weg 

Hinauf  den  hencker-steg. 

Da  prach  er  ab  vier  dillen 
16  Und  schlich  hin  in  der  stillen 

Hin  fner  das  rathans  wider, 

Hawt  in  das  pflaster  nider 

Mit  seiner  alten  plotzen 

Und  wart  grölzen  und  kotzen 
so  Und  flnecbt  so  nnpeschaiden. 

Als  ob  er  wer  ain  haiden. 
[bl.  47]    Als  die  wachter  das  hörtten. 

Wie  pald  sie  sich  entpörtten 

Mit  hämisch,  schwert  nnd  Stangen, 
26  Den  nachtraben  zw  fangen. 
* 

l  Im  Tierten  spraohbaehOy  bl.  46'  bis  47'.  Gedruckt  in  den  sämtlioben 
tebwftnken  anter  nr.  56.  Vergl.  MG  5,  bl.  27  in  der  spniobweise  des  Hans 
§teba:  Der  henokersteg  »Ewlenspiget  yor  jaren«  1539  Mai  9  (gedr.  bei  Hans 
SsehSy  sein  leben  und  seine  dicbtang  von  E.  K.  J.  LUtselberger.  2  aafl.  bearb. 
fOB  Carl  Frommana.  NQrnberg  1891.  s.  54).  Qnelle:  tili  Enlenspiegels  32 
bUtorie  (Brannes  nendrocke  nr.  55/56  s.   49). 

Haas  Saoha.    XXII.  U 


u 


[\>14.T] 


EwlcDspiegel  wart  lawßchen, 

Ah  me  her  waren  rawscheo, 

Ewlenapiegel  war  jung» 

Het  ein  weitten  vorapnaDg 

Uod  eillent  die  fliecht  gab 

Strax  den  fiachmarckt  hinab 

Und  wart  sich  linden  gehwencken 

Hinämb  pey  den  flaischpencken 

üln  auf  den  sewniarcki  paM. 

und  die  scharwachter  ald 

Nachfolgten  seinem  weg 

Hin  auf  den  hencker-steg, 

Ba  er  üeber  das  loch 

Neben  am  glenter  kroch. 

Da  hawt  in  prttckeu  er, 

Schray:  ,Ir  poswicht,  her,  her!* 

Also  er  sie  aniietzt. 

Kainer  woll  Bein  der  letzt 

Und  eilten  in  zw  fahen» 

Das  loch  sie  iiebersahen, 

Dardurch  die  alt  gerümpften 

Hinein  die  Pegnitz  pfliimpften, 

Darin  muestens  al  paden, 

Yder  entpfing  ein  schaden, 

Wurden  pluetrüstig  »er, 

Vil  verluren  ir  weer, 

Spies,  heoier  und  plechhawben 

Dettens  zwsamen  klauben. 

Solch  scbalekhait  die  nachtraben 

im  abgeternet  hahen. 

Fliegen  gleich  den  nachtewlen, 

Geleich  den  woIfTen  hewlen, 

Mancberley  nnfner  üeben, 

Reich  und  arme  petrneben; 

Doch  we  man  sie  erdappen, 

Thüet  das  loch  nach  in  schnappen, 

Das  kein  nnfnr  erwachs 

Zw  nacht.     80  spricht  Haus  Sachs, 


Anno  salotiä   1539,  am  20  tag  Jünj. 


211 


Der  frnm  ftterst  Licnrgns,  ein  gesetzgeber  der 

Spartaner. 

Ewsebins  thnet  sagen, 

Wie  das  vor  manchen  tagen 
5  Zw  Sparta  guebemirt 

Licorgos,  wol  regirt. 

Das  Yolck  het  in  dem  land 

Ghrob  Sitten  und  verstand, 

Das  lert  er  mit  gesetzen 
10  Die  laster  anß-zw-hetzen, 
[bl.  73]    Zv  pflanzen  ein  die  tuegent 

Pey  alter  und  pey  jagent. 

Als  das  volck  dis  an-nam, 

Wort  es  sitsam  und  zam. 
15  Licurgns  mit  pescbaid 

Nom  von  seim  volck  ein  aid 

Von  jungen  und  von  alten. 

Seine  gesetz  zw  halten, 

Pis  das  er  wider-kem 
80  Von  Apoline,  dem 

Er  wolt  ein  opfer  pringen, 

Ratfragen  von  den  dingen. 

Anf  das  sein  gsetz  lebentig 

Plieb  ewiclich  pestendig 
26  Lies  er  sein  regiment 

Und  zug  in  das  ellent 

Haimlich  in  Greta  nider 

Und  kam  nimermer  wider. 

Alda  sein  zeit  vertrieb, 
80   Willig  im  ellent  plieb. 
* 

1   Im    Tierteo    •prachbaehe,    bL   72'.     Die    erweiterung    der    historia    sieh 
bftod   7,   401  blB  404.     QacUo:  (iesta  Romanorutu  nr.    16V. 

14* 


r 

212                                 ^^M 

^^^^^H                              Als  er                        wolt,                         ^^^^| 

^^^^H                            Hiea  er,  man                                         ^^^H 

^^^^H                             Von  pley  ein  serchlein  klain,                 ^^^H 

^^^^H                             Darin                                                      ^^^1 

^^^^H                          b  In  das  mer  zw  fersencken;                    ^^^| 

^^^^H                             Wan  er  war  noch  gedencken,                ^^^H 

^^^^H                               Wen  die  Spartaner  kernen,                     ^^^H 

^^^^^■^                              Sein  gepain  mit  haim-nemen,                 g^^^^| 

^^^^B)                             Wurden         irer  pfiiclit                          ^^^H 

^^^^^H                          10   Ledig  nnd  halten  niebt                           ^^^^| 

^^^^^H                               Der  gäetz,        er  het  geben                     ^^^^| 

^^^^H                             Zw  hail  nienechlicben]  leben.             ^^^^^M 

^^^^H                             Hie  merck  pey  der  liistorj                    ^^^^| 

^^^^H               [bl.  73']     Ganz  labirdiger  glorj                               ^^^H 

^^^^^M                          ib   Von  diesem  frumen  baiden,                      ^^^^| 

^^^^^V                               Der  handlet  so  pescbaiden,                      ^^^H 

^^^^1                               Zug  von  gwalt,  guet  nnd  eren,              ^^^| 

^^^^H                               Die  dngent        erneren,                          ^^^H 

^^^^H                              Das           volck  lebet  znecbtig,                ^^^H 

^^^^^1                          so  Demiietig,  recbt  nnd  diiecbtig»                ^^^H 

^^^^H                                    eim                                                      ^^^1 

^^^^^1                               In  alle  seinem  liandel                               ^^^H 

^^^^H                               Frum,  trew,  wariiaft  nnd  milde,              ^^^H 

^^^^H                             Das  vor  war  grob  nnd  wilde.                ^^^| 

^^^^H                 ih  Dw                                        ^^^H 

^^^^H                              Nem  aticb  unter  die  liant                       ^^^H 

^^^^H                               Statut  nnd  policey,                                       ^H 

^^^^H                              Halt  drob  statbaft  nnd  frey,                  ^^^H 

^^^^^H                              Alle  laBter  ans-treib,                              ^^^^| 

^^^^H                         ao  Anf  daB  die  tnegent  pleib,                     ^^^H 

^^^^V                              Ein-wurzel  nnd  anfwachs                        ^^^| 

^^^^^F                                Pey  deim  volck,  wünscht  Hans  Sachs.        ^^H 

^^^K^                              Anno  aalutif  15ddj  am  25  Decembris.            ^^^^| 

213 


Der  schnester  mit  dem  rapen. 

Angastns,  der  gros  kaiser, 

Ein  gewaltiger  raiser, 

Als  der  kam  ans  der  schlacht, 
6  Wart  im  ein  vogel  pracht, 

Der  knnt  den  kaiser  grüesen, 

Mit  werten  fein  dorch-süesen. 

Den  vogel  det  er  kanffen. 

Da  pracht  man  im  mit  hawffen 
10  Sitich  nnd  ander  f5gel 

Mit  grüesen,  frech  nnd  g9gel, 

Anch  pracht  man  im  ein  hatzen, 

Die  knnt  grüesen  und  schwatzen. 

Zw  Bom  ein  schnester  was, 
16  Den  die  armnet  pesas, 

Der  wolt  gelt  nber-kumen, 

Het  sich  anch  nnter-nnmen, 

Er  wolt  ein  jangen  rappen, 

Doch  grob  gleich  einem  drappen, 
so  Eeden  nnd  gmesen  leren, 
[bl.  97]    Det  grosen  fleis  vür-keren. 

Ungschickt  der  yogel  was, 

Der  1er  alzeit  vergas, 

Wie  im  wart  vürgesprochen. 
i6  Als  das  wert  sieben  wochen, 

Sprach  der  schnester  in  zoren: 

„Kost  und  müe  ist  verloren!" 

Det  sich  des  hart  petrüeben; 
* 

1  Im  rierteo  fpraohbaobe,  bl.  96'  bis  97'.  In  den  sttmtlieben  sobwänken 
üs  BT.  59  gedrookt.  Vergl.  MO  5,  bl.  73  bi«  74  in  der  spraobweise  des  Hans 
Subi:  Der  tobneiter  mit  dem  rappen  »Augustus  der  gros  kaiser«    1&40  April  16. 


214 

Idoch  durch  ^oses  fieben 
Pey  dag  und  nacht  zw  dichten 
Den  rappen  det  abrichten, 
Das  er  gar  resch  and  rund 

6  Den  kaiser  gräesen  künd. 
Als  der  kaiser  riet  ans, 
Kam  vür  des  schnesters  hans, 
Da  sprach  der  rapp  dorch-süesset: 
«Kaiser,  dw  sey  gegrüesetl^ 

10  Der  kaiser  sprach:  ,Im  sal 
Da  haimen  aber  al 
Sint  der  grüeser  mit  hawfen, 
Ich  wil  nnn  kain  mer  kawSen!** 
Da  fielen  an  dem  ort 

16  Dem  vogel  ein  die  wort, 
Die  er  gehöret  het 
Vom  schaester,  and  aach  ret 
An  all  gefer  and  ssoren: 
,Eo8t  and  müe  ist  verloren!* 

so  Als  das  der  kaiser  hört> 
In  wunder  wart  pedört 
Er  und  lies  ims  gefallen 
und  katiffet  in  ob  allen 
Andren  föglen  gar  tewer, 

96  Kam  dem  schuester  zw  stewer. 
[bl.  97'J    Schreipt  Plutarchus  ganz  dar. 

Aus  dem  merckt  man  vurwar: 
Wer  ein  kunst  an  dnet  fangen, 
Sol  ir  emsig  anhangen, 
80  Ob  ers  nit  pald  kan  fassen, 
Sol  er  sie  drüm  nit  hassen. 
Die  kunst  wechst  auf  eim  reis, 
Haist  uebung,  müe  und  fieis. 

Addo  salatis  1540,  am  25  tag  Aprilia. 


215 


Die  hewehler. 

In  Plntarcho  ich  las, 

Wie  Stratonicns  was 

Pey  den  Adaritern, 
5  Sach,  wie  die  pnrg^r  g^m 

ümb  sidi  vil  hewehler  hetten, 

Die  in  all  hewchlen  detten, 

Ider  het  ein  pesnndern. 

Das  tbet  in  haimlich  wandern. 
10  Als  man  nnn  war  gesessen 

Spat  neber  das  nachtessen, 

Detten  die  hewehler  schmiren, 

Mit  schmaich-worten  sieh  tieren. 

Als  das  nachtmal  bat  ende, 
16  Man  anffstand,  wnesch  die  hende. 

Stratonicns  anfing, 

Anf  seinen  zehen  ging 

In  dem  sal  hin  und  wider, 

Lies  seine  angen  nider 
20  Zw  seinen  leisen  driten 
[bl.  66']    Wider  sein  gwonlicb  siten. 

Als  man  in  nrsacb  f^agt. 

Er  zw  den  pnrgem  sagt: 

,Icb  hab  ein  schnellen  gang 
26  Geprancht  mein  lebenlang, 

Aber  mit  meinen  driten 

Nem  ich  mich  itz  der  sitten, 

1  Im  vierten  spxaebbaehe,  bl.  06  bis  A7.  Vergl.  da«  fünfte  meistergesang- 
baefa,  bL  41'  bif  42'  in  der  fproebweise  des  Hans  Sacbs:  Der  bencbler  »In 
plotarobo  ieb  läse«  1539  Desember  4.  Meistergesang  und  spmobgediebt  stimmen 
fsoaa  Oberein ;  niebt  einmal  ein  reimpaar  bat  der  dicbter  dem  spmohe  sagefUgt. 


Das  ich  des  abentz  apet 
Anf  kainen  hewcbler  dret^ 
Der  itz  ain  grose  zal 
Umbgent  awf  dieseia  sal, 
Die  eacli  reichen  oacblauffeiif 
FEehBchweDze  zw  yerkawffen.* 


Wie  wüert  man  sehen  wunder, 
Kern  StratonicuB  ander 
Fürsten,  herren  und  graven ! 
Wie  ho  ff]  ich  würt  er  straffen 
Der  henchler  grose  menge, 
Welche  sich  mit  gedrenge 
ümb  die  hoffsueppen  dringen, 
Hewchlen  in  allen  dingen! 
Der-gleioli  in  allen  Rtenden 
Itziind,  an  allen  enden 
Thnnt  sich  die  hewcbler  meren, 
Weil  mans  aueh  helt  in  eren 
Und  sie  anch  fürher-zeucht, 
Vür  wäre  freunt  erlewcht. 
Der  waren  f rennt  sint  weiig; 
Das  macht  der  hewcbler  meng 
Mit  ichmaichlendem  lieb- kosen, 
üb  gl  ei  eil  unter  der  roaen 
Ein  warer  frennt  ein  straft, 
üngnenst  er  im  selb  schaft: 
Es  wil  der  mensch  auf  erden 
Willig  pe trogen  werden j 
Die  warbeit  er  veracht, 
80  Dem  falschen  lob  nachtracbt, 
Den  liewchler  geren  hört 
Und  wirt  dardnrch  pedbrt, 
Das  er  maint  sein  ein  pfab, 
So  er  kaum  ist  ein  rab, 


217 


Der  herzrerkerer  pin  ich  genant 
Und  hab  verkert  das  tewsche  lant, 
Wie  man  den  spfiert  id  allem  stant. 

Vor  wenig  tagen  als  ich  kom 
6  Geriten  ans  Welschlant  von  Rom, 
Als  ich  widerumh  riet  auf  Fern, 
Sach  ich  in  dem  gepirg  unfern 
Ein  langen,  grosen,  starcken  mon 
Hintersich  gegen  mir  hergon. 

10  Ich  erschrack,  knnt  im  doch  nit  weichen. 
Als  er  neher  zw  mir  war  schleichen, 
War  es  an  im  verkeret  gar: 
Sein  unterstes  das  ober  war; 
An  sein  armen  het  er  die  hosen, 

15  Paid  schenckel  in  die  erbel  gstosen; 
Zwen  hentschuech  het  er  an  sein  fuesen. 
Ich  fing  ein  herz  und  thet  in  grnesen 
Und  fragt:  „Guet  gsel,  von  wanen  her?" 
,  Vom  Tewtschlant  ins  Welschlant, "  sprach  er, 

M   ^Darinen  wil  ich  richten  an. 

Wie  ich  im  Tewtschlant  hab  geton." 
Ich  sprach :  „Was  thest  im  Tentschlant  lern? ' 
Er  sprach:  „All  ding  thet  ich  verkem; 
Wan  ich  pin  aller  ding  verkerer.^ 

36  Ich  sprach:  .Pistw  der  selb  verherer? 
Was  hast  verkert  im  deutschen  laut?"* 
Er  sprach :  ,Ich  hab  im  gaistlichn  stant 
Pischoff  verkert  in  weltlich  füersten, 
Mit  krieg  und  pomp  die  aller-küersten. 

1  Im  Ti«rt0ii  tj^mobbaoh«,  bL  75'  bis  77. 


^^^^^^^^^^^^^^^^^^H 

^^^^^H 

218                                ^H 

[bl.  76]     Die  weitling  fnrsten  thet  ich  weyen,               ^^M 

Probstey  und  pfründen  zw  verleyen;               ^^H 

Die  piscliotf  gotes  wort  darch-echteti,              ^^H 

Die  weltling  füersten  es  verfechten;                 ^^| 

&   Punt-gnosen  hab  ich  inaiDs  gmacht,                ^^H 

ZwiBpeltigkeit  icb  in  ptitit  pracht.                    ^^B 

Der  färbten  schetz  macht  ich  verseyen,          ^^| 

Das  in  pnrger  imd  pawren  leyenj                   ^^| 

Vil  grecht  macht  ich  am  gricbt  verliren,        ^^^ 

10  Vil  unrecht  gwinen,  triumphiren ;                    ^^M 

Vil  frumer  würgt  ich  nmb  nnschnld,               ^^H 

Vil  poswicht  pracht  zw  gnad  und  huld;                ■ 

Klain  dieb  macht  ich  zw  ga Igen- Schwengeln,            1 

Gros  dieb  zw  eren,  gleich  den  engeln;                  ■ 

iD   War  trennt  hab  ich  zw  feinden  gmacbt,         ^^^H 

Hewchler  zw  groser  frenntschaft  pracht,         ^^H 

Schmeichler  an  füersten-hoff  gesetzt«                ^^H 

Herolt  mit  bnnden  anß-gehetzt;                        ^^H 

Hart  arbeite r  die  macht  ich  arm,                     ^^H 

30   Die  feyrer  setzt  ich  weich  und  wann;           ^^^| 

Vit  armer  hab  icb  gemacht  reich,                   ^^H 

Vil  reicher  arm  der-geleich.                              ^^H 

Die  iajen  pfriint  in  kloster  kaofTen,                 ^^H 

Die  münicb  weltlich  herans-lanfen :                  ^^H 

fifi   Vil  weltlich  aehreiben,  predtng  nnd  lern,        ^^H 

Vil  gaiBtlich  sich  mit  arbeit  nem;                   ^^M 

Lanzknecht  sint  terminirer  worden,                  ^^| 

Vil  mfinich  halten  lanzknechz-orden;                ^^M 

Pitrger  hab  ich  verkert  in  pawTen,                 ^^| 

»0   Vil  pawren  pracht  in  die  statmawreo.            ^^H 

Hantwercker  zw  kauflewtn  verkert,                ^^H 

Vil  purger  hab  ich  bantwerck  giert.               ^^H 

Vil  Juden  lies  ich  Crigten  daw^Ten,                 «^^H 

[bL  76']    Crisien  icb  wnebren  lies  mit  häufen ;              ^^H 

i\   Vil  pnebn  hab  ich  zw  beim  geeret,                ^^^| 

Vil  herrn  zw  pueben  auch  verkeret;                ^^H 

Vil  hurn  zw  grosen  fraweo  gmacht,                ^^H 

Vil  frawen  nach  zw  bnren  pracht;                   ^^H 

Vil  reicher  sparn  den  armen  gleich,                ^^H 

«  T  ZwiapeltfgkQit     6  Zwi^peUig,         SO  ?  iteioh.     S  rvieb.                ■ 

219 

Vil  armer  prassn,  als  werens  reich; 
Vil  Spanier  gent  in  dewtschem  schein, 
Die  Dentachen  woln  Spanier  sein; 
Die  frawen  mannes-klaider  dragen, 

6  Vil  mender  weiber-art  nach-schlagen; 
^         Vil  weiber  herren  sind  im  hans, 
Vil  mender  lassen  pachen  daos; 
Elewt  einander  ranfii  und  schlagen, 
Frembd  lewt  sich  fridlich  wol  vertragen. 

10  Gemainen  nnetz  den  macht  ich  klain, 
Den  aignen  nnetz  gros  nnd  gemain; 
Dnegent  hab  ich  ans  Tentschlant  trieben, 
Laster  sint  an  der  stat  pelieben. 
Also  thet  ich  all  ding  verkeren, 

M  Das  widerspil  gewaltig  neren, 
Das  ein  iglicher  dnrch  mein  list 
Gar  nicht  wil  sein,  was  er  doch  ist, 
und  nicht  wil  thnn,  was  im  zw-stet, 
Und  etlichs,  das  es  geren  det, 

M  Ich  zwischen  zil  nnd  kngel  knm. 
Das  ist  in  snma  snmarnm 
Mein  gscheft  nnd  arbeit,  wo  ich  pin.*' 
Mit  dem  ging  eillenz  von  mir  hin 
Der  schedlich,  verderblich  anfiat, 

86  Der  vil  nnglaecks  gestiftet  hat, 
Das  es  itz  also  übel  stet 
Und  get  im  Dentschlant,  wie  es  get: 
[bl.  77]    Schir  als  verkert  darch-ans  im  lant ; 
Nichs  ist  mer  in  vorigem  stant; 

so  Kem  ein  doter  ins  Tentschlant  her. 
Der  vor  sechzg  jaren  gstorben  wer, 
Er  würt  sich  mit  den  fnessen  gsegnen, 
Thet  noch  so  milt  tawen  nnd  regnen 
Gneter  ordnnng  und  policey 

S5  Und  loblicher  Statut  darpey, 
Der-gleich  philosophischer  schrift, 
Zw  raining  das  verkeret  gift, 
Der-gleich  was  man  predigt  nnd  lert  — 
Noch  pist,  Tewtschlant,  so  gar  verkert, 
* 

17  T  er.     8  ef.  80  8  in  int. 


Verwechselt  in  all  gueten  etUBcken 

Mit  Bch^ntlich  legterliclieü  düeckeD. 

Des  ifit  gar  schwerlich  zw  pesorg6D, 

Got  wert  Teütschlant  hewt  oder  morgen 

Von  grünt  auf  darch  aein  räch  verkeren, 

Verwaeitn,  verterben  und  verhereö* 

Weil  DaTid  von  got  also  lert* 

Mit  der  kert, 

Uud  mi  gnetf 

Herr,  |i  mnet 

Zw  dir^ 

So  wen  art 

Ider  yo]  ^, 

Von  gel  mä  Steg 

Auf  deii  nem  wortj 

Auf  daa  dort 

Ein  um  wachSi 

Ganz  m  Sans  Sachs, 


Anno  salutis  1539,  am  27  tag  Decembris. 


221 


In  dem  thon:  Ich  dag  den  tag  nnd  aücli  die  stund. 

In  gednld  leid  ich  des  dodes  pond; 
Dein  rotter  mund 
Hat  mich  yerwnnd, 
6  Ich  wird  nit  gsnnd, 
Dmm  ent  ich  mein  tag  kurzer  stund. 

2 

All  mein  hoffnnng  get  mir  zv-rüeck; 
In  allem  stüeck 
10  Leid  ich  die  drüeck, 
Des  dodes  düeck: 
Ich  stirb  eilend  in  dem  nnglüeck. 

3 

0,  was  thnestw,  dw  harter  dot, 
16  Pringst  mich  in  not 
Durch  dein  gepot. 
0  mündlein  rot, 
Ich  stirb  gewis,  das  clag  ich  got! 

Anno  salutis  1540,  am  12  tag  May. 
* 
1    Im  aeebiebnten  meittergefangbnche,  bl.  97',  hat  H.  Sacbs  folgenden  ein- 
trag  gemacht:    Etliohe  pnelieder,  to  ieb  vor  der  leit  etlichen  gesellen  zw  dinst 
gemacht,  hab  ieh  aaeh  hie  swgeBohrieben ,  anf  da»  sie  auch  vnfer leren  pleiben. 
Darauf   folgt    das    obenftehende    als    das  erste.  19   1540  ist    aus  1542  von 

H.  Sacba  geftndert. 


Der  hungrig 


sr  mit  der  wißeL 


ecbfl; 
echs 
ünstig. 
srt*kiien@tig, 
leh  zwang, 


Ef 
In 

Dr 

Di 

lu 

Dl  km 

W  ädidD 

10  EIl  TTioüi  aarm  wuii%.t, 

Die  pald  den  fuechs  yerrnDnet, 

Was  sein  gescheft  da  wer. 

Der  wisel  antwort  er: 

„Der  hunger  hat  mich  zwangen, 
16   In  den  keler  gedrangen, 

Mein  palck  fein  auszwspicken." 

Det  auf  die  pachen  plicken. 

Die  wiesei  sprach :  „Geraessen 

Solt  von  den  pachen  essen! 
20   Dest  dich  zw  schwer  peladen, 

So  kern  es  dir  zw  schaden; 

Wan  so  der  kellner  kem, 
[bl.  108]     Im  keler  dich  vernem, 

So  wer  dein  fluecht  allain 
25   Aus  durch  das  löchlein  klain, 

Durch  welches  dw  dich  drangst, 

In  diesen  keler  zwangst. 

Wer  den  dein  leib  gewachsen, 

* 

I  Im  vierten  spruchbucho,  bl.  107'  bis  108'.  (Jedruokt  in  den  sümtliobun 
gchwjlnken  als  nr.  60.  Vergl.  M(4  5,  bl.  88  bis  89  in  der  spruchweise  des 
Hans  Sachs:  Der  hungrig  fuchs  im  ktiler  mit  der  wisel  »Es  war  ein  duerer 
fuchse*    1540    Miii    19. 


22S 

Gros,  dölpet,  nngelachsen, 
Mit  dem  pachen  dnrch-spicket, 
GeÜEdstet  und  gedicket, 
Das  dw  dar-for  pestüendest, 

6  Dardnrch  nicht  schlieffen  küendest, 
So  güelt  es  dir  dein  leben 
und  müest  dein  aigens  eben 
Sampt  dem  fremden  verliren.'' 
Der  fuchs  nach  det  vexiren, 

10  Ein  weng  nach  notorft  aß 
und  ging  wider  sein  stras: 
Als  uns  das  paech  yür-geit 
Natürlicher  Weisheit. 

Ans  dem  ein  mensch  merck  eben, 

16  Das  er  in  seinem  leben 
Den  geizhnnger  abeis, 
Nit  heftig  zer  und  reis, 
Groß  schetze  zw  gewinnen 
Mit  geizhnngrigen  sinnen, 

90  Das  er  sich  nit  peschwer. 
Wan  den  aosgen  sol  er 
Dnrch  des  dods  enge  pforten, 
Plos  nackat,  wie  er  dorten 
Im  anfang  wart  geporen, 

sö  Da  all  schetz  sint  verloren. 
Cristns  Mathey  spricht, 
Das  sechzehent  pericht: 
Was  hüelff  den  menschen  gelt, 
[bl.  108']     Wan  er  gwüen  die  ganz  weit, 

80  Lied  schaden  an  der  sei? 
Darnmb,  o  mensch,  erwel. 
Was  dir  got  ist  zw-füegen, 
Des  las  dich  sat  genüegen! 
So  entrinst  vil  ungemachs 

8b  Hie  und  dort,  wünscht  Hans  Sachs. 

Anno  salutis  1540,  am  19  tag  May. 


224 


Der  zorn  mit  seiner  gestalt  und  aigeischaft. 

Den  zoren  Seneca  abmalt« 
Wo  er  eins  menschen  hat  gewalt, 
Wie  er  entBtel  sein  angesicht: 
R  Das  vor  war  frenntlich  nnd  roslicht, 
Wirt  gelb  nnd  plaich,  recht  wie  ein  lefch 
Und  einem  wilden  diere  p^leich; 
Sein  äugen  schiegen  wie  ein  schlang, 
Und  sieht  sawer,  diieckisch  und  sträng; 

10   Der  mund  pidniet  nnd  vipert  im, 

GreuBÜch  nnd  schrecklich  ist  sein  stim; 
Die  zen  es  auf  einander  peist, 
Gleich  einer  vippernater  pfeist; 
Der  zornig  nit  wol  reden  kan, 

m   Er  stöst  binden  und  vornen  an, 
Dae  herz  im  klopft  und  aufgeschwilt, 
Die  Vernunft  wird  ungsttiem  und  wilt, 
Entrüestet  wirt  all  sein  gemüet* 
Darzw  dobet  all  sein  geplüet; 

a&  Im  zitert  auch  sein  ganzer  leib, 
Es  sey  gleich  ein  man  oder  weib. 
[bl.  lOD]    Der  zornig  schlecht  sein  heut  zwsam, 
Auch  wie  er  mit  den  zen  grisgram, 
Gen  perg  stroblen  all  seine  bar, 

•0   Uz  lauft  er  pald  hin  nnde  dar, 

Wüerft  sich  umb    wie  ein   ha  wetz  schweiß 
Und  wil  nur  imer  schlagen  drein. 
Auch  ist  der  zornig  danb  nnd  plint, 
Verschonet  weder  weib  noch  kint, 

10  Freuntschaft  noch  gselschaft  nit  ansieht, 


1  Im  TiorUP  ipmclibaob«*  bl.  108' bii  109'.     VergL  b»tid  20,  41»&  bis  4(»8. 


225 

Recht  noch  pillicheit  acht  er  nicht, 
Jagt  von  im  tnegent  und  Weisheit 
Und  wüetet  in  nnsinikeit. 
Und  wen  der  zornig  in  der  nech 

6  Sich  selbert  in  eim  Spiegel  sech, 
So  erschreck  er  ob  seiner  gstalt: 
Noch  ist  heßlicher  tawsentfalt 
Sein  inwendig  sei  und  gemüet, 
Da  der  zoren  dobt  nnde  wüet: 

10  Wen  man  das  selbig  sehen  künd, 
Kein  dewffel  man  so  heßlich  fttnd. 
Ich  schweig,  wen  man  grüntlich  pedenckt 
Den  schaden,  der  am  zoren  henckt: 
Die  lewt  er  mit  vil  kranckheit  plackt, 

16  Macht  schwintsüechtig,  lam  und  condrackt, 
Pringt  vil  nnratz,  has  und  armnet 
Vergewset  auch  vil  menschen-plnet. 
Dammb  halt  ider  sich  im  zanm 
Und  las  dem  zoren  kainen  ranm! 

20  Mit  der  vemnnft  in  erstlich  zem, 
£  das  er  nberhant  im  nem! 
Welch  man  sein  zoren  nberwint, 
Dem  selben  Weisheit  nicht  zerint. 
[bl.  109']    Merckt  pey  des  fhimen  baiden  1er: 

26  Ein  mensch  vom  zoren  sich  abker, 
Weil  er  so  grosen  schaden  pringt, 
Wo  er  ein  menschen  nberingt. 
Dnrch  zoren  Ayax  wuetig  wart, 
Erstach  sich  nnsiniger  art. 

80  Dammb  schreipt  Salomon  gar  plos: 
Zoren  met  in  eins  narren  scbos, 
Von  dem  vil  nnglnecks  auferwachs. 
So  sprichet  von  Nürmberg  Hans  Sachs. 

Anno  salatifl  1540,  am  80  tag  May. 


Haas  Saoh«.    XXII.  15 


226 


Der  prneder  ZwieffeL 

Ein  mönicli  Zwiffel  war  genant, 

Stacioniret  im  Welschlant, 

Listig,  verschlagen,  schwind  und  mend, 
6  Der  alle  menschen  effen  knend; 

£am  in  ein  stetlein,  haist  Zertal, 

Sein  zinst  zw  holen  abermal. 

Am  santag  frae  sein  predig  macht. 

Er  het  ein  kostlich  hailtnm  pracht, 
10  Ein  fedren  von  sant  Gabriel, 

Die  wolt  er  zw  drost  irer  sei 

Nach  mitag  zaigen  zw  der  non, 

Darzw  seit  kamen  weib  nnd  mon. 

Nun  waren  junger  gsellen  zwen 
16  Des  mtinichs  laicherey  versten, 

Die  schliechen  in  die  herberg  nein, 

Zw  Stelen  im  das  bailtum  sein. 

Der  münich  ans  zw  gaste  as; 

Sein  knecht  dort  in  der  kuechen  sas 
[bl.  110]    Und  pnelet  amb  des  wirtes  maid. 

Ins  münichs  kamer  kamens  paid 

Und  fanden  offen  sein  wat-sack, 

Darin  ein  klaines  ledlein  Stack. 

Da  in  seiden  gewickelt  ein 
25  Lag  ein  schön  sitich-federlein. 

Das  namen  sie  mit  karzem  rat 

Und  legten  kolen  in  die  stat. 

1  Im  Tierten  sprnohbaohe,  bl.  109'  bis  ILO'.  Gedraokt  in  den  sämtliohen 
sobwHnken  als  nr.  61.  Vergl.  MG  5,  bl.  114'  bis  115'  in  der  abenteoerweise 
des  Hans  Foh:  Der  pnieder  Zwieffel  »Ein  mUnich  Zwiffel  war  Renant«  1540  Jani  22. 
Die  erweiterang  sieb  band  9,  s.  420  bis  423.  Quelle:  Boooaocios  decameron 
6,   10  (aasg.  von  A.  v.   Keiler  s.  399). 


227 

Als  man  nnii  leatet  zw  der  non, 
Praeder  Zwiffel  macht  sich  auf  pon, 
Mit  dem  hailtom  zw  kirchen  ging, 
Ein  genspredig  darfan  anfing, 

6  Wie  sant  Gabriel  het  vorzet 
Dise  fedren  zw  Naßaret. 
Als  er  das  hailtnm  non  aufdeckt, 
Fond  er  kolen  darein  gelegt. 
Des  er  im  anfang  sich  entsetzt, 

10  Idoch  fing  er  ein  herz  zwletzt 
und  haeb  sein  hent  gen  himel  auf. 
Sprach  frölich  zw  des  volckes  häuf: 
,£in  anders  hailtnm  ich  da  hab. 
Das  ein  heilliger  apt  mir  gab. 

16  Das  sint  die  kolen,  drob  man  spat 
Sant  Lorenzen  gepraten  hat. 
Und  welches  ich  pestreich  darmit. 
Das  kan  das  jar  verprinnen  nit 
Im  fewer,  das  es  nicht  entpfint. 

20  Enmbt  her  nnd  opfert,  lieben  kint!'' 
Znhant  zw  pmeder  Zwiefifel  dmng 
Mit  kerzen-liechten  alt  nnd  jung; 
Ides  ein  pfening  opfren  det. 
Er  nam  die  kolen  an  der  stet, 
[bl.  IW]    Eim  iglichen  weib  mit  andacbt 

Ein  schwarz  crenz  anf  den  schlayer  macht. 
So  scbwaist  er  in  ir  geltlich  ab, 
Schwarz  kolen  vür  weis  silber  gab. 
Was  er  in  sagt,  gelanptens  als, 

30  Darmit  er  füellet  seinen  hals. 

Des  ist  Deatschlant  mit  diesem  pranch 
Lang  zeit  worden  petrogen  auch. 
War  sagt  das  alt  Sprichwort  gemein: 
Die  weit  die  wil  petrogen  sein. 

35  Anno  salutis  1540,  am  22  tag  .Tunj. 


15- 


228 


Das  gaist-peschweren. 

Bocacios  doet  uns  peschreiben 
In  der  tagrais  von  listing  weiben, 
Wie  zw  Florenz  ein  verber  sas, 
6  Johannes  Lotringer,  der  was 
Einfeltig,  fmm  and  schlecht  darpey, 
Ein  gaister  vol  pockstenzlerej, 
Het  uberans  ein  schöne  frawen, 
Hies  Thessa,  det  im  schalcksperg  hawen 

10  Und  gewan  lieb  in-praensticlich 
Einen  jüngling,  hies  Friderich, 
Des  sie  gar  manche  nacht  det  warten 
Vor  der  State  in  irem  garten, 
Darin  sie  hielt  im  samer  hans; 

16  Ir  man  gar  selten  kam  hinaus. 

Ain  zaychen  detz  dem  jüngling  geben : 
Anf  eim  pfall  Stack  pey  den  wein-reben 
Ein  esels-schedel ;  wen  der  spat 
Das  mawl  kert  hinein  zw  der  stat, 

20  So  solt  er  kamen  mit  pegir; 
[bl.  111]     ümbkert,  so  wer  der  man  pey  ir. 
Eins  tages  het  die  fraw  vernnmen, 
Wie  ir  man  gschefthalb  nicht  würt  kamen; 
Da  priet  sie  ein  gaeten  capaan. 

26  Ir  man  aber  gewan  ein  laan. 
Kam  spat  hinaas-gangen  in  garten, 
Da  die  fraw  thet  irs  paelen  wartten. 
Den  capaanen  ir  malt  verstiese 
* 

1  Im  vierten  apruchbaehe,  bl.  llC  bis  111^  Gedruckt  in  den  simtlichen 
BohwHnken  als  nr.  62.  Vergl.  MG  5,  bl.  115'  bis  116'  im  rosentone  des  Hani 
Sachs:  Der  ferber  von  Florenos  »Pocaoins  thaet  vns  peschreiben«  1540  Jon!  22. 
Quelle:  Boccaccios  deeameron  7,  l  (ansg.  von   A.  v.   Keller  s.   410). 


Zw  einem  pfirsing-panm  und  hiese 
Darzw  thnn  ayer  and  den  wein, 
Eain  glüeck  wolt  pey  der  kirch weich  sein; 
Des  esseis  köpf  sie  auch  vergasse, 
6  Mit  dem  mann  ein  schlecht  nachtmal  ase. 
Als  sie  sich  nun  legten  zw  pet, 
Ir  pnel  kam  und  anklopfen  det. 
Die  fraw  erschrack,  der  mon  hört  klopfen, 
Fregt,  sie  sprach  zw  im:    „Allers-dropfen, 

10  Das  gspenst  knmpt  schir  all  pfinztag-nacht. 
Vor  forcht  hab  ich  vil  necht  dorch-wacht, 
Pis  ich  doch  det  ein  segen  leren. 
Wolanf  mit  mir!  ich  wils  peschweren." 
Sie  standen  aaf,  gingen  herfüre. 

16  Sie  sprach,  als  sie  kam  za  der  tüere: 
,0  mein  Johannes,  reisper  dich, 
Das  das  gespenst  merck  aigentlich. 
Das  ein  manspild  sej  pey  mir  hinnen.*' 
Forchtsam  reispert  sich  der  man  inen. 

so  Die  fraw  fing  an  den  heilling  segen 

Und  sprach:    ,Dw  pöes  gespenst  al wegen, 
Hast  an  der  pfinztag-nacht  dein  ranm! 
Ge  hin  anter  dem  pfirßing-panm, 
Da  wirstw  tobisampto  binden 

85  und  etlich  cbacharilli  finden 

Und  dein  münd  an  den  strosack  setz! 
[bl.  111']    Far  hin  mit  gneter  nacht  zw-letz! 

Las  mich  nnd  mein  Johannes  schlaffen!"^ 
So  kantz  iren  pnelen  abschaffen. 

80  Der  nam  die  speis  and  scliliech  darfan. 
Hie-pey  so  merck  ein  iderman: 
Wen  sein  fraw  kan  solch  gaist  pescbweren, 
Sol  er  sie  mit  eim  prüegel  peren. 

Anno  salatis  1540,  am  22  tag  Junj. 

* 

26  S  itrorosaek. 


230 


Die  zwen  petrognen  pueler. 

In  der  Btat  Pistoya  sase 

Ein  witfraw,  die  genennet  wase 

Francisca,  doch  der  jar  nit  alt, 
6  Von  leib  ganz  engelisch  geetalt. 

Umb  die  pnelten  zwen,  Alexander 

Der  ein  und  Einnzo  der  ander, 

Mit  hoMren  nnd  potschaft-schicken, 

Ir  herz  mit  liebe  zw  verstricken. 
10  Rainer  es  von  dem  andren  west. 

Die  fraw  war  frnm  nnd  eren-vest, 

Der  pneler  nicht  abkamen  künd, 

Pis  sie  doch  einen  list  erfand. 

Stanadio,  der  pösest  mon 
16  und  angeschaffenst  von  person. 

Eins  tags  verschieden  war  mit  dot. 

Alexandro  die  fraw  entpot, 

Het  er  sie  lieb,  das  er  im  grab 

Dem  dotten  sein  klaid  zfiege  ab 
20  Und  sich  darein  zam  dotten  leget, 

Die  langen  nacht  on  forcht  peweget. 

Rinazo  entpotz  pey  dem  knecht, 
[bl.  112]    Het  er  sie  lieb,  das  er  ir  precht 

Den  dotten  man  nmb  mitemacht; 
26  Det  er  das  nit,  das  er  naer  tracht, 

Ir  maesig-ging  in  allen  ecken. 
* 

1  Im  vierten  spraohbuche,  bl.  111'  bis  112\  Gedruckt  in  den  sämtliohen 
sohwänken  als  nr.  63.  VergU  MG  5,  bl.  116'  bis  117'  im  rosentone  des  Hans 
Sachs:  Die  «wen  petrognen  pneler  »In  der  stat  pistoria  sasec  1540  Jnni  23. 
Quelle:  Boccaccios  deoameron  9,  (ausg.  von  A.  v.  Keller  s.  545).  Die  erwei- 
terung  sieb  band  9,  s.  424  bis  429  und  band  20,  s.  47  bis  63. 


231 

Wolt  sie  also  allpaid  abschrecken. 
Alexandmm  die  pruenstig  lieb 
Zwnacht  hin  auf  den  kirchoff  trieb, 
Stieg  ins  grab  zw  dem  doten  man 
6  Und  legt  sein  doten-klaider  an, 
Legt  sich  neben  in  ein  das  grab, 
Unmenschlich  forcht  in  pald  nmbgab. 
Pald  es  nmb  miternachte  war, 
Schlich  Binnzo  znm  grabe  dar 

10  Und  den  deckel  vom  grabe  rüeckt 
Und  sich  mit  forchten  hinein-püeckt, 
Alexandmm  mit  forcht  nnd  grans 
Pey  seinen  füesen  schlept  heraus 
Und  wart  in  auf  die  achsel  fassen, 

16  Dmeg  in  hinein  der  frawen  gassen. 
Die  fraw  an  einem  fester  stund, 
Pey  dem  monschein  sie  sehen  künd. 
Wie  mit  dem  doten  er  herzweg. 
Nun  angefer  es  sich  zw-tmeg, 

so  Die  Schergen  da  verporgen  lagen. 
Als  sie  sahen  den  dotten  dragen, 
Mit  groser  rumor  auf  in  stiesen, 
Gewappnet  mit  schwerten  und  spiesen, 
Fueren  in  an  mit  werten  scharff. 

36  Den  dotten  man  er  von  im  warff, 
Gleich  einem  grosen  müelsack  schwer; 
Flihent  anhueb  zw  lawflfen  er; 
Auch  fuere  auf  der  dotte  man, 
Ein  andre  gassen  ein  entran. 
[bl.  112']     Die  fraw  kunt  ir  von  herzen  lachen, 
Also  mit  den  listigen  sacheu 
Irr  pueler  alle  paid  abkam. 
Also  ein  fraw  in  zuecht  und  schäm 
All  pueler  sol  von  ir  abtreiben, 

36  Thuet  Jobann  Bocacius  schreiben. 

Anno  salatis  1540,  am  28  tag  Judj. 


Die  getrew  grefiii  mit  dem  gluenden  eisen. 

Kaiser  Otho  der  erst  mit  Bamea 

Het  ein  weib  von  kilticklicheni  stamen. 

Die-selb  ein  graven  lieb  gewan, 

e  Der  doch  nicht  wider  er  wült  tan, 
11  it  ir  in  dem  epruech  zw  scherzen. 
Da  wurt  sie  im  ganz  feint  von  herzen, 
Verklagt  den  graven  in  den  dingen, 
Wie  er  sie  bet  wollen  not-z wiegen . 

10   Der  kaiser  schnell  ein  urtail  gab. 
Sein  haubet  im  zw  schlagen  ab. 
Der  graff  pegert  vor  ans  vertrawen 
Zw  reden  mit  seiner  efrawen ; 
MH  kuerz  eröffnet  ir  den  grnnt: 

16   Er  wart  enthaaptet  zw  der  stnnt. 
In  kurzer  zeit  nach  der  geschieh te, 
Als  der  kaiser  sas  zw  gerichte, 
Kam  die  grevin,  fragt  mit  gefer, 
Wes  dodes  einer  schuldig  wer, 

so  Der  dötten  lies  ein  man  unschuldig, 
Pegert  ein  urtail  gar  geduldig. 
Otho  antwort  des  graven  frawen: 
,Dem  man  sol  man  sein   haupt  abhawen." 
Sie  antwort:  „Herr,  dw  pist  der  man! 

ib   Mein  Herren  hastw  abgelon 

On  schuld,  und  hast  deim  weib  gelaubet!** 
[bl  114]    Und  zog  herfüer  das  dotten-hanbet 


I  Im  viortoD  spruchbueha,  bl.  113' bU  1 14'.  Ver^L  AlO  &,  bL  123'bii  134' 
im  rcwentone  des  H.  Sacbi :  Die  getrew  grefiii»  mit  dem  gluenden  ujfien  >fiaif«r 
Otbo  dor  ertt  mil  namen«  1640  Aoguit  19  und  band  8,  i.  107  bii  130.  Zu 
1,  233»    l    r.  vergL  den   U3  achwuuk. 


^^^^^^ü^^^  233        ^^^^^^^^^^^1 

^^^^^^^^H        Und  sprach :    ^SeiD  uDBchald  zw  peweisen,                ^^H 

^^^^^^^H        Wil  ich  drageD  das  glüent  eysen.^                         ^^^| 

^^^^^^^^H        Als  zw  der          g:ewonheit                                      ^^^^| 

^^^^^^^H         Das  gricht  schuff  ir  zw  dragen  das,                           ^^| 

^^^^^^^^     5   Wie         sich  erpot  zw  den  dingen.                              ^^H 

^^^^^^H               Sie  hie«  das  glüent  eissen  pringen.                              ^^^ 

^^^^^H               Der  kaiser  nberhart  ersctirack,                                   ^^M 

^^^^^B               Gros  angst  die  lag  im  aaf  dem  oack,                         ^^M 

^^^^^H                Weil  er  selb  urteil  het  gefellet.                                   ^^M 

^^^^^^U          10  Nach  daidings-niitel  er  pald  stellet,                            ^^H 

^^^^^H               Er-gab  sieb  der  frawen  in  gnad.                                 ^^M 

^^^^^H               Wo  ir  geschehen  wer         scbad,                                 ^^M 

^^^^^H               Wolt  er  drifettig  widerlegen                                       ^^M 

^^^^^H               Und  sein  weib  straffen  attcb  dargegen,                       ^^M 

^^^^^H          16  FnrBten  and  berren  sie  aticb  paten,                            ^^M 

^^^^^M               Er  müeBt  all  ding  ir  widerstatten,                              ^^M 

^^^^^1               Sie          vom  recbten  dretten  ab.                                 ^^M 

^^^^^H               Die  grefin  es  von  henden  gab                                     ^^M 

^^^^^^H               Der  ritterschaft,  herren  und  fnersten,                         ^^H 

^^^^^^H          m  Die  all  nach  grechdkait  was  düersten,                        ^^H 

^^^^^H               Entlich  wart  In  retten  erkennet:                                ^^M 

^^^^^^M               Die  kaiserin  die  würt  verpreniiet,                                ^^H 

^^^^^^B               Die  Yil  inender  gepnllet  bet.                                        ^^H 

^^^^^H               Die  grevin  er  pegaben  det                                          ^^M 

^^^^^V          26  Im  lande  mit  vier  gneten                                             ^^M 

^^^^^B               Sampt  allen  renten  nach  dem  pesten,                        ^^H 

^^^^H^               Drej  stüeck  an»  dem  hie  mercket  wol:                  ^^^^1 

^^^^^^^                Erstlichen,  das  ein  richter  sol                                  ^^^^1 

^^^^^^H                Fleis  nnd  viirsichtikait  nit  sparen^                             ^^^| 

^^^^^^V          so  Ursach  nnd  nmbstent  zw  erfaren.                                 ^^H 

^^^^^H                Ztim  andren,  weit  man  feischlich  rieht,                       ^^M 

^^^^^H                Des  Unschuld  kumpt  enilich  ans  licht.                         ^^M 

^^^^^r                Das  drit:  wer  mit  untre w  wil  elfen,                            ^^M 

^V           [bl,  114']    Das  untre w  thnet  sein  herren  dreffen;                       ^^H 

^^^^                  36   Gros  schand  mit  schaden  im  erwachs                          ^^B 

^^^^^^^                Vur  sein  nntrew,  das  wünscht  Hans  Sachs.                 ^^H 

^^^^^^V           Anno  saluti«  1540,  am  19  tag  Äiigustj«                                  ^^H 

234 


Der  koch  mit  dem  krannich. 


Hort,  zw  Florenz  ein  ritter  aas, 
Der  ein  ser  gueter  waidmon  was, 
Deglich  mit  feder^piel  umbging. 

^   Eins  tags  er  einen  kr  an  ich  fing, 
Den  er  seim  koch  fleissig  pefale 
Zw  p  raten  in  zw  dem  na  cht  male 
Dem  ritter  und  sein  edlen  gesten. 
Der  koch  peraitet  nach  dem  pesten 

IQ   Den  kranich^  mit  wnerzen  einpaist 
Und  priet  in,  er  war  jnng  und  faist. 
Und  gah  ser  ein  lieblichen  ruech, 
Der  das  haus  und  die  gaÜ  diuxk-krtiech. 
In  dem  des  kochcB  pnlschaft  kam 

16  Und  pat  den  koch  on  alle  scliam, 

Ein  diech  vom  krannicb  ir  zw  Bchencken. 
Er  sprach :  ,Mein  herr  der  lies  mich  hencken ; 
Ge  hin,  ich  gieb  dir  kaines  nit.»* 
Sie  sprach:  ^Versagstw  mir  die  plt, 

ao  So  sey  dein  lieh  pey  mir  schabab." 
Vom  krannich  er  ein  diech  ir  gab. 
Als  man  den  krannich  troeg  zw  diaeh, 
Der  herr  wolt  in  zerlegen  frisch, 
Da  het  der  kranich  nnr  ein  diech, 

a^   Da  fordert  er  den  koch  fiir  sich 
Und  fraget  in  ernstlicli  der  mer, 

Wo  das  ain  diech  hinkamen  wer. 

♦ 

I    Im  vierten  spru^^bboche,  hl.   H5*  bii    110.     Gedraokt  in  den  8&mtUob«D  | 
if3bvrftok«n  «li  or.  <^4«      V'ergL  MG  5,  bl  l2&'bU126'   im  roaeotoDD  do»  H.  ämohi !  | 
Der  koch  mit  dem  kroDiob    «Hort   tv   flor«»!  ein  riler  Base«    1540  SepiflOiber  h 
Quölle:    Boficacotop    deCAmeron  6,   i    (suig     fon    A.  v.  K«Her  ft.  BB7).     Di«  er- 
wftUeruDg  aieb  band  tl,  t.   474  bii  477, 


235 

Der  koch  west  nicht,  was  er  solt  sagen 
Und  det  sein  angen  unterschlagen, 
Sprach :  , Strenger  herr,  es  ist  nicht . . .  nain, 
Ir  wist,  ain  krannch  hat  nor  ein  pain.* 
6  Der  ritter  zomiclich  wart  jehen : 

„Mainst,  ich  hab  nie  kein  kranich  gsehen?^ 
Der  koch  der  sprach,  es  wer  ie  war, 
[bl.  116]    Er  wolt  die  sach  pe weisen  dar. 

Das  ret  der  koch  ans  grosen  sorgen. 

10  Der  riter  sprach:  „Das  thne  anf  morgen! 
Wen  dw  das  nicht  peweisen  thuest. 
Am  nechsten  paum  dw  hencken  mnest.'* 
Der  koch  die  nacht  lag  nngeschlafen, 
Forcht,  sein  herr  würt  in  grimig  straffen. 

16  Fme  riettens  ans  wasser  zw  stund. 
Daran  man  almal  kranich  fünd. 
Als  sie  dem  wasser  kamen  nach, 
Pey  zwelff  krenchen  der  koch  ersach; 
Ir  ider  stund  anf  einem  paine. 

20  Seim  herren  zaigt  er  sie  gemaine, 

Sprach:  ,Itz  mae^  ir  die  warheit  sehen.'' 
Der  herr  rent  zw-hin  in  der  neben, 
Warffsein  hentanf,  schray:  „Hw!  hahw!" 
Und  schreckt  die  krenich  ans  ir  rw, 

26  Ider  noch  ein  fues  färher-zweg, 
Nach  dreyen  schrietten  darfon  flueg. 
Der  herr  sprach:  »Wer  hat  itzund  war?" 
Der  koch  der  sprach  erschluechzet  gar: 
„Herr,  het  ir  nechten  auch  geschrien, 

80  Noch  ein  fnes  het  herfüer  thun  zihen 
Der  praten  krannch;  ich  hab  kein  schuld. '^ 
Durch  die  antwort  erlangt  er  huld; 
Der  herr  must  seiner  ainfalt  lachen. 
So  wirt  oft  schimpf  aus  emstliug  Sachen, 

35  Da  man  pesorget  gros  gever. 

So  sprichet  Hans  Sachs,  schuemacher. 

Anno  salutis  1540,  am  1  tag  Septembris. 


236 


Die  drey  frag  Äristippi. 

Kiinig:  Dionisius  fragt 
Aristippnm,  das  er  im  sagt, 
Was  faerd  reiflich  es  wer  alhie 

5   An  den  weisen  pliilosophy 

Vor  andrem  volck  aus  der  gemain. 
Pliitarchus  sclireipt  die  antwort  rain, 
Wie  Aristippus  saget  scbleclit: 
»Wen  auf  erd  all  sitteu  und  recht 

10    Wurden  gentzlicheu  abgeton, 
So  wuerde  der  gemaiue  mon 
Nach  Beim  sinn  und  nmetwillen  leben, 
Der  sich  sunst  miies  dem  gsetz  ergeben, 
[bl.  Iö4']    Aber  alle  pbilosophos 

irk  Die  wurden  nach  der  Weisheit  plos 
Ein  leben  fneren,  fein  und  züecbtig, 
Fridsam,  frenntlich,  ainig  nnd  duechtig 
Und  detten  gar  nicht  wider  er, 
Ob-gleich  kain  gsetz  wer  niraer-raer« 

M  Des  haben  sie  pillich  das  lob 
Vor  dem  gemainen  volcke  grob*** 
Ari  stipp  um  ein  ander  traget, 
Das  er  den  unterschaid  im  saget 
Zwischen  eim  duegenthaften  man 

tö   Und  eim,  der  nie  kein  dogent  gwan» 
W^elicber  doch  der  pessrer  wer. 
Dem-selbigen  dem  antwort  er: 
* 

1  Im  TieriflD  «pmchbuoh«»  bU  154  bis  \bh*  Am  T  JantiAr  1641  diehteto 
B.  Bmah9  in  iolnom  roaentono:  Drey  friig  Arielipiil  >KUmg  Diooiilai  fraget« 
(MG  ^f  bl.  137  bis  13  7^),  einen  meiste rgenan g ,  der  wörttiofa  mit  dam  obigen 
•pruohe  UbereineUmmi.     Erweiteriing  aieb   band  4^  s.    llt    bis    113, 


237 


,Pey  away  pferden  neoi  ewenplld, 
Dä8  ain  zam  and  das  ander  wiMt 
Dag  zam  pferd  ist  zw  prancben  wol, 
Warzw  ein  pferd  man  prauchen  sol, 
6  Aber  das  wild  geit  kainen  nnetz, 
I»t  ungezempt  und  prawcht  sein  dnietz. 
Also  der  man  lest  im  kein  ranm, 
Wer  die  duegent  hat  zw  eitn  zaam; 
Die  leittet  in  zw  allem  guet, 

10   Im  uad  den  andren  nuetzen  daet. 
Aber  ein  taegentloser  knöpf 
Der  get  nach  seinem  aignen  köpf 
Und  all  sein  pe^ren  nach-henget, 
Dardnrch  vil  last  er  er  terprenget,** 

i&  Zorn  driten  fragt  man  in  der-gleichen, 
Was  unterschaid  wer  eim  knenstreichen 
Und  einem  groben  ungelert. 
Dem  antwort  dieser  hodi-geert: 
^Schick  sie  paid  nackat  in  ein  lant^ 

20   In  paiden  frembd  nnd  unpekant, 
So  wirstw  des  nnterschaids  innen. 
Der  giert  vil  gueter  freunt  wirt  tinnen : 
So  er  aiif-lhnet  der  küeusten  acliatz, 
Wirt  er  pald  haben  gueten  platz: 
[b1.  155]     Man  wirt  im  gaenstig  nnd  liebhaben, 
Eren,  helffen  nnd  wolpegaben. 
Der  grobe  dölp  der  wirt  geplagt» 
Verspot  und  aas  dem  lant  verjagt, 
Wärt  vdr  ein  narren  ghaltan  werden 

so   Mit  sein  rinküenenden  geperden.** 
D erhalben  merck,  dw  junger  man, 
Nem  dich  der  kuenst  nnd  dnegent  an, 
Sa  wirstw  auch  mit  eren  alten, 
Von  iderman  auch  wert- geh  alten, 

SA         Anno  salutifl  1541»  am  8  tag  Jannarj. 

It  ?  get,     S  geli. 


238 


Ein  arzney  wider  die  hoffart. 

Petrarcha  wider  die  hoffart 
Und  irer  hochmnetigen  art 
Geit  uns  ein  haileam  arzeney, 
6  Wie  hofifart  zw  vertreiben  sey 
Durch  etliche  recept  nnd  mitel, 
Im  hnndert-nnd-ailften  capitel 
Und  spricht:  Sag  an,  dw  asch  auf  erden, 
Wie  kanst  nnd  magst  hoffertig  werden? 

10  Wie  kanstw  dich  erheben  vast 
Mit  aller  sünden-schweren  last? 
Wen  dw  dich  gleich  in  dnegent  nebtest, 
Durch  hoffart  dw  sie  all  petröebtest. 
Got  ist  der  hoffart  heftig  feint, 

16  Als  in  Lucifero  erscheint, 

Der  durch  die  hoffart  ist  gefallen. 
Was  plest  dich  auf  in  lastren  allen, 
Der  an  zal  den  stecken  in  dir: 
Wort,  werck,  gedancken  und  pegir? 

20  Welches  aus  allen  wilt  dich  rüemen, 
Dein  hoffart  zw  schmüecken  und  pltiemen  ? 
Gedenck  daran,  das  dw  pist  sterblich. 
Am  leib  stetz  abnemest  verderblich; 
Denck  an  dein  ungewisen  dot 

86  Und  an  hnntertley  angst  und  not, 
Die  dir  haimlich  alzeit  nach-stelen, 
[bl.  155' J     Dich  an  leib,  er  und  guet  zw  feilen! 

Denck  an  der  deinen  feint  nach-schleichen 
Und  auch  an  deiner  freunt  abeichen; 

80  Denck  an  das  hinfliegent  gelüeck 

l  Im  Tierten  spruehboohe,  bl.  155  bis  155'.     Vergl.  band  20,  49 S. 


239 

Denck  des  onfals  auf  deinem  räeck! 

Gedenck  vergangner  poser  tage 

Und  füercht  der  znküenftigen  plage; 

Denck  ongewiser  Sicherheit; 
5   Denck  stetter  widerwertikeit; 

Denck,  wie  die  hoffnnng  alzeit  zabelt, 

In  sorg  and  forcht  auf-  nnd  ab-wabelt; 

Denck  an  die  plintheit  deins  gemäetz 

Und  an  die  schwacheit  deins  geplüetz, 
10  An  dansenterley  kranckheit  art, 

Die  all  augenplick  auf  dich  wart; 

Denck  an  dein  rachseliges  herz 

Denck  an  deins  kalten  neides  schmerz; 

Denck  an  dein  schnöd  geizigen  mnet; 
16  Denck  an  dein  geil,  nnkewsches  plnet; 

Denck  an  dein  laeg,  petmeg  und  list, 

Darmit  dw  stetz  nmbgeben  pist; 

Denck  an  al  dein  gewonhait  schnöd; 

Denck,  wie  dw  seist  an  dnegent  plöd; 
90  Denck,  das  dw  durch  der  hoffart  pracht 

Pey  got  nnd  menschen  pist  veracht; 

Denck,  wer  in  hoffart  dnt  verharren, 

Den  helt  der  weis  fner  einen  narren. 

Salomon  spricht,  die  hoffart  schwer 
26  Die  ge  vor  dem  verderben  her. 

Homems  spricht,  es  sey  anf  erden 

Eain  ermer  thier  vol  mit  peschwerden, 

Den  der  mensch,  der  zw  aller  zeit 

Vol  ist  aller  geprechlikait. 
80  Derhalb,  mensch,  wo  dw  dis  pedenckest, 

Die  schnöden  hoffart  dw  pald  krenckest. 

Anno  salutis  1541,  am  9  tag  Januarj. 


240 


Der  trauin  tunig  Cresi  Ton  seinem  siieE. 

A\b  Lidia,  das  kiinig-reich, 
Küng  Cresas  gewalticleich 
Kegirt,  het  er  eins  oaehtz  ein  tranin, 

G   Wie  er  unter  eira  aichenpanm 
Sein  eltateti  Bun,  der  Äthis  liiea, 
Dnrch- stechen  sach  inrt  einem  spies. 
Des  dranms  erschrack  der  künig  seer. 
Schickt  sein  sun  nimer  mit  dem  beer^ 

10   Sünder  vermehelt  im  ein  weib, 
Mit  zw  eretten  seinen  leib, 
Das  er  von  keim  feint  wtiert  erstochen. 
Doch  pegab  sich  nach  etling  wochen, 
Das  Ädrastus,  eins  knnigs  snen, 

ift   Pey  Oreso  ein  gelait  gewnen ; 
Wan  er  het  gar  vor  kurzen  tagen 
Sein  prneder  irnwissent  erschlagen. 
Cresus  gwan  diesen  lieb  zw-letzt, 
Seim  snen  in  zw  holfmaister  setzt, 

20  Das  er  in  zueg  in  seiner  jitgent 
Auf  manlikeit,  Sitten  und  tuegent. 
Dem  künig  kam  potscbafb  hinein, 
Wie  ein  gros,  wild-hawendes  schwein 
Wer  pey  dem  gepirg  Olimpo 

ftB    Und  det  fiecb  und  lewt  schaden.     Do 
Verordnet  der  künig  zw  stund 
Jeger,  netz,  rueden  und  jaghund. 


1  Im  vierteo  pprnchbucbei  bL  1&6  bii  156',  Vergl.  dien  lobweinpftie  Cr«ti 
tm  To^flnioB«  UauE^  daohjieii  >AI»  Lidin  da«  künigreicfaec  1541  Jaouar  17  (^fO  bp 
b1.  141  h\s  142).  Qaella:  Herodot^  OberfletEt  Ton  UwroD.  Honer.  Augsburg  l&Sft« 
foL   bl.  8'   bif   10. 


241 

Sein  sün  wolt  aach  mit  an  die  hetz ; 
Der  künig  wert  im  das,  zw-letz 
Macht  er  sein  träum  im  offenwar. 
Das  Athis  doch  verachtet  gar, 

5  Den  künig  mit  werten  petaabet, 
Pis  er  zw  hetzen  im  erlaubet. 
Als  man  nnn  hetzt  den  eber  gros 
und  ringsweis  zw  im  warff  and  schos, 
Vil  hnnde  hawet  er  zw  dot 
[bl.  156']    Und  wert  sich  grawsam  in  der  not. 
In  dem  der  jnng  helt  Adrastns 
Sein  spies  auch  kreftig  nach  im  schas. 
Feit  sein,  draff  des  känigs  san  eben, 
Das  er  fiel  und  endet  sein  leben. 

16  Oreso  kamen  die  drawring  mer, 
Nach  dem  sein  waidwerg  zog  daher, 
Frachten  mit  in  die  dotten-leich. 
Mit  ging  Adrastus  drawricleich 
Und  reckt  dem  künig  auf  paid  hent, 

20  Fat  in  zw  richten  an  dem  ent. 
Auf  das  er  mit  im  wuert  verprenet. 
Der  künig  sein  unschueld  erkennet, 
Lies  in  quitledig  ganz  und  gar. 
Man  zwrichtet  die  dotten-par 

36  Mit  knncklichem  geschmueck  und  zierd, 
Zw  verprennen  in  er  und  wird. 
Adrastus  zw  der  leich  hin-schlich 
Und  klaget  die  erpermiclich 
Damach  sein  scbwert  auch  durch  sich  sties, 

so   Sich  also  mit  verprennen  lies, 
Erzaigt  sein  warbaftige  lieb. 
Wie  Herodotus  das  peschrieb. 
Also  diese  zwen  jüngling  stürben 
Durch  fraidikeit  und  trew  verturben. 

Anno  salutis  1541,  am  17  tag  Januarj. 


Uftn«  Sachi.    XXI  l.  16 


242 


Die  gefencknus  nnd  wunderlich  erlossung  kflnig 

Cresi. 

Herodotas,  der  kriechisch  weis, 

Peschreipt  die  histori  mit  fleis, 
6  Wie  der  lidisch  künig  Cresas 

Und  der  persisch  künig  Cims 

Ein  feltschlacht  detten  in  eim  krieg. 

Cims  hin  in  Lidia  zaeg, 

Vnr  Sardis,  die  hanptstat,  sich  schlaeg. 
|bl.  157]    Als  .er  mit  listen  die  pezwnng, 

Verpot  er  darnash  alt  nnd  jnng, 

Künig  Cresam  nit  zw  erschlahen, 

Sünder  frey  lebentig  zw  fahen. 

Als  man  Cresam  gefencklich  pracbt, 
15  Wart  ein  gros  scheitter-haaf  gemacht, 

Draaf  lies  er  in  mit  ketten  pinden 

Sampt  virzehen  der  edlen  kinden. 

Cresas  der  fing  zw  scbreyen  on 

Mit  laater  stim:  „Selon,  Selon!* 
30   Als  Ciras  das  bort,  lies  er  fragen, 

Seins  schreyens  im  arsach  zw  sagen. 

Cresas  sprach:  „Selon  hat  mir  wäre 

Gesaget  vor  manigem  jare. 

Da  ich  mich  selig  dawchte  sein, 
26  Sprach  er,  es  wer  selig  allein, 

Wer  mit  dod  selig  wer  verscheiden. 

Des  schrey  ich  itzt  in  herzen-leiden, 
* 

1  Im  Tierten  sprnchbuohe,  bl.  156'  bis  157'.  Vergl.  Die  gefeneknus  dei 
kttnig  Crefi  »Herodotas  der  krieohisch  weise«  in  Hans  Sachsens  rosentone  mit 
gleiohem  datum  (MG  5,  bl.  143'  bis  144').  Quelle:  Herodotas,  ttbersetit  von 
Hieron.  Boner.  Augsburg   1535.  fol.  bl.   19  bis  20. 


243 

Nach-dem  man  das  fewer  anzflendet." 
Als  man  Giro  die  ding  verküendet, 
Nachtrachtet  diesen  dingen  er, 
Wie  kain  gewalt  pestendig  wer, 

6   Der  sich  nit  endet  aach  mit  schmerzen. 
Des  wnrt  petrüebet  er  von  herzen, 
Das  sterben  solt  der  dewer  man. 
In  dem  das  fewer  hoch  anfpran; 
Er  hies  das  fewer  dempfen  nider: 

10  Mit  wasser  gos  man  darein  wider. 
Aber  wie  ser  man  darein  gos, 
Wart  es  doch  also  starck  und  gros 
Und  so  gewalticlich  angangen, 
Das  man  kein  rettnng  knnt  erlangen. 

16  Als  künig  Cresas  in  dem  fewer 
Sach,  das  man  rettet  also  tewer 
Sein  dot  Gimm  gerawen  det 
Und  doch  kain  rettnng  helffen  det, 
Wiefiel  man  holzes  darfon  zneg, 
[bl.  157']    Das  fewer  hinter  im  anfschlneg, 
Cresas  pat  mit  wainenden  aagen 
Den  got  ApoUinem  an  langen: 
,,Hab  ich  ein  opfer  geben  dir, 
Das  dir  gefeilig  ist  von  mir, 

26  So  erret  mich  aaf  diesen  tag 

Von  diesem  prant  and  dodes-plag!*^ 
Zahant  hat  sich  vor  allem  volck 
Am  himel  dar  ein  schwarze  wolck 
Erhaben  mit  eim  schweren  regen, 

30  Dardarch  das  fewer  ist  erlegen. 
So  wart  Cresas  erlöst  vom  dot. 
Also  in  aller  angst  and  not 
Sol  aach  ein  Crist  auf  got  fest  hoflfen, 
So  stet  der  parmung  pf orten  offen. 

Anno  salutis  1541,  am  19  tag  Januarj. 
* 
17  Quelle:    gerawen.     S  perawen.     Vergl.    band  21,    375  zu  3,    171,  24. 
32  S  appolinem. 


16* 


Ureyerley  spi 


htiim,  so  Crateg.  der 
sagt 


i^et  mit  fieis 
mSi  der  weis 
ü&r  hinterlegt, 
dl  im  stegt, 
raechfien  im  gleich, 
A  kuenaten^rdcli, 
n  kafn  gelt, 
10   Sünder  ansdaillen  aller  weit. 
Und  würden  aber  seine  kind 
Grob,  nnweis,  wie  esel  und  rind, 
So  solt  er  in  das  gelt  den  geben, 
Sie  derften  sein  zw  irem  leben, 
16   Vennaint,  ein  ider  weiser  man 
Im  teglich  gnueg  gewinen  kan 
Und  lebet  gar  messiger  narung. 
fbl.  178]     Der  grob  aber  het  gar  kein  sparung, 
Weil  er  nachhenget  der  pegirt, 
20   IJnot  unnüetz  vil  geltz  an-wirt 

Mit  boifart,  pracht,  klaiden  und  pawen, 
Mit  fräs,  spil,  pfert  und  schönen  frawen. 
Zum  andren  det  Grates  vergleichen 
Eim  feigenpaum  das  gelt  der  reichen, 
25    Der  auf  eim  hohen  felsen  stuend. 

Des  fruecht  kein  mensch  geniesen  kuend, 
A Ilain  wurden  zwtail  den  rappen, 
Gayren,  habicht,  kraen  und  drappen  — 


1  Im  vierten  spruchbucho,  bl.  177'  bis  178'.  Vergl.  Drey  ppruech  Cratetis 
vom  gelt  im  ro^entone  des  11.  Sach«  >Plutarcbu8  po/schreibet  mit  fleiae« 
1541    April   24   (MO    5,    bl.    175'   bis    176'). 


245 

Also  wurd  anch  der  reichen  gelt 
Selten  zw  tail  in  dieser  weit 
Den  lewten,  tngenthafb  nnd  fmm. 
Ob  sein  gleich  ist  ein  grose  snm, 

6  Thnent  sis  doch  fleissiclich  peschliesen^ 
Das  sein  weng  fmmer  lewt  geniesen, 
Snnder  ir  reichtam  wirt  zw  tail 
Pneben  nnd  schönen  frawen  gail, 
Henchlem,  schalcksnarren  und  dem  lüegner, 

10  Kriegslewten,  raabem,  dieb  and  drüegner; 
Und  raicht  es  gleich  anf  seine  kind, 
Mit  der-gleich  nnnüetzem  hoffgsind 
Thnent  sie  es  anch  schentlich  umbringen 
Und  lernen  das  fortnna  singen. 

16  Aach  stelt  Grates  des  reichen  lebens 
£in  register  seines  ansgebens; 
Spricht :  Schreib  dem  koch  dreyhandert  pfant, 
Dem  arzt  ein  ort  vür  seinen  gsnnt; 
Dem  hewchler  dreysig  gnelden  dewer, 

90  Dem  waren  freant  den  rawch  vom  fewer; 
Sechzig  gnelden  der  bueren  lieb, 
Ein  pfnnd  dem  philosopho  gieb; 
Dem  jnristen  hundert  Schilling, 
Dem  Prediger  zwainzig  pfening; 
[bl.  178']     Und  dem  gauckler  achzehen  groseben. 
Dem  armen  las  ein  haller  besehen. 
Also  der  weis  philosophus 
Verspot  der  reichen  üeberflus, 
Die  sie  auf  schnöde  ding  oft  legen, 

80  Und  zaigt  an  ir  karckheit  dargegen 
In  den  dingen  zw  nuetz  und  not 
Gegen  der  weit  und  gegen  got. 
Derhalb  wem  got  reichtum  peschert, 
Der  prauch  sie,  wie  der  weisman  lert, 

36  Darfan  im  nuetz  und  er  erwachs. 

Das  wünschet  von  Nürnberg  Hans  Sachs. 

Anno  salutis  1541,  am  24  tag  Aprilis. 
30  ?  laigt.     8  lewoht. 


[bl.  179] 


[erpaw. 


I  erneu  tranm, 

]  rzelen  kaum, 

l  ^Dtlich  und  wacker, 

i  gro&en  ackar^ 
I  Beben  kändf 

j  anz  zirckel*riind, 

!  grosan  perek. 

i  ^kerwerek, 

So  aelzam  tlsirlicn  und  wunderlich, 
Wie  ich  erzelen  wii  gar  sunderlich. 
Erstlich  sach  ich  ein  mistwagen, 
Gehawffet  voller  püecher  gschlagen. 
Darumben  mit  mistgablen  war 
Der  gierten  ser  ein  grose  schar 
In  langen  rocken,  hohen  pireten. 
Die  diesen  mist  abladen  detten 
Und  strayten  in  auf  alle  ort. 
Nach  dem  sach  ich  herzihen  dort 
Vier  münich  an  eim  grosen  pflueg, 
Ider  ein  sundre  kuetten  trueg; 
Der  pflueg  der  hing  voller  fuechs-schwentz, 
Pater-noster  und  rosen-krenz 
Pretzen,  bering  und  fasten-speis. 
Nach  diesem  pflueg  drat  her  gar  leis 
Ein  dicker,  langer,  schwarzer  mon, 
Geklait  gleich  einem  curtisan. 
Der  seet  aus  vil  aplas-prieff". 
Die  fielen  in  den  acker  diefl". 


1   Im   vierten    spraohbuohe,    bl.    178'  bis    180'. 
mehr  naobzuweieeD. 


Der    einzeldruok    ist   niehi 


247 

Nach  dem  da  zuegen  her  vier  pfaffen 
Ein  egen,  gros  und  üngeschaffen, 
War  asw-gericht  mit  abentewr, 
Darauf  war  das  ganz  fegefewr, 

6    Da  man  die  sei  röstet  und  priet. 

Nach  dem  dawcht  mich,  wie  pald  geriet 
Der  Samen,  im  aagenplick  flnechs 
Ein  wander-selzam  draid  anf-wnechs, 
Der  iedes  het  ein  langen  Stengel; 

10  Zw  Oberst  daran  hing  ein  Schwengel, 
Dancht  mich,  gleich  einem  rotten  pewtel, 
üeberzogen  mit  einem  hewtel. 
Nach  dem  ich  ein  herlichen  man 
In  einer  drifach  köstling  kran 

16  Sach  nmb  den  acker  dragen  her. 
Ich  dacht,  es  wer  der  Jnpiter; 
Wan  wo  der  acker  pracht  kein  frnecht, 
Der  mon  so  erschrecklichen  flaecht. 
Kam  mit  grawsamen  donerschlegen, 

M  Das  sich  der  acker  thet  pewegen 

Und  gleich  vor  forcht  nnd  angsten  zitert. 
Und  wie  er  wolt,  also  es  witert. 
Als  nun  die  frnecht  det  zeitig  wem. 
Da  sach  ich  knmen  in  die  em 

a&  Allerley  sect,  die  alle  wom 
Kolbet,  platet  oder  pschom; 
Die  ich  das  draid  abschneiden  sach, 
Ir  etlich  die  eherten  nach 
Und  faertens  zam  auf  einen  plan  — 
[bl.  179']    0,  wie  fieng  sich  ein  dreschen  an : 

Die  flegel  in  die  hoch  sie  schwuDgen, 
Pfennig,  patzen  und  gaelden  dangen, 
Pis  die  pewtel  al  wurden  1er. 
Nach  dem  kam  erst  ein  hawff  da-her: 

36  Cardinel,  pischoif,  gros  prelaten, 
Die  namen  daler  nnd  dncaten. 
Den  probsten,  epten  und  thamberen, 
Den  wnrt  nach  den  der  peste  keren; 
Den  petel-münchen  nnd  dorff-pfaffen 
* 
4  d  fegfewr. 


248 

Den  waren  nur  die  Imelseü  pechaffen, 
Die  docli  den  paw  betten  verpracht 
Mich  daucht,  des  Sprichwort»  ich  gedacht: 
In  Wirt  wie  pawren-pferden  gniessen, 
A  Die  habern  pawen  nnd  stro  fressen. 
Nach  dem  ide  partbey  zam  sas, 
Im  acker  fr5licb  dranck  und  as, 
Hetten  von  irer  arbeit  rw. 
In  dem  da  kam  ein*  belt  darzw 

10  In  einer  fraiding  leben-haut, 
Den  ich  für  Hercnlem  anscbawt« 
Der  in  zw- wider  nnd  entgegen 
Zerprach  den  ptineg  sambt  irer  egen 
Und  er  seet  in  gottes  nanien 

16   In  den  acker  ein  gueten  samen^ 
Den  alten  ackerpaw  verw liest. 
Palt  fner  auf  nnd  war  ser  entrüest 
Der  gros  hauff,  stell  im  nach  dem  leben  — 
Noch  thet  er  niehsen  auf  sie  geben, 

ao  Er  pawt  für  sich  und  irer  lacht. 
Im  augenplick  ich  anterwacht 
Und  in  mir  selb  gedacht:  Nun  achaw! 
Das  ist  des  pabstes  ackerpaw: 
Erstlich  die  Sophisten  eindrangen» 

3&   Die  nmesten  diesen  acker  düngen 
Mit  menschen-ler,  welche  den  ist 
[bl  180]     Vor  got  stinckent,  wie  kot  nnd  mist; 
Darmtt  sie  alle  weit  peretten, 
Vür  gottes  wort  es  rüemen  detten 

Bo  Mit  öuptiligen  worten  clueg. 

Nach  dem  herzogen  in  dem  pflneg 
Die  müncli  mit  irer  gleisnerey, 
Werckheiligen  pockstenzlerey, 
Mancherley  supersticion, 

3:>   Machten  ein  schein  dem  gmainen  mon, 
Als  ob  das  wer  der  recht  gotxdinst. 
Da  Stift  man  klöster,  rent  und  zinst 
Nach  dem  kam  erst  der  fmchtpar  sam^ 
leb  main  des  pabst  aplas  von  Rom, 


3  S  porpraoht. 


249 

Der  traeg  vil  geltz  an  mas  and  zal 
In  tentschem  lant  mit  neberschwal. 
Nach  diesem  het  er  anch  dargegen 
Das  fegfewer,  ein  gaete  egen, 

6  Von  dem  wnechsen  jarteg  nnd  pfrüent 
Seimes,  jarteg,  darauf  gegment. 
Der  babst  war  gar  der  irdisch  got. 
Er  macht  vil  geltstrick  nnd  gepot; 
Als,  was  er  wolt,  das  macht  er  süent, 

10  ümb  gelt  er  es  wider  abküent. 
In  snma  knrz:  in  aller  weit 
War  all  sein  ding  gericht  auf  gelt 
Sampt  allen  seinen  meßknechten, 
Detten  nor  nach  dem  pewtel  fechten, 

16  Ganz  selig  nenntens,  der  in  gab; 
Wer  das  nit  det,  der  war  schabab. 
Wer  zw  weit  reden  wolt  darfon. 
Der  war  den  in  dem  schweren  pon. 
Lant  nnd  lewt  theten  sie  peschwern, 

30  Sie  betten  gar  ein  gnete  ern; 

Die  pewtel  habens  sanbr  ans-droschen, 
Gelert  der  pfening,  patzn  nnd  groschen, 
Wie  wol  sis  in  angleich  anstauten, 
[bl.  180']    Darfon  doch  all  prasten  and  gailten 

2A   Und  verzertens  im  mäesigang. 
Das  selbig  hat  gewert  so  lang, 
Das  sie  drey  zipfel  habn  eingnnmen, 
Wer  doctor  Martinas  nit  kamen 
Den  virden  bettens  erlangt,  also 

so  Legn  sie  im  pet  and  wir  im  stro. 
Seit  doctor  Martinas  bat  gschrieben, 
Hat  er  sie  von  dem  acker  drieben, 
Zerprochen  in  ir  pflneg  and  egen 
Und  predigt  das  wort  gotz  dargegen. 

36  Darin  hat  nnser  gwissen  rw; 
Des  strick  wir  itz  die  pewtel  zw; 
Derhalb  der  babst  mit  seinem  hawfen 
Dnet  also  zäemen,  wüetten  and  schnaaffen. 
Het  aber  Martin  Lneter  giert, 
* 

5  S  pfrünet.         23  S  Tog.         25  ?  venerteiu.     S  yertenis. 


Das  sich  fr  emet  het  gemert 
und  betten  mer  pewtel  und  deschen 
Oebapt  zw  scUneideii  und  zw  dreicheu. 
So  wer  ketD  glertrer  man  erstanden 
In  tentechen,  nocli  in  weleeließ  landen. 
Got  w51l  all  meosclien-ler  und  - 
Äußrotten  sambt  irem  geltnetz. 

^^'^  -*-'"  *^'^  in  nns  aufwache 

ias  wünscIitHann  Sachs. 

*S  tag  Maj. 


251 


Im  thon:  Mag  ich  nnglneck  nit  widerston. 

Venös,  wammb  hastw  mit  schmerz 
Mein  senent  herz 
Mit  deinem  stral  dnrch-dningen  ? 
6  Gen  dir,  die  sich  frenntlich  erzaigt, 
In  lieb  sich  naigt, 
Der  ich  dint  nnpezwnngen 
In  zuecht  und  er, 
Wie  wol  sie  mer 
[bl.  98]    Mich  frewd  peranbt, 
Hört  und  gelanbt 
Den  falsch,  neidigen  zongen. 


Des  pin  worden  ich  armer  knab 
16  Pey  ir  schabab 

In  der  zal  der  elenden. 

Ein  ander  hat  itz  er  und  naetz, 

Dem  thuet  sie  guetz, 

Wie  wol  ichs  wol  kunt  wenden. 
90   Wen  nicht  mein  ger 

So  redlich  wer 

Und  ir  verschont, 

Die  mir  doch  lont 

Mit  ungnedigen  henden. 

26  3 

Aber  der  falschen  klaffer  neit 
Wirt  mit  der  zeit 

1  Im  BMhiehnten  meistergesangbaehOy  bl.  91'  bis  98.  Vergl.  s.  221  anm. 
Die  melodie  sieh  bei  Fraos  M.  Böhme,  Altdeutsches  liederbuch.  Leipiig  1877. 
s.  747.         16  8  seabab. 


Pezalt,  die  auf  mich  ftt^chen. 
VeniiB,  gib  der,  die  ich  nicht  a&iiu. 

Das  sie  erkenn, 

Was  sie  an  mir  tliue  prechen, 

Acht  Bein  doch  nit. 

Doch  ist  mein  pit, 

Göttin  der  lieb, 


rf^-^-t*  t^% 


iF  rechen* 


14  tag  Jutij. 


258 


üisputacion  zw  Regenspnrg  im  1541  jar. 

Als  ich  eins  nachtes  lag 

Und  nachsäen  dem  reichstag, 

Den  man  zw  Begnsporg  helt, 
5  Darinen  die  zwispelt 

Gaistlichr  religion 

Soln  werden  abgeton, 

Anf  das  ainikait  werd 

Der  cristenhait  anf  erd 
10  Mit  gnenst,  willen  nnd  rat 

Eaiserlichr  mayestat: 

Ich  snn  lang  hin  nnd  her, 

Was  doch  die  nrsach  wer, 

Das  diese  zwo  partey 
15  In  stüecken  mancherley 

Sich  nit  vergleichen  ktienden. 

Der  sach  thet  ich  nach-grüenden ; 

Gedacht,  wen  man  nit  meer 

Snechet,  den  gottes  eer 
20  Und  auch  der  seien  hail, 

So  würden  paide  tail 

Pald  knmen  üeberain, 

Wen  paide  tail  alain 

Liessen  gotz  wort  die  zeit 

26  Sein  ir  ainig  richtscheit. 

* 

1  Im  vierten  fpruchbaohe,  bl.  193  bis  19ö'.  Das  regisler  fllhrt  den  geist- 
lieben spniob  unter  der  Überscbrift  auf:  »Die  gfenoknus  der  götlicben  warheit«. 
In  der  Nürnberger  Stadtbibliothek,  Will.  I.  nr.  248  ist  der  spruoh  bandsohrift- 
lieh  aus  späterer  seit  erhalten;  darnach  hat  K.  t.  Lilienoron,  Die  historischen 
Tolkslieder  der  Dent«chen  yom  13  bis  16  jh.  Leipsig  1869.  Vierter  band« 
8.  161  bis  164  das  stück  TerOflfentlicht ;  ich  füge  aus  dieser  handschrift  die  er- 
kUrungen  der  allegorie  binta.  1  S  jars.  12  S  herr. 


254 


[bl.  1« 


fn  dem  ich  dief  entnuecket, 
Wort  iß  ein  schlaff  gezoecket. 
Zw  mir  kam  Gemus 
Uod  sprach  :  „Wolsult;  ich  mna 
Dir  zaigen  karzer  zeit 
Ein  grase  baiinUkeit, 
Die  dich  etwas  anficht. " 
w^.^  **—  -'-^  'm  geaicht 
leckten  gat, 


shawt  btneiu 
im  Bcheiu 
isleht 
ericht 

schwara, 
war& 
I  dran ; 

^  I  »tun 

i«'raw  Verltaa  get'angen 
20  An  vil  ketten,  mit  strängen 

Augen  und  angsicht  prüenstig, 

Zerschlagen  und  pluetrüenstig ; 

Ir  har  war  als  zerzawßet, 

Zerrawffet  und  zeiinaußet, 
26   In  altem  klaid,  zerissen, 

Zerflamet  und  zerschlissen. 

Ir  widerdail  der  hies 

Die  fraw  Hipocrisis* 

Der  leib  war  schön  verdeckt, 
30    Mit  pfaben-vedern  psteckt; 

Ir  äugen  winckten  dieblich, 

Ir  angsicht  aber  lieblich 

In  ganz  englischem  glänz; 

Hiuden  het  sie  ein  schwänz 
:ib    Von  einem  scorpion, 

Mit  dem  hectz  manchen  mon ; 

Den  schwänz  sie  gnaw  verparg. 

Ich  hört  wol,  das  die  arg 


13    Am  raode   von  WiU. :   Kayser. 
18.  WiU.:    Babi^t    vnnJ    sein   hauff. 


19  Will.:   Verbum  doy.         28   S  Uip 


255 

Veritatem  verclaget, 

Vor  Joyi  hart  versaget 

Durch  fraw  Neqniciam, 

Welche  an  aUe  schäm 
6  Vor  Jovi  thet  das  wort, 
[bl.  194]    Der  sie  gar  fleissig  hört. 

Minerva  in  schneweis 

Antwort  mit  hohem  fleis 

Veritate  zw  gnet 
10  So  gmntlich  wolpehuet, 

Das  fraw  Hipocrisis 

Ein  klain  sich  naigen  lis, 

Löst  ir  ein  ketten  anf. 

Sich  frewt  der  ganze  hanf, 
15  Maint,  sie  wnerd  ledig  werden. 

Pald  sach  ich  mit  geferden 

Bachnm  nnd  Venerem, 

Der-gleichen  Plntonem 

Hinzwdretten  mit  dmetz, 
io  Aufsagten  ir  den  schuetz, 

Hilff,  rat,  guenst  und  peystant. 

Pald  ir  unguenst  entpfant 

Hipocrisis,  durch  dtieck 

Wich  sie  und  kert  den  rüeck, 
26  Lies  Nequiciam  fechten, 

Fort  handien  in  dem  rechten. 

Die  alle  ding  verquent 

Durch  ire  argument. 

Verdecket  und  verplüeraet, 
30  Ir  sach  schmüecket  und  rüemet. 

In  dem  daucht  mich,  wie  ein 

Clar  himelischer  schein 

Von  Veritate  prach, 

Das  man  erkent  und  sach 
sü  Ir  ainfald  und  unschueld. 

Auch  pewegt  zw  gedueld 

Jovem  die  clar  fraw  Racio; 

Aber  fraw  Adulacio 
* 

S  Will.:    Eekhins.  7  Will.:    Pbiiippua    Molanohtbonny.  17    Will.: 

Woluity  haererey  vond  reicbtbamb.  38  Will.:   Hertxog  Wilhelm  [von  Bayern J. 


256 

[bl.  194']    Im  stetz  in  oren  lag 

Und  macht  manchen  eintrag. 

Neqnicia  aach  schlich 

Und  machet  haimelich 
5  Ein  aufdringenden  nebel 

Von  lauter  pech  nnd  schwebel, 

Das  dieser  himlisch  glänz 

Schir  wart  verplendet  ganz. 

Da  wart  Jnpiter  plent, 
10  Veritatem  nimer  kent. 

Fraw  Ignorancia 

War  auch  gescheftig  da 

Und  loff  ser  hin  and  dar, 

Im  gricht  gewaltig  war; 
15  Macht  all  sach  wanckelmüetig. 

Derhalb  Japiter  güetig 

Sas  also  gar  verwirrt, 

Wie  im  labrint  verirrt, 

Wart  inerlich  gepeinigt, 
20  Het  ser  geren  vereinigt 

Die  zwispelting  partey, 

Geren  gelassen  frey 

Veritatem  and  spat 

Saecht  pey  Satnmo  rat, 
86  Dem  feintseligen  alten, 

Und  wart  es  auch  vurhalten 

Dem  mergot  Neptano; 

Verzog  die  sach  also 

Zw  feien  den  sententz. 
so  In  dem  eyllent  pehentz 

Eindrat  darch  die  saltüer 

Mars,  gewappnet,  herfüer 

In  den  götling  orackel, 

Und  sein  flamende  fackel 
85   Und  ploses  schwert  er  schtietet, 
[bl.  195 1    Die  versamlung  zerüetet. 

All  handlang  wart  abgencklich, 
* 

b  Will. :  Lagen,  Arglist  vnd  boß  bradickhen.       10  8  Vertatem.      17  t  Will, 
verwirret :  Terirret.       S  verirrt  :  verwirrt.  24  Will. :    Pabst.  32  Will.; 

Der  TUrckh.         34  Will.:  sein.     S  aeim. 


257 

Veritas  plieb  gefencklich; 

Ir  äugen  wurden  zehem. 

Zw  ir  sich  warden  nehem 

Fraw  Facienda 
6  Und  fraw  Justicia, 

Drueckneten  ir  die  äugen 

Und  drOsten  sie  on  lawgen, 

Got  wüert  sie  selb  erledigen, 

Im  widertail  peschedigen. 
10  Sie  sprach :  ,Ich  war  starck  hoffen, 

Mein  gfencknus  wüerd  hie  offen!' 

Und  wainet  herzlich  ser 

le  lenger  und  ie  mer, 

Das  es  gleich  in  dem  sal 
16  Oab  einen  widerhaL 

Darob  ich  auferwacht 

Und  pey  mir  selb  gedacht: 

Erst  wundert  mich  gar  nicht, 

Das  nichs  wirt  ausgericht, 
so  Weil  der  ain  dail  allein 

Sich  suechet  und  das  sein, 

Eeichtum,  gewalt  und  er, 

Wolnest  und  anders  mer. 

Derhalb  er  das  Hecht  schewcht 
26  Und  in  die  finster  krewcht 

Durch  mancherley  auszüeg, 

Pratic,  argliest  und  lüeg, 

Wie  er  sein  dach  müeg  schmüecken, 

Verdaiding  und  durch-drtiecken 
80  Und  die  obrikait  plent, 

Pis  got  selb  an  dem  ent 

Durch  sein  himlische  clarbeit 

Sein  wort,  die  heillig  warheit, 

Wunderpar  wirt  erledigen, 
[bl.  195']     Öffenlich  lassen  predigen 

Durch  die  ganz  cristenheit, 
'  Das  sie  in  ainikeit 

Wider  grüen,  plüe  und  wachs 

Und  fruecht  pring,  wünscht  Hans  Sachs. 

40  Anno  salutis  1541,  am  19  Junj. 

HM«  8*cbt.   XXII.  17 


258 


Die  Yiererley  t 


die  sieh  dem  menschen 


[bl.  204']  wdsehem  iaat, 

^  rabdn  wolt. 

Iffechen  aolt, 
Brslorbeti  heti, 
•  welscheo  stet  — 
Der  aoi  nies  Lüpms,  war  ein  dieb, 

10  Ein  m5rder,  vol  huerischer  lieb, 
Ein  Wucherer  und  puseran 
Und  der  raerauber  ein  bawbtmon, 
Ein  drunckenpolz  vol  aller  groben 
Laster,  das  er  in  nit  kunt  loben  — 

15   Als  der  drat  zw  der  dotten-par, 
Da  sprach  er  zw  des  volckes  schar: 
„Ich  sol  des  dotten  lob  verjehen : 
So  mus  es  durch  gleich nus  geschehen : 
Auf  erden  sint  viererley  thier; 

20   Ides  hat  sein  sundre  munier. 

Nach  den  sich  all  menschen  vergleichen, 
Die  jungen,  alten,  arm  und  reichen. 
Das  erst  thier  ist  nuetz  in  seim  leben, 
Thuet  nach  dem  dot  kein  nutz  mer  geben ; 

26   Das  ander  nuetzt  im  leben  nicht, 
Im  dot  vil  guetz  von  im  geschieht; 


l  Im  vierten  spruchbuobe ,  bl.  204  h\»  205.  Darnach  gedruckt  in  den 
Bämtlioben  fabeln  und  sohwänken  als  nr.  68.  Die  crweiterung  sieh  band  17, 
8.  394  bis  3«8.  Vergl.  MG  5,  bl.  207  bis  207'  im  rosentone  des  H.  Sachs: 
Die  fior  thier  »Es  war  ein  j)faff  in  welschem  lant«  1 541  September  25,  gedruckt 
bei    K.    Goedoke,    Dichtungen   von    H.    Sachs    I,   s.    2N. 


259 

Das  drit  dir  im  leben  and  dot 
Nntzt  allzeit  den  menschen  and  got; 
Das  virde  thier  ist  gar  nit  gaet 
Im  leben,  dot,  wie  man  im  thnet. 

6  Das  erste  tier  das  ist  ein  katz: 
Im  leben  weichet  maws  nnd  ratz 
Vor  ir  ans  hans,  kaechen  nnd  stneben, 
Dot  wüerft  man  sie  int  schelmen-grneben. 
Das  ander  thier  das  ist  ein  saw: 
[bl.  205]     Die  hilfft  zw  kainem  ackerpaw, 

Geit  auch  kein  millich,  schmalz,  noch  wollen, 
Und  pald  sie  wirt  dem  dot  pefollen, 
So  geit  sie  pratten,  wnerst  nnd  speck. 
In  sülz  nnd  pfeffer  guetten  schleck 

16  Und  schmelzt  das  krawt  mit  irem  pachen, 
Darmit  man  schmirt  die  hangring  rächen. 
£in  schaff  ist  das  drit  dier:  im  leben 
Dnt  milch,  kes,  schmalz  nnd  wollen  geben. 
Nach  dem  dot  geit  es  flaisch  nnd  voll, 

so  Sein  dermo  zw  den  saitten  hell 
Und  sein  gepain  zw  messer-schalen ; 
Wer  möcht  des  tieres  nnetz  pezalen? 
Ein  wolff  80  ist  das  virde  thier: 
Bawbt,  mort  nnd  stilet  mit  pegier, 

26  Sein  lebenlang  ist  er  nur  schad, 
Fiech  nnd  lewt  hat  sein  kein  genad; 
Stirbt  er  im  sumer  oder  winter, 
Wirt  flaisch  und  pain  dem  schelmen-scbinter. 
Weil  nun  der  dot  auch  Lupus  heist, 

so  Darpey  sein  nam  clerlich  ausweist, 
Das  er  nichs  nuetz  was  sein  lebtag; 
Derhalb  ich  in  nit  loben  mag. 
Er  ist  ein  wolff  auch  in  dem  dot, 
Nichs  nuetz  pey  menschen  und  pey  got. 

35  Der  halb  nur  mit  dem  schalck  und  pueben 
Hinunter  in  die  schelmen-grueben!" 
Wen  man  sol  loben  nach  seim  sterben. 
Der  mus  vor  durch  tugent  erwerben. 
Das  sein  lob  nach  seim  dot  aufwachs 

io  Und  alzeit  pleib,  das  wünscht  Hans  Sachs. 
Anno  salutis  1541,  am  25  tag  SeptembriB. 

17* 


Die  dr 


der  pnelerin. 


n  bet  ein  weib, 
el  und  leib. 
überliuid, 
maid  zw-hand, 
^w  ir  ketD, 
^  tuad  nach  dein. 

\  vii  mannen, 

1,««  ^^^  —  ..ey  haushanixeii. 

iD  EiDB^tnals  aber  niiib  mite  macht 
Lag  dise  puelerin  und  wacht 
Und  höret  den  ain  bannen  kreen. 
Zw  irer  maid  so  wart  sie  jeen: 
„Sag  mir,  was  hat  der  han  gesungen?" 

15   Wan  sie  kuut  aller  vogel  zungen 
Gar  maisterlich  und  wol  auslegen. 
Die  maid  die  det  ir  kunst  pewegen 
Und  sprach  wider  zw  irer  frawen: 
„Der  han  gesungen  hat  auf  drawen, 

20   Wie  die  traw  in  dem  hause  hin 
Sey  ein  huer  und  eprecherin." 
Die  fraw  wart  zornig  und  det  sagen : 
„Ge  pald  und  schneid  im  ab  sein  kragen!" 
Frw  sie  dem  han  sein  hals  abschnit, 

jr.   Peraittet  in  und  darnach  prit. 
Darnach  sie  paid  zw-samen  sassen 
Und  den  han,  irn  warsager,  assen. 


1  Im  vierten  spruchbuche,  bl.  206'  bis  207'.  (Gedruckt  als  69  schwank. 
Vergl.  MG  5,  bl.  212'  bis  21.3':  Die  drey  hanoen  in  der  spruchweise  des  H.  Sachs 
»Ein  reicher  kaufman  het  ein  weih«  1541  Ootober  23.  Quelle:  Paulis  .«(chimpf 
und   erns»t   nr.   9,    vergl.    dazu    H.   Oesterley   s.    473. 


261 

Die  ander  nacht  der  2  hon 
Der  fing  auch  lawt  zw  kreen  on 
[bl.  207]    Im  hawB  mit  also  heller  Btim. 

Die  fraw  sprach  zw  der  maid:  ,Vemim, 
6  Was  dieser  hailos  hon  thne  kreen. '^ 
Die  maid  wart  zw  der  frawen  jeen : 
„Er  singt,  es  sey  on  schuld  gestorben 
Sein  gsel,  nmb  die  warheit  verdorben 
Hewt  nmb  der  possen  frawen  willen.' 

10  Sie  sprach:  ^pSo  gehin  ein  der  stillen 
Und  im  anch  seinen  halß  abschneid!" 
Die  maid  ging  hin  nach  dem  pescheid, 
Würgt  auch  den  andren  hon  verporgen 
Und  priet  in  auf  den  andren  morgen. 

ift  Der  drite  han  nach  diesen  dingen 
Fing  nmb  mitnacht  anch  an  zw  singen: 
„Audi,  vide  et  tace, 
Vis  vivere  in  pace!'* 
Die  fraw  aber  die  maid  det  fragen, 

so  Was  dieser  drite  han  det  sagen. 

Die  maid  die  sprach :  „Der  han  thnt  jehen, 
Dw  solt  vil  hören  nnd  vil  sehen 
Und  solst  denoch  schweigen  darzw, 
Wilt  änderst  leben  hie  mit  rw.*' 

26  Die  fraw  die  sprach:    „Diesn  weisen  alten 
Han  wollen  wir  lenger  pehalten.'' 

Die  fabel  zewget  ans  mit  clarheit: 
Wer  noch  der  weit  saget  die  warheit, 
Der  müest  noch  vil  darob  erleiden 
80  Ungllmpf,  ungnenst,  hassen  and  neiden. 
Wer  aber  itzund  wol  kan  hewchlen, 
Liebkosen,  schmaichlen  nnd  vermewchlen, 
Der  ist  noch  wert  pey  aller  weit 
Und  nberknmpt  noch  gnt  and  gelt. 
[bl.  207']     Die  warheit  leit  vil  ungemachs; 

Man  ist  ir  gfer.    Das  clagt  Hans  Sachs. 

Anno  salutis  1541,  am  23  tag  Octobris. 

37  Ug]  fehlt  8. 


263 


Der  ritter  sau 


'  pfarrer  zw  Drnsafet 


i 


[bl.  223']    ] 


i 
i 

i 


eunet, 
areii* 

sßhicicet 


10   Den  meener,  BChelch  anplicket» 
Fragt  in  ungstüem  und  wiid: 
„Wo  knmen  hin  die  pild?" 
Er  antwort  zw  den  dingen: 
„Dem  pfarrer  mues  ichs  pringen, 

16   Sein  ofen  mit  zw  haizen.'' 
Das  thet  den  pfleger  raizen, 
Sprach :  „Pring  sant  Jörgen  gros 
Zw  mir  rawf  in  das  schlos!" 
Pald  in  der  mesner  pracht, 

20   Det  der  pfleger  zw  nacht 
Vil  löcher  darein  poren, 
Sties  sie  vol  pulvers  voran. 
Frw  und  e  es  wart  tagen, 
Mast  in  der  mesner  dragen 

25   Rab  in  die  kirchen  wider, 
Stelt  in  an  sein  stat  nider. 
Spat  det  der  pfarer  paden 


1  Im  vierten  spruohbuohe ,  bl.  223  bin  224.  Als  7  1  »ohwank  gedruckt. 
Erweiterung  sieh  band  17,  s.  389  bis  393  und  b.  535.  Vergl.  MÜ  5,  bl.  217' 
bis  218'  in  der  spruchweis  de»  H.  Sachs:  Der  ritter  sant  jorg  »Ein  alter  pfaff 
vormoseon«     154  1    Dezember   5. 


268 

Und  het  auch  gest  geladen. 
Der  pfarer  sprach:  ,Pring  bald 
Herein  ein  gotzen  ald, 
Das  wir  die  stneben  wermen! 

6  Den  w9l  wir  waidlich  schwermen, 
Essen,  drincken  and  schreyen, 
Grolzen,  farzen  and  speyen.'' 
Der  mesner  lof  zw  nacht, 
Den  riter  Jörgen  pracht, 

10  In  ein  den  ofen  schaeb. 
Zw  riechen  er  anhaeb. 
Den  pfarer  het  gefroren, 
[bl.  224]    Stont  pey  dem  ofen  foren 
In  seim  weisen  pad-kittel 

16  Und  wermet  sich  an  mitel. 
In  dem  das  pild  aa^ronn, 
Und  ging  das  pnlver  an 
Mit  einem  starcken  knall: 
Sant  Jörg  mit  lawtem  hall 

so  Ein-ritte  darch  den  offen, 
Das  die  gest  all  entloffen, 
Und  sties  den  pfarer  nider, 
Die  kachel  hin  and  wider 
Hin  in  der  stueben  flnegen, 

26  Die  glasfenster  auschlaegen, 
Die  stueben  war  vol  funcken. 
Alle  frewd  war  ertruncken. 
Der  pfarer  wart  verzagt, 
Maint,  sant  Jörg  het  in  plagt, 

80  Das  er  in  het  verprennet, 
Sein  süent  dem  folck  pekennet, 
Wolt  ein  walfart  ausrichten. 
Der  pfleger  wolt  mit  nichten. 
Der  pfarer  must  abtraben, 

M  Den  spot  zum  schaden  haben, 
Man  lacht  seins  ungemachs. 
Spricht  von  Nürnberg  Hans  Sachs. 

Anno  salutis  1542,  am  6  tag  .Tanuarj. 


Ob  ein  weiner 


[bl.  224'] 


8ol  nemen  oder  uit. 


la  er  im  sagt^ 
D  gezem, 
b  im  oem. 
rßieli  an  taegetit, 
t  und  ^santer  jtigent, 
einer  frawen, 
wis  müss  p&weii, 


Tj 

II 
C 

I 

a 

?. 

Das  er  ergriefF  mn  bailos  weib, 
Isl  pcBS6t\  das  er  ledig  pleib. 
Nembt  er  ein  weib  mit  reichen  gaben, 
Mues  er  ir  freunt  zw  herren  haben; 
Sie  rüeckt  ir  guet  im  stetz  herfüer, 
Wüerft  im  den  strosack  oft  füer  tüer, 
Sie  hab  in  gmacht  zw  einem  herren, 
Veracht  in  pey  nahen  und  ferren. 
Suecht  er  im  den  ein  arme  aus, 
So  wil  sie  doch  sein  fraw  im  haws : 
Er  mues  sie  klaiden  und  rawstreichen, 
Das  sie  auch  ge  geleich  den  reichen. 
Nembt  er  im  den  ein  schönes  weib, 
Holtselig  und  höflich  von  leib, 
Als-den  die  eyffersuecht  in  reit; 
Er  mues  ir  hiieten  alle  zeit; 
Wan  es  ist  gar  pös  zw  pehalten. 
Was  wolgefelt  jungen  und  alten. 
Nembt  er  den  ein  hesliche  frawen. 
So  hat  er  selb  ob  ir  ein  grawen; 


1    Im   vierten    spruchbuche,     bl.    224   bis   225. 
526    bis    531    und   vergl.   Uennania    1891.    36,   52. 


Erweiterung    sieh   band   20, 


265 

Als-den  reit  sie  die  eyffersnecht, 
Zeicht  in  vil  pnlens  und  nnznecht, 
Wo  er  ein  weib  nar  thnet  ansehen, 
In  all  winckel  thnetz  im  nach-spehen. 

6  Ergrenft  er  den  ein  weib  vernascht, 
So  stilt  sie  ab,  was  sie  erhascht. 
Ergrewft  er  den  ein  weib  geschwetzig, 
Die  predigt  im  und  ist  aufsetzig. 
Ergrewft  er  ein  fawl  weib,  zw  stund 

10  Get  sein  haushalten  gar  zw  grund. 
Ergrewft  er  ein  pös  weib  mit  zoren. 
So  thuetz  teglich  im  haus  rumoren. 
Nembt  er  von  kind  wegen  ein  weib. 
Iß  etwan  unfruchtpar  von  leib; 

15  Oder  ob  im  geit  kinder  got, 
So  nembt  sie  also  jung  der  dot, 
[bl.  225]    Oder  werden  im  nngeratten, 

Vol  mit  unzuecht  und  pösen  datten. 
Nembt  er  ein  weib  von  woluestz  wegen, 

to  Unfal,  truebsal  tuet  in  stetz  fegen. 
Schaut,  schaden,  kranckheit  und  armuet, 
Das  in  herter  peschweren  thuet 
Selbander  mit  der  frawen  sein, 
Den  ob  er  wer  ainig  allein. 

26  Derhalben  sol  ein  weiser  man 
Ein  eweib  meiden,  wen  er  kan; 
Sein  Weisheit  wirt  mit  ir  erschlagen."^ 
Als  man  thet  Diogenem  fragen, 
Wen  ein  man  mocht  hairaten  wol, 

so  Sprach  er:  „Der  jung  verzihen  sol; 
Der  alt  sol  sich  sein  gar  enthalten.'^ 
Das  sint  die  1er  der  weisen  alten. 
Das  man  entrin  vil  ungemachs 
Der  frawen  halb.     So  spricht  Hans  Sachs. 

36         Anno  salotis  1542,  am  13  tag  Januarj. 

14  Iß  ==  iflU  =  ist  sie.     Vergl.  sohwank  nr.    159  v.   15. 


Der  weis  & 

i 

I 
i 


i  mit  seinem  siieii, 

I,  der  wei», 
et  ein  reis 
mtn  man, 
ed«t  on, 
*awen  het, 
iwgBH  det 
[lach  dreien  tagen 
ivmch  sagen. 


10  liHHßcli  ein  pilgrant  er  abriebt, 
Der  kaui  und  gagt  frenibdt)  gbboliiüiit, 

Als  wer  er  erst  von  Athen  kiimen. 
Die  zwen  in  auf  ein  ort  pald  mimen; 
Selon  der  fraget  in  der  mer, 

i&   Ob  nichs  newes  geschehen  wer 
Zw  Athen,  in  seim  vatterlant. 
Der  pilgram  antwort  in  zwhant: 
^ Nichs  news  wais  ich  zw  sagen,  wist! 
Den :  vor  neun  tagn  gestorben  ist 

20   Ein  jungling  pey  achzehen  jaren, 
In  kuenst  und  tuegent  hoch-erfaren, 
Des  vatter  hat  den  höchsten  preis 
Für  alle  purger  tugent-haft,  weis, 
Der  doch  itz  nit  inhaimisch  war. 

■2u   Es  volgten  nach  der  dotten-par 
Die  purgerschaft  und  der  senat 
|bl.  22\)\     Und  die  gemain  der  ganzen  stat, 


1  Im  vierten  spruohbuohe,  bl.  228^  bis  229^  An  demselben  tage  dichtete 
H.  Sachs  in  seinem  rosentone:  Solon  mit  seinem  sun  (MG  5,  bl.  232;  gedr.  bei 
K.  (loedeke,  Dichtungen  von  H.  Sachs.  I,  s.  131).  Vergl.  auch  band  20,  234 
uDd   526   =   71    fastnachspiel;  dazu  Germania    1891.    36,    52. 


267 

Waren  all  diesen  jüngling  klagen/ 
Selon  war  diesen  pilgram  fragen, 
Wie  sein  vatter  genennet  wer; 
Wan  im  wart  sein  herz  also  schwer, 

5  Dacht,  sein  san  wer  vileicht  gestorben, 
Darch  ein  schwinde  kranckheit  verdorben. 
Der  pilgram  war  gerichtet  ab, 
Sprach:  ,Sein  nam  ich  vergessen  hab.' 
Selon  in  herzen-laid  hart  prennet, 

10  Sprach:  ,War  der  mon  Selon  genennet?'' 
Der  pilgram  sprach:  „Ja,  auf  mein  aidl* 
Erst  vil  Selon  in  herzenlaid, 
Schlaeg  sein  hawpt  und  fiel  zw  der  erden 
Mit  neber-deglichen  geperden: 

ift  Thaies,  der  weis,  fing  an  zw  lachen. 
Sprach:  » Solen,  schaw,  ans  den  Ursachen 
Hab  ich  genomen  kain  eweib. 
Das  kain  fmecht  kem  von  meinem  leib, 
Des  verlaest  mich  also  det  krencken, 

so  Wie  dich,  in  drawrikeit  versencken. 
Doch  ste  auf,  hab  ein  fröllch  herz! 
Die  red  sint  alle  nur  ein  scherz; 
Dein  snn  lebet  nnd  ist  gesnnt. 
Ich  hab  dir  mit  enteckt  den  gmnt, 

26  Weil  dw  lobest  weib  and  die  kinder. 
Was  schmerz  nnd  drtiebsal  steck  dar-hinder/ 
Plntarchns  uns  das  gschicht  peschrieb, 
Zaigt  an,  wie  durch  der  kinder  lieb 
Die  eltren  stetz  in  sorgen  leben, 

80  In  kuemernus,  anfechtung  schweben: 
Seint  die  kinder  noch  jung  nnd  klein, 
Die  sorg  klein  und  vilfeltig  sein; 
Grose  kinder  pringen  groß  sorgen, 
[bl.  229']     Sagt  das  alt  Sprichwort  unferporgen. 

36  Mit  den  kindern  die  sorg  auch  wachs 
le  lenger  mer,  so  spricht  Hans  Sachs. 

Anno  salati8  1542.  am  21  tag  Februarj  an  der  fasnacht. 


268 


Jk 


nj^nimlu 


[bl.  237] 


J  I  Ndrmberg  kam, 

I  in  mein  kraui, 

i  ie  flaiscliprneckeD, 

J  ich  argncken 

1  bell  ganz 

I  mm  glänz 

%  oi,  deller  nnd  kandei* 

iu  (Ben  handel, 

Drat  ich  hin-ssw  und  grüest  ein  alten, 

Pat  in  für  iiebel  nicht  zw  halten. 

lliiib  dis  gesclimeidwerck  ich  in  fragt, 

Was  hantvvercks  wer.     Der  alte  sagt: 

r,  Wis,  das  wir  kaudelgieser  sin ; 

Wir  machen  aus  dem  claren  zin 

Kandel,  pa wehet  und  auch  glat, 

Ausgstochen  nach  küenstlichem  rat, 

Mit  pildwerck,  geweclisen  und  plumen. 

Die  kandl  mit  rörn  auch  von  uns  kumen, 

Schenckandl,  darmit  man  fürstn  dut  schencken, 

Auch  lewchter,  die  man  auf  thuet  hencken; 

Schüssel,  gschhigen  und  ungeschlagen, 

Darin  man  thuet  zw  essen  dragen; 

Senftschüssl  und  schüesl  mit  ören, 

So  für  kindpeterin  gehören; 

Dischdeler,  pletz  und  grose  platten. 

Darauf  man  dregt  wiltpret  und  pratten 

Und  auch  die  englischen  paten, 


l  Im  vierten  spruohbucho,  bl.  236'  bis  238'.  Zuerst  gedruckt:  Mitteilangen 
aus  dem  germaii.  Nationalmu^eum  ,  bd.  II,  g.  73  bi?  82:  Hans  Sachs'  Spruch- 
gedichte    von    den  Nürnberger   Kaiidelgiesßorn. 


269 

Kandel,  so  auf  drey  föesen  sten; 
Gros  stentner  und  auch  zinen  stüetzen, 
Die  man  nur  zw  dem  pier  thaet  nüetzen; 
Geschrawft  allerlay  künstlich  flaschen, 

5  Ans  den  man  mag  den  goder  waschen; 
Paecher,  narmkapn,  paechsen  und  parten, 
Daraas  ainr  mag  eins  dmncks  gewarten; 
Salzfas,  vergnldet  nnd  auch  schlecht, 
Salzfas,  so  man  int  küechen  hecht. 

10  Der  kandel  het  ich  schier  vergessen, 
Darmit  man  dnet  den  wein  ansmessen; 
Pecher,  schüesel  zw  prantem  wein. 
Zw  dem  met  künstlich  schalen  fein; 
Auch  pnechsen  in  die  apodecken, 

16  Daraas  manch  spezerey  dnet  schmecken; 
Paechsen  zw  milchraum,  schmalz  und  öll. 
Darin  all  ding  rain  pleihen  soll; 
[bl.  237']    Die  prennhüet  nnd  die  schüeselring. 
Pecher,  scherben  and  kuepferling. 

30  Aach  pschlag  wir  manchen  gieskalter, 
0  kaenstlicher  vil,  den  im  alter. 
Mit  aychlen  mancherley  giesfas. 
Zierlich  geschmüecket,  üeber  das 
Mach  wir  künstlich  und  wolpesunen 

85  Vil  luestiger  springender  prunen, 

Die  man  schenckt  in  die  lant  von  ferren ; 
Auch  mach  vir-pad  den  grossen  herren; 
Auch  pesclilag  wir  die  kierchentüern 
Sambt  knöpfen,  so  darawf  gepüern. 

»0  So  zirt  unser  hantwerck  zw-mal 
Gar  manchen  füersten  disch  und  sal, 
Ganze  hewser,  kloster  und  stet, 
Das  an  dis  hantwerck  mangel  het. 
Unsers  hantwercks  im  gsellen-schiesen 

36  Thuet  mancher  guete  schüetz  geniesen, 
So  er  ein  fannen  thuet  eraichen. 
Auf  ides  zin  schlag  wir  ein  zaichen: 
Der  stat  wappen  ein  halben  adler. 
Finden  die  gschwornen  einen  dadler, 

40   Der  wirt  gestraft  mit  hartem  wände! , 
Auf  das  pey  der  stat  pleib  der  handel 


270 


Mit  giietein  lob,  wie  vor  vil  jaren. 
Ein  rat  ihml  aach  kain  niüe  nit  sparen: 
AU  jar  all  uaister  nembt  in  pflicbt, 
Kain  falsch  arbeit  zw  maclien  nicht, 
ft   Aiicb  das  ider  raaister  nicht  meer, 
Den  in  drey  jarn  ein  Jungen  leer. 
[bl.  238]     Der  gleich  mit  ander  vil  gesetssen, 
Das  kainer  tlme  den  andern  letzen/ 
Ich  fragt  noch  weitter  diesen  alten: 

10    ^Wie  timnH  den  ewer  gsdlen  haltten?'' 
Kr  antwort  mir:    „Mein  freunt^  so  wißt, 
Das  es  ein  gschencktes  hantwerck  iet. 
Ein  wirtzhans  haben  sie  gewnnen 
Am  fischpach  dorten  pey  der  Sunen. 

ib   Alda  liabens  schenck  all  vier  wochen 
Da  leiden»  kein  palgeii,  noch  pochen; 
Ider  ninea  von  im  thun  sein  degen. 
Urten-nmister  machens  albegen; 
Die  fremden  gselien  doch  darpey 

u  Seint  an  der  schenck  ganz  urten-trey. 
Und  da  ir  hantwercks  gwonheit  halten, 
Wie  eß  anf  sie  kiimbt  von  den  alten. 
Und  welch  gesell  nicht  kern  ant  schenck 
Ans  hochmuet,  karckheit  oder  renck, 

ä5   Der  selbip:  mues  doch  gleich  wol  eben 
Wie  ein  ander  ganz  urtten  geben. 
Und  solche  ir  hantwercks-gewonheit 
Haltens  in  landen  weit  und  preit, 
In  Peliam,  Foln,  Pumern  und  Prewsen, 

m   In  Schwaben,  Paiern,  Sachsen  und  Rewsen. 
Fald  ein  fremder  gsell  ist  her-kumeu. 
So  wirt  er  frenntlich  aufgenumen 
Und  zewcht  zw  einem  maister  ein, 
Essen,  drincken  geit  man  im  fein, 

sa    Und  nach  den  nrten-maistern  senl, 
Den-selben  er  sein  grues  pekent, 
Von  welcher  state  er  herknm. 
Den  schicket  er  nach  arbeit  unib. 
fbl.  238']     Kan  man  kain  arbait  im  auftreiben, 

40   So  thuet  er  du  acht  peim  maister  pleiben, 
Morgens  die  urteu-ma ister  in 


271 

Fneren  auf  ir  herberig  bin, 
Da  sie  ein  pfünt  mit  im  verscbencken, 
Aller  gsellen  in  gnet  zw  dencken: 
Darmit  ist  im  gescbencket  ans. 

6  Den  plaittens  in  znm  tbor  binaos; 
Den  zewcbt  er  hin  in  gottes  segen. 
Doch  halttens  streng  darob  albegen: 
Wo  ainer  macht  ein  pöses  stüeck 
Oder  praocht  nnredliche  düeck 

10  Mit  anfporgen  und  entragen 
Oder  onwarheit  anf  ain  sagen, 
Der  wirt  von  jnngen  und  von  alten 
Veracht  und  nichs  von  im  gehalten, 
Das  kainer  nber  virze  dag 

ift  On  nachtail  pey  im  arbeiten  mag. 
Den  kan  er  an  keim  ort  nicht  pleiben, 
Man  thnet  in  imer  furpas  dreiben, 
Pis  er  sich  stelt  und  gar  vertregt. 
Sein  pnes  und  straff  leid  und  erlegt, 

90  Anf  das  die  znecht  und  erbarkeit 
Pey  in  erhalten  werd  alzeit." 
Darmit  ir  mm  gräen,  plüe  und  wachs, 
Das  wünscht  in  von  Nürmberg  Hans  Sachs. 

Anno  salutis  1542,  am  4  tag  Augnsti. 


Lbl.  247'] 


Hör, 
Wasc 
Das  1 
In  go 
Las  e 
Thw 
Nit  si 
Mit  II 


diseli  wUt  easea, 
Ist  gesössent 

I  iö! 

alten, 

ssig:  halten! 
b  schmatz, 
'ot  nicht  plat2, 


Das  dw  kaiD  gschirr  ümbstoeen  thnest 
Das  prot  schneid  nicht  an  deiner  pruest; 

Das  gscliniten  prot  oder  den  weck 
Mit  deinen  henden  nicht  verdeck! 
Auch  prock  nicht  mit  den  zenen  ein, 
Und  grewff  auch  für  dein  ort  allein ! 
Thw  nach  keim  schlecker-pißlein  zwacken! 
Spüel  mit  der  zungen  nicht  dein  packen ! 
Nem  auch  den  löffel  nit  zw  vol; 
Wen  dw  dicli  draitst,  es  stet  nit  wol. 
(Treuff  auch  nach  kainer  speise  her, 
Fis  dir  dein  muud  sey  worden  1er. 
Red  nicht  mit  vollem  mund!  Sey  messig! 
Sprw  nicht  umb  dich!  Sey  nit  zw  gfressig. 
Der  letzt  in  der  speis  ob  dem  disch. 
Zerschneid  das  flaisch  und  prich  die  lisch ! 
Und  kew  mit  deinem  mund  verschlossen; 
Schnarch  nit  durch  die  naß  j>leich  den  rossen! 
Thw  nicht  ecklen   und  geizig  schlincken 
Und  wiscli  den  mund,  e  dw  wilt  drincken, 


1    Iin   viorten  spruchbuche,   bl.  24  7  bis  248.      Sieh  Moritz  Geyer, 
tijchiuohten.      Programm.    Altenbur;^    188*2.    4.    8.   31. 


Altdeutsche 


278 

Das  dw  nit  schmalzig  machst  den  wein. 

Drinck  sitlich  und  nicht  hnest  darein! 

Thw  auch  nit  grölzen  oder  kreisten! 

Schüet  dw  dich  nit,  halt  dich  am  weisten! 
6  Füel  kain  glas  mit  dem  andren  nicht! 

Wüer£f  anch  anf  nimant  dein  gesicht, 

Als  ob  dw  merckest  anf  sein  essen, 
[bl.  248]    Wer  neben  dir  zw  disch  ist  gsessen, 

Den  irr  nit!  meck  nit  auf  der  penck, 
10  Das  dw  nicht  machest  ein  gestenck. 

Leg  dich  nit  anf  mit  dein  elpogen, 

Lain  dich  nicht  an,  sitz  fein  geschmogen! 

Dein  faes  las  an  dem  disch  nit  gampem! 

Und  hüet  dich  auch  vor  allen  schampem 
16.  Worten,  glechter  nnd  fanthasey; 

Meid  nachred,  zenck  nnd  polerey. 

Thw  dich  anch  an  dem  disch  nicht  schnewzen, 

Das  ander  lewten  nicht  thw  schewzen. 

6e  nicht  nmbzawsen  in  der  nasen; 
90  Des  zenstfierens  solt  dich  anch  masen; 

Im  köpf  nnd  part  dich  anch  nit  kraw ! 

Anch  sol  jnnckfraw,  maid  oder  fraw 

Nach  kainem  floch  hinnnter-fischen. 

Nimant  sol  sich  ans  dischdnch  wischen. 

55  Und  palt  das  mal  hat  sein  ansganck, 
Den  sag  got  haimlich  lob  nnd  danck, 
Der  dir  dein  speise  hat  pescheret, 
Aas  vetterlicher  hent  generet. 

Nach  dem  ste  anf  nnd  wasch  dein  hent, 
so  Dich  wider  zw  der  arbeit  went! 
Nach  gottes  wort  wandel  alwegen, 
So  mert  got  speis  nnd  dranck  mit  segen. 
Das  dein  narnng  zw-nem  und  wachs, 
Das  wünscht  nns  von  Närmberg  Hans  Sachs. 

56  Anno  salutis  1543,  am  16  tag  Aprilis. 

9  ?  nit  rneok  nit.     MQ  and  nieok  nit.     S  nit  nieok  aooh. 


lUaa  SAoha.    XXII.  18 


Ein  warnuuj!; 


den  weltlichen  stant 
m  gtaQt. 


I  Lf,  eg  ist  zeit, 

^  »rden  seit; 

I  ist  hei  und  glat, 

i  geeffet  hat, 

i  gtlichen  schain, 

i  Lorsam  sein 

Irna  aiiee  giawoen,  w&s  de  leren, 

Darmit  detten  ir  schetz  sie  meren, 

Weil  ir  pabst,  pischoff,  münich  und  pfaffen 

So  ueberfluessig  thet  verschaffen 

Zw  jardeg,  pfründen  und  gotzdienst, 

Zw  pistum,  closter  rent  und  zinst, 

Dardurch  künckreich,  stet,  lewt  und  laut 

Ist  kumen  in  der  gaistling  haut, 

Die  daraws  darnach  niraer  kamen. 

Der-halb  die  alten  gschlecht  abnamen 

Pey  der  pürgerschaft  und  dem  adel, 

Das  es  an  guet  leit  grosen  zadel, 

Und  wer  das  sein  wil  wider  han, 

Den  thun  sie  ein  den  schweren  pan. 

Darmit  Schreckens  künig  und  füersten. 

Derhalb  wacht  auf  und  last  euch  düersten 

Nach  rainer  leer  hailliger  schrift! 

Fliecht  menschen-leer  als  herbes  gift, 

So  wert  ir  rechte  Cristen  frum, 

Pleibt  pey  laut,  lewten  und  reichtum, 


1    Im   fünften    spruohbuohe,     bl.    8   bis   8'. 
manung  beneel   narren   des   reiobs  Stent.« 


Im    register    aufgeführt:     »ver- 


275 

Entget  iren  stricken  und  g^arnen. 
[bl.  8']    Ich,  Hennsl  Narr,  thw  ench  trewlich  warnen. 
Wie  man  den  sagt  vor  alten  dagen: 
Kinder  nnd  narren  warheit  sagen. 

Anno  saluiis  1548,  am  1  tag  Maj. 


18- 


Vermanung  de 


neu  tliempel-toiechtaii. 


i  thempel-kneeht! 

et  noch  recht: 
läoch  lind  pfaffen, 
i  iWBt  hab  erschaffen. 

ffifch  mit  dem  psehaid, 
)  n  fretubde  waid, 

rerd  ver§^ift 
en  aclinft, 
10   Dm  nit  den  recnten  hirtten  keBnen, 
Thnet  alle  lncken  in  verennen! 
So  pleibens  nnterthan  und  willich, 
So  habt  ir  von  in  schmalz  und  millich, 
Und  lassen  sich  willig  und  gern, 
16   So  oft  ir  wolt,  melcken  und  schern, 
Darzw  auch  gar  metzgen  und  schinden. 
Wie  raöcht  ir  pessre  scheflflein  finden? 
Wan  ich  sitz  so  in  hoher  macht, 
In  starckem  reich,  gwalt,  pomp  und  pracht 
20   über  kaiser,  künig  und  füersten. 

Die  in  der  weit  sunst  seint  die  kuersten. 
Ob  die  uns  gleich  sehen  ins  spil, 
Müesens  doch  darzw  schweigen  Stil 
Und  müesen  durch  die  finger  sehen, 
[bl.  9]     AI  ding  güetlich  lassen  geschehen. 

Derhalben  habt  vor  in  kain  schewch; 
Ir  kainer  setzt  sich  wider  ewch. 
Wer  aber  das  wolt  unterstan, 
Den  det  ich  in  den  schweren  pan; 
30   Wolt  er  mit  gwalt  sich  wider-setzen. 


l   Iiu   fUnflen  aprucbbuche,  bl.   8'  bis   9^ 


277 

So  thw  ich  ander  an  in  hetzen, 

Die  in  nberzihent  pekriegen, 

Den  mnes  er  sich  ducken  nnd  schmiegen, 

Krewcht  wider  in  schaffiBtal  gnetwillich, 

5  G^it  dopelt  wollen,  kes  nnd  millich. 
Wie  wol  Dewtschlant  mir  ist  verkert 
Dnrch  Lnter,  der  änderst  lert 
Und  nennet  unser  pastorey 
Ein  mördergrueb  nnd  schinterey. 

10  Des  sint  etlich  ffirsten  nnd  stet. 
Den  solche  leer  zw  herzen  get, 
Wollen  sich  nimer  scheren  lassen; 
Des  pin  ich  drawrig  nbermassen; 
Mein  gwalt  nnd  pann  wirt  gar  veracht, 

ift  Vil  pratica  hab  ich  gemacht, 
Die  zwher-zihen  mit  dem  har  — 
All  ding  ist  worden  offen-par. 
Hoff,  es  wem  etlich  mein  gelieder 
Mit  der  eyseren  metten  wider 

90  Das  Dentschlant  dreiben  noch  zw-mal 
In  nnsren  römischen  schafiFistal; 
Und  wirt  uns  dieser  düeck  geratten, 
Erst  weit  wir  metzgen,  siedn  and  pratten. 
Den  doppelt  melcken,  schinden  nnd  schem 

sft  Und  alles  laids  ergetzet  wem, 
[bl.  9']     Wiewol  der  prophet  Ezechiel 
Sagt:  We  euch,  hirtten  Israel, 
Die  ir  euch  habt  gewaident  als, 
Das  faist  fräst  ir  in  ewren  hals, 

80  Mit  wollen  klaidt  ir  ewch  anfs  pest. 
Ir  stächet  ab  das  wolgemest. 
Auf  ir  waidnen,  ir  gar  nicht  mercket. 
Das  schwache  habt  ir  nit  gestereket. 
Auch  habt  ir  nit  gsucht  das  verlorn; 

86  Ir  habt  geherscht  in  gwalt  und  zorn. 
Des  ist  mein  hert  ellent  zerstrewt. 
Das  ret  er  auf  uns  gaistlich  lewt; 
Solch  daidung  thnnt  gar  nit  anfechten 
Mich  sampt  all  meinen  tbempel-knechten. 

40  Wen  unser  reich  nur  hie  pestet, 
Wer  wais,  wis  in  jem  leben  get! 


Wir  nenien  bie  die  gueten  ta^, 

Bo  lang  uns  das  gedeyen  mag. 

Voigt  uns  hernach  \ril  ungemacUfi^ 

Ißt  wol  verdint.    So  spricht  Hans  Sach«. 


Ätmo  salutia  1543,  tm  2  tag  May. 


279 


Das  sieben-hanptig  pabstier  Appocalipsis. 

Schawt  an  das  sieben-hanptig  thier 

Ganz  eben  der  gstalt  and  mnnir, 

Wie  Johannes  gesehen  hat 
6  Ein  thier  an  des  meres  gestat, 

Das  het  sieben  ungleicher  hawpt, 

Was  enlich  dem  pabstam  (gelawbt!), 
[bl.  10]    Die  waren  all  gekrönt  pedewt: 

Die  platten  der  gaistlichen  lewt; 
10  Das  thier  das  het  anch  zehen  hom, 

Dewt  der  gaistling  gwalt  nnd  mmom; 

Das  thier  dmeg  gottes-lestemng, 

Pedewt  ir  ferfürische  znng; 

Das  thier  ward  eim  pardel  geleich, 
16  Pedewt  des  pabst  mördisches  reich, 

Das  anch  hinricht  dnrch  thiraney 

Alles,  was  im  entgegen  sey. 

Aach  so  het  das  thier  peren-fües, 

Dewt,  das  das  ewangeli  sües 
ao  Ist  von  dem  pabstnm  nntertretten, 

Verschart,  verdecket  und  zerknetten. 

Das  thier  het  aach  eins  leben  schlnndt, 

Pedewt  des  pabstam  weitten  mandt. 

Den  doch  gar  nie  erfüllen  datten 
2b  Aplas,  balinm,  noch  anaten, 

Pann,  opfer,  peicht,  stift  zw  gotzdinst, 

kant,  lewt,  küuigreich,  rent  und  zinst, 

Das  es  als  hat  in  sich  verschlnnden. 
* 

]  Im  fünften  ■pniohboohe,  bl.  9'  bis  10.  WahrMbeinlioh  vene  sa  einem 
bolt«ebnitt;  der  einteldniok ,  der  nach  dem  register  in  S  5  vorhanden  war,  ist 
nieht  erhalten. 


280 

Das  thier  entpfing  ein  döüich  wanden 
Dewt,  das  doctor  Martin  hat  gschrieben, 
Das  pabstnm  dötlich  wund  gehieben 
Mit  dem  otten  des  herren  mnnd. 
6  Got  geb,  das  es  gar  ge  zw  gmnd 
Und  ewig  nimer-mer  aofwachs. 
Das  wünschet  von  Nürmberg  Hans  Sachs. 

Anno  salutis  1548,  am  8  tag  May. 


281 


Der  peren-danz. 


Die  perea  dreiberin  spricht  : 

Den  peren  kan  ich  machen  danzen 
Mit  wnnder-Belzamen  cremanzen. 

b  Pald  ich  im  den  ring  pring  int  nasen, 
So  fäer  ich  in  mit  mir  all  Strassen 
Und  mach  mit  im  mein  affenspil: 
Er  mns  mir  danzen,  wie  ich  wil; 
Ich  kan  in  maisterlichen  dreiben, 

10  Das  es  gar  mnes  verschwiegen  pleiben, 
Nimant  wissen,  den  idermon, 
Wie  wol  ich  pös  nachtpawren  hon, 
Die  mich  oft  aberlawt  anschreyen. 
Doch  kan  ich  mich  sein  nit  verzeyen; 

16  Der  peren-danz  mir  gäetlich  thnet. 
Ich  hab  darpey  oft  gaetten  maet, 
Macht  mir  mein  snppen  faist  and  gaet. 

Der  per  klagt: 

Ich  armer  per,  was  zeich  ich  mich, 
30  Das  ich  also  las  dreiben  mich? 

Ich  maes  mein  danz  mir  selbert  pfeiffen. 

Man  thaet  mir  oft  int  wollen  greiffen, 

Rnpft  and  zapft  mich  abertag  wol; 

Ich  maes  es  alles  füllen  fol, 
26  Die  ptiebin  and  die  caplerin. 

Darmit  so  get  mein  geltlich  hin. 

Also  ge  ich  nmb  in  der  prambs. 

1  Im  fQnften  sprnohboohe,  bl.  10'  bis  11.  Charles  Sobweitser,  Ktade  sur 
1a  Tie  et  les  oearres  de  Hans  Saobs.  Nanoy  1887.  s.  443.  Sämtliobe  fabeln 
and  MbirftDke  des  U.  S.  nr.   72.      Der  einseldruek  ist  niobt  erhalten. 


|bl.  U] 


Wen  hh  ntin  ansdanz  und  ^erhiimbB 
Vnd  worden  ist  mein  pewttl  ler» 
Wirt  icb  Bchabab  and  gar  anmer^ 
Und  Wirt  zum  daazeii  nimer  dawgeo, 
Den  Wirt  mich  peisn  der  raweb  int  aw^en» 
und  iDneB  darnacb  an  klaeo  sangen. 

Xr ».,*--  ^%^^   "-  3  ta^  May* 

I 


288 


Pfeiffer  nnd  lantenschlagerin. 

Der  pfeiffer  sprieht: 

Ich  pfeiff  gar  frisch  das  frolich  wesen! 
Weil  ich  gaet  krona  auBerlesen 

b  Mit  mir  heraws  von  Maylant  pracht, 
So  schlem  and  pras  ich  tag  und  nacht 
und  halt  dich  frey,  dw  schönes  weib, 
Dw  erfrewst  mir  das  herz  im  leib; 
In  deinem  dinst  dien  ich  anf  glüeck. 

10  Dw  schlechst  zw-mal  vil  gneter  stüeck; 
Lieblich  and  frenntlich  pistw  mir, 
Drum  ich  dich  also  schmück  und  zir; 
Doch  wenn  ich  nimer  pfening  hab, 
So  hab  ich  sorg,  ich  sey  schabab 

15  und  mnes  darnach  pfeiffen  darfuer: 
Der  strosack  ligt  mir  vor  der  thner. 

Die  lawtensohlaherin  spricht: 

So  kon  ich  wol  Fortuna  schlagen, 
Mit  dir  ein  freyes  müetlein  dragen, 

20  Die  quintsaitten  dir  lieblich  dingen, 
Pis  ich  das  gelt  von  dir  kan  pringen, 
Rock,  schawben,  klainat,  speis  und  dranck. 
Pald  dein  pewtel  verlewst  den  klanck. 
Das  dir  die  saitn  darin  abspringen, 

26  Kronen  und  patzen  nimer  klingen. 
Mein  lawten  nimer  zw  psaitten  hast: 
Den  wirstw  ein  unwerder  gast, 
Und  wirt  ganz  haiser  dir  dein  pfeiffen, 
[bl.  ll'J     Denn  thw  ich  zw  eim  andren  greiffen; 
Es  thw  dir  gleich  wol  oder  we. 

So  schlag  ich  dir  das  vacate. 

* 

l  Im  (ttoftan  tpruohboohe,    bl.  11   bis  11'.     Die  ttbenohrift   nach  dem  ro- 
guier,  aaf  s.    11   fehlt  lie.     Der  einseldruok  ist  niobt  erhalten. 


Die  zway  liebhabenden  mit  dem  dot. 

01e  Bwai  HebliftbeDdeEi  spreoheti: 

0  giimer  dot,  wie  kiiinbBt  so  pald! 
Wir  Bint  der  jar  doch  nit  zw  ald; 
Wir  sint  noch  unpereit  zum  sterben, 
0  dot,  las  ans  ein  frist  erberben 
Und  las  ima  notz  zw  zwainzig  jar! 
Den  wöl  wir  nns  peraiten  gar 
In  ein  pns fertig  cristlich  leben. 
Dw  finst  der  alten  vil  darneben, 
Kranck  und  schwach^  petrüebt  und  gfangen, 
Die  aelbs  nach  dir  haben  verlangen, 
Und  dir  nieffen  in  ireni  schmerzen. 
Wir  »int  ie  noch  zway  junge  herzen, 
16   WHUen  die  weit  noch  helfen  meren 
Und  stellen  nach  fruinklieit  und  eren. 
Weich!  thw  auf  dismal  von  tins  kerenl 


Der  dot  tntwort: 

Wolauf,  wolauf  an  meinen  danz! 

10   Helft  ejllent,  das  der  ray  wert  ganz; 
Ich  nem  die  jungen  nnd  die  alten, 
Die  »chi>nen  wie  die  nn gestalten, 
Die  gsunden,  krancken,  reich  nnd  armen ; 
Ir  kaines  thue  ich  mich  erparmen. 

95   Auf  erden  ich  nimantz  verschon, 
Frölich»  trawrig,  weih  und  raon, 

1  Im  mnlUv  ipniohbiiobe ,  bl.  11'  bii  12.  D«r  •iaieldniok  itt  llt(^ht  «r^ 
haltAO.  AefanHoh«!)  boliMshnitt  leigt  dM  er«t«  bifttt  in  dorn  tftmcue1bAtid«„ 
Xjlogr,    lif    der    hertogf.    bibltotbak    in    Uoth».     Vergl.   Hau»  Saoht,    bAoil  1» 


285 

Ir  kainen  ich  nie  nberlies; 
Doch  ist  zeit  und  stund  ongewis; 
[bl.  12]    Des  solt  ir  euch  haben  vorsehen. 
Itz  thw  ich  nngewamet  neben; 
6  Ir  solt  mein  gwart  han  vor  vil  tagen. 
Euch  hilft  kein  wainen,  noch  kein  klagen 
Ich  mns  enchs  hüelzen  glechter  schlagen. 


I 


286 


|1.1.  12'| 


3  dodeB. 

der  latzten  zeit, 
n  leben  streit 
mne^t  die  weit, 
kCbt,  dein  guet  and  gelt, 
r,  weib  nnd  klud, 
a  und  liaii&geBind, 
rlikait  tiud  wird, 
Alle  pompj  toflüait  nnd  drd, 
All  gschicklikait,  Weisheit  und  kiienst, 
All  frölikeit,  lieb,  trew  und  guenst, 
Alle  kurz  weil,  frewd  und  woluest 
Und  dw  hin  fiier  den  richter  muest, 
Ein  schwere  rechenschaft  im  geben 
Von  wort  und  werck  durch  all  dein  leben. 
Da  hilft  kain  gab,  noch  procuriren, 
Wo  dw  das  urtail  thuest  verliren, 
So  mustw  in  ewige  pein. 
Das  stel  itz  für  die  awgen  dein. 
Das  dw  seist  dötlich  und  ganz  sterblich, 
Flaisch  und  pluet,  irdisch  und  verderblich. 
Wirstw  deim  letzten  ent  nach-grüenden, 
So  wirstw  hüetten  dich  vor  süenden, 
Weil  der  weis  spricht:  Wen  der  mensch  decht 
Sein  letzt,  kein  sunt  er  mer  verprecht. 
Derhalb,  o  mensch,  zw  got  dich  ker 
Und  nachfolg  seiner  heilling  1er! 
Was  er  dich  haist,  das  thw  fürpas! 


4 


l    Im   fünften   spruchbuohe,  bl.    12   bis   12'.      Der  einzeldruok   ist  nicht  mehr 
nnohzuweiBen.      Vergl.    11.  Sachs,    band    1,  8.   429   bi«   430. 


287 

Was  er  gepewt,  das  selbig  lasl 
Vertraw  gottes  zwsag  allzeit, 
So  wirst  ein  kind  der  selikeit, 
Da  ewig  frewd  dir  aoferwachs. 
6   Wünscht  nns  von  Nürenberg  Hans  Sachs. 

Anno  Balatif  1543,  am  5  tag  May. 
b  S  Nürnberg. 


288 


Die  Schlacht  zwischen  der  kflngin  Marie  heer  und 

des  herzogen  von  Cleve  zwischen  Zitart  und  Reflmnndf  1543  jar 

am  24  tag  Marcj  geschehen. 

Als  der  küngin  Maria  heer 

6  Zw  feld  lag  mit  geschos  und  weer, 
Zw  roß  auf  acht-nnd-zwainzig-hondert, 
On  das  fasfolck  frey  aasgesnndert. 
Dargegn  mit  vir-and-zwainzig  fannen 
Das  Clevisch  heer  mit  grüesten  mannen 

10  Und  darzw  anf  drey-dawsent  pfert 
Haben  sie  zw  den  feinden  kert 
Und  liesen  ir  feltgschüetz  abgon; 
Der-gleich  haben  die  andren  thon. 
Groß  schaden  laid  der  Clevisch  hawfen, 

16  Ir  raysig  thetten  flüchtig  zawfen, 
Doch  imer  mit  gewertter  hant 
Nach  zw  der  stat,  Zitart  penant, 
Da  wnrdens  drieben  in  ein  mos. 
Alda  man  in  sie  stach  and  schos. 

20  Vil  pferdt  und  adels  schaden  nam, 
[bl.  13]    Doch  detten  sie  sich  wider  zam, 
Pald  die  feint  in  ir  leger  rückten, 
Die  Clevischen  wider  nachdrückten 
Und  grieffen  wider  fraydig  an, 

26  Das  fasfolck  gab  die  flnecht  darfan, 
Verließen  ir  geschüetz  im  feld. 
Erst  die  Clevischen  obgemeld 
Sich  grimig  an  den  feinden  rächen, 

1  Im  fttnften  sprach baeh e ,  bl.  12'  bis  13.  Vergl.  R.  ▼.  LUienoron,  Die 
historisohen  Tolkslieder  der  Deatschen.  Vierter  band.  Leipsig  1860.  i.  214 
bis  216. 


289 

Den  raissing  zewg  in  die  flucht  stachen 
und  philten  das  feit  in  der  Schlacht, 
Der  küngin  gschütz  zw  handen  pracht; 
Anch  grose  pewt  and  vil  gefangen 

s  In  dieser  schlacht  zw  gmnt  seint  gangen 
Vil  groser  herm,  hanptlewt  nnd  adel. 
Anf  paiden  dailn  fint  man  gros  zadel 
Pis  anf  anderhalb-dawsent  mon 
Un  das  man  noch  nit  wissen  kon. 

»  Also  nnm  diese  schlacht  ein  ent. 
Qot  alle  ding  zum  pesten  went, 
Anf  das  nach  dem  plntigen  sieg 
Fried  werd  gemacht  anß  diesem  krieg, 
£  weitter  schad  daraus  erwachs. 

b  Das  wünscht  ans  von  Nürnberg  Hans  Sachs. 

Anno  salatis  1543,  am  17  tag  Maj. 


Hmu  Saohi.   xxii. 


19 


290 


[bi.  14']  Der  frimi  kaiser  Anrelianiis. 

AareliannB,  der  fram  kaiser, 

Der  war  ein  glneckseliger  raiser, 

Zog  mit  Beim  beer  in  Grecia, 
5  Kam  zw  der  hauptstat  Thiana, 

Fant  sie  peschlossen  krefticleich, 

Abgfallen  vom  römischen  reich. 

Awrelianns  sprach  in  zoren: 

„Wen  die  stat  ist  erobert  woren, 
10  Schwer  ich  pey  meiner  krön  zw  stttnd, 

Das  ich  nit  leben  las  ein  hfind; 

Weil  sie  on  not  ist  abgefallen, 

Wil  ich  sie  straffen  vor  in  allen.** 

Der  red  wurden  die  kriegslewt  fro, 
16  Ein  gaet  pewt  zw  erlangen  do. 

In  dieser  stat  ein  parger  sas, 

Heradamon  genennet  was, 

Der  fiel  heraus  von  der  gemain, 

Ftiegt  sich  zw  dem  kaiser  allain, 
20  Veretterlich  die  stat  aufgab 

Zw  retten  seinen  leib  und  hab. 

Pald  man  hinein-kam  in  die  stat, 

Der  kaiser  da  gerichtet  hat 

Diesen  veretter  obgenant, 
86  Welcher  sein  aigen  vatterlant 

Veratten  het  an  alle  schuld. 

Die  andren  nam  er  in  sein  huld, 

Und  gar  pey  schwerer  straff  gepot, 

Rain  menschen  mer  zw  schlagen  dot, 

* 

1  Im  fünften  spruohbuohe,  bl.  14'  bis  15'.  Die  erweiterung  sieh  band  20, 
8.  349  bis  353.  Vergl.  M6  6,  bl.  10  im  rosentone  des  Hans  Sachs:  AnrelianiiB 
p«gnadet  Thiana   *Aurelianas  der  frum  kaiser«    154S  Juli   II.  24  T  Diesen. 

$  Dieser. 


291 

[bl.  15]    Anch  nimant  zw  nemen  sein  gaet. 
Die  kriegslewt  waren  ungemnet, 
Manien  den  kaiser  an  sein  pünd, 
Lebent  zw  lassen  kainen  hünd. 

5  Der  kaiser  sprach:  ^Des  hapt  ir  macht, 
Die  hnnde  all  zw  dode  Schlacht, 
Die  menschen  aber  last  all  leben. 
Die  sich  in  gnad  haben  ergeben  1' 
Also  abzog  er  sein  kriegslewt 

10  Von  irer  plntürstigen  pewt, 
QtB,b  anch  dem  veretter  sein  Ion 
Als  einem  ganz  trewlosen  mon. 
Wie  Plntarchns  das  dar  peschreibt. 
Uns  angenscheinlich  mit  einleibt, 

15  Wie  sich  ein  fürste  halten  sQl, 
Wen  er  den  preis  erlangen  w9l 
Eines  löblichen  firamen  forsten, 
Den  nach  dem  hail  seins  volcks  sey  dtiersten. 
Ob  gleich  sein  nnterthon  auf  erden 

80  Anfrnerisch  nnd  abfellig  werden, 
Dreibt  er  mit  in  kain  thiranney 
Snnder  pringt  sie  mit  güet  herpey, 
Denckt,  das  er  oft  thon  hab  in  allen, 
Das  in  nit  almal  hab  gefallen; 

26  Anch  helt  er  sein  kriegslewt  im  zäum. 
Lest  in  nicht  allen  mnet  and  ranm. 
Sein  volck  zw  plündern  nnd  zw  plagen, 
Zw  verderben  and  zw  erschlagen, 
Straft  anch  nntrew  und  abeltat, 

80  Wo  er  die  fint  in  ainer  stat. 
An  einem,;  der  sacht  seinen  naetz, 
[bl.  15']    Helt  also  drewen  schilt  and  schaetz. 
Itz  det  solicher  färsten  not; 
So  sindz  laider  schir  alle  dot. 

36   Got  wöll  ander  fram  fiirsten  geben, 
Den  frnmen  geben  langes  leben. 
Das  gmainer  nntz  wider  aafwachs, 
Wünscht  ans  von  Nürenberg  Hans  Sachs. 
Anno  salntis  1543,  am  ll  tag  Juli. 
♦ 
38  S  Nürnberg. 

19  ♦ 


Der  mummer 


e  rOmisch  fasaacht. 


wol  erkant 

groser  er, 
r  feste  beer, 
len  edleo  weiben, 

thnet  paschreiben 
e  zämaa 

liuu     UI13     ^«viuiu     uvTii 

3er  einamen, 

;o  Kein  man  sie  pey  in  driuen  lieaeeo, 

Detten  die  hewser  wol  peschliessen 
Und  zirten  sie  mit  mangerlayen 
Deppichen  und  mit  grünen  majen. 
Darnach  die  gottin-opfer  machten, 

16   Die  ganzen  nacht  sie   schir  durch-wachten 
Mit  freuden,  saitenspil  und  singen, 
Mit  rayen  und  hoiflichen  dingen. 
Nun  war  ein  edelman  genent, 
Clodinus,  der  in  liebe  prent 

20   Gen  Gay  Juli  Cesars  frawen, 
[bl.  16]     Die  engelisch  war  an-zw-schawen, 
Hies  Pompeya  mit  irem  namen, 
Prun  auch  in  gleicher  liebe  flamen. 
Doch  mochten  sie  zw-sara  nicht  kuraen 

2f)   Vor  groser  huet  der  kewschen  frumen, 
Irr  schwiger.     Da  gabens  ir  los 
Zw  diesem  vest  der  göttin  gros. 
Clodinus  nach  der  frawen  pschaid 


1  Im  fünften  »pruchbuche,  bl.  15'  bis  16'.  Die  erweiterung  sieh  band  20- 
s.  368  bis  372.  Verpl.  MG  6,  bl.  18  in  der  spruchweise  des  Hans  Sachs*. 
Clodiu»   im    weibflklaid    »Bona   ilea   gonande^     1543    Juli    'J 1  ? 


298 

Der  leget  an  ein  frawen-klaid 

Und  Bchmigt  sich  nach  weiplicher  art; 

Wan  er  war  schön  nnd  het  kain  pari. 

Ein  harpfen  er  anch  mit  im  tmeg, 
6  Kam  in  das  hans  nnd  sich  verschlneg, 

Stilschweigent  in  ein  winckel  stnnd. 

Als  die  fraw  nit  pald  knmen  knnd, 

Schlich  er  haimlich  das  haws  zw  schanen. 

In  dem  wart  er  von  ainr  jnnckfrawen 
10  Angemutet  mit  ir  zw  singen; 

Er  aber  thet  sich  von  ir  dringen. 

Sie  ret  in  an  mit  werten  scharpfen, 

Mit  ir  zw  schlagen  auf  der  harpfen. 

Unwirs  er  sich  von  ir  nmbent, 
16  An  seiner  stim  sie  in  erkent. 

Sie  loff,  sagt  den  frawen  die  mer, 

Wie  das  ein  manspild  pey  in  wer. 

Die  edlen  frawen  im  nachsnechten 

Mit  Hecht  und  facklen  nnd  im  flnechten, 
90  Zw-letzt  dettens  in  eim  gmach  hinden 

In  pey  einer  jnnckfrawen  finden, 

Die  in  den  eingelassen  het 

Und  irer  frawen  coplen  thet. 

Die  frawen  zngen  in  herfüer, 
[bl.  16']    Stiesen  in  nans  für  die  hansttier. 

Nach  dem  ir  frend  nnd  fest  war  aus, 

Ein  ide  fraw  ging  haim  zw  hans, 

Und  dettens  iren  mendern  clagen. 

Frw  detten  Clodium  verclagen 
so  Die  zunftmaister  als  ein  entpörer. 

Der  göttin  dinst  aufrur-zerstörer. 

Zw-hant  Julius  von  im  sties 

Pompeya,  sein  gmahel  verlies. 

Also  durch  diese  mumerey, 
86  Glaub  ich,  das  anch  aufkumen  sey 

Unser  fasnacht-scheinpart-vermamen, 

DarfoD  vil  solcher  fruecht  sint  kumen. 

Got  geb,  das  solchs  wider  abachs. 

Das  wünschet  von  Nürmberg  Hans  Sachs. 

40  Anno  salntis  1543,  am  20  tag  Juli. 


294 


Die 


t  Virgiuea* 


mm  Rom, 

a  bieg  mll  aom 

t  t  wart 

aide, 
gewalde. 
\\i  gab  und  scbenckeu, 
erischen  rencken; 

10  .  ^eugch  und  frain. 

Da  pstelt  fir  Marenni  Clawdium, 
Die  junckfraw  vor  dem  volcke  allen 
Als  sein  leib-aigne  an-zw-fallen, 
Im  sie  den  haimlich  pringen  solt; 

iB   Und  wer  sich  ir  anemen  wolt, 
|bl.  17]     Solt  er  zum  richter  appaliren, 
Den  wolt  er  im  wol  appaliren, 
Das  er  sie  mit  recht  möcht  pehalten, 
Verhies  darumb  etlich  gelt  dem  alten. 

20   Nach  dem  fiels  an  der  poswicht  arck 
Als  sein  leib-aigne  auf  dem  marck. 
Die  junckfraw  fing  an,  waint  und  schrir. 
Das  man  zw  hilif  solt  kumen  ir. 
Das  volck  lof  zw  mit  grosem  wunder, 

26   Auch  kome  ir  freuntschaft  pesunder 
Mit  Icilio,  irm  prewt-kam, 
Legten  sich  darwider  alsam, 
Detten  den  richter  darzw  drengen, 
Das  er  den  rechtag  det  erlengen, 


1  Im  fünften  «pruchbuche.  bl.  16'  bis  17'.  Vcrgl.  MG  6,  hl.  24  im  rosen- 
tone  des  H.  Sachs:  Virginiatu  erstach  ir  vater  > Virginias  ein  herr  zw  rome« 
1543   Juli   28   und   die  tragödia:    Virginia  ioi   2   bände,  s.   3   bis   21. 


295 

Weil  ir  vatter  nit  anhaim  war. 
Als  man  etllent  schickt  nach  im  dar, 
Kam  er  eillent  am  andren  tag, 
Verwandert  sich  ob  der  anclag. 

»  Sein  dochter  im  die  schentlich  lieb 
Endecket  von  dem  alten  dieb. 
Was  sich  irenthalb  het  verloflfen, 
Macht  im  den  gantzen  handel  offen. 
Als  er  mit  ir  drat  für  gericht, 

10  Da  klagt  der  alte  pöesewicht 
Die  jnnckfraw  an  als  sein  leibaigen 
On  all  zewgnns  und  war  anzaigen. 
Ir  vatter  stelet  zewgen  dar. 
Das  sie  sein  elich  dochter  war, 

15  Von  seiner  gemahel  geporen. 
Sint  all  nnferhort  abgschaft  woren 
[bl.  17']    Und  Appins  sprach  vor  gericht 

Die  jnnckfraw  zw  disem  poswicht 
Als  ein  flüchtig  leib-aigne  maid; 

ao  Der  fürtz  dahin.    In  herzen-laid 
Ir  vatter  ob  dem  nrtail  claget, 
Drawrig  zw  seiner  dochter  saget: 
„0  herzen-liebe  dochter  mein, 
Ean  ich  dir  nit  pehilflich  sein, 

26  So  wil  ich  doch  enden  dein  schant. 
Das  dw  nit  kämest  in  die  hant 
Des  poswichtz,  der  dich  gert  zw  sehenden. 
Darmit  er  mit  sein  aygen  henden 
Stach  er  ein  messer  durch  ir  herz. 

80  Die  jnnckfraw  in  dötlichem  schmerz 
Sanck  nider,  ir  sei  mit  nnmuet 
Ging  aus  mit  irem  keuschen  pluet. 
Die  gmain  geweckt  wart  zw  aufruer, 
Apius  pald  gefangen  wur, 

36  Der  in  dem  kercker  sich  erhing, 
Clawdius  mit  der  flnecht  entging. 
Peschreibet  Thittus  Livius. 
Daraus  merckt  man  zw  dem  peschlus, 
Das  die  zehen  man  wurden  pald 
* 

30  S  fttrost.  22  8  seiner  Heben.  27  7  Des.     8   Der. 


Äbgee^tzet  von  irem  ^walt 

Von  wegen  dieser  echnMea  dat, 

Darpey  man  clerlicb  wol  verstftt: 

Unrecliter  gwalt  mit  poeben-siüecken 

3oi  man  zeitliclien  unterdrüecken, 

Das  kein  Hranej  daraus  wacbg. 

So  spiicliet  von  Ntirmberg  Hans  Sachs. 

28  tag  Juli. 


297 


Das  ay  mit  den  grosen  achzehen  schänden. 

Eins  dages  ich  zw  gaste  was, 

Da  man  frisch  waiche  ayer  as. 

Vor  erbern  gesten,  wol-pekant, 
5  Entpflng  ich  wol  achzehen  schand, 

E  wen  ich  as  ein  waiches  ay. 

War  das  nit  nnfal  mangerlay? 

Mein  erste  schant  ir  mercken  solt: 

Als  ich  das  ay  aufmachen  wolt, 
10  Det  ich  ein  straich  drey  oder  vier. 

Die  ander  schant  sich  nehet  schier: 

Das  salz  ich  mit  den  flngren  nnm 

und  salzet  das  ay  nmadnm. 

Die  drit  schant  merckt:  das  ay  war  yol; 
15  Als  ichs  wolt  abersnppen  wol, 

Da  draift  der  dotter  mir  in  part. 

Die  virt  schant:  als  ich  wolt  nach  art 

Essen  und  sprach:  Gesegn  mirs  got! 

Da  het  ich  kain  geschniten  prot. 
20  Die  fünfte  schant  war  nit  die  letzt: 

Das  ay  ich  vor  mir  nider  setzt. 

Die  sechste  schant  was  ein  nnlaest. 

Das  ich  das  prot  schnit  an  der  pmest. 

Die  siebent  schant:  als  ich  nein-propft, 
26  Das  ay  mir  dnrch  die  finger  dropft. 

Die  acht  schant:  von  dem  prot  ich  pis 

Und  in  das  ay  es  wider  sties. 

Die  nennde  schand  war  mir  ein  spot, 
* 

1  Im  fQnfIeD  spmohbaehe,  b1.  18  bis  19.  73  schwank.  Vergl.  den  meister- 
gesang  io  der  abenteoerweiie  des  Hans  Fols:  Die  18  sobant  ob  aim  ay  »Ains 
Ugea  ieh  it  gaste  sasc   1543  August  7?  (MG  6,  bl.   29). 


298 

Wan  mir  zeran  geschniten  prot. 
Da  fand  sich  pald  die  zehent  schand: 
[bl.  18']    Das  ay  pehUt  ich  in  der  band 

Und  Bcbnit  vom  liegenden  laib  zainzig 

6  Ein  Bcbnitlein  prottes  oder  zwainzig. 
Die  aylfte  Bcbant  macht  mich  nit  frisch: 
Das  messer  viel  mir  untern  disch. 
Die  zwelft  schant  machet  mir  erst  bais: 
Ich  pnckt  mich  darnach,  det  ein  schais. 

10  Die  dreyzehent  schant  het  värganck: 
Im  schrecken  bneb  ich  auf  und  dranck. 
Die  vierzebent  schant  ich  einamb: 
Sties  das  ay  mit  dem  ermel  umb, 
Das  dischdach  ich  pedenet  gar; 

15  Iderman  lacht,  wer  umb  mich  war. 
Die  faenfzehent  schand  mich  erst  fatzet: 
Vor  schäm  ich  in  dem  köpf  mich  kratzet. 
Die  sechzehent  schand  lag  mir  hart: 
Als  ich  das  ay  zwsamen  schart, 

20  Stach  ich  dardnrch  ein  groses  loch; 
Da  lachten  alle  menschen  noch. 
Die  siebenzehent  schant  verstet: 
Als  ich  das  ay  nun  gessen  het, 
Nenn  schnitten  prot  mir  neberplieb. 

26  Die  achzehent  schant  ich  auch  drieb 
Mit  den  lewsneglen  ich  das  ay 
Aaschart,  ob  mir  wart  ein  geschray. 

Hie-pey  merck,  wer  zw  dische  sitz, 
Das  er  prawch  sein  vemnnft  nnd  witz, 

80  Das  er  eß  in  zuechtiger  weis 
Nach  rechter  art  ein  ide  speis. 
Wie  man  die  selbig  essen  sol. 
Hofzwecht  am  disch  stet  alzeit  wol. 
Auf  das  kain  schand  im  daraus  wachs. 

36  Zuecht  pringet  er,  so  spricht  Hans  Sachs. 

[bl.  19]       Anno  aalutis  1543,  am  7  tag  Augusti. 
ß  S  alfte. 


200 


Der  edel  falck. 

In  Zento  novella  ich  las, 

Wie  zw  Florenz  vor  zeitten  gas 

Ein  jung  edelman,  weit  erkant, 
6  Fridrich  Alberigo  genant, 

Der  in  flamender  liebe  prent 

Gen  ainem  edlen  weib,  genent 

Giavanna,  an  guet  ser  reich, 

An  eren  stet  kewsch  nnd  lobleich. 
10  Der  edelman  stach  und  tomirt 

Zw  lieb  der  frawen,  lang  hofirt, 

Sie  aber  veracht  all  sein  lieb 

An  irem  herren  trewlich  plieb. 

Ueberflaessig  Fridrich  ausgab, 
16  Pis  er  verschwendet  grose  hab; 

Fntlich  yerpfendet  all  sein  guet, 

Zog  auf  ein  sitz  in  aremuet, 

Nichs,  den  ein  edlen  falcken  het, 

Darmit  er  deglich  paisen  thet 
20  Und  nert  sich  aus  eim  klainen  garten, 
[bl.  25'J    Des  er  auch  thet  mit  arbeit  wartten. 

Ir  herr  der  starb,  und  sich  pegab. 

Der  frawen  sun,  ein  junger  knab. 

Wart  schwerlich  kranck  pis  in  den  dot, 
36   Sprach:  „Mueter,  ich  pit  dich  durch  got, 
* 

1  Im  fünften  spraohbache,  bl.  25  bis  27.  Vergl.  MG  6,  bl.  30  im  rosen- 
toD«  des  Hftns  Saobs:  Alberigo  mit  dem  faloken  »In  Cento  nonella  ioh  lasec 
1543  Angust  9,  gedruekt  bei  Qoedeke,  Diobtnngen  von  H.  Sachs  I,  s.  137. 
Quelle:  Boeeaceios  deoameron  V,  9  (Keller,  s.  363).  Vergl.  Herm.  Varnhagen, 
Longfellows  tales  of  a  wayside  inn  and  ihre  quellen.  Berlin  1884.  s.  8  f. 
6  8  flamendender. 


300 

Hilf,  dm  lierr  Fridrieliß  falck  mir  werd, 
So  uembt  ein  eiit  aM  raein  peßchwerd,'* 
Die  maeter  dröBt  im  den  zw  pringen, 
Kam  zw  herr  Fridricli  in  den  dingen 
5  Der  frewet  sich  irer  zwkuntt, 
Eutpting  sie  mit  hoher  ferminft; 
Zum  früemal  det  Bie  sich  selb  laden; 
Fro  wart  Fridrich  irer  genadeu, 
Het  doch  weder  wiltpret  noch  tiach, 

10  Darinit  er  speiset  seinen  disch. 

Armoet  und  nnglüeck  det  in  walckenf 
Er  wuergt  sein  edlen,  Lieben  falcken, 
Priet  den  und  in  zw  dieche  drueg, 
Zerleget  in  höflich  und  klueg, 

if.   In  mit  der  edlen  frawen  aa, 

Die  doch  selb  nictit  west^  wag  es  bas. 
Nach  dem  mal  spracti  die  fraw  naitsitten: 
«Durch  ewer  lieb  wil  ich  euch  pitten 
ümb  ewren  edlen  falcken  guel ; 

ao  Nach  dem  mein  änn  sich  senen  dnet, 
Dotkranck,     Wo  ir  im  den  wüert  geben, 
Erettet  ir  sein  junges  leben.* 
Eerr  Fridrich  war  mit  angst  pesessen: 
„Den  falcken/  sprach  er,  „hab  wir  gessen; 

2B   Die  aller-liebst  mein  liebstes  as:** 
Die  fraw  gröslich  verwundert  das; 
Kr  zaigt  ir  des  falcken  gefieder, 
Schieden  sich  paide  drawrig  wider, 
[bl.  26]     Nach  drey  dagen  ir  sune  starb. 

so   Herr  Fridrich  umb  die  frawen  warb; 
Sie  erkennet  sein  lieb  und  drew, 
Het  seiner  armuet  kein  abschew, 
Weil  er  was  tugenthaft  und  frum, 
Zw  eim  gemahel  sie  in  num. 

36   Drnmb  ist  nicht  alle  lieb  verlorn; 
Lieb  hat  oft  lieb  durch  lieb  geporn. 
Das  trewe  lieb  durch  lieb  aufwachs» 
Das  wünschet  von  Nürnberg  Hans  Sachs. 


Anno  salutis  1&48«  am  9  tag  Augusti. 


301 


Ein  wnnderlich  histori. 

Petras  zw  Rom,  eins  pürgers  snen, 

Ein  edle  janckfraw  lieb-gewon, 

Die  Angollella  war  genant. 
6  In  gleicher  lieb  sie  gen  im  prant. 

Der  zw  gemahel  ir  pegert, 

Doch  plieb  der  Jüngling  angewert. 

Als  die  hayrat  nit  ging  von  stat, 

Die  zway  liebhabenden  mit  rat 
10  Sich  haimllch  setzten  anf  zway  ros, 

Zw  flihen  sechs  meil  aaf  ein  schlos, 

Da  Petras  het  ein  trewen  alten 

Freant,  pey  dem  woltens  hochzeit  halten. 

Als  er  nnn  mit  der  janckfraw  stolz 
16  Einraitte  dnrch  ein  finster  holz, 

Die  mörder  anf  sie  paide  stiesen, 

Den  Jüngling  pald  abzihen  hiesen. 

Zw  hencken  in  war  ir  peschaid. 

Die  janckfraw  in  dem  herzenlaid 
[bl.  26']    Entraitte  in  dem  wald  mit  eil 

On  weg  and  stras  aaf  drey  welsch  meil. 

On  gfer  die  waltschüetzen  herdrangen, 

Lösten  von  den  mörderii  den  jangen. 

Der  sas  zw  ros  and  rait  lang  aera, 
26  Im  holz  aaf  and  ab  mange  kraem, 

Baefifet  and  schray  der  janckfraw  lang, 

Pis  nach  der  sanen  antergang. 

Aaf  ein  paam  stieg  er  in  den  nötten, 
* 

1  Im  fünften  spraehbaehe,  bl.  26  bia  27.  Vergl.  MG  6,  bl.  55  im  roaen- 
tone  des  Hsna  Sselu:  Petros  flooh  mit  seiner  lieben  »Petras  eins  pargers  sun 
SV  rome«    1543  November  16.     Quelle:   Boccaccios  decameron  V,  3  (Keller,  s.  327). 


302 


Zw  erwartten  der  morgeiirötteii. 
Pey  dem  monsichein  sach  er  in  we 
Ein  schar  wollf  lawffen  durch  den  sehne, 
Von  den  sein  pfert  wart  dottMcb  pissen. 
Gefressen  und  stüeckweis  anrissen . 
Also  plieb  er  in  sorg  und  an^t. 
Die  junckfraw  aber  war  vor  langest 
Im  wald  geflohen,  gar  verholn, 
Zw  einem  mann,  der  prennet  koln, 
Pey  dem  sie  die  nacht  herberg  gert; 
Der  sie  peherbergt  und  ir  pfert. 
Zw  nacht  ein  hawfen  ranber  kora, 
Ir  pfert  gesattelt  palt  vemom 
Und  fragten,  wer  da  wer  verporgen. 
Die  junckfraw  scWof  mit  grosen  sargen 
In  ein  hayscboher  gar  allein; 
Ein  rauher  stegt  sein  apies  darein 
Neben  der  junckfraw  lincke  pruest; 
Das  sie  lied,  darzw  schweigen  muest, 
tu  Zitrent,  balb-dot  die  junckfraw  Jag* 
Die  rauber  wiclien  gegen  dag^ 
Nomen  mit  in  der  jnnckfraw  ros. 
Nach  dem  der  koler  auf  ein  schlos 
Pelaittet  sie,  zw  fuesen  ging, 
DrawfT  man  sie  kent  und  wol  entpfing. 
Petrus  war  von  der  hirtten  schar 
Frw  auch  zum  schloa  gefueret  dar 
Gros  wun  und  frewd  heteo  sie  paide, 
Verschwunden  war  ir  herzenlaide^ 
Hochzeit  betten  sie  frdlicb  da. 
Als  uns  sagt  Cento  novella. 
Wer  in  der  lieb  wll  sein  ein  ritter. 
Der  mues  versuechen  sües  und  pitter; 
Lieb  ist  vol  schmerz  und  nngemachs 
Mit  wenig  frewd.     So  spricht  Hans  Sachs. 

Anno  aalutis  1548,  ana  16  tag  NoTembri«. 


303 


Der  gros  eyffrer. 

In  Cento  novella  man  list, 

Wie  ein  eyffirer  gewesen  ist, 

Der  het  ein  frawen,  schön  nnd  zart, 

5  Holtselig,  frnm  und  gueter  art, 
Die  er  doch  hilt  in  strenger  hnet, 
Wie  noch  manicher  eyffrer  dnet. 
Auf  ein  hochfest  sie  peichten  wolt. 
Der  eyffrer  sagt,  sie  peichten  solt 

10  Peim  coraltar  seinem  caplan. 
Frw  schlich  er  hin  und  leget  on 
Des  pfaffen  corock,  zw  petören 
Sein  frawen,  selbert  peicht  zw  hören, 
Zw  erfaren  ir  haimlikait. 

16  Die  fraw  kam  zw  der  früemes-zeit. 
Kniet  nider,  irem  man  zw  peichten, 
Und  kennet  wol  den  ungeweichten 
[bl.  27']     Und  sprach ;  „Herr,  ich  mich  schneidig  gieb, 
Ich  hab  ein  pfaffen  haimlich  lieb, 

ao  Der  all  nacht  kämet  in  mein  pet, 

Kain  schloß  noch  thüer  im  auch  vorstet.'' 
Der  eyffrer  des  erschrack  von  herzen, 
Erst  durch-drang  in  der  eyffer-schmerzen, 
Sprach:  „Fraw,  ir  thuet  gros  unrecht  mit* 

25   Sie  sprach:  ^Ich  kan  sein  lassen  nit, 
Er  kumpt  oft  wider  meinen  willen." 
Der  eyffrer  sprach:   „Ich  wil  in  stillen 

Mit  meim  gepet  in  kurzen  tagen. 

* 

1  Im  fünften  sprnehbnohe,  bl.  27  bis  28.  Als  74  schwank  gedruckt. 
Vergl.  MG  0,  bl.  56  im  rosentone  des  Hans  Sachs:  Der  eyffrer  hört  peioht  »In 
Cento  noaeUa  ioh  laset  1543  November  Irt  und  band  17,  29  bis  41  =  45 
fastnaehtspieL 


304                                             ^M 

Den  las  idi  encli  mein  schaeler  fragea,           ^^| 

So  eitpiet  mir,  wie  es  euch  get."                     ^^M 

Die  fraw  ächied  ab,  kam  haim.  Da  ret            ^^M 

Der  eyffrer  zw  nacht  gar  vermesseD,                ^^M 

A    Wie  er  zw  nacht  müest  aaseu  essen,               ^H 

Darzw  wuert  er  auch  liegen  ans,                     ^^| 

Sie  solt  Yersperen  wol  das  bans,                      ^^| 

Die  katnmer-thiier  nnd  auch  die  stiegen*          ^^M 

In  ein  wiiickel  det  er  eich  schmiegen               ^H 

to   Und  legt  panzer  nnd  hämisch  au,                    ^^| 

Det  in  ein  5de  kammer  gan                             ^^M 

finden  am  dennen  und  det  wartten                  ^^M 

Des  pfaffen  mit  der  hellenpartt^n.                     ^^M 

Die  fraw  des  mans  eyffer  peweget                    ^H 

L^^^^^H                       it  Und  sich  zw  einem  jüngling  leget,                    ^^M 

^^^^^1                            Der  zw  ir  »tieg  neber  das  dach,                        ^H 

^^^^^B                          Mit  dem  sie  erst  ir  ee  zw-prach,                     ^^M 

^^^^^H                          Und  macht  war  irs  mannes  mistrawen,            ^^ 

^^^^^H                          Der  forhin  het  ein  frume  frawen. 

^^^^^^1                      ao   Frw  schickt  der  eyffrer  einen  schiieler 

^^^^^H                            Sam  vom  caplon,  fragt,  ob  der  pneler 

^^^^H           lhl2B]     Pey  ir  gewest  wer.     Sie  sprach:  „Nein/' 

^^^^^H                           Fro  war  der  eyflferer,  allein 

^^^^^H                           Hüet  darnach  all  nacht  auf  den  pfafen. 

^^^^^H                      ib  Die  fraw  wart,  was  sie  het  2W  schaffen. 

^^^^^^B                            Eins  tags  fragt  sie  der  eyfferer, 

^^^^^^                           Wer  doch  der  pfaff  ir  pulschaft  wer. 

^^^^^H                           Sie  sprach:  «Gleich  dw,  mein  lieber  mont 

^^^^^1                           In  der  peicht  warstw  mein  caplou. 

^^^^^H                      10   Dw  pist  mein  g waltig,  wen  dw  wUt'' 

^^^^^H                          Da  wart  sein  eyffergai^t  gestilt, 

^^^^^H                          Und  det  ir  vürpas  wol  vertrawen, 

^^^^^1                           Da  im  erst  not  det  auf-zw^schawen. 

^^^^^^1                          Des  sas  er  als  ein  nasser  dach»^ 

^^^^^^1                       s6    On  sin  nnd  witz.     So  spricht  Hans  Sachs. 

^^^^^^B                    ÄQDo  salutis  1543,  am  16  tag  Novembrig. 

^^^V                        Tor]Nii. 

305 


Der  seidenfaden. 

Zw  Florenz  sas  ein  kawffman  reich, 
Der  het  ein  frawen  minicleich, 
Die  Sigismanda  war  genent. 
i  6  In  lieb  gen  einem  jüngling  prent, 

1  Der  selb  hies  Robertns  mit  namen. 

Durch  list  sie  oft  zw  nacht  zam-kamen: 
Sie  pand  an  ir  zehen  ein  faden. 
Hing  den  nans  für  den  kammerladen, 
I  10  Der  hinab  auf  die  gassen  hing. 

Wen  daran  zneg  der  jüngeling. 
Stund  sie  auf  haimlich,  schlich  hinab. 
Der-mas  kam  oft  zw  ir  der  knab. 
Eins  nachtz  die  fraw  zw  pald  entschlief, 
16  On  gferd  ir  man  den  faden  griefif, 
[bl.  28']     Merckt  den  petrneg  und  pald  aufstünde, 
Den  faden  an  sein  zehen  punde. 
Der  jüngling  zog  den  faden  daws; 
Der  man  lof  nab,  rais  auf  das  haus, 
so  Mit  ploser  weer  zum  knaben  sprang 
Und  jagt  im  nach  drey  gassen  lang. 
Die  fraw  erwacht,  vom  gschray  erschrecket, 
Ir  cuplerische  maid  auf-wecket. 
Ein  schauben  ir  verhaysen  det, 
26  Das  sie  sich  leget  an  ir  pet: 

Ob  der  man  kem  und  sie  wüert  schlagen, 
Solt  sie  dultig  stilschweigen t  dragen. 
* 

t   Im  (Ünften  spraohbaohe,  bl.  28  bis  29.     Als  75  schwank  gedruckt.    Wabr- 
•cheinlieh  hatte  der  meistergesang  iin  rosentone  des  H.  Sachs  mit  dem  anfangi« 
▼erse  «Zw  florent  gas  ein  kauffmon  reiche«    (MG   6,  98)  wenn  nicht  die  gleiche 
form,  so  doeh  denselben  inhalt.  16  S  die  den. 

Hans  Sachs.   XXII.  20 


306 

Die  mait  legt  sich  ins  pette  niden 
In  dem  der  lierr  kam  zornig  wider. 
Die  maid  mit  fewsten  wol  durcli-schlaeg, 
Peim  har  sie  aus  dem  pette  zue^, 

Q   Rais  ir  aus  einen  zopf  mit  har, 
Zerkrelt  sie  nnten»  awgen  gar^ 
Fluecht  ir  ser  and  loif  darmit  aus, 
Klopft  pald  an  seiner  schwieger  haus, 
Sagt,  was  ir  docliter  het  pegangen. 

m  Sein  Bchweger  kamen  auch  eingangen, 
Erschluchzt  und  drawrig  ob  der  dat, 
Gingen  mit  im  zw  hawse  spat. 
Da  saÜ  SigiöTuunda  und  eung 
Auf  irem  sal  and  porten  drung. 

16   Er  sagt:  „Da  sitzt  die  piiebisch  huer. 
Die  heint  hat  gm  acht  ein  scdcli  anfruer, 
Der  ich  ausrauft  mit  har  den  zopf, 
Zerschlueg  ir  arme,  lent  und  köpf 
Und  sie  zerkrelt  unter  den  awgen, 

30  Auf  das  sie  mir  der  dat  nit  lawgen-"" 
[bl.  29]     Die  fraw  sprach  ;  ^Secht  den  follen  zaptfen, 
Ins  haws  kam  er  heint  kain  fuestaptieni 
Hat  etwan  in  aim  taiber-haus 
Diese  unfuer  gerichtet  aus, 

8ft  Wie  er  vor  oft  hat  thau  der-gleicheiK 
Seins  haders  iiut  ir  kain  wari&eichen." 
Als  der  man  sach  ir  zopf  und  har, 
Ir  angsicht  uuzwkrelet  gar, 
Stund  er  stilschweigent  gleich  eim  stnmen, 

so   Sein  scli  wieger  hueb  vast  an  zw  prumen, 
Sein  schweger  wollen  zawsen  in, 
Sein  fraw  fuer  tler  und  spracli:  „Get  hin, 
Last  auf  dis  mal  den  narren  pleiben." 
Duet  uns  Bocacins  peschreiben, 

zb  Auf  das  uns  kein  erplendung  wachs 

Durch  frawen-list,  wünscht  uns  Hans  Sachs. 


Anno  salvitia  1544,  am  15  tag  Februari. 
21    S  eehprueh.  20  6  ttioBohweigent. 


307 


Bmtas,  der  gerecht  Bömer,  mit  sein  zwayen  sünen. 

Platarchas  hat  mit  fleis  peschrieben: 

Als  Tarqainias  wart  vertrieben 

Von  Rom  durch  sein  gros  wfieterey, 
5  Standen  im  etlich  parger  pey 

Von  den  edlen  geschlechten  gnet, 

Die  miteinander  menschen-plnet 

Druncken,  ir  rot  zw-samen  schwüre, 

Sie  weiten  machen  ein  anfrure, 
10  Den  Senat  erschlagen  der-masen, 

Den  känig  widemmb  ein-lasen. 

Und  diese  pnntnns  wart  gemacht 

In  einem  öden  hans  zw  nacht, 

Darin  ein  knecht  in  peheltnns 
16  Lag,  der  selb  hies  Vindfcius. 

Der-selbig  het  von  wort  zw  wort 

Diesen  anschlag  haimlich  gehört, 

Der  det  herr  Bublicolam  kund 

Der  mörder  aufmerischen  pund; 
so  Der  fiel  ins  haas  gerüestet  starck, 

Fing  die  pöswicht,  and  auf  dem  marck 

Wurdens  gefüeret  darch  die  meng; 

Das  römisch  volck  kam  mit  getreng. 

Da  lies  er  die  pundprieff  verlessen ; 
26  Vindicins  erzelt  ir  wessen. 

Was  er  gehört  het  und  gesehen, 
[bl.  63]    Der  ganze  senat  det  sich  neben, 
* 

1  Im  fünften  sprnohbaobe,  bl.  62'  bis  63'.  Von  dem  meistergesanj^e  im 
rosentone  de«  Hans  Sachs:  Bratus  lest  2  sUn  richten  ist  nur  noch  die  anfangs- 
seile  bekannt:  »Plntarchus  hat  nach  long  peschrieben«.  Er  stand  im  sechsten 
(verlorenen)  meistergesangbuohe,  bl     177.  26  und|  fohlt  S. 

20* 


308 

Die  thetter  stunden  vor  gericht, 
Sclikigen  nid  er  iv  angeaiclit, 
Standen  scbweigeiit  vor  dem  senat 
Ätif  die  anclag  ir  misetat. 
ft  Der  ajn  piirgerniaister  pesander^ 
Brutus,  bet  »elb  zwen  süen  daründer. 
Des  wart  verschont  und  wart  pekeut» 
Sie  zw  verschicken  ins  elent. 
Des  detten  sich  die  alten  naigen, 

lu  Sam  zw  parmnng  gleicli  darzw  Schwaigen. 
Brntns  aber  sein  süeu  paid  fraget: 
^Wen  antwort  ir,  auf  was  raan  claget?** 
Zani  dritten- mal  sie  schwiegen  ped, 
Brutas  nmbkert  sich  nach  der  red 

16   Zw  dem  liencker  und  den  statknechten, 
Sprach  :  „  Volzichtan  mein  süen  das  rechten  !* 
Die  red  verwundert  iderraon. 
Nach  dem  griffe ns  die  schergeo  an , 
Punden  mit  stricken  sie  all  paid, 

ao   Entplüsten  von  dem  hals  ir  klaid 
Und  detten  sie  mit  metten  hawen. 
Vor  laid  das  volck  nit  mocht  zw-schaweD ; 
Ir  vatter  mit  dapfrem  gesiebt 
Sach,  wie  sie  wurden  paid  gericht 

aö  Mit  der  atreit-axte  von  dem  leben, 
Det  kain  zaichen  des  rlrawrens  geben. 
Nach  dem  Brutus  vom  marckt  ab-drat, 
Das  volck  entsetzt  sich  ab  der  that. 
Die  andren  gfangen  gegen-wertz 

So   Entpüngen  widerumb  ein  herz^ 
Pegertten  frist,  sich  zw  pedeucken; 
Ir  frennt  wolten  aus  gunst  sich  lencken 
[bl.  6B']     Und  wolten  den  gemainen  man 

Wider  vom  raarck  ab  lasen  gon  — 

3ft   Der  veretter  on  alle  räch. 
Als  Bnblicola  das  er-sach, 
Er  eillent  hin  nach  Brnto  sendet, 
Der  kam  uud  sprach:  .Ich  hab  geendet 
Das  nrtail  an  den  sünen  mein; 


2  ir]  fettU  G,         2ft  8  dflr  drAwreni, 


309 

Die  andren  las  ich  ench  allein 

Nach  pillikait  ain  nrtail  feien. 

Der  gmain  wil  iche  in  ir  hant  Stelen.* 

Nach  der  red  wurden  die  pöswicht 
5  Mit  der  axt  all  znm  dot  gericht. 

Also  wart  das  mort  anterknmen. 

Aber  Vindicinm,  dem  fmmen, 

Getrewen,  leib-aigenen  knecht 

Schenckt  man  das  edel  pürger-recht, 
10  Und  das  er  darnach  heyraten  solt, 

In  welches  geschlecht  er  nnr  wolt. 

Also  man  in  vereret  hat 

Von  wegen  seiner  trewen  dat. 

Also  wo  mon  gemeinem  nnetz 
16  Helt  so  ernstlich  nnd  trewlich  schnetz 

Und  weder  freont  noch  feint  verschonet, 

Und  auch  so  erlich  den  pelonet, 

Wer  den  gemainen  nnetz  dut  warnen 

Vor  dem  anfisatz  der  feinde  gamen, 
90  Ein  solch  regiment  sich  mit  eren 

Kan  weit  anspraiten  nnd  sich  meren, 

Darfon  gemainer  nntz  anf-wachs. 

Das  wünschet  von  Nürnberg  Hans  Sachs. 

Anno  salutis  1544,  am  12  tag  Juni. 

17  ?  den]  fehlt  8.  23   Naoh  dem    regtster    88  verse;    so  viele  hat  die 

hiiitoTie  wirklich. 


Das  eilt  Rom 


m  regirt, 
üh  stoläiirt, 
gwaltig  aufutini, 
rächt  und  rum 
ch  seinem  sin, 
nit  darin. 
Lt  veraclit, 
i  in  verdacht. 


Ein»  tags  RomtihiB  aas  Eoma 
War  pey  dem  mos,  genant  Capra, 
Da  er  ein  red  det  zum  senat 
Und  zw  der  gmain  der  ganzen  stat. 
In  dem  erstanden  ist  geschwind 

15    l^]in  ser  grawsamer  stürme- wind, 
Der  himel  mit  wolcken  sich  decket, 
Kill  grewlicli  wetter  sich  anstecket, 
Doner  und  plitzen  ungestüem, 
Auch  wurd  es  tinster  uemaduem. 

20  Die  sun  verparg  den  iren  schein, 
Audi  fielen  grose  hagelstein. 
Das  ganz  gmain  folck  Hoch  in  die  stat; 
|bl.  74']     AHain  peim  küng  plieb  der  senat. 
Als  dies  wetter  ein  ende  nam, 

25    Die  gmain  wider  gelawffen  kam, 
Detten  sorg  füer  den  künig  dragen 
Und  detten  Üeissig  nach  im  fragen. 
Als  in  die  gmain  suecht  uemaduem 
* 

1  lui  fünften  spriiehhuche ,  bl.  74  bis  75.  ^'orgl.  M(j  6,  205  im  rosen- 
totio  dos  llnns  Sachs:  I>as  ont  roinuli  vAls  roinuhis  zv  roin  regiret^'  1&44  Juli  11. 
Sieh   auch   band    20,    8.   179. 


811 

Und  nicht  fand,  wart  sie  angestäem, 
Sagten,  im  thempel  Vülkano 
So  hetten  in  zwrissen  do 
Ans  grimigem  zoren  die  vetter 
6   In  dem  finsteren  grosen  wetter. 
Nnn  war  ein  rather  wol  erkant, 
Jnlins  Procnlas  genant, 
Der-selb  drat  anf  den  marck  da  foren 
Und  hat  dem  folck  ain  aid  geschworen: 

10  Als  er  wer  gangen  durch  ein  walt, 
Wer  Bomnlos  in  schöner  gstalt 
In  ainem  kneris  im  erschinnen, 
Frölich,  „als  ob  er  wolt  von  hinnen. 
Sprach  zw  mir:  Sag  den  Römern  allen, 

15  So  hab  es  den  göttren  gefallen. 
Das  ich  herab  von  himel  kom 
Und  hab  erpawet  die  stat  Rom. 
Nnn  Wirt  ich  wider  hingenumen 
Und  in  die  drön  der  götter  knmen. 

so  Forthin  that  mich  Qnirinnm  nennen 
Und  mich  als  einen  got  pekennen ! 
Ein  gnediger  got  wil  ich  sein 
Rom,  dem  senat  und  ganzer  gmein, 
Halt  ench  nur  ritterlich  zw  feld; 

85  Ir  wert  herren  der  ganzen  weld." 
Nach  dem  die  gmain  gelaubet  das. 
Wart  gestilt  aller  neid  nnd  has. 
[bl.  75]     Noch  kan  kain  gschichtschreiber  verjehen, 
Wie  Romnlo  noch  sey  geschehen. 

80  Pey  der  geschieht  man  wol  erkent, 
Wie  mechtig  gleich  sey  ein  regent: 
Wirt  er  doch  durch  den  dot  gestürzet, 
Sein  zeit  augenplicklich  abküerzet, 
Des  sint  all  Stent  vol  nngemachs, 

35  Der  dot  pricht  als.     So  spricht  Hans  Sachs. 

Anno  salutis  1544,  am  11  tag  Juli. 
29  S  gesehen.  35  8  pricha. 


812 


Der  cleglich  dot  Pirami  und  der  jmickfrawen  Thisbis. 

Thisbes  eio  edle  janckfraw  was, 
Die  io  Babilonia  sas, 
Peschreibet  ans  Ovidias. 
6  Nan  war  ein  Jüngling  Piramns 
Im  nechsten  haws,  etliche  jar 
Eindsweis  mit  ir  aufzogen  zwar, 
Hetten  kintlich  lieb  an-einander. 
Als  sie  erwuchsen  paidesander, 

10   Wnechs  inpnienstig  ir  paider  lieb. 
Thisbes  doch  hart  verhüettet  plieb 
Von  iren  eltren  in  dem  haus, 
Die  liesens  nicht  weit  schwaiffen  ans; 
Doch  fandens  ein  kluft  zwischen  peden 

15  Hewsern,  da  sie  zam  mochten  reden, 
Da  kamen  sie  zam  alle  tag 
Mit  sewfzeu  nnd  senlicher  clag, 
Auch  ains  dem  andren  durch  die  went 
Drueckten  gar  freuntlich  seine  hent, 

80  Einander  puetten  manchen  kus. 
[bl.  75']    Entlich  sie  machten  ainen  pschlus 
Auf  ainen  dag,  wie  sie  zw  nacht, 
E  wen  man  das  Stator  zw-macht, 
Woltens  hinaus  gen  in  den  wald 

26  Zw  des  küDgs  Nini  prunen  kald. 
Thisbes  ein  mantel  schlneg  umb  sich. 
Schlich  aus  zw  dem  thor  haimelich, 
Pey  dem  prunnen  sie  warttent  plieb 

Auf  Piramum,  ir  herzen-lieb. 

* 

l  Im  fünften  spruchbuobe,  bl.  75  bis  76.  Von  dem  entsprechenden  meister- 
gesange  im  rosentone  de?  H.  Sachs:  Piramus  mit  thisbe  ist  nur  nooh  die  an- 
fangszeile  erhalten:  »Thiswes  ein  edle  junckfraw  waso«.  Da  er  im  sechsten 
(verlorenen)  meistergofiaDgbuobe ,  bl.  206  stand,  wird  er  wie  viele  andere  darin 
mit  dem  spruohgedicht  zugleich   entstanden  sein. 


813 

In  dem  zum  pninnen   kam  mit  schnawden 
Ein  groser  lebe  durch  die  stawden, 
Thiswes  zum  wald  ein-flihen  was, 
Irs  mantels  peim  pranen  vergas, 
6  Den  der  leb  hin  and  wider  sties, 
Scherzent  mit  plnting  mawl  zwries. 
Nach  dem  Pirarons  kam  anch  dar 
Und  Sache  pey  dem  monschein  dar 
Den  mantel  zw-rissen  nnd  plnetig; 

10  Sein  herz  wart  trawrig  and  anmaetig, 
Vermaint,  ein  leb  het  sie  zerissen, 
Und  kant  sich  änderst  nit  verwissen. 
In  unmnet  zog  er  aaß  sein  schwert 
Und  setzet  das  ghaelz  auf  die  erd 

15  Und  setzt  die  spitzen  an  sein  herz, 
Fiel  darein  mit  pitterem  schmerz. 
Als  Thisbes  wider  kam  zum  pninnen, 
Hatt  sie  den  jangeling  gefonnen 
An  dem  schwert  noch  dötlich  zahlen 

10  Mit  echzen,  seafzen,  ellent  krablen, 
Umbgewalzelt  in  seinem  plat. 
Thiswes  amfing  in  mit  anmaet. 
In  käeset  an  sein  plaichen  round. 
Als  sie  das  trieb  ein  halbe  stund, 
[bl.  76]     Sprach  sie:  „Herzlieb,  hastw  dein  leben 
•  Von  meiner  lieb  wegen  auf-geben, 
So  gieb  ich  anch  nmb  dich  das  mein.'' 
Und  sprach:  „Thw  auf  die  awgen  dein! 
Las  mich  mein  letzte  pit  erwerben 

80  Und  sich  dein  Thiswes  mit  dir  sterben!« 
Sein  dötlich  awgen  er  auf-warff. 
Da  fiel  sie  an  das  schwert  gar  scharff, 
Mit  irem  liebhaber  verschied. 
Also  das  falsch  unglueck  sie  nied, 

sft  Macht  irer  lieb  ein  drawrig  ent. 
Pey  der  geschieht  wirt  dar  erkent, 
Das  in  der  lieb  das  walzent  glüeck 
Noch  teglich  macht  vil  pöser  stüeck, 
Aus  dem  entstet  vil  ungemachs 

40  Den  liebhabenden,  spricht  Hans  Sachs. 
Anno  salutis  1544,  am  12  tag  Juli. 


B14 


ch. 

<  fc  ein  wal  tisch, 

I  n  wonung  friecb, 

I  chwarsee  zm, 

s  f  is  aöfgen, 

einen  muiid 
I  iien  wasser&ciiUuid, 

i  in  8icli  fast, 

\  itters  plast 

10  Di8  meer  peweget  also  seer, 

So  hebt  sich  der  fisch  anf  im  raeer, 
Die  schieft  mit  ungstiiein  uberpüerzt 
Und  sie  in  j^rund  des  meres  stüerzt, 
Und  wen  er  an  dem  gründe  stuert, 

!•)    Vil  sant  auf  seim  riieck  mit  aufüert; 
Stet  an  ainer  stat  etlich  jar 
Mit  gras  und  krawt  verwachsen  gar 
In  mas,  sam  er  ein  insel  sey; 
Wen  die  schiflewt  kuraen  herpey, 

20   Vermainen,  es  sey  vestes  laut, 
Und  heften  an  ir  schleif  zwhant, 
Das  sie  rue  haben  vor  dem  wint. 
So-pald  des  fewers  er  entpfint, 
Wen  man  im  kochet  anf  dem  riieck, 

25   Ist  sein  art,  das  er  sich  den  diieck 
Mit  schieff  und  lewten,  sie  versenck, 


l  Im  fünften  spruchbuohc ,  bl.  78  bis  78'.  Im  register  dazu  «teht:  Des 
wAlfisch  natur.  Die  Herliner  hüch.  nr.  23  enthalt  in  der  abenteuerweise  dos 
H.  Folz :  Cotu8  ein  walßsch  iCetiK-«  zv  deutsch  ist  ein  walfisoh«  mit  dem  datum 
1544  September  11.  Dieser  nieistergesang  HinnJ  im  souhsteu  (verlorenen)  meister- 
gesHUgbucbe;    bl.    253. 


815 

Fiech  node  lewt  im  meer  ertrenck. 
Wen  der  walfisch  drey  jar  wirt  alt, 
Laicht  er  mit  dem  Balonen  palt, 
Eim  groseo  fisch,  der  sein  mansrnet 
5  Im  in  der  laich  verschneiden  thnet, 
[bl.  78']    Das  er  forthin  all  seine  tag 

Nimer-mer  auch  gelaichen  mag; 
Den  duckt  er  sich  in  meres-gnind 
Und  wechst  gröser  zw  aller  stund: 

10  Die  weil  er  lebt,  forthin  kain  mon 
In  leben tig  gefangen  kon. 
Doch  wen  die  fischer  mercken,  wue 
Der  walfisch  stet  in  seiner  rwe, 
So  samlen  sie  der  schiff  ein  sum, 

16  Halten  umb  die  stet  rings  herum, 
Den  fahens  an  ein  laut  gesang 
Mit  fletten  und  der  pfeiffen  clang, 
Das  frewt  in  und  steigt  aus  der  tief, 
Dan  werffen  sie  aus  einem  schief 

2ü  £in  eysen  auf  seins  ruckens  grat. 
Das  vil  spiciger  zencken  hat. 
So-pald  das  eysen  in  verwand, 
Fert  er  ab  in  des  meres  gründ, 
Welzt  sich  am  poden  schwericlich, 

26   Reibt  das  scharpf  eysen  gar  in  sich, 
Pis  in  das  lebent  flaisch  hinein; 
Den  peist  in  das  merwasser  drein, 
Gesalzen,  das  in  frist  und  peist, 
Sein  wunden  im  aufschwelt  und  reist. 

30  Den  schwimbt  er  auf  dem  mere  dot, 
Dem  folget  nach  der  fischer  rot 
Mit  sailen  lanck  und  in  zw-hant 
Mit  groser  arbeit  zewcht  zw  laut. 
Sein  gros  ganz  ungeleublich  ist, 

35   Wie  man  in  Plinio  das  list, 
Das  er  alle  fisch  neberwachs. 
So  sagt  von  Nürenberg  Hans  Sachs. 

[bl.  79]      Anno  salutis  1544,  am  11  tag  Septembris. 
37  S  Naernberg. 


816 


Das  mfinich-  und  pfaffen-jaid, 

Nimant  zw  lieb  noch  Isid. 

[bl.  109']    Eins  nachtz  lag  ich  in  herttem  schlaf, 

Da  ein  seltzamer  träum  mich  traf: 
6  Mich  daacht  clerlich  in  gsichtes  piltnns, 

Wie  ich  wer  in  einr  finstren  wiltnns, 

Die  war  nmbstelt  mit  garn  and  netzen, 

Als  ob  man  wilde  schwein  wolt  hetzen. 

Nach  dem  sach  ich  in  ainer  gmeft 
10  Gar  dieff  in  aines  staines  kluft 

Die  offen,  fewer-glastig  hell. 

Nach  dem  hört  ich  ein  lawt  geschell 

Von  hunden,  gar  ein  eutrisch  jawchzen, 

Vor  dem  wart  mir  gar  nebel  schawchzen, 
15  Ein  jeger-horen  dimpper  schal. 

In  dem  ich  dnrch  ein  dunckel  tal 

Mit  grosem  dös,  echzen  and  schnawffen 

Herlaaffen  sach  ein  grosen  hawffen 

Müuich-kelnerin  sampt  den  pfaffen 
80   Und  nach  in  eyllen  angeschaffen 

Jeger  and  hnnd,  war  alles  schwarz, 

Jagten  sie  gen  der  hei  abarz. 

Von  den  gejagten  allen-samen 

War  ein  clag,  wainen  and  giisgramen. 
25  Ir  ains  dails  detten  sich  verstecken 

Hin  und  herwider  in  den  hecken. 

Aus  den  ainer,  wie  vor  gesagt. 

Zw  mir  entron.    Den  ich  doch  fragt, 
* 

1   Im  fünften  Rpruchbuohe,    bl.   109  bis   110'.     Der    eioaeldruok ,   der  naeh 
dem   register  vorhanden  ^ar,  ist  nicht  erbalten. 


317 

Warnmb  man  sie  also  det  hetzen 
Und  in  also  hart  zw  det  setzen, 
Was  sie  doch  nebels  hetten  thon. 
Er  antwort:  „Wir  namen  uns  on 

6  Im  schein  ser  groser  heillikeit 
Und  lebten  doch  in  dieser  zeit 
[bl.  110]    Weltlicher,  den  selbert  die  weit 
Und  stelten  geizig  nach  dem  gelt, 
Wiewol  wir  armnet  haben  gschwom, 

10  Den  layen  hab  wir  däeckisch  gschorn 
Mit  nnser  selmes  nnd  gotzdinst, 
Das  sie  stiften  gnelt,  rent  nnd  zinst, 
Die  wir  mit  neberflns  pesassen 
Und  schier  anf  erd  die  reichsten  wasen. 

15  Am  pet  het  wir  der  zipfel  drey, 

Anch  so  schwner  wir  kewscheit  darpey; 
Wie  wir  sie  hielten,  waistw  wol, 
Die  weit  ist  schier  exempel  vol 
Unser  pneberey  nnd  nnznecht, 

ao  Wie  wir  nnferschembt  und  vemecht 
Schier  sitzen  all  an  der  nnee. 
Der  gleich  in  allem  wolnest  me 
Mit  essen,  drincken  nach  dem  pesten. 
Wir  hetten  klöster  wie  die  festen. 

26  Anch  schwur  wir  ghorsam,  doch  die  zeit 
Unterton  kainer  öbrikeit, 
Schlaiften  uns  gar  ans  irer  pflicht, 
Aus  ir  stewr,  gepot  und  gericht. 
Mit  unsrem  schein  und  gleisnerey 

so  Rieht  wir  an  sect  und  ketzerey, 
Ferfürten  das  gmain  volck  der-masen, 
Das  es  gottes  wort  hat  verlasen 
Und  ist  anghangen  unsren  lüegen, 
Die  wir  nun  nicht  verfechten  müegen, 

86  So  maus  mit  gottes  wort  haim-suecht. 
Darumb  geb  wir  also  die  fluecht 
Itzund  vor  dem  heiischen  jeger, 
Der  unser  uebel  ist  ancleger.* 
[bl.  IKy]    Wer  noch  aus  dem  gaistlosen  netz 
* 

11  T  ranti  f^hlt  8.         26  8  kainr. 


318 

Entrint  nnd  sich  pegibt  zw-letz 
Auf  gottes  wort  in  wort  nnd  leben, 
Dem  wil  got  ain  erlössnng  geben 
Dnrch  Cristnm;  vür  als  ungemachs 
6  Znm  newen  jar  wünscht  nns  Hans  Sachs. 

Anno  salutis  1545,  am  2  tag  Janaari. 


819 


Der  doctor  im  Yenus-perg. 

Zw  Florenz  ein  jung  doctor  sas, 
Der  an  seins  vatters  erb  reich  was, 
Doch  arm  an  witz,  knenst  nnd  verstaut, 
r>  Prangt  her  in  köstlichem  gewant. 
Der  het  zwen  maier  zw  nachtpawren, 
Zwen  spotf5gel,  gar  nasse  lawren. 
Eins  tags  malten  sie  in  seim  haws, 
Sie  waren  schwencklich  üeber-ans. 

10  Der  doctor  fragt  nmb  newe  mer, 
Da  sagtens  im  ain  fabel  her 
Vom  Venus-perg  nnd  schönen  frawen, 
Gar  minniclich  nnd  schön  zw  schawen, 
Aach  wie  sie  alle  zwen  gemein 

16  All  pfinztag-necht  fiieren  darein. 
Doctor  Simon  es  alles  glaubet, 
Vor  wunder  gros  schtiet  er  sein  haubet, 
Fat,  das  sie  in  zw  diesem  werck 
Auch  mit  in  in  fraw  Venus  perck 

20  Liessen  faren,  solch  frewd  zw  haben ; 
Paid  wolt  er  sie  reichlich  pegaben. 
Als  die  zwen  merckten  so  geweitig 
Den  doctor  so  schlecht  nnd  ainfeltig, 
Versagtens  im  sein  doricht  pit; 

35  Er  aber  wolt  ablassen  nit, 

Stelten  sich,  das  zw  thun  ungern. 
Nach  vil  pit  dettens  in  gewern, 
Sprachen,  auf  die  nechst  pfinztag- nacht 
* 

\  Im  fünften  tprvohbache,  bl.  121  bis  12 1^  Gedraokt  als  78  schwank. 
Vergl.  MO  7,  60  im  rosentone  des  H.  Sachs:  Der  doctor  im  Venusperg  »Zw 
flor«oes  ein  jung  doetor  laee«    1545  Februar  7.  9   Mü  Waren  geschwenokig. 


320 

Solt  er  sich  schön  klaiden  mit  pracht, 

Sein  rotten  Scharlach  legen  on, 

Auf  nnser  frawen  kirchoff  gon, 

Aaf  eim  dotten-grab  wartten  schiere, 
[b1.  121'J    Pis  kamen  würt  ein  schwarzes  tiere, 

Doch  miiest  er  haben  zw  dem  scherz 

Ein  unerschrocken  mannes-herz, 

Wen  das  thier  mit  hewlen  und  pruemen 

Wärt  schröcklich  auf  den  kirchoff  kamen. 
10  Wen  es  stilstüend  von  seinem  lawff, 

Solt  er  stilschweigent  sitzen  auff, 

Das  wüert  in  Venus-perg  in  dragen. 

Der  küearzt  all  ding  thet  zw-sagen. 

Zw  nacht  der  sewarzt  schlich  hinab, 
16  Stund  im  kirchoff  auf  ein  new  grab. 

Die  zwen  maier  hetten  erdicht 

Ein  visirlich  thier  zw-gericht, 

Darin  ainer,  der  ander  foren 

Gen  künden,  kamen  mit  rumoren 
20  Auf  den  kirchoff,  im  thier  verporgen. 

Der  doctor  zitrent  stund  in  sorgen, 

Vermaint,  das  tier  der  dewffel  wer. 

Er  krewzigt  sich  oft  hin  und  her. 

Entlich  das  thier  vor  im  Stil  stunde, 
25  Verzagt  er  darauf  sitzen  künde. 

Sie  druegen  hin  mit  grosem  graus, 

Stuerzten  in  in  ein  gmain  sprachhaus. 

Darin  det  er  im  dreck  umzablen, 

Pis  er  wider  heraus  det  krablen, 
so  Kam  stinckent  haim  von  menschen-kot, 

Erzogen  het  sein  Scharlach  rot. 

Darumb  sein  fraw  in  det  erzausen. 

Narren  mues  man  mit  kolben  lawsen; 

Wan  sie  sint  grob  und  ungelachsen. 
35  Die  1er  habt  euch  von  Hans  Sachsen. 

Anno  salutis  1545,  am  7  tag  Febroari. 

18  MG  sie  paid  binden  vnd.  27   S  Stuerozten    in    ein.  29  8  wider 

heraus  dot  widor. 


821 


Der  Ulisses  mit  den  winden. 

Als  ülises  mit  seinem  beer 

Irr  fuere  auf  dem  wilden  meer, 

Als  er  ains  tags  gefaren  kam 
&  An  die  Insel  Eoliam, 

Da  künig  Eolns  genent 

In-hielt  das  küncklich  regiment, 

Der  war  ain  herr  neber  die  wind 

Und  het  zwelff  ktinicklicber  kind, 
10  Hielt  köstlich  hoff  mit  grosem  pracht, 

Mit  panckadiren  tag  and  nacht. 

Der  ülisem  höflich  entpfing, 

Fragt  in  von  Troya  aller  ding. 

Pey  dem  plieb  Ulises  zw  hoff, 
[bl.  124]    Pis  das  ein  ganz  monat  verloff. 

Nach  dem  Dlisses  in  erpat, 

Das  er  geb  stewer,  hilff  und  rat, 

Das  er  kern  in  sein  vatterlant. 

Eolus  mit  gwaltiger  haut 
20  All  ungesttieme  wint  verschlos 

In  ein  oxenhawt,  weit  und  gros, 

Die  er  gar  wol  verknüepfet  hat 

Mit  ainem  starcken  silbren  drat. 

AUain  lies  er  den  westen-wind 
i&  Ledig,  das  er  gar  senft  und  lind 

Das  schieff  solt  dreiben  auff  dem  meer. 

Ulises  sas  auf  mit  seim  beer, 

* 

1  Im  fanften  tpraehbnehe,  bl.   123'  big  124'.  Vergl.  MO  7,  bl.   67  in  der 

ab«nieiierweif  H.  Folien:    Ulifos  mit    den  winden  »Als  vlises    mit  seinem  her« 
1545  am  atehermitwoch  den   18  Ug   Pebruari. 

Uane  Sftcha.    XXII.  21 


Nam  nrlab  and  den  schlawch  entpfing 
Und  faer  dahin  frölicher  ding. 
Als  er  nun  faer  neun  tag  and  nacht 
Gelnecklich  durch  des  windes  macht 
6  So  nach,  das  er  den  rawch  and  prant 
Aafgen  sach  in  seim  vatterlant, 
ülisses  legt  sich  an  sein  rw, 
Schlaffent  gingen  sein  awgen  zw. 
Sein  knecht  dachten  in  farwitz  awch, 

10  Ein  schätz  verporgen  wer  im  schlawch, 
Den  im  der  künig  het  geschenckt, 
Und  kuäepften  auf  den  schlawch  verschrenckt. 
Im  awgenplick  prastletten  raus 
Die  wint  mit  ainem  lawten  saas, 

15  Platzten  in  das  meer  ongestüemb, 
Drieben  gros  wellen  amadüemb, 
Einfiel  ein  groses  angewitter, 
Das  meer  wuetet  gar  herb  and  pitter. 
Im  schrecken  Ulises  erwacht, 

iM>  Das  schiff  getrieben  wart  mit  macht 
Wider  hin  in  Eoliam. 
[bl.  124'J    ülisses  der  stieg  ans  und  kam 

Gen  hoff,  als  gleich  der  künig  aß. 
Dem  fiel  er  zw  fnes,  klagt  im  das, 

26   Sprach  :  „Weil  ich  schlief,  haben  mein  knecht 
Die  winde  ausgelasen,  secht! 
Ich  pit  umb  weitter  hilff  und  rat 
Von  ktiniclicher  mayestat.* 
Der  künig  antwort  zorniclich: 

30   „Götter  und  menschen  hassen  dich; 
Weich  pald!  dw  hast  kain  hilffe  meer.« 
Drieb  aus  Ulissem  und  sein  beer. 
Also  schied  er  ab  gar  ellent. 
Darmit  die  fabel  hat  ein  ent. 

85  Homerus,  der  poet,  peschreibt 
Darfon  die  untericht  uns  pleibt: 
Wem  got  hie  geit  ein  herrlich  gab, 
Das  er  die  wol  vor  awgen  hab, 
Prawch  der,  auf  das  er  nicht  verlier 

40  Die  gab  durch  sein  knechtlich  pegier. 
So  er  in  wolüesten  entschlieflf 


323 

In  diesem  jamer-mere  diefT, 

Dardarch  mer  ellent  im  erwachs 

Durch  sein  fnrwitz.    So  spricht  Hans  Sachs. 

Anno  salatis  1545.  am  18  tag  Febroari. 
1   S  deiiem. 


21' 


Die  zwo  edlen 


^on  des  glanbens  wegen 
erpreoL 


[bl.  139]  lieh  geschiebt, 

in  antericht» 
ft  Niderlant. 

er  genant 

00  edlein  ataminea^ 
i  mit  Damen, 
j  3  genentf 

10   Paid  sie  gefangen  worden  sent, 
Das  sie  anhingen  gottes  wort. 
Thiranisch  man  mit  in  rumort; 
Man  fragt,  was  ir  gelaube  wer. 
Da  sagten  sie  von  Cristo  her, 
16  Der  wer  ir  hailant  und  ir  drost, 
Der  sie  het  an  dem  creuz  erlost. 
Man  fragt,  obs  widertawflfet  wern; 
Das  detten  sie  lawtter  erclern: 
„Ein  mal  seint  wir  getawffet  worden 
20   Nach  rechtem  cristenlichem  ordeu, 
Wie  Cristus  selb  pefolhen  hat, 
Wie  Marci  an  dem  letzten  stat." 
Weitter  fragt  man  sie  an  dem  ent, 
Was  sie  hielten  vom  sacrament. 
25    Die  zwo  junckfraw  antworten  fort: 
„Solt  wir  nit  glauben  gottes  wort, 
Darmit  er  auf-setzt  vor  seim  ent 
Das  heillig  frone-sacrament 


1  Im  fünften  spruchbuohe,  bl.  138'  bis  139'.  Der  einzeldruck,  für  den  die 
verso  Hicherlich  als  erklürung  zu  einem  holsschnitte  gedichtet  wurden,  ist  nioht 
erhalten. 


325 

Sein  warhaftigen  leib  nnd  plnet 

In  prot  und  wein,  uns  alln  zw  gnet?' 

Pald  sie  die  wort  hetten  pekent, 

Wart  erstlich  Maria  verprent. 
6  Die  pett  fiir  ire  feint  zw  got, 

Pefalch  ir  sei  in  letzter  not 

Anf  Cristns  leiden  an  dies  ent 
[bl.  139']    Got,  dem  vatter,  in  seine  hent. 

Also  gedolticlich  verschied, 
10  Die  nun  pey  Cristo  rnet  im  fried. 

Die  jnnge,  Ursula  genant, 

Wart  von  dem  thirannen  gemant, 

Sie  solte  widemeffen  eben, 

So  mocht  sie  pleiben  pey  dem  leben. 
15  Sie  sprach :  ^Solt  ich  gotz  wort  verlawgen 

ümbs  zeitlich  lebn  vor  gottes  angen, 

Dardnrch  ich  ewig  mnest  verterben, 

Vil  lieber  wil  ich  zeitlich  sterben, 

Das  ich  ererb  das  ewig  leben.' 
20  Nach  dem  det  man  ein  rat  ir  geben, 

Sie  solt  doch  pitten  nmb  das  schwert; 

Pey  der  öbrikait  wärt  sie  gewert. 

Dmmb  wolt  sie  auch  mit  nichte  werben, 

Sander  anch  wie  ir  Schwester  sterben. 
S6  Nach  dem  so  wnrt  sie  auch  verprent, 

Pefalch  ir  sei  in  gottes  hent, 

Doch  ist  ir  kainer  leib  verprnnnen. 

Gros  wnuder  die  lewt  drob  gewunnen, 

Das  es  die  groß  fraidikait  mercket 
80  Der  zwayr  junckfraw,  von  got  gestercket. 

Das  sie  frölich  lieden  den  dot. 

Lob  sey  dem  almechtigen  got, 

Der  sein  wort  wider  düngen  thuet 

Mit  der  glaubigen  martrer  pluet ! 
85  Dardnrch  sein  wort  grüen,  plue  und  wachs 

Und  sein  frucht  pring,  das  wünscht  Hans  Sachs. 

Anno  salutis  1545,  am  5  tag  Juli. 


[bi.  140]  Der  en 
I 


pidem  zw  Corphw  in 

den  24  tag  Marcj. 


oeklieh  pfesclucbt, 
hat  perieht 
teui  gründ, 
riffliche  Urkunde 
dem  landt, 
I  ]hw  genandt^ 

1  dieses  jar 

Den  vier-und-zwainziög  tag-  vürwar 
Marci,  die  dHt  Bttind  auf  den  tag 
p]in  gros  iingewitter  ich  sag 
Und  ein  erschrocklich  erdpidera  kumen, 
Der  gleich  kein  mensch  vor  hat  vernumen, 

16   Hewser  und  thüern  so  starck  erschüet 
Eingeworffen  und  gar  zwrüet 
Und  gar  gelegt  zw  ebnem  gründ. 
Der  gleichen  auch  in  dieser  stund 
Der  erdpidem  zw-rüettet  hat 

20   Sittuni,  ein  mechtige  stat, 

Das  kain  stain  auf  dem  andren  plieb, 
So  grawsam  sein  erschuettung  trieb. 
Was  menschen  auch  ergriffen  hat 
Der  ertpidm  in  der  ganzen  stat, 

26   Die  sint  verfallen  und  verdorben, 
Ir  sint  auf  drey-dawsent  gestorben 
Und  siebenhundert  auf  die  stund. 
Sich  thet  auch  auf  der  erden  gründ 
Und  wart  grewlich  heraus  er-giesen, 


1    Im   fünften    spruohbuche ,    bl.    140   bis    140'.  20    Vergl.    H.    Oesterley, 

llist.-geogr.   Wörterbuch  de«  dtsob.    mittelalters   ii.   d.    w. 


327 

Ein  groser  wasser-strom  her-schiesseo, 
Hat  also  die  ganz  stat  darch-loffen. 
[bl.  140']    Der  gleich  hat  der  ertpidem  droffen 
Ain  grose  stat  in  diesem  lant, 
6  Die  Novapatre  ist  genant. 
Da  ist  auch  von  den  hewsern  allen 
Wol  die  zway  dritail  ein- gefallen, 
Anch  ein  grose  snm  volcks  erschlagen. 
Noch  hat  ain  wnnder  sich  zv-tragen: 

10  Ein  flissent  wasser  pey  der  stat, 
Exromea,  das  selbig  hat 
Zw-rüeck  geflossen  nngeschieden, 
Die  weil  gewert  hat  der  erdpiden. 
Dergleich  von  dieser  stat  nicht  weit 

15  Sint  eingefallen  zw  der  zeit 

Zway  hohe  gepirg,  starck  nnd  gros, 
Die  statmawr  zw  Lepanto  plos 
An  zwayen  ortten  ein-gerissen. 
Da  haben  mit  angstlichem  gwissen 

so  Cristen,  Jaden  nnd  die  Düercken 
All  angefangen  pnes  zw  wüercken 
Mit  fasten,  petten  nnd  casteyen, 
Umb  hilff  zw  got  cleglich  zw  schreyen. 
Das  er  des  jamers  macht  ein  ent. 

26  Also  die  ding  verloffen  sent, 
Ein  ernsthaftige  gottes-straf. 
Uns  aufzwwecken  von  dem  schlaf 
Der  snnden  zw  ainr  waren  pus. 
Das  verleich  uns  der  herr  Cristus, 

30  Uns  armen  sondern  allen-samen. 
Wer  das  peger,  Sprech  mit  mir  amen! 

Anno  salutis  1545,  am  7  tag  Juli. 


328 


Esop 


ayeu  krae». 


[bl.  153']     i 

i 

i 


echt 
knedit, 

on  fenen 

nmeii, 

ich  uicUt  gaumen, 

nl 
Wer  sieht  zwo  kraen  flueck, 
Dem  dewten  sie  gros  glueck, 
Und  ein  kra  uberal 
Dewt  unglueck  und  unfal." 
Esopns  ging  hinaus; 
Auf  dem  paum  vor  dem  haus 
Sach  er  zwo  kraen  sitzen ; 
Er  ging  hinein,  mit  witzen 
Sagt  es  dem  herren  on, 
Der  det  auch  heraus-gon, 
Sach  ein  kraen  allein 
Und  kert  zornig  hinein, 
Det  zw  Esopo  sagen: 
„Pueb,  schalcklistig,  verschlagen, 
Wanimb  hast  mir  gelogen?* 
„Die  ain  ist  hin-geflogen," 
Sprach  Esopus,  „die  weil 
Ich  herein-ging  mit  eil." 


1  Im  fünften  spruchbucbo,  bl.  153  bis  154.  (lodruokt  als  79  schwank. 
Vergl.  MG  7,  bl.  275  in  der  8()ruchwei8e  (leg  Hans  Saobs :  Esopas  mit  der 
kraen  »Dioweil  Esopus  schlechte«  154  5  September  10.  Quelle:  SteinhOwels 
Aesop  (hg.  von   Fl.  Oesterley   s.   51). 


329 

Xantas  ergrimbt  in  zoren 
Pot  sein  knechten  da  foren, 
Esopam  sie  abzaegent 
Und  in  mit  raetten  schluegent. 
6  Der  dagt  hart  sein  unschnld, 
Lied  es  mit  Ungeduld. 
In  dem  kam  in  palast 
Ein  knecht  and  Ined  zw  gast 
Xantum  zw  dem  nachtmal. 

10  Erst  claget  sein  nnfal 
Esopas  and  det  jehen: 
[bl.  154]     „Zwo  kraen  hab  ich  gsehen, 
Ain  zaichen  alles  gaetten, 
So  schlecht  man  mich  mit  raetten  - 

16  Und  mein  herr  hat  allaine 
Gsehen  der  kraen  aine, 
Ain  zaichen  im  zw  schaden, 
Und  Wirt  zw  gast  geladen! 
Derhalb  so  ist  das  glaeck 

80  Walzent,  sinbel  and  flüeck.*' 
Als  Xantas  zoren>hitzig 
Hört  diese  antwort  spitzig, 
Det  er  zan  knechten  sagen: 
,,Hört  in  pald  aaf  zv  schlagen!^ 

26   Hernach  angschlagen  pliebe, 
Wie  er  uns  selb  peschriebe. 
Also  auf  ertereiche 
Get  es  noch  ungeleiche: 
Aim  ist  nnfal  pescheret, 

80  Der  ander  wirt  geeret; 

Aim  frewd,  dem  andren  schmerzen; 
Das  Sprichwort  sagt  mit  scherzen, 
Das  ainem  wirt  das  haile, 
Dem  andren  wirt  das  saile 

36  Also  ir  idem  wachs 

Glueck  odr  fal,  spricht  Hans  Sachs. 

Anno  salntis  1545,  am  10  tag  Septembris. 


380 


Die  müeck  mit  der  amais.    Ein  kampf-gesprech. 

Ein  amais  und  ein  fliege 

Die  hetten  ainen  kriege 

Die  müeck  fing  an  zw  rüemen, 
6  Sich  zw  loben  und  plüemen 
[bl.  154']     Ir  freyheit  und  gewald, 

Die  sie  het  manigfald 

Sprach  zw  der  amais  reich: 

„Mainst,  dein  lob  sey  mir  gleich? 
10  Dw  wonest  in  der  erden, 

Durstig,  vol  mit  peschwerden, 

So  flewg  ich  uberal 

Umb  in  der  füersten  sal. 

Dich  nert  ain  waizen-koren, 
16  Ich  pin  edel  geporen, 

Is  künicliche  speis, 

Gekocht  mit  allem  fleis, 

Wilpret  und  köstlich  fisch. 

An  des  küniges  disch 
2u   Drinck  ich  ans  guelden  schaln, 

Rainfal  ans  den  bocaln; 

So  sawgstw  aus  der  erden 

Die  fewchte  mit  peschwerden 

Pleibst  stetz  in  der  ainöd, 
26  Erewchst  auf  der  erden  schnöd. 

Mit  fliegen  ich  durch-wander 

1  Im  fünften  spruchbuobe,  bl.  154  bis  155.  Vergl.  den  meistergesang  in 
der  spruohweise  des  Hans  Sachs:  Mueck  luit  der  amais  »Ein  ameis  Tnd  ein 
fliege«  1545  Juli  127  (MG  7,  212).  Quelle:  Steinböwels  Aeiop  nr.  37  (hg. 
ron  II.  Oesterley    s.   130V      Erweiterung    sieh    in    den    fabeln    und    sohwinken 

'^5.     Nochmals  kam  II.  Saohs  auf  den  gegenständ  band   17,  475. 


381 

Von  aim  haus  in  das  ander: 
All  weit  thw  ich  dnrch-Bchawen, 
Und  auch  die  schönen  frawen 
Anflewg  ich  mit  verlangen, 
5  Kues  ir  röslichte  wangen 
Leb  roüesig,  frewden-reich. 
Dw  pist  mir  angeleich.'' 
Die  ameis  sprach  hin- wider: 
,I)w  »chant-fogel  unpider, 

10   ])w  rüembst  dich  deiner  schant; 
Unwerd  pist  in  dem  lant, 
Deinr  zwknnft  nimant  geret. 
[bl.  155]    Von  dir  werden  peschweret 
Fiech  nnd  lewt  mit  nnwillen; 

15   Dein  muetwillen  zw  stillen, 
Pist  schedlich  allenthalben, 
Verterbst  confect  und  salben. 
Des  thnet  man  dich  vertammen; 
Peitschen,  wedel  und  schwamen, 

so  Darmit  duet  man  dich  schlagen 
Erwürgen  und  verjagen. 
Im  Winter  pistw  nimer; 
Ich  aber  lebe  imer 
Frölich,  sicher  und  gsunde, 

26  Emsig  mit  arbeit  mnde, 
Vil  pesser  den  dw,  flieg." 
Darmit  ent  sich  ir  krieg 
Thnet  Esopus  ansprechen. 
Darmit  stapft  er  die  frechen, 

80  Die  sich  ir  schalckheit  rüemen, 
Ir  laster  lobent  plüemen, 
Frnm,  redlich  lewt  verachten, 
Die  der  tagent  uach-drachten. 
Die  sich  mit  arbeit  neren 

85  In  redlikait  and  eren. 

Anno  salutis  1545,  am  11  tag  Septembris. 


[bl.  155' 


Der  1 


Ei] 
Dl 
Dt 
Uli 
Als 
De 
Ur 
Diu 


^eieret  was. 

ieb  gewon, 

n  mon. 

r  in  die  aUt, 

ewrin  drat 

groae  iieb. 

r  auß  im  dHek 


m  Sprach:  ,Ir  pfaffen  eeit  Icarga  htind.* 

Er  sprach:  „Forder  zw  dieser  stund! 
Wilt  ein  stueck  flaisch  vom  pachen  mein, 
Ein  par  schuech  oder  güertelein?" 
Sie  sprach:   „Das  hab  ich  vor  aufs  minst. 

15    Wolt  ir  durch  lieb  mir  thun  ain  dinst, 
So  schenckt  mir  pehemisch  ain  schock, 
Das  ich  von  Juden  lös  mein  rock." 
Er  sprach:  „Des  wil  ich  sein  verpflicht, 
Doch  hab  des  geltz  ich  pey  mir  nicht." 

20   Sie  sprach :  „Get  hin  und  pringet  mir, 
Wolt  änderst  pey  mir  schlaffen  ir!" 
Der  pfaif  sprach:  „l^y,  es  würt  zw  lang!" 
Sein  korock  von  dem  halse  schwang 
Und  gab  ir  den  die  weil  zw  pfant; 

2ö   Spert  in  ain  kestlein  in  zw-hant, 
Ging  mit  dem  pfarer  in  den  stal. 
* 

1  Im  fllnften  »pruchbuche,  bl.  155  bis  156.  Gedruckt  in  den  sämtlichen 
Bcbwänken  als  nr.  80.  Vergl.  MG  7,  bl.  284  in  der  abenteuerweise  des  Hans 
FoU:  Der  pfarrer  mit  dem  korrock  »Ein  pfaror  auf  eim  dorfe  sas«  1645  Sep- 
tember 22.  Quelle:  Steinböwels  Decameron  8,  2  (Keller  s.  469).  22  MG 
wUrt.     S   wer.          24   MG   die.     S  ain. 


388 

Als  dich  ir  fi^wd  ent  üeberal, 
Da  stund  der  pfarer  wie  ain  plock 
Und  drawret  ser  nmb  sein  korock, 
Drawt  in  zw  lösen  nimer-mer; 

6  Die  pawren  opferten  nicht  seer, 
Ging  haim,  erdacht  ain  liste  schlecht, 
Der  nmbsnnst  im  sein  corock  precht, 
Und  schicket  zw  der  pewerin 
Sein  schöeler  nmb  ain  morser  hin, 

10  Er  mfiest  kochen  auf  etlich  gest. 
Die  pewerin  den  schalck  nit  west 
Und  liech  im  iren  mörser  pald. 
Als  nnn  haim-kam  der  pawer  ald, 
Der  pfarer  het  sein  spech.    Als  sas 
[bl.  156]    Der  pawer  an  dem  disch  nnd  as, 
Schickt  er  den  mörser  im  zw  hans 
Und  hies  im  geben  wider  raus 
Sein  korock,  den  er  ir  zw  pfant 
Dmmb  geben  het  zw  drewer  hant. 

90  Die  pewrin  erschrack  der  geschieht, 
Dorft  doch  des  wider-sprechen  nicht. 
Der  pawer  ab  der  red  erschrack. 
Sprach  zum  weih:  ,Dw  zwnichter  sack, 
Mues  der  pfarer  pfant  geben  dir? 

26  Schant  ich  mein  nicht,  gelanb  dw  mir, 
Ich  wolt  dich  plewen,  dw  holzpock. 
Schick  pald  dem  herren  sein  korock!*' 
Die  pewrin  schnürt  zornig  hinab 
Und  dem  schüeler  den  korock  gab 

80  Und  sprach:  ^Sag  deinem  pfaffen  gleich, 
Meinn  mörser  ich  im  nimer  leich. 
Der  dewffel  im  sein  stempfei  hol!^ 
Des  lacht  der  pfaff,  gedacht  im  wol. 
List  man  mit  list  vertreiben  mas, 

S6  Schreibt  Johannes  Bocacins. 

Anno  salutis  1545,  am  22  tag  Septem  bris. 
24  8  pADt.         31  ?  Meinn.     S  Meim. 


Der  krieg  lier 


[bl.  159'] 


Na 

Df 
W 

Ai 

ViF 

vii 

Eti 


von  Pran lisch WBig. 

rt  pericUt, 

von  Praußöchweig 

h  atizeig, 
rembden  namen 
pracht  zw-samen, 
m  »old  verliies, 
1  lie« 


Kl   Seins  landB,  daranß  er  war  vertrieben, 

Wie-wol  es  nicht  darpey  wer  plieben, 
Het  nit  gesamlet  auch  ain  beer 
Herzog  Hans  und  der  lantgraff  mer, 
Die  niuesterten  und  gaben  gelt, 

ir.   Schluegen  pey  Nortbeim  sieb  zw  feit. 
Octobris  am  ain-und-zwainzigisten 
Unib  miternaclit  zuegens  mit  listen 
Aus  dem  leger  ganz  stil  vor  tag, 
Kamen,  da  berzog  Hainrieb  lag 

•20   Pey  Kalfelln  in  zw  ueberfalln. 

Sein  wacbt  drung  man  im  ab  vor  alln. 
Erst  wurt  ain  lerman  in  seim  beer. 
Er  scbickt  drey  fenlein  ant  lantweer, 
Aber  sie  wurden  abgetrieben, 

i>r,    Die  becken   wir  aucb  nider-bieben, 
Pracbten  aucb  unser  gscbuetz  ins  feit, 
Darmit  man  berzog  Hainrieb  streit. 
Das  er  gab  gmecblicb  bin  die  fluecbt. 


l  Im  fünfton  gpruohbuche,  bl.  159  bis  160'.  Vcrgl.  U.  v.  LiUencron,  Die 
historischen  Volkslieder  iler  Deutschen.  Vierler  band.  Leipzig  1869.  8.  264  f. 
20    Calefeld. 


885 

Weil  man  in  aber  hart  haimsaecht 
Mit  dem  geschnetz  zw  paiden  seittn, 
Da  gab  sein  füesfolck  erst  ein  weittn 
Und  zog  stracks  darfon  mit  dem  dros. 
6  Wiewol  sein  fyer  gschwader  zw  ros 
Hielten  sich  etwas  lenger  anf. 
Aber  der  hacken- schüetzen  hanf 
[bl.  160]    Drieb  sie,  and  heftig  in  sie  setzt, 
Derhalb  sie  schickten  an  der  letzt 

10  Ein  potschaft  zw  herzog  Moritzen, 
Zw  handien  in  der  sach  mit  witzen. 
Darauf  sich  herzog  Hainrich  vor 
Mit  seinem  suen  Earel  Victor 
Gestelt  hat  ins  lantgrafen  bent, 

ift  Die  wurden  paide  an  dem  ent 
FOerstlicher  gfencknns  angennmen, 
Ein  gnette  richtnng  zw  peknmen. 
Anf  Gandershaim  sein  volck  bin-wich. 
Schickten  znm  lantgraffn  hinter  sich 

10   Etlich  rottmalster  und  pefelchs-lewt. 
Ob  ir  berr  herzog  Hainrich  hewt 
Sich  geben  het,  wer  gfangen  wom, 
So  betten  hart  zwsamen  gschworn 
Die  lanzknecht  und  die  rewters-knaben, 

25  Sie  wolten  ir  pezalung  haben. 
Wider  schickt  man  in  diese  pos, 
Das  sie  zw  fues  und  auch  zw  ros 
Von  spiesen  rissen  alle  fannen 
Und  des  nechsten  tages  von  dannen 

30  Selten  zihen  zertrennter  weis, 

Sunst  würt  man  sie  all  machen  preis. 

Sie  aber  haben  nicht  geweit, 

Ir  raysig  zeug  hat  sich  gestelt 

In  ain  Schlachtordnung  zw  dem  hader. 

36  Pald  die  lautgrefischen  geschwader- 
Rewtter  ankamen  an  der  letzt, 
Wurt  dem  raissing  zeug  zv-gesetzt. 
Darumb  er  sich  hat  pald  ergeben, 
Zw  Stelen  sich  gen  Cassel  eben 
[bl.  160]     Auf  den  künfting  sant  Marteins-tag. 
Die  fuesknecht  aber  vor  aim  hag 


336 

Hetten  ain  fortail  aingennmen, 
Unser  rewter  sint  hinter  sie  kamen 
Und  detten  sie  ^wältig  nmbringen, 
Vom  holz  in  das  weit  feit  zw  dringen. 

6  Da  wnrden  sie  so  hart  geplagt, 
Das  sie  erst  haben  zwgesagt, 
Das  sie  ganzer  sechs  monat  lang 
Nicht  dienen  wolten  nach  aoßgang 
Wider  diese  zwen  lobling  füersten, 

10  Welche  nach  grechtikait  was  dnersten 
Namen  wider  Schlösser  nnd  stet, 
Die  der  feint  geprant-schatzet  het, 
Herzog  Hainrich  und  anch  sein  snn 
Gen  Cassel  wart  gefaeret  nan. 

16  Da  Wirt  erst  vil  haimlikait  offen. 
Also  hat  sich  der  krieg  verloffen 
Pisher,  and  kambt  ein  weittre  pos, 
Sie  sey  zw  fnes  oder  zw  ros, 
Die  wil  ich  each  aach  nit  verhalten; 

90  Anf  dismal  lassen  wir  got  walten. 

Anno  salutifl  1545,  am   13  tag  Novembris. 
7  ?  Das.     S  Sas.  12  S  geprant  sohaohet.  20  8  wir«. 


387 


[bi.  186T   Das  sehön  päd. 

Eins  abenz  kam  ich  ungeladen, 
Alda  ich  fand  sechs  frawen  paden 
und  darzw  auch  zway  klaine  püeblein 
6  In  aim  artlich  klainen  padstueblein. 
Die  fnenf  ganz  adelicher  art, 
Geliedmasiret  schön  nnd  zart. 
Die  erst  vor  dem  päd  offen  lecket 
Ir  prnestlein,  weis  und  nnpedecket, 

10  Die  ander  sich  wuesch,  die  drit  krawt 
Ir  milich-weise,  linde  hawt, 
Die  virt  kempt  ir  goltfarbes  har. 
Nach  dem  nam  ich  der  füenften  war: 
Ein  adelich,  jung,  zarttes  weib 

ift  Mit  eim  ganz  wolgestalten  leib, 

Die  knockt  am  poden  und  det  krawen 
Und  waschen  an  der  sechsten  frawen, 
Die  war  gefarmbt  wie  ain  sewdrock, 
Geranig  wie  ain  anpeis-stock, 

so  Ir  hawt  war  schön  wie  milch  and  pluet, 
Das  man  darch  kolsack  drüecken  duet, 
Ir  münd  rot  wie  ain  oflfen-herd, 
Het  zenlein  wie  ein  ackerpferd, 
Ir  angen  Stacken  grieben  vol, 

26  Ir  nasen  war  geputzet  wol, 
Gefurmet  wie  ein  leschhorn. 
Bot,  prait  und  hanget  ire  orn, 
Ir  hals  vol  kröpf  wie  puterweck, 
Ir  pruestlein  wie  zwen  pfeiflfen-seck ; 
* 

1  Im  fUoften  Bpruchbuohe,  bl.  186'  bis  187.  Als  81  schwank  gedruckt. 
Der  einxeldmek,  der  naob  dem  großen  register  in  S  5  vorbanden  war,  ist  nicht 
erhalten.  18  7  sin]   fehlt  8.  20  S   milich.  28  S  puterwerck. 

Haas  Sachs.    XXII.  22 


888 

Auch  hetz  zwen  packen  wie  ein  pfeiffer 
und  kolbet  finger  wie  ein  Bchlewffer, 
Ir  arm  gleich  ainer  wagen-nab, 
Ir  har  golt-gelb  gleich  wie  ein  rab, 

b  Ir  hintergstel  wie  ain  Enzer  wagen, 
[bl.  187]    Ire  knie  wie  ain  sew-magen; 

Wie  zwo  pirstäetzen  waren  ir  schenckel, 
ünden  am  dicksten  nmb  den  enckel, 
Ir  flies  gefurmbt  wie  ein  weschplewl, 

10  Ir  gsicht  lieblich  wie  ain  stockewl, 
Ir  hawt  lind  wie  ein  herin  sack; 
Gleich  einem  pock  het  sie  ain  gschmack 
und  pmmet  wie  ain  alter  per 
Als,  was  man  ir  solt  langen  her. 

16  Gleich  ainem  alten  pferd  sie  kraist 
Und  ainer  sew  grolzet  und  faist, 
Gleich  eim  misthawfen  sie  da  sas. 
Wie  ain  drecktar  geformet  was; 
Auch  sach  ich  gar  vil  spital-plümen 

20  Herliegen  nmb  die  alten  mümen. 
Dacht  ich:  Dw  solst  mit  deinem  leib 
Aim  wol  erlaiden  alle  weih. 
Also  an  nrlanb  ich  abschied 
Und  lies  sie  in  dem  päd  mit  fried. 

Anno  salutis  1545»  am  1  tag  Decembris. 


839 


Der  edelmon  mit  dem  narren  nnd  der  warheit. 

Ein  edelmon  vor  manchem  jar 
Ein  witib  auf  eim  schlösse  war, 
Der-selb  ain  jungen  narren  het. 

ft  Wen  der  junckherr  ausreitten  thet, 
Knecht  nnde  maid  zwsamen  sassen, 
Das  peste  sie  dmncken  nnd  assen. 
Wen  den  der  junckher  kam  zw  hans, 
Weil  in  der  narr  half  zihen  ans, 

10  So  sagt  er  dem  junckherren  an, 
Was  knecht  und  maid  hetten  gethon, 
Wie  sie  zw-sam  waren  gesessen. 
Was  sie  hetten  druncken  und  gessen. 
Als  den  der  Juncker  in  spotweis 

15  In  aufruepft  paide  dranck  nnd  speis: 
,Wie  hat  euch  dis  und  Jens  geschmecket?* 
[bl.  189]    Und  all  ir  haimlikait  aufdecket, 
Sie  darzw  auch  gar  uebel  schalt, 
Das  sich  paid  schempten  jung  und  alt. 

20  Zwsam  sprachen  die  ubertretter: 
«Unter  uns  mues  sein  ain  veretter." 
Also  das  los  fiel  auf  den  narren, 
Über  in  machten  sie  ain  karren. 
Als  der  junckher  wider  ausrit, 

36  Schlempten  sie  nach  dem  alten  sit. 
Der  narr  wie  zw-vor  pey  in  saß, 
Auch  mit  in  schlemet,  dranck  und  aß. 
* 

1  Im  ftnftan  ipraebbaehe,  bl.  188'  bis  189'.  Gedruckt  als  82  schwank. 
VergL  MO  8,  bl.  7  im  roientoDe  des  (Jans  Sachs:  Der  narr  mit  der  warheit 
»Ein  edelmon  vor  manchem  jare«  1545  December  10.  Quelle:  Pauli  nr.  1 
(H.  Oeiterlejr  f.   15  nnd  473).     Vergl.  band  9,  s.   521    bis  523. 

22  ♦ 


340 

Darnach  fürtens  den  narren  nnden 
In  keller  und  mit  stricken  pnnden 
In  mueter-nackat  an  ein  sewl. 
Der  narr  hneb  an  ain  gros  gehewl. 

5  Sein  leib  mit  metten  im  dnrch-schwnngen, 
Das  im  die  Sirenen  rott  aa&pmngen. 
So  oft  im  ainer  gab  ein  haw, 
So  sprach  er  zw  dem  narren:  „Schaw, 
Se,  se,  se!  das  ist  die  warheit, 

]o  Die  dw  dem  jnnckhern  sagst  alzeit. 
Das  ist  die  warheit!  se,  se,  se!*' 
Der  narr  schray:  ,Duet  den  also  we 
Die  warhait,  so  wil  ich  nnn  sagen 
Eain  warhait  mer  pey  all  mein  tagen.'' 

15  Nach  dem  der  junckher  kam  zw  hans. 
Als  aber  in  der  narr  zog  ans, 
Sprach  der  herr:  ,Sag  die  warheit  an. 
Was  maid  und  knecht  die  weil  hat  than! 
Sint  sie  nicht  aber  zam-gesessen, 

90  Haimlich  gesueffen  und  gefressen?*' 
Pald  der  narr  hört  die  warheit  nennen, 
Schrir  er  lawt:  ,E  lies  ich  mich  prennen, 
£  ich  wolt  sagen  die  warheit, 
[bl.  189']    Die  mir  so  pitter  vor  der  zeit 

26   Wort  binden  auf  mein  rueck  geschrieben, 
Die  pnchstabn  sind  daranf  noch  plieben.'* 
Der  Juncker  zog  den  narren  ab, 
Erst  er  im  selb  gelawben  gab, 
Sach  auf  seim  rueck  die  rotten  strimen, 

80  Geschlagen  mit  ruetten  und  rimen. 
Nach  dem  der  narr  legt  auf  den  münd 
Sein  ünger  und  schwieg  alle  stund. 
Verprentes  kind  forcht  noch  das  fewer; 
Also  wie  fert  pleibt  es  noch  hewer: 

86  Wer  alle  warheit  noch  wolt  sagen, 

Der  wärt  auch  hart  mit  ruetten  gschlagen. 

Das  kain  unratt  daraus  erwachs, 

Ist  schweigen  guet,  so  spricht  Hans  Sachs. 

Anno  salutis  1545,  am  10  tag  Decembris. 


841 


Der  karg  abt. 

Es  was  eins-mals  ein  karger  abt. 
Den  kergsten  münich  er  pegabt 
Mit  dem  ambt  der  gastmaisterey, 
6  Der  prawcht  sich  karckheit  mancherley: 
Wer  im  kloster  herbergen  det, 
Gar  ein  schmale  nacht-zernng  het. 
Eins  abentz  spat  ein  Sprecher  kam, 
Der  in  dem  kloster  herberg  nam; 

10  Wan  es  gestift  war  die  abtey, 
Die  armen  zn  herbergen  frey. 
Der  karg  gastmaister  ob-perüert 
Den  gast  in  die  hant-stueben  füert 
Darinnen  war  ain  wäest  gestenck. 

15  Da  muest  er  essen  anf  der  penck, 
Ein  arme  süpen  er  im  gab, 
Ein  nngmacht  krawt,  darmit  schabab. 
[bl.  190]     Darzw  gab  er  im  ain  grob  ju-ot, 
Ein  sawer  pier  im  darzw  pot; 

20  Alda  er  in  der  finster  sas, 

Und  an  ain  Hecht  das  nachtmal  as, 
Und  die  nacht  anf  der  pencke  lag, 
Sttind  auf,  als  es  was  heller  tag. 
Und  dacht  doch,  wie  dem  gastmaister 

26  Möcht  guetter  herberg  dancken  er. 
In  dem  crewz-gang  sach  er  den  abt, 
Dem  er  demüeticiichen  gnabt, 
* 

1  Im  fünften  spraohbaohe ,  bl.  189'  bis  190'.  Gedruckt  als  83  schwank. 
Vergl.  MG  8,  bl.  15  in  der  abenteuenreise  Hans  Folzen:  Der  karg  abt  »Es 
war  ains  mala  ein  karger  abt«  1545  December  17.  Quelle:  Pauli  nr.  60 
(H.  Oasterley  s.  31  und  480).     Vergl.  band  9,   524  bis   526. 


r 

842                                          ^M 

^^^^^H                          Sprach:  „Ich  danck  ewren  gnaden  vast,         ^H 

^^^^^^                           Das  ir  mich  imwirdigen  gast                           ^H 

^^^^^^H                           So  köstlich  herber^t  habt  die  nacht.               ^H 

^^^^^H                           Ewer  gastmaister  hat  mich  pracht                  ^H 

^^^^^H                       &  In  aiii  Bcliön  gedeffelten  sal,                            ^H 

^^^^^H                           Darin          äsen  das  nachtnml,                          ^^M 

^^^^^H                           Assen  weisprot,  wiltpret  nnd  fisch^                  ^^| 

^^^^^H                            Dreyerley  wein  het  wir  zw  disch.                    ^H 

^^^^^^H                           Da  schlempt  wir  pis  auf  metten-zeit               ^^M 

^^^^^H                      10   Darnach  war  mir  ein  pett  pereit,                    ^H 

^^^^^H                           Als  ob  ain  füerst  Bolt  liegen  dron;                  ^^H 

^^^^^H                           und  als  ich  hewt  l'rüe  wolt  darfon,                 ^^| 

^^^^^H                           Gab  er  füenf  patzen  mir  ^w  echenck.             ^H 

^^^^^^H                          In  eren  ewer  ich  gedenck,                               ^^M 

^^^^^H                      iB   Wo  ich  zeuch  in  dem  lant  mein  Btraa!           ^H 

^^^^^H                           In  zwetff  jaren  lebt  ich  nie  pasl^                    ^H 

^^^^^H                           Darmit  zog  hin  der  frnme  gast.                      ^H 

^^^^^^H                           Der  abt  wort  des  entruestet  vast                     ^^M 

^^^^^^m                          Und  wurt  dem  gastmaister  ser  gram,               ^H 

^^^^^^B                      »0   Als  man  in  das  capittel  kam,                          ^^M 

^^^^^H                           Den  gastmaister  der  abt  anclagt                     ^H 

^^^^^H                           Der  ding,  wie  der  gast  het  gesagt.                 ^H 

^^^^^H                           Der  gastmaister  der  langnet  ser;                     ^H 

^^^^^H                           In  aber  halif  kain  gegenweer;                         ^H 

^^^^^H                      86  Mit  rnetten  man  in  üebel  hawt,                       ^H 

^^^^^^B                           Das  ampt  im  weitter  nicht  vertrawt               ^^M 

^^^^^H         [bl.  190']     Und  ain  andren  gastmaister  setzt,                   ^H 

^^^^^H                          Den  er  auch  ser  kercklich  verhetzt.                ^H 

^^^^^H                          Daromb  ist  es                    arg:                          ^H 

^^^^^^P                     30   Wer  reich  ist  und  darpey  doch  karg              ^^M 

^^^^r                                 Und  des  essens  nimant  vergan,                         ^^M 

^^^H                                  Der  wird  veracht  von  idermon,                        ^^M 

^^^^^^                            Freünt  uude  feinde  in  vexirt.                           ^^| 

^^^^^ft                          Wer  so  zw  aioem  nerwotff  wirt,                     ^^M 

^^^^^H                     36  Das  er  nit  geren             siebt,                           ^^M 

^^^^^^B                           Dem-selben  dest  wiierser  geschieht.                  ^^M 

^^^^^^                     Anno  salutiB  1545,  am  17  tag  Decembris.                   ^H 

848 


Die  epthesinmit  der  praech  und  dem  jangen  nttenlein. 

Ein  frawen-kloster  war 

In  Lampartten  vor  jar, 

Darin  von  edlem  gtam, 
6  LiBabeta  mit  nam, 

Ein  junges  nünlein  was. 

Das  het  lieb  nebermas 

Ein  jungen  edelmon, 

Der  auch  in  liebe  pron. 
10  Doch  ir  lieb  nit  genossen; 

Das  nänlein  war  verschlossen. 

Doch  er  ain  sin  erfand, 

Zw  ir  ein-steigen  künd 

Pey  der  nacht  one  drawem 
15  über  die  kloster-mawem 
[bl.  206']    und  pflag  mit  ir  der  lieb, 

All  nacht  das-selbig  trieb. 

Eins  nachtz  die  kloster-frawen 

Waren  haimlichen  schawen 
so  Den  Jüngling  pey  der  nanen: 

Gros  eiffer  sie  gewunen. 

Die  eptesin  sie  weckten, 

Den  handel  ir  enteckten. 

Wie  das  nüenlein  im  pette 
26  Ein  Jüngling  pey  im  hette. 

Die  eptasin  nngschlaffen 

Lag  auch  pey  einem  pfaffen, 

In  zoren  wart  pewegt 

1  Im  fanften  spruohbaehe,  bl.  206  bis  207.  85  sohwank.  Vergl.  MQ  8, 
bl.  32  bis  33  in  der  sprach  weise  des  tJans  Sachs:  Die  epthesin  mit  der  praech 
»Ein  frawen  eloster  wäre«  1540  Januar  30.  Quelle:  Boccaccios  decameron  IX,  9 
(Keller,  8.  551).     Sieb  auob  Barkb.  Waldis,   Esop  IV,  33   (Heinr.   Kurts.  161). 


344 

Und  eilleQt  sieli  anlegt^ 
Erwiacbt  des  pfaffen  pruecli 
Für  ir  schwarz  weilkr-tncli 
Und  legt  es  auf  ir  Imabt 
6  In  der  fingier  (gelaabt!), 
Ging  eJUent  unpesunen 
Aufs  sclilaßliatis  mit  den  nnneD, 
Dem  niinlein  für  s^in  scelleD. 
;em  pellen 
kjH  f  die  thiier, 

^^^  are  spüer. 

^^^  liji  capittel 

^ä  i  Ir  mittel 

^V  rawriclicheo, 

^B|  forcht  erplichen. 

»  an-fner, 
M  ,        zeniclite  hner, 

r  ..  ^       l^ci III acht  zw  schant 
Das  closter  in  dem  lant:" 
so  Das  nünlein  künd  nicht  lawgen, 
Hueb  drawrig  auf  sein  äugen 
Und  det  die  pruech  ersehen 
[bl.  207]     Auf  irem  haubt,  det  jehen: 
„Fraw  eptasiu,  auf  glauben! 
2f>   Die  pendel  der  nacbthauben 
Piud  auf,  die  euch  da  foren 
Hangen  ueber  die  oren." 
Die  andren  kloster-frawen 
Detten  all  auf  sie  schawen, 
30    Wurden  gewar  der  pruech, 
Die  für  ein  weiller-tuech 
Auf  irra  haubt  lag.     Der  Sachen 
Fingens  all  an  zw  lachen. 
Die  eptasin  nauf-grieff 
35   Und  ersewfzet  gar  tieff, 

Sprach:   ^Kewsch  sein  ist  unmüeglich. 
Drumb  mag  ein  ide  füeglich 
Ein  aigen  puelen  haben." 
Nach  dem  sie  sich  pegaben 
40   All  auf  die  pulerey, 
Wart  in  erlaubet  frev. 


845 

Dramb  hört  man  noch  von  viln, 
Das  das  convent  mag  spiln, 
Wen  der  apt  würffei  legt: 
Pocacins  auslegt. 

6  Drnmb,  layen  oder  pfaffen, 
Wer  ander  lewt  wil  straffen, 
Der  schaw,  das  er  selb  sey 
Strafparer  laster  frey, 
Das  im  sein  schant  nicht  wachs 

10  Daraus,  das  wünscht  Hans  Sachs. 

Anno  salutis  1546,  am  30  tag  Januari. 


Der  iz-kram. 

Olli: 

Her,  liwenz  kawflfen  wöl! 

Ein  ,ji  werden  söL 

h  Fftll  uttu  -  ?ch&cUwenz  und  gaet  priUen, 

OariDJt  man  mag  die  kyen  stülen, 
Das  man  sie  mit  den  prilten  laich 
Und  pstreichs  mit  den  futscbscbwenzen  waicb. 

Der  babst  spricht: 

lu    Der  gröste  fuechschwanz  zimet  mir, 
Weil  ich  die  gaistlikeit  regir, 
Das  ich  im  weltling:  regiment 
[bl.  211]     Kaiser,  künig  und  füersten  plent. 

Der  oardinal  spricht: 

15   Heilliger  vatter,  ich  ste  dir  pey. 

Gar  guetter  fueclischwenz  dörft  ich  drey, 
Darmit  ich  im  conciliiim 
Erhalt  das  römische  pabstum. 

Der  pischoff  spricht: 

20   Der  fuechschwenz  dörft   ich  auch  wol  fier, 
Weil  ich  auch  laut  und  lewt  regier, 
Auf  das  ich  in  meinem  gewalt 
Gaistlich  und  weltling  stant  pehalt. 


1  Im  fünften  spruohbiiche ,  bl.  210'  bis  212.  Zuerst  als  cinzeldruck  er- 
i^chienen,  der  noch  erhalten  ist  und  in  der  bibliographie  im  nächsten  bände  bo- 
ächrieben   werden   soll.  23   E   weltlich    ständt. 


^1 

^^r       ^        ^^^^^^^^^1 

^^^^p 

■        Der  tbumlier  sprieht:                                      ^^^^H 

^^^^^^^^ 

Gebt  mir,  thnmliern,  aücb  ain  faecbschwanz !                ^^H 

^^^^^^H 

Mein  andacbt  gibt  gar  klaiiien  glänz.                         ^^H 

^^^^^^^B 

Mit  dem  fuechschwanz  stel  icb  micb  frum,                 ^^H 

^^^^^^^^^H  ^ 

Pis  das  icb  erlang  das  pistnm«                                   ^^M 

^^^^^1 

D«r  etrfflelit-mllDtcli:                                                 ^^H 

^^^^^^m 

0  aines  fncbscUwantz  dorft  icb  wo],                           ^^| 

^^^^^^^B 

Wen  icb  dawB  tbermioiren  sol;                                    ^^H 

^^^^^^^m 

Pauern  nnd  pewrin  sint  mir  res,                                 ^^H 

^                10 

Wen  ich  samel  ayer  und  kes.                                     ^^M 

^^^H 

Der  oartewser  spriobt:                                             ^^H 

^^^^H 

0  tbnet  mir  anch  ein  fnechsobwan^  geben !                  ^^H 

^^^^^B 

Im  schein  ftier  icb  ain  strenge«  laben;                         ^^H 

^^^^^B 

Im  berzen  icb  die  weite  trag:                                     ^^H 

^^^^^^H 

Des  fncbBcbwanz  icb  oit  gratten  mag.                        ^^H 

^^^H 

Der  parfflser  spricht:                                              ^^H 

^^^^B 

Ein  fuchschwanz  det  mir  wolgepüereii ;                        ^^H 

^^^^^H 

leb  aber  darf  kain  gelt  aiirüeren,                                 ^H 

^^^^^M 

Da  scbiiet  icb  dirs  vom  erbel  rab,                               ^^M 

^^^^^H 

Das  icb  nur  anch  ein  fncliscliwai^z  bab.                      ^^| 

^^^H 

Der  prediger-mtlnicb  spricht:                                              1 

^^^^P 

Kremer,  lan^;  her  der  füchscbwenz  drej                       ^^H 

B^       [bl211] 

Darmit  icb  müeg  mein  gleissnerey                               ^^| 

^^^m 

Schmüecken  in  allee  werck  und  Worten,                      ^^H 

^^^H 

Pej  den  layen  an  allen  ortten.                                    ^^H 

^^L^ 

Der  hantwercksmon  spricht:                                          ^^H 

^^^^H 

Ir  herrn,  scbawt  auf  die  pscbornen  knabeti,                 ^^| 

^^^^^M 

Sie  wollen  alle  fnechschwenz  baben,                             ^^H 

^^^^V 

Darmit  sie  scbmaicblent  qns  petriegen,                         ^^H 

^^^^P 

Anf  iren  dant  und  pscbies  uns  piegen.                               ■ 

^H        4   E  fo  ttreitih  j 

mh  laog.           5    B  dfts  Bittam  erUng.            t3   E  ich   Kan-          ^^M 

^Biwger  Üben. 

\   E  trag  ieh  dtHsb   die   weit.            15   E^]   Mein    ruchsfiobvrAOtt           ^^H 

P^b  leb   finb  keio  folt.          30   Dar  oiDzeldruck    bringt    die  dem    krümer  in  den           ^^H 

r     mood    gelegten    ferse*    die   8    nebon    s.    346,    5    bii  8    giebt,    erst    iibcb  20.           ^^^ 

^^^  S  gteiiDOre^. 

i 

348 


Der  pnrgor  npnohts 

Pawer,  sag,  was  retzt  den  dw? 

Der  pschoren  hawff  nempst  deglich  zw, 
Narrt  mit  Beim  fnechschwanz  man  und  weib 
»  Drewgt  nna  nmb  er,  guet,  sei  nnd  leib. 

Der  pawer  spricht: 

Ich  denck  des  sprichwortz  nnpetrogen: 
Wen  man  gar  zw  hart  spant  den  pogen, 
So  mues  er  von  not-wegen  prechen, 
10   Der-gleicb  mag  icb  von  gaistliiig  sprechen. 

Das  nttennlein  spricht: 

Hainz,  hörst w,  was  der  pawer  spricht? 
Nun  pleib  ich  in  meira  closter  nicht, 
Wil  baim  zw  meinen  trennten  wider» 
16  E  nnser  orden  falJ  darnider. 

Der  narr  spricht: 

Dw  thnest  recht,  niinnlein,  mich  verste! 
Knmb  in  den  orden,  haist  die  e, 
Den  bat  got  sei  her  t  ein -gesetzt. 
•I  Wer  waiQ,  wies  noch  wirt  gen  zw-letztl 

Bar  Hegeat  nolprasder  spricht: 

Ach,  warumb  stöBtw  mich  darnider 
und  schlechst  mich  mit  dem  fnchBchwanz  wider  ? 
Waist  nicht,  ich  pin  ain  gaistlich  mon; 
ift   Des  pietw  in  dem  schweren  pon. 

|bl.  212]        Die  obrikeit  spricht: 

Ach,  dw  hast  nns  lang  mit  petrogen, 
Den  fnechschwanz  durch  das  raawl  gezogen, 
Mit  hewchlerey  pistw  pesessen: 
so   Ich  mu8  dir,  wie  dw  hast  gemessen. 

Anno  »aluti»  1&4(5,  am  10  tag  Febraari. 

3   doglioh]   E  trufflich.  10   E   Du*  m%g  ich  von  dfio. 


849 


Der  zwainzig  gdtter  aigensehaft. 

Demogorgo,  der  götter  vatter, 

Jupiter  ist  der  höchst  woltatter; 

Lana  zw  nacht  das  ertrich  fewcht, 
6  Apollo  ans  den  tag  erlewcbt, 

Cibela  all  götter  gepar, 

Pan  erfünd  die  rorpfeiffen  gar; 

Diana  ein  göttin  des  jaides, 
[bl.  217]    Ceres  ein  göttin  des  gedraides; 
10  Satnmns  pringt  laid.  und  ungfel, 

Pinto  ein  richter  ist  zw  hei, 

Mercnrins  der  götter  pot, 

Jnno  den  schwangern  hilft  ans  not, 

H6rcnles  wärgt  der  thier  an  zal, 
15  Ynlcamns  schmit  die  donerstral, 

Mars  ist  ain  got  der  krieges-heer, 

Neptnnus  ein  got  nebers  meer. 

Thetis  anch  die  merwaser  trieb, 

Venus  ein  göttin  ist  der  lieb, 
20  Cnpido  zänt  die  lieb  alzeit, 

Minerva  göttin  der  Weisheit. 

Die  halten  rat,  wie  sie  in  schaetz 

Erhalten  möchten  gmainen  nuetz, 

Weil  er  ist  kranck  und  döttlich  wund, 
25  Das  er  werd  wider  frisch  und  gsünd. 

Anno  salutia  1545,  am  23  tag  Marci. 

1   Im  fünften  aprucbbaobe,    bl.  216'  bis  217.     Der  ein  seid  ruck ,    der  nacb 
dem  grolSen  register  in  S  5  vorbanden   war,  ist  nicht  erbalten.  5  ?  erlewcht. 

8  erlewcbtet.  24  er]   feblt  8. 


^^gj 

■■ 

^^^^^H 

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2 

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350 

1 

1 

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V.ifl 

ibernirt.                                  ^| 

i 

ichaft  kom                               "1 

nit  nom                                       1 

ir  wei 

in  det,                                     J 

Dm 

er  ^ 

bereit                                      ^M 

Zw 

wei 

a  streitt^fannen                      ^M 

Auf 

gegen  dem  tirannen                                ^M 

10 

Policrate  zw 

krl&^ßvt,                                      H 

Auf  das  er  raocnt  gesiegen, 
Wollen  sie  helffen  all 
Zw  des  tirannen  fall. 
Solch  ir  pit  und  pegeren 

16   Dettens  nach  leng  ercleren 
Mit  weitlauft  igen  wortten 
Zirlich  an  allen  ortten 
Nach  rethorischer  kuenst, 
Das  in  aus  lieb  und  guenst 

20   Ein  guetter  abschid  wuerd 
Vom  künig  obperürt. 
Solch  ir  oracion 
Vor  küniclichem  tron 
War  zw  lanck  und  vertrossen. 

25   Der  künig  rais  ein  possen 
[bl.  245]     Der  potschaft  an  den  ortten 
Mit  nachfolgenden  wortten: 
„Ir  habt  gerett  so  lang. 


1  Itu  fünften  spruohbuche,  bl.  244'  bis  245'.  Vergl.  den  uieistergesaDg  in 
der  epruchweiae  des  Hans  Sachs:  Die  lang  oracion  »Cleomenes  regiret«  1546  Juni  28 
(MG   8,   bl.    121    bis    122). 


861 

Web  ir  sa^  von  anfting, 
Deb  hab  ich  schon  vergessen. 
Drnmb  kan  ich  nicht  ennessen, 
Was  ir  fürpracht  im  mitel, 

6  Weil  mir  feit  anfangs-thitel. 
Was  aber  ir  zw-letz 
Mir  nach  enrem  gesetz 
Nach  leng  hapt  nntericht, 
Das-selb  gefeit  mir  nicht. 

10  Drnmb  wird  ich  das  nit  thon. 
Sagts  ewer  herschaft  onl'' 
Als  er  die  antwort  gab, 
Schieden  sie  wider  ab, 
Dnt  Plntarchns  peschreiben. 

16  Darmit  dnt  er  nns  dreiben, 
Das  wir  in  allen  Sachen 
Der  wort  zw  vil  nit  machen 
Weil  mon  doch  saget  rnnd, 
Zw  vil  sey  ungesund, 

M  Sünder  mit  kurzen  wortten 
Schliessen  an  allen  ortten, 
Verstentlich,  deutsch  und  dar, 
Notürftig,  näetz  und  war, 
Wie  uns  auch  sagen  thuet 

»  Das  Sprichwort:  kuerz  und  guet! 
Auch  in  schreiben  und  dichten 
Sei  sich  ain  ider  richten. 
Ein  gedieht  kurz  zw  fassen, 
Den  ueberflus  thw  hassen. 

80  Ein  lang  gschwetz  ist  unüetz, 
Man  Wirt  sein  gar  urdrüetz, 
[bl.  245']    Wie  man  sagt  in  eim  possen : 
Gar  zw  lang  macht  vertrossen. 

Anno  lalutis  1546,  am  28  tag  Juni. 


352 


Ein  clagred  Dewtschlandes  und  gesprech  mit  dem 

getreweü  Eckhart. 

Als  man  zeit  ftinfze hundert  jar 
Und  secliB-aBii-virzig,  gleich  da  war 
&  Ich  in  dem  prachman  ans-spaciren, 
In  einem  griienen  wald  refieren. 
In  dem  ich  verr  von  mir  vemim 
Von  ainem  weib  ein  cleglich  stim. 
Als  ob  sie  wer  in  kindes-nöiten 

10   Oder  eiD  raörder  sie  walt  dötten, 
Die  mich  im  herzen  fliet  erparmen. 
Icli  eillet  zw  dem  gscliray  der  armen  j 
In  dem  sach  ich  ain  dapfer  weib 
Erlicher  gstalt,  mit  schwangrem  leib, 

i&   Das  want  sein  hent  nnd  rawft  sein  har. 
Aach  sach  ich  eillen  zw  ir  dar 
Ein  waltprnder,  den  ich  wol  kant, 
Der  was  der  trew  Eckhart  genant 
AIb  der  zw  ir  kam  e  wan  ich, 

20   Da  schlich  ich  nnn  nnd  verparg  mich 
In  ein  gestewdig  in  der  nech, 
Zw  b5reii  ir  paider  gesprech. 

Tr6W  Eekbart. 

Der  trew  Eckhart  fing  also  an: 

sr.   ^Germania,  wer  hat  dir  than, 

♦ 

l  Im  fünflao  «prntihbuohe ,  b).  345'  bis  24S'\  Der  elnseldruck  ^  d«Q  diu 
baoptragiitur  in  S  &  oicbt  anxeigl,  tflt  erhalten.  Nach  dum  oinzigen  «seuipliira 
hat  K.  7.  Liltoucrün,  Di»  hi«tort$cbeD  f tilkslitider  der  Deutiob«D.  Vierter  batid. 
Leipig  t8A9.  «.  290  bii  .^01  dai  lcAm(»rgQspräflb  wieder  gedraokt,  N^cb  dor 
handiobrifl  bat  ea  luerst  verüffeotjiebt  Carl  Dreiobor  in  seinen  Studien  ku 
lian»  SiMibft.   I.    Derlin    18U0.  ».   OU   bis    lOö;  vergl.  daxu  s.   47. 


368 

Das  dw  80  gar  deglichen  schreist, 
[bl.  246]    Als  ob  dw  hart  penotigt  seist? 

Sag  mir  aaf  trawen,  was  dir  pricht.*' 

Sermaaia« 

6  Das  weib  sprach:   ,,Ey,  sichstw  den  nicht 
Das  gros  wetter  am  himel  sten, 
Das  alles  üeber  mich  wirt  gen, 
Mir  zw  nnentlichem  yerterben?'' 

lekhart. 

10  Der  Eckhart  sprach:  ,  Wer  sint  die  herben, 
Die  sich  an^^äomen  wider  dich?'' 

'     Ctormania. 

Das  weih  sprach:  „0,  es  haben  mich 
Die  heiischen  flües  gar  nmbgeben, 
15  Und  der  mich  solt  peschüetzen  eben. 
Der  pegert  mich  selb  zw  zerstören.*' 

SeUart. 

Er  sprach:   ,Wer  thnet  sich  den  entpören 
Wider  dich  nnd  ist  dir  zwitrechtig?* 

so  Bermania. 

Sie  antwort:  ,Der  adler  grosmechtig, 
Der-selb  sein  klaen  hat  gewetzt, 
All  sein  vermüegen  daran  setzt, 
Als  ob  er  mich  gar  wöl  verdempfen.** 

S5  Eckhart 

Der  Eckhart  sprach :  „  Wil  mit  dir  kempfen 
Der  groß  adlar?  das  glawb  ich  nicht, 
Weil  dw  im  forhin  pist  verpflicht 
Gehorsarolich  und  unterthon, 
so  Auch  trewlich  helffen  widerston 
Den  seinen  feinden  pis  aufs  pluet, 
Darob  gewagt  leib,  er  und  gnet 
Nach  pflichter  schneid  und  denoch  mer, 
Im  auch  pewissen  alle  er, 
[bl.  246']    Wie  dem  grosen  adlar  gepüert, 

Hmm  SMhs.   XXII.  23 


r 

^H 

^^^^^^H                          Das  er  aucli  pey  dir  hat  f^espiiert,                   ^^H 

^^^^^H                           Warumb  wolt  er  dich  den  pelaidigenV            ^^| 

^^^^^^H                           Drurnb  glaab  EJcht.  den  luegbafting  daidigen,            1 

^^^^^H                            Um  der  adlar  wider  dicli  Cliw.^                         ^^fl 

^^^^^^H                                                                          ^^1 

^^^^^H                           Germania  die  sprach:   „Hör  zwi                        ^^| 

^^^^^^H                            Es  ist          laider          zv  war,                            ^^| 

^^^^^^H                           FyB  hat  ^eweret  lange  jar,                                 ^^| 

^^^^^H                           Das  vil  pratic  gemacht  sint  worn,                    ^^H 

^^^^^^H                      10   Über  mich  bainiüch  zam  geücliworn,                 ^^| 

^^^^^^H                           Doch  offen  wurden  aller-DiaRen,                         ^^| 

^^^^^^H                           Vergingen,  wie  die  waser-plafien :                      ^^^ 

^^^^^^H                           Aher  itzt  wirt  das  redlein  gon,*^                        ^^^ 

^^^^^H                                                                              ^^M 

^^^^^H                      li  Er  sprach:  „Was  hast  dem  adler  thou?                1 

^^^^^H                          An  tirsach  er  dir  nichBcn  ihuet,                             1 

^^^^^^H                           Wan  er  hat  ain  fridlichen  mtiet                        ^^H 

^^^^^^H                           Und  ser  ein  freoBtliches  gemüet/                     ^^H 

^^^^^^H                                                                            ^1 

^^^^^H                     20  Sie  sprach:  ^Ich  kenn  sein  trew  und  gtiet 

^^^^^H                          Und  wai8,  das  er  vür  sein  person 

^^^^^H                          Hir  noch  kain  herlein  rüeret  an, 

^^^^^H                          Wen  nicht  so  ¥il  verhetzer  weren."" 

^^^^H 

^^^^^H                     3fi  Kr  sprach :  ^  Wer  sinds  ?  das  west  ich  gern.^ 

^^^^^H                                                                    ^^M 

^^^^^H                          Sie  sprach:  ^Die  fledermena  und  ewlen                  1 

^^^^^H                           Detten  sieli  lang  aeber  mich  mewlen;                     1 

^^^^^H                           Die  nachttogel  liali  ich  ernert                                  1 

^^^^^H                      1(1   Müeterlich,  und  reichlich  verzert                             1 

^^^^^^H                           Mit  dem  faisten  marck  in  dem  lant,                        ■ 

^^^^^H                           In  meiner  schoä,  mit  meiner  hant,                           1 

^^^^^H                          Die  mich  pillich  sollen  vertretten, 

^^^^^H         [hl.  247]     In  frid  und  ainikait  pesietten, 

^^^^^H                     iu   Die  r]clit€n  mir  s£w  den  unfried.^                             i 

855 

Er  sprach:  ,Wammb?  gieb  des  pescbied!*' 

SennaBia« 

Sie  sprach:  „PlOd  ist  das  ir  gesiebt. 

5  Nun  ist  aafgangen  mir  ein  licht, 
Dnrchlewchtig,  ganz  bimlischer  art, 
Das  schewen  die  nacbtfögel  hart, 
Dnerffen  sich  nirgent  lassen  plecken, 
Nor  in  die  finster  sich  verstecken. 

10  Weil  sie  dis  liecbt  nit  leiden  müegen, 
Haben  sie  mit  listen  and  Ifiegen 
Den  grosen  adlar  hart  gerayzet, 
Wider  mich  armes  weih  verpaizet, 
Als  hintemeck  dnrch  triegerey, 

15  Sam  ich  die  aller-gotlost  sey 
Und  sey  das  hei  Hecht  finstemas, 
Das  er  ambtz  halb  es  dempfen  mües. 
Des  ist  der  adler  hart  ergrimbt, 
Mich  zw  verderben  starck  fümimbt 

80  Und  erschüettet  all  sein  gefieder 
In  seinem  neste  hin  und  wider 
Grawsam,  erschröcklich  aber-mas. 
So  die  nachtfögel  sehen  das, 
Zihen  sie  den  köpf  aus  der  schlingen, 

35  Sam  ganz  unschuldig  in  den  dingen, 
Und  für  mich  selb  den  adlar  pitten 
Nach  art  der  falschen  schmaichler  sitten, 
Doch  haimlich  alles  ir  vermüegen 
Dar-strecken  dem  adlar,  zw-füegen 

30  Mir  und  dem  liecht  solch  tiranney.'' 

Eokhart. 

„Ich  glaub  nit,  das  es  also  sey," 
[bl.  247']     Sprach  Eckhart,  „das  der  adlar  ficht. 
Zw  dempfen  dieses  clare  licht. 
86  Es  mues  ein  andre  ursach  sein!^ 


25  S  deingen.  33  S  ÜBoht. 

2:V 


366 


Sie  sprach :  „Man  machet  ja  ein  schein, 
Sam  giieff  der  adler  zw  dem  waffen, 
Etlich  nngehoräam  zw  straffen, 

fi  Das  doch  nicht  ist  der  warhaft  gmnd; 
Snnder  ich  psorg,  wen  zw  der  stund 
Der  adiar  die  zwen  leben  leget, 
Wert  durch  die  nachtf5gel  peweget 
Er,  und  ander  nrsach  fdernem, 

10  Darinit  auch  an  die  andren  keni 
und  all  verheret  in  gemein, 
So  sich  frewen  des  liecbtes  schein. 
Dardnrch  so  würden  hin  nnd  wider 
Zw- rissen  mir  all  meine  glider, 

!&   Ausgemergelt  und  gar  verderbt, 
Entlich  mein  ganzer  leib  ersterbt 
Wo  dan  solch  unpill  mir  pegeget, 
Würden  mein  hent  und  fnes  peweget» 
Zw  suchen  haim  in  irem  gbews 

90  Die  ewleii  nnd  die  fledermens, 

Ir  ßchwunckfedern  auch  aus-zv-mepffn. 
Ein  nachtpawr  würd  den  andren  xuepifn, 
Auch  wüerden  die  stet  vol  anfrur, 
Spaltung,  entpörnug  nnd  ujifuer: 

16  Dardurch  fielen  gnel  policey. 

Auch  mit  raub,  prant  und  mOrderey 
So  würd  ich  durchaus  üeb er- laden, 
Das  ganz  Tewtschlant  im  plnet  maee  p&den, 
Und  ich  armes  petruebtes  weib 

u   Eint  und  mueter  pey  nander  pleib. 
[bl.  248]     Schaw,  dis  mein  elent  ich  pewein. 
Ich  pit  dich  durch  die  trewe  dein, 
Eckbart,  kanstw,  so  gieb  mir  ratl 
Gar  kain  verzwg  die  sach  m*^r  iiat, 

a6  Die  axt  ligt  an  des  panmes  wuerz.** 


Eokhart. 

Der  Eckhart  sprach:  „Mein  rat  ist  kurz. 

Ans  dir  kumbt  selbert  dieser  schad. 
Weil  dir  got  aus  milter  genad 


357 

Erscheinen  lest  sein  helles  licht, 
Hast  doch  darin  gewandelt  nicht, 
Snnder  nnr  in  der  finstemnes, 
In  aller  Sünden  nberflos. 
5  Dardnrch  dw  clerlich  magst  versten. 
Das  solch  straff  aeber  dich  mnes  gen. 
Die  schuld  darffst  gehen  nit  dem  licht.  ** 

Sennania. 

Das  weih  naigt  nider  ir  angsicht, 
10  Mit  jamer  nnd  wainen  dorch-prach 
Und  mit  sewfzender  kelen  sprach: 
yO  Eckhart,  deine  wort  sint  war; 
Ich  lebet  in  der  finster  gar, 
Wiewol  das  helle  licht  mir  schin, 
16  Das  ich  sewfzent  pekennen  pin. 
Bat  aber,  was  sol  ich  nnn  thon?" 

Sekhart. 

Der  Eckhart  sprach :  „Weib,  rueff  got  an, 
Hab  rew  und  laid  der  Sünden  rües! 

30  Peker  dich  und  ^wüerck  frnecht  der  pues, 
Wie  Ninive,  die  sündig  stat, 
Dnrch  pues  genad  erworben  hat, 
Heb  dein  herz  auf  zw  got  der-masen, 
Got  wirt  sich  noch  erpitten  lasen 

85  Durch  mitel,  weg  dir  thun  peystant. 
[bl.  248']     Des  adlers  herz  stet  in  seinr  hant,    * 
Den  kan  er  mit  götlicher  warheit 
Erlewchten  dnrch  des  Hechtes  clarheit, 
Das  ers  erkent  aus  götling  gnadn, 

30  Das  er  allen  unwilln  und  schadn 
Lest  über  die  nachtfögel  gen. 
Pleib  dw  nur  pey  dem  licht  pesten; 
So  wirt  dich  got  ie  nit  verlassn, 
Zw  helffen  hat  er  gar  vil  strassn. 

36  Wie  seim  volck  Israel  oft  gschach, 
Das  nichs,  den  sterben  vor  im  sach, 
Doch  wurden  sein  feint  selb  gestüerzt. 
» 

b   Dardorah]  S  Dar. 


S59 


In  aim  frembden  thon. 

Venus,  der  lieb  ain  gOttin  zart, 
Nach  liebes-art 
Hastw  verwnnd 
[bl.  98']    Heins  herzen  gmnd 
Durch  rotten  mund. 
Derhalb  so  wacht 
Itz  tag  and  nacht 
Mein  herz  und  tracht 
10  Mit  schmerzen. 


Wie  ich  möcht  werden  angenöm 

Und  neberköm 

Der  zarten  gunst 
15  In  liebe-prunst. 

Künt  ich  die  kunst, 

Kein  mtie  ich  spart, 

Mit  ir  ain  fart 

Nach  liebes-art 
to  Zw  scherzen. 


Idoch  faercht  ich,  es  sey  umb-sunst 
Mein  lieb  und  guenst, 
Weil  ich  sie  sich 
26  So  adelich. 

Derhalb  mues  ich 
♦ 

1    Im  seebMhfiten    meisiargesaDgbuohe ,     bl.   98   bis  98'.     Sieh    aniuerkung 
oben  aaf  s.   221. 


Äb-Ias&eö  doch, 
So  leb  ich  noch 
Der  hofiiiiiDg  hoch 
Im  hersen. 


Anno  domtnt  1546,  am  31  tag  Octobri& 


361 


Das  eamelthier  mit  dem  got  Jovi. 

Eb  ging  ein  camel-thier 

In  des  waldes  refier. 

Das  sach  anf  einem  wasen 
6  Vier  Btarcker  ochsen  grasen, 

Hetten  gar  schöne  hören. 

Das  camel-thier  in  zoren 

Zw  dem  got  Jovi  kom, 

Sich  groser  clag  anom, 
10  Sprach:  ,Hömer  hastw  geben 

Dem  ochsen  in  seim  leben, 

Dem  eberschwein  lang  zen, 

Seim  feint  zw  widersten. 
[bl.  266]     Und  mich  hastw  peschaffen 
16  Werloß  on  alle  waffen. 

Das  ich  gleich  pin  ein  schand 

Aller  thier  in  dem  land. 

Dammb  gib  mir  anch  hörner, 

Das  ich  grimer  und  zörner 
20  Mein  feint  auch  von  mir  stos, 

Weil  ich  pin  starck  und  gros." 

Jupiter  mit  schmacheit 

Hört  die  undanckparkeit, 

Sprach  er:  „Dir  hab  ich  geben 
26  Ser  lange  jar  zw  leben, 

Gros  sterck,  das  dw  magst  drageii 

Gros  püerd  in  deinen  dagen. 

1  Im  fttoften  spniohbaebe,  bl.  265'  bis  266^  Gedruckt  als  nr.  87  in  don 
fchwilnkaD  and  fabeln.  Vergl.  MG  8,  bl.  232  bis  233  in  der  spraohweiac  des 
Uant  Sachs:  Das  eamel  mit  dem  got  Joai  »Es  ging  ein  camelthiere«  1546  No- 
vember 17.  Quelle :  SteinhOwels  Aesop,  hg.  von  H.  Oesterley  nr.  121,  s.  268. 
Vergl.  Burkh.  Waldis  I,  97  (anm.  von   ü.  Kars  s.  70). 


Dinimb  dieh  halt  auf  erd 
MeöBciiUch  gecbldcht  lieb  und  werd 
Uod  lett  didi  pej  In  wod€u 
und  k$kVift  dich  urab  ¥il  krönen. 
Neiiibt  dein  neidischer  muet 
Das  nlt  2W  danck  und  guet, 
So  wil  ich  wider  uemen     • 

Bt  sehemei,'' 
!i  ZQvm 
►reu, 
%  rurpat  stumpfet, 

kumpfet, 
färb, 
darh, 
ihanck ; 
cks  denck!*" 
E  bet. 

D&<au..  pleibet: 

Wem  got  alhie  hat  ^ebeu 
L'o  In  dem  zeitlichen  leben 

Er  und  guet  nach  seim  stand 
I  bl.  2tUVj     Aus  vetterlicher  hand, 

Der  8ol  got  drumb  dancksagen, 
Nit  stetz  murren  noch  clagen 
2ö   Und  ganz  unwyrslich  dewtten, 
Wo  er  pey  ander  lewten 
Sicht  gröser  er  und  guet, 
Den  er  pesitzen  thuet, 
Auf  das  er  durch  sein  neiden 
30   Nicht  entlich  auch  mues  leiden, 
Durch  sein  gros  raurniuriren 
Das  sein  auch  thw  verlieren 
Mit  nachrew,  schaut  und  schaden, 
Sunder  danck  gottes  gnaden, 
3,    Der  im  soliche  gab 
Frey  zw-geornet  hab. 
Auf  das  im  daraus  wachs 
Frid  und  rw,  wünscht  Hans  Sachs. 
Anno  salntiR  1546,  am   17  tag  Novembris. 
♦ 
S  l    Mli    luuriuuriren.      S   murinuren. 


368 


Der  rapp  mit  den  hennen. 

Ein  alter  rapp  war  hnngers  yol, 
Der  weste  in  des  waldes  hol 
Liegen  ein  hongerprfinsting  faechs. 

6  Im  rappen  ein  gedanck  erwuechs, 
Wie  er  zw  hilff  dem  ftichsen  köm 
Und  seinen  tail  anch  darfon  nOm. 
Nun  het  der  rapp  durch  seine  list 
Gespehet  ans  auf  einem  mist 

10  Zwelff  hennen,  waren  faist  und  guet. 
Zw  den  er  mit  tmeglichem  mnet 
Flog  und  sprach  in  fi*eantlichem  schein: 
,6ot  gmes  euch,  lieben  Schwester  mein, 
Ich  knm  mit  grosen  frewden  her, 

16  Verkänd  ench  guete  newe  mer, 
Das  der  fnechs,  ewer  gröster  feint, 
Sich  hat  zw  pnes  pekeret  heint: 
[bl.  267]    Der  euch  erwuerget  unde  fräs, 

Ist  fort-hin  nichs  den  laub  und  gras 

20   Und  wonet  dort  in  einem  klaus 
Im  walde  in  eim  gottes-haus: 
Da  er  in  seiner  kutten  get, 
Wie  ein  münich  zw  köre  stet, 
Vesper,  complet  und  metten  singt 

2ö  Und  sein  gepett  zw  got  aufschwingt. 
Dammb  so  kumet  all  mit  mir 
* 

1  Im  fOnften  spruohbuobe,  bl.  266'  bis  267^  Gedruckt  als  nr.  88  in  den 
fmbelD  and  Mbwänken.  Vergl.  MG  8,  bl.  233  bis  234  in  der  abenteuerweise 
mftitter  Hansen  Folien:  Der  rapp  mit  den  hennen  >Kin  alter  rapp  war  bunger« 
Tol«     1646    November    18.  7    MG    nöm.       S   köm.  15    MG     VerkUnd. 

S  Verkünde. 


364 

Und  schawt  dm  wunder  selbert  ir!* 
Der  liennen  «char  ainfeltig  was, 
Glaubet  dem  rappen  geozlich  das, 
Mit  im  hin- gingen  auJi  dem  bof. 

0   Da  iu  an  gfer  entgegen  lof 
Der  hon,  der  war  ir  aller  moa, 
Dem  zaigten  sie  ir  kirchfart  on, 
Der  Bpracb  :  „0,  ir  pedörter  dn, 
Wo  wolt  ir  mit  dem  rappen  hin? 

u  Kent  ir  nicht  sein  petrneg  ttnd  liat, 
Dem  gar  nicht  zw  vertrawen  ist? 
Wist  ir  nit,  der  weis  man  spricht  wol: 
Kit  dem  or  man  schnell  hören  sol^ 
Doch  mit  dem  herzen  treg  und  taub 

ib  Sol  man  sein  e,  den  man  gelaub."^ 


Diese  fabel  dw  in  dem  pnecb 
Der  natürlichen  Weisheit  suech. 
Hieraus  so  1er  ein  frnme  fraw, 
Das  sie  kainer  schmaichterin  traw, 

2u   Die  ir  vil  guetz  vorsagen  ist, 
Zw  füeren  sie  von  irem  mist 
Durch  arglistige  dtieck  und  renck, 
Durch  schm&ichierey,  prieff  öder  schenck, 
Auf  das  sie  dardurch  wert  ferfdert 

n   Zw  Sachen^  die  sich  nicht  gepüert^ 
8o  sie  dem  fnclisen  wert  zw  tail, 
[bL  267']    Listig,  liungerprunsttg  und  gail, 
Da  sie  verlier  ir  weiplich  er, 
Darfon  die  kuplerin  sich  ner. 

äo  Snnder  halt  sicli  2w  irem  man, 
Thw  nicht  vil  anspaciren  gon, 
Gar  kainer  kuplerin  geh  stat, 
Snnder  folg  ires  mannes  rat. 
Der  kan  ir  halten  trewen  schuetz; 

36   Des  hat  sie  auch  preis,  er  und  nuetz. 
Das  weiplich  er  grün,  plüe  und  wachs 
Pey  allen  frawen,  wünscht  Haus  Sachs. 

Anno  aaliitia  1546,  am  18  tag  Novembris- 


865 


Die  Tippernater  mit  dem  igel. 

[bl.  267']    Eins  mals  ein  vippernatter  lag 
In  einer  heck,  die  nmb  mitag 
Ein  gedürneten  igel  sach, 

6  Den  sie  mit  werten  frech  an-sprach: 
,Wer  pist,  der  steckest  so  vol  deren 
Oben,  nnden,  binden  nnd  foren?'' 
Der  igel  antwort  im  an  schew: 
,Ich  pin  ein  freunt,  warhaft  nnd  trew.*' 

10  Die  natter  sprach:  »Wie  kan  das  sein? 
Ein  trewer  frennt  der  ist  allein 
Sües  und  lind  mit  werck  nnd  werten. 
Nicht  scharpff  wie  dw  an  allen  orten." 
Der  igel  sprach:  „Ein  frennt  warhaft 

16  Seines  freundes  nndnegent  straft, 
Sticht  in  ans  trewem  warem  herzen; 
Wan  sein  nnart  pringt  im  aach  schmerzen. 
Als  was  im  üebel  an  ist  sten, 
Lest  er  nicht  ungestraft  hin-gen, 

20  Vor  schant  und  schaden  in  yerhüet, 
[bl.  268]    Bainigt  von  laster  sein  gemüet. 

Doch  als  mit  mas,  zil,  zeit  und  stat: 

Die  war  freuntschaft  nit  ubergat. 

Ein  hewchler  thut  gar  nit  der-gleichen, 

25  Der  kan  den  falcken  schmaichlent  streichen, 
In  alln  dingn  fuchschwenzen  kon, 
Es  ste  wol  oder  uebel  on, 
* 

l  Im  fOnflen  spruehbaohe ,  bl.  267'  bis  268^  Gedrackt  als  nr.  89  dor 
fabeln  and  fchwilDke.  Vergl.  MG  8,  bl.  234  bis  235  in  dem  rosontone  des 
Hans  Sachs :  Der  igel  mit  der  Tippernater  ^Eins  mals  ein  vtpperoater  läge« 
1  bA6  NoTember  19  (gedr.  bei  LUtselberger-Frommann,  Hans  Sachs.  Nürnberg  1891. 
s.    66).     Die  erweitening  dieser  fabel  s.   band   9,    160   bis    163. 


366 


Lobt  er  es  allea  unter  angen, 
Hilft  auch  seim  freunt  liegen  und  laugen, 
Hilft  auch  seine  lastet  verfechten, 
Macht  aas  seim  freünt  ein  ungerechten, 
6   Tiiuet,  sam  halt  er  im  trewen  schuetz, 
Suecht  doch  nur  »einen  aignen  nuetz: 
Er,  gwalt^  knrzweil,  huei  oder  kiinst 
Oder  der- gl  eichen  gäbe  snnst. 
Und  palt  solch  naetzung  hat  ein  ent, 

\ü   Der  hewchler  sich  von  danneo  went 
und  prauchet  darnach  hinterüeck 
Sein  feintselige  puebeü-stüeck : 
Sein  freunt  unter  die  lewt  auBdregt» 
Im  all  sein  haimlikait  aufdegt, 

i.'.    Wie  man  sagt  von  den  falschen  katzen, 
Die  foren  leckn  und  binden  kratzen, 
Wie  die  Sirenen  süeslich  singen » 
In  bertten  schlaff  die  schifflewt  dringen, 
Darnach  un^bkeren  sie  das  »chiefT, 

20   Der  hewchler  prawcht  gleich  diesen  grieff  : 
Mit  süesen  wortlen  sich  lest  hören, 
Pia  er  sein  frennde  thw  pedOren. 
Auch  wie  der  giftig  scurpion 
Erstlicben  gar  aenft  lecken  kon, 

»  Darnach  erst  mit  dem  schwänz  vergilt« 
Der-gleichen  auch  der  hewchler  stift: 
Mit  wort  und  wercken  senftlicli  lecket, 
[bl  268']     Sein  ent  vol  dötlichs  gjftes  stecket. 
Derhalh  der  weis  man  saget  frey, 

m   Des  freundes  wunden  peser  sey, 
Den  der  kus  sey  von  einem  feint. 
Ans  dem  uns  gar  clerlicb  erscheint, 
Des  freundes  straff  nenn  er  ein  wnnd, 
Darfon  wert  sein  gemtiet  gesund; 

3.S   Des  feindes  kues  vom  Jndas  new 
Sey  gnette  wort  an  alle  trew, 
Dar-fan  der  mensch  nur  erger  wer«! 
In  wort,  gedancken  und  geperd, 
Daraus  im  schaut  und  schaden  wachs. 

4ü   Fliecht  h«wchlerey!  das  rett  Hans  Sachs* 
Annn  ^alitiii4  IMO«  am  19  tag  Novenibrin. 


367 


£in  wunderlicher  dialogns  und  newe  zeittnng. 

Als  mir  egestern  ein  prieff  meiner  gescheft  halben  von  Nörling 
kam,  fragt  ich  den  potten  neben  andern  nmb  newe  zeittnng.  Wie 
ich  aber  anhilt  mit  fragen,  zaigt  er  mir  ein  wunderlich,   vor  un- 

5  gehOrtte  geschieht  an  und  sprach:  „Als  ich  den  Novembris  auf 
Nörling  des  morgens  zw-gangen,  ist  mir  pegegent  ein  lang  gerade 
person  mit  langem  prannen  bar,  einer  Naßarenischen  schaitel,  mit 
zwißletem  part  und  schönen  angen,  der  was  herlicher  gestalt,  doch 
aufgeschnerzt  als  ein  wandrer.     Der  ging  eillent  als  ein  flüechtiger, 

10  oft  hinter  sich  schawent.  Als  aber  ich  neher  zw  im  kam  und  in 
recht  pesach,  da  war  es  nnser  hergot,  den  ich  als-pald  an  seinem 
parfnes-gen  und  praunem  gestrickten  rock  erkennet.  Da  fasset  ich 
ain  herz,  naigt  mich  und  gräeset  in,  nent  in  auch  mit  namen.  Er 
aber  wincket  mir  zw  schweigen  und  eylet  nur  fort.     Da  sprach  ich 

i&  zw  im: 

Pot. 

Her,  wo  wiltw  so  eyllent  allein  hin-gen? 

Hergot. 
In  Egipten. 
so  Pot. 

Herr,  was  wiltw  in  Egipten?  Es  regiret  itz  der  soldan  darin. 

Her. 

Pey  dem  pin  ich  sichrer,  [bl.  271']  den  initen  im  Deutschlant. 

* 

1  Im  fünften  iprnchbuobe,  bl.  271  bis  274'.  (Gedruckt  in  Sohnorrs  Archiv 
1882.  11,  60  bu  A3.  Vergl.  Oustav  Heide,  beitrage  zur  gcsohiohte  Nürnbergs 
in  dar  reform»tion8seit«  1.  Nürnberg  im  Sohroalkaldiüchen  kriege:  Historisches 
Uischenbach.     6  folge.   11  Jahrgang.  Leipxig  1891.  s.  103.  2  ?  von]  fehlte. 

b  S   hat  die  ailTor  des  monatstages  nicht  eingesetit. 


368 


Pot. 


Wie  körn  das  ?  Dw  pist  nit  all  ain  sicher,  sun  der  am  all  ersieh  ersten 
tm  Tewtäcbtant,  da  man  itz  dein  heillig  ewangali  üffenüch  predigt. 

Her. 

Ja,  eben  das  ist  die  ursach  meiner  verfolgiing, 

Pot. 

AcL,  mein  herr,  wer  verfolgt  dich?    Ist  doch  der  Tiierck  itz 
ein  Zeitlang  stil  gewest,  wer  weit  dich  den  verfolgen? 

Her, 

^^  Die  hoben  priester  und  forsten  der  Juden,  hohen  schriftgelertten 

und  phariseer,  so  niicb  almal  verfolget  haben. 

Pot. 

Ach,  mein  berr,  welcher  gestalt,  wie  oder  wen  ?  Solche  als  ist 
niir  armen  potten  verporgen, 

ifi  Her, 

Pifltw  den  der  frembling  allain  im  Teutschlant,  der  diese  ding 
nit  waia,  wie  oft  die  hohen  priester  und  schriftgelerten  mit  ein 
geratscbiagt  haben  lieber  mieb^  doch  almal  ainer  aufrnr  im  gemainen 
fokk  pesorget,  wie  in  den  vil  haimiieber  pratie  über  mich  offen 
ao  war,  auch  ztiui  tail  aint  prochen  worden?  Aber  itz  sint  die  hoben 
pi-iester  und  schriftgelerten  in  der  sinagog  zw  Drient  gar  ainig 
worden  und  haben  mich  zumb  dot  verurtailt:  pe&ser  sey,  Deutsch- 
land Verderb,  den  das  ir  gwalt,  macht  nnd  ßimoney  gar  sterb, 
Derhalb  hat  der  hoch  priester  [bl.  272]  zw  Rom ,  der  mein  Stat- 
or« balter  und  apostel  sich  nent  und  den  pewtel  als  mein  schaiTner 
dregt^  darin  er  versamelt  bat  (.  sam  mir  und  meinen  armen  jungem 
zw  gut.)  das  aplas-gelt,  anaten,  pallium  nnd  sant  Peters  Patri- 
monium. In  solchem  ist  der  dewfel  in  in  gefaren  und  ist  mir  zum 
Judas  worden,  bat  mich  veratteu  und  nii  gelt  genumen,  wie  der 
30  erst  Judas,  snnder  sein  peutel  aufgetbon  und  dem  römischen  richter 
Pilato  eüicbe  hundert-dawsent  sllberling  zw-gescbickt  und  mich 
darmit  zw  crewzigen  uebergeben.  Er  aber  Pilatus  wolt  lang  nit 
urtail  üeber  mich  feilen;  wan  sein  fraw  (verste!  «ein  gewiseen)  nnd 


n   «ioHndar. 


22  1   bttb«n|   {»Uli  8. 


369 

etlich  haimlicb  jünger  haben  vil  unrwe  im  schlaff  von  meinenthalben 
gehabt,  im  anzaigt,  mit  dem  nnschaldigen  plnet  nichs  zw  thnn 
haben.  Aber  das  anhalten  der  hohen  priester  und  fürsten  der  Jnden 
pewegten  in,  wo  er  disen  ledig  lls,   wer  er  nicht  ein  freunt  des 

5  römischen  pischoff.  Anch  schrir  das  gemain,  anwissent  payrisch 
volck :  Sein  plnet  ge  aber  nns  and  nnsre  kinder !  welchs  auch  zum 
tail  an  ganzn  mit  der  zeit  volendet  wirt.  Mit  der-gleich  anhalten, 
troen  and  raizen  hat  Pilatus  vervalligt,  mich  zw  crewzigen,  aaf 
das  im  mein  gestrickter  rock  (verste !  das  [bl.  272']  Thentschlant) 

10  erblich  pleib.  Der  zog  darauf  ans  dem  regenspurgerischen  Jerasalem 
geraest  mit  den  fürsten  der  hohen  priester  aber  den  pach,«die 
Thonaw,  mit  vil  Spaniern,  Niderlendern  and  Deatschen,  welche 
doch  pillicher  aeber  ir  vatterlant  soltn  gewainet  haben.  Und  Jadas 
Iscariot  ging  vor-an  mit  den  dinem  der  hohen  priester,  die  Italiener 

15  zw  ros  and  faes.  Und  solchs  geschach  doch  als  im  schein,  sam 
wolt  der  richter  Pilatus  etlich  Gallier  straffen  und  das  opfer  mit 
irem  plnet  vermieschen.  Mit  solchem  schein  hat  er  vil  lewt  irr 
gemacht.  Als  ich  aber  west,  was  mir  zwkünftig  was,  stund  ich 
auf  und  ging  in  entgegen  und  sprach :  Wen  saechet  ir  ?  Sie  sagten : 

90  Jesum  von  Naßaret.  Da  sprach  ich :  Ich  pins.  Da  wichen  sie  zw- 
rueck  und  fiUen  ir  vil  tawsent  unter  die  erden.  Nach  dem  legten 
sie  haut  an,  mich  zw  fangen. 

Pot. 

Ach,  mein  herr,  was  thetten  deine  jünger  darzw? 

Her. 

Es  plieben  ir  nur  drey  pey  mir,  die  andern  aber  waren  pey 
der  nacht  (.  wie  Nicodemus  .)  for  forcht  der  Jnden  pey  mir  gewest 
und  mich  getrost. 

Pot. 

Was  thetten  aber  die  drey  darzw  in  deiner  gefencknus? 

Her. 

Petrus  hieb  dem  Malchus  das  orlepplein  ab.  Aber  ich  wolt 
[bl.  273]  nit  lenger  gestaten  zw  fechten  und  hies  in  einstecken ; 
wan  in  solcher  meiner  grosen  not  fert  mein  freunt  zw,  der  mein 
prot  gegessen,  dem  ich  alles  guez  vertrawet  und  verett  mich  dem 
platgirigen  ktinig  Herodes  nmb  30  sechsiscli  silberling. 

* 

35   ?  gegeacen]   fehlt  S.  36  Hindeutung   auf  kurfUrst  Moritz  von  Saeh^on. 

Haus  Sachs.    XXII.  24 


tt 


370 


Herr,  hastw  roer  den  ainen  Jadas? 

Her. 

Vor  het  icli  unter  12  Jüngern  ein  Judas,  itntnd  hab  ich  12  Judas 
für  ainen,  die  Kicli  doch  alle  meine  jünger  rtiemeiL 


Was  thet  dir  ^ 
1 

Er  sendet  seine 
1^  schuldigen  kinder  pe; 

wergischen  Betbleem 

und  schaden  der  arm. 

Als  ich  das  veiinimep         i  y 

aus  den  henden  entgi 
ir>   dw  mich  siehst.     Demaio  pit  icii 


» 


tt,  and  lies  erwürgen  die  un- 
fet  ninb  die  grenz  des  Witten* 
At,  mit  groser  verwüestung 
vil  petrüebter  ometer-hereen. 
nien  frey  niiten  am  l^lperg 
utstun  und  ersclilnchzet ,  wie 
1,  als  ein  lant-erfarnen ,  zaig 


mir  den  nechsten  weg  auf  Egipten  zw;  waü  Pilatus  und  Herodes 
sampt  die  hohenpriester  werden  nicht  nach-lassen  mich  zw  suechen 
und  wider  zw  creuzigen. 

Pot. 

20  Weil  dein  fluecht,  mein  herr,  so  eillent  ist,  weit  ich  mich  etwan 

in  der  necli  verpergen. 

[bl.  273']  Her. 

Ja  wohin  ?  Es  sint  perait  so  erschröckliche  edickt  und  raandat 
ausgangen  im  Nideiiant  und  anderswo  pey  acht  und  pon,  pey  prant 
2^  und  mort,  mich  nimant  zw  liawsen,  hoffen,  etzen,  drencken,  nennen 
noch  pekennen,  darob  das  volck  erschluchzet,  mich  idermon  weitter 
weisset;  wan  auch  Petrus  mein  zum  oftern  mal  mein  verlaugnen 
mocht,  das  er  nicht  sambt  mit  mir  umb  leib  und  guet  kem. 

Pot. 

30  Herr,  ich  wolt  mich  zw  den  gaistlichen  thon. 


Zw  welchen  gaistlichen  ? 


Her. 


Pot. 


In  den  stift  zw  Mainz  oder  Wurzpurg  oder  ainen    der-geleich. 


371 


Pey  den  wer  ich  als  sicher  als  in  dem  hoff  Anne  oder  Caiphe ; 
wan  die  pischoff  sint  meine  ergste   feint  von  wegen  des  ewangeli. 

Pot. 

6  So  wolt  ich  mich  aber  in  die  fürsten-kloster  oder  pettel-orden 

thon,  mich  pey  in  erhalten,  sam  in  einer  speluncken  verporgen  liegen. 

Her. 

Ja  freilich  spelancken  and   mörders-grueben  haben  die  Sadn- 

zeer  nnd  Esseer  ans  meiner  kirchen  gemacht  von  wegen  irs  panchs 

^^  ein  kanfhans,  darin  sie  ire  gnete  vermainte  werck  verkawffen,  dar- 

mit  mein  pitter  leiden  verlewgnen.     Wie  küent  ich  pey  den  lebentig 

pleyben,  so  mich  forhin  teglich  crenzigen? 

Pot. 

Wie  dünckt  dich,   mein  herr,  aber  umb  etlich  gros  reichstet, 
i&  die  deinem  wort  anhangen  nnd   dich  [bl.  274]  lieb ,   wert  und  wol 
zw  peschfitzen  haben  ein  lange  zeit  vor  den  Juden? 

Her. 

0,  ich  vertraw  mich  inen  nit;  wan  ich  wais,  was  in  inen 
stecket.     Wie  hoch  sie  sich   meines  wortz  ruemen    mit  dem  mund, 

*>  so  ist  doch  ir  herz  und  leben  weit  von  mir;  wan  sie  in  woluest 
und  aignem  nuetz  zw  dieff  versuncken  sint.  Derhalb  wo  ich  mit 
ernstlichem  gewalt  pey  in  gesuchet  und  verfolget  wuert,  ich  in  die 
haut  Pilati  uebergeben  werden,  weil  auch  in  vil  steten  die  ehesten 
im  volck  nit  gar  meines  tails  sint,   derhalb   ire  reichtum  meinent- 

2«  halb  nit  geren  in  gefar  setzten.  Der-gleich  der  gemain  häuf  ist 
mir  wol  hitzig  angehangen,  weil  ich  sie  mit  freyheit  speisse.  Nun 
aber  die  Verfolgung  an-get  umb  meinen  willen,  fahen  sie  an  law 
und  kalt  zw  werden.  Der-halb  ich  gantz  unsicher  pey  inen  wer. 
Derohalb  wil  ich  mich  widerumb  in  Egipten  iverste!  in  der  rech t- 

w  glaubigen  herzen)  verpergen,  da  ich  am  sichersten  pin,  weil  sie 
guet  und  plut  ob  mir  wagen. 

Pot. 

Ach  her,  wo  sint  deine  jünger,  das  sie  dich  also  allein  lassen 
im  elent  irrgen? 

29   7   mieb]  fehlt  S. 

24* 


372 


Her. 

Sie  sint  zerstrewet  ein  ider  in  dag  eeioig.  Aber  palt  nach 
dem  dot  Pilati  und  Herodis  wirt  ich  wid«r  aufersten  nach  drejeii 
tagen  und  meine  jiitig^r  wider  veriam-[bl*  274'lmelii  und  in  vorgen 
in  dem  teutschen  Galilea.  Da  werden  den  die  holienpriester  und 
für8ten  der  Juden  sehen,  in  wen  sie  gestoclien  haben.  Der  frid 
sey  mit  dir! 

Mit  dem  wort^  a  ig  der  herr  eillentz  vir  mich 

hin  sein  stras.     Als  angenplick    wider  nach  im 

umbsach,  da  war  dev  in  nnd  niclit  mer  da,     Bolclis 

erzelt  mir  der  pot  vi  mit  solieben  ernstlichen  g©- 

perden,    das    ich   di  iigen   war,   des   zv  glauben. 

Solche  wunderparlic  iiab  ich  euch  im    f>esten  nit 

verhalten  wollen.     D*  it 


Datum  N^^renl 


des 


Decembris  anno  1546. 


4  ?  mein]   fahil  &. 


378 


Yermonimg  zw  ainem  statlich  Dürckeii-zug  an  das 
reich.    In  prader  Veiten  ton. 

Her  got  in  deinem  reiche, 
Im  alier-höchsten  tron, 
6  Schaw  an,  wie  grawsamleiche 
Der  Dürck  fach  wider  on, 
[bl.  141'|    Verfolgt  die  Cristenheite 

Mit  gfencknas,  mort  und  prant 
Itznnd  in  dieser  zeite 
10  Durch  das  ganz  Ungerlant. 


Das  land-folck  leidet  note 
Pis  an  das  Merher-land 
Von  der  straiffenden  rote, 
16  Die  alda  hat  verprant 
Sibenzig  dorffer  mere 
Und  alles  volck  darin 
On  alle  gegenwere 
Ermört,  geföret  hin. 


Und  thnet  stet  fürpas  streiffen 
Im  ganzen  land  heranff 
Und  ist  noch  weiter  greiifen, 
Und  wo  der  gwaltig  hauif 

* 

1  Im  seehiebnUD  meistergesangbuche,  bl.  141  bis  144.  Zuerst  als  einxel- 
druek  ersobieoeo:  Emil  Weller,  Uanä-Saobs-bibliograpbie  nr.  210  s.  88.  Dar- 
nacb  gedruckt  bei  Körner,  Uistorisobe  Volkslieder.  Stuttgart  1840.  s.  141;  dar- 
nach bei  R.  T.  Liliencron,  Die  historischen  Tolkslieder  der  Deutschen.  Vierter 
band.  Leipsig  1869.  nr.  439.  s.  50  bis  531.  K.  Cioedeke,  Dichtungen  von 
Uans  Sachs.  I.   Leipzig   1870.  s.   73  bis  80. 


374 

Eyieüt  heruach  wnril  drädies, 
Ali  er  &Dcli  vormkU  tiftt 
Peweifit  mit  liinier^öaekeii 
Zv  Wille  vor  der  slat. 


Wo  der  im  laad  «rabert 
nifi  liiLtilitM#ki.  In  äfnr  ejt 

erkob^rl, 
äo  b  lil, 

19  fltts  I  (hes  lande 

«  iest 

i  t  prande, 

i  mnest. 


16  0  groem«*!  kniser, 

Karel  di        tin  ndt  nam, 
Ein  gewaltiger  raiser 
Von  kaiseriiciiein  stani, 

Krzaip:  kaiserlich  mechte 
L'u    An  dem  dürckischen  beer, 
|hl.  112)     Das  die  Cristen  durch-echte, 
Durch  kaiserliche  eer. 


Erschwing  das  dein  getider, 
Dw  dewrer  adaler, 
Durch  des  reiches  gelieder; 
Nach  küener  heldes-ger 
Würff  auf  des  reiches  fannen, 
Samel  ein  here  gros 
Mit  auserwelten  mannen. 
Zw  fues  und  auch  zv  ros. 


Wach  auf,  dw  heilige  reiche, 
Schaw  diesen  jamer  an, 
35    Wie  der  Dürck  grawsamleiche 


16    i:    Karel.      S    Karl. 


375 

Verwüest  die  nngrisch  krön! 
Sey  ainig  onzertailet, 
Grewflf  dapfer  zv  der  weer, 
Ee  dw  went  nbereylet 
6  Von  dem  dürckischen  beer. 

8 

0  dw  löblicher  ponde 
In  Schwabn,  dw  darzw, 
Auf  das  der  türckisch  bände 
10  Nicht  weiter  fressen  thw. 
Wan  es  ist  hohe  zeite, 
Das  man  im  kome  pey; 
On  redit  and  pillikeite 
Dreibt  er  gros  tiranney. 

16  9 

Ir  durchlewcbtigen  fäersten 
Ganz  deutscher  nacion, 
Last  euch  nach  eren  däersten, 
Pringt  kaiserlicher  krön 
20  Ans  earem  fürstentame 
Ein  raising  zeug  zv  feit, 
Erlanget  preis  und  mme 
Vor  got  und  vor  der  weit. 

10 

25  Ir  lantherren  und  graten, 
Secht,  wie  der  Dürck  gewint; 
Grewft  dapfer  zv  den  waffen 
[bl.  142']     Mit  ewrem  hoffgesindt, 

Eumbt  in  das  beer  geritten 

30  Zw  kaiserlicher  macht, 

Das  der  Dürck  werd  pestritteii, 
Erlegt  mit  groser  schlacht. 

11 

0  strenge  riterschafte 
36  Ganz  deutscher  nacion, 
Ueb  riterliche  krafte 
An  ungerischer  krön; 


PeHchuetK  witwen  und  waifieu, 
Als  dir  den  zv-g«hört, 
Der  in  des  Diircken  raiBeii 
On  £»1  worden  ermört. 


Ibl.  1431 


Wadi  anf,  dw  deutscher  adel, 
In  mrMi  atet  nnd  v^t^ 

de  ssadei, 

B  pest; 
wen 
sn  kind, 

rliawen 
n  plind. 


Ir  pisd  laten, 

Bcliiclct  wren  dal] : 

Getraid,  voicit  una  dnckaten. 
Dem  CriBten-Yolck  zv  hail. 

Hirten  seit  ir  gesetzet 
Der  Cristenlichen  hert, 
Die  wirt  ser  hart  geletzet 
Von  des  tirannen  scliwert. 

14 

Ir  reichstet  all  geleiche, 
Nun  schickt  euch  in  das  feld 
Mit  dem  römischen  reiche, 
Mit  gschos,  pulver  und  zeit. 
Das  euer  macht  erscheine 
Mit  kaiserlichem  heer 
Mit  fuesfolck  und  nit  kleine  : 
P>werbet  preis  und  eer! 

15 

Ir  cristlichen  regenten 
Durch  alle  künig-reich 
In  gaistlich,  weltlich  stenten, 
Was  tristen  sind  geleich 
Aus  aller  nacione, 


377 

Wie  ir  seyet  genant, 
Dem  kaiser  tbnet  pey-stone 
Am  sog  ins  Ungerlant! 

16 

5  Frisch  auf,  ir  rewters-knaben, 

Manch  wnnder-kfiener  mon, 

Last  enre  roslein  traben 

Mit  kaiserlicher  krön; 

Thnet  enre  glennen  prechen 
10  Mit  der  dfirckiscben  rot, 

Thaet  an  den  hnnden  rechen 

Manch  nnschnldigen  dot! 

17 

Wolanff,  ir  hanptlewt  gnete, 
16  Nemet  vil  lanzknecht  on, 

Fnrt  sie  mit  freyem  mnete 

Zw  kaiserlicher  krön, 

Und  seit  gnet  anschleg  machen 

Pey  nacht  nnd  anch  pey  tag, 
so  Fürsichtig  in  den  Sachen, 

Das  man  den  Dürcken  schlag. 

18 

Ir  pnchsen-maister  alle, 

Nun  rüest  euch,  es  ist  zeit, 
26  Ins  Ungerlant  mit  schalle 

Zv  Sturme  und  zv  streit! 

Last  eure  hanptstneck  hören 

Durch  perg  und  dieffe  dal, 

Den  Dürcken  zv  verstören, 
30  Der  sich  regt  abermal. 

19 

Ir  freyen  hacken-schüetzen, 
Nun  machet  euch  herpey, 

♦ 

3  S  sebretbt  deatliob  Ain.  Vergi.  bana  li),  b'M  zu  136,  12.  Weitere 
beitpiele  sieb  band  4,  288,  5  dein:  band  ö,  231,  4  ir  ein;  faätnachtfpiol  13,  27 
oeiDlieh;  achwank   197,   84  ireiu. 


[bl.  US- 


Last  eaeh  mm  Doercken  uatts«!! 
Hit  pnlver  und  mit  pl€j; 
Last  euer  haBt^chüet2  knellcii 
Wöl  in  des  Dürckefi  beer. 
Ob  ir  yn  mocbt  gefallen. 
Erlangen  preis  and  eer. 


0 

ledite, 

^ 

da©  feit. 

\n    um   Kl 

reclite 

\ 

er  well; 

mrten 

un 

Leu  äD 

üßa   lu"" 

fer  wart^iii. 

iB  Ab  ir 

h^n. 

Spftnt  an,  ir  Hetzen  pawreii, 
Herwegen  alle-sant, 

Last  euch  kain  müe  nit  dawren, 
Zv  füeren  die  profan t 
Mit  hämisch,  wer  und  spisen ! 
Die  wegen  nutzt  man  mer: 
Ein  wagen-purg  zv  schiiesen 
Umb  das  kaiserisch  heer. 

22 

0  kaiserliches  here, 
Halt  cristlich  mas  und  zil: 
Nit  zv-trinck  oder  schwere 
und  hüet  dich  vor  dem  spil; 
Kain  frawen  tliw  nit  sehenden, 
Und  neni  nymand  das  sein; 
Las  dich  kain  geiz  nit  plenden, 
Leb  deines  solds  allein! 

23 

Und  las  got  alles  walten 
Dem  Cristen-volck  zv  schütz, 
Und  trewlich  zv  erhalten 


879 

Das  reich  und  gpmainen  nütz, 
Und  das  deutsch  vaterlande 
[bl.  144]    Zw  retten  in  der  not 

AU  von  des  Dürcken  bände, 
6  Und  hoff  allain  zv  got! 

24 

Und  wirstw  also  leben 
In  dem  dfirckischen  krieg. 
So  Wirt  got  warlich  geben 
10  Dir  riterlichen  sig, 

Für  dich  gewaltig  streiten 
In  deiner  grosen  qnel, 
Als  er  oft  thet  vor  zeiten 
Dem  volck  von  Israhel. 

u  25 

Ir  Cristen  aaserkoren, 
Bneft  ainmüetig  zy  got, 
Das  er  ablas  sein  zoren, 
Helff  nns  ans  aller  not, 
30   Verzeich  nns  sünd  and  schneide, 
Die  der  plag  arsach  sen. 
Geh  ans  genad  and  hnelde. 
Nan  sprecht  alle  amen! 

Anno  salutis  1542. 

* 

24  LilieDCroD  seilt    dM    lied    in  das   jabr   1632.     Trotsdeiu  daß  11.  Sachs 
gans  deutlich  and  feit   1542  schreibt,  scheint  Lilienorons  annähme  richtig. 


Uer  1 1 9  psalm  im  thon :  Aeh,  uaser  vater*  der  d  w  pist 


I 

I 
ii 

U 

D 
0 

la    AI 
At 


ile,  die 

f Andlen  Me^ 


Qe-sand, 
äugen  hani, 

r  aiod, 
gottea^kind, 
walten. 
Limelreieh, 


Dw  t&Bt  gapoten  fleissicleich, 
Deine  gepot  zv  halten.    -   ^ 


15    0  got,  das  alles  leben  mein 

Gerichtet  würd  nach  gfallen  dein, 
Zv  halten  deine  rechte! 
Den  w'urd  ich  nit  zv  schänden  gon, 
Wen  ich  ganz  fleissig  schawet  on 

20   Deine  gepot  gar  schleclite. 
So  danck  ich  dir  mit  herzlikeit 
Deine  gerichte  und  warheit, 
Die  dw  mich  lerst  mit  masen. 
Dan  deine  recht  ich  halten  wil 

'2b   Mit  deiner  gnade  in  der  stil. 
Herr,  thw  mich  nit  verlassen! 

B 

Wo  pessert  sich  ain  jungling  zart 
vSein  weg,  den  wo  er  sich  pewart? 


[    iiu    .">ooh »ein» teil    luei^tergo.-smgbuche,     bl,    124'    bis    125. 
,l*ii»o^oi    «oiso   !«t;itl   gütle.^,   des   herren. 


4    Nach  Haue 


881 

[bl.  125]    Nach  deinen  werten  allen 

Hab  ich  von  g^anzem  herzen  mein 
Gesacht,  o  her  got,  las  mich  sein 
Nit  von  dein  g^poten  fallen, 
6  So  hab  ich  doch  die  rede  dein 
Verporgen  in  mein  herz  hinein. 
Das  ich  vor  dir  nit  sünde. 
Gebenedeit  dw  herre  gotl 
Ler  mich  dnrch  dein  gnet  one  spot, 
10  Das  ich  dein  recht  verkünde. 


Nun  hab  ich  mit  den  lefzen  mein 

Alle  gericht  des  mnndes  dein 

Pekenet  und  erzelet. 

Im  weg  deiner  zewgnns,  o  her, 

Mit  lost  ZV  wandlen  hab  ich  mer 

Den  all  reichtnm  erwelet. 

In  deim  pefelch  red  ich  allein. 

Wan  menschen  gsetz  sint  gar  nit  rein; 

Ich  schaw  aaf  deine  pfade. 

Nach  deinem  rechten  Inest  mich  vil. 

Dein  wort  ich  nit  verlassen  wil. 

Verleich  mir  dein  genade. 

Anno  salutis  1547. 


Drey 


;  Agesilaus. 


I 
I 
i 
I 


leis, 

pren, 

ernireii, 

Dlg 

er-spenig. 

ferr: 
-selb  Herr, 


la  Wie  ein  fatter  fein  liöd 
H erseht  nber  seine  kind 
Mit  straffen  und  mit  Ionen 
Pey  seinen  unterthonen." 
|bl.  5]     Vermaint,  ein  vatter  trieb 

15    Sein  vetterliche  lieb, 
Das  er  ans  trevveni  nuiet 
Sein  kinden  thet  als  guet. 
Welch  herr  mit  solchen  trewen 
Sein  arm  volck  det  erfrewen, 

20    Das  plieb  unterthon  pillig, 
(lehorsam  und  guetwillig. 
Ein  redner  det  man  preisen, 
Das  er  sich  thet  peHeissen, 
Von  kurz  und  ringen  Sachen 

'2b  Gros,  lange  red  zw  machen 
Mit  hoch-prechtigen  Worten, 
Weitschwayffig  allen  orten. 


1    Im   pechsten   ?pruchbuche,   bl.  4'  bis    :j'.      Vergl.   band    16,   «.  309  bis  314 

und    533   f.      Das     sechste    spruchbuch  hat   K.   Bech.otein    in     aeineoi     Deutschen 

Museum,   n.   f.    1862.   bd.    1    s.    153    bis  11)2    beschrieben.      Sieh    Oermania    1879. 
?.   40  7    f. 


883 

Der  künig  sagt  darob: 

,Den  Bchnester  ich  nit  lob, 

Der  klainen  faesen  plos 

Schüch  macht  weit,  lang  and  gros, 

5  Sander  den,  der  macht  schlecht 
Schaech,  den  faesen  gerecht.*' 
Vermaint,  die  red  solt  sein 
Enrz  and  warhaft  allein. 
Dem  handel  gmes  and  gleich, 

10  Nicht  aaschwayffig,  kanstreich, 
Mit  werten  aberflüessig. 
Lang  red  sind  gar  verträessig, 
Mas  thaet  in  allen  dingen 
Recht  lob  and  ere  pringen. 

16  Aach  so  er  höret  rüemen 
Die  lewt,  loben  and  plüemen, 
Unmessig  preis  veijehen; 
Oder,  so  er  hört  schmehen 
Hinteraeck  oder  sehenden, 

30  Verachten  an  den  enden. 
War  das  almal  sein  1er: 
„Man  solt  acht  haben  mer 
[bl.  5'J    Aaf  der  sitten  und  leben, 

Die  solchs  detten  vür- geben, 

26  Den  der,  aaf  die  man  claget 
Oder  das  lob  nach-saget.'^ 
Vermaint,  lob  oder  schelten 
Aus  rechtem  grund  körn  selten, 
Sunder  zw  lieb  und  leid, 

30  Aus  has  oder  ans  neid; 
Oder  aus  gwonheit  schnöd 
Und  der  klafferey  öd: 
Wie  ein  sein  affeckt  dreibet. 
Pluetarchus  das  peschreibet. 

3.  Anno  salutis  1547,  am  3  tag  May. 


Ein  ganze  ger 

lircti-aag 

im  krieg, 
Sil  f  efiief , 

» 

B. 

Hen-nnter-flraw. 

Das  herz 
10   Mein  lieb 

ligt  pey  mein  füesen, 
mnes  ich  hart  puesen, 

10 

Puelen,  drincken  und  spil 
Das  lert  der  pewtel  vil. 


Lieb  ueberwint  und  pint, 

Maciit  dol,  daub,  stum  und  plint. 

8 

Lieb  peiniget  die  herzen 

Mit  unrw,  sorg  und  schmerzen. 


Lieb  haben  und  nicht  gniesen 
Den  dewffel  möcht  vertriesen. 


I    Im   sechsten   g|.ruob»)nchp.   bl.  6'  hi«  8'.      Ver^l.  S   11,   bl.  276'  bis  27R'  : 
buii.l    TA    mimI    S    i;{,    hl.    .ill    bis    .Sia    =    Schnorr-H    Archiv    7,    21. 


385 


Eyifer,  senen  und  meiden 
Ist  aller  pneler  leiden. 


6  Geschemig  pneln,  parmherzig  kriegen 
[bl.  7J    Mnes  oft  mit  schant  erliegen. 


Jncken,  pnlen  and  drincken  vol 
Thnt  als  ein  klaine  zeit  nnr  wol. 


10 


Was  knmet  in  das  drite  herz, 

Das  pleipt  nicht  stil  in  ernst  noch  scherz. 


Zway  herz  in  lieb  verporgen 
16  Leben  in  lieb  on  sorgen. 

Der  mngriseli  sohellen-kftnig. 

Des  därckischen  honds  pellen 
Hencket  mir  an  die  schellen! 

Sohellen-obermon. 

90  Mich  peinigt,  armer  Unger, 
Lews,  nntrew  und  der  hnnger. 

Sohellen-nnterfhiw. 

Ich  pin  nngrischem  gold 

Vor  pracht  und  klaidnng  hold. 

96  10 

Des  narren  gwalt  und  glüeck 
Zerplet  im  paach  and  rüeck. 


Rüemen,  troen  and  scharrn 
so  Sint  drey  stueck  aines  narrn. 

■» 

9   nar?]   fehlt  8. 
Uan«  Sachi.    XXU.  2b 


SSÖ 

8 
Wer  narren  BtraflTeD  wil, 
Sciiaft  im  aeLb  auraz  ÜL 

7 

ü   Wer  mchts  Terschweigea  köö, 
Ber  ist  ein  döricht  mm. 


Q  mmht  hin 
let  nnd  sin. 


^*  i 


[bl.  7'|  ichtacliadl 


Hader  und        ^r  som 
16  Enet  in  der  sehoB  eins  tont. 

3 

Zwen  narren  in  eim  haus 
Zw  vil  ist  ueberaus. 

2 

20   Ein  narr  mit  seinen  Sachen 
Thuet  ander  zehen  machen. 

Der  spanisch  grüen  kttnig:. 

Mein  reich  grünt  wie  das  gras, 
Steck  in  krig,  neid  und  has. 

25  Orüen-obermon. 

Spanier  frech  krigslew^t 
Zallens  oft  mit  der  iiewt. 

Grtten-anter-fraw. 

Mein  klaid,  suptil  und  zart, 
30  Ist  nach  spanischer  art. 

10 
Geruech,  gewalt  und  glüeck 
Sint  stez  wanckel  und  fliieck. 


1 
■ 


887 

9 

Wie  nenne  nngerad 

Pleibt  groeer  herren  nngenad. 

8 

6  Gnete  wort  an  trew 
Das  ist  hewer  nicht  new. 

7 

Gereden  and  halten 
War  steiff  pey  den  alten. 

10  6 

Schliten-fam  nnd  porschim 
Thnet  senfter,  den  tornim. 


Saitenspil,  wein  and  lachen 
[bl.  8]    Ghort  zw  frSlichen  Sachen. 


Rechten,  kriegen  nnd  pawen 
Hat  manchen  man  gerawen. 


so   Herren-verhais  nnd  lerchen-gsang 
Das  lautet  wol  und  wert  nit  lang. 


Untrew  nnd  poses  gelt 
Fint  man  in  aller  weit. 

2R       Der  tewtsoh  aiohel-kttnig. 

Mein  reich  ist  aichen-fest, 
Ich  wer  mich  fremder  gest. 

Aiohel-obermon. 

Ich  pin  hoch-tewtsch  genant, 
so   Peschüetz  mein  vatterlant. 


Geprenck,  idtiuaeck  und  bufiart 
Ut  allezeit  mdji  art. 


*  Jafen,  atedi«»  and  icbieteii 
Kmt  wÜ  mit  klaiiieEii  gnjesen. 


ad  porg en 
t  sorgen. 


n  fraw 
kte  saw. 


Neid,  hag,  liegea  und  sorn 
16  Der  dewfSel  hat  geponi. 


Petein  und  gleisnerey 
Nert  sich  mit  simoney. 


20   Faul,  arm  und  vil  zern 
Geschieht  nit  lang  mit  ern. 

fbl.  8'1  4 

Lawgen,  liegen  und  driegen 
(libt  hader,  zanck  und  kriegen. 


Schlemen,  pueln  und  spil 
Frist  teglich  geltes  vil. 


Grolzen,  farzen  und  speyen  vil 
so   Ist  der  sew  saytenspil. 

Anno  salutis  1547,  am  6  tag  Ma>'. 


889 


Der  Saclisen  Ursprung. 

Eins  tags  pat  ich  ein  erenholt, 
Das  er  mir  grüentlich  sagen  solt 
Den  nrsprnng,  wie  doch  wer  erwachsen 
6  Das  mechtig,  edel  volck  der  Sachsen. 
Er  antwort  mir,  sprach:  ,Pey  den  alten 
Ist  diese  mainnng  gar  zerspalten; 
[bl.  10]    Ainer  sagt  änderst,  den  der  ander. 
Etlich  sagen:  Als  Alexander 

10  Der  gros  starb,  haben  sein  kriegslewt 
Weit  ans  in  alle  lant  zerstrewt. 
Die  andern  sagen,  es  sey  ein  mer, 
Sie  knmen  von  Denmerckem  her. 
Die  dritten  sagen  von  den  mendem, 

16  Sie  knmen  von  den  Engelendern. 
Nun,  es  sey  gleich  recht,  welches  sey, 
Sint  sie  doch  ainhellig  darpey, 
Das  dieses  volck  mit  grosem  heer 
Sey  gfaren  ober  das  gros  meer 

20  Mit  vir-und-zwainzig  schiffen  gros, 
Mit  hämisch,  weer  und  dem  geschos, 
Und  ankamen  im  deutschen  lant 
Ans  ort,  itz  Staden  ist  genant, 
In  dem  fines,  itz  die  Elb  genent, 

2b   Und  stiegen  an  lant  an  dem  ent, 
Da  sie  mit  kinden  nnd  mit  weiben 
In  suecheten  ein  ort  zw  pleiben. 
Als  in  Thüring  ein  künig  sas, 
Irminfridus  genennet  was, 

so  Der  det  mit  seinem  volck  im  lant 
* 

1    Im  aecbsten  spruobbucbe,  bl.  9'  bis    13. 


390 

r^eii  gesten  stArcken  widerstant, 
Das  waren  starck,  gerade  lewt, 
Weis  mit  ^elb,  laogem  har  zerstrewt, 
Warffeii  mit  ata  inen  also  ser 

6   Und  driebea  ab  der  Dnernger  heer. 
Dninib  Dentens  die  Dnernger  allain 
Sachsen,  weil  saxo  haist  ein  stain. 
Und  raacbteti  mit  in  ainen  fried. 
Das  die  Sachsen  nach  dem  peschied 

10   Plieben  in  iren  scliiffn  mit  hawffen. 
Doch  mochtens  kaufen  und  verkauffen 
[bl,  10']     Mit  den  Diirugen  doch  hin  und  wider. 
Doch  nirgent  sich  zw  lassen  nlder, 
Noch  zw  legem  sich  in  dem  lant. 

16   Als  ein  zettlang  plieb  der  anstant 

In  guetem  iried,  wiiert  pey  den  Sachsen 
Gras  mangel  und  bnnger  erwachsen. 
Nun  pegab  sich,  das  ein  jüngUng 
Der  Sachsen  aus  eim  schiffe  ging, 

20   Sam  spacirent  bin  auf  dan  lant. 
Der  drneg  an  ein  gülden  balspant. 
Dem  pegegnet  ein  dnergniech  mon 
Und  ret  spotweis  den  Sachsen  on: 
„Was  dewt,  das  dein  hungriger  hals 

litt  Mit  geld  geschmüecket  ist  noch-mals?* 
Der  Sachs  sprach:  „Ich  trags  vondemhauffen, 
Ob  ich  es  etwan  möcbt  verkawflten.* 
Der  Düring  sprach:  ^Wie  wiltus  geben?* 
Der  Sachs  sprach :  ,E8  gilt  mir  gleich  eben, 

10   Was  nmu  mir  gibt,  das  nem  ich  drurob.* 
Der  Düring  ein  list  für  sich  nnmb: 
^So  wil  ich  dir  des  goldes  wert/ 
Sprach  er,  ^pezalen  mit  der  ert.« 
Der  Sachs  hilt  seinen  geren  auf; 

w   Also  wart  richtig  dieser  kauf: 

Der  Diirng  schüet  im  der  erden  grund 
Hinein^  so  vil  er  dragen  kond; 
Der  Sax  im  pald  sein  halspand  gab. 
Der  Düring  zog  mit  Ire w den  ab, 


Ducrgtri.  25   S  goacbuiUooki.  30  ä  DUrg. 


Da8  er  den  Sachsen  het  petrogen 
Der  Sachs  kam  zw  den  schiffen  zogen 
Und  sagt,  was  er  gehandelt  het; 
Der  ganz  hanff  in  verspoten  thet, 
5  Das  nmb  golt  het  gekauft  die  ert. 
Er  aber  sprach  zw  in:  ,Ir  wert 
[bl.  11]    Erst  sehen  meinen  gneten  kawff.* 
Mit  im  drat  ans  der  sechsisch  hanff 
Und  strait  das  ertrich  obgemelt 

10-  Ser  weit  ans  anf  ein  groses  feit 
Mit  einem  klainen  engen  sieb, 
Ein  grosen  zirckel  felds  ein-trieb, 
Das  sie  als  für  das  ir  ein-znegen 
Und  pald  darauf  ir  zeit  anfschlaegen 

16  Und  sich  zw  felde  legem  wnem. 
Nach  dem  die  Dfiring  das  erfhern, 
Ir  potschaft  zw  in  schicken  detten, 
Wammb  den  frid  sie  prochen  betten 
Und  sich  gelegert  auf  das  lant. 

so  Die  Sachsen  sprachen:  .Den  anstant 
Hab  wir  gehalten  unzwranft, 
Pis  wir  dis  ertrich  habn  erkauft 
Umb  unser  güldenes  halspant. 
Dmmb  psitz  wir  das  als  unser  lant.'^ 

26  Die  Duemg  sie  aber  uberzuegen, 
On  all  Ordnung  sich  mit  in  scblnegeu; 
Da  aber  die  Sachsen  oblagen. 
Mit  den  sich  darnach  habn  vertragen 
Die  Duemger,  das  die  Sachsen  plieben 

80  In  irem  ertrich  unfertrieben. 
Also  sasen  paid  dail  in  rw, 
Pis  sich  kürzlichen  trnege  zw, 
Das  der  künig  aus  Francken-lant, 
Theodoricns  war  genant, 

36  Der  Düring  künig  uberwund 

Und  darnach  den  Sachsen  vergund 
Und  in  das  lande  übergab. 
Das-selbig  dailten  sie  dnrch-ab, 
Das  sie  doch  mit  unrne  pesassen; 
(bl.  irj     Deglich  sie  angefochten  wasen 

Von  iren  nachtpawreii,  den  Frisen, 


392 

Von  Normanern,  von  Jen  und  diesen; 
Audi  betten  vi!  krieg  mit  den  Wenden, 
Vil  kempf  mit  rite  Hieben  henden, 
Erweiterten  pald  ir  lantdchaft 
Im  krig  mit  küner  hetdes-kraft., 
Gewuiien  auch  mit  starcker  hant 
Und  pewanten  ganz  Engelant. 
Die  volck  auch  aer  gelüecklich  war, 
Waren  doch  nngelaubig  gar, 

10   Driben  ser  gro«  abgoterey 
Und  darzw  ancb  vil  zauberey, 
Hetten  acht  auf  der  vogel  gsang, 
Auf  der  pferd  rubebeln  nnd  im  gang 
Und  opferten  auch  jrem  got 

ift  Merkuri  menBchen-plote  rot, 
Auch  wurden  ire  stet  genent 
Nach  den  abgotten^  noch  pekent, 
Ancb  detten  sie  gros  er  im  laut 
Erlangen  mit  riterlicher  baut. 

m   Künig  Pippinnuß  mit  in  krieget, 
Da  ider  tail  ein  weil  gesieget, 
Da  aber  in  der  dot  peschlns. 
Nach  im  sein  suu  Carolas  Magnus 
Gleich  nach  Cristi  gepnrt  vurwar 

20   Siebn-hundert-zway-und'sibenzig  jar 
Die  Sachsen  gwaltig  ueberzneg 
l^nd  sich  geluecklicb  mit  in  schlneg, 
Kriegt  mit  in  wol  auf  dreissig  jar, 
Pia  era  macht  untertlienig  gar. 

3«   Zehen-dawsent  mit  weib  nnd  kind 
In  Hoch-Teutscblant  versetzet  sind. 
Darfuer  setzt  Karolus  Magnus 
Francken  ant  Elb,  den  wasser-flns, 
[hl.  12]     Detz  ir  ubgotrey  gar  peraubeii 

35  N5t  sie  zum  danff  nnd  cri&tling  glauben i 
Stiit  in  vil  pietum,  pawt  in  stet, 
Darfan  ir  lant  aulbeinen  det. 
Wart  in  vil  dingen  reich  und  flueck, 


8  ?  »er.     S  g«i.  10  S  abgotnij. 

an  «lor  «eit«  n&otigolmg«». 


ly    l>iaKor    ver«    hi    ron   H.   Smeh» 


393 

Und  regirten  mit  grosem  gineck 
Unter  herzogen  ser  vil  jar. 
Witikind  ir  erster  herzog  war, 
Dem  znm  wappen  der  kaiser  milt 

6  Gab  ein  weis  pferd  in  rottem  schilt. 
Von  gnetem  gschlecht  nnd  altem  stam 
Ein  herzog  nach  dem  andren  kam, 
Pis  in  von  kaiser  Fridricb  wner 
Dem  andren  gegeben  die  kner. 

10  Als  man  zelet  zwelff-hnndert  jar 
Und  acht-nnd-dreissig  jar  vnrwar, 
Da  herzog  Albrecht  war  der  erst. 
Also  das  hans  zw  Sachsen  herst 
So  wol,  das  anch  ans  in  sint  worn 

15  Vier  romischer  kaiser  erkom, 
Nemlich  Hainricns  der  erst, 
Drey  Otones,  der  ider  herst 
Lobirdiclich  das  kaisertam. 
Des  plfiet  Sachsen  in  grosem  mm, 

20  Pis  das  kaiser  Hainrich  der  vird 
In  dem  romischen  reich  regierd. 
Das  hans  Sachsen  schwerlich  pekrieget, 
Den  Sachsen  oft  hat  angesieget, 
Die  in  anch  oft  haben  geschlagen, 

36   Doch  in  hielt  wenig  sein  zwsagen: 
In  gnetem  frid  dnrch  sein  amptlewt 
Wurt  das  laut  perawpt  und  gepewt 
Und  gros  hochmnet  im  lant  geüebt, 
[bl.  12']     Dardarch  der  lanzfried  wurd  petrüebt ; 

30  Das  kaiserisch  volck  wiirt  erstochen, 
Sein  Schlosser  gestürmbt  und  zwprochen. 
Als-den  der  kaiser  wider  zueg, 
Das  Sachsen-lant  verhert  nnd  schlueg. 
Und  dieses  wert  zum  fuenften  mal, 

35   Verderbt  das  lant  vast  üeberal. 

Nach  dem  so  hat  das  lant  zw  Sachsen 
Widerumb  grünet  nnd  gewachsen 
Pis  itz  auf  unser  zeit  vurwar 
Fünfzehnndert  achzehen  jar, 

40  Die- weil  herzog  Fridrich  regiit, 
Der  frnme  fuerst,  und  gubernirt 


394 

Zw  Witenwerg  in  Saxeti*lant, 
Boctor  Martiö  Lather  genant 
Wider  an  dag  pracht  gottes  wort, 
Welcheg  lang  lag  an  mancbem  ort 

t  VertrUecket  durch  die  menschen-ler, 
Vertrug  den  pabst  und  pischoff  ser 
Anrichten  vU  pratic  zwletzt, 
Piß  sie  entlich  haben  verhetzt 
Karoliim  Qnintiini  an  die  äach.sen, 

10  Der  mit  krieg  ist  an  sie  gewachsen. 
Doch  ander  arsach  suecht  zwletzt 
Anch  wurt  herzog  Moritz  verhetzt, 
An  Bchuld  aein  aigen  vatterlant 
Angriff  mit  rauben,  mort  und  prant 

ir.   Wider  herzog  Hans  Friderich, 
Der  in  erzogen  het  trewlich, 
Als  eim  vettern  sein  lant  vertrawt, 
Der  doch  im  schalcksperg  hat  gebaut. 
Wie  aber  das  als  nem  ein  ent, 

So  Das  alles  stet  in  gottes  hent. 
[bl.  13 1     Also**,  sprach  er,  „iiastw  vernaraen 
Des  haus  zw  Sachsen  erst  herkumen 
Aufs  aller-kuerzt  uber-sumirt.* 
Den  wünsch  ich  aus  herzen-pegirt, 

35  Das  ir  lob  grün,  pros,  plne  und  wachs 
Im  römischen  reich,  wünscht  Hans  Sachs, 


Anno  salutifl  1547,  am  18  tag  Jnli. 
S7  7  Juli.     S  Mbfqu 


395 


Die  niderlag  und  gefencknns  herzog  Hans  Fridrichs 
zw  Sachsen  im  1547  jar. 

Als  man  zeit  fünfzehandert  jar 
Und  sieben-ond-virzig  fUrwar, 

ü  Am  snntag  nach  sant  Jörgen  tag, 
Als  herzog  Hans  zw  felde  lag 
Pej  Meychsen  und  ein  potscbaft  hat, 
Das  kaiserliche  majestat 
Mit  seim  kriegsfolck  im  lande  wer, 

10  Hit  sein  retten  ratschlaget  er, 
Mit  seinem  volck  da  zw  vorüecken, 
Prent  hinter  im  ab  die  schiffprüecken, 
Die  er  üebert  Elb  bei  geschlagen, 
Anf  das  man  im  nit  nach  känt  jagen; 

16  Raeckt  an  der  Elb  nab  anf  Mäelperg. 
Des  kaisers  volck  det  üeber-zwerg 
Von  seim  leger  an  die  Elb  straiffen 
Und  Bach  die  feint  da  jenset  schwaifl'en. 
Da  detten  sie  mit  halben  hacken 

20  Ubert  Elb  an-einander  zwacken. 
Als  herzog  Hans  kamen  die  mer, 
Des  kaisers  volck  ankamen  wer, 
Als  er  im  feld  gleich  predig  hört, 
Glaubt  ers  noch  nit,  vennaint  entpört, 
[bl.  13']     Etlicb  straiffende  rot  da  wem. 
Als  mer  Spanier  und  huesern 
* 

1  Im  86ch8teii  spruohbnohe,  bl.  13  bis  14'  [S].  Der  einzeldruok ,  der  im 
nacbBteo  bände  beschrieben  werden  wird,  erschien  gleichseitig  in  Nürnberg  [K|. 
Nscb  8  zaerst  gedruckt  von  R.  Bechstein  im  Deutschen  Museum  1862.  n.  f.  1, 
s.   178   bis    ISI.  2  jar]  fehlt  S.  11    E  verrücken.  16  E   Das   Kayc^cr 

volck.  19  ?  detteo.     SE  detten?.  22   E   Das   kaisers  volck. 


Ibl,  U] 


Kamen  aot  Elb  an»  küiser«  her, 
Schosen  mit  felt^&chüeU  nüeber 
Nach  dem  der  ganse  Torsueg  kam^ 
Erst  herzog  Haas  den  ernst  Yeroam, 
Eöest  sieb  auf  Witeoberg  zw  fliehen 
Und  liea  den  droß  vor-an-bin-zUien 
Und  etlich  fuesfoick  mit  dem  gschos; 
Siebn  gschwader  rewler  pliielt  zw  roR 
Fey  im  und  zehen  fenlein  kneeht. 
10  Nach  dem  etlich  Spanier  schlecht 

Scbwamen  nackat  am  pawch  und  rüeckn, 
Anf-zw- halten  die  prinnent  priieckn^ 
Der  etlich  gar  hin-aeber-6chwamen  ^ 
In  der  Elb  ir  attch  vil  nmbkamen. 
Defi  füersten  raising  zeug  der  hat 
Gebalten  an  der  Elb  gestat, 
Das  der  abzaeg  sicher  geschech, 
Etlich  Spannier  von  der  specb 
Wider  herüber  siut  geschwnmen. 
Als  kaiserlich  mayestat  vernumen 
Hat  gwis  den  fiie rötlichen  abzuep:, 
55w  seinem  gltieck  sich  auch  zw-drueg, 
Das  ein  pawer  gefunden  wnert, 
Der  durch  die  Elb  zaigt  einen  fuert, 
Den  kayserlicli  niayestat  von  weiten 
Durch  ringe  pferde  lies  pereitten. 
Nach  dem  schickt  er  auf  dawsent  pfert 
üebert  Elb  durch  de»  fuert  pewert. 
Die  zerstrewten  Hieb  auf  dem  laut. 
Die  doch  pald  wurden  wider  want, 
Von  raising  an  das  wasser  jagt; 
Da  wurt  scharmüezelt  unferzagt, 
Doch  wichen  die  Secheiöchen  wider. 
Also  das  gstat  inhilten  nider 
Des  kaisers  zeug,  zw-hant  <ia  wuert 
Der  ganz  raissig  zeug  durcli  den  fuert 
Gefüert  üeber  die  Elb  liinati. 
Auch  zog  mit  durch  aigner  person 


tf* 


7  üod]  fehlt  K. 
3>  t«ogl   K  Tuiok. 


ii  f»»obo>.  22  IC  Jreitt.  Iti    E    Üureb  etlich  Uu««m. 


397 

Die  kaiserliche  mayestat. 
Nach  dem  man  nach-geeillet  hat 
Den  knerfüerstischen  gar  mit  eyl, 
Eraicht  de  etwas  anf  drey  meil 
6  Vom  fort,  dardnrch  man  üeber-kam 
Vor  einem  wald,  der  haist  mit  nam 
Die  Locher  haid,  da  machten  pald 
Die  Sechsischen  vor  diesem  wald 
Ir  schlachtrordnnng  zw  fns  ond  ros. 

10  Die  kaisrischen  hetten  kain  gschos; 
Das  fnesfolck  grieff  an  die  haessern, 
Paidail  detten  einander  schem. 
Nach  dem  der  raisig  zeng  anch  draff 
Mit  dem  sechsischen  zewg  zw  straff 

16  Des  obersten,  und  die  hawptlewt 
Pesorgetten  der  iren  hewt, 
Haben  in  dieser  not  der-masen 
Das  Yolck  und  den  fnersten  verlassen, 
Sich  mit  dem  raissing  zeug  gewent, 

so  Fluchtig  durch  ir  knecht  ordnnng  grent, 
Dardnrch  sie  ans  der  ordnnng  kamen 
Und  gar  erpermlich  schaden  namen. 
Der  raissig  zeug  doch  in  der  flnecht 
Wart  auch  gar  ernstlich  haimgesaecht, 

36   Als  volcks  auf  drey-dawsent  erschlagen. 
Auch  thet  man  in  dem  wald  erjagen 
Auf  redern  etlich  guet  geschos, 
Plündert  wurd  wegen  und  der  dros. 
[bl.  14']    Nicht  weit  von  dieser  niderlag 

so  Wurt  erst  ereilt  vor  ainem  hag, 
Welches  der  Scbweinart  ist  genent, 
Herzog  Hans,  von  viln  angerent, 
Da  wert  er  sich,  doch  hart  petrengt 
Von  seinen  veinden  ubermeiigt, 

36  Wart  er  wunt  in  ein  packen  neben, 
Wolt  sich  doch  keim  gefangen  geben. 
Den  eim  Deutschen,  herr  Thil  von  Drot, 
Dem  er  zwen  ring  zw  zeugnus  pot. 
* 

25  B  Oefangen  geschossen    vnd   erschlagen.  26  thot]   K  der. 

etlieb   etlieh. 


399 


Ein  new  lied  im  thon :  So  wolt  ich  geren  singen, 
wen  ich   vor  trawreo  kflend.    Die  gfencknns  herzog  Hans. 

Als  fünfzehundert  jare 
Sieben-nnd-virzig  wurdt 
6  Gkzelet  offenpare 
Von  des  herren  gepnrdt, 
Snntag  nach  Sant  Jörgen,  ich  meld, 
Lag  herzog  Hans  von  Sachsen 
Mit  seinem  volck  zw  feld 


Pey  Meichsen;  als  mit  rate 
Im  aber  nahet  kam 
Kaiserlich  mayestate, 
[bl.  120']    Sein  abzneg  er  da  nam 

16  Anf  ein  stetlein,  Müelperg  genant, 
und  hat  anch  die  schiffprncken 
Hinter  im  ab-geprant. 


Etlich  ans  kaisers  here 
20  Die  haben  umb-gestraift 

Im  lant  mit  irer  were, 

Pis  an  die  Elb  geschwaift, 

Sahen  genset  der  Elben-flns 

Die  cnrfüerstlicben  hawffen 
26  Paide  zw  roß  nnd  fus. 
* 

1  Im  BechMhnten  meiBtergesangboche,  bl.  120  bis  122'.  Vergl.  R.  ▼.  Lilien- 
cron.  Die  historiichen  Volkslieder  der  Deutschen.  Vierter  band.  Leipsig  1869. 
s.  421  bis  423  nach  dem  einieldmcke.  In  diesem  ist  Hans  Bawman  von  Kotten- 
barg  aaff  der  Taaber,  yetsund  Duco  de  Alba  Trabant ,  als  dichter  genannt. 
Sieh    Scbnom  Archiv    1882.    11,  s.   54.  13  S  kaiserlichlich. 


3o  pald  mit  halben  liackari 

Sübosseu  paid  dail  zw-sam, 

Tiiettan  ein-ander  zwacken. 

In  dem  ancli  neher  kam 

Der  Vorzug  nnd  der  gwaltig  hatiff 

uff. 


«M 

•ttomen 

I 

doch  nit, 

\ 

•komen 

f 

mit; 

1 

pr«diK  hart. 

1»  i 

Äiere, 

1 

zwstSrt. 

6 

Do  thet  er  von  im  senden 
Das  gschüetz  und  anch  den  tros, 
20   Thet  zumb  abzueg  sich  wenden. 
Das  kaiserisch  geschos 
Pracht  man  an  der  Eiben  gestat, 
[bl.  121]     Und  des  kurfuersten  zeuge 
Sein  gstat  verlassen  hat. 


Ktlich  Spanier  schwumen 
llber  die  Elb  zw  stund; 
Etlich  sind  wider-kumen, 
Etlich  gingen  zw  gründ. 
3(1   Dem  kaisser  wurd  gwis  kundschaft  pracht, 
Wie  das  der  füerst  abzuege 
Mit  seiner  heres-macht. 


Nach  dem  von  ainem  pawren 
36   Im  zaiget  wurd  ein  fuerd 
über  die  Elb  an  trawren ; 
Als  der  perlten  wuerd, 


401 

Kamen  aber  pey  dausent  pferd; 
Doch  wnrdens  wider  drieben 
Ans  waseer  mit  geferd. 

9 

6   Der  iLaiserisch  zeng  sich  stercket 

und  nber-Bchwemmen  thet. 

Als  das  der  kaiser  mercket, 

Das  sein  volck  ynnen-het 

Jenset  der  Elb  der  feind  gestat, 
10  Der  sechsisch  hanff  abznege, 

Da  het  er  schnellen  rat. 

10 

Auf  solch  gewisse  posse 
Zwhant  gefaeret  würd 
16  Der  ganze  zeng  zy  rosse 
Hin  dnrch  der  Eiben  fürd ; 
Anch  kaiserliche  mayestat 
In  aigener  persone 
Den  fhert  dnrch-riten  hat 

so  11 

Und  thet  eillent  nach-ruecken 
Dem  faersten  von  dem  gstat. 
[bl.  12  r]    Nach  dem  man  ain  schiffpracken 
Ubert  Elb  gschlagen  hat, 
S5  Dar-üeber  man  das  gschtietz  hat  pracht, 
Und  das  fuesfolck  ist  zogen 
Sambt  der  Spanier  macht. 

12 

Und  wnrt  das  volck  erennet 

80  Drey  meil  vor  ainem  wald, 
Die  Locherhaid  genennet. 
Schlacht-ordnung  macht  er  pald, 
Het  pey  im  zehen  fenlein  knecht 
Und  sieben  gsch  wader  rewter, 

86  Dem  kaiser  zschwach  nnd  schlecht. 


7   d«r]  fehlt  S. 
UMia  ümehu.   JLXll.  26 


[bh  122 1 


402 

U 

Die  kängischen  hneseren 

ürieffen  die  fuesknecht  an, 

Thetten  einander  »cheren. 

Nach  dem  die  raising  han 

Des  fäersten  raising  zeag  an-gwent 

Und  beftig  mit  in  draifen, 

Doch  wordene  pald  zertrent. 

U 

Erstlich  gaben  die  flneehte 
Die  Oberst  pefelcli-lewt, 
leder  sein  vorteil  suechte, 
Sie  forcliten  irer  hewt, 
Verliesen  da  zv  fues  nnd  ros 
Den  iren  frumeii  füersten 
In  seinen  noten  gros. 

15 

Ir  raysig  zeug  der  renel 

In  ir  aigen  fnesknecht, 

Ir  ordnnng  in  zertrenet; 

l>eB  gaben  sie  andi  scblecht 

Die  iuecht,  wie-wol  als  redlich  lewt 

Doch  sich  gar  lang  anf-liilten, 

E  sie  Würden  zerstrewt. 


iß  16 

Aach  sind  erst  vil  erlegen 
Der  raysing  in  der  fiuecht, 
Der  dros,  geHebtietz  nnd  wegen 
Geplündert  und  ersuecht, 

no   Im  holz  ereilt  nnd  prets-gemacht. 
Der  Sachsen  pey  drey-dawi*ent 
Sint  plieben  in  der  scblacbt. 

17 

Nit  weit  von  der  walstate 
R6  Ein  bolz,  halst  die  Sdiweinard, 
Man  erst  ereil let  bäte 
Herzag  Hansj  der  auch  ward 


40S 

Angriffen  mit  wenig  der  sein, 
Der  sich  riterlich  weret. 
Doch  war  sein  macht  zv  klein. 

18 

6  Wnrd  in  ein  packen  wunde 
Und  wnrd  gar  nbermengt, 
Sich  nit  auf-halten  künde, 
Von  vilen  angesprengt, 
Doch  kaim  sich  gebn  in  sein  hant, 

10  Den  nnr  aim  edlen  Deutschen, 
War  Thill  von  Drott  genant, 

19 

Dem  er  zwen  seiner  ringe 
Zw  ainer  zengnus  gab. 
16  Nach  dem  man  in  gefinge. 
Da  füert  man  in  hinab 
Znm  obersten  duc  de  Alba; 
Der  kaiser  sein  pegeret; 
Den  pracht  man  in  alda. 

ao  20 

Der  faerst  hneb  auf  sein  angen, 
Sprach:  «Got,  erparm  dich  mein! 
Wo  seint  wir  itz  an  laugen?* 
[bl.  122']    Als  er  nun  kam  hinein, 

26   Er  nmb  ain  fürstlich  gfencknns  pat. 
Der  kaiser  antwort  wider: 
„Ja,  wie  irs  verdient  hat." 

21 

Man  gab  in  zw  pewaren 

so  Dem  maister  de  Campe. 
Damach  ist  er  gefaren 
Auf  ainem  wagen  do, 
Da  man  im  zw-geordnet  hat 
Spanische  backen-schüetzen, 

86  Sein  huetten  frne  und  spat. 


16  ?  Id.    S  im.  31   8  ergfaroD. 


26' 


4M 

^ 

Auch  willen 

mjt  im 

gfangen                               ■ 

Etlich  vom 

adel  sdD.                                             ^ 

Also  hat  e^ 

ergangen. 

&  (iot  selber  sech  darein, 

Auf  da«  werd  fried  und  aiuikeit 

(Temacht  im 

deutschen  lande 

1 

tieit, 

tu 

kban 

i  wort! 
rgeben» 

■? 

nnd  mort, 
lewt  nnde  laiidl 

tpi   b(«. 

gesamten. 

Od 

sein  handl 

Anno  salatifl  1547. 


405 


Das  poes  weib  Xanti. 

Als  Xantus  het  ein  weib, 

Ser  poshaftig  von  leib, 

Als  sie  ein-mal  hin-lof, 
5  Zw  irem  vatter  schlof 
[bl.  38]    Und  anf  acht  tag  war  ans, 

Gar  nimer  weit  zw  hans, 

Xantns  lies  sie  hoch  pitten. 

Nach  poser  weiber  Sitten 
10  Sie  alle  pit  abschlneg, 

Faul  nrsach  sie  aus-zneg. 

Plieb  also  wider-spenig 

Und  gar  nit  ontertenig. 

Des  wnrt  Xantns  petmebet, 
16  In  nnninet  sich  vast  nebet, 

Ir  abesen  hart  claget. 

Esopns  zw  im  saget: 

9 Schweig  und  sey  gneter  ding! 

Zw-wegen  ich  dir  pring, 
ao  Das  dein  fraw  widernra 

Unpetten  wider-knm/ 

Frw  nam  Esopns  clueg 

Vom  herren  geltz  genneg 

1  Im  soobiten  «pruohbuohe,  bl.  15  bis  15'  |S].  Denselben  schwank  schrieb 
H.  Ssehs  auf  bl.  37'  bis  38'  [S'J.  Da  er  bei  der  Wiederholung  das  datutn  des 
entsprechenden  meistorgesangea  in  seiner  spracbweise  darunter  setste .  können 
wir  annehmen,  daß  er  diesen  und  nicht  etwa  ein  konsept  von  S  dabei  zur  vor- 
läge hatte»  Der  moistergesang  stand  im  neunten  (verlorenen)  meistergesaug- 
bnehe,  bl.  171,  hatte  die  Überschrift:  Xanti  weib  loff  hin  und  begann:  Als 
ZADtafl  het  ain  weihe;  er  ist  am  3  Augast  1547  gedichtet.  Die  einsige  ab- 
sehrift,  die  Ton  ihm  erhalten  ist  (Dresdner  handschrift  M  5,  s.  308),  schließt 
sieh  freilich    an  einigen  stellen  an  8,    an  anderen  an  8'  an.  7  S'  nit  mer. 

1 1  8'  mer-saeg.        14  8'  wart.        22  bis  405,  I  S'  FrUe  thet  gen  uiarok  er  lawffen. 


Uud  det  geo  marck  bia-lauffen, 

Mit  allem  rat  ein-kanffen 

Hüenr,  gens^  danben  und  eoten, 

Det  darmft  eylenU  wenten 

Hin  in  die  gassen  dar, 

Da  seine  herren  fraw  war. 

On-gfer  ein  knecht  herauB 

Ging  aus  m  vatters  haas. 

Den  det  Esopus  fragen: 

^Mein  freont,  kanst  mir  nit  eageo, 

Ob  kain  wiltpret  fall  sej 

Im  bais,  zw  gasterey? 

Xantns,  mein  herr,  der  alten, 

Wirt  morgen  hochzeit  halten 

Mit  einer  andren  frawen* 

Das  meniclich  wirt  »chawen/ 

Darmit  ging  er  darfon. 

Der  bausknecht  zaiget  an 

Dem  weib  Xanti  die  mer, 

Ir  herr  verbayrat  wer. 

Palt  sie  das  liört  vor  alio, 

Uberloflf  ir  die  galin 

Und  in  grimigem  zoren 

Mit  wnetigem  rumoren 
9«  Kam  sie  binbaim  geioffeii. 

Fand  gleicb  die  banst U er  offen 

Und  drat  zw  Xanto  dar, 

Sprach:  ^Ja,  ja,  ist  das  war? 

Dir  tjol  kein  weib  zw  frumen 
äo  lieber  dein  tbiiergscbwel  kiimen, 

Die-weil  icb  bab  mein  leben.*» 

So  tbetz  im  baos  pekleben. 


Welcb  man  ein  poe  weib  bat, 
Die  biolauft  frw  und  spat, 
Der  tbw  des  stüecks  sieb  remen, 
Ein  ander  weib  zw  nemen, 


t  S*  Vor!    th«i    mit  rat,  3  6'  Hüener.  tKubn. 

fftlW*  1^  S*  ftticlom,  34  S'    Mit    ser    groiftui. 

84  6'  frtle.         3»  6'  d«r  ttlkk. 


4  S'   l«ntoii.  8  g' 

30  S'  h*iiigiobw«K 


407 

Thw  anft  hochzeit  ein-kawffen, 
So  Wirt  sie  selb  haim-lawffen, 
Farpiegen  alle  Strassen, 
Kain  weib  ins  haus  zv  lassen, 
6  Das  ir  kein  nnglneck  wachse. 
Den  rat  gibt  im  Hans  Sachse. 

Anno  salotis  1547,  am  5  tag  Augasti. 

* 
4  S'  Kaine  im.         5  and  S  fohlen  S'.         7  8'  3  Ug. 


Irsji 


Ei 

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Kr 
Dl 

E 
Dl 


tt  münicbi. 

.  ich  der  mer, 
kern  doch  her* 
ipten  frej 

leateney, 
gen  JÄreii 
lei  wareD. 
wler  praeder, 


Dem  leget  der  dewffel  ein  hieder, 

10   Kam,  sprach:  Was  pistw  tür  ein  mon  > 
Er  antwort :  Ain  ^aistlich  person, 
Von  der  weit  genzlich  abgescliiden : 
[bl.  'M)\     All  weltlich  gscheft  las  ich  zw-frieden. 
Der  dewflfel  sprach :  So  raüest  auch  dw 

15   Haben  ein  gaistlich  klaid  darzw, 

Das  man  dich  vor  der  weit  müeg  kennen 
Und  ein  geistlich  person  zw-nennen. 
1  )er  prueder  sprach :  Wo  find  ich  das  ? 
Der  dewflfel  sprach:  Wart  an  der  stras! 

•jo    Ein  klaid  wil  ich  dir  morgen  pringen, 
Das  dich  zirt  in  geistlichen  dingen. 
Frw  kam  der  dewflfel  in  zw  quellen, 
Pracht  grabes  tuechs  auf  zwainzig  elen 
Und  schnit  miten  darein  ein  loch, 

23    Hing  ims  an  hals.     Der  prueder  doch 
♦ 

I  Im  sechsten  luoistergeHungbuohe,  bl.  3S^  bis  39'.  Der  meistergesang  in 
Hans  Sachsens  rosentone:  Vrsprung  des  ersten  münioh  »Ein  mttnich  alt  fragt 
ich  der  mere«  1547  August  2b  (MU  9,  bl.  197)  stimmt  fast  wort  für  wort 
überein.  Quelle:  Johannes  Agricola,  Sybenhundert  vnd  fUnfftsig  Sprichwörter. 
1541.  nr.  24.  Die  crweiterunj;  des  schwankes  sieh  band  9,  8.  458  bis  461  = 
schwank   nr.    243. 


409 

Das  f5rder  dail  in  armen  trneg, 
Das  hinter  tail  er  nach  im  zaeg. 
Darmit  phing  er  an  heck  und  standen. 
Der  pmeder  war  schwitzen  nnd  schnanden, 
6  Mnest  sich  ahl6sen  imerzw: 
Das  klaid  schaft  im  grose  onrw. 
Der  denfel  kam,  den  pmeder  fraget 
Vons  klaids  wegen.    Der  pmeder  claget. 
Da  schüerzt  er  im  das  tnech  hoch  anf, 

10  Fand  ims  mit  ainer  wid  zw  hanf: 
Da  wnrs  ein  knet  mit  weiten  geren, 
Der  lens  kunt  er  im  nit  mer  weren. 
Dammh  pschar  in  der  dewffel  ganz, 
Lies  im  seins  bars  ein  schmalen  kränz. 

ib  Nnn  war  die  knet  so  weit  nnd  gros. 
Der  fanl  pmeder  wnr  arheitlos. 
Der  dewffel  sprach :  Dw  mnest  dich  neren, 
Im  müesigang  dein  zeit  verzeren, 
Zog  im  das  hembt  von  seinem  nack, 

20  Macht  im  draus  ein  termanir-sack, 
Der  hinden  und  voren  nab-hing; 
Darmit  er  terminiren  ging. 
Als  er  nnn  einem  dorff  kam  nahen, 
[bl.  39']    Als  in  die  genshirten  ersahen 

36  In  solich  selzamer  mnnier, 

Maintens,  es  wer  ein  wildes  thier, 
Verliessen  irer  gense  hauffen, 
Detten  flüchtig  dem  dorff  zw-lauffen. 
Als  der  prueder  eilt  zv  der  pfarr, 

80  Da  ersach  in  des  dorfes  farr 

Undschray:  Emw,  emw!  mit  schall. 
Da  sageten  die  pauren  all: 
Das  thyer  das  mues  ein  münich  sein. 
So  kam  der  erst  münich  herein, 

36  Vom  dewffel  peclaid  nnd  peschorn 
und  vom  farren  penamet  wem." 
Was  möcbt  den  goetes  von  im  wachsen?! 
Wie  man  das  höret  von  Hans  Sachsen. 

Anno  salutis  1547.  am  25  tag  Aiigusti. 
30  ?  «hil  fohlt  6. 


410 


Die  drey  löblii-hen  pewriii. 


16 


Drey  pawren  saseü  pey  dem  wein, 

Iglicber  lobt  die  frawen  sein. 

Der  erst  sprach :  ^Mein  fraw  dtir  und  gsiind 

Vertrit  mir  in  meim  haus  ein  Imnd 

Mit  irero  gron,  pellen  nnd  marren, 

Thutz  mit  knechten  und  maiden  scharren. 

Mit  den  nachtpaum  thnet  sie  sich  ßchelten, 

Zw-frid  is  mit  im  freunden  selten. 

Wer  hin  nnd  wider  für  ist  gen, 

Thut  sie  auch  pl ecken  ire  zen, 

Und  thnt  mich  selbert  auch  an-pellen, 

Henckt  mir  anch  an  yil  schampar-Echelleu, 

Ich  sey  ein  esel,  narr  und  dropff. 

Wen  ich  ir  den  ains  gib  an  kopff, 

So  that'^  nach  mir  zwacken  und  peisseo« 

Als  wöls  zw  stueckeii  mich  zw-reissen. 

Also  sie  mich  angeknurrt  und  -schuawft. 

Idocli  kain  hasden  sie  erlawft. 

Wer  sie  noch  so  ranig  und  mager. 

Ich  wolt,  das  sie  het  der  Iiuntschlager!^ 

Der  ander  sprach:  „So  ist  mein  weib 

Gros,  starck,  grob  und  rüesseu  von  leib, 

Sie  vertrit  mir  zw  haus  ein  ganl, 

So  woi  mag  zthen  sie  im  maul 


.  1    Itn   iocbflleu   rpruoht^uahis ,    ht.    41'  bis  42. 


Vergl.  den  moUtergwaog  im 
Drejr  pjiuroo  t&«ofi  pey  d«CQ 
weioo«  1547  Ootobor  U  (M<;  9,  b1.  374),  g«dr.  Woller,  Uant-Snobf-biblio^rAphi« 
nr.  MD.  l»er  einftttMruok  des  s|iruohgedkbt.«i  (WeUor  nr.  37,  S)  «Ummt  (tat 
geafto  mil  d«ui  druck«  dta  meiitttrgttüADges  Dberein.  Krw«iiBft  iit  dor  fpniQh 
buod  21|  0.  187  bi«  IVK  2Q  ^   WHgel.      Vi»rgU  fMluftobUpiolt,   bdob.  7,  i,  V^I  f. 


411 

Ans  der  kandel,  stäetzen  und  flaschen, 
Darmit  Iren  goder  zw  waschen, 
Eain  Eueg  thuet  sie  mir  anch  versagen, 
[bl.  42]    Darzw  thut  sie  anch  geren  tragen 

6  Haimlich  kües  nnd  anch  leilach  ans, 
Die  versetzt  sie  in  dem  wirtzhans, 
Lest  teglich  füeren  ir  den  plinden, 
Ich  kan  ir  nicht  zemen  noch  pinden. 
Wie-wol  sie  nit  ist  geren  hay, 

10  Liegtz  doch  geren  lang  in  der  stray. 
Wen  sie  von  der  drenck  haim  thnt  lenden, 
So  get  sie  oft  heim  an  den  wenden. 
Tag  onde  nacht  ist  sie  stetz  vol 
Und  schewcht,  wo  man  arbeiten  sol. 

16  Solt  ich  zw  fnes  gen  diesen  winter, 

Wolt  ich,  es  hetz  der  schelmen-schinter!** 
Der  drit  sprach:  «Gros  nnd  nngeschicket. 
Dick,  iaist  am  leib  and  wol  durch-spicket, 
So  ist  in  meinem  hans  mein  fraw. 

20  Dammb  darff  ich  snnst  kainer  saw, 
Sie  ist  schlächtisch  in  allen  Sachen: 
Mit  waschen,  kochen  nnd  mit  pachen. 
Hoffen  und  schüessl  liegt  ungespnelt, 
Sam  hab  ein  saw  darin  geüelt. 

26   Pfercht  in  die  heffen  anch  darzw, 
Hat  vor  den  flöhen  wenig  rw. 
Ungepet  lieg  ich  vast  al  nacht. 
Kein  new  gwaschn  hembt  sie  mir  nie  pracht. 
Sie  grölzet,  reispert,  farzt  and  huest 

80  Und  ist  ein  rechter  sappen-wnest. 
Hüner  nnd  gens  lests  hnngers  sterben, 
Das  flaisch  erstincken  and  verderben. 
Die  zotten  hencken  ir  ins  maul: 
Sie  ist  schlüchtisch,  treg  und  raistfaul. 

96  Allein  zum  nüsch  so  ist  sie  wacker, 
Ich  wolt,  es  het  sie  der  fleischhacker!'' 

Addo  salatis  1547,  am  16  tag  Octobris. 
27   ?  ich.     8  io.  31   E  lests.     8  lees. 


|bi  42'i  Die  Arn 


Pnrgnnd.    Das  tirtail 


— I 

]|  a  ritter  sas, 

0  '  netd  und  ba«, 

9  S  af  ein  tag, 

A  ^praech  und  dag, 

8f<  ff-dawäent  dueatßii ; 

Fl  f  in  2way  mcnaten. 

Als  m  das  gelt  nan  pracht  d^m  pdsen, 

10  Iren  herren  darmit  zw  lösen, 
Aus  pos  unzuchtiger  pegir 
Pegeret  der  poswicht  von  ir, 

Auch  vor  ain  nacht  pey  ir  zv  schlaffen, 
Sunst  wolt  er  in  am  leben  straffen. 

15    Die  fraw  erschrack,  war  eren-frum, 
Im  tueren  fragt  den  man  darum, 
Wes  sie  sich  irer  er  solt  halten. 
Ir  wurt  geantwort  von  dem  alten  : 
^0  dw  liebster  gemahel  mein, 

•ju   Kans  ye  und  raags  nit  anders  sein, 
So  thw  dich  in  sein  willen  geben, 
Das  mir  erettet  wert  mein  leben. *^ 
Nach  dem  die  nacht  er  pey  ir  lag. 
Frw  pald  aufging  der  ander  tag, 

2[i    liios  ei*  den  alten  riter  aus. 

Doch  auf  eim  deppich  vor  dem  haus 
Lies  er  im  abschlagen  sein  haubt, 
In  leib,  er  und  gueter  peraubt. 
Die  traw  floch  zum  herzog,  entron. 


1    Im   soohsten   siiruchbuche,   bl.    42'   bis   43.      Diu  erweitorung  sieh   band  2, 
8.   331   bis   334,   dazu  band   21,   s.   365.       Vergl.    Kirchhofs  wendunmuth    A,  243. 


418 

Von  Pnrgiind,  zaigt  im  cleglich  on, 
Wie  tiranisch  gehandelt  het 
Der  ritter.    Nach  dem  schicken  det 
Der  herzog  and  Ined  in  zv  gast 
5  In  seinen  fürstlichen  palast. 
Die  fraw  anch  mit  zw  dische  sas, 
In  lanter  schwarz  peklaidet  was. 
[bl.  43]    Er  det,  sam  het  er  ir  nie  gsehen. 

Nach  dem  mal  det  der  herzog  jehen 

10  Znm  ritter:  „Dieses  frewlein  schon 
Ist  ein  witib  nnd  hat  kaxn  mon; 
Der-gleichen  hastw  auch  kein  frawen. 
Wir  wollen  dirs  euch  vertrawen." 
Der  red  erschrack  er,  thet  sich  Schemen, 

16  Sagt  anf  dis  mal  kein  weih  zv  nemen. 
Der  herzog  plickt  in  ernstlich  on, 
Sprach:  ,Dw  mnst  sein  der  frawen  mon, 
Oder  hast  unser  hnld  verlorn/ 
Als  er  vermerckt  des  f&ersten  zom, 

flo  Sein  willen  er  anch  darein  gab, 
Went  doch  sein  äugen  von  ir  ab. 
Der  fßrst  sprach :  ^Setz  dich  und  verschreib 
Dein  hab  und  gueter  disem  weib; 
Versiegel  das  mit  deim  petschir!'' 

26  Als  der  prieff  wart  volendet  schier, 
Da  gab  der  fderst  in  gottes  nam 
Paide  person  elich  zv-sam. 
Palt  er  zw  eren  pracht  die  fraweu. 
Lies  er  den  köpf  im  auch  abhaweu: 

30   Der  frawen  wart  sein  hab  und  guet. 
Als  die  kronica  sagen  thuet, 
Gschach  nach  Cristi  gepnrt  vurwar 
Virzehnndert  und  fünfzig  jar; 
Ein  loblich  urtail  so  war  das. 

86  Detten  all  fürsten  solcher  man, 
So  würt  geent  vil  ungemachs. 
So  spricht  von  Nürenberg  Hans  Sachs. 

Anno  salutis  1547,  am  19  tag  OctobriH. 


415 

und  dancht  sich  darin  stolz, 
Die  wolff  flohen  gen  holz. 
Als  er  nach  karzen  tagen 
Eim  wolff  lang  nach  det  jagen 
5  Und  als  der  wolff  nm-sach, 
Das  er  im  war  so  nach, 
Forcht,  das  er  in  zw-ris. 
Vor  angst  er  sich  peschis 
Und  det  sich  erst  vast  strecken 

16  An  ainer  doren-hecken. 
Dem  wider  in  dem  rencken 
Die  hondz-hawt  det  pehencken. 
Der  wolff  der  war  omb-sehen 
[bl.  44]    und  erplickt  in  der  nehen 

15  Da  sten  den  plosen  wider 
Und  platzet  anf  in  nider 
Und  fragt  in,  wer  er  were, 
,Ein  wider,"*  antwort  ere. 
,Waramb  hast  mich  den  jaget?' 

so  Sprach  der  wolff.    Darauf  saget 
Der  wider:  ,Ich  thet  scherzen." 
Der  wolff  sprach :  „In  meim  herzen 
Ean  ich  keim  scherz  zw-aigen!*^ 
Und  det  sein  kot  im  zaigen; 

36  Den  wider  waergt  nnd  fräs 
Der  wolf,  zv  räch  in  as. 
Esopns  mit  den  sacben 
Warnt  die  nidem  nnd  schwachen, 
Mit  den  starcken  zw  kriegen; 

30  Wan  ir  truetz  und  petriegen 
Nit  lang  wert  ir  vermessen, 
Entlich  Werdens  gefressen. 

Anno  salutis  1547,  am  21  tag  Octobris. 
17   und    18   reime,  »as  dem  meiitergesAnge  Übernommen. 


Der  spreclier  mit  dem  rock. 

Zw  Straepurf^  war  ein  Sprecher, 

Eio  gneter  foller  zecher, 

Was  er  des  tagß  gewone, 

Das  war  zw  nacht  vertone. 

Derbalb  ging  er  zw-riflsea, 

in  gwentlich,  alt,  zerßchlissen, 

Der  doch  was  künstenreich. 

Keiner  war  im  Bunst  gleich 
10   Mit  sprechen  oder  singen; 

Mit  vil  höffJiichen  dingen 

Kunt  er  mit  fichimpfling  Sachen 
|hl.  44']     Dem  volck  vil  freuden  machen. 

Ein  rat  znm  newen  jare 
16   Ein  rock  im  schencken  wäre, 

Den  er  den  nach  den  tagen 

In  solt  zw  eren  tragen. 

Den  er  zw  danck  anumb, 

Macht  ein  lohf^pruch  darniiih^ 
20  Den  er  oft  hat  gespreclien. 

Und  e  verging  vier  wochen, 

Det  er  den  rock  verkaufen, 

Verspillen  nnd  versauffen, 

AU  das  ein  rat  erfner^ 
m  Es  im  verschmähen  wiier, 

Und  forderten  den  Sprecher, 

Den  spiüer  und  weinzecher, 

1  Im  8«4ibHt«n  i^praebbiiotie,  ti).  44  bli  46.  ijeilruckt  in  den  fab«li} 
fohwAnkon  nr.  \iH.  /.u  V9Tg\.  wire  MG  9,  bl.  30ß  in  rjer  fpniehweii» 
IL  8a<*ha ;  Sprecher  mit  d^in  rook  »Zw  gtrupurj:  war  ain  fpreober«  1647 
vviabtr   &?   Uie  erwAiteriitig  tkli   baad  21,  t,  20t   bii   206« 


417 

Sprachen:  ,Ein  erber  rate 
Und  gemain  dieser  State 
Hat  dich  peklaidet  feine 
Von  wegen  der  knnst  deine. 
&  Wo  hast  den  rock  hin-thon?^ 
Da  fing  der  Sprecher  on: 
^Ir  herren,  mich  vemembt! 
Der  dat  euch  selbert  scbembt, 
Weil  ir  herren  im  rat 

10  Straspnrg,  die  grosen  stat, 
Teglichen  knnt  verwalten, 
Ennt  doch  den  rock  nit  pbalten 
Und  habet  mir  in  geben, 
Der  ich  durch  mein  ganz  leben 

16  Nichs  philt,  wie  möcht  den  graben 
Rock  ich  den  phalten  haben?'' 
Pey  diesen  gneten  schwencken 
Ein  weiser  sol  gedenken: 
Wen  er  was  haimlichs  treget, 
[bl.  45]    Das  in  haimlichen  neget, 

Das  doch  haimlich  so!  pleiben 
Vor  mannen  nnd  vor  weihen    — 
Wo  er  das  thnet  vertrawen, 
Sagn  mannen  oder  frawen, 

26   Verpit  ims,  wie  er  wöll, 
Er  doch  gwis  wissen  seil, 
Das  es  im  wirt  auß-prechen, 
Zw  dem  möcht  man  wol  sprechen; 
Die- weil  dw  dein  anliegen 

30  Seibert  nicht  hast  verschwiegen, 
Wie  kunt  ein  ander  schweigen, 
Des  die  sach  nit  ist  eygen? 
Dmmb  wilt  ein  ding  still  haben, 
So  thus  in  dein  herz  graben 

35   Und  thw  das  nimant  clagen, 
So  kan  es  nimant  sagen. 
Das  dir  unglüeck  «iraus  wachs, 
Spricht  von  Nürnberg  Hans  Sachs. 

Anno  salutis  1547,  am  5  ta<7  Nov<*inhris. 


Haus  Sacht.    XXII. 


Der  ritter  ;  i  whöneo  dOehteni. 

4 


mwi  hüis  past^ 

fr  \  pal&frt^ 

'  treidieii  garten 

kriay  arten. 
^  per  stniKi, 

Däilii  muer  iwi%  n^b  man  fttnd. 
10  Eins  tags  der  kumg  Karel  ah 

Jagt  het  dnrcb  einen  finstern  walt, 

Zw  diesem  ritter  thet  ein-keren, 
M.  40'      Der  in  entpling  mit  grosen  eren. 

Da  er  mit  hohem  fleis  peschawet, 
ir,    Wie  alle  gmach  waren  durch-pawet; 

Darob  der  künig  het  gros  wunder. 

Ein  disch  war  im  peraitet  nnder 

Eim  auspraiten  pamranzen-paum 

In  dem  garten,  in  weiten  ranm ; 
20   Daran  der  künig  frölich  sas; 

Der  ritter  zw  disch  dienen  was. 

In  dem  eindraten  in  den  garten 

Zwo  jnnckfrawen  mit  schneweis  zarten. 

Durchsichtig  weisen  hemetlein, 
25    Dardurch  ir  leib  sam  plos  erschein, 

Ganz  engelisch  gelidmasirt, 

Mit  gelb  fliegendem  har  gezirt, 

Wueten  in  weyer  i>is  zun  prüesten 

Und  lischeten  da  zw  wolüesten, 
* 

1     Im    sf!ch-ifen    spruclilturlu«.    bl.    10    V)is  4  7.      Die   erweitoriin^   sieh    han«!  20 


419 

Fingen  etliche  grose  fisch, 

Die  wnrffens  f&r  des  künigs  disch, 

Im  gras  zw  schnalzen  tind  zw  springen. 

Änderst  zw  klaiden  sie  abgingen. 

6  Nach  dem  kamen  sie  alle  paid, 
Ide  in  adelichem  claid 
Und  tmegen  mit  höflichen  züechten 
Zwo  schallen  mit  mancherley  Mechten. 
Nach  dem  standen  sie  zam  gericht 

10  Vor  des  küniges  angesicht 

Und  also  sües  und  lieplich  snngen, 
Gleich  sam  mit  engelischen  znngen. 
Der  alt  künig  sie  paid  anplicket 
Und  wart  gen  in  paiden  verstricket 

u  Mit  in-prfinstiger  starcker  lieb, 
Die  in  ie  lenger  vester  trieb, 
Das  er  oft  kam  sam  aus  genaden 
[bl.  47]    Zw  diesem  ritter  angeladen. 

Sein  lieb  kant  er  nit  lenger  tragen 

to  Und  det  es  ainem  graven  clagen, 
Er  wolt  dem  framen  ritter  alt 
Paid  dOchter  nemen  mit  gewalt. 
Der  graff  das  wideriet  zw-hant, 
Sprach:  „Das  wer  ench  ein  grose  schant. 

26  überwint  dieser  liebe  we! 

Stewert  paid  jnnckfraw  in  die  ee! 
Das  ist  each  ein  mm,  preis  und  er.*^ 
Der  künig  folgt  der  drewen  1er, 
Verhairet  die  junckfraw  all  paid, 

80   Doch  rait  er  ans  dem  lant  vor  laid. 
Pocacius  peschreiben  Ihaet. 
Erliche  lieb  ent  sich  in  guet. 
Das  daraus  alles  guet  erwachs 
Wünschet  von  Nürenberg  Hans  Sachs. 

Anno  aal  litis  1547,  am   17  tag  Novembris. 


27* 


^3i^^^^H 

ISO 

De    -            *^  lern  cl«t 

b4                             «»  gfatem. 

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&  Er                                midk  gewib.' 

Dil                              insüel^ncliiiBoti!' 

W,                                »jl  M  feil  tkfmi 

Wi                              wti  wmgtämch, 

Släc                                »  aaden  mdi^ 

)   Nael                                Qoli  der  dot. 

Der  den  sw  etm  gr&cera  erpot; 

1 

Wo  er  in  nein  x«  diesen  sacUeJi, 

Wolt  er  ein  arzet  aas  im  machen, 
jhl.  47' j     Das  er  wüert  reich  in  kurzer  zeit. 

ir.    r)ie  gfaterschaft  er  im  zw- seit. 

Der  dot  hneb  aus  dem  tauf  das  kind, 
Lert  sein  gfatern  die  kunst  geschwind 
Und  sprach  :  -Wen  dw  gestzveim  krancken, 
So  hab  nur  auf  mich  dein  gedancken! 

20    Wen  ich  ste  pe}'  des  krancken  haubt, 
So  mues  der  kranck  sterben ;  (gelaubt ! ) 
Ste  ich  aber  peis  krancken  füesen, 
So  müegt  ir  im  sein  kranckheit  püesen." 
Im  dorff  lag  kranck  ein  reicher  pawr, 

25    Zw  dem  der  arzt  kam  und  sach  säur. 
Der  kranck  den  arzt  hies  willig  kumb, 
Der  sach  pald  nach  seim  gfatern  umb, 


1  Im  sechyten  «pruohbuche,  bl.  47  bis  48.  (iedruckt  im  Deutschen  museuin 
1802.  n.  f.  1,  -.  1H2  bis  184  und  in  den  fabeln  und  »chwänUeD  nr.  99.  Vergl. 
M(i  9,  bl.  o40  im  ro«entone  des  II.  Sachs:  Der  pawor  mit  dem  dot  »Ein 
pawer  wolt  gwinen  nin  fjfafernt  1547  Dezember  21?  (irimm,  Kinder-  und  haus- 
iinirchon  nr.  44,  «limi  bjin«l  'A,  70.  .lacob  Ayrer.«  fastnucht^piel :  Der  baur  mit 
?einr    j^futtcr  todl. 


421 

Der  dort  peis  krancken  fliesen  stund. 
Der  arzt  sprach:  .Wiltw  werden  gsund, 
So  g^b  mir  zwelff  gülden  zw  Ion.*" 
Er  sprach:  „Das  wil  ich  geren  thon.' 

6  Pald  er  den  krancken  det  gsund  machen, 
Wnrt  er  pememet  in  den  Sachen. 
Pald  er  ging  zw  eim  krancken  ein, 
Sach  er  anf  den  gefatem  sein : 
SUind  er  peim  haubt,  der  krancke  starb, 

10  Pein  fliesen,  gsnntheit  er  erwarb. 
Nach  im  man  schicket  in  die  stet, 
Vil  geldes  er  verdienen  det. 
Als  das  weret  anf  zehen  jar, 
£om  der  gfater  dot  zw  im  dar 

16  Zon  hanpten,  sprach:  «Hört,  gfater  ir, 
Macht  ench  palt  auff,  ir  müst  mit  mir!'' 
Der  arzt  sprach :  ,That  mich  nit  verspeten, 
Last  mich  ein  vatter-unser  petten! 
Wen  ich  das  gar  ans-pettet  hab, 

to  So  wil  ich  mit  euch  schaiden  ab.* 
[bl.  48]    Der  dot  sprach:  «Das  wil  ich  auch  thon.^ 
Der  arzet  fing  zw  petten  on, 
Pet  doch  nit  mer,  den  das  erst  wort. 
Der  arzt  den  dot  west  an  dem  ort 

26  Und  pet  also  daran  sechs  jar, 
Das  vatter-unser  pet  nie  gar. 
Der  dot  gar  oft  kam  in  sein  haus, 
Sprach:  «Habt  ir  noch  nit  pettet  aus?'* 
Der  in  doch  lenger  noch  aufzneg. 

so   Der  dot  zw-letzt  praucht  ein  petrueg: 
In  eines  krancken  menschen  gstalt 
Legt  er  sich  vur  das  hause  palt 
Und  schray:  „Her  arzet,  helflfet  yr 
Mit  einem  pater-noster  mirl" 

U6   Der  arzt  loff  rab,  spracli  sein  fiepet; 
Der  dot  im  pald  sein  hals  umb-dret, 
Sprach:    «Nun  hilft  euch  kain  liste  zwar.** 
Darumb  ist  das  alt  Sprichwort  war: 
Kein  krawt  sey  für  den  dot  gewachsen, 

io  Wirt  auch  verschonen  nit  Hans  Sachsen. 
Anno  salutis  1547,  am  20  tag  Novenibria. 


422 


Die  YoUkiinim 

an  der  plan 

ander  gotter,  I 

acbtz  geselieu 

[bl.  51]    A 

ändert  jar 

D 

jar  vnrwar, 

»  A» 

gen  Dec«tnbrig 

W 

ewis 

In 

on  planeteo, 

D 

)eck  da  h«tt«n 

S> 

am  flnnBioent, 

\ti  Die  in  der  Bechsteii  stund  üch  ent: 
Kratlich  der  gnetlg  Jupiter   '   ^ 

Scbin  ganz  adelicher  geper 
(ranz  tiigenthafter  art  und  railt. 
Gen  im  über  das  himlisch  pilt 

15   Venus,  der  lichte  morgenstern, 
Erglastet.     Und  von  dem  nit  vern 
Mercurius  gab  seinen  schein. 
Gen  diesem  legt  sich  schwerlich  ein 
Mars,  der  sich  peruembt  seiner  art 

20   Des  kriegs  und  raubs  mancher  herfart, 
Darin  er  het  erlanget  er, 
Und  über  das  rüempt  er  sich  ser 
Der  hetz  und  jegeren  vast  gern, 
Wie  er  gefeit  het  etlich  pern, 

•j.i    Wer  gfallen  ubert  perg  hinein 
Und  gstochen  etlich  wilde  seh  wein. 
Mercnrius  pereter  art 
Hielt  Martem  stetigs  widerpart, 
Weil  er  in  sach  so  hurt  pewegt. 
30   Hachus  het  in  schir  gar  pedegt, 
♦ 

I    Im   tjcchneii   ?|»ruclibuohe,   bl.    50'   bi^    51'. 


423 

Das  Mars  scbir  gar  stickftnster  war. 

Lana  loff  im  entgegen  gar 

Und  wincket  Martern  oft  zv  schweigen; 

Er  aber  wolt  sicli  ir  nit  neigen, 
5  Pis  er  entlich  mit  ir  verschwand: 

Stil  wart  es  zv  der  selben  stnnd. 
[bl.  51']    Anf-ging  Satnmns,  der  daerr  alt. 

Den  nberzug  anch  Bachos  palt, 

Das  er  gab  gar  ein  finstern  schein, 
10  Der  det  Mercuriam  allein 

Mit  dem  Bachum  auch  aberzihen. 

Mercnrios  zw-meck  wart  flihen, 

Anf  das  er  erhilt  seinen  schein. 

Das  ander  gestirn  als  gemein 
16  Wnrt  von  dem  Bacho  plaich  niid  duuckel, 

Allein  schin  hell  wie  der  carfunckel 

Herr  Jupiter,  der  erenfest. 

Und  Venus  zart,  die  aller-pest. 

Mit  irm  lieblichen  gegen-schein 
20  Jovi,  irem  gmahel  allein. 

Darmit  nam  an  dem  firmament 

Die  constellacio  ein  ent. 

Got  geb,  das  als  glüeck  draus  erwachs! 

Das  wünschet  von  Nürnberg  Hans  Sachs. 

26        Anno  salutis  1547,  am  27  tag  Decembris. 
14  ?  geftirn.     S  gsiirn. 


424 


Die  zweji  pa( 


tteukercker  mit  dem 


» 


k 

I 

Em 


iwea  psehantea 

nupekanteu 
i  nach  prot. 
aucU  die  not. 

dotten-kereker, 
sr  ander  ein  Mercker. 


Eids  nacntz  macui^n  sie  ein  peäcliaid, 
10   Wie  sie  wollen  sielen  all  paid, 

Der  Scliwab  ein  sack  mit  nüesen  wolt 
Stelen,  aber  der  Mercker  solt 
Ein  grosen  faisten  heniel  Stelen, 
Das  im  kercker  wollen  verhelen. 
1 1(1.  52]     Der  Schwab  kam  mit  den  nüesen  sein 
Und  setzt  sieb  auf  die  dotten-pein. 
Klopft  auf  die  nües,  die-selben  fräs 
Und  seines  gsellen  warten  was. 
On  gferr  süssen  in  dem  wirtzbaus 
•20   Zwen  pauren,  lebten  in  dem  saus, 
Der  ain  ret  von  grawsamen  dingen, 
Was  die  sei  im  painhaus  pegingen, 


1  Im  sechsten  spruchbucho,  bl.  51'  bis  52'.  lieciruckt  in  den  schwanken 
als  nr.  100.  Vorgl.  den  ineisterge^ang  in  «lein  langen  tone  Hopfgarlens :  Die 
pachanten  ein  ntampaney  »Hort  zw  Krdfurt  waren  armer  pachanten  «wen« 
1532  Februar  29,  gedruckt  bei  Frdr.  (Jottfried  Wilh.  Hertel,  Handschriften  von 
Hans  Sachs.  Programm.  Zwickau  1854.  s.  34  bis  35.  Nocliniala  bearbeitete 
H.  Sachs  den  stoß'  am  1  Januar  1548  in  seinem  rosentone  fas^t  wörtlich  Uber- 
ein.stimmend  mit  der  obigen  ^pruchform,  Erweiterung  sieh  band  9,  8.  416  bis  419. 
Quelle:  Paulis  schimpf  und  ernst  nr.  82  (auög.  von  H.  Oesterley  «.  62  und  482); 
sich    auch    II.    Kurz,   rollwagenbiichloin   g.    211    /u   nr.    LVI. 


425 

Und  machten  oft  ein  gros  gerümpel, 
In  dotten-painen  ein  gedüempel. 
Der  ander  pawer  zw  im  sprach: 
«Der  gaist  ich  nie  kain  h9rt  noch  sach. 

6  Wiltw  mich  zw  dem  kercker  dragen 
Anf  deinem  rüeck,  so  wil  ichs  wagen.'' 
Auf  seinem  meck  fast  er  den  knollen, 
Ein  voller  tmeg  den  andern  vollen, 
Und  kamen  zv  dem  kercker  dar. 

10  Der  pachant  nam  der  zwayer  war, 
Maint,  sein  gsell  det  den  hemel  pringen, 
Und  det  von  dotten-painen  springen 
Und  sprach:  „Pringstw  den  hemel  frech? 
Wuerff  nider  in,  das  ich  in  stech!*' 

16  Gros  forcht  dnrch-ging  den  feilen  pawm, 
Warff  nider  vor  des  kerckers  mawm 
Sein  gsellen,  wolt  lawifen  darfon. 
Nach  im  dappet  der  drnncken  man, 
Ergriff  in  pey  dem  kittel  wider 

20  Und  rais  in  oben  anf  in  nider. 

Der  pachant  ans  dem  kercker  dappet, 
Auf  das  den  hemel  er  erschnappet 
Und  schray  den  an:  „Halt  fest!  halt  fest! 
Ich  wil  in  stechen,  ist  das  pest." 

26  Den  pawren  wart  vor  angsten  hais, 
Das  ider  in  die  hosen  schais, 
Und  foren  paid  auf  von  dem  hawffeii, 
Hueben  von  kreften  an  zv  lawffen. 
[bl.  52'J     Der  pachant  maint,  der  hemel  wer 

so  Entloffen  im;  an  all  gefer 

Loff  er  nach,  schrir  mit  heller  stim : 
„Dw  pleibst,  dw  pleibst !  Halt, halt ! "  mit  grim. 
Erst  ider  pawer  waidlich  loff, 
Pis  sie  entroneii  vom  kirchoff 

35  In  das  wirtzhaus,  da  sie  pesimder 
Erst  sageten  von  grosem  wunder, 
Und  sahen  paid  den  dotten  gleich, 
Erschluchzt,  erschrocken  und  ganz  pleich. 
* 

15    MO  Groe  f.  daroh  ging.     S   Duroh  f.   war  angst.  25  S   haus.        31  S 

«tum.  33  S  wadlioh.  38  S  Esobluobzt. 


4se 

Wer  ?il  litirch  ffirwitas  wU  erfarwi. 
Der  phecht  äw  seilten  in  dem  gareti, 
Leit  55W  dem  gspöt  vil  ungemacJis 
Durch  sdnen  varwitE,  spricht  Hans  Bachs. 

Anno  «aliitii  1548,  am  1  tag  Januari. 


427 


Der  maier  mit  dem  thumbrobst  zw  Regenspurg. 

Zw  Regenspurg  ein  maier  sas, 

Der  het  ein  weib,  scliön  nber-mas, 

War  docli  an  Iren  eren  Btet. 
6  ümb  die  der  thumprobst  puelen  thet 

Und  wolt  ir  virzig  gnlden  schaffen, 

Das  er  ein  nacht  pey  ir  thet  schlaffen. 

Die  fraw  thet  es  dem  man  ansagen. 

Der  maier  thet  mit  ir  ratschlagen, 
10  Wie  sie  das  gelt  zw  wegen  precht, 

An  eren  doch  plieb  nngeschmecht. 

Entlich  da  wart  die  glock  gegossen 

Mit  ainem  visirlichen  possen. 

Die  malerin  die  schickt  ir  maid 
16  Zw  dem  thnmprobst  mit  dem  peschaid, 

Ir  man  wer  gangen  nberfeld. 

Der  thnmprobst  kam  und  p rächt  das  gelt 

Und  gab  ir  das  und  miten  dacht, 

Pey  ir  zw  schlaffen  die  selb  nacht, 
ao   Die  fraw  priet  ein  hun  und  sot  fisch, 

Hies  den  dumprobst  sitzen  zv  disch. 

Dem  maier  geben  wart  das  los. 

Der  kam  mit  eim  gepöller  gros 

Zw  klopfen  an  sein  aigen  haus, 
[bl.  70]     Die  fraw  sprach :  »Herr,  mein  man  ist  daus." 

Er  sprach:  „0  fraw,  wo  sol  ich  hin?" 

Sie  sprach:  »Herr,  folget  meinem  sin 

* 

1  Im  seohften  spraohbaohe,  bl.  6tt'  bi»  70'.  (iedruokt  bei  Charles  Schweitzer, 
Uanit  S»«h8.  NaDOj  1887.  s.  436.  In  den  sämtlichen  eohwilnkon  alä  nr.  101. 
Vergl.  den  meistergesang  im  rosentono  des  Uaos  Sachs:  Der  maier  mit  dem 
dumi^robst  »Zw  regenspurg  ein  maier  sas«  1548  Januar  30,  gedr.  bei  Schweitzer, 
8.   434. 


Und  siecht  euch  miieUr-fiadiftI  ab 
Un4  stelet  ettch  nur  pald  htn&l) 
Unter  die  pild  In  die  wcrckstel 
Und  rmri  each  nit,  ob  gleich  far*gat 
Mein  man  mit  gdnem  w&feo  wild. 
So  maint  er,  ir  seit  aadi  ein  pM,* 
Das  gBchadi.    Sie  det  dem  maier  auf, 

rekstal  hinauf, 
^  ol  idi  aim  verkawAfen.- 

st  I  1  QHler  dem  bawffeji« 

^Daa  pi!d  wer  fein, 
4  in  gscliiiT  allein; 

'<  ^r  erbem  frawen, 

t-a»  miclis  rab-hawenf» 

i&  Eiit  dm  ding  nur  recken^ 

»  liecht  dran  Bteoketi.'* 

^  [ai  peybel  her. 

Das  er  ims  annaat.     Da  flncb  der 
Dnrabrobst,  stiee  etWi^h  |»i1ti  rlRrnider, 

20   Loff  nackat  ans  dem  hanse  wider, 
Kam  Racket  zw  seim  haus  geloffen, 
Die  thüer  an  als  gefer  fand  offen. 
Der  raaler  loff  im  hindenach 
Und  schrir  imer:   „Halt  auf!  und  fach!'' 

25   Und  klopfet  an  des  thumprobst  pforten 
Und  schrir  hinauf  mit  diesen  Worten : 
„Mir  ist  ein  pild  entloffen  rein." 
Der  dumbrobst  schra\' :   „Last  das  guet  sein ! 
Ich  wil  euch  hundert  gülden  schencken, 

:io    Und  thuet  der  ding  nit  mer  gedencken!" 
[bl.  7M'J     Der  maier  nam  das  geltlich  an 

Lud  ging  gar  frewdenreich  darfan. 

So  geit  manch  weib  noch  aim  ain  schlappen 

Tnd  henckt  im  an  ein  narren-kappen, 

sb   Daraus  im  schaut  und  schad  erwachs 
Mit  scliant  und  schaden.  Spricht  Hans  Sachs. 

Anuo  salutis   1548,  am  3U  tag  Januari. 


429 


Die  drey  schalckhaftigen  stndenten. 

Drey  Schreiber  zogen  uber-felt 
Gar  wolpeklaid,  doch  on  pargelt, 
Die  kamen  in  ains  pfaffen  haus, 
6  Der  erst  Student  der  thet  sich  ans: 
Er  wolt  in  pringen  protz  genneg 
On  gelt,  mit  seinen  listen  clueg. 
Er  ging  bin  anter  die  protpenck, 
Kauft  sechzig  serael  durch  sein  renck, 

10  Sprach  zv  dem  pueben:   ,Ge  mit  mir, 
Das  mein  herr  zal  die  semel  dir!'' 
Da  loff  des  pecken  pueb  auch  mit 
Und  west  umb  diese  schalckheit  nit. 
Als  sie  kamen  in  dieffes  kot, 

15  Lies  der  Student  fallen  zway  prot 

Und  sprach  zum  pueben:  ,Lawff  und  hol 
Zway  andre  prot!  Zalt  man  dir  wol." 
Der  pueb  loff  und  zwo  semel  holt. 
Die  weil  der  Student  darfon  droit 

20  Und  sein  gselen  die  semel  pracht 
Zw  essen  auf  drey  tag  und  nacht. 
Der  ander  Student  der  ging  frisch 
* 

1  Im  sechsten  sprnohboobe,  bl.  70'  bis  71'.  Gedruckt:  Charles  Schweitzer, 
Hans  Sachs.  Nancy  1887.  s.  441  ;  dann  in  den  sämtlichen  .«cbwänken  als  nr.  102. 
Wahrscheinlich  stimmte  der  moistergesang  in  der  abentcuerweise  des  Hans  Folz 
▼OD  demselben  tage  (MQ  10,  bl.  13)  mit  dem  obigen  Spruche  Ubereio.  Ob 
II.  Saehf  in  des  Römers  gesangweise  1549  in  der  mitte  September  denselben 
/toff  nochmals  behandelte  (.MG  tl,  bl.  96),  ist  vorderhand  nicht  zu  sagen. 
Das  29  fastnachtspiel  mit  der  Überschrift  Die  drey  Studenten  hat  nur  fünf 
(»ersonen;  demnach  ist  es  tweifelhaft,  ob  es  den  gleichen  inhalt  hat.  Vergl. 
fa«tnaehtspiele  aus  dem   14  Jahrhundert  ?.    127H. 


430 

An  den  fischmarck  ^v  bobn  fia^-li, 
Kmuft  umb  zw  elf  paUen  fiBeba  BchiF 
[bl.  7!i     Und  spraeb  ^am  tscher:  ^Kom  mit  mir 
Zum  bern»,  der  dich  auarichtet  schon!** 
b  Füert  in  ms  kloster  saiit  Haimroti. 
Ein  münch  »as  und  lidrt  peiebt  darnacli; 
Zw  dem  drat  der  stadent  und  sprach: 
ir  den  fischer  aus! 
,  iiscb  zw  haue.« 

Itt  •  gpeicbtet  pir, 

üscber  dar 

nieder  und  mir  peicht!^ 
^Das  gelt  berkichtl** 
jDicb  reit  der  gaiatN* 
li  balg  in  scbmaist. 

ein  halbes  icbock 
%  in  ein  drock; 

t  i      *  erkeat: 

Die  ftsch  pracbt  darfon  der  Student. 
20  Der  drit  stnedent  nach  wein  ausging; 
Zwo  gros  flascben  er  an  sich  hing. 
Die  ain  flascben  die  triieg  er  1er, 
Die  ander  nam  vol  wassers  er; 
Haimlicb  unter  dem  rock  sie  trueg 
26   Und  in  eins  wirtes  keler  zueg, 
Hies  im  ein-messen  zehen  mas. 
Und  als  nun  war  geschehen  das, 
Sprach  er  zum  wirt:  „Herr,  get  mit  mir, 
So  wirt  mein  herr  euch  zalen  schir!" 
30   Er  sprach:    „Kaim  ich  nach  gelt  nach-ge; 
Gieb  mir  mein  wein  herwider  we!" 
Zw-hant  aber  der  nasse  knab 
Die  flascben  im  mit  wasser  gab. 
Die  schuett  er  in  das  fas  hinein, 
35    Vermaint,  es  wer  darin  sein  wein. 

So  pracbt  der  Student  haim  das  dranck; 
|bl.  11' \     Also  verdint  ir  ider  danck. 

So  gschicklikait  oft  helften  thuet, 
Das  aber  thuet  int  leng  kain  guet. 


Anno  sulutis  1548,  am  30  tag  Januari. 


431 


Der  pfaff  in  der  wolfsgrnebeii, 

Ein  edelman  in  Francken  sas, 
Der  ein  8er  gneter  waidmon  was. 
Der  het  ein  frawen,  schön  und  zart, 
5  Die  mit  eim  pfaffen  puelen  wart, 
Der  all  nacht  dnrch  das  hinter  thor 
Ins  schlos  haimlich  kam  nmb  zwejff  or. 
Das  wart  entlich  der  jnnckher  innen 
Und  lies  graben  mit  listing  sinen 

10  Ein  wolfs-grueben  hart  aasen  füer 
Des  schloses  grose  hintre  tüer, 
Pant  zw  eim  koder  draaf  ein  enten 
Und  det  wider  ins  schlos  sich  wenten 
Und  ging  schlaffen  nach  dem  nachtmal 

16  Und  lies  die  frawen  in  dem  sal. 
Er  stelt  sich  in  ain  kamerladen. 
Da  kam  ein  wolff,  im  selb  zv  schaden 
Zw  saechen  da  die  narang  sein, 
Loff  zv  der  enten,  fiel  hinein. 

20   Die  gnappert  hüert  vil  wider  nider 
Und  pedeckt  die  wolfs-grueben  wider. 
Als  es  nun  war  nmb  miter-nacht, 
Der  pfaff  sich  anf  die  puelschaft  macht, 
Schlaich  zw  dem  schlos  geleich  wie  vor. 

25   Als  er  kam  zw  dem  hintern  tor, 

* 

1  Im  seohaien  spruohbuche,  bl.  71'  bis  72'.  Gedruckt  in  den  sämtlichen 
sehwäoken  all  nr.  103.  Vergl.  in  Hann  Sachsens  rosentone:  Der  pfaff  in  der 
wolfsgraeben  »Ein  edelman  io  Franoken  suse«  1548  Februar  8  (M(i  10,  bl.  IH). 
Denselben  inbalt  bat  RosenplUts  »prucb  von  der  Wolfsgruben :  Adelbert  v.  Keller, 
KrsähloDgen  aas  altdeutschen  handsohriften.  Stuttgart  1856  (Litt,  verein  nr.  35) 
9.   365   bis  371.  4  ?  frawen.     S   fraw.  9   M(i   lies«]   fehlt  S.  11    M(i 

bat  den  vers,  S  läßt  ihn  aas.  15  S  leis. 


432 

Da  fiel  er  auch  in  die  wolfs-fi^nieljen ; 
Vor  angst  die  har  gen  perg  im  staeben. 
Die  fraw  lang  wartet  auf  den  pfaffen 
Und  tliet  pald  mii  ir  maid  verBchafteit : 
|bl.  72]     „üe,  lauff  dw  eillent  liiiiden   naus! 

Scliaw,  wen  der  pfaff  docli  kam  zv  bans!* 
Die  maid  schlich  binden  nana  vor  allen, 
Thet  auch  in  die  wolfs-gr neben  fallen. 
Ah  die  inaid  aasen  war  so  lang, 

tu   Da  wurt  der  f'rawen  haimÜch  pang, 

Dach^  der  pfaff  macht  mit  ir  ein  bawffen, 
Haeb  sich  anf,  wolt  entgegen- iauffen, 
Schild)  binden  nawR  haimlich  nnd  stil 
Und  auch  in  die  wolfsgrneben  vi!. 

16  Da  wnrt  in  allen  angst  von  herzen; 
Ir  freiid  verkeret  wart  in  schmerzen. 
Ais  der  junckher  das  wilpret  het, 
Nach  ir  freuntschaft  er  schicken  del 
Und  zaigt  in  an  der  frawen  düeck. 

io   Die  freunt  erschracken  ob  dem  stiieck» 
Erpaten  doch  dem  weih  genaden. 
Das  ers  hinlies  au  leibes-schaden. 
Aber  dem  pfaffen  nnpeschaiden 
Lies  er  paide  nierlein  auß-schnatden, 

tft  Den  aln  lies  er  hencken  an  hals 
Der  maidj  und  den  andren  nach^mals 
Lies  er  pey  seinem  pet  aufhencken, 
Ihift  isein  weih  solt  darpey  pedencken» 
Was  unrechtz  Bie  da  het  gethon, 

»ii   Vnrpas  der  ding  mtisig  zw  gon, 
Wolt  sie  verliren  nit  ir  leben. 
So  wurt  idem  sein  Ion  gegeben; 
Wan  neschlein  das  wil  haben  schlegj 
Unglneck  vil  dings  setzt  in  die  schreg, 

sn   Wie  es  dem  pfaffen  bat  ergangen, 

Der  in  der  wolfs-gruebn  wart  gefangen: 
[bl.  72*]     Sein  freud  ent  sich  mit  lil  iiiigmacbs. 

Das  gschjclit  noch  oft.  So  spricht  Hans  Sachs* 

Anno  »altitis  1548,  am  8  tag  Februari. 


22  Mii  l>jii>«     S  Ati«         31  MC*   Liei  nr  p.  m     S  Sio  p,  n.  p«lfl. 


4a8 


Das  pruedermnes. 

Zw  Leypzig  im  coleginm 

Acht  stndenten  in  ainer  snm 

Die  pnrschten  mit  einander  gleich. 
6  Einer  war  arm,  der  ander  reich, 

Doch  iglicher  sein  ko3t  pezalt, 

Einem  gleich  wie  dem  andren  galt. 

Ein  altes  weib  das  kochet  in. 

Non  het  ider  ein  psnndem  sin, 
10  Ainr  aß  gern  dis,  der  ander  das. 

Also  ir  pnrsch  zerspalten  was. 

Dmmb  was  in  die  alt  köchin  kocht, 

Nit  nngedadelt  pleiben  mocht. 

Ains  dages  sie  haimlichen  fragt 
ifi  Den  ain  stndenten,  das  er  sagt, 

Was  er  doch  geren  essen  wolt. 

Der-selbig  sagt  zv  ir,  sie  solt 

Erbis  kochen  mit  einem  speck; 

Das  wer  für  in  das  pest  geschleck. 
20  Den  andren  fragt  sie  auch  gethüerst, 

Der  sagt  ir:  „Kocht  mir  röselwnerst!'* 

Der  drit  hies  kochen  sie  ain  hirs; 

Dem  virden  war  nach  krebsen  wirs; 

Der  ftinft  wolt  rostig  hering  hon; 
S6   Der  sechst  zaigt  payrisch  raeben  on; 

Der  sibent  sprach:  „Mir  raorchen  pacht!" 

„Gelb  kndeltteck!'*  so  wolt  der  acht. 
* 

1  Im  »eehsten  sprnchbaeh«,  bl.  72'  bis  78'.  Gedruckt  in  den  sümtliohen 
sebwanken  anter  nr.  104.  Vergl.  den  meistergesang  in  der  abentonerweif>e  des 
Hans  Foix:  Das  proodermnes  >/w  lei|isig  im  colegitnn«  1548  Februar  21 
{MC,    10,   bl.   39). 

flaoa  Sacba.     XXII.  28 


434 


Das  alte  weib  war  liste  vol, 
Pracht  auf  ein  tag:  zvaamen  wol 
|bl.  73|     Wiiersl,  hirs,  krebs,  lieriog,  erbei«»  speck, 
Morchen,  rüebeft  und  kiidel- fleck. 
ti   Dai^  tbet  sie  in  ein  UatTeu  zaiti 
Und  setzt  es  zw  des  fewers  Hain, 
Und  das  unter  einander  sot. 
Es  wart  weder  weis,  schwarz,  noch  rot, 
Sander  ein  wildes  pruedermnes. 

10   Das  die  Studenten  hart  vertrües, 
Frag'ten,  was  sie  da  kochet  l»et. 
Das  alte  weib  antworten  iliet: 
^Ich  hab  mit  kochen  euch  gewert, 
Was  evver  ider  hat  pegert, 

ift   Wie  ich  von  ench  perichlet  piii. 
Weil  ir  nit  habt  ein  köpf  und  sin 
Und  in  so  vil  part  seit  zerstrewt, 
Habt  kain  nnler  euch,  der  gepewt, 
So  raüest  ir  diesem  pmedermnes 

20  Pillicb  essen  zv  straff  und  poes!" 
So  iß  noch  in  gselschaft  all  frist, 
Wo  kain  obrer  noch  Ordnung  ist 
Und  kainer  umb  den  andren  gelt, 
Da  ist  zeruettüng  allezeit; 

3Xi   Ainer  wil  rot,  der  ander  plah, 
Der  drite  gelb,  der  virde  grab, 
Der  fünfte  schwarz,  der  sechste  weis, 
Und  wirt  f^leicb  saui  ein  frosch-geschmeij^ 
Und  wirt  pey  in  vil  mentrerey, 

M   Hewchleu,  vit  Spaltung  und  partey, 
Ihirdurch  ein  gselschaft  get  zw  grund. 
Derhalb  ist  gnet  zv  aller  stund, 
Das  man  in  gselschaft  ornlicb  leb 
Und  ainer  umb  den  andern  geb, 

S6   £^]cl)  wideri^penig  zaig  nimant: 
|hl,  7H'|     So  bat  ir  gselwebaft  langen  pstant. 
Das  sie  in  ordnnng  fein  anfwachs, 
Das  wünscht  aller  gselscliaft  Hans  Sachs» 

Anno  »aluMs  1548,  am  21  tag  Febrnari. 


4S5 


Der  arzet  mit  seiner  stiffraneter. 

Ein  gmit  aas  in  Holant, 

Floreneius  genant. 

Dem  het  sein  weib  geporn 
ft  Ein  schönen  snn  erkorn. 

Als  nun  der-selbig  war 

Alt  anf  virzehen  jar, 

iSein  rechte  mneter  starb. 

Der  graff  nach  dem  erwarb 
10  Ein  edele  jonckfrawen, 
[bl.  86']    Det  die  elich  yertrawen. 

Die-selb  dem  snn  feint  wner 

Und  in  nebel  an-faer. 

Als  der  graff  merckt  den  neid, 
16  Schickt  er  sein  snn  in  leid 

Gen  Paris  anf  die  schnei. 

Da  er  der  maister  stnel 

Pesas  in  kaensten  frey, 

Wart  doctor  der  arzney, 
20  Var  all  ander  gerüembt, 

Im  ganzen  lant  geplüembt. 

Nach  kurz  verschiuer  zeit 

Viel  der  graff  in  kranckheit. 

Pald  nach  dem  snn  er  schickt, 
26  Auf  das  er  in  erquickt. 

Pald  der  snn  kam  zw  lant, 

Da  halff  er  im  zw- haut, 

Das  er  wart  friscii  nnd  gsund. 

Damach  in  kurzer  stund 
80  Kranck  wart  auch  sein  stifmueter. 
♦ 

1    Im  seehtUo  spniehbocbo,  bl.  S6   bis  87.     Sieb   band   20,  s.  363  bis  307. 

28* 


Der  ?tt€r  sprach:  „Dw  miet^r. 
HUf  ir  auch  darcb  dein  knmu 
DiireU  mein  lieb,  tr^w  und  gmnni^ 

Der  i^uii  sprach:  ^Es  im  wormi 
Meii)  kunfet  an  ir  verloren* 
Der  Vater  antwort  drat: 
^Meln  kranckheit  sie  gleich  LaL 
"    "    1  arzney; 
iieit  frey! 
thon, 

iü   »OD.'' 

ij  dein  aebmerz, 
n  lierss: 
in  tntwen; 
in  anechawen, 

|hl.  87)  föet, 

4  erntet, 

!  dein  haflTeti. 

Drnmb  hat  hallsam  antrofTcti 
20   Mein  arzney  deinem  leib. 

Dargegen  hat  dein  weib 

Kain  vertrawen  zw  mir. 

Darzw  steckt  auch  in  ir 

Auf  mich  neid,  has  und  zoren. 
'25   Derhalb  ist  gar  verloren 

Mein  kunst,  nit  wuercken  mag. 

Derhalb  ich  es  abschlag. 

Suecli  ir  ein  arzt  pewert, 

Des  sie  herzlicli  pewert, 
30   Zw  dem  sie  trag  ir  guenst, 

Der  hiltf  ir  durch  sein  kuenst, 

Das  ir  gsuntheit  erwachs." 

(lunst  sterckt  kunst,  spriciit  Hans  Saclis 

Anno  salutis   154^,  am   17  tag  Marci. 

^1    S    ir    kii('H.«t. 


437 


Die  verloren  jnnckfraw. 

Zw  Florenz  ein  jnnckfraw  mit  nom 
Agnesa,  znechtig  und  lobsam, 
Schön  und  ganz  adeliciier  art  — 
b  Umb  die  heftig  gepnelet  wart 
Von  Mingino,  eim  jüngling  reich, 
Und  von  Gianello  der-gleich, 
Ketten  sie  herzlieb  alle  peid, 
Dmegen  einander  dotlich  neid. 
Mingino  dem  cnplet  die  maid, 

10  Gianello  het  sein  peschaid 

Mit  einem  alten  knecht  im  hans, 
Der  im  rieht  alle  potschat't  ans. 
[bl.  87']     £in8  nachtes  gab  der  knecht  das  los: 
Gianello  mit  frewden  gros 

16  Zw  reden  kam  mit  der  junckfrawen 
Sambt  zway  gsellen,  auf  in  zv  schaweii. 
Der-gleich  kam  Mingino  selb-drit 
Durch  der  maid  hilff,  das  er  auch  mit 
Der  jnnckfraw  ret  aus  herzeu-grnnd. 

20   Und  als  ein  dail  den  andren  fund, 
Von  leder  sie  all  seciise  zwgen, 
Auf  einander  stachen  und  schluegeu, 
Machten  im  haus  ein  gros  rumor, 
Das  wert  fast  auf  ein  halbe  or, 

25   Pis  die  Schergen  gewappnet  kumen 
Sint  und  all  sechs  gfangen  nuraen. 
Früe  zw  herr  Jacomino  kamen 
Der  jüngling  vetter  paidesamen. 
Zw  erwaichen  das  sein  gemüet, 

30  Die  sach  zv  vertragen  in  güet, 
* 

1  Im  sechsten  spraohbuobe,  bl.  87  bis  88.  Vergl.  den  meisterge^ang  im 
ro8«DtODe  des  Uads  Sachs  :  Die  verloren  junckfraw  »Zw  Üorenx  aiu  junckfraw 
lait  Dome«    1548   April  7  (MG    10,  bl.    106). 


439 


Das  Interim. 

Als  ich  pek&emert  lag 

Eins  nachtes  fiüe  vor  tag 

Ob  gottes  Clären  wort, 
5   Weil  gar  nit  gen  wolt  fort, 

Das  es  gar  wart  erledigt, 

Frey  werden  mödit  gepredigt 

Durcliaus  im  deutschen  lant, 

Snnder  het  widei*-staut 
[bl.  116']     Vom  gaistiichen  geschwüerm 

Durch  gar  mancherlej  fiierm, 

Pratic  und  listing  posseu 

Stez  rigel  underschossen, 

So  gotlos  und  nngstalt, 
16  Das  mirs  herz  drob  erkalt, 

Und  raizten  alle  zeit 

Die  weltlich  obrikeit, 

Mit  dem  schwort  drob  zv  kenipfeii, 

Die  warheit  gar  zw  dempfen. 
20  Aber  da  wirt  im  gwissen 

Die  obrikait  gepissen, 

Das  sis  mit  got  und  ereii 

Mit  gwalt  ie  nit  kau  weren, 

Und  darflf  es  doch  dermassen 
26  Auch  nit  freyledig  lassen 

Vor  den  feinden  des  worz. 

Drumb  dacht  ich  mir  des  orz, 

Wie  das  ein  ent  würt  nemen. 

In  dem  inwending  gremen 

30  Ich  senfticlich  entnüecket, 

» 

1  Im  seobsten  spruohbuobe,  bl.  96  bis  100.  Im  register  von  S  6  (>teht : 
Das  iDtheriiD.  Deshalb  habe  ich  dieses  gebräuobliohe  goschlecht  darüber  gesetzt, 
während  hier  8  6  bietet:  Der  Interim.  Sieh  R.  v.  Liliencron,  Die  historisohen 
Tolkslieder  der  Deutschen.  Vierter  band.  Leipzig  1869.  s.  457  f.  Vergl.  die 
Allegorie  aaf  8.  2&3  bis  257  mit  den  erklärungen.  S  hat  <:.  442,  15  und  44^, 
13   wie  s.    254,  28   llipoorasis. 


Wirt  in  ein  Immn  g^iedufl; 

Mir  «vdiin  Gcniiis^ 

Sfrwii  sw  mir;  ,Kitm,  i^  m» 

Dieb  ttwa^  iuen  a&keti 

Il&^  min  in  kurz  gmcAdtimL^ 

Hit  im  ich  mich  anf-mftclii. 

Pej  eiltel  itiiftter  nmdit 

Md. 

}l  dort 
ort 

M  hM^ 

img^ntifi, 
5CI    »w       nitd  srann  iiDmesl%^ 
Ir  wort  niid  wen:k  war  beilüf« 
20  Ir  angsicbt  hell,  and  g^Ianz 

Erlewcht  den  tempel  ganz 
Und  gab  himlischen  rnech. 
Die  het  ein  offen  paech 
Liegen  auf  irer  nchos, 

25   Idoch  ein  ketten  gros 
Het  sie  an  ainem  fus. 
Ich  sprach:  »0  Genius, 
Wer  ist  die  auserwelt, 
Die  man  gefangen  helt?" 

30    Kr  sprach:  ..Das  ist  die  warlieit 
In  so  liimlisch^r  clarheit, 
Welche  von  got  gesant 
Ist  dem  hoch  deutscheu  lant. 
Dem  ist  dis  Hecht  aufgangen. - 

35    Ich  sprach:   .Wer  helt  gefangen 
Das  himelische  pild '? 
Wer  ist  so  frech  und  wildV* 
Da  antwort  Genius: 
^Das-selb  thuet  Saturnus, 

3y    S    D«   selb. 


441 

Dw  Kmnx  Mat-fdig  alt, 
Ab  alle  recht  mit  gmwlt, 
Au  piter  dotliai^  haa, 
Die  weil  fraw  Veritaa 

i  So  dar  lewchtet  «ad  Ainckelt» 
Seia  Mhein  fai  gar  verdaaekelt 
Sambt  8eim  irrea  geeUren; 
Forditen  aiit  aw  Yerlirea 
bl.  97']    Baeham  und  VeDeren 

10   Uad  d«i  got  Platonem. 
Schaw,  das  ist  die  ursaeh 
So  pitler  streager  räch. 
Aber  ob  dieser  gfenekana 
Und  unpilliehen  aweaekaus 

16  Veritate,  der  armeo, 
Det  Minervam  erparmen. 
Die  pat  Jovem  im  tron 
Und  zaigt  ir  unschald  on. 
Der-halb  schiekt  Jaj^ter 

so  Mercorium,  das  er 
Macht  ein  conjnncion 
Der  gOtter  in  dem  tron, 
Die  sitzen  im  ratschlag 
Non  schir  anf  jar  and  tag. 

26   Nnn  anf  solchen  sentenz 
Letzten  nrtails  nnd  enz 
Wart  itzond  Veritas, 
Wie  vor  in  gleicher  mas, 
Hoft,  sie  werd  nnpeschedigt 

so  Widernmb  frey  erledigt, 
Oder  mnes  pleiben  gfencklich 
Wie  vor  in  ketten  zwencklich. 
Der-gleich  die  ganze  meng, 
Die  dw  siehst  mit  getreng, 

Hb  Schawt  als  gen  himel  anf 
Aller  pianetten  lanf, 
Zw  Jove  pittn  und  hoffen, 
£r  werd  in  machen  offen 
Ein  güetigen  sentenz, 

40  Thnn  im  vil  reverenz. 
Mit  opfern  in  peguetigeu. 


^^H     l^^^^^^^^^l 

H 

^^^^^^^^^ 

Sich  hU  vor  im  demaetigen,                            ^H 

^^^H 

Thand  im  grose  gelüebt,                                   ^H 

Daft  er  nur  die  petrüelit                                  ^H 

Venute  w51  lösen                                              ^H 

^^^^^^H 

Von  Saiarno,  dein  pösen,                                   ^^M 

Von  irer  gfeucknus  ketten.*                             ^H 

Weil  mr  noch  al$o  reiteo,                              ^H 

Schos  Jupiter  2w  tal                                         ^H 

Ein  fewring  doner-stral                                     ^H 

^^^^^H 

Und  zerscUmetert  die  pforteu                          ^^m 

Des  tewpeis  an  v\l  orten.                                ^H 

Des  er^chrack  alt  und  jung                              ^^| 

Der  ganzen  verkam luiig                                   ^H 

Und  manchen  sewfzen  IIa.                                 ^H 

i^^^^^H 

Nach  dem  Hipocrisis                                          ^H 

Auf  eim  fliegenden  trachen                               ^H 

Mit  gar  preclitigen  Sachen                               ^H 

Schwang  sich  hinauf  den  tron                         ^H 

Und  stürzt  gewaltig  on                                     ^^M 

^^^^^^H 

Veritate  zw  laid                                                ^H 

Ein  lang  vilferbig  klaid,                                  ^H 

Das  fraw  Nequicia                                             ^H 

Mit  aigner  hande  da                                           ^^M 

Het  gspuneti  und  gestricket,                             ^H 

^^^^^B 

Zw-sam  gnet  und  getlicket                               ^H 

Aus  alt  verlegnem  tttech.                                  ^H 

Das  klaid  gab  aineu  ruech,                              ^^| 

Wie  iawter  pech  und  scliwebel;                       ^H 

Sein  gätenck  macht  gleich  ain  nehel;             ^^| 

^^^^^H 

Doch  wars  verprembt  ein  wenig                      ^^B 

Mit  sües  vergiften]  henig.                                 ^^| 

Snnst  det  dai  claid  vol  stecken                       ^^M 

Unrainer  mail  und  decken.                               ^H 

Also  fraw  Veritas                                           ^H 

^^^^^^H 

Trawrent  utttnuetig  gas                                    ^H 

'^^^H 

Und  gRUz  entf erbet  sich,                                    ^^m 

Ir  liecht  angslcht  erplich;                                ^H 

WaTi  sie  sas  in  dem  rock                                 ^^H 

Gleich  wie  In  ainein  stock                                 ^^M 

^^^^^^H 

Gefangen  nnd  ellent,                                           ^^M 

Knnt  weder  fues  noch  heut                               ^^M 

443 

Geregen,  noch  gerfieren. 
In-wendig  thet  sie  spüeren 
Vil  Bcharpfer  liechel-zen, 
Welche  detten  dnrchgen 

6  Der  warheit  iren  leib. 
So  sas  das  heillig  weib 
Mit  heraen-laid  erfüllet. 
Ir  angsicht  wart  verhüellet, 
Das  man  sie  kennet  nimer. 

10  Sie  waint  and  sewfzet  imer, 
Weil  sie  war  zwifach  gfangen. 
Nach  dem  mit  hoffling  prangen 
Hipocrisis  gleich  thet, 
Sam  sis  geledigt  het 

16  Dnrch  ein  gleich-messig  mitel, 
Gab  im  ein  herling  thitel 
Mit  hewchlerischer  stim, 
Nent  das  klaid:  Interim. 
Anf  iren  trachen  nider 

30  Sas  nnd  fuer  da-hin  wider 
Und  gleich  vor  frewden  juchzt. 
Die  samlnng  gar  erschlnchzt 
Kraftlos,  forchtsam  und  mat, 
West  weder  hilff  noch  rat. 

26  Doch  drat  zw  in  alda 
Fraw  Penitencia 
Sprach  sam  mit  niigedult: 
I  hl.  yOJ     „An  mir  habt  ir  verschult, 

Weil  ir  mich  von  euch  triebet, 

30  Die  finstemus  euch  liebet. 
In  den  siinden  zv  leben. 
Darnmb  hat  euch  got  eben 
Verdecket  auch  die  warheit 
Und  ir  himlische  clarheit, 

36   Der  kainer  wirdig  was." 
Doch  dröstet  Veritas 
Ire  peystender  wert, 
Sprach:  „Himel  und  die  ert 
Die  werden  wol  zergen, 

40  Ich  pleib  ewig  pesten. 
Meiner  gefenckuus  paiit 


w 

444                                     ^^H 

^^^^^^^B                                                           ^^^H 

^^^^^^^^H                     Pey  dem                                                     ^^^^1 

^^^^^^^1                     Der-selb        nur  ein  spötter                      ^^^H 

^^^^^^^^^                    Der,                              tagten                       ^^^^| 

^^^^^^^^M                fr  Marteni.                        plagen,                    ^^^^| 

^^^^^^^H                     Fangen                                                         ^^^^| 

^^^^^^^1                                                      erküecken,                   ^^^| 

^^^^^^^^1                    Sein           öchlahen  isv  scherben               ^^^^| 

^^^^^^^^1                                                                                    ^^^^1 

^^^^^^^1                Ml  Drnmb  wäerckt  nur                                   ^^^H 

^^^^^^^H                                                                                        ^^^H 

^^^^^^^H                    Wie                                                           ^^^^1 

^^^^^^^B                                        so  gar  wüetig,                        ^^^H 

^^^^^^^H                                               queleu                                   ^^^H 

^^^^^^^^H               16  Genius                                                       ^^^^| 

^^^^^^^H                                                alfio                                ^^^H 

^^^^^^^^B                                                                                     ^^^^1 

^^^^^^^H                                                                                   ^^^H 

^^^^^^^P                    Machten                    eim  tUoren,               ^^^H 

^                      20                                                                   ^^^^1 

^^^^H             [bl  DD']     Auch  war  gew^iltig  da.                              ^^^H 

^^^^H                             Auch  60                                                       ^^^^H 

^^^^^H                                                                                           ^^^^^H 

^^^^^H                                     einem  gnelden  regen^                     ^^^^^| 

^^^^H                      9«  Das  er  gleicb  ganx  verwegen                   ^^^H 

^^^^H                            In                                                                ^^^H 

^^^^H                             Vnr  gnet               und  pilügt.                     ^^^H 

^^^^H                           Wer  wai8,          lang  es  wert?!                 ^^^| 

^^^^^B                                        eiidntng  wirt                                       ^^^H 

^^^^^H                        üu   Merck  daß  kaim           erfarsl*                    ^^^| 

^^^^H                            In  dem  der  kriegdgot  Mars                            ^H 

^^^^^H                             Kfim  vür  des  tenipeli«  pforten,                         ^^ 

^^^^^f                             Das  man  at)  allen  orten 

^                                   Von  kriegt*folck  bort  ein  prnemel, 

^^^1                                s:v    Von  roB8en  ein  getiiemel, 

^^^1                                    FAn  lermen  und  »pispreehen, 

^^^1                                     Ha  wen,  ^ebieseu  und  stechen,                    ^^^^1 

^^^1                                    IHs  es  im  lueft  erkracUt.                          ^^^^H 

^^H                                   In  dem  ich  anferwacbt                              ^^^| 

^^H                               ut   Pal  got,  das  er  sein  wort                        ^^^H 

^^H                                    Selb                 allem  ort                              ^^^H 

445 

Genediclich  erhalten, 
Über  uns  lassen  walten 
Sein  trew,  lieb,  gnnst  nnd  gnad, 
Weil  (loch  wer  lauder  schad, 
6  Anf  menschen  wer  zw  pawen, 
Zw  hoffen,  noch  zw  trawen. 
Weil  sie  all  lüegner  sein, 
Sachen  das  ir  allein. 
Das  er  uns  auch  wolt  geben, 
10  Nach  seinem  wort  zw  leben. 
Und  ans  das  dar  entecken. 
Uns  nicht  lassen  abschrecken 
Verfolgong,  creoz,  noch  leiden. 
Uns  anch  vom  wort  nit  scheiden 
bl.  \0Ü]     Unser  gwalt,  er  and  gaet, 
Sander  pis  anf  das  plaet 
Frolich  darin  pestent. 
Das  ans  nach  dem  elent 
Ewig  fread  aaferwachs, 
so   Wünscht  uns  allen  Hans  SachB. 

Anno  salutis  1A48«  am  21  tag  Augusti. 


Neun  st!l(^( 


entlieh  die  armnet. 


ringen  ^fe  armnet: 

p&weß  thuet 
(rose  gepew, 
It  dttiwi  untrew; 

,  de  in  fuereii, 

I  5  anmiet  riiereD. 

I  da»;  anrler  stüeck, 

ba  man  lio  ih  anf  das  glue^k 

[hl.  117']     Und  v^agt  ains  nach  dem  andren  drein; 
Petrueg  ist  auch  darin  nit  klein. 
K  ainer  reich  tum  ist  erwerben, 
Dunt  ir  zehen  darin  verderben. 
Das  drit  stüeck  ist  die  alchaniey, 
16   Darin  ist  gros  petriegerey. 

Die  lantfarer  die  lewt  ser  plenden, 
Grosen  unkost  daran  zw  wenden, 
Verhaissen  aim  ain  gülden  perck, 
Und  ist  doch  lauter  gauckel-werck  ; 
20  Wen  man  maint,  das  golt  zv  erhaschen, 
So  ist  geraumet  aim  die  daschen. 
Das  virde  stüeck  ist  zanck  und  hader; 
Den  gwin  hat  palwirer  und  pader, 
Das  er  im  seine  wunden  hail, 
•2b   Richter  und  sclierg  am  andren  dail: 
Lemung,  arztgeld,  straff  und  die  wandel 
Verderben  ain  im  hader-handel. 
Das  füenfte  stüeck  das  ist  das  rechten, 
Wer  alle  hendel  aus  wil  fechten. 


1    Im   9ßch9ton  »prucbhuche,   bl.  117  hi.s  1  IM.      Die  erweiterung  sieh  band  20. 
»yy    bin    504.  :'.    ?    K   or.      S    I<>  «t.  14    S   achainey. 


447 

Daran  den  pesten  gwin  den  hat 
Procnrator  nnd  adyocat, 
Fneren  in  amb  mit  Ineg  und  listen, 
Pis  im  leren  pewtel  und  kisten. 

ft   Das  sechst  stueck  wer  wil  jnncker  sein, 
Darzw  doch  ist  sein  gnet  zw  klein, 
Preditig  geschmnck  nnd  klaider  dragen. 
Mit  pferden,  knechten,  hund  nnd  jagen, 
Mit  schliten-fam  nnd  mnmerey, 

10  Mit  pancketiren,  allerley 

Knrzweil,  rennen,  stechen,  dnrniren. 
Den  Wirt  hart  nach  der  sunen  frieren, 
[bl.  118]    Paelerey  ist  das  siebent  stüeck; 
Darin  ist  mancherley  nnglüeck, 

16  Unrw,  gefer,  pedanpter  sin, 

Mit  schenck  nnd  gab  der  kopplerin, 
Der  pnlschaft  sch5ne  klaider  kaaffen; 
Dardorch  schleicht  armnt  ein  mit  hawffen. 
Das  achte  stneck  das  ist  das  spil; 

20  Do  ist  sorg  und  petriegens  yil. 
Spitzig,  verschlagen,  abgerüert. 
Wem  spil  liebt,  wirt  heinein-gefiiert, 
Das  er  verspilt  gelt  unde  pfandt, 
Das  in  den  reit  armuet  nnd  schandt. 

95  Das  nennde  stneck  ist  dranckenheit: 
Wem  die  liebt,  wirt  treg  mit  der  zeit, 
Nembt  nicht  allain  ab  an  dem  guet, 
Snnder  an  vemnnft,  sin  nnd  mnet 
Und  macht  den  leib  schwach,  kranck  und  mat. 

so  Darnmb  so  folg  dw  weisem  rat! 

Thw  diese  neun  stüeck  fleissig  meiden, 
Wiltw  entlich  nit  armut  leiden, 
Daraus  dir  kumb  vil  ungemachs. 
Die  drewen  ler  gibt  im  Hans  Sachs. 

36         Anno  saluiis  154^,  am  18  taj?  Octobrirt. 
19   8  spile  :  rile,  reime,  am  dem   ineistergefiinge  übernommen. 


448 


me  keusch  P*— 
f 


w„^ — :^  erstach  sich  selber. 


I  li  ¥011  paitt  und  leil»  — 

ft  I  ir  lierr, 

I  fur  Qiirerr 

M  1  DL  palütti, 

bimnier  war  anca  Seitoä  naa, 
Tli3rqnlni,  des  künigei  suo. 

Als  der  inprünstig  an  war  schawen 

Lucreciam,  die  kewschen  frawen. 
1  ^    Wart  er  entzüent  in  strenger  lieb. 

Die  in  ie  lenger,  lierter  trieb, 

Kam  in  den  weiller  auf  ein  nacht. 

Die  fraw  kains  argen  da  gedacht, 

Herbergt  in  kostlich  überaus, 
iu   Als  iderinan  entschlieft  im  haus, 

Stund  er  auf  und  schlich  hairalich  spat 

Mit  ploseni  seh  wert  in  ir  kemnat 

lud  pegeret  von  ir  der  lieb. 

Als  er  nun  nngeweret  plieb, 
i.    Da  droet  er  ir  mit  dem  schwert; 

lud  als  er  noch  plieb  ungewert, 
■* 

..  %ov'5At'!»  *pnichbuche,  bl.  119  bi^  120.  her  Re^jenntAnd  hat  II.  Saohnen 
,.» k  »  r»*"       *'^»<?r3^t    in    "1er    tragödie:     band    12,    n.   3    bi»    14,     dann     in  der 

KV..  «vM  M^uu  );ctreuen  heidnischen  frauen :  band  2,  !>.  308;  ferner  iin 
^>.s-».t^  ^''>  ^*u^ch  frau  Lucrecia  » Lucreciii  da."«  römisch  wetbe«  iin  rosen- 
.      »     S:*.  >^    1>IS  Mai    16    (M(i   10,    156);    endlieh    in   einem   cinseldruoke : 

..  K»;^.  ».-^^  ur.  102.  Vergi.  (ie-^ta  Komanoruin,  hjj.  von  H.  Oe.sierley 
.    ,  ...    V        v4       Kirchhofs    Wendunniuth    «i.    r,.s. 


449 

Thet  er  anch  mit  troworten  sprechen, 
Wie  er  sie  wolt  im  pet  erstechen 
Und  iren  hansknecht  auch  erschlagen, 
Den  zw  ir  legen  und  den  sagen, 

5  Er  het  sie  fanden  in  der  schant. 
Erst  sich  ergab  das  weib  zw-hant 
Das  sie  m5cht  Offioien  ir  nnscholde. 
Mit  scharpfer  straff  and  nngedolde 
Frwe  sie  nach  irer  Arenntschaft  sent, 
[bl.  120]    Ir  wainent  all  ir  schmach  pekent. 
Sie  drOsten  sie  mit  senften  werten ; 
Sie  aber  antwort  an  den  orten: 
, Gelatine«  herz-lieber  mon, 
Wie  möchst  ein  liebe  zw  mir  hon, 

16  Weil  ein  frembt  man  vermailigt  hat 
Mit  sein  fnestapfen  dein  petstat? 
Anf  das  aber  in  Rom,  der  State, 
Kein  fraw  mit  meiner  misedate 
Entschuldig  sich  weng  oder  vil, 

so  Mein  straff  ich  mir  selb  geben  wil." 
Nnn  het  verporgen  sie  in  laid 
Ein  messer  nnter  irem  claid, 
Das-selbig  stach  sie  dnrch  ir  herz, 
Sanck  damider  in  dodes-sebmerz, 

16  Gos  ans  ir  kewsche  sei  im  plaet. 
Ir  frenntschaft  die  sprach  angemaet : 
jDie  schmach  zv  rechen  ist  vil  pesserl* 
Scbwuer  ain  aid  auf  ir  pluetig  messer, 
Frachten  den  dotten  leib  gen  Rom. 

30  Die  purgerscbaft  znsamen-kom, 
Den  känig  und  sein  sun  vertrieben. 
Hat  Thitus  Livius  peschrieben. 
Also  verschied  das  raine  weib 
Mit  keuschem  gmüet,  unschnlding  leib, 

36  Pleibt  warer  rainikeit  ain  Siegel, 
Allen  frawen  ein  erenspigel. 
Daraus  ir  er  und  zucht  erwachs 
Vor  allen  schänden,  spricht  Hans  Sachs. 

Anno  salutis  1548,  am  22  tag  Octobris. 

8   S  strapf.        32  Dio  Mainzer  bearbeitung  des  Livius,  bl.  19'  f.        37  S  Dar. 
Haas  Sacht.    XXII.  29 


450 


ra-danz. 


[bl.  \2V\ 


1 

l 
1 
1 

h 


ielatam  mit  notn, 
fchweich  kom. 
lle  ?oI, 
Q  war  in  woL 

cpfeuffen  gtingen 
die  leckuchen* 
det  ich  ersnechen 


10   Und  kam  anf  einen  grünen  plan, 
Sach  da  vil  alter  pawren  stan. 
Miten  darauf  an  ainer  Stangen 
Sach  ich  drey  schöner  clainat  hangen: 
Ein  nasenfueter,  pruech  und  kränz. 

15   Da  sagt  man  mir,  ein  nasentanz 

Würt  man  auf  diesem  plon  noch  haben, 
Drey  gröst  nasen  würt  man  pegaben; 
Die  gröste  naß  den  kränz  gewin 
Und  würd  den  künig  unter  in, 

20   Die  ander  gwün  das  nasenfuter, 

Die  drit  die  pruech  ganz  ungeraueter. 
Da  verzog  ich  in  meinen  sinen 
Gewislich  ein  klainat  zw  gwinen, 
Würt  ich  änderst  nit  künig  gar. 

2f»   E  ich  verzog  ein  virtel  dar, 
Herdrungen  panren  und  ir  pasen 
Un  zal  mit  also  grosen  nasen, 
* 

1  Im  sechsten  spruchbucbe,  bl.  121  bis  122.  (Jedruckt  als  106  schwank. 
Vergl.  M(f  10,  bl.  209  Der  naßentancz  im  roscntono  des  Hans  Sachs  »Ein  dorff 
halst  Wondelptein  mit  nomo«  1548  Juli  2.  Sieh  auch  band  5,  s.  276  bis  278  = 
89   scbwank    und   band    14,    s.   fiO    bis   71    =   20   fastnachtspiel.  25   S  viril. 


451 

Gleysent  und  rot  knpfren  und  knögret, 
Yol  engerling,  wimret  and  högret, 
Packlet,  hencket,  lang,  dick  und  kramb, 
Harret,  moncket,  prait,  plantsch,  karz  mmb, 

6  Zincket,  hacket,  knorret  and  knoUet, 
Drieckicht,  vireckicht  and  droUet: 
So  anföeg,  das  ich  aaf  den  tag 
Danz  and  der  clainat  mich  verwag. 
In  dem  zwen  sackpfeiffer  aafpfiffen, 

10  Einander  sie  znn  nassen  griffen 
Paide  die  frawen  and  die  man 
Ungeferlich  aaf  zwainzg  person, 
Detten  sich  in  dem  rayen  pleen, 
[bl.  122]    Daran  ich  meinen  Inest  det  sehen. 

16  In  dem  erhaeb  sich  ain  gros  schlagen 
Am  kagel-platz,  die  detten  jagen 
Einander  her,  in  dem  gedös 
Wart  ein  gelaüf  and  gros  gestös. 
All  liesen  sie  am  rayen  faren 

so  Und  anch  von  leder  znecken  waren. 
Da  wart  der  nasentanz  zerschellet, 
Pis  aaf  den  santag  angestellet. 
Mit  dem  der  kirchtag  het  ein  ent. 
Also  ich  wider  haimwartz  went, 

S6   Wil  das  paiden  jungen  and  alten 
Im  aller-pesten  nit  verhalten, 
Ob  ainer  anter  uns  hie  wer 
Auch  wol  penaset,  das  auch  er 
Noch  kumen  möcht  an  diesen  tanz, 

30  Ob  er  gewinnen  möcht  den  kränz, 
Zw  nasen-könig  wurt  erweit, 
Alln  grosen  nasen  furgestelt, 
Der  fand  auch  hoffgesinds  an  zal 
Im  deutschen  lande  liberal, 

86  Hie  in  der  stat  und  jenset  pachs. 
So  sprichet  zv  Nürnberg  Hans  Sachs. 

Anno  aalatis  1548,  am  26  tag  Octobris. 

2  S  eogerlich. 


29» 


452 


Der  zai 


fax  and  Dlisi. 


i 


»< 


14. 

Laben 
Dud  wer 


I 
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I  «r> 

Si  _„_  und  piter, 

[bl.  122']     Der-gleich  üliseö  weia 

Stelt  auch  darnach  mit  fleis, 
Sie  paid  als  die  zwen  küersten 
Patten  all  krichisch  füersten, 
Das  sie  sein  sollen  richter, 

16   Irer  zwitracht  als  schlichter. 
Ayax  sein  wort  nun  dete, 
Idoch  nit  wol  perete, 
Wie-wol  er  mit  der  hande 
Het  dem  krichischen  lande 

20   Groser  that  thun  im  kriege, 
Den  Ulises  zum  siege. 
Ulises  hoch-geeret, 
Wolperet  und  geleret, 
Auch  vurpracht  an  den  orten 

26   Mit  wolgezirten  Worten 
Sein  weis  anschleg  und  rete 
Im  krieg  sambt  seine  dete. 
So  prechtig  das  vürleget, 


1  Im  sechsten  spruohbucbe , 
der  spruoh  weise  des  Hans  Saobs : 
beide«    1548  Juli   20. 


bl.   122   bis    123.      Vergl.   MO   10,  bl.   237   in 
Der  dot  Ayacis  des  beiden     »Als   Acbiles  der 


458 

Die  fursten  all  peweget, 
Das  sie  ein  nrtail  gaben, 
Das  ülises  solt  haben 
Achillis  schilt  nnd  weer 
5  Zw  seinem  lob  nnd  er. 
Des  sich  Ayaz  petrüebet, 
In  zoren  sich  selb  tiebet, 
Wnrt  rasent  nnd  ganz  wüetig, 
Zerfieter  sin  nngüetig. 

10  Der  schände  zw  entpflihen, 
Det  er  sein  schwert  anszihen 
Und  sich  selbert  erstach, 
Sein  schant  mit  schaden  räch: 
Sein  plnet  flos  auf  die  erden. 

16  Zvhant  daraus  det  werden 
Ein  praune  lüg,  ist  plieben; 
[bl.  123]    Darin  stunden  geschrieben 
Y  nnd  a,  zwen  pnchstaben, 
Drin  wir  sein  namen  haben. 

so  Ovidins  peschreibet. 

Ans  dem  die  1er  uns  pleibet 
Erstlich,  das  vil  vermag 
Sterck  des  leibs  nbertag, 
Lant  nnd  lewt  zw  pezwingen, 

36  In  aignen  gwalt  zw  pringen; 
Idoch  ist  die  Weisheit 
Kunst  und  peredenheit 
In  loben  und  in  straffen 
Wol  stercker,  als  die  waffen, 

80  Die  menschen  zw  pekriegen. 
Weil  Weisheit  thuet  gesiegen, 
Erhocht  die  lewt  in  eren. 
Dmmb  sol  man  fleissig  leren, 
Das  gmainer  nuetz  aafwachs, 

36  Das  wünschet  uns  Hans  Sachs. 

Anno  salutis  1548,  am  28  tag  Octobris. 
33   8  vbertAge,  aas  dem  meistergesang  erhalten. 


454 


iQnicb. 


I 


ii,  fsrad  Ton  leib, 

6  frewd  gewöEi; 

:ronet  ser 
»r  ie  mer, 
j  n  jüngliü^  ghrad 

LieD-gwäü  QBd  iieL  sein  gros  geuad 

10    Und  ging  im  gar  oft  zv  gesicht. 
Der  Jüngling  aber  raercketz  nicht, 
Het  kain  acht  auf  die  lieb  der  frawen. 
[bl.  123']     Nun  vvolt  sie  auch  niraant  vertrawen, 
Den  sie  in  potschaft  het  geschickt. 

15   Die  fraw  den  Jüngling  oft  erplickt 
Sten  pey  einem  münich  uralde 
In  der  kirchen.     Zv  dem  sie  palde 
Ging,  pat  in,  das  er  sie  hört  peicht. 
Als  sie  nnn  wol  ir  herz  erleicht, 

20   Hueb  sie  dem  münich  an  zv  sagen, 
Wainent  ob  dem  Jüngling  zv  clageu. 
Wie  er  ir  teglich  nach  thet  stelen, 
Sie  an  weiplicher  er  zw  feien 
Und  zng  herfuer  ein  gülden  ring, 

25    Sprach:  „Den  schickt  mir  der  jüngeling. 
Set  hin  und  gebet  im  den  wider! 


1  Im  pecheten  spruchbuche,  bl.  123  bis  124.  Gedruckt  als  107  schwank. 
Von  dem  entsprochenden  meistergesange  in  Hans  Sachsens  rosentone  sind  nur 
Überschrift  und  anfangszoile  bekannt,  die  bis  auf  den  weiblichen  aasgang  über- 
einstimmen. 3   S   loibo   aus   dem   meistergesango   erhalten. 


455 

Der  pnlerey  pin  ich  zv  pider." 
Die  fraw  det  im  zwen  marceU  schencken, 
Der  sach  gen  dem  jüngling  zv  dencken. 
Als  pald  die  fraw  nur  von  im  kam, 
5  Den  jongling  er  pald  für  sich  nam 
Und  faer  in  an  mit  werten  scharff, 
Der  frawen  clage  im  entwarff. 
Der  jnngling  west  nichs  von  der  sach, 
Langnet.    Der  mtinich  zv  im  sprach: 

10   „Kenst  den  ring,  den  dw  ir  hast  geben  ? 
Den  nem  wider  !^  Darpey  merckt  eben 
Der  jüngling  der  schön  frawen  bald 
Und  pekennet  sam  halb  sein  schnl(], 
Sprach,  sie  fert  der  lieb  zv  entlasen, 

i&  Nam  den  ring,  ging  frölich  sein  Strassen. 
Nach  dem  die  fraw  kam,  sprach:  „0  herr. 
Mein  man  ist  aasgeritten  ferr. 
Da  kam  der  jnngling  heint  zv  nacht, 
Stig  anf  ein  panm  zv  mir  mit  macht, 

20  Erwert  ich  mich  sein;  ich  wüs  sagen 
Mein  prndem,  im  sein  hawt  zerschlagen." 
[bl.  124]    Der münich  sprach :  «Schweigt mirzv gfallen ! 
Ich  wil  in  straffen  in  dem  allen.'' 
Die  fraw  stand  anf  and  ging  dahin. 

26  Pald  fordert  der  münich  für  in 
Den  jüngling,  im  nbel  zv-rette, 
£in  eren-dieb  in  schelten  dette, 
Der  zv  nacht  in  die  henser  stieg, 
Sagt  im  all  ding.     Der  jnngling  schwieg 

so  Und  det  zw  nacht  sich  nit  lang  säumen, 
Im  garten  an  gemeltem  paamen 
Hinaaf-stig,  sich  ins  fenster  schwang, 
Macht  seiner  lieb  ain  anefang 
Mit  der,  die  in  het  herzlich  liebe. 

85  Johannes  Pocacius  schriebe. 
Das  ans  haimlicher  lieb  erwachs 
Haimliche  freud,  das  wünscht  Hans  Sachs. 

Anno  salatis  1548,  am  30  tag  Octobris. 

Zi  Booeaoeiof  deeameron  in  der  Übersetzung,  die  früher  dem  Ileior.  Stoin- 
httwel  sagesebriebeo  wurde,  III,  3  (Keller  s.  176). 


456 


Der  kurz  krieg  mit  dem  winter. 

HortI  ains  mala  an  sant  Clemens-tag 
Kam  von  dem  winter  ain  absag, 
Wie  er  pekriegen  wolt  das  lant, 
6  Pezwingen  mit  gwaltiger  hant. 
Sein  Yortrab  schickt  er  nnterwegen: 
Wint,  nebel,  roiff  nnd  kalte  regen. 
Pald  flohnet  das  folck  in  die  gmeben 
Erawt,  payrisch,  gelb  nnd  weise  meben; 

10  Die  reben  man  mit  ertrich  deckt, 
Das  gwnerm  sich  in  die  erd  versteckt. 
Das  volck  raest  sich  zv  gegen-wer 
Wider  den  winter  nnd  sein  her: 
Fenster  nnd  offen  man  all  flickt, 

15  Die  Btueben  verstrich  nnd  verzwickt, 

[bl.  124']    Die  stuebtüer  sie  mit  filz  verschlnegen, 

Die  deckpet  sie  herfherer-znegen, 

Pantoffel,  pmstpelz  and  filzschw; 

Die  pawren  fürten  prenholz  zw; 

20  Die  Zwilchen  hosen  all  entlofen, 

Schawbhnet  nnd  kittel  sich  verschlofen. 
Das  volck  wapnet  sich  als  erschrocken 
In  pelz,  hantschnch,  kappen  nnd  socken, 
Zen-klappren,  zitern  war  ir  los, 

25  Husch!  was  ir  geschraye  gros. 
In  ain  färb  sie  all  claidet  wasen: 
In  plabe  mewler,  rote  nasen. 
♦ 

l  Im  seobflten  spruohbuohe,  bl.  124  bis  125.  Qedraokt  als  108  sebwaok. 
Vorgl.  MG  lOy  bl.  278  im  roseotone  des  Hans  Sachs:  Der  krig  mit  dem  winter 
»UOrt  ains  mals  an  sant  Clemens  taget  1548  Aagust  23  7  Sieh  auch  band  4, 
s.   263  bis  266  =  50  schwank.  20  6  swlchen. 


457 


Der  wioter  kam  mit  groser  u&acUt, 
Mit  kaltem  luft  in  ainer  nacht, 
Uberfror  weyer,  pecli  und  se 
Mit  eis  and  warff  ein  grosen  sehne 

A   Und  tbet  alle  scbiffart  verpietten. 

Das  volck  wert  sich  und  fuer  aaf  schliteu. 

Der  wlnter  grieff  sie  grimig  on ; 

Erst  müsten  all  kolhetfen  dron. 

Da  war  ein  haizn  and  fewer-schöernf 

10   Das  in  nicht  hent  und  fiies  erfrüern. 
Und  als  die  schladit  nun  weret  lang, 
Der  Winter  herter  auf  ßie  trang. 
Da  gab  das  frostig  her  die  lliicht, 
Ides  ein  warme  stueben  s aecht, 

16   Verkrucheu  sich  hinter  den  ofen; 
Ir  vil  auf  die  peut  hinaus-loffen^ 
Schnepalten,  i&chlieffen  auf  dem  eis, 
Drieben  aüerley  narren- weis. 
Der  igHchem  zw  pewt  ist  woren 

10   Driffent  äugen  and  rote  oreu. 

Da  schrieb  das  volck  umb  hilflf  2um  glenzen, 
Der  kam  hin  in  des  landes  grenzen 
[bl.  125]     Mit  warmen  löeften  frw  und  spat, 
Der  wioter  mit  dem  gfriie^t  abdrat. 

9&  Die  wirm  det  aas  der  erden  spröden, 
Die  paum  künden  knöpfen  und  prosen ; 
Pald  kam  zv  hilf  der  liebte  May 
Mit  plnmea,  rossen  mancherlay. 
Doch  det  mit  ainem  kalten  reilfen 

90  Der  winter  noch  ein-mal  angreiffen; 
Doch  in  die  glanzent  sun  haimsucht- 
Erst  gab  er  aus  dem  lant  die  Üuecht 
Doch  droet  er  mit  grosem  prnmeu, 
Er  weit  aufs  jar  herwid er- kamen, 

w  Mit  im  pringen  vil  ungemachs. 

Vor  dem  hüet  euch  l  so  spricht  Hans  Sachs. 

Anno  aalutifl  1548,  am  1  tag  NoTembris. 
Locht.      V'ergK  fAitDachtfpiele«  bdoh.   7«  ■.   VI  f. 


458 


Die  kurz  thabula  Cebetis  des  menschlichen  leben. 


[bl  126'] 


Oebes  plulosophas  hat  eben 

Abgemalt  das  ganz  meoschlicli  leben 

Anf  ein  daffel,  aaf  die  eniwarff 

Ein  perg,  darumb  drey  nmbkrais  scharflf, 

Die  gingen  M  drey  nnib  einander, 

Doch  ainer  hober,  den  der  ander. 

Der  untei^t  umbkraia  het  nin  pforten, 

Dardnrcb  gingen  aus  allen  orten 

Völcker  allerley  nacion. 

Im  eingang  stnnd  ein  alter  mon, 

Thet  auf  den  höchsten  krais  in  wincken, 

Doch  gab  in  ancli  allen  zw  drincken 

Fraw  Pelrneg  das  dranck  aigner  lieb, 

Das-selb  sie  in  dem  krais  nmbtrieb, 

Und  wurden  verfiirt  auf  dem  pflaster 

Durch  die  weiber  allerlay  laster: 

Woluest,  pegirt  nnd  geizikeit, 

ünkewsch^  zoren,  unmessikeit. 

Ellich  sich  an  das  gliiecksrad  hingen, 

Verirt  im  ersten  krais  umbgingen, 

Pia  8ie  entlieh  die  laster  schneben^ 

Zw  fallen  in  der  hartsel  grneben. 

Da  schlueg  anf  sie  Bchad,  schant  und  schmerz, 

Das  wfirmlein  nagt  ir  sei  und  herz, 

Pia  sie  fraw  Trew  löst  ans  dem  ort, 

Fnrt  sie  zns  andren  kraises  pfort. 

Darunter  sas  zirlich  pekieit 


1  Im  secbfteD  fprucbbaobfl,  bl.  12A  bit  127«  Ver|l.  bttod  3,  75  bii  tfl^ 
datti  bAtid  17,  52H  und  21^  370.  Sieh  auch  Goedeket  gmodriD^  b&nd  IIT, 
I.  337,   22.  2), 


459 

Ein  Araw,  hies  die  menschlich  Weisheit, 
Die  lies  die  hartseligen  ein 
In  andern  krais  mit  hellem  schein, 
Da  dettens  doch  mesamer  leben, 

6  Detten  den  knnsten  sich  ergeben. 
In  weibs-gestalt  waren  alda 
Gramatica,  retorica, 
Loica  and  astronomia, 
Mnsica  nnd  philosophia, 

10  Gosmographia  nnd  darpey 
Die  artlich  knnste  poetrey, 
Ir  vil  in  diesem  nmbkreis  plieben, 
Ir  zeit  pis  in  ir  ent  vertiieben. 
Der  drit  nmkrais  het  an  dem  ort 

16  Dnrch  hoche  fels  ein  enge  pfort. 
Pestendikeit  nnd  messikeit 
Standen  darfor  mit  hilff  pereit, 
All  den,  so  hinanf  wollen  steigen, 
Dettens  willige  hilff  erzeigen. 

20  Welche  sich  hinanf-zihen  liesen, 
Kamen  anf  ein  plümreiche  wiesen 
In  driten  krais,  da  sie  zw  stand 
Sahen  heramb  gen  zirckel-rand 
All  sitlich  taegent  in  eim  rayen, 

26  In  den  plamen  sich  zv  ermayen. 
[bl.  127]     Wer  mit  in  herumb-ging  und  dönt, 
Der  wart  in  kurzer  zeit  gekrönt 
Und  lebt  den  selig  durch  die  dnegent. 
Mit  dem  gmel  raizt  der  weis  die  jugent, 

80  Zw  flihen  der  laster  unart, 

Darin  der  mensch  verdirbet  hart, 
Auf  kanst  und  duegent  sich  zv  geben, 
Drin  er  in  rne  mag  erlicb  leben, 
Da  alle  wolfart  im  erwachs 

s5  Durch  die  duegent,  das  wünscht  Hans  Sachs. 

Anno  salatis  1548,  am  5  tag  Novembris. 
9  S  pbilosopia. 


460 


Die  drey  frawen  mit  dem  porten» 

Aof  einem  weg  drey  frawen  frey 
Fanden  ein  porteu  alle  drey. 
Nun  wolt  ide  den  porten  bon, 
6   Die  erst  spracli:  „Welche  iren  man 
Am  aller-sersten  mag  petören, 
Der-selben  sol  der  port  gehören.* 
Die  ßacli  war  ecbleclit.     Die  erst  baim-Heff, 
Fand,  das  ir  mon  dort  lag  und  schlief, 

IQ   Rnes  nnd  saffran  sie  im  an-atraich 
Und  macht  in  allen  schwarz  nnd  plaicb, 
Weckt  in,  schray:    ,0,  ich  pin  vertorben ; 
Mein  lieber  man,  dw  pigt  gestorbeo/ 
Sie  trag  im  ainen  gpiegel  dar. 

15   Als  er  so  plaich  und  dütlich  war, 

Schwig  er  und  rett  kain  wort  darwider; 
Er  het  sieb  erst  geleget  nider, 
Die  nacht  war  gsessen  pey  dem  wein, 
Sich  Yol  gesuffeu  wie  eia  schweta. 

20   Sie  neet  in  ein :  als  es  wolt  dagen, 
Word  er  in  die  kirchen  getragen. 

Die  ander  fraw. 

[bL  127']     Die  ander  fraw  ging  haim  zw-hand, 
Iren  man  sie  anch  schlaffent  fand, 
2b  Der  nachtz  stnedvol  gewesen  war. 
Wie  pald  sie  im  ein  platten  schar, 
Sprach:  „Herr,  stet  aufl  vor  allen    dingen 
Dem  Kunzen  müst  ir  selmes  singen/ 

1  fm  techiteo  iiyruobbaebt,  bl  IST  bU  1S8.  Oedruokt  &lt  109  tobirank, 
Vcffl.  MG  tO»  bl.  308  im  rofouton«  dei  Hans  6««bt:  Drey  frawen  mil  dem 
|K>K«D  »Auf  einem  weg  drejr  frawon  f^eje«    lb4$  fiopümbor  17«        34  S  Irem. 


461 

Er  sprach :  «Ersiehst  mich  für  ain  pfaffen  ?' 
Sie  sprach :  «Herr,  thnet  nit  lang  nmb-gaffen  1  ^ 
Er  grieff  die  platen  anf  dem  köpf, 
In  sagrer  ging  der  feile  dropf, 
6  Der  platen  halb  nnkentlich  war, 
Legt  sich  an,  ging  aber  altar. 

Die  drit  firaw. 

Die  drite  firaw  anch  haim-bin  lieff, 
Fand,  das  ir  man  vol  war  and  schlieff. 

10  Sie  weckt  in,  spieb  in  paide  hendt, 
Strich  im  die  aeber  seine  lendt, 
Gleich  sams  die  federn  im  abstrich: 
„Dw  foUe  saw,  wie  hastw  dich,* 
Spracbs,  „in  klaidem  geschwellet  nider? 

16  Ste  anf,  ge  in  die  kirchen  wider! 

Dein  nachtpawr  Ennzen  wirt  man  psingen." 
Er  sprach:  „Was  sagstw  von  den  dingen? 
Sei  ich  nacket  int  kirchen  gon  ?* 
Sie  sprach:  «Hast  doch  dein  klaider  on, 

so  Dw  folle  saw,  has  nit  abzogen. ** 
So  ging  der  drit  man  hin  petrogen. 
Als  man  zw  opfern  anefing, 
Der  nackat  anch  gen  opfer  ging, 
Doch  ging  er  seines  pewtels  irr, 

2u   Er  sacht,  griff  im  selb  an  das  gschirr. 
Der  pfaff  sach  dis  nnd  sprach:  „Dw  narr, 
Gestw  den  nackat  in  die  pfarr?* 
Der  nackat  sprach :  «Was  machstw  hie  ? 
Dw  lernst  doch  kain  puchstaben  nie." 
)!.  128]     Der  dot  dieser  närrischen  Sachen 

Fing  anf  der  par  lawt  an  zv  lachen. 
Der  pfaff  den  nackatn  pey  der  hant 
Fürt,  da  er  aach  den  doten  fant. 
All  drey  sie  wider  gingn  zum  wein. 

86  Welcher  frawen  der  port  sei  sein, 
Gieb  ich  each,  maister  und  geseien. 
In  der  sach  ein  urtail  zv  feilen. 
Anno  salutis  1548,  am  7  lag  Novembris. 

ukentkentlicb.  19  S  kUder.  29  S  lenst. 


462 


Ewlenspiegel  auf  dem  saiL 

Eulenspigel  noch  jung 
Nach  Mer  sclxalkheii  riing* 
Der  lert  gen  rmf  deiii  sail 
ft   Und  paiid  an  das  ain  dail 
In  öeiner  raueter  haus, 
Das  ander  ort  heraus 
Zueg  er  aeber  die  Sal, 
An  ainem  panmen  fat 

10   Fand  es  an  in  der  nehen, 
Wolt  sein  künsl  lassen  sehen. 
Da  wart  das  volck  mit  hawffen 
Dem  affenspi!  nach-lanffen. 
Als  er  aul'  dem  sail  ging, 

15   Vil  narren- weis  anting* 
Des  wart  Bein  nmter  inen 
Und  in  dem  hause  dinen 
Schnit  sie  im  ab  den  strick, 
Und  in  dem  augenpMck 

iQ   Eulenspigel  gar  stumpfet 
In  die  Sal  herab-pfitimpfet. 
Das  wasäer  tteff  mit  nam 
Sdilueg  ob  im  weit  zwsam, 
Und  det  wol  drinen  paden, 
[bl.  128'J     Das  volck  spot  sein  zum  schaden, 
Im  gsegnet  jung  und  alt 


I  Im  idobiten  tpruobbuch«,  b|.  12B  bis  120.  <1odraeVi  m.1«  HO  «obirAok. 
Von  dam  meiitorgciftTige  in  der  «pruohweite  de«  Uaiu  Snobi ,  der  wihrtobeia* 
Ueh  obig«ui  «cbwanke  cnttpriiob,  iüt  nur  dte  nnf/ing4K«Üti  verbürgt:  »Euieojpiegol 
noch  jung««  1&48  September  27?  (M(>  10,  bl,  322);  d&i  geoeriLlreglBter  hm 
in  der  iirUri.iihJiiDg  dttr  sabwUnko  die  hotUglicbe  llberBobrift  weggeldiien  Qoell«; 
Kuleuspiegeta   3  und  4  hittorie    tUrauoea  nendrucke  or.  ftfi/66  f.  7   f.). 


463 

Sein  päd  gar  frisch  und  kalt. 

Als  er  nnn  kroch  heraas 

Wie  ein  getawfte  maus, 

Mit  gsdiray  und  gspöt  die  knaben 
6  Das  glait  zv  haus  im  gaben. 

Das  in  haimlich  vertros; 

Ein  dnck  pey  im  peschlos. 

Des  andren  tags  anfing, 

Anf  dem  sail  wider  ging, 
10  Verhies  ein  stfieck  zv  machen, 

Des  iderman  mfiest  lachen. 

Darzw  ider  knab  eben 

Sein  lincken  schnch  mnst  geben. 

Zv-hant  im  ider  pneb, 
16  Sein  lincken  schnech  darschneb. 

Die  fast  er  an  ein  schnaer, 

Zv-letzt  die  zschneiden  wner, 

Warff  die  schnech  all-zv-mal 

Heraber  in  die  Sal 
80  Und  schray:  »Steig  nein  ein  ider 

Und  hol  sein  schache  wider  l'^ 

Nach  den  sehnen  die  jnngen 

Hin-ein  das  wasser  spmngen, 

Wurden  irr  in  den  schnchen, 
25  Waren  einander  flachen; 

Zv-letzt  fielen  sie  gare 

Ein-ander  in  das  hare, 

Rawften  sich  in  dem  wasser, 

Pis  sie  waren  driff-nasser. 
80  Ewlenspigel  verwegen 

Det  in  ir  päd  gesegen, 

Sprach:  , Gester  wars  an  mir, 

Heut  aber  padet  ir.* 

Kroch  von  dem  sail  ins  haus, 
[bl.  129]    So  war  sein  fatzspil  aus. 

Er  war  ein  gogelmon, 

Der  vil  abeis  fing  an. 
Anno  salutis  1548,  am  7  tag  Novembris. 

I   8  flUob.     Vergl.    faatnaohtspieie ,    bändoben  7,  s.   VI  f.  12  S   Darw. 

17  S  sneiden.  31   S  im  ir. 


464 


Eiilenspiegel  i  ksnarren  im  lant  zw 


m 
*  cotn 

1^  aoff, 

\         ^  .         aspeis&en, 

10  TUet  im  vi\  düeck  peweiMen, 

Wie  man  den  spricht  voraus: 

Zwen  narren  in  eim  haus 

Thunt  in  die  leng  kain  guet. 

So  stund  ir  paider  muet. 
16   Nun  het  der  küng  vor  tagen 

Gar  ser  vil  hören  sagen, 

Wie  Eulenspigel  wer 

Kurzweilliger  geper. 

Darumb  er  sie  all  paid 
20  In  seinen  sal  pescheid, 

Ir  narren-weis  zw  seilen, 

Und  det  auch  zw  in  jehen : 

„Welcher  unter  euch  peden 

Hie  thun  kon  oder  reden 
26   Vor  mir  auf  diesen  tag, 

Das  im  der  ander  mag 
* 

1  Im  sechsten  spruchbuoho,  bl.  129  bis  129'.  iiedruckt  bei  Charles  Sohweitser, 
Ktude  sur  la  Vio  et  les  OEuvrea  do  Hans  Sachs.  Nancy  1887.  8.  446  bis  447, 
dann  als  111  schwank.  Vergl.  MO  10,  bl.  333  in  der  spruchweise  des  Hans  Sachs: 
Eulenspigel  mit  dem  schalcksnarren  >EuIenspiegel  mit  nome«  1548  Mai  9. 
Quelle:   Eulenspiegols   24   historio    (Braunes   neudruoko   nr.    55/56  s.    55). 


465 

Nit  nachthon  gleich  and  eben, 
Dem-selben  wil  ich  geben 
Warhaft  pey  meiner  krön 
[bl.  129']    Zwainzig  gnelden  zw  Ion, 
6  Darzw  ein  new  hoff-klaid/ 
Pald  rftesten  sie  sich  paid 
Ider  sein  schwenck  zw  treiben. 
Das  er  m5cht  maister  pleiben. 
Wen  ainer  krüembt  das  manl, 

10  War  der  ander  nit  fanl 

Und  krfimbt  sein  manl  herwider, 
Und  es  macht  da  ein  ieder 
Mit  gancklerey  nnd  springen, 
ölpem,  reimen  nnd  singen 

16  Vil  schwind,  selzamer  possen. 
Man  lacht,  das  man  det  hossen. 
Ewlenspigel  sich  flais, 
Ein  hawffen  nider-schais; 
Darnach  nam  der  ginöffel 

10  Von  seinem  hnet  ain  löffel 
Und  den  hanffen  darmit 
Frey  von  einander  schnit 
Und  meft  dem  andren  narren : 
,Kam  nnd  thw  nit  lang  harren, 

36  Thw  mir  die  leckerey 
Nach!'  Darmit  fast  er  frey 
Den  halben  dreck  der-mas, 
In  mit  dem  löffel  fräs. 
Der  ander  narr  entsessen 

80  Den  halbtail  wolt  nit  fressen 
Und  scbanthalben  entrnn. 
Enlenspigel  gewnn 
Die  küniclichen  schenck. 
Dnrch  solche  grobe  schwenck 

36  Det  er  sich  lang  erneren, 
Er  achtet  kainer  eren 
Und  wagt  vil  ongemachs. 
Spricht  von  Nürnberg  Hans  Sachs. 

[bl.  130]     Anno  salutis  1548,  am  8  tag  Novembris. 
Haas  dMha.    XXII.  30 


466 


Die  plaben  littet 

Scbwabeo,  Payren  und  Francken 
Detten  vor  jaren  zancken^ 
Ider  dail  in  den  da^eti 
b  Die  plaben  liüet  wolt  tragen, 
Vermaint,  die  andren  zwen 
Sollen  ir  niüesaig  gen. 
Wo  zam-s dessen  ir  grenzen, 
An  kirchweicli  oder  <}enzen 

lu  Sich  die  drey  pari  zerdruegent, 
Oft  dot  einander  schinegent, 
Detten  ser  grawsam  wüeten 
Ob  diesen  plaben  hüeten. 
£ina  mala  deten  die  alten 

15  Pauren  rat  darob  haken, 
Mit  einander  pesclilnessen, 
Von  ideni  dail  auäscbuessen 
Ein  pauren  zw  den  dingen, 
SoHen  ein  nrtall  pringen. 

20   Zum  kaifiser  sie  die  senten, 
Doch  nit  mit  leren  henten : 
Der  Franck  pracht  im  anf  glanben 
Ein  kötzeii  vol  wein-tranben, 
Ein  sack  mit  niiea  der  Schwabe, 

a»  Der  Payer  im  zw  gäbe 

Ein  schatf  mit  krawt  det  schencken, 
Im  pesten  sein  zv  dencken« 
Ider  sein  sach  vnrpracht. 
Der  kaiser  Irer  lacht 

50  Und  det  den  groben  gselen 
Ein  solich  nrtaiZ  feien, 


1  Im  soobstcn  apmobbuebe,  bl.  130  bia  131.  Gedruckt  ali  MS  sohwi,ii|t. 
Von  d«iii  entiiprooheodori  moiBtorgeiange  in  der  gpruehveUe  des  HiDa  8ftohs  iit 
nur  llberBobrin  ticd  snfüDgtteile  erbaUon:  t>ie  plabcD  hQet  »Sefaw*heQ  pftyrto 
und  frftDokim«    I&48  M&i  107  (MU    10,  bl.  334). 


467 

[bl.  130^    Sprach:  ^ Welcher  ans  each  treyen 
Vor  mir  und  meinen  fireyen 
Hie  macht  das  grobest  stüeck, 
Der-selbig  sol  mit  gltieck 
6  Macht  haben,  nach  den  dagen 
Die  plaben  hüet  zw  tragen, 
Er  nnd  all  sein  lanzlewt! 
Den  andren  ich  yerpewt 
Plab  hüet  zottet  nnd  stützet 

10  Pey  rot  nestel  ein  düetzet!« 
Nach  dem  peschide  wider 
Hocket  der  Franck  pald  nider 
Und  schais  ein  grosen  hanffen. 
Pald  det  der  Schwab  lanifen, 

16  Elaint  den  dreck  mit  den  henden 
Weit  aas  an  allen  enden. 
Nach  dem  der  Payer  kom, 
Raspt  den  dreck  wider  zam. 
Der  vol  kirskeren  was, 

so  Den  allen-samen  fräs. 
Der  kaiser  nrtail  feilet 
Und  dem  Payren  zw-stellet 
Als  dem  gröbsten,  den  plaben 
Hüet  macht  zw  dragen  haben. 

26  Dmmb  wo  noch  in  den  tagen 
Schwaben  nnd  Francken  tragen 
Ein  zoticht  plaben  hnet, 
Zw  straff  er  dragen  thnet 
Zwelff  rotter  nestel  drinen, 

80  Wie  wir  das  teglich  finnen. 
Aach  die  Pairen  pekomen 
An  diesem  ort  den  nomen, 
Das  mans  Sew-payren  nent, 
Die  weil  er  an  dem  ent 
[bl.  131]    Den  leützdreck  hat  gefressen. 
Das  pleipt  im  nnfergessen 
Pey  Francken  und  den  Schwaben, 
Die  im  den  namen  gaben, 
Ans  dem  vil  nngemachs 

40  Her-knmpt.    So  spricht  Hans  Sachs. 
Anno  ealatifl  1548,  am  10  tag  Novembria. 

30* 


468 


Das  haiB  eyssen. 

Ein  weib  laug  iren  man  nmbtrieb, 
Wie  er  het  frembde  weiber  lieb 
Gehabt  on  sie  in  seiner  ee, 

f.  Der  eyffer  tliei  ir  also  we. 
Der  man  tliet  sie  mit  worte«  straffen, 
On  sie  het  er  kain  weib  peaclilalfen, 
Sie  sprach  :  „Dörfst  das  haiB  eisen  tragen?* 
(Ala  der  sit  was  vor  alten  dagen: 

vo  Wer  an  wolt  zaigen  sein  nnsclinld, 
Trueg  das  liais  eyssen  mit  gednld; 
Wen  in  das  eisen  nit  det  prennen, 
Det  man  sein  unschtild  darpey  kennen). 
Sie  macht  ein  eysen  glüent-hais, 

lü   Legtz  anf  zwen  stain  miten  in  krats. 
Die- weil  het  sieb  geschickt  der  mon, 
Im  erbel  het  ein  langen  spon, 
Den  lies  er  boschen  anf  die  hent, 
Hneb  auf  das  eisen,  in  nit  prent, 

io  Und  es  heraus  dem  kraise  trneg, 
Den  Span  im  erbel  pald  verschlnei?. 
Lies  die  frawen  schawen  sein  hent, 
Das  sie  war  frisch  und  unferprent. 
Sie  sprach :  ^Erst  merck  ich,  dw^  pist  frum/ 


l    Im  soahsifln  ipru«bbußbe,r   bh    131    bia   133,     Oinlriialil  ala   11^   «obwuiiliJ 
Vorgl.  MQ    10,  bl,  361     iui    roaentoDo    des  llnn«  8*cbs:    Da«    h»t«    ()j*«ti     »Ein 
fraw  iren    mon    liing  viflbtrlflbo«     154B   November   1     und     ftJitiiaebt spiel  nr    3S 
A    y,  KeWoT^    EttAMnnge^    au»    aUfleutacbtm    liarnJacbrinen    ■,  94,    17,     Alber 
Kraoli,    Dfinnmarckiscbe  Chro&ik ,   boch   4,  a.  ixüij«  s    ccix.     Jacqaea  de  VItrjJ 
Exemplä    edit.  bj  Crane.    London    lÖöO,  *.    104;    vergl,  litil ,   104,  22   MC 

leiD,      8  ir. 


469 

[bl.  131']    Der  man  sagt  zv  ir  widemm: 

,Da8  hais  eissen  muBtw  aach  dragen, 
Dein  framckheit  auch  mit  zw  erfragen.* 
Des  erschrack  hart  and  sagt  das  weib: 

5   ,Dw  pist  mir  lieber,  den  mein  leib; 
Darnmb  der  prob  ich  nit  pedarff.** 
Erst  rett  ers  an  mit  wortten  scharff: 
„Dregstws  nit,  so  kost  es  dein  leben. ** 
Erst  det  das  weib  sich  drein  ergeben; 

10  Doch  patz:  ,Las  mir  nach  ainen  mon, 
Mit  dem  ich  mich  vergessen  hon, 
Schwacheit  halb  nit  an  dir  gehalten.* 
Er  sprach :  „Der  dewffel  mnes  dein  walten ! 
Idoch  ja  wol!  es  sey  nmb  den!* 

16  Sie  sprach :  „Ach,  las  mir  nach  noch  zwen  !** 
Erst  rnmpft  der  mon  darob  die  nasen, 
Sprach:  „Noch  zwen  sint  dir  nach-gelasen.* 
Der  man  pracht  her  das  glüent  eisen. 
Sie  sprach :  ^Mein  man,  ich  wil  dir  weisen 

30  Mein  schätz,  des  ist  wol  sieben  pfand. 
Des  war  dir  nie  kain  haller  knnd, 
Den-selben  wil  ich  schencken  dier, 
Las  mir  der  mender  nach  noch  vier!* 
Er  sprach:  „Noch  vier  man  ich  nach- las, 

26  Nem  das  eysen  and  ge  dein  stras! 
Kain  daiding  weiter  ich  anim.* 
Als  sie  den  man  sach  sträng  and  grim, 
Da  ging  sie  in  den  krais  elent 
Und  nam  das  eyssen  aaf  die  hent, 

30  Das  prent  ir  haat  and  har  entzway, 
Sie  lies  ein  jemerlichen  schray 
Und  lies  das  glüent  eyssen  fallen. 
Also  wart  sie  zw  schant  vor  allen: 
[bl.  132J    Die  irem  man  vertrawet  nicht, 

s6  War  selb  an  hawt  and  har  entwicht, 
Von  dem  weib  ist  das  Sprichwort  plieben  : 
Dw  pist  der  liebest  mir  nach  sieben, 
Wie  mans  noch  fint  jenset  des  pachs, 
Der  gleich  herjeset.    Spricht  Hans  Sachs. 

40       Anno  salutis  1548,  am  11  tag  Novembris. 


470 


Die  kurz  verjagt  fraw  Warheit. 

Als  ich  ein  jüugling  war  erwachsen, 

Da  ich  wont  zw  Lübeck  in  Sachsen, 
Thet  mir  die  hitz  eins  tages  we; 

t   Ich  zog  mich  ab  und  pat  im  se> 
Als  ich  frölich  im  se  amschwom^ 
Ein  wasser-trau  pein  fuesen  nora 
Mich  und  ruckt  mich  hinönier  after 
In  <las  Wasser  auf  zehen  clafter 

10   In  ain  palast,  ganz  zirckel-mnd, 
Den  ich  kostlich  gesch mucket  fand, 
Durch-siclitig  von  lauter  cristallen, 
Dardurch  das  wasser  nit  mocht  fallen. 
In  der  mit  lag  ein  herrlich  weib 

1&   In  ainem  pet^  ser  schwach  von  leib 
Vol  plaber  mal,  versert  und  pliietig, 
Echzent,  sewfzent  lag  die  nnmnetig. 
Vor  irem  muiid  het  sie  ein  schlos 
Von  klarem  golde,  starck  und  gros. 

ao  Neben  ir  lag  ir  klaid  zerissen, 
Zerlumpet,  kottig  und  zerschlissen. 
Ich  aber  fragt  das  wasser- weih: 
^Wer  ist  die  gemartert  van  leib?" 
Sie  sprach:  „Dis  weib  ist  die  fraw  Warheit, 

u  Kenstw  ir  nit  vor  leugst?  Kit  clarheit 


L   im  seobaUn  «pruchbuobo ,   üL    132  bis   133.     Der  entiprecbcndo  meittor-1 
gemng  im  rosentoB«  des  llaui  Sacbt :    Fr«.«   warbeii  vegugt  »AI«  ieb  ebjUng-j 
Ung  war  orwaobnuD«    (MG  10,  b1.  378)  tal   wabr^choiDlieU  an  doniselbeD   tage  g«- 
diehtoL      Ell!«    AasfUlirlioboro    behandlung    itieh    ia    band   3,  f*  311;    sieb  datit 
band  2},  t.   379  und  C.  WuUbor:    Jabrb.    d«a    rerein»    Ihr  ad.  tpraohrorf«bong 
187V.   5,  173. 


471 

[bl.  132']    Ist  sie  von  himl  auf  erden  kamen, 

Dem  menschlichen  geschlecbt  zw  framen; 
Kam  erstlich  nit  in  die  statmawren, 
Vermaint,  zv  pleiben  pey  den  paaren, 
5  Die  weren  ainfeltig  and  recht; 
Sie  aber  wart  pey  in  verschmecht. 
Von  in  entwich  sie  in  die  stat, 
Da  erhneb  sich  erst  ir  anrät: 
Sie  war  anwert  dem  hantwercksman ; 

10  Der  kanfmon  sach  sie  sawer  on; 
Die  porger  ir  nit  herberg  gaben; 
Die  amptleat  weiten  ir  nit  haben. 
Da  drat  sie  in  ring  am  gericht, 
Da  schfiet  man  ir  in  das  angsicht 

16  Dinten,  det  irs  gar  üeber-rennen, 
Das  man  ir  schir  nit  mer  det  kennen. 
Da  entron  sie  ins  füersten  festen, 
Maint,  zv  hoff  sein  verwart  am  pesten; 
Da  war  sie  nar  des  adels  spot. 

so  Da  wart  dis  schlos  von  golde  rot 
Ir  vürgeschlagen  von  den  retten, 
Und  wart  von  in  mit  fliesen  dretten. 
Die  Warheit  entron  in  ein  tempel, 
Zw  finden  der  warheit  exempel. 

S6  Pald  ir  die  pfaffen  wurden  gwar, 
Da  zaegen  sie  sie  pey  dem  har 
Hin  nnd  her,  krampten  ir  die  nasen, 
Mit  banden  sie  aashetzen  wasen. 
Also  mit  gemartertem  leib 

30  Die  weit  umbtrieb  das  heillig  weib, 
Aaf  ert  het  mer  kein  sichre  stat. 
Also  sie  durch  der  gotter  rat 
Nun  holt  unter  dem  wasser-haus 
Und  knmbt  auf  erd  nit  mer  heraus, 
[bl.  133]    Baet  da  pis  an  den  jüngsten  tag. 
Das  sie  all  ire  feint  anclag, 
Die  ir  thetten  vil  ungern  achs 
Auf  erden  hie."     So  spricht  Hans  Sachß. 

Anno  ealutis  1548,  am  13  tag  Novembris. 


472 


iiebm  poseii  aigeii^chaft  poeser  gesclsclmft. 

Jm  traiiiu  sach  ich  ein  weiplich  piid. 
Ein  schön  helmlin  het  auf  die  mild, 
Die  recht  hant  ir  abghawen  was, 
6  Ein  schlang  auf  irer  lincken  sas, 
Die  ir  pitiet  und  niarck  det  ans-satigeu. 
Audi  war  das  weib  geplenter  angen, 
Zwen  flnegel  bez»  eins  tracben  furm» 
Unter  der  gnertel  wars  ein  wann, 

lü   Und  sieb  Iier  durch  die  Inefte  achwaniy, 
Scblept  nach  an  aiuer  ketten  lang 
Vil  Jüngling,  die  füert  sie  mit  scb recken 
In  ain  dieflf  mos,  lies  darin  stecken. 
Den  trauin  ich  aineni  alten  sagt, 

ib  Der  legt  in  aus,  als  ich  in  fragt: 
^Das  weib  pose  gselschaft  pedewt, 
Die  verfiieret  vü  junger  lewt, 
Im  anfang  sieb  frenntlich  erzaigt» 
Zw  frewd,  woluest,  knrzweil  genaigt. 

10   Der  thut  die  jngent  sich  nacU-lencken 
Und  an  p5se  geeelscbaft  bencken. 

Die  ander. 

Znnib  andren  das  heitnlin  von  eysen 
Deut,  das  sich  gselscbaft  thnet  pe weisen 
2ö  Gaetwillig,  diusthaft,  trew  nud  frunib, 
Peystendig,  standhaft  umadumb, 


I  Im  96ob«ten  »priiohbuche »  bl.  133  bis  134,  Vor^l.  MG  tO,  b1.  387  tm 
rosealnpo  doi  Kam  Bachs:  AigCDSchurt  p<i<ier  {^eaelichAfl  »Im  tmumb  iAch  leh 
ein  irei[)1iab  pildo«  1546  Novomber  16.  8iob  bmad  3^  9.  344  bia  349  und 
band   21,  3 SQ.  18  ?  Im.     S   l>er.  26  ?  Ei&ti.lbart,     S  dinitbrnft. 


473 

Zw  halten  ob  einander  fest, 
[bl.  133']    Zw  schfietz^  einander  aufs  pest. 

Die  3. 

Znmb  driten  die  abghawen  hend 
6  Dewt,  das  geselschaft  an  dem  end 
Peweist  kain  rechte  trewe  dat, 
Im  schein  doch  ein  ansehen  hat. 
Mit  angendinst  nnd  schmaichelworten 
Pleipt  hewchlerey  an  allen  orten. 

10  Die  4. 

Znmb  virden  dent  die  sawgent  schlang 
Den  list  nnd  petrneg,  der  anhang 
Der  gselschaft,  die  ansaagen  thaet 
Dem  ainfelting  sein  gelt  nnd  gnet, 
16  Anch  all  sein  haimlikeit  nnd  knnst. 
Nit  weiter  raich  ir  lieb  nnd  gnenst, 
Den  so  weit  sie  sein  mag  geniesen, 
Wie  das  den  teglich  wirt  erwiesen. 

Die  6. 

30  Znmb  fnnften,  das  gselschaft  ist  pliat, 
Irs  aigen  Schadens  nit  entpfint 
Und  ir  verterben  nit  petracht; 
Wer  sie  straft,  ist  pey  ir  veracht, 
Thnet  also  in  gselschaft  verharren 

26  Frech,  toll  und  töricht  gleich  eim  narren. 

Die  6. 

Znmb  sechsten  die  flüegel  eins  tracheu 
Dewt,  das  gselschaft  zv  posen  Sachen 
Ftirdert,  füret,  raizt  und  lockt, 
30   Darin  sie  pleibet  gar  verstockt, 
Aller  pösen  stneck  ein  zichpflaster 
Von  aim  laster  ins  ander  laster. 

Die  7. 

Znmb  siebenden  pedewt  der  schwänz 
s6  Das  ent  poser  geselschaft  ganz  : 

Als  armnet,  schant,  kranckheit  und  schaden, 


J 


474 

Darinit  manif^er  wirt  peladen, 
[bl.  134j     Drin  die  gselschaft  lest  stecken  In, 
Spot  sain  darzw  und  flewcht  dahin; 
Wan  gneter  gsellen  in  der  not 
ci  Gent  vir-niid-achzig  auf  ein  tot. 
Das  nitoant  unrat  daraus  wachs, 
Daß  wüBsdiet  zw  Nürnberg  Hans  Saelis, 

Anno  salutii  154tS,  am   lö  tag  Novembris. 


475 


Der  kämpf  zwischen  dem  got  Ynlcano  nnd  Bacho. 

Am  firmament  vor  karzer  zeit 
Hetten  zwen  götter  ainen  streit: 
Bachns  mit  dem  Vülcano  Btrit, 
6  Welcher  die  doner-stralie  schmit; 
Wan  sie  hetten  ein  alten  neid, 
Japiter  sie  verhetzet  peid. 
Zw  disem  kampif  Apollo  lewcht 
Und  anch  Lnna,  die  göttin  fewcht. 

10  Vnlcanns  nach  dem  Bacho  dapt, 
Mit  seinen  zenen  nach  im  schnapt 
Und  gab  im  manchen  herten  pis, 
Und  in  gewaltig  zv  im  ris, 
Bachns  gab  im  anch  manchen  straich. 

16  Entlich  Vnlcanns  vor  im  waich, 
Bachns  zw-letzt  im  gar  einloff 
Und  gar  in  den  Vnlkannm  schloff, 
Vnlcanns  wart  gleich  wie  ein  ploch, 
[bl.  135'J    Knnt  weder  fliegen,  sten,  noch  gen, 

20  Er  lainet  da  nnd  pleckt  sein  zen 
Und  war  erlegen  in  dem  kämpf. 
Von  im  ging  gleich  ein  ranch  nnd  dampf. 
Und  als  er  in  der  gotter  tron 
Sich  aufmachet  nnd  wolt  darfon, 

26   Viel  er  mit  seinem  köpf  dahin, 
Zersties  den  göttern  ir  camin. 
Der  götter  schar  Vulcani  lacht, 
Jnpiter  hueb  in  auf  mit  macht 
♦ 

l  Im  seobsten  »pruohbaohe»  bl.  135  bi«  136.  Vergl.  MG  10,  bl.  407  in 
der  abeDteaerweis  des  Hans  Foli :  Der  kämpf  zwischen  Baoho  vnJ  Vulonno  »Am 
firmameDi  for  kuner  seil«    1548  Dezember  29. 


476 

Auf  Phaf^tontis  wagen  hoch. 
Der  gotter  sdiar  in  triieg  nnil  zoch, 
Pifi  man  Vulcanum  praclit  hineiü 
In  die  schwarz  donerschmiten  seinj 

6   Darin  er  von  des  Bachi  plag 
Ganz  tnat  nnd  nneiitpiTitlich  lag, 
Ganz  dunckel  und  sticktinster  wuer, 
Verlor  sein  glänz  pis  anf  zwolff  uer. 
Na  eil  dem  er  sich  purgiret  wol 

10   Ein  pechscheffel  gestrichen  vol 
In  dreyen  wnerffeu  neberal, 
Ein  saw  het  daran  ein  guel  mal. 
Nach  dem  Vnlcanus  der  nothaft 
Kam  wider  zw  voriger  kraft. 

ih    Pald  er  den  got  Bachuni  ersach, 
Er  wider  ans  grimiger  räch 
Drat  fi*aidig  zv  im  anf  den  plon, 
Mit  kämpf  in  wider  zv  peston. 
Die  gotter  wollen  machen  frid 

20   Zwischen  Bacliü  nnd  irem  schmied, 
Sie  aber  schweren  alle  paid 
Kein  frid  zw  halten  ainen  aid, 
Snnder  sie  weiten  pleiben  heint 
Und  alinal  abgesagte  feint. 

«6   So  pald  ein  coninnction  werd 
[bK  136]    In  dem  himel  oder  auf  erd^ 
So  wollen  obgemelte  zwen 
Widerumb  ainen  kämpf  peeten, 
Jupiter  das  verhengt  zv-letzt 

80   Und  sie  noch  paß  zws  amen -hetzt 
In  pey-sein  alter  gotter-schar. 
Den  geb  got  ein  selig  newa  jar, 
Das  alle  frewd  pey  in  anf- wachs. 
Pey  in  auch  geren  ist  HaE«  Sachs. 


3&       An 00  satütia  1548,  am  *2D  tag  Decembris. 

12  7  diiTftn.      8  dran.  22  S    «lii«ii.  23  S  wolL  2i  6  mlmmr. 

32  S  novfiii. 


477 


In  semem  aigen  thon. 

Als  ich  im  lant 
Mir  nnerkant 
Ein  jonckfraw  fani, 
6  Ganz  schön  and  adelicher  art, 
Da  mir  mein  herz 
[bl.  99]    In  liebe-schmerz 
On  allen  scherz 
So  yniclich  entzündet  wart. 
10  Mit  mfie  ichs  wagt 
Und  ir  das  sagt. 
Ir  milt  und  güet 
Trost  mir  mein  wund  herz  and  gemüet. 


16  Weil  mein  peger 

So  erlich  wer 

On  all  gefer, 

Wer  ich  ir  aach  von  herzen  lieb, 

Wo  das  allein 
20  Möcht  willig  fein 

Mit  wissen  sein 

Paider  freuntschaft.     Darpey  es  plieb, 

Weil  haimlich  e 

Prechten  nach-we, 
26  Wie  man  das  sech, 

Deglich  in  aller  weit  geschech. 


Erpitens  guet 
Sich  frewen  thaet 

1   Im    Becbsehnten    roeistergevangbuche ,    bl.   98'    biü  99.     Vergl.    anm.    xu 
a.    221. 


478 


Harz»  sin  and  Tonet, 

Und  in  drostticlier  hoffnuiig  lebt. 

Nun  pleibt  es  &til 

FIs  aaf  daa  zil 

Und  dafl  got  wiL 

Der  mit  genaden  ob  uns  scliwebt, 

Das  uns  ghieck  dreff, 

D^  ich,  dein  F.^ 

Dir,  iieraigs  M., 

Pleib  ewig  lieb  und  angenem. 


Anno  «alutis  1548,  am  22  tag  Septem  bris 


479 


Ein  lobsprnech  der  stat  Salzpnrg. 

Von  jagent  aaf  so  het  ich  gnenst 

Zw  draeckerey,  der  lobling  knenst, 

Die  ich  lert  in  mein  jnngen  tagen 
6  und  ir  pegirlich  nach  det  fragen, 

Dorch-wandert  im  Dentschlant  vil  stet, 

Wo  man  draeckerey  loben  thet. 

Als  mir  die  knenst  pas  wart  pekant, 

Zog  ich  aach  hin  in  Engelant; 
10  Der-gleich  in  Franckreich  an  vertries, 

Oen  Leon  and  aach  gen  Paris, 

Dieser  kanst  ich  zw  eren  kom, 

Aach  in  Italia  gen  Bom. 

Nach  dem  ein  krieg  wart  im  Dentschlant, 
16  Darinnen  wart  ich  ein  trabant. 

Doch  wart  ich  wand  in  diesem  krieg. 

Wiewol  der  kaiser  gwan  den  sieg. 

So  het  doch  ich  des  kriegs  genneg. 

Da  doch  ein  glaeck  sich  mir  zw-tmeg 
20  Von  einem  hochwirdigsten  füersten, 

Welchen  aach  was  nach  küensten  düersten. 

Der  mich  mit  dyensten  thet  pegaben, 

Füert  mich  darch  Payern  hin  aas  Schwaben 

In  sein  haaptstat,  Salzparg  genant, 

4t 
1  Im  seehaten  spniehbuche,  bl.  140  bis  143'.  Die  vier  blätter  hatte  der 
boebhandler  Tb.  Ackermann  in  Salsbnrg,  jetzt  in  MUncben,  facsimilieren  lassen, 
als  die  bandaobrift  sieb  in  seinem  besitxe  befand.  Hans  Sachs  benuttte  als 
qaelle  Sebastian  Münsters  cosmographia.  Basel  1544.  fol.  s.  781.  Prof.  H.  F. 
Wagner  teilte  mir  (1882)  mit,  daß  der  lobspmch  dem  hersoge  Ernst  von  Bayern, 
dem  administrator  des  ersbistnms  Salxburg  von  1540  bis  1544,  gewidmet 
worden  wäre.        8  8  knnest. 


480 


Welche  mir  war  gar  onpekant. 
Unter  den  pergen  zog  ich  nein 
Eto  engen  weg,  das  dancht  mich  Bein 
Gar  Beiz  am,  pis  ich  kam  zum  thor* 
6  Da  stund  ein  alter  nion  darfor, 
Den  pat  ich  mir  zw  sagen  her, 
Wie  diese  stat  genennet  wer^ 
[bl  140']     Die  also  in  den  pirgen  leg. 

Er  antwort  mir  anf  mein  ftirtreg: 

10    flSakpnrg  so  haist  mit  nam  die  stat, 
Die  gar  ein  alten  Ursprung  hat** 
Ich  pat  in,  das  mir  zw  erclern. 
Er  sprach  zw  mir:  „Von  lierzen  gern. 
Setz  dich  ein  weil  nider  zw  mirl 

i&   Mit  küerz  wil  ichs  ercleren  dir, 
Wie  das  die  Cronica  in- hat. 
Sakpnrg  ist  ein  uralte  stat, 
Welche  auch  vor  Cristi  gepuert 
Ursprüncklich  angefangen  wnert, 

ao  Die  vorm  gepirg  ligt  an  dem  ort, 
Das  den  Norkawern  hat  zw-ghort. 
Das  volck,  so  im  pirg  wonen  thet, 
Thawrisci  seinen  namen  het, 
Schreiht  Plinius  der  auserwelt, 

sfi   Doch  itz  zumb  TentBchlant  wirt  gezelt. 
Da  etwan  vor  manigem  jar 
Papirins  erleget  war, 
Der  Römer,  mit  eim  grosen  heer, 
Dar  mit  er  thun  wolt  gegenweer 

10  Den  Sachsen  and  den  Merckern  allen, 
Die  windisch  lant  woltn  überfallen. 
Aber  hernach  etlichen  jaren 
Da  wolten  auch  mit  zwayen  scharen 
Das  pirgfolck,  Merck  er  und  die  Sachsen 

ȧ  Das  welsche  lant  gar  nngelachsen 
Uberfalln,  und  das  ain  beer,  schawl 
Zog  alda  fner  durch  das  Norckaw, 
Doch  wurden  paide  beer  geschlagen 
Von  den  Römern  in  kurzen  tagen, 

40   Das  erst  peini  pirg  pey  dieser  stat; 
Das  ander  beer  man  darnach  hat 


^^^^481                 ^^^^^^^^^1 

An  dem  wasser  der  Etsch  geschlagnen.                   ^^^^| 

In  paiden  beeren  nider-lagen                                    ^^^H 

Auf  drey-mal-handert-dawsent  iiion                                ^^M 

[bl.  141] 

ÜDd  virzig-dawseDt.     Darzw  hon                                    ^^M 

5 

Die  E5mer  der  Dentacben  gefangen  ^^M 
Hnndert-funfzig-tawgent  entgangen,  ^^M 
Wie  das  auch  Bchreibet  Plinins.  ^^M 
Weitter  leb  dir  ercleren  mns:  ^^| 
Ab  Joliüs,  der  erst  römsch  kaiser,                                ^^M 

^1 

Der  well  ein  gwaltiger  dordi-raiser,  ^^M 
Wolt  an  der  Tbuimw  zw  sein  zeitten  ^^M 
Die  deuUchen  völcker  auch  pestreitten,  ^^M 
Da  lieg  er  auf  den  Ntinperg  gros  ^^M 
Pawen  das  notbaft,  werlich  scblos,                                 ^^^ 

^B 

Darin  die  römisch  riten^chafi  ^^H 
M5cht  haben  ein  zwÜfiechl  und  kraft,  ^^^ 
Darein  und  auch  daraus  zw  fallen,  ^^^H 
Weil  im  dis  ort  gleich  war  vor  aUen  4^^| 
Gelegen,  bei  durchs  pirg  ein  Strassen                      ^^^| 

^M 

In  das  Deutschland  frey  offner  massen.  ^^M 
Welcbs  scblos  er  Jnvavense  nent  ^^H 
Nach  dem  wasser,  das  an  dem  ent  ^^H 
FQrflewst,  Juvavus  genent  war.  ^^| 
Nach  dem  doch  nber  lange  jar                                      ^^M 

^P 

Man  diese  stat  erst  pawen  det,                                 ^^^^t 

1 

Jnvavia  den  namen  bet,  ^^^^| 
Nach  tentach  Helffenpurg  wart  genant,  ^^H 
Doch  itznnd  Salzpurg  weit  erkant,  ^^M 
Die  wart  erpawen  anf  das  pest                                     ^^M 

F 

Kit  sebnett,  ibnernen  und  mawer  fest,  ^^M 
Pawte  nach  haidnis ehern  exeiupel  ^^U 
Irn  gottern  uierbelstainen  tbempel,  ^^M 
Wie  wir  vor  kurzer  zeit  noch  bähen  ^^M 
Mancberley  pildwercks  aus-gegraben,                            ^^M 

1 

Der  werck  HercuUs,  gmacbt  mit  6eis  ^^M 
Von  märbel-stain  praun,  rot  und  weis,  ^^M 
Das  etwan  vor  zeitten  verfuel.  ^^M 
Des  war  die  stat  ein  künekliclir  stnel,  ^^M 
Die  etwan  darin  hüten  hoff                                            ^^M 

30 

^H       Bs» 

i  nm^h^.    xxir                                                                  ^1                                  ^^M 

482 

[bl  141' I     Gar  scLeinparlicli.     Vil  zeit  verlofT, 
Das  sie  siunä  in  pluendem  wesen, 
Wie  wir  in  der  kroniea  lesen, 
Pift  niRTi  oacli  Cristi  ^eptirt  zwar 

6   Zelt  virhmidert-und-funfzig  jar, 
Da  mit  den  Hunis  thet  p^streitteu 
Künig  Alila  zw  seinen  zeitten, 
Vil  groser  gtet  im  teutselien  laut 
Klient  zerstört  mit  aiort  und  prant, 

lu   Da  wurt  auch  diese  stat  zerstört, 
Das  volck  aast  rieben  und  ermört. 
Also  lag  diese  stat  vürwar 
Oed  anf  hnDdert-und-dreissig  jar, 
Verwachsen  mit  panm,  staudn  nnd  gstrews, 

16   An  alle  wonung  and  gebews^ 

Pis  ans  Franckreicb,  von  kiinckliug  stani 
Rüprecbt,  der  beillig  pischoflF,  kam, 
r*ef  den  Cristen-gelanben  predigt, 
Das  volck  von  abgotrey  erledigt, 

10   Im  Norcka  nnd  im  Payerlant 
Hersog  Theodonera  genant 
Mit  seini  adel  den  glauben  lert, 
Vast  all  sein  vokk  zw  got  pekert. 
Als  nnn  Rnpertns  durch  vil  stet 

96  Dem  volck  Cristum  gepredigt  het, 

Kam  anch  gen  Salzpnrg  nach  dem  allen, 
Fand  sie  verwiiestet  und  verfallen, 
Doch  die  pequera  geachtet  hat 
Zw  ainer  pischofflichen  stat, 

30   Da  pat  er  den  herzogen  frnni 
Umb  die  IVejheit  nnd  aigentom 
Der  öden  stat.     Als  er  ims  gab. 
Da  lies  Rnpertns  ranmen  ab 
Holz  nnd  gestrews,  alles  ablmwen, 

sft   Sant  Petters  kirchen  da-hin  pawen 
Mit  biltf  des  payeriachen  fiiersten, 
[bL  142}    Den  anch  nacli  gottes  er  war  däersteii; 
Ist  darzw  anf-gerichtet  worden 
Ein  closter  Benedirkter  orden. 


2S  S  po(|Ujiii], 


483 

So  wart  die  »Ukt  g«pawet  wider 
TegHcheo  nnd  gemerei  sider. 
Dahin  sant  Enprecbt  hat  zvietzl 
Den  pischofflicbeD  stuel  gesetzt, 
'»   Da  vier-ond-virzig  jar  regirt 
Nach  im  sant  Vital  gqberoirt; 
Nach  dem  VirgiliuB  vertrawt 
Den  piKchofflichen  thaem  erpawt, 
Saot  Ruprecbtz  leib  darein  pestat. 

lÄ  Nach  dem  pischoff  Gebbardns  hat 

Die  schJosser  vemewt  aasen  und  innen, 
Die  statmawer  mit  tbnern  nnd  zinneii 
Pefestiget  and  wolgezirt, 
Wie  vor  äugen  gesehen  wirt, 

li  Also/  sprach  er,  ^dw  frerabder  gast, 
Hiemit  Ursprung  und  anfan^  hast 
Salxpurg,  der  pischofflicben  stat, 
Die  grosslich  anfgennmen  hat 
Mit  enndern  nnd  gmainen  gepewen 

10   Thuet  man»  noch  täglichen  vernewen. 
Ja,  sechst  innen  das  fürstlich  gros, 
Schön,  wolerpawt  und  notfest  scblos, 
Auf  gelling  vels  vor-ob-geoant, 
Der-gleich  nit  vil  sint  ira  Tewtsciilant, 

ift  Mit  seinem  weer  und  vorat  innen, 
Ge^irt  mit  vorweren  nnd  zinnen, 
Das  auch  paide  pey  tag  nnd  nacht 
Wirt  fleiftsig  pehiiet  und  pe wacht, 
S^hst  anch  in  der  stat  den  Ancbbolt^ 

sö   Darin  den  wonet  der  pischoff, 
Mit  seinen  fürstlichen  gemacbeu. 
Dein  herz  wiiert  dir  vor  frewden  lachen, 
Wie  all  ding  darin  ist  ornirt ; 
{Ul.  14^']     Der*gleich  wie  der  thaem  ist  gezirt. 

3S  Da  singt  man  all  tagzeit  an  mitel, 
Da  ist  ein  erwirdigs  capitel, 
Alle  thnmherren  gar  an  dadel, 
Doctores  oder  von  dem  adel. 
Auch  sint  in  der  stat  auf  and  nider 


31^ 


484 


IM. 


Vil  8chi)ner  liewser  lijn  und  wider, 
Welche  erpawet  eint  von  quader, 
In-wendig  geteffelt  mit  flader, 
In  die  hoch  auf-pawt  mit  drey  geden, 
n   Mit  vil  g^welben  und  eysren  leden, 
Mit  kalten  kelern  uod  mit  praoneQ. 
Auch  knmet  in  die  stat  gertinnen 
Ein  pach,  den  haiset  man  die  Alben, 
Den  man  kan  schwellen  allenthalben 

10  In  prnensten  und  in  fewers-not* 

Ich  sprach  zw  im:   ^Sag  mir  dnreli  gol, 
Wer  regirt  itzund  das  pistnm?^ 
Er  antwort:  ,Ernestus  der  fruni 
Ans  Payern,  ein  geporner  füerBt, 

ih   Den  nach  tiiegent  nnd  eren  tliuerst, 
Der  Ijelt  hoff  wie  ein  trewer  vater, 
Armen  und  reichen  ein  wol tater, 
Hat  auch  all  knnstner  lieh  nnd  werd, 
Ist  ganz  demuetiger  geperd, 

ao  Znmb  Med  genaigt,  an  grosen  pracht, 
Der  auf  all  ding  hat  selber  acht, 
Auf  die  kirchen  nnd  predig-stnel, 
Auf  den  b^pital  und  auf  die  schnei, 
Rieht  an  guet  policey  zw  halten 

a&   Rat  und  ghricbt  aufrecht  zw  verwalten, 
Helt  Witwen  und  den  waisen  schuetz, 
Hantltabt  trewlich  gemaineu  nuetz.*" 
Ich  sprach :  „Selig  ist  dieae  stat, 
Die  ein  solchen  regirer  hat 

30  Sag,  was  hat  die  etat  vür  ein  handel?** 
Er  sprach:  ,,E8  ist  ein  g^oaer  wandel, 
Ein  namhaft  und  ein  genge  stras 
143]     Der  TewtRchen,  so  an  unterlas 
Da  wabern  mit  gwerbiger  haut 

SÄ   Dnrch  das  gepürg  in  das  Welsehlant 
Und  in  andre  lant  hin  und  wider. 
Derhalb  legt  man  zw  Salzpnrg  nider 
Vil  kaufmans-war,  gvvaltig  nnd  starck. 
Auch  ist  da  grose  meß  nnd  marck 

40  Ruperti  mit  kanffn  und  verkawflTen, 
l*a  ser  vil  kauflewt  kumen  zhawUeu. 


485 

Der-gleieh  sie  pawen  mes  and  merck, 
Da  fint  man  mancherley  hantwerck; 
Anch  gent  die  weiber  nmadamb 
In  der  Btat  mit  panm-wollen  omb, 
5  ZawBen,  Bpinen  und  stenchlein  weben 
Und  den  Walhen  zw  kawffen  geben : 
Das  volck  fürt  da  ein  erbem  wandel. 
Anch  ist  alda  ein  groser  handel: 
Vom  Hella  pringt  man  dar  das  salz, 

10  Ans  dem  pirg  pringt  man  keß  und  schmalz, 
Aus  dem  Welschlant  mancherley  wein, 
Vom  Necker,  Franckenlant  and  Rein; 
Aach  hat  man  da  gnet  kaltes  pier. 
Aach  hat  er  amb  der  stat  refier 

u  Vil  weyer,  se  and  pechlein  frisch. 
Drin  man  focht  allerlay  gaet  fisch, 
Aach  in  gepirgen  verr  und  nahen 
Ist  vogel  and  wiltpret  zw  fahen, 
Aach  in  den  delem  wan  and  waid. 

20  Ans  Fayren  pringt  man  vil  getraid, 
Aach  prot  and  flaisch,  das  ich  dirs  küerz 
AUerley  specerey  and  waerz 
Fint  man  deglich  in  rechtem  kaaff. 
Derhalb  die  purgerschaft  nembt  auif 

26  An  er  und  gaet  zimlicher  narang, 
Wie  dw  wirst  haben  in  erfarung, 
Wo  dw  ein  Zeitlang  hie  wirst  sein." 
Ich  danckt  dem  alten,  ging  hinein, 
[bl.  143']     Peschawet  die  stat  amadnm. 

80  Da  fand  ich  sama  samanim 

Mer  gaetz  and  loblichs  in  der  stat, 
Den  mir  der  alt  anzaiget  hat. 
Da  all  ding  war  so  wo!  ornirt 
Und  so  vürsichticlich  regirt, 

35  Das  volck  so  ghorsam  iintertenig 
Und  all  ding  nmb  ein  ringen  pfening, 
Gedacht  ich  mir,  gleich  da-zw-pleiben, 
Die  knnst  der  drueckerey  zw  treiben, 
Dem  hochwirdigsten  forsten  verpflicht. 

40   Dem  sey  zw  eren  das  gedieht 
Sambt  der  gemain  and  ainem  rat 


486 

Salipiirg,  der  pbcbofflichen  atat. 

Das  iv  lob,  preis  und  ^ren  wachiSf 

Von  hersen  dag  wünsoht  ir  E&oi  Badift. 


Anno  ealutis  1549,  am  9  tag  Aprill«. 


487 


Etliche  pritschen-gsang,  in  eim  gsellenschissen  zw 

prawchen. 

a.  Erstlieli  elm  pdsMii  solilletieB : 

Wolaoff,  wolauff  zamb  pritschen-gsang ! 
6  Ziecht  ab  die  hüet,  macht  es  nit  lang! 

Sey  mir  wilkamb,  mein  lieber  echüetz! 

Mich  dnnckt,  dein  gschos  sey  gar  kain  nüetz. 

Es  sint  ie  schon  zwen  tag  verloffen, 

Und  dw  hast  noch  kaiu  schaes  getroffen; 
10  Dmmb  gwinstw  das  nechst  nach  der  saw. 

Wie  sawer  sehen  mrt  dein  fraw! 

Sie  Wirt  dir  vil  kiffarbeis  kochen. 

Sprich,  es  sey  dir  dein  sennen  prochen 

Und  sind  dir  zwen  poltz  worden  zschossen. 
16  Pehilff  dich  nnr  mit  solchen  possen 

Und  nem  nnr  sties-holz  in  den  mund; 

Das  ist  vur  die  kiffarbeis  gsund. 
[bl.  144]    Das  dw  am  suesholz  hast  kain  mengl, 

Sehin  nnd  hab  dir  des  ein  stengl 
20  Mit  dieser  meiner  pritschen  glat. 

Hestw  so  oft  droifen  das  plat, 

Als  oft  ich  dir  dein  gseß  hab  droffen, 

So  würstw  auf  das  peste  hoffen, 

Werst  haimzogen  mit  gnetem  muet. 
i6  Ste  auf  und  nem  also  verguet! 

b.  Sin  anders  einem  hantweroks-gesellen : 

Hieher!  helft  retten  trew  und  er! 
Singt  mit  und  schreyet  alle  seer! 
Wir  haben  hie  ein  hant-wercks-gselln, 

30  Der  det  sich  zw  den  schätzen  stein 

* 

I  Im  seobstoo  spraobbnobe,  bl.  143'  bis  144'.  (iedraokt  sacrit  im  Deutsoheo 
MuMum.  Neae  folge.  Bd.  1.  Ug.  von  Reich.  Becbslein.  8.  252;  dann  ala 
116  MhwMik. 


488 

Id  disser  schranckeD  innern  tkail 

Un<i  bei  alda  «mwlaffen  fall. 

Drumb  wil  ich  im  vor  man  und  fraweii 

Den  kop^  vor  seinem  ars  abh&wen. 
jv   Darini t  gescliicht  im  nit  unrecht. 

Mich  dauckt,  dw  seist  ein  nobis-knecht. 

Ich  wil  dir  pletzen  die  hosen  dein, 

Dastw  hernach  stest  nimer  rein. 

Ich  wil  dein  gses  dir  wol  erschwi Deren, 
lu   Das  die  knöpflein  darin  erklingen. 

Hoch  heb  ich  auf  and  las  leis  nider. 

Weil  dw  zuinb  nechsten   knmbst  her  wider. 

So  wil  ich  dir  tiocli  pa&ser  messen. 

Ich  hoff,  dw  werst  des  nit  vergessen. 
i&  Hab  dir  noch  ains  zv-letz,  mein  mon! 

Mach  dich  pald  auf,  iind  lauff  darfon ! 

c.  Ein  anders  auf  ein  pawren ; 

Wolher,  wolher  und  mn^et  nnil 
Wir  lassen  ansers  pritschens  nit; 

äo   W^an  hie  hab  wir  ein  pawers-mon, 
Drr  thnet  hinein  zwn  schüetzen  »tan. 
[bl.  144']     Darunib  inaes  er  gepritschet  wern, 
Ich  wil  im  alhie  truecken  schern 
Mit  der  prätachen,  sauber  und  wackeri 

2h   Auf  seinem  ars  faren  ssw  ackei% 

W'il  im  den  liüudzhabern  aus-treschen, 
Vertreiben  im  darmit  den  besehen^ 
Wil  prenien  im  int  kerben  seen, 
Das  gras  im  vor  dem  loch  abmeen, 

na   Das  im  sein  schelln  in  hosen  klingen, 
Wiltw  mir  kes  nnd  ayer  pringen, 
So  wil  ich  lassen  dich  darfon. 
Su  hab  dir  disen  plappart  dron! 
Und  so  dir  noch  ain  also  par! 

«   Morgen  wil  icb  dich  zaleii  gar, 
Wen  dw  mir  pringst  ayer  and  kes. 
So  dir  zw-letz  noch  ain  vürs  gses! 
Anno  salutiä  1549,  am  20  tag  May. 


A  iS   n,  ka«QhL  (so  nbgekürit)* 
r*hli  8,     8  kerrbeit. 


S  Dflobflt«!»  tt^jL     S  tut*  28  7  iu»}  1 


489 


Der  mesner  mit  dem  rayger. 

Hört  zw  ein  wnnder-listing  possn! 
Ein  mesner  het  ain  raiger  gschossn, 
Den  tmeg  er  seiner  f^awen  haim 

6  Und  pefalch  ir  in  groser  khaim, 
In  zwperaiten  anf  das  past; 
Den  pfarer  wolt  er  han  zw  gast. 
Die  fraw  sich  drob  nit  lang  periet, 
Den  raiger  peraitet  and  priet, 

10  Des  saeser  wolgeschmacker  mech 
Das  dorff  ganz  aberal  dnrch-kraech. 
Ir  nachtpewrin  kam  in  das  bans, 
Sprach :  „  Was  schmeckt  so  schön  ueberans  P'^ 
Als  sie  den  raiger  pratten  sach: 

16   „Las  mich  versnechen  denl'  sie  sprach. 
Die  mesnerin  sprach:  „Vor  meim  mon 
Thar  ichs  pey  meinem  aid  nit  thon/ 
Sie  sprach:  „Dw  findst  wol  ein  aasred.** 
Nach  dem  sie  eylent  alle  ped 

20  Zw-samen  in  der  küchen  sasen, 
Den  raiger  ganz  nnd  gar  anf-frasen. 
Nach  der  vesper  den  pfarer  nam 
Der  mesner  nnd  mit  haim-hin  kam, 
Degt  den  disch,  zw  der  frawen  sagt: 

35    „Trag  her!"  Hin-wider  sie  in  fragt: 
[bl.  240]     „Mein  man,  was  sol  ich  tragen  her?" 
„Den  hewting  raiger!"  saget  er. 
* 

l  Im  sechsten  spraohbacbe,  bl.  239'  bis  240'.  Gedraokt  als  117  schwank. 
Vergl.  MO  11,  bl.  3  im  rosentone  des  Hans  Sachs:  Der  mesner  mit  dem  raygor 
»Utfri  BW  «in  wnnderlisting  possenc  1549  Ende  Januar.  Sieh  Hagen,  Gesammi- 
abenteaer  nr.   31  und  vergl.  band  9,  279.         17  ?  meinem.     8  mein. 


490 


Sie  sprach:  ,Kain  raiger  gabst  bewt  mir. 
Es  bat  leicht  heint  getramnet  dir/ 
Der  mesner  drot  der  frawen  fast» 
Zog  ab  mit  äcbaDden,  nam  sein  gast 

»  Und  fiieret  in  dabin  zum  wein 
Und  dut^liet  ser  der  tVawen  sein. 
Die  Eiebiieriü  nber  den  hoff 
Listig  ZT  ir  nachtpewrin  loff, 
Sprach:    ,Der  raiger  pringt  mich  in  not; 

10   Mein  man  mich  halsen  will  zw  dot.' 
Ir  nacbtpewrin  sie  droeten  was, 
Sprach:  „Ich  wil  fiir  ench  leiden  das, 
Wil  heint  liegen  in  ewrein  pet, 
Weil  ich  ench  hab  darzw  peret.** 

iB   Die  sach  war  schlecht,  sie  legt  sich  iiider. 
Nachts  kam  vom  wein  der  mesner  wider, 
Vermaint,  er  fand  Bein  weib  am  pet, 
Pey  dem  bar  ers  rawszihen  det 
Und  det  sie  wol  mit  few^ten  knüellen; 

fo  Die  wittib  knnt  wainen  und  rüellen. 
Als  nun  der  mesner  frw  aafston, 
Sang  Bein  weih  frolich,  sas  und  span. 
Kr  sprach :   ,Gab  ich  des  raigers  dir'?* 
Sie  sprach;    ,Kain  laid  thestw  doch  mir.'* 

flft  Er  sprach:    ,Zaichnet  piat  anteru  angen.' 
Als  die  fraw  war  noch  stercker  langen, 
Peschantz  der  mesner  ueberaL 
Ala  er  fnnd  gar  kain  plabes  mal. 
Sprach  er:  „Ntin  glaub  ich  wol  und  eben, 

K»   Das  ich  dir  hab  kain  raiger  geben. 
Verzeich  mir  das,  ich  pit  dich  drumb.* 
Hill  ei*8t  sein  weib  warlmft  «nd  frumb. 
[bl,  24{y]     So  wirt  manch  man  mit  listen  dawbl, 
So  er  all  ding  seim  weib  galaubt, 

85  Auf  das  kein  nachrew  im  erwachs, 

So  schaw  er  dranff,  reit  im  Hans  Sachs. 


Anno  saluiis  1550,  am  6  tag  Februari. 


IK  S  NMfas. 


491 


Kflnig  Artaxersis  ungeraten  stten. 

Als  Artaxerses  sas 

In  Pereia  und  was 

Mechtig  im  regiment, 
5  Im  alter  sich  erst  went 

Sein  glaeck;  pey  seinen  kinden 

Thet  sich  vil  nnratz  finden. 

Darios,  sein  snn,  war 

Zw  herschen  pränstig  gar, 
10  Wolt  mit  mördischen  dingen 

Den  vater  selb  umbringen 

Eins  nachts  in  seinem  pet. 

Da  in  ergrewffen  det 

Der  vater,  lies  in  fangen. 
16  Ein  urtail  ist  ergangen 

Dnrch  die  herren  im  lande, 

Das  man  in  gfencknus-pande 

Dem  sun  an  als  verhelen 

Abschneiden  det  sein  kelen 
so  Mit  eim  schermesser  pluetig; 

Der  vater  wart  onmaetig. 

Ochns,  der  jängst  sun,  gleich 

Aach  stelet  nach  dem  reich, 

Der  war  frech  und  verwegen, 
26   Ein  junger,  stolzer  degen. 

Idoch  Arsanis  gar 

Sein  ander  prueder  war 

Frumb,  Stil,  freuntlich  und  guetig, 
♦ 

1  Im  seehtien  spniehbaehe,  bl.  240'  bis  241'.  Vergl.  in  der  epniobweise 
es  Hao«  Saobs:  ArUxerxis  ungeratner  sun  »Als  Artaxerses  sase«  164'^  Januar  24 
MG   11,  bL   &).  12  MG  oaehU.      8  Da«bs. 


492 

[bL  241)     Dero  vater  gar  anmuetlg, 

SeiD  gBprech  oft  mit  iiu  drieb 
Und  liet  in  herzlich  lieb, 
Ochum  nit  achtet  er, 
•  Macht  sein  stolze  geper. 
Da  forcbt  Oclms,  sein  vater, 
Der  guetige  woltater, 
Arsonia  noch  Im  leben 
Das  reich  würt  rieber-geben, 

10   Darumb  er  in  zw  nachte 
In  seinem  pet  umbprachte. 
Den  man  dot  ftmd  zw  morgen. 
Noch  plieb  dm  mort  verporge«. 
Ochti!^  aber  noch  hett 

ib   Min  prueder^  zw  dem  det 
Er  schicken  gar  mit  listen, 
Wolt  er  sein  leben  fristen, 
Solt  er  (iihen  ans  nötten, 
Der  vater  woU  in  dötten. 

20   Ariaspis  verzaget 

ülaubet,  wie  man  im  saget» 
West  gar  nit  zw  eDtrinnen 
Mit  verzweyffelten  sinnen, 
Im  selb  mit  gift  vergab, 

»&  Das  er  kam  in  das  grab. 
Da  thet  den  vater  dawren 
Seiner  »un  dot  in  trawren, 
Vil  in  kranckheit  nnd  starbe, 
Vor  herzenlaid  verdarbe 

so   Erst  in  seim  alter  schwer, 
Schreipt  Ptntarchns.     Da-her 
Kumbt  das  Sprichwort  verporgen: 
Gros  kinder  groses  sorgen. 
Derhalb  zeuchs  in  der  jngent 

ab  Anf  gottes-er  nnd  tnegent, 
[bl.  241']     Dardnrch  vil  ungemachs 

Entgestw,  reit  Hans  Sachs. 

Anno  flalutis  1550»  am  7  tag  B^ebruari. 


JA   Mü  g«r.     8  d*t. 


493 


Der  pawer  mit  der  dotzen. 

Weil  sant  Fetter  aaf  erden  ging, 

Ein  arme  pewrin  in  entpfing 

Zw  herberg.    Als  er  dranck  and  as 
6  und  frfie  von  ir  abschaiden  was, 

Hies  ers  schmalz  anspotem  am  morgen 

und  gab  ir  sein  segen  verporgen. 

Sie  Voigt  sant  Fetter,  and  gar  pillich 

Gos  ins  pneter-fas  dicke  millich 
10  und  pntert  anß  fast  aaf  drey  stand. 

Als  sie  das  schmalz  leateren  knnd, 

Alle  geschirr  sie  faellen  det 

Mit  schmalz,  die  sie  im  haase  het. 

Im  dorff  ein  reiche  pewrin  war, 
16  Die  wart  des  in,  kam  zw  ir  dar. 

Fragt,  wo  sie  so  vil  schmalz  het  gnamen. 

Sie  sprach:  „Sant  Fetter  ist  her-knmen, 

Der  leret  meinen  ;nan  im  haas, 

Das  er  mir  schnit  mein  dotzen  an& 
so  Und  sod  sie  in  aim  kessel  eben, 

Die-selb  hat  so  vil  schmalze»  geben/ 

Fro  war  die  reich,  eyllent  haim-ging, 

Erzelet  irem  man  die  ding. 

Verwilligt  sich  gen  irem  mon, 
26  Ir  dotzen  aach  zv  wagen  dron, 
* 

I  Im  sechBten  spnichboche,  bl.  241'  bis  242.  Gedruckt  als  118  tohwank. 
'ergl.  MG  11,  bl.  19  im  rosentone  des  Hans  Sachs:  Der  paucr  mit  der  doosen 
Weil  sant  petter  aaf  erden  ginge«  1549  Mars  13.  Die  Dresdner  Hs.  M  5 
ehreibt  in  der  Qberfohrift  des  meistargesanges  manten  statt  dooten  und  giebt 
.  494,   8  das  reimwort  mit  anfangs-f.  5  S  im.   wais.  6   S  sohmals.  MG 

.m.     S  aaf.  7  S  sgen. 


^p 

^^^ 

V^B^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^I 

n 

^^^^^^^Bi^l 

404                                           J 

w 

^^^H 

Das  sie  vil  achmalz  möclil  üeberknnien.          ^^M 

^^^^H 

Den  andren  tag  sie  in  fiiertiniitetj,                    ^H 

^^^^H 

Zw  versuchen  die  abentewr.                              ^H 

^^^^H 

Die  fraw  schüert  iin  ein  groses  fewr,               ^^ 

^^^^H 

h 

Setzt  darueber  ain  kessel  g^ros,                          ^J 

■ 

|bl.  2421 

Den  sie  eben  vol  wassers  gos.  ^H 
Der  mon  ain  messer  von  der  plotzen  ^1 
Zog  nnd  aclinil  aus  seira  weih  die  dotzen  J 
Und  schmitzt  sie  in  den  kessel  nein,               ^^^ 

1 

»0 

Und  mit  einem  kochlöffel  fein  ^H 
Det  er  im  kessel  sie  umbrüeren  ^H 
Und  det  das  fewer  waidüch  scliüeren,  ^H 
Das  pran  mit  tlamen  zunter-rot,  ^H 
Pis  das  Wasser  anf-ßtmdlet,  sot.                      ^| 

■ 

Iß 

Idech  die  dotz  kain  schmalz  wolt  geben  ^H 
Weder  nnden,  oben,  noch  neben.  ^H 
Die  fraw^  war  kranck,  doch  schrirs  pesuuder :  J 
„Dw  narr,  leg  noch  mer  liolzes  under!"  ^^I 
Der  man  ein  pueschel  reissig  nam,                   ^H 

[ 

ao 

Legtz  an,  das  gab  ain  grosen  flam  ^^M\ 
Und  schlneg  auf  alle  ort  weit  aus  ^^M 
Und  zündet  an  das  pawren-haus.  ^^| 
Df'r  man  er^ehrack  t»h  diesen  dingen,  ^^| 
Dacht,  die  dotzen  darfon  zw  pringen,              ^^M 

w 

afi 

Rais  sie  aus  dem  kessel  nachmale,  ^^M 
Stralftz  ueber  «ein  köpf  an  den  hals,  ^| 
Loff  nans  und  lialff  le&chen  das  fewr.  ^H 
Der  gnet  man  kam  der  kunst  zw  dewr:  ^H 
Wan  als  er  nnnff-Htieg  auf  das  dach,              ^H 

1 

3« 

Gos  in  die  prunst,  kam  im  so  nach,                ^H 
Die  dotz  im  au  dem  hals  ein-dort,                  ^H 
Sii'h  zamen-rumpfet,  zamen-schmort 
Und  erdrosslet  den  gueten  mon ; 
Das  weih  auch  in  dem  haua  verpron. 

■ 

»r. 

Also  wer  sich  nit  lest  penaegeu, 

Dem  llmet  gliieck  vil  ungluecks  zw- fliegen, 

Das  im  aus  schuriden  geiz  erwachs.                 ^H 

Dnimb  last  euch  pnüegenl  rett  Hans  Sachs.      ^^ 

^H 

^1 

A 

nno  aalutis  \h%i),  am  7  tag  Februarip                              J 

^^B 

MÜ   viiglu««kg.     8  ftkrmet. 

495 


fbi.  242'i    Die  zwen  gefattern  mit  dem  zorn. 

Ein  man  sein  frawen  schlaeg, 

Pey  dem  bar  sie  nmbzneg, 

Die  schrir,  als  wer  sie  töret. 
6  Als  das  ir  gfater  boret, 

Da  kam  er  zw-gelofTen, 

Fand  gleich  die  haastner  ofifeu. 

Er  lofT  ein  durch  den  gattern 

Und  pat  seinen  gefatern, 
10  Sein  zoren  im  zw  geben. 

Der  sprach:  ,Ist  mir  nit  eben. 

Was  dürft  ir  meines  zorens, 

Heins  schlagens  und  mmorensV 

Vil  darff  sein  pas  mein  weibe, 
16  Zw  znchting  iren  leibe. '^ 

Der  gfater  lies  nit  ab : 

, Versagt  mir  nit  die  gab!"^ 

Sprach  er,  „ich  wil  auch  ^ereii 

Euch  ainer  pit  geweren. 
20   Allain  gebt  itzand  ir 

Den  euren  zoren  mir!' 

Als  er  nan  nit  ablies, 

Sein  weib  er  von  im  sties, 

Platzt  seim  gfatern  ins  bar 
26  Und  ries  in  nider  gar, 

Det  in  mit  fewsten  plewen, 

1  Im  sechsten  spruohbaohe,  bi.  242'  bis  243.  Vergl.  MG  11,  bl.  26  in 
der  sproohweise  des  Hans  Sachs:  Die  zwen  gefatern  raafen  »Ein  man  sein  frawen 
schlaege«  1549  Mftn  29.  Sieh  band  21,  s.  230  bis  235.  Die  erweiterung  ond 
das  82  fiastnachtspiel.  Qaelle:  Der  Kenner.  Ausg.  Ton  1549,  fol.  bl.  75,  yon 
A.  L.  Stiefel  in  Nürnberg  entdeckt;  sieh  Germania  1B92.  bd.  37  (n.  r.  25)  s.  228. 


r 

^M 

^^^^^1                           DaB       sein  pit  det  rewen.                               ^H 

^^^^^1                           Der  gfater  der  lag  unden,                                ^H 

^^^^^H                           Mit  straiclien  ueberwnnden                                ^^M 

^^^^^^H                            An  alles  widerfecbten                                          ^^M 

^^^^^M                       ^   Und  pat  sicli  \M\g  zum  reebten,                       ^H 

^^^^^H                            Nicbg  minder  in  der  gchlueg                             ^H 

^^^^^^1                           Und  pej  dem  har  anib-zueg,                             ^H 

^^^^^B                            FiB  die  riaehtpaureii  kamen                               ^Hl 

^^^^^^H          |bl.  243}     Und  in  seioi  gfater n  namen.                              ^^1 

^^^^^H                      10   Der  wol  glirawft  und  geschlagen                     ^H 

^^^^^1                           Det  es  dem  richter  clagen,                              ^H 

^^^^^H                            Zaigt  im  ritz,  kritz  und  pewlen                       ^^M 

^^^^^H                           Und  det  sich  cleglicli  mewlen.                          ^H 

^^^^^H                           Der  richter  pschickt  den  detter,                      ^H 

^^^^^H                      15  Der  forclit  sich  und  kam  speter.                      ^^M 

^^^^^^1                            Den  det  der  richter  fragen:                               ^J 

^^^^^H                           ^Warnmb  hast  in  gscblagen?*'                        ^H 

^^^^^B                            Der  sprach:  Jcli  seiilneg  mein  fravven :         ^H 

^^^^^M                            ^^  P^*-  ^^  ^^^^  ^^^^  trawen,                             ^H 

^                            so  Das  ich  im  selber  eben                                    ^H 

^^^H                                   Solt  meinen  zoren  geben.                                 ^^M 

^^^H                                   Da  lies  ich  vom  weib  ab,                                 ^^1 

^^^H                                    Im  meinen  zoren  gab.'' 

^^^1                                  Der  richter  tbet  sein  lachen^ 

^^^H                              a&  Sprach:  „Nichs  kan  ich  draus  machen, 

^^^H                                   Weil  dw  in  selb  mit  sitten 

^^^H                                   T liest  nmb  sein  zoren  pitten.'' 

^^^1                                   Da  det  der  gfater  jehen                                   ^H 

^^^H                                    ^Mir  ist  gleich  recht  geschehen!                      ^H 

^^^H                               94)    Wen  man  fort  nugefiieg                                    ^H 

^^^1                                  Ifleicli  alle  weiber  schJüeg,                                   J 

^^^H                                   Die  auf  der  erden  weren,                                ^J 

^^^H                                   Wolt  ich  nit  mer  pegeren                               ^H 

^^^1                                    Der  iren  mender  zoren.                                     ^^| 

^^^B                               36   Des  sey  ein  aid  geschworen!^                          ^^M 

^^^m                                 Anno  iaiutia  1550,  am  7  tag  Februari,                     ^H 

^^H                 1    MG  pit     3  leib.          14  Mii  p«obkkL     S  forabt.                                ^H 

497 


Die  gertnerin  mit  dem  pock. 

Ein  ^rtner  het  ein  firawen, 

Die  det  im  schalcksperg  hawen. 

Als  der  ging  in  die  stat, 
6  Ein-kanffen  wolt  mit  rat, 
[bl.  243']    Da  kam  ir  jüngeling, 

Den  sie  frenntlich  entpfing. 

Als  der  schimpf  war  am  pesten 

Und  sie  nit  änderst  westen, 
10  Sie  hetten  erst  angfangen, 

Da  kam  der  gertner  gangen 

Und  klopfet  an  der  thuer. 

Der  Jüngling  het  sein  späer, 

Des  gertners  wolt  nit  warten, 
16  Sprang  herab  in  den  garten 

Durch  einen  weitten  laden 

Heraber  wol  zwen  gaden. 

Das  det  der  gertner  sehen. 

Zornig  znm  weib  det  jehen : 
so   „Dw  sack,  wer  ist  der  jung. 

Der  rab  in  garten  sprang?'' 

Das  weib  det  listig  jehen : 

,Dw  hast  nit  recht  gesehen; 

Unser  pock  is  gewessen. 
ib  Den  jagt  ich  mit  dem  pessen, 

Der  het  mir  thon  ain  schaden. 

Der  sprang  nah  dnrch  den  laden. ^ 

* 

I  Im  fechsten  sprucbbuche,  bl.  243  bis  244.  (iedruokt  bei  Charles  Schweitzer, 
Itode  *ur  ia  Vie  et  les  rKavro?  de  Hans  Sachs.  Nancy  18.^7.  ».  44ü  bis  44  1; 
ann  al*  120  schwank.  Vergl.  MG  11,  bl.  27  in  der  spruchweise  des  Hans 
aehs:  Die  gertnerin  mit  dem  pock  »Ein  gertner  het  ein  frawen«  1549  Marx  30, 
edr.  Schweitxer  a.  a.  o.  s.  438,  und  die  dritte  fabel  des  74  fastnaohtspieles. 
inelle:  Der  renner.  Ausg.  Ton  1549.  ful.  bl.  63.  Sioh  <tcrmania  1892.  bd.  37^ 
Q.  r.  25),  8.  225.      11   S  gerner. 

Hans  .Sachs.   XXII.  32 


498 


Der  gertner  sprach  in  Äoreu : 
^Der  het  kain  part,  noch  hören. 
0er  durch  das  fenster  Sprung . 
Es  war  aiii  lecker  juüg."* 
'>   Vm\  zucket  sein  spitzparteii, 
Wolt  lieber  in  im  garten. 
Die  fraw  mit  werten  gäetig 
Sprach:  ^ünsioig  und  wnetig 
Wütw,  mem  man,  mir  werden," 

»0   Mit  cleglichen  geperden 
Waineut  umb  sein  hals  fiel : 
»Herzlieber  luau,  ich  wil 
Mein  segen  dir  mit-daileu, 
Dein  wneten  dir  zw  hauen. 

ifi   Leg  auf  die  erd  dich  nider 
[bl-244|     Und  Hier  kains  deiner  glider!** 
Der  man  in  dem  gezenck 
Sich  nider-legt  auft  penck. 
Die  fraw  fing  an  den  gegen : 

1^0   „Las  dich  effen  albegen, 
Dw  esel,  narr  nnd  dropff! 
Das  hii-en  in  deim  kopff 
Wert  tinsinig  iin4  wiietig! 
Das  geh  dir  gol,  der  güetig!** 

ih   Das  letzt  wort;  thetz  lawt  sagen, 
Das  ander  stii  verHchlagenr 
Die  weil  entron  der  jung, 
TTeber  den  zäun  ansprung. 
Nach  dem  der  man  aufstund, 

310   Suecht.     Da  er  nimant  fnnd, 
Dan  »einen  allen  pock 
Plctern  an  ain  reben-stock, 
Fat  ers  ah  seiner  frawen, 
Det  ir  erst  recht  wol  drawen. 

iu   Drumh  spricht  man:  Frawen-Iist 
Unueberwititlich  ist 
Und  pringt  vil  «ngemachß 
Manchem  man.     Spricht  Han«  Sachs. 

Anno  aalutis  1550»  am  8  tag  Kebruari* 


I    8  gflrfinr.  IH   MiJ   iLuft.     S  Auf. 


33  S  P*lt«r*. 


499 


Die  spinn  mit  dem  ziperlein. 

ÜB  kun  getpreeh. 

Die  Bpin  und  anch  der  zipperlein 
Kamen  zwsamen  in  gemein, 
5  Ides  sein  not  dem  andren  sagt. 

Der  sipperMn. 

Der  sipperlein  der  spinen  clagt, 

Wie  er  ans  eines  panren  haus 

So  schentlich  wer  getrieben  ans, 
|bl.  244']    Spracli:  „Am  pawren  det  icli  mein  prob; 

Er  war  mir  aber  vil  zw  grob. 

Ein  knorren  im  rot  auf-geschwelt, 

Da  maint  er,  er  het  in  verpelt; 

Schrot-kleyen  legt  er  neber  mich, 
16  Verschont  mein  gar  nit  tmtzicHch; 

Er  Ined  mist,  ackert  nnd  anch  set, 

Er  drasch,  hackt  holz,  hauet  nnd  met; 

Des  nachtes  lag  er  in  der  strew 

Oder  im  stadel  in  dem  hew, 
20  Soff  wasser,  as  nnr  prey  nnd  krawt, 

Er  schwitzt  nnd  farzt,  darob  mir  grawt; 

Unlnestig  wars  bans  neberal. 

Derhalb  ich  mich  vom  panren  stal." 

Die  spin. 

35  Die  spin  sprach:  ,.So  wil  ich  hiuans, 
Herberg  nemen  ins  pawren  haus. 
Da  ich  anspannen  wil  mein  netz 
Vur  ain  loch,  da  ich  im  aufretz 
Schnacken  und  müecken  üeberal, 

30  Der  ich  da  und  mit  ueberschwal. 

« 

1  Im  seehtten  spraohbaohe,  bl.  244  bis  245.  Gedruckt  als  121  schwank. 
Vergl.  MO  II,  bl.  33  in  der  abenteaerweise  des  Hans  Folz:  Zipperlein  mit  der 
fpinoen  >Eln  spinn  rnd  auch  der  zipperlein«  1549  April  8,  gedr.  bei  K.  (loedeke, 
Diehtungen  Ton   Hans  Sachs.  I.  Leipsig   1883.  s.   112. 

32* 


500 


r>a  ich  wol  sielier  \mng  vürwar, 
Das  man  niicli  in  eira  ganzen  jar 
Mit  kainem  pesen  keret  ab, 
Da  ich  ain  sichre  woTiung  hab. 

b   Ans  aines  pnrgers  haus  ich  kiiinb. 
Da  man  mir  schir  mein  leben  tiumb; 
Wan  der  hansknecht  und  die  bausmaid 
Detten  mir  teglicli  vil  zw  Jaid, 
Zerissen  mir  als^  was  ich  apun, 

10   Kanm  ich  oft  i«  ain  loch  entrun, 
llilten  das  han^  sauber  und  rein, 
Jaekten  auB  nniecken,  gros  und  klain, 
Das  ich  schir  hungers  ßtarb  darin. 
Darnmb  ich  ausgezogen  pin,^ 

15  Ber  sipperlein. 

Zw  der  spiu  sprach  der  laipperleiu: 
[bL  24r>]     „8o  wil  ich  Jn  die  »tat  hinein 
In  dieses  reichen  purgers  haus, 
Von  dem  dw  pist  gezogen  aus. 

ao  Der  mich  zw  im  lockt  aller- weis 

Mit  starckem  dr.inck  und  gueter  speis, 
f>armit  er  sich  fdelt  teglidi  vol, 
Mit  müesig-gen  ist  im  auch  wol, 
Mit  schlaffen,  paden  nnd  seim  weib: 

Vi  Er  ist  leispacheii  an  seim  leib. 
Ich  wais,  pald  ich  anrüere  in, 
So  schickt  er  nach  aim  arzet  hin, 
Und  anf  ein  seiden  kües  mich  legi, 
Mit  hermleiii  weis  er  uiich  zv-degt, 

BD   Ist  guete  pislein  imerzw. 

8chaw!  pey  dem  hab  ich  «rnete  rw.* 
Aus  der  fabel  zway  ding  man  lert; 
Reichtum  den  zipperlein  ernert, 
Den  armut  doch  alzeit  auBtreib, 

3f.    Wie  Frnnciscus  Petrarcha  «rhreib : 
Will,  des  zipperlein»  miiesig  gan, 
8o  leb  im  lians  wie  ein  arm  maiL 
Das  im  der  zipperlein  uit  wachs. 
Den  trewen  rat  gibt  im  I^ans  Sachs, 

Anno  salutiH   1550,  um  H  iiig  Februnri, 


501 


Honnlffus,  der  getrew  kemerling  des  kflnigs  aus 

Lamparten. 

Nach  dem  Aripertus  gestarb, 

Der  Lamparter  könig,  erwarb 
5  Gnndipertns,  sein  snn,  die  kroD, 

Den  Grimoaldas,  der  hauptmon, 

Vereterlich  erwüergt  am  sträng 

Und  sich  mit  gwalt  ins  küngreich  drang. 

Des  künigs  pmder  er  nach-stelt, 
10  Partaris,  das  er  in  auch  feit. 
|bl.  215']     Der  entpfloch  im  ins  Ungerlant, 

Da  er  gleich  in  dem  ellent  want, 

Doch  hört  von  Grimoaldo  er, 

Wie  er  ein  gaetig  künig  wer, 
15  Und  schickt  zw  im  amb  ain  gelaid. 

Der  künig  schwuer  ain  herten  aid, 

Er  solt  frey  sicher  zw  im  kumeu. 

Er  kam,  wart  gnedig  aufgenumen, 

Gab  im  ein  gros,  köstliches  hans. 
20  Er  ging  peim  künig  ein  and  auH, 

Wart  doch  pald  hart  ans  neid  versagt, 

Hinterüeck  peim  künig  verclagt. 

Der  künig  glanpt  der  untrewn  clag, 

Macht  ain  pancket  am  andren  tag 
26    Und  liies  den  jüngliiijr  machen  vol, 

Sprach,  darnach  man  in  wüergen  sol. 
* 

1  Im  «eobsten  »pruchbaohe,  bl.  245  bi^  24l'>.  Von  dctu  ueiiitergusang  im 
rosentone  des  Hans  Sachs:  UnnuIfiTus,  der  trcw  kouierlin;;  »Nach  dem  Aripertus 
gestarb««  ist  nichts  anderes  erbalten.  Kr  stand  M(>  II,  bl.  39,  war  also  ver- 
mutlieb J&49  April  15  gedichtet.  Quelle:  Alb.  Krantz,  Dennmärckische  chrnuik, 
TOD   Eppendorff  rerteutsobt,  buch  3.  cap.  26.  bl.  142'   bis    145.        3   S   Aripetu^. 


502 


Der  jung  mit  warnan^  wart  gesclirecket, 
Hunulffo  er  das  mort  entdecket, 
Seim  freunt,  der  Mes  den  schencken  »ein 
im  Walser  einacliencken  vür  wein, 

ü   Auf  das  er  ruiecliter  pleiben  solt. 
Darnach  det  Htinnlffti^*»  sani  woU 
Er  in  <ler  seiuen  kaiuer  nahen 
Satnbt  dem  Jüngling  swasBcr  absclklaheri, 
Und  paiit  im  anf  den  nieck  ein  pet, 

10  Sein  angsicht  im  verhüellen  det 
Und  det  in  darmit  berans-jageii 
Und  in  mit  ainer  t?aisel  schlagen, 
Mit  Worten  in  ser  schalt  und  sclimeelit, 
Als  wer  es  sein  leib-aigner  knecht» 

i&  Den  er  mit  dem  pet  wolt  ausenden, 
Halflf  im  darmit  ans  seinen  henden. 
Partaris  entron  in  Franckreieli. 
Früe  schickt  nach  im  der  kiinig  gleich ; 
Sein  kemerling  sprach,  er  sdiliefl^  noch. 

30   Der  künig^  wart  erzüernet  hoch 
Und  hies  die  kamertuer  anfspringen, 
[bl.  246]     Partaris  im  gefencklich  pringen. 
Als  nun  Partaris  nit  wart  fanden. 
Da  wart  der  kemerling  gepiinden 

26   Mit  Hnnolffo  ztimb  künig  paid 
Gefuert,  dem  sagten^  allen  pgchaid, 
Wie  sie  dem  iiiieltfen  aus  verderben. 
Das  hoffgaind  schray;  „Paid  müessens  sterben!* 
Der  kiinig  sprach:  „Das  sol  nit  seinj 

wi  8ie  paid  haben  verdint  allein 

Ein  lan,  weil  sie  aus  trew  hant  eben 
Für  iren  herren  gwagt  ir  leben." 
Und  in  knechtj  ros  und  zernng  gab, 
Fertigtz  zw  irem  herren  ab. 

3i   Ware  trew  mues  freunt  uud  feind  lieben, 
Hat  nn»  Albertus  Krantz  penchrieben. 
Das  niilter  Ion  aus  trew  erwachs, 
Das  wünschet  von  Nürnberg  Hans  Sachs. 


Anno  sahiti»  1550*  nui  8  tag  Februaii. 


508 


Der  uDgelnecklich  kämpf  ktlnig  Colerns  aus  Nor- 
wegen. 

Als  Collems  regirt, 

Norwegen  gnebernirt, 
5  Da  ranbet  anf  dem  mer 

Horwendillns  gar  ser, 

Stathalter  in  Itlant, 

Mit  gewaltiger  hant. 

Künig  Collems  frnmb 
10  Het  gros  nnwillen  dminb; 

Das  mer  unsicher  war, 

Rnest  ein  armada  dar 

Mit  gewappneter  hent, 

Das  er  an  disem  ent 
[bl.  246']     Das  mer  zw  machen  sanher, 

und  saechet  den  meraaber 

Gerüest  ein  lange  zeit 

Auf  dem  mer  weit  und  preit, 

Und  doch  in  nirgent  fund, 
20  Mit  fueg  andreffen  kund, 

Das  er  im  an  der  stet 

Ein  Schlacht  geliffert  het 

Am  pritanischen  mer. 

Collerus  mit  seim  her 
25    Ein  schone  insel  fand, 

Da  stund  er  aus  an  lan<l 

Und  spacirt  in  dem  wald 
* 

I  Iin  seohsten  fpmehbache,  bl.  246  bis  247.  Vergl.  den  iiiui.stergo.sang 
im  sQßeo  tone  Sohillers:  Kttnig  Colerus  keiDpfet  ungluecklich  *Als  Colorud  regirt  ^ 
1549  Mai  8  (MG  11,  bl.  63).  Quelle:  Alb.  Krantz,  Norwägiucbc  cbronik,  vun 
Eppendorff  verteottcht,  buoh    1,  cap.   8,  s.    17    f.  19   M(i   in]  lehK   S 


[bl,  247 J 


On  allen  liinterliaM 

Und  ancb  am  andren  ort 

Der  iüsel,  am  scbiffport 

Die  ranber  ang'efaren, 

Auch  ausgestanden  waren. 

Die  zwen  lierren  apacirten, 

Ainig  im  wald  refirte», 

Draflfeij  ainander  on. 

Ganz  ainig  man  an  man,  ; 

Kai n er  den  andren  kennet. 

Auf  frag  doch  ider  nennet 

Sein  nainen  und  wan  lier 

Und  warum  b  er  da  wer. 

HorwendUltis  der  sagt: 
ib   „Pi^tw  so  unferzagt 

Und  ze wehst  aus,  mich  zw  deuipfeii. 

So  wil  ich  mit  dir  kempfen 

Ainig  hte  man  und  man 

Auf  diegem  gruenen  plon," 
ao   Collerna  sprach:  ^Ja  wol! 

Docli  der  obsieger  ao! 

Sein  feint  erlich  pegrabeu," 

Also  sie  paide  liaben 

Ein-ander  griffen  on 

Die  wunder-kiinen  mon. 

Sein  Schwert  der  ranber  scharff 

Vast  und  sein  scliilt  hin-warff, 

Dem  frumen  künig  clueg 

Sein  schilt  zw  st ü ecken  schlneg 
80   Und  in  darnach  entleibet. 

Albertus  Krantz  peschreibet. 

Der  nugh recht  oft  gesiget, 

Und  der  ghrecht  unden  lieget. 

Hie  und  ienset  de»  paehn 
30   tiöchichtz  noch  so,  spricht  Hans  Saclns. 


Anno  üaluÜA  1550,  am  9  tag  Februan. 


505 


Der  hoffertig  kaiser  Anrelianns  in  dem  päd. 

Gesta  Romanornm  mit  nam 

Sagt,  als  der  kaiser  herscbt  zv  Rom 

Anrelianas,  stolzer  art, 
6  Der  sagt  im  herzen  ans  boffart, 

Wie  das  kain  ander  got  den  er 

In  himel  noch  auf  erden  wer. 

ümb  den  hochmnet  det  in  got  plagen  : 

Als  er  ains  tags  ansrait  zw  jagen 
10  In  groser  hitz,  er  padet  sich 

In  der  Tieber,  angenplicklich 

Ein  engel  legt  an  sein  gewand 

Und  setzt  sich  auf  sein  roß  zv-hand, 

Rait  mit  dem  hoffgsind  ans  dem  walt; 
15  Wan  er  het  ganz  des  kaisers  gstalt 

Und  wart  als  der  kaiser  geeret. 

Dem  kaiser  war  sein  gstalt  verkeret; 

Als  der  staig  aus  der  Tieber  plos, 

Fand  er  weder  gewant  noch  ros, 
so  Auch  war  hin-weck  sein  hoflfgesind. 

Des  erschrack  der  kaiser  geschwind, 
[bl.  247']    Nun  lag  darpey  ein  herren-hoff, 

Zw  dem  der  nackat  kaiser  loff 
♦ 

l  Im  seohsUn  spruchbuche,  bi.  247  bis  248.  Vergl.  den  ineif^tergesang 
im  roseotone  des  Hans  Sachs:  Aurelianus,  der  hoffortig,  etraff  »(Josta  Komanorum 
toit  oome<'  1549  Juni  21  (MG  11,  bl.  76),  gedruckt  bei  K.  (ioedoke,  Dichtungen 
TOD  Hans  Sftohs.  Leipsig  1883.  I,  s.  275.  Sieh  auch  band  13,  bl.  110.  Quelle: 
die  getchiehte  tod  JoTinianns  Gesta  Komanorum  59  (ausg.  von  H.  Oesterley 
i.  243  nr.  47).  Neuerdings  am  ausführlichsten  behandelt  von  H.  Varnhagen, 
Bio  indiMhei  mftrohen  auf  seiner  Wanderung.  Berlin  1882.  8.  Nachträge  da/u 
gab  der  Terfasser  in  seiner  schritt  über  Longfellows  tnles  of  a  waysidc  inn  und 
ihre  qnellen.     Berlin   1884.  s.    18  und    135. 


506 


Und  an  den  herren  da  pegert, 
Das  man  im  liecli  klaider  und  pfert. 
Wie-wol  er  sich  den  k aiser  nent, 
Kain  mensdi  iin  hofi  in  darf ü er  keot. 
h   Der  herr  lie»  in  mit  rueten  Bcblageo 
Und  wider  zw  dein  hoff  aos-jageo, 
Alß  ob  er  ein  spitzpnebe  wer. 
Eilletit  lolT  der  nackat  kaiser 
Auf  ein  sclilos  zw  aim  edlen  g:rafen, 

10   Der  in  auch  nnerkani  lies  strafen. 
Nach  dem  kert  er  in  die  stat  Eom 
und  nackat  f^r  sein  palast  kom ; 
Nimant  in  kennet  der-geleicken. 
Do  etitpot  er  haimlich  warzeicheu 

iü   Der  kaißerin,  die  sagt  die  ding 

Dem  en^ej,  der  scliueff,  das  mau  tiug 
Den  kaiger,  lies  mit  rueten  bawen 
Im  angesichte  seiner  frawen. 
Nach  dem  jagt  mau  aus  Rom  in  pald; 

so   Da  lolf  er  nabet  in  airi  wald, 
Da  ein  frumer  ainsidel  aas, 
Dem  er  zw  fne&en  fallen  was, 
Pekent  sein  sunt  nnd  misetat. 
Der  ainsidel  got  füer  in  pat, 

9&  Gwan  sein  gstalt  in  ir  angsicbt  paider. 
Der  ainnidel  anlieb  im  klaider, 
Darin  er  bin  gen  Rome  k-nt» 
Da  alles  hoffgesind  in  kent 
Und  thet  im  reverenz;  zw-stund 

id   Der  engel  im  paiast  verschwund. 
Da  erkant  AurelianUB, 
Das  im  got  bet  ge^cbtckt  die  pna, 
Weil  er  sein  berze  bet  erbaben 
In  boffart  ob  den  gottes-gabeu. 

a.v  Ans  der  gesdiicbt  uns  dar  erscb^iint, 
[bL  248J     Das  got  der  hoffart  ist  spinfei ni. 
Wer  sieb  aufpaumet  got  zw- wider, 
Den  kan  er  plotzlicb  stiierzen  nider 
In  ellent,  spot,  als  nugemachs. 

io  So  saget  von  Nürnberg  Hans  Sachs. 

Anno  salutifl  155U,  am  9  tag  Februari* 


&07 


Die  nenn  lesterlichen  stfleck  aines  mannes. 

Man  fint  nenn  lesterlicher  st&eck, 
Die  ain  man  pringen  in  nnglaeck. 
Das  erst:  wer  sieh  vast  rümen  thnet, 
5  Hat  ain  liofTertig  stolzen  mnet, 
Dem  knmpt  sein  hochmnet  selb  zw  schaden 
Und  thnet  vil  nngunst  aaf  sich  laden. 

Dai  ander  stteek. 

Znmb  andren:  wer  ist  nnfertreglich, 
10  Geren  zancket  nnd  hadert  deglich 
Peim  wein,  vor  rat  und  vor  gericht, 
Dem-selben  man  dem  feiet  nicht: 
Er  mnes  sein  pewtel  oft  anf-schliessen, 
Riehter,  scherg,  pader  sein  geniesnen. 

15  Das  3  stfleck. 

Znmb  driten:  wer  vortaillisch  ist. 
Pranchet  vil  tüeck  nnd  hinterlist 
Durch  seltzaii)  pratic  und  finanz. 
Rieht  all  ding  auf  sein  alefanz, 
90   Das  die  wag  henck  auf  seinen  tail, 
Wüeift  also  vil  lewt  üebers  saiK 
Mit  im  hat  nimant  gern  zu  äcbaffeu, 
* 

1  Im  sechsten  spniehbache  ,  bl.  248  h'ia  H'j.  (tedrockt  aIf  122  >chiraDk. 
er  meistergeflaog  im  roflentooe  da  Han«  Sachs :  9  le.^terlichen  »tuck  nin-  uian« 
Man  find  nenn  lesterlicher  stueeke«  ist  nicht  erbalt-n.  Da  er  aaf  hl.  83  den 
ften  (rerlorenen)  meistergesangbnehe«  aufgeschrieben  war,  in  er  sicherlich  im 
ogoit  1549  gedichtet  worden.  So  erklärt  «ich  auch,  da6  iJas  «iHtuin  in  S  f, 
Alt  9  Febraar  gesehrieben  ist  9  Aogu»t.  Eine  erweiterun'^  dos  <>|iruch«4  sieh 
and  20,  ■.   505  bla  &07.  11  S  rorat.  22  8   zscbaffen. 


Eb  seyen  layen  oder  pfaffen. 
Das  get  sein  band  ei  and  gewiii 
Mit  seiner  untrew  aller  hio. 

ITm  4  sttteok. 

6  Znmb  vierden:  wer  mit  hewchlerey 
Soim  iiecböten  stetz  dtit  woneo  pey 
|bl.  24s  J  «*  nzt  in  allem  Bttieckj 

ä  ümh  binterüeck  — 

et  solich  katien, 

ti     hiadea  kratsseiu 

ti  *  aach  ist  verlogeuj 

Mit  woiten       üvariiaft  nnd  drogen, 
Der  vil  2  und  wenig  hell 

1»  Und  äuf  die  iüeg  sein  datum  Btelt, 
Thuet  sich  selb  in  sein  packen  hawen, 
Der  inftn  verleuBl  glanbeii  and  trawen. 

Das  6  stfleok. 

Zum  secbsten :  wen  die  fawlkeit  reit, 

20    Das  er  der  erbeit  nit  obleit, 
Sunder  get  gereii  umb  fawlenzen, 
I)en  newen  meren  nacb-zv-scbwenzen, 
Mit  vögeln  und  scbiesen  zum  zil, 
Der  mues  gwunens  guetz  haben  vil. 

25   Aber  die  armuet  kumpt  gewis 
Gewapnet  als  ein  starcker  ris. 

Das  7  stfleok. 

Zum  siebenden  :  welciier  dut  hawen 
In  dem  schalcksperg  mit  schönen  frawen, 
3u   Die  nemen  im  sin  unde  muet, 

Schwechen  sei,  leib,  er  und  das  guet, 
Und  let  im  selbert  auf  sein  rüeck 
Wol  tawsenterley  ungelueck. 


19    S    fawkeit. 


509 

Dm  8  ttte^ 

Znmb  achten:  wer  anbecht  dem  spll, 
Der  Schaft  im  selb  anrates  vi], 
Das  im  oft  get  aus  seiner  hant 
6  Sein  namng  paide  gelt  and  pfant, 
Verzweyffelt  sich  dem  dewffel  gebn, 
Nemen  einander  selb  das  lehn. 

Das  9  stfteek. 

Znm  nechsten:  wer  sitzt  pey  dem  wein 
10  Tag  nnde  nacht,  stetz  vol  wil  sein, 
[bl.  249]    Anch  Wirtschaft  halten  nach  dem  pesten 
Und  köstlich  anf-dragen  den  gesten. 
Der  knmbt  nmb  sein  gsnnt,  gnet  and  hab 
Und  entlich  an  den  pettel-stab. 

15  Wer  die  nenn  stück  ist  an  im  han. 
Der  ist  vfirwar  ein  loser  mon 
Und  Schaft  im  selb  vil  nngemachs. 
So  sprichet  von  Nürnberg  Hans  Sachs. 

Anno  saloiia  1550,  am  9  tag  Februari. 

20  ?  Febnutri.     8  Aogofti. 


510 


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Dreyer  frawen  ar  ij'e  Imwsmaid- 

em  Uclitmes-Ug 

frawen  clag 

le  drey. 

mit  wortten  froy: 

[ie  i&t  atüedranl; 

ir  Ins  niawlj 

em  rookeu  natzen 
w       wie  die  katzen. 
10   Sie  ist  der  aller-gr5st  nnlnest. 

Der  aller-schlnechtischt  sueppen-wuest ; 
Get  lier  so  riiesig  und  pesuedelt 
In  klaidern  schwarz  und  gar  zerhuedelt, 
Ir  hent  weis  als  der  kuechen-hert; 
i&    In  der  küechen  ligtz  an  der  ert, 
Sara  hab  ein  saw  darin  gewüellet, 
Hefen  und  pfannen  ungespüellet ; 
Heflfen  und  krüeg  sie  mir  zerpriciit, 
Hat  kain  fleis  auf  kain  arbeit  nicht. 
i>n    Unib  ir  sciilüech tisch  unörnlich  leben 
So  wil  ich  ir  hewt  Urlaub  geben." 

Die  ander  fraw  klagt. 

Die  ander  fraw  sprach  zornicleich: 
„Mein  maid  ist  eben  ewer  gleich; 
[bl.  249' I     Wil  ich  wasser  ins  giesfas  han, 

♦ 

1  Im  sechsten  spruchbuche,  bl.  249  bis  250.  Gedruckt  als  123  schwank. 
Von  dem  entsprechenden  ineij^tergosangc  in  dem  rosentone  des  H.  Sachs  ist  nur 
die  Überschrift  und  .-infangszeilo  bekannt:  3  frawen  clag  vber  ir  maid  »Ains- 
mals  frlie  an  dem  lichtmes  tage«  1549  September  10?  (M(i  11,  bl.  88).  Die 
orweiterung   ?ieh    band    5,   m.   191   bis   193.  25   S   geisfas. 


511 

So  mne8  ichs  selbert  darein  than. 
Die  stneben  kertz,  das  gröst  lestz  liegen, 
Schüet  nur  das  kerich  nntert  stiegen, 
und  wen  sie  get  nach  wasser  ans, 
6  So  schwatzt  sis  alles  ans  dem  hans. 
Das  üaisch  lestz  nngefaimet  sten. 
Erstarren  nnd  oft  nebergen, 
Ains  yerprent,  das  ander  versalzen, 
Etlichs  nngsotn  nnd  nngeschmalzen. 

10  Kitzgrab  sint  all  ir  sayffen-wesch ; 
Mit  kainer  arbeit  ist  sie  resch; 
Ich  mnes  sie  wie  ain  esel  treiben, 
Es  sey  mit  fegen  oder  reiben; 
Mein  knecht  liegen  oft  nngepet; 

15  All  wort  sie  mir  anch  wideret. 

Drnmb  wil  ichs  hewt  für  den  ars  schlagen 
Mit  der  thäer  nnd  znmb  hans  aus-jagen.'^ 

Die  drit  firaw  sagt. 

Da  sprach  die  drit  fraw  zw  der  andern: 
so   „So  mnes  mein  maid  hewt  anch  mit  wandern ; 
Kan  hewer  gleich  als  vil  als  vert. 
Mit  spinen  ist  sie  nichsen  wert: 
Ains  vertret,  das  ander  verwnezelt, 
Hanff,  flachs  nnd  werck  sie  mir  verpuezelt. 
36  Das  faist  sie  mir  von  sueppen  nascht, 
Und  was  schleckwercks  sie  mir  erhascht 
Von  wein  nnd  pier,  das  hat  verspilt, 
An  was  sie  air  im  schmalz  abstilt. 
Anch  lanft  sie  nach  den  jungen  knabeii. 
so  Drnmb  mag  ich  ir  nit  lenger  haben. 
Ich  wil  ir  geben  iren  Ion 
Und  lassen  an  den  galgen  gan." 

Der  peschlnes. 

Also  die  frawen  mancherley 
36  Klagten  üeber  ir  maid  all  drey. 
[bl.  250]     Nit  wais  ich,  war  es  alles  war; 

Phieltens  ie  noch  all  drey  ein  jar. 
* 

9  8  vngüehraalcten. 


Brnnib  die  «acd  uit  i^o  lieftjg  was, 
Wie  ein  alt  apncUwort  saget  das: 
Weu  ein  fraw  mnu  niclm  wais  zw  saßjen. 
So  tbuetz  ueber  ir  liaiimnaid  klagen; 
Ist  Bit  hie  und  audi  jeuset  pache. 
So  saget  von  Nörnberg  Hana  Saehs. 


Aar--  — luf-"  itfiA   ßoj  IQ  ^^g  Februar!. 


i 


518 


Der  gnet  montag. 

Eins  morgens  Me  zw  pet  ich  lag, 
Gedacht:  Hewt  ist  gneter  montag, 
Da  wil  dem  maister  feyren  ich. 

6  In  dem  entschlieff  ich  senfticlich. 
Im  schlaff  erschin  mir  ain  gesicht, 
Des  inhaltz  ich  mit  küerz  pericht: 
Ich  sach  gar  seltzamer  monier 
Ein  wnnder-groses,  starckes  dier, 

10  Das  det  her  anf  sechß  föesen  gen, 
Im  mawl  het  es  scharpff  ewerzen, 
Sein  panch  war  als  ein  fürdrig  fas. 
Sein  schwänz  schebig  nnd  rendig  was. 
Ich  erschrack  und  floch  hin  von  im; 

16  Da  rett  es  mit  menschlicher  stim: 

„Fiewch  nit,  hast  mich  doch  ans  genaden 
Anf  hewt  frenntlich  zu  dir  geladen; 
Wan  ich  der  gnete  montag  pin. 
Wolanf  ins  wirtzhaus  mit  mir  hin 

20  Zw  andern  gsellen,  die  dein  warten 

Mit  speis  nnd  dranck,  wüerffel  nnd  karten!' 
Ich  sprach :  „Wie  pist  so  starck  und  kreftig ?" 
Der  gnet  montag  sprach :  „Ich  pin  gscheftig 
In  merck  nnd  stetten  uberal, 

25   Die  hantwercks-pursch  mit  ueberschwal 
[bl.  2bO']     Hab  ich  all  unter  meinem  fannen, 

Der-gleich  hersch  ich  vil  hantwercks-mannen." 

1    Im  sechsten  spruohbache,  bl.   250   bis  251.     Gedruckt  als   124  schwank. 

Vergl.   den   meistergetaDg    in   Hans  Sachsens  rosontone:     Der    gut  montag     >Ain9 

Uge«  fro  sw  pet  ich  lagec    1549  Oktober  9  (MG  11,  bl.  117),  gedr.  bei  Goedeke, 

IHehtungOD  von  11.  S.  I,  s.  279.      Die  erweiterung  «ieh   band  9,  s.   518   bis  52U. 

Han«  8achs.    XXII.  -^3 


514 

Ich  sprach  :  ,,  Wie  das  dw  hast  Becha  pain  ?** 
Er  sprach:  «Mein  gang  ist  schwind  allain, 

Knm  alle-raal  üeber  sechs  tag; 
Oft  man  micli  nit  austreiben  mag 
5   Hinein  pis  gar  anf  den  mit-wocbn 
Weder  mit  schelten  noch  mit  pochn." 
Ich  sprach :    ^Wie  hast  so  scharpfe  zen  ?* 
Er  antwort:  „Wo  ich  ein  thw  gen, 
Vil  ganzer  pewtal  ich  zerkiffel; 

ifl   Vil  zenck  und  heder  ich  an-drilfe!, 
Vil  ganzer  karten  ich  zwreis, 
Wnerffel  und  kegel  ich  zerpeis; 
Auch  peis  ich  manchen  aus  der  stat, 
Der  ert«gs  kain  maister  mer  hat.*" 

IG  Ich  sprach:  „Wie  ist  so  gros  dein  pauch?* 
Er  sprach :  „0,  da  verschlini  mein  schlawch 
Gelt,  klaider,  klainat  und  hawsrat, 
Den  werckzeug  oft  sampt  der  werckstat, 
Hans  nnd  hoff,  ecker  und  die  wiessen 

10  Thnt  in  meim  pauch  sich  als  verliessen.- 
Ich  sprach  :  „Wie  ist  deins  Schwanzes  wadel 
Schebig  nnd  hat  so  manchen  dadel?** 
„Mir  gneten  montag*,  er  da  sprach, 
„Voigt  stetz  ein  poeser  samstag  nach. 

2f.    Wer  mein  all  wochen  wartet  ans, 
Dem  nistelt  kain  storcli  auf  sein  hans. 
Ich  gueter  niontag  mach  doli  kupff, 
Lere  pewtel  und  volle  kropff, 
Die  hent  vertroasen  und  stüedlaul 

m  und  dem  maister  ein  hencket  mawl, 
Mach  manche  werckstat  ler  und  Sd, 
Hosen  und  rock  schieter  und  plöd.* 
leb  erwacht  nnd  dem  träum  nach-son, 
Stnnd  auf,  fing  zw  arbeiten  on, 
[bl.  251]     Mit  zw  entgen  vil  ungemachs 

Des.gueten  montags,  spricht  Hans  Sadis* 


Anno  «alutifl  1550,  am  10  tag  Februan, 


515 


Der  pneler  mit  den  sterbenden  menschen  abgeweisset. 

Ein  jfingling  het  ser  lieb 

und  vil  hoffirens  trieb 

ümb  ein  zart  schöne  frawen, 
6  Die  doch  glauben  und  trawen 

Hilt  an  irem  eman, 

Wolt  wider  er  nit  than. 

Als  nnn  der  jnnge  knab 

Gar  nit  wolt  lassen  ab, 
10  Da  sprach  die  fraw:  ,Nem  war! 

Wen  dw  ein  ganzes  jar 

Mir  fleissig  dinen  wilt, 

Wie  ich  dir  den  vürpilt, 

Den  wil  ich  dich  geweren 
16  Nach  all  deinem  pegeren.** 

Fro  war  der  jüngeling, 

Sprach:  »Fraw,  erzel  die  ding! 

Es  sey  gleich,  was  es  wolle. 

Es  doch  geschehen  solle. 
20  Ein  jarlang  in  deim  dinst 

Mich  al2^it  willig  finst.*^ 

Die  fraw  sprach:  „So  heb  an 

Und  thw  ein  jarlang  gon, 

Wo  dw  in  kranckheit  herben 
S5   Waist  lewt,  so  wollen  sterben, 

Und  pleib  pey  irem  ent 

Und  schaw  an  ir  elent, 

1  Im  seebiten  spraehbaohe,  bl.  251  bU  261'.  Oedraokt  als  125  scbwank. 
V«rgl.  MG  11,  bl.  118  im  süßen  tone  Schillers:  Der  pueller  mit  den  sterbenden 
»Ein  jangliog  het  ser  liebe  1549  Oktober  8.  Die  erweiternng  sieh  band  20, 
s.  377  bis  381. 

33* 


r 

516 

^^^^1                                Wie  sich  ain  ides  halt, 

^^^^H                                Fraw,  inau,  jung  oder  alt, 

^^^^H                                In  Beim  letzten  abscheiden, 

^^^^H              |bl.  2bV]     In  jamer,  angst  ind  leiden, 

^^^^^B                            &  In  truebsal  und  elent  — 

^^^^^H                               Wie  ider  nem  sein  ent.^ 

^^^^^H                                Nach  dem  der  jüngeling 

^^^^^H                                Zw  alle»  krancken  ging, 

^^^^^p                               Wo  ers  west  in  der  etat, 

^^^^^H                            10   Nam  war  friie  unde  spat, 

^^^^H                               Was  angst  ain  ides  leide 

^^^^H                                In  seim  lezteTi  abscheide. 

^^^^^H                                Als  nnn  das  ganze  jar 

^^^^H                               Umb  und  volendet  war, 

^^^^^1                          16  Da  ging  er  anf  der  fart 

^^^^^H                               Hin  zw  der  frawen  zart, 

^^^^^H                               Sprach:  ,Fraw,  nun  kiint  ir  stillen 

^^^^H                               Mit  eren  meinen  willen. 

^^^^H                               Nichs  änderet  ich  peger, 

^^^^^H                           ao   Den  was  nnr  erlich  wer, 

^^^^^H                               Den  sama  samarnm, 

^^^^^H                                Auf  das  ich  forthin  frnm 

^^^^^H                                Und  crißteniich  müeg  leben, 

^^^^^H                                Mich  nimer-mer  pegebeu 

^^^^^^                         «  In  der  sündeu  gefer. 

^^^^^^^^                          Wie  vor  war  meiti  peger. 

^^^^^^^                          Das  hab  ich,  liebster  pnel. 

^^^^^B                             Gelert  In  deiner  schnei:^ 

^^^^^^                               Mit  nrlanb  schid  von  ir. 

^^^P                                  Bü   Hin  war  sein  pes  pegir, 

^^H                                      Da  er  sach  in  dem  dote 

^^H                                      So  grose  angst  und  note. 

^^H                                      Wer  noch  sein  ent  pedecht, 

^^^1                                       Kain  sunt  nit  mer  verprecht, 

^^^1                                 3&  Den  grenl  als  ungemacbs^ 

^^H                                      Spricht  von  Nürnberg  Hans  Sachs. 

^^H                                Anuo  aalutiü  1550,  am  11  tag  Kehruari. 

617 


Der  schnester  mit  seim  knecht  zw  Ulm.  Ein  poß. 

[bl.  252]    Zw  Ulm  ain  schnester  sas, 

Der  gar  ser  neckisch  was. 

All  sein  knecht,  die  er  het, 
6  Gar  vast  yexiren  det. 

Darmit  yil  knecht  vertrieb, 

Das  kainer  pey  im  plieb. 

Ein  schneknecht  wart  des  innen, 

Anch  von  neckischen  sinnen, 
10  Der  lies  sich  zw  im  setzen 

Und  wolt  sich  mit  im  wetzen. 

Man  fiiert  in  haim  allein, 

Der  schnester  kam  vom  wein. 

Als  man  den  disch  wart  decken, 
16  Wolt  er  den  schnknecht  schrecken. 

Die  fraw  ein  krant  her-tmeg. 

Ins  angsicht  er  sie  schlneg 

Mit  vil  Bcheltworten  scharff. 

Das  krawt  er  nam  nnd  warff 
20  Zw  dem  fenster  hin-aas 

Ant  gassen  vür  das  hans. 

Wie  pald  der  schneknecht  kam, 

Pey  den  vier  zipfeln  zam 

Das  dischdnech  det  er  fassen, 
26  Warff  es  auch  nab  ant  gassen 

Sambt  dem  dranck,  kes  und  prot, 

Lag  als  nnden  im  kot. 
♦ 

1  Im  ••obsten  ipraohbnebe,  bl.  251'  bis  252'.  Gedrockt  als  126  sehwaDk. 
Vergl.  MQ  11,  bl.  108  in  der  ipraobweise  des  Hans  Sachs:  Der  sohnster  mit 
dorn  koeebt  »Zw  Vlm  ein  sohusor  sasec  1550  Januar  1.  Die  erweiterung  sieh 
band   17,  •.  349  bis  354;  daw  t.  535. 


H 

Der  schuester  schtiiirt  in  an,                          ^H 

Waramb  er  das  het  than.                              ^H 

Er  sprach :  „Ich  knnt  ermeBBen,                     ^H 

Wir  wurden  unden  essen;                               ^H 

a   Weil  ir  das  krawt  warft  nab,                       ^^ 

Ich  das  nach'gworfen  bab."^                           ^H 

Der  Qcbaester  ninest  sein  lachen,                     ^H 

Gab  im  recht  in  den  Sachen,                           ^H 

Kent  sein  man  durch  ein  zäun.                     ^H 

[bL  252']     Wie-wol  er  het  ein  lann :                               ^H 

Dem  schneknecht  man  ein  pet                        ^H 

Zw  nacht  peraiten  thet.                                   ^H 

Darein  legt  er  sich  nider,                              ^H 

Schlielf,  pis  er  aufstund  wider;                      ^H 

16  Die  ander  nacht  verlner                                 ^H 

^^^^^.                             Das  kües,  die  drit  nacht  wuer                       ^H 

^^^^^fe                            Der  polster  auch  verloi'en,                             ^H 

^^^^^H                            Das  det  dem  schnknecht  zoren. 

^^^^^H                           Die  virt  nacht  das  deckpete 

^^^^^H                       10  Er  anch  verloren  bete. 

^^^^^1                            Das  federpet  er  nam, 

^^^^^1                            Mit  nah  int  stuehen  kam, 

^^^^^H                            Sprach:  «Maister^  seit  zw- frieden! 

^^^^^B                            Ich  wil  liegen  herniedetif 

^^^^^H                        aö   Das  ich  den  ganzen  ta^ 

^^^^^H                             Des  pettes  hiieten  uia^; 

^^^^^1                            Wan  so  mir  würt  verholen 

^^^^^H                            Das  federpet  auch  gstoleu, 

^^^^^H                            So  müest  ich  mich  ancli  scbmiegen, 

^^^^^H                        SQ  Gar  auf  dem  strosack  liegen.'' 

^^^^^H                            Der  scbuester  schwieg  zw  stunden; 

^^^^^H                            Er  het  sein  man  gefunden. 

^^^^^B                            Wer  die  lent  thut  vexiren, 

^^^^^1                            Den  mues  man  ancb  stnmpfiren, 

^^^^^1                        S5    Wie  man  spricht  an  der  letz  : 

^^^^^H                            Wer  knglen  wil,  auf-sez, 

^^^^^H                            Das  im  kein  nnrat  wachs 

^^^^^K                           Durch  sein  gspot.    Spricht  Hans  Sachs. 

^^^^^K                         Anno  laluiia  15^0,  am  12  tag  Febraari. 

519 


Die  drey  frolichen  döt. 

Es  sind  drey  frölich  dot  aaf  erden, 
Darob  die  lewt  erfrewet  werden; 
Doch  hat  ir  ider  dot  ein  stfieck, 
6  Wen  das  zwfelt  mit  nngeläeck, 
[bl.  253]    So  feit  die  fread  alle  in  pmnen. 

Nnn  hört  nnd  mercket  wolpesnnnen! 

Der  erst  ftro  dot. 

Der  erst  fro  dot  der  ist  eins  pfaffen. 

lu  Wen  er  stirbet,  so  thaet  er  schaffen 
Sein  freunden  all  sein  hab  und  gnet, 
Die  haben  mit  ain  gneten  muet, 
Dreiben  ans  seinem  gelt  den  schimel, 
Es  sey  zv  hell  oder  im  himel. 

16  Drift  aber  sie  das  nnglüeck  an, 
Das  der  pfaff  hat  sein  gaet  verthan 
Mit  hnnden,  pferden,  spil  nnd  pawen. 
Mit  schlemerey  ond  schönen  frawen. 
Die  in  haben  gesogen  aus, 

ao  Das  nichs  den  armnet  ist  im  haus. 
Gar  wenig  hausratz  und  vil  schulde  — 
Der  dot  pringt  in  gros  ungedulde. 

Der  ander  tro  dot. 

Der  ander  fro  dot  ist  ain  weibe, 
S5  Alt  und  ungstalt,  runzelt  von  leibe, 

Die  eyffert,  prumpt,  grant,  zanckt  und  kift, 

Tag  und  nacht  an  dem  mane  nift 

* 

1  Im  flMhttoii  ipnichbache,  bl.  252'  bis  253'.  Oedrookt  als  127  sobwank. 
VorgL  MO  lly  bl.  174  im  roieotone  des  Hans  Sachs:  Die  drey  frölicben  dot 
>Ef  sint  3  frölieh  dod  auf  erden«  1550  Februar  10.  Die  er  Weiterung  sieh 
bftttd  9,  f.  400  bis  403.  15  8  Dirift.  16  der]  fehlt  S. 


520 

Und  peylet  wie  ain  ketteE-hund, 
Lest  im  kain  gueten  tag:  und  stand. 
So  das  alt  weib  der  dot  den  streckt, 
Des  maus  herz  wirt  in  freud  pewegt, 
So  er  kumbt  seins  fegteafTels  ab. 
Pald  ir  ein  Inind  scbeist  auf  ir  grab, 
Nempt  er  iiii  den  wider  ein  junge, 
Mit  der  lebt  er  frolich  im  Sprunge. 
Hat  aber  die  alt  in  geefft, 
Hinter  im  gemaclit  ein  ge&che^, 
MuB  er  erst  iren  freunden  rechten, 
Mit  in  daillen,  zancken  und  fechten, 
Das  sie  im  den  räumen  das  haus, 
Erst  ist  dem  schimpff  der  poden  aus; 
Wen  im  fiir  pet  die  efcroseck  werden, 
Den  flucht  er  ir  unter  der  erden. 


[bl.  25B']         Der  3  fröliob  dot* 

Der  drit  frölich  dot,  mag  ich  sprechen, 
Der  ist,  wen  man  ein  saw  tliuet  stechen, 

äu  So  frewt  sich  das  ganz  hausgesind  • 

Herschaft,  knecbt,  raaid  und  auch  die  kind 
St-ent  darumb,  warten  auf  die  plasen, 
Die  hnud  darpey  ir  freud  nit  lasen; 
Der  wüerst  thuei  man  den  nachtparn  schicken, 

26  Die  sich  in  freud  darmit  erquicken. 
Die  freunt  essen  die  grosen  wüerst, 
Darpey  lescht  mancher  wol  den  dnerst. 
Darnach  mau  yon  kamen  und  pachen 
Kan  gar  vil  ficklecker-pisslein  machen. 

80   Schlecht  aber  zw  das  nnglüeck,  wist! 
Das  die  gstochen  saw  piinig  ist, 
So  tbuet  sieb  der  hausherr  ir  scheinen, 
Und  thuet  sich  umb  sein  geltlich  gremen, 
Gibt  umb  halb  gelt  wüerst,  flaisch  tind  speck. 

36  So  feit  den  alle  frend  in  dreck« 

Mus  das  ganz  jar  vom  weib  vermessen 
Vnr  pachen-flaisch  kifTarbeis  essen. 

Anno  aalutiu  1550,  am  13  tag  Februar!. 
fi  buad]   f«blt  S.  11   er]   fohtt  3.         32  T  ir.     3  «tob*       S4  S  tnrUth. 


521 


fieimen  in  die  drey  pretspil. 

Das  erst: 

Herodotus  in  Kriechen-lant 
Erstlich  das  spil  im  pret  erfant, 
6  Welchem  pretspil  emsig  oblag 
Eayser  Aagustus  üeber  tag, 
Der-gleich  anch  kayser  Clawdias 
Lag  ob  dem  pretspiel  on  vertrag, 
Und  wen  er  in  der  senften  spet 

10  Spaciret,  so  spilt  er  im  pret 

Und  macht  selb  ein  pnech  vom  pretspil. 
Darin  erzelet  er  soeptil 
Nennerley  spil  im  pret  zw-mal : 
Die  schlechten  pueff  nnd  pae£f-regal, 

16  Die  gegenpae£f  und  auch  die  laerz, 

Das  lang  malst  vor   nnd  anch  das  knerz, 
[bl.  290']    Dicdac  nnd  das  spil  mit  drey  stainen, 
Des  zömleins  thnet  er  nit  vernainen. 

Auf  das  ander  spilpret: 

20  Plato  der  weis  spricht,  menschlich  leben 
Vergleiche  sich  dem  pretspil  eben, 
Da  wünsch  der  spiler  ghreumpte  wüerff. 
£nmpt  den  ein  wnerff,  des  er  nit  düerfif, 
So  gibt  er  doch  mit  fleis  die  gab, 

16  Das  er  ir  knmpt  an  schaden  ab. 
Also  im  auch  ein  weiser  mon 
Zw  seinr  wolfart  wol  wünschen  kon 
Er,  gwalt,  knnst,  gsnntheit  und  reichtum, 
Ob  gleich  das  widerspil  im  knm: 

*        l   Im  iMbiton  spraohbache,  bl.   290   bis  291.  8  S  Lab.  14   Vergl. 

band  31,  78,  7  I.  20   Vergl.  band  4,  s.  79   bis  81   mit  Jen  lesarten  band  21, 

I.  394. 


Schant,&Ghinäch,  armuet,  ttetdund  kranektieit. 

In  eolclier  widerwertikeit 
Kert  er  den  mantel  nach  dem  wint 
Und  in  dem  liebel  ausfluecbt  fint. 
Daß  der  unfal  im  ringer  wirt, 
Weil  er  sieh  mit  vernnnft  regirt. 

Aaf  dA8  dril  ipiipret: 

Wer  in  d*  tpil  wänsehet  vil. 

Der  hat  ,n  pöse§  spit; 

10  Es  kumpi  was  eim  geprist; 

Der  waerffel  »eiDer  maister  ist. 

Wer  ira  pret  »     ?t  und  verlewat, 
Den  es  mit  zorcii  njt  vertrewst, 
f     Der-äelb  ist  ain  hort-frimier  moii 
li  Oder  den  schalk  wol  pergen  kau* 

Wer  in  dem  prettpil  timet  verlirii 
Und  den  man  thnet  darzw  vexirn 
Und  stiebet  im  darzw  den  gecken  — 
Das  tliiiet  als  wol  als  bechel  lecken. 
20    Plint  wüerffel  und  siebne  gerad, 
[bl.  291]     Uebern  krais,  setzet  ain  ins  päd, 
Umb-schanz,  gensen  und  paschen 
Räumen  penter,  wetschger  und  daschen. 

Anno  sal litis  1550,  am  21  tag  Aprilis. 


528 


Ein  klagred  der  nntergetretten  fraw  Gerechtikeit. 

Wer  hie  vürge,  fraw  oder  man. 

Der  Bchaw  mich,  fraw  Ghrechtikait,  an, 

Wie  mir  mein  angen  sint  geplent 

5  Worden  von  gewaltiger  hent, 
und  lieg  alhie  zw-sam-geschmnecket, 
Von  dem  gewalt  nntergetruecket, 
Der  mir  gennmen  hat  mein  schwort, 
Darmit  ich  lange  zeit  auf  ert 

10  Peschüetzet  hab  lewt  nnde  lant. 
Die  posen  straft  ich  mit  der  hant, 
Die  gueten  aber  ich  pelonet, 
Darin  ich  gar  nimantz  verschonet. 
Ich  hielt  den  herren  wie  den  knecht; 

16  Itz  aber  pin  ich  gar  verschmecht. 
Der  gwalt  thnet  alles,  was  er  wil, 
Darzw  so  mues  ich  schweigen  stil 
und  dar£f  mich  vor  im  nit  geregen 
Wie  vor,  mein  hende  an-zw-legen. 

20  Derhalb  es  itz  so  uebel  stet 
Und  get  in  der  weit,  wie  es  get: 
Es  get  im  schwanck  die  tirranney, 
Petmeg,  anf-setz  und  schinterey, 
Das  pewain  ich  mit  groser  clag. 

26  Es  ligt  zw-drüemert  mir  mein  wag, 
Darmit  ich  den  armen  und  reichen 
In  allen  sacheu  det  vergleichen, 
[bl.  291']    Ich  gab  aim  iglichen  das  sein, 
Es  wer  geleich  gros  oder  klein. 

so  Da  stund  es  wol  auf  ganzer  erd; 

* 

1  Im  ••obsUn  spruohbacbe,  bl.  291  bis  291'.  Vergl.  MG  11,  253  itn 
roientone  de«  H.  Saoba:  Gewalt  vnterdrit  gerechtikeit  »Eins  naobts  hat  ich  ain 
lehweran  traom«    1650  Mai  19. 


524 

Ich  war  Iderman  lieb  und  ward» 
KaiJäer,  küoig,  herzog  und  füereteD, 
Det  aU^nach  gerachtikait  düarsten, 
Adel  und  pürger  in  den  eteten 
Mich  alJe'gTOH  vör  awgen  heten 
Und  riimeten  sich  alle  mein, 
Wolten  all  mein  hoffgesind  sein. 

*" — d '■'    Tich  selben  schmiegen, 

haj         yt  den  füesen  liegea; 

iet  r  nnterthoö, 

mAin  «.|itAr  und  mein  krön, 
a    eglmeDt 

LSt  gar  ein  ent, 
in  aiuem  tcbeia 
ich  rüemet  mein, 
nnd  mechtig  sey 
-j  i  hewchlerey. 

TJOCl  r  ghr^chte  richter  noch, 

Der-Balh  wirt  mich  wol  rechen  doch 
20  In  dem  gericht  am  letzten  tag, 
Da  kain  gewalt  mer  lielffen  mag 
An  den,  die  mir  vil  iingemachs 
Auf  erd  detten.     So  spricht  Hans  Sachs. 

Anno  sal litis  1550,  am  22  tag  Aprilis. 


525 


£m  klagred  der  Gerechtikait  nber  falsche  Juristen. 

Ich,  die  natürlich  Ghrechtikeit, 
Sitz  am  gericht  zw  aller  zeit, 
[bl.  292]    Verhör  all  antwort  und  die  klag 
6  Und  pewieg  sie  auf  meiner  wag 
Nach  gschribnem  kaiserlichem  recht, 
Geleich  dem  herren  wie  dem  knecht, 
Und  welcher  dail  den  neberwieget 
Mit  warheit,  der-selbig  gesieget 

10  Und  erlangt  von  mir  ain  nrtail, 
Im  zw  wolfart,  gelüeck  nnd  hail. 
Den  andern  thail,  der  mit  gefert 
Handelt,  den  straff  ich  mit  dem  schwert 
Nach  Ordnung,  kaiserlichem  rechten 

16  Umb  sein  nnpillig  widerfechten. 
Das  ist  mein  ampt  und  mein  natur, 
Wie-wol  man  malet  mein  fignr, 
Wie  das  ich  sitz  an  dem  gericht 
Mit  halb  geplentem  angesicht, 

so  Welch  plintheit  ich  mit  ungedalt 
Leid,  weil  ich  hab  daran  kein  schalt, 
Sander  nnr  die  falschen  jaristen, 
Die  mit  im  schwinden,  argen  listen 
Machen  darch  ir  petriglich  renck 

26   Vil  aoszüeg,  aafzüeg  and  einklenck: 
Ein  pose  sach  so  hofflich  schmnecken, 
Solt  man  die  warheit  darans  draecken, 
Der  Zentner  kaum  ein  qnintlein  trüeg, 
Das  ander  lauter  liest  and  lüeg; 

so  Dar-mit  sie  machen  ainen  nebel, 

1   Im  seobtUn  •praohbaeho,  bl.  291'  bu  292'. 


526 

Ein  plabeti  dnenst,  gleich  saiti  vonscbwebel 
Das  ich  Belb,  die  Gerechdkeit» 
Geplendet  wttl  zw  inajiclier  zeit, 
Das  ich  der  warheit  iiit  mer  kenn, 
6  So  fei  ich  üft  ain  urtail  denn, 
[bl.  292')     Das  der  gerecbte  unterlieget 
Und  der  ungerecht  obgesieget, 
Da  pin  ich  den  unBchuldig  an; 
Es  habns  die  falschn  Juristen  tban, 

10  Welche  nach  den  lielküechlein  dappen, 
StraiffeD  mir  an  die  oebel-kappen, 
Das  die  wag  gtn  dem  gelt  sich  naiget. 
Dardüfch  wirt  den  der  arm  gescliwaiget ; 
Sein  sigl  und  prieff  ist  vil  zw  leicht, 

15   Die-weil  sein  daachen  ist  zw  seicht, 
Darmit  hat  der  reich  viirgezogen» 
So  ich,  Ghrechtikait,  pin  pet regen , 
Geplendet  woren  an  dein  ort 
Durch  loica  geplümpten  wort, 

īi   Des  wil  ich  alle  falsch  Juristen 
Mit  iren  spitzfUendigen  listen 
Verclagen  an  dem  jüngsten  tag, 
Da  sie  kain  arglist  helffen  mag 
Vor  dem  ailer-gerechtslen  richter, 

2ti  Der  aller  herzen  ist  ain  pBichter. 
Weil  sie  hie  dem  Unschuld ing  armen 
Nit  rechten li  helfen  mit  erparmen, 
So  wirt  sie  got  auch  jener  zeit 
Ürtaillen  on  parraherzikeit, 

*(i   Weil  sie  haben  auf  erterich 

Mit  lüeg  und  list  geplendet  mich, 

Daraus  der  arm  vil  ungemachs 

Am  ghrieht  erlied.     So  spricht  Hans  Sachs. 


Anno  saluti«  \hbO,  am  22  tag  Aprilia. 
* 
l\   S  StrufTon.  19   S   plümpton.  24  S  g«reohitsen. 


527 


Der  wnnderlicli  Yerporgen  tranm  von  den  göttern. 

[bl.  293]    Eiiw  nachts  ich  im  October  lag 

G^Dz  müed,  weil  ich  den  ganzen  tag 

Gerayset  het  an  alle  rw. 
6  Pald  gingen  mir  die  äugen  zw, 

Und  Bchlieff  da-hin  gar  senft  und  leis. 

Da  kam  mir  väer  in  tranmes-weis, 

Wie  ich  köm  für  ain  alten  sal, 

GeuhmQcket  kostlich  neberal, 
10  Darin  das  ganze  firmament 

Zirckelmnd  ging  an  allem  ent, 

Daran  den  die  sieben  planeten 

Und  zaichen  ire  pildung  betten, 

Das  doch  sam  alles  lebent  was. 
16  Zw  Oberst  gar  Satumns  sas 

In  höchster  kner  und  mayestat, 

In  ganz  hoch-priesterling  ornat, 

Alt  und  ansehlich  von  person. 

In  dem  det  aus  eim  gwülcken  gon 
20  Oleich-sam  ain  himelisches  pild 

In  weibes-gstalt,  gar  zart  und  mild. 

Die  sprach  mit  ausgestreckten  armen : 

ySatume,  thw  dich  mein  erparmen, 

Weil  dw  ie  pist  der  höchst  planet, 
25  Ambtz  halb  es  dir  pillich  zw-stet, 

Das  dw  mich  schüetzt  vür  meine  feint, 

Welche  sich  haben  zam  vereint. 

Mir  meinklaid  peschmutzt  und  zerschliessen, 

Mein  angsicht  zerkratzt  und  zerissen, 
80  Vermain,  mich  gar  zw  unterdrüecken 

1   Im  s«obiUa  ipniobbuche,  bl.  292'  bis  294'.  21  S  zart  rain. 


528 


Mit  vil  düeckischeD  pueben-stiiecken. 
Der-halb  thw  meine  feint  abtreiben 
Und  las  im  Med  mich  pey  dir  pleiben!' 
Darauf  Satnrnos  antwort  gab: 
[bl.  293']     „Die  zwölf  zaielien  mties  ich  peclaiden, 
Die  mir  verpunden  sind  mit  aiden, 
Zw  erhalten  den  meinen  tron. 
Pey  mir  magstw  kain  schütz  nit  hon ; 
Dein  glänz  gibt  ain  po&es  aspeckt, 

10   Darliinler  vil  verlerbens  steckt 
lieber  die  saturniscben  kind. 
Derhalb  weich  ans  dem  sal  geschwind, 
E  Vulcanuö,  der  got,  her-renn 
Und  dich  sanipt  deinem  klaid  verprenn.* 

16   Nach  dem  das  weibspild  drawridich 
Ans  diesem  hohen  sal  entwich. 
Midi  daucht  im  tranmb,  ich  folgt  ir  wider 
In  ainen  sal>  der  stund  ganz  nider, 
Doch  wol  geziret  aller-masen, 

jo   Darin  die  fuerstling  gaister  sassen 
In  versamelter  Ordnung. 
Zw  den  da»  himÜBch  pild  sich  schwang, 
Mit  clag  ir  not  in  zaiget  an. 
So-pald  sie  het  ir  red  gethon, 

2fi  Da  wurden  sie  ir  all  genaiget, 
Auch  aller  gneter  wil  erzaiget, 
Zw'Sagten  ir  schuetz  und  gelaid, 
Rainigten  ir  unsauber  klaid, 
Detten  ir  auch  mit  palsam  salben 

90   Ir  wiind  angesicht  allent-halben. 

Doch  war  das  weibs-pild  schwach  und  mat 
Der  straich^  die  sie  entp fangen  hat, 
Det  die  hergehenden  gaist  erparmen» 
Hüten  sie  unter  iren  armen, 

85  Pis  das  sie  wider  wart  erquicket, 
Ir  glänz  ie  lenger,  heller  piicket^ 
Den  sal  gar  sclieinparlicb  erlewcht. 
Das  Hecht  öaturnus  grewlich  scheucht; 
[bl.  294' 1     Wan  sein  oberste  region 

40   Die  wart  verfinstert  ser  darfon. 
Der-halb  aus  neid-hessiger  art 


529 

Eilt  irem  schein  ganz  widerpart 
und  hUt  gar  Yil  itelladon, 
Den  Bchein  gar  anazw-rewten  thon.^ 
Als  gar  nichs  halff,  hatt  er  zwletzt 
6  Den  Jnpiter  auf  sie  verhetzt. 
Als  oh  ir  heller  schein  der  gnaden 
Seim  reich  anch  raichen  wnert  zw  schaden. 
Das  gschaeh  dareh  Falsitatis  thitel 
Und  des  gottes  Plntonis  mitel, 

10  Das  herr  Jnpiter  der  senftmüetig, 
Welcher  snnst  ist  von  natnr  gnetig, 
Am  firmament  ganz  war  verpittert 
Und  gar  schrocklich  hagelt  nnd  witert 
Und  zw-letzt  mit  aim  doner-stral 

16  Draff  der  fürstlichen  gaister  sal, 
Wie-wol  der  klainest  dail  hilt  vest, 
An  dem  weihspild  detten  das  pest, 
Der  maistail  doch  ir  hent  ah-zaegen 
Und  sich  hin  in  die  winckel  schmuegen. 

so  Erst  wart  das  weibspild  schwach  und  kranck, 
Abkreftig  zw  der  erden  sanck, 
Ir  angesicht  war  gar  erplichen, 
Ir  löblich  gaist  ainwarz  gewichen. 
Nach  dem  sie  wainet  iniclich, 

26  Sprach:  „Pin  den  gar  verlassen  ich? 
Erst  wart  das  weibspild  schwach  and  kranck, 
Abkreftig  zw  der  erden  sanck, 
Ir  angesicht  war  gar  erplichen, 
Ir  löblich  gaist  ainwarz  gewichen. 

80  Nach  dem  sie  wainet  iniclich. 

Sprach:  ,Pin  den  gar  verlassen  ich? 
Wirt  ich  denoch  ewig  pesten! 
Himel  und  ort  werden  vergen, 
Wie  den  got  selber  hat  geret, 

35  Aaf  den  allain  mein  hoffnung  stet, 
[bl.  294']     All  forcht  sei  ich  von  mir  abferren ; 
Got  ist  ein  herre  aller  herren, 
Der  Wirt  mich  wol  erhalten  mer 
Zw  seinem  lob,  rum,  preis  and  er 

40   On  all  menschlich  hilff  und  peystant, 
Schäetzen  darch  sein  almechtig  hant, 

HMt  SMht.    XXII.  ^ 


530                                      ^1 

Das  iDJch  ancb  all  pforten  der  liden           ^^| 

Nit  sollen  druecken  oder  feleo,                     ^^| 

NqcIi  mir  pescliüesBen  meinen  tnnnd*'           ^^H 

Im  aagenptick  das  pild  vergeh  wund.             ^^H 

0   In  dem  ich  pldtztich  anf-erwaebt,                 ^^| 

Da  war  es  noch  stickfinster  nacht.              ^^| 

Ich  lagf  pedacht  mich  bin  nnd  her,              ^^1 

^,w«  ^i-   ..:-^._-t,    pji^^   ^ß^                                            ^ 

I                        ib  dem  gesiebt. 

i^                               las  West  ich  nicht. 

M                            lag  eeln  bim 

1                #              .ch  phantaeirn, 

^                                  m  ich  selb  pin, 

,b  vur  ainen  sin, 

16  J                         tri    r  daraus  wache.                       ■ 

bo  Bpncnei  von  J  lirnberg  Hana  SacUa,        ^^B 

Anno  sahitifl  1550»  atw  24  ta^'  Aprüi«,                   ^^^ 

581 


Der  fliegent  Icams. 

Es  peschreibet  Ovidins 

Von  aim  kflnstner,  hies  Dedalas, 

Der  in  Creta,  der  insel,  macht 

6  Ein  labrint-hans,  gar  hoch  geacht 
Dem  mechtigen  künig  Minos, 
Der  im  darnach  sein  weg  peschlos 
Wider  haim  in  sein  Vaterland. 
Dedains  ainen  sin  erfand 

10  Und  im  zwen  flüegel  zw-pereit 
Ans  adlers-fedem  lang  und  preit, 
Det  sie  künstlich  zw-sam  verainen, 
Die  grösten  ömlich  nach  den  klainen. 
Die  klain  anklaibet  er  mit  wachs, 

16  Die  grossen  heft  er  an  mit  flachs, 
Und  det  mit  rimen  sie  anpinden 
Sein  armen  voren  und  auch  binden. 
Icaro,  seinem  sun,  nempt  war! 
Macht  er  der  flüegel  auch  ain  par 

20  Und  sprach:  ^Mein  sun,  folg  meiner  1er! 
Wen  wir  nun  fliegen  üeber  raer 
In  unser  vaterlande  wider, 
So  fleug  nit  zw  hoch  noch  zw  nider, 
Sunder  pleib  auf  der  raitel-stras!" 
[bl.  297]     Der  sun  seins  vaters  ler  vergas 

Schwang  sich  auf  ans  der  wölken  dueft 
In  die  sphera  der  fewring  loeft. 
Darzw  drieb  in  der  hoffart  stolz. 
Da  von  der  sunen  hitz  zerschmolz 

80  Das  wachs,  ledig  wart  sein  gefieder, 
♦ 

1    Im    Bflehiilen    spruohbuohe ,    bl.   296'   bis   297.  14  ?     mit.      8   mioh. 

27   S  opera. 

34* 


S32 

Das  Icaras  tierab-stöerzt  wieder 
Ins  Hier,  darinen  er  vertarb 
Und  meiner  hoffart  Ion  erwarb. 


Aua  dem  so  nem  ein  man  die  1er, 
B   So  im  got  pe&ehert  §^walt  und  er^ 
Reichtum,  empter,  wird  oder  knnst 

't  it  angesig, 

m  hochmuet  flieg, 
|i|  t  abgestnerzt, 

:elQeek  verküersst. 
^  lieg  2w  ntder/ 

racbt  ain  ieder, 
in  dem  mital 
nnd  seinem  tliitel, 
dem  prawcb  im  latit, 
'In  nit  ver&tant 

Una  nach  »^i  weisen  inender  1er, 
So  plelpt  er  pey  ^walt,  gnet  nnd  er, 
Das  im  ans  der  kainem  erwachs 
Neid  noch  Verachtung.   Spricht  Hans  Sachs. 


I 


Anno  salutis  1550,  am  25  tag  Aprilia. 


588 


£in  kurz  priamel  zw  einem  gaistlichen  sprnech. 

Hail  und  genad  wünsch  ich  euch  allen! 
Ans  snnder  gnnst  nnd  wolgefallen 
Pin  ich  zw  ench  knmen  herein. 
6  Pit,  wölt  ein  klaines  stiller  sein 
und  hören  ain  kurzes  gedieht, 
Ans  heUliger  schrift  zw-gericht, 
Der  sol  zw  ainer  gaistling  speis. 
Nnn  hört  nnd  mercket  auf  mit  fleis! 

1  Im  saehsten  ipraehbaehe,  bl.  801'.  Diese  priamel  ateht  nach  einem  ge- 
dichte  Tom  12  Juli  1550  nnd  vor  einem  spraebe  vom  28  Jali  dess.  jabres. 
Gedraekt  im  DonUcheii  mutenm  (1862)  N.  f.  bg.  von  R.  Beehttein.  bd.  I,  8.  177. 


534 


Fama  odor 


terckeBt  auf  crdeu.i 


•I 


[bl.  306'J 


dem  Bcblaff  eritüücket 
tTaom  verzüecket 
ret  miok 
lebersich 

Btlrnten  himel, 
t  das  gros  gewimel 

•  shtz  dnreU  alle  stender 

'f  irch  alle  lender, 

to   i  .  nadoo. 

Sagt:  „Nun  wil  icli  dich  sehen  Ion, 
Was  das  slerckst  sey  auf  ganzer  erden. 
Ans  dem  magstw  gepessert  werden.** 
Nach  dem  er  zaiget  mir  ein  weib, 

15   Gar  suptil,  adelich  von  leib, 

In  rotter  seiden,  gar  durch-sichtig, 
Von  perlein  ein  gepent  gar  wichtig, 
Ir  har  golt-gelb  ganz  fliegen  was; 
Auf  eim  elephanten  sie  sas, 

üo   Gezeurapt  mit  ainer  gülden  ketten; 
In  der  hant  het  sie  ein  drometten. 
Den  zäum  dem  elephanten  lies 
Sie  und  in  die  drometten  plies, 
Das  es  durch  perg  und  tal  erclang. 
Der  elephant  mit  dapfrem  gang 
Ging  fuer  sicli,  drat  all  weite  nider, 
Nimant  seiner  sterck  stunde  wider: 


I  Im  sechsten  spruchhuche ,  bl  306  bis  307.  Ob  dor  meistergesang  im 
rosentone  des  Hans  Sachs  M(i  11,  bl.  281  denselben  Inhalt  hat,  ist  nicht  sa 
sagen,  da  nur  die  anfangszeile  bekannt  ist:  »Ains  mals  ich  in  dem  »chlaff 
entniicket«.  (Jedichtet  wurde  er  kurz  vorher,  ungefähr  am  5  Juni  1550.  Vergl. 
band   4,   a.  161,   daru   band   21,  s.    400   und   band   7,  a.   431. 


585 

Känig,  faenten,  ritter  und  knecht, 
Aller  art  in  menschlichem  gschlecht, 
Pnrger,  pawer,  fraw  onde  mon, 
Laien  und  geweichte  person, 
5  Reich,  arm,  die  alten  sampt  den  jungen 
Wurden  von  seiner  sterck  hindrungen; 
Mit  der  sensen  den  grimen  dot 
Drat  er  auch  nider  in  das  kot. 
Ich  wundert  mich  ob  dem  gesichte, 

10  Sprach:  «Genius,  o  mich  perichte, 
Wer  ist  das  weibspUd,  das  ich  sich 
Unterdretten  so  gwalticlich 
Menschlich  geschlecht  durch  alle  land, 
Das  auch  den  dot  selb  ueberwand?' 

15  Mir  antwort  Genius  pehent: 
,Fama,  so  ist  das  weib  genent, 
Das  ghrüech  paide  pös  oder  guet; 
Wie  ider  mensch  hie  leben  thuet, 
Pös  oder  frnm  in  seinen  tagen, 

so  Also  thuet  man  es  von  im  sagen; 
Darfüer  hilft  kain  gewalt  und  macht, 
Kain  reichtum,  adel  oder  pracht, 
Kain  zoren,  schmaichlerey  noch  list. 
Wie  ider  mensch  hie  leben  ist, 

M  So  ist  er  vom  geruecht  gefangen, 

Pleibt  im  auch  nach  dem  dot  gefangen, 
[bl.  307J    Darumb,  mein  freunt,  so  halt  dich  wol ! 
Wilt,  das  man  von  dir  sagen  sol 
Ein  guetes  lob,  so  muestw  eben 

30  Dem  gleich  fueren  ain  guetes  leben, 
Aufrichtig  wie  ein  piderman. 
Wirst w  aber  das-selb  nit  thon, 
Lesterlich  leben  in  anzüchte, 
So  volgt  dir  nach  ein  pos  gerüechte 

36  In  dem  leben  und  nach  dem  dot/ 
Darfor  wöll  uns  pehüeten  got! 
Das  uns  kain  pos  geruech  erwachs 
Ans  possen  stüecken,  wünscht  Hans  Sachs. 

Anno  salutis  1550,  am  29  tag  Juli. 


Der  reich 


armen  Laßaro. 


j|  rejctieri  moHf 

laidet  wart 
einwat  Kartj 
ille  tag, 
&re  lag 
h  B  LaBarus 

^^  anf  den  fua; 

lü  Der  pegert  nur  die  prosara  clein 
Von  dem  disch  des  reichen  allein 
Nimant  gab  im  die  zw  der  stund. 
Zw  im  aber  kamen  die  hund 
Und  lecketen  im  sein  geschwer, 
[bl.  308']     Es  pegab  sich  in  kuerz  aber, 

Das  der  arm  starb  ellent  und  plos 
Und  wurt  in  Abrahames  schos 
Von  den  heilling  engeis  getragen. 
Auch  starb  hernach  in  kuerzen  tagen 

20   Der  reich,  wart  in  die  hei  pegraben. 
Da  hat  sein  äugen  aufgehaben 
Der  reich  in  dieser  quäl  grawsam 
Und  sach  von  ferne  Abraham 
Und  Laßarum  in  seiner  schos 

25  Und  schrir:  „Vater  Abraham  gros, 
Erparm  dich  mein!  es  ist  genunck, 
Sent  Laßarum,  das  er  eindunck 


1  Im  sechsten  spruchbuche,  bl.  308  bis  309'.  Vergl.  den  ineisterge^ang 
in  Hans  Snohsens  bowertem  ton:  Der  reich  man  mit  dem  laßaro  »Lucas  im 
evangelionc  1540  Juni  17  (Mdl  5,  bl.  111  bis  112).  Eine  andere  behandlang 
dieses    IC   capitels  aus  dem   Lucas  sieh   band    1,  s.   26tf  bis   272. 


6S7 

In  alii  Wasser  den  finger  sein 
Und  knele  mir  die  znngen  mein; 
Ich  leid  gros  qnal  in  dieser  glnet.*' 
Abraham  sprach:  ^Dw  hast  das  gnet 

5  Entpfttngen  vor  in  deinem  leben 
Und  LaSams  das  arg  dameben: 
Dammb  so  wirt  er  itz  getrost, 
Dw  aber  wirst  in  quäl  gerOst. 
Anch  zwischen  uns  nnd  euer  gmeft 

10  Pefestigt  ist  aln  weite  klneft, 
Das  kain  dail  zw  dem  andern  kan." 
Da  sprach  wider  der  reiche  man : 
9S0  pit  ich,  yater,  dw  wölst  aus- 
senden in  meines  vaters  haus, 

16  Darin  hab  ich  föenff  prfieder  noch, 
Auf  das  er  sie  anch  warne  doch. 
Das  sie  nit  kumen  auch  ain-mal 
An  disen  ort  in  pein  nnd  quäl.* 
Abraham  sprach:  »In  iren  stetten 

90  Habens  Mose  und  die  prophetten, 
[bl.  309]    Las  sie  die  hören  allesam  I"" 

Er  sprach:  „Nain,  vater  Abraham, 
So  ainer  von  den  dotten  köm, 
Der-selbig  wer  in  angenöm, 

26  Das  sie  frum  würden  und  pues  detteu/ 
Er  antwort:  ,Wen  sie  die  propheten 
Und  Mose  wollen  hören  nicht, 
So  würdens  auch  glauben  mit  icht. 
So  imant  von  den  dottn  auffstündt 

so  Und  in  das  wort  gottes  verküendt." 
Also  peschlos  sein  geleichnns 
Unser  hailant  Jesus  Cristus 
Und  thut  uns  trewlich  darmit  warnen. 
Das  wir  uns  in  der  reichtam  garnen 

36  Nit  selber  verstricken  nnd  fangen, 
Das  wir  allem  wolnest  anhangen 
Mit  klaidung,  grosem  pomp  und  pracht 
In  freud  und  muetwil  tag  und  nacht, 
Mit  köstlichem  drincken  und  essen, 
* 

10  S  Pefettent.  14  S  vater. 


I^^^^^^^Hl 

^M 

Dm  armen  gar  darpey  vergessen                 ^^H 

ÜDd  in  iagaeo  elleut  verterben,                     ^^M 

Wiö  der  reich  man,  das,  so  wir  sterben,          V 

Wir  nit  auch  kamen  in  die  qaal,                ^^B 

& 

Sander  das  wir  nns  akwmal                       ^^H 

Anf  erd  herzUchen  nas  erparmen                ^^| 

Mit  milter  haatraycUung  der  armen,           ^^M 

>iir  ii»a    ^en  wir  iL^Qij  mangeln  dort,               1 

des  herren  wort 

u 

hüetteo  ein. 

4 

fuete  werck  allein, 

t 

drt  rieraeu  on, 

}  sint  geton. 

tngßten  gericht 

[bl.  SW] 

alten  spricht: 

nm  Vater»  reicli, 

f 

}|  ewicleicb, 

..Bh  anferwaclm. 

i/as  gen  uns  goi  alln,  wünsche  Hans  Sachs. 

Anno  salutis  1550,  am  31  tag  Juli. 
* 


3   ?  das.     S   auf. 


&89 


[bi.  9d^  Von  der  drnnckenheit.  In  aim  pesundern  thon. 

ßachns,  der  got  in  Eriechenland, 

Fund  erstlich  die  wein-reben, 

Wer  im  mit  dinsten  ist  verwand, 
6   Verendert  er  sein  leben, 

Das  er  lawt  schreit, 

Jachzt,  grölzt  and  speit, 

Kan  nymer  dewtsch  gesprechen; 

Er  paelt  and  spilt, 
10  Und  wirt  faechs-wilt, 

Wil  nar  hawen  nnd  stechen. 

Mit  anfemanft  sich  rechen. 


Wer  mit  Bacho  thnrniren  wil, 
16  Kains  rites  nit  verlawgen, 

Der-selb  nmes  leiden  kranckheit  vil, 

Pös  schenckel,  rinent  awgen, 

Ein  dollen  kopff, 

Ein  schwachen  kropff, 
ao  Piaich  antlitz,  zitrent  liende, 

Gedechtnas  kaerz 

Und  manchen  stnerz 

Von  dem  fieber  elende, 

Dem  leben  kurzes  ende. 

26  3 

Wer  Bacho  zv  hoff  reiten  thuet 
Mit  prassen  und  zv-sauffen, 

1   Im  ««ohsehnten  meUtergesangbuobe ,    bl.  9^'  bis   100.     Sieh    aomerkung 
Mif  f.  231. 


Lbl.  ICMJ 


Dem  lonet  er  mit  aremiial, 

VerpteDdeo  und  ^erkawtfan, 

Mit  scbnelden  gros 

Und  klaidem  plot, 

Er  kumbt  von  seiner  liabe 

Und  Wirt  elend, 

Eaicht  im  int  liend 

^^^ -Stabe, 
mbftbel 


3  tag  Octobrk. 


«  \ 


541 


Clagspruech  der  stat  Nürenberg  ob  der  nnpillichen 
schweren  pelegrang  margraff  Albrechtz  auno  1552. 

Eins  morgens  ging  ich  in  dem  Mayen, 
Mich  zw  erlaesten  and  erfrayen, 

6  In  ainem  gräenen  walt  refieren 
Und  hört  zw  der  fögel  quintieren, 
Ging  also  hin  in  ainra  gedrecht. 
In  dem  ich  in  dem  wald  erspecht 
Ein  weiten  zirckel-randen  plon, 

10  Umb  den  der  walt  riugweis  war  goii. 
Mitten  dardarch  ich  fliessen  sach 
Anf  gelbem  sant  ain  schönen  pach. 
An  dem  sach  ich  sitzen  allain 
Anf  ainem  qaaderirten  stain 

16  Ein  herlich,  scheinparliches  weib 
Mit  wolgeliedmasirtem  leib, 
Peclaid  in  ainem  gnelden  stüeck, 

1  Im  tiebenten  (verlorenen)  sprucbbuohe ,  bl.  289:  »olaggesprecb  der  stat 
NQroberg  ob  ir  pelegerungc.  Der  sprueh  ist  jedoch  in  der  handFchrift  von 
Hans  Saohfl  erhalten,  da«  einxige  beispiel ,  daß  er  ein  spruchgedicht^beflonders 
geschrieben  hatte.  Freilich  verdarb  er  sich  hier  nicht  wie  bei  den  anderen  aolbst 
den  tuarkt;  denn  dies  gedieht  durfte  ebenso  wenig  wie  die  himinelfahrt  mark- 
graf  Albreehts  gedruckt,  konnte  nur  handcchriftlich  verbreitet  werden.  Rudolph 
Gen^e  hat  von  der  hioh.  der  kgl.  bibliotbek  in  Berlin  (mscr.  germ.  fol.  489) 
tuersi  naohricht  gegeben  in  der  nationatseitung  1885  nr.  594  vom  29  Oktober; 
voilst&ndig  hat  er  sie  abgedruckt  in  seinem  Hans  Sachs.  Leipzig  1894.  s.  415  f. 
Das  papier  ist  das  aus  den  spruchbnchem  und  meistergesangbUohern  bekannte 
mit  dem  wasserMieben  der  türme.  Es  ist  aber  so  gebrochen,  «liiU  es  43  cm 
hoeh  und  10  cm  breit  liegt.  Anf  der  rlickseite  steht:  «Hansen  Sach.^ens  »pruch 
von  der  besohwerliehen  belegerung  der  stat  NUrmberg  welches  er  mir  den 
3  Februari  Anno  1&&S  gesehenckt  vnnd  mich  damit  verehret  hatt«.  Die  band 
ist  ausgMwh rieben,  höchst  gewandt,   also   nicht   die  eine;«  handwerkers. 


H 

Mosirt  mit  ainem  adlar  flüeck,                         ^H 

Ir  lincke  seilen  dividiret,                                  ^H 

Mit  Beiden  rot  und  weis  geziret                     ^H 

Die  8a8  sewffzeDt  petrüebt  elent,                     ^H 

e   Het  ir  haupt  in  der  liockeri  bent.                    ^^M 

Ah  ich  sie  also  trawrig  gach,                          ^^M 

Mit  senfter  st  im  ich  sie  ansprach,                    ^^M 

Grnest  sie  und  fraget,  wer  sie  wer,                ^H 

^^^^^H. 

Wie  so  trawrig  wer  ir  geper.                         ^^H 

10  Pald  sie  aaf-plicket,  mich  ersach,                    ^H 

Mit  haisera  wainen  sie  dtirch-pracU.                  ^| 

Das  frewldiii.                                         ^H 

Und  sprach:  ^Pin  ich  dir  unpekaut?              ^H 

Ich  pin  gewesi  im  ganzen  lant                        ^H 

16   Die  naraliaftigate  fraw  vnrwar,                         ^^M 

Im  fried  gesessen  fuenfzig  jar.                         ^H 

Itz  aber  niicli  dnrcb-ecbtet  steiff                      ^H 

Der  wiietig  nnd  grimige  greif                         ^^M 

Paide  mit  raub,  prant  und  auch  inort,            ^^M 

utf   Riugweis  nmb  mich  an  manchem  ort.              ^^M 

Mein  schmneck  und  klainat  sint  dahin,           ^^M 

Derhalb  ich  also  trawrig  pin ;                           ^^M 

Mein  angBt  icl»  nit  anspreclien  kon.«                ^H 

Der                                                      ^H 

2b   Ich  sprach ;  ^Was  hast  dem  greifen  tbon,       ^J 

Das  er  dir  also  hart  zw- setzt?"                       ^H 

Das  frewldin.                                        ^H 

Sie  sprach:  ^Ich  hab  in  nie  verletzt,              ^H 

Sünder  pewiesen  alles  guet.                              ^H 

&0  Itz  er  mir  args  herwider  thaet.'*                     ^H 

^^^^^^^^H« 

Der                                                   ^H 

Ich  sagt:  ,An  ursach  kana  nit  sein.*!             ^H 

Das  frewlBin.                                         ^H 

Sie  sprach:  „Die  ursach  ist  allein                   ^H 

3s  Yileicht  mein  gelüeck  und  wolfart,                  ^H 

^^^K 

543 

Das  pewegt  sein  neidige  art 
Zw  solchem  unferdinten  has. 
Alseit  er  mir  anisetEig  was, 
ünschnldig,  wider  got  und  recht, 
[bl.  1']    ünpilUg,  gantz  nnfer-nrsecht 

Pringt  er  mich  its  in  diese  angst, 
Des  ich  zwar  hab  pesorget  langst 
Almal  sein  grollen,  wol  gemercketl'' 

Der  alt. 

10  Ich  sprach :  „Dw  solst  dich  han  gestercket, 
Was  im  gehört  zv  widerstant, 
Weil  er  ist  mit  gerüester  hant 
Ein  lange  zeit  da  ambgeschwaift 
Und  hat  dein  nechste  grenz  dnrch-straift. 

u  Das  het  dir  warlich  zw-gepäert!'' 

Bas  frewlein. 

Sie  sprach:  .Mich  hat  lalder  verfdert 
Sein  sfies  und  schmaichelhaftig  gift 
Durch  gnete  wort  und  freuntlich  schrift, 
20  Darauf  ich  thet  gar  thörlich  pawen.^ 

Der  alt. 

Ich  sprach:  ,Eaim  feint  ist  zv  vertrawen, 
Vor-aus  wo  er  in  ander  dat 
Sein  zwsag  nit  gehalten  hat; 
26  Ein  feint  helt  sein  anschleg  verporgen, 
Seinr  duck  maes  man  all  stund  pesorgen. 
Des  ist  kain  feint  auch  zv  verachten, 
Sunder  man  sol  fürsichtig  trachten, 
Almal  pey  gneter  Warnung  sein." 

80  Das  firewlein. 

Sie  sprach:  „0,  wer  der  greiif  allein 
Geleich  mit  allen  seinen  jungen. 
In  die  not  het  er  mich  nit  trungen, 
Het  mir  pald  vor  im  gschaffet  rw."         * 

86  Der  alt. 

Ich  sprach:  „Sag  mir,  wer  hilft  den  zw 
Solch  grosser  ungerechtikeit?^ 


644 

Das  frewlein. 

Sie  sprach :  ^Sicli  Uabeo  zw  der  zeit 
Zwsam  verpnndeQ  gleich  und  eben 
Vil  wilder  thier  nnd  auch  zwen  leben. 
s  Der  greuff  und  auch  die  krön  der  lügen, 
Den  grosen  adlar  zw  verdilgen 
Sambt  all  den,  bo  im  hangen  on. 
Schaw!  mit  diesen  ich  vorhin  hon 
Verglichen  mich  und  ganz  vertragen. 

III    über  das  als  vor  kurzen  tagen 

Hat  mich  der  greilf  mit  seinen  klaen 
Angrieffen,  mich  gar  zw  umblaen 
Mit  Schwert  und  fewr,  thiiet  das  verlengen, 
Das  im  die  andren  thier  verbeugen. 

10   Dar  zw  helflfen  im  nicht  ämt  minder 
Ains  datlä  meiner  leiplichen  kinder, 
Die  ich  hab  tragen  und  erzogen, 
Ernert,  mein  pruest  haben  gesogen, 
Sint  mein  vereter  in  dem  zenck, 

io   Zw  opfern  mich  auf  die  flaischpenck 
Sampt  andern  mein  ghorsamen  kinden, 
Trewlos  pegern  zw  überwinden. 
Der  nntrew  kiiemeit  mich  erst  vast.* 

Der  alt. 

[bl.  2]     Tch  sprach:   ,0  dw  eilende,  hast 

Kain  freunt,  der  dir  in  not  zw- spring 
Mir.  hilff,  e  dir  gar  miseling 
In  dysser  geterlichen  not?" 

Das  frewleiD. 

ao   Sie  sprach  :  ^0  nain,  das  clag  ich  got, 

Ich  pin  verlassen  und  eilen t. 

AI  mein  freant  die  sint  abgewent 

Von  mir  nnd  jenem  tail  anhangen. 

Des  pin  ich  mit  herzlaid  umb  fangen, 
M  Mit  angst  und  iniclicbem  trawren.*^ 


b  B  gkuff.     Vergl.   fiiatn»ohla])iele,   biiob.   7^  t.   VI  f. 


545 

mr  alt. 

Ich  sprach :  .Hastw  nit  gnet  nachtpawren, 
Die  in  der  not  dir  halten  schntz?^ 

Das  firewleia. 

6  Sie  sprach:  «Ider  snecht  seinen  natz; 
Ob  meim  schaden  nit  hart  erschrecken; 
Sie  lassen  mich  in  prenten  stecken, 
Von  den  ich  pessers  het  gehoft, 
Weil  ich  in  thet  vil  gnetes  oft. 

10  ItK  yerpergens  ir  angesicht, 

Hab  hilff  nnd  trost  von  nimant  nicht. 
Ider  sagt,  hab  gnueg  mit  im  zschaffen." 

Der  alt. 

Ich  sprach :  ,Grewft  den  nit  zw  den  waffeu 
15  Der  gros  adler,  dich  zv  entschüetten 
Ob  des  greaffen  anpilling  wüetten, 
Weil  dw  dis  leidst  von  seinen  wegen  ?^ 

Bas  frewlein. 

Sie  sprach:  „Der  adler  ist  erlegen 
20  Bin  klain,  der  sich  zw  gegen-wer 
Wol  mostet  and  samlet  ein  lieer. 
Es  ist  mir  aber  vil  zv  lang, 
Der  greyff  thnet  mir  gros  nber-trang. 
Allain  hab  ich  ain  klaine  sumb 
36  Meiner  kinder  ghorsara  and  frunib, 
Die  lielffen  mir  noch  halten  schaez 
Und  hanthaben  gemainen  uaetz 
On  alle  psoldang,  gar  amb  sanst, 
Aas  laater  trewe,  lieb  and  gaenst. 
so  Die  haben  sich  mir  ^anz  ergeben, 
Pey  den  las  ich  anch  leib  und  leben, 
Wie-wol  der  ist  gar  vil  zw  wenig 
Gen  des  greiffen  unzelig  nienig. 
Schaw,  diesen  trost  hab  ich  allain.'' 

86  Der  alt. 

Ich  sprach:  „Wo  ain  rat  und  geraain 
Ist  ains,  das  ist  ein  starcke  mawren. 

Hmm  8*ohi.  XXII.  35 


r 

546 

^^^^^H                              Derbatben  las  deio  d^g  uud  drawren, 

^^^^^H                               Die-weil  deine  kinder  pey  dir 

^^^^^H                              Trewlirh  pe&teii,  wie  dw  sagst  mir. 

^^^^^K                             Derlialb  sey  keck  und  nit  verzagt" 

^^^^^H                                         Dm  frewldin. 

^^^^^B                            Sie  sprach:  „Eb  kumpt  aber  vil  sag 

^^^^^H                             Deglich  al  tag  vtir  meine  oren. 

^^^^^H                            Ich  pin  vil  nacbred  inen* woran, 

^^^^^1                            Darmit  icli  liaiiulicb  angritfen  wirt, 

^^^^H                       in    Van  mein  aigen  kinden  vexirt, 

^^^^^H               [bl.  2'\     Wie-wol  ich  spar  kain  tleis  noch  mne 

^^^^^H                              On  alle  rw,  spat  nnde  frwe 

^^^^^H                             Mit  hiläf  und  rat,  wo  ich  nur  kmi, 

^^^^^H                              Und  sol  doch  on  danck  vil  iiacb-red  Uon. 

^^^^^^                        iii    Das-selb  peschwert  niicli  liaiuilicli  iiart.«" 

^^^H                                                Der 

^^^^^H                            Ich  sprach:  «Der  gmain  man  hat  sein  art 

^^^^^H                             und  plawdert  on  allen  verstant. 

^^^^^H                            Des  las  dir  thon  von  m  nit  ant 

^^^^^1                       so  Und  thw  geleich,  sam  hörstus  nit. 

^^^^^H                             Doch  bab  gut  aufinercknng  daniiit 

^^^^^1                            Und  hab  geduli  zv  tliser  sceit! 

^^^^H                            Kr^eig  in  alle  freuntljkeit 

^^^^^1                            Paide  mit  worten  und  mit  dat 

^^^^^H                       2b    Üaruiit  erheltzt  dus  frw  und  spat 

^^^^^1                           Vil  nier,  den  durch  die  strengikeit' 

^^^^^H                                             Das 

^^^^^H                            Sie  sprach:   „Das  hab  ich  thon  all  zeit 

^^^^^1                           Und  Um  es  its;  auch  noch  vU  mer. 

^^^^^H                      so  Doch  ir  vil  wedr  nach  trew  and  er, 

^^^^^H                             Pilh^keit  oder  nach  rechten  tregen, 

^^^^^1                            Sunder  dückisch  und  gar  verwegen 

^^^^^H                            Mir  vil  dJDg  ver-nnglimpfen  dind, 

^^^^^H                            Und  das  od  all  warbeit  und  gründ, 

^^^^^H                       SR  Ire  prueder  baimlich  veraizen. 

^^^^^H                            Wider  mich  zw  iinglimpff  verpaizen. 

^^^^^       12  ?  all«.     S  «11.        St  1  diMr-    S  airw. 

647 

Des  ist  mir  schwerlich  zv  pesorgen 
Aines  auflawfis  heut  oder  morgen 
Pey  mir  unter  mein  aigen  kinden." 

Der  alt. 

6  Ich  sprach:  ,Wo  sich  dat  ainer  finden, 
Der  so  Yermessen  and  geferlich, 
Ffirsetzlich,  so  vergift  and  gerlich 
Zw  ainer  anfrnr  wolt  vermonen, 
Des  ist  gar  nicht  mer  zv  verschonen, 
10  Sander  greaff  zv  mit  scharpifer  straff! 
Dw  waist,  man  spricht:  Ein  readig  schaff 
Ein  ganzen  stal  vol  readig  macht. '^ 

Das  frewlein. 

Sie  sprach:  ,Der-gIeich  in  sorgen  wacht 
16  Mein  herz,  weil  ich  hab  so  vil  gest, 
Es  werde  mir  aach  an  der  lest 
Abgen  an  mancherley  profant 
Und  was  man  sonst  dar£f  in  der  hant. 
So  kint  and  gest  riete  der  mangel, 
20  Wärt  hecken  sie  der  nndalt  angel, 
Erwecken  pey  in  Widerwillen." 

Der  alt. 

Ich  sprach:  „Das-selbig  mastw  stillen 
Mit  gaeter  ordnang  and  der-gleichen, 

25  Mit  hilff  des  armen  durch  den  reichen, 
Priiederlich  leben  in  deim  haas, 
Den  aigen-natz  gar  treiben  aas. 
Wo  aigner  naetz  in  not  regirt, 
Die  sach  ie  lenger  erger  wirt; 

30  Hanger  ist  ein  anwirser  gast." 

Das  frewlein. 

[bl.  3]     Sie  sprach:  „Mein  freiint,  erstdw  mich  hast 
In  newe  anfechtung  gesetzt. 
Ich  furcht  meinr  austilgnng  zw-letzt 
86   Aas  mancherley  geferling  Sachen.'* 

7   T   gerlich.     Ö  perlich.  13   H    frewoin. 

35» 


548 


Dor  ftlt. 

leb  sprach :  ^Tliw  mit  deim  feint  fried  aiaaheii! 
Pesser  ist,  ilw  leidst  noch  ain  schaden, 
Den  das  dw  noch  werst  überladen 
r»   Mit  groseriE  schaden  auf  deini  riieck  ; 
Wan  in  deiu  krieg  hat  das  unglüeck 
Grosen  gwalt,  tbuet  Petrarcha  jehen, 
Ea  igt  die  schanz  pald  nhersehen, 
Drunl!^  iiaiidel  iimb  frid  in  der  göeti" 

to  Bu  frewleio. 

Sie  sprach  :  „Nach  frid  ringt  mein  gemüeL 
0,  ich  wolt  frid  am  liebsten  hon  ! 
Der  feint  mich  aber  mnetet  on 
So  wnpillig  nnd  schwere  ding-, 

16   Das  grössern  schaden  ieii  entpling 
Voll  »olchem  fried,  den  von  dein  krieg* 
Derhalb  in  groöer  angst  icli  lieg. 
Ich  psorg  des  grewfTen  trueg  nnd  list» 
Der  kainer  redlikait  achten  ist, 

ifl   Fflrcht  mortfewer  nnd  veretrey, 
Aufmer  und  liaimlieh  inewterey. 
Ander  nnglueck  nnd  schwind  aufselx; 
Erschöpfet  sint  vil  meiner  schetz. 
Auch  mi>cht  mir  an  der  lez  abgon 

aft   An  profant  und  municion. 

De»  ist  itznnd  mein  trawrig  leben 
Mit  nnzal  gferlikait  nmb-geben, 
Pin  verlassen,  an  iiilff  nnd  rat.* 

Oor  alt. 

ni>   Ich  «prarh :   „Weil  dich  verlassen  liat 
Frennt  nnd  naciitpawm  in  deiner  nut, 
So  liah  dv*f  dein  /.wUnecht  zw  got» 
Das  sicli  der-selb  dein  wöl  erparmen, 
Die-weil  got  der  verlasen  armen 

nr,   Ein  gnediger  erlöser  ist, 

Der  prechen  kan  der  feinde  Hat, 
Ein  ring  im  legen  kan  Int  nasen, 
In  wider  haimfiieren  sein  strasen, 
Wie  den  küug  Nepueadnbzar/' 


549 


Sie  sprach :  ,Dw  sagBt  wol  recht  and  war ; 
Er  iBt  der  ainig  helffer  wol, 
Zw  dem  ich  pillich  fllhen  sol 
6  In  meiner  not.    Doch  nit  dest  minder 
Laider  ich  und  all  meine  kinder 
Haben  nns  hart  gen  im  yersüent. 
Der-halben  ob  uns  ist  anzüent 
Der  pitter  gottee-grimer-zoren. 

10  Derhalb  mein  hoffhang  ist  verloren, 
Es  wert  all  mein  flehen  and  pit 
Von  got  genzlich  erhöret  nit; 
Wan  gros  ist  meiner  sünden  meng. 
Sein  hilff  verzeacht  sich  in  die  leng, 

16  Weil  ich  schon  lang  gepeten  hab.* 

[bl.  31  Der  alt 

Ich  sprach:  ,0  ft-ewlein,  las  nit  ab 
Zw  pitten,  sander  pit  erst  ser 
Und  von  dein  sänden  dich  peker! 

so  Dw  dich  and  dein  kinder  ergeben 
In  ein  paesfertig  cristlich  leben. 
Wie  der  känig  zw  Ninive. 
Was  geltz,  ob  dir  got  nit  pey-ste!? 
Er  wais  die  rechten  weil  and  zeit 

»6  Und  hilft  durch  sein  parmherzikeit 
Durch  ein  we^,  dir  itz  anpekant; 
Wan  nnferkaerzet  ist  sein  hant, 
Hilft,  wen  sanst  ist  kain  hilff  nit  mer, 
Aaf  das  im  pleib  allain  die  er, 

so   Das  er  der  ainig  helffer  sey. 

Dramb  raeff  in  an,  sey  sorgen- frey 
Sambt  allen  deinen  lieben  kinden, 
So  wert  ir  seiner  hilff  entpfinden. 
Weil  er  uns  selb  rueft  zv  sein  gnaden, 

36  Spricht:  Kambt  all,  die  ir  seit  peladen 
Mit  truebsal,  ich  wil  euch  erquicken/ 
« 

2»  ?  Min.     S  dein.  29  ?  Auf.     S  Dauf.  36  S  truebsar. 


Ba8  rrewieia  peschl&wsL 

Da  det  gar  eenlieli  mleli  anpUckeu 

Da»  frowleio,  sprach ;  „Ach,  Ion  dir  gut ! 

Wie  hastw  micb  in  meiöer  not 

So  nberflüesaiclicb  getröet. 

Ich  hoff  2w  got,  ich  werd  ttllM 

grewling  erbfeint, 
lem  mir  meint; 
Idü  kindeu  mein 
i#«j  ckpar  sein, 

deinem  rat, 
ond  misedat 
woi  verschult, 
m  mit  gedalt, 
i  meinen  kinden; 
;ait  zw  vinden 
I  m.  iumm  hau  an  t, 

Als  ganz  erjsreuKQ  in  sein  hant 
Und  mich  pefelchen  in  sein  schntz. 
Der  wirt  des  greiffn  iinpilling  tnitz 
Durch  sein  gewalting  arm  zv-prechen 
Und  mich  kurzer  zeit  an  im  rechen 
Und  mich,  die  ich  pin  gschlagen  nider, 
Genediclich  aufrichten  wider, 
Das  icii  wider  zv-nem  und  wachs." 
Das  wünscht  zw  Nttrenberg  Hans  Saciis. 


Anno  salutis  1552,  am  16  tag  Juni. 


300  vers. 

9   an  der  seito  von  Sachs  nachgotragon. 


551 


Nachtrage  nnd  berichtigimgen. 

Zum  17  bände. 

220,  25  ?  leumuth.  A  leunmuth.  Demgemäß  ist  auch  im  register 
XU  yerbessem. 

224,  19  hätte  ich  die  form  gfjgel,  ebenso  225,  19  gefygel,  die  S 
hat,  in  den  tcxt  aufnehmen  sollen.  Die  herausgeber  des  vierten  folio- 
bandes  kannten  wie  viele  ältere  formen  so  auch  diese  nicht  mehr. 
Vergl.  Schmeller-Frommann ,  bayerisches  Wörterbuch  2,  sp.  835  und 
Grimm,  Wörterbuch  4,  1.  If.  sp.  2165. 

274,  25  Damach  ist  die  reimseile  hinzuzufügen:  Und  meint,  der 
doren  wer  herauß. 

Zum  20  bände. 
501,  18  ?  Lemung.     A  Lonnng.     Vergl.  band  22,  446,  26. 

Zum  22  bände. 

48,  13  lies  :  sflndt  statt :  sundt. 

55,  25  Ecclesia.  nicht  eccleaiastes  =  prediger  Sah,  sondern  eccleHiasti- 
cns,  predigerbuch  =  Jesus  Sirach.  So  der  name  des  buches  Jesus  Sirach 
in  der  vulgata.  Hans  Sachs  citiert  nach  ihr.  Die  worte  finden  sich 
nicht  in  der  griechischen  Übersetzung  (LXX)  und  so  auch  nicht  in  der 
Lutherischen,  nur  die  Itala  hat  sie  und  diese  ist  im  buche  Jesus  Sirach 
von  Hieronymus  unverändert  in  die  vulgata  herübergenommen  worden. 
Vergl.  8.  54,  29. 

56,  2  ?  erweren.  Die  drucke  haben  erneren.  R.  Köhlers  erklarung 
geht  zurück  auf  die  alte  bedeutung  von  ernähren  =  heilen,  retten. 
Wir  haben  aber  einen  volkstümlichen  dialog  vor  uns,  in  dem  die 
spräche  der  damaligen  zeit  nicht  mit  alten  formen  belastet  wird. 
Oberdem  vergl.  die  stelle  aus  H.  Sachs,  band  9,  s.  170,  16:  Manch  mann 
mit  grossr  müh  und  arbeit  Kan  sich  gar  kümmerlich  ernehrn,  Mit  weih 
und  kind  hungers  erwehrn.  In  Grimms  wörterb.  3,  1053,  wo  diese 
stelle  angegeben  ist,  muß  es  heilen:  2,  4,  41«'. 

185,  31  lies  an-renten. 


552 


i 


232  Quellen    ?!ebaatian  Franck,    (^leruiftniiL«  chronioon.     Aug«!*»^ 

1538.  fol.  bl.  91  ^ 

289,  4  am  ende  fehlt  punkt, 

299  AuflffihrUcher  behaüdelt  Rudolf  AnBcbati  Boccaccios  novelle 
vom  falken  und  ihre  Verbreitung  iö  der  litteratur  im  IS  heft?  der 
Erlanger  bpürli^^u  eor  engliscbfin  pbilologie  und  vergleicheEideii  littera- 
turgeschichU.     iilrlangen  1892,  8. 

313,  34  V  sich.    S  lie.     Vergl  band  2K  372  tu  3.  V29,  17, 

332,  20  liej  :  pr^  ' 

khineÜer-Frommann  I.  »p.  117. 

icbdem  er  epmcL   ge^ehriaben 

i  und  schtoÜ  die  etidung  ao  an, 
©r  r  in  1,   vergaß  aber  das  s 


Ufill 


338,  5  lies  :  ena 
349,  15  liee  Vu 

355,  4  Haoä  St 
hatte,  die  anfangBb 
daß  sprod  Uaravis  v 
wegzustreichen. 

356,  29  komma 
368,  17  lies  :  m\ 
405  anmetkung 

den  meiste rgeiung  1 
dem  datuin  dts  3  Aogl 
lies  406  stiitt  405, 

452,  3  V  Vor.     8  Von. 
über  dem  i). 

488,  10  ?  erklingen.     S  klingen. 

495,  16  :  17  S  abe  :  gäbe,  ebenso  20  :  21  S  ire  :  mire.  Beidemal 
entstammen  die  formen  mit  weiblichem  ausgange  der  meistersängerischen 
vorläge.  In  der  späteren  spruchform  band  21  ,  a.  231  sind  sie  ver- 
schwunden. 


et  anmerkung  ftlge  ?  htfueu. 
m  beweis  dafür»  d^B  H,  ^»dyi 
f  finde  ich  dftrm,  dmü  er  iii«h 
lern  tomn  tlioD.        Letxte  «ed!# 

16  ?  nun,     S  im   (freilich   ohne    pnnkt 


1 


553 


Zeittafel. 


1523  Vorrede  xor  Wittonbergisofaen  oaebtigAll  s.  3. 

1524  DiipaUtioa  iwiiehen  einem  ofaorberren  und  scbaefamaober,  darinn  das  wort 
gottee  und  ein  reobt  Cbristlieb  weten  Terfoebten  wirt  s.   6. 

1524  Bin  gespreefa  Ton  den  seheinwerlien  der  geistlieben  and  iren  gelUbden  s.  34. 
1524  September  20  Ein  dialogas,  des  inbalt:  ein  ergnment  der  Römisehen  wider 

dM  efaristüeh  faevflein,  den  geis  betreffend  s.   51. 
1524  Ein  geepreeb  einet  eTangelisoben  Cbristen  mit  einem  Latberisoben ,   darin 

der  ergerlieb  wandel  etlieber  Latberiteben  angeseigt  wird  s.  69. 
1524  Dm  lied  Maria  lart,  rerendert  and  ebrietlicb  oorrigiert  s.  85. 
1524  Da«  lied  IMe  fraw  Tom  bymel  rerendert  and  cbristlieb  eorrigiert  s.  89. 
i  524  Ein  teboDe  tagweis  Von  dem  wort  gottes.     In  dem  tone :  Waoh  auf,  ineins 

benen  sefaflne  s.  91. 
1524  Bin  ebristlleb  lied  wider  das  grausam  droen  des  satans  s.  94. 
1524  Das  lied  Ton  der  erkantnnß  Cbristi  s.  98. 
1524  Cbriste,  du  anfeneklioben  bist  s.   100. 
1524  Cbritte,  warer  son  gottes  fron  s.  102. 

1524  Das  lied:  Japiter,  bestw  gewalt,  obristliob  verendert  s.   104. 
1526   Der  9  psalm  Darid  bocb  su  singen  im  ton:  Cunfitebor  tibi  dumino  s.  109. 
1526   Der  sebent  psalm  Darid,  hoob  zu  singen  s.    112. 
1526  Der  11  pealm  Davids  boob  su  singen  s.   115. 
1526  Der  13  psalm  s.  117. 
1526  Der  15  pealm  s.  118. 
1526   Der  30  psalm  s.   119. 
1526  Der  43  psalm  s.  121. 
1526  Der  56  pealm  s.   122. 
1526  Der  58  psalm  s.   124. 
1526   Der  124  psalm  s.    126. 
1526  Der  127  psalm  s.   127. 
1526  Der  146  psalm  s.  128. 

1526  Oktober  30  Der  149  psalm  s.    130. 

1527  Anslegung  der  wunderlioben  Weissagung  von  dem  |ta|)stum  s.    131. 

1528  Jani  24  Vorrede  sum  sweiten  meistergesangbuohe  s.    137. 

1529  Die  sieben  prot.     In  dem  ton,  wie  man  des  herren  rock  singt  s.    13K. 
1529  Die  daerokiseh  pelagerung  der  stat  Wien.      In  prueder  Feitteo  tbon  s.  141. 


1529  Em  bb  dg«  redliofatto  kddff&lok  in  der  dmnhueh^n    ]if<l«gnte£  der  Mtl 
Wien  *,   l&l. 

1530  Di«  tUrekiJeb  pele^eraDg  d«r  lUl  Wien  i.   Itb* 
1530  Bio  pitcr  leidai^lDi  1i«b  f.    I5B. 

1530  Die  sehen  gebot  in   d«m  ton:  0   berro  go^  beigDude  mieh  ».    16L 
1530  Glaabensbekesiitriii  i,   l&b. 
1535   Dci  kaiterii   kriegsiug  in  ApbrkiL.      In  prunddr  Veilton   tuti  a«    1%^. 

1535  Vao   d«m   kaie«r1lalieii  ttjftg  io  At^hfie«»     In  f^fuder   Foiten   t«£i  i«    171* 

1536  Der  kriegazuag  i|oa :   DtJi  liuorok  und  der  itt  ton 
vrarn  s,    179>  ■ 

1539  Jununr   13   Dk  rg  s,    184. 

1539  Jiiiiiiar  30   Dlo  t   Argo  s.   ISS. 

1539  Februar   1    Pb  •  Ü»  e.    190. 

1539  Ffibritar  4   Caq  .    IS2. 

1539   Ffibniar   h   Üir  t.   194^ 

1539   Febraar   1 2   Aq  in  *»   lUft. 

1539  Fiibruur   19    Am,  tlnmu  *.    19H. 

1539   Ftibmar  23   Eii  mi  »ß  Fnulketl  mtd  Biirg  «.   SU»' 

1539  Februar  24    De  Rt  ».   2DS. 

1539   Mär£    IT   Dür  karg  DTt»  «.,»  ■,   züli. 

1539  Juni   20    Eulenspiegel  auf  dnoa   b«aekorBt»^   i.   3Üt*. 

1539  Juli    1    Ein  frag  eines  Sophisten  nach  glaub,   lieb  und  hoffoung  8.   207. 

1539   Dexember  4   Die   howchler  s.   215. 

1539  Dezember  25  Der  frum  fUerst  Liourgus,  ein  gesetzgebor  der  Spartaner  8.  21 

1539  Dezember   27   Der  herzverkerer  s.   217. 

1540  April   25   Der  sohuester   mit  dorn  rapen  s.   213. 

1540   Mai    12   In  geduld    leid  ich    des  dodes    pund  im    ihon :    loh  olag  den  t^* 

und  auch   die  stund  s.    221. 
1540   Mai    19   Der  hungrig  fuchs  im   koler  mit  der  wisol  8.   222. 
1540   Mai   30   Dor   zorn   mit  seiner  gestalt  und   aigonsohaft  8.   224. 
1540   Juni   22   Der  prueder   Zwioffel   s.    226. 
1540   Juni   22   Das  gaist-pe?chweren   .«.    228. 
1540   Juni   23   Die   zwen   petrogen   puler  8.    230. 
1540    August    19    Die   geticw   grcfin   mit   dem  gluenden  eisen  8.   232. 

1540  September    1    Der  koch   mit   dem   kranich  s.   234. 
ir>4l    Januar  8   Die  droy   frag  Aristippi  a.   236. 

1541  Januar  9    Ein   arzney   wider  die   hoffart  8.   238. 

1541    Januar    17    Der  träum   kUnig  Cretii   von  seinem  sun  s.   240. 

1541    Januar    19    Die   gefencknus  und   wunderlich   erlosung  kUnig  Cresi  8.   242- 

J54I    April     24     Droierloy     spruch    vom    reichtum  ,    8o    Grates,     der    philo90{>** 

sagt   8.    244. 
1541    Mai   3    Des   babstes   aokerpaw    s.    246. 
1541    Juni    14    Venus,   warumb   hastw    mit  schmers  im  ton;    Mag  ich  unglUck  O** 

widor?tou  s.    251. 
1541    Juni    19   Disputacion  zw   Kegenspurg  im    1541  jar  8.   253. 


555 

1541  September  26  Die  viererley  thier  auf  erden,  die  sich  dem  mensehen  ver- 
gleichen t.    258. 

1541  Oetober  23  Die  drey  bannen  mit  der  paelerin  8.   260. 

1542  Vermooang  ivr  ainem  stAtlich  DUrolcen-sog  an  das  reiob.     In  prüder  Veiten 
ton  B.  873. 

1542  Janaar  6  Der  ritter  sant  Jörg,  den  der  pfarrer  so  Drosafeld  verprennet  s.  262. 
1542  Janaar  18  Ob  ein  weiser  man  ein  weib  sol  nemen  oder  nit  s.  264. 
1542  Februar  21   Der  weis  Selon  von  Athen  mit  seinem  suen  s.  266. 

1542  August  4  Der  Icandelgieser-sprnoh  s.  268. 

1543  April  13  Vorrede  sum  vierten  spruchbuohe  s.   183. 
1543  April  16  Ein  l&orse  disch-sucht  s.  272. 

1543  Mai  l   Ein  warnung  Hennsl  Narren    den  weltlichen    stant    vor  dem  gaist* 

liehen  stant  s.   274. 
1543  Mai  2  Vermanung  des  pabstes  tu  seinen  tempelkneohten  s.  276. 
1543  Mai  3  Das  sieben-hauplig  pabstier  Appooalipsis  s.  279. 
1543  Mai  3  Der  peren-dani  s.   281. 
1543  Mai  4  PfeilTer  und  lautensoblegerin  s.    283. 
1543  Mai  4  Die  tway  liebhabenden  mit  dem  dot  s.  284. 
1543  Mai  5  Ermanung  des  dodes  s.   286. 
1543  Mai   17  Die  sohfacht    «wischen  der  kUngin  Marie    beer    und  des  hersogen 

von  Cleve  «wischen  Zitart  und  Heumnnd   1543  am  24  tag  Marci  s.  288. 
1543  Juli  11   Der  frum  kaiser  Aurelianus  s.  200. 
1543  Juli  20  Der  mumerey  anfang.     Die  rOmisoh  fasnacht  s.   292. 
1543  Juli  28  Die  kewsch  ermört  Virginea  s.  294. 
1543  Augast   7  Das  ay  mit  den  grosen  aohsehen  schänden  s.  297. 
1543  Augast  9  Der  edel-falok  s.  299. 
1543  November  16  Ein  wunderlich  histori  s.  301. 

1543  November  16  Der  gros  eyffrer  s.  303. 

1544  Februar  15  Der  seidenfaden  s.  305. 

1544  Juni  12  Brutus,  der  gerecht  ROmer,  mit  sein  twayen  sUnen  s.  307. 

1544  Juli  11   Das  ent  Romuli,  des  ersten  römischen  künigs  s.  310. 

1544  Juli  12  Der  oleglioh  dot  Pirami  und  der  junckfrawen  Thisbis  s.  312. 

1544  September  11   Der  walfisch  s.  314. 

1545  Januar  2  Das  mttnioh-  und  pfaffen-jaid,  Nimant  sw  lieb  noeh  laid  s.  316. 
1545  Februar  7  Der  doctor  im  Venusperg  s.  319. 

1545  Februar   18  Der  Ulisses  mit  den  winden  s.  321. 

1545  Juli  5  Die  «wo  edlen  junckfrawn ,    von  des  glaubens  wegen  im  Niderlant 

verprent  s.  324. 
1545  Juli  7  Der  ersohrocklioh  erdpidem  iw  Corphw  in  Moria  im  1545  jar,  den 

24  tag  Marci  s.  326. 
1545  September  10   Esopus  mit  den  iwayen  kraen  s.  328. 
1545  September  11    Die  mileok  mit  der  ameis.     Ein  kampf-gespreoh  s.  330. 
1545  September  22  Der  pfarrer  mit  dem  korock  s.  332. 
1545  November   13   Der  krieg  hersog  Uainrichs  von  Praunsehweig  9.  334. 
1545  Deaember   l   Das  schön  päd  s.  337. 


556 


1545  De«emb«r  10  D«r  edelmon  mit  dem  narren  nnd  dir  irar1i«il  i.  3S9. 

1645  PeRember    IT    Der  karg  abl  •.  341. 

Ibi^  Januar  liQ   Die  epthesin   mit  der  prueob  und  dam  jungeQ  oßenUin  s.  SIS. 
1&4A  FebrtiHT   10   Der  ra«<sb8ohweii«~krftm  «.   346. 

1646  (niobt   1&45)  Min  23   Der  tWAiniig  fdtt«r  aigeDsehaft  t.  34d. 
1^46  Juoi   2B  Die  Ung  oracinn  a,   3&0. 

1546  Juli   H  Ein  clagrod   Oiswtxobl&ndfli    und  getpreoh   EDtt  dem  getrewen  Eck- 
bart  ».  352. 

1546   Oktober  31    Venns,  der  lieb  »in  gntttn  xari,   In  aim  freiobden  tboo  ».  9^1* 
1546  November   1?   Da»  eameUhier  mit  dem  gol  Jofi  i.  SOI. 
1546   Norecnber   18   Der  rapp  mit  den   hennen   s.   363. 
154  6  November    li<   Die  vippemaLer  mit   dem  igel  f,  365. 

1546  Üeiembor  31    Ein  wundorlioher  dialoga«  no^   nowe  telttang  a.   367 

1547  Der    tl9  psiitni   im  tbori :   Ach,   unter  rwLer,  d«r  dw    pi«t  i.  3110. 
1547   Mai   3   Dre/  1er  de«  kUnig  Ageiilau«  «.   382. 
1547  Kin  new  lied  im  tbon :    :^o  wolt    ich  geron    fingen  ^    wen  ich    vor 

kUeud.     Die  gfenoknus  beriog  Han»  s*  399» 
154  7   Mai   6    Ein  gnnx  gereimbie  karten  durobaus  «lle  ptetter  •*  384. 
1547  Juli    18   Der  Sa^ihsen  ursprang  «.   389. 
1547   AugQBi  4  Die  niderlag  nnd  gefeneknui  hertog  Uütie  Fridiiebs  »« 

Im   1547  jar  «.  395. 
1547   Aaguet  5  Dae  poea  weib  Xanii  f.   405. 
1547  AuguAt  35  Uriprang  doi  ersten  mllnichs  »,   408* 
1547   Oktober  16   Die  drey   Läbliehen  pewrin  e.   4111. 
1547   Oktober   19   Die  sweii  rittor  Ton  Pnrgand,      Dae  urtail  dea  hertogen  «.  €1f, 
1547   Oktober  21    Der  wider  mit  dem   wolH  s.  414. 
1547  November  5   Der  ftprec?her  mit  dem  reck  e.  416. 
1547   Nof-ember   17   Der  ritter  mit  den  twajen  tohanett  dOebtern  i    418. 
1547   Norember  20   Der  pawer  mit  dem  dot  s,  420. 

1547  Deieinber  27    Die    rollkumenliob    conitelifieion    der    pUnetteu   uud  «udvr 
gotter^  iw  Maideck  eins  naobtv  gegeben   worden  ».  432. 

154B  Januar    1   Die   iwen  paebanten   im  dotteakeroker  mit  dem  bcmel  9.    424* 

1548  Januar  30  Der   maier  mit  dorn  thumbrobst   sw    Regeneptirg  «.   437 
1548  Januar  30   Die  drey  tohalokhartigea  itudenten  s.   430, 
1548  Februar  8  Der  pfaff  in  der  wolfegrueben  5,  431. 
1548  Februar  21    Das   pruedermue«  e.   433. 
1548  Man   17  Der  uriet  mit  aeiner  stifTmueUr  8.  435* 
I54H   April   7   Die  vorloron  jünckfraw  s.    437. 
1548   Augiut  21    Dal  Interim  0.  439. 

1548  September  23   Als  ieb  im   lant  (in  seinem  aigeo  tbon)  a.  477. 

1548  Okiober  18  Neun  aiüeek  die   priogen  entliob  die  armuel  e.  440. 

1548  Oktober  22  Die    keutob    Kömerin  Lucrooia  erstoob    «iob  aelber,    ir   er  t« 

reiten  t.  44B. 
1548  Oktober  36  Der  kun  nasen^dant  s,  450. 
154S  Oktober  28   Der  &anck  iwiBoheo   Ayax  und  iriiii  s.   452. 


{ 


657 

U48  Oktober  30  D«r  koplet  manioli  t.  454. 

U48  Novembmr  l  Dor  knn  krieg  nit  dem  winter  •.  456. 

1548  November  5  Die  kora  thebula  Gebaut  dei  menschlioban  loWeo  s.  458. 

1548  NoTember  7  Die  drej  frewen  mit  dem  porten  ii.  460. 

1548  NoTomber  7  Ealenepiegel  eof  dem  mII  a.  462. 

1548  November  8*  Enlentpiegel  mit  dem  sehelokunarren  im  lant  xw  Polen  s.  464. 

1548  NoTomber  10  Die  plaben  httet  •.  466. 

1548  November  11  Das  hait  eysien  0.  468. 

1548  November  13  Die  kars  verjagt  fraw  Warheit  s.  470. 

1548  November  16  Die  sieben  posen  aigenschaft  poeser  geselaebaft  s.  472. 

1548  Desember  39  Der  kämpf  swisehen  dem  got   Vulcano  und  lUcbo  •.  4  75. 

1549  April  9  Ein  lobspmefa  der  stat  Salspurg  s.  470. 

1549  Mai  20  EUiehe  pritsehea-gsang.  In  eim  gflellensebiMen  sw  praaehen  s.  487. 

1550  Febmar  6  Der  mesner  mit  dem  rayger  «.  489. 
1550  Febmar  7  KOnig  Artaxersis  angeraten  sQen  s.  401. 
1550  Febmar  7  Der  pawer  mit  der  dotien  s.  493. 

1550  Febmar  7  Die  iwen  gefattera  mit  dem  lom  r.  495. 
1550  Febmar   8  Die  gertnerin  mit  dem  poek  s.  497. 
1550  Febmar  8  Die  spinn  mit  dem  liperlein  ».  499. 

1550  Febmar  8  Hanulffos,  der  getrew  kemerling  des  kUntgs  ans  Laraparten  s.  501. 
1550  Febmar  9  Der  ongelaeeklieh  kämpf  künig  Celeras  ans  Norwegen  s.    503. 
1550  Febmar  9  Der  hoffertig  kalter  Aurelianus  in  dem  päd  s.  505. 
1550  Febmar  9  Die  nenn  lesterliebeo  stueck  aines  mannes  s.   507. 
1550  Febmar  10  Dreyer  frawen  clag  ueber  ire  hawsroaid  8.  510. 
1550  Febmar  10  Der  gnet  montag  s.  513. 

1550  Febmar  11   Der  pueler  mit  den  sterbenden  menschen  abgeweiaset  9.  515. 
1550  Febmar  12  Der  sehnester  mit  seim  knecht  s.  517. 
1550  Febmar  13  Die  drey  frOliehen  dot  s.  519. 
1550  April  21    Reimen  in  die  drey  pretspil  s.  521. 

1550  April  22  Ein  Iclagred  der  nntergetretten  fraw  Gerechtikeit  s.  52.3. 
1550   April  22  Ein  klagred  der  (ierechtikeit  über  faifcbo  jurit^ten  5«.   525. 
1550   April   24   Der  wanderlich  verporgen  träum  7on  <l(*n   göttern  9.  527. 
1550  April  25  Der  fliegent  Icaras  s.  531. 

1550  Juli   20  7  Bin  kurs  priamel  tw  einem   guistlichen  spruech  ».    5'{:^>. 
1550  Juli  29  Fama  oder  gerUeoh,  das  sterckest  auf  erdon  s.   534. 
1550  Juli  31    Der  reioh  man   mit  dem  armen   Lal3aro  s.   536. 
1550  Oktober  3   Von  dar  dranckenheit.     In  aim  pesundern   thon  ü.  539. 
1552  Juni    IC  Claggesprech    der    stat  NUrenberg    üb    der  unpiilinheii    ifcliweren 
pelegrung  margrafT  Albrechtz  anno  «.    1552  s.   541. 


.( 


Register. 


Abdrescben  7, 
Abeie  463,  37. 
Abferren  529,  36. 
Abgeweisset,  org,  j 

weissen. 
Abkreftig  529,  21, 
Abreiten  82,  27. 
Abt,  Der  karg,  Ml. 
Abwäschen  57,  29, 
Abweissen  515,  1.  ^ 

Abwesen  77,  26.  40&| 
Adam,  Der  alt,  fi*>,  19. 
Adeln   15,  24. 
Aesopus  (quelle)  405.  414. 
Ati'ect  383,  33. 
Atienspil  462,   13. 
Afterreden  78,  32. 
Agesilaus  weis  382. 
Agricola,  Johannes  (quelle)  408. 
Ai  sieh  auch  Ei. 

Ay  mit  den  gros  18  schänden  297. 
Aichenfest  387,  20. 
Ayden  74,  26.  30.  75,  28. 
Ainhellig  170,  10.  389,   17. 
Ainsidel  408,  7. 
Alben,  Die,  484,  8. 
Aide  29,  31.  32,  32. 
Alfanz  53,  9.  136,  13. 
Allermenigklich  3,  4.  4,  25.  64,  34. 
Almit  7,  11.  64,   11.  69,  11. 
Als  Achiles  der  held  452. 
Als  Artaxerses  sus  491. 
Als  Collerus  regirt  503. 
Als  der  küngin  Maria  beer  288. 
Als  fünfzehundert  jar  399. 
Als  ich  eins  nach tes  \a^  253. 


i  ich   eine  tags   gen   Niirmbefg 
cana  208. 

I  tidia,  d&»  kilnigreich  240. 
I  man  idt  lüufehwuderfc  j&r  352. 
I  mati  zeit  fUnfeehundert  jur  AM, 
>  Eoot Ullis  35 w  Rom  regirt  3J(I. 
I  UliäeK  mit  seinem  bi^t^r  S2L 
I  von  Ätben  Solon,  der  wein  2Bd, 
i  ^ntu9  het  ein  weib  4ü5« 

™,ireg  65,  5, 

Anateo  368,  27. 

And  tbun  32«  28,  HG,  19. 

Andriffeln  514,  10. 

Anfencklichen  100,  2. 

Angel,  Der,  36,  3.  547,  20. 

Angesiegen  532,  8. 

Anhaim  295,  1. 

Anlangen  51,  7. 

Anliegen  417,  29. 

Anlauft'  11,  3. 

Anmuten  293,  10.  548,  13. 

Anplärren  464,  8. 

Anruffen  sant  Wolffgang  18,  7. 

Anschnaufen  410,  18. 

Anschnurren  410,  18. 

Anspruch  412,  6. 

Anwerden  59,  23.  30. 

Arbaiß  39,  9. 

Argwenig  4,  32. 

Armada  170,  24.  503,  12. 

Arrius  25,  26. 

Artaxerxes  490. 

Aschhoff  in  Salzburg  48:^,  29. 

Aspeckt  422,  8.  528,  9. 

Ater  124,  14. 


559 


Auf  einem  weg  drey  frawen  frey  460. 

Auffer  36,  3. 

Auflauf  547,  2. 

Aufinecken  80,  36. 

Aufmerckung  546,  21. 

Auft'nesteln  84.  3. 

Aufrupfen  339,  15. 

Anfror  547,  8. 

Auffsatz  56,  20.  309,  19.  523,  23. 

548,  22.     ' 
Auffsaizung  24,  4.  72,  24. 
Aufschwellen  315,  29. 
Aufsetzig  543,  3. 
Augustus,  der  gros  kaiser  213. 
Aurelianus,  der  frum  kaiser  290. 
Aurelianns,    der   hoffertig   kaiser, 

im  päd  505. 
Außbleßniereu  75,  36. 
Außholhippen  7,  23. 
Ausmergeln  356,  15. 
Ausputern  493,  6.  10. 
Außreuten  3,  15.  21,  31.  44,  29.  64, 

11.  72,  33. 
Außrichten  28,  28.  75.  30. 
Ausschleifen,  Sich,  44,  2. 
Außschreien  10,  2.  9.  76,  2.  78,  5. 
Ausschweifig  383,  10. 
Außwicklen,  Sich,  64,  22. 
Außzug  62,  36. 
Ayax  452. 

B  sieh  auch  P. 
Kachant  32,  23. 
Bachanten,  Die  zwen,   im  dotten- 

kercker  mit  dem  hemel  424. 
Bachen  14,  11. 

Bachus,  der  got  in  Krieehenland  359. 
Päd,  Das  schön,  337. 
Barcelona  169,  24. 
Barbarossa  131,^10. 
Parraung  308,  10. 
Pawer  mit  dem  dot  420. 
Bawman  64,  14. 
Bechtlein  53,  3. 
Peclenen  298,  14. 


Befrieden  95,  81.  189,  26. 

Begaben  450,  17. 

Begewältigen  4,  31. 

Peheltnus  307,  14. 

Pehend  187,  13. 

Beibringen  10,  29. 

Beiweg  46,  5. 

Bekleben  406,  32. 

Benamen  409,  36. 

Penasen  451,  28. 

Benedeyen  76,  19.  24.  82,  9. 

Beneveneritis  6,  14. 

Penötigen  353,  2. 

Benügen  14,  11. 

Benügen,  Sich,  lassen  61,  34.  72, 

23.  164,  22. 
Beredenheit  453,  27. 
Berümen,  Sich,  46,  21. 
Bescheren,  beschar  409,  13. 
Peschis  347,  30. 
Beschwert  8.  2. 
Besichter  526,  25. 
Besingen  461,  16. 
Besinnet  76,  22. 
Besteten  22,  8. 
Betlerey  62,  26. 
Betrieglich  45,  13.  54,  37. 
Petstat  449,  16. 
Bettel  62,  32. 
Pewiegen  525,  5. 
Pirstütze  338,  7. 
Biß  =  sei  49,  30. 
Bittung  62,  15. 
Plecken  410,  11. 
Plewen  495,  26. 
Plind,  einem   den  plinden   fähren 

lassen  411,  7. 
Plümen  330,  5.  331,  31. 
Bocacius  duet  uns  beschreiben  228. 
Boccaccio   (quelle)    299.    301.    303. 

305.  332.  343.  418.  454. 
Bona  dea,  so  war  genant  292. 
Bonaventura  50,  12. 
Bonus  dies  6,  5. 
Brantschatzen  336,  12. 


^^^^                                             560                                                1 

i^H              ßrauclien  m.  gen  28,  24.  60,  d.  ai, 

D  sieb  aucb  T. 

^^H                  32.  36.  71,  38. 

Daidigen  354,  3. 

^B              FrawcheQ,  Sich,  186,  2-i. 

Daidung  180,  20* 

^m              BreUpll  38.  7.  80,  25.  521. 

Dancke  =  gedanoVe  163,  15. 

^H               ßrinnen,  bran  494.  i:). 

Dant  347,  30. 

^1              Pruech  343. 

Danttäding  23,  29. 

^H              PruedennueB  438. 

Dauben  41K»,  33. 

^^M             BrutuB,    der   gerecht  Römer,    mit 

Üechtnus  110,8.  119,  14. 

^H                  sein  zwftyen  »Qnen  307. 

Decretal  10,  11.  20,  3.3. 

^1              Püberey  132,  lf>. 

DedaluB  .^31,  3. 

^H              Piieler  mit  det3  sterbentlen  menscheti 

Demogorgo,  der  götter  vatter  34£>. 

^H                  abgeweiäaet  515. 

Den  peren  kan  ich  machen  danun 

^B              PufBch  433,  IL 

281. 

^B              Purschen  433,  4. 

Den  soren  Seneca  abmalt  224, 

^m              Bueaun  8,  26.  5t,  20. 

Dennen  304,  12. 

^H               Busaunen  63.  21. 

Deppich  412,  26. 

^H               Fliesen  138,  18. 

Ilerschftitten  87,  36. 

^H               BüHen,  In,  rinnen  tiO.  8. 

üeventer,  »tadt  in  Niderlant,  324,6. 

^H               Puterweek  337,  28. 

Uialogii«,    Ein    wunderlicher    und 

newe  zeittung  3fi7. 

^H              Calefactor  31,  12  lu  o. 

Dicdac  521,  17. 

^H              GameitMer  mit  dem  got  3öy\  36L 

l>ie  «pinn  und  auch  der  &ipper1än  ~ 

^M             Carfunckel  87,  17.  12;j,  Itl. 

499.                                                     1 

^B              Caatejen  41,  5. 

Dieweü  Eaopu«  achlechi  328,           M 

^H              CaBteyung  41,  18. 

Diuipper  316,  15.                               ■ 

^H              CebeB  phtlosopliUN  bfti  eben  458. 

Oönen  459,  26.                                   1 

^H              CetuH  SSW  deutsch   itit  ein  walliach 

DörH  «.  tiirreo.                                   ■ 

■ 

Doi,  ort  bei  Fürth  184,  10.              ■ 

^^1               Chorherr  6« 

Döfl  316,  17.                                          1 

^1              ChH^sten  79,  10. 

DotEe  493.                                    ^J 

^M              Chn\^tlicb«n  61,  35, 

Orecktar  338,  18.                        ^H 

^^m               0 1  ag i  ed  Dew t ach  1  a n  1 1  m  u  ii  1 1  get4  ]  »r  ech 

Prey  pawren  Basen  pey  dam  m^V 

^^v                   mit  den*  getrewf^n   Kckart  352, 

410.                                                         M 

^H               Clagspruech  der  atat  N  ürenherg  ob 

Drey  frölichen  dot  519.                    ■ 

^H                   ir  pelegernng  54  L 

Drey  1er  dea  kilnig  Ageailatw  d8t.H 

^H               UleomeneH  regirt  350. 

Drey  Schreiber  zogen  uber-felt  429.  ■ 

^V               Colenii«,  kiinig  auM  Norwegen  503. 

Drey  er  frawen  dag  lieber  ir*»  hawt*  ■ 

H          '      Complei  363,  24. 

maid  510. 

^H              (Joncüiiim    20,    3.    Ui   2t   25.   21, 

Üre.^chen  7.  9. 

^H 

Dringen,  Sicbj  von  einem  293,  II, 

^H              ronfe<.>t  331,  17. 

Drunckenheit,  Von  der,  539, 

^^M              Con^tellacion     der     phiiit^ten     und 

Üunckel,  LHe.  87,  20. 

^H                  ander  götter  422. 

Düngen  325.  33* 

^^M             CöBvent  345,  2. 

Durchechten  110,  16.  114,  3. 

^B             Üopleii  2U'i,  23. 

^p                                                                  ^^^1 

E  sieh  auch  A. 

Eins  n achtes  het  ich  einen   träum          ^^^^ 

Eckhart,  Der  getrewe  352» 

^^H 

Edelfalck.  Der.  299. 

Eins  nachtz  ich  im  October  lag  527.          ^^^H 

Eüelmon  mit  dem  narren  und  der 

Eins  nachts  ich  in  dem  nohlafi*  ent-          ^^^H 

warheit  339, 

nücket  534.                                              ^^M 

Effen  520»  9. 

Eins    nachtz   lag    ich    in    herttem          ^^^| 

Eher  64,  15, 

schlaff  316.                                               ^^M 

Ejfer  159,  16,  385,  2. 

Eins  tages  ich  zw  gaste  was  297.           ^^^H 

Byfem  160.  10. 

Eins  tags  pat  ich  ein  erenbolt  389.          ^^^^ 

Ejffrer,  Der  gros,  303* 

Eintweder  61,  16.                                      ^^H 

Eigen  417,  32. 

Elent,   Das,  S08,  8.                                    ^^M 

Ein  alter  pfaff  vennedsen  262. 

Enckel  338,  8.                                           ^^H 

Ein  alter  rapp  war  hungere  vol  SOS. 

Enthalten  38,  19.  39,  27.                         ^^M 

Ein  amais  und  ein  fliege  830. 

Entnöcken  534,  2.                                      ^^H 

Ein  pawer  het  ein  hund  414. 

Entragen  63,  10.                                       ^^H 

Ein  pauer  wolt  gwinn  ein  gfatern 

Entscbütten  545,  15.                                  ^^H 

420. 

Entwicht  an  haut  und  har  25,  27.          ^^^| 

Ein    dorü'   haist  Wendelstain    mit 

Enzerwagen  338,  5-    Sieh  s.  552,             ^^H 

nom  450. 

Epthesin  mit  der  pruech  und  dem          ^^^H 

Ein  edelman  in  Francken  saa  4^n. 

jungen  nünlein  343.                               ^^^| 

Ein  edelmon  vor  manchem  jar339. 

Erbfal  61,  10.                                               ^^1 

Ein  frawenkloster  war  343. 

Erbfeint  550,  7.                                         ^^M 

Ein  gertner  het  ein  frawen  497. 

Erpitten  321,  16.                                        ^^H 

Ein  graff  sae  in  Holant  485. 

Erplendiing  306,  35.                                  ^^1 

Ein  Jüngling  het  8er  lieb  515. 

Erdpidem,   Der  ersch rock  1  ich ,  zw          ^^^| 

Ein  münich  alt  fragt  ich  der  mer 

Corphw  326.                                            ^^^H 

408. 

Ereygen  107,  IL                                         ^^M 

Ein  man  sein  fraweii  achlueg  495. 

Erfordern  59,  26.                                        ^^H 

Ein  münich  Zwiffel  war  genant  226. 

Ergellen  184,  26.                                        ^^H 

Ein  pfarer  auf  eim  dortfe  aas  332. 

Erindern  20,  14.  17.                                   ^^H 

Ein  reicher  kaofman  het  ein  weih 

Erkobern  157,  30.                                        ^^H 

260. 

Erlaiden  338,  22.                                        ^^1 

Ein  ritter  Baa  in  welchem  land  418. 

Erlaufen  410.  19.                                     ^^1 

Einklenck  525,  25. 

Erlengen  294,  29.                                       ^^H 

Einkommen  7.  26. 

Ermayen,  Sieb,  459,  25.                            ^^^| 

Einlegen,  Sieh,  4.  2L 

Emestua,     biscbof    von    Salzburg          ^^^H 

Einleiben  291,  14. 

^^M 

Eins  abentz  kam  ich  ungeladen  337. 

Errennen  401,  29.                                        ^^| 

,     Eins  mala  ein  vippernatfcer  kg  365. 

Erschleichen  28,  2.                                     ^^^| 

Eins  mala  früe  an  dem  licbtmes* 

Erstecken  Gl,  19.                                        ^^| 

tag  510. 

Erstummen  30,  14.                                       ^^^| 

Eins  morgens  früe  zw  pet  ich  lag 

Ersuchen  402,  29.                                        ^^H 

513, 

Ertag  514,  14.                                              ^^H 

Eins    morgens   ging   ich   in    dem 

Erweren,  Sich,  des  hungers  56,  2.          ^^^| 

Mayen  54 L 

Sieh  a.  55  L                                              ^H 

Huia  d««lii.    XXII. 

^^M 

^^r^^^^^^^l 

^^ 

Eb  peschreibet  OvidhiR  53L 

Franciactis,  Simct,  35,  IL         ^^^| 

Es  ging  ein  camel-tluer  Mi). 

Frelfel  124,  7.                            ^^M 

Es  aind  docii  seli^'  alle,  die  380* 

Freyen  71,  12.  166.  38.            ^H 

Ea  sind  drey  frölich  dot  auf  erden 

Fron  44,  3.  56.  4.                      ^^1 

5id. 

Froacbgeachmeis  434,  28.          ^^H 

Ea  war  ein  duerer  fuchs  222. 

Fdchaebwenißen  365,  26.              ^^B 

Ea  war  ein  pfatfin  welsch  em  laut 

FudiBscbwenzkram  345.                    H 

258. 

Fund  21.  19.  27.  63,  10.  133,  7.     ■ 

Eb  was  ei  Dam  als  ein  karirer  abt  341, 

Fürdrig  513,  12.                                   M 

E»el,  Auf  den,  setzen  30,  7. 

Filrkauf  163.  30.                              ■ 

Eaelkopf  8.  5, 

Filrsprecbe  17,  35.  18.  3.                 ■ 

b'm^m  (quelle)  330.  36L  405, 

Friert  184,  6.  401,  14.  19.               ■ 

EsoptiH  mit  den  zwayen  kraen  ;128. 

Fue^tapfe  449.  16.                     ^^1 

Eulen  Spiegel  mit  nom  464. 

^^H 

Eulenapigel  noch  jung  462. 

Gaden  484,  4.  497,  17.              ■■ 

Eulenspiegel  vor  jaren  209. 

Galee  170,  33.  177,  29.             ^^ 

Eueebiui  tbut  sagen  211* 

Gans,  Wie  die  gena  am  wetter  11, 7.  ■ 

Eusaern»  Sieb,  mit  gen    9,  ,^H, 

Gardian  43,  26.                                 M 

Eütrifich  316,  13. 

Gatter  495,  8.                                    V 

Examinieren  31,  26. 

Ganckelwerek  75,  24. 

Geprauchen  m.  gen.  72,  18.  79,  22.^ 

Faiiten  338,  lÖ. 

Gebrecben  18,  19.  522,  10.              ■ 

Fftl  329,  36. 

Gecken,   Einem    den    g,    stechend 

Fama  oder  gerüeeb,  das  aterokeat 

522,  18. 

auf  erden  534. 

Gedilrnet  365,  4, 

Farr,  Der,  409,  30.  36. 

Gefangen,  geüng  403,   15.          ^^i 

Far  «cbon  7,  25.  159,  22. 

Gefriiat  455,  24.                          ^^H 

Fateen  298,  16. 

Gegenweer  342,  24.                    ^^M 

Patwpil  463,  35. 

Gebews  356,  19.                         ^^M 

PegteufeJ  520,  5. 

Gehorsam,   Die,  43,  30.  44,   l,\  " 

Fert  340,  34.  455,  14. 

45.  23. 

Feuclite,  Die,  330,  23. 

Gehuek  313,  14.                                 J 

Feuchten  349,  4. 

Geiatarm  49,  31.                          ^M 

Fewerglastig  316,  11. 

Geiütpolster  80,  .34.                    ^H 

Filtt  32,  35. 

Geizigkeit  52,  12.  28  u.  o.         ^^ 

Finster,  Die.  341,  20.  344,  5.  354, 

Geiawurm  59,  32.  63,  27.                  M 

9.  357,  13. 

Gelaicben  315,  7.                      ^^^fl 

Fiscbflcbuppen  39,  9. 

Geleben  38,  2.                            ^^H 

Flader  484,  3, 

Gelffen  104,  25,                                 W 

Fleiecbhacker  411,  30. 

Gelidmaairt  388,  18.  418,  26.         V 

Fleiachnuirck  19,  5.  71,  20. 

Geligen  83,  38.                                   1 

Flitacbenpfeil  154,  20.  156,  34, 

Geling  4S3,  23.                                 M 

Flohnen  456,  8. 

Geltlicb  520,  33,                              ■ 

Fraidig  414.  3. 

Gemeyt  134,  8.                                H 

Fraidigkeit  325,  29. 

* 

Geng  484,  32.                                  ■ 

563 


Gensen  521,  22. 

Gepent  534,  17. 

Gepew  483,  19. 

Geprist,    3   sing,   praes.    von    ge- 
brechen 522,  10. 

Geranig  337,  19. 

Gerawen  387,  18. 

Gerechtikeit,  Frau,  523.  525. 

Gereicht  58,  31. 

Geren  331,  12. 

Geren,  Der,  409,  11. 

Gerlich  547,  7. 

Gertnerin  mit  dem  pock  497. 

Gernech  386,  32. 534. 

Gesangrei  120,  9. 

Ge8che£Pb  520,  10. 

Geschell  316,  12. 

Geschemig  385,  5. 

Geschirr  428,  12.  461,  25. 

Geschleck  433,  19. 

Geschlepper  39,  10. 

Geschmeis  434,  28. 

Geschrift   10,   29.    31.    11,   5.  15, 
6  u.  0. 

Geschwader  335,  35.  401,  34. 

Geschweigen  21,  18.  526,  13. 

Geschwer  536,  9.  15. 

Gesegnen  18,  81. 

Gesiegen  453,  31.  525,  9. 

Gespai  26,  9. 

Gespons  94,  5. 

Gspor,  Das,  159,  23. 

Gesprechen  539,  8. 

Gesta  Romanorum  mit  nam  505. 
Gestewdig  352,  20. 

Gestrews  482,  14. 

Gethaerst  433,  20. 

Gewalt,  Der,  167,  1.  180,  23.  294, 
7.  295,  1.  4. 

Geweicht  8,  4.  10.  30,  5.  31,  25. 
Gewentlich  416,  7. 

Gewerbig  484,  34. 
Gewissen,  Die,  8,  2.  71,  2.  27. 
Gexem  96,  30. 
GezeugnuB  12,  3. 


Gleissent  45,  12. 

Gleißnerisch  73,  5. 

Glenz  457,  21. 

Glosiren  64,  23. 

Glücksrad  458,  20. 

Gogelman  463,  36. 

Goltfarb  337,  12. 

Gras  wachsen  hören  12,  7. 

Griff  68,  5.  366,  20. 

Gronen,  granen  454,  6.  519,  26. 

Qroßmechtigt  58,  31. 

Gruntsup  64,  20.  132,  16. 

Gutgeduncken  21,  27. 

Guet  montag  513. 

Hader,  plur.  heder,  514,  10. 

Halsen  sw  dot  490,  10. 

Halten,  Sich,  mit  gen.  10,  11. 

Hamen  520,  28. 

Handreichung  62,  12. 

Hans  Friedrich,  herzog  lu  Sachsen 

394.  395. 
Hanthaben  484,  27.  545,  27. 
Hantierung  53,  13.  98,  17. 
Harnasoh,  In,  jagen  30,  6. 
Hartsei  458.  23. 
Hartselig  459,  2. 
Haubtsomm  56,  19.  57,  16.  24. 
Hausarm  34,  11.  62,  11. 
Hausen,  hoffen  370,  25. 
Haimlenden  411.  11. 
Hayschober  302,  14. 
Hecken  547,  20. 
Heil  und  genad  wünsch    ich  euch 

allen!  533. 
Heyltumb  16,  9. 
Heinrich,  herzog  von  Braunschweig 

334. 
Heint  490,  2.  13. 
Heiben  23,  18. 
Helkuechlein  58,  26.  526,  10.  Sieh 

Grimm,  Wörterbuch  4,  II.  sp.  1759 

und  Germania  IV,  99  f. 
Hellenparte  304,  13. 
Hemetlein  418,  24. 

36* 


564 


Heneket  451,  3. 

Herbrigen  23,  7. 

Herr  domine  10,  7. 

Her  got  in  deinem  reicae  373. 

Herin  338,  IL 

Herotiotas,  drr  kriech i seh  weis,  242. 

Herodotiia  in  Kriechen-laut  r>21. 

Hefl€h  488.  27. 

Hewer  387,  6. 

Binder  dem  herg  halten  65,  2. 

Hinter  dem  köpf  hingen  27,  9, 

Binder  «ich  tretten  64,  3L 

Hinderst,  Aufsi  55,  15. 

Hinhaiin  40t>,  25. 

eintergestell  338,  5. 

Hochfertig  49,  28. 

Hoffen  sieb  battaen. 

Holhipbub  7,  23. 

Holbüper  U),  10. 

Holbüppelwerck  7,  27. 

Holtuhacke  47,  15. 

Homer  (quelle)  321, 

Bör,  menncb,  wen  dw  zu  diseb  wilt 

essen  272. 
Horas  beten  7,  II.  17,  19. 
Hortl  ain»  mah  an  Hant  Clemens- 

tag  45B, 
Hört  nw  ein  wnnderlkting  poseen 

489. 
Hort,  zu  Florenz  ein  riter  sas  234, 
flortfrum  521,  14. 
Horwendillus ,   atfttthalter   in   Jiit- 

Ittnd  503,  Ü.  504,  14, 
Hund,  Ea  neme  ein^  ntt  ein  stück 

brot  von  im  75,  30. 
Hund,  Wie  ein,  in  ain  karren  8ü,  8. 
Handibabern  austreaclien  488,  20. 
Hnn^erprünstig  363,  4.  464,  27. 
Huntschlager  410,  2L 
Flnnulffus,    der  getrew   kemerling 

des  künigs  aus  Lamparten  501. 
Büß,  Johannes,  30,  30. 
Büea«iern  141,  23, 
Hüilein,  Unter  dem,  30,  30, 


I  sieh  ftEch  Y, 

Icarus,  Der  fliegent,  53  U 

Ich,  die  natOrlich  Ghrechtikeit  525. 

Ich    pfeiff   jfar    frisch    da«    frolich 

wesen  283, 
lebt,  Mit,  105,  5.  537.  28. 
lebe  140,  20. 

hl  Cento  novella  man  liat  S03. 
In  der  stat  Piatoja  Baae  230. 
In  geduJd  leid  ich  des  dodea  pund 

221. 
In  Boch-Furgund  ein  ritter  am  412, 
In  Plutarcbo  ich  laa  215, 
In  Zento  novella  ich  las  29^, 
Infel  15,  31, 
lnnen*haben  401,  8. 
Innen* werden  517,  8.  546,  8. 
Interim  439. 
ir  herren,  schawt  auf,  es  ist  seit  274. 

Jaid  349,  8. 

Jartag  74,  28. 

Junckfrawn,    Die  »wo  edlen,    von 

des  glaubens   wegen   im  Nider- 

lantverprent     324. 

Kaiser  Otho  der  erst  mit  namen  232. 
Karren,  Ein  k.  über  einen  machen 

339,  23. 
Karte,  Ein  gan»  gereimte.  384, 
Kelbern  69,  24. 
Kerbe  488,  28. 
Kercklich  342,  28. 
Ketzerkopf  82,  3. 
Khaim  489,  5. 
Kifen  519,  26. 

Kitt'arbeis  487,  12.  17,  520,  37. 
Kirchfart  364,  7. 
Klaffen  108,  3. 
Klaffer  159,  27.  160,  10. 
Klagred     der    Gerech  tikeit     aber 

falsche  Juristen  525. 
Klagred    der    ontergetretten  frmw 

Qerechtikeit  523. 
Klarifieleren  168.  16. 


I 

4 


565 


KUose  176,  12. 

Kkiniir  184,  7. 

Klem  55,  S6. 

Klobe  58,  29. 

Klopfen  den  Isymen  26,  10. 

Knebel  75.  10. 

KneditUeh  322,  40. 

Knoeken  887,  16. 

KnSgret  451,  1. 

Knollei  451,  5. 

Knöpfen  457,  26. 

Knorret  451,  5. 

Knfiellen  490,  19. 

Kolbe  82,  5.  820,  88. 

Kolben  28,  8. 

Kolbet  388,  2. 

KoleehwartB  16,  6. 

Kra82a 

KrajmweiTogel  88,  4. 

Krauten  838,  15. 

Kramants  78,  6. 

Krawen  387,  10.  16. 

Krejgen  82,  21. 

Kritz  496,  12. 

Ko,  Yentehen  so  viel  wie  eine,  im 

brettspiel  80,  24. 
Ko,  Wie  ein,  in  ein  meußloch  46, 9. 
Kuchenprediger  80,  13. 
Kudelfieck  438,  27.  484,  4. 
Kaearst  320,  13. 

Kuglen,  Wer  k.  wil,  aufsez  518,  36. 
Kumpfet  362,  12. 
König  Dionisiufl  fragt  236. 
Kuplet  mönch  454. 
Kuer  526,  16. 
Kür,  adj.  452,  12. 
Koeris:311,  12. 

Laich  815,  5. 

Laichen  315,  3. 

Lajmen,  Den,  klopffen  26,  10. 

Langwirig  188,  6. 

Last,  Der,  7,  82. 

Larrenwerck  22,  33.  28,  19. 

Laßaras  536. 


Laoer  819,  7. 

Lauth,  Ulrich,  51,  7. 

Lantrairig  344,  9. 

Leblich  529,  29. 

Lecknchen,  In  die,  spielen  450,  8. 

Lehengelt  44,  4. 

Leidenlos  158,  1. 

Leinen,  leines  für  leinenes  41,  22. 

Lenden  411,  11. 

Lenden,  Sich,  158,  16. 

Lepse  17,  7. 

Lennan  141, 21. 142, 8. 334,  22  u.  o. 

Lemhaftig  81,  32. 

Lest  (les),  An  der,  547,  16.  548,  24. 

Leosnagel  298,  26. 

Liebnng  57,  9. 

Lilig,  lilg  67,  10.  452.  16. 

Livias  (quelle)  294.  448. 

Locherhaid  401,  31. 

Loica  459,  8.  526,  19. 

Los  geben  292,  26. 

Lotterbube  48,  7. 

Lucas  im  evangelion  536. 

Lucern  108,  24. 

Lueder,  Ein,  legen  einem  408,  D. 

Lumpenprediger  25,  12. 

Luerz  521,  16. 

Lüsten  75,  32.  112,  8. 

Luther,  Martin,   4,  13.  24.  17,  21. 

25.  23,  29.  33.  24,  33.  25,  10.  25. 

29.  30,  28.  78,  7.  79,  12.  13.  21. 

134,  17.  249,  28.  38.  394,  2. 
Luthers  schrifb  von  der  christlichen 

freiheit  17,  21.  69,  IL 
Luetzel  144,  10. 

Maculiren  20,  33. 

Maie  292,  13. 

Mal  490,  28. 

Maler    mit    dem    thumbrobst    zu 

Regenspurg  427. 
Maledeyen  76,  20.  82,  10. 
Man  fint   neun   lesterlicher  stüeck 

507. 
Manspild  293,  17. 


566                                                J 

^            Mansrnet  315,  4. 

Narren  muß  man  mit  kolben  lawien      ■ 

^H             Mant^anoa  15,  ID. 

320.  33. 

^1            Mmrcell  455,  2. 

Narrenpad  386,  11.                               J 

^H             Margarite  65,  B2. 

Narrendeding  80,  16,                  ^^J 

^1             Margraf  186,  23. 

• 

Narren werck  Id,  18.                   ^H 

^H             Marren  410,  6. 

Narrenseil  76,  14.                         ^H 

^1            Ma6,  Die,  76,  15. 

Nasen,  Ein.  drehen  57,  15.         ^^H 

^H             Mawlaßen  fail  haben  488,  2. 

Nasendanz  450.                                   H 

^B             Memeidig  132,  27. 

Naaaeren  155,  25.                        ^^B 

^H             Meinen  550,  8* 

Naue  170,  33,                             ^^M 

^H            Melcken  135,  2a. 

Neeht  159^  35.                           ^^1 

^M           MeDdlin  80,  %. 

Neckisch  517,  3.  ^.                     ^^1 

^H            Meniclicb  406,  16. 

Neidhesaig  528,  41.                    ^^1 

^H            MeßBchenföod  S,  16.  24, 

4.  32,  12. 

Nerwolf  342,  34.                          ^^M 

^M            Mer,     Die,     293,    16. 

406,     19. 

Neun     lesterlichcn     »tueck     ainei 

^1                408,  2. 

matines  507.                                        ■ 
Niehtp,  Mit,  nicht  IH,  12.  325,  23,    | 
Niderlag    und    gefencknus    herxog 

^1            Merer,  Das,  62,  38. 

^H             Mertrer  37.  21. 

^H             Meiner  mit  dem  raiger 

489. 

llana  Friedrichs   zw  8achfien  im      n 

■             Mette  Ah  29.  42,  1. 

1547  jar  395.                                   M 

^m            Metten  17,  IH. 

Nider-achwellen,  Sich,  461,  14.        ■ 

^1             Mettenzeit  41,  32. 

Nieten,    Stob,    vergl.    8.   552   lu  ■ 

^H             Metten^e«n  44,  24. 

313.  34.                                            ■ 

^H             Mettenzeit  159,  m.  342, 

9. 

Niesfien  38,  2L  71,  %                        1 

^m            Mewten,  Sich.  354,  28.  496,  la. 

Nifen  519,  27.                              ^^^ 

^1            Min&t,  Da«,  63,  8. 

Nyndert  16,  7.                             ^^^| 

^H             Mir  =  wir  34,  7. 

Nistein  514,  26.                                    W 

^H             Montag,  Der  g:uet,  513. 

Nobisknecht  488,  6.                      ^^J 

^1             Morcben  433,  26,  434,  4 

Nolprneder  348,  21.                     ^H 

^m            Mortfewcr  548.  20. 

Not  bricht  eyBcn  18,  6.             ^^1 

^^M            Mt1ck,  Die,  mit  der  amaia  330. 

Notfest  483,  22.                          ^^M 

^^M            Mumerey  293,  34. 

Not  13,  27,                                   ^W 

^1            Munoket  451,  4. 

Nötieii,  Von,  41,  14.  82,  32             ■ 

^H            Münich  40ä 

Notütall  47,  9.                                       1 

^^B            Hünich-  tind  pfatlenjaid 

316, 

Nun  höret  ain  cleglich  geschieht  324,    1 

^H             Murmeln   17,  6. 

Nun  h5ret  zw  ain  new  gedieht  334,    | 

^M            Murret  451,  4. 

Nun    hört    ein    erschrocklich    gc- 

^^M            Miirmulting  81,  21. 

acbichi  326. 

^^M            Murniuriren  362,  3K 

Nürnberg  (1522-1523)  135,  a         ■ 

^m            Mutwillen,  tU  64,  7. 

NüBch  411,  35.                                   m 

^H            Nach  dem  Aripertu»«  ge^tarb  501. 

0  grimer  dot,  wie  kumbst  »o  paldl 

^H           Nachgeben  10,  19. 

284. 

^M           Nachred  546,  14. 

0  menach,  pedenck  der  letxten  »eit 

mß            Nnhent  lO,  15, 

286. 

1 

567 


Obdß  42,  20. 

Obennberhin  7,  27. 

Obecliaiit  8,  34. 

Obcerranxer  46,  5. 

Odrer,  Hana,  is  Preßla  51,  4. 

Ofen,  Get  mm,  and  wermbt  euch 

2a,  28. 
Oradon,  Die  lang,  350. 
Ornbeicht  19,  29. 
Ort  40,6. 
OTidios  (qaelle)  312.  452.  531. 

P  sieh  aach  B. 

Fache  332,  12.  520,  28. 

Pachenflaisch  520,  37. 

Paisen  299,  19. 

Palliom  368,  27. 

Panckadieren  321,  11. 

Panget  83,  5. 

Pantoffel  7,  2.  30,  17.  20. 

Par  137,  7.  10. 

Par,  Die,  461,  31. 

Part  434,  17. 

Partey  434,  30. 

Paschen   521,   22. 

Pauli   (qoelle)  339.  341. 

Peilen  520,  1. 

Pendel  344,  25. 

Petrarcha  183,  2.  548,  7. 

Petrarcha  wider  die  boffart  238. 

Petras  zw  Rom,  eins  pürgers  siien 

301. 
Petschir  413,  24. 
Pfaff  in  der  Wolfsgruben  431. 
Pfarer  mit  dem  korock  832. 
Pfeiffer,    Wie  ein,   der  den   danz 

▼erderbt  hat  79,  35. 
Pfenwerdt  55,  14.  346,  4. 
l'finig  520,  31. 
Pfinstag  319.  15.  28. 
Pflichtig  13,  30. 
Pfründ  37,  12. 
Phantasim  530,  12. 
E^rami,  Der  cleglich  dot  P.   und 

der  junckfrawen  Thisbis  312. 


Piret  15,  31.  32,  28. 

Plappern  17,  15. 

Plast  314,  9. 

Platten  460,  26.  461,  3.  5. 

Pletien  488,  7. 

Plinius  (qaelle)  314. 

Plotie  494.  7. 

Pluntsch  451,  4. 

Plutarchus  (qaelle)  244.  290.   292. 

307.  350.  382. 
Plutarchus    peschreibet    mit   fleis 

244. 
Plutarchus  hat  mit  fleis  peschrieben 

307. 
Poltz  59,  23. 
Pomp  537.  37. 
Popenrewt  184,  10. 
Popitsen  47,  34. 
Porten,  Der,  306,  14.  460. 
Posse,  poß  74,  29.  401,  13.  517. 
Prabant  =  proviant  170,  37. 
Pracht  62,  2.  66,  33.  133,  15.  136^ 

15.  24.  321,  10. 
Pran  s.  brinnen. 
Pranger  23,  26. 
Prastlen  322,  18. 
Pratik  184,  29.  136,  12. 
Predig  11,  17.  69,  10.  74,  12.  20. 

75,  7.  21.  79,  15  u.  o. 
Preismachen  402,  80. 
IVemen  int  kerben  seen  488,  28. 
Prente,    Einen  in  prenten  stecken 

lassen  545,  7. 
Pressaun  42,  10. 
Prestenhaftig  59,  38. 
Priamel     zu     einem      gaistliohen 

spruech  533. 
Prist  sieh  brechen  107,  17. 
Pritschengsang  487. 
Procurator  58,  25. 
Profant  547,  17.  548,  25. 
Profeß  43,  6.  46,  13. 
Prösemlein  62,  5. 
Prosen  457,  26. 
Prüffen  161,  24. 


^^v^ 

w 

568                                                1 

^M           Prumt  484,  10, 

Küellen  490.  2.                                  1 

^H           Pranatig  491,  9. 

Rültz  80.  2.                                        ■ 

^H            PBalmen,    Dreizehn,    109    bis   180. 

Ruprecht,    biacbof    von   SaUburg       i 

^B                Der  119  pBaim  380. 

482,  17. 

^m           Pucheii  55,  34.  82.  20. 

Rueeam  459,  4.                                   J 

^m           PueffregAl  521,  14. 

RüeBBen  410,  23.                                1 

^1            Puescbel  AM,  19. 

Rute,  Die,  singen  hören  42,  5.         H 

^H            PtirscbireD  S87,  IL 

Rutzig  68,  2.                                     ■ 

^m            Pj,  pw,  pa  12,  7. 

■ 

^H 

Sachsen,  Der,  Ursprung  389.              1 

^M           QaeDei]  158,  8. 

Sag  546,  6.                                   ^J 

^1            Quit  168,  19. 

Sagrer  461,  4.                              ^^| 

■           Qaitledig  241,  23. 

Samaritaner  39,  30.                    ^^M 

^H 

Schabab  159,  14.  341,  17.  540,  9.     ■ 

^m           Klüger  489. 

Schaffen  519,  10.                                 1 

^M            RaiDfa!  330,  2L 

Schaffner  36,  32.  60,  36.                   M 

^H            Eaieer  169,  18.  290,  3. 

Schalckl istig  328,  23.                 ^H 

^1            EayßgeU.  44,  3. 

Schampa  dabin  540,  9.              ^^^| 

^1            Rauig  410,  20. 

Scbamper  80,  15.                         ^^H 

^H            Rapp  mit  den  Uennen  363, 

Schampar-acbelle  410,  13.          ^^| 

^1            Recbtag  294,  29. 

Schans  548,  8.                             ^^M 

^m            ReigiBter  183^  16. 

Beharren  335,  29.  411),  7.           ^^M 

^M            ftaoplen  37,  4. 

Schaube  305,  24.                         ^^| 

^1            Ratfragen  310,  1. 

8cbawbhueb  45i>.  21,                    ^^| 

^M            Raum  65,  31.  291,  26. 

Schauchzen  316.  14.                     ^^V 

^1            Rechten,  Dm,  308,  16. 

Schawt  an  dai  sieben -hauptig  thier  1 

^1            Rechten,  fechten  63,  6.  520.  11. 

279.                                                  1 

^H             Rechtfertig  machen  65,  10. 

Schebig  513,  13,  514,  22,                 J 

^m            Keif  60,  5. 

Scheinparlich  62,  4.                     ^^H 

^H            Reimen  in  die  drej  pretapiel  521. 

Scheitel,  Die,  367«  7.                  ^^M 

^1            Bein  57,  29, 

Schetzen  einen  am  geld  412.  7.       V 

^1            Kemen,  Sich,  406,  35. 

Schieter  514,  32.                           ^^ 

^H            Rennponer  184,  30, 

Schilt  und  schütz  291,  82.        ^^M 

■            Res  347,  9. 

Scbimel  treil>en  519,  13.            ^^W 

^1            Eeodig  68,  a  513,  13.  547,  IL 

Schimpf,  Dem  s.  ist  der  poden  aus  1 

^H            Rincklmn,  Die,  23,  25. 

520,  14.                                            M 

^H            Hiunen  in  buaen  60,  3. 

Schinden  ia5.  23.  136,  20.          ^J 

^m            Rit,  Das  dich  der,  wa^h  21,  4. 

Schleifen  457.  17.                        ^H 

^m           Rit»  496.  12. 

Schlichter  452,  15.                       ^H 

^^1            RorauHi  Das   ent  R.,   des   ereien 

Schließen,  Sich,  9,  22.                 ^H 

^H                römiflcben  ktinig»  310. 

Schluffel  56,  29.                         ^^1 

^H            Rose,  Unter  der  rosen  53,  17. 

Schmacbeit  361,  22.                   ^^M 

^1            Röslicht  331,  5. 

Schmecken  489,  18.                   ^^M 

^M            Roetig  benng  433,  24. 

SchmeiBen  30,  20.                      ^^| 

^H             Hufen  m.  dat.  6,  IL  31,  12, 

Bchnauden  4Ü9,  4.                       ^^B 

&69 


Schnee,   Eaer  tnkanfl  bedeut  ein, 

52,  5« 
Sdmit  53,  28.  54,  & 
Sehoß,  Dae,  43,  34. 
Sehaester  mit  seim  knecht  iw  Ulm 

517. 
Sehwanck  58,  25.  64,  21.  67,  1. 
Schweer  69,  12.  70,  6.  74,  14. 
Sehweinard  402,  85. 
Schwellen,  Sich,  461,  14. 
Schwencklicb  817,  9. 
Schwerti  10,  26. 
Schwiger  292,  26.  306,  &  30. 
Schwürmen  79,  19. 
Scorpion  366,  23. 
Scoios  50,  12. 
Seekeldarios  40,  5. 
Seelmesse  40, 2. 53, 7. 74, 28. 317, 11. 
SeelneU  91,  21. 
Seicht  332,  3. 
Seidenfaden,  Der,  305. 
Seindt  23,  35. 
Seit  wolgedrOst,  ir  tempel-knecbt 

276. 
Seytemal  76,  10. 
Seligen,  yb.  105,  22. 
Seltsam  69,  8. 
Seneca  183,  4. 

Ser,  Am  allersersien,  460,  6. 
Sewant  320,  14. 
Sider  25,  26.  483,  2. 
Sieden,  impf,  sod  493,  20.  494,  14. 
Sieglos  4,  23. 
Silentium  41,  28. 
Simoney  133,  7.  388,  18. 
Simoneisch  49,  10. 
Sinbel  329,  20. 

Singen,  Die  raten,  hören  42,  5. 
Siecht  obenuberhin  7,  27. 
Sommerhaus  6,  11.  7,  6. 
Sonnenstrejm  158,  13. 
Spech  27,  28.  333,  14. 
Speiben,  praet.  spieb  461,  10. 
Sphera  531,  27. 
Spigelfechten  42,  7. 


Spinn  mit  dem  sipperlein  499. 

Spinfeint  506,  36. 

Spitalblamen  338,  19. 

Spotfogel  319,  7. 

Sprachhans  320,  27. 

Sprecher  mit  dem  rock  416. 

Stamblind  67,  31. 

Stat  17,  5. 

Stedel  57,  27. 

Stempfei  833,  32. 

Stertier  63,  25. 

Steuchlein  weben  485,  5. 

Stewer,  hilff  ond  rat  321,  17. 

Stickfinster  423,  1.  530,  6. 

Strawffen  118,  2. 

Streitaxt  308,  25. 

Strene  340,  6. 

Strengikeit  546,  26. 

Strimen  340,  29. 

Stüokwerker  55,  13. 

Staedfaal  514,  29. 

Stnedvol  460,  25. 

Stammen  88,  27. 

Stampfet  362,  11. 

Stumpfiren  518,  34. 

Stupfen  331,  29. 

Stueren  314,  14. 

Süß,  Hilft,  nicht,  so  muß  aber  sauer 

helfen  26,  21. 
Süß,  Man  singt,  oder  bitter  78,  34. 

T  sieb  auch  D. 
Tagzeit  16,  27.  17,  4. 
Taiberhaus  30G,  23. 
Tartscbe  154,  20. 
Termanirsack  409,  20. 
Terminiren  347,  8.  409,  22. 
Tbar  s.  türren. 

Theofrastum,  den  weisen,  fragt  264. 
Tbisbes  ein  edle  junckfraw  was  312. 
Tbuem  483,  8.  34. 
Thuembrobst  427. 
Thuergeschwel  40G,  30. 
Thurn  58,  16. 
Tiscbmerlin  76,  3. 


^^^^^^^1 

Treglich  10,  16, 

Unhiinich  42,  12.                                ^H 

Tribut  44,  8. 

ünlueeb  297,  22.                                   ^H 

Trügen  =  betrügen  163,  22. 

Unecblacblig  81,  2d.                             ^H 

Tueren  412,  16. 

ÜBBtrafpar  9,  23.                                    ^H 

Türren  9,  3L  489,  17. 

ünterkiimen  309,  6.                               ^H 

üntenebt,  Die,  322,  36.                        ^M 

Uberhandt  nehmen  26,  22,  111 

,  16.      ünterscbaid.  Die,  40,  4.                       |^ 

112,  4. 

untertreten  523,  L                                H 

Überkommen  80,  2. 

üntrüglifh  11,  20.                                 ■■ 

übermengen  408,  6. 

Unterboten  13.  6.                                  ^H 

übernÖLen  37.  24. 

Unverurseciit  543,  5.                             ^^M 

[IberpurUen  314,  12. 

Unwiderrutt  4,  20.                               ^H 

Übersatz  54,  3. 

ünwira  293.  14.  547,  30.                       U 

überachnellen  55,  2. 

ünwirelich  362,  25.                                 1^ 

Uber«cbwal  63,  20.  513,  25. 

Unzerkrelet  306.  28.                                j 

überaicblig  67,  29. 

ünsimlich  41,  3.                                       ^H 

Ubersupp^n  297,  15. 

ürbittig  11,  1.                                     ^^M 

Ubertag  453,  23. 

ürdrfltz  351,  31.                                ^^M 

übertrang  545,  23, 

Ursprung  des  ersten  mönichs  408.  ^^^B 

üliaes  452. 

ürfitenclt  168,  20.                                   B 

üliBses  mit  den  winden  321. 

^M 

üfm  517. 

Venus,  der  lieb  eingöittn  Kart359.        ^M 

ümadPemb  BIO.  19.  28.  322, 

16.          Ventis,  wariimb  hastw  mit  schmen        ^H 

Umbgang  33,  lü. 

■ 

ümbachani  521.  22. 

Venueperg,  Der  dootor  im.  319.           ^H 

^^^^nangeseben  4,  14. 
^^^^ETnanatdasig  71,  6. 

¥erbo8t  25,  32.                                   ^^M 

Verbrennte  kind  furcht  fewr  38.  %  ^^H 

'             ünbetfacht  3,  19. 

VerdamnuB,  Das,  47,  27.                  ^^^| 

ünpett^^n  405,  21. 

Verdempfen  353,  24.                         ^^H 

Unpider  331,  9, 

Vereren  309,  12.                               ^^M 

Unpild  180,  4. 

Vertieren  66,  5.                                 ^^M 

ünchnstenlich  56,  8. 

Vergift  547,  7.                                   ^^H 

Unduld  547,  20. 

Vergloaen  16,  14.                              ^^^H 

ünee  317,  21. 

Verbetzer  354,  23.                             ^^M 

Unfrnm  124,  7. 

Verlawgen  325,  15.                          ^^H 

Unfug  451,  7. 

Verlengen  544,  13.                            ^^H 

Uafiier  306,  24.  356,  24. 

Verlenken  49,  1.                                ^^M 

Ungefel  111,  1).  349,  10. 

VerHessen,  Sieb,  514,  20.                  T^l 

Ungefueg  185,  25. 

Vermailigen  449,  15.                              ^H 

Ungegründt  72,  U. 

Veroioming   zu    ainem   stattlichen     '^^| 

Ungebobelt  75,  10. 

Diircken>2ug  an  das  reich  373.       ^^| 

üngeletiblich  315.  34. 

Vermiimen  2d3,  36.                                 B 

üngeU  44,  4. 

Vernet  30,  6.                                             ■ 

üngemnet  291,  2. 

Vernewen  483.  11.  20.                            ■ 

üngesclmtfen  316,  20. 

L   _ 

Verpaisien  355,  13.  546,  36.            .^^H 

571 


Verpindeo,  Sich,  100,  8. 
Veraizen  546,  35. 
Verreren  86,  11. 
Veretterlich  290,  20. 
Versaassen  42,  10. 
Verschlagen  456,  16. 
Verschlagen,  Sich,  293,  5. 
Verschliefen,  Sich,  456,  21. 
Verschmecht  182,  25. 
Verschonen  547,  9. 
Versteigen,  Sich,  12,  5. 
Verstreichen  456,  15. 
Versanden  549,  7. 
Verubel  29,  32. 
V^ernnglimpfen  546,  33. 
Ver unreinen  19,  1.  2. 
Verwarlosikait  183,  5. 
Verwegen,  Sich,  451,  8. 
Verwilligen,  Sich,  498,  24. 
Verwissen,  Sich,  313,  12. 
Verziehen  450,  22.  25. 
Verzwicken  456,  15. 
Vexieren    12,   9.   31,  20.    342,  33. 

517,  5.  518,  33.  546,  10. 
Vigilg  40,  2.  53,  7.  74,  28. 
Vicarius  9,  2. 

Vippernater  mit  dem  igel  365. 
Virgineus,  ein  herr  zw  Rom  294. 
Vogler  58,  29. 

Vor  wenig  tagen  als  ich  kom  217. 
Vorhell  86,  2. 
Vortail  lisch  507,  16. 
Vorwer  483,  26. 
Vürpilden  515,  13. 
Vürgang  293,  10. 

Wachgelt  44,  4. 

Wadel  514,  21. 

WaflFen  schreien  159,  31. 

Waibel,  Wäbel  157,  13.  184,  22. 

Walch,  Der,  22,  28.  485,  6. 

Walfisch,  Der,  314. 

Wallen  74,  28. 

Walstat  402,  34. 

Wanckel  386,  33. 


Wann  69,  7. 

Wasen  361,  4. 

Wasser  mit  einem  an  einer  stangen 
tragen  63,  14. 

Webern  484,  34. 

Wedel  331,  19. 

Weich,  Die,  13,  8.  32,  85. 

Weier  418,  8. 

Weil  and  zeit  549,  24. 

Weil  gelt,  weil  gelt,  nimer  gelt, 
nimer  procurator  58,  24. 

Weil  sant  Petter  anf  erden  ging 
493. 

Weillertuech  344,  3.  31. 

Weißt  12,  8.  Sieh  auch  Joachim 
Mejer,  Beiträge  zur  feststellung 
des  Schillerschen  textes.  Nürn- 
berg 1858.  s.  6  f. 

Weitlaufkig  350,  16. 

Weitschweifig  382,  27. 

Weide  57,  26. 

Welsch  301,  21. 

Wer  hie  vürge,  fraw  oder  man  523. 

Werckheylig  28,  18.  66,  33.  79,  34. 

Weschpleul  338,  9. 

Wesen  7,  29.  23,  16.  28,  19. 

Wetschger  521,  28. 

Wett  Fritz,  es  ist  eins  erraten  29, 10. 

Wetzen,  Sich,  mit  einem  517,  11. 

Wid,  Die,  409,  10. 

Wider  mit  dem  wolf  414. 

Widerpart  422,  28.  529,  1. 

Widersagen  13,  29.  43,  12. 

Widerspenig  405,  12.  434,  36. 

Widerspil  12,  24.  35,  32.  521,  29. 

Widertawifet  324,  17. 

Wiege,  Ans  der  wiegen  werfen, 
69,  18. 

Willig  kumb  einen  heißen  420,  26. 

Wirs,  würs  342,  36.  433,  23. 

Wissen,  Ich  scheid  mit  32,  32. 68, 13. 

Witib  839,  3.  413,  11.  490,  20. 

Wol  verstau  22,  28. 

Wolauf,  wolauff  zum  pritschen- 
gsang  487. 


^^■^^^^^^B'V 

572                                                 1 

Wolfel  55,  20.  36. 

Zipperlein  mit  der  spinn  499.            1 

Wol%Bog.  Sant.  anruffen  18,  7, 

Zoro,  Die  «wen  gefattern  mit  dem,    M 

Wolffeacbmack  60,  L  489,  10. 

495.                                                   ■ 

1                   Wolle  82,  31, 

Zw  Ertfurt  waren  »wen  pachanlctt  ■ 

Wormba  135,  2. 

424.                                                    1 

WyB  und  waid  485,  19. 

Zw  Florenss  ein  janckfmw  mit  nom      ■ 

Wunderlich  higtori  301. 

437. 

Wiinaam  83.  26. 

Zw  Floren»  ein  jung  doctor  «a«  317, 

WnrmBtichig  45,  13. 

Zw  Florenz  sasein  kawffman  reich 

305.                                                     ■ 

Xantue  405. 

Zw  Floren«  war  ein  edel  weib  454.   ■ 

Zw  Leipzig  im  oolegium  433.            1 

Y  Bieh  auch  L 

Zw  liegenapurg  ein  maier  aas  427. 

Ychts  34,  9. 

Zw  Straspurg  wareinaprecher416. 

Yetzlicher  14,  8.  71,  32. 

Zw  Ulm  ein  schueBter  si^  517. 

Zuaigen  415,  23.                           ^^^ 

Ziidel   170,  20.  880,  7. 

Zugehören  12,  13.  21.  3L           ^^1 

ZaptTen  306.  21. 

Zukunft  52,  5.  300,  5*                 ^^M 

Zaun,    Durch    ein  z.    seinen   man      ZuneDnen  408»  17.                        ^^| 

kennen  518,  9, 

Zunicbt  333,  23.  344,  17.           ^^|| 

Zehen t  44,  3, 

Zunterroi  494,  13.                        ^^M 

Zainiig  298,  4. 

Zusammenruuipfen,  Sich,  494,  32. 

Zeyfllein  29,  2, 

Zuaammenschmoren  494.  32.                _ 

Zeit  bringt  rosen  29,  19. 

Zuschnitten  41,  23.                               ■ 

Zerkiffeln  TiH,  9. 

Zwacken  410,  16.                                 ■ 

Zerknißchen  54,  6.  58,  8.  59,  2. 

Zwainsig  götter  aigeoschafi  340.    1 

Zerknischt  15,  33, 

Zwancksal  58,  8.                                1 

Zerkrellen  306,  6.  19. 

Zwar  47,  82.  421,  27,                        ■ 

Zerschellen  451,  21. 

Zwifeltig  76,  16.  77.  3.                      1 

Zoren  thun  518,  18. 

Zwilicb  456,  20.                                  1 

Zömlein  521,  18. 

Zwitrechtig  353,  19.                            1 

Ziegen  96,  34. 

Zwißlet  367,  8.                             ^^M 

Zincket  451,  5. 

f 

_J 

578 

ÜBERSICHT 

fib«r  di« 

einnahmen  und  anggaben  des  litterarischen  yereins 

uB  Utitn  lerwalUigijihre  im  1.  Juoar  1893  bis  31.  December  1893. 


Elnnalimeii.  ^    ^ 

A.  Beste. 

I.  Eassenbestand  am  schlnsse  des  43Bten  verwal-  I 

tongsjahres 15796!  80 

II.  EnatzpoBten 

IIL  AktivanBStände 

B.  Laufendes. 

I.  Ffir  yerwerthete  ältere  pnblicationen   .    .    .  490 

II.  Aktienbeitrftge 6420 

HI.  Zinse  ans  zeitlichen  anlehen 603 

IV.  Ersatsposten 24 

V.  Anßerordentliches 

C.  Vorempftnge  von  aktienbeitrilgen  für  die  folgenden  1 
yerwaltnng^jalire 120 


1, 23454 
Ausgaben. 

A.  Beste 

B.  Laufendes. 

I.  Allgemeine   yerwaltungskosten ,    einschliesslich 

der  belohnnng  des  kassiers  nnd  des  dieners 
II.  Besondere  kosten  der  herausgäbe  und  der  Ver- 
sendung der  Vereinsschriften 

1.  Honorare 1255 

2.  Druckkosten  einschliesslich  drnckpapier  .     . 

3.  Buchbinderkosten 

4.  Versendung 

5.  Provision  der  buchhändler 

6.  Außerordentliches 

III.  Zinsvergütung 

IV.  Abgang  und  nachlaß 

C    Vorauszahlungen 

Somit  kassenbestand  am  31.  December  1893 

Anzahl  der  aktien  im  44.  verwaltungsjahre  329. 


04 
02 
96 


82 


— 

'~~ 

841 

52 

1255 

38 

4397 

35 

142 

35 

194 

38 

71 

38 

4 

50 

— 

88 

— 

— 

6907 

74 

16547 

08 

574 

Neu  eiDgetreteDB  mitglieder  Bind : 
Herr  Hugo  Bloch  in  Berlin. 
Herr  dr.  K.  Burdach,  jjrofessor  in  Halle. 
Colmar:  StadtbibliatheL 

Herr  dr.  K.  Dreicberj  privatdoeent  in  Müaster. 
Frankfurt:  Freiberrl.  Rothschildische  offeutL  Bibliothek. 
Herr  direkter  dr.  W,  Heyd»  oberbibliothekar  in  Stuttgart, 
Herr  Hermann  Majer,  buobbäodif^p  in  Stuttgart. 
Herr  dr.  J.  Minor,  profesaor  in        en. 
Herr  dr.  Aug,  Saner,  profesaor  m  Prag. 
Herr  dr.  Erich  Schmidt,  professor  in  Berlin. 
Toronto  in  Oanada;  ünivörsitÄtsbibliothek. 
Herr  dr.  K.  Voretzßch,  professor  in  Tübingen. 
Herr  dr.  Georg  Witkowski  in  Leipzig, 

Tübingen  den  8.  April  1894, 

Der  kassier  des  litter  arischen  verdofi 
kanzleiratb  Roller. 

Die  riehtigkeit  der  rechnnng  bezeugt 

der  rechnnngsr evident 
oberamtspfleger  Woerner. 


BlßLlOTIilü 


DES 


LITTERARISCHEN   VEREINS 


IN  STÜTTÜAKT. 


CCII. 


TUBINGEN. 

OHIIRUCKT    AU7    KOSTKIt    DXS    LlTTBRAttlftCUKM    TERKIN». 

1894. 


Dr.  H.  Fischer,  pro: 
Kanzleirath  Roller,  uni?örB 


PROTEGtOR 

DKS  LrrTEEÄEISCHEN  VEREINS  IN  STUTTGART: 
SEINE  MAJESTÄT  DER  KÖNIG- 


VEEWAl       NG 


ersitat  Tnbiogen, 


r  in   TübiDgen, 


GESELLSCHAFTSAÜSSCHÜSS : 


Professor  Dr.  Barack,  oberbibliothekar  der  iiniversitäts-  und  landes- 
bibliothek  in  Straßburg. 

Dr.  Bech stein,  professor  an  der  Universität  Rostock. 

Professor  Dr.  Böhmer  in  Lichtenthai  bei   Baden. 

Dr.  Hertz,  professor  an  der  technischen  hochschule  München. 

Bibliothekar  Dr.  Klüpfel  in  Tübingen. 

Direktor  Dr.  0.  v.  Klumpp  in  Stuttgart. 

Dr.   Martin,   professor  an  der  Universität  Straßburg. 

Dr.  K.  V.  Maurer,  professor  au  der  Universität  München. 

Dr.  Sievers,  professor  an  der  Universität  Leipzig. 

Dr.  Strauch,  professor  an  der  Universität  Halle. 

Dr.  Tobler,  professor  an  der  Universität  Berlin. 

Geheimer  regierungerath  Dr.  Wattenbach,  professor  ander  Univer- 
sität Berlin. 


SCHRIFTEN 


DES  KÖLNER  DOMSCHOLASTERS.  SPÄTEREN 
BISCHOFS   VON   PADERBORN   UND   KARDINAL 
BISCHOFS  VON  S.  SABINA 


0  L  I  V  E  R  U  S 


d 


HERAUSGEGEBEN 


VON 


Dr.  HOOGEWEG 

KVfU    ARCHIVAR  IN   HANNOYKR. 


GKÜKÜCKT  FÜE  DEN  LtTTEFlÄHtSGÜEN  VEREIN  IN  STÜTTGAKT 

fOfiJNGEN  imA. 


I 


ALLE  BBCHTB  VOIIBEHALTKK, 


DUUCK    VON    n.    T.AUIM'   JR   IN   TÜBINGEN. 


Vorwort. 

Der  wünsch  nach  einer  kritischen  gesamiausgabe  der 
Schriften  Olivers  ist  bereits  mehrfach  geäussert  worden.  Schon 
1849  schrieb  Joh.  Fried.  Böhmer  (Regg.  imp.  1198—1254 
nro.  555):  .Möchten  doch  diese  zierden  ihrer  kirche  und  ihres 
Landes  in  treuen,  reinlichen  und  bequemen  abdrücken  durch 
wQrdige  nnd  heimatliche  band  recht  bald  erneuert  werden!^ 
und  J.  Ficker  sagt  (der  h,  Engelb.  s.  251),  dasa  .eine  korrekte 
und  zugängliche  gesamtausgabe  der  Schriften  Olivers  des  Ver- 
fassers wie  des  inhalts  wegen  als  eine  ehrenpflicht  für  Rhein- 
land und  Westfalen  erscheinen  muss."  Wenn  nun  auch  keine 
, heimatliche*^  hand  sich  an  die  aufgäbe  gemacht  hat,  so  ist 
die  arl>eit  darum  doch  nicht  mit  geringerer  liebe  zur  person 
und  Sache  angefasst  worden ;  ob  die  hand  eine  , würdige"  ge- 
wesen und  die  ausgäbe  der  Schriften  eine  des  Verfassers  würdige 
geworden  ist,  muss  ich  dem  urteile  der  sachverständigen 
überlassen. 

Ueber  die  drucklegung  ist  in  der  einleitung  zu  den  einzelnen 
Schriften  das  nötige  gesagt  worden.  Hier  mag  nur  bemerkt 
werden,  dass  die  gesperrt  gedruckten  stellen  in  den  nicht 
selbständigen  teilen  der  Schriften  dasjenige  bezeichnen,  was 
von  Oliver  selbst  hinzugefügt  worden  ist,  bez.  was  auf  keine 
bestimmte  quelle  zurückgeführt  werden  konnte.  Die  cursiv 
gedruckten  stellen  sind  wörtlich  der  Vulgata  entnommen ;  doch 
ist  in  der  Histor.  de  ortu  Jerus. ,  die  in  ihrem  ersten  teile 
fast  überall  wörtlich  oder  beinahe  wörtlich  mit  der  Vulgata 
fibereinstimmt,  diese  Unterscheidung  im  druck  nicht  durchgeführt. 

Ich  kann  wohl  behaupten,  dass  in  den  Varianten  druck- 
fehler   nicht    vorhanden    sind.     Infolge    der  grösstmöglichsten 


VI 

Sorgfalt,  beim  lesen  der  korrektur,  besondere  der  FariaDten, 
habe  ich  auf  ein  (!)  oder  ein  (sie!)  verzichten  zu  können  ge- 
glaubt, will  fiber  hier  doch  darauf  aufmerksam  machen,  daas 
scheinbare  druckfehler,  wie  8.  209  zu  z.  4  'assnltos'  in  Gg. 
oder  s.  2Ö5  zu  z.  14  ^pheudoohristiania*  statt  'pseudochrißtiaDis\ 
eben  nur  scheinbare  aijid  and  thatsachlicb  so  wie  angegeben 
in  der  betreffenden  hs»  stehen. 

Zum  schlu89  verfehle  ich  nicht,  allen  den  herrn  und  den 
anstalteu^  welche  durch  rat  oder  Zusendung  von  hs«.  die  arbeit 
Unterst litzt  haben»  insbesondere  dem  herrn  direktor  der  prenssi- 
schen  staatj^archive  excellenz  von  Sjbel,  durch  dessen  gütige 
vermittelung  es  mir  möglich  war,  die  meisten  ausländischen 
hss.  an  meinen  Wohnorten  perisönlich  einzusehen,  sowie  herra 
Professor  IL  Rijhricht  in  Berlin  und  herru  prof,  Ficker  in 
Innsbruck,  die  mich  beide  durch  vielfache  ausktanft  und  die 
Überlassung  der  eigenen  bez.  für  sie  gemachten  abschriften 
und  kollationen  verschiedener  hss,  verpflichtet  haben,  meinen 
aufrichtigen  dank  auch  an  dieser  stelle  auszusprechen. 

Hannover,  den  25.  raai  1 894. 

Dr.  Hoogeweg. 


vu 


InhaltsObersicht. 


Seite. 

Vorwort V-VI 

fönldtmig IX-CLXXXIII 

Descriptio  Terre  sancte 1 — 24 

Hitt.  de  orto  Jerus.  et  eias  variis  eventibns 25^79 

Bist,  regum  Terre  sancte 80—158 

Bist  Damiatina      159—280 

Anhang 280—282 

Briefe 285—316 

Beilagen 317—321 

Regwter 323 


IX 


I.  OliTers  leben  \ 

Am  1  Januar  1196  schlichtete  der  päpstliche  legat  kardinal- 
priester  Johann  Yon  s.  Stephano  einen  kompetenzstreit  zwischen 
dem  bistum  Paderborn  und  dem  kloster  Helmarsh  aasen  zu 
Minden  in  der  wohnung  des  bischofs  Thietmar.  Unter  der 
reihe  bischoflicher  Zeugen  wird  auch  ^magister  Oliverus*  ge- 
nannt '.  Es  ist  dies  die  älteste  notiz,  die  wir  über  das  leben 
unseres  antors  haben.  Es  lässt  sich  als  bestimmt  annehmen, 
dass  Oliver  damals  mit  anderen  zeugen  seiner  partei  sich  nach 
Minden  begeben  hatte ,  um  an  stelle  des  bischofs  von  Pader- 
born die  Sache  seines  bistums  zu  yertreten,  dass  er  also  schon 
damals   eines   solchen   ansehens    unter  den  domherm  sich  er- 

1  Von  arbeiten  über  01i?er  mögen  hier  besonders  hervorgehoben 
werden  Gelenius,  Vindex  libertatis  (Colon.  1634)  s.  72  ff.  Tross,  West- 
falia  1825  stück  45,  Junkmann,  Kathol.  Zeitschr.  1851  s.  99—129  und 
205 — 30,  Dirks,  Noord  Nederl.  en  de  Kruistogten  in  De  vrije  Fries  II 
(1842)  s.  221—4.  Histoire  littöraire  de  la  France  XVIII,  s.  14  ff.  Biisken- 
Hnet,  Bembrands  Heimat,  übers,  v.  Marie  Mohr  I,  8—40.  Wybrands 
in  Moll  en  de  Hoop-Scheffer,  Studign  en  Bijdragen  II,  27  ff.  P.  Meyer 
in  Bibl.  de  1'^  des  chart.  1877,  506-  7.  Zarncke,  Sitz.-Ber.  der  k.  sächs. 
Ges.  der  Wiss.,  phil.-hist.  Kl.  (1875)  138—148,  Boogeweg  in  Westd. 
Zeitsch.  VII,  235—270,  Deutsche  Zeitschi.  f.  Gesch.- Wissensch.  IV,  54—74, 
Zeitschr.  für  Gesch.  a.  Altertumsk.  Westfalens  46^  s.  92—122  mit  den 
regesten  Olivers  im  anhange,  Neues  Archiv  16,  186—192.  Ferner  sind 
%u  nennen  Wilken,  Gesch.  der  Kreuzz.  bd.  6.  Röhricht,  Beiträge  zur 
Gesch.  der  Krenzz.  II,  passim,  Röhricht  in  Forschungen  zur  deutschen 
Gesch.  16,  137  ff.  u.  a,  sovne  die  reihe  derjenij^en,  die  paderborner  ge- 
schichte  behandeln,  wie  Schaten  Annales  Paderb.  I,  698  ff.;  Bessen, 
Gesch.  des  Bistums  Paderborn  u.  a.  2  Finke,  Papsturk.  Westfalens 

8.  66  nro.  160.  Es  mag  hier  bemerkt  werden,  dass  Oliver  sich  selbst 
immer  Olivems  nennt,  während  er  sonst  Oliver us  und  Oliverius  ge- 
nannt wird. 


J 


eute,  daas  der  biscliof  iliii  in  einer  so  wichtigen  angelegenbeit 
mit  einem  kommissoriujn  betmute.  Es  tritt  nun  an  uns  die 
frage  heran,  wer  dieser  (Hiver  gewesen  und  woher  er  stammte. 
Der  name  Oliver  iat  in  We^ätfalen  und  Niedersachsen 
wiihrend  des  ganzen  mittel  alters  nicht  wieder  nachzuweisen. 
Die  wenigstens  in  letzterem  lande  herrschende  sitte,  dass  der 
älteste  Söhn  (\f*n  taufnamen  seines  väterlichen  grossvaters  und 
der  zweite  oder  dritte  den  namen  des  vaters  erhielt,  hätte  einen 
bestimmteren  anhaltspnnkt  dafür  geben  können,  Oliver  einer 
familie  zuzuweisen ;  bei  der  vollständigen  isoliertheit  seines 
namens  aber  ist  uns  hiefllr  jede  handhabe  entzogen.  Die 
Spielerei,  welche  Schalen  mit  dem  namen  treibt,  um  Oliver 
einer  familie  Ole  zuzuschreiben,  kann  keinen  wissenschaftlichen 
wert  beanspruchen.  Ebenso  ist  da^  wappen,  das  Gelenius  ihm 
zuteilt,  enthaltend  zwei  kreuzweise  Über  einander  gelegte  pferde- 
füsse,  sonst  nicht  bekannt  und  wohl  ein  phantasiestück  dieses 
Bchriftstellers,  um  so  mehr,  als  der  gebrauch  eines  persönlichen 
siegeis  mit  dem  angestammten  familienwappen  bei  geistlichen 
im  12,  und  anfange  des  13,  Jahrhunderts  ganz  imge wohnlich 
ist  '.  Dagegen  findet  man  den  namen  Oliver  auffallend  oft 
in  Flandern  und  Brabant^,  wo  der  name  allerdings  aus  der 
beliebthoifc  der  person  des  Olivier,  des  sagenhaften  gefährten 
Karls  des  Grossen,  erklärt  werden  kann;  gerade  bei  den  Chro- 
nisten dieser  gegend  finden  wir  häufiger  den  vergleich  tapferer 
männer  mit  diesem  recken  '*.  Wenn  nun  auch  feststeht,  dass 
Westfalen  vielfach  Verbindungen  mit  den  Niederlanden  nnd 
den  gebieten    des   heutigen  Belgien   gehabt   hat*,   so  gibt  es 


►I^P 


1  Vergb  die  beraerkiing  Wilmana  an  We«tt  Urk.*Buch  IV, 
note  2.  2  z.  b.  de  Soiet,   Rec»  des  Chron.   de  FUndre  11,    Ap] 

dices  8.  8U  OL  de  Skendeibeka,  s.  818  0.  de  Hag,  i.  829  0.  de  Soten- 
gem,  »,  842  0,  tie  Timbeke;  Gialeberti  Cbron.  Hanon.  Mon.  Germ.  s». 
XXL  8.  54;i  0.  de  Peresel»  b,  579  0.  de  Maskelinb;  Üesta  sanct,  ViUa- 
riens.  a  a.  o.  XXV,  s.  285  0.  de  Sombreß'e^  sämbliebe  aas  dem  ende 
des  12.  Jahrhunderts.  3  z.  b.  Ueeta   sanct.    Villar.  a,  a.  o.  ».  229, 

und  Reinen  Aanat  in  Moti.  Germ.  XYl,  668  vergleicht  den  grafen  von 
Loa  mit  Roland  imd  Olivier  4  Vergl,  Wigands  Archiv  I,  4  a.  1.  ff, 
Krwflbnt  werden  mag  auch  .Tobanne«  de  Flandria,  Bürger  in  NeuHadt 
am  Rübenberge  1283,  vergb  v.  Hodenberg,  Calenberger  Ürk,-Bucb  VI, 
e,  45,  nro,  IJO* 


i 


och  keinem  anhalispunkt  dafür,  das  Vaterland  anseres  Oliver 
nach  jenen  entferuten  gegendeti  zu  verlegen  ;  vielmehr  spricht 
manches  dafQr,  dass  Üliver  einmal  einer  adligen,  sodann  aber 
loeh  einer  westfälischen  oder  allenfalls  noch  niedersächaischen 
fjfttnilie  angehört  bat  Wie  wir  sahen ,  tritt  uns  Oliver  bei 
seiner  ersten  erwähniing  bereits  im  raanuesalter  entgegen,  als 
magister  und  mitglied  des  paderborner  domcapitek.  Wie  aber 
sollte  er  anders  domherr  in  Paderborn  geworden  sein,  wenn 
icht  als  zogling  der  dortigen  domschnle  ?  Hier  mrkten  seit 
140  nach  einander  Franco,  Rein  her,  Meinrich,  AUmann  und 
einrieb  als  Vorsteher  der  meinwerkschen  schule,  die  dereinst 
einen  ruf  weit  über  die  grenzen  der  diözese  hinaus  genossen 
hatte,  E>a  nun  xu  jener  zeit  noch  ansschliesslich  mitglieder 
adliger  familien  und  zwar  nach  geborene  söhne  zu  den  höheren 
geistlichen  stellen  und  besonders  zu  den  doniprübenden  zuge- 
lassen wurden,  und  gerade  die  in  einer  bestimmten  diözese  an- 
sässigen adhgen  familien  ein  besonderes  interesse  daran  hatten, 
dadurch,  dass  sie  ihre  söhne  mitglieder  des  domkapiiels  werden 
Hessen,  einfluss  auf  die  besetzung  der  höheren  stellen  und  be- 
sonders auf  die  ergebnisse  der  bischofswahl  zu  besitzen  ^  so 
gehorten  die  mitglieder  des  domkapitels  auch  meistens  den 
adligen  familien  der  diözese  an.  Und  aus  diesem  gründe 
kfonen  wir  wohl  auch  Oliver  einer  der  adligen  familien  der 
oben  bexeichneten  gegend  anschreiben.  Das  ausserordentliche 
mMss  von  kenntnissen ,  das  wir  bei  Üliver  später  finden  und 
das  eine  besondere  lernbegier  und  leichte  fassungsgabe  vor- 
aaasetxen  läset,  der  durch  sein  ganzes  leben  hin  bewährte  und 
hochgehaltene  streng  kirchliche  Standpunkt  lassen  darauf 
schliessen,  dass  nicht  allein  eine  physische  notwendigkeit,  sonderu 
thataachlich  auch  seine  gemütsanlagen  Oliver  zu  der  geist- 
lichen laufbahn  geführt  haben.  So  stand  ihm  durch  seine 
adlige  gehurt  und  seine  Zugehörigkeit  zum  donikapitel  der  weg 
zu  den  höheren  geistlichen  ämtern  offen.  Doch  nicht  die«  allein 
«rar  es ,  was  ihn  forderte ;  seine  gewiss  bald  hervortretende 
und  erkannte  geistige  begabung  und  der  eifer  diese  auszubilden 
und  auszunutzen,  scheinen  ihn  schnell  über  die  anderen  mit- 
glieder des  domkapitels  hervorgehoben  und  ihm  den  feitel  eines 
magisters  eingetragen  zu  haben  —  eines  grades,  womit  man« 


XII 


bevor  der  besuch  der  mittelalterliclieu  Universitäten  mehr  in 
aufnähme  kam»  nor  die  gelehrtesten  auszeichnete  \  AI»  solchen 
finden  wir  ihn  denn  auch  noch  am  3»  mai  1196  in  Hameln 
unter  den  zeuj^en,  wekhe  der  entscheidung  eines  atreitea  zwischen 
dem  erzbischof  Adolf  L  von  Köhi  und  dem  kapitel  zu  Soest 
über  die  wähl  des  propstes  daselbst  durch  eme  päpstliche 
kominission  beiwohnten  ^. 

Vier  jähre  später  ist  er  bereits  domscholaster  in  Pader- 
born ,  also  Vorsteher  der  dortigen  domschule  und  lehrer  der 
theologischen  Wissenschaften  *•.  Doch  kann  er  nur  kurze  zeit 
in  dieser  Stellung  thätig  gewesen  sein»  weil  er  im  September  1201 
bereits  als  domscholaster  in  Köln  erscheint,  ohne  dass  er  da- 
durch seiner  Stellung  als  paderborner  doniberr  verlustig  ge- 
gangen war  *.  Welche  gründe  den  erzbischof  von  Köln  dazu 
U^^wogeu  haben ,  Oliver  von  Paderborn  nach  Köln  zu  berufen 
entzieht  sich  unserer  kenntnis,  ditj  atmuhme  aber  liegt  wohl 
am  nächsten,  dass  der  ruf  der  gelehrsamkeit  und  der  fähigkeit 
im  unterrichten  Oliver  als  am  meisten  befähigt  für  den  lehr- 
stuhl  der  kölner  domschule  habe  erscheinen  lassen. 

Schon  zur  zeit  Ottos  von  Freising  war  Köln  die  vorzög- 
lichste  stadt  von  ganz  Frankreich  und  Üeutschland,  was  reich- 
tum,  pracht  der  gebaude,  grosse  und  glänz  anlangt  ^,  ,ln  den 
tagen  der  stauäschen  kaiser/  sagt  ein  genauer  kenner  jener 
zeit*,  »war  es  das  heilige  Köln,  das  sich  zu  einer  bedeutung 
erhob,  wie  sie  keine  andere  deutsche  stadt  erreicht  hat.  Kein 
deutscher  ffirst  konnte  sich  messen  mit  der  macht  seiner  erz- 
bischöfe  und  weit  ragte  es  hervor  über  die  schwesterstädt© 
nicht  bloss  an  grosse  und  reichtum,  sondern  auch  an  einfluss 
auf  die  entwickelnng  der  staatlichen  und  kirchlichen  Verhält- 
nisse,   an  bedeutung  für  kunst  und  Wissenschaft,    für  handel 

1  Vpr}?K  FoUhaflt^B  ausf^abe  der  Chronik  des  Heinrich  von  Herford 
8.  VII  note  5.  2  Seil>ertz,  Urk.-Biich  I,  8.  144  uro.  105.  3  Wilmans, 
Weatf.  Ürk.-Biuh  HI,  Additam.  8,70  nro.  84.  4  Böhmer,  Acta  imp. 
ael.  nro.  230,  Böhmer- Ficker,  Hegg.  imp.  V  nro.  219.  Schaten,  Aonal. 
Pitderboro.   l  «,  098.  5  Chron*  Vll,  12,  Mon.  Germ.  sa.  XX,  s.  253: 

Hec  civitas  omnibus  Gallie  et  Germanie  iirbibus  tarn  divicüs  quam  edi- 
ficiis,  magnitndine  ac  decore  siii  preferenda  cognoscitiir.  6  Ficker, 
Engelbert  der  Heilige  a.  2—3. 


XIII 


be 
de 
H 


und  gewerbe.  Wenn  irgendwo,  so  lag  damals  in  Köln  der 
mittelpunkt  deutschen  lebens.*  War  es  also  schon  eine  aus- 
zeicbnuDg,  dass  Oliver  nach  einer  stadfc  von  so  hoher  bedeu- 
toag  berufen  wurde,  so  war  das  noch  um  so  mehr  der  fall, 
wenn  laaan  bedenkt,  dass  er  die  stelle  jenes  bedeutenden  scho- 
lAstikus  Rudolf  auszufüllen  gewürdigt  wurde,  der  durch  ge- 
lehrsamkeit  viele  seiner  zeit  übertrotfen  und  auch  an  der 
pariser  schule  unterrichtet  hatte  *. 

An  '  der  spitze  des  erzbisfcunis  Köln  stand  damaln  graf 
dolf  von  Altena.  Der  Zeitpunkt,  in  welchem  Oliver  Köln 
betrat ,  fiel  etwa  zusammen  mit  demjenigen ,  in  welchem  das 
deutsche  reich  seinen  begabtesten  und  mächtigsten  kaiser 
Heinrich  VL  plötzlich  verlor  und  durch  die  wähl  Ol^^tos  von 
Braun  schweig  der  lange  streit  um  den  besitz  der  deutschen 
nigskrone  begann,  die  nun  fortan  nicht  mehr  durch  die  erb- 
blge  erworben,  sondern  ora  geld  und  gunst  verbandelt  werden 
sollte.  Adolf  war  fast  der  einzige,  der  dem  kaiser  Heinrich 
das  versprechen  vorenthalten  hatte,  seinen  söhn  zum  nach  folger 
zu  erwählen ,  und  er  war  auch  einer  der  wenigen ,  die  nach 
der  waU  Friedrichs  diesem  die  anerkenn ung  verweigerten.  Kr 
trat  auch  der  wähl  Philipps  entgegen  und  verhandelte  mit 
dem  alten  feinde  der  Staufen ,  Berthold  von  Zäli ringen  ,  um 
die  kröne;  nachdem  sich  aber  die  wähl  dieses  durch  die  er- 
hebung  Philipps  zerschlagen  hatte,  wandte  sich  Adolf  der  wel- 
üschen  partei  zu  und  krönte,  von  England  beeinflusst,  Otto 
am  12.  juli  1198  in  Aachen,  Damit  gewann  Otto  in  Kiitn 
tmd  am  Niederrhein  seine  hauptstiltze ,  und  es  begann  die 
Prophezeiung  des  Caesarius  von  Heisterbach  in  erfüllnng  zu 
geheu,  der  da  ausrief:  „Jammere,  Köln,  über  deine  leiden,  die 
die  schuld  deines  bischofs  und  die  eigene  Sündhaftigkeit  über 
dich  bringen  '.**  Denn  Köln  und  der  Niederrhein  wurden  nun- 
mehr der  hauptscbauplatz  des  bürgerkrieges,  den  auch  die  ent- 
eiduog  des  papstes  für  Otto  von  Braunschweig  nichtbeendete. 

1  Caeaariut,  Dial.  rairac  J,  82,38,  IV,  26.  IX,  22.  Rudolf  ist  noch 
nacbweUbar,  Ennen  u.  Kckertz  »  Quellen  xiir  Gesch.  v.  Köln  H,  2, 
2.  2  Vergl.  für  ^\a.^  folgende  Ficker  a.  a    o.  uiul   Winkel  mann, 

bilipp  von  St-hwaben    und  Otto   von  Braiinachweig.  3  Üial.  mir, 

30  (ed.  Strange,  Colon.  1851). 


XIV 


Es  ist  bekannt,  wie  Adolf  später  anfing  die  begünstig 
Ottos  zu  berenen,  wie  er  1202  nfthe  vor  dem  abfall  von  ihm 
stand  und  erst  lange  vorhandlnngen  zwischen  beiden  das  Ver- 
hältnis wenigstens  äusserlicb  wiederherstellten.  Doch  war  das 
vertruuen  zu  einander  geschwunden  und  das  gelöbnis  Adolfe, 
den  könig  niemals  zu  verlassen,  gentigte  so  wenig,  dass  noch 
die  Stiftsgeistlichkeit,  die  edlen,  dienstmanuen  und  börger  von 
Köln  in  ihrer  gesamtheit  schwören  ninsst-en,  den  erzbischof 
xum  gehorsam  gegen  (h^n  könig  zu  zwingen  *.  Dennoch  er- 
folgte bereits  noveinber  1204  der  tibergang  Adolfs  und  einea 
grossen  teiles  des  niederrheinischen  adels  zur 'stau fischen  partei; 
doch  blieb  die  grössere  zahl  der  geistlichkeit  auf  Ottos  seite« 
zumal  der  papst  Adolf  für  seinen  abfall  mit  dem  banne  be- 
legte, vor  sich  nach  Hom  lud  und  bei  dessen  nicht<-»rscheinen  A 
ihn  för  abgesetzt  erklärte.  Bruno  von  Sayn,  propst  von  Bonn,  ™ 
der  an  Adolfs  stelle  gewählte  erzbischof  von  Köln,  hatte  ausser- 
halb der  stadt,  die  noch  zu  Otto  hielt,  fast  gar  keinen  an- 
hang ' ,  wenn  auch  die  geistlich  keit  dem  befehl  des  papstes 
gemäss  zu  ihm  hielt  \  Bald  entbrannte  dann  wieder  der  krieg 
im  erzstift,  der  mit  der  Unterwerfung  Kölns  unter  Philipiis 
herrschaft  endete.  Ottos  sache  war  damit  so  gut  wie  verloren, 
und  gelbst  Innocenz  muaste  ihre  nnhaltsamkeit  anerkennen. 

Doch  wenden  wir  uns  von  diesen  wenig  erquicklichen 
fjolitisclien  Verhältnissen,  die  allerdings  erzbischof  Adolf  grössten- 
teils verschuldet  hatte,  den  internen  des  domkapitels  zu. 

Die  domgeistlichkeit,  welche  Oliver  in  Köln  antraf,  lies» 
allerdings  manches  zu  wünschen  übrig.  Das  allgemeine  Übel 
der  zeit,  dass  die  holten  geistlichen  stellen  nicht  nach  be- 
fähigung  und  Würdigkeit,  sondern  nach  reichtum  und  vor- 
nehmer geburt  besetzt  wurden  %  hatte  auch  hier  vielfach  die 


I 


i  Winkel  mann  a,  a.  o.  1,  s.  252.  2  a.  a.  o.  367.  3  Ficker  218, 
Winkelmann  *568t  wonach  rieh  folgeade  geiifcliche  bei  Adolf  oacbweUen 
laaaea:  Dompropefc  Engelbert,  die  pröpste  Theoderich  von  s.  Gereoo, 
Tbeodericb  von  a.  Andreas,  Theodench  von  m,  Kunibert  und  der  abi 
Gerhard  von  Xanten.  4  Caeaariu«,   Homil.  U,  97   läsut  den  Oliver 

in  einer  predij^t  in  geifenwarfe  mehrerer  Archidiakoncn  sagen:  »Wenn 
der  Archidi&con  seine  pfarrei  viaitiert  und  der  pries ter  nicht  du«  Credo 
in   Üenm  versteht,  wird  er  ^iofort  für  einen  ketter  erklÄrt,  gibt  er  aber 


i 


XV 


rweltliclmng  des  klerus  mu  aich  greifen  lassen,  und  Caesariug 

n   Heisterbach    erwähnt    eine    reihe    von  männem ,    die  ihre 

ihe  geistliche  würde    fieaser  einem    würdigeren  hatten   fiber- 

koDDeo.     Wir  erinnern  nor  an  jenen  Gottfried ^   kanonich 

n  8,  Andreas,  der  als  notorischer  geizhalz  nicht  geld  genug 

isammen    raffen    konnte',    und    den    ränkevoUen    advokaten 

einrieb  Ratio  oder  Haitz ,  kanonich   von  Mariengreden  ^    der 

die  grosite  Terwirriing   in  das  stift    brachte  * ,    oder  an  jenen 

nngenannten  jungen   doraberrn,  der,  nachdem  er  seine  kleider 

verspielt  hatte,    halb    nackt    vor  dem    kloster  Heisterbtich  er- 

achien  und  aufnähme  erheischte;  sein  auFzag  erregte  zwar  viel 

I heben,  aber  sein  Leichtsinn  verscbloss  ihm  die  klosterpforten  '\ 
■Weniger  anröchig,  aber  fiir  einen   domherrn  höchst  iinwflrdig 
■rar  auch  die    erscheinnng    des    kanonich   Werinbohlus ,    eines 
Lstadtoriginals  vom  reinsten  wasser  *.  **     Die  zahl  dieser  Hesse 
sich  dank  des  reichhaltigen  dialogus  des  Caesarins  von  Heister- 
bach leicht  vermehren.     Doch  würde  es  verkehrt  sein,  wollte 
I      man  dieser  answßchse  wegen  über  den  ganzen  klerns  den  stab 
■Ärechen*     Gerade  Caesarins  ist  ey,  der  uns  auch   heispiele  des 
^Hpegenteils  überliefert  hat:  neben  diesen  unwürdigen  und  Sonder- 
lingen erscheint  auch  eine  ganze  reihe  höchst  achtiingswerter 
Persönlichkeiten;    der    orden    der   Carmeliter,    später    der   der 
Franciskaner    und   Dominikaner    trngen    viel    znr    hebung  des 
religiösen  lebens  in   Köln  bei.      Da  war  Ensfried,  der  dechant 
I      ¥on  8,  Andreas,  der  trotz  seiner  lächerlichen  eigen  tu  nilichkeiten 
■wdoch  ein  vater  der  armen  genannt  werden  koimte  ^^  ferner  der 
^Bfcholastikns    dersidben    kirche  Gottfried  *^    und  sein  nach  folger 
im  anit  Reiner  ',  die  später  beide  cisterciensermöncbe  in  Heister* 
bach    wnrden;    dem    domkapitel    gehört'^    an    Adolf   graf  von 
Tecklenbnrg,  cistercipuser  in  Knmp,  spiiter  bischot   von  Osna- 
brück *^  sodann  Philipp  von  i^ttirbiirg,   ein  schtller  des  scho- 


Id,  Bo  i«t  Blies  gilt«     Caea.  war   allerdinga   auf  die  weltgelatlicbkeit 
>lii  gut  KU  sprechen.     Vergl.  A.  Kaiifmnnn,  Caesar,  v.  R.  8.62,  Unkel 

in  Annal  d,  hieit.  Ver,  f.  d-  Niederrh,  34  e.  47. 

1   DiaL  Xr,  44;   vergl.    überhaupt   Kaufiaanri  56  1f.  2  VI,  28. 

3  1.  II.         4  VI,  7.         5  VI,  4,5.  XI,  27;  vergl.  überhaupt  Junjtfmano 

Ä.  a-  IK  a.  105  ff.        Ö  I.  3.  II,  17.  IV,  49.         7  IV,  50.  VI,  5.  Vlü,  57, 

1^,  47.        8  I,  22. 


XVI 


laatikös  Rudolf  und  später  abt  des  cistercienserkl osters  Bonne» 
Gottschalk  von  Volmesteiii,  später  möucb  in  Heister- 


vaux 


ri 


bach  und  mit  Caesarius  eng  befreundet  ^^  sodann  Hermann 
abt  von  Himmerod,  frnher  dechant  von  8,  A])03teln  in  Köln, 
ein  mann  von  grosser  gelehrsamkeit  ^,  um  nicht  zu  vergessen 
den  donaprobst  Engelbert  grafen  von  Berg,  den  späteren  erz- 
bischof,  der,  wenn  auch  nicht  besonders  durch  gelehrte  biidung 
hervorragend  *,  nicht  weniger  durch  seine  äussere  erscheinung 
als  durch  leutseligkeit  und  herzensgute  anzog  und  fesselte. 

Leider  ist  uns  nichts  darüber  berichtet,  wie  Oliver  in 
diesem  kreise  wirkte  und  verkehrte.  An  geistiger  anregung 
hat  es  ihm  gewiss  nicht  gefehlt.  Der  eindruck,  den  die  gross- 
Stadt  und  die  grosse  zahl  tüchtiger  persönlichkeiten  auf  Oliver  I 
gemacht  haben,  war  tief  und  anhaltend.  Noch  fern  im  Orient, 
als  eine  menge  neuer  eindrücke  von  allen  seiten  auf  ihn  ein- 
stürmten, gedachte  er  freudigen  herzens  seiner  freunde  am 
Rhein»  und  umgeben  von  den  staunenerregenden  wundern  des 
Pharaonen landes  lobte  ersieh  sein  Köln,  die  stadt der  heiligen, 
die  in  gärten  wohnt  unter  den  rosen  der  märtyrer,  den  lilien 
der  heiligen  Jungfrauen  tind  den  veilchen  der  bekenner  ^ 

Fragen  wir  nun,  wie  die  politische  Stellung  Olivers  in 
jener  zeit  gewesen  ist,  so  können  wir  aus  den  wenigen  uns 
erhaltenen  notizen  den  schluss  zieheo,  dass  auch  Oliver,  wie 
der  grösate  teil  der  kölner  geistlichkeit,  dem  geböte  des  papstes 
folgend  sich  zu  Ottt;  von  Brannschweig  hielt.  Im  jähre  1201 
finden  wir  ihn  noch  bei  Otto  in  Köln  '  und  1203  ist  er  noch 
in  der  Umgebung  Adolfs  nachweisbar';  doch  war  damals  die 
entscheidung  noch  nicht  an  ihn  herangetreten ,  denn  Adolf 
hielt  damals  noch  zu  Otto,  Wie  seine  stellnngnahme  nach 
1204  war,  muss  dahin  gestellt  bleiben,  sichere  Zeugnisse  hier- 
für liegen  uns  nicht  vor.  Da  aber  mit  den  wenigen  aus- 
nahmen, die  wir  oben  erwähnten,  die  gesamte  geistüchkeit  zu 
dem  Weifen  stand,  den  der  papst  ebenfalls  noch  begünstigte, 

80  werden  wir  dies  auch  von  Oliver  annehmen  können.     Indes 

♦ 
i  U  m  2  IX,  2.  3  VI,  3.  4  Ficker  55.         6  vergL 

UiiL  Dam.    cap,   34.  6  Böhmer- Ficker,    Regi^.    imp.   V,    uro.  219, 

7  Etjueu  und  Eckertz,  Quellen  11^  G,  uro.  5  uncj  Lacomblet  Urk.-Buch 
11,  6;  uro,  1»,  Sloet  Oork.-Boek  l,  412  nro.  403. 


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vielleichi  hatte  er  nicht  einmal  mehr  n5iig  seinen  politischen 
standponkt  klar  darzulegen;  ea  ist  nicht  unmöglich,  dasa  er, 
ak  mit  dem  übertritt  Adolfs  zur  stau  fischen  partei  die  ent- 
scheidung  auch  an  ihn  herantrat,  Köln  und  das  deutsche  reich 
bereits  verlassen  und  nach  Frankreich  sich  begeben   liatt^. 

Es  lassen  sich  verschiedene  gründe  anführen,  die  Oliver 
nach  Paris,  wo  wir  ihn  1207  urkundlich  nachweisen  können, 
geführt  haben.  Einmal  kann  es  nur  der  wünsch  gewesen  sein, 
an  der  damals  schon  sprichwörtlich  berühmten  schule  in  Paris 
seine  Studien  fortzusetzen  und  seine  kenutnisse  zu  erweitern, 
wozu  ihm  KÖhi  zufolge  der  andauernden  kriegs wirren  die 
nötige  gelegenheit  nicht  bieten  konnte.  Sodann  aber  kann 
man  auch  annehmen,  dass  Oliver  Paris  berührt  habe  auf  einer 
reise  nach  dem  südlichen  Frankreich,  wo  er,  wie  wir  unten 
nachzuweisen  versuchen  werden,  gegen  die  Albigenser  das  kreuz 
gepredigt  hat  Wann  Oliver  in  Paris  angekommen  und  wie 
lange  er  sich  dort  aufgehalten  hat,  können  wir  nicht  sitgen. 
Da  wir  seit  1203  keine  nachricht  über  ihn  haben,  bis 
wir  ihn  1207  in  Paris  wiederfinden,  er  1208  aber  wieder  in 
Kohl  ist,  wie  wir  unten  sehen  werden,  so  bleibt  wohl  nur  die 
annähme  übrig,  dass  Oliver  während  der  jähre  1204/6  gegen 
die  Albigenser  thätig  gewesen  ist  und  im  jähre  1207  Paris 
entweder  schon  zum  zweiten  male  besuchte,  nachdem  er  auf 
der  hinreise  1203/4  die  stadt  berührt  hatte,  oder  ea  bei  seiner 
rßckkehr  aus  dem  südlichen  Frankreich  zum  ersten  male  auf* 
sachte  und  dann  hier  einen  aufenthalt  von  etwa  einem  jähr 
gemacht  hat 

Die  Verhältnisse,  welche  Oliver  auf  der  pariser  schule  vor- 
fand ,  waren  durchaus  nicht  die  günstigsten,  Das  leben  der 
siudenten  war  ungebunden^  zügellos,  ja  unmoralisch  ;  wir  kennen 
es  »ehr  genau  aus  der  Schilderung  des  Jakob  von  Vitry  '. 
Erst  wenige  jähre  vor  der  ankunft  Olivers  war  es  zu  einem 
blutigen  zusammenstoss  zwischen  Studenten  und  bürgern  ge- 
kommen ,  bei  welchem  ein  lütticher  archidiakou  und  einige 
sieiner  landsleute   das  leben  verloren  hatten  *;    und  überhaupt 

I   HUt.  des  Crois.  U,  6    bd  Gmzot,    Collect   des   Mem.  XX 11,  292. 
2   Vcrgl.  hierfür  und  für  diw  folgende  bes.  Buditi87.ky,  Die  Univers.  Pari« 
Dod  die  fremden  an  deraeltien  im  raittelalter,  Berlin  1B76. 
Oliver.  b 


xvm 


waren  streitigUdleu  nichi  nur  mit  den  bürgern  nnrl  der  welt- 
lichen obrigkeit,  sondern  nncb  mit  dem  bischof  nnd  den  päpst- 
lichen legaten  nichts  nnge  wo  ho  liebes.  Trotzdem  aber  stand 
die  pariser  schule  aehon  im  zwölften  Jahrhundert  durch  ihre 
lehror  vor  der  ganzen  civiltsierten  weit  bewundert  und  gerülirat 
du  '  nnd  konnte  nach  allen  christlichen  hindern  schüler  ent- 
senden^ die  in  ihrer  heimiit  durch  einen  wo l begründeten  ruf 
von  gelehrfiamkeit  ihre  Zeitgenossen  überragten.  Wissen  wir 
doch,  das8  selbst  Innocenz  III.  in  Paris  studiert  hatt^  nnd  mit 
ihm  gleichzeitig  jener  Robert  von  Cour^on,  ein  engländer  von 
gebnrt,  der  spliter  als  kardinalpriester  zu  den  verschiedensten 
politischen  inissionen  verwendet  wurde  und  auch  die  gtatuten 
der  universitiit  verfasste,  und  Stephan  Langton,  der  spater  be- 
rühmte erzbischof  von  Canterbnry,  Und  werfen  wir  nocli 
einen  blick  auf  die  reihen  der  deutschen,  die  mit  Oliver  gleich- 
zeitig in  Paris  gelebt  und  studiert  haben ,  so  werden  wir  er- 
staunen, welch'  eine  menge  ausgezeichneter  köpfe  gerade  da- 
mals dort  anzutreffen  waren.  Da  finden  wir  den  niagister 
Ak^alon  *,  kanonich  von  s.  Victor  in  Paris  und  späteren  alit 
des  klosters  Springirsbach  im  Trierscben^  dessen  predigten  uns 
noch  erhalten  sind.  Ferner  war  da  der  magdeburger  domherr 
graf  Dietrich  von  Somerschenburg  %  nur  vorübergehend  finden 
wir  dort  auch  den  utrecht^r  kanonich  Ger  fach  von  Dinge, 
einen  geborenen  friesen,  der  sich  später  in  das  kh^ster  Heister- 
bach zurückzog  * ;  abt  Heinrich  von  Heisterbacb  sodann  ,  der 
Oliver  auf  seinem  zuge  durch  Friesland  begleitete  ^,  Au«  Köln 
waren  anwesend  zwei  des  namens  Heinrich,  beide  später  mit- 
glieder  des  dominikanerordens,  der  ältere  lektor  seines  klosters 
in  Köln  und  begleiter  Ludwigs  IX.  von  Frankreich  auf  seinem 
krenzzng  nach  Egypten,  der  jüngere  seit  1224  prior  seines 
klostera  in  Köln.  Ein  freund  und  stndiengenosse  des  letzteren 
war  graf  Jordan  von  Kberstein,  der,  ebenfalls  mitglied  des 
predigerordens ,  1222  nach  dem  tode  des  h.  Doniinicus  i&utn 
general  seines   Ordens  erwählt   wurde.     Auch  Emo,   der  erste 

I  Caesar,  sajort  DiaL  V^22:  fona  est  totiiis  sciftutiae  et  pntens  divi- 
naniiu  scnplitranim.  2  Caeäiir.  Dial.  IV,  89.  3  Chron.  Montis 

Sereni  Mon.  Germ.  a».  XXMT,  s.  2(«4.  4  niah  \,  18.  5  Kawf- 

mnBD.  Caesar.  ^.  21. 


I 

1 

I 
I 


1 


XK 


abt  des  prumonatratenserktosters  Witlewierum  in  Friesland 
nnd  intimer  freund  Olivers ,  hat  wohl  noch  in  jener  zeit  zu- 
gleich mit  seinen)  bruder  Addo  in  Paris  den  studien  abgelegen. 

In  wie  weit  Oliver  mit  diesen  seinen  landsleuten  und  alten 
bekannten  in  Paris  verkehrt  hat,  entzieht  sich  unserer  kennt- 
nis.  Da8s  er  aber  dort  freunde  gefunden  und  mit  diesen  in- 
timen Umgang  gepflogen  liat,  wissen  wir  aus  der  aussage  eines 
Zeitgenossen ,  der  ihn  selbst  in  Paris  gesehen  und  mit  ihm 
zusammengekommen  ist.  Dieser  unterrichtet  uns  aber  auch 
zugleich  darüber,  dai?s  Oliver  mit  den  einflussreichsten  persön- 
lichkeiten der  damaligen  zeit,  wie  kardinal  Kobert  von  Cotirg-on, 
tji  so  nahe  bezieh ungen  getreten  ist,  dass  er  diese  auch  noch 
in  späteren  jähren  durch  briefwechsel  fortsetzen  konnte  ^ 

Dem  einfluss  dieses  mannes  ist  es  vielleicht  auch  zuzu- 
dchrc^iben,  dass  papst  (nnocenz  IIL  im  j.  1207  unseren  Scho- 
lastik us  neben  dem  dechanten  und  dem  archidiacon  von  Paris 
damit  beauftragte ,  den  streit  eines  kanonich  von  Reims  und 
des  Remigiuskloster«  wegen  des  altares  von  Lovois,  Drienconrt 
nnd  Villars  zn  entscheiden  '.  In  wie  weit  Oliver  sich  dieses 
aufkrages  entledigt  hat,  wissen  wir  nicht.  Vielleicht  aber 
können  wir  annehmen,  dass  Oliver  auf  dieser  reise  nach  Reims 
auch  dem  berühmten  kloster  Pr^montrÄ  einen  besuch  ab- 
stattete, da  wir  nach  der  art  und  weise,  wie  er  sich  spiiter 
ftlr  den  abt  Enio  von  Wittewierum  in  Premontre  verwandte, 
folgern  raQssen,  dass  er  hier  persönlich  bekannt  war. 

Der  aufeiithalt  Olivers  in  Frankreirh  bat  auf  sein  ganz'^s 
spateres    b^b^n    ^inen    bedeutenden   einHuss    ausgeübt*     Es  fiel 

1» 
1  Ea  geht  tliea  bervor  aus  dem  briefe  (nro.  2),  den  er  van  Fries- 
Ijtml  aua  an  den  kardinal  gesell  neben  bat  und  den  uns  der  prediger 
Odo  von  Oriton  erhalten  bat,  der  von  Oliver  aagt:  'quem  Parisius  vidi 
laorlabib'ter  convera^ri\  ver^l.  Baur^au,  NoUcea  et  extraits  de  quelques 
mannscritd]  de  la  Bibl.  Nation.  V,  a.  169  tf.  (Paria  1892).  Es  wurden 
Obrigf*n«  Ober  die  vorfalle  in  Friesland  von  Oliver  noch  andere  gehU 
liehe  in  Parts  benachriditi^t ,  vergl.  Rdatthe»s  Paris.  Cbron,  in  Man* 
Gerni,  98.29  8.402:  per  ideni  teminia  ad  predicationem  magiairi  Oliveri 
in  Alemannia  apparuil  omni  populo  crucifixüs  in  aere  manifeHte,  utide 
Uttere  sigiDate  phirium  prelatorum  sig'illiii  misse  fuerunt  nniversitaii 
Pari«iace  et  in  propatuto    prelecte.  2  Potthast  Ragg.   pont.  3036. 

Wir  geben  die  Urkunde  in  den  beila^i^en. 


XX 


dieser  gerade  in  die  zeit,  als  der  kreiizzuj?  von  1202/4  ein  «o 
schiefes  ende  genommen  imd  Imiocenz  alle  njittel  in  bewegang 
setzte^  um  seinen  scheinbar  verlorenen  einflusä  auf  die  leitung 
und  das  ziel  der  kreuzztige  wieder  zu  erlangen.  Allerdings 
war  die  zeit  nach  1204  die  muglichst  ungünstigste  für  die 
veniiistaltung  eines  neuen  kreuzzuges ,  denn  Deutschland  ent- 
kräftete sich  in  den  kämpfen  zwisc^hen  Stanfer  und  Weifen 
und  Frankreich  hatte  mit  der  bekrieguug  der  ketzerischen 
Albigenser  an  thun  und  dnrfte  sieb  fortwährend  einer  beun^ 
ruhignng  durch  England  versehen.  Dennoch  wurde  mit  eifer 
au  der  erreichnng  eines  neuen  kreuzzuges  gearbeitet  Vorerst 
allerdings  lag  das  Zustandekommen  noch  in  der  ferne  und 
mancher  gl  au  beoseifrige  mann,  dem  das  ziel  zu  weit  abliegend 
erschien,  wandte  sich  nach  dem  südlichen  Frankreich,  um  hier 
im  kämpfe  oder  in  der  predigt  gegen  die  Albigenser  seinem 
gelöbde  der  krenzfahrt  nachzukommen.  Galten  die  Albigenser 
doch  vielfach  für  noch  schlimmer  als  die  Muhamedaner  und 
hatten  doch  viele  der  früheren  päpste  die  kämpfe  und  predigten 
gegen  diese  für  gleichwertig  erachtet  mit  denen  gegen  die 
Araber  und  die  heidnischen  Preussen. 

Indes  so  ganz  sicher ,  wie  schon  öftc^^r  behauptet  wordi^n 
ist  *  ,  ist  das  predigen  Olivers  gegen  die  Albigenser  keines- 
wegs, es  läiäst  sich  ein  direkter  beweis  dafür  nicht  anführen, 
doch  ergibt  sich  aus  dem  zusammentreffen  mehrerer  umstände, 
die  wir  gleich  berichten  werden ,  wohl  mit  ziemlicher  Sicher- 
heit, daj^s  (Hiver  gegen  die  Albigenser  gewirkt  hat  Junk- 
mann  ^  hat  basonders  auf  eine  stelle  der  Historia  regum  ^  hin- 
gewiesen und  war  nicht  abgeneigt  hierin  eine  direkte  an- 
spielung  Olivers  auf  seine  thätigkeit  im  südlichen  Frankreich 
anzunehmen.  Nimmt  man  eine  andere  stelle,  an  welcher 
Oliver  zweifellos  von  sich  selbst  sprielit  *  hinzu,  so  wird  man 
eine  gewisse  lihnlichkeit  beider  stellen  nicht  leugnen  können: 
bei  beiden  eine  ganz  bescheidene,  kaum  erkennbare  andeutung 

seiner  person.     Ein  fernerer  beleg  für  Olivere  an  Wesenheit  im 

* 

1  £.  b.  Seibertz,  Westf.  Heitr.  11.  347.  Hist  lit  da  la  France  XVIII, 
16,  Hartzbeim,    BibL  Colon.   (1747)  s.  259*  2  Kathob    ZeiUchr.  I» 

B,  107.  3  Hißt  r^.  cap.  114,  4  Hiat  Dftui.  cap,  73:  qaidatn 

autem  de  miaoribm  etc* 


I 
I 


XXI 

südlichen  Frankreich  ist  aus  dur  bullt»  Innocenz  III.   von  1208 

ijanaar  30  hergeleitet  worden,  in  welcher  er  den  bischof  von 

.Getjf  und  den  übt  von  Bonnevanx  beauftragt  dafür  zu  sorgen, 

i  dass  der  bischof  von  G renoble  dem  raagister  Oliver  die  kirche 

in  Epernay  zu  ruhigem  besitz  öbergebe  \ 

Wenn  es  nun  auch  nnwabrscb  ein  lieh  erscheinen  mochte» 
der  papst  den  kölner  scholasticus  in  der  Dauphine  be- 
gütert und  das9  Oliver  den  wünsch  verspürt  haben  soll  sich 
in  diesen  abgelegenen  ort  zurückzuziehen  und  abgeschieden 
von  der  weit  sein  leben  zu  beschliesaen,  nachdem  er  eine  an- 
'  gesehene  Stellung  innegehabt  und  die  gunst  vieler  eiTifluas- 
reicher  männer  sich  erworben  hatte,  so  scheint  dennoch  ein 
umstand  ganz  besonders  dafür  zu  sprechen^  dass  dieser  luagister 
Oliveni»  eine  person  mit  dem  kölner  domscholasticus  ist,  num- 
lich  der,  dass  Innocenz  seinen  auftrag  ausser  au  den  bischof 
von  Gent  auch  an  den  abt  von  Bonnevanx  richtet;  dieser  abt 
war  eben  gerade  ein  deutscher,  jener  Philipp  von  Ottirburg, 
dessen  wir  schon  oben  gedachten  als  eine«  mannes,  der  vor 
jähren^  ehe  er  in  den  cistercienserorden  trat,  gleichzeitig  mit 
Oliver  zu  den  kölner  domherren  gehörte  '.  Was  liegt  näher 
als  die  annähme^  dass  dieser  Philipp,  vielleicht  von  Oliver 
darum  angegangen,  sich  für  diesen  bei  dem  papste  verwendet 
und  Innocenz  deshalb  auch  den  abt  mit  dem  auftrage  betraut 
hat?  Haben  wir  aber  hierdurch  fast  die  gew^issheit,  dass 
Innocenz  gerade  unseren  Oliver  mit  den  einkiinften  der  kirche 
von  Epernay  beschenkte,  so  werden  wir  auch  nicht  umhin 
können  anzunehmen^  dass  thatsächlich  Oliver  gegen  die  Älbi- 
genser  gewirkt  hat,  und  zwar  in  einer  weiae,  die  ihm  den 
dank  des  papstes  eintrug.  Denn  es  wird  sich  aus  dem  bis- 
herigen leben  Olivers,  das  ja  im  allgemeinen  ziemlich  klar  vor 
uns  liegt,  kaum  etwas  finden  hissen,  das  den  papst  zu  den 
Worten  seines  Schreibens  "meritum  virtutis  et  gracie,  quo  di- 
lectus  filius  magister  Oliverius  noscitur  preminere**  hätte  Ver- 
anlassung geben  können.  Wir  dürfen  aber  auch  nicht  ver- 
gessen, d888  nicht  viel  später  als  Oliver  viele  Deutsche  gegen 


1  Fotthait,  Hegg.  pont.  3296;   wir  geben  die  urkuncle  in  den  b€i- 
Ugen.        2  Er  ist  nach  üallia  Cbrist,  I,  259  bis  1210  ab  abt  n^ichweisbar. 


XXII 


die  Alhigenser  ausgezogen  sind  ^;  wir  erinnerD  nur  an  Johann 
von  Xanten^,  an  den  kölnt*r  doinprobst  späteren  erabifichof 
Engelbert  von  Berg  ^  und  den  mainzer  dorn  seh  ol  aste  r  Konrad, 
spateren  bischof  von  Hildesbeim  *  als  kreu/.prediger,  und  an 
herzog  Leopold  von  Oesterreicb,  graf  Adolf  von  Berg,  Engel- 
berts bruder,  und  graf  Wilhelm  von  Jülich  als  kreuxfahrer  *. 

Ueber  den  ausgang  des  Streites  nni  die  kirche  in  Epernay 
erfalireu  wir  weiter  nichts;  raöglicli,  dass  Oliver  freiwillig  anf 
die  einkiinfte  verzichtet  hat.  Wir  finden  ihn  erst  in  Köln  wieder, 
wo  er  vielleicht  noch  zu  lebzeiten  des  Bruno  von  Sayn,  den 
der  papsfc  gegen  den  abgesetzten  Adolf  von  Altena  als  era- 
bischof  von  Köln  bestätigt  hatte»  eingetroffen  ist  Da  Bruno 
schon  im  sept^mber  1208  starb,  ist  es  nicht  ausgeschlossen, 
dasß  Oliver  bei  der  wähl  Dietrichs  von  Heinsberg  zum  erz- 
bischof  zugegen  gewesen  ist.  Dieser  Dietrich  war  vorher 
propst  zu  den  Aposteln  in  Köln  gewesen  und  hatte  während 
der  vergangenen  jähre  der  wirren  tren  zu  kaiser  Otto  gehalten. 
Gleich  einer  der  ersten  handlungeu  dieses  neuen  bischofs  wohnte 
Oliver  bei ,  nämlich  dem  abschluss  eines  bnndnisses  rait  dem 
herzog  Heinrich  von  Lothringen  *^ ,  das  wolil  nur  eine  er- 
neuerung  des  bündnisses  war,  das  erzbiscbof  Adolf  1203  vor 
seinem  Übergang  zur  stau  fischen  partei  mit  demselben  fflnsteu 
gemacht  hatte.  Oliver  hatte  sich  also  nach  seiner  rück  kehr 
nach  Köln  wieder  der  welfenpartei  angeschlossen. 

Bald  aber  ander teu  sich  die  Verhältnisse.  Im  november 
1210  wurde  kaiser  Otto  nach  seinem  einfall  in  Apnlien  von 
dem   papste    wegen   treubruch   in   den  bann    getban.     Wenig 


I 

4 
4 


1  VergL  Albert  von  Stade,  Moo.  Germ.  $9.  XVI,  a.  355:  nmlf.itudo 
cruce  itignniorum  contra  hereticos  iq  QalHani  sunt  profecti.  2  DiaL 
VIT,  23.  3  Ficker,  Engelbert  s.  47.     Es   liegt    kein   grund:   %n  der 

annähme  vor,  dass  Olivers  predigten  auf  Engelbert  einen  solchen  ein- 
flusß  ausgeübt  haben  ^  dase  ein  unctschwung  in  Reiner  gesinoung  einge- 
treten Bei^  wie  Ley»  Cöln.  Kirchen -Gesch.  «.  239  meint.  4  Winkel- 
mann,  Friedrich  II»  ».  370.  5  Darüber ,  dass  Olirer  im  «Üdlichen 
Frankreich  mit  dem  h.  Dominicus  ausammengetroffen^  ja  mit  ihm  be- 
freundet gewesen  ist  (Böhmer-Ficker  Reg»  irop,  Y,  1572,  Eccard,  Corp, 
bist.  H,  Einl.  Vl/Vll  n.  a.)  iat  nichts  bekannt:  wohl  aber  traf  er  dort 
seinen  freund  Jacob  von  Vitry»  Röhricht,  Forsch,  ».  d.  Geach.  lö,  a.  139, 
d  Bond  lim,  Ch  arter  boek  der  hert  v.  Gelder!   l,  b.  306, 


XXIII 

»liebt  111  DeiitÄchland    verlur  (Hta   hierdurch    bald   steine  aa- 
bänger,  die  sich  üun  der  stau  fischen  partei  zuwatidteti  und  den 
Jen  Friedrich  «ach  Deiitächland  riefen ,  damit  er  Ana  erbe 
väter  in  empfang  nehme.     Dietrich  von  Köln  aber  be- 
wahrte auch  jetzt  noch  Otto  die  treue.     In  folge  de^Hen  sprach 
■der  erzbischof  von  Main»  kraft  seiner  vollmacht  als  päpstlicher 
^at  übiT  ihn  den  bann  aus,  dem  er  dann  1212  die  erklürung 
abeetasang    folgen  üess.     An    seine   stelle    wurde    nun  — 
änderbare  wendung  der  Sachlage  !  —  jener  mann  wieder  auf 
Jen  erzbischöf liehen  stuhl  gesetzt,  der  einst,  weil  er  gegen  den 
yillen  des  papstes  von  Otto  abgefallen  war,  eben  diesen  platz 
rt*rluren  hatte,    Adolf  von  Altena.     Diesem  fiel   die  geistlich* 
keit,  bei  der  Dietrich  wenig  beliebt   gewesen  war,    sofort  zu, 
lls  er  im    mai  ]212  nach  Köln  kam.     Doch  erreichte  er  dar- 
durch  vorerst  wenig,    denn  die    stadt   blieb  Dietrich  und  der 
reifischen  partei  zugethan.     Erst  als*  Otto  mit  seinem  anhang 
ei  Boovines  unterlegen  war  und  Friedrich  auf  seineoi  zweiten 
Bge  nach  dem  Niederrhein  1215  auch  in  Köln  ohne  schwert- 
itrelch  seinen  einzug  gehalten  hatte,  war  der  sieg  der  stanfischen 
irtei  xwcifelloa ;  Otto  verlor  alle  bedeutung. 

Wie  wir  sahen  hatte  die  kölner  geistlichkeit  schon  vorher 
eine  Schwenkung  der  geainnung  zu  gunsten  des  jungen  kaisers 
gemacht ;  wir  werden  dasselbe  auch  von  Oliver  annehmen 
können,  wenn  uns  auch  nicht  sicher  überliefert  ist,  dass  er 
während  der  erwähnten  unruhigen  zeit  in  Köln  selbst  tliatig 
gewesen  ist.  Wir  finden  ihn  während  der  jähre  1209/13  aller- 
dings im  dienste  der  kölner  kirche,  aber  die  kurzen  notizeu 
lassen  ods  kein  bild  gewinnen  von  seiner  eigentlichen  thatig* 
keit;  nur  vereinzelte  Urkunden  melden  uns  von  seiner  gegen- 
wart  bei  wichtigeren  angelegenheiten  der  stitter  Köln  und 
Paderborn  * ,  bis  dann  die  aufforderung  Innocenz  HL,  in  der 
kölner  diozese  das  kreuz  zu   predigen   und  für   das  zustande- 


1  Vergh  die  Urkunden  Wilmana,  Westf.  f)rk.-Buch  IV,  a,  2$  nro.  35; 
■«  29,  uro.  39;  s.  34,  nro.  47;  s.  BB  uro.  51;  Ennen  und  Eckerts  Quellen 
II,  8.  44  nro.  39;  Mittelrbein.  Urk-Bucb  lU,  e.  5  nro.  4.  In  die  2eit 
1209/13  gehört  wohl  auch  die  urk. ,  deren  rege^  Picker,  Flngelb^rb 
».  282  nro.  30  gibt,  in  der  auob  Oliver  aU  ^euge  genannt  wird. 


XXIV 


kommet)  eines  ueuen  kreuzziiges  zu  wirken  ,  ihm  ein  anderes 
feld  für  Beine  thätigkdt  ei'5ftnete. 

Zu  papst  Iiiiiocenz  IIL  zeiteii  waren  l*ereits  xwei  kreuz- 
Züge  zustande  gekommen,  der  eine  war  1204  in  Konstantiiiopel 
beendigt  worden,  der  andere,  der  kinderkreuzzug,  hatte  isine 
schaar  von  kinderu  dem  tode  und  der  schände  preisgegeben; 
für  seine  besonderen  pUioe  und  bestrebungen ,  die  befreiung 
Jerusalems  aua  den  bänden  der  nichtchristen  ,  hatte  Innocenz 
garnichts  erreicht-  Im  frühjahr  1213  ergingen  nun  wieder 
riindschreiben  an  die  gesamte  Christenheit ,  die  zur  befreinng 
dea  h.  grafjes  aufforderten.  Zu  gleicher  zeit  stellte  ein  anderes 
schreiben  '  ein  grosses  laterankonzil  für  november  1215  in 
aussieht,  anf  welchem  neben  den  beratungen  über  die  zu* 
nehmende  Opposition  gegen  die  päpstliche  kirche  vor  allem 
auch  beschlüsse  über  den  neuen  kreuzzug  gefaset  werden  sollten. 

Fast  in  allen  dentschen  kirchenprovinzen  wurden  vom 
papste  selbst  die  miinner  bestimmt,  welche  die  ihnen  zuge- 
fallene gegend  als  kreuzprediger  durchziehen  iiiul  die  sache 
dea  krenzÄUges  im  auftrage  und  im  namen  des  ])apstes  be- 
treiben sollten.  Für  die  kölner  diözese  waren  es  unser  scbo- 
lasticus  und  der  bonner  dechant,  niagistia*  Hermann,  welche 
von  Innocenz  selbst  zu  ihrem  neuen  amte  bestellt  wurden  *• 
Wir  können  ea  uns  hier  versagen,  Oliver  auf  seinem  zuge  als 
krenzprediger  dnrch  Lüttich,  Namur,  Ürabant,  Flandern^ 
Geldern ,  die  diözese  Utrecht  und  Friesland ,  wahrend  der 
Jahre  1214/15  zu  folgen  *.  Er  hat  von  seinen  ausserordent- 
lichen erfolgen,  die  er  besonders  in  Frieslaud  errang,  einen 
brief  an  den  grafen  von  Namur  und  einen  anderen  an  den 
kardinal  Robert  von  Coun^on  gerichtet,  die  uns  noch  erhalten 
sind  *  und  uns  einen  schonen  blick  in  sein  wirken  als  kreuz- 
prediger thun  lassen.  Die  erfolge  seiner  thätigkeit  geben 
uns  den  besten  beweis  dafür,  wie  sehr  Oliver  dabei  am  platze 

♦ 
1  Potthaat,  Hegff,  poot.  4706.  2  Ennen    und  Kckertx,  Quelleti 

II,  47  nro.  42,  Potthast  4718.  4725,4727,  3  VergL  die  arbeit  von 

Hoogeweg,  der  kölner  domsch.  0.  ak  kreuzprediger  1214/17,  in  der 
Westd,  Zeitachr.  VH,  s.  235—270  und  die  erwähnten  arbeiten  von  Jnnk* 
mann    und  Wybrands.  4  VergL    Brief  1    und  2.     Wegen    anderer 

briete  in  derlei b«n  sache  verg).  oben  8.  XIX,  Anm.  1. 


XXV 


wftr  lind  ein  wie  ausserordentlich  glüeklicber  j^rilf*  des  papstes 
die  wsM  gerade  dieses  mannes  gewesen  ist.  Das  volk  der 
^Friesen  vergöttert«  ihn  ^eradezn ,  nachdem  es  ihn  verstehen 
gelernt  hatte  und  seinen  j,^edanken  zu  folgen  vermochte.  IHe 
aaat,  die  er  hier  ausgestreut  hatte,  trug  reichliche  fruchte. 
Aher  er  säte  nicht  nur  für  die  hestrebnngen  des  papstes,  er 
säte  zugleich  auch  für  das  neiibelebte  stuniische  kaisertuni. 
Wie  die  meisten  anderen  kreuzprediger  erhob  auch  er  seine 
stimme  wie  für  die  befreiung  des  11  lande»,  so  gegen  den  aus 
der  kirche  ge^tossenen  Weifen  \ 

Aber  nicht  nur  mit  werten,  auch  mit  der  that  wollte  er 
seinen  eifer  für  die  von  ihm  vertretene  sache  beweisen.  Wahr- 
scheinlich schon  bahl  nachdem  er  den  päpstlichen  befehl  zur 
predigt  erhalten  hatte,  wird  er  selbst  das  kreuz  gi^noniraen 
haben.  Bevor  er  aber  sein  gelöbde  einloste,  hatte  er  noch 
einen  auftrag  seines  erzbischofs  oder  wohl  richtiger  donikapitela 
aunenführen. 

Die  zeit  rückte  heran  ,  auf  welche  Innocenz  das  grosse 
luterankonzil  berufen  hatte  ,  jenes  konzil ,  das  seinesgleichen 
bisher  nicht  gehabt  hatte.  »Der  erdkreis  schien  in  ihm  ver- 
körpert zu  sein  ^*  Aus  allen  teilen  des  damals  christlichen 
Europa  waren  die  patriarchen ,  metropoliten ,  bischöfe,  äbte, 
priesier,  könige,  fiirsten  und  abgeordnete  der  stildte  erschienen, 
um  an  dem  konzil  teil  zu  nehmen.  In  Köln  speziell,  das  erst 
im  aogust  desselben  Jahres  Friedrich  seine  thore  geöffnet  hatte 
und  wo  Adolf  von  Altena,  erst  kurz  vorher  wieder  eingesetzt, 
noch  mit  Dietrich  von  Heinsberg  um  die  erzbischötliche  würde 
striti,  mochte  die  abwesenheit  de»  erzbischofs  nicht  vorteilhaft 
erscheinen;  an  seine  stelle  wurde  der  domscholaster  Oliver  als 
Vertreter  des  erzstiftt^  nach  liom  gesandt  *.  Vermutlich  wird 
er  im  august  oder  spätestens  im  September  aufgebrochen  sein  ^ 


1  Hiat.   reg.    cap.  112,    darnach    Enio   Mon.    Germ.  XX III,    ».  474, 
2  Winkeltnann  a,  a.  o.  II,  b,  420.  3  IrmoceiiÄ  hatte  in  dem  »cbreiben 

von  1213  april  19  bestimmt.;  qtiod  in  vestm  provinciü  unu!)  vel  diio 
de  saffraganeis  vateani  epiacopis  remanere  pro  Chrittiianitüti^  niinmieriis 
exercendis  et  tarn  Uli  quam  alüt  qm  canonica  fort«  prepeditlane  de* 
t^oti  pertonaiiter  venire  nequiverint,  idoneoB  pro  se  dirigant  renpon- 
aaü«s*    Man«!,  Concilia  XXU,  061.  4  Die  zeit   lä^st   sich    nach   der 


XXVI 

Uobekcinni  bhjibfc  uns,  iö  welclier  weise  er  auf  dem  koiixil 
thätig  gewesen  ist,  wie  wir  ja  leider  überhaupt  wenig  über 
die  art  und  weise  der  berafcutigeu  unterrichtet  sind  und  uns 
im  wesentlichen  mit  dem  begnügen  müssen  ,  was  uns  als  die 
orgebnisse  de«  konzils  überliefert  worden  ist  \  Zweierlei  war 
es  nach  dem  berufnngsscb reiben  des  papstes  gewesen,  was  das 
konzil  veranlasst  und  dem  papste  besonders  am  her-Aen  lag: 
die  reformation  der  kirche,  mit  der  band  in  band  ging  die 
beratung  der  mittel  zur  Unterdrückung  der  häresie,  sodann 
die  befreinng  des  h.  Lindes.  Was  den  ersten  teil  anlangt,  so 
wurde  dieser  durch  die  siebenzig  canones,  die  auf  dem  konzil 
zusammengestellt  wurden,  wenigstens  schriftlicb  fixiert.  In 
bezng  auf  das  h.  land  aber  kam  es  zu  den  bestiramungen,  die 
Innocenz  in  seiner  bu)le  vom  14»  dezember  1215  klar  gelegt 
hat  ^^  in  welclier  die  Privilegien  der  kreuzfabrer  genau  auge- 
geben und  der  aufbruch  auf  den   L  jnni  festgesetzt  wird. 

Am  30.  november  wurde  das  konzil  geschlossen,  die  ver- 
sammelten vater  und  forsten  kehrten  in  ihre  heimat  zurück. 
Wenn  Oliver  seinen  weg  direkt  nach  dem  Niederrhein  ge- 
nommen hat,  woran  zu  zweifeln  kein  grnnd  vorhanden  ist,  so 
wird  er  ungefähr  um  dieselbe  zeit  in  Köln  eingetroffen  sein, 
als  die  vom  8.  Januar  datierte  Urkunde  Innocenz  IlL  *,  in  der 
der  pa|>st  sieb  noch  besonders  an  die  kölner  diozese  wendet 
und  noch  einmal  Oliver  und  Johann  von  Xanten  ,  der  schon 
könig  Friedrich  zur  annähme  des  krenzes  bewogen  hatte,  zu 
kreuzpredigern  für  die  kölner  provinz  bestellte.  So  können 
wir  denn  auch  annehmen,  dass  Oliver  bei  der  am  29.  februar 
1216  im  dorn  des  h.  Petrus  zu  Köln  erfolgten  wähl  des  dorn- 
propstes  Engelbert  grafen  von  Berg  zum  erzbischof  sein©  stimme 
schon  hat  abgeben  können.  Mit  dieser  wähl  wurde  der  lang- 
jährige streit  um  den  kölner  bischofssitz  aus  der  weit  ge- 
schafft.    Keiner  der  beiden  alten  gegner,   Adolf  und  Dietrich, 

angäbe  Beinera,  Ännal.  in  Mon.  Ger  tu.  ss.  ISj  671,  bestimmen,  der  von 
Bicb  sagt:  feria  »exta  poat  festum  saricU  Lambert!  (sept.  IB)  exivit  .  . 
ReneruB  .  ,  inirarit  Komam  Simonis  et  Jude  (okt,  28),  manaitque  tbi 
ueqne  Priace  (jan.  18)  rediitqu^  in  festo  Mathie  (febr,  2i). 

1  Piine   beetitnmiing   «de  magistris    echolAstids*    8*  Mansi    a«  a    o« 
s.  999.  2  Fatthast  5012.  3  Potthaat  6048. 


I 


I 


XXVII 

erreichte  nein  ziel ;  sie  waren  beide  mit  einer  jährlichen  rent« 
abgefunden  und  der  erzbischöfliche  stuhl  für  erledigt  erklärt 
worden  \ 

Da  der  nenerwahlte  ara  tage  öeitier  wähl  infolge  einer 
eben  überstAiidinien  kranklieit  noch  sehr  schwach  war,  so  wird 
i;r  zn nächst  noch  in  Köln  ^**bliehen  sein  nnd  sich  cr^^t  s|)äter 
nach  osUn  anfgemacht  haben,  um  vom  könige  die  belehn nng 
mit  den  regalien  zu  erhalten.  Um  dieselbe  zeit  wird  sich 
Oliver  nach  westen  gewendet  haben,  um  der  an  ihn  ergangenen 
aoffordernng  de«  papstes  znr  wiederaufnähme  der  krenzpredigt 
nachzukommen.  Bald  nach  ostem,  das  auf  den  10.  april  fiel, 
finden  wir  ihn  in  LQttich  wieder,  wo  er  schon  sehnstlchtig  von 
sinnen  getreuen  erwartet  wurde,  die  er  znr  annähme  des  kretizes 
bewogen  hatte,  und  denen  viel  daran  lag,  zu  erfahren,  was 
daa  gtoese  konadl  über  den  kreuzzug  beschlossen  hatte  *.  Was 
Oliver  ihnen  bringen  konnte,  wird  für  sie  kaum  etwas  neues 
gewesen  sein,  da  die  päpstliche  bulle  vom  14.  dezember  vorigen 
Jahres  ihnen  unterdes  doch  bekannt  geworden  s^in  dürfte. 

Wir  verlieren  sodann  Oliver  vorerst  aus  dem  äuge,  i^ein 
rersch winden  für  uns  während  eines  ganzen  jabrcs  zu  einer 
z«it,  da  in  der  kölner  diözese  wieder  ruhe  nnd  ge<»rdnet*  Ver- 
hältnisse einzukehren  begannen»  lassen  wohl  die  annähme  be- 
rechtigt erscheinen ,  dn^s  Uliver  während  dieses  Zeitraumes 
seines  amtes  als  kreuzprediger  gewaltet  und  seine  stimme  noch 
einmal  erhoben  hat  behufs  aufmunterung  zur  befrei  nng  des 
heilig^i  grahes  '.  Wohin  speziell  er  aber  gezogen  und  wo  er 
girpredigt  hat,  entzieht  sich  nnaert*r  kenntnis. 

So  rückte  denn  der  Zeitpunkt  immer  nälier,  den  Innocenz 
xnm  aufbrnch  zum  neuen  kreuzzuge  bestimmt  hatte,  und 
schaaren  mit  dem  kreuz  geschmückter  christuspilger  begannen 
zu  Wasser  und  zu  lande  den  hafen platzen  des  mittelländischen 
meeres  zuzuströmen.  Unter  ihnen  befand  sich  auch  Oliver, 
Doch  begleitete  er  nicht  Jene  schaaren,  die  er  für  das  kreuz 
gewannen  hatte;  diese  zogen  unter  führung  der  grafen  Wilhelm 


1  FickeTf  Engelbert  s.  5d.  2  Vergl.  Hoogeweg  a.  a*  o.  269  f. 

$  Ati«  Biticleren  gege&deD  Deutschlaiida  liegen  nna  bestimmte  nachrichtea 
über  kl eu£pred igten  vor,  Ciiron.  Urapcrg«,  Mon.  Germ«  ss.  2^,  a.  U78. 


A 


I 


xxvm 


von  Hollund  und  Geor^^  von  Wied  durch  den  atlantischen  Ozean 
und  gelangten^  naciidt^ni  sie  noch  manche  heldenthut  in  Spanien 
verrichtet  hatten ,  ziemlich  spät  nach  dem  heiligen  lande  '. 
Oliver  dagej^en  schlng  den  landweg  ein  nnd  zog,  wahrschein- 
lich den  Rhein  hinauf  nnd  dem  laufe  der  Rhone  folgend,  nach 
Marseille  *.  Hier  wird  er  sich  dem  meere  anvertraut  und  im 
juli  oder  august  daa  heilige  land  vielleicht  in  Alcka,  dem 
gewölnilichen  landnngspnnkte  der  pilger  dieses  kreuzzuge^,  be- 
treten haben. 

Es  kann  nun  hier  nicht  unsere  aufgäbe  sein ,  Oliver  bei 
seiner  an  Wesenheit  wahrend  des  kreuzzuges  des  königs  Andreas 
von  Ungarn  nnd  bei  seinen  erlebnissen  wahrend  seines  auf- 
enthultes  in  Egjpten  schritt  für  achritt  zu  verfolgen;  er  selbst  ■ 
hat  nnn  in  seiner  Hisfc.  Dam.  geschildert,  was  er  gesehen  und 
erlebt  hat,  und  es  mag  genügen  auf  diese  hinzuweisen*  Nor 
einige  wenige  punkte  mögen  hier  erwähnung  finden,  die  be- 
sonders geeignet  sind,  seine  persönliche  bedeutsam k ei t  ins 
richtige  licht  zu  rücken. 

Die  achtung  und  Verehrung,  die  das  Friesenvolk  in  seiner 
heimat  Oliver  entgegengebracht,  bewahrte  es  ihm  auch  im 
fernen  osten.  Nicht  durch  ihn  selbst,  davor  bewahrte  ihn 
seine  eigene  bescheideuheit ,  aber  von  anderer  seite  ist  uns 
glaubhaft  berichtet  worden,  dass  Oliver  der  int-idlektnelle  Ur- 
heber jener  grossartigen  rnaschine  gewesen  ist  ',  welche  die 
Friesen  erbauten  nnd  durch  welche  es  gelang,  den  ketten  türm, 
der  vor  Damiette  auf  einer  Niünsel  errichtet  war,  zu  fall  zn 
bringen.  Alle  waren  erstaunt  von  dem  werke,  das  auf  Olivers 
anleitung  zu  stände  gekommen^  und  hoch  wie  niedrig  sprachen 
unverhohlen  ihre  bewuuderung  darüber  ans  *.  Nur  dann  erst 
wird  man  die  grossartigkeit  des  planes  und  die  ausserordent- 
liche bedeutn ng  des  durch  diesen  plan  erreichten  vrirt^^iles 
richtig  beurteilen  können,  wenn  man  bedenkt,  dass  erst  mit 
dem  falle  des  kettenturmes  den  Christen  die  möglichkeit  ge- 
geben wurde,  an  der  stadt  vorbeiziiknromen  ohne  einen  feind 
im  rücken  zu  lassen,  und  erst  damit  ihnen  gelegenheit  gegel>eu 

1  Röhricht  in  den  Forschunj^en  £ur  d,  Gesch.  16  b.  189  ff.        2  So 
berichtet  Albert  von  Stade,  Mon.  Germ.  ss.  16,  b.  S56*  d  vergL  die 

be«chreibung  Hist  Dam.  cap.  11.  4  a.  a,  o.  cap.  12. 


I 


I 


XXIX 

wurde  an  eine  regelrechte  belageriing  der  stadt  zu  denken. 
Trotz  dieses  eminenten  erfolges  aber  finden  wir  späterhin  Oliver 
nirgends  derart  in  den  Vordergrund  gerückt,  wie  er  es  nach 
seiner  fahigkeit  und  seinen  erfolgen  wohl  verdient  hätte.  Es 
hat  das  wohl  hauptsächlich  darin  seinen  grnnd ,  dans  bald 
nach  dem  falle  des  turnies  der  grösste  teil  der  Deutschen  nnd 
Friesen ,  letztere  begleitet  von  einem  enipfehlungöscb reiben 
Olivers  * ,  wieder  die  heimat  aufsuchten  und  die  hauptmasse 
der  kreuzfahrer  aus  kriegern  der  lateinischen  rasse,  besonders 
aus  Franzosen  bestand,  und  bei  der  grossen  eifersucht,  mit  der 
die  einzelnen  natiunen  einander  l)eobachfceten,  es  für  die 
Deutschen,  auch  wenn  sie  eine  hervorragendere  geistliche  oder 
weltliche  Stellung  bekleideten  als  Oliver,  sehr  schwierig  war, 
bei  irgend  einer  wichtigeren  angelegeuheit  das  wort  in  die 
wagscbaale  zu  werfen.  Nur  einmal  noch  wissen  wir,  dass 
Oliver  persönlich  hervorgetreten  ist.  Als  nämlich  das  beer 
der  Christen  auf  der  Niliusel  festsass  und  nicht  hin  noch  her 
wusste  und  die  filhrer  beratschlagten ,  ob  man  den  rtlckxug 
versuchen,  es  koat^  was  es  wolle,  oder  abwarten  sollte^  bis 
ersatz  vom  norden  fjer  eintraf,  erhob  auch  Oliver  seine  stimme  * 
und  riet  zum  bleiben,  da  bei  einer  verständigen  Verteilung  die 
lebensmittel  noch  gut  zwanzig  tage  reichen  könnten.  Wir 
wissen^  dass  er  mit  seinem  rate  nicht  durchdrang,  der  rilck- 
zug  versucht  wurde,  aber  raisslang,  und  damit  dem  ganzen 
kriege  jenes  unglückliche  ende  bereitet  wurde,  das  ganz  Europa 
Vüu  wehklagen  und  wutausbrüchen  wiederhallen  liess. 

Oliver  hat  sich  aber  nicht  damit  begnügt,  sein  kreuzzngs- 
gelübde  zu  erflillen  und  in  harter  arbeit,  soweit  es  sein  geist- 
licher stand  mit  sich  brachte,  gegen  die  feinde  seines  glaubens 
zu  kämpfen ,  er  hat  auch  mit  oifeneo  äugen  laud  und  leute 
studiert  und  sich  bemüht  mit  ihrem  denken  und  lebeusgewohn- 
heiten  sich  bekannt  zu  machen.  Schon  wahrend  seines  aufenthaltes 
im  heiligen  lande,  als  ihn  der  weg  in  die  gegend  des  Lii>anon 
führte,  nahm  er  gelegenheit  mit  den  dort  ansässigen  Neopho- 
riten  in  verkehr  zu  treten  und  ihre  religiösen  anschauungen 
kennen  zn  lernen.  Hier,  so  beriditet  er  *,  wurde  ihm  von  einem 


1  vergl.  Brief  4.        2  a.  a.  o*  cap.  7S.        3  a.  a.  o.  cap.  64. 


XXX 


alten  der  Neophoriteri  berichtet,  dftön  sie  die  jönglinge  im 
weiber  erst  im  dreissigsten  lebenssjalire  mit  den  religiösen 
gesetzen  bekannt  machten.  Befragt^  warum  denn  erst  um 
diese  zeit?  erwiederte  der  alte,  weil  die  weiber  vom  teufel  er- 
schaffen seien.  „Also  iimarrat  ihr  bei  eoren  Umarmungen  der 
weiber  den  teufel?*  fragte  Oliver.  Der  alte  schlich  beschämt 
von  dannen  die  antworfc  schuldig  bleibend.  Ebenso  berichtet 
nns  Oliver  über  die  religiösen  ansichten  der  christlichen  Nu  hier, 
der  Georgianer,,  Armenier,  Nestorianer,  Jakobiten  und  Hess 
sich  teilweise  ihre gesetzes- oder  religionsböcher  verdolmetschen'. 
Und  wenn  es  auch  nicht  altniviel  ist,  was  Oliver  uns  über 
diese  hinterlassen  hat,  so  sind  seine  angaben  doch  fiir  uns 
von  werL  Oliver  selbst  war  erstaunt,  so  viele  christliche 
sekten  inmitten  des  Muhamedanismus  vorzufinden,  und  er  er- 
klart sich  dies  in  seiner  weise:  Gott  hat  sie  selbst  dorthin 
gesetzt,  damit  die  hartnackig  der  christlichen  Wahrheit  sich 
versch liessenden  anhanget*  des  Islam  am  tage  des  gerichtet 
keine  entschuldignng  in  der  unbekanntschaft  mit  der  christ- 
lichen religion  vorzubringen  in  der  läge  seien  '. 

Aber  nicht  nur  für  die  religiösen  ansichten,  auch  för  das 
gewöhnliche  leben  und  treiben  hatte  Oliver  interesse  und  wusste 
durch  fragen  und  eigene  anschau ung  sich  hierin  kenntnisse 
EU  verschaffen.  8ehr  interessant  ist  in  dieser  hinsieht  sein 
bericht  über  die  gewinnung  des  balsams,  jenes  berühmten 
orientalischen  parfums  ".  Und  wie  leicht  können  wir  uns  aus 
seiner  darstellung  *  ein  bild  machen  von  der  proTinziab^tadt 
Babylon^  dem  egyptisclien,  mit  seinen  engen  Strassen  im  gegen- 
aatz  zu  Kairo,  der  stadt  der  vornebinen  und  reichen  mit  ihren 
herrlichen  Strassen  und  pal  eisten. 

Noch  eins  darf  nicht  übergangen  werden.  Nachdem 
Damiette  in  die  Imnde  der  Christen  gefallen  war,  finden  wir 
das  beer  der  kreuzfabrer  gar  bald  in  einem  kaum  glaublichen 
zustand  von  Verwahrlosung  und  deraorali^sation,  der  durch  die 
unthiitigkeit ,  zu  welcher  es  sich  selbst  verurteilte,  und  durch 
die  s^^stematiscbe  Opposition  gegen  die  plane  des  cardinallegaten 
Felagius,  der  auf  einen  vorstoss  gegen  das  lager   des  sultans 


1 


I 


I 


1  cap.  63  imd  69.  2  cap.  G9.  3  cap.  60, 


4  cap.  59. 


XXXI 


oberhalb  des  Nils  drang,  immer  neue  nahrnng  fand. 
Oliver  war  eine  zu  streng  kirchliche  persönlichkeit,  als  das« 
er  sich  der  Opposition  gegen  den  Stellvertreter  des  papstes 
angeschloRsen  hätte;  die  plane  nnd  absirhten  des  Pelagius 
waren  auch  die  seinigen  nnd  mnasten,  wenigstens  bald  nach 
dem  falle  der  stadt,  die  jedes  vernünftig  denkenden  menschen 
sein  '>  denn  jeder  niiissie  sich  sagen,  dass  bei  der  bestürzung, 
die  sich  der  Sarrazenen  nach  dereroberung  Damiettes  bemächtigt 
hatte,  man  das  eisen  schoueden  niüsste,  solange  es  heiss  sei 
nnd  dass  vor  allem  beachäftignng  die  gronse  masae  wieder 
von  der  zügellosigkeit  abbringen  und  zu  einer  brauchbaren 
trtippe  machen  könnte.  Hier  war  es  sache  der  grossen  und 
besonders  der  gcistlicbkeit ,  das  volk  auf  den  weg  der  moral 
und  pflicht  zurückzuführen  und  ilim  ins  gedächtuis  zu  ruTen, 
warum  man  in  Egypten  verweile.  Es  galt,  sie  von  den 
, falschen  Propheten*  zu  befreien  und  für  die  pliine  des  legaten 
TAI  gewinnen.  Es  war  durchaus  notwendig,  dass  trotz  des 
biihnes  nnd  Spottes,  der  von  dem  gewöhnlichen  manne  nicht 
nar^  sondern  auch  von  den  gebildeteren  den  bestrebungen  der 
wohlmeinenden  entgegengesetzt  wurde,  immer  und  immer 
wieder  der  versuch  gemacht  wurde,  sowohl  von  der  geistlich- 
keit  wie  von  jedem,  der  es  mit  seinem  kreuzzngsgelübde  ernst 
nahm,  hier  abhilfe  zu  scbnlfen  und  Ordnung  und  gehorsam 
wiederherzustellen.  Und  trotz  dieser  arbeitsfüUe,  die  auch  auf 
Olivers  schultern  schwer  lastete,  hat  dieser  doch  noch  zeit 
gefunden,  seine  vier  hau pt werke,  die  Descriptio  Terre  sanrt4% 
die  Hif^toria  de  ortu  Jerusalem,  die  Hisfcoria  regum  und, 
wenigst-ens  zum  grössten  teil,  die  Ilistoria  Daraiatina  in  Egypten 
herzustellen^;  man  kann  tbatsiichlich  behaupten,  dass  Olivers 
schriftstellerische  thätigkeit  sich  nie  so  gross  und  fruchtbar 
gestaltet  hat  als  gerade  angesichts  der  traurigsten  Vorgänge 
im  christlichen  lager. 

Oliver  hatte  mit  grosser  begeistern ng  dtia  kreuz  sich  an- 
heften lassen,  fühlte  aber  auch  wie  selten  einer  die  Verant- 
wortung, die  er  damit  übernommen  '•     In  all  den  grossen  er- 

1  vergh  Hoogeweg  in  Mitteil,  des  Instituta  IX,  n,  43!  und  445  ff. 
2  Tergl.  diw  ü&bere  bei  den  einzelnen  «chriften  weiter  iiTjten.  3  vergl. 
Bist.  Dam.  cap.  42. 


XKxn 


folgen,  welche  die  cliriöten  bis  zur  erobermig  von  Daniieite 
und  der  eiiinalime  von  Tani8  errungen  haben,  erblickt  er  den 
klaren  Ijeweis  dafür,  dass  das  ganze  nnteniehraen  ein  gott 
wohlgefälliges  werk  sei.  Um  so  melir  aber  hielt  er  sich  auch 
verpflichtet  augzuhalteti  bis  zum  scbiuss  und  nicht  seinem  ge- 
lübde  untreu  zn  werden  —  denn  welche  entscbuldigung  wollen 
jene  vorbringen  vor  dem ,  der  nicht  bestoclieu  und  nicht  ge- 
täuscht werden  kann ,  wenn  sie  die  wohlthafcen  gottea  durch 
die  kirche  zwar  in  empfang  nehmen ,  aber  dafür  nicht  ihre 
Schuldigkeit  thun ,  indem  sie  ihre  gelübde  gar  nicht  erfüllen 
oder  nicht  die  gelobte  zeit  ausharren?  Dagegen  welcher  lohn 
steht  denen  bevor,  die  da  beitragen  zur  erföllung  des  wertes, 
dass  aus  der  ferne  die  nationen  herbeiströmen  werden  und 
aufrichten  das  zn  boden  geworfene  Jerusalem  !  Die  hoSViung 
auf  gotteslohn  allein  hatte  Oliver  nach  dem  Orient  geführt  und 
sie  belebt  ihn  auch  dann  not-h,  als  die  katastrophe  hereinge- 
brochen und  Damiette  unwiederbringlich  verloren  war  *.  Ist 
auch  alles  eingebtisst,  was  zur  baldigen  befreinng  Jerusalems 
hätte  beitragen  können,  so  haben  doch  er  und  mit  ihm  viele 
andere  das  kreuz  auf  sich  genommen,  vater  und  mutter,  brnder 
und  Schwester,  acker  und  huf  verla^^sen  und  sind  ausgezogen 
zum  heiligen  kämpfe;  darum  haben  sie  auch  das  erbarmen 
gottes  verdient  nnd^  obwohl  sünder,  die  berechtigung  zxi  der 
hoftnung  erlangt,  dass  der  gott,  der  sanflmtitig  zürnt  und  in 
ruhe  urteilt,  ihrer  in  liebe  gedenken  wird. 

Dennoch  scheint  Oliver  nicht  zufrieden  gewesen  zu  sein 
mit  den  erfolgen,  die  er  auf  seiner  pilgerfahrt  erreicht  hatte; 
er  hatte  den  wünsch  mehr  zu  leisten  und,  soweit  es  in  seinen 
krilften  stand,  gut  zu  machen  was  verloren  worden  war.  Und 
aus  diesem  sinne  liisst  sich  auch,  zum  teil  wenigstens,  erklären, 
dass  er,  vermutlich  in  Akka,  wohin  er  sich  wie  die  meisten 
grossen  des  heeres  nach  der  Übergabe  von  Damiette  an  die 
Sarrazenen  begeben  haben  wird,  den  entschluss  fasste,  in  briefen 
an  den  sultan  Al-Kamil  und  die  gelehrten  Egyptens  diese  von 
der  rein  hei  t  seiner  religion  gegenüber  dem  Islaui  zu  übereengen 
und  für  den  übertritt  zum  Christen  tu  nie  zu  gewinnen  *•     Ihm 

♦ 
l  a,  a.  0.  CAp.  78,  2  Brief  5  ond  6. 


I 


I 


xxxni 


alfi  geintlichem  stanrl  nur  die  geistige  waffe  zur  Verfügung, 
und  sie  bis  zum  letzten  aogenblicke  auszunutzen  war  sein  be- 
streben. Aber  auch  uocli  ein  anderer  grund  trieb  ihn  zu 
diesen  schreiben ,  weuigstens  zu  dem  an  den  sultan ;  er  las^t 
den  grnnd  deutlich  in  seinem  briefe  durchscheinen,  es  war  das 
gefühl  der  dankbarkeit  gegen  Al-Kamü,  das  ihn  ergriöen  hatte. 
Weit  davon  entfernt,  in  dem  feinde  seines  glanbens  ein  ehr- 
und  gewissenloses,  verabscheuenswertes  individunni  zu  erblicken, 
ist  er  für  dessen  Vorzüge  durchaus  nicht  blind.  Die  gross- 
mut,  mit  der  der  sultan  die  gefangenen  Christen  behandelte, 
erregte  seine  bewundern  ng,  und  die  dank  barkeit  erfüllte  Oliver 
derart,  dass  er  sich  zu  einer  Vergeltung,  einem  gegengeachenk 
umsieht,  und  er  bietet  ihm  das  grösste  und  schönste,  das  er 
finden  kann :  das  ehriätentum ,  dessen  ilin  sein  name  ^  und 
sein  edler  charakter  schon  wert  mache.  Ob  die  briefe  an  ihre 
adresse  gelangt  sind,  erfahren  wir  nicht,  eine  weitere  Wirkung 
haben  sie  jedenfalls  nicht  gehabt. 

Die  künde  von  dem  Verlust  von  Damiette  durchlief  mit 
blitzeSÄchnelie  Europa  ^  Tind  erregte  überall  nicht  sowohl  niit- 
leid  mit  den  kreuzfahrern  als  vielmehr  entrüstung  über  dieses 
selbstverschuldete  unheil  der  Christen.  Man  gab  bereits  viel- 
fach überhaupt  die  hotfnung  auf,  dass  es  je  gelingen  iverde 
das  heilige  bind  den  ungläubigen  zu  entreissen.  Papst  Honorius 
war  tief  erschüttert»  der  kreuzzug  hatte,  wie  kaum  einer  vor* 
her  unter  geistlicher  leitung  gestanden,  und  nun  dieses  ende] 
Trotzdem  aber  Hess  er  den  miit  keineswegs  sinken  und  wandte 
sich  sofort  der  idee  eines  neuen  krenzzuges  zu,  „um  das  un- 
recht, das  Christfls  and  dem  christlichen  namen  angethan  sei, 
zu  rächen  '*,  und  drang  mehr  noch  als  bisher  in  kaiser  Friedrich 
dem  kreuzxugsgelübde  nachzukommen.  Im  niärz  1222  kam 
er  selbst  mit  ihm  in  Ferentino  zusammen;  der  kaiser  beschwor 


l  *Kenicl  quod  interpretatur  coi)aun]inatu8\  wörtliche  flbersetzung 
von  Malek-al-Kamib  vergL,  Rühriclit,  Westdeutsche  Zeitschr.  X,  a.  165 
note  2b.  2  VergL  für  dus  folgende  bes  Hoogewegf  die  Kreuspredigt 
de«  j&hres  1224  in  der  Deutsch.  Zeitschr.  für  üeechichtswtBa.  4,  s.  54  ff. 
S  Verg)'  scbreibeo  an  Friedrich  von  Vi2i  Ndt.  Id  hei  Rodenherg»  Epbt. 
teleci.  I,  ISd. 

Oliver.  e 


hier  noch  eiimial  das  gelühde   und  erhielt  einen  anf^chttb  bini 

24.  Juni    1224. 

Honorüis  setzte  grosse  hoffnungen  tmf  dies  versprechen, 
das  8ein*^n  hestrubmigen  eint*n  bedentemlen  Vorschub  leisten 
miiBB^e,  und  begann  nun,  wie  dereinst  lonucenz,  nach  sämt- 
lichen christlichen  [ändern  Eiiropaa  die  aufforderung  zum  neoen 
krenzzng  ergehen  zu  lassen.  Nach  allen  richtungen  hin  eilten 
die  briete,  in  denen  die  privileLTien ,  pflichten  und  rechte  der 
krenztVihrer  und  du?  besonderen  heatirnniungen  för  die  tbätig» 
keit  der  ] Prediger  klargelegt  wurden.  Für  ganz  Deutschland  ■ 
hatte  Htinorius  den  grafen  Konrad  von  Ura(;h,  kardinal bischof 
von  Porto  und  st.  Rtifina,  ersehen.  Er  wollte  mit  der  ernennung 
dieses  angesehenen,  einer  den  lachen  adelsfaniilie  entsprossauen 
mannes  Deutschland  ganz  besonders  auszeichnen,  weil  .dieses 
laud  bisher  gowohut  gewesen  sei  hilie  und  Unterstützung  zu 
gewähren  und  auch  jetzt  wieder  grosse  hotfnnngen  errege  ^'» 
Spezieller  sind  uns  für  die  kirchenprovinzen  Trier ,  Mainz, 
Magdeburg,  Besan^'on  die  nanien  der  von  Honorius  selbst  be- 
auftragten kreuzprediger  noch  erhalten,  für  Köln  aber  wird 
uns  sonderbarerweise  keiner  namhutt  gemacht ,  obwohl  uns 
bestimmt  überliefert  ist,  duss  auch  für  die  kölner  kirchen- 
provinz  geistliche  vom  papste  ernannt  und  in  besonderen 
schrei ben  bestimmungen  für  sie  ausdrücklich  angegebeo  worden 
sind  ^.  Wenn  uns  aber  auch  keine  bestimmten  namen  über- 
liefert worden  sind,  so  können  wir  doch  daraus,  dass  zwei 
männer  das  kreuz  in  der  kölner  provinz  gepredigt  haben,  an- 
nehmen, dass  wenigstens  diese  beiden  von  Honorius  einen  auf- 
trag  erhalten  hatten.  Diese  beiden  aber  sfnd  der  magister 
Oliver  und  Johann  von  Xanten  *. 

Zunächst   müssen    wir    uns  nnn    die  frage  vorlegen ,    wiw 
aus   (Jliver    seit    seinem    abznge    aus    Egypten    geworden    ist. 
Vermutlich  hat  er  sich,  wie  wir  oben  schon  .indeuteten,    von 
hier  zunäc^hst  nach  Aklca  begeben,  wo  er  noch   1221  imlangie«   ■ 
Von  dort  rauss  Oliver   sich  direkt  nach  Deutschland    auf  den 

1  Vergl.  Rodenber^  a.  u,  o,  247.  2  Hoo)?eweg  a.  a.  ö.  hS  und 

61  note  4.  3  Seit  1222  abt  in  b.  Trond,  Caesar.  Dial  VI,  81.  Hodeti- 
berg  384,  wonach  er  besonder«  in  Lüttich  tbätig  sein  lollte.  Näheres 
ist  nicht  bekaoat« 


1 
1 


XXXV 

weg  gemacht  haben,  denn  am  16.  Februar  1222  findpti  wir 
ihn  bereits  in  Köln  wieder  \  wo  er  am  aschermittwoch  predig^te: 
Ift  die  anffordernng  zur  kreuzpredigt  noch  nicht  eingetroffen 
"üein  konnte*  wird  es  nur  eine  fasten  predigt  gewesen  sein.  Wann 
Oliver  seine  thätigkeit  als  kreiizprediger  wied^-r  aofgenoraraen 
bat,  wird  nicht  genauer  übi^rliefert;  doch  können  wir  aus 
einem  briefe  Olivers  an  den  abt  von  Premoutre,  der,  wie  wir 
weiter  unten  sehen  werden ,  spätesteus  im  April  1224  ge- 
schrieben sein  kann,  ersehen,  dass  Oliver  1222/3  in  Friesland 
gewesen  und  mit  Eruo  im  kloster  Wittewierum  zuaatnmenge- 
koinmen  ist ,  ein  ergebnis ,  das  um  so  wichtiger  ist  ^  als  nns 
für  die  zeit  vom  febnuir  1222  bis  September  1223  jede  nach- 
ricbt  fiber  Oliver«  aufenthult  fehlt  *, 

Wahrscheinlich  also  hielt  sich  Oliver  in  l^Viesland  auf, 
als  ihm  die  nach  rieht  von  seiner  wähl  zum  bischof  von  Pader- 
born üherbracht  wurde.  Hier  '  war  am  28.  inarz  1223  bischof 
Bernhard  IlL  gestorben.  Sein  tud  erforderte  eine  neuwabl 
innerhalb  dreier  monate.  Es  war  filjer  von  vorn  herein  wenig 
anMtchi  vorhanden,  dass  die  wähl  glatt  verlaufen  würde.  Denn 
der  bereit«  im  12.  JiilirhnndtTt  von  der  kiirie  vielfach  erhubene 
Anspruch,  die  bisehofswahlen  mit  ausschluss  des  stiftsklerus 
und  des  laienelementes  allein  auf  das  domkapitel  zu  beschränken, 
hatte  durch  die  bestimmungen  des  laterankonzils  vom  jähre  1215 


I  Kl  Tolgt  da9  diiraim,  üws^  Caesar.  Dial.  X,  4!:)/50  von  einem  grossen 
erdbeben  berichtet  und  dabei  beinerkt,  dass  Oliver  in  capite  ieiunii  in 
KCdn  gepredijft  habe;  da»  erdbeben  erei^^nete  «ich  1222  (Chron.  reg. 
Colon,  ed.  Waitz  s.  252);  darnach  w^ir  Oliver  am  ascbermiftwoch,  den 
1*5,    Februar    122*2    in    Köln.  2  Ver^^L    Brief  7:    Cum   ex    mandafco 

«ediJ»  apoatob'cc  Frisiam  iierapfrarem  etc.  Den  brief  schrieb 
Oliver  aiu  Paderboro ;  wjlhrend  seines  aufenthaltes  in  Friesland  1214/15 
bat  OJiver  den  propat  Fmo  nicht  kennen  gelernt,  weil  dieser  in  Pr(f- 
monir^  war  (vergl.  Wvbrands  in  8.  abhandl.  über  den  (>iaU  des  Cae«. 
V.  HeiMterbach  in  Moll  en  de  Hoop-Schefler,  Stüdilo  en  Bijdraj^'en  2, 
1,  48);  ea  bleibt  luithin,  da  wir  sonst  über  Oliveri  aufenthalt  hinläng- 
lich nnierrichtet  Bind,  mir  die  annähme  übrig,  dassj  Oliver  1222/3  in 
Friesland  gewesen  ist,  waa  «ich  mit  seiner  tbätigkeit  als  kreusprediger 
und  dem  man^el  weiterer  nach  richten  Qber  ihn  gtit  rt' rein  igen  lässt. 
3  Vergl  för  daa  folgende  lloogeweg,  Die  Paderborner  biachoPHwabl 
vom  jähre  1223  in  der  ZeiUchr.  für  lleacli,  u.  Altertumsk.  Westfalens 
46*  t.  Ö2  tf. 


XXXVI 


i 


endlich  recbtskraft  erhalten.  Damit  wfir  aber  das  aiisdchliess- ] 
liehe  Wahlrecht  des  dc>mka|>itels  noch  keineswegs  zur  allge- 
meinen anerkennung  gelangt.  Der  kterus  wirkte  auch  ferner- 
hin bei  den  bischofs wählen  noch  mit  und  der  einfloss  der 
laien  konnte  so  leicht  nicht  gebrochen  werden.  War  dem 
adel  die  direkte  einmischong  in  die  wähl  auch  entzogen ,  so 
war  sein  einlluss  doch  noch  bedeutend  genug,  dank  dem  um- 
stände,  dass  die  meiaten  mitglieder  des  dorakapitels  zu  den 
adligen  familien  des  landes  geborten.  In  Paderborn  war  es 
die  farailie  von  Brake),  welche»  einst  den  edelherm  angeliöng, 
schon  im  12.  Jahrhundert  um  äusserer  vorteile  willen  unter 
die  minister ialen  sich  begeben  hatte  nnd  einen  bedeutenden 
einfluss  im  stift  besass.  Einzelne  ihrer  mitglieder  waren  ohne 
Unterbrechung  unter  den  paderboroer  domherrn  anzutreffen. 
Der  kandidat  für  diese  familie  und  ihren  weiten  anhange  xa 
dem  z.  b.  die  von  Osdagessen  ,  von  Enenhus  und  von  Oesede 
gehörten ,  war  Heinrich  von  Brake! ,  der  zeitige  propst  von 
Busdorf  \  Aber  auch  irin erhalb  des  douikapitels  hemchie 
keine  einigkeit,  einige  erklärten  sich  für  Heinrich,  andere  für 
Oliver.  So  war  bei  der  wähl  an  einigkeit  nicht  zu  denken, 
doch  scheinen  bessere  au«sichten  von  vornherein  für  Oliver 
bestanden  zu  haben.  Am  festgesetzten  Wahltage  aber  drangen 
die  von  Brakel  mit  anhang  in  die  kirche  ein  und  verlangten 
nicht  nur  beteiügung  an  der  wähl ,  sondern  auch  die  beob* 
rtchtung  eines  alten  (wie  sie  sagten)  gewohnheitsrechtes ,  wo- 
nach nicht  nur  der  abt  von  Abdinghof,  sondern  auch  der  ganse 
konvent  von  Busdorf  bei  der  bisch ofswahl  ihr  Wahlrecht  aus- 
üben konnten.  In  dieser  Zwangslage  wurde  die  w^ahl  vorge- 
nommen. Sie  ergab,  dass  die  mehi-zahl  sich  für  Oliver  ent- 
schieden hatte,  sechs  domkapitnlare,  der  abt  von  Abdinghof 
und  die  raönche  von  Bosdorf  aber  für  Heinrich  von  Brakel. 
Beide  parteieu  liielten  an  der  rechtmässigkeit  der  wähl  ihres 
kandidaten  fest,  Heinrich  wandte  sich  an  den  erzbischof  von  , 
Mainz  als  den  zuständigen  inetropotitan ,  der  ihn  auch  kon-  H 
firmierte,  Oliver  dagegen  appellierte  nach  Rom  an  den  pafiist.  ™ 
Wir  können  wohl  die  weiteren  Verhandlungen  und  unter- 

1  Btigdorf  und  Abdinghof  siad  klöeler  in  der  stadt  Paderboro. 


xxxvn 

sttchtingen  verschiedener  päpstlicher  komniissionen ,  die  nuö 
folgten,  übergehen'  und  iius  damit  begnügen,  einen  blick 
auf  das  ondresultat  der  fast  ein  jähr  «ich  hinziehenden  ange- 
legenheit  zu  werfen.  Abt  Albert  von  Abdinghof  war  der 
erste,  der  genug  moralifichen  mut  hesass,  in  Olivers  gegen  wart  * 
eine  erklärung  abzngeben,  dass  er  nie  das  recht  besea^^en  hätte, 
an  der  paderborner  bischofswahl  teilzunehmen.  Ihm  folgten 
alsdann  die  Busdorfer,  nachdem  ihnen  erwiesen  war,  dass  die 
bulle  Uoelestin«  IIL ,  in  welcher  dieser  ihnen  das  recht  der 
teilnähme  an  der  bischofswahl  mit  klaren  worteu  bestätigte, 
eine  grobe  fälschung  sei.  So  konnte  denn  der  ausgang  des 
Streites  nicht  mehr  zweifelhaft  sein.  Am  13.  mai  1224  er- 
folgte die  erklärung  der  päpetücben  kommission  ^,  in  welcher 
sie  dem  abt  von  Abdinghof  und  dem  kapitel  von  Busdorf  das 
recht  der  mitwirkung  bei  der  bischofswahl  absprach  und  allein 
dem  domkapitel  zugestand,  Oliver  war  damit  zwar  der  er- 
wählte bischof  von  Paderborn,  die  ruhe  aber  noch  lange  nicht 
hergestellt.  Propst  Heinrich,  der  sich  bei  der  päpstlichen  ent- 
Scheidung  nicht  beruhigte  und  auch  seinerseits  die  rechte  eines 
erwählten  von  Paderborn  in  auspruch  nahm,  entzog»  da  nr  die 
grössere  macht  und  besonders  die  ritter  auf  seiner  seite  hatte, 
der  gegen  partei  einen  grossen  teil  der  einkünfte  und  ßng  au, 
das  kirchengiit  zu  verschleudern.  Eine  dritte  päpstliche  kom- 
mi^sion  grifl*  dann  zu  dem  letzten  ihr  zu  geböte  stehenden 
mittel  und  that  Heinrich  mit  seinem  anhange  in  den  bann. 
Heinrich  verschwindet  seitdem  aus  der  geschieh te. 

Oliver  hatte  den  grosaten  teil  der  zeit,  während  welcher 
der  prozesa  schwebte,  ausserhalb  Paderborns  zugebracht.  So 
finden  wir  ihn  am  IL  September  1223  in  Nordhausen  bei 
Heinrich  VIL  \     Bei  dem  hoftage,  den  der  knnig  hier  abhielt, 


1  YergL  daa  genauere  Hoogeweg  a.  a.  o.  2  Am  15.  märz  bet. 

15.  april,  Wilman»,    Westf.  Ürk.-Bocli  III,  nro»  122/i.  3  WiltDan« 

a.  a.  o.  nro.  128,  4  Ea  kann  unr  Oliver  gewesen  sein,  weil  Bernbard 
Atn  28-  mär«  schon  gestorben  war.  Darnacb  zu  verbessern  Winkelmann 
Friedrich  H,  «.  427.  In  der  nrkuntle  aelbst  (bei  Huillard  BrÖholles  II. 
771),  wird  kein  name  angegeben ;  daRS  Oliver  hier  unter  der  reibe  der 
aaderen  epiicopuB  genannt  wird,  obwohl  er  noch  nicht  einmal  sicher 
electuft  war,  kann  wohl  nicht  so  «ehr  ins  gewicht  fallen* 


xxxYin 

hanfk-ilte  es  sich  besonders  um  die  ^efun  gen  nähme  des  konigs 
Waldemar  von  Üäiiemarlc  durch  den  grafen  Heimricli  Ton 
Seil  wenn.  Dieser  Heinrich  hatte  den  kreuzzug  nach  Damiette 
mitgemacht  ^  nnd  bei  seiner  rück  kehr  sein  land  durch  eine 
reihe  von  eigen mäclitigkeiten  des  königs  geschwächt  vorge- 
funden *.  Die  Wiedererlangung  der  königlichen  gnade  hatte 
Wahlenmr  von  so  horten  bedingungen  abhängig  geiDiicht,  dass 
Heinrich,  erregt  durch  die  unwürdige  behandlung,  sich  /*uni 
äussersten  en Schlössen  und  den  könig  in  seine  gevviüt  gebracht 
hatte.  Er  schaute  ihn  in  die  gefnn genseh aft  zum  grafen  Vul- 
rad  von  Dannenherg.  »Für  Deutschland  konnte  diese  Selbst- 
hilfe eines  kleinen  grafen  von  noch  grösserer  bedeutang  werden 
als  einst  die  gefangenschaft  des  englischen  Richard.  Dsis  er-M 
drückende  ü  berge  wie  lit  der  Däuen  iin  norden,  das  fas^t  ebenso  ^ 
sehr  auf  der  grossjirtigen  Persönlichkeit  des  königs  als  auf 
der  in  überraschender  weise  wirksam  gewordenen  kriegerischen 
kraft  seines  Volkes  beruhte,  niusst«  sich  in  die  natürlichen 
schranken  zurückweisen,  das  infolge  des  bürgerkrieges  verlorene 
reichsland  (rechU  der  Elbe)  zurückgewinnen  lassen,  wenn  das 
reicli  die  Verfügung  iil^er  den  gefangenen  bekam  ^,*  Kaiser 
Friedrich  erkannte  die  Wichtigkeit  des  eieignisses  vollkuramen 
an  und  auch  Heinrich  VIL  wünschte  die  angelegen h ei t  zu 
gunsten  des  reiches  verwertet  /u  sehen.  So  kam  es  denn  ^u 
jenem  hottage  hi  Nortlhausen-  Den  l)emühnngeu  des  erzbischofs 
Engelliert  von  Köln  besonders  gelang  es,  einen  vertrag  zwischen 
dem  reiche  und  dem  grafen  von  Schwerin  zu  stände  zu  bringen* 
Doch  beruhigten  sich  die  Dänen,  die  Albrecht  von  Orlamündc 
zu  ihrem  reicbsverweser  bestellt  hatten,  mit  diesem  vertrage 
nicht  und  wandten  sich  an  den  papst  Honorius.  Dieser  nun 
ergrift"  die  partei  des  gefangenen  und  setzte  sich  mit  dem 
kaiser,  Engelbert  und  dem  graten  in  Verbindung,  um  die  frei- 
lassung  Waidemars  zu  bewirken,  da  dieser,  wenn  auch  nur 
guir/.  im  geheimen,  einen  kreuzzug  gelobt  habe.  Aber  erst  im 
nächsten  sommer  waren  die  Verhandlungen  so  weit  gediehen, 
dass  in  dem    vertrage    vom  24.  juli  1224    die    freilaiisung  des 

1  Hist.  F>am.  cap.  4f».        2  Winkelmann  a*  a,  o.  422  f,        3  Winkel- 
Euann  a,  a.  o«  s<  4'J4. 


I 


XXXTX 

konigs  beschlossen  wurde  \uid  die^e  f^rfolgen  sollte,  sobald  der 
kaiser  und  die  forsten  hierzu  ihre  Zustimmung  erteilt  haben 
würden.  Der  hierfür  auf  den  September  1224  iu  aussieht  ge- 
nommene füratentag  zu  Bardowiek  *  wurde  denn  aucli  Michaelia 
abgehalten.  Unter  den  zahlreit-h  erschienenen  grossen  des 
nnches  finden  wir  auch  den  reiclK^verweser  Engelbert  wieder 
gegenwärtig.  Audi  Oliver,  der  erwählte  von  Paderborn^  war 
atagegen  ^.  Die  Verhandlungen  scheiterten  hier  aber  vollst'äTidig, 
Die  Dänen  verwarfen  die  abmach uogen  vom  4.  juli  und  fuhren 
davon.  Öie  büssten  ihren  Vertragsbruch  im  Januar  1225  iu 
der  vollständigen  niederlage  bei  Mölln* 

Indes  wir  sehen  uns  genötigt,  noch  einmal  zum  an  fang 
des  jähre.«  1224  zurückzukehren.  Während  die  angelegen  hei  ken 
im  norden  TUiver  beschäftigten,  verlur  er  seine  walil  in  Pader- 
born nicht  ans  dem  äuge  itnd  vergass  er  nichl,  duss  auch  der 
befebl  des  papstes  zur  übernähme  der  kreuzpredigt  der  aua- 
führang  noch  harrte.  Zwischen  den  beiden  hoftageu  in  Nord- 
hausen und  Rardowiek  finden  wir  ihn  im  märz  und  april  in 
Paderborn  wieder,  wo  er  die  genogthuung  erlebte,  dass  der 
abt  von  Abdinghof  und  das  kapitel  von  Bu.sdorf  vor  ihm  er- 
klärten, niemals  ein  recht  der  bet^^iligung  an  der  hischnfswahl 
beseesen  zu  haben.  In  diese  zeit  des  aufenthalt^  in  Paderborn 
fallt  auch  die  abfassung  Jenes  briefes,  den  er  im  interesse  des 
abte  Emo  von  Witte wier um  nach  Premontre  schrieb  ^ ;  wir 
werden  weiter  unten  im  zusammenhange  auf  ihn  üuröckkommen. 
Nacbdeni  er  in  Paderborn  das  für  ihn  güiistige  ergehnis,  das 
vielleicht  zum  grossen  teil  seinen  eigenen  bemüh ungen  zuzu- 
schreiben i«t,  erlangt  hatte,  wandte  er  sich  nach  dem  westen, 
uro  die  kreuzpredigt  wieder  aufzunehmen.  Am  15.  mai  finden 
wir  ihn  in  Groningen  wieder,  wo  er  als  alter  bekannter  vom 
Volke  mit  grossem  jubel  empfangen  wurde  *.  Von  hier  durch 
mehrere  kleine  Ortschaften  nach  osteu  ziehend  gelangte  er  am 
1.  Juni  nach  Witte  wier  um  oder  Floridus  hortus,  dem  pramon- 
straienserkloster,  welchem  Emo  vorstand.     Hier  feierte  er  auch 

• 
1  Sddlicb    von    Boitieiiburj((   am   linken   Eibufer.  2    Böhmer- 

Ficker  nro.  3492,  Eoib  v.  Sclireckenslein,  Forschungen  6  9.  381.  3 

Brief  uro.  7.  4  Daa    geaauere   a*  Flcrogeweg,  die  Kreuipredigt   im 

jalire  1224  a.  a.  o. 


iHBI 


XL 

das  pfingstfest  Es  ist  aysöerordentlich  zu  bedauern ,  dass 
Emo,  dem  wir  über  diese  Wanderung  Olivers  die  eingehendsten 
angaben  verdanken,  uns  nichts  davon  überliefert  hat,  welchen 
eindriick  Oliver  auf  ihn  und  seine  klosterbrOder  gemacht  hat. 
Wenn  es  wahr  ist,  was  wir  oben  vermoteten,  dass  Eiuo  und 
Oliver  schon  in  Paris  zusammen  gewesen  sind,  wenn  wir  be- 
denken ,  dass  beide  von  grossem  wissensdrange  beseelt ,  beide 
treue  diener  ihrer  kirche  und  bis  zu  einem  gewissen  grade 
wohl  auch  ähnliche  Charaktere  waren ,  so  können  sie  nur  in 
einem  angenehmen  und  anregenden  verkehr  bei  einander  ver- 
weilt haben. 

Am  montag  nach  pfitigsten  ging  Oliver  nach  osten  weiter, 
überschritt  die  Ems  und  erreichte  in  Groothuisen  den  nörd- 
lichsten und  zugleich  östlichsten  punkt  seiner  Wanderung.  Hier 
kehrte  er  um ,  durchzog  den  Hiioesgoo  und  folgte  von  hier 
einem  rufe  des  päpstlichen  legaten  Konrad  kardinalbischofs 
von  Porto  zu  einer  Versammlung  der  bischöfe  nach  Köln.  Be- 
vor er  sieb  aber  auf  den  weg  machte ,  legte  er  seinen  Ver- 
tretern in  einem  schreiben  noch  einmal  die  kreuzpredigt  ans 
herz  und  gab  den  pries teru  genaue  verbal  tongsmassregeln,  die 
er  für  die  zeit  seiner  abwesenheit  beobachtet  wissen  wollte  ^ 

Konrad  kam  von  Frankreich  her,  wohin  ihn  der  auftrag 
des  papstes  geführt  hatte,  um  wegen  der  Albigenser  mit  dem 
kouige  zu  verhandeln  und  einen  frieden  zwischen  England  und 
Frankreich  zu  vermitteln,  damit  die  kraft  dieser  Kinder  ganz 
für  den  bevorstel*enden  kreuzziig  verwenden  werden  könnte. 
Von  hier  hatte  er  seinen  weg  nach  Deutschland  nehmend  &U 
erstes  ziel  seiner  reise  Köhi  ersehen,  da  es  sich  wohl  von  selbst 
verstand,  dass  er  bei  seinem  eintritt  in  das  deutsche  reich  den 
erzbisch of  Engelbert  als  reichsverweser  in  seiner  residenz  auf- 
suchte. Konrads  aufenthalt  in  Köln  währte  nur  wenige  tage. 
Das  konzil  der  bischöie ,  das  neben  den  grossen  politischen 
fragen  und  besonders  der  gefangenuabme  des  dänenkonigs^ 
dem  kreuzzug  und  anderen  k  i  rch  t  i  eben  an  gelegen  hei  ten  gewidmet 
sein  sollte ,  fiel  aus.  Dennoch  aber  hatte  Oliver  gelegen heit 
zu  einer  Unterredung  mit  dem  päpstlichen  legaien;  es  lag  wohl 


1  Briet  Kro,  8. 


XIÄ 

auch  kaum  etwas  nähere  als  dass  der  karrlinal,  lier  zrir  be- 
treibung  dea  kreazscugüs  Dach  Deutschland  gekommen  war,  sich 
Torerst  in  dieser  angelegen heit  mit  den  vum  papste  bestint inten 
und  bestell ien  kreuzpredigern  in  Verbindung  setzte.  Bei  einer 
Unterredung  zwischen  Konrad  und  Oliver  kam  denn  auch  der 
streit  des  abtes  Emo  mit  dem  pro  pst  Herdericus  von  Schild- 
wolde  zur  spräche,  zumal  Emo  schon  froher  in  dieser  sache 
nn  den  kardinallegaten  geschrieben,  sich  Ober  Herderich  bitter 
beklagt  und  seine  bestraf nng  nachgesucht  hatte.  Auf  Veran- 
lassung Olivers  schrieb  ^  dann  der  legat  auch  von  Zülpich  aus 
an  den  biscliof  von  Münster ,  in  dessen  diözese  das  kloster 
Herderichs  lag,  und  forderte  ihn  in  nicht  misszuverstehenden 
Worten  auf,  derartige  lente  in  die  richtigen  schranken  zu  weisen. 
Oliver  selbst  aber  schrieb  von  Köln  aus  einen  brief  an  die 
prälaten  Frieslauds ,  in  welchem  er  ihnen  mitteilt ,  dass  der 
iandgraf  von  Thüringen,  ein  reicher,  thatkraftiger  und  mächtiger 
füri«t ,  das  kreuz  genommen  habe  und  ein  grosser  teil  hoher 
und  niederer  dem  beispiele  gefolgt  seien,  dass  die  Dänen  mit 
der  bremer  und  kolner  diözese  schifte  ausröyteten  und  der 
kaiser  die  Sarrazenen  in  Sizilien  besiegt  habe,  was  alles  sie  zu 
beharrlichkeit  und  neuem  eifer  entflammen  möge  *. 

Bald  nachdem  Konrad  Köln  verlassen  hatte,  wird  auch 
Oliver  sich  nach  norden  gewendet  und  die  kreuzpredigt  wieder 
aufgenommen  haben.  Am  12.  juli  trefi'en  wir  ihn  wieder 
in  Groningen,  von  wo  er  diesmal  westlich  ziehend  Dokkuni 
erreichte,  den  ort,  an  welchem  er  1214  die  grossartigen  er- 
folge erzielt  hatte,  und  bis  zum  Boordiep  vordrang.  In  Dokkum 
sehlichtete  er  einen  langjährigen  streit  zwischen  den  rittern 
Thitard  und  Wigger  zu  gunsten  des  let/lern,  für  den  auch 
das  Volk  längst  partei  genommen  hatte.  Dadurch  wtirde  Thitard 
aber  derart  aufgebracht,  da^ss  er  den  kreuzprediger,  als  dieser 
auf  dem  rückweg  nach  Groningen  war,  mit  bewaffneter  mann- 
>chaft  überfiel,  01i\*er  blieb  unverletzt,  aber  einem  edlen, 
Elthetus  von  Midlestum,  der  schon  das  kreuz  genommen  hatte, 
wurde  von  Thitard  der  köpf  gespalten* 

Oliver  befand  sich ,    ab  diet^e  blutthat  geschah ,  auf  dem 

* 
1  Den  brief  hat  Emo  überliefert.  2  Brief  9. 


XLII 


wege  nach  dem  Emdergao^  wohin  ihn  schon  mehrfach  botea 
gerufen  hatten,  daniit  er  auch  hier  die  zwiatigkeiten  uater  dem 
Volke  beilege.  Ob  er  den  Emdergau  aber  erreicht  hat,  ent- 
zieht sich  unserer  kenntuis;  seine  thätigkeit  als  kreuzprediger 
scheint  um  diese  zeit  ihr  ende  erreicht  zu  haben.  Bald  finden 
wir  ihn  wieder  bei  den  hochpolitisclien  angelegen  hei  ten  be- 
schäftigt^ auf  die  wir  bereits  oben  näher  eingegangen  sind. 

Bevor  wir  aber  von  Oliver  als  kreuzprediger  abschi^ 
nehmen,  müssen  wir  noch  einen  blick  werfen  auf  den  streit 
zwischen  Emo  und  Herdericus,  dessen  wir  bereits  oben  mehr- 
mals gedachten. 

Dieser  zwist  reicht  mit  seinen  anfangen  in  eine  frühere 
zeit  zurück,  kam  aber  1223  erst  offen  zum  ausbruch.  Seine 
hauptursache  wird  in  dem  benehmen  des  Herdericus  zu  suchen 
sein»  doch  scheint  nebenbei  auch  eine  persönliche  gereiztheit 
des  Euio  g^gen  Herdericus  und  desseu  aufblühendes  kloster, 
welche  in  dessen  darstelluug  an  mehreren  stellen  zum  aua- 
drnck  kommt,  mit  im  spiele  gewesen  zu  sein  K 

Herdericus  der  propst  des  klosters  Schildwolde,  welches, 
wie  das  Emos,  in  der  münsterischen  diözese  gelegen  war,  hatte 
in  dem  bischof  Dietrich  11,  von  Münster  einen  gönner  und 
versah  die  stelle  eines  offizials  desselben  für  Friesland*.  Für 
sein  kloster  hatte  er  iHe  regel  der  pramonstratenser  einge* 
führt,  es  bisher  aber  versäumt,  sich  der  patemität  eines  andern 
unterzuordnen;  er  war  acephalus  ^  Von  übermütigem,  stolzem 
Charakter,    Hess   er  sich    manches  zu   schulden  kommen,  was 


I 


1  £&  hegen  uns  über  diesen  streit  drei  berichte  vor,  einmal  der 
bei  weitem  ausführlicbute  bei  Emo  in  seiner  Chronik  a.  o.  500  ff„  der 
aber  sehr  parteiisch  gebalten  und  stellenweise  in  kaum  verständlichem 
latein  abgefasst  ist»  ferner  der  in  Menko»  Fortsetzung  der  Chronik. 
Emos,  a.  a.  0,  52G  ff.,  der  im  wesentlichen  eine  kurEC  wiedergäbe  des 
eriten  iat  und  deshalb  auch  gan%  zu  iiogunsten  des  Herdericus  aus- 
RlUtj  lind  ein  dritter,  der  kürzeste  aber  mehr  zn  Herdericus  hinneigende 
in  den  Gesta  abbatum  Orti  s.  Marie  in  Mon.  Germ,  ss.  23,  576  und  La 
der  ausgäbe  von  Wybranda  (Leeuwarden  1879)    e.  151/153.  2  Der 

westliche  teil  Friealands  unterstand  in  kirchlicher  hinsieht  dem  btsehof 
von  Utrecht.  3  Acephalüm,   hoc   est  sine   capite,   conventum  esse 

non  decet  »agt  Thomas  Cantipr*  im  s,  Bonum  nniyers.  de  apibus  I,  10 
(ausgäbe  Duaci  lö27  S,  41). 


I 


XLIII 


sich  nicht  mit 


amte    und  seiner   würde   vertrug; 


semem 

öffnete  nind  schloss,  so  berichtet  Emo  ,  tlie  kirchen  mit  dem 
schlQssei  der  begierde  und  wnsste  sich  dadurch  viel  geld  zu 
Yerschaffeiu  das  er  in  ungeziemender  weise  verschwendete*  Der 
abt  Ton  Hamborn  bei  Duisburg ,  der  in  Friesland  das  arat 
eines  circator  oder  visitator  des  generalkapitels  in  Premontre 
veroah^  hatte  bereit«  früher  rlem  propst  Konrad  von  Preniontre 
angezeigt,  dass  er  dem  Herdericus  befohlen  habe,  sich  inner- 
halb vierzig  tagen  der  paternitat  eines  klonters  unterzuordnen. 
Diese  zeit  war  längst  verstrichen,  ohne  dass  Herdericus  weitere 
schritte  gethan  hatte,  als  Emo  mit  den  drei  äbten  der  frie- 
sischen klöster  Dokkum,  Marienthal  ^  und  Marieiigarten  *  nach 
Premontre  kam.  Hier  wurde  unter  auderm  auch  die  ange- 
legenheit  wegen  des  propstes  von  Scbildwolde  zur  spräche  ge- 
bracht, und  propst  Konrad  beauftragte  jene  drei  äbte,  kraft 
der  vollmacht  des  generalkapitels  Herdericus  vor  sich  zu 
zitieren  imd  bei  strafe  des  bannes  und  der  Suspension  aufzu- 
fordern^  sich  noch  vor  Weihnachten  1*223  der  paternität  einer 
der  abteien  in  Friesland  zu  imt erstellen, 

AU  die  drei  äbte  nach  Friesland  zurückgekehrt  waren  und 
Herdericus  mit  ihrem  auftrage  bekannt  machten,  geriet  dieser 
in  zoni,  verfiel  sofort  auf  Enio  als  den  imstifter  der  ganzen 
Sache  und  antwortete  auf  die  zitationen  der  äbte  damit,  dass 
er  Erao  nach  Münster  vor  den  biscbof  berief.  Dieser  appellierte 
nun  zwar  nach  Rom,  schickte  aber  doch  seinen  konventsbruder 
Paulus  nach  Minister  nnd  liess  durch  diesen  die  appellation 
erneuern, 

Dnterdes  verstrich  aber  die  frist,  welche  die  drei  äbte 
dem  Herdericus  gestellt  hatten.  Da  er  der  anffordernng  nicht 
nachgekommen  war ,  so  erfolgte  am  25.  januar  1224  seine 
exkommunikation,  Herdericus  appellierte  nun  seiner eits  nach 
Rom,  schickte  die  Verkündigung  des  baones  anf  anraten  des 
bischofs  von  Münster  nach  Premontre  und  teilte  dem  propst 
Konrad  zugleich   mit»    dass    er   auf   ersuchen    des    abtes    von 

* 
1    VgL   zQ   dietem     kioster    Wy brande   a.    a,    0.    150    anm.    3 
2    Wurde    bereits    1128    durch    den    grafen    Hermann    von    Kuik    ge- 
stiftet,   li68  aber   in   die    nähe    von   Cidenbor^   zwischen    Waal    und 
Rbein  verlegt,     üeata  abb.  Ort  a.  Mar,  bei  Wjbrands  8.  32. 


XLIV 

Haniboni  dein  propst  von  Kappenberg  *  »einen  gehorsam  ao- 
gezeigi  habe  ^  Zogfeich  bat  er,  zwei  oder  drei  verdaChtfreie 
kute  zu  bestimmen ,  welche  den  wahren  Sachverhalt  nnter- 
suchen  sollten.  Konrad  belobt  ihn  deslialb  und  teilte  ihm 
mit,  dass  er  die  prÖpste  von  Klarhok^  und  Varlar*  zur  näheren 
kenntniasnabnie  aufgefordert  hätte. 

Obwohl  nun,  so  lange  die  appellation  nach  Kom  schwebte, 
nichta  niiteniommen  werden  durfte ,  so  setzte  es  Herdericus 
dennoch  bei  dem  biscbof  von  Münster  dnrcb,  dass  dieser  end- 
lich Emo  und  sein  ganzes  kloster  ebenfalls  exkoniniunizierte 
(niärz  2.)  und  zugleich  verbot,  mit  ihnen  in  gedchäftlicben 
verkehr  zu  treten '^.  Das  kloster  Wittewierura  musste  hierunter 
um  so  melir  leiden,  als  seit  der  grossen  Überschwemmung  vom 
jähre  1219  fast  vi^r  Jahre  hintereinander  die  Überflutungen 
durch  das  meer  sich  wiederholt  hatten  ^  und  ein  grosser  mangel 
an  lebensmitteln  herrsclite-  Dantiii  ausserdem  die  exkommuni- 
katioTi  des  kiosters  gegen  die  Privilegien  und  rechte  des  prä- 
nionatratenserordena,  dem  es  angehörte,  erfolgt  war,  so  appel- 
lierte der  prokurator  Emos,  Paulus,  nach  Köln.  Zugleich 
setzte  Emo  in  einem  schreiben  an  den  propst  Konrad  von 
Premontre  die  vortränge  und  die  dadurch  entstandenen  schwie- 
rigen Verhältnisse  des  kloster»  auseinander  und  bat,  die  äbte 
von  Mariengarten  und  Dokkiuu  mit  der  näheren  Untersuchung 
zn  beauftragen;  wenn  diese  die  angelegenheiten  so  fanden, 
wie  Emo  sie  berichtet ,  möge  er  Herdericus  bei  strafe  der 
exkommunikation  und  Suspension  anhalten ,  den  dem  kloster 
Wittewierum  zugefügten  schaden  zu  ersetzen  und  die  exkom- 
munikation ötfentlich  zurückzunehmen  und  zugleich  dem  bischof 

• 

1  Im  regier ungflbQKirk  Mnnater,  unweit  Hünea  an  der  Lippe. 
2  Wenn  dieee  an^^abe  dea  Herdericus  der  wuhrbeit  entsprach,  so  muss 
er  es  getban  baben  obne  Jene  drei  äbte  davon  zu  benacbrichiigen, 
weil  e«  sonst  unverstilndlich  bleibt,  wie  «ie  ihn  in  den  bann  than 
konnten^  oder  er  thnfc  es  erat  nach  derexkommunikationt  um  sich  dann 
damit  vor  Konrad  zu  rechtfertigen.  cS  Bei  lieda  in   regbez.  Minden. 

4  Bei  Koesfetd,  regbez.  Münster.  5  Vielleicht  gekört  in  diese  zeit 

auch  die  wegnähme  des  ckrisma.»  des  kiosters  Wittewierum,  worüber  dch 
Kmo  a.  504  beschwert  und  waa  Oliver  in  seinem  brief  hu  K^onrad  An« 
deutet.  6  Vgl  Menko  a*  o.  527    und    Ubbo  Kmmiui,  Rer  Frisiac 

(Arnheraü  1605)  o,  339  C,  349, 


p 


XLV 

anbefehlen,   seinem   kloster   die   nustihung   des   gottesdienste^ 
wieder  %n  gestatten. 

Diesen  brief  Ernas  begleitete  ein  achreiben  des  inagisters 
Oliver:  er  habe  auf  seinen  wandeningeii  durch  Friesland  so- 
wohl Emo  wie  Herdericiis  kennen  gelernt,  ersteren  als  einen 
beim  volke  geachteten  mann  mit  bestem  leumuiid,  den  anderen 
als  einen  habsüchtigen  und  seines  amtes  als  bisehiifiicher  offi- 
sial  und  probst  des  kl  osters  wenig  würdigen  menschen«  Seine 
liebe  ru  dem  Friesen volke  und  achtnng  vor  dera  präraonstratenser- 
orden  veranlassten  ihn  zu  der  bitte ,  wenn  die  wunde  dieses 
mannes  noch  zu  heilen  sei  ^  (lieiseii«  zu  thun ,  anderenfalls  sie 
mit  dem  Schwerte  des  geistes  auszuschneiden,  damit  nicht  auch 
der  gesunde  teil  in  niitleidenschaft  gezogen  werde  und  das 
ärgerniss  weiter  um  sich  greife,  das,  eine  schwere  gefahr  für 
die  Seelen ,  besonders  zu  bedauern  wäre  bei  dem  ergebenen 
imd  zum  gehorsam  gegen  den  heiland  der  weit  bereiten  Friesen- 
volke '. 

Die  appellation,  welche  Paulus  im  namen  des  Emo  nach 
Köln  gerichtet  hatte,  beantwortete  der  domdechant  und  arcbi- 
diakon  Qozuin  namens  des  kapitels  dahin,  daws  er  dem  wunsclie 
Einos  entsprechend  die  äbte  Sigehard  von  Mariengarten,  Thiet- 
WÄrd  von  Dokkum  und  J.  von  Nova  ecclesia  ^  mit  der  unter- 
Buchung der  sache  beauftragt  habe. 

Am  1.  mai  fand  in  VVinjus  im  Ostergoo  und  in  Dokkum 
die  Verhandlung  statt.  Diese  ergab,  dass  die  appellation  Emos 
seiner  exkommunikatiun  vorhergegangen  sei.  Demgeuiäss  ent- 
schied Gozwin  in  einem  zweiten  schreiben  ,  dass  die  exkoni- 
ninnikation  Emos  durch  den  biachof  von  Münster,  sowie  die 
appellation  an  den  erzbischof  von  Köln  aufgehoben  und  die 
ganze  angelegenheit  als  auf  dem  Standpunkt  stehend  zu  be- 
trachten sei ,  auf  welchem  sie  zur  zeit  der  appellation  Emos 
und  Berdericus  nach  Rom  gewesen  wäre,  bis  die  entscheidung 
des  papstes  einträfe. 

Unterdes  kehrte  der  böte  aus  Rom  zurü*;k.  Er  brachte 
drei  briefe  des  papstes  Honorius  mit,  datiert  vom  8*  april  1224. 

* 

\    Brief    7»  2   Nijkerk    (Ooatdotageradeel »     nach    Wybranda, 

Oestn  19,  123  unm. 


XLVI 

Der  eine  war  ^^erichtet  au  den  bischof  von  Münster,  in  welchem 
er    diesem    brfjihl ,   falls  er,  wie  Emo  sich    lieschwert    hätte, 

ohne  griind  und  gegen  die  bestininningen  des  Allgemeinen 
konzilca  dieexkoniTuunikation  j^egen  jenen  ansgesprochen  hätte, 
diese  hinnen  aelit  tagen  nach  empfang  des  Schreibens  aof/.u- 
heben  ;  anderenfalls  hatte  er  die  iibte  von  Mariengarten,  Dokkam 
und  den  raagister  von  Nova  ecclesia  beauftragt,  dem  päpst- 
lichen bt'fehle  geltuTtg  zu  verschaffen.  In  dem  zweiten  schreiben 
beauftragte  Houarius  die  genannten  geistlichen  den  bisrhof 
zur  hefnlgiing  seiner  befehle  anzuhaben,  und  gebot  in  dem 
dritten  denselben  beiden  übten,  die  klage  Emotä  zu  untersuchen 
und  zu  entscheiden. 

Der  bisfhof  von  Münster  wurde  nun  zu  seiner  recht- 
fertignng  nach  Winjus  und  Dnkkuni  zitiert.  Als  sein  pro- 
kuratdr  sich  hier  w^idersetzlich  zeigte,  wurde  über  Dietrich 
die  exkotnninnikation  ausgesprochen. 

Nun  kam  um  diese  zeit  der  päpstliche  legat  kardinal- 
bischot  Konrad  nach  Köln.  Da  Oliver  sich  zu  derselben  »eit 
dorthin  begeben  hutie,  so  wurden  die  angelegenheiten  wegen 
Herdericus  aneh  ln'r(ilirt  und  des  kardinala  Intervention  nach- 
gesncht.  iJass  Olivers  bemühungcn  von  erfolg  begleitet  waren, 
beweist  der  brief,  welchen  Konrad  am  20.  juni  von  Zülpich 
aus  an  Dietrich  von  Münster  richtete.  Er  forderte  ihn  darin 
auf,  den  Herdericus  davon  abzuhalten,  sich  in  händel  einzu- 
mischen, amlerenfalls  er  den  äbten  von  Mariengarten,  Dokknm 
und  Marienthal  den  auftrag  gegeben  hal>e,  den  Herdericu« 
durch  kirchliche  strafen  dazu  zu  zwingen,  »Uebrigens  wundere 
ich  mich,  dass  du  einen  aotcheu  offizial  hast«,  schiiesst  der 
brief.  Unter  dem  21.  juni  übergibt  er  von  Bonn  aus  den 
drei  übten  die  vollmacht. 

HerdericMS  widersetzte  sich  wiederum  den  IjefehJen  der 
vom  päpstlichen  legaten  eingesetzten  kummission  und  wurde 
neuerdings  exkommuniziert,  Ueber  den  bischof  Dietrich  und 
seinen  prokurataren  sollte  der  bann  im  September  öffentlich 
verhängt  werden.  Doch  stiess  man  hierbei  auf  hindernisse, 
indetn  der  propst  Geiko  von  Farmesum,  ein  verwandter  des 
llerdericusl,    zwei    dekane    von    Loppersiim    und    andere    den 

l    Die  Ueijta  abb.  ürti  a.  Miirie  a.  o    nennen  üin  avnn 


XLVTI 

proknrator  der  drei  abte,  Sibrand  \  an  der  verktindigunia:  des 
Bannes  verhindern  wollten*  Faat  wäre  es  zu  thätlkli keilen 
gekommen ;  da  finigte  man  sich  denn  doch  noch  und  am 
19,  September  wurde  zwischen  Emo  eiiit^r-  umi  dem  biscbof 
aud  Herderictis  andererseits  zu  Loppersnm  ein  friedens-  und 
freundschaftsbündüis  geschlossen. 

Damit  war  die  sache  aber  noch  nicht  endgiiltig  beigelegt. 
Doch  Hegt  der  schlusa  dieser  unerqnicklichen  angelegenheit 
ausserhalb  des  rahmens  nnserer  darstellung,  wpil  Oliver  wie 
Emo  weiterhin  daran  nicht  mt*hr  beteiligt  sind.  Krwälint  sei 
nur  noch,  dassaufdem  generalkapitel  in  Preniontre,  zu  welchem 
auch  Herdericus  b»f rufen  war,  die  sache  zur  Verhandlung  kam. 
Da  letzterer  aber  nicht  erschien,  erhielt  iler  bisohof  von  Monster 
den  bet'ehl,  diesen  sofort  zu  «ntlanf^en  ,  zumal  dessen  Stellung 
als  oftizial  nicht  mit  dem  erlass  des  papstes  vom  22.  jnni 
1222^  vereinbar  sei:  Herdericuj^  aber  erhielt  die  weisnng, 
vor  der  nächsten  Quatlragesima  sich  der  paternität  von  Harn- 
bom  oder  Varlar  zu  unterstellen  und  vor  pfingsfcen  persönlich 
in  Premontr*^  zu  erscheinen,  nm  sich  wegen  seines  ausbleiben» 
zn  rechtfertigen. 

Der  bischof  füj^te  sich  den  befehlen,  Herdericus  aber  trotzte 
weiter  und  zog  den  hass  des  volkea  dergestalt  auf  sich  ,  dass 
ei  zu  blutigen  febden  ffam.  Das  kloster  Schildwolde  wurde 
verbrannt^  die  reliquien  geraubt  und  der  probst  selbst  rettete 
sich  nur  mit  naühe  durch  die  flucht  l'^rst  später  gelang  es 
dem  bischot  Dietrich ,  die  erregten  gemüter  der  Friesen  zu 
besänftigen  und  ein  beide  parteien  befriedigendes  überein- 
kommen zu  erzielen.  Am  3L  märz  1225  kehrte  Herdericus 
in  sein  kloster  zurück. 

Werfen  wir  nun  noch  einen  blick  auf  diesen  zweiten 
aufenthalt  Olivers  in  Friesland ,  so  werden  wir  uns  im  ull- 
gemeiueu  des  eindrucks  nicht  entwehren  können,  dass  er  gegen 
den  ersten  doch  bedeutend  zurücksteht.  Bei  deju  ersten  auf- 
entimite  ging  ein  fri^^cberer  zng  durch    die  ganze    saclie;    das 


1  Er  wurde  «ptter  ablt  von  ManengarLen;  Oeata  a.  a.  o.  2  Quo- 

circa  .  ,  .  inhibemiM,   ne    quia<)uam    ve«tniiu  (acil.ord,    Praeoionatr*)   in 
pertractandi^  alienis  cs^mu  presumat  existei«  procunttor.     Kmo  a,o,  506. 


I 


xLvra 

Frieseiivolk  war  bisher  noch  mit  keinem  kreuzprediger  zii* 
sammengetrotten,  Oliver  war  der  erate  gewesen,  der  hier  för 
den  heiligen  krieg  wirkte,  das  Volk  strömte  ihm  scharenweise 
zu,  Olivers  weg  war  ein  trininphzug.  Anders  das  zweite 
mal.  Jetzt  traten  mehrere  nngünstige  nrastände  zusammeDt 
die  dem  imternehmen  hinderlich  sein  mussten.  Der  reiz  der 
neubeit  war  dahin  und  konnte  keine  anziehnngskraft  mehr 
ausüben.  Wassersnot  mehrere  jähre  hintereinander  \  welche  die 
ernte  vielfach  vernichiete  ynt]  auch  menschenleben  forderte, 
und  in  deren  gefolge  hungersnot  oder  wenigstens  teoerung. 
alles  das  war  nicht  dazu  angethan,  die  begeisterung  für  ferne 
kriege  zu  entflammen;  die  meisten  mnssten  ihr  angenmerk  auf 
die  häuslichen  angelegenheiten  richten  und  zusehen,  wie  die 
not  der  familie  zu  lindern  und  das  erbe  der  väter  wieder 
ertragreicher  zu  machen  sei.  Dazu  kamen  denn  noch  die  II 
fehden  unter  dem  volke  im  osten  und  w^esten,  und  wir  erfahren 
nicht,  dass  es  selbst  Oliver  gelungen  wäre  ihrer  herr  zu 
werden.  Die  unbeugsamkeit  des  friesischen  Charakters  und 
vor  altem  das  recht  der  blutrache,  dem  die  Frieden  noch  gana(  J 
und  gar  ergeben  waren  *,  gab  den  fehden  immer  neue  nah-  ^ 
rung,  und  leider  war,  wie  wir  aahen  ,  selbst  die  geistlichkeit 
nicht  immer  und  Überall  so  durchdrungen  von  der  idee  des 
gotteafriedens,  der  ein  steter  begleiterdes  krenzpredigers  sein 
sollte*  dass  Oliver  die  stütze  an  ihr  hätte  haben  können,  die 
er  erwarten  durfte '.  Wenn  trotz  aller  dieser  misslichen  um- 
stände, die  das  amt  Olivers  wesentlich  erscli werten  und  den 
erfolg  zweifelhaft  mach  ton,  Oliver  dennoch  mit  seinem  erfolge 
zufrieden  war  und  diese  Zufriedenheit  auch  aussprach  * ,  so 
werden  wir  nicht  umhin   können  ,  auch   diesen   aafenthalt  im 


1  Sett  der  grossen  Qut  von  1219  vier 
Menko,  a.  a,  o.  a«  527»  Ubbo  Emmiuo  Eer. 
B.  339  Ü'.,  349:  Oliyenna  in  Frtaiam  rediit 
clade  vix  tunccaptit  erigere  incipientem. 
de  apil^us  (Duaci  1617)  üb.  \\,  cap.  1,  nov. 
nictit  vergeaaen  werden,  dass  Emo,  der  prior 
von  Lopperaum  und  Fariuesura  allein  2000 
sammelt  hatten«  Emo  a.  a,  o.  s.  [»11. 
7390,  Finke  ».  153  uro.  325. 


jähre  hintereinander «  Tgl. 
Fria.  bist   (Arnbemii  1605) 

ex  aqnarnm  ac  tempestatum 
2  Vgl.  Thomaa  Canttpnit. 

15.  3  Doch  darf  Auoh 

von  Fei  wert  und  die  dek^oe 
mark  nnter  den  reichen  ge- 

4  Vgl.   Brief  7.     Potthaai 


XLIX 

Friesenlande  und  seine  thätigkeit  als  kreuzprediger  während 
des  Jahres  1224  als  eine  gro»se  leistung  anzuerkennen,  welcher, 
da  die  erscheinungen  am  himmel,  die  den  abergliiuben  nnd  die 
Phantasie  des  voJkes  aufreizten,  diesmal  nicht  zu  geböte 
standen ,  allein  der  beredsamkeit  und  dem  eifer  des  kreuz- 
predigers  zugeschrieben  werden  müssen. 

Erst  im  fröhjahr  1225  war  der  prozees  wegen  der  pader- 
bomer  bischofswahl  endgiltig  zum  austrag  gekommen;  am 
7.  april  bestätigt  papst  Honorius  IIL  Oliver  als  bischof  von 
Paderborn,  unter  demselben  datum  teilte  er  dies  dem  kardinal- 
legaten  Konrad  von  Porto  und  dem  erzbischoF  Engelbert  von 
Köln  mit  der  aufforderung  mit,  den  propst  Heinrich  von  Bus- 
dorf, der  exkommnoiziert  worden  w^ar,  zur  restitution  zu  ver- 
anlassen *.  Ebenso  befahl  er  in  einem  schreibeu  von  demselben 
tage  den  edlen  und  ministerialen  des  stiftSi  dem  neuen  bischof 
den  treueid  zu  leisten  •* 

So  war  Oliver  denn  erwählter  und  bestätigter  bischof  von 
Paderborn.  Es  erübrigte  nur  noch,  dass  er  vom  kaiser  die 
regalien  empfing.  Oliver  scheint  hiermit  nicht  lange  gezögert 
und  sich  bald  nach  der  [läpstlichen  bestätigung  auf  den  weg 
nach  Italien  gemacht  zu  haben.  Am  28.  juli  finden  wir  ihn 
in  San  Germano  bei  Friedrich  IL,  wo  der  kaiser  am  22. 
eingetroffen  war  und  am  25.  in  einer  Unterredung  mit  den 
kardinalen  Pelagius  von  Alhuno  und  Gualo  von  S.  Martin  sich 
znm  kreuzzug  neuerdings  verpflichtet  und  versprochen  hatte, 
ihn  im  august  anzutreten.  Unter  den  zahlreichen  zeugen 
dieser  Vereinbarung  befand  sich  eine  reihe  deutscher  fürsten  und 
sizilischer  grossen,  unter  den  erstereu  Bernhard  vuo  Horstmar 
ab  bevollmächtigter  des  erzbischofs  von  Köln,  die  herzöge  von 
Oeaterreich  imd  Kärnten,  die  bischofe  von  Bamberg,  Regens- 
burg, Merseburg  und  andere.  Bis  zum  28,  ist  Oliver  in  der 
Umgebung  des  kaisers  nuch  nadiweisbur  ^,  und  zwischen  dem 
25,  nnd  28.  hat  er  auch  die  regalien  vom  kaiser  erhalten. 
Da  aber  für  die  erlangmig  dieser  kaiserlichen  gnade  eine 
grossere   summe  zu    erlegen    war»   sah    sich   Oliver  genötigt, 

♦ 

1   FiDke  ft   a.  o.  154    nro.  32G.  2  n    a.  o.  327,  PotthaBt  7391. 

a  Böhmer-Ficker  1571  und  1572. 

OUver.  ll 


d 


öamens  des  paiierborner  domkapitels  65  mark  in  silber  sich 
von  dem  praeceptor  des  deutschen  ordeos  iu  Atlemannien, 
Heiiirieli   Hoter,  zu  leihen  *. 

Von  der  thätigkeii  Olivers  als  bischof  von  Paderborn  ist 
ims  nichts  bekatmt;  die  kurae  zeit  seines  pontifikates ,  sowie 
seine  abwesenheit  von  der  diözese  haben  ihn  zu  einem  ge- 
deihlichen wirken  für  diese  nicht  kommen  lassend  Nur  eine 
einzige  Urkunde  lässt  uns  eine  schwache  Wirksamkeit  Olivers 
für  sein  bistimi  erkennen ,  auf  sein  bitten  nämlich  gewährte 
papsi  Honorius  allen  besuchern  der  paderborner  domkirche 
am  Jahrestage  ihrer  eiuweihiing  einen  vierzigtägigen  ablass  •. 
Da  die  Urkunde  in  Hieti  ausgestellt  ist ,  so  wird  Oliver  von 
San  Germano  sich  hierher  zum  papste  begeben  haben ,  viel- 
leicht auf  dessen  Veranlassung ,  da  Hauorius  ihn  eben  noch 
zu  grösserem  auserselien  hatte.  Am  18.  septeraber  nämlich 
unterzeichnet  Oliver  eine  päpstliche  bulle  für  Padua  bereits 
in  seiner  eigenschaft  als  kardinalbischof  von  S,  Sabina*.  Wir 
müssen  deshalb  annehmen,  dass  noch  im  august  oder  spätestens 
in  der  ersten  hälfte  des  september  1225  Olivers  ernenn uug 
zum  kardinal  erfolgt  ist.  Am  27,  september  zeigte  Honorius 
dem  paderborner  domkapitel  diese  ernenunng  an  und  forderte 
sie  zur  neu  wähl  auf^ 

Da  Friedrich  IL  iu  Sau  Germano  sich  verpflichtet  hatte^ 
erst  im  august  1227  den  kreuzzug  anzutreten,  so  hatte  er 
noch  zeit,  sich  neben  den  Vorbereitungen  zu  diesem  auch 
den  italienischen    angelegen heiten    zuzuwenden,     unterdes  er- 

♦ 

1  WiVmans  116 uro.  175,  Böhiuer-Ficker  1571  a;  wegen  der  ßchwierijif- 
keiten  bei  der  rückznhlung  vgl.  Wilmaos  nro.  175.  2  Die   angäbe 

des  Gobelinua  Persona,  Cosmodrom.  böi  Meibom,  s«.  renGerm.  I,  ».  277. 
Eiöeiifjrinu8j  Catal  test»  veriL  UJ  und  nach  ilmen  Schaten,  Ann.  Pader- 
born* ad  a.  1224,  dasB  Oliver  in  diesem  jjihre  eine  aynode  in  Paderborn 
abgehalten  und  ituf  dieaor  .»conauetudinea  ex  iure  et  patruiu  decretis 
somptas*  in  einem  bliebe  verdni^^t  hftbe  (vgl.  auch  Hefele-KaÖpQer, 
KonKiliengesch.  V,  988)  ist  nun  wobt  ditrcb  Finke,  Konzilieattudien 
8.  51  endgültig    widerlegt.  3  Gobelin   bei  Meibom    a.  a.  o.  i,  282 

sagt:  ^ad  inetantiam  Bernbardi  qiiarti  episcopi  Paderborn*.  Jedenfalls 
Verwechslung  mit  Oliver,  y^h  Finke,  Papst^Urk,  Westf.  b.  156  nro.  332 
4   Pottbaat   747ä.  5    Pinke   a.  a.  o.  156    nro.  33li,    vgl,  Wilmans 

a.  &'  Q.  96  nro.  141   Anm«  2. 


folgte  auch  seine  verheiratiiog  mit  Isabella ,  der  erbin  des 
konigreichs  Jerusalem,  welche  die  Verpflichtung  des  kaisers 
zum  kreuzzug  noch  verstärken  musste;  denn  nocli  war  das 
erbe  seiner  gemahlin  zum  weitaus  grössten  teile  im  besitz  der 
Sarrazenen ,  und  es  musste  fortan  eine  ehrensacbe  Friedrichs 
werden ,  seinem  königstitel  auch  eine  wirkliche  grundlage  zu 
schaffen. 

Bald  nach  dem  vertrage  von  San  Germaiio  traten  aber 
wieder  Spannungen  zwischen  dem  kaiser  und  der  kurie  ein, 
die  in  der  b^etzang  erledigter  bistümer  und  abteieii  in  den 
italienidchen  erhläiidem  durch  den  papst  ohne  nachgesuchte 
Zustimmung  des  landeshemi  ihren  grund  hatten,  unter  den 
gesandten ,  die  in  dieser  angelegen heit  zwischen  dem  kaiser 
und  dem  pa])ste  hin-  und  hergingen ,  befand  sich  auch  der 
kardinal  Oliver,  der  im  januar  1226  zum  kaiser  nach  Apnlien 
gesandt  wnrde ',  Eine  annährung  der  beiden  streitenden 
mächte  ist  auch  durch  Oliver  nicht  erzielt  wurden  und  war 
bei  der  Zähigkeit  der  parteien  durch  eine  blosse  Unterredung 
wohl  auch  kaum  zu  erreichen.  Dagegen  aber  äusserte  der 
kaiser  Oliver  gegenüber  seine  iibsicht  im  dem  termine  für  den 
kreuzKug  auf  august  1227  festzuhalten  und  hat  dieser  absieht 
auch  in  einem  schreiben»  das  er  von  Salerno  aus  am  L  februar 
wohl  zweifellos  auf  Veranlassung  des  kardinals  Oliver  an  die 
Friesen  gerichtet  hat,  ausdruck  gegeben  *,  Er  spricht  ihnen 
hierin  seine  volle  anerkenn nng  für  ihre  früheren  thaten  ,  be- 
sonders vor  Damiette,  aus,  und  *rroiahnt  sie,  sich  mit  einer 
flotte  dem  bevorstehenden  kreuzzuge  anzysehliessen,  denn  sie 
seien  geffirchtet  von  den  Volker m  ^  deren  erde  das  blut  der 
friesischen  märtyrer  gerötet  hatte. 


l  Ryccardt  de  S,  <ierniano  Annal.  in  Rlon.  Germ.  i^s.  13,  b,  345: 
.Hoocnui  papA  OHvenum  tiatione  . »  . .  .  ad  eccle^iaiu  Haricti  Vjncentii 
aBsumpiatn  electnm  ad  impenitorem  in  Apuüa  mittit'^.  Die  ganze  stelle 
in  der  li«.  M  lückenhaft  und  die  worte  'ad  —  assumptiim'  erganaun/^ 
UgbeUu  (wa5  aber  nnrichUg,  vgl,  Winkel  mann  9.  249  unm.  3).  Zu  be- 
dftaem  ist  hier  ganz  besondere  die  lücke,  welche,  wenn  vielleicht  anch 
nur  mit  *AIeTnannam'  oder  Tbeutonicnm'  zu  ergänzen  ,  ebeosogtit  uns 
noch  einen  be«timiDteren  anhaltspunkt  für  Olivers  Heimat  hätte  geben 
können.  2  Bohmer-Ficker  1594. 


Ln 

Hiermit  schliessen  für  uns  die  nachrichten  über  Oliver 
als  kardinal  ond  als  mensch  ab.  Noch  sind  uns  von  ihm  er- 
halten ein  brief  an  den  auch  als  kreuzprediger  bekannten 
Würzburger  domherrn  Salomoii  ',  in  welchem  er  sich  über  die 
ausschreitungen  mancher  kreuzprediger  beklagt,  sowie  eine 
anzahl  von  bullen  der  päpste  Honorius  IIL  und  Gregor  IX., 
die  Oliver  mit  unterschrieben  hat  ',  Die  letzte  die^r,  für  das 
Schottenkloster  in  Wien  bestimmt,  ist  datiert  von  Änagni  1227 
august  9.  I 

Am  18.  September  fand  unter  Gregor  IX.  die  erste  kardinals- 
erhebung  statt  und  bei  dieser  gelegenheit  wurde  bereits  magister 
Johann  Halgrin ,  früher  dechant  in  Ämiens  ,  zum  kardinal- 
bischof  von  S,  Sabina  ernannt*,  Oliver  muss  demnach  zwischen 
dem  9.  august  und  dem  18.  september  1227  gestorben  sein  *. 
Sein  grab  fand  er  in  italienischer  erde. 

n.  Die  Handschriften. 
I.  Die  handschriften  der  descriptio  Terre  sancte. 

Von  handschriften  der  descriptio  liegt  uns  nur  eine  vor» 
die  den  namen  Olivers  tragt.  Sie  beruht  in  der  grossherz. 
hofbibliothek  in  Darmstadt  und  ist,  obwohl  sie  erst  dem  15. 
Jahrhundert  angehörti  doch  sur  gruudlage  der  ausgäbe  gemacht 
worden,  weil  sie  die  einzige  ist,  die  das  werk  als  das  des 
scholastera  bezeichnet.  Diese  hs.,  welche  ausser  der  descriptio 
auch  noch  die  bist  regum  und  die  bist.  Damiat.  enthält,  be- 
zeichnen wir  mit  D,  Das  n ältere  hierüber  wird  unter  den 
hss.  der  bist.  Dam.  gesagt  werden. 

1  Brief  10,  üeber  Salomon  vgl.  Winkel  mann  s.  224  aoin.  3. 
2  Poithaat  7541,  7568  und  7B95  (Lateran),  7^bO,  7051,  7994,  8003  und 
8004  (Äna^iii),  S  Winkel  mann    s.  54<>.  4    Damit   würde  die 

angäbe  Roaenmeyera  in  Trosa,  Weatfalia  (1825)  11,  st.  4  s.  5ü»  dass 
Oliver  am  ^.  september  1227  geatorben  ut,  übereinstirauaen  ;  wober  er 
die»e  nacbricbt  bat«  ist  mir  nicht  erficht] ich,  dn.  Schaten,  Ann,  Pader- 
born. I,  708p  den  nosenmeyer  zitiert,  nichts  davon  sagt.  EnUtchieden 
unrichtig  aber  ist  desselben  angäbe,  dasa  er  in  Paderborn  geatorben 
iat  Ebenso  unbegründet  die  angäbe  sa.  rer.  Prus«.  V.  «.17,  daaa  Oliver 
jJedenfalU  vor  dem  19.  märs  1227  starbV 


um 


Um  nun  aber  den  flüchtigen    und  fehlerhaften    text   von 
D  richtig  zu  stellen,    haben  wir  noch   einige   hss*  des  sogen. 
Eugesippns-FretellutJ  und  des  sogen,  Inoominatus  VI  (Pseudo- 
Beda)  herangezogen  \  die  abweichun^en  dieser  aber  nur  dann 
anter  die  Varianten  aufgenommen,  wenn  sie  zur  richtigste! lung 
es  t**xtes  etwas  beitrugen,  die  rein  stilistischen  abweichungen 
so  nicht  berücksichtigt.     Benutzt  werden  von  diesen  folgende: 
1,  Hs,  der  konigl.  PauJinischen  bibliothek    in  Münster  i. 
W.  uro  269*,    pergamentha»    aus    dem   anfang    des    13.  jähr- 
hunderte,  26,8  cm  hoch  und  17,7  cm  breit.     Die  seite   ist  in 
der  mitte  in  zwei  kolumnen  gespalten :  die  zahl  der  zeilen  jeder 
ite,  die  zwischen  linien  stehen,  schwankt  zwischen  32    und 
7.     Die  band  ist  deutlich    und    korrekt     Uel>er    inhalt  und 
Herkunft  der  hs.  gibt  eine  gleichzeitige  bemerk ung  der  ersten 
ite  anskunft:  *Liber  sanctissirae  Dei  genetricis  Marie  virginis 
et  sanctorum  Cosme,  Daoiiani  et  Simonis  prophete  monasterü 
in    Leisborne'    ordinis    sancte    Benedicti.     In    isto    volumine 
ooatioentnr  snbscripti    libri:    Penitentiarins    Roberti,   De  situ 
Terre  sancte^     Diese  uotiz  wiederholt  sich  auf  dem  vorletzten 
blatte  in  folgender  fassung :  'Liber  sanctorum  Cosme,  Damiani 
Symeoui«  j>rophete  in  Lisbom ,  Penitentiarius  Roberti,  De 
situ  Terre  sancte'.     Doch  ist  ihr  inhalt  mit  dieser  angäbe  noch 
nicht  erschöpft  V     Der    uns   interessierende    teil    beginnt    mit 
dem  50.  blatte  und  trägt  die  Überschrift:  *De  situ  terre  Jhero- 
aolimitane  et  incolis  eins'.     Er  ist   eine  kompilation  aus  ver- 
schiedenen bestandteilen ,    die  pich    leicht  als  solche  erkennen 
lassen  und  uns  zum  teil  auch   als  selbständige    stÜcke    hand- 
achriftlich  Überliefert   sind.     Für    uns    kommt    nur  der   erflte 

Eteil  in  betracht  (fol.  50/56)*  Wir  bezeichnen  die  hs,  mit  X, 
2,  Hs.  des  dorag}"mna.siuras  zu  Magdeburg  nro.  178, 
ha,  des  13.  Jahrhunderts,  soweit  sie  für  uns  in  betracht  kommt, 
|[eiozelnes  auch  aus  dem  12*  und  14.  jahrhimdert) ,  meist 
religiösen  inhalts;  sie  enthält  foL  73777''  den  sogen.  Innomi- 

♦ 

1  Vgl.  die  zviaamnjeiiatenuDg  der  haa,  dieser  bei  Köbricht,  Biblio^r, 

gBOgr.  Palaeflt.    b.  33  f  and  85.  2   Ygl.  Joe.    Ständer,    Cafcaloj^u« 

Chirograph orum    in    regio    bibL   Paul.  Monaat.  «.  48.  3    Lieabora, 

.kr.  Beckam  pror.  Weatfalen.  4  Das  genauere  fgl.  Neues  Arehir  16» 


UV 


natus  VI,  (Pseudo-Beda)  und  bepiint :  'Volentes  midiie  noticiam 
terre  Jlierosolimitane  suniant  initium  a  Chebroü'  etc.,  scbluss: 
'earaque  Antoiiiam  vocaviL  Explicit.*  Doch  folgen  darauf  noch 
einige  bemerkungen  über  Jerusalem  und  seine  nächste  Um- 
gebung. Die  hs.,  20,5  cm  hoch  und  15  cm  breit  ist  äusserst 
klein,  aber  deutlich  und  sauber  geschrieben^  wenngleich  nicht 
frei  von  flüchtigkt*iten  und  jiuglassnngen,  38  Zeilen  auf  jeder 
Seite.     Wir  bezeichnen   sie  mit  U. 

Diese  beiden  hss.  liefera  im  wesentlichen  denselben  text 
mit  fast  ausschliesslich  stilistischen  abweichnngen.  Einen  weit 
ausführlicheren  dagegen  hat 

3,  Ha.  der  königl,  bibliothek  in  Berlin,  Msc.  lat  quart. 
291  ans  dem  14.  Jahrhundert.  Das  näliere  über  diese  vgl. 
unter  den  hss.  der  bist,  de  ortu  Jerusalem.  Wir  bezeichnen 
sie  mit  J. 


I 


n,  Die  handsclirifien  der  Mistoria  de  ortu  Jerusalem* 

1.  Hs.  der  konigL  bibliothek  in  Berlin,  Msc,  lat  quart. 
291,  Diese  hs.,  von  uns  mit  J  signiert,  welche  für  sämtliche 
schritten  Olivers  mit  ausnähme  der  briefe  in  betracht  kommt, 
ist  ein  sammelband  von  verschiedenen  banden  aus  dem  aufang 
des  14.  Jahrhunderts  geschrieben  ,  22  cm  hoch  und  15,5  cai 
breit  und  enthält  auf  der  ersten  seite  die  worte  *Fratrum 
Capncinoruni  Montia  angelorum  *  1637/  Ihren  inhalt  bildet 
zunächst  eine  HJronicn  Martiniana  de  summis  pontificibus  et 
imperatoribus\  die  fol,  1 — 4V  einnimmt  Hieran  schliesst  sich 
fol  42'  eine  kur7.e  gescliichte  der  reiche  Israel  und  Juda,  deren 
anfang  fehlt  und  die  am  ende  mit  der  erwähnimg  Chosrus 
und  Muhameds  in  wenigen  satzen  auf  Gottfried  von  Bouillon 
übergeht  Es  folgt  hierauf  fol.  43'  bis  iSV  Olivers  historia 
de  ortu  Jerusalem  ohne  Überschrift  und  ohne  den  verfiasser 
namhaft  zu  machen*  Indes  ist  das  werk  nicht  ganz  vollständig 
erhalten.  Wie  aus  den  aus  acht  perg  am  entblättern  bestehenden 
und  am  unteren  rande  gezählten  lagen  hervorgeht,  fehlen 
zwischen  dem  60,  und  61.  blatte  zwei  blätter.  Diese  lücke 
können  vrir  ausfüllen    durch   die  Wolfen  bütteler  hs. ,   auf  die 


1  Engel «berg  ist  ein  kapaKtnermäntierkloBter  im  Spesöart 


m 


m 

wir  sogleich  genauer  eingehen  werden.  Dieser  teil  des  codex 
isi  im  wesentlichen  korrekt,  mit  ziemlich  groseen  aber  nahe 
aneinander  gerückten  biichstaben,  im  dorchschnitt  mit  35  Zeilen 
auf  der  seite  geschrieben  und  bildet  die  grundlage  unserer 
ausgäbe  die^^er  schrift  Olivers.  Von  derselben  hand  schlieast 
sich  hieran  fol.  61'  ein  Verzeichnis  der  patriarchen  von  Jeru- 
salem, darauf  noch  auf  derselben  seite  der  sogen.  Eiigesippus- 
Fretellus,  ein  brief  mit  der  adresse:  *Venerando  in  Christo 
patri  et  dorniuo  Heriberto  Dei  gracia  Olomecenensi  episcopo 
Ruobertus  Fretellus  eadem  gracia  Anthyocheuus  archidiaconus' ', 
Nach  einer  einleituug  beginnt  die  eigentliche  beschreibung 
des  h.  landes  mit  den  werten :  'Vertam  etiam  stihim  nostrum 
aumens  initium  a  Cbebron^  que  est  Ebron^  etc.  Sie  schliesst 
foL  66'  mit  den  Worten  :  ^Qiiod  autem  habes,  hoc  tibi  do*, 
d.  h.  s.  17  unserer  ansgabe,  entsprechend  den  Worten:  ^quia 
toium  quod  habuit  dederat*.  Dieses  stück  der  hs.  haben  wir 
zur  vergleichung  der  descriptio  wie  sie  D.  liefert  mit  heran- 
gezogen. Hieran  schliesst  sich  eine  kooipilation  über  Muha- 
med  und  die  Sarrazenen  ,  die  am  an  fang  zum  gross ten  teile 
auf  Haymarus  Miinachus  (Jacobi  de  Vitriaco  lib.  III  bei 
Bongars  Gesta  Dei  1^  s.  1125  ff.)  zurückgeht,  dann  aber  aus 
verschiedenen  quellen  schöpfte.  So  finden  wir  foL  68'  die  worte  : 
*Hic  (näml.  Honorius  IlL)  de  latere  suo*  etc.  entnommen  dem 
achluaskapitel  der  bist*  regum  bis  zu  deren  ende.  Fol.  68* 
tragt  ein  abschnitt  die  Überschrift :  *Juraineutum  .soldani^  Er 
enthält  die  stelle  der  bist.  E^am.  cap.  79;  *Ponens  manum 
dextram  .  .  .  dicunt  se  non  teneri*.  Ferner  findet  sich  fol. 
GSVöS""  der  ganze  passus  der  bist.  Dam.  cap.  24 :  'Anno  gracie 
CCXIX  regina  civitatum  .  .  .  firmissirae  custodiunt\  ün- 
iittelbar  hieran  schliesst  sich  ein  abschnitt  *De  diatinctione 
balsami  et  confectione  et:  ubi  inventtur'.  Dieser  enthält  bist. 
Dara.  cap,  60:  'Inter  Kayrum  et  Babylonem  .  .  .  Chrisiiano« 
Sarracenos  ministroa*.  UnabhUngig  von  dieser  konipilation 
d  von  einer  anderen,  dem  ende  des  14.  jabrhundertjs  ange- 
rigen hand  folgt  dann  foL  77'  noch  das  aus  der  bist.  Dam. 

« 

l  Vjifl.  Röhricht  a.  a.  o.  8. 35.  wo  der  nftme  dea  biachoft  von  OlmüfcK 
iitig  mit  Heiimch  statt  wie  oben  mit  Herbert  angegeben  wird. 


LVl 


cap.  6J /69  genommene  stück:  'Infra  Kairum  spaciuoi  .  .  .  iosnla 
prescripta*  und  *Ä  Babylone  superius  .  .  .  se  valeant  exctIsare^ 
Was  hierauf  in  dem  codex  folgt,  ist  für  uns  von  keiner  be- 
dentung.  Doch  habon  wir  niclit  unterlassen  können,  die  ane 
der  hiat.  reg,  und  bist  Dam.  genommenen  stücke  dieser  hs, 
bei  der  vergleiehung  der  hss.  mit  heranzuziehen  und  die 
Varianten  zu  verzeichnen. 

2.  Handschrift  der  herzogl.  bibliothek  in  Wolfenbüitel, 
sign,  30,  5.  Aug.  foK,  cod.  membr.  dea  13.  Jahrhunderts,  32  em 
hoch  und  22  cni  breit,  durcbgänig  iu  zwei  spalten  schon  ge- 
schrieben mit  45  Zeilen  iu  jeder.  Auf  der  ersten  zeile  oben 
finden  sich  die  worte:  'Ego  Widekindns  canonicus  et  chor- 
episcopus  sancti  öereonis  '  hunc  librum  legavi  ecciesie  sanctt 
Pautaleouis  pro  remedio  auime  mce\  eine  nofciz,  die  sich  viel- 
leicht nur  auf  den  ersten  teil  der  hs:  *De  sanctitate  meritorum 
et  gloria  miraculorum  beati  Karoli  magni  ad  honorem  et 
laudem  nominis  Dei*  bezieht  Auf  diese  schrift  folgt  foL 
65''/128'  die  historia  JherosoL  des  Jakob  von  Vitry  (L  oiid 
2,  buch).  Hieran  schliesst  »ich  foL  129V133'  die  historia  de 
ortu  Jei'uaalem.  Eine  abschrift  dieses  stückes,  die  herr  pro* 
fessor  dr.  Ficker  i.  j.  1850  an  ort  und  stelle  gemacht  hat, 
wurde  mir  von  diesem  freundlichst  zur  Verfügung  gestellt. 
Kicker  hielt  dieses  stück  für  Olivers  werk  *,  wozu  er  nach 
der  vorangestellten  einleitung  berechtigt  war.  Da  es  uns  nun 
gelungen  ist,  in  J  das  vollständige  werk  zu  entdecken,  er- 
sehen wir,  dass  das  iu  unserer  hs.  enthaltene  stÜck  nur  ein 
magerer  auszug  aus  dem  werke  Olivers  ist»  deu  wahrscheinlich 
der  in  der  einleitung  genannte  Theodericus  selbst  verfertigt 
hat.  Nach  seiner  eigenen  angäbe  ist  er  selbst  im  heiligen 
lande  gewesen;  doch  ist  es  mir  nicht  gelungen,  eine  weitere 
spur  von  ihm  zu  finden.  Diese  Einleitung  lautet:  *0ranibu8 
sancte  et  individue  trinitatis  cultoribus   et  precipue   benignis- 

1  Widefcind  ht  1235/47  ak  eolcher  nachweisbar  (raitteüung  de«  herrn 
gell,  arch.rat  Harlesa  in  Dasseldorf).  2  Ficker,  Engelbert  der  heilige 

B.  251;  er  vermutet  nur,  dRsa  TbeotlericuB  das  werk  .vielleicht  hat 
kürzen  laa8en^  Zeit-schr.  für  öeacb.  u.  Altertumskunde  Westf«  13,  8.290. 
Ebert  dagegen  legte  die  sebrift  dem  Theodericus  aelbst  bei ,  Petts 
Archiv  Vil,  ».  1, 


I 


LVII 


simi  domiiii  nostri  Jhesit  Christi  dilpctoribus  Thiodericus 
omnium  tarn  inonftchorura  quam  Cliristianorum  peripsima  sie 
in  hac  fragili  vita  passiooibus  Christi  commutiicare ,  ni  ei  in 
perpetuam  feliciter  mereantur  conregfiare.  Ea  qoe  de  locis 
sazictis,  in  quibiis  sciJicet  Salvator  nosW  corporalem  preseiiciani 
exhibens  eae  beate  hiimanifcatis  atqiie  nostre  redeinptionia 
officia  sive  misteria  ioplevit,  que  vel  ipsi  visu  cognuviraus 
vel  aliorum  relatu  veraci  didiciraiis,  scedulia  et  apicibus  anno- 
tare  curavimus,  »t  d&sideriis  eoniiii,  qui  eiira  corporali  gresau 
illuc  sequi  non  posaunt,  in  decluratione  eoruiii,  qtie  visa 
nequeoüt  attingere,  vel  anditu  percipiaoti  pro  posse  satis- 
faciamii9.  Hoc  auiem  studio  idcirco  nog  deaudasse  lector  omnia 
agnoscat,  nt  ex  hac  ipsa  lectione  sive  oarratione  Christum  in 
memoria  Sem  per  discat  habere  et  eum  in  memoria  retinens 
studeat  amare,  amando  ei,  qui  pro  m  pa^sus  est,  compaciatuff 
compaciens  eius  desiderio  accendatiir,  desiderio  ipsiua  accensus 
a  peccatis  absolvatur,  a  peccatis  absulutus  graciam  ipsius 
cDD^equatur,  graciam  ipsius  consecutus  regnura  Celeste  adipis- 
catur,  quod  ipse  conferre  diguetur,  qui  cum  Patre  et  Spiritu 
sancto  vi\it  et  regnat  Dens  per  omnia  secula  seculorum. 
Amen'*  Die  unmittelbar  darauf  folgenden  Worte  einer  anderen 
fast  gleichzeitigen  hand  bezeichnen  das  werk  geradezu  als 
einen auszug  ans  dem  Olivers:  *Huiu8  prefaciuncnle  subsequen- 
tem  narrationem  invenies  plenarie  in  libro  hystorie  magistri 
Oliven  primo  scolastici  Colouiensis  postmodura  cardinalis 
effectit  qui  siuain  historiara  de  orto  Jherusalera  et  eius  variin 
eventibus  a  tempore  Abrahe  nsqiie  ad  captionem  Damiate  et 
eins  restitutionem  sub  soldano  Kernel  factam  teraporibus 
Priderici  imperatorts  texendo  perstringit^  Es  folgt  sodann 
von  der  ersten  band  der  auszog  ans  Olivers  werk:  *Summe 
potens  Pater  ,  .  .  detentara  expugoavit'  nnd  unten  am  rande 
fol-  133',  während  die  seite  fast  unbesi*hrieben  ist,  die  ein- 
leitnng  der  hist.  regum:  'Altissimus  super  onaniquamque 
gentetn  ,  .  .  diutiiis  detinendam*.  Die  hs.  hat  för  uns  den  wert, 
einmal  an«  ihr  den  titel  des  werken  Olivers  kennen  zn  lernen, 
sodann  durch  sie  eine  kontroüe  von  J  wenigstens  för  die 
wörtlich  herö hergenommenen  stellen  zu  haben,  feraer  und 
bauptdächlidi,  die  oben   erwähnte    lacke  in  J  durch  sie  aus- 


Lvm 

f(illeii  zu  können,    wenn  auch    onr    in  der  gedrängten    kün^, 
wie  sie  sie  uns  bietet.     Wir  hezeiclinen  die  hs,  mit  0* 


III.  Die  liandschrifteu  der  Historia  regntn. 

Von  dieser  sind  uns  zwei  handschriften  bekannt  gew« irden, 
L  die  bereits  erwähnte  ha.  D  der  darmstadter  hofbiblio- 
thek,  die  aber  die  bist,  reg.  nnr  bis  zum  schluss  des  cap,  106 
enthält  und  nach  den  Worten  *victoriosus  obtinuit'  nur  noch  ■ 
hinzufügt :  *Sic  rivitas  saiictti  i>eceatis  nostris  exigentibus  per-  m 
niansit  in  pafceatate  paganorum.  Hanc  hist^riam  cnni  magoa 
still  brevitat^  compilavit  magister  Oliverua  scolasticus  Colo- 
niensis  apod  Damiatani  et  hanc  que  sequitür  (näml.  die  bist. 
Dam,)  anno  Tiiillesimo  ducentesinio  decimo  nono',  II 

2,  Handschriften  der  königlicben  bibliotbek  in  Hannover 
sign*  XXX VII,  1807.  Sie  enthält  die  ganze  bist,  regum  und 
wird  von  uns  mit  H  bezeichnet.  Da  H  wie  D  auch  die  bist. 
Dam,  enthalten ,  so  folgt  das  nähere  ober  sie  weiter  unten 
unter  den  hss.  der  bist   Dam. 

3,  mag  hier  noch  0  erwähnt  werden,  die,  wie  wir  oben 
bemerkten,  die  einleitung  der  bist.  reg.  enthält,  und  ■ 

4,  J  fiir  die  oben    bezeichneten   stücke   der    bist,   regum. 

IV«  Die  handschnfteu  der  Histaria  Damiatina,  ■ 

Die  hiat.  Dam.  ist  nicht  ein  von  vorherein  plan  massig 
angelegtes  werk,  sondern  ans  zwei  brieten  zusammeügeaetaeti 
die  Oliver  aus  Egypten  nach  Köln  schrieb  und  daun,  wie  wir 
8ehen  werden,  durch  iortaetzungen  nnd  Überarbeitung  in  drei 
verschiedenen  redaktionen  in  die  endgültige  form  gebracht 
worden*  Danach  teilen  wir  die  handachriften  in  folgende  klasaeu  :  ■ 

a)  Die  handschriften  des  ersten  briefes.  " 
Solche  sind  nns  nicht  erhalten,  denn  der  erste  selbständige 
brief,  den  Oliver  ans  Egypten  schrieb,  gelangte  in  dieser  form 
nicht  in  die  hist  I^auL  und  ist  deslmlb  unter  die  einzelnen 
briefe  eingereiht  (uro.  3),  ebenso  dessen  hs.  unter  die  der 
einzelnen  briefe  (W),  Die  überarbeitete  form  aber  iat  uns  nur 
in  den  hss*  der  ersten  redaktion  erhalten  und  wird  unter  diesen 
besprochen  werden. 


LIX 


' 


b)  Die  handschriften  des  zweiten  briefes. 
Dieser  brief  föhrt  die  ereignisse  in  Egypteti  bis  zum  5.  noveniber 
1218  und  wird  bald  darauf  geschrieben  sein.  Von  ihm  be- 
giizen  wir  folgende  handschriften : 

1,  Leyflen,  Universitätsbibliothek,  Voss.  cod.  lat  nro.  13 
in  4^  ',  ein  samnielband  aus  dem  ende  des  13,  spätestens 
aoEang  des  li,  Jahrhunderts.  Der  brief,  der  die  Überschrift 
tragt:  'Oliverü  epistola  ad  Engelbertum  archiepiscopnm  Colo- 
nieiiflem  de  obsidione  Damiat6\  ist  in  kleiner  gedrängter  schritt 
ahne  jeden  absatz  geschrieben  und  nimmt  nur  acht  volle  Seiten 
and  sechs  reihen  der  neunten  in  ansprach.  Hie  seite  ist  in 
zwei  kolumuen  geteilt,  jede  mit  39  Zeilen.  Die  h«.  ist  zwar 
nicht  unschön ,  aber  äusserst  inkorrekt  und  fehlerhaft  und 
macht  den  eindruck  als  ob  der  Schreiber  seine  vorläge  niclit 
gut  lesen  konnte  und  auch  nicht  besonders  viel  latein  ver- 
stand,  denn  es  fiuden  sich  neben  irrtümem  wie  'gladii*  für 
*galeeS  ^quorum'  für  *eqnorum'  auch  locken  von  ein  bis  zwei 
Wörtern,  die  nur  zum  teil  später  ausgefüllt  wurden.  Wir  be- 
zeichnen sie  mit  L. 

2,  Paris,  nationalbibliothek  lat.  uro.  4861  *,  aus  dem  13* 
jalirhundert,  ein  starker  band,  29^5  cm  hoch  und  23  cm 
breit,  der  mit  Euaebius  beginnt  und  u.  a*  auch  die  Continuatio 
Prosperi  und  Chron.  Sigiberti  Gembl  enthält  Pol  121^123" 
befindet  sich  Olivers  brief.  Die  schrift  ist  schön  und  deutlich, 
jede  Seite  in  zwei  kohimnen  geteilt,  enthält  42  zeilen,  ausser 
der  lezten ,  die  nur  40  zeilen  aufweist  Eine  überschritt  bat 
der  brief  nicht,  die  adresse  ist  auch  nur  angedeutet :  'Oliverus 
E.  arcbiepiscopo  Coloniensi\  und  der  schluss  bricht  mit  den 
Worten  ab:  'Letare  provincia  Coloniensis^  Wir  bezeichnen 
die  hs.  mit  N. 

3,  Rom,  vatikaniBches  archiv ,  bibliothek  der  königin 
Christine  nro*  572  (olim  13;^!*) ',  aus  der  zweiten  hälfte  des 
13.  Jahrhunderts,  24  cm  hoch  und  4,5  cm  breit  Sie  ist  ein 
^ammelband  und  enthält   unter  andern    auch   die  von  Hagen- 

1   Vgl  Peru  Archiv  Vll  137,  2  Vgl  PerU  Archiv  VII,  b.50. 

üuch  crwÄhnt  von  Kiant,  Arcliives  de  Tor*  lat.  11,  137  als  .Epistola  ad 
ßfigelbertum'.  3  PerU  Archiv  XII,  e.  294. 


LX 


ineyer  herau^gegebeaee  Gesta  Fraucorum  '.  Das  letzte  stück 
dieser  sainralung  bildet  Olivers  brief,  der  s,  69'  ohne  weitere 
f^berschrift  mit  der  vollen  adresse  beginnt  und  14  volle  selten 
mit  28  bez.  29,  29,  31,  31,  30,  30,  30,  80,  29,  29,  30, 
30,  31  imd  die  15.  mit  acht  zeilen  eiimiinmt  und  in  grossen. 
fetten  bnchstaben  geschrieben  ist.  Doch  macht  die  schrift, 
da  die  zeilen  nicht  gleichmüäsi^  von  einander  abstehen  nnd 
aoc.b  nicht  inimpr  parallel  laufen,  keinen  schönen  eindruck.  i 
Eine  band  des  17.  Jahrhunderts  hat  auf  den  oberen  rand  der  ■ 
t>9.  Seite  gesetzt:  'Ex  bibliotheca  Pauli  Petavii  8eüatori8^ 
Wir  bezeichnen  sie  mit  R. 

4,  Rom ,  vatikauiscbes  archiv,  bibliothek  der  konigia 
Christine  nro.  563  *,  handschrift  aus  dem  ende  des  13.  jähr- 
hunderts,  29,5  cm  hoch  und  21,5  cm  breit.  Obwohl  die  hs. 
ganz  heterogene  stücke  enthält,  ist  sie  doch  von  einer  band 
geschriebenf  mit  ausnähme  von  blatt  l  und  14,  die  aus  irgend 
welchem  gründe  später  erneuert  wurden,  S,  207'  beginnt  die 
'Epistola  Oliveri  cjuomodo  capta  fuit  Damiata  a  GhristiaDts' 
und  reicht  bis  foL  220.  Dieser  brief  bildet  den  letzten  teü 
der  hK  Er  beginnt  mit  einer  schnnen  initiale,  an  denen  die 
hs.  überhunpt  reich  ist,  nnd  ist  klein  aber  deutlich  geschrieben, 
zwei  kolumnen  auf  jeder  Seite,  jede  spalte  mit  42  Zeilen,  ohne 
korrektur  und  fast  ohne  Schreibfehler.  Aus  änsseren  wie  inneren 
gründen  ist  diese  hs.  als  die  beste  der  uns  von  diesem  briefe 
erhaltenen  anzusehen.     Wir  bezfichnen  sie  mit  V»  _[_ 

5.  Hierzu  muss  auch  gerechnet  werden  die  bereits  oben 
unter  IV  a  erwähnte  hs.  W,  weil  sie  nur  mit  forUassung 
der  adresise  diesen  brief  ohne  weitere  Vermittlung  an  den  ersten 
schobj  sodass  von  einer  weiteren  redaktiooellen  Überarbeitung 
nicht  die  rede  sein  kann.  Die  Varianten  dieser  hs.  verdanke 
ich  anch  berrn  profeasor  dr.  Ficker,  die  noch  mit  dem  drucke 
dieses  briefes  bei  Waüz,  Chron.  reg.  Colon,  s.  330/7  ver- 
glichen wurden.  ■ 


6.   Paris,  nationalbibliothek  nro.  5136*, 
des  16,  Jahrhunderts    iu  foL  ,  30  cm   hoch 


papierhandsch  rift 
und    21  cm  breit 


1  Vgl.  Hagenmeyars  anagabe  (Beidelb«rg  189Ü)  s«  95,  2  Perti 

Arübiv  XU,  8.  292,  S  a.  a.  o.  VIT,    s.  56,  auch  erwähnt  Archives 

de  rorient  lat.  I!,  s,  138. 


LXI 


Bie  tragt  aaf  dem  zweiten  blatte  die  notiz  ^ex  veteri  codice 
Victorino*,  und  enthalt  allein  den  brief  Olivers,  der  17  und 
eine  halbe  seite  umfasst,  bezeichnet:  'Oliverii  epistola  ad 
Engelbertum  archiepiscopum  Coloniensem  de  captu  Daniiata 
et  eis  quae  vidit  in  Oriente^  Die  ha.  ist  scbaii  in  der  neueren 
Orthographie  (ae  und  oe  statt  e,  fast  immer  Hiero&olima  n.  s, 
wj)  geschrieben  und  scheint  nach  der  akschrift  kollationiert 
zn  sein,  da  teil»  am  rande  teib  im  texte  von  derselben  liand 
besserungen  nnd  nachtrage  vorgenommen  worden  sind  ;  den- 
noch sind  einige  Unrichtigkeiten,  wie  poendtentiam  statt  pote- 
statem,  specialiter  für  spiritualiter  u,  a.  stehen  geblieben. 
Mit  den  anderen  hss,  dieses  briefes  verglichen  nähert  sich 
diese  mehr  V  und  N  als  den  anderen^  ohne  aber  direkt  auf 
eine  iran  beiden  xurilckzugehen*  Die  Varianten  wurden  mir 
von  henm  professor  dr,  Koliricht  in  Berlin  freundlichst  zur 
verfllgung  gestellt,  und  nach  dessen  vorgange  bezeichnen  wir 
die  ha.  mit  C. 

7.  Paris,  nationalbibliothek  cod-  lat.  nro.  4955  fol.  88/91. 
handflchrift  des  14.  Jahrhunderts  in  fol.  '.  Die  an  ort  und 
stelle  vorgenommene  koUationierung  hat  herr  professor  Röh- 
richt, der  die  hs.  mit  B  bezeichnet,  mir  gütigst  ZAir  Verfügung 
gestellt.     Wir  bezeichnen  dieae  hs.  mit  E, 

8.  Klosterneuburg,  Stiftsbibliothek  nro,  791  foL  90/95, 
enthält  eine  äusserst  Stichtig  geschriebene  hs.  dieses  briefes. 
Sie  i«t  eine  pergamenthandachrift  des  13,  jahrhonders.  Nähere 
angaben  waren  aus  Klosterneuburg  nicht  zu  erhalten.  Was 
den  t«xt  betrifft,  so  zeigt  dieser  nicht  unwesentliche  ah- 
weichungen  gegen  die  vor  hergenannten  hsa.,  sodass  mau  hier 
schon  eine  fremde  Ciberarbeitung  annehmen  kann.  Eine  von 
herrn  dr.  Uhlirz  verfertigte  abschritt  dieser  hs.  wurde  mir 
ebenfalls  von  herrn  professor  Röhricht  bereitwilligst  überlassen; 
nach  »einem  vurj^ange  bezeichnen  wir  diese  hs.  mit  Cl. 

Es  sind  sodann  noch  drei  bsä.  benutzt  worden,  die  eine 
groppe  für  sich  ausmachen  und  deshalb  hier  zusammen  ge- 
nannt werden  mögen.  Alle  drei  enthalten  den  brief  in  einer 
von  dem  texte  der  bbher  genannten  hss.  vielfach  abweichenden 

* 
1  VgU  Perta  Archiv  VII,  53  und  Archires  de  TOnenl  lat,  II,  a.  187. 


l 


LXII 


I 


ftbemrbeikung,  stimmen  zwar  öfbers  mit  Cl  überein,  haben  aber 
sonst  mit  dieser  lis.,  die  im  übrigen  nach  ganz  anf  der  grund- 
lage  der  vorliergenarmteii  steht,  nichts  geraein.  Die  beiden 
zuerst  zu  nennenden  ^ebeii  ausserdem  den  uns  hier  allein 
interessierenden  teil  als  fortsetznng  des  von  Köhricht  in  seinen 
Qninti  belli  sacri  Script  min.  s.  29/42  unter  dem  titel  GesisL 
crocigerornoi  Rhenanornni  nach  den  beiden  zunächst  folgen- 
den liBS.,  und  von  Waitz  in  seiner  Chronica  regia  Colon ienais 
B.  339/348  nur  nach  der  ersten  hs.  veröffentlich t-en  abschnittes, 
während  die  dritte  unseren  brief  allein  in  dem  mit  deu  beiden 
anderen  übereinstimmenden  texte  enthält. 

9.  Leyden,  Universitätsbibliothek  Vossian.  nro.  95  in  fol., 
cod.  nieuibn  et  ehartuc.  Am  15.  jahrhnnderts  \  29,5  cm  hoch 
und  19,5  cm  breit,  in  zwei  spalten  auf  der  aeite  geschrieben, 
jede  spalte  zvi  38/43  Zeilen.  Die  schrift  ist  unschön  und  ziem- 
lich nachräasig.  Die  rubrizierte  Überschrift  de»  ganzen  lautet:  I 
'bn'ipit  relatio  Jheroaolimitanu  patriarche  Romano  pontifici 
de  transraarinis  principibns  8alahadino  eiiam  Sephedino  et  de 
variis  eventibus  Chriatianorum  et  preliis  contra  perüdem 
gentern  Sarracenorum',  Hierauf  folgt  mit  unwesentlichen 
abweichungen  das  bei  Bongars,  Gesta  Dei  I,  s,  1125/26  zeile 
29  gedruckte  stück:  'Dominus  pajm  Innocentius  .  .  .  triginta 
milia  Sarracenati\  alsdann  das  von  Röhricht  und  von  Waiti 
veröffentlichte  stück^  de^ssen  wir  r»ben  gedachten.  Von  diesen 
beiden  stücken  kommt  das  erste  für  uns  überhaupt  nicht  in 
betracht",  das  zweite  stÜck  können  wir  übergehen,  weil  wir  ee 
hierbei  nicht  mit  einer  hs.  des  ersten  briefes  Olivers  zu  thun 
haben,  sondern  mit  einer  benutznng  und  Verarbeitung  in  etwa 
derselben  weise,  wie  wir  sie  auch  bei  den  Annale»  Colonienses 
beobachten  können.  Erst  der  folgende  teil,  fol.  7^  spalte  2 
beginnend,  der  den  zweiten  brief  Olivera  in  der  oben  ange- 
gebenen weise  enthält  und  ihn  ohne  weitere  Unterbrechung 
mit  einer  roten  initiale  an  das  vorhergehende  schiebt,  ist 
bei  der  folgenden  ausgäbe  benutzt  und  mit  Vo  bezeichnet 
worden. 


! 


I 


1  Vgl  Peru  Archiv  VII,    136* 
ichungen  ^ur  D,  Gesch«  XVI,  a.  153. 


2    Vgl«  Röhricht   in   den  For- 


Lxm 


semern    vorgange 


10.  London,    British  museum,    Buniey   uro,  351  enthält 
hier  in  betracbt  kommende  stiick  s.  221/240.     Der   cod. 

mcinbr.  in  fol.  gehört  dem  ende  de8  13.  jahrhiindeits  an  uml 
tat  hervorragend  dmitlich  und  schön  geschrieben.  Die  Seiten 
sind  in  der  mitte  in  zwei  spalten  geteilt  und  enthalten  32  oder 
33  Zeilen.  FÜese  hs.  hat  fioh rieht  zu  seiner  ausgäbe  der  Gesta 
crucigerorum  Rhenanoruni  a.  a.  o. ,  sowie  in  seiner  ausgäbe 
der  briefe  Olivers  im  zehnten  bände  der  Westdeutschen  Zeit- 
schrift benutzt,  und  wir  bezeichnen  nach 
diese  hs.   mit  Bb. 

11.  Rom,  vatikanische  bibliotbek,  cod.  reg.  Christine 
uro.  547,  cod.  niembr.  aus  dem  ende  des  14.  Jahrhunderts, 
37  cm  hoch  und  27  cm  breit,  die  Seiten  in  der  mitte  in  je 
xwei  kolumnen  geteilt,  jede  zu  öü  zeilen.  Dris  ganze  zerfallt 
in  artikel.  Der  48.  artikel  beginnt:  'Quadragesiinns  octavus 
artieulus  de  bellis  et  tempestatibus  et  alii.s,  que  ante  Damiatam 
obsrdionis  tempore  contigerunt,  habet  qiiatuor  conclusiones, 
prima  de  duplici  hello  ,  .  .,  secunda  de  mirabiii  inundatioue 
marid  ,  .  .  iercia  de  morbo  incurabili  et  nave  perforata  .  .  , 
qnarta  de  decem  Thetitonicis,  qni  ponteui  frangentes  quatnor 
naves  hoßtium  addnxenjut;  quautuöi  igitur  ad  primuni  de 
daplici  hello  dicit  idem  in  eodem:  Post  captam  turrira'  etc. 
Hier  also,  auf  foL  73^  zweite  spalte,  fünfte  zeile  von  unten 
beginnt  das  hier  in  frage  kommende  stück  der  hs.,  und  endigt 
mit  foL  76%  zweite  spalte,  siebente  zeile  von  oben  K  Diese 
ha,  ^Tirde  für  berrn  prof.  Röhricht  an  ort  und  stelle  ver- 
glichen, und  dieser  hat  mir  die  kollation  freundlichst  zur  Ver- 
fügung gestellt.     Wir  bezeichnen  diese  ha.  mit  K. 

c.  Die  handschr  i  f  teil  der  ersten  redaktion. 
1.  Zeitz,  bibliothek  des  stiftsgymuasiums  uro.  1^  ein  dicker 
p^rgamentcodex  des  13.  Jahrhunderts  * ,  28  cm.  hoch  und 
19,5  cm  breit.  Er  enthält  die  chrünik  iWs  Kckehard  von 
Aora  und  fol.  228V237''  eiTien  teil  der  bist.  Dam.  unter  dem 
^^tel;  'de  magnificencia  dextere  virtutis  Dei  opusculum  Öliveri'; 
^■rischen  fol.  230  und  231  aber   ist   fol.    226,    das   noch  die 

1  Freundliche  mitteilung  des  herrn  prof.  dr.  Fri^en«burg  in  Rom. 
Pertz  Archiv  VllI,  a.  705. 


Lxrv 


Chronik  Eckehards  enthält,  fälschlich  zwischengebundeD.  Die 
hs.  schliesst,  am  schlusse  allerdings  mit  bedeutenden  lücken 
gegenüber  dem  abgeschlossenen  texte,  mit  den  worten:  ^oportuno 
recedere  non  valeant',  d,  h.  mit  cap.  40.  Die  schrift  ist  groas 
und  klar,  vierzig  Zeilen  auf  der  seite,  aber  oft  flüchtig  und 
mit  auslassungen ;  zwei  bald  auf  einander  folgende  gleiche 
oder  ähnliche  worte  der  vorläge  liessen  das  ange  des  schreihera 
fast  regelmäsaig  irre  gehen  und  verursachten  den  vyegfaJI  des 
zwischen  ihnen  stehenden  pass,su8.  Eine  andere  gleichzeitige 
band  hat  den  stoff  in  eine  einleitniig  und  zwölf  kapitel  ge- 
teilt und  durch  rote  Überschriften  kenntlich  gemacht.  Nach 
der  bist.  Dam»  folgt  die  bei  Eccard  corp.  bist.  11,  1451/4 
nach  dieser  hs.  gedruckte  abhandlung  ^de  rege  David  filii 
regis  Johanni8\  Auf  dem  zweiten  blatte  des  ganzen  rase 
findet  sich  die  notiz:  Über  chronicanun  per  conipeudium  vel 
summa  sancte  Marie  in  Poaaugia,  passagium  Terra  sancte 
anno  Domini  MCCXVII*,  und  auf  dem  vorletzten  blatte  unten: 
Miber  sancte  Marie  in  Posovia' ,  welche  die  herkuaft  der  hs. 
aus  dem  kloster  Posan  darthun ;  vgL  auch  die  einleitung  der 
ausgäbe  von  Kckebard  in  den  Mon,  Germ.  ss.  VI,  Wir  be- 
zeichnen die  hs,  mit  Z. 

2,  Cambridge,  Universitätsbibliothek  ,  Ft  L  25  nro.  4  *, 
pergamentbaadschrift  des  13.  Jahrhunderts,  27  cm  hoch  and 
18,5  cm  breit.  Die  hs.  ist  ein  codex  miscelL  und  enthalt  die 
bist.  Dam.  fuh  65/71''.  Die  seite  ist  in  der  mitte  in  zwei 
kolumnen  ges])alten  und  liniert  Die  aeite  enthält  bis  m 
42  Zeilen,  »o  das  die  scluift  ziemlich  klein  und  zusammen- 
gedrückt ist.  Trotzdem  aber  iät  sie  deutlich  und  mit  Sorg- 
falt gemacht.  Auslassungen  und  Schreibfehler  finden  sich 
nur  sehr  selt<in.  Von  einer  sehr  ahnlichen  band  ist  eine  ein- 
teilung  dee  ganzen  in  kapitel  gemMht  und  mit  roter  tinte 
die  inhaltsangabun  Ober  die  einzelnen  abschnitte  gesetzt  worden. 
Die  Zählung  der  kapitel  hört  allerdings  schon  mit  ^capitulum 
quintum'  auf,  die  inhaltsangaben  sind  aber  bis  zum  Schlüsse 
durchgeführt.     Der  an  fang  eines  jeden  kapitels  zeigt  eine  nicht 


\ 


1   Vgl.  Hardy,    descriptive  catal,  of  materiab  .  .  ,  to    the    bistorj 
of  Great  ßritatD  and  Ireland  111,  59. 


LXV 


ohne  geachmack  hergestellte  in  mehrereo  färben  ausgefdhrfce 
initiale.  Wir  bezeichnen  diese  handschrift,  die  übrigens  Thomas 
Gale  benutzt  hat  bei  seiner  ausgäbe  der  „Hist.  cuptioriis 
Damietae'*,  mit  F. 

3,  London,  hacdsclirift  der  Society  of  Gray's  Ina  nro.  14. 
Diese  hs.  ist  ein  sammelband  in  foL  und  enthält  auch  drucke 
neben  der  hs.  *  Der  hier  in  betracht  kommende  teil  der  hs., 
dem  13.  Jahrhundert  angehörend,  beginnt  foL  108  und  reicht 
bis  foh  113.  Die  blätter  sind  kleiner  als  die  übrigen  der  hss. 
namlieh  26/27  cm  hoch  und  18/19  cm  breit.  Die  Schrift  mt 
äusserst  korrekt  und  zeigt  nur  gegen  das  ende  einige  flüchtig- 
keit ;  sie  lauft  über  die  ganze  seite  hin ,  von  denen  eine  jede 
47  Zeilen  hat;  sowohl  die  einzehien  zeilen  wie  die  einzelnen 
buchstaben  sind  scharf  an  einander  gerückt.  Auffallend  ist, 
dass  ausser  des  pnnkt  kein  interponktionszeichen  angewendet 
wird.     Wir  bezeichnen  diese  ha.  mit  C 

4.  Hierher  gehört  auch  die  ha.  der  königl.  Universitäts- 
bibliothek in  Upsala  sign,  C.  53,  cod.  chartac.  des  14.  viel- 
leicht schon  des  15.  Jahrhunderts,  in  4°,  20  cm  hoch  und 
15  cra  breit,  mit  nicht  schöner  aber  doch  deutlicher  schrift, 
im  durchschnitt  27/28  zeilen  auf  der  seite.  Diese  hs.  nimmt 
eine  eigentümliche  stellang  zu  den  drei  vorhergehenden  ein 
und  könnte  ebenso  zu  der  gruppe  P  M  gerechnet  werden,  in- 
sofern sie  den  text  in  Zusammenhang  mit  einem  teil  der 
lielatio  des  Haymarüs  Monachns  bringt;  sie  gehört  aber  hier- 
her, weil  sie  den  text  der  zweiten  redaktion  bietet,  was  an- 
fang  und  ende  betrifft.  Der  abschnitt  der  hs.,  der  auch  die 
bist.  Dam.  enthalt,  beginnt  s.  58  und  endigt  s.  Uö"",  wo  er 
mitten  im  satze  abbricht.  Sie  beginnt  mit  dem  werke:  'Terra 
JerosoHraiUna  in  centro  mundi  .  .  .  litieram  Sarracenicaro  et 
valde  corruptara  habent\  das  Thomas  in  den  Sitzungsberichten 
der  k.  bayr.  akademie  der  Wissenschaften  1865,  II,  s.  141/160 
herausg^eben  hat,  und  in  kürzerer  fassnng  Neumami  in  der 
österr  viertel jah rasch rift  für  kath.  theoL  1866  s.  211  ff.  als 
Innominatus  V,     Daran  schlieast    sich  s.  64    unmittelbar   der 

1  Vgl,  Gatalogae  of  tbe  ancient  m^^c.  beloniafing  to  the  lioaourable 
societj  of  Graj*a  hin  (London  18ä9)  a.  12  H. 

OUtct.  Ö 


L 


LXVl 

atifang  des  fälschlich  dem  Jakob  von  Vitry  zugeschriebenen 
Stückes:  *Terra  saxi^ta  seruper  .  .  .  breviter  dicamuä'  (bat. 
*perstringenduiii  est*),  gedreckt  Eccard,  Corpus  bist.  II,  s.  1349. 
Nach  die.seu  einleitenden  wortt-n  kommt  dann  ein  kurzer  be- 
rieht  ober  kaiser  Eracüus,  unter  dem  sich  Mnhamed  erhob, 
darauf  setzt  s.  67  gleich  mit  1098  (wie  die  hs.  unrichtig  statt  I 
1095  sagt)  der  bericht  der  Gesta  Francorum  expugnan- 
tium  Hierusiilem  (gedr.  Bongars,  tiesta  Dei  1,  s.  561)  ein. 
Es  folgt  nun  die  geschichte  des  ersten  kreiizzuges ,  die  teils 
auf  der  genannten  quelle ,  teils  auf  des  Anonjrnus  Ge^ta 
Francorum  (ed.  Hagenmeyer,  z.  b,  cap.  4  fast  ganz),  teik  und 
hauptsächlich  aber  auf  Uoberti  Monachi  bist,  Hieros.  (bei 
Bougars  a.  a.  o.  s.  RO  if.)  beruht,  S.  88 — 93  folgt  sodann  eine 
kurze  geschichte  der  konige  des  h*  landes,  wofür  eine  besondere 
quelle  nicht  festgestellt  werden  konnte,  bis  auf  den  kreuzzug 
Heinrichs  1197,  Eß  heisst  dann  weiter:  fliis  diebus  bone 
memorie  dominus  papa  Innocentius  illius  nominis  tercius 
Iionmnam  regehat  eccteaiam,  qui  desiderium  bonuna  habens  de 
introducenda  milicia  in  terram  promissionis  viros  opioionis 
clare  raagistrum  Conradum  scholasticum  Maguntinum  ac 
magistruni  Conradum  de  Merchpurch  '  in  opus  ewnugelii  crucisi 
in  Teutonia  destiuavit.  Qui  opus  sibi  iniunctum  exequentesi 
devote  et  assignatia  sibi  provinciis  multos  verbo  exbortaiionia 
tam  ex  clero  quam  populo  ad  iter  Jeroaolimitanum  provoca- 
verunt.  Ipse  etiaiu  dominus  papa  egressus  de  urbe  cum  eidem 
opere  instaret  in  partiljue  Tuscie  apud  arbem  Perusiuam  diem 
clausit  extremum.  Hie  in  diebus  suis  scire  volleos'  u,  s.  w. 
Es  folgt  nun,  allerdings  mit  stilistischen  abweichungen  und 
Zusätzen  die  Kelatio  de§  Hayniarus  Monachus  bis;  'valet  auiem 
annuatim  XXX  niilia  bisanciorum^  (=  *et  plus  valent  isti 
redditus  quam  quadraginta  mille  Saracenati*  bei  Bongars  a. 
a.  o.  1126),  Von  besonderen  Zusätzen  dienes  Stückes  mögen 
erwiibnt  werden  s.  ÖS"":  'Iste  prefatus  Melchisedech  (so  die 
hs,  für  Noradinus)  iam  adultus  et  potens  quando  fuimus  Accon 
promisit    se    confederari    Cbristianis    per    intern  uncios,    quos 


1  Dieaer  i«t    ala  kreu^prediger    niebt   bekannt  und  jedenfaUs   eine 
persoa  mit  dem  »cholaater  Koiirad,  vgL  Winkelmann  a.  a.  o.  s,  38  Dote4. 


LXVII 

vidimus,  et  dicebat  se  velle  fieri  ChriÄtianurn,  si  terrara  Egipti, 
sunm  scilicet  patrimoiiium,  per  noa  optinere  potuisset;  con fide- 
bat enim  de  se  ^  quod  sancta  terra  Jerusalem  per  eum  ad 
pristinum  statum  sancte  ecclesie  presentaretiir.  Ad  huius  rei 
promisse  arjjfumeütum  venit  ad  dos  in  obaydione  Damyate 
civitatis  Egypti.  Qai  predictus  Melchisedecb  obsedit  Damas- 
cuin  et  expiif^navit  Yconium  et  se  totiim  Dpposuit  fnitriietibus, 
Qaod  audiens  Coradiu  rex  Jerusalem,  unde  dicendum  est  beu! 
nedcimus  quo  spiritu,  montem  Thabor  cum  duobus  mtltbys 
armatorum  delevit  fuuditua  et  accessit  ad  defenaioiiem  Damasci 
desperans  iitruuiiiue  aervare*.  Ferner  s.  95  über  den  tod  des 
Saphadinus:  'Perveiiit  autem  rumor  ad  nos,  quod  idem  Sapha- 
diQUS  nimio  dolore  occopatiLs  de  adventu  Cbristiaiiorura  iu 
Egyptum  et  obsidioiie  Damyate  barbam  sibimet  miguibus 
aTellens  i uteri it'.  Von  dem  verrat  des  ersteren  ist  sonst  iiichtn 
bekannt  und  äaphadinus  starb  erst  nach  der  einnalime  vou 
Damiette  durch  die  Christen.  Nach  diesem  der  Rflatio  des 
Haymarus  genorameueo  stelle  folgt  dann  s,  95''  die  bist.  Dam, 
mit  fortlassung  des  Prooemium,  bis  zum  schluss  des  cap.  40, 
a.  115*  der  hs.  Hieran  schliessen  sich  noch  geographisclie 
bemerkungen  über  Egypten,  die  wieder  aus  der  llelatit»  (s.  1128 
bei  BoDgars)  genommen  sind.  Dieser  eben  beschriebene  ganze 
teil  der  hs*  ist  iu  102  kapitel  geteilt,  die  am  rande  mit  roter 
tinte  vernierkt  werden.  Die  bist.  Dam.  beginnt  mit  cap,  61 
uud  schliesst  mitten  in  cap,  90.  Die  hs.  selbst  hat  aber  hier- 
mit noch  nicht  das  ende  erreicht.  Obwohl  das  folgende  nichte 
mit  der  bist.  Dam.  Olivers  zu  tbun  hat,  wollen  wir  doch 
auch  diesem  näher  treten ,  weil  es  nicht  ohne  interesse  für 
den  krenzzug  von  Damiette  ist.  Nach  einem  längeren  ab- 
achniti  über  Muhamed  und  die  religiösen  ansichten  der  Araber 
kommt  die  hs.  s.  120*  mit  cap.  XClX  wieder  zum  kreuzzuge. 
Im  jähre  1221  am  1.  juli',  brach  das  beer,  ^cum  in  castris 
^fere  per  duos  menaes  quiescerent  et  nil  dignum  memoria 
agerent*,  nach  dem  söden  auf,  begleitet  von  1700  schiffen. 
In  wenigen  sätzen  wird  dann   der  zog  und  die  eiuschliesaung 

* 

1  Nicht  g^niL   ^enaii ,   vgL  floo^ewe^f   krenzzog   von    Damiette  a. 
a.  o.  V  430. 


Lxvm 

ier  Christen  auf  der  nilinsel  Äbgethan.  Die  bedingungen 
der  siiltan  den  Christen  stellte  und  welche  diese  aonahmen, 
waren  folgende:  *ut  sibi  Damiata  redderetur  et  ipse  lignum 
Domini  .  .  .  cnra  capHvis  Christianis  qiii  XXX  annis  iu  regno 
Babilonis  et  Daraasci  teueren  tun  restitneret*.  Die  Christen 
stellten  zwanzig  geissein ,  darunter  deu  päpstlichen  legalen, 
den  könig  Johann ,  den  herzog  von  Baiern  und  den  grafen 
Heinrich  von  Schwerin,  Dieser  letztere  wird  von  keiner  anderen 
quelle  als  geissei  genannt,  immerhin  kann  er  aber  unt^r  den 
anderen  gewesen  sein.  Darauf  wnrde  Daraiette  wieder  heraus- 
gegeben  ^ac  Johanni  regi  lignum  Domini  restitiiitur' !  Die 
pilger  begaben  sich  nach  Akka.  4bi  etiam  tunc  Fridericus 
conies  de  Brenen  Akkon  veuiens  inoritur  ac  multi  alii*  '.  Der 
kaiser  empfing  die  botschaft  von  dem  Verluste  von  Daraiette 
in  Sicilien  und  teilte  sie  dem  papste  mit  Dieser,  schon  da- 
von unterrichtet,  beschied  den  kaiser  nach  fcJan  Gerraano  *. 
Hier  trafen  sich  beide  und  ^mnlta  de  casn  Damyate  ac  aliis 
snnt  tractata^ ;  zugleich  wurde  auch  auf  Martin  nach  Verona 
ein  allgemeiner  hoftiig  berufen.  Dieser  fiel  aus  'propter  dis- 
cordiam  lioraanam*,  dennoch  kamen  nach  Verona  der  ett- 
bischof  Albert  von  Magdeburg,  der  herzog  von  Oesterreich, 
dann  konig  Johann  von  Jerusalem  mit  dem  patriarcben.  Da 
weder  kaiser  noch  papst  erschien  ,  begaben  sich  Job  an  n  und 
Hermann  von  Salza  nach  Rom,  wo  durch  ihre  bemühnngen 
der  friede  hergestellt  wurde.  Hier  würde  nun  auch  auf  Mies 
domioica  Exurge  *  ,  ♦  que  tunc  celebratur  quarto  Kalendas 
Marcii*  (foL  12U)^  eine  neue  ziiaammenkunft  nach  Veroli 
verabredet  Bei  dieser  Zusammenkunft  fand  die  Verlobung 
Friedrichs  mit  laabella,  der  tochter  königs  Johannes  von 
Jerusalem  statt  und  wurde  die  fahrt  nach  dem  h.  lande  auf 
Johann  Baptist  in  zwei  jähren  beschlossen.     Es  folgen  sodann 


1  Die  nachricht  vom  tode  Friedrichs  von  Brebaa  ist  richtig«    xgh 
E.  b.  Uhron.  Moot    Seren.  Mon.  Germ.  23  a»  199.  2  V^erwechslung 

mit  Veroli,  vgl.  Böhmer-Ficker  Regif.  icop.  V,   1384  b.  H  Sonntag 

Esaurge  fiel  1228  thatsächlich  auf  den  26.  föbraar ;  Böhmer-Ficker 
1454  a  gehen  keioen  bestimmten  iai?  für  diese  suaammenknnft,  die 
übrigens  niebt  in  Veroli,  eondern  in  Ferentino  stattfand. 


I 

I 


I 


LXIX 


ben  über  dass  grosse  erdbeben  in  der  Lombiirdei  und 
weitere  »tücke ,  die  auf  die  geschichte  der  kreiizzüge  keinen 
bezug  haben.     Wir  bezeichnen  die  hs.  mit  6g. 

Auf  einige  besonderheiten  der  hss.  Z  nnd  Gg  werden  wir 
unten    bei  der  Untersuchung    über    die  entstehung   der   bist, 
L     Dam.  noch  naher  einzugehen  haben. 

^^       d.  Die  band  Schriften    der   zweiten    redaktion. 
^^       1.  Ädmont,  bibliothek  der  benediktinerabtei ,  nro.  40P, 
cod.  mejnbr.  des  15.  vielleicht  nach  ende  des  14.  Jahrhunderts, 
L^22  cm  hoch  und  16  cm  breit.     Die  schrift  Ist  abgesehen  von 
^Jeinigen  nicht  zahlreichen  Schreibfehler  sehr  korrekt ,    in  zwei 
kolumnen,  jede  spalte    zu  38  zeilen    und  zwischen    linien   ge- 
schrieben, die  ebenfalls  in  der  mitte  geteilt  sind.     Die  ersten 
31  blätter  umfassen  den  'libellus  de  descriptiooe  Terre  sancte' 
des  Bnrchardus  de  Monte  Sion,  mit  blatt  32  beginnt  von  der- 
selben band  die  bist.  Dam.  ohne  weitere  Überschrift  mit  einer 
geschmackvollen  roten  und  blauen  initiale.     Der  text  reicht  bis 
8,  45,  die  zur  hälfte  frei  bleibt,  bis  zu  den  Worten  des  cap.  43; 
*et  adventura  ipsius  nunciante8\     Wir  bezeichnen    sie  mit  A. 
2,  Darmstadt,  grossherzogliche  hofbibliothek,  nro.  231 ', 
papierhandschrift    des    15.    jahrhonders,    21,5   cm    breit     und 
29,5  cm  hoch,  codex  miscelh     Er  beginnt  mit  der  Überschrift 
^Cronica  brevis  raagistri  Oliveri  de  Terra  ,«ancta  et  recupera- 
tione  sius  et  amissione^,  worauf  zunächst   (fol.  1/13)  eine  be- 
acbreibung   des  h.   Isndes ,    die   wir  bereits   oben    erwähnten, 
darauf  bis  fol*  29    die   bist.  reg.  bis  zum    ende   des   cap,  62, 
worüber  da«  nähere  bei  der  behandlung  der  bist.   reg.  gesagt 
wird;   darauf   folgt   mit  grosser    roter  initiale  beginnend   die 
hist.   Dam,    die   mit    der    dritten    zeile    auf    fol.  43'    schliesat 
h^nd  zwar  mit  den  Worten  des  cap.  53 :   'Snstinuerumt  Sarra- 
^B^^i^*    Hieran  schliesst  sich,  aber  ohne  äussere  unterscheidungs- 
r     zeichen ,    bis   foL  44'    ein    kurzer  bericht   über    das  ende  des 
krenzzuges  von  Damiette,  der,  wie  wir  sehen  werden^  nicht  von 
Wer  herrührt*  Wir  geben  diesen  schluss  als  Appendix  s.  280/2. 


1  Pert«    Arohiv  X.   a.  639.  2  a-  a.  o.  XIII,    a.  593,    WalLher, 

Bettr^«  sur  näheren  keantDis  der  grosah.  hofbibltothek  in  Darmstadt, 
a.  142  ond  Neue  Beiträge,  a.  95, 


LXX 


Nach  einem  einfachen  absatze  folgt  sodann  mit 
roter  initiale  beginnend  der  brief  kaiser  Friedrichs  II.  an  den 
fmpst  vom  18.  märz  1229  (tber  die  erwerbung  Jernsaleiiis  und 
das  übereinkommen  mit  den  Sarrazenen  '.  Die  sclirift  selbst 
ist  deutlich  und  ohne  viele  abkürzungeu  geschrieben ,  aber 
durch  liederlichkeit  nnd  niangel  an  lesefertigkeit  des  »b- 
scbreibers  arg  entstellt.  Fehler  wie  'nihil*  ffir  *in  hoc\  *mnne- 
rensis'  für  *nivernensisS  ,in  indiani'  für  'numidiani\  ,in  illam' 
für  ,nnllum\  ^niisericordiam^  ftir  'dominam'  (in  den  gewöhn- 
lichen abkiirziviigsforraen  'miam'  und  *dnam')  mögen  zur  ver- 
anschaulichnng  der  Schreibweise  genannt  werden.  Doch  können 
sie  meist  nicht  irreführen.  Aoch  auslasaungen  kommen  ror, 
aber  nicht  häufig.     Wir  bezeichnen  die  hs.  mit  D, 

c,  Handschriften  der  dritten  redaktion. 

L  Hannover,  königliche  bibliothek,  sign,  XXXVII,  1807  *. 
Diese  handschrift,  die  den  ganzen  text  der  bist.  reg.  und  der 
bist  Dam.  in  der  letzten  redaktion^  also  in  der  form  enthält, 
in  der  der  Verfasser  sie  endgültig  gebracht  hat,  ist  unserer 
atiBgabe  zu  gründe  gelegt  worden.  Sie  stammt  aus  dem  I3b 
Jahrhundert  nnd  ist  schon  und  mit  unverkennbarer  mühe  ge- 
schrieben. Sie  ist  19  cm  hoch  und  12  cm  breit.  Die  erste 
Seite  des  ersten  blattes  ist  frei  und  enthält  ausser  der  stgn&tur 
nnd  dem  Stempel  der  bibliothek  die  bemerk ung  von  der  band 
des  18.  jahrhnnderts:  *utrumque  libellum  edidit  Eccard  tum.  IL 
corp.  bist,  1355  et  1397',  Die  zweite  seile  enthalt  oben  in 
roter  tinte  die  Überschrift:  *Incipit  historia  regum  Terre  sancte, 
quam  nmgister  Olivems  Colon iensis  scolasticus  in  obsidione 
Daniiate  apnt  Egyptura  corapilavit*,  darunter  von  der  band 
Rottendorfs:  4iber  Berahardi  Rottendorf  J.  D.  M.  DC.  XXXV*. 
Mit  dem  zweiten  blatte  beginnt  der  text  der  bist.  reg. ,  der 
bis  zur  zweiten  seite  des  ti4.  blattes  reicht.  Auf  derselben 
Seite  folgt  dann  noch  in  roter  tinte  der  titel  der  bist.  Dam: 
*lncipit  hjstoria  Damiatena,  cui  magister  Olivems  preeedentis 
et  huius    operis  compilator  et   sancte  crucis    predic^tor  inter- 


I 


1  Vgl.  Btihraer-Ficker  Reg.imp.  V.  nro.  1738,  2  Per ts  Archiv 

Vlll,  8,  682,     üeber  die  friilicren  Schicksale  der  hs.  vpjL  die  einleiiiing 
Eccards  und  Schalen,  ädq.  Paderborn,  ad  a»  1223. 


LXXI 


non    dubitator'.      Blatt   65/135    sodann     enthalten    die 

►am.     Die    blätter   sind   im    ganzen    in  17    lagen  zu  je 

acht  blättern    geteilt   und    unten    auf  der    seite   jedes    achten 

lattes    fortlaufend    mit   römischen  Ziffern  uummeriert.     Beim 

in  binden  nnd  beschneiden  der  Ls.  wnrde  diese  Zählung  aber 
mim  teil  abgeachnitten.  Von  der  achten  läge  fehU.  rluB  letzte, 
bei  der  17.  das  erste  blatt.  Die  seite  enthält  fast  dorch- 
gängig  23  Zeilen,  sinkt  aber  auch  bis  auf  19;  die  achrift  wird 
dann  entsprechend  grösser.  Unterbrochen  wird  die  achrift  nur 
selten  durch  absätze.  Diese  wurden  meistens  dadurch  kennt- 
lich gemacht,  dass  der  Schreiber  das  oder  die  letzten  worte 
de«  scbUessenden  absatzes  an  das  ende  der  zeile  setzte,  den 
vor  diesen  Worten  leer  bleibenden  ranni  mit  den  ersten  Worten 
de9  nächstea  abschnittes  ansftlllte  und  diesen  selbst  mit  einer 
roten  initiale  kenntlich  machte.  Nur  da,  wo  der  rest  des 
schliessenden  absatzes  mehr  als  die  hlilfte  der  reihe  ausmachte, 
wurde  meistens  die  heute  übliche  art  angewendet  Diese  ab- 
sätze,  die  man  für  eine  einteihing  des  textes  in  kapitel  an- 
sehen kann,  sind  im  nachfolgenden  drucke  nicht  berücksichtigt, 

B  eijie  kapiteleinteilung  nach  ihnen  den  heutigen  gei)ftogen- 
iten  nicht  entspricht  Es  lassen  sich  in  dieser  hs*  ausser 
der  hand  des  Schreibers  noch  zwei  weitere  bände  erkennen, 
die  beide  mit  der  ursprünglichen  gleichzeitig  sind.  Beide 
lassen  sich  deutlich  von  einander  da  unterscheiden,  wo  sie  am 
rande  stehen,  öehr  schwer,  zuweilen  garoicht,  wenn  sie  zwischen 
den  Zeilen  stehen,  weil  sie  dann  äusserst  klein  und  gedriingt 
ffind.  Die  erste  dieser  beiden  bände  benutzt  eine  dimklere 
tinte,  die  aber,  sob«ild  die  feder  leerer  wird,  erblasst  und 
van  der  der  ursprünglichen  und  der  dritten  nicht  zu  unter- 
scheiden ist.  Diese  beiden  bände,  die  wir  mit  '2  H*  und  3  H^ 
bezeichnen,  ergänzen  einzelne  worter  wie  ganze  satze,  lösen 
abkürzungen  auf,  verbessern  einzelne  buchstaben  (z.  b*  wird 
1  höher  hinaufgezogen,  die  schleifte  an  e  geschlossen),  trennen 
zu  nahe  an  einander    gerückte    worte    durch    einen  vertikalen 

;rich  and  dergL  Jedenfalb  kann  man  erkennen  ,  dass  nach 
Vollendung  der  hs,  diese  von  zwei  anderen  Schreibern  einer 
durchsieht  unterzogen  wurde,  und  es  ist  durchaus  nicht  un- 
möglich, dass  wir   in    dieser  hs.  eine    unter    der  aufsieht  des 


LXXU 


abschrift  der  hist 


ind 


I 


(bischofs?)  Oliver  vorgeunmaiene 

hbt  Dam.  vor  uns  huben.     Wir  bezeichnen  diese  h«.  mit  H. 

2»  Nordkirchen  (kreis  Lüdinghausen  in  Westfalen),  archiv 
des  herrn  grafen  \\  Pleiten  berg -Este rhazy  ' ;  die  hs.  ist  ein  folio- 
band nnd  enthält  die  bist.  reg.  und  bist.  Daai.  Sie  ist  ganz 
von  der  band  Rottendorffs  geschrieben  und  hat  den  tifceh 
*01iveri  cardinalis  Sabini  olim  Paderbornensis  episcopi  ei 
scholaatici  Colon  iensis  historia  Terrae  sanctae,  nunc  dem  um  e 
membranis  antiqnissimis  integre  eruta  et  publicis  ngibus  emiasEt 
cum  antea  vix  decima  eins  pars  prodiisset ,  opera  et  studio 
Bernhardi  Rotteudarphi  D.*;  eine  andere  band  Iiat  dazugesetzt: 
*qui  et  subbreves  notas  adiecit^  Da  diese  hs.  eine  absehrifi 
von  H  ist,  so  haben  wir  sie  bei  der  ausgäbe  nicht  weiter  be- 
rücksichiigt.  Sie  nnd  nicht  H  liegt  übrigens  auch  dem  drucke 
Eccards  zu  gründe  \  Sie  enthält  ausser  der  bist.  reg.  and 
der  bist.  Dam,  auch  noch  die  reisebeschreibung  des  Ludolf 
von  Sudbcni. 

Ausser  den  bisher  genannten  hsa.  sind  noch  folgende  l:>e- 
nutzt  worden: 

1.  Leipzig,  universitätsbibliotkek,  nro.  214*,  pergament- 
codex  ans  der  ersten  hälfte  des  13.  Jahrhunderts  in  8?,  15,2  cm 
hoch  und  10  cm  breit,  mit  28  zeilen  auf  der  seite,  klein, 
aber  im  ganzen  korrekt  geschrieben.  Neben  der  band  des 
Schreibers  finden  sich  noch  im  texte  nachtrage  einer  zweiten  ■ 
und  dritten  band,  so  dass  anzunehmen  ist,  dass  die  erste  einige  f 
ihr  unleserliche  worte  aualies  nnd  diese  später  nachgetragen 
wurden,  Die  erstfj  und  zweite  band  sind  sehr  ähnlich,  letztere 
aber  spitzer  nnd  länger  und  drängt  die  bucbstaben  mehr  zu- 
sammen. Die  dritte  dagegen,  die  wohl  nur  die  sieben  ein 
halb  ersten  Zeilen  auf  s,  40'  (d.  h.  die  worte  cnius  supra 
mentionem  fecimns* .  *  valetinferre  cap.  70)  geschriebeu  hat,  fällt 
durch  den  runderen  duktus  und  die  verscbnörkelung  der  bucb- 
staben und  besonders  der  abkürznngszeicben  auf.  Der  text 
der    bist.  Dam.    füllt   s.  1/44''   vollständig ,   enthält   auch   die 

1  V|^l.  Tro98   in  PerU  Archi?  VI,   a.  36.  2  Vgl.   deasec    vor- 

beraerkiiDj^en  zu  band  II  des  corp.  bist,  unter  VI,  VIL  3  Erw&bnt 

ParU  Archiv  VI,  a.  215    als  bietona  exp^ditionis  Ghriatianonim    anno 
1217  in  Termm  sanctam  factae  obne  angäbe  des  aators. 


I 


Lxxin 


W 


briefe  ¥on  AI-Kamil  und  die  gelehrteo  und  bricht  mit  den 
Worten  cap.  79 :  *quos  soldanus  elegit,  legatus^  rex  Jerusalem, 
diix*  ab.  Der  reat  ist  herausgerissen.  Die  aiiordnung  des 
t6xi€3  aber  ist  auch  eine  andere.  Die  beiden  briefe  an  den 
sultän  und  die  gelehrten  finden  wir  nicbt  an  der  h teile  wie 
in  H,  sondern  sofort  nach  den  worten  ^damna  sustiniiermit 
Sarrac€ni^  oder  cap.  53,  d.  h.  gerade  an  der  stelle,  an  welcher 
iD  D  der  fremde  zusatz  beginnt  oder  wo  in  D  die  darstellung 
Olirers  abbricht»  Kerner  fehlt  in  dieser  hs,  ausser  den  sämt- 
lichen stücken,  die  wir  auch  in  Z  vermissen,  der  ganze  passus 
^Mense  Novenibri*  bis  'adducens  copiosam^ ,  d,  h.  cap,  54. 
Wir  kommen  des  näheren  hierauf  weiter  unten  am  ende  der 
jiiat.  Dam.  zu  sprechen.  Unsere  bezeichnung  für  die  hs,  ist  B. 
Es  erübrigt  nun  noch  zwei  zusammengehörige  hss.  näher 
I  zu  betrachten.  Bevor  wir  dies  ab«r  thun,  musa  folgendes 
^Vorausgeschickt  werden.  Ein  teil  der  bist.  Dam.  (cap.  1/44) 
BKfit  schon  früh  der  Relaiio  tripartita  des  Haymarus  Monachus 
I  angesetzt  worden  und  diese  zosammenstelhmg  erschien  dann 
bei  Gretser  und  Bongars  als  drittes  buch  der  bist-  oriental. 
I  des  Jakob  von  Vitr?.  Zarncke  '  hat  nun  schon  zur  genüge 
dargetban,  da«s  Jakob  selbst  mit  dieser  Zusammenstellung  nichts 
zu  thun  hat  und  der  Vorwurf  des  pkgiates,  den  ihm  Wilman« " 
ini]  Potthast '  machen,  durchaus  ungerecht  ist.  Es  sind  nun  aber 
eils  von  mir  selbst,  teils  an  ort  und  stelle  sämtliche  lateinische 
>dice8,  die  Röhricht*  von  Jakobs  histor,  Orient,  aufzählt, 
lit  ausnähme  derer^  welche  in  den  betreffenden  handscbriften- 
tatalogen  hinreichend  beschrieben  sind ,  untersucht  worden  *, 
lud  es  ist  nicht  ein  einziger  aufgefunden  worden,  der  mehr 
al8  die  beiden  ersten  b lieber  Jakobs  enthalten  hätte.  Ebenso 
haben  die  Codices  des  Hajoiarus  Monachus,  die  zugleich  auch 
die  bist.   Dam.  enthalten,  keinen  anhaltspunkt  dafür  geliefert, 


1  Sitzungabericht  der  k,  fläch»,  gea.  der  wisaensch  »  phiL-hiat,  klasse, 
"1875,  «.  138/148.  2  Pertz  Archiv  X.  213  f,  3  Bibliotfa.  medii 

äeri  T,  383  b,  472  b,  4  Biblioth.  geogr.  Palaeat  a.  48/9.  5  Von 

einigen,  wie  Montchal,  Valencia,  Tournay  u,  a.  blieb  die  antwort  aus; 
doch  können  diese  wenigen  den  nbrigeti  gegenüber  wohl  nicht  in  die 
wagschale  fallen. 


LXXIV 


dass  Jakob  von  Vitry  irgend  etwas  mit  die9er  Titgatnmen- 
stelUin^  zu  timn  hat«  Es  bleibt  also  Zarnckes  ansieht,  dasR 
erst  durch  die  drucke  die  Verwirrung  entstanden  sei,  vollständig 
bestehen.  Von  dieser  zusaiumensteilong  liegen  uns  nun  folgende 
hss.  für  die  hist.  Dam.  vor: 

1.  Hs.  der  nationalbibliothek  in  Paris,  cod.  lat.  16  079 
(Sorbonne  897)  \  cod,  membr.  des  13.  Jahrhunderts,  26  cm 
hoch  und  18  cm  breit,  Dieschrift  ist  klein  und  nicht  schon, 
aber  doch  deutlich,  zwei  spalten  auf  der  seite,  jede  mit  durch- 
schnittlich 45/47  zuilen.  Die  hs.  enthält  foL  1/39^  die  bist 
JernsoL  d^^s  Jakob  von  Vitry,  darauf  fol,  40/56'  dessen  bist. 
Occidental.  Alsdann  bleiben  anderthalb  spalten  leer  and  dann 
erst  f(>l^t  der  abschnitt:  'Anno  Domini  MCi'Hl  dominus  papa 
Innocenyjus  bone  memone  volens  scire*  etc.  Auf  der  zweiten 
spalte  fol.  59'  beginnt  die  bist.  Dam.,  die  sich  unmittelbar 
nach  einem  einfaclien  absatze  an  das  vorhergehende  anschliesst. 
Der  text  rtncht  bis  fol.  68^  erste  spalte  und  schliefst  mit  den 
Worten:  *^cepit  in  via  inaris\  d.  h.  mit  cap.  44.  Wir  bezeichoen 
die  hs.  mit  P. 

2.  Hs.  der  königl.  hof-  und  Staatsbibliothek  in  München, 
cod.  lat.  nro.  180,  schönes  msc.  des  16.  jalirhitnderts,  in  rotem 
leder  mit  goldschnitt  und  goldpressung  gebunden,  foHo,  33  cm 
hoch  und  22  cm  breit,  mit  31  Zeilen  auf  der  seite  in  grosser 
und  dentiicher  scbrift  geschrieben.  Sie  enthält  die  bist.  Hieros, 
des  Jakob  von  Vitry,  und  zwar  reicht  das  erste  buch,  dem  der 
prolog  und  die  kapitelübersicht  vorausgeschickt  sind ,  bis  foL 
150^  Auf  der  röckseite  von  fol  150  folgt  sodann  die  kapitel- 
übersicht des  zweiten  bnclies,  das  foL  151"^  beginnt  und  fol. 
209^  mit  den  worten  schliesst:  *quemadraodum  Salomon  ait: 
Sicnt  pulvis'.  Während  diese  beiden  bücher  als  ein  ganzes 
erscheinen  nnd  auch  äusserlich  sich  sofort  als  solches  erkenn- 
bar machen,  folgt  dann  nach  freilassung  yon  etwa  fttnf  aechetel 
des  fol.  209*  erst  fo!.  210  der  abschnitt:  'Dominus  papa  Inno- 
centius*  etc.  Es  steht  also  auch  hier  das  uns  angehende  stück 
in  gar  keinem  Zusammenhang  mit  Jakobs  von  Vitry  bist,  orient. 
Der  text  der  bist.  Dam.  beginnt  fol.  217'  in  der  fünften  zeile 


I 
I 


l  Fertz  Archiv  VII,  a.  58,  Archive»  de  rorient  latin  !l,  i.   143. 


LXXV 

von  noteo  nach  einem  gewöhnlichen  absatz  nach  *u3corem% 
wie  bei  Boogars,     Wir  bezeichoeti  die  hs  mit  M.^ 

Zu  diesen  beiden  hsa.  nun  finden  wir  mehrere  zusriize^  die 
aos  in  keiner  anderen  begegnen.  Wir  wollen  sie  hier  im 
zusammenhange  betrachten  und  werden  finden,  dass  sie  sämt- 
liche nicht  von  Oliver  herrühren.  Der  erste  ziisatz  findet  sich 
CÄp.  3.  Die  stelle  ist  in  P  und  M  gleichraässig  inkorrekt  im 
aosdnick  und  zeigt  eine  genane  bekanntsdiaft  mit  den  Unter- 
handlungen der  grossen  über  die  frage  des  bleibens  oder  des 
rückzuge.H.  Fast  unmittelbar  vorher  aber  sagt  Oliver,  dass  er 
die  'coDsilia  principum*  nicht  kenne.  Die  stelle  ist  also 
fremder  Zusatz.  Die  beiden  folgenden  stellen  finden  sich  cap.  10. 
Die  erstere  steht  in  direktem  gegen»atz  zu  Oliver,  denn  wäh- 
rend dieser  berichtet,  dass  bei  dem  übergange  von  Akka  nach 
Egypten  ein  teil  des  heeres  vorauseilte  und  unter  führung  des 
grafen  von  Saarbrücken  in  Egypten  landete,  stellen  P  M  die 
Sache  so  dar ,  als  wäre  der  graf  von  Saarbrücken  unter  den 
35unick bleibenden  gewesen  und  von  diesen  zum  'capitaneus* 
erwählt  worden.  Diese  nach  rieht  ist  schon  de^ihalb  unwahr- 
scheiDlich,  weil  unter  den  vorerst  noch  in  Akka  bleibenden 
sich  auch  der  könig  von  Jerusalenj  und  der  herzog  von  Oester- 
reich  befanden  und  deshalb  die  wähl  eines  grafen  zum  ober* 
anführer  kaum  glaubhaft  erseheint.  Olivers  Angabe  ist  aber 
auch  sonst  verbürgt.  Die  andere  stelle  dieses  kapitels  betrift't 
die  tötnng  eines  der  Sarazenen  durch  den  Friesen  und  erscheint 
ihrem  ganzen  Inhalte  nach  mehr  als  eine  verstüoimelung  des 
texte«  Olivers  denn  als  zus^atz.  In  einer  kleinigkeit  weichen 
P  M  aber  von  Oliver  doch  ab.  Nach  P  M  tötete  der  Friese 
den  Araber  *dum  luderet",  also  gleichsam  unabsichtlich  oder 
ziifallig,  nach  Oliver  dagegen  tauschte  der  Friese  den  feind» 
indem  er  ao  that  als  spiele  er  nur,  um  ihn  heranzulocken. 

Die  nächsten  beiden  stellen  gehören  cap.  22  an.  Die 
erste  weist  ein  mehr  nicht  nur  Oliver,  sondern  auch  den  anderen 
quellen  gegenüber  auf.  Dass  die  Christen  uach  dem  Übergänge 
über  den  Nil  bei  dem  stürm  gegen  dietore  der  stadt  120  menschen 


1  Diese  bt.  hat  wohl  Gret«er  vorgelegen,    der    nach   einem  'codex 
bibHothecae  Bavariae*  drackt. 


LXXVI 


töteten,  berichtet  ähnlich  das  Frag,  provinc.  *,  aber  die  ver- 
gebliche Verfolgung  des  fliehendem  heeres  der  Sarrai^enen  durch 
den  könig  von  Jerusalem,  die  Hospitaliter  und  den  graf  von 
Nevers ,  sowie  die  erfolgreiche  durch  die  beiden  letzteren 
erwäluit  sonst  keine  quelle.  Die  richtigkeit  dieser  angaben  lüsst 
sich  deshalb  nicht  kontrollieren,  Oliver  berichtet  nur  von 
der  eroberung  der  ziiröckgelaasenen  zelte  ^  waffen  und  schiffe 
und  tritt  wohl  auch  in  einen  gewissen  gegensatz  zu  P  M«  da 
er  sofort  von  der  'desidia  et  inertia^  spricht,  der  sich  die 
Christen  gleich  nach  dem  Übergänge  über  den  Nil  ergabea. 
Da  aber  zwischen  den  beiden  von  P  M  erwähnten  Verfolgungen 
der  feinde  immerhin  eine  gewisse  zeit  vergangen  sein  mnss^ 
so  kann  man  sich  den  ansdruck  Olivers  nur  dann  recht  er- 
klären, wenn  man  annimmt,  dass  er  von  jenem  nachsetzen  der 
feinde  nichts  weiss.  Die  stelle  in  P  M  macht  allerdings  auch 
fast  den  eindruck,  als  sollte  sie  zur  Verherrlichung  de«  grafen 
von  Nevers  oder  der  Haspitaliter  dienen,  und  die  worte  *cura 
quibusdam  ex  nostris^  lassen  sich  schwer  anders  verstehen,  als 
dafis  der  urheber  dieser  stelle  hiermit  seine  speziellen  lands- 
leute  (oder  Ordensbrüder?)  meint;  denn  fasst  man  das  ^nostri* 
im  sinne  von  *ch ristliches  beer*,  wie  es  immer  bei  Oliver  ge- 
braucht wird,  so  ist  der  ganze  ausdruck  nichtssagend  und  ein 
vager  zusatz.  Auch  wollen  wir  nicht  unerwähnt  lassen,  dass 
die  Worte  ,Hos  fugat  —  fngans*  ein  distichon  bilden;  bei 
Oliver  finden  wir  aber  nirgends  einen  vers  ausser  an  jener 
stelle  der  bist,  reg.,  cap.  99,  wo  er  seiner  vorige  folgt. 

Die  zweite  stelle  von  cap.  22  macht  sich  sofort  als  ein- 
Bchiebsel  dadurch  kenntlich ,  dass  sie  die  unmittelbar  vorher- 
gehenden worte:  ^et  sie  per  gyrum  firmiter  ohsessa  est  civi- 
taias*  an  ihrem  ende  noch  einmal  bringt,  und  die  eben  genau 
erzählte  teilung  des  heeres  und  erbanung  der  brücke  in  der 
bedeutend  kürzeren  fassung  Olivers  wiederholt»  Der  zusatz 
rührt  also  nicht  nur  von  fremder  band  her,  sondern  ist  auch 
äusserst  flüchtig  hineingeschoben. 

Ein  weiterer  zusatz  von  P  M  findet  sich  cap.  27.     Auch 


I 

I 

I 


► 


I  Bei  Röhricht: 
i(M)  getötete  an. 


Quinti  belli  «acr,  scrip,  min.  §  9,  es  gibt  aber  ] 


Lzxvn 

fÖr  ihn  findet  sich  in  keiner  anderen  quelle  eine  kontrolle; 
Beine  ricbtigkeit  mass  dahin  gestellt  bleiben.  Auch  einen  be- 
stimmten grund  ^egeii  die  autorschaft  Olivers  kann  man  nicht 
beibringen,  wenn  man  nicht  den  ungeschickten  stil  imd  den 
mit  den  anderen  stellen  allerdings  gemeinsamen  «instand  gelten 
lassen  will,  dass  die  stelle  sich  in  keiner  der  selbstiindigen 
tiss«  der  hist.   Dam.  findet. 


V.  Die  haodschriften  der  einzelneu  briefe. 

Wir  verstehen   hierimter    nur    diejenigen    briefe»    welche 
ater    nicht   in    die  hist.    Dam,    aufgenommen   worden    sind, 
hmen  also  den  in  den  hsa.  L  R  N  V  C  E  Cl  erhaltenen  brief, 
TOn  dem  bereits  oben  die  rede  gewesen  ist ,  aus.     Es  bleiben 
uns  dann  nur  fünf  briefe  übrig,  die  uns  handschriftlich  über- 
liefert worden  sind,  nämlich  : 
1  a)  der  brief  an  den  grafen  von  Naninr  (1),  der  in  einem 

^^odex  aus  dem  anfang  des  13.  Jahrhunderts  in  der  königL 
^Bibliothek  zu  Brüssel  nro.  9290'  erhalten  ist  und  in  diesem 
^B*^^  Bethmann  entdeckt  wurde* 

b)  der  brief  an  den  kardinal  Robert  von  Cour^on  (2), 
,  erbalten  in  cod.  lat.  16  506  fol  282  col  4  saec.  XIIl  der 
^      nationalbibliothek  in  Paris,  in  einer  predigt  des  Odo  von  Ceriton'. 

c)  der  erste  brief  aus  Egypten,  bald  nach  dem  24,  angust 
1218  geschrieben,  liegt  in  seiner  ursprünglichen  form  nur  in 
dem  cod.  Gud.  131  der  herzoglichen  bibliothek  in  Wolfen- 
bQttel  Yor*.  Es  ist  ein  cod.  miscell.  des  13.  Jahrhunderts,  im 
anfang  und  weiterhin  noch  dreimal  geiieichnet  als  'liber  sancti 
Pantaleonis  Colonie\  und  enthält  unseren  brief  fol.  5/9  von 
deutlicher  band  in  zwei  kolumnen  auf  jeder  seite  geschrieben. 
Von  diesem  briefe  hat  mir  herr  professor  dr.  Ficker  seine  im 


n 


1  Peii*  Arcliiv  8  ».  527»  Catal,  cod.  hagiogr.  bibl,  reg.  ßruxell  2» 
P,  2S9.  2  Vgl.  Neaea  Archiv  18,  s.  713,  3  Vgl.  Zarncke    in 

den  üitsungsbericbten  der  k.  aächs*  geaelL  üev  wisaetiach.  phiL-hist, 
kL  1875  8.  139  ff.  uüä  Ficker,  Zeitacbr.  für  gesch.  und  altert  Weatf.  13, 
s.  289/290,  Ea  mag  hier  erwähnt  werden,  dass  cod,  Gud.  232  in  Wolfeo- 
bOttel  nicht,  wie  Ebert  in  Perfca  Archiv  6»  a.  22  aagt,  aus  eineoi  alten 
rnftc,  abgeschrieben  worden  ist,  sondern  aus  dem  druck  bei  Bongar«, 
tt&d  deshalb  hier  nicht  verwendet  wurde. 


Lxxvm 

jähre  1850  gemachte  abschrit't  in  zuvorkommender  weise  zur 
Verfügung  gestellt,  wofür  ihm  um  so  mehr  dank  gebührt,  uls 
einer  bitte  um  Zusendung  der  hß.  wie  0  von  der  herzoglichen 
bibliothek  nicht  entsprochen  werden  konnte.  Wir  bezeiohDen 
die  hs.  mit  W. 

d)  der  brief  an  den  syltan  von  Egypten  (5).  Dieser 
liegt  uns  in  drei  hss,  vor: 

1.  Hs.  der  Leipziger  univeraität-sbibliothek,  von  nns  mit 
B  bezeichnet,  fol  25731\ 

2.  He.  der  kgl,  bibliothek  in  Hannover,    H,  s.  215/23L 

3.  Tournay,  stadtbibliothek,  nro.  135  ^  hs.  dea  13.  Jahr- 
hunderts in  4*^,  enthält  den  brief  s.  36737".  Ich  habe  diese 
hs.  nur  benutzen  können  nach  den  Varianten ,  die  Rdhricht  ■ 
in  seiner  ausgäbe  der  briefe  Otivers  iii  der  westdeutschen  Zeit- 
schrift X,  ö.  195/202  gibt  Für  ihn  hat  herr  dr.  Louis  Petit 
in  Brüsöet  die  kollationierung  besorgt.  Nach  Röhrichts  Vor- 
gang bezeichnen  wir  die  hsr,   mit  T, 

e)  der  brief  an  die  gelehrten   Egyptens  (6)    ist    uns    er 
halten  in 

L  B  s.  31V35  und 

2.  H  8,  231/24r^ 

Die  unter  uro.  7,  8  und  9  abgedruckten  briefe  liegen 
uns  zwar  auch  haudschriftli«*h  vor,  aber  nicht  in  selb- 
ständigen  niHC. ,  sondern  nur  in  den  beiden  hss.  der  cbrooik 
des  Enio,  und  es  inüg  hierfür  genügen,  auf  die  ausgäbe  dieser 
Mon.  Germ,  bist  as.  XXI II  hinzuweisen.  Nro.  4  und  10 
sind  jetzt  nur  noch  nach  iütereu  drucken  bekannt  und  nach 
diesen  wiedergegeben,  worüber  das  nähere  bei  den  drucken 
gesagt  werden  wird. 

IIL  Die  Descriptio  Terre  sancte. 

Der  titel  dieser  schrift  ist  uns  nirgends  überliefert  worden  ; 
wir  hüben  ihn  selbst  gewählt  nach  analogie  ähnlicher  arbeiteo 


l  Fertz  archiv  7,   a.  561.  2  Nro.  5   und  8    Buden  sieh    auch 

in  der  Nordkirdiener  h«.,  die  aber  ala  abachrift  von  H  iinberQcksichtigt 
bleiben  konnte. 


LXXIX 


aus  etwa  derselben  zeit.  Von  der  thaUache,  «lass  OÜver  eine 
beachreibuDg  des  h.  landes  angefertigt  hat,  haben  wir  nur 
durch  die  hs.  D  gewissheit  *,  die  uns  das  werk  direkt  als  das 
Uiivers  bezeich r. et  und  es  dessen  bist.  reg.  und  bist.  Dam. 
Toranstellt  Und  m  ist  in  der  that  auch  leicht  erklärlieh, 
dass  Oliver  das  bedörfnis  gefühlt  hat  der  darstelluog  der  ge- 
schichte  des  h.  Landes,  die  er  selbst  von  Adam  bis  auf  seine 
zeit  verfasste,  auch  eine  beschreibung  desselben  hinzuzufügen. 
Diese  arbeit  hat  Oliver  sich  allerdings  nicht  sehr  schwer  ge- 
macht; Jfir  seine  zwecke  genügte  ihm  der  sog,  Kugesippus- 
Freteilus  ^  Dieser  hat,  wie  Titus  Tobler  in  der  einleitung 
am  seinem  Theodericua  bemerkt,  ein  „alte^  kompendium**,  das 
durch  eine  gan7,e  reihe  von  werken  derselben  art  sich  hindurch- 
zieht, einfach  abgeschrieben  und  mit  unwesentlichen  an-  und 
ausätzen  versehen.  Wenn  wir  aber  die  art  und  weise  berück- 
sichtigen,  mit  der  die  mittelalterlichen  Schreiber  zu  werke 
gingen,  wie  diese  willkürlich  hinzusetzten  und  wegliessen,  so 
werden  wir  die  ansieht  Toblers  nur  sehr  eingeschränkt  gelten 
laaseü  und  annehmen  können,  daas  wir  in  dem  Eugesippus- 
Fretellus  im  wesentlichen  das  ^alte  kompendiuni "  vor  uns  haben. 
Eine  hs.  dieises  alten  komjieDdiüms  hat  nun  auch  Oliver 
zar  grundlage  seiner  beschreibung  gemacht  und  zwar  so,  dasa 
er  wohl  einiges  wegliess,  im  wesentlichen  aber  nichts  hinzu- 
gefügt hat  ^  Es  ist  dies  umsomehr  zu  beduiieni,  als  er  seihst 
eine  reihe  der  Ortschaften,  die  er  in  seiner  descriptio  berührt, 
mit  eigenen  äugen  gesehen  hat  und  sie  auch  in  den  ersten 
kapiteln  der  hisL  Dam.  namentlich  aufführte.     Er  hätte  hier 

die   beste  gelegenheit   gehabt    sein  ausgezeichnetes    talent  für 

* 

1    Vgl.  Jan  genauere  in    meiner  abhandliin>f  im  Neuen  Archiv  16, 
186  ff.  2  Gedr  t,  b  BahiäEius-MmiFi,  Miöcell.  I,  435/9.  Leo  Allatius, 

Sufiiuxxs  s.  104/120;  vgl.  aucli  Röhricht*  BibUoth.  geogr.  Palfieat  s,  22 
»ro.  78.  3  Waa  daü  alter  der  vorläge  OliTera  betrifft,  so  gibt  e« 

hiefdr  keinen  anhaUspunkt.  Bei  erwühtiung  der  tore  Jerusiilemii  machea 
die  meifften  autoren  zu  dem  weeitore  den  susatz:  *ex  qua  parte  liberata 
fait  urbs'.  Dieser  zuuatz  fehlt  bei  Oliver  s.  13,  doch  darf  man  hieraus 
dnrchuus  keinen  «chluHs  auf  das  atter  der  hs.,  die  Olirer  benutzte, 
machen»  denn  b.  13  tierkhtet  Oliver  Ober  die  ernchtung  der  kirche  an 
der  itelle  den  brunnen$i,  bei  dem  Christum  mit  der  Samariterin  sprach; 
dieM  kirche  aber  ij§i  zwiischeu  1150  und  1170  erbaut, 


LXXX 


die  beschreib iing  von  örtlichkeiten ,  das  er  z.  b.  in  der  be- 
Schreibung  des  pilgerschlosses  in  der  bist.  Dam.  cap.  6  be- 
te ytidet,  auszunutzen.  Er  hat  es  nicht  gethan ,  and  so  leidet 
denu  seine  descriptio  auch  an  all  den  fehlem  seiner  vorläge; 
rlie  darstellung  ist  knapp  und  einförmig  und  kann  uns  nicht 
fes-sein. 

Wenn  wir  mm  auf  das  Verhältnis  der  arbeit  Olivers  sq 
seiner  vorläge  genauer  eingehen  ,  so  möasen  wir  hierbei  «a- 
nächst  berücksichtigen,  dass  die  Untersuchungen  über  den 
sogen.  Fretellus  und  das  »alte  kompendiura"  noch  vieles  iinkhir 
gelassen  haben  trotz  der  gediegenen  arbeiten  eines  Tobler, 
Laurent,  Neninaun  u*  s.  w.,  nnd  ferner  aut^h,  dass  die  band- 
sehrift,  in  welcher  allein  uns  die  arbeit  Olivers  als  solche 
erbalten  ist,  wie  wir  sahen  durch  flüchtigkeit  und  Unkenntnis 
des  Schreibers  arg  entstellt  ist»  Wir  werden  also  mit  vor- 
sieht zu  werke  gehen  mClssen,  wenn  wir  die  eine  oder  andere 
abweichung  mit  bestimm theit  Oliver  zuschreiben  wollen. 

Zweifellos  echt  oliverisch  aber  sind  nun  die  einleituag, 
die  er  in  diesem  werke  in  derselben  weise  wie  den  drei  folgen- 
den vorsetzte,  und  der  schlusa,  in  welchem  er  das  über  den 
Oelberg  im  wesentlichen  schon  vorher  gesagte  rekapitulierend 
zu  der  ansieht  kommt ,  dass  dieser  berg  wegen  seiner  viel- 
fachen bezieh ungen  zu  Christus  besonders  der  Verehrung 
wert  sei,  zu  jenem  Christus^  dessen  gebobe  zu  halten  pflicht 
aller  menschen  sei,  die  dereinst  durch  ihn  gerettet  werden 
wollen.  Der  schluss  zeigt  in  einzelnen  partien  eine  nicht  zu 
verkennende  ahnlichkeit  mit  einem  passus  der  bist.  Dam. 
Er  mag  angeführt  werden : 


I 

I 


Descr.  8.  23 
loca,     que    Salvator    noster 
corporali    dignatus   eat   per- 
luü^trare  presentia. 


Hia.  Dam.  cap.  2 
toca  in  quibus  mirabilia  Sal- 
vator iioater  operari  dignatus 
corporali  presentia  cum  ho- 
minibus  conversatus, 

Soduun  kann  als  eine  besondere  eigentümlichkeit  Olivers 
bezeichnet  werden  ,  dass  er  mehr  fach  die  wen  düng  *Et  nota 
quod*  anwendet,  wo  seine  vorläge  ihm  wohl  zweifelloa  den 
reinen  text  lieferte;  vgl,  z.  b.  s.  7:  *Et  nota  qnod  est  Arphat 
urbs  Damasci*,  dagegen  die  anderen  :  *  Arphat  est  urbs  l)aDla8ci^ 


i 


I 


i^ 


LXXXI 


Ziemlich  sicher  köoneii  wir  eine  absichtliche  ändemng 
de»  textes  der  vorläge  an  folgender  stelle  erkennen,  an  der 
D  trotz  der  ab  weichung  doch  einen  im  wesentlichen  reinen 
und  guten  text  bietet: 


Descr.  8*  19 
in  qua  se  affligat  et  per 
portam  orientalem,  id  est  per 
Christum,  qui  est  verus  oriens, 
digne  sanctam  Jherusalem  in- 
troeat  et  celesti  Sjtoq,  id  est 
stola  immortalitatis  decoratus 
cum  eo  perpetuo  maneat* 


X  fol.  54\  U  76' 

in  qua  se  videlicet  affligat  per 
poriam  orientalem  digne  in- 
troiturus  sancfcam  Jherusalem 
id  est  per  Christum»  qui  est 
verua  oriens^  celestem  Sjon, 
id  est  stolam  iocnnditatis 
decoraturus  (decorandus  X)  et 


cum  eo  perpetuo  regnaturus. 
Ebenso  lassen  sich  mit  einiger  Sicherheit  einige  kdrziingen 
der  vorläge  nachweisen.     Es  mögen   besonders  hervorgehoben 
werden ; 


Descr.  20 
In  Golgatha,  quod  est  Calva- 
I      rie  locus ,    dictum    eo ,   qoia 
^■calirari  solebant,  id  est  damp- 


X  55,  U  76^ 
Golgatha,   que   est  Calvarie 
locus,  exutum  tunica,  feile  et 

acetuni  potatum,  crocis  pati- 
bulo  auspensum  neci  dede- 
runt,  locus  inquam  Calvarie 
dictus  eo  quod  in  eo  excalvari 
id    est  dampnari   rei    soleiit. 


und  gleich  darauf: 
Descr.  21 
ftpoetolorum     eorda 
fluncto  inflamuiavit 


X  55%  ü  77' 

spiritu  apostolorum    corda     suorum 

inflammaiiteni    remisit  spiri- 
tum  paracljtum. 
Eine  anderung  des  sinnes  wurde  hierdurch  zugleich  ver- 
ursaebt  in  folgender  stelle : 


X  56^  U  77' 

eo  quod  ibi  nioreplangentiura 
circuissent  funera  Jacob  filii 
eiös  gensque  sim  referentes 
eum  de  Egypto  in  Ebron* 
Von  Umstellungen  kann  nur  eine  mit  beatimmtheit  auf  Oliver 
irückgeführt   werden,  nämlich  s.    12/U  die  stelle:  *Sed  nota, 


Descr.  23 

eo  qood  ibi  more  plan  gentium 
circueuntes  filii  Jacob  funera 
sua  et  eius  gentis  deferebant. 


LXXXIl 


quod  miliario  a  Nazarefcli  cijntra  meridiem  —  disparoitv  Die^se 
stelle  findet  sich  sowohl  in  X  U  \ne  auch  bei  den  aodereu 
autoreii  nämlich  schon  früher,  s.  11  der  Descsr.,  nach  den 
Worten :  *mfttri  sue  miuistrare*,  wohin  sie  allerdings  auch  ge- 
hört. Von  den  anderen  geringen  ab  weich  nngen  dieser  art, 
wo  es  sich  nur  um  die  reihenfolge  der  angaben  Über  einen 
bestimmten  ort  handelt,  kann  man  absehen,  weil  hierin  auch 
hei  den  anderen  autoren,  die  auf  derselben  grundlage  bernhen, 
nicht  Überall  ühereinstinimunjr  vorhanden  ist»  Dagegen  wird 
bei  der  volla tändigen  Verwirrung  der  angaben  Über  die  Zer- 
störung des  tempels  in  Jernsalem  s.  16,  wie  sie  D  bietet,  die 
schuld  kaum  Oliver  beizumessen  seiu,  sondern  dem  abschreiber. 
Der  richtige  text  ist  in  den  Varianten  gegeben ,  so  dass  hier 
eine  nel*eneinanderstellnng  nicht  nötig  ist. 

Wesentliche  zusütze  hat  Oliver  zu  seiner  vorläge,  wie  be* 
reits  oben  bemerkt  wurde,  nicht  gemacht.  Hervorgehoben 
werden  mögen  die  worte  s.  10  *que  est  flos  flonim'  als  be- 
zeichnung  der  h.  Jungfrau  und  s.  13  'pergentibus  filiis  Israel^ 
die  sich  sonst  nicht  werden  nachweisen  lassen  *.  Deutlich  aber 
können  wir  zwei  zusatze  unterscheiden,  die  nicht  aus  der  vor- 
läge, sondern  aus  einer  anderen  quelle  geschöpft  sind,  nämlich 
einmal  die  stelle  s.  6,  die  in  D  verstümmelt  also  lautet;  *In 
Phenicia  sunt  iste  civitates;  Äccon,  Tyrus,  Sarepia  Sjdonis, 
Baraht,  Gybelet,  Phenicum  nobilissima  metropolis*.  Da  nun  M 
aber  die  worte  4^henicum  nobilissima  metropolis*  sieb  nur  anf  ™ 
Tyrus  beziehen,  in  den  anderen  quellen  aber  auch  nur  steht: 
*Fhenicia,  in  qua  Sors,  id  est  Tyrus,  Phenicum  nobilissima 
metropolis' ,  so  werden  wir  wohl  nicht  irre  gehen  mit  der 
annähme,  dass  hier  der  schreiber  von  D,  veranlasst  wahr- 
scheinlich durch  eine  randnotiz  seiner  vorhige,  die  hier  Qicht 
hingehorigen  worte  in  den  text  aufnahm.  —  För  die  Ver- 
wertung einer  randnotiz  spricht  noch  deutlicher  der  andere 
hier  zu  erwähnende  zusatz  aus  anderer  quelle,  nämlich  s.  10/U  : 
*Non  est  urbs  Accaron,  quam  quilibet  estimat  Accon;  illa 
Philistea,  Ptolomaida  dicitur  ista*.    Diese  worte,  welche  übrigens 


\ 


1  Die  stelle  Ne  lectori  etc.  s.  IG  6nd6b  aicb    Oberallp   gehört    also 
nicht  Oliver  eigentümlich  zu. 


Lxxxm 


«wei  Hexameter  bilden,  finden  sich  in  keiner  der  herangezogenen 
qaelleii.  Es  kommt  dazu  ,  äuBs  sie  sich  nicht  auf  Nazareth 
beziehen ,  wozu  sie  aber  gesetzt  sind  ,  sondern  auf  das  erst 
spüter  genannte  Accon»  Es  lasst  sich  wühl  mit  gewisah eit 
aooehmen,  dass  hier  eine  randnotiz  in  D  hineingearbeitet 
worden  ist,  und  zwar  an  der  verkehrten  stelle. 

Was  nun  die  abf aasnngszeit  dieser  schnflt  betrifft, 
ao  gibt  sie  selbst  einen  bestimmten  anhalts]jinikt  hiefür  nicht. 
Wenn  man  nun  erwägt,  dass  die  bist,  de  ortu  Jerns.,  wie  wir 
weiter  unten  sehen  werden,  nach  dem  november  1219  verfasst 
worden  ist^  diese  aber  die  bekanu tschaft  mit  dem  , alten 
kompendium '^  dadurch  beweist,  dass  sie  mehrmals  stellen  aus 
ihr  herüber  nimmt,  so  könnte  man  daraus  den  achluss  ziehen, 
dass  unsere  schrift  vor  der  bist,  de  ortu  Jerus.  verfasst  worden 
ist.  Andererseits  aber  wird  man  kaum  fehl  gehen,  anzunehmen, 
dass  Oliver,  nachdeui  er  einmal  den  entschliiss  zur  kreuzfahrt 
gefasst  und  das  gelübde  abgelegt  hatte,  selbst  das  be<Uirfnis 
füblte,  sich  mit  dem  lande,  dem  sein  ziel  galt,  genauer  be- 
kannt zu  machen  und  zu  diesem  zwecke  das  jedenfalls  sehr 
verbreitete  alte  kompendium  benutzt  hat;  er  kannte  es  also 
schon  bevor  er  den  ersten  brief  aus  Egypten  schrieb.  Aber 
der  Entschlnss,  eine  heschreibung  des  h.  landes  der  geschiebte 
dieses  vorzusetzen,  kann  doch  erst  in  ihm  gereift  sein,  als 
micli  der  entscbluss  zur  dai-steüung  der  geschieh te  des  h,  landes 
in  ihm  fest  stand.  Die  zeit,  die  er  zur  fertigstellung  dieses 
Werkes  brauchte^  wird  jedenfalls  nur  eine  sehr  kui-ze  gewesen 
seiii,  da  es  sich  für  ihn  wesentlich  darum  handelte,  seine  vor- 
lüge wortlich  wiederzugeben  und  mit  einleitung  und  schluss 
^bi  versehen.  Vielleicht  können  wir  die  lange  zeit  der  un- 
^Biätigkeit  des  christlichen  heeres  nach  dem  fall  von  Damiette, 
^BL  h,  das  jähr  1220  genauer  als  den  Zeitabschnitt  ansehen, 
in  welcher  unsere  schrift  entstand, 

Ihr  wert  ist    nach  dem    gesagten    gering ,    dennoch  wird 

auch  diese    ausgäbe    für  die   genauere    Untersuchung   der    be- 

Schreibungen  des  h,   laudes,  die  auf  dem  „alten  kompendium" 

ruhen,  vielleicht  etwas  beitragen  konuen.  —  Es  nn^^  noch 

wähnt  werden,  dass  zur  feststelluog  des  textes  und  zur  er- 

rnng  einzelner  stellen  ausser  den  beschreibungen  von  Robin- 


LXXXIV 

son,  Tobler  u.  a.  besonders  folgende  iextaiiBgaben  lieranges&ngeEi 

worden  sind : 

T  o  b  l  e  r  ,  Theoderici  libellus  de  locis  sanctis, 

de  Vo  g  ü  e\  lea  eglises  de  la  Terra  sainte, 

Laurent,  Quatuor  peregriiiatores, 

N  e  u  ra  a  n  n  in  der  Oesterr.  Vierteljahrsschrift  für  kathoT 

Thetjlogie  1868  s,  404  C  imd 
Johann  von  W  ü  r  z  b  u  r  g    bei  Pez ,   thesaur.  aoecd. 

Qov,  tom.  I,  pars  3  s,  530  fL 

IV,    Die  Historia  de  ortn  Jeruealem  et  eins 
variis  eveetibus. 

Wie  wir  oben  bei  der  besprechung  der  hss.  der  bist,  de 
ortu  sahen,  kannte  jener  uobekannte  Theodericus,  dem  wir 
anch  den  titel  dieses  werkes  verdanken,  eine  daratellung  der 
geschieh te  Jerusalems  dnrcli  Oliver  von  Adam  bis  zum  Ver- 
lust von  Daraiette  1221,  und  auch  Albericns  Triüm  fortiuni 
sagt  in  seiner  Chronik  '  zum  jahra  1223:  'Hucusqtie  magister 
0]ivf*rns  perduxit  historiani  süam  Jerosoliniitanam  i  n  cipiens 
eara  ab  anno  creati  mundi*.  Dass  das  vorliegende 
werk  nun  thatsachlich  das  Olivers  ist,  dafür  geben  ans  den 
unwiderlegbaren  beweis  der  in  0  erhaltene  anszug,  den  Theo- 
dericus ans  Olivers  schrift  verfasst  hat,  sodann  aber  auch 
zwei  in  der  bist  de  ortu  gemachten  bemerkungen  des  Ver- 
fassers selbst.  Cap.  87  nämlich  weist  Oliver  selbst  auf  die 
bist.  Dam.  hin:  ^sicut  plenius  persecuti  sunms  in  historia 
Damiatena  capitiüo  Non  minori  miraculo' ,  d,  h.  cap.  40,  so- 
dann heisst  es  am  Schlüsse  des  ganzen  werkes:  *sicut  in  se- 
quenti  lihro  plenius  ostenditur* ,  womit  unzweideutig  auf  die 
bist,  reg*  hingewiesen  wird. 

Wann  und  wo  aber  nun  hat  Oliver  dieses  werk  verfaest? 
Auch  hierfür  haben  wir  einige  sichere  hinweise.  Die  oben 
erwähnte  stelle  des  cap.  87 ,  welche  die  bist.  Dam.  erwähnt, 
lässt  erkennen,  dass  die  schrift  nach  dem  november  1219  ent- 
standen ist,  in  welchem  monate  die  eroberung  von  Tanis,  von 


1  Uon.  Germ.  es.  23^  a.  913. 


LXXXV 

der  cap.  40  der  hist.  Dam.  handelt,  stattfand.  Dass  die  bist. 
de  ortti  aber  aucb  uocb  in  Egjpten  verfasfit  worden  ist,  geht 
wohl  eben  so  sicher  aus  der  bemerkimg  cap.  3  hervor :  *astro- 
logiam  .  .,  qua  hodie  abutuotar  (Egyptii)  degenerantes  in 
maibematicaoi,  in  qua  nsque  in  bodiernnm  dieni  fatura  se 
investigare  putant**  Wir  können  infolge  dieser  stellen  wohl 
mit  Sicherheit  behaupten  ,  dass  das  vorliegende  werk  in  jener 
zeit  entstanden  ist,  in  welcher  das  beer  der  Christen  in  nichts* 
thun  versunken  dasasa,  bis  es  aus  diesem  herausgerissen  wurde, 
oacbdem  es  dem  päpstlichen  legaten  gelungen  war,  den  vor- 

I  marsch  gegen  das  befestigte  lager  des  sultans  in  Äl-Mansura 
durchzusetzen,  d.  h.  in  der  zeit  vom  februar  1220  bis  juli  1221, 
also  gerade  in  derselben  zeit^  in  welche  auch  die  entstehung 
der  descriptio  anzusetzen  sein  dürfte  und  in  der  die  hist.  reg. 
wirklich  entstand.  —  Die  historia  de  ortu  ist  eine  gedrängte 
darstellnng  der  geschieh te    von  Jerusalem   oder    richtiger  der 

|i     Juden  von  der  erschaffung  der  weit  bis   zur  eroberung  Jeru- 

Isalf^nis  durch  Titus.  Hieran  schlieast  sich  ein  ganz  dürftig 
gehaltener  katalog  der  römischen,  dann,  seit  Konstantin,  der 
griechischen  kaiser  bis  auf  Justiniao,  in  dessen  zeit  das  imperium 
auf  den  franken  Pipin  übertragen  wurde.  Es  folgt  dann  noch 
die  nackte  aufzählung  der  deutschen  kaiser  bis  Heinrich  V,, 
unter  welchem  Gottfried  von  Bouillon  Jerusalem  den  bänden 
der  Sarrazenen  wieder  entriss.  So  hat  Oliver  allerdings  den 
anscbluss  an  sein  folgendes  werk,  die  hist.  reg.,  gefunden, 
I  aber  waa  er  geben  wollte,  eine  geschiebte  Jerusalems,  bat  er 
nicht  zu  stände  bringen  können  aus  man  gel  an  quellen.  Es 
klafft  eine  lücke  von  etwa  tausend  jähren ,  die  er  nicht  aus- 
zufüllen vermochte;  die  geschieh  te  Jerusalems  bricht  mit 
dem  jähre  70  thatsächlich  schon  ab. 

Die  baupt quellen  für  seine  arbeit  sind  die  histo- 
rischen bOcher  des  alten  testaments  und  des 
Petrus  Commestor  historia  scolastica'.  Da  auch 
Petrus  in  seinem  buche  einen  grossen  teil  der  von  im  be- 
handelten Schriften  des  alten  testaments  fast  wortlich  hinüber - 
nahm  und  bald  dieser^  bald  Oliver  sich  mehr  an  den  Wortlaut 
der  Vulgata  anlehnt,    so  ist  es  sehr  schwer,  bestimmt  anzu- 

1  Benutzt  wurde  die  ausgäbe  Fang  1518. 


L 


1 


geben,  wo  Oliver  thataächlicli  aus  P(3trus  schöpfte  und  wo  er 
auf  die  bibel  selbst  zurückging.  Im  allgemeinen  aber  kann 
man  sagen,  dass  alle  nicht  aus  der  bibel  genommenen  znthat^n 
(soweit  sie  nicht  den  unten  zu  nennenden  quellen  angeboren) 
aus  Petrus  geschöpft  sind  und  dass  bei  wiedergäbe  des  rein 
historischen  Oliver  beide  benutzt  hat  und  zwar  derart,  dass  er 
die  nachrichten  wesentlich  kürzte,  also  nicht  alles  brachte,  waa 
Petnis  aus  der  bibel  abs^chrieb,  daför  aber  seinen  text  mit 
Zitaten  aus  den  propbeten,  besonders  den  grossen ,  und  dem 
Ecclesiasticus  belebte.  Nach  dem  Schlüsse  der  bücher  der 
k6nige  bis  zum  beginn  der  geschichte  der  Maccabäer,  d,  h, 
cap.  85/105  ist  Oliver  vollständig  von  Petrus  Comniestor  ab- 
hängig, die  geschichte  der  Maccabäer  aber  (bis  cap.  108)  hat 
er  unabhängig  von  der  bist,  seolast.  aus  der  Vulgata  excerpirt 
und  nur  wenige  unbedeutende  sätze  aus  jener  aufgenommen, 
wie  z.  b.  cap.  106  die  auflösimg  des  hebräischen  datums  in 
das  römische.  Was  dann  folgt,  ist  wieder  reiner  auszug  aus 
Petrus,  den  er  bis  cap,  121,  bis  zum  tode  des  kaisers  Claudius, 
benutzen  konnte.  Die  fortsetzung  von  cap.  122  bis  zum  schlnaa 
ist  sodann  einem  kaiserkataloge  entnommen,  der  in  seinem 
ersten  teile  auf  Hieronymus  bezw.  Paulus  üiaronns  zorfirk- 
geht,  wie  die  vielfach  wörtliche  Übereinstimmung  Olivers  mit 
diesen  beweist.  Es  ist  bei  der  menge  teils  mehr  teils  weniger 
von  einander  und  von  den  genannten  autoren  abhängiger 
kaiserkataloge,  die  wir  besitzen,  und  bei  der  unendhchen  kurze 
Olivers ,  der  eigentlich  nur  die  nackten  regierungsjahre  an- 
einander reiht,  nicht  möglich  gewesen,  einen  bestimmten  katalog 
bezvv,  einen  Schriftsteller,  der  diesen  benutzte,  mit  bestimmt- 
heit  heranszufinden. 

Neben  diesen  drei  quellen  aber  benutzte  Oliver  noch  ab 
vierte  eine  Descriptio  Terrae  sanctae,  vermutlich  die 
eigene;  von  den  hier  in  betracht  kommenden  stellen  finden 
wir  z,  b,  cap,  6  und  9  ftist  wörtlich  in  seiner  descriptio  ■ 
wieder,  und  ebenso  werden  die  nicht  aus  Conimestor  genommenen 
stellen  cap.  3:  (Sichern)  ^nunc  autem  Neapolis  dicitur*,  cap.  23: 
(Thesbes)  -unde  Heljas  Thesbitea  fuit',  und  cap.  64:  (An- 
tiochia)  ^que  et  prins  Reblata*  der  eigen*»n  descriptio  entnommen 
sein;  wir  finden  die  stellen  alle  in  ihr  wieder. 


« 


l 


LXXXVU 


: 


Ausser  einigen  unbedeuteiiclen  zasätzen,  wie  cap.  65,  77, 
80,  83,  92  und  97  sind  es  besonders  folgende,  die  wir  wohl 
zweifeltos  als  nicht  auf  eine  bestimmte  quelle  zn rückgehend, 
sondern  als  wirkliches  eigen  tum  Olivers  betrachten  können: 
die  einleitung;  cap.  2  die  stellen  über  die  patriarchen  und 
Lotb;  cap.  33  der  zusatz  zu  Samuel  Wir  sanctus  et  pcrfectns 
coram  Doniino  et  omni  populo* ;  cap.  39  tai  Daniel  ,sed  in  hac 
pace  .  .  .  .  sustinuit* ;  cap.  83  das  zitat  aus  Jerem.  36,30; 
cap.  87  der  verweis  auf  bist.  Dam.  cap,  40;  cap.  89  einmal 
der  znsatz  Über  Daniel  'Dominus  dedit  Danieli  scientiara  et 
disciplinam,  intelligeatiam  et  visionem  sompniorura*,  ferner  die 
bemerkung,  mit  der  er  die  ansieht  des  Gregorius  Über  die 
guten  engel  widerlegt  *Sed  qnomodo  ....  intelligentia' ,  und 
der  geographische  zusatz:  *Hoc  autem  de  .  .  .  .,  ab  aqoilone 
Syriam,  a  meridie  Egyptum  habet' ;  cap.  99  über  die  gefangene 
familie  und  die  schätze  des  Darios  :  H|ye  omnia  iuxta  raorem 
Persanira  ferebantur  ad  castra*,  und  cap.  102  die  erkliirung  des 
Wortes  Panareton  4d  est  plenura  virtutibns,  vocat  a  pan  quod 
est^iotun],  et  ares  quod  est  virtus\  die,  wenn  sie  richtig  wäre, 
den  glauben  erwecken  könnte ,  als  hätte  Oliver  kenotniase  in 
der  griechischen  spräche  besessen ,  obwohl  es  ja  nicht  aus- 
geschlossen i«t,  dass  er  einige  worte  im  Orient  erlernt  hat. 
diese  stellen,  an  sich  nicht  viel  bedeutender  als  die  nicht 
anders  erwähnten  in  cap.  65,  77  u.  s.  w.,  können  wir  wohl 
unbedenklich  Oliver  seihst  zuschreiben,  ohne  für  sie  eine  be- 
sondere quelle  in  anspruch  zu  nehmen.  Wir  werden  etwas 
ähnliches  unten  bei  der  Untersuchung  der  hist,  reg*  wieder- 
finden. 

Es  bleiben  alsdann  nur  zwei  stellen  übrig,  die  anders- 
woher genommen  sein  müssen,  deren  urspnmg  aber  festzustellen 
nicht  gelungen  ist.  Es  ist  das  einmal  der  in  der  hs.  sehr 
ent($teUte  passns  liber  den  tod  des  Jugurtha  cap,  111.  Bei 
Petrus  Commestor  hist  div.  VII  findet  sich  nur:  *His  tempo- 
rtbus  Jugurta  contra  Romanos  dimicaUvS  a  Marco  (vielmebr 
Mario)  et  Silla  captus  est* ,  und  es  wäre  nicht  unmöglich, 
dass  die  Oliver  vorliegende  hs.  der  hist,  scolast.  hier  einen 
weiteren  text  gehabt  hat  als  diejenige,  welche  dem  Pariser 
drucke  zu  gründe    liegt;    dem  könnte  allerdings  der  umstand 


LXKXVm 


widersprechen ,  dass  sonst  die  bemerkongea  Conimestors  ober 
römische  geschichte  sich  im  weseritlicheii  mit  Hieronyuius  bezw, 
Paulus  Diaconus  decken,  eraterer  ^  aber  den  Jugtirtha  im  kerker 
sterben,  und  nicht  wie  Oliver,  vom  Tarpeischen  feken  gestürzt 
werden  lässt»  letzterer  ^  seinen  tod  gar  nicht  erwähnt  Die 
andere  stelle  ist  die  Über  dea  tod  des  Pontius  Pilatus  cap.  121. 
Commeator  lässt  Pilatus  nach  Lyon  verbannt  werden,  und  ist 
deshalb  nicht  Olivers  quelle.  Dass  Pilatus  getrieben  von 
gewiss ensbissen  durch  Selbstmord  endigte,  wird  auch  sonst 
berichtet  und  von  einigen  sogar  mit  starkem  anklang  an  die 
Worte  Olivers,  Es  mag  hier  Orosius  ^,  der  aus  Rufinus  schöpft, 
neben  Oliver  gestellt  werden: 


Oliver  cap.  121 
Pilatus  autem^  qui  in  Salva- 
torem  iniqui  indicis  functus 
est  officio,  temporibus  Gaii 
tautis  ac  talibus  rnalorum 
cladibus  cruciatus  est,  ut 
propria  manu  se  transver- 
berana  nefariam  viiam  vi 
abiecisse  referatur. 


Orosius 
Pilatus  antem,  qui  sententiam 
damnationis  inChristnm  dixe- 
rat^  postqnam  plurimas  se- 
ditiones  in  Hierosolymis  ex- 
cepitac  fecit,  tantiainrogante 
Gaio  angoribns  coartatus  est, 
ut  sna  se  transverberans  manu 
rnalorum  compendium  mortis 
celeritate  quesierit. 

Ks  ergibt  sich  hieraus,  dass  Oliver  eine  auch  aoust  be- 
nutzte quelle  vorgelegen  hat ;  dennoch  aber  gelang  es  nicht, 
diese  stelle  mit  Sicherheit  einem  bestimmten  autor  zuzuweisen. 

Nehmen  wir  an,  dass  diese  beiden  stellen  ein  und  dem- 
selben uns  nicht  bekannten  autor  entnommen  sind ,  so  haben 
wir  fünf  quellen,  auf  welchen  Oliver  seine  bist,  de  ortu  Jeru- 
salem aufbaut:  die  bibel,  Petrus  Commestors  histar.  scolast., 
seine  descriptio  Terre  sancte,  einen  kaiserkatalog  und  eiue 
unbekannte  quelle.  Er  selbst  nennt  allerdings  noch  als  queUe 
Nicolaos  Daraascenus  (cap.  3),  Josephus  (cap.  3,  22,  41,  56,  57, 
72,  89,  99,  104,  108),  Hieronymus,  d,  h.  den  bibelin terpreten, 
nicht  den  Chronisten  (cap.  35,  89),  Epiphanias  (cap.  77,  88,  89), 

Gregorius  (cap.  89),  eine  *alia  historia*  (cap.  36,  vgl.  auch  69) ; 

♦ 

1  Euaebii   Chron.  ed.   Alfr.  Öcböne  H   s.  131.  2   Moo.  Germ, 

bist.  auct.  antiq.  11,  s.  82.  3  Historia  adversus  paganos  ed.  Zange- 

meiiter,  Corpus  Bciiptor.  eccles,  latin.  V,  s.  445/6. 


LXXXIX 


indess  bat  Oliver  alle  diese  stellen  nebst  angäbe  der  quellen  aus  der 
hintor.  sccJast.  genommen  und  nitht  die  autoren  seihst  Ijenutzt, 
ein  verfahren,  das  er  mit  vielen  mittelalterlicben  schriftstelfern 
teilt  und  das  ihm  den  verwiirf  des  plagiates  nicht  znziehen  kann. 
So  werden  wir  denn  nach  dem  gesaj^ten  nicht  umhin 
könnet],  das  urteil,  welches  schon  Kicker  ^  Über  die  liisfeor.  de 
orta  Jerusalem  gefällt  hat,  nämlich  dass  sie  „eine  hochs^t 
dürftige  erzählung  der  geschichte  des  h.  landes  bis  zum  ersten 
kreuzzng*  ist,  zu  iinteri?chreiben ,  trotzdem  wir  nicht  den 
auszug  des  Theodericus^  der  Ficker  allein  vorlag»  sondern  daa 
vollständige  werk  vor  nns  haben. 


V,  Die  Historia  reguin  Terre  sancte, 
§  L     Die  qiK^len  der  historia  rcguin. 


^f       Die    bist.   reg.  beruht    in   ihrem    ersten   teile,    d*  h.   bis 
~  zum  ende   des  cap,  24   auf  der  historia  Jherosaljmitana    des 
Fu  Icher    von    Chart  res*,   ja    stellt  sich    im  wesentlichen 
als  ein  auszug  aus  derselben  dar.     Indess  bennt^te  Oliver  nicht 
das  ganze  werk  Fulchers,  wie  es  im  Recueil  uns  gedruckt  vor- 
liegt,   sondern  nur  einen  teil.     Die  geschichte  Jerusalems  ist 
nänilich  von  Fulcher    in    mehreren  abschnitten  geschrieben  * ; 
der  erste  reichte  bis  zum  Jahre  1105,    bis  zur  niederlage  der 
Sarrazenen    bei  Ramiah    nnd    deren    flotte    bei  Jaffa,     Diesen 
abschnitt  benutzte  als  selbständige  arbeit  Bartolph  de  Nangeio 
in  seinen  Gesta  Francornm  Jhernsalem  expugnantium  *.    Später 
■^  setzte  Fulcher  seine  arbeit  fort  und  führte  sie  bis  zur  eroberung 
I^F  fon  Tjrrus  1124.     In  dieser  form  liegt  die  bist.  Jheros,  noch 
I     in  einer  reibe  von  hss.  vor,  von  denen  eine  Bongars  in  seiner 
ausgäbe   benutzte.     Eine    solche   bis  1124    reichende    hs.   des 
Werke«  Fulchers  lag  auch   Oliver   vor  bei   seiner  bearbeitnng 

1  Zeitschr.  für  gesch.  und  altertumskiinde  Wesiralens  13,  h.  290. 
2  Gedrückt  Bong^ars  Geata  Ijei  per  Fraricos  lid.  1,  s.  S81/440,  tlann  bei 
Dachetae,  bist  Francor,  ^criptores  ßd.  4  ,  s.  816  ff.,  Migne  Patrob 
CDfB.  155,  ».  821  tf„  2uleizt  im  Recneil  des  bist,  des  croisades,  bist. 
occid.  toni,  3»  a.  310  ff.;  ich  aitiere  nach  letzterer  ausgäbe.  3  Vgl. 

dtePr^fiice  im  Recueil    a.  a.  a.,  s.  XX VH  C  ■*  Gedrnckt  Recueil 

».a.  0.,  a.  491/54a. 


der  liist  regr.  Die  zweite  fortsetzuog  bis  zum  jähre  1127 
kau  nie  Oliver  nicht.  Hieraus  ergiebt  sich  zugleich  die  obci» 
für  das  ende  der  beniitzuiig  Fulchers  angegebene  stelle.  Was 
dann  folgt,  entnahm  Oliver  anderen  autoren,  die  wir  weit-r 
unten  genauer  betrachten  werden.  Verweilen  wir  vorerst  bei 
der  benut^nng  Fölchera. 

Dieselbe  hebt  sofort  an,  nachdem  Oliver  nach  der  ein* 
leitung,  die  er  Reibständig  und  unabhängig  hergestellt  hat, 
in  die  eigentliche  darstellyng  der  geschichte  eintritt.  Die 
benutzung  selbst  geschah  in  der  weise,  dass  Oliver  die  worte 
Fulchers  mehr  oder  weniger  wörtlich  wiedergab,  oder  indem 
er ,  besonders  wo  Fnlcher  ihm  zu  genau  oder  weitschweifig 
war,  einen  längeren  passus  durchlas  und  diesen  dann  in  selb- 
Btändiger  weise  zur  darstellung  brachte. 

Bei  der  ersten  art  können  wir  genau  verfolgen,  dass  trotz 
sonst  wörtlicher  wiedergäbe  der  darstellung  Fulchers  Oliver 
doch  oft  einzehie  Änderungen  des  textes  absichtlich  vornahm; 
meist  sind  es  nur  kleinigkeiten,  die  aber  doch  sofort  auffallen. 
So  findet  man  'Christiani*  für  ^exercitus  noster'  des  Pulcher, 
^terga  dederunt'  für  *fugerunt*  'infideles'  oder  'AUofili'  für 
'Sarraceni* ;  um  genauere  beispiele  anzuführen ,  verweise  ich 
auf  folgende  stellen  gleich  im  ersten  cap,  der  hist.  reg.  Fuleher 
(I,  6,  s.  327):  'imprudenter  .  ,  .  cum  raro  agmine  vadens^ 
Oliver:  'incaute  cum  paucia  iter  agens' ;  Fuleher:  *cum  tnulta 
gente* .  Oliver:  *cum  geiite  phirima* ;  Fuleher:  ^transierunt*, 
Oliver:  'profecti  sur)t^ 

Die  Übereinstimmung  findet  sich  aber  nicht  nur  bei  den 
thatsäc blichen  berichten,  sondern  auch  da,  wo  Oliver  ein  ge- 
samturteil  abzugeben  oder  eine  moralische  betrachtung  oder 
dergl  einzustreuen  scheint  —  denn  in  Wahrheit  entnahm  er 
sie  aus  Fuleher.     Ein  beispiel  möge  hier  folgen: 


I 


Fuleher  n,  3,  s,  378 
Opusenim  est  omnibus  inimi- 
eos  haben tibus  .  ,,  ut  frequen- 
tissime  illos  enixe  coerceaut, 
quatinus  cert amini»  tedio  vel 
vi  superent  vel  ad  pacis  pac- 
tionem  pertrahant 


Oliver  cap.  8. 
Sciebat  enim  inimicos  haben- 

tibüs  requiem  uon  esse  dan-  M 
dam  eis,    ut   vel   tedio   cer-  " 
taminis    vi     superentur    vel 
ad    pacis  compendium   citius 
pertrahantur. 


geeignet , 
beDutzQüg  2U  veranschuulicheo. 

Es  bleibt  hierbei  aber  nicht  ausi^eschlosaeB,  dass  Oliver  mitten 
in  eiDC  in  seiner  weise  wörtlich  ans  Fnlcber  genommene  stelle 
eiDe  solche  aus  einem  späteren  kapitel  Fulchers  ebenfalls  wörtlich 
einschiebt;  ich  verweise  hierfür  anf cap.  9.  In  diesem  entnahm 
er  die  angaben  über  die  flucht  des  königs  aas  Fulcher  11,  19, 
d.  401,  nur  dieworte  'cum  nno  tantnni  milite  et  armigero  suo* 
schob  er  mitten  in  seinen  t-ext  ein  aus  Fulcher  II,  20,  a.  402. 
Ebenso  yerbält  es  sich  cap.  1 1  mit  den  Worten  *  VI.  KaL  Septem bris\ 
die  er  aus  Fulcher  II,  33,  s.  415  der  aus  II,  32,  s.  413/14 
genommenen  erzählung  einverleibte.  Zuweilen  aber  lief  ihm 
bei  der  wörtlichen  wiedergäbe  Fnlchers  auch  ein  lesefehler 
unter.  Hierzu  möchte  ich  rechnen  cap.  17  *io  pretorio*  (wie 
sämtliche  handschriften  hss.  der  bist,  reg,  haben)  för  das  *in 
preterito  anno*  des  Fulcher  II,  53,  s.  429,  obwohl  auch  die 
leseart  Olivers  einen  sinn  gibt;  ferner  gehört  wohl  auch  hier- 
her, wenn  Oliver  gleich  darauf  sagt:  'Turci  .  .  audientes  regem 
Jerusalem  in  terram  suam  venisse* ,  wahrend  es  bei  Fulcher 
U  ,  54 ,  8,  430  heisst :  Vum  g  e  ri  t  e  m  nostram  remeasse 
com pe rissen t*.  —  Eine  auffallende  nachlassigkeit  bekundet 
Oliver  in  demselben  cap.  mit  den  worten  'ut  superius  dictum 
est*,  denn  darüber,  dass  Mandulfus  auf  Veranlassung  des  Dolde- 
quinns  ermordet  w*orden  sei,  worauf  er  mit  obigen  worten 
hinweist,  findet  sich  bei  ihm  vorher  nichts  erwähnt,  wohl  aber 
weist  Fnlcher  an  derselben  stelle  (II,  53,  s.  429)  mit  den 
Worten  *üt  superius  legitur*  auf  seineu  berichfc  von  der  er- 
mordung  des  Mandultus  hin.  Viel  leicht  aber  thut  man  hier 
doch  besser,  obigen  lesefehler  wie  diese  nachlassigkeit  dadurch 
zu  beseitigen ,  das»  man  mit  Fulcher  liest  4ii  preterito  ut 
fluperius  dictum  est  anno*  und  die  Verweisung  auf  das  früher 
gesagte  auf  die  zeit  best  im  raimg  bezieht. 

Es  darf  indes  nicht  unerwähnt  bleiben,  dass  Oliver  viel- 
fach auch  vollständig  wörtlich  Fulcher  zitiert;  ich  verw^eise 
hierfflr  beispielsweise  auf  die  beschreibung  der  quelle  Siloah 
(cap.  6,  Fulcher  I,  26,  s.  356)  und  den  zug  des  könig  Balduiu 
nach  dem  roten  meere  (cap.  18,  Fulcher  II,  57,  s.  432). 

Die  zweite  art  der  benutzung  besteht,  wie  wir  oben  be- 


XCII 


merkten,  darin,  dass  Oliver   einen   grösseren  passus  Fulchers 

durchlas  und  dann  nach  eigenem  erm^sen  wiedergab.  Hierbei 
lassen  sich  noch  zwei  verschiedene  manieren  unterscheiden, 
indem  Oliver  einmal  unter  wesentlicher  beibehaltung  der  worfce 
Fu Ichers  seine  eigene  darstelluog  komponierte,  (»der  indem  er 
mit  höchst  geringen  anklängen  an  Fnlchers  werte  die  be- 
treäTeuden  abschnitte  selbständig  and  frei  bearbeitete« 

Um  bei  der  ersten  dieser  benutznngarten  zu  bleiben,  so 
würde  es  zu  weit  ttihren,  wollte  man  sie  durch  nebeneinander* 
stellen  der  einschlägigen  abschnitte  deutlich  machen  ;  es  wird 
genügen,  auf  folgende  stellen  zu  verweisen :  cap.  2  *hic  oranc«* 
bis  'coadunati  sunt^  nach  Fulcher  1,  6,  s*  328 ;  cap.  5  'An- 
tiocheni  vero*  bis  *intercepit  Christian os*  nach  Fulcher  I,  15/16, 
s,  340/341;  cap.  22  nach  Fulcher  111,  8/11,  s.  445/448,  u.  a. 
Die  art  und  weise,  mit  der  er  unter  benutzung  der  worte 
Fulchers  seinen  text  herstellte,  ist  natürlich  je  nach  dem  in- 
halte  und  der  darstellungs weise  Fukhers  sehr  mannigfaltig. 
So  verwandelt  er  cap.  7  die  direkten  werte,  die  die  Babylonier 
beim  ansbruch  des  krieges  gesagt  haben  sollen:  'Eamns  et 
capianvus  Jherusalem  cum  Francis  in  ea  clausis,  quibus  Omnibus 
interemptis  eradanms  illud  sepulchrum  tam  eibi  preciosura  • .' 
(Fulcher  I,  31,  s.  3G3)  in  die  indirekte  rede:  \  ,  .  qui  paulo 
ante  comrainati  fnerant,  se  Jerosolimitanos  oranes  interfecturos 
et  sepulchrum  gloriosum  dissipatnros'.  Fulcher  lässt  U,  31, 
B.  412/413  den  patriarchen  von  Jerusalem  redend  auftreten  und 
in  direkter  rede  dem  klerus  die  Vorschriften  über  fasten  und 
Viettibungen  erteilen.  Oliver  (cap.  11  j  übernahm  einen  teil 
dieser  rede  wörtlich ,  lässt  die  worte  aber  nicht  gesprochen 
werden,  sondern  benutzt  sie  zur  darstellung  von  thatsachen, 
indem  er  den  klerus  sofort  das  thnn  lasst,  wozu  bei  Fulcher 
der  Patriarch  erst  rat.  Aehnlich  verhält  es  sich  cap.  5,  wo 
Oliver  das  datum  des  auszuges  der  Christen  'IV,  Kai.  Julü*  and 
die  art  und  weise  desselben  als  etwas  thatsach liebes  berichtet, 
während  in  seiner  quelle,  Fnleher  1,  22,  s,  348,  erst  von  den 
beratsch  lagungen,  wann  und  wie  der  auszug  geschehen  solle, 
die  rede  ist  —  Wo  Fulcher  stellen  aus  der  bibel  wörtlich 
zitiert,  übemahra  sie  Oliver  entweder  wörtlich  %  oder  er  ver- 


I 

I 


1  1.  b.  cap   9  extr.  'Equiia  enim  etc*  aus  Prov.  21,  31. 


xcm 

arbeitete  den  bibeltext  in  seine  daratellung  imd  zwar  dergestalt, 
dasa,  würde  man  ?on  Fulcher  nicht  auf  die  spur  geführt  werden, 
man  das  biblische  xitat  kaiioi  erkennen  würde.  Z,  b.  cap.  2 
bei  der  erzablung  von  der  wunderersciieinung,  die  Oliver  sonst 
aogut  wie  wörtlich  aus  Fulcher,  I,  8,  s.  330  entnahm,  zitiert 
letzterer  die  stelle  Sap.  4,  7:  'Justus  qua  morte  preoccupatus 
fuerit,  in  refrigerio  erit*;  Oliver  macht  daraus:  *In  ho€  mira- 
colo  refrigerium  instorum  evidenter  apparnit,  quac^umque  morte 
fuissent  occapati^  —  Es  ist  eine  eigentümlichkeit  Fulchers, 
am  ende  eines  bestimmten  abschnittes  das  vorhergehende  in 
einige  hexameter  ziisamraenxu fassen  ;  zuweilen  enthalten  die 
verse  aber  nur  das  datum ,  einige  male  werden  sie  als  'Epi- 
taphium^ bezeichnet.  Auch  diese  verse  benutzte  Oliver  zur  her- 
stellnng  seines  textes,  und  zwar  indem  er  sie  entweder  wörtlich 
übernahm  wie  cap,  8:  *Ad  caput  hoc  anni  post  captam  contigit 
urbem*;  erst  wenn  man  die  quelle  (Fulcher  I,  36,  s,  370) 
kennte  kann  man  sich  die  geschraubte  ansdrucksweise  erklären, 
oder  indem  er  sie  als  prosa  in  seinen  text  verarbeitete,  wie 
ebenfalls  cap.  8  *hec  civitas  tarris  Straten ia  fuit  appellati*, 
nach  Fulcher  II,  9,  s.  390:  *Cnm  Stratonia  turrem  eic  dictam 
cepimus  urbem*,  oder  cap,  19,  wo  die  nanien  der  städte,  die 
konig  Balduin  I.  während  seiner  regierung  erobert  hatte,  dem 
^Epitaphium  regis  Baldiiini^  bei  Fulcher  11,  64,  s.  437  ent- 
nommen sind.  Fa8t  regelmässig  ist  letzteres  der  fall  bei  den 
datnmsangaben ,  die  Fulcher  ausser  in  Hexametern  auch  noch 
in  einer  besonderen  art '  der  berechnung  zu  geben  beliebt. 
Hier  nun  musste  Oliver,  der  nur  den  Julian ischen  kaleuder  in 
der  bist.  reg.  benutzt,  die  daten  uui rechnen.  Einige  stimmen 
mit  F'ulcher  überein,  wie  *niense  Junio*  in  cap.  16  mit  Fulcher 
II,  49,  8.  426,  andere  dagegen  weichen  sehr  stark  ab  ,  wie 
cap.  10,  wo  Oliver  ab  datum  der  eroberung  von  Akka  *VIL 
Idus  Mai'  oder  mai  9. ,  Fulcher  aber  den  26.  mai  angibt  ^ 
(II,  25,  s.  408),  und  cap.  17  sagt  Oliver:  'Acta  sunt  hec  circa 
finem  Aaguati',  wo  die  angaben  Fulchers  II,   54,  s.  431  den 


1  Vgh  Beciieil  a.  a.  o.,  u.  370  note  b  und  s,  350  note  a.  2  Daa 

richtige  datum   der   einnnlime   von  Akka  aber   ist   der  26.  luai.»  ver^L 
Ekkehard,  HieroBol.  cap,  XXKIU,  a.  285  der  auBgabe  von  Hagen mejrer. 


XCIV 


13.  septemtier  crgebGii.     Diese  stelle  fehlt  aber  noch  in  D,  ist 
also  wohl  erst  später  hinzugekommen. 

Die  andere  art  dieser  benutzungs weise  besteht,  wie  wir  oben 
sagten,  darin,  daas  Oliver  mit  ganz  geringen  anklängen  an  die 
Worte  Fnlchers  die  ji^eschichte  selbständig  und  frei  darstellte. 
Hierfür  gibt  ein  heispiel  cap.  7\  dm  nur  eine  freie  bearbeitung 
viH)  Fnlcherl,  30/31  ist»  Einzelne  ausdrücke  wie :  ^ascenderunt 
arborum  cacuniina*,  ^e  longe  spectantes'  stammen  aus  Falcher; 
?gl.  desgl.  c^p.  4  schlnss  mit  Pulcher  I,  14,  a.  338:  cap.  5  I 
*Vaniis  etc.'  bis  MJhnatianos'  mit  I,  16»  s.  342;  cap.  9  *lUi 
autem*  bia  zum  scbluss  mit  II,  21,  s.  403/6,  u.  a,  um  des 
genaueren  auf  diese  bennt/Aingsart  einzugehen ,  so  verfuhr 
Oliver  da,  wo  der  text  der  vorläge  för  seine  zwecke  zu  weit-  I 
lünfig  war,  in  der  weise,  wie  man  es  wohl  auch  heute  noch 
machen  würde ,  um  lange  episoden  mit  wenigen  Worten  tu 
erledigen.  So  thiit  er  die  genaueren  angaben  Fulchers  I,  6, 
8.  328  über  die  verschiedenen  wege,  die  die  kreuzfahrer  ein- 
schlugen, um  sich  endlich  vor  Nicäa  zu  vereinigen,  cap,  2  mit 
den  Worten  *per  diversa  loca  venientes*  ab,  —  Cap<  5  gegen 
das  ende  gibt  er  die  zahl  der  emire  auf  29  an,  bei  Falcher 
I,  21,  s,  347  werden  diese  namentlich  aufgeführt,  und  aiwar 
geben  fünf  hss,  29  und  zwei  30  naraen:  Oliver  zählte  also 
nach  und  fus.ste  sich  kurz  durch  einfache  angäbe  der  anzahl. 
Fulcher  gibt  II,  II,  s.  392  Ü'.  eine  direkte  anrede  des  kunigs 
Balduin  und  berichtet  darauf  von  einzelnen  kühnen  thaien 
desselben  ;  diese  angaben  sind  der  grund  zu  den  Worten  Olivers 
cap.  8:  'post  exhorhitionem  regis,  qui  erat  consolator  opti mos 
ac  bellator  durissimus/ 

Dass  bei  dieser  art  von  benutzung  Oliver  nicht  immer 
mit  der  nötigen  Sorgfalt  verfuhr  und  sich  deshalb  eine  ganze 
reihe  grosserer  und  kleinerer  versehen  einschlichen  oder  in 
folge  der  kürze  die  darstelluug  zuweilen  der  nötigen  klarheit 
entbehrt,  kann  kaum  auü'aHen.  So  ist  cap.  8  bei  der  be^ 
Schreibung  der  kämpfe  nicht  alles  genau  wiedergegeben,  denn 
während  in  dem  ersten  kämpfe  Balduin  nach  Oliver  'non  sine 
gravi  dispendio  et  iucommodo  suornm*  siegt,  sagt  Fulcher  II,  2, 
s.  374:  'de  noatris  vero  cjnator  milites  vitam  amißernnk^  Die 
kürze  Olivers  lässt  nicht  erkennen,  dass  der  zug,  in  dem  jene 


I 


I 


1 
I 


xcv 


kämpfe  stattfanden,  mehrere  tage  in  ansprucli  nahm,  und  Ter* 
mindert  wesentlich  die  gefahren  ^  in  denen  Balduin  und  sein 
beer  schwebte,  sowie  die  mühe,  die  sie  hatten  nni  durch- 
zn kommen.  —  Wenn  ferner  Oliver  cap.  17  sagt  (an  der  bereite 
oben  erwähnten  stelle) :  'Tiirci  .  .  .  ,  audientes,  regem  in  ternim 
TOftm  venisse,  irruerunt  improvisi*,  so  kann  es  den  anschein 
haben,  als  oh  der  könig  aus  dem  hinterhalt  überfallen  wurden 
sei;  davon  ist  aber  hei  Fulcher  nicht  die  rede  ;  vgl.  11,  54, 
8,  430.  —  Ein  offenbares  versehen  Olivers  finden  wir  cap.  4, 
wie  folgende  Gegenüberstellung  deutlich  macht: 

Fulcher  l,   13,  s.  337  If.  Oliver  n.  a.  o. 

Est  illa  (Edessa)  in  Mesopo-  (Edessa)  •  .  que  est  in  Meso- 


pothainia  Syrie  viginti  fere 
miliaribus  ab  Antioc hia  di- 
stans. 


K 


thamia  S3'rie  trans  tliinien 
Eophraten  viginti  fere  mili- 
ariis^  et  ab  Antiochia  distans 
quasi  centum  vel  paulo  phis. 

Oliver  verwechselte  also  die  entfern uog  Edessas  vom 
Euphrat  mit  der  von  Antiochia,  —  Cap»  8  liisst  Oliver  den 
konig  *latmnculos  in  cavernia  latiantes'  angreifen  »  während 
die  betreffende  stelle  bei  Fulcher  11^  4,  8.  379  lautet:  \  .  .  in- 
venimus  villas,  ubi  Sarraceni,  incole  regionis  iilius^  in  cavernis 
propter  nos  se  occultaverant  .  .  .  Erant  quidam  ex  iis  latriinculi\ 
Eh  war  also  durchaus  nicht  nur  raubgesindel,  das  sich  in  den 
bohlen  verborgen  hielt  und  dem  der  zug  des  kouigä  galt,  — 
Cap.  21  liisst  sich  folgendes  versehen  nachweisen.  Oliver  sagt: 
*Rex  antem  Jerusalem  cum  p  a  t  r  i  a  r  c  h  a ,  qui  crucem  do- 
tninicam  portabat,  ,  •  .  pugnavit  cura  Sarracenis  etc.*  Fulcher 
III,  4,  s.  442  dagegen  berichtet,  dass  die  boten,  welche  Roger 
mn  hilfe  an  den  könig  sandte,  diesen  Viucto  secum  patriarcha 
cum  crnce  dominica*  auf  einem  zuge  gegen  Damaskus  antrafen. 
Der  könig  gab  darauf  dies  nnteriielimen  auf  und  zog  Roger 
zti  hilfe  ^ducens  secum  Cesariensem  epiacopumS  qui 
crucem  dominicam  in  hello  postea  contra  hostes  optinie  por- 
tavit\  —  Cap.  10  iuit,  verlegt  Oliver  die  mondünsternis  in 
den  mai,  wahrend  Fulcher  II,  40,  s,  434  berichtet,  dass  im 
mai  ein  heuschreckenschwarui    das    land  heimsuchte,    und  im 


1  Sali  heifisea  aretiiepi»oopiim. 


XCVI 


I 


folgenden  kapitel  von  der  im  juni  stattgehabten  mondfinstemis 
redet.  -  Bedeutender  ist  das  versehen  Olivers  cap.  24.  Er 
sagt  hier  von  der  flotte  der  Veneter :  'minorem  partem  versns 
Joppen,  maiorem  vero  in  pelagua  altios*  (näuil.  luiserunt).  ■ 
Vergleichen  wir  hiermit  die  stelle  bei  Fulcher  III,  20,  s.  452:  m 
*nnam  navigii  sui  partem,  in  qua  ipse  dux  erat,  versus  Joppen 
eraisit,  alteram  vero  partem  in  altius  pelagiig  tnisit .  *  .  Nostri 
autem  .  >  .  aliani  navigii  partem  potiorem  et  postremam, 
in  qua  predictus  dux  erat,  exspectaotes  etc*  Darnach  war 
der  nach  Joppe  dirigierte  teil  der  flotte  der  grössere,  der  auf 
das  hohe  meer  geschickte  der  kleinere.  Oliver  dreht  das  Ver- 
hältnis gerade  um.  —  Erwiihnt  mag  auch  nocli  folgende  stelle 
werden*  Fulcher  II,  33,  8.  414/5  sagt:  'Adhuc  erat  ante 
Joppen  classis  na^ium  Babiloniorum,  qni  lam  aliqnamdiu  illic 
expectaverant  scire  ciipientes,  qoomodo  et  quaudo  tarn  per 
mare  quam  per  terram  nos  omnes  et  urbes  maritimas  de- 
atruerent\  Der  grund  des  Wartens ,  den  Fulcher  angibt ,  ist 
ein  sehr  besonnener  :* die  flotte  wollte  im  geeigneten  momenie 
in  die  handhing  des  landheeres  eingreifen  und  mit  diesem  dann 
genieinsjuu  operieren,  Aeusserst  matt  und  nach  ihrer  quelle 
anch  nii'ht  richtig  i^ind  dagegen  die  worte  Olivers  cAp.  11  : 
'Adhuc  classis  Babilonica  morabatur  ante  Joppen  cladem 
Christianorum  exspectans,  ut  captivos  et  spolia  tidelium  de- 
fer^et^  Das  hätte  anch  das  laiidheer  besorgen  können.  — 
Als  abweichnng  von  Fulcher  und  deshalb  als  mirichtigkeit 
Olivers  muss  auch  erwähnt  werden  ^  dass  letzterer  Gottfried 
von  Bouillon  sofort  'in  regem  Jerosolimitanonim^  (cap.  7) 
gewühlt  werden  lässt,  während  Fulcher  Gottfried  nie  'rex' 
nennt,  sondern  immer  Mux^  ^ 

Wenn  wir  die  dargelegten  arten  der  benutzung  Fukhers 
im  äuge  behalten  ,  so  können  wir  das  gesamte  material  der 
hist.  reguni  bis  zu  der  eingangs  dieses  paragraphen  angeführten 
stelle  auf  die  historia  JherosoL  Pulchera  zurückführen.  Nur 
folgende  stellen   Hessen  sich   nicht  in  dieser  quelle  vorfinden  : 

cap.  7  init.  das  datum  ftir  die  wähl  Gottfrieds  von  Bouillon  zum 

« 
1  Kleinere  abwdcbtiDgen »  betonderü  in   den   zahleoaDgaben  Ober- 
gehe  ich.  du  gerade  hierin  durch  die  abschreiber  JLiini6r  ^iet  gesCIndigt 
worden  ist. 


I 


xnvn 

yköiiig  von  Jerusalem*,  das  ausserdem  nicht  einmal  richtig 
mit  •qtiinto  decimo  Kalend,  Augusti^  d,  i.  juli  18.  angegeben 
wird* :  wahrscheinlich  liegt  bei  Oliver  eine  verwechslong  mit 
dem  todestage  Gottfrieds  vor,  den  er  cap.  8  richtig  mit  demselben 
datnm  angibt ;  ferner  cap.  8  zu  dem  namen  der  stadt  Ramula 
der  znsatz  ,que  est  Ramatha^  Letzteren  konnte  Oliver  wohl 
leicht  aus  eigener  kenntnis  hinzufügen ,  zumal  wenn  er  seine 
'Descriptio  terre  sancte^  bereits  hergeötellt  hatte;  doch  konnte 
ihm  wohl  aach  das  alte  testament  hierfür  quelle  sein.  —  Wenn 
Fülcher  II,  31,  9.  413  sagt:  ^nec  infantes  genetricum  ubera 
snxenint»  donec  fame  vexati  plora^erunt^  Oliver  cap,  11  aber 
sagt:  *nec  infantes  snxerunt  ubera,  donec  fame  vexati  clamarent 
ad  Do  min u  m\  so  ist  dieser  zusatz,  weil  von  Säuglingen  die 
rede  ist,  nichtssagend, 

Werfen  wir  noch  einen  blick  auf  diejenigen  stellen  Fulchera, 
die  Oliver  absichtlich  überging.  Es  sind  diei^  hauptsacliiich 
folgende*:  Fulcher  I,  5,  s.  325  ff.  der  streit  des  Wibert  von 
Ravenna  mit  dem  papste:  I^  7,  s.  329  der  zug  des  heeres, 
bei  dem  Fulcher  persönlich  zugegen  war ,  durch  Italien  und 
Griechenland;  1,  18,  s.  344  die  aoffindung  der  h.  lanze;  11,  25, 
8.  352  ff.  der  marsch  der  kreuzfahrer  von  Äntiochia  bia  Jeru- 
salem;  11,  7,  8.  384  Tankred  in  Äntiochia;  U,  10,  s.  390 
einsetzung  des  erzbiscbofs  von  Cäsarea,  vergeblicher  zug  der 
Christen  nach  liamlah  ;  U ,  27,  s.  409  die  befreiung  des  ge- 
fangenen erzbiscbofs  von  Cäsarea  ;  II,  28,  s.  410  der  streit 
Balduius  und  Tankreds ;  II,  30,  s»  411  der  sieg  Tankreds  bei 
Artah  april  11U5;  II,  37,  s.  417  die  reise  des  patriarclien 
nach  Rom;  11,  41,  s.  420  das  blntbad  in  Tripolis;  II,  45, 
8,  423  der  zog  Balduins  und  Tankreds  gegen  die  Türken ; 
IL,  58/59,  s.  433  geographische  exkurse  über  die  Hü8?^e  Oyon 
und  Euphrat  und  die  entlassnng  der  konigin  Adelheid;  III, 
22/2(i  die  befreiung  Baldtiins  und  des  grafen  von  Edessa  aus 
der  haft  und  des  konigs  zweite  gefangennähme,  sowie  der 
Wechsel  der  Statthalter  des  königs. 


I  üeber  andere  abweichende  dAten  vgl.  oben  s.  XOIU.  2  Aus- 

laaamig  wie  z.  h,  I,  23^  ^-  350,  die  dei  briefe^  der  fürsten  an  den  papat, 
Gbergebe  ich  als  aelhatverständlicli, 

OIlTer.  g 


xcvni 


Man  kann  axis  diesen  stellen  leicht  ersehen  ,  dass  OHvcr 
keinen  tendenziösen  absichten  bei  der  fortlassung  dieser  stellen 
folgte,  sondern  dass  für  ihn  der  wansch  nach  kiirze  und  der 
grnndsatz  massgebend  war  ^  alles  möglichat  auszuscbUe^^n^ 
was  nicht  unmittelbar  mit  der  gescbichte ,  d.  h.  mit  den 
Icriegeriscbeii  thaten  der  könige  des  h.  landes  in  zosammen-  ■ 
hang  steht.  Er  überging  deshalb  thnnlichst  alles,  was  sich 
auf  die  anderen  christlichen  Staaten  des  Orients  und  deren 
regenten  oder  auf  die  geistlichen  Würdenträger  der  lünder 
bezieht.  Nur  die  auslassnng  von  II,  41 ,  s.  420  könnte  eine 
tendenziöse  absieht  verraten,  denn  dew  blntbad  in  der  eben 
eroberten  stadt  Tripolis  fand  statt  gegen  das  versprechen  des 
königs,  das  leben  der  einwohner  zu  schonen.  Wir  kOunen , 
aber  einen  ahn  liehen  fall  einer  auslassimg  zu  cap*  G  ver- 
zeichnen. In  I)  findet  sich  am  Schlüsse  des  cap.  folgender 
in«H  beseitigter  (und  deshalb  auch  bei  Eccard  fehlender) 
Zusatz:  'Antiochia  capta  postquam  per  quatuor  menses  homines 
et  equi  reqnie  et  edulio  refecti  sunt ,  per  Syriam  interiorein 
profecti  loca  maritima  pertransierunt  quidam  de  oiaioribus, 
qni  Jherosolimam  videre  desiderabaut  et  terniinos  eius  dilntsfei 
inter  qnos  precipui  erant  Buaomndus  et  Raimundus  comiieft, 
aliis  in  partibus  Autiochie  moram  facientibus;  aed  toter 
eitndnm  alicjuando  fame  graviter  aflligebantur  in  tantum  ^  ut 
htimanis  carnibus  Sarracenorum  veacerentur'.  Die  stelle  ist 
gegenüber  der  Fulcbers  I,  24,  «.  352  *.  ,  ,  ,  Dicere  perhorreo, 
qnod  pleriqne  nostrum  famis  rabie  nimis  veJEati  abscidebant 
de  natibus  Sarracenorum  iam  ibi  mortuorum  frustra ,  qiie, 
coquebant  et  nmndebant  etc.'  schon  gemildert,  in  H  blieb  m^ 
ganz  fort.  In  beiden  auslassungen  Olivers  haben  wir  es  aller*- 
dings  mit  nnfcerdrllckungen  zu  gunsten  der  Christen  zu  thun, 
aber  waren  beide  stellen  notwendig  in  eioem  konipendium  wie 
die  bist,  regum  ?  Ich  glaube  mau  kann  hierin  ebensowenig 
tendenz  sehen  wie  in  dem  übergehen  der  nicbt  immer  er» 
qnicklichen  Verhältnisse  der  könige  zu  ihren  gemahlinnen. 
Angaben  der  art  hätten  die  grenze,  die  Oliver  sich  gezogen, 
überschritten. 

Bevor  wir  zu  den  anderen  quellen  Olivers  übergehen,  sei 
noch  erwähnt,  dass  er  selbst  an  keiner  stelle  seinen  gewähre- 


XC5IX 


iw 


mann  namhaft  macht.  Nur  an  einer  stelle,  cap.  5,  weist  er 
mii  den  Worten  ^sicut  accepiraiis  ab  assertoribus  veritatis'  auf 
seine  quelle  hin.  Es  geht  hieraus  wenigstens  das  hervor,  daas 
Oliver  seine  quelle  schätzte ,  und  wir  werden  ihm  nicht  ab- 
sprechen  k5niien  ^  das«  die  wähl  seiner  quelle  eine  glückliche, 
wajB  ihren  wert,  und  eine  geschickte,  was  Olivers  speziellen 
zweck  anbelangt,  gewesen  ist.  Die  anderen  stellen»  an  denen 
er  scheinbar  auf  andere  quellen  verweist  (cap.  6  *Iegimus  in 
chronicisS  cap,  8  gegen  das  ende  ^faina  refert',  cap.  11.  *re- 
feruntur*,  cap  18  *legitur'  und  ^dicitiir',  cap.  24  'dicuntur*) 
fand  er  in  den  betreffenden  stellen  mit  denselben  oder  ähn- 
lichen warten  bei  Vulcher  vor. 

Sobald  die  benutzung  Fulchers  anfliört,  beginnnt  die  de« 
ithelm  von  Tyrus\  und  zwar  mit  dessen  über  XIII« 
DiBB  buch  hebt  an  mit  einer  genauen  beschreibung  von  Tyrua, 
die  Oliver  sofort  seiner  unmittelbar  an  die  ans  Fulcher  ge- 
nommenen Worte  ^Quod  pactum  executi  sunt  XV,  Kai.  Marcii* 
anknüpfenden  beschreibung  die.ser  stadt  zu  gründe  legt. 

Wilhelms  geschieh ts werk  ist  unendlich  viel  reichhaltiger 
als  das  Fnlchers,  Wollte  Oliver  es  dennoch  für  seine  zwecke 
nutzbar  machen  und  dabei  docli  eine  zum  vorhergehenden  im 
richtigen  Verhältnis  stehende  forteetzung  liefern,  so  war  eine 
viel  bedeutendere  kiirzung  erforderlich  an  dem ,  was  er  gab, 
wie  auch  eine  viel  engere  wähl  notwendig  von  dem,  was  er 
geben  wollte^  Die  benutzungsarteu,  die  wir  bei  Fulcher  kennen 
gelernt  haben,  finden  sich  auch  hier  wieder,  doch  ist  die  zu- 
Istzterwähnte :  diejenige,  das«  Oliver  grössere  partien  durchlas 
mrnA  dann  mit  grosserer  oder  geringerer  beibehaltung  des 
Wortlautes  die  darstellung  im  we-sentlichen  selbständig  schuf, 
die  vorherrschende. 

Die  wörtliche  übernähme  ganzer  partien  ans  Wilhelms  ge- 
schichte  bewegt  sich  in  ganz  bestimmten  grenzen.  Einmal 
nämlich  sind  es  kulturhistorische  und  geographische  angaben, 
fBr  die  Oliver  ja  auch  in  seiner  bist.  Dam,  ein  besonderes 
interease  verrät,  und  die  ihn  auch  hier  angezogen  haben  mögen; 
nahm  er  ja  auch  in  cap.  6  die  beschreibung  der  quelle  Siloah 


l  Ich  xitiere  aacb  der  aii8gal>e  Im  Recueil  tom.  I. 


g* 


wörtlich  ans  Fdlcher  herüber  (vgl  z.  b.  cap.  65).  Ferner 
gehören  hierher  seine  berichte  über  die  angelef^enheiten  von 
Egypten.  Diese  werden  im  Verhältnis  zum  ganzen  zu  genau 
wiedergegeben  und  nicht  nur  die  knlturgeschichtlichen  und 
geographischen,  sondern  auch  die  politischen  angelegenheiteo 
grossenteils  wörtlich  übernommen  (vgl  cap.  35,  55/57,  60), 
Es  lässt  sich  denken ,  dasa  die  geographie  und  geschieh t^ 
des  landen,  dem  der  kreuzzug  galt,  an  dem  er  persönlich  teil 
nahnif  fQr  Oliver  ein  besonderes  Interesse  haben  musste^  so* 
wie,  dass  ein  genaueres  eingehen  auf  jene  mit  rücksicht  auf 
die  bist.  Dam.  ihm  wünschenswert  erscheinen  mochte. 

Sehen  wir  von  dergleichen  stellen  ab,  so  bleibt  für  sämt- 
liche übrigen  die  obea  angegebene  benutzungaart  fast  allein 
im  gebrauch.  Dass  trotz  der  dorchgüngig  bedeutenden  kürzung 
doch  einzelne  sätze  wörtlich  mit  hinübergenommen  wurden, 
bleibt  hierbei  nicht  ausgeachlossen.  In  derselben  weise  wie  ■ 
bei  der  benutzimg  Fulchers  können  wir  auch  hier  in  solchen 
Sätzen,  und,  wenngleich  weit  seltener,  in  den  wörtlich  über- 
nommenen griisseren  partien,  absichtliche  wortändernngen  be- 
obachten. Beispielsweise  mögen  angeführt  werden  :  cap*  35 
gegen  das  ende  ().:  latenterS  W.  14,  9,  s.  618:  'occulte*;  0, 
cap*  37  mitte:  'reversus  invenit  civitatem*,  W,  14,  29,  s.  651: 
rediens  reperit';  0.  cap.  48:  *äb  illo  autem  tempore\  W.  17,  12, 
8.  779 :  ^ab  ea  itaqiie  die* ;  ().  cap»  50 :  'conteraptis  spolii8\ 
W,  17,  20,  8.  794:  *spretis  spoHis;  0.  cap.  62:  'asserunt  autem 
antiqui',  W,  20,  19,  s.  975:  iraditur  autem  a  senioribus* ;  und  ■ 
aus  der  grösseren  stelle  cap.  50  nach  W.  19,20,  s.  914/15: 
0.  iocum  tenens'  W.  Vicem  tenens^ ;  O. ;  ^prorimum  successorem 
habuit\  W.:  *successorem  statim  posfc  »e  habuit*;  0.:  *plns 
strennuus*,  W-:  'magis  strennuus*;  CK:  ^usque  in  hodiemum 
diem',  W.:  ^usque  in  presentem  diem* :  vgl  ebenso  cap*  65  den 
passue  über  Ninive  mit  W,  21,  8,  s.  1017. 

Im  übrigen  tinden  wir  auch  hier  die  eigentümlich keiten 
in  der  wiedergäbe  der  vorläge  wieder,  die  wir  bei  Fulcher 
kennen  gelernt  haben.  Die  gewissenhaftigkeit,  mit  der  W. 
zu  werke  ging,  lies  ihn  überall  erkundigungen  einziehen,  um 
der  Wahrheit  auf  den  griind  zu  kämmen,  (lelang  es  ihm 
nicht,   die  sich  widersprechenden    bericht*^   zu   vereinigen,    m 


M 


ffihrt  er  sie  samtliche  an,  gewöhnlich  mit  eioer  angäbe  dar- 
über, welchen  er  für  den  richtigen  oder  wahrscheinlichen  hält* 
OÜTer  greift  in  solchen  fallen  dt*n  von  W,  als  deo  wahrachein- 
liohsien  bezeichneten  bericht  heraus  und  stellt  diesen  sofort 
als  thatsache  bin,  setzt  also  sogleich  aU  unumstosslich  hin,  wa» 
W.  noch  ^zweifelhaft  läast  So  x.  b*  cap*  59 ,  wo  Oliver  den 
könig  den  angriff  auf  Pelusium  ohne  weiteres  aus  habsucht 
unternehmen  lasst;  vgl  dagegen   W,  20,  5»  s.  948  ff, 

Eme  andere  t>ei  Fulchern  benüt>sung  in  ähnlicher  weise 
bemerkte  eigen tümlichkeit  ergibt  sich  an«  der  Schilderung  der 
natar  der  wüste  in  cap.  53.  Oliver  benutzte  zur  Schilderung 
der  naturerscheinnngen  hier  teilweise  (denn  VV,  hat  hier  reine 
j<chiiderung)  den  bericht  W/s  19,  16,  s.  908  über  die 
speziellen  erlebnisse  und  gefahren  des  beere«  des  Syracunus 
beim  darchzug  durch  die  wüste. 

W.  13,  4,  s,  560  ff,  sagt;  'Et  Philustratus  in  Indicis  et 
Pboenicibus  historüs  dicit ;  .  .  .  .  Post  eum  (Nabochodonosor) 
vero  Alexander  Macedo  continuavit  eani  solo  et  continuatani 
violenter  occupavit',  Oliver  übernimmt  cap.  25  die  worte, 
die  W,  au«  Philcistratus  anführt,  in  seint?  eigene  darstelluiig 
und  führt  erst  später  Philostratns  namentlich  an  ohne  auf 
dessen  worte  b+r^ng  zu  nehmen, 

Cap.  73  finden  wir  dieselbe  erschein ung  wie  wir  sie  auch 
bei  Pulcher  bemerkt  haben,  indem  Oliver  die  von  W,  wört- 
lich zitierte  stelle  der  bibel  Qen,  32,  10  in  seinem  t-exfc  ver- 
arbeitet. Die  stelle  der  hibal  lautet:  *ln  baculo  moo  transivi 
Jr»rdanem  istnm  et  nunc  regrt^ior  cum  duabus  turmis'.  Da- 
gegen Oliver;  .  .  .  'Vadum  Jacob,  a  quo  ipse  de  Mesnjio- 
thamia  r  e  d  i  e  n  s  cum  duabus  t  ti  r  m  i  s  nuncios  ad  fratrem 
misit'. 

Wenn  Oliver  längere  partien  des  werkes  W/s  durchlas 
und  dann  seinen  text  formulierte,  so  kann  es  nicht  auffallen, 
dass  wir  bei  Oliver  inmitten  der  aus  einem  kapitel  des  W, 
(genommenen  darstelluug  eines  ereignisses  notizen  finden  ,  die 
wir  bei  W.  in  einem  späteren  oder  früheren  kapitel  suchen 
inüEseu.  So  werden  cap»  37  im  ersten  teile  mitten  in  die  aus 
W.  14,  25  genommene  darsfeellung  die  worte :  *que  castrensibus 
erant  rara'  aus  14.  26,  b.  645  eingeschoben.     In  cap.  52,  das 


Cü 

ganz  aus  W.  19,  10/11  genommen  ist,  werden  die  worte 
^aonunm  tribufenm  ex  pacto  percipiens*  und  ^principe  uiilitie 
Noradini*  aus  19,  5,  s.  589  bez.  592  eingefügt  Der  schlnss- 
passus  in  cap.  59  von  'cui  successit*  an  entspricht  W.  20,  11, 
8.  958/959^  nur  die  worte  'Calipha  duos  filios  Savar  perinii 
iussit*  stanuiien  aus  W,  20»  10,  s.  957.  Ebendo  wird  cap.  57 
der  nanie  der  insel  'Mehalech'  aus  W,  19,  23  genommen,  wäh- 
rend alles  andere  aus  19,  22  stuuimi.  Desgleichen  sind  cap.  77 
die  worte  ^secesserant  ad  niodicum ,  ut  eventnm  rerum  cog- 
noscerent  e^identius*  bei  W.  22,13  zu  finden,  während  das 
übrige  ans  22, 12  genoranaen  ist.  Die  zahl  der  beispiele  hier 
kann  leicht  vermehrt  werden. 

So  reiht  sich  denn  bei  Oliver  mit  strenger  einhaltung  tJcr 
reilienfolge,  wie  sie  ihm  W.  bietet,  erzühhing  an  erzählung: 
nirgends  eine  spur  davon  ,  dass  nebenher  eine  andere  quelle 
eingesehen  wurde.  So  weit  ihm  das  werk  W/s  vorlag,  d.  h, 
in  derselben  gestalt  wie  noch  heute  bis  zum  jähre  1183,  stellt 
sich  deshalb  die  bist.  reg.  als  ein  magerer  auszug  aus  Wil- 
helm von  Tyrus  dar.  Nur  einmal  unterbricht  er  die  reihen- 
folge,  nämlich  cap.  30,  wo  er  mitten  in  die  erzahlang  der 
aas  W,  13,  18/21  genommenen  kriegerischen  ereignisse  die  aus 
13, 2  entlehnte  geographische  beschreibung  von  Syrien  ein* 
schiebt  Mit  dem  ende  des  cap.  89 ,  dessen  Schlussworte  der 
praefacio  des  23.  buches  W/s  entnommen  sind ,  schlieest  die 
benutaung  dieaea  Werkes  ab. 

Da  W.  ihm  ein  so  bedeutendes  material  bot,  so  war,  wie 
wir  schon  oben  bemerkten,  es  nötig,  dass  Oliver  in  der  kCiizong 
noch  bedeutend  weiter  ging  als  bei  Fulcher  L  Nicht  nur  alles, 
was  nicht  unmittelbar  zur  kriegsgeschichte  der  könige  gehört, 
mussie  fortbleiben,  also  alle  angaben  über  die  geistlichen  an- 
gelegenheiten ,  die  in  Konatantinopel ,  des  Abendlandes,  die 
Charakteristiken,  verwandtschaftlichen  Verhältnisse  derregenten- 
häuser  und  dergl. ,  sondern  es  war  notwendig,  auch  manchen 
nicht  gerade  folgeschweren  kriegszug  der  könige  oder  der 
feinde  fallen  zu  lassen,     AuÖallen  muss  es  aber  dennoch,  dass 


1  Wie  weit  die    kilrzun^   getit.    mag'   beweisen,   da 
hälffce  des  cap.  50,  dem  18.  buche  des  W.  entspricht. 


die    sweiie 


cm 


Olirer  cap.  46  am  acbluss  bei  der  aufzählimg  der  in  PtolomaLä 
Fersammeltea  grossen  die  von  W.  17,1  an  erster  steile  ge- 
nannten deutschen  weglasst,  und  ebenso,  dass  er  cap.  62  die 
ermordung  dea  erzbischot's  Thomas  von  Canterbury  berichtet* 
Der  bei  Fulcher  streng  eingehaltene  grnndsatz  wird  also  dnrch- 
brochen.  Nimmt  man  hinzu ,  was  oben  über  die  kultur- 
geschichtlichen und  die  egyptischen  angaben  gesagt  worden 
isfc,  so  wird  man  nicht  umhin  können  zu  behaupten^  daas  bei 
der  aaswahl  des  ihm  von  W,  gebotenen  stoffea  für  Oliver 
nicht  mehr  ein  fester  grnndsatz,  sondern  persönliche  neigung, 
ja  willkflr  massgebend  gewesen  sind. 

Wenn  wir  bei  der  benutzung  Folchers,  wo  es  sich  in  der 
regel  nur  um  die  zusammenzieh uug  eines  einzelnen  kapitels 
handelte,  bemerken  konnten,  dass  Oliver  nicht  immer  mit  der 
nötigen  Sorgfalt  verfuhr  und  ihm  Unrichtigkeiten  unterliefen, 
8<>  wird  das  noch  weniger  auffallen  können  bei  der  benutzung 
W/s,  wo  es  meistens  galt,  den  inhalfc  mehrerer  kapitel  auf 
einmal  kurz  zusammenzufassen.  In  der  that  können  wir  eine 
ganze  reihe  solcher  un rieb tigk ei ten  feststellen.  So  gibt  Oliver 
cap.  28  die  zahl  der  feinde  überhaupt  auf  15000  an,  während 
W.  13, 16,  s.  579  allein  von  ebensoviel  feindlichen  reitern 
spricht.  Cap.  38  gebraucht  Oliver  zweimal  den  ausdruck 
^Anti(^benus  et  Edessenus  comites%  während  W.  beide  male 
richtiger  *Änt-  princeps  et  Ede^a.  comes'  sagt  ^  Wenigstens 
ungenau  ist  der  ausdruck  Olivers  ebenda  Tripolitanum  comitem 
et  quos  in  proximo  prelio  cuperat,  libertati  restitueret* ,  denu 
wenn  W,  14,29,  s.  651  sagt:  *comes  Tripolitauua  restituitur 
et  cum  eo  captivorura  maxima  multitudo*,  so  braucht  man 
dabei  nicht  an  alle  kurz  vorher  gefangenen  denken,  Cap.  41 
findet  sich  eine  auffallende  flüclitigkeit  in  der  angäbe  des 
todestages  des  königs  Fulco,  W.  15,  27  s.  702  sagt  nämlich, 
daas  der  könig  nach  dem  nnfaU  auf  der  jagd  *triduo  .  ,  pro- 
traxit  vitam;  quarta  demum  die,  Idibus  videlicefc  Novembris  ,  . 
ultimum  clausit  diem*;  Oliver  dagegen  macht  hieraus  'HL  Idus 

Novembris^ '.     Cap,  65    Ist  die  bemerkung  Olivers ,   dass    der 

* 

I  1  Allerdings  sagt  Oliver  immer  comea  Antiocbenua.  2  Man 

!       könnte  allerdings  auch  annehmen^  daas  OhVer  das  datum  aus  W.  16,3, 
I      a*  707  nahm,  wo  letzterer  auch  sagt  'quarto  Idui  Novembris'r 


snbndeB  Narredi  11  von  seinen  eigenen  untergebenen  seines  iandes 
beraubt  wurde,  zum  mindesten  ungenau;  der  eigentliche  'ex* 
heredator^  war  Saladin  selbst,  ribwohl  allerdings  die  leute  des 
Sohnes  des  Noreddin  jenem  zufielen  und  die  erobenmg  des  lande» 
erleichterten  (vgl.  W*  21,  6,  1015),  Wenigstens  eine  bedenk- 
liche änderuug  Olivers  ist  es,  wenn  er  cap,  68  sagt:  *de 
peditibus  panci  (cecidernnt)  reapectu  adverse  partis*  während 
W,  21,  23,  s.  1044:  *pedit68  vero  ad  certuin  quem  nos  ignora- 
mus  niimerum'.  Oap.  73  berichtet  Oliver  von  einer  niederlage 
des  königs,  die  ihn  beinahe  in  gefangenschaft  brachte ,  und 
fährt  dann  fort:  *Men8e  sequeuti^  etc,  Die^e  wurte  entnahm 
er  aas  dem  eingang  des  28,  cap,  des  21,  buches  des  W.  Er 
Übersah  aber  hierbei ,  dass  in  seiner  quelle  diese  worte  sich 
auf  die  unmittelbar  vorher  von  W,  berichtete  im  niai  voll- 
führte belagerung  der  n^u  i'rrichteten  feste  (von  der  Oliver 
auch  vorher  spricht)  beziehen.  Die  niederlage  des  kÖnigs  aber 
fällt  in  den  apriL  Der  'mensis  sequens'  ist  demnach  bei  W, 
der  juni,  bei  Oliver  der  mai.  Hätte  Oliver  genauer  zugesehen, 
so  hätte  er  die  unrichtigen  worte  ^mense  sequenti*  leicht  dnrch 
ein  *postea*  oder  dergl.  ersetzen  können.  In  demselben  capitel 
spricht  Oliver  von  ^^mandus  inilitie  Templi  rnagister*;  der 
mann  heisst  aber  nach  W.  21,29,  s,  1057.  *Odo  de  sancto 
Amando^  Unrichtig  ist  es  auch,  wenn  Oliver  cap.  82  »agt, 
*,  .  tautas  contraxit  copias,  quod  Mussule  dominus  ipsi  resistere 
Mn  valebat^  denn  nach  W.  22.20,  s.  1103  hatte  Saladin 
sfine  vorteilu  allein  der  bestech ung  zu  verdanken.  Die  grosste 
Uüchtigkeit  aber  fiudet  sich  cap.  84  —  vorausgesetzt,  dass  die 
stelle  nicht  verdorben  ist  —  in  den  werten  HJuo  cognito 
Salrtdinus  ....  noluenmt  attemptare*.  Denn  hier  dreht  Oliver 
die  geschieh te  gerade  um ;  nicht  die  Araber,  sondern  die  Christen 
lagerten  in  einem  sehr  geschützten  orte^  sodass  die  ersteren 
von  einem  angriff  auf  die  Christen  abstanden.  Davon,  dass 
die  Christen  das  lager  der  feinde  nicht  angreifen  wollten, 
sagt  W.  22,26/27  nichts;  er  spricht  überhaupt  nur  von  den 
thaten  der  feinde.  Die  anschuldigung  Olivers  gegen  Quido 
ißt  deshalb  auch  nicht  erklärlich  und  auf  W.  nicht  zurück- 
zuführen. Nicht  direkt  dem  Oliver  zur  last  legen  wollen  wir 
folgende  stelle   cap,   30:   *Dicuntur  .  . .  cecidisse  .  .  ,  .  pedites 


i 


I 


cv 

octoginta  sex^  Die  stelle  bei  W,  13.  18,  s.  585  lautet:  *ced- 
disse  de  pedibus  vero  octoginta.  Sic  ergo  etc.*  Es  kann  hier 
bereit«  der  Schreiber  der  hs.  des  W.  ^  die  Oliver  vorgelebten 
hat.  aus  dem  *ßic*  ein  'eex*  gemacht  haben.  Auf  die  vou  W» 
nicht  unwesentlich  abweichenden  angaben  über  die  Assas^inen 
cap.  63  kommen  wir  weiter  unten  des  genaueren  zurück  K 

Fast  noch  zahlreicher  als  die  Unrichtigkeiten  und  fltlchtig- 
keiten  sind  die  Unklarheiten,  die  durch  das  aoslaäsen 
ganzer  capitel  und  allzustarke  zusammenziehen  verursacht 
worden  sind.  Es  würde  Oliver  zu  weit  geführt  haben,  hätte 
er  seinem  leser  auskunft  über  die  fragen  geben  wollen:  Wer 
iftt  Sauguinus  oder  Siracnniis  oder  Savar  ?  Er  hätte  dabei  zu 
genau  auf  die  arabische  geschichte  eingehen  müssen.  Der 
pa«8ii8  cap.  33  'Boanumdus  innior  rebus  suis  cum  duce  Apulie 
rontpositis  etc.*  wird  erst  klar  ans  W.  13,21,  s.  588,  ebenso 
cap,  35  der  gm nd  des  heimlichen  herbei rufens  des  Rai- 
mund aus  England  aus  W.  14,  9,  s.  610.  Cap.  37  hätte  Oliver 
bemerken  müssen  ,  dass  der  ^Raimundus  comes  Tripolitanns' 
der  söhn  des  Pontius  ist.  Auch  der  schhiss  von  cap.  38  bleibt 
unklar,  besonders  ersieht  niati  aus  Oliver  nicht,  daüis  der  comes 
Edessenufi  ea  selbst  war,  der  den  tumult  in  Antioc hia  erregte 
und  daun  eine  zweideutige  rolle  spielend  zum  griechischen 
kaiser  eilte,  um  ihn  zuerst  von  der  onzufriedenheit  der  bürger 
in  kenntnis  zu  setzen  und  zu  warnen  (vgl.  W.  15,  3/4).  Cap.  44 
bei  der  erzahlung  des  unglücklichen  zuges  nach  ßostnim  er- 
sieht man  nicht,  dass  die  worte  *Nam  hoates  .  .  ,  iaculantes* 
sich  auf  den  hinmarsch ,  das  folgende  auf  fleii  rückniarsch 
bezieht;  vielmehr  scheint  Oliver  nur  vom  rückmarsch  zu 
sprechen  (vgl.  W.  16,  10/11).  Cap,  50  werden  die  worte 
Olivers  *rex  .  •  odio  sue  paupertatis*  erst  klar ,  wenn  man 
W,  18,  II,  8.  836/7  liest:  der  könig  Hess  einen  feindlichen 
angriff  auf  die  friedlich  ('impetrata  prius  domini  regia  gracia') 


1  Dieten  Unrichtigkeiten  gegeotiber  mag  hier  eine  stelle  angeführt 
werden,  an  der  Oliver  seine  quelle  Ferbesaert  oder  wenigstens  genauer 
ati  diese  i«t;  cap.  60:  'caatra  locantes  inter  Hoviuni  et  lacura%  wäh- 
rend W.  20,  15,  8.  964  sagt:  'inter  urbem  et  mare  castrametati  sunt' 
Damit  kann  nur  der  see  Menzaleh  ueroeint  sein,  Oliver  Änderte  hier 
wohl  nach  eigener  anflcbauiing  abaicbtlichl 


CVI 

weidenden  Araber  machen  und  zwar  weil  ilin  -nerc  gravatus 
alieno  et  inultis  obligatus  debitis*  nach  der  beute  gelUsteie. 
Auch  cap»  74  ist  nicht  alles  in  Ordnung,  denn  einmal  wnrde 
die  sarrezeniache  flotte  überhaupt  nicht  daran  Terhindert,  dem 
Christen  zu  schaden  (vgl.  W.  22,  3,  8.  1065),  godann  aber 
wurde  sie  nicht  gehindert  *propter  foedus,  quod  Saladinus  cum 
coraite  (näniL  TripoHtano)  iani  inierat' ;  denn  dieses  bündnis 
wurde  erst  später  geschlossen,  VV,  a.  a.  o.  berichtet  vielmehr, 
dass  die  flotte  wegen  des  Vertrages  Saladins  mit  dem  könige 
Berytlius  schonte,  aber  dann  die  insel  Aradus  angriff. 

Auch  Wiederholungen  haben  sich  bei  Oliver  eingeschlichen, 
die  ebenfalls  auf  W,  zurückzuführen  sind,  W.  mederholt  sich 
oft,  wenn  auch  nur  in  kleinigkeiten ,  gewöhnlicb  um  einen 
unterbrochenen  hericht  kurz  zu  rekapitulieren  und  dadurch 
dem  folgenden  die  nötige  klarheit  zu  geben,  Oliver  nahm 
die.se  an  zwei  stellen  mit  hinüber,  Cap.  65  sagt  er:  ^Saladinus 
, .  .  consilio  providus,  milita  strennuns,  liberalitate  precipuus'; 
schon  cap»  59  aber  heisst  es :  'Saladinus  miles  streun  uns  et 
ultra  modura  libera^l8^  Der  ersten  stelle  entspricht  W*  21»  6, 
s,  1013:  ^Erat  enim  (Saladinus)  vir  consilio  providns ,  armis 
strennuus,  supra  nioduni  liberalisS  der  zweiten  W,  20,11, 
8.  958:  *vir  acris  ingenii,  armis  strennuus,  et  supra  modum 
liberalis',  —  Cap.  78  sagt  Oliver:  'Bostrum  nietropolis  est  stta 
in  Arabia,  urbs  vetus',  und  schon  cap.  44:  'Est  autem  Bostnim 
prime  '  Ärabie  metropolis,  quod  alio  nomine  Buthsereth  dicitur\ 
und  cap.  31 :  'Sunt  etiam  partes  Sjrie  utraque  Arabia,  prima,  ■ 
cuius  metropol is  '  est  Bostrum  etc.*  Entsprechend  heisat  es  bei 
W.  13,  2,  8.  558  wörtlich  wie  Oliver  cap.  31,  und  W,  16,8, 
8.  715 :  ^Est  autem  Bostrum  primae  Arabiae  metropolis,  qume 
hodie  .  .  .  Bussereth  dicitur^  Noch  mag  hier  bemerkt  werden, 
dass  der  ausdruck  Olivers  cap.  78  'Mon.<§  Regalis  in  tertia 
(Arabia)*,  nicht  aus  einer  der  beiden  oben  angeführten  stellen 
WJs  stammt,  sonderu  nachgeholt  ist  aus  W,  16,6,  s,  713, 
wo  es  heisst:  *Deinde  Syriam  Sobal,  quae  est  tertia  Arabia, 
quae  hodie  vulgo  dicitur  terra  Montis  ßegalis*. 


1  So  let  zu  leaen  für  das  'Petreae*  dea  Eccard. 
wie  Eccard,  'meiropolis  cujus'» 


2  Die  b88,  haben, 


cvn 


Wenn  wir  nun  auf  grundlage  des  gesagten  den  text  der 
liist*  regum  mit  dem  W/s  vergleichen,  so  haben  wir  im  wesent- 

chen  für  alles,  was  Ohver  vom  25.  bis  zum  schluss  des  89. 

iptielfi  berichtet,  die  quellen  gefiinden.  Als  selbständige 
Brkangeu  beas.  zusatse  Olivers  können  wir  innerhalb  dieses 
bnittes  nur  folgende  verzeichnen.     Wir  teilen  sie  in  zwei 

ruppen,  die  eine  begreift  besondere  ausdrücke,  die  ihrer  eigen- 
iümlichkeii  wegen  als  besonderes  geistiges  eigentum  Olivers 
erwähnt  werden  mögen,  die  andere  ornftissi  die  thatsächlichen 
znsätze,  die  teils  aus  der  phantasie»  teils  aus  der  eigenen 
kenninis  Olivers  —  keine  aber  aus  einer  anderen  quelle  — 
entsprungen  sind.  Zur  ersten  gruppe  zählen  wir  jene  kurzen 
Charakteristiken,  die  Oliver  nicht  aus  W.  entlehnt,  sondern 
WOB  den  von  ihm  berichteten  t baten  sich  täelbst  herleitet 
(etwas  ähnliches  konnten  wir  bei  Kulcher  bemerken),  so  z.  b, 
cap.  60  zu  Magelducas  der  zusatz  'virum  industriuni  in  huius- 
modi  negocii«i  exercitatnm' ;  ähnlich  cap.  87  zu  RüimunJ  grafen 
von  Tripolis:  'strennuum  et  magnanimum^  \  Schon  die  gleich- 
formigkeit  und  einfachheit  dieser  angaben  machen  die  annähme 
einer  besonderen  quelle  unnütig.  Ich  mochte  hierbei  gleich 
die  stelle  cap.  25  bei  der  beschreibung  von  Tyrus  erwähnen: 
'Huius  civitatis  opulentia  .  .  .  puniri  meruit*.  W.  berichtet 
allerdings  auch  von  dt^m  reichtum  und  der  Üppigkeit  der  stadt, 
aber  einen  direkten  anhaltspunkt  fflr  diesen  kausalen  Zu- 
sammenhang von  reichtum,  luxus^  sünde  und  strafe  wird  man 
bei  W,  nicht  finden.  Eine  ähnliche  Wendung  aber  finden  wir 
in  der  hist.  Dam.  cap.  32  über  Daraiette:  'Delitiis  effluxit  in 
culpa,  (>ereffluxit  in  gehenna,  sed  una  hora  venit  eius  iudiciumS 
Vollständig  selbständig  ist  der  anfang  des  cap.  59  :  'Niilla 
potentia  .  ,  .  consilio'  und  cap,  73:  *vitantes  Scyllam  ceciderunt 
in  Charjbdim*,  ein  ausdruck,  der  sich  cap.  97  '  wiederholt. 

Zur  zweiten  gruppe  gehören  folgende  stellen;  cap.  25: 
die  erbauung  einer  bürg  bei  Tyrus  durch  den  konig  Johann 
von  Jerusalem;  diese  ist  zwischen  1211/16  anzusetzen,  konnte 
>  von  W.  noch  nicht  berichtet  werden.  Kurz  vorher  bereichert 


1  Das  spätere  verhalten  des  grafen  rechtfertigt  dieses  günstige 
urteil  Icetaeswega ;  0.  berichtet  allerdings  nichts  von  dessen  böndDis  mit 
Saladin  gegen  könig  Veit  2  'Inter  Bcyllam  et  Cbarjbdiin  poaiti'. 


Oliver  die  aus  W.  genommenen  stellen  des  l^zechiel,  Josephttfi 
\u  8,  w,  über  Tyrua  durch  die  äelbständige  erwähnung  des 
JesaiaH,  Cu|K  31  j^clialfcet  er  hinter  ^Nazarefch'  die  wort«  ein 
*que  ainiiliter  et  ipsn  iiietropolis  est*.  Ganz  selbständig  ist  der 
xusatz  cap.  48  zu  Harench :  ^qnam  usque  in  hodiernniQ  diem 
recuperare  non  valuit  ChristianitaeS  dagegen  sind  die  gldcb 
folgenden  wf>rte  *qnas  usque  in  hodiernum  diem  Sarraceni 
detinent*  tum  \V,  17,  17,  s.  789  genommen:  *•  ,  ,  qaaruni  ec- 
clesirt«  etiuni  nunc  infidelitas  detinet  et  gentilis  auperstido,* 
—  Nicht  wesentlich  ,  aber  doch  Oliver  eigen  ist  der  pasgim 
cap.  50  extr.:  'in  horrure  etiam  carceris  incliisus  peuitendi 
spacinni  habnit*.  Wenn  dies  nun  wühl  auch  das  Schicksal  dea 
forsten  von  Antiochia  gewesen  nein  wird,  so  sagt  W.  18,  28, 
s,  809  doch  nur:  *captu9  est  et  compedihus  religatus  Halapiam 
cum  aliis  couraptivis  spectacnluni  l'actus  populis  infidelibuti  ,  . 
dednctu«  est*,  —  Eigentum  Olivers  oder  wenigstens  unabhängig 
von  \V.  iat  auch  cap.  54  die  bemerkung,  dass  die  stadt  Babylon 
in  Egypten  eine  gründung  des  Cambyses  sei.  Dieselbe  notiz 
findet  sich  aber  auch  in  seiner  bist  de  ortu  cap,  92.  —  Cap.  60 
können  die  Worte  *inetn>politaniim  Thaneos^  nicht  aus  W.  be- 
legt werden  ,  doch  ist  diese  stelle  überhaupt  locken haft  und 
nur  rait  hilfe  des  W,  zu  verbessern.  Auch  die  bald  folgende 
stelle  ist,  wenn  richtig,  wenigstens  sehr  frei  wiedei^^ebeo, 
ich  meine  den  passua :  *Paimarum  caseos  rodebant  pro  alt- 
mentis  eis  utentesS  Zugrunde  liegen  kann  hierbei  nur  die 
stelle  W,  20, 16,  s.  9Ö7 :  *Graeci  .  ,  .  quaerebant  .  .  *  quandam 
teneritudinem,  luide  ramis  hnmor  vivalis  luinistratur  esui  quo- 
danmiodo  habilem*.  Da  hier  von  der  bolagerung  von  Damiette 
die  rede  ist,  so  bleibt  nicht  ausgeschlossen,  dass  Oliver  Vor- 
gänge ans  den  jähren  1218/1220  mit  dem  (vielleicht  nicht 
genau  gelesenen)  bericht  VV.'s  vermischte.  Der  oben  von 
Oliver  angeführte  spezielle  fall  wird  während  des  kreuzzugi» 
nach  l>amiette  allerdings  nirgends  berichtet,  dennoch  mag  er  M 
immerhin  vorgekommen  sein  ,  da  die  Christen  während  der  ■ 
helagernng  vielfach  hunger  litten  \  —  Woher  Oliver  cap.  65 
den  Saladin  'ignobili  genere'  nennen  kann,  ist  nicht  ersichtlich. 

# 
1  Sollte  für  caseos  etwa  caiias  (biMt)  au  iesea  aeinV 


CIX 

[itchtiger^  aber  auch  nicht  aus  W.  stammend  sind  die  worte 
cap,  83:  '.  .  Alapie,  que  sola  sibi  deerai  de  Noradini  dominio', 
Dpiin  W,  sagt  nur  22,24,  s.  1113:  'nihil  iividiiis  ab  initio 
dtii  principaius  aifectaverat  (Haiadinus) ,  quam  nt  Halaiiiam 
qnwn  tocins  regni  robur  sibi  modo  quocunqye  vindicaret*.  — 
Die  bedeutendste  ab  weich  ang  von  W,  findet  sich  aber  cap.  63 
in  dem  exkurs  über  die  Hassassinen.  Hier  sind  die  angaben 
\\  pueritia  .  ,  .  seculari'  und  *qnem  subditi  *  ,  .  indignati»  von 
Oliver  ganz  selbständig  wiedergegeben,  und  der  passus  'Ali- 
quando  dixerunt  ,  .  ,  in  vincula*  weicht  in  den  wesentlichen 
punkten  von  W.  ab  (vgl  W.  20,  29,  s.  995/997).  Dass  hier- 
bei Oliver  aber  neben  W\,  von  dem  z.  b.  die  stelle  'Hi  autem 
.  .  .  preficinnt*  wortlich  übernommen  ist,  seine  eigenen  kennt- 
niase  verwertet,  kann  man  schon  daraus  seh  Hessen,  dass  er  in 
der  bist.  Dam.  cap.  35  ebenfalls  einen  exkturs  über  die  Has- 
sassinen  einschiebt ;  er  hat  tiber  diese  also  persönlich  nadi- 
richten  eingezogen. 

Sehen  wir  die  selbständigen  stellen  noch  einmal  an,  so 
werden  wir  von  allen  behaupten  können,  dasa  sie  keiner  be- 
stimmten quelle  entnommen  sind ,  sondern  entweder,  wie  die 
aus  der  bibel  und  die  geographischen ,  Oliver  bekannt  sein 
mussten,  da  er  geistlicher  war  und  seine  heachreibung  des  h. 
landes  bereits  geplant,  wenn  nicht  schon  fertig  hatte,  als  er 
die  bist,  regum  schrieb  * ,  oder ,  wie  die  Egypten  und  die 
HüssaBsinen  betreffenden,  ihm  durch  personliche  erkundigungen 
bekannt  geworden  waren.  Die  benutzuug  einer  anderen  quelle- 
neben W,  bleibt  dennoch  ausgeschlossen. 

Wie  den  Falclier,  so  nennt  auch  den  W.  üliver  nirgends 
als  seine  quelle.  Die  oft  wiederkehrenden  ausdrücke  'dicuntur*, 
'diciteir\  selbst  die  Seridica  relHtio^  in  cap.  08  (vgl.  W.  21,  23, 
s.  1043)  kann  ujuo  allir?  an  den  betreffenden  stellen  bei  W. 
wiederfinden.     Sie  deuten  deshalb  nicht  auf  W*  hin. 

Sf»  haben  wir  denn  bis  zum  ende  des  cap,  B9  die  be- 
outxung  des  Wilhelm  von  Tyrus  deutlich  verfolgen  können. 
Oliver  selbst  macht  an  diesem  punkte  eine  pause,  als  wollte 
er  einen  neuen  abschnitt  beginnen  und  diesen  mit  einer  eigenen 


l   Vgl.  da«  über  die  abfasaungäzeit  der  deacnplio  getiagte  s.  LXXXMI, 


I 


einleitung  versehen.  Er  klagt  ober  die  ai etliche  verkomnien-' 
heit  der  cbristen  im  Orient,  die  die  strafe  gottes  gerodezu 
her» II sf ordern ;  diese  sei  denn  mich  nicht  ausgeblieben* 

Trotz  dieser  scheinbaren  einleitung  zu  einem  neuen  ab- 
schnitt der  historia  regum,  die  eigentlich  keinen  rechten  zweck 
hat,  wenn  nicht  den,  auf  die  kataetrophe  von  Hiittin  vorzu- 
bereiten, und  die  vielleicht  den  schein  erwecken  konnte,  als 
höre  hiermit  die  beniitzung  fremd t^n  materials  auf  und  sei  das 
waa  folgt  unmittelbar  der  feder  des  scholasters  entflosseUv 
bhnbt  die  art  der  darstellung  dieselbe  gedningte  wie  früher. 
Es  mag  ihm  wirklich  ernst  gewesen  sein  mit  der  klage  am 
ende  des  cap.  89  :  ,de  ceiero  materia  memoria  digna  deficit*, 
wir  wollen  es  annehmen^  selbst  wenn  wir  sehen,  dass  dieser 
wie  der  folgende  päis8us  der  praefatio  des  23.  buchea  des 
Wilhelm  von  Tyrus  entnommen  ist.  Später  ist  es  ihm  aber 
jedenfalls  gelungen,  eine,  ja  sogar  mehrere  quellen  aufzufinden« 
die  ihm  das  material  f(ir  die  Fortsetzung  der  bist.  reg.  in 
derselben  bequemen  weise  zur  Verfügung  stellten  ,  wie  bisher 
Fn Icher  und  Wilhelm.  Die  quellen  selbst  allerdings,  die  Oliver 
benutzte,  kennen  wir  nicht,  ebensowenig  deren  Verfasser;  aber 
da  Oliver  nicht  der  einzige  ist,  der  diese  für  uns  verlorenen 
(|ueUen  benutzt  hat,  so  ist  es  nicht  schwer,  die  gemeinsamff 
quelle  dieser  zu  erkennen.  Schon  L.  Streit  ^  hat  darauf  hia"- 
gewiesen,  dtiss  die  dfirstelhmg  Olivers  in  vielen  punkten  ein^ 
auffallende  ähnlichkeit  mit  der  der  fortsetzung  des  Wilhelm 
von  Tyrus,  der  sog,  Eetoire  de  Eracles  *  zeigt.  Leider  liegt 
oine  kritische  ausgfibe  von  L'Estoire,  wie  wir  sie  för  die 
quellen  zur  deutschen  geschiclite  in  den  musterhaften  Monu- 
menta  GermaniMe  historica  besitzen,  nicht  vor,  auch  fehlt  ea 
bisher  an  eingehenden  quellenkritischen  Untersuchungen  über 
dies  volurainr>se  werk.  Das  wenige,  was  die  neuesten  heraus- 
geber  in  der  Preface  mitteilen,  beschränkt  sich  kurz  auf 
folgendes:  L*Estotre  liegt  in  zwei  redaktionen  vor,  von  denen  ■ 

die  eine  im  orient,  die  andere  im  occident  verfasst    ist.     Die 

« 

1  De  rflrum  tmosraariannun  qiit  Ouilelinum  Tyrium  exeepisse 
fertur  Oallico  aiictore  specimen  commentAtto  bistorica  Bcdpsit  Lodov, 
Streit,   Grjphi^vvaldiae    18t>i.  2  Recaeil    des    faiat.    den   croisades 

hietor.  occid.  kern    11,  Paria  1B59» 


I 


CXI 


fraiere,  auf  die  es  hier  allein  ankommt«  lässt  drei  verschiedene 
abaehxiitte  unteracheiden,  den  ersten,  der  die  jähre  1183/1229 
amfsMt,  den  zweiten  1229/48  und  den  dritten  1248/77.  Dieser 
efsto  abscboitt  ist  wieder  in  einer  weiteren  und  einer  engeren 
fftssting  erhalten.  Die  weitere  fassuiig  enthält  wenige  ab* 
«michnngen  in  den  handschriften  A  (bibliotli.  nationale  nro.  8316) 
ond  B  (biblioth,  nationale  8314),  in  D  (Lyon  732  und  815) 
dagegen  für  die  jähre  1183/1197,  also  gerade  für  die  zeit,  die 
ans  hier  beschäftigen  soll,  sehr  bedeutende  Varianten.  D  kann 
in  Cypern  geschrieben  sein  und  zwar  Tor  1267,  in  welchem 
jabre  Antiochia  in  die  bände  der  Araber  fiel. 

Zu  ähnlichen  resultaten  kommt  Mas  Latrie  in  seiner  ab- 
handlang  über  die  ibrts«tzer  des  Wilhelm  von  Tyrus  '.  Auch 
er  unterscheidet  eine  fortsetzung  in  Europa  von  einer  im  orient 
gmOocbten*  Die  erste  ausgäbe  (wenn  man  diesen  ausdruck 
gehranchen  darf)  der  französischen  gesch lebte  Wilhelms  er- 
achibO  in  Europa  in  der  mitte  des  13.  Jahrhunderts,  bald  nach 
dem  krenzzug»^  Friedrichs  II.  ;  der  autor  der  grossen  redaktion 
gehört  nach  Syrien,  spezieller  nach  Cypern.  Die  zweite  epoche 
der  fortsetzer  umfasst  die  bis  1261  reichenden  handschriften, 
die  dritte  die  bis  1275,  die  vierte  die  bis  1291.  Zu  den  hand- 
schriften der  dritten  epoche  gehört  auch  die  Lyoner ,  in  der 
ausgäbe  der  akademie  mit  D  bezeichnete,  ebenso  auch  die  dei 
Qasloii  V.  Noailles,  die  Martene  und  Durand  Ampi.  coUecL  V, 
&  S81  ff.  veröffentlicht  haben.  Beide  weichen  für  die  für 
uns  in  bet  rächt  kommende  zeit,  his  1197,  trotz  teil  weiser  fast 
wörtlicher  Übereinstimmung  doch  sehr  von  einander  ab;  leider 
hat  e«  Ma»  Latrie  dennoch  unterlassen ,  niiher  auf  D  einzu- 
gehen ,  »o  dam  wir  auch  seiner  abband lung  für  unsere 
zwecke  nicht«  crspriesslicbes  entnehmen  können.  Wir  müssen 
uns  also  darauf  beschranken ,  die  bist.  reg.  Olivers  mit 
der  Variante  D  des  Kecueil  zu  vergleichen  und  ee  zu- 
künftigen unt^fHuehungen  tiberlassen,  mehr  kbirheit  in  die 
rerschiedenen  handschriften  der  fortaetz^er  der  gesch  ich  te  Wil* 

* 
1  Eaaoi  de  Classification    des  continuateur«   de   l*hiatoire  des  crol- 
lade«  de  GuülantDe  de  Tyr,  in  Inbl.  de  l'^cole  des  Charten,  sör.  5,  t,  I, 
s.  38  oiid  140,  a«cb  »einer  ausgäbe  dea  Kruoul  <Pftriii  1871)  angehängt. 


heims  von  Tyrus  zu  bringen,  wobei  allerdings  ein  haupt- 
erfordernis  wäre,  mehrere  bishur  noch  nicht  bekannte  band* 
Schriften  zti  findeo,  welche  nicht  mir  die  fortsetzung  Wilhelms 
selbst,  sondern  auch  die  werke  jener  Schriftsteller  enthalten 
müssien,  die  mehreren  dieser  fortaetzungen  zu  gründe  liegen* 
Nehmen  wir  gleich  die  ergebniase  vorweg,  welche  eine  genaue 
vergleichung  von  yEstpire  mit  Oliver  ergibt,  so  sind  es 
folgende:  L  die  direkte  benutzung  der  Estoire  durch  Oliver 
ist  ausgeschlossen f  weil  einmal  diese  jünger  ist  als  des  dcho-  ■ 
tasters  werk,  sodann  Oliver  an  einzelnen  stellen  das  richtigere 
gibt,  wo  der  Übersetzer  seine  vorläge  missverstand.  Die  hand- 
schrift  D  ist  es  im  wesentlichen,  die  die  gemeinsame  qaeile  fast 
wortgetreu  übersetzt  hat  und  die  deshalb  für  die  vergleichung 
mit  der  bist,  reg.  fast  ausschliesslich  herangezogen  werden 
muas,  2.  Oliver  hat  neben  der  gemeinsamen  quelle  auch  noch 
andere  benutzt.  Bei  diesem  letzten  punkte  mnss  allerdings 
im  äuge  behalten  werden,  dass  die  geraeinBame  quelle  selb- 
ständig uns  nicht  mehr  vorliegt  nod  dass  es  deshalb  nicht 
ausgeschlossen  ist,  dass  Oliver  dies  oder  jenes  dieser  entnahm, 
was  der  Übersetzer  überging.  Doch  beschranken  sich  diese 
abweichungen  auf  kleinigkeiten  und  solche  berichte,  die  Ob'viir 
vor  L* Estoire  voraus  hat.  Wo  dieselben  ereignisse  in  beiden 
abweichend  berichtet  werden ,  wie  %.  b,  der  tod  Friedrich 
Barbarossas,  kann  man  nicht  umhin,  die  benutzung  weiterer 
quellen  anzunehmen.  Immerhin  muss  auch  beachtet  werden, 
dass  Oliver  für  die  uns  im  folgenden  beschäftigende  periode 
bereits  Zettgenosse  ist  und  in  einem  alter  stand ,  dan  ihn  (be- 
fähigte, an  den  angelegeuheiten  im  morgenlande  reges  persön- 
liches interease  zu  nehmen,  und  dass  die  kün&e  der  darstell ung 
in  der  bist,  reg.  das  auffinden  einer  bestimmten  qaeile  viel- 
fach  geradezu  unmöglich  macht. 

Wenden  wir  uns  nun  zu  der  darstellung  Olivers  selbst, 
lim  uns  über  die  frage  gerecht  zu  werden,  in  wie  weit  Oliver 
die  mit  L'E^toire  gemeinsame  quelle  benutzt  hat  und  welche 
andere  hilfsmittel  ihm  noch  zu  geböte  gestanden  haben  ,  um 
dann  zugleich  durch  den  vergleich  mit  anderen,  von  ihm  nicht 
benutztet!  autoreu  ein  urteil  ober  den  wert  des  von  ihm  ge- 
botenen erlangen  zu  können.     Da  nimmt  nun  gleich  der 


I 


I 


1  ge-  J 
erste  I 


CXIII 

bericht  Olivers  eine  eigentüraliche   Stellung  ein.     Oliver  sagt, 
daas  nach  dem  tode  des  juegen    königs  von  Jertisaletn,    Bal- 
duins  V.  (t  1186),    der    rat   der  oieisten  grossen  dahin  ging, 
daas  die  erbio  der  kröne,  Sybilla,    die  Schwester    des   konigs 
Balduin  IV.,  sich  von  ihrem  geraahl  Guido  von  Lösignan  sollte 
scheiden   lassen ,    ^quia   Wido    inutilis    esse    videbakur    regno*. 
Oliver  berührt  sich  in  dem  ersten  teile  mit  Roger  von  Hoveden  ^ 
und  Benedict  von  Peterborongh  ^,  die  ebenfalls  berichten,  dass 
der    Patriarch,    die  Templer  und  Hospitaliter  lieber   für  eine 
trennung  der  ehe  Sybillas  von  Ouido  waren  und  es  am  liebsten 
gesehen  hätten,    wenn  sie   den  grafen  Raimund   von  Tripolis 
geheiratet   hätte.     Der   grund    ftir    das  verlangen    nach   ehe- 
8cheidiing  war  nach  Benedict  aber  der,  dass  die  grossen  daran 
anstoea  nahmen,  dass  'licet  Guido  probus  in  armis  inveniatur, 
tarnen  DOn  erat  par  illi  (seit.  Sybille)   in  nobilitate  parentum, 
et  dicebant,  quod  non    decebat  illam,    que   faerat   filia    regis 
Balduini,    uliquem    habere    marittim    nisi    qui    de    nobitisaima 
regum  prosapia  natns  fuissetS     So  ganz  unfähig,    wie  Oliver 
meint,  war  Guido  nun  aber  doch  nicht,  indes  mag  es  immer- 
hin richtig  sein,  dass  auch  die  untaiiglichkeit  des  grafen  von 
Lusignan    als  gruad    vorgeschoben  worden    ist   in   dieser  an- 
gelegenheit,  in  der  es  für  jede  partei  galt,  die  wahren  gründe, 
d.  h.  die  rein  persönlichen ,   zu    verbergen.     EigentCimlich  ist 
Oliver  auch  die  angäbe,  dass  der  tempelmeister  Gerhard  von 
Bidaforte  ^  sich  gegen  die  ehescheidung  ausgesprochen   habe, 
immerhin  aber  hat  diese  nachricht   eine  gewisse  Wahrschein- 
lichkeit für  sich,  denn  dieser  Gerhard    war    ein  grosser  feiud 
des  grafen  von  Tripolis  *  und  musste  deshalb  besonders  empfind- 
hch  berührt  werden ,  wenn  gerade  dieser  Raimund    an  erster 
ätelle  als  ersatz  für  Guido  vorgeschlagen  wurde.     Eine  genaue 
quelle  för  Olivers  darstellung  können  wir  nicht  angeben,  doch 
entspricht  sie  im  wesentlichen  den  berichten  anderer .    die  in 
den  einzelbeiten  alle  von  einander  stark  abweichen. 


1  Ausgab«  von  Stubbs  in  den  Her.  Britann.  scrjptores  or  Chronicles 
ajsd  Memorials  etc.     London  18&9,  II,  B15.  2  Aiiegabe  von  Stubbe 

in  den.  tammhing  I,    353.  B  Ändere    Formen    seines   namens   bei 

Rdfariobt»  Beiträge  zur  Gesch.  der  Kreutzüge  I,  s,  IGO  anm.   14,  4 

Vgl,  Wilken.  Geich.  der  Kreuzzüge   3,  abt.  2,  s.  250. 


Oliver  kommt  dann  zunächst  zu  dem  Überfall  der  karawan?! 
durch  Rainald    von  Ohdtillon    und    den    dadurch    veranlassten  i 
kriegsziig  Saladins.     Diese  stalle  zeigt   schon    die  intime  Yer- 
wandtschaft  mit  L'Estoire;  wir  wollen  sie  hier  folgen  lassen: 

Oliver  cap-  91 


Raitialdus  etiatn  , . .  carvanam 
mercatornm  venientena  ex 
Egypto  spoliavit.  Comqn«*  m 
rex  a  Saladino  super  hoc  1 
cooveniretar ,  et  rex  prin- 
cipem  moneret ,  ut  ablaia 
restitiieret,  respondit,  se  cum 
Sarracenis  irengam  habere 
nolle. 


L'Estoire  s.  34 
Li  princea  (R«naut)  monta 
tantost  a  cheval  et  ala  ,  .  . 
et  prist  cele  carevane  .  .  . 
Qimnt  Saladin  oit  dire,  qne 
li  princes  Renaus  avoit  prise 
la  carevane  .  »  »  il  manda 
tantost  ses  messages  an  noveau 
roi  requerant  la  carevane  , .  • 
Li  rois  Guis  manda  au  prince 
Renaut  que  il  rendist  a  Sa- 
ladin  la  carevane  ,  .  .  11  re- 
spondi,  que  il  nen  rendeit 
point  >  .  .  et  que  il  n'avoit 
point  de  trives  as  Sarrasinz. 

Die  7000  *electi*,  mit  denen  Saladius  söhn  Malek*al-afdal 
gegen  Akka  zog,  bestätigen  L'Estoire  40,  sowie  Itinerariiim 
peregrin.  ^  und  Radulf  Coggeshale  *,  die  übrigen  Zahlenangabe) 
stimmen  in  fast  keiner  quelle  f1  herein  '.  Doch  findet  aich 
L'Estoire  keine  bemerkung  darüber^  dass  der  anblick  der  ge- 
fangen aus  Nazareth  weggeführten  weiber  und  kinder  die 
nächste  veraulasauug  scu  dem  unklugen  angriff  des  tempel- 
meisters  gab.  Auch  wird  der  ort,  den  Oliver  in  Überein- 
stimmung mit  Hugo^  mit  'Casale  Roberti'  bezeichnet,  in  der 
weise  genau  in  L^Estoire  nicht  angegeben ,  um  so  genauer 
aber  das  datum :  *le  premier  jor  de  mai* ,  wodurch  Olivere 
angäbe  'in  principio  Maii*  ihre  bestätigung  findet*, 

• 
1  Itinerarium  peregrinorum  et  gesia  regis  Richftrdi,  ausgäbe  voti 
Stubbs  'm  obengenannter  «ammlun^  s.  7.  2  Bei  Marlene  n.  Durand« 

AmpliBgima  collectio  V,  548,  3  Vgl.  Röhricht^  Beiträge  xur  Gesch,  der 

KreoEzQge  I«  170  note  26.  4  Hu^oniä   chronic,  continuat.   in  Mon. 

Germ,  m,  XXJ^  a.  476,  vgl.  hierzu  und  über  die  Uge  des  Ca^ale  Robert! 
Röhricht  a.  a.  o.   note  24,  5   Auch  Coggeebale  a.  a,  o.  551   gibt 

den  L  mal  an, 


I 


cxv 

Was  Oliver  darauf  Ober  den  tod  des  tempelmeisters  Ger- 
hard berichtet,  wird  ebenfalls  durch  andere  quellen  bestätigt, 
gehört  aber  erst  in  das  jähr  1189.  Oliver  vertritt  die  ansieht, 
daas  Gerhard  4nter  Accon  et  casale  Acconenis  episcopi^  \  ge- 
&llen  sei  und  stimmt  hierin  mit  mehreren  quellen  überein, 
während  andere,  besonders  die  arabischen  berichten,  dass  Gerhard 
gefekngen  genommen  und  von  Saladin  darauf  als  eidbrüchiger, 
der  geschworen  hätte,  nicht  wieder  gegen  ihn  zu  kämpfen, 
niedergemacht  worden  sei  ^. 

Am  4.  juli  1187  wurde  das  christliche  beer  durch  Saladin 
bei  Uattin  vernichtet  und  der  könig  Guido  in  die  gefangen- 
achaft  abgeführt.  In  rascher  folge  fielen  darauf  die  vor- 
nehmsten festen  der  Christen  in  die  band  des  siegers.  Oliver 
hält  bei  der  aufisählung  dieser  die  chronologische  reihenfolge 
nicht  genau  inne,  denn  Tiberias  war  bereits  am  tage  vor  der 
Schlacht  in  die  bände  der  Sarrazenen  gefallen,  Tyrus  belagerte 
Saladin  einmal  im  juli  1187  vergeblich,  sodann  am  ende  des- 
selben Jahres,  während  Karak  und  Schaubek  erst  am  ende  des 
folgenden  Jahres  übergeben  wurden.  Ebenso  fiel  zuerst  Sidon 
(juli  29.)  und  dann  Berythus  (aug.  6.),  Askalon  endlich,  das 
Oliver  jenen  voran  stellt,  wurde  erst  oktbr.  5.  gegen  das  ver- 
sprechen der  freilassung  des  königs  ausgeliefert '.  Auffallen 
mnsB  es  allerdings,  dass  Oliver  nichts  von  der  eroberung 
Jerusalems  durch  die  Sarrazenen  erwähnt. 

Die  beschreibung  der  belagerung  von  Akka,  welche  durch 
die  der  züge  Friedrich  Barbarossas  und  der  könige  von  Frank- 
reich und  England  in  mehrere  abschnitte  zerrissen  wird ,  ist 
wie  das  vorhergehende  möglichst  kurz  gehalten.  Was  Oliver 
berichtet,  gibt  im  wesentlichen  wenig  anlass  zu  ausstellungen, 
um  so  weniger,  als  die  von  Oliver  berichteten  thatsachen  nur 
«ehr  geringfügig  sind.  Am  meisten  abzuweichen  scheint  Oliver 
in  den  Zahlenangaben,  bei  denen  in  den  quellen  Überein- 
stimmung ja  fast  nie  gefunden  wird.     Seinen  600  rittem  des 

* 

1  Benedict  JI,  94  sagt:  inter  Acrain  et  casale  epiecopi.    L'Estoire 

130  nennt  keinen  bestimmten  ort.  2  Vgl.  Röhricht,  die  belagerunj? 

Ton  Akka  in    den  Forschungen  16,  s.  494.  3  Vgl.  das  genauere  in 

der  eingebenden  arbeit  Röhrichts,  die  kämpfe  Saladins  mit  den  Christen 

in  seinen  Beiträgen  1,  s.  112  ff. 


CXVI 


köTiigs  Guido  stehen  z.  b.  700  des  Itinerar. '  entgegen ^  wah- 
rend L'Eatoire  keine  bestimmte  zahl  angibt  Wenn  dann  die 
foljyfenden  worte  wenig  mehr  als  phrasen  sind  und  anf  keine 
bestimmte  (|ueiie  hindeuten,  ist  bei  der  beschreibung  von  der 
landung  des  grafen  Jakob  von  Avesnes  die  ähnUchkeit  der 
darstellung  mit  L*Estoire  nicht  zu  verkennen: 

L'Estoire  127  Oliver  cap.  97 

Nastre  Seignor  .  .  envoia  un  .  .  aupervenit  in  aiixilio  op- 

gentil  home  d'Outre  mer  qui  portuno  classic  quinquaginta 

avoit  nom  Jaque  de  Aveine  vel     plurium     cogonnm     ab 


et  L  coques  en  sa  conpaignie 
et  plus;  par  quei  nus  ne  doit 
douter  que  Den  nVust  envoie 
celui  secors  en  confort  a 
ceaiix  ^  qui  se  fierent  en  sa 
misericorde. 


aquilone  navigans  cum  viro 
nobili  Jacobe  de  Avennia, 
linde    nnlli    fidelium    veni: 

potest  in  dubium ,  quin  AI 
tissimos  tale  aoxilium  con 
tidentibua  in  ipso  trau) 
miserit. 
Hierbei  mag  noch  besonders  die  Übereinstimmung  in  der^ 
zahl  der  schiMe  Jakobs  bervorgehobeu  werden,  zumal  es  schw 
fallen  dürfte  in  einer  der  besseren  quellen  Überhaupt  eine  be- 
stimmte angäbe  hierüber  zu  finden.  In  derselben  weise  stimmt 
denn  auch  der  schlusa  von  cap,  97,  die  befestigung  des  lageni 
der  Christen,  die  angriffe  Saladina  und  derer,  die  in  der  stadt 
waren,  die  bemerkung  über  den  Zuwachs,  den  das  christliche 
beer  dnrch  die  ankunft  der  grossen  aus  dem  abendlande  er- 
fuhr, mit  L'Estoire  128  überein.  Die  Hungersnot,  die  während 
der  langen  belagerung  eintrat,  die  in  folge  dieser  sich  breit 
machende  Unzufriedenheit  besonders  des  fussvolkes,  das  der 
reiterei  feigheit  vorwarf  und  endlich  ohne  deren  Unterstützung  . 
gegen  den  willen  der  grossen  des  her  res  das  lager  Saladins  ■ 
angriff,  und  die  entsetzliche  niederla^e,  die  ihm  die  Sarrazenen  > 
bereiteten  (cap.  102,  1190  juli  25),  alles  das  entspricht  voll- 
ständig der  darstellung,  die  wir  L'Estoire  150/1  finden.  Es' 
tritt  die  Übereinstimmung  noch  deutlicher  liervor,  wenn  man 

diese    beiden    darstellungen    mit     den    abweichenden    anderer  i 

*  I 

I  Itinerar.  61  aagti  Eraot  milites  eepting^enti ,   erant  et  alii  plut  | 
ex  omni  natione  Christiana  collecti,  sed  , ,  tion  proraus  vA  ooTein  tnilia 
rabar  numeratum  excrevit. 


CXVII 


n  vergleicht,  wie  2.  b*  des  Itinerar.  40,  Dieses  läsut 
Saladin  nichfc  ^ flucht  heuchelnd'*  '  sich  zur flckzi eben,  Bondern 
durch  die  plötzlichkeit  des  angriff  es  überrascht  zurückweichen, 
bis  er  erkannte,  dasa  er  es  mit  ungeordnetem,  ohne  führet 
kämpfendem  fussvolk  zu  thun  hätte. 

Die  landung  des  königs  von  Frankreich,  die  Oliver  an 
diese  anglückliche  scb lacht  nur  mit  *Tandem'  anknüpft,  er- 
folgte erat  1191  april  13.  Die  geringen  erfolge,  die  Philipp 
Aognst  errajig,  übergeht  Oliver  mit  wenigen  worten  ^.  Erst 
nach  der  landung  des  konigs  von  England  sah  Saladin  ein, 
so  berichtet  Oliver,  dass  er  die  siadt  nicht  entsetzen  könne, 
und  fing  er  an  mit  den  Christen  zu  unterhandeln.  Die  be- 
dingungen  der  übergäbe  von  Akka,  wie  sie  Oliver  angibt, 
entsprechen  wortlich  denen  bei  L'Estoire  173;  beide  stehen 
deshalb  in  gleichem  Verhältnis  zu  den  berichten  der  anderen 
schriftfiteller,  die  wieder  unter  sich  sehr  abweichen  ',  Es  ist 
deshalb  auch  nicht  mehr  auffallend,  wenn  Oliver  für  die  nieder- 
metzelang der  arabischen  gefangenen  durch  Richard  Löwenherz 
keinen  anderen  ^rund  angibt  als  denjenigen,  den  wir  auch 
L'Estoire  178  finden,  nämlich  die  wut  das  königs  über  die  nicht- 
auslieferung  des  heiligen  kreuzes  durch  Süladin  * ,  und  wenn 
Oliver  in  Übereinstimmung  mit  L'Estoirei74  die  Übergabe  der 
Stadt  an  die  Christen  fälschlich  in  den  juni  statt  in  den  joli 
verlegt  (cap.  104). 

Die  nun  folgenden  ereigniase  im  orient  stehen  in  engem 
raaammenhang  mit  dem  kreuzzuge  Richards  von  England 
und  sollen  dashalb  auch  im  Zusammenhang  mit  diesem  be- 
sprochen werden-  Bevor  wir  aber  hierzu  übergehen ,  wollen 
wir  dem  berichte  Olivers  über  den  kreuzzug  Friedrich  Bar- 
baioasas  näher  treten. 

Als  die  knnde  fön  der  niederlage  der  Christen  im  heiligen 
lande  nach  Rtjm  kam,  no  erzählt  Oliver,  wurde  papst  Urban  III. 

von  solchem  schmerz    ergriffen ;  dass   er  den   geist   aufgab  ^. 

* 

l  Oliver:  81  mu lato  metu^    L'Estoire  150:  1I  lor  vuida    la  harberge. 
t  Die  beftcbiesAung  der  turris  maledicta  auch  L*Eatoire  157,  3  Vgl. 

die  suMmxDenfltellnng  bei  Wilken  a.  a.  0.  4,   b.  360  note  112.  4 

S.  Wniua  a.  a.  0.  a.  382  (f.,  Kugler,  Gescli.  der  Kreuzzilge.  8.  241. 
t  Die  Daehricht  von  dem  fall  iTerasalema  (2^  okiober}  konnte  Urban 
licht  mehr  erbalten  haben,  wie  T5€he>  Heinrich  VI.  8,  85  tiacbgewiesen 


cx\nu 


Nact  dem  tode  seines  nachfolgera  Gregors  VIII.  wurde 
Clemem  IIL  zum  papst  gewählt  Dieser  nahm  die  kreuz* 
predigteu  sofort  wieder  auf  und  entsandte  überallhin  seine 
boten.  Alle  diese  kurzen  notizen  befinden  sich  in  vollständiger 
Übereinstimmung  mit  L'Estoire,  und  zwar  tritt  hier  ätum  ersten 
male  die  übereinstimmang  mit  der  Variante  D  klar  hervor; 
denn  die  erste  hälfbe  des  von  Oliver  berichteten  ,  über  den 
papst  Wechsel ,  findet  sich  s.  6Ö ,  die  andere  hälfte ,  über  die 
entsendung  der  kreuzprediger,  s.  145. 

Im  niiigefülil  für  das  unglück  der  kirche  gottes  nahm 
auch  kaiser  Friedrich  L  das  kreuz  and  mit  ihm  sein  söhn 
Friedrich  und  viele  fürsten  des  reiches  \  Wie  wir  nun  schon 
in  den  früheren  teilen  der  hist.  reg.  zu  beobachten  gelegenhei 
hatten,  kommt  es  Oliver  zunächst  auf  die  Schilderung  der 
ereignisse  im  heiligen  lande  i^elbst  an.  Es  kann  daher  nicht 
auffallen,  dass  von  dem  kreuzzug  Friedrichs,  der  ja  äasserst 
kurz  gehalten  ist,  der  zug  des  kaisers  von  der  heimat  bis  nach 
Konstantinopel  mit  den  fünf  Worten  abgethan  wird:  'per 
Ungariam  profectus  venit  Greciam'.  TrotÄ  dieser  kürze  ist 
die  gleichmässigkeit  des  berichtes  Olivers  mit  dem  von  L*Estoire 
unverkennbar.  Schon  Streit^  hat  auf  diese  stelle  aufmerksam 
gemacht;  sie  möge  hier  folgen: 


L'Estoire  131 
Detlens  ce  qne  il  sieges  esteit 
devant  Acre,  Fedric  li  granz 
empereres  fist  son  apareil  de 
venir  par  berre  et  amena  avec 
Ini  moiilt  de  chevaliers  d'Ale- 
maigne,  et  grant  avoir  aporta 
et  granz  richeces,  si  conie  il 
aferoit  a  la  corone  emperiaL 
II    passa     par    Hongrie     en 


Oliver  cap.  98 
Frethericus  imperator  magni- 
ficnm,  prout  imperialem  deoe- 
bat  coronam,  trahens  secntn 
upparatiimet  bellorumcopiam 
per  Ungariam  profectus  venit 
in  Greciam,  aed  Man  n  e I  im- 
perator Constantinopolit&DQS 
trän  si  tum  ipsius  per  terram 
äuani  irapedire  conabatnr. 


I 


hat,  obwohl  es  vielfach  berichtet  wird.  Oliver  ist  also  wohl  korrekt, 
weDD  er  sagt»  das«  die  kande  von  der  »clades',  d.  h.  der  schlacht  bei 
Hattin  den  tod  des  papstee  (oder  wenigsten«  die  Terschlimmenuig  leio^ 
zustandeB)  veranla^ate.  Dasselbe  gilt  von  L*Estoire,  da«  den  fall  Jem- 
nalems   erst  später   (05)   berichtet  1    Vgl.    hiein    li'Estoire    Hö-j 

2  a.  a.  0.  8.  60. 


CXIX 

Romanie.  Li  empererea  de 
Cofitantinople  se  efforca  moult 
dnrement  qoe  H  devant  dit 
empereres  ne  passasi  par  sa 
terre. 

In  derselben  weise  gleichmässig  ist  dann  auch  die  dar- 
stellung  der  gefangen  nähme  dt^s  bischofs  Hermaon  von  Münster 
und  der  anderen  kaiaerlichen  gesandten,  de8  friedensschlnases  und 
des  aberganges  über  den  Hellespont.  Hier  fallt  allerdings  auf, 
dass  Oliver  richtig  ^Eilespontum*  sagt,  während  L'Estoire  un- 
neJitig  dafür  *Negrepont^  schreibt  und  dasg  anderseits  Oliver  den 
gi'iechidchen  kaiser  regelmässig  Manuel  statt  Jsaak  nennt,  wäh- 
rend L'Estoire  in  diesem  ganzen  passus  keinen  bestimmten 
namen  anführt  Können  wir  hieran.s  schon  vermuten,  da^s 
Olirer  ffir  den  kreuzzng  Friedrichs  neben  der  mit  L'Estoire 
genieinsamen  quelle  auch  noch  andere  herangezogen  hat,  so 
werden  wir  weiter  onten  diese  Vermutung  zur  gewissheit 
erbeben  können. 

Die  reihenfolge  der  nächstfolgenden  berichte  ist  wie  tiber- 
all so  auch  hier  genau  dieselbe  wie  bei  L'Estoire.  Der  sultau 
von  Iconium  sucht  dem  kaiser  den  weg  zu  verlegen ,  dieser 
aber  zieht  eine  andere  straase.  Das  beer  leidet  sehr  durch 
banger  und  durst  in  der  einöde,  bis  es  nach  schweren  Ver- 
lusten an  Vieh  in  eine  fruchtbare  ebene  gelangt.  Der  schtacht 
von  Phiiomelium  wird ,  wie  auch  in  L*Estoire ,  mit  keinem 
Worte  gedacht,  es  folgt  sogleich  der  Bericht  von  der  einnähme 
von  Iconium,  das  von  sümpfen  eingeschlossen  nur  dadurch 
erreicht  werden  kann ,  dass  man  mit  den  auf  den  boden  ge- 
breiteten schildern  und  panzern  für  die  pferde  passierbare 
Wege  schafft.  Die  sßmpfe  hatte,  wie  Oliver  cap.  99  sagt, 
*Tiolentia  nimbi  moliverat\  ein  zuaatz,  den  yEstoire  nicht 
aufweist  t  der  aber  an  sich  nicht  falsch  ist,  da  wir  aus  anderen 
quellen  ersehen  \  dass  vor  der  einnähme  der  stadt  in  der  nacht 
sich  ein  heftiges  gewitter  entlud.  Im  folgenden  aber  finden 
wir  Oliver  im  direkten  gegensatz  zu  KEstoire;  denn  als  es 
zur  Schlacht  kam,  befehligte  nach  Oliver  der  söhn  des  kaisers, 

m 
1  Vgl.  Ansbert  in  Font«8  rer.  Auatr.  5,  a.  72. 


cxx 

Friedrich  von  Schwaben,  den  vortrab,  der  kaiser  selbst  die 
nachhut,  walirend  bei  L'Estoire  133  das  Verhältnis  f^erade 
umgekehrt  ist  '. 

Oliver  kommt  darauf,  genau  wie  yEstoire,  zur  eroberung 
der  Stadt  Iconium  nnd  den  frieden  zwischen   dem  kaiser  und 
dem  snltan.     Die  Araber  bieten   den  Deutschen  pferde,   zng- 
vieh,  lebensniittel    und  andere  nützliche    Sachen    zum    verkauf 
an.     Oliver    berichtet,    dass    die    Deutschen    das   dargebotene 
^precio    competenti^    bezahlten^    und    wenn    man    daneben  diefl 
angäbe  in  L'Estoire  134  cap.  23  stellt,  so  können  die  worte  " 
Olivers  in  keiner  weisse  anstössig  erscheinen.     Es  konamt  nun 
aber  dazu,  dass  L'Estoire  im  folgenden  kapitel  berichtet,  die 
Dentschen  hätten  das  gekaufte  nicht  nur  nicht  bezahlt,  sondern 
auch  diejenigen^  die  die  bezahl ung  verlangten ,    getötet.     Der    ■ 
Bultan  beschwerte  sich  deahalli  beitn  kaiser,  und  dieser  erstattete  ^ 
einiges  wieder,  aber  nicht  aUes.     Deshalb  lies  der  suU^ri  seine 
leute  aufsitzen  und  verfolgte  die  Deutschen.     Streit'   neigt  zu  J 
der  ansieht,  dms  diesen  passns  wie  ähnliches  der  Verfasser  von  ■ 
L'Estoire  selbständig  hinzugefügt  hat.  Dagegen  sagt  Chroost  ': 
^Aus  einer    sehr    begreiflichen    tendenz    unterdrückt  OH  venu» 
diese  nachricht  seiner  vorläge  und  sagt  nur,  dass  die  Deutschen 
auf  jenem  markte  pferde  und  zugvieh  'pretio  competeuti^  ge- 
kauft hätten*.     Man  muss  doch  wohl  der  ansieht  Streits  bei- 
pflichten und  zwar  aus  folgendem  gründe :  das  23,  eapitel  von 
L'Estoire   schliesst    mit   den    worten:    *8i    que    nos   gens  *    se 
refreschirent  d  eve  et  de  viandes  et  de  chevaucheures  et  d'autree 


1  Ne^h  Ansbert  a.  a.  o.  ».  67  befi^hligte  der  kaiser  in  der  schlachi 
alleii],  Efl  mag  hierbei  erwäbnt  werde»,  dass  beide  bat*  der  bist,  reg^, 
H  und  D,  gegen  Eccards  druck  lesen;  'viriliter  epreia  Turcoruin 
nmltitudine*.  Sinngemässer  und  den  worten  in  L'Estoire  133:  *il  de«- 
eonfirenfc  le  «odan'  entfip  rechen  der  ist  *Biiperftta\  2  a.  a.  o.  a»  61/2. 

^  Tageno,  Ansbert  und  tiie  hiat.  peregr.  (Graz  1892)  s.  163  note  2. 
4  Man  kann  nicbt,  wie  Streit  a>  a.  o»  auf  das  ,nos  gens*  irgend  welobeo 
wert  legen  ,  und  besonders  daraus  nicbt  scbliessen ,  das»  der  TerfoiMsr 
von  L'Estoire  ilamit  anaechhesslicb  seine  landsleute  meint.  Ausdrücke 
wie  'nostri,  exercilna  noster*  werden  von  den  christlichen  Schriftstellern 
sehr  oft  einfach  ftircbrtsten  im  gegentiatz  2u  den  Sarrazenen  gebraucht, 
so  auch  bei  Oliver  z.  b.  cap.  104 :  «nostris  urbem  .  .  ingredientibas*, 
nämlich  das  eroberte  Akka. 


d 


CXXI 

choses,  qui  lor  estoient  beaoing*     Ce  fa  fait  el  mois  de  jiiignet\ 

Die  ausdrucksweise ,  besonders  das  am  schluss  hinzugefügte 
datam,  laüsen  doch  wohl  klar  erkennen,  dass  der  Verfasser  die 
marktangelegenheiten  damit  für  erledigt  ansieht,  er  hatte 
darüber  weiter  nichta  zu  berichten.  Erat  im  folgenden  kapitel 
muBS  der  Verfasser  noch  einmal  ausholen ,  um  nach  den  ein- 
leitenden Worten  :  *0r  orres  qtie  ü  Aleman  faiaDieot  en  Tour- 
quie'  die  geschichte  von  der  Unredlichkeit  der  Deutschen  zu 
berichten.  Lassen  wir  die  bei  Oliver  fehlende  stelle  in  L'Estoire 
fort,  so  achliessen  sich  unmittelbar  mit  den  worten  :  *Li  erapereres 
s*eD  aloit'  etc.,  genau  entsprechend  den  worten  Olivers:  'Im- 
perator «cceptis'  etc.  die  beiden  berichte  wieder  zusammen  imd 
gehen  in  der  bekannten  weise  weiter.  Man  kann  also  wohl 
wirklich  annehmen,  dass  die  betreffende  stelle  späterer  zusatz 
ist  and  Oliver  nicht  vorlag;  will  man  aber  an  eine  Unter- 
drückung der  stelle  glauben  ,  so  ist  der  unterdriicki^r  sicher 
nicht  in  der  person  des  scholasters  zu  suchen,  sondern  in  der 
des  Verfassers  der  gemeinsamen  quelle  von  L'Estoire  und  der 
List,  reg,,  denn  wenn  Oliver  die  stelle  über  die  Unredlichkeiten 
der  Deutschen  "  in  seiner  vorläge  fand  ,  warum  sollte  er  sie 
tendenziös  unterdrücken,  da  er  ja  aus  dem  schlechten  benehmen 
der  Deutschen  auf  dem  kreuzzug  von  1197  durchaus  keinen 
hehl  macht?" 

Trotz  bündnis  und  geissein  unterlassen  die  Sarrazenan 
die  feindseligkeiten  gegen  die  weiterziehenden  kreuzfahrer  nicht, 
so  dass  Friedrich  sich  endlich  entschloss,  einen  teil  der  geissein 
niedermachen  zu  lassen  ^  Im  übrigen  aber  griff  er  selbst 
nicht  an  und  verbot  auch  den  seinigen  jede  attake  auf  die 
feinde.     In    allen   diesen    punkten    erscheint  dieselbe  überein- 


1  Die  übrigen»  auch  sonat  verbür^fi  ist ;  vgl.  Chroiist  a.  a.  o.  103, 
2  Vgl  cap.  109.  3  Nach    Ibu-Älatßir   bei    Reinaud ,    Extraits  509 

wurden  die  geissein  in  fesseln  gelegt,  von  ihnen  starb  ein  teil  m  der 
gefan genschaft,  ein  anderer  kaufte  sieb  loa.  Vgl.  auch  Riezler,  der 
krenajtiig  FriedrichB  I,  in  Forschungen  t.  d.  Gesch.  10,  n.  65  und  129. 
fJeber  rer*chiedene  Zahlenangaben  der  geisaeln  vgl.  Ansbert  in  Font. 
reir.  Auatr  5,  69  und  die  forfs.  der  chronik  des  Otto  v.  Freising  Mon. 
Qetm*  SS.  20t  320;  dagegen  geben  die  ann.  Hediol  in  Mon.  Germ. 
M,  IS/Shl  auch  24  an. 


CXXII 


Stimmung  mit  L'Estoire  wie  in  den  früheren  pariien;  nur  eine 
an  sich  unwesentliche  abweichung  mag  hier  erwähnt  werden. 
L'Estoire  136  sagt:  *^si  qne  il  n'en  avoient  repos  ne  de  nuit, 
ne  de  jor,  par  itel  peine  et  par  itel  soffraite  v^indrent  il  en 
la  terre  d'Ennenie;  ilec  furent  il  a  3eur  et  a  repos',  Oliver 
dagegen  sagt  cap.  99:  *per  dies  multos  requieni  non  habebant 
nisi  noctibus^  rjuibus  per  sollicitudinem  excubiarum  recreati 
rpiievenint  aliquantuhim*. 

Der  im  folgenden  genannte  begleiter  des  kaisers  Friedrich, 
der  bischof  von  Würzburg,  dessen  Verdienste  um  die  aafrecht'- 
erhaltimg  der  ruhe,  der  ordnnng  und  dea  mutes  unter  den 
deutschen  kreuzfahrern  auch  von  anderer  Seite  anerkannt  wird  ', 
wird  von  Oliver  in  derselben  weise  charakterisiert  wie  L'Estoire 
136,  dennoch  hat  Oliver  auch  hier  wieder  vor  L'Estoire  die 
anführung  eines  besimmten  namens  voraus;  er  nennt  ihn  aber 
unrichtig  Sigelogus  statt  Gottfried,  Jedenfalls  liegt  hier  eine 
Verwechselung  vor  mit  jenem  Siglous,  der  erst  seit  1194 
mai  19.  als  kanzler  erscheint,  aber  nicht  hischof,  sondern 
propst  von  Würzburg  gewessn  ist*. 

Was  nun  den  bericht  Olivers  über  den  tod  Friedrichs 
betrüfl,  so  hat  schon  Kiezler*  darauf  aufmerksam  gemacht, 
dass  Oliver  mit  der  angäbe,  daaa  Friedrich  'depositis  vestibua 
nudus  trananatare  conabatur*  und  hierbei  ertrank,  ganz  ver- 
einzelt dasteht  *,  aber  zugleich  auch  durch  seine  eingehende 
Untersuchung  dargethan,  daas  diese  angäbe  falsch  ist.  Und 
in  der  that  hat  Olivers  bericht  mit  dem  in  L'Estoire  nichts 
gemein,  als  vielleicht  die  anfangsworte: 

L^Estoirc  137  Oliver  cap.  99 

El  tens  d'este,  quant  li  solaus  Tempus  erat  estivum  etc. 

est  plus  chauz  etc. 

Wenn  wir  das  gleich  folgende  ansehen,  so  sind  die  worte 
^  ,  .  erat  estivum,  quo  sole  ienente  Leonem 

Julius  ardebat  .  .  / 

* 

)   Vgl,  Arnoldi  chron.  Slavor.  in  Mon.  Germ,  »s,  21,  175  and  Aue- 
bert  a.  a.  o.  5,  72  u,  a,  2  Vgl  Töche,    Heinrich  VI,   224  note  3* 

3  a*  a.  o.  126  f.  4  Aaa  Oliver  übernahm  diesen  beriebt  Menko  in 

a.  Frietenchronik,  Mon.  Germ,  b«,  23,  581*:  Fridericaa  ad  loca  pervenit 
Armenie.  et  ibi  specie  delectatiia  torentis  nudtxs  tranare  cooabatiir  ibi- 
qae  diem  clauait  extreninro  menae  Augu«to  die  dominier. 


CXXUI 


I 


ebenso  ^armorum  pcadere  pressas^  auch  wohl  noch  ^transikirtis 
erat*  *  unverkennbare  daktjlen.  Ferner  fallen  sofort  die  aus- 
drücke auf:  ^gravatuö  —  delectakis* ,  *poris  —  corporis  — 
caions*.  Die  daktylen  wie  die  reime  weisen  wohl  mit  Sicher- 
heit darauf  hin,  daas  hier  leoninische  hexameieT  zu  gründe 
liegen,  die  Oliver  in  den  text  verarbeitet  hat;  vielleicht  haben 
wir  es  mit  einem  gedieht,  einer  elegie  oder  einigen  deok- 
Tersen  über  den  tod  des  kaisers  zu  tbun  ^  etwa  der  art ,  wie 
ii^  Bieder  in  seiner  erwähnten  abhandtung  Über  den  krenzzug 
Friedrichs  L  abdruckt ',  Diese  verse  hat  denn  Oliver  in  der- 
selben weise»  wie  wir  das  oben  bei  der  benutznng  Fulchers 
sahen ,  in  seioe  prosa  hineingearbeitet  ^  mit  teilweiser  bei- 
behaltung  der  worte  der  vorläge.  Wenn  wir  dies ,  wie  doch 
wohl  möglich^  für  sicher  erachten,  dann  werden  wir  die  über- 
eJnstimmung  der  anfangswarte  der  darstelfung  OÜvers  mit 
L'Estoire  bei  der  sonstigen  Verschiedenheit  beider  auch  nur 
als  eine  zufallige  ansprechen  dürfen.  Wir  können  also  für 
den  krenzzug  Friedrichs  ein  verarbeiten  mehrerer  quellen  zu 
einem  ganzen  bei  Oliver  deutlich  erkennen*  Die  ansieht  von 
Stubbs  aber,  dass  Oliver  teilweise  das  Itineran  benutzt  bat', 
ist,  soweit  sie  den  krenzzug  kaiser  Fnedrichs  betrifft,  bereits 
Ton  Karl  Fischer  widerlegt  worden  und  es  mag  genügen,  auf 
diese  arbeit  hinzuweisen  *. 

Unmittelbar  aber  nach  dem  bericht  Über  den  tod  des 
kaisers  ist  Oliver  wieder  zu  seiner  hauptquelle,  der  mit  L'Estüire 
gemeinsamen,  zurückgekehrt,  denn  übereinstinimend  mit  L'Es- 
toire  *  verlegte  er  den  tod  Friedrichs  auf  einen  sonntag  im 
august,  während  Friedrich  am  10.  juni,  allerdings  an  einem 
Sonntage,  verunglückte.  Auch  die  klage  über  den  unglücks- 
schlagf  der  die  Christenheit  durch  Friedrichs  tod  getroffen,  die 
zitierte  bibelstelle  (Eccli*  32,1),  die  kleine  episode,  die  als 
beispiel    für   den   edelmut   und   die    berablassung  des  kaisers 

1  Wobei  entweder  'traiu'  aU  kürze  oder  das  i  aU  \hn^e  behandelt 
re;  dergleichen  unregelmäasigkeiten  Bnden  aicb  m  mittelalterlichen 
aber  sehr  oft.  2  a.  a.  o.  126.  3  In    der   introduction 

•eiaer  »asf^be  des  Itin.,  a.  LXXX.  4  Ge^h.  des  Kreassuges  Frie- 

l^dmhs  L,  Leipsi^  1870,  5  139 ;  par  un  dimancbo,  qui  estoifc  li  quart 

yr  d'itoet;  der  4.  augiut  1190  war  nber  ein  »onnabend. 


i. 


i 


CXXIV 

dienen  sol!^  das  alles  schliesst  sich  eng  an  L'Estoire  139  an. 
Zwar  übergeht  Oliver  die  nachricht  von  dem  begräbnii^ 
Friedrichs  in  Antiochia»  findet  eich  dann  aber  mit  dem  bericht 
über  die  weiteren  Schicksale  der  deutschen  krenzfahrer  bi* 
zum  tode  Friedrichs  von  Schwaben  wieder  ganz  im  einklang 
mit  L'Estoire. 

So  können  wir  nach  dem  gesagten  den  wert  der  dar^ 
Stellung  des  kretiZÄiij^es  Barbarossas  in  der  bist  reg-  nicht 
hoch  aaschlagen.  Was  Oliver  bietet  ist  klar  und  deatlich 
aber  auch  so  gedrängt,  dass  ea  gegenüber  den  anderen 
ausführlicheren  Überlieferungen  als  quelle  kaum  in  betracht 
kommen  kann, 

Später  als  kaiser  Friedrich  traten  der  französische  könig 
Philipp  August  und  könig  Richard  von  England  den  kreuz- 
zug  au  (cap.  06).  Als  die  aufforderungen  zu  neuen  rüstungen 
gegen  die  ungläubigen  ergingen ,  tagen  Philipp  August  und 
Heinrich  IL,  der  vater  Eichards,  im  kriege  gegen  einander. 
Bei  Chateau-roux  standen  sich  die  heere  gegenüber ,  als  die 
fcreuzeaboten  de^  papstes  erschienen  und  einen  Waffenstillstand 
zu  stände  brachten.  Aber  erst  im  folgenden  jähre,  1188,  er- 
folgte die  besprechung  zwischen  üisors  und  Trie,  in  folge  der 
der  alte  hader  beigelegt  wurde  und  beide  könige  das  kreuz 
nahmen.  Heinrich  IL  war  es  aber  nicht  mehr  beschieden  sein 
gelübde  zu  erfüllen ;  an  seine  stelle  trat  sein  söhn  Richard, 
der  seinem  vater  in  der  regierung  folgte  *. 

Richard  erledigte  auf  dem  zuge  von  England  nach  dem 
heiligen  lande  noch  zwei  angelegen  hei  ten,  die  nicht  direkt  mit 
seinem  kreuzzug  in  Verbindung  standen ,  die  in  Sizilien  und 
die  in  Cypern.  In  Sizilien  zwang  er  Tankred  von  Leoce,  der 
die  wahre  erbin  des  reiches ,  Kons  tanze,  des  trones  beraubt 
und   sich   selbst   desselben    bemächtigt  hatte,    die   witwe   dea 


1  Eb  ist  nicht  ^anK  genau,  wenn  Oliver  cap.  96  sagt,  dass  nur 
Bwei  ißhne  HeinrichB  tl.  dem  vater  im  tode  voraungegangen  wareo; 
thatsachhcii  waren  es  drei,  Wilhelm  (f  1156)*  Heinrich  (f  U83)  und  Oait- 
fried  (t  1186)»  vgl,  die  atammtafel  bei  Ptinli,  liesch,  von  England, 
band  3>  Da  Wilhelm  aber  nur  zwei  jähre  alt  wurde»  ist  das  versehea 
Olivers  nicht  allEUgToas,  _ 


konigs  Wilhelm  von  Sizilien,  Johanna,  eine  Schwester  Richards, 
freizugeben  und  ihr  für  eine  beträcbtliche  summe  geldes  ihre 
atmpr liehe  ab^.ukaafen. 

Während  Philipp  August  von  Italien  direkt  nach  dem 
heiligen  lande  fuhr  und  nach  der  landung  beim  ^verfluchten 
türm*  *  vor  Äkka  sein  lager  aufschlug,  kam  Kicbard  zunächst 
nach  Cypem,  wohin  ein  stürm  auch  seine  neue  braut,  die 
tochter  ^  des  kdnigs  von  Navarra,  und  seine  Schwester  Johanna, 
die  verwitwete  königin  von  Sizilien,  verschlagen  hatte, 

PDie  darstellung  der  bisher  notierten  begeben  hei  ten  stimmt 
mit  der  in  yEstoire  155  ff,  wiederum  tiberein,  doch  ist  Oliver 
zn  kurz,  als  dass  man  einen  genaueren  anklang  der  worte  im 
einzelnen  angeben  könnte '. 

Bevor  wir  nun  auf  das  folgende  näher  eingehen,  wollen 
wir  una  daran  erinnere,  dass  Stubbs ,  wie  oben  gesagt,  be- 
hauptet hat,  Oliver  habe  das  itinerar.  bei  der  darstellung  des 
kreozzoges  Richards  benutzt.  Wir  werden  sehen,  daas  diese 
behauptung  ebenso  unhaltbar  ist  wie  dieselbe  betreff^^  dea 
kreuzznges  Friederich  Barbarossas  und  dass  wie  im  vorher- 
gehenden   so  auch  hier    die   mit  L'Estoire  gemeinsame  quelle 

i       allein  Oliver  vorgelegen  hat 

^H        Die    darstellung    der    ereignisse    auf    Cypern    weicht    in 

^HOaehreren  punkten   von    der  des   Itin.  nicht   unwesentlich    ab. 

^rZwar  der  name  des  herrschers  der  insel  Kirsacus  statt  Isaak 
findet  aich  auch  Itin.  183,  das  ihn  Cursac  nennt  * ;  Oliver  er- 
zählt dann  aber,  dass  Kirsacus  den  befehl  gegeben  habe^  die 
gefangenen   insassen  dreier  gestrandeter    pilgerschiffe    zu  ent- 


I  Die  'tiirri»  maledicta*  soll  nach  Itin.  75  daher  den  Damen  haben, 
well  'argentei,  qnibu»  Dominum  Judas  proditor  vendidlfc,  ibi  fücii  fuigse 
licuntur'.  2  Oliver  sagt  richtig;    die    tochter  <3ea  königw  von  Na- 

Varra,  während  L'Kstoire  15(i  «ie  eine  achweater  desselben  nennt,  vgl» 
Pauli  a.  a.  o.  3.215  f.  3  Eine  atelle  nur  mag  hier  deahÄlb  ange- 

führt werden,  weil  »ie  eine  richtigatellun^  des  teitea  der  bist,  reg,  er- 
geben kann.  Oliver  cap,  100  aagt:  *Rex  Anglie  .  .  .  ac<repta  pecunia 
pro  donatione  etc.*  L'Eetoire  aagt  an  der  betreifenden  atelle  (155)  : 
'Quant  le  roi  Eichart  ot  receu  doti  roi  Tancre  l*avoir  doa  doaire*  etc. 
E«  wird  deshalb  wohl  *dotatione'  aUtt  'donatione*  za  lesen  sein,  ob- 
wohl die  beiden  hss.  der  hiat.  reg,  daa  letitere  haben,  4  Auch 
L*lutaire  nennt  ihn  Kjr  8ac. 


CXXVI 


haiipten.  Als  sie  zur  richtgtätte  geführt  wurden,  sei  ein 
Normanne,  ein  ^satelles  KirsaciS  auf  einem  pferde  herange- 
sprengt und  habe  den  *lictores'  ira  namen  des  kaisers  befohlen, 
die  hinrichtimg  eiwzii stellen ;  zugleich  riet  er  den  Christen  tnr 
flucht.  Der  Normanne  aber  büsste  dies  'exemplum  caritatis* 
mit  dem  tode.  Wie  ganz  anders  Itin.  185  E  Als  die  Christen 
aus  dem  gewahrsam  zum  tode  geführt  wurden,  waren  sie  schon 
unwillig  und  versuchten  ,  ubwobJ  waffenlos ,  sich  zu  wider- 
setzen* Da  findet  plötzlich  einer  von  ihnen,  Roger  von  Harekiirt, 
ein  pferd,  schwingt  sich  hinauf  und  sprengt  in  den  hänfen 
der  insulaner  hinein.  Obwohl  eben  *inermes*  genannt,  haben 
die  Christen  plötzlich  doch  drei  bogen  bei  sich  4n8ciis  indi- 
gems\  mit  denen  sie  den  anatßrmendeu  nicht  geringe  rerUiste 
beibringen.  Ein  Normanne  Wilhelmus  de  Bosco  schoss  mit 
unfehlbarer  Sicherheit  einen  pfeil  nach  dem  anderen  unter  die 
feinde  und  zerstreute  sie.  Der  'Normanne*  spielt  also  auch 
im  Itiner,  eine  rolle,  aber  wie  verschieden  ist  sie  von  der  bei 
Oliver  I  Eine  abhängigkeit  des  einen  berichtes  vom  anderen 
wird  wohl  niemand  behaupten  wollen.  Vergleichen  wir  aber 
Olivers  darstelhmg  mit  derjenigen,  die  L'Estoire  161/2  gibt, 
so  tritt  die  vollständige  Übereinstimmung  sofort  vor  die  aogen. 
Nur  der  gemeinplatz  Olivers  cap.  103:  *Caritatis  *  .  .  narratio, 
hat  kein  pendant  in  L'Estoire,  ist  aber  auch  thatsachlicfa  ohne 
belang  und  mag  immerhin  von  Oliver  eingeschoben  worden  sein. 

Dasselbe  gilt  vom  folgenden.  Richard  landet  auf  Cjpera 
und  beginnt  sofort  den  krieg  gegen  Kirsacus.  Hier  könnte 
eine  ähnliehkeifc  der  ansdrucksweise  die  annähme  der  benutznng 
des  Itiner.  durch  Oliver  unterstützen ; 

Itiner.  193  OHver  cap,  103 

fugit  et  ipse  (seil  Kirsacus)  ad    montana    confugit    (sciL 

in  montana.  Kirsacus). 

Aber  gehen  wir  auf  die  ereignisse  selbst  näher  ein.  01i?er 
berichtet;  konig  Richard  sehlug  den  kaiser  bei  der  landung 
zu  Wasser  und  gleich  darauf  zu  lande,  eroberte  alsdann  das 
^eastrnm  Scelingis'  und  nahm  in  ihm  des  kaisers  tochter  ge- 
fangen, besiegte  diesen  dann  zwischen  Faniagusta  uud  Niecisia 
und  fing  ihn  darauf  in  dem  'castrum  BufFavent'  \  womit  die 

1  Nord  Ost  lieb  ?od  Nicoaia. 


cxxvn 


uoterwerfung   der   ganzen   inael    vollendet   war.      Das   Itiner. 

188  ff,  dagegen  berichtet   zunächst   von   den    niederlagen  des 

kaisers  beim  landtingsplatze  Richards^  dann  von  eint^r  weiteren 

an  einem  nicht  naher  bezeichneten  f>rte,  jedenfalls  aber  in  der 

D^he  von  Limasol,  und  von  der  flucht  des  kaisers  nach  Nicosia. 

inen  kommt  dann    zunächst   auf  die   hochzeit  Richards  mit 

erengaria  und  den  friedensschlnss  zwischen  dem  konige  von 

,      England  und  Kirsacus   zu    sprechen,    den    der    letztere  durch 

^■peine  feige  flocht  wieder  zunichte  machte;  dies  fehlt  bei  Oliver. 

^B)aranf  aber  erzählt  Itiner.  von  der  uiederlage  de»  kaisers  hei 

^Pamagusta  nnd  kommt  dann  erst  zur  belagern ng  der  bürgen. 

'     Auch  hierbei  finden  sich  noch  abweichungen  von  Oliver.     Nach 

Hdem  Itiner.  teilte  Richard   sein    beer   in  drei  teile,  den  ober- 

^ftefehl  über  die  eine  abteilung  übergab  er  dem  kunige  Guido 

^«»ix  JeruBalem,  der  kurz  zuvor  hilfe  flehend  nach  Cypern  ge- 

^kommen  war.     Dieser,  nicht  Richard,  eroberte  darauf  die  bürg 

Chenoes,  in  welcher  er  die  tochter  des  kaisers  gefangen  nahm  \ 

arpater   Didimus*;    dem    könig  Richard    blieb    allein    die    er- 

^Kberung  von    *Buffeventum*    vorbehalten.     Nach   dem  Itiner. 

^Bng  aber  Richard  keineswegs    in    diesem   kastell    den    kaiser, 

^nieser  hielt  sich  vielmehr    während    des  falles    von  BuÖavent 

in  der  bürg  Candaira'  auf,  von  wo  aus  er  an  Richard  boten 

schickte  und  sich  ihm  unterwarf. 

Schon  diese  Verschiedenheit  der  darstell ung  schliesst  jede 

annähme  einer  bentitzung  des  Itiner.  durch  Oliver  aus,  zumal 

wenn  man  sich  vergegenwärtigt,  wie  eng  Oliver  sich  an  seine 

früheren  quellen,  Fulcher  und  Wilhelm  von  Tyrus,  anschloss, 

I     und    nach    der    Übereinstimmung   mit    L^Entoire     zu    urteilen 

^■och  an  die  mit  dieser  gemeinsamen  quelle  angeschlossen  haben 

^muss.     Wir  kennen  nun  aber  auch  zweifellos  die  wahre  quelle 

u 

^V  1  Alao  das  Scalingis  den  OHver.  Stubbs  erklärt  ea  mit  Ghyrna, 
^MTfti  aber  nicht  richttj^;  e9  ist  das  heutige  Kerinia,  das  alte  Keräaniti, 
^BgL  Mas  Latrie  in  den  Archivea  des  miftsions  Bcient.  et  litter.  1850, 
^^  173*  Nach  Benedict  H.  167  und  Boveden  III,  110  nahm  allerdinga 
^^ichard  dieses  kastei),  nicht  Guido.  2  Audimo  nach  Stubba.  caat- 

run»  8.  Hilarii  oder  Dien  d'ttinour  nach  Mas  Latrie,  bist,  de  Chypre  If, 
%,  2,  note,  3  Veratilnitnelung  des  oanieiw  «.Andreas?  vgl.  Itiner, 

m  und  Wilken  a.  a.  o.  4,  212,  note  27. 


CXXVOI 

Olivers  für  die  kämpfe  Ricbards  in  üypern  :  eben  jene 
L'Estoire  gemeinsame  quelle,  die  uns,  wie  oben,  so  auch  in 
diesem  falJe  die  Variante  D  erhalten  hat,  Oliver  und  L'Estoire 
schliesüea  sich  für  diese  partie  so  eng  aneinander  an  ^  dass 
man  den  einen  bericht  für  die  Übersetzung  des  andern  halten 
könnte.  Und  hier  finden  wir  denn  auch  die  Übereinstimmung 
an  jener  oben  zitirten  stelle»  welche  die  Verwandtschaft  Oliver» 
mit  dem  Itiner.  verraten  könnte: 

L^Estc»ire  105  Oliver  cap.  103 

Kyr  Sac  s'en   fuy   as   mon-  ad    montana    confugit    (sciL 

taignes.  KirBaous). 

Die  einsdge  ab  weich  ung  besteht  in  der  Namensform  der 
bürg,  welche  Oliver  Scelingis  nennt,  während  sie  bei  L^Esiotre 
in  übereinstimnmng  mit  Itiner.  Chermes  heisst  \ 

Nach  der  Unterwerfung  von  Cypern  machte  sich  koiiig 
Richard  nach  dem  heiligen  lande  auf,  in  welchem  er  dea 
8.  juni  1191  landete*.  Am  tage  vorher  war  es  ihm  noch 
gelungen »  ein  grosses  arabisches  schiff,  voll  von  menschen  und 
kriegsgeniten^  im  meere  zu  versenken.  Seiner  thätigkeit  wührend 
der  belagerung  von  Akka  haben  wir  bereits  oben  gedacht. 
Sobald  die  stadt  gefallen  war,  unternahm  Richard  seinen 
kriegszug  nach  dem  süden ,  während  Philipp  Augast  von 
Frankreich  die  heimreise  autrat.  Nach  dem  Übergang  über 
den  ^fluviua  Districti^  ^  erfolgte  die  erste  bedeutende  schlaeht 


1  Jedenfallä  urnns  auch  in  L'Bstoire  Cherines  gelesen  werdeo, 
2  Nach  Itiner.  2t l  proximo  «abbato  ante  festtim  b.  Barnabe  aposi. 
L'Estoire  und  Oliver  geben   keia   bestimmtes   daiam.  3  L'Efltoire 

182  var  D:  *le  flura  doix  destreit'.  Hiermit  ist  wohl  der  von  Itiner.  259 
^Eocketailie'  genannte  flu&a  gemeint,  den  Stabbs  mit  dem  Nar  Fat^k 
identißdrt.  Wenn  man  die  entfernung  des  letiteren  von  dem  kütell 
Districtum  betracbtet,  so  ist  e»  wohl  klar,  dass  bei  Oliver  besw.  seiner 
vorläge  eine  namensverwecbslung  vorliegt.  Der  *Bav.  Distr*  ist  sontt 
nicht  Ell  belegen,  war  aber  wohl  sicher  nur  ein  anderer  name  des  »og* 
krokodilsflueses  ,  der  nach  Itin.  :256  am  80.  august  überschritten  wurde 
(bei  Benedict  II,  191  tiuv.  Cesareae,  bei  L'tistoire  l38  fliim  de  Cajfa» 
genannt),  das  gebt  aus  der  läge  dea  Busses  hervor.  Diesen  aber  kann 
Oliver  nicht  gemeint  haben,  weil  er  liingst  überschritten  war;  er  meint 
den  südlicheren  Rochetailie,  legt  ihm  aber  den  namen  des  nördlicher 
fliessenden  krok od il »Busses  oder  tiasfles  von  Caesatea  irrtümlich  bei. 


CXXIX 


bei  dem  ^Casale  bubalorum'  \  in  der  die  Sarrazeoei)  wohl 
geschlagen  wurden,  Richard  aber  den  verlust  des  treulichen 
grafen  Jakob  von  ÄFesnes  zu  beklagen  hatte 

Auch  dieser  pasöus  steht  in  vollständiger  Übereinstimmung 
mit  L'Estoire  und  zwar  wiederum  mit  dem  berichte  in  Variante 
D  ^.  Hierauf  aber  wird  das  verhältnia  Olivers  zir  L'Estoire 
ein  anderes.  Da  die  französische  geschieh te  auf  ihre  quellen 
hin  bii^ber  nicht  genauer  untersucht  worden  ist ,  so  muss  es 
dabin  gestellt  bleiben,  ob  Oliver  der  gemeinsamen  quelle  treu 
bleibt  und  L'Estoire  zur  benntzung  anderer  übergeht  oder  ob 
das  umgekehrte  der  fall  ist  oder  endlich ,  ob  die  bisher  ge- 
meinsame quelle  für  die  folgenden  partien  überhaupt  versagte 
und  beide  zu  anderen  hilfsmitteln  greifen  miissten.  L'Estoire 
kommt  in  der  Variante  D,  die  hier  allein  zu  berücksichtigen 
isi,  zunächst  auf  den  plan  Richards  ^  Jerusalem  zu  belagern^ 
auf  das  wiederaufgeben  dieses  planes  und  die  treuDung  des 
französischen  heeres  unter  herzog  Hugo  von  Burgmid  von  dem 
englischen,  geht  dann  des  näheren  auf  die  cyprischen  ange- 
legenheiten  ein  und  berichtet  von  denjenigen  im  heiligen  lunde, 
die  der  eimordung  des  markgrafen  Konrad  von  Montferrat 
vorausgingen ;  erst  dann  wieder  wendet  sie  sich  zu  den  kämpfen 
Kicbards  gegen  die  Sarrazenen,  Von  alle  dem  findet  sich  bei 
Oliver  cap*  105  nur  ganz  kurz  die  trennung  der  beiden  beere 
erwähnt,  ohne  dass  ein  bestimmter  grond  dafür  angegeben 
wird,  L'Estoire  194  ff.  berichtet  alsdann  von  der  belagerung 
Ton  Joppe  durch  Saladin ,  die  dieser  auf  die  nachriclit  hin 
unternahm,  das»  Richard  nach  Akka  gegangen  sei.  Als  dieser 
hiervon  künde  erhielt,  beschlo«s  er  sofort  den  entsatz  von 
Joppe,     Er  selbst  fuhr  zu  schiffe  dahin ,  während  die  reiterei 

* 
1  In  der  nähe  von  Arsuf,  der  stadt«  nach  welcher  diese  seh  lacht 
giew5hnlich  genanDi  wird;  L'lvatoire  a.  a.  o.  r  casal  que  Ton  nome  des 
BoQes*  VgL  Röhricht  in  der  Zeitachr,  de«  deut,  PaL-Ver.  X,  209.  248,  279. 
2  E»  muf^  hier  darauf  hiDt^ewieaen  werden,  das^  L'Estoire  var.  D,  8.  182 
•a^t:  *le  rei  comanda  a  deapleier  san  orätlambe*,  Oliver  cap,  1(J5:  'Rex 
draconem,  quo  pro  vexillo  utebatur,  explicari  iiissit*.  Die  Oriflamme 
aber  war  die  reichafahne  der  Franzosen,  eigentlich  die  kirchenfahne  der 
abiei  des  h.  Dionysiust  Bier  scheint  der  französische  übereeUer  etwas 
willkürlich  vorgejafangen  zu  aein,  während  Oliver  seiner  vorlade  treu 
folgte. 

OUver.  I 


cxxx 


4 


den  landweg  wählte.  SalAdiii  hatte  sclioa  die  stadt  bis  mi 
die  bürg  eingeuommen  und  der  regt  der  Christen,  der  in  diese 
geflüchtet  war,  hatte  bereits  den  biechof  Radiilf  von  Bethlehem 
und  Alberich  von  Keims  zum  siiltan  geschickt,  um  wegen  der 
Übergabe  zu  verhumJeln,  als  die  ankuoft  des  englischen  königs 
gemeldet  wurde.  Daranfhin  machten  die  Sarrazenen  den  letzten 
versuch,  die  bürg  in  ihre  gewalt  zu  bringen ;  er  gelang,  und 
die  besatzung  sollte  in  die  gefangen  sc  haffc  abgeführt  werden, 
als  Richard  herbei  kam  und  sie  rettete.  Nach  heissem  kämpfe 
innerhalb  der  stadt  inussten  die  Sarrazenen  auch  diese  räumen. 

Der  kurze  her  ich  t,  deo  Oliver  cap*  106  von  diesen  kämpfen 
um  Joppe  gibt,  stimmt  in  den  einzelheiten  mit  dem  in  y  Estoire 
öberein.  Nur  ist  Oliver  b**sser  unterrichtet,  wenn  er  statt 
des  'Randoulf  levesque  de  Bethleem' ,  den  L*E3toire  194  als 
gesandten  der  insussen  der  bürg  an  Saladin  nennt,  deo  Patri- 
archen von  Jerusalem  anführt,  der  allerdings  auch  Uadulfu^ 
hiess  K  Ferner  findet  der  satz  Olivers  :  *ünde  propter  horrorem 
et  feto  rem  cada  verum  castra  metatus  est  extra  muros*  in 
I/Estoire  keine  bestätiguog.  Eine  übereinstimmuDg  in  der 
ansdriicks weise  aber  kann  auch  nicht  einmal  in  kleinigkeiten 
nachgewiesen  werden. 

Das  hierauf  folgende  „märchen*'  von  dem  versuch  doB 
sultans,  den  könig  Richard  gefangen  zu  nehmen,  indem  er 
ihm  ein  hartmäuliges  pferd  zum  geschenk  macht,  das  ihn  bei 
der  benutzung  in  die  reihen  der  Araber  tragen  sollte,  steht  in 
der  form,  wie  es  Oliver  erzählt,  einzig  da*.  Anch  weias 
L'Efttoire  nichts  von  einer  weiteren  schlacht ,  in  folge  der 
Saladin  gezwungen  wurde,  bis  zum  ,Casale  de  piano*  ^  sich 
zurückzuziehen.  Erst  hierauf  erwähnt  L'Estoire  197  den  Über- 
fall der  karawane  durch  könig  Richard  bei  der  *Cisterna  rubea^  * 

• 

1  Nach  Itiner.  40'2  *tiuper  creatns'  pr  stirbt  1193;  ?g1.  Rtaat»  Hay- 
mari  mouachi  de  ex|i    Accone  Über  tei rast,  p.  XXXVIL  2  Wilken 

a.  a,  0.  4^  556,  Vgl.  L'Estoire  1^5  und  die  erzählang  bei  Iperius,  Chron. 
H.  Bertini  unter  dem  oamen  *Pas8UB  Salaümi'  bei  Martine t  tbesaur. 
anecd.  *J,  678  und  Itioer.  419.  3  Vgl.  VEsione   lf)6 ,    die   den  ort 

ChaHtel  des  Plain»  Dennt,  Uiner.  Caatellum  de  planis,  der  heutige  Jaiur 
öatlieb  von  Joppe,  m.  auch  WiJken  a.  a.  o.  4,  546.  4  UEstoire  197: 

Ciifterne  roge,  Itiner. :  Cisterna  rotunda,  wo2ii  Stubbi  a.  a.  o.  383  u.  ju 
sagt :    It  ia  talletl    by  Johii    of  Ojteiiedes  fol lo wing  ii  Mi.  of  Ualph  of 


CXXXI 


und  darauf  die  eroberung  von  Darum  \  emgoisse,  welche 
OÜTer  chronologisch  richtig  schoo  vor  der  befreiung  Joppes 
durch  Richard  berichtet;  hat.  Den  frieden ,  den  der  englische 
kömg  mit  dem  sultan  achloas^  erwähnt  Oliver  cap>  106  nur 
als  ^generalis  treuga*  ohne  auf  die  eiD^elneii  bedingungen 
genauer  einzugehen,  Dieöe  stelle  wie  die  folgenden  anj^aben 
über  die  gef an  genschaft  ded  englischen  königs  in  Deutschland 
sind  zu  kurz,  aU  dass  ein  genauer  vergleich  mit  einer  be- 
stimmten quelle  möglich  wäre,  doch  mag  erwähnt  werden, 
dass  die  summe  des  lösegeldes  Kichards  von  Oliver  auf 
200  000  mark  angegeben  wird  und  er  hierin  mit  L'Estotre 
var.  D  201   übereinstimmt*: 

Oliver  wendet  sich  hierauf  zunächst  zu  den  deutschen 
angelegen  hei  ten  und  berichtet  kurz  von  dem  zuge  Heinrichs  VL 
nach  Sizilien  und  seiner  krunung  durch  papst  Cölestin  IK. 
So  gedrängt  diese  angaben  sind ,  kann  die  Übereinstimmung 
mit  L'Estoire  213/4  var.  D  nicht  übersehen  werden.  Sobald 
dann  Oliver  zu  der  darstellung  des  kreuzzuges  übergeht,  tritt 
das  frühere  Verhältnis  noch  klarer  vor  äugen.  Er  spricht 
von  der  ^secunda  expeditio  transmarina*  entsprechend  yEstoire 
216:  *Et  ce  fu  la  seconde  muete  de  ciaux  d'AIemaigue'  und 
würde  btii  der  aufzählung  der  kreuzfahrer  mit  L'Estoire 
vollständig  übereinstimmen,  wenn  bei  dieser  stelle  dem  fran- 
zösischen Übersetzer  nicht  ein  fehler  untergelaufen  wäre. 
Setzen  wir  beide  stellen  hier  neben  einander : 


L^Estoire  var.  D  216 
En    cele  muete    fu    le    legat 
de  lygliae  de  liome,   Conrat 
l'arcevesques  de  Mayence,  et 
le     chanc«lier     Gonrat     dou 


Oliver  cap.  108 
.  .  in    qua    fuerunt  .  .  Con- 
rad us  Muguntine  sedis  arcbi- 
epi^copuß    et  sancte    ecclesie 
Komane  cardinalls,  Conrad us 


Coggeitial  *rnbea  eistet  na*    and    by    Matbew   Paris  'turbata   cisieroa*. 

H^^vedea  llf  182  neunt  keiueo  namen  ,  Benedict  erwähnt  den  über  fall 
gar  nicht,  l  Nach  tiioer.  3i>5  fiel   Üurum   in    vier  tagen,    freitag 

Yor  pfiogsien  (mai  22.)*  die  bnv^  ernt  am  tollenden  ta^e.  2  Nach 

dem  vertrage  des  kaiaer«  mit  Hichard*  dt^n  Boveden  LII,  2)5  f»  mitteilt^ 
betrug  das  lüsegeld  150000  m.  dlber ,  davon  sollten  100  000  bei  der 
freilawung  gezahlt  und  für  den  reut  geissein  gettellt  werden.  Vgl, 
aoeh  Töcbe,  Heinrich  VL,  s.  290  f. 


^^ 


cxxxu 


imperialis  aule  cancellarias, 
Henricus  comes  PalatinuB, 
Henricns  diix  Brabaniie  et 
pliires  alii ,  qui  ccingreej-ati 
apud  Accoii  marescalcum  fece- 
rinit  HeDricum  de  Caladin 
iusticiariiim  Optimum,  ducetn 
autem  Brabantie,  virmii  stre- 
it uum,  uiodestutii  et  castum, 
eapitaiieuni  elegenuit. 


palaii?  euipereal  ,  Henri  le 
conte  paladin»  Henri  le  duc 
t\e  Bn'ilumt  et  de  maina 
aufcres  msi^s  .  .  .  Ensi  com 
ils  ariverent  en  Äccre ,  il 
firent  de  Henri  de  P,  caleüdin 
oiareschau  de  tout  Tost  et  le 
duc  de  Breibant  maistre 
jnstisier  por  ce  qiie  Von  diseit, 
qu'il  esteit  preudonie  et  chas- 
tes  et  hons  justisiers. 

Zweifellos  ist  die  stelle  wie  Oliver  sie  gibt,  die  richtige, 
L'Estoire  dagegen  warf  einmal  die  worte  *iiisticiar,  opt.*  zum 
herzog  von  Brabant,  sodann  aber  war  ihr  das  wort  'calendin* 
unklar,  wie  es  denn  auch  den  heraiiagebern  unklar  geblieben 
ist.  ^Calendin'  aber  erkennen  wir  in  dem  'Caladin^  des 
Oliver  wieder,  es  heisst  also  nichts  weiter  als  Kalden,  und 
wenn  L'Estoire  'Henri  de  P.  calendin*  schreibt,  so  beweist 
dies,  dass  in  ihrer  vftrlage  auch  ^Henricuui  de  P,  (et)  Calendin* 
gestanden  hat,  Heinrich  also  mit  seinen  beiden  namen : 
V.  Pappenheini-Kalden  '  genannt  worden  ist. 

Diese  stelle  ist  aber  auch  zugleich  die  letzte,  die  die 
Übereinstimmung  Olivers  mit  L'Estoire  darthut.  Waö  Oliver 
weiterhin  von  diesem  kreuzzug  berichtet ,  hat  auf  keine  be- 
stimmte quelle  zurückgeführt  werden  können  und  weicht  von 
anderen  berichten  teilweise  auch  ab.  Für  die  erzählung  Oliver», 
dass  die  Christen  auf  dem  zöge  von  Akka  nach  Bairut  von 
den  Sarrazenen,  die  die  berge  besetzt  hatten,  durch  stein  wo  rfe 
und  geschosse  hart  belästigt  wurden,  ist  mir  in  keiner  der 
besseren  quellen  eine  bestätiguug  aufgestossen.  Die  berichte 
über  die  einnähme  von  Bairut  gehen  überhaupt  sehr  aus- 
einander *  und  so  kann  denn  auch  bei  Oliver  die  öberein- 
stinimung  mit  einem  anderen  autor  nicht  erwieöen  werden. 
Seine  darstellung  ist  aber  wenig  überzeugend,    denn    es  wäre 

* 

1  Dies  ?eriiiutet  «chon  Streit  a.  a.  o.  37.  Wegen  der  zwei  fei»  ob 
Hein  rieh  von  Kai  den  wirklich  an  dieaetn  kreusziig  teilnahm,  s.  Röh  riebt 
beitrage  2,  s.  854.  2  VgL  Wilkeii  a.  a.  o.  5,  a,  35/38. 


loch  ein  anverzeihliclier  leiclitsiiin  der  Sarrazenen  gewesen, 
wenn  sie  wirklich  ^corumiiniter'  die  bur^  der  8tadfc  verlassen 
hätten,  nur  *ad  classem  (nämlich  der  Christen)  consideraridam 
et  numerandam*.  Sicher  verhielt  es  sich  so  wie  L'Estoire  225 
var.  D.  und  andere  autoren  berichten,  dass  die  besatznng  sich 
den  Christen  entgegenstellte. 

Die   darstellLing    der    belagernng   der   unweit   von  Tyrus 
gelegenen  bürg  Turon,  jetzt  Tibnin,  entspricht  in  den  wesent- 
lichsten punkten  den  sonstigen  Überlieferungen  ^     E.s  ist  aber 
•laicht  verbürgt  und  auch  unwahrscheinlich,  dass  die  nachricht 

Ivan  dem  am  27.  September  1197  erfolgten  tode  Heinrichs  VL 
iie  entßchliessungen  der  Christen,  besonders  der  Deutschen  vor 
ruron  bestimmt  habe;  vielmehr  war  die  künde  schon  viel  früher, 
Idcher  noch  im  jabre  1197  nach  Palästina  gekouiuien  ".  Der 
pchleunige  abzug  der  Christen  von  Tui'on  am  2,  februar  1198 
erfolgte  vielmehr,  wie  das  Oliver  auch  angibt,  auf  die  nach- 
richt von  dem  heranrücken  eines  arabischen  heeres  unter 
Al-Adil,  und ,  wie  wir  aus  anderer  quelle  wissen  *,  von  dem 
abzug  des  kanzlers  Konrad    mit  anderen  grossen  nach  Tyrus, 

Iweil  man  in  diesem  abzuge  verrat  witterte. 
I         Hiermit  schliesst  eigentlich  die  geschichte  der  könige  des 
keiligeu  landes,  die  in  dem  zuletzt  betrachteten  teil  kaum  noch 
|K>  genannt  werden  kann;    denn    ausser    dem  tode  des  königs 
Beinrich  von  der  Champagne  (cap.  107)  berichtet  Oliver  über 
diesen  nichts  und  die    nach  folger   Ämalrichs  werden    garnicht 
mehr  erwähnt-     Des  kreuzzuges  von  1204  wird  nur  ganz  kurz, 
^Jes  kinderkreuzzuges  gar  nicht  gedacht.     Vielmehr  gibt  Oliver, 
^Bm  folgenden  nur  einen  kurzen  öberblick  über  die  bauptsäch- 
^Kchsten  ereignisse  zur  zeit  Innocenz  II 1.^  um  dadurch  die  alles 
^Einfassende  macht  dieses  papstea  darzuthnn.     Der  bericht  von 
(der  wiederaufnähme  der  krenzpredigfcen  zur  zeit  dieses  papstes 
^kid  die  erwahnung  de.s  laterankouzils  1215^    das   den   neuen 
^^reuzzug    vorbereiten    sollte^    den    aber    erst    der    nachfolger 
Innocenz'  ins  werk  setzen  konnte,  leiten  dann  erst  wieder  zur 

^K  1  Vgl  die  dartt^llnns  bei  Röhricht»  beitrage  2,  212  IT.  —  Wenn 
Oliver  Turon  'in  terra  Zabulon  et  Naphtalim*  liegen  Usst,  ao  trifft  das 
nur   bei   Zahalon    zu,  2  Vgl.    Arnold    v.  Lübeck   in    Mon.   üerm. 

21p  926  und  Geat  episch  BaLberst   in  Mon.  Germ.  ss.  23,  112. 


CXXXIV 

geschii^lite  der  kreiizzu^e  über,  die  Oliver  in  seioem  haupi- 
werke,  der  geschichte  des  kreiizzuges  von  Damiette,  wiVder 
aufiiiiiimt 

Wenden  wir  uns  imn  zu  den  einzelheiten  dieses  letzten 
teiles  der  hisL  reg.  Sie  sind  kurz  gehalten  wie  alle-s  frühere 
und  hissen  den  Verfasser  nirgends  persönlich  hervortreten. 
Oliver  kninnit  zunächnt  anf  die  doppelwahl  Philipps  von 
Schwaben  und  Otto»  von  Brannscbweig '  zu  sprechen.  Des 
letzteren  erhebung  befürwortete  besonders  erzbicichof  Adolf 
von  Kohl'»  Philipp  fiel  durch  den  pfalzgrafen  Otto  von 
Witteisbach ,  den  wieder  der  rächende  arm  des  marschalls 
Heinrich  von  Kalden  erreichte',  Otto,  jetzt  ohne  nebenbuhler, 
wurde  von  Innocenz  zum  kaiser  gekrönt.  Bald  aber  verdarb 
er  es  mit  dem  papste^  indem  er  das  Patrimnninm  und  Apiilien 
feindlieh  aiigriü',  nnd  wnrde  in  den  bann  gethan  *.  Aber  auch 
sonst  wusate  Innocenz  den  hochmut  der  grossen  »u  Kugeln. 
So  zwang  er  konig  Philipp  Angnst  Ton  Frankreich,  seine 
verstossene  gemahlin,  die  j;chwe9t**r  des  königs  von  Dänemark, 
wieder  aufzunehmen  und  die  'tentouica\  d.  h,  die  iocbter  des 
her/.ogs  von  Merau ,  zu  entlassen.  König  Johann  von  Eng- 
land, der  sich  dem  piipste  bei  der  besetznng  des  erzbischöf- 
lichen Stuhles  von  Cauterbfiry  wiedersetzte ,  wurde  von  ihm 
durch  interdikt  und  bann  derartig  gedeniütigt ,  das9  er  sein 
reich  vom  papste  zu  leben  nahm. 

Auch  das  Christentum  wurde  zur  zeit  Innocenz  III.  weiter 
ausgebreitet.  Die  Liven,  Esthen,  Letten  und  Preusseu  wurden 
für  das  christentlium  gewonnen.  Obwohl  die  beidenbekehrung 
schon  früher  hier  begonnen  hatte,  so  wurde  ein  fester  grund  des 
Christentums  thata'achlich  doch  erst  zur  zeit  Innocenz  HL  ge- 
legt; wir  brauchen  nur  an  den  livländischen  bischof  Albert 
nnd  den  cisterziensermönch  Christian  ans  dem  kloster  Oüva 
bei  Danzig  zu  erinnern  **  Zu  dem  kapitel  der  erweiterung  der 
herrschaft  des  Christentums*  t>der  richiiger  der  katholischen 
kirche   rechnet    Oliver    auch    den    kreuzzug   vom  jähre  12^)4. 


I  Oliver  oennt   ihn   coraefl    Pictaviensis.  2  Vgl.  Wiokelmanti, 

Philipp  V.  Schwaben  und  Otto  von  liraimschweig  f,  51/57.  3  a.  a. 

o.  477.  4  a.  a.  o.  212.  5  Vgl.  Sc^iemann ,    HussUnd  »    Palen 

und  Livland  2,  8,  6  fit. 


^11 


In  der  richtigen  erkenntnis,  daas  dieser  krieg  von  chriskn 
gegea  Christen  nicht  als  ein  kreuzzug  betrachtet  werden  kann, 
fiiSijt  OlivLT  ilm  als  einen  kämpf  anf^  durch  den  die  päpstliche 
macht  ober  die  ^schismatisch*;!!*  Giiechen  ausgedehnt  wurde. 
Er  steht  ihm  auf  einer  stufe  mit  den  AlbigeTiserkriegen,  die 
»nch  mit  dem  siege  des  papstthiimes  endigten  (cap,  114*). 

Die  wenigen  Worte,  mit  denen  Oliver  diese  kämpfe  im 
fttiillichen  Frankreich  berührt,  geben  zu  weiteren  ausstellungen 
:€inen  anhiss.  Kbenso  sind  auch  die  folgenden  bemerknngen 
her  die  kämpfe  gegen  die  Araber  in  Spanien  im  wesentlichen 
einwandfrei.  Der  Emir-al-Mumenim  oder  beherrscher  von 
Cartbagena,  dessen  name  Muhamed-ben-Nasser  war  *,  war  ein 
äcbtiger  fürst,  dem  eine  riesige  menge  kriegsvolk  zur  ver- 
gung  stand.  Ob  die  angäbe  Olivers  auf  Wahrheit  beruht, 
9  dieser  Muhamed  schmäliscbrifteu  an  die  Christenheit  er- 
ond  sie  zum  kämpfe  gegen  sich  herausforderte,  kann  mit 
immtheit  nicht  gesagt  werden.  Es  scheinen  aber  doch 
lerartige  gerüchte  damals  verbreitet  gewesen  zu  sein,  denn 
auch  Cäsarius  von  Heiaterbacb  berichtet  ^,  dass  der  Araber 
dem  papste  Tnnocenz  habe  ansagen  lassen,  er  werde  in  der 
halle  von  sL  l^:•ter  in  Rom  einen  pferdestall  errichten  und  auf 
der  kirche  seine  fahne  aufpflanzen.  Der  nnermüdlichen  thätig- 
keit  Innocenz  IIL  gelang  es  auch  für  diese  kämpfe  die  beere 
der  christlichen  Staaten,  besonders  Frankreichs,  Italiens  und 
Deutschlands  aufzubieten.  An  krieger  ans  England  aber,  die 
Oliver  hier  auch  erwähnt,  kann  wohl  kaum  gedacht  werden. 
bgesehen  davon ,  dass  dieser  in  anderen  quellen  nicht  ge- 
bebt wird,  ist  deren  an  Wesenheit  auch  deshalb  unwahrschein- 
h ,  weil  der  englische  kÖnig  Johann  ohne  land  mit  dem 
pste  damals  im  streite  big  und  er  wie  sein  land  mit  jnter- 
ikt  und  bann  belegt  waren.  Als  Sammelplatz  der  christlichen 
re  wird    richtig  Toledo    angegeben  ;    ebenso   entspricht  es 


1  Ea  iät  diese  stelle  beim  tat  worden  ,  um  die  an  Wesenheit  Olivera 
im  tüdbcfaen  Frankreich  alt  predigtet  gegen  die  Albij;fen«er  zu  beweisen, 
vg],  hierüber  das  nähere  oben  e.  XX  ff.  Ueber  diesen  kreuzzug'  bea. 
Hiant,  Tnnocent  III,  PhiK  de  Suabe  et  Bonif.  dt^  Monferrat  in  Eevue 
des  quest  histor.  1875,  2  V^l  Hurter,  Innocenz  IIL,  band  2, s,  377, 

ilogUB  lairac  X,  21,  9.  303  der  ausgäbe  von  Strange. 


CXXXVl 


I 


L 


di?r  Wahrheit,  dass  herzog  Leopold  von  Oesterreich  deo  zug 
nach  Spanien  angetreten  hat  aber  zur  euischeiduu^i^chlachl 
zu  spät  kam  ^  Nach  der  erober ung  von  Galatrava  kam  es 
aus  gründen,  die  verschieden  angegeben  werden  *,  lum  Zwie- 
spalt im  christlichen  beere  und  viele,  besonders  die  Franzosen  ^ 
trat*^n  den  rnckzug  an.  Dennoch  gelang  es  den  vereinigten 
königen  von  Custttien ,  Navarra  und  Aragonien  den  feind  an 
dem  von  Oliver  richtig  angegebenen  tage,  dem  16.  juli  1212, 
zu  sehlagen.  Es  ist  die«  die  ent^stheidende  schlacht  bei  Naves 
de  Tolosa,  die  der  herrschaft  der  Araber  in  Spanien  den 
todejsstoss  versetzte.  Von  Oliver  wird  der  ort  der  sehlacbt 
Portiis  genannt,  und  auch  diese  bezeichnnng  hat  ihre  be- 
rechtigung,  wenn  es  auch  nicht  möglich  ist,  die  genaue  läge 
diese«  berges  auxugeben.  Der  erzbischof  Arnold  von  Nar- 
bonne  nämlich,  der  an  diesem  kriegsziige  teil  nahm  und  ihn 
in  einem  briete  an  die  zum  kapitel  versammelten  äbte  seines 
Ordens  beschrieben  bat*,  sagt  ebenfalla:  *ad  radicess  niootiä,  ■ 
qui  dicitur  Portns  de  Munadel*,  Noch  genauer  rait  Oliver 
stimmt  überein  der  bericht  der  üerengaria,  der  tochter  des 
köuigs  Älfons  von  Castilien,  an  ihre  schwester  Blanka,  Lud- 
wigs von  Frankreich  gemahlin  **,  welche  sagt:  'cepit  (Alphonsus) 
transire  Portum*. 

Als  die  letzte  grosse  that  des  papstes  Innocenz  wird  von 
Oliver  das  laterankonzil  vom  november  1215  angegeben.  Hier 
wurde  unter  andern  auch  über  den  schütz  des  h.  landes  und 
einen  neuen  grossen  kreuzzng  beratschlagt  und  dessen  terniin 
festgesetzt.  lo  der  zahl,  die  Oliver  ron  den  bei  diesem  konzit 
anwesenden  bischöfen  auf  413  angibt,  ist  wohl  nur  ein 
Schreibfehler  Olivers  zu  vermuten,  da  die  anderen  hauptsäcb- 

I  Vgl.  Annal  Gotiwiceas.  in  Mon.  öerm.  sp.  9,  602,  Chron.  re^. 
Colon,  ed.  Waitz  «.233.  Fiacher .  Gesch.  von  KloaUrneuburg  K  79. 
2  Hurter  a.  a,  o*  a.  440,  Alber;  Tr.  tont  in  Moti.  Germ,  ss,  23,  894 
und  der  briei'  dm  kÖDi^s  von  Caatilien  an  den  pap*t  bei  Halusius, 
Innoc,  episL  lib.  XV,  nro,   182.  3  VgK  den   briet"  dea  königt  von 

Caatiiien  a.  a.  o.  4  Nicht  an  den  papst»  wie  Harter  a.  a*  o, «,  439 

«ftgt,  gedr»  Gaüia  Cbriat.  VI,  inatr.  53.     Vgl.  auch  Job.  Uelhorn,    die 
Chronik  dea  Emo  und  Menko,  Göttinger  Diaaert.,  «.61  ff,,  der  Übrig 
nickt   erkannte,    dass    Emo    diesen    ganzen  pasaiia    aus    Oliver    nn 
5  Gedr.  bei  Martene  et  Durand,  Thesaur,  nov*  anecdot.  1,  826^828. 


i 


liebsten  quellen^  die,  wahrscheinlich  auf  einen  offiziellen  bericht 
zarQckgehend,  in  diesen  angaben  wörtlich  mit  einander  über- 
einstimmen, alle  nnr  412  angebend  Bevor  indes  der  terniin 
zum  aufbruch  herankam,  starb  Innocenz  und  erat  seinem 
nmchfolger  Honorius  IlL  war  es  beschieden,  den  eingeleiteten 
kreozzog  ins  werk  zu  setzen* 

g  2.    Die  abfassuugszeit  der  historia  regum. 

^V  In  jedem  der  beiden  mannskripte ,  die  uns  von  der  bist. 
^Beg.  erbalten  sind,  finden  wir  eine  angäbe  über  zeit  und  ort 
^^er  entstehnng  derselben,  einmal  zu  anfang  der  hs.  H,  in  der 
I  es  heisst:  *incipit  hiatoria  regum  Terre  sancte,  quam  magiater 
Oliveras  Colouiensis  scolasticus  in  obsidione  Damiate  apud 
Egjptnra  cotnpilavit\  sodann  am  ende  der  hs,  D:  *hanc  hia- 
toriam  cum  magna  «tili  brev^itate  compüavit  magister  Oliverua 
scolasticus  Coloniensis  apud  Damiatum  et  haue  que  sequitur 
(nicuL  die  bist.  Dam.)  anno  millesimo  dncentesinio  decimo 
Doüo\  In  beiden  finden  wir  mit  bestinimtheit  ausgesprochen, 
da#ii  die  bist,  reg,  in  Egypten  während  der  belagern ng  ?on 
Damiette  entstanden  ist ,  in  D  wird  mit  derselben  bestimmt- 
heit  das  Jahr  1219  als  abfassungszeit  angegeben.  Prüfen  wir, 
wie  es  mit  der  richtigkeit  dieser  angaben  bestellt  ist. 

lü  der  bist.  reg.  selbst  finden  sich  nur  zwei  stellen,  ans 
denen  sich  ein  anhaltspunkt  ffir  ihre  abfassungszeit  herleiten 
liesse,  Cap.  24  bei  der  beschreib ung  der  befestigungswerke 
von  Tyrua,  die  sonst  ganz  ans  Wilhelm  von  Tjrns  XIII,  5 
genommen  ist,  macht  Oliver  folgenden  selbständigen  zusatz: 
*öbi  rex  Johanne«  modernis  iemporibos  eastrnm  construiit 
t-n-gium  quatoor  tnrribus  ....  ornatnm\  Du  diese  befesti- 
jruugen  aber  spätestens  im  jähre  1216  angelegt  wurden*,   so 

kounen   wir    hieraus    keinen  weiteren   schluss   ziehen  als  den, 

* 

1  Reineri  chron.  in  Moo.  Germ.  bs.  16,  t.  074,  Albert  von 
o»  8.  356,  CbFOn.  LTraperg.  in  Mon.  Germ,  si.  23,  a.  378, 
^Jljcric,  Tr.  fönt,  a*  ft.  o.  s.  903.  q*  a  V^\.  WiukelmiiTjn,  Gesch,  Kaiser 
Friedrich»  IL»  b.  Iö5  beilage  III  Biesen  fehler  nahm  übrigen»  auch 
icboD  Emo  in  s.  cbronik  hinüber,  Mon.  Germ.  m.  23,  b.  475  and  die 
'nj.^^re  Hochniei«terchronik   bb,  rer,  Prusiic.  V,  «.  57.  2  Vgl.  oben 

IL 


CXXXVÜI 


dass  Oliver  die  hist.  reg.  vor   antritt  seiner  Icri^nzftihrt  nicht 

gnaiacht  hat. 

Die  zweite  stelle  befindet  sich  cap.  H»  Bei  der  beschreibuog 
der  um^e^end  von  Jerusalem  sagt  Oliver :  'propter  loci  de- 
structionem  plnra  de  situ  eins  describere  non  valemus  nee 
audeoius*.  Es  ist  diese  stelle  um  so  bezeichnender,  irenn 
wir  bedenken,  dass  der  f^anze  vorhergehende  und  nachfolgende 
pa-ssus  wrirtlieli  ans  Fuleher  XXVI  ^  s.  355  genommen  ist 
lind  die  oben  zitierte  stelle  absichtlich  von  Oliver  in  dieser 
weise  umgeändert  worden  ist;  auch  Fuleher  nämlich  macht 
an  derselben  stelle  diese  einschraukung,  der  grund  aber,  den 
er  dafür  anführt»  ist  ein  wesentlich  anderer.  Er  sagt:  *Nec 
valeo  nee  audeo  recitare  res  tarn  sanctissimas,  qae  ioibi 
habentur,  nee  in  aliquo  auditoris  falsai«,  sed  secundum  dicta 
quoruudani  in  aniorem  et  honorem  Dei  bec  tantilla  in  memoriani 
coUegi** 

Die  endgiltige  Zerstörung  Jerusalemg  aber  erfolgte  im 
miirz  1219  durch  Ai^Mnazzam  oder  Coradinus  *.  Wenn  wir 
nun  l»edenken,  da«ö  die  oben  zitierte  stelle  der  hist,  reg.  noch 
dem  ersten  viertel  de«  werkes  angehört,  so  werden  wir  den 
anfatig  deis  jabres  121 D  als  den  frühesten  termin  für  den  be- 
ginn der  abfassnng  der  hist.  reg,  ansetzen  können. 

Für  die  zeit,  in  weither  die  bist  reg.  abgeschlossen  wurde, 
geben  uns  zwei  allerdings  verschiedene  anhalt^punkie  die 
handschriften  D  nnd  IL  Indem  ich  für  die  einzelbeiten  auf 
die  narhf(dgen«le  jibhandlung  üi>er  die  entstehung  der  hist 
IhiUL  hinweise,  soll  hier  nur  bemerkt  wenlen,  dass  D  mit  Ä 
die  zweite  redaktion  der  hist  l>am.  darstellt  und  die  ereigniase 
bis  zum  august  1220  fuhrt  Diese  handschrift  enthält  aber 
bereits  die  bist  reg,,  allerdings  noch  nicht  vollständig,  sondern 
nur  bis  zum  schluss  von  cap.  106,  Hieraus  folgt,  dass  der  teil 
der  hist.  reg,,  der  t^ich  nachweisbar  auf  andere  quellen  stät7.t 
und  dem  eigenthcli  allein    nur   der   titel  einer  geschieht^  der 

könige  des  heiligen  landes  zukommt,  im  august  1220  fertig 

* 

1  Vgl.  HcK)gewej^»  kreuzaug  von  Damiette  io  den  Mitteil,  de«  In- 
Btitiitfl  band  9  s,  256.  Im  lierbst  1220  zerstörte  Al-Mua*«am  wa«  noch 
übrij?  geblieben  wa,r,  a.  a,  o,  s.  425;  doch  kann  dietes  ereignia,  wie 
wir  »eben  werden^  aicbt  in  frage  kommen. 


CXXXIX 


vorlag.  Wenn  wir  also  auch  nicht  ganz  genau  die  notiz  in 
D  als  richtig  erweisen  können,  dass  gerade  1219  die  bist  reg. 
entstanden  sei,  so  erhellt  ans  dem  gesagten  doch,  dass  ihr 
bei  weitem  grösserer  teil  in  Ägypten  verfas.st  ist  und  dass 
1219  and  die  erste  half te  1220  der  Zeitabschnitt  ist,  innerhalb 
daasen  sie  geschrieben   worden  ist. 

Der  letzte  teil  der  hiat  reg.»  von  csijx  107  ab  bis  zum 
schluss,  fiir  den  sich  bestimmte  quellen  nicht  nach  weisen  lassen  ' 
und  der  wohl  auch  selbständiges  eigentnm  Olivers  ist,  liegt 
uns  nnr  in  H  vor  Sie  ist  also  erst  mit  der  letzten  ,  dritten 
redaktion  bis  zu  ihrem  jetzigen  Abschlüsse  gefüly-t  worden, 
in  der  absieht,  sie  da  enden  zu  lassen,  wo  die  bist*  Dam.  be- 
^nut.  Wann  das  geschehen,  darüber  finden  wir  in  der  hist. 
reg.  selbst  keinen  ai)halt8}Knnkt  Die  hinzuffigung  des  Schlusses 
gleichzeitig  mit  der  dritten  redaktitm  der  hist.  Dam,  würde 
uacb  dem  weiter  unten  gesagten  spätestens  auf  den  somnier 
1222  hinweisen,  also  auf  eine  zeit,  in  welcher  Oliver  bereits 
wietler  in  Deutschland  weilte. 

So  können  wir  denn  auch  in  der  hist.  reg.  eine  do|ipelte 
bearbeitnng  unterscheiden,  die  eine^  in  Egyptt^n  gemachte,  die 
fa^t  ausschliesslich  auf  henntzten  quellen  beruht ,  und  eine 
zweite  mit  einer  fortset^ung  versehene,  die  in  Deutschland 
vorgenommen  wurde.  Eine  ausgiebige  redaktionelle  thätigkeit 
in  dem  vorhandenen  stücke  bei  der  zweiten  Überarbeitung 
aber,  wie  wir  sie  bei  der  bist  Dam.  nachweisen  werden,  können 
wir  hier  nicht  feststellen;  die  zweite  redaktion  der  hist.  reg. 
scheint  sich  ausschliesslich  auf  die  fortsetznng  beschrankt  zu 
haben  '. 


l  Bi«  auf  eine  kleine  stelle  am  anfaog,  a,  oben  «.  CXXXll.  2  Eine 
^nstfi^e  Mtelle  könnte  vielleicht  dai^  gegenteil  beweisen.  Am  Bchluss  des 
capu  5  nämlich  bat  D,  das  dat  wori  'Amen'  fortiä^st«  einen  suemtz 
(vj^l.  fi.  89  de«  texte«),  der  ans  Fidcher  XXTV  352  entnommen  ist.  Die 
fftelle  haben  wir  bereits  oben  s,  XCVUT  angeführt  und  gesehen,  das«  aie 
gegen  Fulcber  schon  gemildert  wurde  und  in  H  gunz  ausfiel;  ea  ist 
nicht  unmöglicb,  dasi  Oliver  apäter  die  stelle  gan«  atricb  ;  immerhin 
«ber  kann  auch  ein  versehen  de«  acbreibera  von  H  vorliegen^ 


CXL 


i 


VL  Die  llistoria  Daraiatina, 

Es  soll    im  folgenden    der    veräiich    gemacht    werden  an 
gruiid    einer    genauen    Untersuchung    die    oben    verzeichneten 
hs8.  die  allmrihliche  entstehung    der  hist.  Dam.  nnd  das  Ver- 
hältnis der  hss,  zu  einander  klar  zu  legen, 

Wir  haben  gesehen^  dass  Oliver,  nachdem  er  wahrend  der 
jähre   1214/17  mit  ebenso  grossem  eiler  wie  erfolge  dan  kreot 
im    nordwestlichen    Deotachland    gepredigt    hatte  \    im    früh- 
jahre  1217    sich    selbst    aufmachte,    um    das    heilige   land  zu 
erreichen.     Im    juIi   oder  spütestens  aagust  wird   er    in  Akka     • 
gelandet  sein.     In  der  folgezeit  kamen  noch  mehr  kreuzfabrerH 
dorthin   und  im  oktoher  traf  der  könig  Amlreas  von   Ungarn 
ein  ,  nach  welchem  die  nun  folgenden  expeditionen    auch  der 
kreuzzng    des   königs   von  Ungarn   genannt  werden  *.     Oliver 
nahm  an  diesem  teih     Andreas  verliess  anfang  des  Jahres  1218 
wieder    das  h.  land,    die  anderen    grossen    aber    setzten  nach 
Egypten  hin(iber,  um  Dam  leite  zu  belagern,     Ihre  erste  beiden-     ■ 
that  vollbrachten    die    kreuzfahrer   hier    durch    die  erobeningfl 
des  *  ketten  tu  rmesV,  der  zum  schütze   der  stadt    auf  einer  Xil-  " 
insel  erhunt  war.     Er  fiel  am  24.  august  1218,     ßleich  darauf 
nun  schrieb    Oliver   den    ersten    brief    an    den    erzbischof 
Ellgelbert  imd  die  geistlichen  von  Köln,  in  dem  er  ihnen  das 
bisher  erlebte  mitteilt.     Dieser    brief  liegt   uns    in    seiner  ur- 
ütprüujTlichen    Fassung    nur    in    der   hs,    W    vor ',      Die   noch 
erhaltene  adresse   gibt   uns  Oliver   als    den  Verfasser  und  das 
domkapitel  von  Köln  als  den  adreasaten  zu  erkennen.     Dieser 
erste    brief    muss    seiner    abfassungszeit    nach    in    das    ende 
august  oder   den  anfang  des  September  1218  ge- 
setzt werden,  M 

Am  5,  november  1219  wurde  Dainiette   von   den    kreuz-  ■[ 
fabrern  erobert.     Bald  darauf  wird  Oliver   das  frobe  ereignia 


1  Vgl  Hoo^weg,  der  kölner  domacholaater  Oliver  ale  krenzprediger 
1214/17.  in  der  WeatdeuUchen  Zeitschr.  7,  235/270  und  vorn  da«  leben. 
2  Vgl.  Jli'ihricht,  Beiträge  zur  Ge«ch.  der  KreuM.  2,  233  ff.  und  Forach, 
ssur  d,  Gesch.  16,  U2/i48,  3  Brief  uro.  8  dieser  atisgube. 


i 


CXLI 

nsLch  Europa  gemeldet  haben  :  d  e  r  z  w  e  i  t  e  b  r  i  e  f.  Er  scheint, 
wie  dies  schon  der  bedeutnng  seines  Inhaltes  eiitapricht^  schnell 
Verbreitung  gefunden  zu  hiihen  und  lie^^t  uns  auch  in  einer 
ftUzaU  von  sieben  öelbstandigeu  liss.  (1j  N  li  V  C  E  Cl)  vor. 
Ausser  N,  da'?  die  adresse  und  den  schluas  nur  andeutet,  ent- 
halten diese  alle  den  ganzen  brief  mit  vollständiger  adresse 
und  dem  oft  zitierten  schluss  mit  dem  loKspruch  anf  die  stadt 
Köln ,  und  es  bedarf  keines  weiteren  beweises ,  dass  wir  in 
diesen  has.  den  text  des  ursprünglichen  zweiten  briefes  Olivers 
vor  uns  haben.  Er  fülirt  die  ereignisse  bis  zum  n.  n  oveniber 
1219  und  ist  balrl  darauf  geschrieben. 

Die  hss,  selbst  zeigen  uns  nnn  ziemlich  klar  die  art  und 
weise,  wie  allmählich  auf  grund  diei^er  beiden  briefe  die  bist. 
Dam.  erwachsen  ist. 

Bald  wurden  zunächst  diese  beiden  briefe  zu  einem  ganzen 
vereinigt.  Zwei  verschiedene  arten  dieser  Vereinigung  können 
wir  genau  unterscheiden,  die  eine,  welche,  jedenfalls  ganz  un- 
abhängig von  Oliver,  mit  fortlassung  der  adrc^^se  des  zweiten 
briefes  diesen  unmittelbar  an  den  ersten  schob  und  so  zu  einem 
ganzen  verband  (W  ^),  die  andere  5^  F  ti,  welche  bereits  plan- 
voll beide  briefe  zu  einem  ganzen  machte  und  mit  einem 
b€dQnderen  ^Proemiom'  versah ,  in  welchem  sich  der  autor 
nicht  mehr  speziell  nach  Köln  wendet,  sondeni  'omuibus  urtho- 
|doxis'  schreibt.  Zugleich  wurden  nun  aber  bei  Z  F  G  auch 
wo  durchgreifende  textiinderongen  vürgenonimen,  dass  wir  von 
einer  Überarbeitung  spreciieu  können,  die  augenscheinlich  zu 
dem  55^ecke  gemacht  worden  ist,  eine  darstellnng  der  ereignisse 
des  kreuzzuges  des  ungarischen  königs  und  des  nach  Uamiette 
bia  zur  eroberung  der  stadt  zu  geben*,     (L  redaktion). 


1  Die  Vermutung  Zamckes  (Ueber  Olivera  hiat  Dam.  etc*  in  den 
bericbten  über  die  verhandle  der  k.  säclis.  gea.  der  wiss,  phiL-hiat, 
kltLsse  1875p  6.  14Ö),  dass  diese  zusammenstellunor  auf  eigene  liand  m 
Köln  gemacht  worden  iafc,  erscheint  durchaus  nicht  zweifelhaft ,  da  W 
mebrmalB  ala  früher  im  besitz  des  Pantaleonsklostera  in  K^Sln  befind- 
lich beieichnet  wird ;  dass  W  aber  dasselbe  exemplar  sei«  das  der  ver- 
fasser  der  Ann.  Colon,  max.  (in  Mon.  Germ.  bs.  !7,  830  JT.)  benutzte, 
widerlegt  schon  Waitz,  Chron,  reg.  Colon,  p.  XXUL  2  üeber  eine 

dritte  art  der  Vereinigung  vgl.  unten  bei  der  ha.  Gg. 


L 


CXLH 


Vergleichen  wir  den  ersten  brief  in  der  fassung  W  mit 
der  in  Z  F  G,  so  fioden  wir,  dass  bei  vielfacher  beibehaltung 
des  Wortlautes  von  W  der  brief  doch  eine  durchgängige  Um- 
arbeitung erfahren  hat.  Schon  äuaserlichkeiteo,  wie  die  Um- 
wandlung des  präsena  oder  futur  in  das  perfekt  und  die  der 
ersten  person  in  die  dritte,  wo  von  den  kreuzfahrern  über- 
haupt die  rede  ist  (einige  einzehie  subjektive  bemerkungeu 
Olivers  bleiben  stehen,  wie  ^Credimus  autem'  etc.  (cap.  3j  wo 
W  noch  *opinor'  hat]  lassen  die  Überarbeitung  erkennen  '* 
Sodann  aber  sind  die  angaben  von  Z  F  G  durchweg  genauer, 
schon  in  der  datier ung;  es  fehlen  aber  in  W  auch  die  ge- 
naueren angaben  über  die  anwesenden  (cap.  1)  und  das  wenig 
gute  benehmen  der  Baiern  bei  der  landung  im  b.  lande.  Der 
passus  über  die  bekehrung  gefangener  Sarrazenenkiuder  findet 
sich  in  W  am  ende  des  'primn^i  equitatus*,  in  Z  F  G  am  schluss 
des  *8ecundus  equitatus'  zusammenfassend.  Dagegen  weiss  W 
zu  berichten,  dass  der  dritte  zog  'propter  mopiam  lignorum 
et  vestimentorum  pennriam'  abgebrochen  wurde  und  dass  die 
Templer  während  des  baues  des  Castrum  filii  Dei  durch  einen 
angriff  des  sultans  belästigt  worden  seien 


',  eine  angäbe^  die 


1  Wenn  wir  den  text  von  W  mit  dem  der  Anoal.  CoL  mai*  ver- 
glekhen,  so  können  wir  in  der  that  wokl  behauptea,  das«  wir  in  W 
den  uraprünglichen  text  de«  briefea  Olivers  vor  ima  hftben.  Bs  könoen 
nur  Äwei  stellen  der  Vermutung  räum  geben^  daas  in  W  der  anpröng- 
liche  text  gekürst  sei.  Die  eine  ist  die  bemerkun;^,  dass  der  könig  von 
Ungarn  das  h.  land  verltess  'Ticet  mntta  supplicatio  patriarcbe  et  aü- 
oruni  fruatra  regi  facta  precesserit'  (in  der  zweiten  redaktion  indes  gibt 
OÜTTer  nicht  nur  auch  dies  an,  wenn  auch  mit  anderen  Worten,  sondern 
setzt  auch  nach  hinzu,  tlass  er  'excomiuunicatue  cum  sua  »equela  abiit' 
cap.  5).  Die  zweite  «teile  ist  die  über  die  läge  und  befestigimg  der 
Stadt.  Indes  wenn  wir  bedenken,  dass  W  überall  mehr  bietet  als  die 
Ann.  (abgesehen  von  den  stellen,  die  sieb  sofort  als  aus  einer  andereu 
quelle  geschöpft  erkeriEen  hissen),  «o  werden  wir  wohl  auch  behaupten 
können^  dass  in  VV^  keine  systeniatiscbe  kürzung,  sonilero«  wo  in  W 
etwas  fehlt,  ein  verseben  des  Schreibers  vorliegt.  Deshalb  aber  möelite 
ich  die  stelle  über  die  läge  der  stadt  auch  lieber  einer  andertän  qoeUe 
7.U weisen  and  es  bliebe  denn  nur  die  oben  zitierte  als  ausl&ssung  von 
VV  übrig.  2  Soldanus  cum  multitudme  Sarracenorum  hoc  castrum 

aggrediens.  ut  inicia  munitionum  deatrueret  vel  oecuparet,  virtute  AI- 
tiasirai  repulsus  recessit  (s.  29  i). 


CXLIII 


iD  sämtlichen  anderen  hss.  fortblieb  und  durch  die  Worte 
^rrore  divino  ipsos  (sc,  increduloa)  fugante'  ersetzt  wird. 
Eis  fehlt  in  W  ferner  die  beoaerkung,  dass  das  nieerw asser  an 
der  Nilmöodung  nicht  salzig  sei,  was  die  kreuÄtahrer  für  ein 
wunder  hielten,  sowie  die  über  die  mondfinsternis. 

Wichtiger  indes  als  das  gewagte  ist  das  fehlen  des  ganzen 
passns  cap.  7/9  in  W.  lo  W  schliesst  sich  an  die  beschreibung 
des  pilgerschlosses  unmittelbar  der  satz  an:  'Anno  graeie  1218 
etc,*  Diese  ganze  in  W  fehlende  stelle  kennzeichnet  sich  aber 
sofort  als  ein  späterer  nachtrag.  Er  enthält  nichts,  was  sich 
recht  eigentlich  auf  die  expedition  in  Egypten  bezieht,  sondern 
erzahlt  vielmehr  von  den  kreuzpredigten  Olivers  in  Friesland 
uod  den  Schicksalen,  welche  die  friesische  flotte  bei  der  um- 
segelung  der  iberischen  halbinsel  und  den  kämpfen  in  Portugal 
gehabt  hat.  Dass  Oliver  diese  ereignisne,  an  denen  er  ja 
teils  mittelbar  teils  unmittelbar  perstmlich  beteilgt  war,  der 
nach  weit  erhalten  wollte,  kann  man  ihm  nicht  verargen,  dass 
er  sie  aber  nicht  in  einem  briefe  aus  Egypten  nach  Köln 
geschrieben  hat,  wo  man  mit  den  Vorgängen  in  Friesland 
hinlänglich  bekannt  geworden  war,  ist  zweifellos,  denn  wie 
wunderlich  würde  sich  das  ausgenommen  haben  1  Als  späterer 
Zusatz  aber  ist  die  erzäblung  volLständig  am  platze,  schon  um 
das  *applicare  ceperunt'  des  folgenden  capitels  deutlich  zu 
maehen.  Der  bericht  über  diese  landuug  wird  in  W  äusserst 
kurz  abgemacht  und  dann  sofort  zu  dem  von  der  emberung 
des  ketten  tu  rmea  geschritten. 

Koch  drei  angaben    von   W   müssen  wir    erwähnen,    weil 

sieh  diese  weder  in  den  späteren  l)earbeituogen  der  bist.  Dam. 

nocJi   sonst   in    einer    quelle    wiederfinilen.      Einmal    berichtet 

tiämlich  W,  dass  man  den  hioinielfahrtstag  (mai  24.)  als  den 

tug  der  überfahrt  von  Akka   nach    Fgvjiten    bestimmt    hatte, 

und  fährt  dann  fnrt  (s,  292):  *Unde  accidit,  iit  in   ascensione 

Douiini  ...  ex    insperato    vigititi    tres    coggones   subsequentes 

applic4irent\     Ea    kann    hiermit    keine    andere    flotte    gemeint 

sein,   ab   der    unter   den   grafen    von    Holland    und  Wied  in 

Spanien    zurückgebliebene    rest    der    friesischen    flotte,    deren 

erster  tail  bereits  am  26,  april  gelandet  war*. 

* 
]   Vgl.  Hoogeweg,  der  kreiusug  vod  Üiimiette  in  den  Mitteilungen 


CXLIV 


Neu  und  ebenfaUs  nnr  in  W  *  vorfindlich  ist  die  i 
dass  es  den  Christen  gelang,  vor  der  einnähme  des 
an  diesem  vorWi  einige  schiffe  stnunaufwärts  zu  ziehen  *. 
Einen  grösöeren  nutzen  scheint  man  daraus  allerdings  nicht 
gezogen  zu  haben. 

Die  dritte  stelle  ist  folgende  Über  die  Zerstörung  der 
brücke,  welche  den  kettenturm  mit  der  stadt  verband  (s.  293): 
*Sed  benedictus  Altissinius  .  .  ,  per  mergulnra,  qui  nocturno 
hibore  snb  iitjuis  fnnes  fiindanientu  iHtntis  retinentes  sagarit-er 
incidit,  ponteni  versus  turrini  dissolvit*.  Auch  von  diesi^m 
ereignia  weiss  keine  andere  quelle  zn  erzählen,  ond  es  ist  nicht 
unmöglich ,  dass  hier  eine  Verwechslung  der  h alteketten  der 
Schiffbrücke  mit  jener  kette  oder  jenen  ketten  vorliegt ,  die 
sich  vom  türm  nach  der  stadt  hinzogen  nnd  den  Nil  flSr 
schiite  absperrten  '.  Diese  wurden  allerdings  erst  nach  der 
erobern ng  des  turmes  zerstört.  Von  der  brücke  aber  berichtet 
Oliver  in  den  späteren  Überarbeitungen,  *quud  crebris  machi^ 
narnm  ictibus  pona  pro  magna  parte  destructiiB  fuit*  (cap.  1 
extr.),  wodurch  denn  jener  irrtum  beseitigt  worden  wäre. 

Der  erste  brief  endet  in  \V  mit  der  angäbe  der  Kahl  der 
gefangenen  und  dem  atisdruck  der  hoffnung,  die  die  Christen 
anf  die  Uneinigkeit  der  Araber  setzen.  Daran  schliesst  sich 
unmittelbar  der  zweite  brief  an  mit  den  werten  :  *Post  captam 
siquidem  turrim*.  Es  fehlt  also  in  W  das  ganze  cap*  16, 
Vielleicht  noch  deutlicher  nh  an  der  oben  erwähnten  grösseren 
lücke  von  W  erkennen  wir  hier  den  spateren  nach  trag,  die 
zielbewusste  Überarbeitung,  Denn  was  enthält  cap.  16  ?  den 
abzng  eines  teiles  der  Friesen  und  Deutschen  und  die  namen 
der  aus  Europa  neu  ankommenden  krenzfahrer.  Der  abzug 
der    Friesen    aber   erfolgte    in    der   zweiten     halfte    des   sep- 


i 


des  inatitatB  8,  190.  Wir  tiaben  hiermit  alao  eine  treffliche  erg&iiiiiiig| 
zu  dem  bericht,  den  zuerst  Höhricht  in  den  Forschungen  lt>,  148  C 
Ferößenilicht  hat^  der  über  mit  der  angäbe,  dasa  die  flotte  in  der  nacht 
vom  22»  zum  23.  april  bei  Siailien  von  einem  heftigen  gewitter  über- 
fallen wurde,  abbricht,  1  Von  hier  gin^  er  in  die  Aon.  CoL  max. 
über  (a,  a.  o.  s.  833).  2  Sed  preter  apem  .  ,  .  per  parteni  «Irei, 
que  est  inter  turrim  et  terram  versns  castra  miütie  Chrittiane,  guleide 
aursum    ducte    sunt   (a.  292).  3    Vgl    Hoogewe^    a.  a.  o.  «.  196. 


CXLV 


ftr  ' »  die  ankanft  dea  legat«n  und  der  anderen  grossen 
ebenfalls  noch  im  September';  diese  benierkun gen  konnten 
noch  in  dem  ersten  briete  (W)  gestanden  haben,  wenn  er 
ende  September,  alao  etwa  vier  bis  fönf  wochen  nach  der  er- 
obenmg  des  kettenttirnies  geschrieben  worden  wäre.  Indes 
die  bemerknng,  da^s  üfiebrere  der  neuangekommenen  ^vordem 
Übergang  über  den  Nil*,  andere  an  der  pest  starben,  ferner 
die  notiz  über  die  rückkehr  des  herzogs  von  Nevers  und  den 
tod  mehrerer  grossen  des  heeres  beweisen  den  späteren  znsatz, 
enn  der  Übergang  erfolgte  erst  den  5.  febr.  1219,  die  pest 
ch  aus  im  dezember  1218,  der  tod  dea  grafen  von  La 
che  ond  die  rückkehr  des  hemogs  von  Nevers  erfolgten 
erst  am  IL  auguat,  und  der  graf  von  Bar  starb  den 
18,  augnsfc  1219». 

Es  ist  dies  also  ein  zusatz,  der  seinem  inhalfce  nach  erst 
twa  ein  jähr  nach  der  abfassnng  des  ersten  briefes  hinzu- 
ekommcn  sein  kann. 

Indes  Z  F  G  geben  noch  nicht  alle  jene  namen ,  welche 
Kt  cap.  16  enthält,  denn  die  stelle  'et  cnm  ipso  princeps 
>manus,  postmodora  Biird egalen sis  episcopns,  qui  etc.,  Ande- 
ivensis,  Mantimnns,  Hnmanus  et  Salpensis  episcopi*  fehlt 
in  diesen  drei  hss.  Der  t^xt,  wie  wir  ihn  geben,  ist  der  von 
die  hss.  PÄD  haben  ihn  im  wesentlichen  ebenso  ,  nur 
ßtzen  diese  drei  die  worte  'posimodiiin  ,  .  Salp.  ep.* »  die  bei 
Z  F  G  fehlen ,  hinter  'Robertus  simiüter*.  Bei  sonst  wört- 
licher Übereinstimmung  mit  P  nnd  D  hat  A  nnn  einen  kleinen, 
|ber  höchst  bezeichnenden  zusatz.  Die  svorte  lanten  nämlich 
A  folgendermassen  r  *e  t  cum  ipso  princeps  Romanus, 
Binde  mag.  Robertos  etc.  .  .  Robertna  similiter  et  cnm  ipso 
•inceps  llomanus,  postraodum  etc/  Wir  haben  hier 
:)ch  deutlich  den  beweis,  dass  die  ganze  stelle  *postraodum 
.  Satp.  episcopi^  nachgetragen  wurde  und  zwar  am  rande 
ine  ein  besonderes  Zeichen,  wohin  sie  gehört.  So  gelangte 
ie  denn    in  einigen  (P  D)  später,    bei   einigeu  (A)  früher  in 

« 
1  Du«  empftihlangSEch reiben ,    das  Oliver   den   abziehenden  Fneseti 
mitgab.  i«t  datiert  fom  14.  «epteraber,   vgl.  den   brief  uro,  4,  2 

ioogewe*?   a,  a.  a    a.  205.  3    Vgl.   Job.    v.    Tiilbia   bei    Roli rieht, 

Juioti  belli  sacri  Script,  min.  &.  131. 


rl 


CXLVI 

den  text,  und  A  nahm  aionlos  das  'et  cum  ipso  pr.  Rom/ 
doppelt  herüber.  Der  fassung  von  PÄD  entspricht  ira  wesient- 
liehen  der  druck  bei  Gale  (F) ,  nur  haben  wir  hier  noch  eine 
weitere  interpolation  /-u  vermerken.  Genauer  betrachtet  macht 
sich  dieser  znsatz^  der  fast  nur  namen  von  Engländern  enthält, 
sogleich  als  ein  englischer  kenntlich,  vielleicht  gehört  er  dem 
Schreiber  von  F  selbst  *.  Wir  werden  unten  bei  Z  etwas 
ähnliches  kennen  lernen. 

Der  zweite  brief  der  uns  selbständig  in  LNRVCECI 
überliefert  ist,  beginnt  mit  den  Worten  'Sapiens  corde'  (cap*  17) 
und  endigt  mit  dem  bericht  über  die  einnähme  von  Damiette. 
Den  von  L  N  R  V  C  E  Gl  *  Überlieferten  schluss  mit  der  an- 
rede an  Köln  behält  Z  bei.  Doch  schliesst  Z  und  ebenso  F 
und  G  damit  noch  nicht  ab ;  vielmehr  wurde  noch  der  passQB 
cap.  37  und  38  über  den  zustand  innerhalb  der  eroberten 
Stadt  und  die  Verteilung  der  beute  hinzugefügt.  £s  folgt  so* 
dann  noch  der  bericht  ober  die  eroberung  von  Tanis  (1219 
nov,  23.)  oder  c^p-  40,  mit  dessen  seht öss Worten  *recedere  non 
valent'  denn  auch  Z  F  6  abschüessen.  Gerade  der  umstand 
nun^  dasB  wir  in  Z  den  selbständigen  schluss  des  zweiten 
brief e43  noch  wiederfinden  (sein  fehlen  in  F  6  kann  nicht  auf» 
fallen,  geschweige  denn  etwas  ausmachen],  lässt  erkennen,  dass 
wir  in  der  ersten  redaktian  noch  nicht  eine  allseitig  durch- 
gearbeitete darstellung  des  bisher  ei^hlten  vor  uns  haben. 
Auch  die  fortsetzmig,  d.  h.  alles  seit  cap.  35  hinzugefügte, 
steht   nur  noch   in   einem   lockeren   Zusammenhang   mit  dem 


1  Auch  eine  reine  ausser  licbkeit  kannte  für  den  nach  trag  sprechen; 
Z  nilmlicb»  da«  biaber  nur  die  form  'Dauiiata*  f^ebraucht  hat,  »etxt  IQ 
den  Worten  'apiid  Dam,  diem  clauserunt  extremaiii\  eudi  ersten  male 
die  form  *D&inietha%  die  Z  seitdem  bis  8um  schlüge  beibehält.  M&a 
könnte  hferin  die  Zusammengehörigkeit  des  susatses  cap.  16  mit  d«m 
zweiten  briefc  und  den  getneiosamen  anscbluss  an  das  Torhergehenda 
wenigstens  für  Z  erkennen.  2  N  deutet   adresse  wie  scblasa    nar 

an:  'Oliverus  E,  archiepiacopo  Colonienai'  and  'Letare  provincia  Colo- 
niensiü'.  Ebenso  tUUt  in  F  und  G  der  »chluas  gans  fort.  Bei  allen 
dreien  kann  das  nicht  wunder  nehmen,  denn  er  konnte,  da  er  speiiell 
an  Köln  gerichtet  ist,  fUr  den  nicht  rheinlitndiachen  »obreibcr  kein 
Interesse  haben. 


cxLvn 


vorigen  und  macht  de»  eindnick  mehr  des  angesetzten  als 
einer  dnrcbgearbeiteten  fortaekzung. 

Wenn  nun  der  zweite  brief,  wie  der  achluss  wohl  beweist, 
noch  unmittelbar  unter  dem  eindrock  des  freudigen  ereignisseß 
der  eroberung  von  Daraiette  geschrieben  ist,  so  ist  diese 
erste  redaktion  nicht  viel  spater ,  wie  es  scheint  noch 
ende  des  jähr  es  12  1  9  vorgenommen.  Denn  das  letzte 
darin  berichtete   ereignis    ist   noch    die  eroberung   von  Tanis, 

Bevor  wir  in  der  Untersuchung  über  die  entstehiing  der 
hiH.  Dam.  fortfahren,  mögen  hier  noch  einige  beraerknngen 
liber  Z  und  B  und  Gg  eingeschoben  werden.  Es  handelt  sich 
hierbei  zimachst  um  fünf  Z  B  eigentümliche  »teilen.  Es  sind 
dies  folgende: 

1*  Zu  cap,  10  liest  man  in  Z  B  :  ^elegerunt  sibi  capitaneum 
comitem  Siraonem  de  Sareponte*.  Der  vorname  fehlt  in 
aamtlichen  anderen  hss*,  aber  er  ist  richtig. 

2.  In  cap.  21  heisst  es  in  Z  B:  'pauciores  autem  viri 
quAm  decem  de  gente  predtcta  cum  fratre  quo  dam  doeius 

entonicorum  contra  oranem  fortitudinem  Babyloniornra 
pontem  ascendentes  »pectante  multitudine  .  .  .  et  .  .  ,  extollente 
fregertint  eundera.  Sarraceni  vero  pnntem  tuen  volentes  iaculis 
et  lapidibui^  armati  accurrerunt.  Frater  vero  predictus  dnmns 
Tentonice  celeriter  primis  veuientibus  ad  se  duobus  insignitis 
croceis  bameriis  occurrit  et  qnalis  fuit  experimeiito  crudeli 
i|)sis  comprobavit.  Nam  unum  dire  vulneris  lesione  sauciatum 
fngere  fecit,  alterum  diu  resistentem  mutuis  conflictationibus 
tandem  lassatuni  stravit  et  de  ponte  armis  oneratum  in  fluvium 
precipit^vit  exanimem.  Fracto  denique  pontem  et  receptia 
quatuor  navibus^  super  quas  pons  fundahis  erat^  reversi  sunt 
cum  triumpho  etc/  Die  gesperrten  worte  und  der  ganze 
passuB  von  *Sarraceni  vero*  bis  zum  scMubb  sind  ein  znsatz 
von  Z  B.  Die  richtigkeilr  dieser  ausätze  lässt  sich  nicht 
kontrollieren. 

3,  Unter  den  bei  dem  unglücklichen  zuge  ins  innere  am 
20.    angust    1219    gefangenen   nua^hen  Z  B   folgenden    zusatz 

(cap.  29):  'Hex  vero  cum  Templariis Walthero  Berch- 

toldo  de  BrabantiaS  Vgl.  hierzu  Röhricht,  die  Deutschen 
im  h.  Lande  (Innsbruck  1894)  s.  9^« 


^mk 


oxLvni 

4.  Gleich  darauf  heiast  es  in  Z  B  :  'Nee  eraslt  sioe  damno 
domus  Teutoniconira  sancte  Marie,  qaaiaor  enim 
occisi  aunt,  und  etwas  später  ebenda  fassen 

5.  Z  B  nach  den  worten  *8oldano  i»resentantes'  die  verliwte 
der  Christen  also  zusammen:  *per  omnia  autem  computati  (!) 
Qiille  Christianos  peditnm  ilia  die  perdidimiis  et  centum  milites*. 

Da  der  unter  nro.  1  vermerkte  zusatz  kein  sehr  wesent- 
licher ist  und  bei  den  vier  anderen  stellen  es  sich  um  xuaatze 
zum  zweiten  briefe  handelt,  aber  siiratliclie  diesen  allein  ent- 
haltende hm.  ebensowenig  wie  A,  D  und  H  jene  stellen  von 
Z  B  auiweisen,  so  haben  wir  es  zweifellos  mit  fremden  ein» 
schiebseln  zu  thun  und  es  bleibt  demnach  ausgeschlossen,  dass 
diese  zusätze  in  der  zweiten  redaktion  gestanden  haben  und  ■ 
in  den  folgenden  wieder  anagefallen  sind.  Die  zweite  und 
vierte  stelle  zeigen  deutlich  eine  genauere  kenntnis  mit  den 
erlebnissen  der  deutsch-ardena-ritter  vor  Damiette  (die  richtig- 
keit  der  angaben  vorausgesetzt),  die  dritte  ist  unsicher*  und 
die  fünfte  wegen  der  runden  zahlen  1000  und  100  wenigstens 
bedenklich  und  in  der  auadrucks weise  inkurrekt. 

Was  nun  die  hi^,  Qg  betrifft,  so  haben  wir  oben  bemerkt, 
das»  sie  den  text  der  zweiten  redaktion  enthält,  was  anfang 
und  ende  betrifft.  Im  einzelnen  aber  nimmt  sie  doch  eine 
ganz  eigentümliche  Stellung  ein/  Sie  enthält  nämlich  den  text 
bis  cap.  16,  d.  h,  bis  zun»  beginne  des  zweiten  briefes  'Sapietta 
corde*  in  fast  wörtlicher  Übereinstimmung  mit  Z  B  F  G ;  vrir 
können  nur  cap,  3  bei  dem  zuge  gegen  den  berg  Thabor 
folgenden  selbständigen  zusatz  bemerken,  dass  nämlich  nicht 
könig  Johann  den  erair  tötet,  sondern  „Radolfus  de  Klecwri 
miles  Saxonieus",  eine  Persönlichkeit,  die  sonst  nirgends  genannt 
wird  und  deren  uame  jedenfalls  auch  verstümmelt  ist,  und 
femer  wird  cap.  5  hei  der  erwähn ung  der  bürg  in  Caesarea 
die  bemerkung  hinzugefügt:  *ibi  etiam  homines  dacis  Austrie 
leonem  interfecerunt^  und  ebenda  zur  bürg  Districtam  gesagt, 
dass  sie  |,vulgariter  Stroit  dicitur*,  was  in  sofern  interessant 
ist,  als  uns  hierdurch    die  vulgäre  form   des    burgnamena  er* 


\  Andere  lehr  abweichefide   zahlen    bei  Haogeweg,    Der  Krenxsng 
von  Damieiie  a,  a.  o,,  band  9«  a,  270  anm.  3.  'I  Röhricht  a.  a.  o. 


Htöc 

I       «rn 


halten  ist  ^     Einige  lucken  gegen    die  anderen  hss. ,   wie  dan 

fehlen   des   ganzen   cap.    7   und   das    nichterwähnen   des    erz- 

bischofs    von   lleiins    und   des   bi.schofg    von  Limoges  cap.  10 

mag  nebenher  erwähnt  werden.     Die  fortsetzung  in  Gg  aber, 

der  brief  'Sapiens  corde^  zunächst,  lehnt  sieh  durebans  an  CI 

an,  das,  wie  wir  oben  bemerkten,   bereits  eine  Überarbeitung 

dieses  briefes  zeigt.     In  einzelnen  ab  weich  ungen  von  Gl,    wie 

cap.  22  und  24 ,    nähert  sich  ßg  sogar   der  Schreibweise  der 

noch  mehr  überarbeiteten  Vo  K  Bu,     Von  Zusätzen  findet  sich 

ausser  geringeren  wie  cap.  25  und  32  nur   ein  bedeutenderer 

cap.  40  Über  die  krokodile ,    und    dieser  Zusatz  ist  genommen 

aus  der  Relatio  des  Haymarus  Monachus  (Bongars  Gesta  Dei 

s.  1127),  der  quelle  von  Gg  für  die  früheren  abschnitte.    Femer 

aber  weicht  Gg  auch  noch  dadurch  von  den  anderen  hss.  der 

ersten  redaktion  ab,  als  in  ihr  nicht  nur  cap.  35  und  36  wie 

bei   Z   B    fehlen,    sondern    auch    noch   cap.  37/39.     Dennoch 

müssen  %vir  annehmen,  dass  dem  kompilator  von  Gg  auch  dan 

,ek  cap.  37/39  Torgelegen  hat.     Ende  von  cap.  33  nämlich, 

1      wo  von  der  anzahl  der  während  der  belagerung  innerhalb  der 

^^tadt  gestorbenen  die  rede  ist  und    die  anderen  hss.  überein- 

^Bbaimend  30  000  angeben ,    macht  Gg  plötzlich  einen  spruug 

^Ki  cap.  37,  das  sonst  bei  ihm  fehlt,    und  berichtet    von    den 

^nier  erwähnten  80  000  toten  und  300  vornehmen  gefangenen. 

Es  wird  sich  diese  Zusammenstellung  des  textes  in  Gg  nur  so 

erklären  lassen  ^    dass  der  kompilator ,    der  ja ,    wie  wir  oben 

^HaheUf    stücke    der  verschiedensten    quellen    zusammenschiebt, 

PHiiie  ha.  der  ersten  redaktion  (gleich  Z  F  G)  vor    sich  gehabt 

hat  und  die^e  bis  cap.  16  benutzte,  alsdann  die  fortsetzung  in 

dieser  fallen  Hess  und  dafür  eine  Gl  verwandte  heranzog;  dann  aber 

muss  er  wieder  zur  ersten  zurückgekehrt  sein  und  sie  bis  zum 

acfalusse  benutzt  haben,  woraus  sich  das  genieinsanae  ende  ergab. 

Wir    kehren   nun   zu    der    Untersuchung    der    bist.  Dam. 

I     wieder  zurück. 

Die  folgende  handschriftengruppe  wird  repräsentiert  durch 
A  *  ttnd  D,   die  wir  hier  gleich   von  vornherein  als  zweite 

l  Jedenfalla  aus  dem  franzöainchen  detroit   entstanden.  2  Zu 

A  gehört  auch  P  M  die   nor  etwa   ein   dutsend   Keilen  weiter    reichen, 
iowohl  in  der  ha,  wie  in  dem  druck   bei   Bongars  a.  a,  o.  und  Gretser 


CL 


redftktian  bezeichnen  wollen.  Durchgängig  macht  sich  in 
dieser  redaktion  die  beaaemde  oder  ändernde  haud  bemerkbar. 
Ich  will  indes  keinen  grossen  wert  legen  auf  die  ahweichungen 
in  den  Wortstellungen  und  in  eiuzehien  Worten,  denn  wir 
können  aus  dem  vergleich  der  bss.  L  N  R  V  C  E  Cl  genügend 
erkennen,  dass  die  nbschreiber  oft  willkürlich  änderten.  Selbst 
aus  den  fällen,  wo  Z  F  G  einig  sind,  kann  man  nicht  viel 
schliessen,  wie  z.  b.  cap.  11:  Z  F  G:  'anchoris  herebat  fix* 
(sciL  navis)\  dagegen  A  D  und  auch  HP:  'anchoram  habe- 
bat fixam^  Die  verwechalung  der  gewöhnlichen  abkürzung 
von  'habebat*  und  ^herebat*  war  sehr  naheliegend,  aber  die 
Übereinstimmung  in  der  durch  sie  bedingten  ander ung  der 
konstniktion  ist  auftallend.  Dagegen  kann  man  wohl  die 
hoüimng  auf  eine  genaue  erkenn  tu  is  der  redaktionellen  arbeit 
in  stilistischer  hinsieht  aufgeben ,  wenn  man  folgende  stelle 
betrachtet  {cap.  10)  : 


Z  6 

ludicta  fuit  col- 
lectio  navigantiuni 
apud  C  a  s  t  r  u  m 
f  i  U  i  D  e  i. 


F 


Indicta  fuit  coUec- 
tio  navig.  apud 
Castrum  pere- 
g  r  i  n  o  r  u  m. 


A  D 
Ind.  fuit  coli,  nav, 
apud  Castrum 
f  ilii  D  ei,  quod 
peregrinorum 
d  i  c  i  t  u  r. 
Sicher  aber  können  wir  die  arbeit  der  zweiten  redaktion 
verfolgen  bei  den  Zusätzen*  So  fehlt  in  Z  F  G  noch  die  be- 
merkung  (cap.  6) :  ^Altitudo  (nämlich  der  m&uertürme  dos 
castells  Districtum)  paulatim  asceudens  celsitudincm  promunc- 
torii  transgreditur^  eine  Ijemerkung,  die  erst  hinzugesetzt 
werden  konnte ,  als  die  türme  fertig  waren.  Ebenso  ist  die 
stelle  über  die  religion  der  Araber  (cap,  24) :  ^Sed  passioneni 
et  mortem  divinam  ,  «  .  ,  prevaluit*  erst  in  A  D  zu  finden,  also 
ein  Zusatz  der  zweiten  redaktion  ;  desgleichen  fehlt  in  Z  F  G 
die  notiz  über  die  sclieDkungen,  welche  der  herzog  iron  Oester* 
reich  bei  seiner  heinjkehr  und  der  graf  von  Chester  an  dit 
zurückbleibenden  kreuzfahrer    machten ,    wenigstens  teilwei 


a,  a,  0.  Da  P  M  aber  überhaupt  nicht  reine  abschrifi,  toiidero  Ober- 
arbeitung  aind  ,  so  können  wir  sie  hier  im  weBentlicben  ausser  acht 
lassen. 


cu 


i. 


iiärniteh  der  ganze  passiis  ^et  Castro  Templariorum  ,  *  .  ,  firma- 
mentum^  (cap.  26  *)* 

In  A  D  wurde  nwn  aber  auch  der  äiisaerst  geschraubte 
achloss  des  zweiten  briefes  weäentlich  geküi^t. 

Mehr  aber  noch  als  aus  dem  getagten  erkennt  man  die 
eite  redaktion  aus  den  grosseren  am  Schlüsse  der  ersten 
redaktion  planvoll  eingeschobenen  stücken.  Zu  diesen  gehört 
einmal  cap.  35/36,  in  welchen  auf  die  zeit  vor  der  eroberung 
der  Stadt  zurückgegriffen  wird  und  kulturgeschichtliche  und 
historische  angaben  gemacht  werden,  die  nicht  eigentlich  auf 
die  geschichte  unseres  kreuzzuges  bezug  haben  ;  ferner  cap.  39, 
dies  holt  noch  nach,  was  bereits  in  der  ersten  redaktion  hätte 
gesagt  werden  können ,  wenn  diese  einige  monate  später  ge- 
naaeht  worden  wäre:  die  Umwandlung  der  muhamedanischen 
Stadt  in  eine  christliche  und  die  beschreibung  der  moschee 
Hahameds. 

Nun  wurde  aber  A  D  zugleich  auch  fortgesetzt.  Bei 
dieser  fortAetzung  könnte  es  den  anschein  haben  ^  als  ob  A 
und  D  nicht  zusammengehörten ,  sondern  D  wieder  eine  be- 
sondere weitere  redaktiuo  gegenüber  A  darstelle,  denn  der 
schluss  beider  hss.  ist  nicht  derselbe.  Doch  ist  dein  nicht  so. 
Was  nämlich  A  als  fortsetzung  bietet,  ist  äusserst  wenig, 
denn  die  hs,  schliefst  bereits  mit  den  Worten  des  cap,  43 
,adventum  ipsius  annunciantes*^.  Es  sind  also  besonders  die 
religiös-moralischen  ausein  an  de  raetzungen  in  cap.  42,  die  den 
Inhalt  der  fortsetzung  ausmachen.  Es  lag  ja  an  sich  nahe, 
an  dieser  stelle ,  d.  h.  nach  der  eroberung  von  Daniiette  und 
dem  vollständigen  besitzergreifen  der  stadt,  nach  der  Säuberung 
Fon  den  spuren  der  belagerung  und  der  einführ ung  de^  Christen- 
tumes  in  die  stadt,  still  zu  stehen  und  noch  einmal  auf  das 
erreichte  ^rtlckzuschauen ,  um  hieraus  nicht  nur  selbst  neue 
boffDung  zu  schöpfen,  sondern  auch  den  anderen  die  be- 
rechtigung  zu  solcher  darzuthun  und  mut  zu  sprechen,  und 
gerade  solclie  gedanken  sind  es ,   die  in  jener  stelle ,   cap.  42 


1  Dei  graf  ron  Cbester  trat  am  L  aogust  1220  die  beimkebr  an 
TgL  die  Annal.  Dunatap.  bei  Röhricht »  Teatim«  niinara  s,  65.  Es  wird 
allerdtngB  von  diesem  nicht  herichl^t,  dass  er  die  gedcheoke  b^i  seiner 
beimJtefar  machte. 


CLII 


zum  atisdruck  kommen.  Oliver  erinnert  an  Jie  ^luoflici  tenii^ 
mirabiliii\  die  geschehen  seien  seit  dem  eintreffen  der  Christen 
in  Egypten  trotz  deren  unthätigkeit  und  un Würdigkeit,  und 
zieht  daraus  den  schlusa ,  dasn  es  bis  zur  evidenz  erwiesen 
sei,  *hanc  peregrinationem  sanctam  Deo  gratani  esae".  Hieran 
knüpft  er  die  ermahnimg  zur  teilnalirae  am  kreuzzuge,  zumal 
noch  80 viele  vorhanden  seien  ^  welche  das  gelübde  abgelegt 
aber  noch  nicht  erfüllt  hätten,  oder  welche  armut  und  Schwach- 
heit erheuchelnd  sich  deoi  zuge  fern  hielten;  sie  mögen  be* 
denken,  wie  sie  dereinst  vor  gottes  gericht  bestehen  und  ihre 
seele  retten  können.  .Aber  tröste  dich  Jerusalem,  denn  es 
steht  geschrieben,  dass  die  völker  von  weit  her  zu  dir  kommen, 
in  dir  anbeten  und  sich  über  deinen  frieden  freuen  werden*. 
Es  liegt  wohl  auf  der  band,  dass  die  hiazufugung  dieser 
allgemeineü  gedanken  verbunden  mit  den  nächtigen  und 
ander ungen,  die  wir  oben  erwähnten,  nicht  als  eine  besondere 
redaktionelle  Überarbeitung  aufgefasst  werden  kann.  Daxu 
kommt,  dass  P  und  die  dauiifc  verwandte  hs,  M  nur  etwa  ein 
dutz^d  Zeilen  weiter  reichen  und  mit  dem  schluss  von  cap.  44 
abscbliessen.  Das  ende  von  P  M  an  dieser  stelle  aber  beweist  H 
fast  noch  deutlicher  als  der  schluss  von  A,  dass  die  hss,  ohne  ' 
eigentlichen  schluss  abbrechen ;  denn  der  schluss  von  Ä  fallt 
mitten  in  die  aufzäblung  der  neu  ankommenden  pilger  und 
P  M  schliessen  mit  der  erwähnnng  der  ankunft  des  grafeu 
Mattheua  von  Apulien  und  schneidet  die  fortsetzung,  welche 
die  an  die  ankunft  dieses  geknüpften  erwartungen  schildert, 
rund  ab.  Man  kann  also  wohl  behaupten,  dass  der  text  d» 
vorläge  von  A  weiter  gereicht  hat,  als  der  von  A  und  zwar 
bis  daliin,  wo  D  schliesst,  d.  h,  bis  zum  cap.  53  incK  Da 
der  jetzige  zustand  von  A  die  annähme  ausschlieast ,  dass  in 
der  hs.  selbst  etwas  abhanden  gekommen  ist,  so  werden  wir 
annehmen  können,  dass  der  Schreiber  von  A  aus  irgend  welchen 
gründen  seine  vorläge  nicht  vollständig  abgeschrieben  hat  und 
dass  thatsächlich  A  und  D  dieselbe  redaktion  repräsentieren. 
Einen  weiteren  beleg  für  diese  annähme  können  wir  auch 
darin  finden,  dass  der  text  von  D,  abgesehen  von  den  fehlem, 
die  wir  schon  oben  bei  der  beschreibung  der  hss*  erwiLbuten, 
mit  dem  von  A  in  einer  wunderbaren  weise  selbst  in  kleinig- 


CLIU 

keiiefi  Gbereinstimiiit  \  m  diisa  mna  fast  versucht  «ein  könnt«, 
an  die  direkte  abschrift  von  D  aus  A  zu  glaiibeiu  Dem  ist 
indes  nicht  so.  Dies  beweist  »chon  die  stelle  in  cap.  29 : 
*I>i68  illa  dies  tribulationis  nostre  fiiit  et  increpatioDis  iliviiie\ 
tie  in  A  feWt»  aber  in  D  (und  H)  sich  findet.  In  A  wird 
liese  stelle  wohl  nur  dnrcb  ein  versehen  des  Schreibers  jius- 
^gefaUen  sein,  ihr  fehlen  aber  beweist,  dass  A  und  l)  in  direktt-ra 
zu^inimenhange  nicht  stehen.  Es  mag  hier  gleich  noch  eine 
stelle  aus  D  erwähnt  werden,  die  eiTizig  dasteht  und  in  der 
darch  D  uns  erhaltenen  form  in  keiner  anderen  hs*  wieder- 
icuiinden  ist;  cap*  29  nämlich  heißst  e« : 

■^tex  Johannes  de  Jeru-  Milites  et  equites  de  Kraneia 

^■lalem  et  milites  de  Francia  secnlares  etc, 

^■leculares  etc. 

Da  der  zusatz  von  D  sich  in  keiner  anderen  hs.  findet, 
besonders  nicht  in  den  den  zweiten  brief  allein  enthaltenden, 
so  können  wir  wohl  annehmen,  dass  die  Worte  *rex  Joh.  de 
Jerus.^  auf  irgend  eine  weise  in  D  gelangt  sind  und  nicht 
von  Oliver  herrühren. 

Die  fortsetzung  der  bist.  Dam.  erfolgte  nun  mit  der 
rweiten  redaktion  in  einer  anderen  weise  als  bisher.  Es  ist 
näinlich  nicht  möglich,  bis  zum  Schlüsse  der  hiiit.  Dum*  weitere 
«EUUEelne  nach  Köln  gerichtete  briefe  nachzuweisen  ;  vielmehr 
ijit  das  folgende  sogleich  als  reine  darstettung  niedergesch rieben 
und  muss  auch  als  solche  aufgefaüst  werden.  Bezeichnet  ja 
Oliver  selbst  seine  arbeit  n^inraehr  »als  libellum'  (cap.  70). 
Auch  in  dieser  fortsetzung  der  bist.  Dam.  werden  wir  noch 
eine  weitere  dritte  redaktion  erkennen  können,  die  durch 
H  vertreten  wird. 

Doch  bleiben  wir  zunächst  bei  der  fortsetzung  der  zweiten 
redaktion,  wie  sie  D  enthalt.  Diese  führt  die  bist,  Dam.  bis 
an  das  ende  des  ganzen  kreuzzuges^  bis  zur  räiimung  Egyptens. 
IihU^s  nur  das    stück  cap.  45  bis  53   einschliesslich    zeigt   die 

l  Die  kleine  aniahl  von  abweicbuogeii  im  text  könnea  nicht  in 
betracht  kommen,  denn  fa«t  regelmässig  findet  sich  in  diesen  stellen 
eine  der  beiden  leaearten  in  H  wieder,  ein  beweiü,  daas  wir  hierbei  mit 
der  Willkür  des  schreiben  von  A  oder  D  asu  rechten  haben. 


^U^ 


CLIV 


wörtliche  Übereinstimmung  mit  H,  was  dann  folgt  ist  volh 
kommen  selbständig  und  unabhängig  von  H  und  g  e  b  o  r  t , 
um  dies  hier  gleich  vorweg  zu  nebmen,  nicht  Oliver  an. 
In  ziemlicher  kürze  berichtet  dieser  fremde  Zusatz  *  von  dem 
aufbrach  des  heeres  zum  vorstoss  gegen  das  lager  Al-Kami)s 
bis  zum  abzug  der  einzelnen  iiationen  aus  Egypten.  Es  folgt 
in  D  hinter  diesem  paasus  gleichsam  als  zum  vorhergehenden 
gehörig  der  brief  kaiser  Friedrichs  IL  an  den  papst  über 
seinen  einzug  in  Jerusalem  ^  Es  hat  allerdings  auf  den  ersten 
blick  den  anachein^  als  ob  Oliver  der  Verfasser  jenes  Stückes 
sei,  und  in  der  that  Hesse  sich  manches  dafür  anführen.  So 
kann  nicht  geleugnet  werden ,  dass  die  a usd ruck s weise  Ähn- 
lichkeit mit  der  Olivers  zeigt,  wie  gleich  zu  anfang  der  auch 
in  der  historia  regum  gebrauchte  ansdruck  ,inter  Scjllam  et 
Charybdim  **  *  und  der  bei  Oliver  öfters  wiederkehrende  ^gratiarum 
actiones  referre*.  Ferner  kommen  D  wie  H  zuletzt  zu  dem 
ergebniB,  dass  der  ausgang  des  kreuzzuges  genan  genommen 
kein  gar  so  schlimmer  gewesen ,  und  dass  es  eigentlich  von 
vornherein  schon  so  vorgesehen  nnd  doch  auch  besser  sei,  dass 
Damiette  wieder  in  den  besitz  der  Sarrazenen  kam,  und  H 
wie  D  knüpfen  daran  die  religiöse  nntzanwendung,  dass  das 
göttliche  erbarmen  doch  alles  zum  besten  geführt  habe.  Diese 
gleichartige  behandhmg  des  stoffes  kann  nicht  auffallen ,  in 
ihr  stimmen  die  geistlichen  schriftsteiler  (und  der  autor  des 
Schlusses  von  D  ist  auch  geistlicher)  der  zeit  alle  Überein. 
A.U8  demselben  gründe  kann  es  nicht  befremden ,  wenn  beide 
autoren  die  rettong  der  Christen  aus  der  Überschwemmung  als 
ein  wunder  ansehen  zum  beweise,  dass  gott  nicht  den  tod  des 
Sünders  will,  sondern  dass  er  busse  thue  *,  Das  ihnen  beiden 
gemeinsame  lob  der  grossmut  des  sultans  teilen  sie  mit  anderen 

gleichzeitigen  autoren  ^. 

♦ 

1  Wir  geben    diesen   abachiaitt   als  Appendix   nach   dem   toxt  der 
bist.  Dam,  unten  b.  280.  2  Vgl  Bölimer-F'kker,  Eeg.  imp.  V,  nro. 

1738.  Gedruckt  Winkelmaon  AcU  imp,  493  und  Huillard-Dr^h.  Uf.  »8. 
3  VgK  hi«t  reg.  cap.  73:  vitantea  Scjllam  ceciderunt  in  Charybdim,  ond 
cap.  97:  inter  Scyllam;et  Cbarybdini  posifci,  4  Oliver  «agt  cap.  78: 

'DeuH  non  vuU  perire  suam  creaturam,  sed  retractans  co^tat^  ne  penitus 
qui  abiectua  est  pereatV  D  zitiert  ££ecbiel  33, 11 :  Nolo  mortem  peocatorum, 
sed  ut  magis  convertatur  et  Tirat*.  5  Vgl.  die  gesch.  der  patri- 


CLV 


I 


Indes  was  entschieden  gegen  die  autorschaft  Olivers  spricht, 
ist  die  vollständig  abweichende  darstellungaweise  der  ereignisae. 
Wenn  der  aut<jr  von  D  sagt,  dass  *qaidam  filii  Belial  sub 
falsa  religione  Christiane  tidei  dolose^  die  kreuzfahr^r  zum  zuge 
in  das  innere  des  landes  verleitet  hätten,  so  ist  das  ein  hieb, 
der  nur  nach  dem  päpstlichen  legaten  gericlitet  sein  kann, 
und  dem  deshalb  Oliver  nicht  gethan  hat;  denn  wir  ersehen 
aus  cap.  45,  dass  01i?er  das  vorgehen  des  legaten  entschieden 
billigte  und  die  weltlichen  grossen  der  trägheit  und  Unbe- 
sonnenheit schilt*  Wenn  der  autur  von  D  dann  sagt,  dass 
die  krenzfahrer  sich  durch  diese  belialssuhne  wirklich  ver- 
fahren lieasen  ^sperantes  quod  res  üeret  a  doniino  Deo\  so 
soll  dadurch  entweder  die  anspielung  auf  den  legaten  noch 
deutlicher  hervortreten  oder  —  wenn  das  nicht  der  fall  ist  — 
so  ist  das  die  auffassung  einet  Schreibers,  der  nicht  auf  der 
geistigen  hohe  Olivers  steht. 

Aber  auch  in  einzelheiten  weichen  die  berichte  ab.  Es 
ist  nicht  richtig,  wenn  D  behauptet,  der  sultan  sei  auf  utn* 
wegen  aus  seinem  lager  bei  Al-Manaura  nach  Damiette  zu 
geeilt  und  habe  zwischen  der  stadt  und  den  Christen  ein  lager 
ait%e8chlagenf  um  diese  von  der  stadt  abzuschneiden;  vielmehr 
liem  er  nur  die  ufer  des  Nil  besetzen  und  schiffe  im  äusse 
versenken.  Auch  waren  es  nicht  die  Sarrazenen ,  die  die 
friedensunterliandliingen,  welche  zum  abschluss  führten  *,  an- 
knüpften, sondern  die  Christen.  Es  mag  bei  der  kürze  der 
darstellung  von  D  nicht  in  betraoht  kommen ,  daas  D  nichts 
von  der  ausHeferung  des  einen  teiles  des  h.  kreuzes  und  der 
gefangenen  berichtet 

Die  auch  kulturhistorisch  wichtige  und  interessante  Schilde- 
rung Olivers  über  die  friedensvurhandlungen  und  den  schwur 
des  Sultans  AUKaroil  machen  ganz  den  eindruck,  als  ob  Oliver 
wenigstens  beim  abschluss  des  friedens  persönlich  zugegen 
gew^en  sei^  was  an  sich  auch  sehr  wohl  denkbar,  da  er,  wie 


arehen  bei  Reioaud,  Extrait«  s,  53,  L^Eetoire  a,  a,  o.  363  C,  ucid  be- 
iondan  Rdb riebt,  Beiträge  I,  s.  68/9,  1  Äl-Kamil  hatte  den  cbriaieTi 

aUletditig«  schon  vorher  bedingmngeti  eo  einem  friedenaacbluiis  ange- 
boten, die  die  Christen  aber  verwRifen  (cap.  71),  doch  weiss  D  von 
diesen  niehis. 


CLVI 


er  selbst  suj:(t  V»  als  die  ver/.weifl«m^  der  chrisieii,  in  ihrer 
isoliertheit  auf  der  Niiinsel ,  den  hühepunkt  erreicht  hatte, 
auch  seine  stimme  bei  der  frage  in  die  wagschale  legte,  ob 
iiifiii  bleiben  und  eraatz  abwarten  oder  den  rückziig  versuchen 
solltR,  Wenn  aber  Oliver  an  den  Verhandlungen  der  grossen 
peraüolicli  beteiligt  war,  dann  wiegen  seine  angaben  ums« 
schwerer  und  lassen  es  ausgeschlossen,  dass  darstellungen  wie 
in  D,  die  von  Olivers  schildening  in  der  auffassung  und  in 
den  tbatsachen  abweichen,  von  ihm  herrühren, 

Wer  der  Verfasser  jenes  Schlusses  in  D  ist,  entzieht  sich 
unserer  kenntnis ;  jedenfalls  ist  der  schluss  schon  ziemlich  froh 
an  (divers  werk  herangetreten. 

Gehen  wir  nun  zu  dem  Oliver  gehörigen  zusatze 
über,  der  bis  zum  schluas  von  cap.  53  reicht,  so  tritt  die 
frage  an  uns  heran,  wann  Oliver  die  fortsetzung  hinzugefügt 
hat.  Der  bericht  in  D  beginnt  mit  dem  seit  dem  eintreffen  des 
grafen  Matthäus  von  Apulien  (juli  1220)  von  dem  päpstlichen 
legaten  gefassten  entschlnas,  das  lager,  welches  der  saltan 
oberhalb  von  Daniiette  am  Nil  aufgeschlagen  hatte,  anzu- 
greifen. Die  reibe reien ,  die  sich  an  den  versuchen  der  ver-  ■ 
wirklich nng  dieses  planes  zwischen  dem  legaten  mit  seinem 
anhange  und  der  gegenpartei  knüpften,  machen  neben  den 
berichten  Ober  die  ereignisse  in  Palästina  den  Inhalt  der  fort- 
Satzung  von  D  aus.  Das  nichtsthun,  dem  sich  das  beer  vor 
Daniiette  seit  dem  februar  1220  hingegeben  hatte,  blieb  wah- 
rend des  ganzen  sommers  dieses  Jahres  unverändert  und  endigte 
ja  auch  erst  im  juli  1221,  nachdem  es  dem  legaten  gelungen 
war,  seinen  plan  durchzusetzen.  Das  letzte  in  D  berichtigte 
ereigniß  gehört  dem  november  1220  an:  die  am  22,  novemb« 
in  Rom  erfolgte  krönung  kaiaer  Friedrichs  enthält  D  noch 
nicht.  Hieraus  erhalten  wir  einen  nnhaltspunkt  für  die  ab- 
fasaimgszeit,  einen  bestimmteren  gibt  es  nicht;  wir  können 
deshalb  nur  annehmen,  dass  Oliver  die  unfreiwillige  mnsse 
vor  Damiette  dazu  benutzt  hat,  die  ereignisse  von  zeit  zu  zeit 


i 


1  Cap.  73.  Ernennt  sich  nicht,  sondern  sa^t  nur:  'Quidam  autem 
de  minoribufl,  qui  vidit  et  audivit  heo  et  riidi  etilo  led  Vdraci  de* 
scrippit'  etc. 


CLvn 


in  Beinern  werke  oocbzuiragen  und  das«  er  aus  irgend  welchen 
Ursachen I  die  sich  unserer  kenntnia  entziehen,  vielleicht  nur 
lediglich  wegen  mangel  an  etoff,  seit  dem  november  1220 
keine  nachtragung  mehr  gemacbt  hat.  Deshalb  ist  auch  das 
ende  von  D  wohl  ein  rein  zufälliges.  Die  ereignisse,  welche 
sieh  seit  dem  juli  1221  abspielten  ^  hinderten  ihn  alsdann  an 
jeder  weiteren  arbeit,  denn  mitte  juli  1221  begann  das  beer 
der  Christen  den  marsch  nilauf warte,  um  das  lager  Al-Kaniils 
anzugreifen,  am  24.  gebot  ihm  der  nach  osten  entsandte  arm 
des  Nil  halt  und  die  Christen  Kassen  fest.  Am  26,  august 
wurde  der  rückzug  angetreten  und  am  30,  sahen  sieh  die 
chrisien  genötigt,  durch  einen  friedensschluös  mit  den  Sarra- 
zenen  sich  dem  g'änÄlichen  untergärige  zu  entziehen.  Am 
8*  Eeptember  hielten  die  Sarrazenen  wieder  ihren  einziig  in 
Damiette,  dos  tags  zuvor  die  Christen  geräumt  hatten ,  und 
gleich  darauf  schifften  sich  die  pilger  teils  nach  Akka,  teils 
direkt  nach  Europa  ein.  Auch  Oliver  wird  sich  nach  Akka 
begeben  haben.  Es  liegt  auf  der  band,  dass  während  dieser 
zeit  Oliver  keine  gelegenheit  finden  konnte,  an  seinem  werke 
weiter  zu  arbeiten,  wenigstens  nicht,  es  in  die  uns  in  H  vor- 
li^ende  form  äu  bringen.  Treten  wir  H  näher,  so  werden 
wir  aufschluss  darüber  erhalten,  wie,  wo  und  wann  Oliver 
diese  letzte  dritte  redaktion  vorgeoommen  hat. 

In  H  haben  wir  die  vollständig  abgeschlossene  geschichte 
der  kreuzzQge  von  Gottfried  von  Bouillon  bis  zum  jähre  1222 
Tor  uns  in  der  form  und  dem  umfange,  wie  sie  Oliver  ge- 
wünscht zu  haben  scheint.  Es  muss  als  ein  glücklicher  zu  fall 
bezeichnet  werden,  dass  uns  diese  abachliesaende  redaktion  in 
einer  sauberen,  sorgfältigen  und  zugleich  alten  hs.  überliefert 
worden  ist.  Sic  enthält  auch  die  historia  regum  und  führt 
diese  bis  zum  laterankonzil  vom  jähre  1215,  also  bis  zu  den 
bestrebungen  um  den  kreuzzug  von  Damiette,  und  mit  der 
erwähnung  der  entaendung  des  päpstlichen  legaten  Pelagius 
4ii  transmarinas  partes*  schon  mitten  in  den  kreuzzug  hinein, 
Sie  schliesst  die  bist,  reg.  also  eng  an  die  bist.  Dam.  an, 
welche  jetzt  nicht  nur  bis  zum  eigentlichen  sclilusse  des  kreuz- 
Koges  geführt,  sondern  auch  noch  bis  zum  november  1222 
fortgesetzt    wurde    und    durch    die    eiugeschalteten    kulturge- 


CLvra 


schichtUchen  und  ethnographischen  Schilderungen  ',  sowie  dnrch 
die  wiedergäbe  der  briefe  Olivers  an  den  snltan  und  die  schrifl- 
gelehrten  Egypteus  ein  weiteres  als  rein  kreuzzngBgeschicht- 
liches  interesse  beanspruchen  darf. 

In  H  zuerst  findet  sich  auch  die  einteihmg  des  Stoffes 
in  kapitel.  Die  anfange  dieser  sind  durch  rote  initialen  oder 
durch  G-  und  §-ahn liehe  zeichen  am  rande  kenntlich  gemacht. 
Allerdings  entspricht  die  einteüung  nicht  dem  heutigen  ge- 
schmack,  und  schon  Eccard,  der  sie  im  wesentlichen  beibehielt, 
sah  sich  genötigt,  mehrfach  von  ihr  abzuweichen. 

Da  wir  in  H  die  kopie  eines  gewissenhaften  Schreibers 
vor  uns  haben  (allerdings  passieren  auch  ihm  versehen ,  die 
aber  durch  vergleichung  mit  den  früheren  redaktionen  leicht 
als  solche  erkannt  und  verbessert  werden  können),  so  können 
wir  die  redaktionelle  arbeit  in  H  sicher  verfolgen.  In  dieser 
dritten  redaktiou  wurde  noch  einmal  die  revision  des  ganxen 
textes  vorgenommen.  So  bemerken  wir  denn  äusserst  oft  die 
Umwandlung  bisher  gebrauchter  ausdrücke  in  synonyme;  ich 
verweise  nur  auf  cap.  21   extr. : 


D« 


H 


EtsicutSaniaon  pluresfitra*  Et  aicut  Samson  plures  oc- 

vit  moriens  quam   vivens  ci  d  i  t  moriens  quam  an  tea 

etc.  vivus  etc. 

ferner  auf  cap,  24:  D*:  *ut  enim  in  Alcorano  Scripten} 
h  a  b  e  n  t\  H :  *ut  enim  in  Alcorano  scriptum  e  s  t' ;  auf  cap,  35 : 
0  A  :  ^purior  aqua  p e  r  t  r  a n  s  i  t\  H :  *purior  aqua  d  e  f  1  u  x  i t', 
und  auf  cap.  40:  D^:  *cocodriUos  •  .  ,  invenimus  et  inter- 
fecimus',  H:^  cocodrillos  ,..  invenimus  et  occidimus'*. 

1  Man  könnte  uuch  vermuten»  das«  dieie  scbildernn gen  (also  lie- 
sonder«  uap.  60/69)  schon  in  E^jpten  während  der  langen  seit  der 
nntbättglceit  de^  beerea  auegearbeitet  und  später  dem  ganzen  einver- 
leibt worden  seien.  2  Und  alle  anderen  hstt.^  soweit  sie  Qberbatipl 
in  betracht  kommen  können.  3  Auf  die  Umwandlung  eines  In  D  A 
noch  bcOndlicben  präsena  oder  futur  in  ein  perfekt  oder  iniperfekt 
will  ich  keinen  besonderen  wert  legen,  denn  cup.  34  findet  sieb  wieder 
'ediücat',  wo  D  'edißcavit'  bat,  und  mehrere  andere  priUentia  sind  ohne 
guten  grund  atehen  geblieben,  wie  cap,  37  'reserrantur*,  cap,  39 
*edificatar*  und  Veservatur* .  cap.  84  *tt««ftrunt*  und  *referani\  ii.  a. 
Aendeningen  der  oben  angefahrten   art  laaaen   sieh   auch   in  der  bist. 


CLa 


Aber  nicht  nur  in  einzelnen  worten,  sondern  in  ganzen 
Ratzen  können  wir  die  ändernde,  ich  will  nicht  sagen  immer 
besdernde  band  dar  letzten  redaktion  bemerken,  wobei  zuweilen 
zugleich  der  sinn  geändert  oder  ein  zusatz  gemacht  wird  ^ ; 
z.  b.  bei  folgendem  passus  cap,  45; 


D 
Rupinus  .  .  .  quem  catholicos 
in  Tharso  civitate  potenter 
obsedit  [et  .  ,  ,  finivit  fehlt]. 
Cavens  iuniori  filie  Leonis, 
cai  .  .  .  ,  fidelitatem.  [Der 
rest  fehlt]. 


I 


vero 


Ebenso  cap.  53: 
D 
De  caatri  autem  defensoribua 
naulti  snnt  sauciati^  sed  nuUus 
mortous  preter  unnni. 

Dagegen  können  wir  wohl  die  that^iache^  dass  cap,  52  D 
die  Worte  *circa  principium  Octobris'  gleich  hinter  *ad  salin as* 
setzt  und  nach  Vintellexit*  wiederholt,  auf  die  flttchtigkeit  dva 
Schreibers  von  D  zurückführen,  und  stellen  wie  cap.  28: 


H 
Rupinus  ,  .  .  quem  catholicos 
.  .  in  Tharso  civitate  potenter 
obsedit,  et  comprebeneus  et 
incarceratus  ibidem  vitam 
finirit  Favens  autem 
luniore  filie  Leonia,  cui  .... 
fidelitatem ,  catholicos  tem- 
pore niotlico  poät  defunctus 
est. 

H 
De  castri  autem  defensoribus 
ninlti    sauciati,    pauci 
defuncti  sunt. 


D 


et 


et  sie  deprehensuni  est 
veraciter  intellectum  etc. 
oder  folgende  periode  cap,  27: 

D 
Sarraceui  aiqnidem  intra  me- 
nia  nostra  fractis  munitioni  bus 
ligneis  equitum    et    peditum 
ades  ordiaaverunt. 


H 

et  sie  veraciter  deprehensiira 
est. 

H 

Sarraceni  aiquidem  nostris 
fractis  munitioni bvis  ligneis 
equitum  et  peditum  acies 
ordinaverunt. 


re^,  verfolgen,  tlocli  tntliseD  die  meisteii  stellen  in  dieser  zweifelhaft 
bleiben»  weil  nor  der  vergleich  mit  D  möglich  ht  1  Von  giöuseren 

BttiA  tzen  in  H  h%  mir  für  die  früheren  partim  keiner  aiirgefallei), 
denn  die  stelle  cap.  45  'nee  tu  nie  o  per  coniiteui  ....  competentem*, 
die  in  D  noch  fehltp  6ndet  sich  in  B ;  e«  liei^t  hier  aUo  eine  lücke  in  D  vor 


CLX 

oder  rap.  6  die  Umwandlung  von  'septuaginta  quatnorS  vn^ 
iille  anderen  hss.  haben ,  in  *aexaginta  tres^  ohne  bedenken 
dem  Schreiber  von  H  znr  last  legen.  Diesem  ist  auch  ziiza- 
sch reiben  das  fehlen  einzelner  worte  in  H ,  wie  cap,  6:  *et  I 
alins  murns  brevior  inventiis  est\  oder  ebenda:  ^eqnites  " 
arniati  per  gradus  ascendere  possiint*,  oder  cap.  19:  *iii 
vigilia  sancti  Andree  apostoli  media  nocte  intumnertint 
fluctus',  u-  a. 

Wenn  wir  nnn  der  frage  nach  dem  ort  itnd  der  zeit  der 
entstelmng  dieser  letzten  redaktion  näher  treten  wollen,  m\ 
müssen  wir  nos  zunächst  die  persönlichen  Schicksale  Olivers] 
seit  der  rückgabe  von  Damiette  an  die  Araber  vergegen- 
Wiirtigen,  Wir  4>rthen  ,  dass  ain  8.  September  die  Sarrazenen 
wieder  ihren  einzug  in  Damiette  gehalten  hatten,  nachdem 
tags  zuvor  die  stadt  von  den  Christen  war  geräumt  worden. 
Die  kreuzfahrer  zogen  teils  direkt  nach  Europa  in  die  heimat, ' 
teils  begaben  sie  sich,  wie  der  päpstliche  legat,  nach  Akka, 
Ist  aucli  Oliver  von  Egjpteii  zunächst  nach  Akka  gefahren, 
so  kann  sein  aufenthalt  an  diesem  orte  nur  ein  äusserst  kurzer 
gewesen  sein.  Er  muss  nämlich  noch  im  herbste  1221  nach 
Europa  Übergesetzt  sein,  da  die  schiff  fahrt  während  des  wintera  M 
mlite  und  er  am  16»  februar  1222  nachweislich  '  bereits  in  ■ 
Köln  anwesend  ist  Daraus  ergibt  sich  aber  wohl  mit  Sicher- 
heit, da.ss  Oliver  die  letzte  band  an  seine  bist  Dam.  nicht 
mehr  im  orient,  sondern  in  Europa,  vermutlich  in  seinem 
früheren  aufenthaltsorte  Küln  gelegt  hat. 

Sehen  wir  uns  nun  die  fortsetzung  von  H  bis  znn»  Schlüsse 
genauer  an,  so  muss  es  zunächst  sofort  auffallen,  daaa  die 
beiden  briefe,  die  Oliver  an  den  sultan  Al-Kamil  resp.  an  die 
schriftgelehrten  in  Egypten  geschrieben  hat,  innerhalb  der  ^ 
darstell ung  der  angelegenheiten  im  morgen  lande  stehen.  Die 
erklär ung  hierfür  lässt  sich  wohl  am  einfachsten  in  der  an- 
nähme fiudeu  ,  dass  alles  in  cap.  83  ff.  enthaltene  späterer! 
njK:btrag   sei   und    dass   die  eigeutltche    bist.  Dam.   mit   dem 

briefe  an  die  schriftgelehrteE  abschloss»  oder,  vielleicht  besser, 

« 
1  Ich  verweise  hierfür   des   genaueren  anf    ffoogewe^.    die   kreni- 
predigt   des   jähre«  1224    in    der    Deutschen    Zeitschr.    fOr    Geschicht«- 
wiaiensclmft  IV,  b,  63  ff-  nnd  vorn  b.  XXXIV  ff. 


CLXI 

mit  cap-  81,  und  dass  in  letzterem  falle  die  briete  gleichsam 
als  an  hang  der  bist.  Dam.  hinzugefügt  worden  seien.  Diese 
annähme  wird  aber  zur  gewissheit,  wenn  wir  auf  einem  anderen 
Wege  zu  demselben  ziele  gelangen.  Werfen  wir  eineo  blick 
auf  B,  dem  wir  weiter  unten  noch  näher  treten  werden.  Hier 
werden  die  beiden  briefe  an  Al-Kamil  und  die  schriftgelehrten 
bereits  nach  cap,  53,  d.  h,  also  gerade  an  der  stelle  einge- 
fügt, bei  der  D  ohne  den  fremden  zusatz,  also  die  zweite 
redaktion,  endigt.  Es  ist  dies  sehr  bezeichnend  und  wichtig 
für  die  entsteh nngsart  des  ganzen.  Diese  briefe  hat  demnach, 
wie  es  ja  der  ganzen  Sachlage  entspricht ,  Oliver  bereits  in 
Egypten  oder  während  seines  kurzen  aufenthaltes  in  Äkka 
geschrieben  und  in  Europa  selbständig  der  öffentlichkeit  tiber- 
geben ',  Darauf  erfolgte  denn  zunächst  die  Veröffentlichung 
des  stQckes  cap*  55/81  als  seihständiges  ganze  mit  einer 
eigenen  einleitung  (vgl,  den  anfang  von  cap.  55).  Dieses  stück 
reiht  sich  denn  auch  in  B  unmittelbar  an  die  briefe  an.  Es 
fehlt  in  B  aber  cap.  54,  und  es  ist  doch  woh!  wahrscheinlich, 
daas  dieses  mit  der  letzten  Überarbeitung  nachgetragen  wurde 
und  zugleich  den  kitt  lieferte,  der  da^  selbständig  bearbeitete 
stück  cap.  55/81  mit  der  früheren  redaktion  (D)  zu  einem 
ganzen  vereinigte.  Bei  dieser  Überarbeitung  werden  denn  wohl 
auch  die  redaktionellen  änderungen  in  den  frühereu  teilen 
stattgefunden  haben  und  ergab  es  sich  von  seibat,  dass  die 
briele  an  Al-Kamil  und  die  schriftgelehrten  an  den  schluss 
des  ganzen,  d.  h»  hinter  cap.  81  traten. 

Um  es    also  noch    einmal    kurz  zusammenzufiissen :    Wir 
können  innerhalb  der  dritten  redaktion    bis    zum  schluss  von 


1  Oliver  konnte  hierbei  »ehr  gnt  den  bestimmten  zweck  verfolgen, 
suuäcbat  Beine  landsleiite  über  die  reltgion  der  Araber  und  doa  ver- 
bältni«  den  muhamedanisraue  tum  cbrietentum  aufzulilären.  Bezaubert 
von  der  grossmut,  die  Al-Kamil  den  cbriaten  in  deren  unglücklichen 
läge  erwies,  mochte  ihm  der  veranch  lohnend  erscheinen,  zu  beweiseD, 
diM  entgegen  den  falschen,  meiat  ja  geradezu  fdrchterlicben  voratel- 
langen,  die  die  Christen  des  abendlandes  vom  islam  hatten ,  der  Mu* 
hamedaner  auch  nach  seiner  religion  zu  einer  chriatüchen  band  hing 
and  chriatlichen  denkweise  doch  nicht  ganz  iinfUhig  sei,  und  dass  es 
deshalb  der  mühe  doch  wohl  wert  sein  könnte  ausser  mit  dem  Schwerte 
auch  mit  geistigen  waä'en  die  feinde  des  glaubens  zu  bekämpfen. 
Uüver.  l 


cap*  81  uoierscbeiden  1)  besondere  ausgäbe  der  briefe  an  Al- 
Kamil  und  die  gelehrten  von  Ei^ypten,  2)  besondere  anagabe 
von  Ciip,  55/81,  3)  zusamDienfiigung  von  2)  und  1)  mit  dar 
zweiteo  redaktion  und  hinznfügung  von  cap,  54. 

Dies  letztere  nmss,  vfie  sich  aus  dem  nach  folgenden  er^ 
gibt,  noch    im  Sommer    12  22  geschehen  sein. 

Im  laufe  des  Jahres  1222  ist  die  künde  von  den  ereig- 
nissen  in  Armenien  zu  Oliver  ge^lriingen,  vielleicht  durch 
leute,  die  in  Akka  geblieben  waren  und  die  nuchrichten  mit 
nach  hause  brachton,  und  er  fügte  das,  was  er  hörte,  in 
cap,  83  und  84  noch  hinzu*  Er  schliesst  eap.  84  mit  dem  ■ 
Vorsatz,  auch  die  weiteren  ereignisse  zu  verfolgen :  *Su[>er 
oninem  igitur  laudem  tuam  («eil.  Dei)  qiiantum  valef)  et  quantum 
dederis  adiciendo  prnsequar  sequentiaV.  Die  worte  lassen  aich 
kaum  anders  versahen  ak  dahin,  dass  Oliver,  nachdem  ihm 
noch  aüdere  ereignisse  berichtet  waren  ,  nun  auch  diei*e  noch 
hinzufügen  will  und  sich  dazu  dieses  Überganges  bedient. 
Sie  setzen  eine  zeitliche  lücke  zwischen  dem  aufzeichnen  von 
cap,  84  und  dem  von  cap.  85  voraus. 

In  cap.  85  setzt  Oliver  seine  geschichte  bis  zum  uovember 
1222  fort;  das  zuletzt  erwähnte  datum  ist  die  berufung  des 
hoftages  nach  Verona  durch  kaiser  Friedrich  II,  auf  Martini. 
Wir  können  demnach  deutlich  unterscheiden  einmal  die  fort- 
setzung  der  hiat.  Dam.  (bis  cap.  81)  d.  h.  die  aufzeicbnung 
dessen,  was  Oliver  selbst  erlebt  hat,  die,  wie  oben  dargeihan, 
wieder  in  drei  verschiedene  abteilungen  sich  scheidet ,  und 
einen  anhang  (cap.  83 — 85)  d,  h-  die  stückweisen  aufzeichnungen 
von  dem,  was  Oliver  nachträglich  auf  berichte  anderer  hin* 
hinzufügte. 

Wenn  wir  nun  annehmen,  dass  Oliver  die  ereignisse  von 
cap.  85  bald  nach  der  zeit,  in  welche  sie  fallen,  verzeichnete 
—  dafür  konnte  der  umstand  sprechen ,  dass  Oliver  nichts 
davon  erwähnt,  dass  der  nach  Veroua  berufene  hoftag  aus- 
fiel '  —  und  mit  dem  beginn  des  Jahres  1223  die  bist  Dam. 
in  der  uns  vorliegenden  gestalt  der  öffentlichkeit  übergab, 
dann  braucht  man  vielleicht  keinen  allzugros^en  unstoss  daran 


I 

I 


i 


1  BöbiTier-Ficker  Eeg,  imp.  V,  1409  b. 


cLxin 


I 


oehmen,  wenn  Albericus  in  seiner  chronik  suni  jähre  12  23 
aagl:  ^Hacasque  magister  Oliver us  perdiixii  historiam  snam 
Jeroaolimitanam*  *♦  Es  ist  also  nicht  notwendig  anzunehmen, 
dass  die  obige  bemerkong  Albericha  darauf  hinweise,  dass 
Oliver  sein  werk  noch  bis  zum  Jahre  1223  fortgesetzt  habe. 
In  der  ihat  wird  Oliver  keine  weitere  bemerk ungen  seiner 
bist.  Dam.  hinziigeftigt  haben.  Seine  wähl  zum  bischof  von 
Paderborn  brachte  ihm  auch  bald  einen  neuen  Wirkungskreis 
und  führte  seine  Thätigkeit  auf  ein  anderes  gebiet. 

Es  mögen  hier  noch  einige  beraerkungen  tlber  die  hs.  B 
folgen,  die  ihrer  eigenartigkeit  wegen  ein  besonderes  interesae 
beanspruchen  kann,  B  enthält  iiiichst  H  den  grössten  teil  des 
textes  der  bist.  Dam.,  ihre  entstebung  aber  ist  völlig  nnab- 
faängig  von  der  redaktionellen  fcliatigkeit  des  Verfassern,  Sie 
ist,  ähnlich  wie  W,  eine  von  anderer  seite  vorgenommene 
susammenstellung  einzelner  textabschnitte  ohne  durchgreifende 
redaktion.  Die  hs,  zeigt  in  jeder  hinsieht  die  Verwandtschaft 
mit  Z,  seibat  in  kleinigkeiten ;  alle  auslassungen  und  zuslitze 
IQ  Z  finden  sich,  wie  wir  oben  sahen,  anch  hier;  abweichungen 
von  dessen  angaben  sind  leicht  als  unanfnierkaamkeiteo  der 
resp.  abschreiber  erkennbar  und  an  sich  geringfügig.  Dem- 
nach  fehlt  also  in  B  (abgesehen  von  kleineren)  die  ganze 
partie  „Ante  captionera*^  bis  , publice  pronmlgavit"  (cap.  35/36) 
und  cap.  39,  Dennoch  ist  eine  direkte  benutzung  der  einen 
hs,  durch  die  andere  ausgeschlossen,  wenngleich  ihre  indirekte 
Verwandtschaft  nicht  wird  geleugnet  werden  könneiL  Z  hat 
wohl  nie  weiter  gereicht  als  in  der  vorliegenden  form,  aber 
eine  schwesterhs,  von  Z  muss  es  gewesen  sein,  die  die  grund- 
lage  von  B  bildet.  Wir  können  dies  wohl  schon  daraus 
schliessen,  dass,  soweit  Z  reicht,  B  in  Übereinstimmung  mit  Z 
die  form  'Daraieta'  oder  'Daniietba*  zeigt,  dann  aber  sofort  zu 
der  form  'Damiata*  übergebt.  Ferner  sprechen  dafür  einige 
Z  und  B  gemeinsame  grobe  missverständnisse ;  einige  beispiele 
mögen  folgen:  cap.  9  haben  Z  B:  *in  villa  Bedom  Frisie 
Meounay*,  wo  letzteres  wohl  der  name  der  villa  in  *Bedom  Fr,* 
in  soll;  richtig  mit  H:  'mense  Maio*;  cap,  10  haben  in  dem 


l  Mon.  Germ.  «a.  2Z,  h^  9ia. 


CLXnr 


pasans  *pauci»  navibus  de  proTrincüs'  Z  wie  B  ^tameti*  ftlr 
*navibus^ ;  cap.  38  haben  beide  Hribocco'  för  *trabucci* ,  und 
cap.  40  macheu  aus  den  Worten  'estate  difficilis  est  adeo*  beide  : 
^est  autem  adeo  difficilis^  Mehr  noch  fallen  ins  gewicht  die 
zosätze  von  Z,  über  die  wir  oben  gehandelt  haben,  und  die 
sich  sämtliche  in  B  wiederfinden. 

Dagegen  beweisen  zahlreiche  anslassuugen  in  B,  die  sich 
in  Z  finden,  und  umgekehrt,  dass  ein  direkter  Zusammenhang 
beider  nicht  besteht. 

Wo  Z  abbricht,  fährt  B  ohne  jedes  äussere  UDierkmal, 
ohne  absatz  weiter  fort  bis  zu  der  stelle,  an  welcher 
D  aufhört,  um  dann,  wie  wir  gesehen,  mit  törtlassung  von 
cap*  54  sofort  die  briefe  an  den  sultan  und  die  schriftgelehrten 
im  wesentlichen  in  der  in  H  uns  überlieierten  form  daran  zu 
schliessen*  Dann  nimmt  B  die  ensahluDg  wieder  auf  mit  den 
Worten  „Incipiaui  et  complebo  dicit  Doniinus*  (cap.  55)  und 
führte  sie  wahrscheinlich  bis  zum  schlußse  des  81.  cap.  In- 
des ist  uns  der  schluss  nicht  erhalten,  vielmehr  bricht  sie  mit 
den  Worten  des  cap.  79  (gegen  das  ende)  ^  .  soldanus  elegit, 
legatuB,  rex  Jerusalem»  duK  .  .*  ab.  Der  zustand  der  hs.  be- 
weist ,  dass  hinter  diesen  worten  mehrere  lagen  pergament 
herausgerissen  sind,  und  zwar  so  viele,  dass,  wenn  B  wirklich 
bis  zum  schlösse  des  cap.  85  gereicht  haben  sollte,  doch  noch 
anderes  handschriftüches  material  mit  dem  schluss  der  bist. 
Dam.  abhanden  gekommen  ist. 

Die  entstehung  dieser  hs.  scheint  demnach  klar  zu  sein* 
Eine  mit  Z  verwandte  hs.  bildete  den  ersten  ansatz,  an  den 
nach  der  folge  des  erscheinens  zunächst  die  fortsetzung  der 
zweiten  redaktion  (D),'  durch  den  Schreiber   angefügt  wurde. 


1  Dbjs  diese  redaktion  und  nicht  etwa  eine  a ödere  (H)  benutit 
wurde,  zeigen  die  aowobl  in  B  wie  in  D  fehlenden  etellen :  cap,  45; 
*Eodem  fere  temjHjre  —  extremuni',  *et  eonaprehensus  —  finivHS  und 
*Cfttholica»  —  delunctu»  eat* ;  cap.  47  :  ♦presertim  quia  Hiivius  iam  crevit* ; 
ferner  die  auffallende  {Ibereingtimmung  von  V  und  B  in  folgendes 
stellen:  cap*  46:  'multitudo  in  via'  für  'nimia*  in  H,  und  cap.  48; 
*propter  v  e  1  o  c  i  t  a  t  e  m  c  u  r  a  u  »  et  inopiam  aqiiarum*,  wo  die  ge- 
sperrten Worte  in  H  fehlen  ;  cap,  49:  D  B:  *deferebant  versus  Damiatem*, 
H:  *  versus    Dam.  afferebant* ;    cap.  52  haben  D  B:    'vineas   deatm^it*, 


I 


I 


CLXV 

der  iDdea  Dicht  bemerkte,  daas  bereits  in  den  früheren  teilen 
Zusätze  gemacht  worden  waren,  sodann  die  briefe  und  endlich 
der  selbständig  veröflFentlichte  teil  cap.  54/81.  Die  entatehung 
ist  also  eine  rein  äusserliche ,  mechauiBche.  Wohl  möglich, 
dass  die  vorläge  von  B,  wenn  sie  erhalten  wäre,  verschiedene 
hande  zeigen  würde,  vielleicht  vier,  für  jede  der  oben  genannten 
abschnitte  eine;  vielleicht  waren  die  einzelnen  abscbnitte  auch 
noch  getrennt  durch  die  hs.  anderer  werke;  B  hätte  sie  dann 
herausgenommen  tmd  zu  dem  vorliegenden  ganzen  vereinigt. 
Doch  sind  das  eben  nur  Vermutungen,  für  die  ein  beweis  nicht 
erbracht  werden  kann. 

In  B  haben  wir  die  einzige  hs. ,  die  uns  für  die  letzten 
teile  der  bist.  Dam.  und,  zusammen  mit  T,  für  die  beiden 
briefe  an  den  sultAu  und  die  schriftgelehrten  eine  kontroUe 
von  H  gestattet.  Das  günstige  urteil,  das  wir  bereits  oben 
L-Hber  H  ausgesproclien  haben  ,  wird  dadurch  bestätigt.  Es 
»sind  keine  textverbesserungen  von  belang,  die  durch  einen 
vergleich  von  B  mit  H  erzielt  werden '.  Sicher  können  wir 
eine  lücke  in  H  nachweisen,  nämlich  cap.  74,  wo  die  betreffende 
stelle  in  B  lautet :  *Porro  unus  de  cogonibus  ,  .  nimis  elongatiis 
a  cogone  legati  undique  circumdatus  hostilibus  galeis  immer- 
gens  onam  ex  eis  in  profundum  post  [B  hat  per]  longam 
defensionem  combuatus  consumavit  agonistas.  Captus  es: 
scalandrns  legati  multa  bona*  etc.  In  H  fehlen  die  wortet 
*undique  —  legati^;  die  beiden  bald  aufeinander  folgenden 
legati*  haben  das  äuge  des  Schreibers  irregeleitet.  —  Weniger 
sicher,  aber  doch  höchst  wahrscheinlich  ist  es,  dass  auch  in 
dem  briefe  an  den  sultan  (s.  306)  in  H  hinter  den  worten 
.novissiraa  provideres*  folgender  in  B  enthaltener  passus  aus- 
gefallen ist:  *Deos  unus  ac  solus  est  sine  ullius  consortio 
pot-ealatis,    qui    in    trinitatis  unitate    tocius    mundi    gubemat 

« 
H :  *vastsvit*i  und  ebenda  D  B :  'pomerium*  für  da«  ♦ortum  pomiferum* 
in    H,    u.   a.  ID.  1  Es    mögen   hervorgehoben    werden    folgende 

stellen:  in  dem  brief  an  die  seh nftgel ehrten  (s.  309)  hat  B:  ignotua 
nobia  per  nomen  proprium  prophetft  in  partu  Virginia  eiuadem',  wo  in 
]B  in  partu'  getilgt  und  die  worte  'virg.  eiusdem^  timgestellt  werden; 
•benda  i,  811:  H:  'ductus  autera  ad  Pilatum*  mit  nach  'aulem'  ge- 
tilgtem 'pontifex^  B:  *ductus  ante  pontificen  et  Pilatum*, 


CLXVI 

Imperium  sopra  omiiam  magnittidinBmf    quam    possit  hnma 
estiraatio  comprehendere^  — 

Die  bist.  Dam.  ist  eine  der  hauptfiachlichsten  quellen  för 
die  geschicbte  des  fünften  kreurzuges.  SiDd  wir  auch  durch 
andere  zeitgenössische  achriftst eller  und  teilnehmer  des  kreuz- 
zuges  in  einzelnen  punkten  genauer  nnierrichtefc  als  durch 
Oliver,  so  gibt  es  doch  kaum  ein  zweites  werk,  das  sich  an  klar- 
heit  der  darsteUung  und  Zuverlässigkeit  mit  ihm  messen  kann, 
Oliver  seihst  sagt,  dass  'quod  vidimus  et  audivimua  et  intellexi* 
mus,  Bcribimue  absqne  falsitatis  amniixtione  S  und  bekundet 
später  ^,  dass  er  Vrudi  stilo  sed  veraci  descripsit',  was  er  gesehen 
und  gehört  hat.  Und  es  ist  wahr,  nirgends  kann  man  ihm  be- 
wusste  entstellung  der  Wahrheit  zu  gunsten  einer  partei  oder 
einer  bestimmten  persöolichkeit  nachweisen;  einzelne  irrtümer 
sind  auch  ihm,  wii^  wir  sahen,  untergelaufen,  aber  nirgends  finden 
wir  gröbere  Verstösse.  Selbst  seine  Parteinahme  für  den  päpst- 
lichen legaten,  die  übrigen»  niemals  stark  in  den  Vordergrund 
geschoben  wird,  lie^s  ihn  nicht  ungerecht  gegen  dessen  gegner 
werden,  Ueberhanpt  tritt  er  mit  seinem  urteil  selten  scbarf 
hervor,  und  wenn,  dann  doch  fast  regelmiissig  vun  seinem 
Standpunkt  als  geistlicher  aus,  nicht  als  politiker  oder  partei- 
mann ^ 

Seihst  gegen  die  anhänger  des  Islam  ist  er  nicht  in  der 
weise  thöricht  eingenoninien,  wie  die  meisten  seiner  Zeitgenossen. 
Er  hat  sich  mit  den  religiösen  anscbauungen  der  Muhamedaner 
im  wesentlichen  vertraut  gemacht,  und  wenn  er  auch  an  das 
märchen  von  dem  apostatischen  mönch  Sergius  glaubt,  der 
dem  ungebildeten  Muhamed  der  erste  ratgeher  gewesen  ist,  so 
sind  seine  sonstigen  anslassungen  über  den  islam  doch  ruhig 
und  sachlich  und  ohne  Voreingenommenheit  ^.  Er  findet  im 
islam  noch  manches,  da«  mit  dem  christenthume  ähnlicnkeit 
liat ;  mancher  gute  grundgedanke  sei  vorhanden,  nur  die  falsche 
auffassung  verblende  die  leute,  sie  seien  deshalb  auch  besser 
häretiker  uls  Sarrazenen  zu  nennen  ;  aber  die  falsche  benennung 
überwiege   nun    einmal  \     Dennoch    würde   man    wohl   kaum 


1  Vgl.  das  proemiuin. 
cap,  28  über  die  Geuuener 


2  Cap   78.  3  Das  schftrfiite  wohl 

4  Beaonderd  cap,  24.  5  a.  a.  o- 


cLXvn 

vorausBetzen  dürfen,  dass  der  isiam  für  Oliver  auf  einer  stufe 
stehe  mit  den  christlichen  sekten,  die  er  im  Orient  vorfand 
und  auch  anführt  V  Wir  haben  aber  oben  in  seiner  vita  be- 
reits gesehen,  wie  er  die  edlen  charakteraeiten  seiner  glaubenB- 
feinde  wohl  zu  würdigen  versteht;  wir  werden  nirgends  in 
einer  «einer  schriften  einen  pasKus  ausfindig  machen  können, 
in  welchem  er,  wie  oft  die  Schriftsteller  dieses  und  anderer 
kreuzzöge,  die  Miihamedaner  aus  angeborener  oder  durch  ihren 
glauben  ihnen  anerzogener  hiiiterlist,  perfidie  und  Schlechtig- 
keit handelnd  auftreten  lässt.  Der  sultan  Al-Ädil  allerdings 
^sepultns  est  in  infemo*.  aber  nicht  weil  er  Muharaedaner  ist, 
sondern  weil  er  seine  briuler  und  verwandten  ihrer  angeerbten 
reiche  beraubt  hat '. 

Mit  dieser  duldsamkeit  gegenüber  andersgläubigen  band 
in  band  geht  auch  eine  gesunde  auffassung  anderer  Verhält- 
nisse, durch  die  Oliver  bei  seiner  sonst  streng  kirchlichen 
richtung  man  könnte  fast  sagen  seiner  zeit  vorausgeeilt  ist 
Wir  haben  bereits  an  anderer  stelle  *  des  genaueren  aus- 
geführt,  dass  Oliver  nie  daran  würde  gezweifelt  haben,  dass 
gott  wunder  wirken  kann  und  auch  wirkt,  wenn  er  e«  ffir 
angebracht  hälL  Selbst  von  jenem  krassen  Wunderglauben , 
wie  ihn  seine  zeit  mit  sich  brachte,  war  er  nicht  frei.  Um 
so  mehr  müssen  wir  uns  wuntlem^  dass  er  jene  mondfinsternis, 
die  beim  ersten  betreten  des  egyp tischen  landes  durch  die 
Christen  stattfand,  nicht  sofort  als  ein  den  kreuzfahrem  ge- 
gebenes sichtbares  zeichen  von  dem  fall  des  ^halbmondes'* 
auffasste.  Allerdings  sagt  er,  dass  die  Christen  die  mond- 
finstemis  in  gutem  sinne  für  sich  auslegten,  „weil  die  Sarra- 
zenen  der  zu-  und  abnähme  des  mondes  grosse  kraft  zuschreiben", 
dass  das  ereignis  aber  sonH  „aus  natürlichen  gründen"  ein- 
trete V  Es  dürfte  niclit  leicht  seiu,  einen  zweiten  Schriftsteller 
der  zeit,  und  zumal  einen  geistlichen,  zu  finden,  der  in  dieser 
unbefangenen  weise  Ober  das  ereiguis  geurteilt  hätte. 

Im  übrigen  aber  gebt  durch  die  ganze  bist.  Dam»  die 
auffaasung  hindurch,  dass  der  ganze  kreuzzug  ein  gotteswerk 


l  Cap.  62  ff.  2  Cap.  18, 

8.  257  f.  4  Cap.  10, 


3  Weflideatsche  Zeiischr.  7, 


Bei,  eine  von  goU  gewollte  und  deshalb  auch  von  ihm  be- 
günstigte handlung.  Diese  idee  verlädst  ihn  keinen  augenblick. 
Aber  dieser  gott  verlangt  dafür  auch  von  jedem  seine  Schuldig- 
keit in  wort  und  that.  Und  so  lange  die  Christen  sich  ehrbar 
und  gottes fürchtig  betrugen ,  konnte  gott  wohl,  eben  weil  er 
sie  liebte,  sie  der  prüfuog  uoierziehen,  wie  einst  Jonas  und 
den  apoatel  Paulus ,  und  er  that  es  auch  durch  die  grosse 
Sturmflut  und  diu  pest  im  beere  * ;  und  er  weiss  dann  auch 
7,u  belohnen  und  mit  gutem  zu  vergelten;  fast  poetisch  kann 
Oliver  berichten ,  wie  in  der  höchsten  not  beim  angriff  auf 
den  kettenturm  „durch  die  thräuen  der  gläubigen  das  feuer 
der  feinde  erstickt  wurde"  *,  und  fast  unblutig  wurde  Damiette 
erobert  und  obendrein  noch  Tanis  den  Christen  ganz  unerwartet 
geschenkt.  Aber  undank ,  der  sich  besonders  in  lauheit  im 
handeln  äussert^  wird  auch  bestraft.  Und  gerade  hierin  hat 
Oliver  öfters  gelegenheit  genommen,  die  kreuzfahrer  zu  t-adelu, 
die  statt  die  mühsaleu  zu  erdulden ,  die  die  übernähme  des 
kreuzes  ihnen  auferlegt,  lieber  ^procumbentes  ad  terram  ore 
pleno  de  babundantiu  temporalium  bibernnt'  ",  Schon  nach 
dem  falle  des  kettenturmes  waren  es  besonders  ^principe«  M 
nostri'  \  welche  die  bestürzuug  der  Sarrazeneu  nicht  ausnutzten^  fl 
sondern  in  unthatigkeit  versanken.  Trotzdem  noch  gibt  ihnen 
gott  den  wunderbaren  rückzug  der  feinde ,  der  den  unge- 
hinderten Übergang  über  den  Nil  gestattete.  Aber  endlich 
folgte  doch  die  strafe  in  jener  bedeutenden  niederlage  vom 
29.  august,  durch  die  das  beer  eine  reihe  tapferer  manner  und  M 
guter  ratgeber  eiubüsste.  »Aber  die  strafe  war  noch  klein  " 
im  vergleich  mit  der  schuld"  *.  Sofort  indes  macht  gott, 
der  nicht  im  zorne  ausharrt,  wieder  von  seinem  erbarmen 
gebrauch  und  veranlasst  den  sultan  zu  friedensverhandlungen, 
während  derer  den  Christen  gelegenheit  gegeben  ist ,  sich  zu 
erholen  und  wieder  kräfte  zu  sammeln« 

So  unterlässt  Oliver  bei  keinem  grösseren  ereiguis,  wenn 
es  für  die  Christen  günstig  ausfiel,  die  grossmut  und  liebe 
gottes  hervorzuheben,  wenn  ungünstig,   es    als    gottes    strafe 


1  Cap,  19  er.  2  Gap.  13.  3  Gap.  5.  4  Cap.  15. 

5  Gap.  29. 


CLXIX 


oder  pröfung  anzusehen.  Selbst  der  verlüst  von  Damiette, 
80  schwer  auch  die  hierdurch  über  die  kreuzfahrer  verliaogte 
strafe  war,  beweist  doch  auch  wieder  nur  das  tinversiechbare 
erbarmen  gottes,  den  'naturalis  foiis  booitatis*,  indem  die  dem 
untergange  schon  geweihten  wunderbar  errettet  werden  und 
einen  frieden  erlangen,  wie  er  unter  den  obwaltenden  Ver- 
hältnissen günstiger  garnicht  gedacht  werden  konnte.  Denn 
für  eine  stadt,  die  die  Christen  überdies  wegen  der  zu  ge- 
ringen dauerhaftigkeit  des  egyptischen  getreides  doch  nicht 
lange  hätten  halten  können,  haben  sie  das  verlorene  stück  des 
heiligen  krenzes  und  viele  tausend  gefangene  wiederbekommen  ', 
Der  grand,  warum  Damiette  wieder  so  schnell  in  die  bände 
der  ungläubigen  Überging,  ist  Oliver  auch  keinen  augeiiblick 
zweifelhaft  * :  durch  seine  üppige ,  eitele  und  aufrührerische 
art  schon  war  es  gotfe  und  den  menschen  wenig  angenehm ; 
es  kam  nun  noch  dazu  der  undauk  der  Christen,  mit  dem  sie 
selbst  die  Juden  und  die  heidnischen  Römer  übertrafen,  denn 
diese  opferten  nach  der  gewonnenen  schlacht  dem  Apollo  einen 
goldenen  miachkrug^  jene  nach  dem  siege  über  die  Madianiter 
ihrem  gotte  kostbare  gerate,  aber  die  Christen  haben  bei  der 
Verteilung  der  beute,  obwohl  jede  alte  frau  und  jedes  kind 
über  zehn  jähre  bedacht  wurde,  Christus  von  der  beschenkung 
ausgeschlossen  und  den  zehnten  ihm  nicht  entrichtet  —  ganz 
»bgeflehen  davon,  dass  bei  der  Verteilung  der  tore  und  türme 
der  Btadt'  jenem  volke,  das  am  meisten  bei  der  belagerung 
Damiettea  sich  ausgezeichnet  hat,  den  Friesen,  kein  oder  doch 
nur  ein  ganz  verächtlicher  anteil  zufiel. 

Trotzdem  die  bist.  Dam.  zu  verschiedenen  Zeiten  entstanden 
und  aus  verschiedenen  stücken  zusammengesetzt  ist,  leidet  sie 
doch  nicht,  wie  man  vermuten  könnte,  an  Unebenheiten, 
wiederhol  an  gen  oder  widersprochen.  Einen  Widerspruch  konnte 
man  wohl  in  dem  urteil  über  Damiette  nach  der  eroberung 
und  bei  dem  Verluste  finden;  denn  nach  dem  Übergänge  in 
den  besitz  der  Christen  ist  es  die  *inclita  in  regnis,  famosa 
multnm*  ^  nach  dem  Verluste  die  *bestia*,  welche  ^regressa  est 
in  latibalam  suum,  in  antro  suo  moratur'  *.     Indess  darf  man 


1  Cap.  80.        2  C»p.  82.        3  Cap.  39.        4  Cap.  33.        5  Cap.  82, 


CLXX 

hier  wohl  nicht  zu  streng  urteilen    und   ranss  erwägen ,    dfl 
die  erste  stelle  unter  dem  eindruck    des  freudigen    ereignissee 
geschrieben  ist,    die  andere  unter    dem   drucke  der  immerhin 
beschämenden  niederlage. 

Schon    Olivers   Zeitgenossen    haben    der    bist.    Dam.    viel 
beaclitnng  erwiesen    und    anch  später    ist  sie   gewürdigt   und 
viel  benutzt  worden.     Und  sie  verdient  es  auch  nicht  nur  durch 
ihren  inhali  ^  sondern    auch    durch    ihre    art    der   darstellung 
Die  uusdrucks weise    versteigt   sich    zwar    an    den    stellen»   an 
welchen  Oliver  pathetisch  wird,  zu  einer  unendlichen  geschraabt- 
heit  V,  ist  sonst  aber  korrekt  und  klar.     Sein  latein  ist  natQr- 
lieh   nicht   klassisch,    sondern    das    der  zeit,    durchwebt    von 
ausdriicken  aus  der  Vulgata,  steht  aber  doch  hoch  über  dem 
der   meisten    seiner   Zeitgenossen,     Man   merkt,    dass    es   ihm 
leicht  aus  der  feder  floss,  dass  er  lateinisch  dachte  und  nicht  ■ 
mühsam  ans  seiner  muttersprache  übersetzte.     Deshalb  ist  sein  | 
ansdruck  glatt    und  eine  verfehlte   konstruktion  '    selten,    die 
form  des  ausdrucks  mannigfach^  gewandt,  ja    elegant*.     Er 
verschmäht  es,   seine  darstellung    durch    redende  peraonen  zu 
bidebeu;  er  benutzt  statt  dessen  ein  mittel,  für  das  wir  ihm  viel  ■ 
dankbarer  .sein  müssen :    er   flicht  in    seine  darstellung  scenen 
aus  dem  leben  und  die  religiösen  ansichteu  der  bewoho^r  der 
länder  ein,  in  denen   er  verweilte    und  weiss    hierdurch  mehr 
und  besseres  zu  bieten ,    als    mancher    zeitgenössische  schrift-  i 
steiler  durch  erfundene  reden  und  gespräche. 


VIL   Die  briefc. 

Zu  dieser  Sammlung  wurden  nur  diejenigen  briefe  ge- 
rechnet, die  uns  als  solche  erhalten  und  nicht  .später  in  die 
hist.  Dam.  hineingearbeitet  worden  sind.  Eb  konnte  also 
der  von  Röhricht*  mit  uro.  IV  bezeichnete  brief  hier  aus- 
fallen, weil  dieser  als    ein    wesentlicher    teil   der   bist.   Dam. 

bereits  mit   dieser    untersucht   und  gedruckt    ist  (cap.  17/34). 

* 

1  Vgl.  z.  b.  cap.  34  und  42  iuit.  2  Eine    solche   »*  b.  c*p.  6. 

3  Vgl.  Ä,  b,  die  beachreibung  der  borg  cap.  6  und  des  kämpf  es  cap.  IS* 

4  Köh rieht,  die  briefe  des  kölner  »cholÄsi.  Oliver  in  der  Westdeutschen 
Zeitachrift  X,  s.  161/208. 


CLXXI 

1.  Den  brief  an  den  f^rafen  ?on  Namiir  schrieb 
Oliver  Ton  Friesland  aus  bald  nach  den  ereignissen,  die  er  in 
diesem  mitteilt ,  d.  h,  im  juni  1214.  Der  brief  ist  gerichtet 
an  den  grafen  Peter  ?on  Courtenay  und  seine  ge  mahl  in  Jo- 
lanta  ^  nnd  berichtet  die  wunder  nnd  die  gro^sartigen  erfolge, 
die  Oliver  in  Friesland  errungen  hat,  und  sehliesst  mit  dem 
wünsche,  dass  das  unternehmen,  für  das  Oliver  thäiig  sei  und 
dem  der  graf  sich  auch  bereits  angescbloasen  hätte,  vom  er- 
folge begleitet  sein  möge.  Der  brief  hat  deshalb  noch  ein 
besonderes  interesse,  weil  er  una  in  manche  eiuÄelheiteii  ein- 
weiht, die  Oliver  (tnid  ähnlich  wie  er  wohl  die  meisten  anderen, 
da  ja  alle  nach  bestimmten  päpstlichen  Verordnungen  ver- 
fuhren) bei  seiner  krenzpredigt  beobachtete. 

2.  Der  zweite  brief,  ebenfalls  noch  ans  dem  Friesen- 
lande  im  juni  1214  geschrieben,  ist  au  den  kardinatpriester 
Robert  von  Cour^on,  der  damals  in  Paris  war,  gerichtet  und 
hat  ausser  seinem  inhalte  auch  noch  insofern  wert  für  uns, 
ab  wir  aus  ihm  ersehen,  dass  Oliver  zu  dieser  einflussreichen 
persdnlickeit  in  nahe  beziehungen  getreten  ist.  Was  seinen 
in  halt  anlangt,  so  deckt  er  sich  teilweise  wörtlich  mit  dem 
dee  vorhergehenden.  Er  ist  uns  überliefert  in  einer  predigt  des 
Odo  von  Ceriton,  worin  ihn  B.  Haureau  fand  und  herausgab. 
Odo  schickt  dem  briefe  die  wnrfce  voraus  :  'Magister  <  tlindorius, 
quem  Parisius  vidi  laudabiliter  conversare,  magistro  Uoberto 
tnnc  sancti  Stephani  in  Celio  monte  cardinali  scripsit  in  hiinc 
modom^ 

3.  Den  dritten  brief  hat  Oliver  von  Egy]»ten  aus 
an  den  erzbischof  und   den  klerus  von  Kuhi  geschrieben  und 


1  Indem  ich  des  näheren  auf  meine  arbeit :  der  kölner  dotnacholaater 
Oliver  ali  kreuÄprediger  1214/17  in  der  Weitdeufe«chen  Zeitschr.  VO, 
2SS/270  verweise,  map?  hier  bemerkt  werden,  dass  der  jjraf  Peter  nach 
der  aiigabe  Olivers  doch  ftchon  daskrens  genommen  hatte,  denn  in  dem 
tftUe  des  briefes :  'qnoninm  ad  tnilitiam  Jesu  Christi  vobis  salubriter 
et  Terre  sanct«  tit  fiperamus  ntiliter  signati  estis'  bezieht  sich  daB 
'Qt  «peramus'  nur  auf  uliliter.  Es  wird  übrig'ens  als  teilnehmer  am 
kreaxxng"  nur  ein  g^raf  Heinrich  von  Namnr  genannt,  vgl.  Eöhricht, 
Beiträge  TI,  a.  371,  die  Deutachen  im  h,  l.  b,  109.  Vgl,  »onst  aucb  hiat 
Ihm.  cap,  9,  Caea.  Heiaterb.  DiaL  mir,  (ed.  Strange)  X,  37  (Röhricht  Te*t. 
min.  101),  Homihael,  119,  Mtgne,  PatroL  hit.  UCXVIK   238,   nro,  109- 


cLXxn 

berichtet  hierii]  die  ereignisse  vom  3.  november  1217  bis  ende 
august  1218  ;  bald  darauf,  ende  august  oder  anfaüg  September 
1218  wird  der  brief  denn  auch  abgefasst  worden  sein,  wie 
wir  bereÜB  oben  sahen.  Vielleicht  thiit  man  am  besten,  an- 
zunehmen, dass  er  gleichzeitig  abgegangen  ist  mit 

4.  dem  vierten  briefe,  den  Oliver  vor  Damiette 
1218  September  14.  datiert  hat.  Diesen  richtete  er  an  diej 
geistlichkeit  und  die  ratsleute  in  Friesland  und  lobt  in  ihm 
die  friesischen  kreuzfahrer  wegen  der  tapferkeit,  aufopferung 
und  treue,  die  sie  vor  Damiette  erwiesen  hätten,  und  bittet,  sie 
freundlich  aufzunehmen.  Dieses  schreiben  wurde  begleitet  von 
einem  des  patriarchen  von  Jerusalem  an  die  äbte  von  Klarcamp, 
Mariengarten  und  Dokkum  ^ 

5.  Der  fünfte  brief  ist  an  den  sultan  von  Egypten 
gerichtet  und^  wie  sich  aus  dem  itinerar  Olivers  mit  gewiss- 
heit ergibt  ^,  noch  im  September  1221  geschrieben»  Der  zweck 
dieses  briefes  ist  kein  geringerer  als  der,  den  sultan  von  seinem 
falschen  glauben  abzubringen  und  der  christlichen  religion 
zuzuführen ,  und  ihn  zur  herausgäbe  des  heiligen  landea  zu 
bewegen.  Was  den  genaueren  inhalt  und  die  anläge  des 
briefes  betrifft,  so  genügt  es,  auf  die  erschöpfenden  Vorbe- 
merkungen Köhrichts  in  seiner  ausgäbe  der  briefe*  hinzu- 
weisen. 

fi.  Gleichzeitig  mit  dem  vorigen   entstand  der   sechste 
brief*,    mit    welchem  Oliver   sich   an    die  Moctores  Egypti* 
wendet,   um  ihnen  den  beweis  für  die  göttlichkeit  Christi  und 
seiner  lehre  zu  erbringen.     Im  übrigen  verweise  ich  auch  fürl 
diesen  brief  auf  Röhricht  s.  168. 

7.  In  dem  siebenten  briefe,  der  nach  dem  oben 
8.  XXXIX  gesagten  in  den  märz  1224  zu  setzen  ist,  bittet  Oliver 
den  abt  Konrad  von  Premontre,  gegen  den  propat  Herdericfa 


1  Gedr.  HämconluH.  Frisiii  s.  138/9.  Sohotanus,  Bist,  vao  Vriei- 
land,  anctent  Stukkea  b.  11,  v.  Mieria^  Groot  Charterb,  der  Gr.  v.  Hol- 
land T,  8.  176/7t  SchwartÄenberg  Plac-  eo  Charterb,  v.  VriesL  l,  87. 
2  Vgl.  Hoogeweg:  Die  Krenzpredtgt  des  Jahres  1224  in  Deutsch  Zeit- 
Qchriffc  für  geflcbichUwiss.  IV«  s.  64  und  vorn  a.  XXXH,  Rabricht,  Regg, 
regni   Hiero«ol   nro*  947.  3  a*  a.  o,   a,  105/8.  4  Regg.  reg« 

HieroB,  nro,  948. 


CLXXIII 

Ton  Sehildwolde,    der    dnrcli    seinen  lebenswandel   allgemein 
ärgemig  errege,  mit  den  kirchlichen  strafen  vorzugehen. 

8»  In  dem  achten  briefe  teilt  Oliver  den  geist- 
lichen in  Friesknd  mit,  dass  er  nach  dem  von  dem  kardinal- 
legaten  Konrad  nach  Köln  berufenen  konzil  zu  reisen  beab- 
sichtige ond  empfiehlt  ihnen  die  kreuzziigsangelegenheiten. 
Da  das  konzil  auf  den  7,  juni  1224  berufen  war,  werden  wir 
den  brief  auf  ende  mai  ansetzen  können  ^ 

9.  Der  nennte  brief»  geschrieben  zwischen  dem 
2.  juni  und  12.  jnli  1224',  ist  an  das  gesamte  Friesland 
gerichtet  nnd  enthält  die  mitteilimg,  dass  der  landgraf  von 
Thüringen,  die  Dänen  und  die  bremer  dioceae  das  kreuz  ge- 
nommen und  der  kaiser  die  Sarrazenen  in  Sizilien  besiegt  habe*. 

10.  Den  zehnten  brief  richtete  der  kardinal  Oliver 
an  den  auch  als  kreuzprediger  bekannten  doniherrn  Salomon  * 
und  beklagt  in  ihm  die  auasch reitungen  mancher  krenzprediger. 


VIII,  Benutzung  der  schrifteil  Olivers  durch  gleich- 
zeitige und  spätere  autoren, 

L    Benutzer   der  historia    regum. 

Weitere  Verbreitung  haben  nur  die  hisUjria  regiini  und 
die  biätoria  Damiatina  gefimdeo  und  vod  diesen  beiden  wieder 
bei  weitem  die  grossere  die  bist.  Dam.  Während  die  letztere, 
wie  wir  sehen  werden,  8chriftsteUern  der  verschiedensten 
europäischen  kultiirstaaten  vorgelegen  hat,  scheint  die  bist, 
reg.  nur  in  dem  lande  eine  weitere  verbreitimg  gefunden  zu 
haben,  in  dem  OHver  wohl  am  meisten  geachtet  und  am  besten 
gekannt  war,  nämlich  den  Niederlanden  und  spezieller  Fries- 
land. Es  ist  nur  gelungen  drei  quellen  ausfindig  zu  machen, 
die  die  bist,  reg.  benutzten,  und  zwar: 

^^ 

1  Vgl.  Hoogewe«^,  Paderborner  bifichofswahl  v.  jalir  1223  in  (Weatf,) 
ZeiUchr.  für  Gesch.  und  Altertumskunde,  46*,  a.  118,  WinkelmanD, 
Fnedrich  II,  1,  s.  224/5.  v.  Mieriä,  Groot  Cbarterb.  I,  e,  169  ^^etzt  ihn 
«»richtig  ina  jähr  1216  und  Dirks  in  De  vrije  Fries  II,  b.  293  in« 
jähr  1223.  2  Winkel  mann  a.  a.  o. ;  Hoogeweg  a..  el.  o.  3  Winkel- 

mmn   a.  a.  o.  206/10,   5S7^d.  4  Winkelmann  a.   a.  o.  224,    Mon. 

Gem.  Epiat.  I,  172/3  nro.  253. 


CLXXIV 

1.  E  mo  in  seiner  chronik,  gedruckt  Mon.  Germ,  ss,  XXIII. 
Dieser  hab  s.  473/475  den  ganzen  passiis  Über  die  ereigniBse 
unter  der  regiening  des  papstes  Innocenz  III.  von  den  Worten 
*Innocentiu8  papa^  qui  succeasit  Celestino*  bis  *obdormivit  io 
Domino'  (cap.   112/116)  wörtlich  hinUbergenommen. 

2.  Meuko,  Emo!5  fortsetzer,  gedrückt  ebenda.  Dieser 
entnahm  a.  539  die  atelle  *Innoeentius  papa  qai  —  maxime 
contritiunis'  und  knrz  vorher  den  bericht  über  den  tod  Frie- 
drich Barbarossas,    me  wir  bereits  oben  gesehen  haben. 

3.  Die  jüngere  hoc  h  ni  eiste  rchron  i  k,  gedr.  ss, 
rer<  Prussic.  band  V.  Diese  entnahm  der  bist.  reg.  mehrere 
einzelne  notizen,  nämlich  den  bericht  über  den  tod  des  königa 
Fnlko  1143  ans  cap.  41,  die  wähl  Anialricbs  zum  könige  117J 
aus  cap.  51  nnd  Über  die  krankheit  seines  aohnes  Balduin  und 
dessen  Vormund  Raimund  graf  von  Tripolis  cap.  Ü4,  über  die 
Sündhaftigkeit  der  Christen  im  Orient  cap.  90,  und  den  tod 
ürbans  III.  und  die  wähl  Clemens  IlL  cap,  94,  sowie  den 
grössten  teil  der  nachrichten  über  die  kreiizfahrt  und  den  tod 
Friedrichs  L  nnd  den  zog  der  deutschen  pilger  nach  Akka 
cap.  98/99 ;  ferner  den  bericht  über  die  eroberung  von  Akka, 
die  mitwirkung  des  englischen  imd  französischen  köoigs  hierbei 
und  über  den  tod  des  gnifen  Philipp  von  Flandern  cap.  104/5, 
die  namen  der  kreuzfahrer  des  Jahres  1196  und  ihre  Zusammen- 
kunft bei  Akka  cap.  108,  sowie  endlich  den  bericht  Über  die 
beryfung  des  konzils  zum  noveinber  1215  und  den  auf  dieserti 
beratenen  neuen  krenzzng,  cap,   lü6. 


2.    Uemitzer  der  hisloria  Üamiatina. 

Die  historia  Damiatina  wurde  ihrem  werte  nach  sehr  bald 

erkannt  um!  fand  weite  Verbreitung;  von  gleichseitigen  wie  I 
späteren  Schriftstellern  ist  sie  fleissig  benutzt  worden.  Es 
kann  nun  hier  nicht  unsere  aufgäbe  sein,  ein  volbtändig  um- 
fassendes bild  zu  geben  von  der  ganzen  reihe  von  quellen- 
werken,  die  teils  mehr,  teils  weniger  aus  Oliver  geschöpft 
haben,  noch  viel  weniger  diejenigen  heranzuziehen,  die  die 
hist  Dam.  aas  dritter  band  kennen  gelernt  imd  benutzt  haben, 
denn  es  würde  eine  solclie  Untersuchung   einen    aufwand  von 


I 


CLXXV 


mühe  und  zeit  beanspruchen,  der  iti  keinem  Verhältnis  stände 
zo  dem  wissenschaftlichen  nutzen,  der  daraus  erzielt  werden 
würde.  Nur  die  hedciitenderen  und  direkt  auf  Oliver  zurück- 
gehenden sollen  hier  aufgezählt  werden  K 

1.  Von  den  in  Dentse bland  entstandenen  qnellen  sind 
es  folgende: 

a)  Chronica  regia  Colonienses  (Annales  maximi 
(Jolonienses)  entnahm  in  der  conti nuatio  tercia  einen  grossen 
teil  der  hist  Dam.,  bat  aber  doch  einige  nicht  unwesentliche 
Zusätze  gemacht  Es  genügt,  auf  die  ausgäbe  von  6.  Waitz, 
Hannover  1880,  hinzuweisen,  in  der  s.  246/50  die  ans  Oliver 
geschöpften  stellen  und  die  »elbständigen  zuthaten  durch  den 
druck  unterschieden  werden»  VgL  auch  R-ohricht,  Testimonia 
s-   U7  ff. 

b)  G  e  s  t  a  c  r  u  c  i  g  e  r  o  r  u  m  R  h  e  n  a  n  o  r  u  ni ,  veröffent- 
licht von  Waitz  a,  a.  o.  s.  339/348  und  330/339  nach  dem 
codex  in  Leyden  Vossian.  95  saec,  XV  und  von  Röb  rieht, 
Quinti  belli  sacri  scriptores  minores  (Genevae  1879)  s.  29/56 
nach  diesem  codex  und  dem  in  London,  Britt.  Mus.  Bnmaj 
351  saec.  Xill.  Diesen  haben  der  in  VV  erhaltene  brief  und 
der  zweite:  *Post  captam  siquideni  tnrrim*  vorgelegen, 

c)  Caesariua  von  Heisterbach  hat  in  seinem  Dia- 
logns  miraculorum  (ed.  J.  Strange  1851)  dist.  X  cap.  37/39 
den  bericht  Olivers  (iber  die  wunder  bei  seiner  kreuzpredigt 
in   Friesland  aus  der   bist*  Dam.  cap.   9  übernomiuen   und  in 

1  Ich  verweise  für  diese  zusammenstelluni^  vor  alleai  auf  die  treff- 
liebe auagttbe  von  Röhricht ^  Testimonia  mioora  de  quinto  bello  sacro, 
GeneViie  1882,  und  bemerke»  daas  noch  eine  grosse  fülle  von  benutÄern, 
die  biiber  nicht  gedruckt  und  bekannt  sind,  vorhanden  »ind,  wie  diei 
die  b«*  J  0  Bu  Vo  E  Gg  beweisen.  Au«aerdem  macht  mich  herr  pro- 
f6«8or  dr.  Friedensbnrg^,  Vorsteher  des  königl.  preussiscben  historischen 
instituta  in  Rom  darauf  iiufmerkdam,  das«  Cod.  Vat,  3851  fol.  U/H  einen 
kr^uszugäbertcht  entbillt^  der  ein  anszugaua  der  hiat.  Dtini.  zn  sein  scheint. 
Anfang  und  weiterhin  mehrere  längere  und  kürzere  stücke  stinimeo 
mit  dem  druck  bei  Eccard  wörtHch  überein j  die  bauptsnche  aber  i«t 
lebt  gekfittt,  wie  iichon  der  geringe  umfang  erkennen  läast.  Ferner 
Yerwei»e  ich  auf  den  L  i  b  e  r  b  e  11  o  r  u  m  D  o  m  i  n  i  in  Mac.  in  Rom, 
VUilcft]),  Reg.  Christ,  547,  der  eine  allgemeine  geschieh te  derkrenzzöge 
oithÄlt  «nd  für  den  fünften  u.  a.  Olivera  brief  an  Engelbert  benatzt, 
Vgl.  Archive«  de  l*Orient  latin  h  s.  290  ff. 


CLXXVI 


aocii 

iber-    1 


seinen  Homiliae  (ed.  J.  A.  Coppenstein  1615)  I»  119   das  ni 
cap.  38/39  berichtete  wiederholt.  —  Denselbea  abschnitt  der    _ 
hist.  Dam.  übernahm  auch  ^ 

d)  das  Chronieoii  Sampetrinum,  ausgäbe  toq 
Stübel  in  den  Geschieh  tsquellen  der  Provinz  Sachsen  L  es  hat 
s.  58/68  cap.  9,  sodann  cap.  1/32  zwar  gekürzt,  aber  doch 
sonst  wörtlich  der  bist.  Dam*  entnommen. 

e)  Job.  Rothe,    Diiringsche  Chronik,    herausgeg. 
R.  V,    Liliencron    (Thüringische    Geschicbtsquellen    III)    über 
setzte  das  cap,  9   der   bist.  Dam.  s.   340/41,   macht   aber  aus 
Sutherhuseii  ein  »Sandirshusen  in  Doringen*,  M 

f)  Johannes  Herold,  Coiitinuatio  belli  sacri,  herau«-  ■ 
gegeben  Basel  1549,  benutzte  nach  Röhricht  Testira,  201  die 
bist.  Dam,  neben  anderen  quellen,  jedoch  nicht  nach  art  der 
älteren  atitoren ,  sondern  durch  Überarbeitung ;  indes  ist  in 
seinem  cap.  Vlll  dit*  benutzung  der  bist.  Dam.  für  die  an- 
gelegenheiten  nach  der  eroberung  der  stadt  nicht  zu  verkenneiL 

2*  Von  niederländischen  quellen  sind  zu  nennen : 

a)  J  o  h  a  n  n  e  s  L  o  n  g  u  s ,  Chronicon  s.  Bertini ,  Mon, 
Germ.  ss.  25,  s.  831  hat  ebenfalls  cap.  9  der  bist.  Dam.  be- 
nutzt, kürzte  es  aber  wegentlich. 

b)  Die  G  e  s  t  a  F  r  i  s  i  o  r  u  m ,  herausgegeben  in  Werken 
uitgeg.  door  het  Friesche  Genootschapp  1853*  Sie  berahen 
zum  grössten  teil  auf  der  bist.  Dam,,  vermehren  ihren  inhalt 
aber  durch  friesische  Überlieferungen. 

c)  Die  jüngere  hochmeiaterchronik,  Script  Rer. 
Prussic.  V,  8,  59  ff,  benutzte  m  ihrem  prolog  neben  Peter 
V.  Duisburg  die  bist.  Dam.  Was  sich  in  ihr  nicht  auf  dieae 
stützt,  entbehrt  der  Wahrheit» 

d)  Worperns  in  seinem  Chronicon  Prisiae  (ed.  Societas 
Frisiftca,  Leovardiael847)  benutztt»  lib.IU,  cap.  19/21,  s.  139/145 
bist  Dam.  cap.  9/12  und  cap.  18  fl'.  mit  starker  zusammen- 
Ziehung. 

e)  Ubbo  Emmius,  Kerum  Frisicarum  histor.  (Amhem 
1605)  legt  seinem  bericht  über  den  krenzzng  von  Damiette 
bis  zur  eroberung  der  stadt  (s.  301/336)  den  bericht  Olivers 
zu  gründe,  doch  so,  dass  er  ihn  nicht  wortlich  abschreibt, 
sondern  überarbeitet.     S.  337  nennt  er  Oliver  selbst  als  seine 


I 


I 


CLXXVII 


qaelie.  Dagegen  sind  die  atelleri,  die  Ubbo  s,  350/1  aus  dea 
briefen  Olivere  an  führt,  nicht  diesen  selbst,  sondern  der  chronik 
Emos  entnommen. 

3,  Von  den  in  Frankreich  eotstandenen  quellen ; 

a)  Robertus  Abolant,  Chronol.  Altisiodorensis,  gedr. 
Recueil  des  bist,  de  la  France  18,  hat  3.  283  und  287/90 
die  hiat*  Dam.  zum  grossen  teil  abgeschrieben,  allerdings  mit 
Umstellungen. 

b)  Alhericus  Trinm  Fontiiim  entnahm  in  seiner 
chronik,  Mon.  Germ,  ss,  23  s.  935  zom  jähre  1234  die  stelle 
über  die  Maroni ten  aus  cap.  61  der  bist  Dam. 

c)  Vincentins  Beluacensis  in  seinem  Speculnm 
historiale  (ed.  Diiaci  1624)  hat  s.  1260/5  cap.  1/44  der  bist 
Dam.  fast  vollständig  übernommen.  Durch  ihn  ist  dann  Olivers 
Schrift  von  vielen  deutschen  autoren ,  wie  Detmar,  Heinrich 
von  Herford,  Hermann  Corner  und  mehreren  ausländischen 
benutzt  worden,  die  wir  hier  füglich  Übergehen  können. 

d)  Fragment  um  provinciale  de  captione 
D  a  m  i  a  t  e  ,  gedn  Röhricht  Script,  min.  s,  169  ft%  weist  mehr- 
fach anklänge  an  die  bist.  Dam»  auf,  doch  muss  es  zweifelhaft 
bleiben,  ob  es  diese  selbst  benutzt  hat;  vielmehr  wird  essein 
material  vor  Damiette  von  Oliver  seihst  erhalten  haben ,  vgl. 
Hohricht  a.  a.  o.  s.  XXXIX. 

4*  Von  englischen  autoren  sind  zu  erwähnen: 

ä)  Roger  von  Wendower  (ed.  Coxe,  London  1842) 

entnahm  IV,  s.  7/62  aus  der  bist   Dam.  cap.  1/40,  fügte  aber 

einzelnes  bei. 

b)  Matbeus  Paris,  histor.  Anglica  minor  folgte  sonst 
Roger,  benutzte  aber  doch  auch  die  hist.  Dara*  selbständig, 
vgl.  z.  b.  II,  s-  232  in  der  ausgäbe  von  Madden,  London  1806. 

c)  N  i  CO  1  a  u s  T  r  i  v  et  in  s.  Chronicon  (ed.  Hog,  London 
1845).     Ich  verweise  hierfür  auf  Röhricht  Testim,  s.  67  f. 

5.  Von  italienischen  quellen  sind  es : 

a)  Bernard  US   Thesaorarius   bei  Muratori,  Script. 

rer.  Ital.  VH,  s.  828/39;  vgl.  hierzu  die  einleitung  von   Mas 

Lfttne  zu  seiner  ansgabe  des  Emoul. 

b)Ptoloiueus  Luccensis  bei  Muratori  a.a.O.  V,  8.1129, 

der  die  berichte  Olivers  und  des  Vincenz  von  Beauvais  kürzte. 

OUvcr.  tn 


CLXXVIII 

c)  Pipiiiiis  bei  Muratori  a.  a,  o,  IX,  cap,  186/205  be- 
nutzte OHver,  sonst  ErnonL 

d )  M  a  r  i  n  n  S  a  n  u  d  o ,  Secreia  fideliam  bei  Bongan, 
Uesta  Dei  11,  s.  207  cap,  VI  entnahm  den  bericht  über  die 
wunder  in  Friesland  aus  cap.  9  der  bist.  Dam.  nnd  mehreres 
von  dem  folgenden,  wie  cap,  24,  35,  aber  wohl  durch  ver- 
mittelöDg  des  Vine.   Beluac. 

Ferner  ist  zu  erwähnen  das  werk  jenes  unbekannten, 
der  die  relatio  des  Hajmarus  Mcmachm  an  Innocenz  II [*  mit 
einem  teile  der  bist  Dam.  verband  nnd  dessen  werk  als  das 
dritte  buch  der  bist,  orient,  des  Jakob  von  Vitry  in  einigen 
drucken  vorliegt,  worüber  das  nähere  oben  bei  den  hand- 
schritten gesagt  ist 

Darsteller  des  17.  und  der  folgenden  Jahrhunderte,  die 
auf  (Hiver  fassen,  können  wohl  hier  übergangen  werden. 

3,  Benutzer  der  einzeloen  briefe. 

Von    den   einzelnen  briefen    scheint   mir   der   in  W  ent- 
haltene   erste   brief  Olivers  aus  Fjgypten    selbständig   benntxt  ] 
worden  zu  sein';  es  Hegen  uns  hierfür  vor: 

L  Chronica  reg.  Colon.  (AnnaL  Colon,  max.)  8. 242/5  I 
in  der  ausgäbe  von  Waitz,  die  ihn  fast  ganz  herübernahm. 

2.  Die  Gesta  cru  cigerorum  Rhenanorum,  wie 
wir  oben  bei  den  beuutzem  der  bist  Dam.  sahen. 

3,  Paulus  P  n  t  e  o !  a  n  u  s ,  Satyrica,  recens.  11  in  Raynaldi 
Annal.  eccles.  I  ad  a.  1217  benutzte  ebenfalls  den  in  W  er- 
haltenen brief,  das  andere  durch  Marino  Sanudo  aus  V^incenz 
von  Beauvais. 

IX.  Die  älteren  drücke. 

Von  der  descriptio  Terre  sancte  liegt  uns  in 
der  fassung,  in  welcher  sie  uns  Oliver  hinterlassen  hat,  und 
unter  seinem   namen   kein  druck   vor.     Da   aber  Olivers  be-i 

1  Die  von  Röhricht   m  seiner   auegabe   der   briefe  Olivera    in  der  | 
Westdeutschen  Zeitscbr.  X,  a.  163  note  II  angefahrten  autoren  geben 
do^h  sämtliche  aof  hist.  Dam.  cap.  9  surück   und  nicht  auf  den   brief 
an  den  grafen  von  Namur. 


CLXXIX 

Schreibung  lediglich  eine  Wiederholung  des  Eygesippas-Fretellns 
tft,  so  können  wir  die  drucke  der  arbeit  dieses,  sowie  der  dea 
wog,  Innominatus  VI.  zu  den  bisherigen  dru*!ken  dieser  schrift 
des  scholasters  rechnen.  Doch  können  wir  wohl  von  einer 
aufäblung  dieser  hier  absehen  und  ana  damit  begnügen,  auf 
die  znaanamenstellung  von  Röhricht,  Biblioth.  geogr.  Palaest, 
g.  34  und  35  zu  verweisen. 

Die  historia  de  orio  Jerusalem  ist  bisher 
nicht  gedruckt  worden. 

Die  historia  regum  Terre  sancte  liegt  nur 
vor  in  dem  mangelhaften  drucke  bei  Eceard ,  Corpus  histor. 
mediae  aevi  (Leipzig  1723)  II,  s.  1355/96,  Er  druckte  nach 
dem  Nordkirchener  codex,  der  aus  H  abgeschrieben  ist 

Von  der  historia  Damiatina  erwähnt  einen  in- 
cunabeldrtick  Ebeling,  deutsche  bisehöfe  bis  «um  ende  des  16, 
Jahrhunderts  11^  s*  349 ,  wonach  sie  „besonders  aber  voller 
fehler  in  Köln  1490  *"  gedruckt  worden  sein  solL  Alle  nach- 
forschungen  nach  di&^^em  drucke  sind  erfolglos  geblieben.  Die 
vollständige  bist  Dam.  liegt  uns  bisher  nur  in  einem 
drucke  vor,  ebenfalls  bei  Eceard  a.  a,  o.  a.  1397/1450.  Da- 
gegen sind  teile  derselben  teils  selbständig,  teils  in  Verbindung 
mit  anderen  Schriften  gedruckt  worden.  Zu  den  selbständig 
herausgegebenen  stücken  gehört  der  zweite  brief,  den  Oliver  im 
november  1219  von  Egypten  ausschrieb,  beginnend:  'Sapiens 
corde\  und  der  uns  auch  in  einer  reihe  von  has.  selbständig 
vorliegt.     Dieser  brief  ist  gedruckt  * : 

1.  Bongars,  Gesta  Dei  per  Francos  (Haooviae  1611)  I, 
8.  1185/92,  ohne  angäbe,  woher  das  msc.  stammt,  nach  dem 
er  druckt, 

2.  Gelenius,  Vindex  libertatis  eccies.,  Colon,  Agripp.  1633, 
8,  329/339. 

3.  Waitz  in  seiner  ausgäbe  der  Chron.  reg.  Colon.  (Hannov. 
1880)  8.  330/39  mit  fortlassung  der  einleitung  und  des  Schlusses, 
nach   W,  Vo  und  den  drucken  bei   Eceard  und  (ielenius. 

4.  Röhricht  in  Westdeutsche  Zeitschr.  (1891)  X,  s,  175 
mit  dem  ganzen  kritischen  apparat. 


1  Eijje  öberseizuTig  die»es  briefea  in  Troaa'  Westfalia  1825  at,  41/48. 


CLXXX 

Ferner  gehören  hierzu  die  drucke,  die  wir  als  solclie  der 
ersten  redaktiim  bezeichnen  können  und  die,  abgesehen  von 
den  auch  in  den  hss.  fehlenden  stücken,  wovon  oben  gesprochen 
Avorden  ist,  die  ganze  bist.  Dam*  cap.  1/40  enthalten  : 

1.  Th.  Gale,  Historiae  Britannicae  scriptores  (Oxford  1691) 
II,  s.  435 — 452  unter  dem  titel :  Historia  captionis  Damiet'e. 
Dieser  ausgäbe  liegt  cod.  F  zu  gründe, 

2  J,  A.  Giles,  London  184G,  unter  dem  mehrfach  irrigen 
titel:  Incerti  scriptoris  narratio  de  rebus  in  bello  sacro  anno 
1217/18  gestis,  primum  edidit  ex  unico  codice.  Dieser  druck 
beruht  auf  nisc.  G  ', 

Wie  wir  oben  sahen,  ist  ein  grosses  stück  der  hist.  Dam. 
mit  der  Relatio  tripartita  des  Flaymarus  Monachus  verbanden 
und  unter  dem  titel  eines  dritten  buches  der  histor.  orientalis 
des  Jacob  von  Vftry  gedruckt  worden,   und    zwar  cap.   1/44, 

L  Jacob  Gretser,  De  saocta  crnce  (Ingolstadii  1608), 
Mantiss.  s.  283/91,  und  Opera  III  (Ratisb.  1734)  Mant  s.  7/12, 
nach  dem  Münchener  cod.  M* 

2.  Bongars,  Gesta  Dei  per  Francos  (Hanoriae  1611)  1, 
s.  1129/45  nach  dem  cod.  der  national bibliothek  in  Paris 
lat.  16  079  (Sorbonne  897),  unser  R 

Zum  schluss  mag  noch  erwähnt  werden,  dass  der  zweite 
aus  Egypten  geschriebene  brief  'Sapiens  corde*  nach  der  Über- 
arbeitung wie  er  uns  in  Bn  und  Vo  vorliegt,  gedruckt  worden 
ist  von  Röhricht,  Qiiinti  belli  sacri  scriptores  minores  (Genevae 
1879)  8.  42/50  als  fort^etzung  der  Gesta  cnieigeroruiü  Rb^ 
nanorum. 

Die  drucke  der  einzelnen  briefe. 

Bevor  wir  zu  den  einzelnen  briefen  übergehen,  mag  hier 
vorweg  die  gesamt  ausgäbe  der  brief e  Olivers  von  H.  Röhricht 
in  der  Westileutschen  Zeit-schrift  X,  s.  161/208  genannt  werden. 
Röhricht  gibt  nicht  nur  die  von  uns  publizierten  briefe  l   und 


1  Kbenso  unrichtig  erkljirt  Potthast,  biblioth,  medii  aevi  I,  389»  den 
GalfriduÄ  *le  Vino  salvo  für  den  Verfasser,  dem  er  darum  SSÖ**  auch 
wirklich  eine  hietoria  Ckvptionia  Damiete  zuschreibt,  die  bei  Gale  ge- 
druckt »ein  aoll. 


I 


I 


CLXXXI 


8/10  *,  sondern  auch  noch  den  zweiten  aus  Egypten  ge- 
hriebenen  brief:  ^Sapiens  corde  etc.*,  der  spätor  in  extenso 
in  die  bist.  Damiat.  übergegangen  ist  und  deshalb  von  uns  im 
ZQsamnienbang  mit  dieser  gedruckt  wurde,  liöhricht  benutzte 
bei  seiner  ausgäbe  nicht  nur  die  früheren  drucke  und  alle  er- 
reichbaren hsÄ, ,  aondem  hat  dieser  auch  eine  einleitung  vor- 
^ ausgeschickt,  in  der  er  in  seiner  langst  bekannten  gründlichkeit 
und  gelehrtheit  die  nötigen  sachlichen  erläiiterungen  gibt. 
Diese  kritische  gesain tausgabe  kommt  also  för  alle  briefe  in 
betracht  und  mrd  nicht  erat  speziell  bei  jedem  einzelnen  wieder- 
holt werden. 
I  L  Der  erate  brief  liegt  gedruckt  vor: 
1,  Martene,  Amplissima  coHectio  I  (Paris  1724),  s.  1115/0, 
ruach  einem  msc.  s?.  Laurentii  Leodiensis  *h  Hieraus  eutiiahui  ihn 
I  2.  Migne,  Patrologia  latina  band  117  (1855)  s.  238  nru,  199 
mit  angäbe  seiner  quelle.  Ebenso  gibt  ihn  nach  Martene  wieder 
3  Wybrands  in  seiner  abhandlung  über  Caesariua  von 
Heisterbach  in  Moll  en  de  Hoop-Scheffer,  Studien  en  Bijdragen  II 
(1871)  s.  106/7.  Doch  fehlt  hier  der  schliiss  von  ^In  gente 
auiem  illa''  an. 

4.  Bock  in  Lersch,  Niederrhein.  Jahrbuch  1  (1843)  s.  98/101. 
Bock  hat,  wie  er  sagt»  den  brief  in  der  brüsaeler  hs. 
entdeckt  und  druckt  ihn  sehr  fehlerhaft  hier  ab  mit  gegeu- 
Oberatellung  der  betreffenden  stelle  der  bist.  Dam.  cap.  9. 
Dieser  kannte  also  den  druck  bei  Martene  nicht.  Ebenso 
scheint  er  Bethmann  ood  Weiland  entgangen  zu  sein,  da  in 
dem  gleichzunenuenden  drucke  Bt4hmaun  dem  briefe  vorsetzt: 
*repperi  in  codice  vitas  sanctorum  conti nenti  saec.  XII  acripto 
in  monasterio  s.  Laurentii  prope  Leodium,  nunc  Bruxell.  9290*, 
E«  ist  dies  also  dieselbe  hs.,  die  Bock  vorlag. 

5*  Monuni*  Germ.  bist.  ss.  23  s.  473/4    uote  9  gibt   den 
brief   Weiland    bei  gelegeuheit    der    herausgäbe    der   chronik 
des  Emo  wieder    nach    einer    abschrift    Bethnumns    nach   der 
irOsseler  hs. 

II.  Der  brief  an  kardinal  Robert  von  Couryon,    der  teil- 


1  2  wur<ie  erat  nach   dieser  auagabe  gefunden.  ^  Dieser  ist 

idenUscb  mit  dem  cod.  92^  der  brüsaekr  biblioibek. 


CLXXXII 


wßise  übereinstimmt  mit  der  ersten  hälfte  von  1,  wurde  von^ 
Haiir'kii  in  emer  predigt  des  Odo  von  Ceriton  in  einer  pariser 
hs.  aufgefunden  und  von  diesem  gedruckt  in  seinen  Notices 
et  extraits  de  quelques  mannscrits  latins  de  la  bibl,  nation*  V, 
8.  169/170,   Paris  1892. 

III.  Der  dritte  brief,  Olivers  erster  brief  aus  Egjpten,  ist 
nach  der  Wolfen büttler  Jis.  ausser  bei  Röhricht  nur  noch 
gedruckt  von  Waitz  in  seiner  ausgäbe  der  Chrouica  regia 
Coloniens.  (ss.  rer.  öerm.  ex  Mon.  Germ.  hiat.  recusi,  Hanno v. 
1880)  8.  324/330. 

IV.  Der  brief  von  1218  September  14.  liegt  in  folgenden 
drucken  vor: 

1.  Hamconius,  Frieia  (Franekarae  1620)  s.  128. 

2.  Worperi  Chronicon  Frisiae  (ed.  Societas  Frisiaca,  Leo- 
vardiae  1847)  I,  s.  146. 

3.  Schotanus,  histor.  van  Vriesland  (Franeker,  1658) 
auctent.  stukken  s.  11.     Hieraus  entnahm  ihn 

4.  van  Mieria,  Groot  Charterboek  der  graavenvan  Holland 
(Leyden  1753)  s.  176. 

5.  Schwartzenberg ,  Placaat-  en  Charterboek  van  Vries- 
land  (Leeuwarden  1768)  I,  s.  86/7. 

V  und  VI.  Der  brief  an  den  sultan  und  der  an  die 
achriftgelehrten  von  Egjpten  sind  bisher  nur  gedruckt  im 
zusammenhange  mit  der  ausgäbe  der  ganzen  bist.  Dam.  bei 
Eccard  a.  a,  o.  s.  1439/45  bez.   1445;9. 

VII,  VIII  und  IX,  Diese  sind  uns  nur  dadurch  Ober- 
liefert, dass  Emo  sie  in  seine  chronik  aufnahm.  Sie  liegen 
uns  deshalb  auch  fast  nur  in  den  ausgaben  der  chronik  Emos 
vor,  und  zwar; 

VIL  1.  Anton.  Matthaeus,  Analecta  veteris  aevi  (Lugdun. 
Batav.  1699  in  8**),  zweite  ausgäbe  besorgt  von  Ilarkenroht 
(Hag.  Comit.  1738  in  4"^),  editf  II,  U,  s.  71. 

2.  Hugo,    sacr.    antiquit.    monum.    (Stivagii    1725 
in  foL)  I,  s.  475 ;  Hugo  wiederholte  den  druck  des  Matthaeus. 

3.  H.  0.  Feith  und  G.  Acker  Stratiugh  in:  Worken 
uitgegeven  doorhet  hii^tor.  genootachap  te  Utrecht,  nieuwe  re 
uro.  4  (Utrecht  1866  in  8^)  s.  96  f. 

4.  Monum.  Germ,  bist  a.  a,  o.  s«  502/3« 


CLXXXIII 

Vni.  1.  Matkhaeos  a.  a.  o.  ed.  I  tom.  III  s.  94;  ed.  II 
tom.  II  8.  65. 

2.  Hugo  a.  a.  o.  s.  472. 

3.  Feith  und  Stratin  gh  a.  a.  o.  s.  87/8. 

4.  Mon.  Germ.  a.  a.  o.  s.  499.    Ausserdem  aber  auch 

5.  van  Mieris  a.  a.  o.  s.  169  zum  jähr  1216. 

6.  Schwartzenberg  a.  a.  o.  s.     86  desgleichen. 

IX.  1.  Matthaeus  a.  a.  o.  ed.  I  tom.  III  s.  94,  ed.  II 
tom  II  8.  65. 

2.  Hugo  a.  a.  o.  s.  472. 

3.  Feith  und  Acker  Stratingh  a.  a.  o.  s.  88/9. 

4.  Monum.  Germ.  a.  a.  o.  s.  499. 

5.  y.  Mieris  a.  a.  o.  s.  169,  und  nach  ihm 

6.  Schwartzenberg  a.  a.  o.  s.  86   setzen   den  brief 
beide  ins  jähr  1216. 

X.  Der  zehnte  brief  liegt  uns  nur  in  einem  drucke  vor, 
ohne  angäbe,  woher  er  genommen  ist,  bei  Schannat,  Yindemiae 
litterariae  (Fulda  und  Leipzig  1727  in  fol.)  s.  195  uro.  XXXIII. 


I. 

Descriptio  Terre  sancte. 


OllTtr. 


TD  ex  r^um,  Dominus  dominantium ,  Pater  de  celis  quando  Apoe.  19,  i< 

Yoluit  filium  SQum  veruin  Deum  incamari,   matrem  eius 
pariasimain  preparavit,  que  esset  ab  omni  macula  penitus  aliena 
et  omni  virtnte  plenissima,  terram  etiam  ei  dolcissimam  desti- 
6  narit,  que  dicitnr  lacte  et  mele  defluere,  ut  in   ea  visibiliter 
meret  yeros  Dens  et   veros  homo,   donec  omnem  hominem 
tenientem  in  hunc  mundom  secum  traheret  ad  gloriam,  de  qua 
parenteB  nostri  diabolo  suadente  prevaricati  ceciderunt.     Et  qui 
▼oluerit   scire  ciyitates   et  terminos,   quos  iste   filius    Dei  in 
10  mnltis  et  diversis  miraculis  predicando  perambulavit,  hoc  scri- 
ptum sepius  rel^^t  et  memorie  commendet. 

Primo  ab  Hebron  incipiamus.  Hebron  olim  metropolis  Phi- 
listinonim  et  habitaculum  Oigantum  in  tribu  Juda,  civitas 
sacerdotalis  et  fugitivorum.  Hebron  sita  fuit  in  agro  illo,  in 
uqno  sununus  dispositor  patrem  nostrum  Adam  plasmavit  et 
iospiravit.  Hebron  Gariatarba  dicitur  \  quod  Sarracenice "  so- 
nat  ciyitas  quatuor,  cariath  civitas,  arba  quatuor,  eo  quod  illi 
qnatuor  patres  reverendissimi  in  spelunca  dnplici  consepulti 
foernnt,  scilicet  Adam,  Abraham,  Isaac  et  Jacob,  et  eorum 
*  qnatuor  oxores  Eva,  Sara,  Rebecca  et  Lya.  Est  autem  Hebron 
ioxta  Vallem  sita  lacrimarum ;  Vallis  lacrimarum  dicta  est  eo, 
qnod  centum  annis  in  ea  luxit  Adam  filium  suum  Abel.  In 
qua  etiam  Hebron  Adam  monitus  ab  angelo  cognovit  uxorem 
8oam,  ex  qua  genuit  filium  suum  Seth,  de  cuius  tribu  Christus 

* 

1  D  toti  op.  Buperscr. :   Cronica  brevis   magistri  Oliveri  de  Terra 

taacta  et  recnperatione  eins  et  amissione.     13  Gigantium  D.     15  dispen- 

lator  D.  16  Garitharbe  XU.  17  carra  D.  22  in  ea  om.  D. 

23  postea  Adam  U.      Evam  uxorem  suam    XJ.  24  tribu  cuius  U. 


*  Tergl.  Jos.  14,  15.        '  vielmehr  hebraice. 


I 


ortuB  est«  Sei'ußdo  miliario  ab  Hebron  est  nepultura  (joib,  ne- 
potis  Abrahe,  In  Hebron  est  ager  qiiidani,  cuius  gleba  est 
rubea,  qiie  ab  incolis  effodittir  et  comeditur  et  per  Egjptüm 
veualis  ducitiir,  que  pro  Bpecie  (iptinia  venditur.  Predictus  uger 
in  quantiim  late  et  profunde  foditnr,  in  tantnin  Dei  dis|Mi9i- 
tione  anna  tinito  reintegratu«  reperitur.  Juxta  UebniD  eti 
mons  Mambre,  ad  radicem  cuius  est  therebiDttis  illa^  que  Dieps^ 
vocatur,  id  est  ylex  aut  quercua,  iuxta  quam  per  multum  tem- 
poris  tnaiisit  Abrabam,  sub  qua  quideui  tres  angelos  vidit  et 
unnm  aiioravit  bospitioque  snacepit,  ibvit  et  pavit.  üiide  prima 
credendi  via  est  dicta.  Ylex  predicta  ex  tunc  usque  ad  tempus 
Theodosii  imperatoria  testante  Jeronimo  animi  esse  dilatarai 
£t  ex  illa  hec  fuisse  perhibetur^  que  in  presenti  a  presentib 
illie  videtur  et  cara  tenetur,  que  licet  arida  tarnen  medicabile 
probatum  esse  dicitar»  Quod  si  equitans  aliqui8  de  ea  par- 
taverit,  animal  snom  non  infunditur  *  quamdiu  secum  detuleiit. 
In  Hebron  primuiu  applicoerunt  se  exploratores  Terre  pro* 
oiisaionis,  Caleph  et  Josne  et  eorum  socii  deceoi.  In  Hebron 
regnavit  David  septem  annis  et  dinudio.  Deciitio  miliario  ab 
Hebron  est  Lacus  Asfaitidie  contra  orieutem,  qui  et  Mare  mor- 
tuum  dicitur,  vere  mortniim,  quia  nichil  vivum  recipit,  et  Mare 
diaboli  dicitur,  quia  eins  instinctii  quatuor  ille  mi.^errime  cm-  M 
tates  Sodoma  et  Gomorra,  Seboim  et  Adama  perseverantes  in  ■ 
turpitndine  sua  igne  sulhireo  concremate  in  lacum  illnm  mib- 
verae  sunt.     Supra  lacnni    in  accubitn  Judee    eet  Segor,  qae 


1  oriunduß  Xü.        2  habetur  XU.     glebe  cuiug  Xü.  3  et  Codi- 

tur  D.        4  aaportatur  U,  portatur  J.    que  om.  D.    carissima  XU,  kik 
risaimts  J.     emitor  XÜJ,         7  terebintua  D.     dups  Xi  drips  U.  dipi«  X 
8  secuB  XUJ.    per  om,  B.      II  edenda  D.       14  medicabilia  tamett  eme  1 
probatur  in  hoc  XU»  medicabilia  eaae  perTiibetur  in  hoc  J.       17  primo  D. ' 
ae  om.  D.  2Q  locna  D.      Alfaltilie  D,  om,  XJ,  21  vere  rnn.  D 

23  Sebaini  D,  Seboin  U.        25  sabmerse  DU.     ambitu  D. 


*  'Sarraceni  dicuat  eam  dirp*  sagt  Order,  de  Foro  Jalü  bei  Launmt, 
Quatuor  peregr.  cap.  46«  5.  Tobler,  Theodonei  libeUus  de  loc  sanct. 
8,  211  aucht  in  dem  worte  diileb  oder  dulb,  das  im  arabiachen  eiche 
bedeutet;  vergl.  auch  NeuraanD,  Drei  mittelalt.  Pilgerscbr,  in  Oe^terr 
Quartalflchr.  für  kath.  Theul  18ß8  b.  406.  "  Ueber  die  krankheit  der  i 
pferde  infunditus  s,  Tobler  a,  a,  o.  ft.  212. 


5 

et  Balezoara  dicitur,  quinta  de  civitatibus  illis,  sed  precibus 
Loth  de  subversione  servata  est,  que  usque  nunc  ostenditur. 
In  exita  Segor  uxor  Loth  in  salis  effigiem  mutata  est,  cuius 
adhuc  apparent  vestigia.     Supra  ripam  predicti  maris  multum 

s  alnminis  et  catanii  '  ab  incolis  reperitur  et  ex  maris  bitumine 
extrahitur  et  colligitur,  quod  Judaicum  ^  appellatur  ab  incolis; 
Segor  autem  a  compatriotis  opidura  palme  vocatur.  Super 
Asfaltidis  Lacam  in  descensu  Arabie  Carnaini '  est  spelunca 
in   monte  Mohabitarum,   in   qua   Balac   filius  Beor^  divinum 

10  adduxit  Balaam  ad  maledicendum  filiis  Israel,  qui  propter  ve- 
hementem impetum  Israel  vocatur  ^.  Lacus  Asfaltidis  Judeam 
dividit  et  Arabiam.  Arabia  tempore  filiorum  Israel  solitudo 
erat,  id  est  deserta  terra,  invia  et  inaquosa,  in  ea  quidem 
Dominos  eos  detinuit  quadraginta  annis  pluens  manna  ad  man- 

i&ducandam  aqua  de  petra  producta.  In  Arabia  sunt  castra 
filiorum  Israel  et  est  locus  in  deserto,  qui  Helim  dicitur,  in 
quo  sunt  duodecim  fontes  aquarum  et  septuaginta  palme  ",  quas 
de  Mari  rubro  exeuntes  reppererunt.  In  Arabia  est  vallis 
Hoysi,  in  qua  percussit  bis  silicem  et  fluxerunt  aque,  de  qui- 

^  bos  illa  predia  irrigantur  adhuc.  In  Arabia  est  mens  Synai, 
ubi  Dominus  dedit  Moysi  legem  proprio  digito  scriptam  in 
tabulis   lapideis.     In  Arabia   precessit   filios    Israel    columpna 

* 
1  Baaozara  D,  Balazoara  X,  Balegoza  J.  5  catannii  X,  katumii  U, 
chatraDum  J.  bimmine  D,  bithumine  J,  ex  mari  bitumen  X.  7  a  com. 
patriotis  om.  D.  8  Alfaltidis  DXJ.  Caynnaim  X,  Gamam  U,  Char- 
naim  J.  9  Balaac  D,  Balath  J.  divini  D.  10  et  ad  D.  qui  [etiani 
J]  propter  preruptum  vebemens  excisus  vocatur  XUJ.  11  Locus  Alfal- 
tidii  iste  lacns  Judeam  D.  18  quoque  U.  14  ante  quadragintn 

delet  qnag  D.  17  decem  XU.  Ixxii  X.  20  rigatur  patria  X»  irri- 
gatur  patria  U.  21  legem  superscr.  rubro  atramento  D.  22  tabula 
lapidea  D. 


*  Gemeint  ist  nach  Tobler  a.    a.    o.   s.  *214   dan   arabische   kattran 
oder  koiträn.  *  Der  Anonymus  bei  Neuiuann  a.  a.    o.    s.  407  «a^t 

gluten  Judaicum,  was  keine  unserer  hss.  bietet.  ^  Astaroth  Karnaim, 
Tcrgl.  Order,  a.  a.  o.  56,  1.  •  Nicht  Balac,  sondern  Balaam  war  der 
•obn  Beors,  yergl.  Num.  22,  5.  *  Diese  stelle  ist  verstümmelt,  vergl. 
die  Varianten.  "  Die  zahlen  stimmen  überein  mit  Theodoricus  bei 

Tobler  8.  75  auch  mit  Johann  v.  Würzburg  bei  Pez,  thesaur.  anecd. 
I,  8.  8.  502. 


6 

ignis  per  noctem  et  niibes  vallavit  eos  per  diem.  Ibidem  mjnt 
quadraginta  mansiones  liliorum  Israel;  ibidem  est  raons  Oreb, 
ubi  lequiescit  Aaron.  In  Arabia  est  mens  Abarim ,  in  quo 
Dominus   Moyseii    sepelivit   eius    nunquam    appareiite  tumtilo. 

ft  In  Arabia  est  Mons  regalis  castrum  habens  rmmitissimmu, 
quod  Balduinus  primus  rex  Fraiicorum  *  iu  Jherusalern  ad  tute» 
lam  regni  firmavit  et  Christianis  tofcam  illam  regionem  sub- 
iiigavit.  Arabia  iungitur  Ydumee  in  confinibus  Boatron  '♦ 
Ydiimeu  terra  Dainasci  est;  Ydmuea  tarnen  siib  Syria  est,  Da- 

10  e^ascus  quidem  capiit  Syrie  dicitur.  Ydumeam  et  Pheniciam 
dividit  Libanos.  In  Phenicia  sont  iste  civitates  :  Accon,  Tyrus, 
Sarepta  Sydonis,  Barnht,  Gvbelet  Tyrus  Phenicum  nobilis- 
sima  nietropolia,  que  Christoni  perambulantena  maritim  am,  nt 
Syri  asserunt^    recipere  nolnit,   que  et  divina  testante  pagin« 

i&  maltos  niartires  Deo  reddidit;  et  nota,  qnod  ante  Tyriira  e»t 
lapis  marmoreua,  super  quem  sedit  Jhesus,  illesua  a  tempore 
Cbristi  iisque  ad  expulaionem  gentium  de  nrbe,  aed  postea  de- 
fraiidatus  est  Francis  necnon  Veneticis  ".  Snpra  vero  residnum 
lapidis  fundata  est  ecclesia  in  honorem  sancti  Salvatoris.     Or- 

ao   tavo   niiliario   a   Tyro   contra   orientem   supra   mare   8arphet, 
»ir,  i<«ic.  IT  que  Sarepta  est  Sydoniorum,  in  qua  quondam  babitavit  Helyas 

propheta  et  in  ea  resascitavit  filium  vidue.  Sexto  miliario  a  J 
Sarpbet  Sydou,  ex  qua  Dydo,  que  Carthaginem  constrtixit  tiiH 
Africa.     Sexto  decimo  miliario  a  Sydon  Beritbns,  qua  quedam^ 

ftß  yconia  Salvatoris  nostri  *    non  multum  post  passioneni  eius  aj 

1  illog  vallavit  eos  D*         2  Or  Xü.  3  Abarin  X,  Abaunim  J.| 

6  primus  om.  DJ,      ttitelam]  iacuna  in  D,  ad  taendum   regmim  XUiJ 
8  ante  Ydumee  delet  ydom  D.     Bestrion  D,  Boston  J.       10  Fenici&m  DJ 
11  Fenicia  D.    Accon-Gybelet  om.  XÜJ.       12  Tyrui  om-  D.       14  Syrii  D. 
16  marm.]  addunt  XÜJ;  haat   modicua.        iließus- Christi   om.  D,    »d* 
dunt  XUJ.     17  gentium  om.  D;  pfeutilium  J.     18  detruncatua  X,  defun'; 
datus  J.    Franccifl  D*     20  Serphat  X,  Sarphen  ü,  Sarpon  J.     21  Sido-I 
nie  Xtl.        23  Sarphen  D,  Sarpbat  X,  Sarphen  U,  äarpon  J.     CarU-l 
ginem  D,  que  conatruxit  AÖVicam  U.        stniiit  D.  24  AflfVica  DJ 

BerittuBum  D»  ßeriDthns  X,  BirethuB  V* 


*  Im  jähre  1115,  vergl  Wilken  Ge«ch-  d.  Krea«Küge  2,  ä.  402.  ancli  j 
Hiet  reg.  cap.  18.  '  Bosra.  *  Die  Venetianer  eroberten  1124  Tyro«,] 
*  Ueber  dieses  bitd  vergl,  Robmj^on»  Palaeetina  3,  a,  727. 


quibusdam    Judeis    ridiculuse   crucifixa  ßangiiinem  prodiixit  et 
aqnam.     Unde  miilti   in  vero    crucifixo    baptizati  crediderunt- ; 
iniciinque  ex  illo  liquore  pemocti  eratit  ei  qnacunque  infirmi- 
ite  gravarentur  sanati  sunt.     Et  nota,  quod  est  Ärphat  urbs 
Damasci.    Damascos  in  Syria  est,  de  qua  historia:  Caput  SijfWy 
jverenda  metropolis  in  ea.     Damascuii]  vero  ccmstrüxit  Eljasar 
ervuB  Abrahe  in  agro»  in  quo  Abel  occisus  est.     Damascum 
iDbabitavü  Esau«    qui  et  Seyr  dicitur,   id  est  pilosus,  dicitnr 
eliajn  Edom ,    id    est   iiibeus.     Ab  Edora   tota   terra  Tdumea 
w  vocattir,  de  qua  in  Psalmo :  In  Ydumf^mn  naieudam  calciamen- 
ium  metitn.     Est  autem  Edom    vocata,    unde  propheta:    Quis 
ett  isUu  qui  venu  de  Edom  etc.     Est  aatem  qiiedani  pars  ilHiis 
terre  Hus,   ex  qua  beatus  Job,  que  et  Sueta  dicitur,  de  qua 
Baldad  Suites.     In    qua   etiam  Theraao  *    metropolis,    ex   qua 
ift  Eliphaz  Tbemaiiites^    in  qua  etiam  Naaman  '  opidum,   a  quo 
Sophar  Naaniathites,   hü  tres    consolatores  Job.     In  Yduraee 
finibus  secundo  miliario  a  Jordan e  fluvius  Jaboch,  quo  trans- 
vodato  Jacobf  cum  a  Mesopothamia  rediret^  luctatus  est  cum 
angelo,  qui  de  Jacob  tuutavit  ei  nomen  in  Israel     In  Vdumea 
st  nians  Seyr',  sub  quo  Daoiascus.     Secundo  miliario  a  Da- 
est  loctis,  in  quo  Christus  Sau lo  apparuit  dicens:  Säule 
juh*  etc.     In  Damasco  baptizavit  Saulum  Ananias  nonien  ei 
Imponens  Paulus,     De  muris  Damasci  diraissus  est  in  sporta; 
et  nota,  quod  ad  radicem  Libani  oriuntur  fluvii  Pharphar  et 
«^  Albaua  Damasci.     Montem  *  Libani  et  planiciera  Archados  Al- 
bana trausfluit  mari  magtio  se  copulans  finibus  illis,  in  quibus 

beatus  Eusfchachius  ab  uxore  sua  privatus  et  a  filiis  desolat us 

^  * 

2  Tero]  secundo  D.  baptizati  om.  D.  3  quicunque  D.  5  captt  D. 
ante  etiam  delet  est  D.  Edom  id  est  oni.  D.  Edon  D.  11  Edon  D. 
ocata  om.  D.  13  huiua  D.  Suetam  D.  14  Baldasuitea  D  15  Eli- 
täh  D.  Temanites  B.  16  Naamantite«  D.  in  t^m.  J>.  17  Jacob  DXU, 
Jnboth  J.  transnttto  DX.  18  Jacob  oin.  D.  Meaopotamea  D,  19  in 
om,  D.  Ydotnea  D.  20  Sephi  D.  25  Abbuna  U.  et]  per  D.  et 
Albana  D,  26  transfluiint  D.  a  mari  D«  se  inTicem  D.  copnlatis  B. 
iüiuB  D. 


j««i.  es.  1 


*  Ueber  Stieta  and  Tbeman  s.   RobinBon.   Falaeat   B,   126   f.   und 
Tobler   a.   a,    o    229,  ^  Naema.  '  es-Schera,    vergU    RoMnaon, 

Neuere  bibl.  forsch,  573  ff.,  632.       *  Die  in  D  Teratümmelte  etelle  nach 
den  anderen  Hba,  verbessert. 


8 

rece«sit;  Phar|ihar  per  Syriani  tendit  Amtiochiaza  labens  se- 
CU8  muros  eius.  In  Antiochia  sedit  beatus  Petras  apostolos 
Septem  annis  pontificali  decoratus  infula.  Ad  radicem  Libani 
orituitiir  Jor  et  DaQt  iH^  döo  fonfces,  de  qnibus  Jordanis  con- 

c.  ticitur  sub  moiitibua  Golboe,  in  quo  Christus  a  Johanne  pre- 

Cursore   eius   tertio   lapide   ab  Jericho  baptizatus  est.     In  illo 

' "'  ö  loco  vox  Patris  audita  est :    Hie  ist  fiUu^  meus  etc.     Ad  *  r*- 

diceui  Libftoi  civitas  Paneas  sita  est,  id  est  Beiinas,  que  etiuu 

Cesarea  Philippi   dicitur.     Et   nota   quod   u    moiitibus  Gelboe 

10  iisqiie  ad  Lacnm  Asfaltidis  est  vallis,  per  quam  Jordanis  labi- 
tur;  et  illa  vallis  dicitur  Gortus*,  Aiilon  \  quod  Hebraictttti 
vocabulum  est  ^  qoia  grandis  et  ram])e8tri8  est*  Ex  utraque 
parte  vallatur  montibus  continuis  a  Libatio  usque  ad  desertum 
Pharan  \     Dividit   autem   Jordanis  Galileam   et  Ydumeam  et 

jfe  terranj  Bostruu,  Et  ut>ta,  quod  Jordanis  descendens  interpre- 
tatun  Dan  fere  ab  ortu  suo  anbterraneum  ducit  gur^item  us- 
que Medan  *  planiriem  illam ,  in  qua  patenter  satis  suum  re* 
niittit  foras  akeum.  Planicies  illa  Medan  vocatur  eo  quod 
Dan  in    illa  medius   est;    Sarracenice  quidem    sonai   planicies 

ao  illa  Medan»  Latine  voratiir  Forum,  eo  quod  intrante  estate  in- 
numerabilis  omiiia  secum  deferens  venalia  ibi  convenit  popn- 
lu9  Parthorum  et  Arabuni  ingens  multitudo  ad  tuendum  popu* 
lum  et  ad  pascendos  greges  suos  in  pascuis  illis  per  totam 
estatem  demoratur.     Dan  se  reddens  in  fluvium  Suetara  pera* 

aft  ^rat,  in  qua  pjramis  beati  Job  superstes    adhuc  a  regibus  et 


2  eiuaj    Edikte    X.      4  duo J  vero  D.       6  ein»  om.  D.      7  a  mouU 
(jelboe  ad  radicea  D.      8  Lj)mm  D.      10  Alfalfeidh  DXU.     11  Garo«  D, 


GorthuB  U.    Äulon  otu,  D. 
17  Meddam  ÜJ.    mittit  D. 
20  Meddam   U ,   Mtidan   J, 
23  paacendum  D.     illius  D. 
ante  regibus  delet  tob  D. 


15  BoBtrum  D,  Bosram  XJ.    deseeosuä  XUJ. 

IS  Meda  X,  Meddam  ÜJ.       10  pl^tea  XÜJ. 

21  ibi    om.    D,  22    Francorum    D, 

24  Sau  tarn  U.      25  peragit  D.     Qnoeig  J« 


'  Die  Worte  A  moate  Grelboe  ia  D  sind  wol  dem  niksbftea  saixe 
entnommen  und  vergessen  getilgt  zu  werden  "  el-Ghör,  '  Aolon  iit 
griechiBch ,  nicht  liebrÄisch ,  Eobinson  Neuere  bibl.  Forsch,  438  Bai  , 
Job.  V.  Würaburg  a.  a.   o.  505    feblt   dieser   aats.  *  Paraa, 

Num.  10.  12  ff.,  Robinson.  Palaeatina  3,  160.       *  De  Vogüö,  les  i 
de  la  terre  sainte  b.  422  biilt  Medan  für  den  plat«  westlich  von  Bastaft, 
gonanni  Ard^eS'Suk  ,Ia  plaine  du  marche*  i  vergl.  Tobler  a.  a.  o.  236^ 


9 


getitibos  solemnis  babetnr     Dan  contra  Galileara  gentium  se 
obliquans  snb  nrbe  Cedar  secas   niedicabilia  balnea  loca  plana 
traDsflueoa  Jor  copulatur.     Jor    haut    longe    a    Paneas  iacum 
reddit  ex  se,    postea   mare  Galilee    surait  initium  inter  Beth- 
fi  saidam  et  Capharnaum.     A  Bethsaida  Petrus  et  Andreas,  Jo- 
hannes ei  Jacobua  Alphei    fuenint   iiati.     Quarto  *    miliario  a 
Bethsaida  est  CorozaiD,  in  qua  outrietur  Antichristns  ^  sedutior 
orbis,  unde  illud  Ve  tibi  Bethsaida,    Ve  tibi  Üoroiain.     Quinto  >»•"•••  "• '» 
miliario  a  Corozain  est  Oedar  ^,  excellentissima  illa  civitaa,  de 
Liqua    in   Päälmo:    Cuw    JmhiitDtiifnus  Cedur  etc.     Cedar   tenebre  ?•.«».» 
interpretatur.     Capharnaum    in    dextro    capite    maris  sita  est, 
ivita«  centtirionis,  cuiua  öliurn  in  ea  sanavit  Dominus,  de  qno 
itiam  ait:  Nau  inmmUtntum  fidetti  in  laraeL     [n  Capharnaum  «*<»»»'«»  ••; 
mnlta  signa  fecit  Deus  docena  in  synagoga.     Capharnaum  filia 
^  pnlcherrima  interpretatiir  vel  filia  pulchritudinis  * ,    que  nobis 
sanctam  ecclesiani  i^ignificat;  ad  quam  qtii  de  Libano   descen- 
dnnt»    id  est    de    candore   virtutom,  ab  ea  et  in  ea  lucidiores 
redduntur.     Secundo  miliario  a  Capharnaum  de&census  montis 
^illitis  \  in  quo  Dominus  sermonem  fecit  ad  turba«  docens  apo- 
^Btolos  duos,  in  quo  et  leprosum  curavit.     Miliario  a  descensu 
Uhus  est  locus,  in  quo  Dominus  pavit  quinque  milia  hominuni 
de  quinque  panibus  et  dunbua  piscibus.    Unde  locus  ille  Menaa^ 
vocatur  quasi  locus  refectionis.     Cui  subiacet  locus  ille,  in  quo 
Christus  post  resyrrectiooem  discipulis  suis  apparuit  comedens 
■tptiin  eia  partem  piscis  assi,   supra  mare^  quod  Dominus  sicco 

1  habetur  corr.  ex  habebat ur  D.  2  medicabllia  apineti  plana  XUJ. 
;i  aotem  D.  a  Paa-l  apyarena  D.  4  iiostea  unde  D.  5  Üetaaida  D. 
Bebtaaidain  Ü.  Capharneum  XU.  Betsaida  D  6  L[iiinto  DX.  miliari  D. 
7  et  est  D*  Con^xaim  D,  Corozaim  Xü.  8  Coroaaim  D.  quiotct-Co- 
rozain  om*  D.  9  ar  in  Cedar  in  rasura  D,  10  in  tenebria  XU,  om.  .h 
11  Capharneum  U.  15  pakritudinis  D.  nobie  om.  D,  16  sanctas 
ecctesias  D.     qmdeiii  D,  cum  qui  U.     Lybauo  D.  17  aacendiint  D, 

descendit  U.    et  ab  ea  igne  D.      22  panibuä  addit  al.  man.  in  marg.  D. 


m 


*  Quarto  hat  auch  der  Anou.  bei  Vogi^e  a.  a.  o.  422   und   der  bei 
umann  a,  a.  o.  b.  423;  Job.  von  Wöraburg  505  hat  aexto  Uesefehler?). 
VergL  Tobler,   Jerusalem   588.  *   Vergl,  Raumer,    Palaest   216, 

•  Vergl.  Bobinaon  a   a.  o.  486  note  1    und  530.  ''  Der    /Herg   der 

Seligkeit',  wo  ChriBtus  die  bergpredigt  hielt,  jetzt  Kurftn  Hattin»  vergl. 
Robinson,  Palaeatina  3^  486.     *  VergL  RobinBon  a.  a,  o.  486  note  1  und  530. 


10 

pede  perambulavit,  cum  circa  qiiartam  vigiliam  noctiB  Petro 
et  Andree  piscatoribus  apparait,  ubi  etiain  Petro  supra  mare 
!  üiiMii,  14,  n  nd  eom  ire  voletiti  et  mergenti  Domioiis  aifc:  3[otUre  fidd, 
quart  duhitasttY  übi  et  alia  vice  discipiilis  suis  periclttaniibos 
mare  quietum  reddiriit.  In  sinistro  capite  maris,  montis  in 
coQcavo  Genezareth  Iacu8  auram  '  generan»,  quod  adhuc  ab  illic 
presentibna  sentitar.  Hec  aiitem  regio  Galilea  gentiuin,  in 
tribu  tameo  Zabiilon  et  Neptalim.  In  soperioribus  Galilee 
«huiua  et  ille  civitatea  faeruni,  quas  rex  Salomon  Irani  regi 
Tyri  amico  siio  conceasit.  Secundo  miliario  a  Genezareib  Mag* 
da] um  opidum ,  a  quo  Maria  Magdalena.  SecuDdo  miliario  a 
Magdalo  civitas  Ginareth  *,  que  Tiberias  dicitur  a  Tiberio  ce- 
Bare  cognominata ,  quam  in  iuventute  sua  Jhesue  frequentarc 
solebat.  Quarto  railiario  a  Tiberiade  contra  meridiera  Dothaim  \ 
iu  quo  fratres  Josepb  greges  suos  i>ascebant,  repperierunt  Jo- 
seph, quem  et  ibi  Hismnhelitis  babeotes  odio  vendiderunt 
Quart€  miliarin  a  Tiberiade  Bethulia  ci?itas,  in  qua  Jndit 
pro  gente  salvaiMla  satis  constanter  interfecit  Olofernem  in  ob- 
sidione  urbis.  Decimo  ^  miliario  a  Tiberiade  est  civitas  Nnzareth 
Galilee,  civitas  propria  Salvatoria  eo  quod  iu  ea  nutritus  fuerat* 
Nazaretli  iuterpretatur  virgultura  vel  flos  et  non  sine  causa, 
cum  in  ea  flos  ortus  sit,  ex  cnius  fructu  omne  seciilum  reple- 
tum  est,  scilicet  virgn  Maria,  que  est  flos  florum  *,  cai  angelus 
in  eadem  civitate  filium  Altissimi  nascitoruni  nunciavit  diceiis: 
uc. »,  sa  AvVy  JUariu,  grati4i  pkmi  etc.     De  Nazareth  dictum  fuit:   Ä 

joKuM  NoMareth  potmt  alitpiid  boni   esse;   non  *  est  urbs  Accaiün, 

# 

2  Andree]  aliia  D,  6  contanige  D.       Nassaret  D.       ab    om.  D. 

illis  D.  8  tarnen]  Dan  D.  12  Cinarath  D.  ante  qne  delet  et  D. 
13  ce«,]  opido  D.  14  Tyberiade  D.  15  Josep  D,  19  doodeoimo  J. 
Tyberiade  D.        25  fuit  dictum  coiivertit  in  dictum  fuit  D. 

'  Vergl.  Laurent  zu  Orderic.  X,  6  s.  147«  *  Jetzt  Kinneretk,  ut 
nicht  Tiberias,  sondern  liegt  nördlich  davon ,   vergh  Laurent  »,   a.   o. 

*  lieber  Dothaim  und  Bethulia  vergh  RobiDBOn.  Neue  bibL  Forich.  448. 

*  Duodecinio  haben  auch  die  Anon.  bei  Neumann  426  und  Vogü^  423, 
dagegen  unsere  bss.  ausser  J  alle  decimo.  ^  *Que  eat  Bos  flontm' 
scheint  ein  eigener  zusatz  OliTers  zu  sein;  die  worte  finden  sich  tooiil 
nirgenda.  *  »Non  —  divitur  ista'  sind  ebenfalls  ein  anderswoher  g^ 
nommener  zusatz  Olivers.  Die  worte  bildeten  wol  ursprünglich  eine 
randnotiz  und  hätten  eigentlich  erst  naoh  'Accon'  eingefügt  weirdea 
müssen.    Sie  bilden  übrigens  zwei  hexameter» 


20 


quam  quilibet  estimat  Accon.  lila  Philistea,  Piolomaida  dkifcur 
lata.  Secundo  a  Nazareth  miliario  Sephoris  ctriias  in  via,  que 
iucii  Acc^ii,  ex  qua  Anna  mater  Marie  Christi  nutrix.  tjyarto 
miliario  a  Nazareth,  »ecnndo  a  Sephnri  est  Ghana  Galilee  contra 
firientem,  de  qua  Philippns  et  Nathanael,  in  qua  puer  Jhesiis 
mm  raatre  sna  disciimbens  in  nuptiis  aquam  in  vinum  con- 
^ertit.  In  Nazareth  labitur  eiiguus  foas  *,  ex  quo  in  pueritia 
aesus  haurire  solebat  et  inde  matri  sue  miniatrare.  Quarto " 
illiano  a  Nazareth  contra  orientem  est  nions  Tbabor.  in  quo 
ranafiguratus  e^t  Jhesus  presentibns  apostolie  Fetro,  Johanne 
Jaeobo,  coraraque  Moyse  et  Helia,  ibique  vox  patris  audita 
li:    Hie  est  filias  tmas  diUctus  etc,   qnod  et  Petro,  Johanni  mmui,  i?, 

Jacobo   vetnit  ne   qood  vidissent    alicui  revelarent,    douec 
ilius  hominis  a  mortuis  resurgerei     Ubi  et  Petrus:    Domine 
7num  est   nos  hie  esse,     Secundo    miliario   a  Thabor  contra    tbuu  • 
^rientem  est  mons  Hermon*     In  descensu   moutis  Thabor  ob-  a«».  i«,  ü 
riabat  Abrahe  revertenti   a  cede  Amalech  Melchisedech  ^    qui 
Sem,  filias  Noe,  sacerdos  et  rex  Saleni,  preaentans  ei  panem 
"et  vintim ,    quod    Ggurat   altare   Cliristi    siib  gratia.     Hecundo 
liliario  a  Thabor  Naym  civitas,   ad  cuius  portam  Jhesua  re- 
titoit  rite  filium  ndue«     Supra  Naym  eat  mens  Endor',  ad 
cutiis  radiceui  supra  torrentem  Cadumim,    qui  et  torreus  Cyaon, 
ooQsiUo  Debbore  prophetiase  Barac,  filiua  Abinoe,  devicit  Ydn-   . 
meoB.    Quinto  miliario  a  Naym  Jezrahel  civitas,  que  et  Zaraym, 

tex  qua  Jezabel    impiissima   regina  fuit,    que   abstulit  vineam  n 

* 
l  Ptholomaida  D.  4  8ephora  D.  5  Natanael  D,  8  inde]  sibi  D. 
•exto  D.  11  Helya  D.  IS  vetuit  om.  D.  16  descenda  fh  17  ubi 
obTiabat  D,  20  secundo-civitas  am.  D.  22  Cadumin  D,  Cadumüm  X, 
Chftdaiium  J.  Siaon  D.  28  Delbre  D.  Aoion  DX,  Amor  J.  24  Je* 
sJÜie  D.     Caraim  D.        25  in  qua  D,     Jezahel  D. 


'  Die  'Quelle  der  Juagrrau\  vergl,  Eobiaaon,  Palaett.  3,  424  ff.; 
Orderic.  bei  Laurent  146:  fan<!  Gabrielia.  ^  ^Quarto*  geben  auch  die 
Aboh.  bei  Neumann  426  und  Vog-üe  423.  *  Eudor  ist  ein  dorf»  kein 
berg«  ¥ergl.  Robinson  Palaeatina  3,  468  f..  wird  aber  wahracheinlich 
infolge  einer  angäbe  des  ^alten  komx'^^diuMi*^  sebi-  ofl  als  mona  be- 
aeichnet»  vergl.  Tbeod.  bei  Tobler  103,  Thietmar,  (ausgäbe  v.  Laurent 
1867)  fl.  5,  Anon.  bei  Vogfte  423,  bei  Neumann  427,  Job.  v,  Würiburg 
488«  dagegen  bei  Burcbard.  de  monte  Sion  VI,  8  (bei  Laurent«  Quatuor 
^6t«g.  47)  vijla,  Order,  bei  Laurent  a,  a,  o.  VI,  1  nennt  ea  vicnm  grandem. 


Naboth  ,  qiie  i.4mm  pro  iiupurtuiiitate  sua  de  sumtuo  palatii 
soi  precipitaka  mteriit.  Cuius  *  piramis  superstes  videtnr.  Jaxta 
Jezmhel  cuinpiLs  Magedo,  in  quo  rex  Josias  a  rege  Samiirie* 
subactus  occubnit,  deiöde  translatus  est  in  Syoii  et  sepultus. 
I*rimo  miliario  a  Jezrahel  montes  Gelboe,  in  quibus  dimicati- 
I  lUM, altes  Saul  et  Jonathas  subacti  ceciderunt.  ünde  David:  Net* 
ros  nrc  ptuvia  vmund  super  vos,  Secundo  miliario  a  Gelboe 
contra  Orientem  Scytho[M»lis  civiia»,  Galile«^  metropulis.  que  tl 
Bethsau,  id  est  doirins  soHs  vel  ciyitas,  super  ciiios  muros  sns- 

lü  penderunt  c^mt  ^auL  Sexto  miliario  a  Jezrahel  Geaiinnm  * 
opidiiiii  illod  est»  a  quo  cepit  Samaria.  Deciruo  rniliariu  a 
Oemino  Samaria^  que  et  Sebasten  et  Augusta  ab  Äugusio  ce- 
aare  dicfca,  in  qua  »epiiltus  fuit  paranvuiphus  ille  precursor  Do- 
mini,  Johannes  baptista  \  ab  Horotit;  dewdlatuß  *  et   tranalattit* 

Iß  traus  Jordanem  iuxta  Lacum  Asfaltidis  iu  castello  Maceronta 
u  diäcipulis  suis  sepultus  est  iiiter  Heliseum  et  Abdiam.  As- 
sumptum  exinde  corpus  postea  u  Juliano  Apostata  concrematnm 
fuisse  pprhibetur  datin  vento  einer ibus  8ed  absque  capite,  quod 
antea  translatum  fnerat   Alexandrie,  posfcea  Constantinopolini, 

a<>   ad  ultimum   in  Galliam  iu   pagu  Pittavieusi,  et  absque  indice, 

quo  ?enieutem  Chriatum  ad  baptismuni  indicaverat  dicena:  Eccr 

I,  w  üffitus  Dtn  etc.     Indicem  detulit  secum  beata  virgo  Tecia  int«* 

Alpes  ibiqne  in  maxima  veneratione  tenetur  in  ecclesia  Moria- 

nensi  *,     Et  Samaria   est   nomen    iirbis    et  patrie,     Sed  nota, 

1  Äolio  D,  2  super  sepes  0,  3  Jezahel  D.  Maiedo  DX,  5  b 
qaibua  bis  scrib,  D.  8  Scitopolis  D,  Galilee  metropolin  Qeroeahel  D. 
9  Bersarn  D.  aalia  D,  pania  U,  10  quinto  CJJ,  uno  X.  Gerosahel  Ih 
13  paraninruB  D.       ille]  et  0.  14  ab  eodem  D.      decoUutua   tmii» 

(citraJ)  Jordanem  iuxta  lacani  ÄRpbaltidia  io  castello  Macberunta  «.Mace- 
rODtaX)  a  diecipulie  suis  inde  trunslatuB  Sebasten  ibique  sepaUtw  XÜJ. 
15  AlfaÜidiß  DX.  Äfaltidis  ü.  20  Galileam  D.  24  Moriaöenai  D,  Moria- 
cenbi  Xü,     patriarijhatus  D. 

'  Vergl.  hierzu  Laurent  äu  Thietmar  21  anm,  240-  *  *Samarie* 

auch  Theoder.  97,  Auon.  bei  VogQö  424,  bei  Neumann  427  a  a.,  dennoch 
rnuas  es  hei&aen  ^Egypti\  wie  auch  Burch.  de  moote  Sion  Vll«  S;  vergU 
IV.  Reg.  2X  29.  *  Djennin,  das  alte  Ginaea.  ^  S.  Robinson« 

Pttlaest  8,  369.  '   D  gibt  hier  den  verstümmelten   text;   vergL  di« 

Varianten,  die  mit  den  anderen  herangezogenen  quellen  aberein«itimm«n. 
*  Maurienae,  ?ergh  die  note  bei  Neumann  429,  wonach  auch  die  Hei- 
lige Tygria  gebeiasen  haben  soü,  obwol  die  quellen  ime  TecIa 


13 


(juod  miliario  a  Nazaretli  CAmint  meridiem  est  locu«,  qui  saltus  • 
TocatoT,  ex  quo  puerum  JhesuDi  precipitare  voliiernnt  iuvenea, 
sed  ab  eis  in  momenio  disparuit.  ijuarto  miliario  a  St^bastea 
Neapolis  est,  que  et  Sychera  a  Sycheni  patre  ^  Hemor  Donii- 
ft  nata  est,  inter  Dan  et  Bethel  posita;  a  Sychem  voeata  est 
terra  illa  Sychera.  A  Sychera  fuit  Hemor,  qiii  Dinam  filiam  < 
Jacob  rapuit  fioibus  illis  perambulantem.  In  Sychem  vero  re- 
lata  fücTiint  ot^^a  Joseph  pergentibus  *  filiis  Israel  ex  Egypto. 
In  Sychem  iuxta  fontem  fabricavit  Jeroboam  aureos  vitulos  "'"•«.  i»J 
to  duoR,  qiios  fecit  adorari  a  tribubu.s,  quas  secum  de  Jherusalem 
adduxerat  Unum  ex  hiis  posuit  in  Dan,  alium  in  BetheL 
Sychem  urbem  illani  delevenint  filii  Jacob,  Hemor  quoque 
remerunt  dolentes  de  adulterio  Dine  sororis  sue,  Sychem 
iia  diebus  Neapolis  dicitnr,  id  est  nova  civitas.  Sychar  ante 
^'chem  iuxta  predium,  quod  dedit  Jacob  filio  suo  Joseph,  in 
lO  funs  Jacob,  qui  et  put^us  dicitnr,  super  quem  ewangeli- 
tns  est  Jhesus  fessus  in  itinere  sedisse  et  serraonem  habuisse 
m  Samantana  dicitur.  Ibi  nunc  ecclesia  constttuta  est  ^. 
lixta  Sychera  therebiutus  illa  est ,  sub  qua  Jacob  abscondit  **••*•  •* 
fdt>la  in  BetheL  Miliario  uno  a  Sychem  Lii/a  civitaa  est,  in 
cjita  per  multi  temporis  »patium  habitavit  Abraham ,  ubi  et 
acob,  dorniien«  i^calam  celura  taugen tem  ad  caput  suum  vidit 
gelosque  ascendentes  per  eam  et  descendeiites.  Statim  evigi- 
.as  ait:  Quam  terribilLs  est  locus  etc.  Erigensque  lapidem  *'"•'"•  *'] 
titulum  fuudensque    oleum  desuper    appellayit  nomen  illiiis 

l  toiliario  secQndo  D.     saltaaj  preoipitiom  XJ^  precipiam   ö.     4  Sy- 
che  D.     6  Hemon  E^  Hernion  J»    8  revelata  D.  ante  faeriant  delet  est  D. 

I- "- ^©ntibuu-Israel  om.  XUJ.  12  Emon  D,  13   ante    Dine    delet 

nte«  D.  14   Neapolim    D.      Sychar   ante  in    mansit  Sicbem    D, 

^aeep  D,        18  conatmitur  XÜJ.        2u  Lusa  D.      21  Abraham  ubi 
m,  D.        22  Jacob  ubi  D.    viditque  angelos  quoque  D,       24  vigi- 
D.     quam  om,  D,        25  qua  om.  D. 
•  ▼©rgl.  Thietmar  3  anm.  32  o.  Laurent,  C^uat.  pereg.  47,  anm.  294. 
»  Yielmebr  filio,  wie  auch  Orderic.  XIU. ,   v**rgl    Gen.  34,  2.  ^  Die 

Worte  pergentibus  ülüs  Israel  finden  sich  nur  in  D.  sind  vielleicht  zu* 
eatz  Oliver«.  *  Die  kirche  boII  zwischen  1150  untl  1170  erbaut  sein, 
lobler. Theoder  170.  Pas |)raeBena  construitur,  ist  in  unsere  hßs.  ebenso 
gedankenlos  hinübergenomnieit  wie  hei  dem  Äaon.  bei  Neumanii  430 
a,  ft.  Oliver  Änderte  sinngein&a^. 


14 

Bethel ,  quod  priiis  Liiza  appellabatiir '.  In  Bethel  precepto 
Domiai  voluit  immolare  Domino  Abraham  filium  aüum  Isaac 
Est  aiitem  Bethel  collateralis  mous  Qarizim  respiciens  moTitem 
üebal  ad  orietitem.  Vigesimo  miliario  a  Sychem,  qaarto  a 
Jherusalem  via,  que  ducit  Uiospoliiii ,  mens  Sylo  et  civittd 
Rama  ^,  ubi  archa  testamenti  et  tabernaculum  Doiuiai  ab  ad* 
ventu  filiorura  Israel  mansenint  iisque  ad  tempora  Samodis 
prophete  et  regis  DavicL  Vigesimo  quart-o  miliario  a  Sjchem, 
sexfco  decimo  miliario  ab  Diospoli ,  sexto  decimo  ab  Hebroo. 
quart^i  decimo  ^  a  Jericho,  qiiarto  a  Bethlehem,  sexto  decimo 
a  Bersabee,  vigesimo  quarto  ab  Ascaloaa  totidemqiie  a  Joppe 
Jherusalem  sanctisaima  Judee  metropolis  civitas,  que  et  Syon, 

Tu  w,  a  de  qua  dictum  est:  (rloriosa  dida  sunt  de  ie,  dviUi^  etc.,  qoe 
etiam  Ilelia  dicitur  ab  Helio  Adriano,  qui  eam  congtruxH. 
Bethlehem,  civitaa  Jude,  domus  panis  i«terpret«tur,  que  et 
Elfraia  dicittir«  nee  sioe  causa,  quia  de  flore  Nazareno  pn>- 
cessit  in  ea  fructus  vite  de  virgine  Maria,  id  est  filiua  Dei 
vivi  Jhestis  Christtm^  qui  panis  est  angelorum,  totius  mundi 
vita.  In  Bethlehem  iuxta  locum  nativitatis  iu  presepio  fiiife 
fenum  ,  in  quo  virgo  latitiivit  iufantem  Jbesum.  Unde  |.ter 
prophetam  :  Voif novit  bos  pos.si'sstnrm  suum  etc»  Fenum  istnd 
postea  ab  Helena  regina  Rome  delatiim  fuit  et  honeste  recon- 
dituni  in  ecclesia  aancte  Marie  matoris.  Miliario  uno  a  Beth- 
lehem refulsit  stella  pastoribus  nato  Domino  eis  apparente  an- 

Lu«.  t,  14  gelo  et  dicente:  Glona  in  cax'clsis  Deo,  In  Bethlehem  ao?a 
Stella  diice  venenmt  tres  reges  ab  Oriente  adorare  natum  Jhesum 
presentantes  ei  mystica  mimera,  aunim,  thua  et  mirram.  In 
Bethlehem  eiusque  finibus  lussit  Herodes  decoUari  innocente^. 

1  qui  D,  2  noluit  D.  3  Garozim  D,  4  Tebal  D.  muliario  P. 
5  Dyaspolim  D.  7  a-dTeotu  Domitii  iliornm  D^  9  deeimo  ona.  D. 
Aapoliui  D.  Ebron  D.  10  XHl.  JCl.  Betlehem  D.  U  Betsaida  D. 
Aascalona  D.  Jope  D,  15  Bethleem  D.  16  Eufrata  D.  20  iac- 
tavit  D.        22  Rome  om.  D.  24  BeOieleem  D.         25  Bethleem  D* 

iiova  om.  B.  28  Bethleem  D.     iimocentes  om.  D. 


»  Vergl.  Judic,  1,  22-23.  *  üeber  Rama  vergL  Robinson,  P»- 

laeatbia  2,  *ih%  f,         ^^  Hier  B^rhwanketi  die  lesearten  zwischen  13  and 
H;  Job.  V.  Würsburg  490  wol  nur  auB  Teraehen  'decimo\ 


15 

Qaaito  miliario  a  Bethlehem  contra  meridiem  ecclesia  abbatis 
Karioth  ^  nbi  et  ipso  transeunte  de  hoc  mundo  monachi  eins, 
quibns  pios  pastor  prefuerat,  cum  eo  pariter  agonizavernnt, 
quod  a  Deo  devote  prescierant,  eo  quod  pater  eorum  pius  ex- 

ft  titerat,  nee  post  eum  vivere  yolebant  eins  amore  ferventes, 
singulonim  quorum  compagines  in  ecclesia  predicta  videri  possunt 
illo  modo,  quo  se  habuerunt  in  desolatione  patris  eorum  ago- 
nizaotes;  translati  sunt  postea  in  Jherusalem.  In  Bethlehem 
infra  basilicam  haut  longe  a  presepio  Domini  requiescit  beatus 

10  Jeronymus;  Paula  quidem  et  Eustochium,  quibus  Jeronjmus 
prefmi,  similiter  in  Bethlehem  sepulte  quiescunt.  Miliario  uno 
a  Bethlehem  via,  que  ducit  Jherusalem,  Kabrata  *  locus  est, 
in  quo  com  Benjamin  peperisset  Rachel  occubuit,  ibique  a  viro 
suo  Jacob  tnmulata  quiescit,  cnius  tumulo  superposuit  dnode- 

ift  cim  lapides  non  modicos  in  testamento  filiorum  Israel,  et  cuius 
adhac  piramis  a  transeuntibns  videtur.  Jherusalem  Judee 
glorioaa  metropolis  iuxta  philosophos  in  medio  mundi  sita  est 
Regnavit  autem  in  ea  David  annis  triginta  tribus  et  dimidio. 
Est  qnidem   in  Jherusalem  mons  Moria,   super   quem  videns 

*^  David  angelum  percutientem   gladio  evaginato,   quo  populum  u.n^.t 
Dei  graviter  cedebat,  timens,   ne  in  se  et  urbem  ulcisceretur, 
pro  populo  pronns  in  terram  corruit  vere  peniteus  graviterque 
86  affligens,   a  Domino  exauditus   veniam  meruit.     De  David 
ait  Dominus:   Invmi   virum  sectindum  cor  meum.    In  monte'^^'^^",'^ 

^  Moria  regnante  David  äorebat  area  Oman  Jebusei  ^ ,  a  quo 
ipse  David  eam  emere  volebat  ad  construendam  donium  Dei, 
eo  qnod  ab  eo  misericordiam  consecutus  fuerat  et  quia  angelus 

1  Bethleem  D.      beati  XUJ.  2  Paristoch  D,  Earitoht  U.     ubi 

om.  D.    eins  id  est  quibas  D.         3  prius  D.  4  prescierunt  X,  pe- 

tierant  J.      7  desolationem  D.      8  in  om.  D.    Bethleem  D.      9  aut  D. 

10  JeroDimias  D.    Eustocbia  D.      11  scripsit  XU,  scribit  J.     ßethleem  D. 

11  Betlehem  D.  12  Gabra  et  lacuna  D,  Kabrata  J,  Eapraia  U,  Ke- 
blata  U.  13  cum  saperscr.  D.  17  gloriose  D.  18  vit  superscr.  D. 
19  est  ibi  qnidem  D.  25  fulgebat  aurea  urna  Gebusei  D.  26  eam 
om.  D.    constitaendam  D. 


>  VergL  hierüber  Tobler,  Jerusalem  2,  525  f.,  auch  509—29.     -  Heute 
Kabbet  B&hll,  vergl.  Robinson   Palaest.   1 ,  363.  '  Vergl.   IL   Reg. 

24,  16  ff.  Q.  I.  Paral.  21,  15  ff. 


Domiai  ei  parcens  in  iüo  restiterat  loco  ;  sed  '  vetituni  fuit  «i 
a  Domino,  quia  vir  aaugiiimim  fuit  Eirpensas,  quas  prepara- 
verat,  Salomoni  filio  suo,  cui  a  Doiuinu  concedebattir,  tradidtt, 
quatenus  ipse  domum  Deo  construeret,  Edificavit  Domino  in 
ea  rex  Salomon  templum  Bethel  et  altare.  quod  edificarit  in- 
ID.  R#t  «*  comparabiii  ßumptu  petens  a  Domino,  quod  quicunque  de  qna- 
cunque  re  iusta  confliiereTit  *  ad  eum,  in  eo  exaudiri  mererentnr, 
quod  concessuiii  ei  fuerat;  ergo  domus  Domini  domus  consiüi, 
ii^Iflud  autem  postea  pro  iucontinentia  populi  et  principis  ei- 
i(*  a^joliavit  Nabochodonoaor  per  Nabuzardan  principem  cocorum 
tempore  Sedechie  regia.  Paulo  post  quidam  Pharao  templam 
delevit  et  iirbem,  Ne  lectori  videatur  absurdum  enumerare,  sub 
quibus  et  a  quiboa  destructioue«  et  restructionea  primi  et  se* 
cinidi  et  tertii  templi  extiteruut,  hoc  de  presenti  sufficiat.  Sub 
iö  quo  et  H  quo  principe  restitütum  sit,  fere  ignoratur.  Quidam  * 
dicunt  sub  imperatore  Constantinopolitano  propter  Lignuoi  quod 
de  preliii  triumphans  attulerat,  alii  a  Jnstiniano  Augusto, 
alii  a  quodara  imperatore  Metuphis  Egypti ,  alii  ab  Helena 
matre  Constautmi  reedificatuin  fuisse  perhibent  pro  reverenfcia 
sancte  crucis  ab  ea  reperte,  alii  ab  Eraclio  imperatore  pro  re- 


1  eztiterat  D.  emit  quidem ,  sed  vetitum  fuit  ei  a  Domino ,  ne 
intromitteret  se  iode  XÜJ.  3  concedabattir  D.  4  edificium  Domino 
etc  rex  Salomon  D.  5  Betel  D,  id  c«t  Retbel  XÜJ.  dedica^it  XÜJ. 
7  coneulerent    eum    XÜJ.  10  NabogodonoaoT  D.       Nabutzad&n   D. 

ootborum  J^  exercitoa  X.  II  antea  quidem  J,  paulo-urbem  om.  X. 

14  templi  om.  D.  aub  a  quo  et  quo  D.  16  Hgnutii  om*  D.  hie  paffnu  is 
XÜJ:  Quidetn  enim  asserunt  (oin.  J),  sub  Coiistantino  imperatore  ab 
Helena  matre  »ua  reediÜcatom  fai»Be  (perhibent  J)  ]»ro  reverentia  &aocte 
crucia  ab  ea  reperte,  alii  ab  Eraclio  imperatore  pro  reverentia  ligni, 
quod  de  Perside  triumphans  retalerat,  alii  a  Justiniano  Auf^usto,  alii 
a  quodam  imperatore  (ammiratore  J)  Memphis  Egypti  pro  reverentia 
Aiaquebir  (AUaqnibre  U)  AlTachiber    J    id  est   snmmidei.  IT  ante 

AogUBto  delet  imperatore  D,         19  perhibetur  D. 

*  Diese  stelle  scheint  verfitünimelt  zu  aein^  obwol  sie  auch  ao  soeH 
einen  sinn  gibt.  "  Diese  Abweichung  von  der  sonstigen  leeeartlvergL 
variant.)  ist  deshalb  unangebracht,  weil  das  hierauf  sich  besiebetide 
'ergO'ConBilü'  nicht  veratandlkh  ist.  ^  In  dieser  stelle  sind  die 

xelnen  angaben  sonderbar  durcheinander  geworfen^  den  richtigen 
mit  dem   auch   die  anderen   quellen    übereinstimmen,   geben   die  Ya 
VergL  im  übrigen  Tobler  Theoder,  194. 


verentia  Allachiber  lA  est  sammi  Dsi.     Et  nota,  quod  in  hoc 
templo  die   octavo    natalis   8ui    puer   Jhesus   circumcisus  e»t, 
caixiä  preputiuni  ^  ab  aogelo  de  celis  Carolo  magno  re^  pre- 
seDtaium   est  et   ab    eo    delaium    Aquisgrani^    post    eqiiidem 
*   »  Carolo  calvo  tmnslatum  in  Äquitaniara  in  pago  Pictaviensi 
apiid  Carodura  ^  in  eccle^ia »    quam  ibi  in  honorem  Salvatoris 
sancti   constnixit   et    regia    bonis   arapliasimis    siib   monachali 
religione  locupletavit ,    qaod   extunc    nsque  modo  solempniter 
veneratur.     In  templo  illo  puer  Jhesus  a  matre  aiia  presenta- 
10  tu8  est  et  receptus  a  beato  Symeone  dicente  :  0  Ihrmiite  lumen  * "«  »» 
ad  repdaiumem  etc.   Nunc  dimiUis  etc.     De  templo  illo  enientes 
et  veudentes  eiecit  Jheöus.     In  templo  illo  liberavit  adulteram 
ab  aecusantibiKs  diceos:    Qui  sint-  pecmto  est  etc.     In  templo   ^r«*  « 
illo  landarit  munns  panpercule,    quod  in  gazofilaeio  posuerat, 
litt  «joia  totum  quod  habuit  dederat.     In  templo  illo  dnm  morare- 
tur  Jherusalem  docebat  Jiideos.    Super  pionacutum  templi  Jhe- 
I      Bnni  diabülus  statuit  temptans  euin  et  dicens:  Si  filma  Bei  es  w-nb.*. « 
I      etc.     De  templo  illo  fuit   precipitatns    beatus  Jacobus  priraus 
1      pontifex  in  Jherusalem.     In  templo  illo  nuociatum  fuit  ab  an- 

I»  gelo  Zacbarie  natale  filii  sui  Johannis  baptiste.  Inter  templum 
et  altare  Zacharias  tilius  Barachie  occnbuit ,  super  quod  in 
I  Tcteri  Testamento  sacrificare  solebant  tnrtures  et  columbas, 
^Hfinod  a  Sarrac«ni3  postea  mutatum  est  in  orolog^ium.  Per 
^Hbpecto^am  portam  illias  templi  tran»iens  Petru»  cum  Johanne  * 
claudum  ambulare  fecit  in  nomine  Jhesn  Christi,  In  Jhern- 
salem  est  probatica  piscina*,  quam  certo  tempore  movt*re  so-  • 
lebai  anffelus  Domini ;   quieunquc  aniem   infirmus  descendebat 

post  moiionem  aque  aut  prior  iritraJmf^  sanus  fiebai,  a  quacutn- 

* 

1  Et  Dota-venerattir  om.  J.  quod  om.  D.  2  circumsciauB  D.  3  Ca- 
rolo D-  4  düatum  D.  poat]  est  D.  5  Camlo  D.  6  Caraesiam  D, 
Karogiuiu  X,  Carrosium  ü.  12  in  teiuplo'peccato  est  om.  J.  16  pi- 
Dom  D,  17  et  superscr.  D-  23  in  orolojj^um  om.  D.  24  Johanne] 
fteqaantar  in  XU :  respondii  patenti  eleniosinanim :  Quod  habeo  hoe  trado, 
in  J:  respondit  petenti  elemoainam  ab  eis  qai  ab  utero  matri»  baiulaba- 
tnr:  Quod  aatem  habeo  hoc  tibi  do.  —  ^itm  msc.  J* 

«  Verjr!-  Robinson  Palaeatina  2,  288.  Tobler  Golgatha  73,  *  Yergl 
Acta  Sanctorum  l,  ».  4.  '  Die  anderen   quellen  fahren  hier   fort; 

respondit  petenti  elemOBinan) .   qai  clandns  ab  utero  matriB  baiolabat: 
Qaod  aatem  habeo.  hoc  tibi  do.        *  VcrgL  Robinaon«  Palaest.  2,  136  tf. 

Ollwn,  2 


I 


(^  infirmücUe  tenehntur,  Probaton  Grece,  Latine  pecuHaris 
dicitur  eo  qiiod  in  aacrificiis  solebant  intas  abluere  extera  pe- 
cudum.  Erat  qoippe  rubea  ex  bostiis,  que  ibi  imiuolabaiitor. 
Ante  probaiicam  pmcinam  languidum  sanaWi  Jhesiis  diceos  a: 
ToUe  grabiitum  tunm  d  vaäe  etc.  In  medio  Jherusaleio  siisd- 
tavit  Jhesus  puellant.  Et  nota^  cjuod  sub  Salomonis  regia  in 
accubitu  Syon  et  valle  Josaphat  natatoria  Syloe  facta  fait,  ad 
•' '  quam  misit  Dominua  ceciira  Üluminatiim,  ut  in  ea  lavaret  ocii- 
lo8  ßiios.     Abiit  et   lavit  et    vidifc.     Unde  8y loe  Missus  inter- 

10  pretatur.  Syloe  secandiim  traditionem  Syrorum  ex  aileottt) 
dieitnr  eo  quod  gurgitem  ciim  silentio  diicit  snbterranetmi. 
Jüxta  Syloe  est  quercus  Rop^el  ',  sub  qua  beatus  Ysaias  re- 
quiescit.  In  valle  tlosaphat  beatus  Jacobus  sepultus  fuit  et 
mde  tratislatos  Constantinopotim.     \n  valle  Josaphat  snb  acuta 

IQ  piramide  rex  Josaphat  tumulatua  fuit.  Secnndo  niiliario  a 
Jherusalem  via»  que  ducit  Sychem,  mons  est  öabaath  ^  in  tribu 
Beniannn.  Miliario  utio  ab  Jherusalem  in  accubitu  montis 
Oliveti  contra  Äsfaltidem  Bethaoia  est;  coUateralis  montis  Oli* 
veti  mons  Offensionis,  dividit    aiiteni  eos  via,  que  ducit  de  Jo- 

2ö  saphat  per  Betpbage  Betbaniam  '.  Dictus  est  mens  OffensioDig 
eo  quod  rex  Salomon  imposuit  ydolum  Moloch  adorans  eom. 
Bethauiii  oppidum  est,  in  quo  Symon  leprosns  sepe  Jheauni 
hospitem  recepit,  et  devote  ei  rainistrabat  Maria  Bethnnie 
rigans  tacrimis  pedes  Jbesu  suisque  crinibus  tergens  et  uDguens 

2fe  unguento  suoruni  obtiniiit  veniam  peccatoriim-  Bethanie  Mariam 
et  Marthani  laudavit  Jhesus,  Marthani  *  ministrando  Mariam 
Boücitando.    Bethanie  lacrimis  et  precibus  motus  Jhesus  fratrem 


I 


4 


1  pecüUare  D.        2  extrema  D,  viacera  X.      S  bestiia  D.     munda- 
bautur  X.        6  in  accubitu  suo  Syon  D.  10  Syriomm  D,     ex  Sylo 

manare  dicitur  X.  16  Galaat  D.  17  in  bis  Bcribit  D,  acubilu  D. 
18  Alfaltidis  D.  19  de  om.  DX.  20  ßetaniam  D,  22  opidmn  D. 
29  et  Martha  addit  XU.  24  et  unguens  om.  D.  26  Martham  mini- 
Btrando  solicitam.  Mariam  ia  verbia  eius  attentam  XO, 


*  Vielmebr  fons,  vergl  Robinaon,  Palaeet  2,  141  ff.,  TobTer.  Jeru- 
salem 2,  208  CT.  ^  Heute  nschebft'a,  a.  Laurent  zu  Orderia  48,  1. 
'  Ueber  das  unricbtige  dieser  angäbe  vergl.  Robinson  a.  a,  o.  Z\% 
*  Die  stelle  ist  ganx  entgtellt,  die  yar.  gibt  in  QbereinetimmiJiig  mit  < 
übrigen   quellen  das   richtige. 


M 


eanim  Lazarum  in  monumento  iam  quatridnanum  vite  reatituit  *. 
Bethania  domus  obediencie  iiiterpretatiir,  Betphage,  qui  et  vi- 

;  culus  sacerdotum»  domus  bucce  vel  oiaxillarum ,  raona  Oliveti 
mons  crismatiä  vel  sacrificaüoiiis,  vallis  Josaphat  iiidicü  vallis, 

»  Jberuäalem  viaio  pacis ,  Syon  specnlatio  vel  speculum.  Per 
hiitic  trainitem  aseendit  Jhesus  Jherusalem  sedens  snper  asinara 
die  qua  celebratiir  ramis  palmarum,  Sic  quisque  catholicus 
snb  obedientia  angeli  stimmt  consilii    debet  ascendere  et  adire 

I      sacerdotum  presentiam,    qui  Dei    verba    nirainant,    ut    ab  iis 

p<>  corrigatur  et  iostniatur  et  eorum  doctrina  et  consilio  subire 
Taleat  vaUeui  iudicii,  id  est  contritiouem  sane  compnnctinnis, 
in  qaa  se  affligat  et  per  portam  orientalem,  id  est  per  Christo m, 
qui  eat  verus  oriens ,  digoe  sanctam  Jherusalem  iotroeat  et 
celesti  Syon,  id  pst  stola  iinraortalitatis  decorat us  cum  eo  per- 

ift  petuo  maneat  In  monte  Syon  lavit  Christas  pedes  discipu- 
Innim  suorum  ^  dans  ei«  paneni  id  est  Ciirpus  smim  ad  man- 
ducandum  et  vinum  id  est  sanguinem  snnra  ad  bibeodiim,  qnod 
est  viaticum  nostre  redemptionis.     In  monte  Syon  supra  pec- 

^kis  Domini  in  cena  recubuit  beatus  Johannes  de  fönte  sapientie 
potans;    ibi  in  cena  ait  Jfiesus:    qui  metmm  es!    in  mensa  hie 
I      n$e  tradiiurtis  est,     Ciii  Judas:    Numquid   ego  sum.  Domine ?  wmxth.  m,  t§ 
Jhesus  dixit:   Tu  dixiHti,     A  sinistro  raontis  Syon  super  agrum 
peregrinonim,  qui  et  Ageldemach,  id  est  ager  sanguinis,  secua 
viara,  qne  ducit  EftVata^  mons  Gihon    est  vicinus,  in  quo  rex 
mm  fialomon  regnavit  et  suscepit  dyadema '.     In    accubitu  montia 
T      Oliveti  contra  orientem    trans  Cedrou    iactu  kpidis  Jesaemani 

(oravit  Jhasus  Christus  ad  Patrem  dicens :  Putet*  si  ficri  polest  i«*«ti.  i«,  •» 
1  eorura  D.     in  om.  D.    2  Betfage  D.     7  die]  de  D,      8  incedere  X, 
incendere  ü,        12  id  est-orienB  om.  ü,       13  dignam  D.       14  iocundi- 
j        Utis  XU.  24  que  ducife  viam  D.      Eufratam  D,      Syon  D,  Gion  X. 

Oyon  ü.         25  regium  diadema  su'icepit  0,     acubiiu  D.  26  Jesao- 

mam  D,        27  ad  auperscr.  D. 


H 


*  Vergl  hierzu  Job.  v.  WQrzbarg  a  a  o.  510,  der  zwiBcben  der 
Martha  eoror  Lazari  und  der  Martha  peccatrix  unterscheidet.  *  Hier 
fehlt  wohl  der  Paasus:  dicena  eis:  Sic  facite  in  meam  com  memo  ratio - 
nein.  Monte  Syon  cenavit  cum  diacipulia  suia  Jheaus  dans  etc. ,  der 
»ich  hei  allen  anderen  autoren  findet.  ^  Die  var.  gibt  auch  hier  das 
sidlltige,  da  in  der  Yutg.  nur  an  dieser  stelle  Gihon  in  bezug  auf  8a- 
erwahnt  wird  Uli,  Reg.  l,  33,  88,  45). 

2  * 


20 


etc,     Ubi  ex    kimore   carnis    sutlorem  fiidit   quasi    sangnineio. 

!»u  40, 40  ibi  j^it  Petro:  Non  potutafi  una  httra  vußikirtt  nuicumf  Iterum 

discipulis:    Dorntite    iam  d  requit\mit\  et  tertio:     Fi>/t7<i/«  W 

oraie  etc.     Deiiide  Jessemani  re^reasus  est.     Judast  aotem  tra* 

s  ditor  ille  recepto  iam    pretio  festinaüs  ad  id  ♦   quod  de  Jhena 

Jodeis  spopoiiderat,    deJit  Signum  cohorti,  quod  qnetiicumqoe 

osculatus  esset  tenerent.     Quem    caguitum    sub  fraudis  osculo 

vinctura    dueunt    in    Syon    in  Pjlati    pretorium,    nuncupatum 

ip,  m  Orece  lithostmtos,  Hebraiee  Gabindha,     Ibi  et  Petrus  eum  ter    _ 

10  negavit.     Übi  audito  gallo    remioiscens    verbi  Jhesu    vere  pe-  I 

iiituit  eum    flevitque    amare   fugiens    in  caveniara,    que  modo 

gallicautus  dicitur,  vulgariter  Galilea  * ,  via,  que  descendtt  de 

Syon    in   Josaphut   sub    porta    montis  8yon,     In    nionte  Syon 

Jhesuä  opprobriis  nimis  afflictus,    Terberibus  cesus,  cachinnis 

ift  derisns  crucem  suam  baiulaus  PUati  iu»su,  Judeorum   impnlsa. 

In  Golgatha,  quod  est  Calvarie  locus^  dictum  eo,  quia  calvari 

solebant  id  est  dampnari  solebaut  latrones.     Calvarie  dam  in 

cruce  peuderetur  hoatia  muiidi    latroni  pendenti    aij    dexterniu 

et  veuiani    petenti    stolam    immurtalitatis    promisit ;    crucis  in 

fto  patibulo  perforatus  lancea  aanguinem  emisit  et  aquara  ezstil- 

lavit,    unde  aperti    sunt   oculi  Longini,    qui   eum  lancea  per- 

cusserat.     Sub  loco  Calvarie  ad    dextram    in   introitu    ecclesie 

eat  locus*,    in  quo  Joseph  a  Pylato  corpus  Jhesu  impetraiit 

et  sublatuni  de  cruce  lavit,  venerandam  carnem  liquoribus  at- 

t7,  ftBque  aromatibus  condivit,    uwolvii  sf/iiäonfi  mttuthi   haut    longe 

aepelivit  in  orto  in  monumento,  quod  sibi  uov^um  in  rupe  ex- 

euderat.     Inde  descendit    ad  in  fernes    ad  redimendos  homines, 

inde  resurrexit  verua  leo  de  tribu  iluda  morte  subacta.     Ibi  et 

angelus  Domini  sacria  miilieribus  apparuit  iam  ab  ostio  monn* 

80   menti   lapide  revoluto  Jhesumque  resurrexisse  a  mortuis  nun- 

♦ 
2  item  D.  4   Geesemaiii  D.  6   Bpospondit  D.      dederat   D« 

7  teneretiir  D.  9  llcoatratos  D,  Utostratos  X,  licotostros  Ü,       ÖoU 

gatha  DX,  Grabata  U,  11  caveam  Xü,  14  cachimis  D,  22  loco 
om.  0.  23  JoBep  D.  24  levavit,  antea  delet  )a?it  D.  25  tyno- 
done  D.    aut  D;  26  ortum  D.  28  ßubiacta  D.         29  hostio  Ü. 

30  que  om,  D, 


'  Vetgl  Tobler,  Tbeoder,  200   ff, 
844  ft; 


YergU  Tobler,    Golgatk» 


Sl 


it :  Tite',  dicüe  dlseipfilis  nus  et  Päro*  Sab  loco  Calvarie  ? 
m  capite  eccleaie  ab  Helena   regina  crux  Domini  inTenta  est. 
Seciindo  miliario  a  Jberosalem  crevit  arbor  illa  digotsBima,  in 
qua  ille  leo  vems  pependit,  qiii  raorte  sua  mortem  delevit,  vi- 

♦  tarn  mnndn  reparavit    ünde  propheta:  0  mors,  ero  mors  iua  u***  13, 
etc.    Locus,  inquaiD,  qui  modo  carcer  dicitur,  in  passioive  Christi 
catDpestris  erat,    sed  in  eo  moram  babuit,   quanidiu  machina- 
batur    ei    crncis    suapeTidium ;    in  eo  qnideiu  ^   raanifestavit  se 
DomiBQaf  cum  rediret  ab  in  fern  is»     Eadeni  die  declioante  iam 

*«  ad  ?esperam  daobus  discipulis  appamit  red*>antibiis  Eotropo- 
lim  ^ ,  id  eat  Emaua  oppidom ,  sexto  miliario  a  Jherusaleni, 
quem  et  ibidem  cognoverunt  in  fractione  panis  retineiido  ip- 
sam  bospitem.  In  monte  Syon  appamit  apostnlis  omnibua  oc- 
tavo  die  palpanda  vulnera  sua  prebnit,  cui  Thomas:  Domifmn  j^h. i^i 
1^  msius.  In  Galilea  aecus  mare  et  in  man  discipulis  ter  appa* 
mit,  Qnadragesimo  die  in  raonie,  Oliveti  susceptus  a  nube 
lüftnibas  erectis  celos  ascendit,  Quinquagesimo  die,  que  nobis 
tubilenm  annunm  id  est  etemam  vitam  vel  libertatem  signat, 
apostolornm  corda  spiritu  sancto  inflammavit.    In  monte  Syon 

t>  David  rex  et  Salomon  aliique  reges  Jherosoloraitani  quiescuni 
Ante  portam  Jherusalem,  que  respicit  occasum  ^,  saxis  obrutus 
beatnB  Stephanns  prothomartir  *  occubnit,  iode  translatua  in 
Bvon  et  sepultus  inter  Nichodemum  et  Abibon,  postea  Con- 
stantinopolim,  ad  ultimum  Rome  beato  Laurentio  contumulatua 

s  eat.  Ante  portam  Jherusalem  iuxta  lacum,  que  respicit  me- 
ridiem  ^,  cav^ea  illa,  in  qua  leo  qnidam  inssu  Dei  omnipotentig 

martiram    fere   duodecim   milia    snb    Cosdroe    perempta  *    una 

« 

S  arbor  om*  D.  5  tntindi  V).  7  sed]  et  D.  11  Endropolim  3f, 
EleuteropoUiD  ü.  opidiim  D,  13  omn.]  abgque  Thoma  addunt  XU- 
15  rex  D.  18  annuin  DU.  21  adduot  SU:  qua  parte  liberata  fuit 
utbs.      25  qui  D.      27  miu-am  D.    miliaribüö  custode  ü»    perempto  D. 

'  XU  fügen  hier  binzu:  alio  loco,  wa«  auch  bei  Job*  v.  Würzbarg 
fehlte  vergL  Order,  bei  Laurent  16,  4  und  den  Anon.  bei  de  VogÜ^  427. 
'  Zu  lesen  ist  Eleu theropolis,  wie  auch  Job.  v.  Würzburg  518,  Adod.  bei 
de  Voi;^Öö  428,  eine  auch  aonst  nachweisbare  verwecbselnng  mit  Nico- 
polis»  vergl  Tobler  Jerua.  2»  536  flF.»  543  ff,;  de  Vogöö  a.  a.  o.:  Beit- 
Djebrin»  t.  Röbinfton  Palaeat  2,  659  und  625.  *  Das  tor  von  Beth- 

lehem oder  Jaffa  oder  pilgerto,  Robinson  Palaeatina  2,  19*  *  Ro- 

biüBon  Palaestina  l,  402.  *  Da«  Zionstor,  vergl  Tobler,  Jemaalem 

2,  181  ff.        "  Im  jähre  614,  Bobinson  a.  a,  0.  2,  284. 


nocte  detulit;  und«  cameriuna  leonis  dicitur.  Sexto  miliario  a 
.Therusaleni  cootra  merirltetii  via,  que  ducit  Ramatha,  mon» 
Modin  ' ,  ex  qiio  Mathathiaa  pater  Macbabeorum,  in  quo  se* 
pulti  sunt     Octavo  railiario  a  Modin   via,    que  ducit  Joppen, 

b  Lidda,  qiie  et  Diospolis  dicitiir,  in  qua  corpus  beati  Georii  »e- 
piiltum  füisse  narratur.  Miliario  a  Bamatha,  tertio  miliario 
a  Bethlehem  Thecua"  oppidum  iilad,  ex  quo  Arnos  propheta, 
qui  ibi  sepultus  fuit.  Quarto  miliario  a  ^rherusalem  contra 
auström  oppidum  illud  ',  in  quo  morabatur  Zacharias  tunc  tem- 

io  poris,  cum  mater  Jhesu  festioans  iam  babens  in  utero  fiUum 
Dei  venit  ad  salutandum  Elizabeth  cognatam  suam  iam  gra- 
vidani  de  Johanne  fiiio  suo,  qui  et  ibi  Datus  tuiase  perhibetur. 
Qnarto  decimo  miliario  a  Jherusalem  Jericho^  ex  qua  Raab 
meretrix,  que  hospitata  fuit  quatuor  exploratores  filiorom  !«• 

»6  rael,  celavit,  fovit  et  pavit ;  ex  qua  Zacheus,  qui  statura  pll- 
sillus  audienB  Jhesum  partes  illas  perambulantem  sycoraorum 
arborem  ascendit,  ut  et  Deum  videret  et  cum  eo  loquereturae 
iudicana  et  petens  veniam;  ex  qua  piieri,  qui  Heliseuni  Jhero- 
*■*«•'*"  solimaru   ascendentem  deriaerunt:  Ascende  calvii  efcc,     Secondo 

äo   lapide   ab  Jericho   ad  siniatram  desertnm,    quod  Quarentena* 

vocatiir,  in  quo  Christus  Jhesus  quadraginta  dierum  totidem- 

que   auctium    ieiuriium  complevit  eumque  esurientem  diabolas 

M.iti..  4,  fl  ijji  temptavit  dicens  :  Die,  ut  lapides  isli  pauof  fiauL   Secundo 

miliario  a  Quarentena  mons  excekus  ille»  in  quo  iternm  Jhe- 

iMd. 0     snm  temptavit  dicens:  Hec  omnia  tibi  dabo  eic,    Sub  Quaren- 

tena  fontis  illius  rivulus  °,   quem  beatus  üeliaeus  eius  sterili* 

tate  sanata  reddidit  potabitem.    Ante  Jericho  secus  viam  cecus 

Ltt«.  !•.  sa  ineudicans  audiens,   quod  Jhesus  trausiret,  exclaiuarit :   Jkem 

fili  Davidy   miseren^  nuri  etc.     Qui  illuminari    meruit  tarn  ex- 

•***  terius  quam  interius.  Tertio  lapide  ab  Jericho,  duobus  niilia- 
ribiis   ab   Jordane    Bethagla  ^,   quod    interpretatur  locus  giri, 


4 


I 


1  c&TerQtun]  X,        5  Dispolis  D.  6  miliario  a  Ramatha  om.  X« 

7  Retlehera  D.     Tecua  D.    opidum  D,  8  »  om,  D.         9  opidum  D. 

13  tercio  U.          15  et  lavit  D.          19  descende  D.          26  fODS  iUe  D 
31  B«ttagla  D. 


*  HobinBon  a.  a.  o.  408. 
a.  RobiDBon  a.  a.  o.  3,  193. 
Äin  cfl -Sultan»  a.  a.  o.  528. 


^  Vergl.  Robinion  a.  a,  o.  408. 
*  Robinson  Palaestina  2,  552. 
*  Robiason  a,  a.  o.  510  ff. 


28 

eo  qaod  ibi  more  plangentium  circaeuntes  filii  Jacob  funera 
siia  et  eius  gentis  deferebant.  Engadi  '  in  tribu  Juda,  ubi 
abflGondit  se  Da?id  in  solitudine,  que  est  in  aulone  Jericho, 
hoc  est  in  regione  illa  campestri,  de  qua  sapra  diximas.    Vo- 

&  catnr   aatem   locus   ille  pergrandis  Judeorum.    Engadi  iuxta  <^»(-  >• 
Hare   mortuum   est,   unde   balsamum   afferri  solebat  et  oriri, 
inde  yinee  Engadi  nancupantur.     Octavo   miliario  a  Nazareth 
contra  Carmelum   Gayn  mons,   ad  radices  cuius  iuxta  fontem 
Lamech  parens  Noe  sagitta   sua  pereniit  Gayn   arcuique  suo 

10  maledixit  *.    Unde  furore  repletus  et  ira  ait:  Occidi  virum  in  <>•«•«> 
vulnus  meum  et  adolescentem  in  livoreni  meum.   De  Cain  enim 
Dominus  dixit :  Omnis  gut  occiderit  Cain^  septuplum  ptmietur.  oen.  4, 
Tertio    miliario  a  Cayn   mons   Garmeli,    de   quo  in  Ganticis: 
Collum^  tuum  Carmelus,  in  quo  per  multum  teraporis  conver-  c«nt.T. 

>A  sari  Yoluit  Helias  eiusque  discipulus  cum  eo,  beatus  Heliseus. 
Sexto  decimo  miliario  a  monte  Carmeli  contra  meridiem  Gesa- 
res  Palestina  metropolis,  ex  qua  Cornelius  centurio,  quem  in 
ea  baptizavit  Petrus  et  consecravit  episcopum.  Nota,  quod 
inter    sacra  loca,    que   Salvator  noster  corporali  dignatus  est 

so  perlnstrare  presentia^,  montem  Oliveti  preclara  veneratione 
dignum  dicimus,  in  quo  cum  disci))ulis  Judeorum  declinando 
insidias  sepe  cessisse  et  eis  vite  dinoscitur  mandata  tradidisse, 
et  in  eo  post  resurrectionem  suam  cum  carnis  substantia  celos 
ascendisse.  In  eodem  montis  oraculo  est  cripta  subterranea,  in  qua 

85  de  templo  Domini  facta  predicatione  sua  veniens  cum  Maria 
matre  sua  et  cum  discipulis  post  solis  occasum  ad  hospitium 
declinabat  et  dormiens  pausabat.     Iuxta  euudem  dominice  as- 

* 
1  cireuisBent  funera  Jacob  filii  eius  gensque  sua  referentes  eum  do 
Egypto  in  Ebron   XU.  6  opobalsamum  XU.  7  nuncupatur   D. 

8  Caini  D.  9  Lamech  sagitta  sua  perforavit  Cain  arcuque  suo  duce  X, 
Lamech  patris  Noe  sagitta  sua  peremit  Cain  arcuque  ducem  suum  U. 
11  und  12  Eain  D.  13  Caim  D.  14  Carraeliis  D.  24  ante  sub- 
terranea  delet  est  D. 

»  Vergl.  Robinson,  Palaest.  2,  432  tf.,  446.  »  Die  stelle  ist  nicht 
korrekt,  vergl.  die  var.,  Laurent  zu  ßurchard.  VII,  2  s.  49,  Anon.  bei 
Vogü^  431,  Joh.  V.  Würzburg  500.  '  Cant.  7,  5  steht  *caput\  die  be- 
nutzten quellen  haben  alle  'Collum'.  *  Vergl.  die  fast  wörtlich  über- 
einstimmende stelle  in  Hist.  Dam.  cap.  2. 


u 

censionis  locum  ad  australem  plagam  est  capella,  in  qua  domi- 
nicam  orationem  äpoetolos  doeoit,  per  quam  omneB  sialvantar 
in  Christo  fidelefi,  qni  man  data  apostolornm  custodiuni  et  ioxta 
ipsorum  vitam  cum  debita  derotiooe  servant,  Qai  fidem  btiic 
scripto  adhibere  Qoluerit,  naara  transeat  et  rideat  et  rerius 
intelligat,  que  presens  littera  non  declarat 


1  ad  locum  aUHtr&lfim  Ti1ji0A.fn   D. 


II. 


Historia  de  ortu  Jerusalem  et 
eins  variis  eyentibns. 


27 


Summe  potens  Pater  luniinum  per  summe  aapieutem  Filium 
in  summe  benifi^o  Spiritu  sancto,  quem  nou  externe  pepu- 
lenmt  fingere  cause  materie  fluctuantis  opus,  verum  insita 
summi  forma   boni    livore  carens,    angelicam  creavit  naturam 

6   et  humanam  communicare  volens  creature  sue  beatitudinis  eterne 
dmtias.    Porro  signaculum  similitudinis,  plenus  sapientia,  per-  £>.  n, : 
fectus  decore  in  deliciis  paradysi   superioris   impatiens  in  ima 
corniit  cum  angeiis  suis  apostaticis,  qui  non  servaverunt  suum    jud«  t 
prineipatum,    sed   dereliquerunt   suum    domicilium  cruciandus 

10  etemaliter.  Homo  etiam  ad  imaginem  et  similitudinem  Dei  o«»-  <> ' 
factus  et  in  deliciis  paradysi  collocatus  propter  precepti  trans-  e«.  », 
gressionem  humiliatus  est  in  loco  afflictionis  ad  manducandum  p*-  »«> 
panem  doloris. 

1.  Cayn,   qui  in    fratris  sanguine   simplicis  et  innocentis 

16  stimulatus  invidia  terram  fedavit,  exul  et  profugus  mercedem 
iniquitatis  sue  recepit  ab  eo,  cuius  oculis  nuda  et  aperta  sunt  Hebr.  4, 
omnia.    Lamech,  qui  Cayn  interfecit  Dei  statutum  violans  et 
bigamiam  primo  introducens,  punitus  est  septuagies  septies  in 
IxxTÜ.  animabus,  que  de  sua  generatione  perierunt  in  diluvio 

so  salyis  viii.  per  archam ;    cataclismus  spurcicias  aeris    et  terre 
purgavit.     Cham  deridens  pudenda  patris,  quem  Dominus  ho-    oen.  i 
norare  precepit,  in  generatione  filioruni  maledictionem  accepit. 
Gygantes  propter  presumptionem  operis  elevati  contra  morem 

humani   laboris   confusionem  meruerunt   labiorum ,    lateris  et 

* 

8  mateme  J.        11  transgressionem  superscr.  J.        17  statutum  in 
marg.  J.        18  paganima  J.        20  cathacliimus  J. 


28 


bythiiminis  abusi   materia,    moventes  ab  Oriente    pedea 
in  eampiiTii  terre  Setinaar, 

^-  2,  De  terra  Sennaar  egressas  est  Assur,    queai  Nemrotl 

vi  expulit  de  terra  illa  et  turre»  que  ipsius  erat  iure  heredi* 
&  tario.  Ab  hoc  Amur  Chaldea  et  Aasyria  dicta  est  et  regnam 
Assyrioriim  unde  egressum  est,  qiiod  teiupore  Sanieb  proari 
Abrahe  factimi  est  regouiD.  In  ciiius  diebuti  Belas  Nemro- 
thites  rex  Babyloiiis  intravit  Assyriara,  eed  parum  obtinuit  in 
ea.     Quo  iMortuo  NyniiB   filius   eius   totam   obtinuit  Assyriam 

10  et  civitateiii  capat  regni  Nyiiiven  appellavnt,     Nemrüth  primus 
«Ol»  domiiiari  cepit  post  düuvium,  unde  robustus  venator  hominutn 
coram  Deo  essie   cepit.     Porro   degenerans   populusa 
cultu  siii  creatoris  creaturam  tollere  cepitw     ünde 
Dominus  eligens  sibi  populnm  pecnliarera  ex  omnibus  nationi- 
is»T  hus  terre  vocavit  Abraham   de  terra  Chaldeonim.     Cui  et  »e- 
mini  eins  post  euni  dedit  terram  sanctificatam,  qne  est 
egregia   iiiter   omnes  terras  alias,   a  quo  de  sc  en- 
der unt  patriarche.     Et  quoniam  Abraham,  Ysaac 
et  Jacob  voluntati  divine  per  omnia  subiecti  fn- 
erniit,    Dominns   se    Dominum    Abrahe,    Tsaac  et 
Jacob   specialiter    appellavit.      Econtra    Sodomite 
i».  »s  et    Gomorrei   cum   finitimis   civitatibua   homines   pes- 
simi    Detim  ignorantes    exfornicati   et   abenntes   post 
carnem    alteram     facti   sunt    in    exemplum    ignis 

^  eterni.  Nampropter  ignem  turpissime  libidinia 
et  fetoris  igne  perierunt  et  salphure.  Jnsttia 
aiitemLoth  cum  filiabus  suis  ednctus  est  per  an* 
g  e  1 II  m. 

3.   Abraham  moxtuo  patre  in  Aram  ^  intravit  terram  Cha- 

ao  naan  et  venit  ad  Sychem,  qiie  corriipte  Sychar  sepe  vocÄtor, 
nunc  aotem  Neapolis  dicitiir,  et  ad  vallem  illustrem, 
ubi  Dominus  promisit  ei  et  semin  i  eius*  Postea  habitarit  in 
Damasco»  unde  usque  in  hodiernum  diera  nomen  eius  gloriosnm 
recolitur.     In  Damasco  et   vicus  ostenditur,    qui  dicitur  hi 

w  tatio  Abrahe,    de   quo  NycholaQß  Damascenus  ait.     Abral 


7  Nemrote«  J.        10  capud  J.        22  phiBitimia  J, 


*  Haran,  vergfK  Gen<  11«  81, 


regua^it  in  Datnasco  veniens  de  Ur  Chaldeortira,  qi^e  est  super 
Babjlonem.  Ä  Dumasco  filio  Kljezer  procuratore  clomus  Abrahe 
dicunt  fore  conditam,     Abraham  orta  fame  venit  in  Egyptum/' 
ubi  astrologiam  Egyptios  docuit,  qua  hodie  abiituotör  degeneran- 

A  tee  in  mathematicam.  in  qua  iiaque  in  hodiernuin  diem  fiitura 
se  investigare  putant.  Abraham  profectus  de  Egypto  decendit 
in  canvallem  Mainbre  iuxta  Hebron.  Abraham  primus  dicitur 
decimas  dediase,  Abel  primus  priraitias.  Dedit  auteai  decimas 
Melehisedech  regi  Salera,  que  Solima  dicebatur,  pnstea  Jheru- 

10  salem ,  quam  aecundum  Josephe m  Mtjlchisedech  editicavit,  in 
qua  primus  Leobius  regnavit.  Abraham  de  Cethura  genuit 
liberos  \4,,  qiii  ab  Ysaae  divisi  sunt  et  se  Sarracenos  a  Tioniine 
libere  appellaverunt.  IJui  obtinueruni  Trachonitidem  et  l^hemeen 
regiones.  Ex  quibus  natu«  est  Äser,  a  quo  Assyria  *  dicta  est. 
.16  Ab  alio  filio  Cethure  noraine  Surim  Syriam  dicunt  appellatam. 

4.  Tempore  Abrahe  murtuus  est  Nynus,  cuius  uxor  Semi- 
ramis  cupidine  regnandi  uui  filioruui  uupsit,  qui  Babylonem 
arapliavit.  Ivegnum  Assyriorura  exortum  est  anno  Saruch  xxv^ 
qiii    fuit   proavus  Abrahe,    et  cucurrit  usque   ad  annum  octa- 

K»  vutn  Ozye  regis  Jude  per  annoa  raille  et  ccii.,  per  reges  xxxvii, 
usqae  ad  Sardanapalura,  qui  primus  invenit  pulvinaria,  post- 
I      quam  translatum  est  ad  Medos. 

5.  Eo  anno,  quo  Kebet-ca  peperit  gern el los,  exortum  est 
regnum   Argivorum  sub  loaco  patre  Ysidis  primo  rege,  et  cu» 

I  carrit  usque  ad  annum  duodecimiim  Debbora  et  Banich  iudi- 
cuiD  Israel,  dnravit  usque  ad  ultiuium  Acrisiura  per  reges  xiiii. 
et  annos  dlxiiii.  Ferseus  interfecit  Acrisium  ei  transtulit  reg- 
num  apud  Mychenas. 

6.  Sub  monte  Seyr  Damascus  est.    Ydumea  terra  est  Da- 
I  flUÄScenorum,  nam  Esau  habitavit  Damascum.    Theman  raetro- 

polis  est  Ydumee,  unde  Elyphaz  Theraanitea.   Bosra  in  finibua 
est   Ydnraee  et  Arabie.     Libanus   dividit  Ydumeam  et  Pheni- 


6  se  investigare  86  putant  J,  16  cuiaa  saperscr.  J.  21  pul- 

miaaria  J.        25  Delboia  .1.        27  corr.  e  Perseaa  J.        29  morte  J. 


>t.Cioim.öoii. 
4.1 


'  Vielmehr  wie  bei  Cömm.  au  leaen:    Mer  tk  quo   Africai   obigea 
auch  im  widersprach  mit  cap.  2^ 


,  la,  t« 

',  Com, 


^  -^j 


so 


^•Ix.  Com, 

^w.  n 


ciam,  in  ciiius  radice  oriiintur  Albana  et  Farfar  fliientes  secii« 
Antiochiam* 

7.  Abraham    in    temptatione    inventus    est    fidelis.     Ideo 
ioreiuran«^»   Dominus  dedit  illi  gloriam  in  gente  saa,  creacere 

K««i.M,si«-4  illum  quasi  terre  cumukm  et  ut  Stellas  exaltare  semen  eius; 
•.  i.  o. n  et  Ysaac   eodem   fecit  modo  propter  Abraham  patrem  ipsius: 
conservavit   ilü    hominea    raisericordi©   invenientes   gratiam  in 
conspectu  omnis  carnis. 

8.  Jacob  fugiena  Esau  iacuit  sab  domo  iarta  Loxani.    A 
10  Yeboseie,   qui  ci?itaten]   ibi  construxerant,    dicta  est  Laza,  id 

est  nux  vel  amigdahia,  quia,  cum  priran  fuiidan]ent4i  iac^rent 
ibi,  radix  amigdalina  dicitur  ibi  fuisse  reperta,  vel  forsitan 
ideo,  quia  bamm  arborura  copia  fuit  illic. 

'  9.    Esay  vocatus  est  Edom,  a  qao  postea  regio  dicta  est 

Iß   YJiimea;    nam   Edom  hebraice  fulviim  dicitur,  quia  lentjcula, 

pni  qua  vf'ndidit  primogenita  sua,  fulva  est;    proprio  nomtiie 

dicttis  est  Esau.     Sed  (püa  pilosus  erat^  appetlatus  est  Seiron  ' 

....  capillatura  vocatur, 

»r»4o  10.    Jacob   diu   exul  per  xx.  anrioa,    quibus  servivit,   die 

to  noctuque  estu  urgebatur  et  gelu,  fugiebatfque]  sompnns  ab  oculis 
eins.  Qui  inter  xii.  filios  privilegio  amoria  Joseph  dttexit, 
qiiein  fratres  aui  stinmlo  invidie  exagitati  vendiderunt  io  Egyp- 
tum.  Ipse  vero  po§t  multas  temptationes  secundiis  a  rege 
sublimatus  bonuin  pro  raalo  fratribns  suis  reddidit  ditüns  eos 

ȧ  in  Egypto.  Sed  post  multa  tempora  posteritas  eorom  io  ser- 
vitutem  red  acta,  postquam  surrexit  rex,  qui  Joseph  non  noWt, 
clamavit  ad  Dominum.  Quibus  divinitas  non  defnit,  sed  per 
ducem  et  sacerdotein  ipsos  premittens  multiplices  plagas  in 
forti    manu   de  Servitute   luti   et   lateris   misericorditer  ednxit 

so  per  dilectura  Domino  et  hominibna  Moysen,  quem  magnificavit 

•♦»«f-in  tinjore  intmicürum  et  in  verbis  suis  raonstra  placavit,    Ex- 

celsum  fecit  Aaron    fratrem  auum  et  induit  eum  stola  glorie, 

Corona   anrea  snper  mitram  eius  expressa  aigoo  sanctitatia  et 

gloria  honoris:  opus  virtutis,  desideria  oculonim  ornata;  non 


1  Abana  J.         2  Anthiochiain  J.        5  ut  om.  J  2l  privilegio 

in  marg.  J.        38  expresso  J»    et  om,  »K 

'  SeiroD  i«t  fraglich;  hier  fehlen  einige  wortd  vergL  Uescriptio  a.  7 


81 

est  indutuf;  illa  aliquis  alienigena,  sed  iilii  ipstus  soll  et  ne- 
potes  eins,  Complevit  nianns  eias  Muyses  et  xmxii  illütn  oleo 
sancto.  Factum  est  illi  testauienttim  eterniini  et  semini  eins 
sicQt  dies  cell.     Contra  illum  alieni  steternnt  et  propter  ifi\^- 

•  diani  circnnidedenint  in  deserto  homines,  qui  erant  cum  Da- 
than et  Abyron  et  rongregatio  Chore  in  iracundia.  Vidit 
Dominus  Deus  et  non  placuit  ei  et  constimpti  sunt  in  impetu 
iracundie,  et  consumpsit  illos  in  flamma  ignis  et  addidit  Aaron 
gloriam.     Murmurabat  popuks  pro  labore  vie  et  egressus  eat»«"» 

i<>  ignis  in  ira  Doniini  et  devoravit  extrem  am  partem  castronim 
et  illos,    qui  longo  retro  erant:    aed  ad  oratiunera  Moyai  ab- 
Borptns   est   ignis,     Modum    plage  pro  desiderio  carnium  non 
determinatnr  in  libro  Moyai,    sed    in   Psalniia  invenitur,  qiiod  "•••  "-"' 
fuerit    ignig;    item    alibi    pro    murmuratione    percussi  sunt  ab 

1*  ignitia  aerpentibus.    Post  acceptam  legem  in  dispositione  ange-  '^«•^  *' 
loram  et  DOtitiam  iinius  Dei  ydololatriam  exercnerunt  et  in  de- 
«erto  ducentes  choroa  sicut  scriptum  est:  Sedit  populas  man- »*'>*i- »«. « »• 
ducare  et  bibere  et  surrexenint  ludere.   Et  irutuä  Mojses,  post- 
qnam  causam  apud  Deum  egerat  pro  transgressoribus  suppli- 

ao  cando,  Dei  causam  ag^'bat  in  populo  et  congregans  filioa  Levi 

ibat  de  porta  ad  portam  per  medium  caatrornra   cedendo  reos 

criminis  presertim  jdololatrie  aiictores  fratribus  ac  natis  et  pro- 

]dmis    nequacjuam    parcendo;    et    hec   facientes  consecraverunt 

L      rasnns  suas  Domino ;  et  cecideruut  tria  niilia  boniinum  in  die 

p»  ilta.     Post   hec  fomicati   sunt  cum  filiabus  Madiau  et  cecide- 

mnt  una  die  viginti  tria  milia.    Phynees  titiua  Eleazari  tertius  ^="'**»' 
in  gloria,  qui  stans  in  reverentia  geutis,  in  bonitate  et  alacri- 
täte  anime  sue  placuit  Domino  et  hominibus;  ideo  statuit  ilH 
testamentnm    pacis  et  principem  aanctorum  ac  gentis  sue,    ut 

«•Bit  illi  et  semini  eius  sacerdotii  dignitaa  in  eternum.  Per  eum 
ceedavit  qnaasatio^  quando  coeuntem  Juden m  cum  Madianitide 
ptigione  viriliter  perfodit,  Murrauravit  Maria  soror  Aaron  et**"«  ***«• 
percnssa  est  lepra,  (^  u  i  d  ra  o  r  o  r  e  x  e  m  p  1  i  a  ?  Omnes  qui  nh«.  u,  n 
namerati  sunt  ab  exitii  de  Egypto  a  xx.  annis  et  supra  mor- 

9$  tax  sunt  in  deserto  prepter  Caleph  et  Yosue,  et  in  tantum 
multipliciter  Deum  oifenderunt,  ut,  cum  ascendere  vellent  con- 

5  circumdeniat  J.        6  et  congrjetom*  J.     iracuüdiara  J.       11  et 
oxa.  J.    abeortna  J.        16  idolatriam  J.        22  Idolatrie  J.        28  sie  J. 


32 


ira  hoskes,  Dominus  misericorditer  premonivit  eos  per  Möjsen: 

1*.  i«  »Non  ascendatis,  iion  enim  est  Dominum  vobiscum,  ne  cormatis 

coram    inimicis    vestris  gladio.*     Nichilomious  ascenderunt  et 

a «,  ja  corruerunt.     Ipsi   rectores  Moyses  et  Aaron,  qiiia  non  sancti- 

fl   ficüverimt  Dominum  coram   filiis  Israel  ad  aquas  contradictio- 
nis,  Terram  [vromissionis  non  sunt  ingressi, 
K«d.  i«,  iir.  11,    Fortiä  in  belle  Jhesua  Nave  suecessor  Moyai,  qni  fnii 

magnns  secunduni  nomen  simm^  maximus  in  salutem  eleeto- 
rum  Dei  expngnare  insnrgentea  bestes,  nt  conöequeretar  bere- 
ditateni  Israel.  Quis  ante  illuni  sie  re&titit?  N am  bostea  Do- 
minus ip^e  percussit.  Filii  Israel  sicco  pede  iranseuntes  Jor- 
danem  capta  Jhericlio  propter  reatum  Achor  *  per  anathematis 
furtinn  niissi  a  Josne,  iit  expugnarent  Hay.  terga  veriernnt 
hostibus  et  trnncaverunt  de  civitate  prosilienies  ex  eis  xxx?i. 
viros.  Kt  ait  Dominus  ad  Josue :  ,Non  poterü  Israel  stare 
ante  bostetü  suos  nee  ero  cum  eis,  donec  conteratur  reus.*  Ib- 
venientes  ergo  eapot  Achor  per  soriem,  qoi  furatus  fueTat  de 
anatheiuate  Jheri€hü,  communiter  euni  lapidaverunt  ossa  eius 
comburectes.  Postmodum  victores  pergentes  contra  Haj  civi- 
tateni  snccenderunt  eam  et  omnes  viros  eins  interfecerunt,  xiu 
milia  bominum. 

12.    Ko  tempore  regnavit  in  Jheruaalem  Adonyzech,  qui 
interpretatur  dominus    iustus;  nam  Melcbisedech  aonat  regem 

<}     instnm.     ünnc    fugavit  Josue  cum  aliis  qnatuor  regiboa,    qoi  , 

2ö  obsederuni  Gabaon  conMeratam  filiis  Israel,  et  percusseroDt 
eos  usque  ad  interitioneiu  populi  eornm,  Ipsua  etiam  reges* 
latitautes  in  speluncis  extractos  interfici  inssit  et  super  quin- 
que  gtipites  snspendi.  8nb  *  Ezechia  addite  sunt  diei  tantum 
X*  bore,  in  bac  pngna  die^  imus  ad  orationem  Yosue,  quando 

»0  sol  et  luna  steternnt  spacio  nnins  diei.  Regem  quoque  Mace* 
don^  et  regem  Lempna  interfecerunt,  Lacfais  etiam  oivitatem 
captam  in  ore  gladii  percufesit.  Item  regem  Ga^e  cnm  suo 
populo  intereniit,  Eglon  etiam  civitatem  percussit  in  ora  gla- 


1  premunivit  J, 
geates  om.  J. 


10  aatem  J.      17  capad  J.    etossaJ.      19  per- 


'  Vielraebr  Achan  im  tale   Achor,   vergL  Jos.  cap.   7.       Derselbe 
fehler  Eist  Dam.  cap.  88.  '  YergL  Jaai.  38,  8.  "  Maoeda  citid 

Lebna  beisaeu  die  orte  in  der  Valg, 


Jo«ul7 


dii,  Kbron  siniiliter  cum  rege  suq.  Sic  fecit  Üabir  et  regi 
illitis  aliasque  urbes  cum  habitatoribus  suis  iuxta  mandatuni 
Douiini  uno  irapetu  contrivit,  qiiia  Domious  Dens  fuit  ciou 
illn  propter  ipsinö  obedientiam,      Percii^sik    insuper  Jabin  re- 

IV  gern  Asor  cum  regibas  et  populo  niulto  iiimiä  äicut  arena,  que 
est  in  Htore  maris^  virtute  divioa^  ciii  servivit  corde  perfecto 
et  opiimo,  vastans  omiiem  circa  regionem  terram,  sed  nee  etati 
Dec  sexui  pepercit  Post  hec  traiistulit  tabernaculum  cum  omni 
omata  suo  de  Galgala  io  Sylo  et  quie^at  terra  a  preliis.     Et 

10  divisit  Josue  Terratii  proniissionia  filiis  Israel  in  funiculo  dis- 
tributionis»  Evolute»  aiitem  tempore  multo  convocavit  popu- 
Idoi  in  Sichern  et  allocntua  est  cum  optimis  exhortatioiiibuH, 
ut  tuxta  mandatom  DomiEi  ambularent.,  inyocavit  tempus  sue 
resolntionis  instare,  et  percussit  populus  fedus  cum  Domino  in 

16  tUa  die.  Post  hec  mortiiua  est  Josue,  cum  esset  c.  et  x.  aimorum. 

13,    In  diebus  Yosue  Pheaix  et  Cathmus  a  Thebis  Egyp- 

tiorum   in  Syriam  profecti    in  regiooe  Tyri  et  Sidonis  regna- 

verunt,    sed  Cathmo    in  Greciam    abeunte  Phenix  remanait,  a 

quo  Phenicia  regio  illa  fuit  appellata. 

■•  14.    Post  mortem  Josue  consultus  DomiiiiiSj  quis  preces- •  ••"■•»■^i 

sarus  esset  populum  ad  preiiam,  respondit:  „Judas",  id  est 
tribus  Juda,  et  creditur  Caleph  precessisse  populum,  qmi  tarnen 
propter  brevitateui  temporis  nee  rectoribtis  nee  iudicibua  aii- 
numeratur,  Descenderuntque  Juda  et  Symeon  in  Bezech  et 
^t  percusBerunt  in  ea  x,  milia  virornm  comprehenderuntqueAdoay- 
bezech,  dominum  videlicet  Bezech,  preciderunt  ei  summitates 
iininuum  ac  pedura^  sicut  ipse  fecerat  ante  IxxiiJ  regibus,  qui 
precisis  suinmitatibus  manuutn  ac  pedum  coUegerunt  micas 
mh  mensa  eius  liogentea.  Deinde  filii  Juda  expngoa verunt 
salem  et  ceperunt  eaui  et  percusserunt  eam  in  ore  gladii 
tes  incendio  civitatem.  Abiit  autem  Judas  cum  Symoiie 
cepitqoe  Judas  Gazam  cum  finibus  8uis  Ascalonem  atqueAcca- 
ron.  Postea  habitavit  Yebuseus  cum  filiis  Benyamin  in  Jhe- 
rusalem.     Alie  simiüter  tribus  in  sorbe  sua  parcente-sque  habi- 


4  LabiD  J.  16  ChatinuB  J.      conr.   e  Tlielis  .L        17  Thjri  J, 

Sydoni«  J,        20  qoia  J*         32  Aschalonam  J,    Äccharon  J, 


1  OllTtr. 


Nach  der  Vuln^,  a,  a.  o.  nur  70. 


34 


Juill«.  » 
P«tr.  Colli 

6 


P«lr.  Com. 
Jod,  A 


U 


tatoribii«  terre  et  redij^entes  in  tribotuiij  irritum  fecenint  pac- 
tum Daraini,  C|Uod  angelus  Dommi  posimodum  impemvit  ei« 
io  Loco  flentiom. 

15.  Pro€edente  tempore  surrexeriint  alii,  qui  non  nove- 
runt  Dominum^  sed  eo  proiecto  serviemnt  Baal,  et  Deuni,  qai 
salvavit  eo8,  ad  iraciindiain  provocavernnt.  Quapropter  tra- 
didit  eos  Dominus  io  manus  regis  Mesopothamie  et  Syrie,  cui 
servierunt  viii.  annis.  Et  claraavennit  ad  Dominura,  qui  flexu?« 
misericordia  conatituit  eis  iudices  et  suscitavit  eis  Uberatorem 
Othoniet  fratrem  Calepli,  qui  puguayit  adversus  ChusaD  Rasa* 
thftim  et  oppreÄsit  eum,  eiluitqoe  terra  ad  tempus. 

16.  In  diebiis  Othoniel  Cathmus  regüa?it  Thebis  et  By- 
thinia  condita  est  a  Phenice* 

17.  Addiderunt  auteni  filii  Israel  facere  inalum  coram 
Domino,  qm  confortavit  contra  eos  Eglon  regem  Moab,  cui 
servierunt  decem  et  octo  anuis.  Transiens  enira  Jordanem  enim 
rhirdanem  percussit  Israel  et  posuit  ydola  in  Galgalia  et  fecit 
sibi  dominum  in  urbe  palmaruni^  in  Jtericho.  Item  clamave- 
runt  ad  Dominum  et  suscita\^t  eis  salvatorem  Aj^och  '  61iam 
Gera,  qui  portavit  munera  Eglon  regi  carissimo  et  quasi  ha- 
bens  verbum  ^ecretum  ad  ipsura  exdusis  omnibus  Ferrum  quod 
absconderat  in  dextro  femore  infixit  in  veutrera  eius  valde  et 
clausis  diligenter  ostiis  per  posticum  exiliit  et  congregans  filioa 
larael  ad  vada  Jordan is  Moabitas  volentes  transire  percusae* 
runt  circiter  x.  railia.  Et  qnievit  teiTa  IxxX.  annia,  et  mor- 
tuus  est  Ayotb.  De  Phiiisteis  autem  volentibus  lutrare  t^rram 
Samgar  interfecit  de.  vomere  nno  et  defendit  Israel. 

18.  In  diebns  Ayoth  ('yrene  condita  est  in  Libya.  Per* 
seus  Gorgonem  occidit,  qui  pnlchritudine  ^  spectabjres  aaos 
mentis  impotes  reddidit^ 

19.  Mortno  Ayoth  addiderunt  filii  Israel  facere  malum 
coram  Domino.    XJnde  tradidit  eos  in  manus  Yabin  regis  Cha- 

naan,    ijui  habnit  duceni  exercitna  Sysaranijet  oppressit  tilios 

* 

7  Mesopotamie  J.  12  Cathinus  J.  23   bostüs  J.       poai  J, 

2&  Ixx  J.        26  volentes  .T.        27  8angar  J.        28  in  om.  .T*    Lybiü  J* 
20  Goirgoriem  J.        33  B/Baran  et  in  raaura  J. 

*  Aod  in  der  Yulg.  ^  Vielmehr  deforniitate  oder  dergl.  zu  er> 

warten:  aber  auch  bei  Petr.  Com.  wie  oben. 


1 


I 


35 


4DMiid  per  XX«  annos.  Deinde  clamavenini  ad  Dominun],  Porro 
Debbora  prophetisBa  cum  viro  suo  Lapidoth  ibat  ad  prelium. 
Econtra  Sysara  congregavit  exercitum  iiiagnum  niniis  ad  tor- 
rentem  Cyson.     Baruch  autem  descendente  Thabor  iji  prelium 

%  Debbora  remansit  orans.  Et  fiigatus  est  Sysara  cum  uDiverna 
multitudine  stia,  quem  Jahel  uior  Aber  Cynei  auscepit  fugien- 
iem  et  abst-ondit  sitieutem.  £t  cum  pust  potum  laciis  iaeeret 
soporatus,  illi  dormieDti  clavurn  ferreuni  per  utrumque  tem- 
piis    fortiter    irapingeu«   affixit    terra»    poetmodum  subsequens 

10  mortuum  invenit. 

20,  Eo  tempore  regimen  defecit  apiid  Argos  et  trans- 
latam  est  in  Mycenas, 

21.  Appoj^uerunt  adhuc  facere  malimi  filii  Israel  eoram 
Domino  et  tradidit  eos   in    inanus    Madian  vii.  aonis.    Quibus 

!•  snrsum  vociferantibus  propitia  dWinita»  dedit  propugnatoren] 
Rede<mem.  Hie  ii^ssu  Oei  trecentos  tau  tum»  qui  lambueruut 
aquam  ut  canes,  idoneos  duxit  ad  preliuai  et  cum  ein  virtute 
celesti  multitudiueui  Mediaoitarum  fugavit  et  vicit.  Nam  in 
se  ipeoö  hostiliter  conversi    mutuis  vuliieribus  ceciderunt.     Et 

w»  oecisi  sunt  dno  reges  Madian  Oreb  et  Zeb.  Ip8e  autem  per- 
Sf^utui*  est  Zeb  et  Salmana,  quos  campreliensos  interfecit  iani 
eesis  de  exercitu  cxx.  milibtiB.  Et  quievit  terra  per  xl.  annos, 
quibus  prefuit  Gedeou. 

22*    Set'undtuu    Joseph  um   Tyrtis    eodem  tempore  condita 

«*  est  ante  templum  Salomonicum  aniiis  ducentis  xl 

23.  Mortuü  Oedeone,  qui  et  Jerobaal,  viri  Sychem  sibi 
regem  Abymelech  fecemut,  qui  interfecit  Ixx.  fratres  siios  super 
lapidem  unum  excepto  loathan,  qui  abscondittis  fuit.  [Si  que- 
ritur,]'    quomodo    ergo    Saul    dicitur    primos    rex    fuisse    in 

^  brael,  dici  pntest»  quf>d  propter  universale  Israel  dicitur  Saal 
primae;  Abymelech  autem  super  unam  civitatem  regnavit  vi* 
delieet  auper  Sychimitas.  Hie  cum  obsedisäet  oppidum  Thes- 
bet.  u n  d  e  H  e  l  i  a s  T  h  e  s  b  i  t  e s  fuit,  et  ignem  turri  nite- 
retur  apponere,    mutier    desuper   stuns  fragmen  mole  proiecit 


«Tud.  T« 


Petr.  Oo«a. 
Jnd.  n 


P«tr.  Co«!. 
Jud.fl 


2  und  h  Delbora 

J.        8  tympua  J, 

16  trecentia  J, 

24  TyroB 

eodem  in  raaara  J. 

2b  Satnonicum  J. 

32  opidjim  J. 

33  turri  in 

marg.  J» 

^  Die  ergänzung  nach  Petr.  Com.  a.  a. 


36 


super   Caput  eiu»  ei  e^tterebravit   eum.     Post    hunc  ludieaiit' 
Israel  Thola  in    Samir  viginti  quatuor  annis. 
•,  *. «.,  10  24*    Eo   tempore  Priaiiiua  Laomedontis  filiüs  regnarii  in 

Troya. 
jadi«.  10-1»  25*    Post  Tholam  Yair  Galaadites  iudicavit  Israel.     Ser-  ' 

vientes  jdolis  traditi  sunt  in  nianus  Phylistiim  et  Amon  et  1 
affltcti  8unt  vehementer  xiii.  annis.  Glamaotibus  durum  re- 
sponsum  dedit  Duminus.  Üoluit  tarnen  super  miseriis  eoruin, 
et  factus  est  Yepte  Galaadites  filius  niulieris  meretricis  propii- 
10  gnator  eorum  et  percnssit  Yepte  Amon  plaga  magna  uimis. 
Et  iudicavit  Yepte  Israel  septem  annis  et  mortuus  ©st.  Post 
Yepte  regnuvit  Israel  Abessan  Bethleemites.  Post  Abeesan 
Ayon  *  Zabulonites  iudicavit  Israel  x*  annis. 

26,  Eodem  tempore  regnavit  Agamemnon  Athen is,  Menev 
16  laus   Lacedenione.     Eo    tempore    Hercules    Bamujis    st-   inieeit 
propter  morbi  quo  laborabat  impatientiam,    Eo   tempore  Ale-  , 
xander  Helenam  rapuit,    bellnni  decenale  Hurrexit,  Memnou  et^ 
•  *.  "16  Amazones  Priarao  tulerunt  auxilium.    Huins  anno  tereio  capta 
est  Troya.  Eodem  tempore  regnavit  Eneas  in  Ytalia  tribus  aimU.  j 
juiii«.  tic  27,    Kursus    filii   Israel    peccaverunt    contra  Dominum  et' 

tradidit  eos  in  manus  Philistinornm  xL  annis.  Quibus  suppli* 
cantibus  suscitavit  Sampsooem  robore  corporis  fortem  nimifl^ 
qui  variis  modis  l*hiIisteos  molestavit  et  dampnificavit  Tandem 
dolo  mulieris  perditus  plures  stravit  moriens  quam  vivua.  El 
iudicavit  Israel  xx.  annis. 

28.    Sampsonis  tempore  Aschanius   secuudns  rex  Latinua 
Albam  condidit. 
In«.  17  ir.  29.    Ab  illo  tempore,  quo  mortuus  est  Sampson«  cum  Is- 

rael graviter  niniis  ottenderet  oculos  maiestatis  divine,  tradidit 
ao  eos    Dominus   in    mantis  Chananeorum,    qui  abstulernnt  Jude 
Ascalonera  et  Accaron  et  mnltas  urbes  in  campestribus  et  ipftoa 
jiidi«.  90   Danitas  expnisos  in  montea  confugere  eompnlerunt.    Post  hec 


aa 


Fplr,  üaiit, 
Jh>L    II 


2  Sanir  J.  5  addit  aU  man.  in  infer  marg.  J:  xxü  tknnia,  qoi 
rtiliqait  ixx.  filioß,  quos  fedt  principea  auper  xxx.  civitateü ;  [pjost  hec 
filii  Israhel.  Eo  tempore  Carthago  condita  fuiase  dicitur.  12  Bcthoe- 
luiteB  J.        17  Meuon  J.       3  t  Aschal onera  J.    ipaas  .L       32  Daviiai  J. 

*  B.  i.  Ahialon  der  Vialg.  Es  fehlt  nach  diesem  Abdan.  der  acht 
jähre  richter  war,  Jud.  12,  13—14. 


i 


rlum  est  belloiu  inter  filios  Israel  et  Benyatnita^  propter  iixo- 
rem  Levithe,  quam  tiir}>iter  interfecerunt  Gabaonite  hostes  na- 
tura   pessiöii*     Tunc    fere    deleta  fuit  tribus  Benyamia,    nam 
de.  remanserunt  vivi,  qui  sedemnt  in  petra  Renion.    Tunc  vox 
fi  in  Yia  audifa  est  ploratus  et  ululatus. 

30.  Post  Sampsonem  iudicavit  filios  Israel  Hely  sacerdos, 
catus  filii  inique  agentea  scandalizaverunt  populiim.  Quos  pater 
quidem  monuit,  aed  non  arguit  neqiie  castigavit  ut  debuit 
Unde  populo  in   bello  fugato  et  eapta  archa  occisisqne  dnobus 

10  fratribuB  Ofni  et  Fhjnees  Hely  cadenu  retro  de  aelJa  fractis 
cervicibus  exspiravit.     Hely  iudicavit  Israhel  xL  annis. 

31.  In  diebns  Hely  fuit  tercius  rex  Latinus  Silvias  Postu-  **?*l:^°r* 
miis,  filius  Enee  et  Lavin ie,  a  quo  deinceps  Latini  reges  Silvii 
denominati   sunt     Hunc  Aschanius    heredern  dereliqiiit  adhiic 

16  parvulo  filio  sno  Julo^  a  quo  Juliorum  faniilia  ariginem  traxit 
et  nomen. 

82.    Phylistiim  propter  plagaoi,  quam  sustinueruut,  trans-   i  ««r.  • 
misernnt  a  se  archani  Domini,  quam  trahebaut  vacce  in  Beth- 
sames  in  tribu  Neptalim.     Archa  Domini  facta  fuit  in  deserto 

«i>  et  raovebatur  vel  requievit  in  tabernaculo;  tempore  Josue 
fuit  in  Galgala,  de  Oalgala  transtutit  eam  in  Sylo,  post  cap- 
livitatem  eins  in  Cariathiarim ,  Saul  eam  tranätulit  in  Mas- 
phat,  post  in  Nobe,  de  Nobe  in  Gabaa,  postea  David  eam  in 
suburbio Jheruöalem  posuit  in  domum  Obethedon,  de  domo  Öbeth- 

M  edoD  in  JhBru.salemf  Salomon  postea  locavit  eam  in  templo. 

33.  Poöt  Hely  Samuel  iudicavit  populum,  vir  sanctua 
et  perfectus  coram  Domino  et  omni  populo,    cuius 
filii  declinaverunt  post  avaritiam ,    acceperunt  munera  et  per-    i  K*f.  « 
verterunt  iudicia.     Unde  populus  petiit  regem,  quem  Domin ua 

M  dedit  eis  in  ira. 

34,  Saul    bonum   habuit   principium  et  fuit  propugnator  i  u«ff.  ia 
«trenn »JUS,  liberavit  Yabey  Galaad  de  tyranuide  Naas  Amonite. 

In  principio  regni  sui  prophetavit,  postniodum  recedens  a  Do* 

mino  reprobatuB  est  et  traditus  in  montibua  Oelboe  in  manua 

15  Philiatüm  cum  Yonatha  filio  fugato  populo* 


I 


2  natura  J. 
vive  S.     Siliiu  J. 


5  inraJ.      8  quidam  J. 
22  CariathariEi  J. 


12  Postimas  J.      13  La- 


38 


1  B»«.  10 


14   R»K.  a 


|'9tr.  Qon. 


S6 


11  iioir^  fl 


35.  Samuel  adhuc  vivente  Säule,  quem  proiecii  Dotnin 
vivens  in  Bethleem  David  filiuDi  Ysai  unxit  ia  regeni,  in  qt 
directus  est  Spiritus  Domini,  et  prophetavit  et  extunc  secnn- 
duiü   Jerouimum    cepit    psalmos  psallere.     Cum  leonibns  lusitj 

iquasi  cum  aguis,  iu  ursis  similiter  fecit  in  iuventute  »ua,  oc- 
cidit   Gygantem   et  abstulit   opprobrium    de  gente.     Fugientej 
vero  David  persecutoreiu  Saul  mortuus  est  Samuel  et  fleireruntj 
eum    commuDiter   tilii    Israel    sinj^uli   tamquani    proprium  Iu- 
geiites  et  sepelierunt  eum   in   Ramatba. 

36.  In  diebus  illis  apud  Latinos  quartus  regnavit  Silvios 
Eneas  filius  Postumi,  sed  alia  historia  ponit  [quartumj  Silriuinj 
Latinum  fratrem   Postumi  et  quiiitum  Silvinm  Eneam. 

37.  Eo  tempore  fiierunt  Gad  propheta  et  Abyathar«  re- 
gnavit  autem  Saul  Samuele   vivente  xviii*  ai^nis  et  post  nior- 
teiu  eius  diiobus  annis.     Facta  est  longa  coucertatio  iuter  do- 1 
mum    Da\^d    et   domum    Saul,    David  proficiens  et  semper  sej 
ipso  robustior,  domus  Saul  decrescens  cnttidie,    David  in  Om- 
nibus beÜis  Victor  exstitit  contra  allopbilos,  tandem  coDstituius  ' 
est  rex    3Uper  oinneui  popuhiui.     Poist  hec  in  ^rhemsalem  as* 
cendit   coUecto    exercitu,    quem    tenebat  Jebuaeus^  et  obtinnitj 
areem  expulstis  omnibus  Jebuseis  preter  Oman, 

SS,  Notandum,  quod  Jherusalem  usque  ad  Melchisedech 
ditebatur  Yebus,  a  quo  dicta  est  Solem«  posiea  a  David  dicta 
est  Jebusalem,  deinde  mutata  b  in  r  Jberusalem  quasi  munita 
Salem;  ieru  hebraice  munitio  souat.  Tandem  a  Balomone  dicta 
est  Jherijsoüma  quasi  munitio  Salomonie,  per  sincopam« 

39,  David  adduxit  archam  in  Jherusalem  et  data  est  etj 
pax  ab  hostibus  suis.  Sed  in  bac  pace  iemporis  ama- 
ritudo  amarissima  fuit.  Cum  enira  esset  in  otio, 
de  otio  venit  ad  respectum,  de  respectu  ad  coo- 
cupiscentia,  de  concupiscentia  ada<'tum  adulte- 
rii,  factus  proditor  sui  militis  t^t  homicida.  Sed 
postulans  a  Domino  veniam  gratiam  inveaiii 
quia  translatum  est  ab  eo  peccatum  euum.  Ve-^M 
rumtamen  in  domo  propria  penani  peccati  niulti*^^ 
p  li  ci  te  r  s  us  t  in  u  i  t.     Nam  fiiius  tiuus  Ammou  sororet 


1 


priatn  Thattiar  oppressit  faciens  rem  fedain  nimi»  in  Jlieru- 
salem.  Quem  Absaloiii  int^rfecit  vinclicans  aorori«  f»pprobriiiin. 
Absalom  reguare  volens  iosurresdt  contra  patrem  et  exire  de 
capite   regni  nudis  pedibu»  coe^t.     Hunc  pendeniem  per  ca- 

b   pillos   Joab   interfecit  in  luctum  et  plancium  patris  dicentis: 

«Absalom  fili  mi^  fili  mi,  Abaalom,  qub  rnichi  det,  ui  ego  mo- n  itov,  la^ 
riar    pro    te?*     Postmodtim    elatus   niiiijeravit    populum,    pro  u  in«^ 
cuius  delicto  plebs  pimita  est  pestilentia  gravi.     Da\*id  adhiic 
vivens    filium    hu  um    Salanioiiem    regem  eoiistitiiit  et  murtuus 

10  in  8eiie<!tute  bona  aepultii«  est  in  civitate  David  maguificid 
sumptibiH,  cum  regnaaset  xl.  annis.  Sab  eo  prophetaveruni  m'itä^' 
6ad ,  Nathan  ei  Asaph*  CJuasi  adeps  separatus  a  carne,  sie  ecd.  u.  i 
Dayid  a  filiis  Israel. 

40.  In  diebns  illius  David  Karthago  eondita  est  a  Tha-  ^|",%;if",' 
n  ledone  *    Tyrio ,    vel ,  iit  vnlunt  quidam,  ab  eins  filia  Didone. 

Quintus  rex  Latinus  rex  Silviim  Latinus. 

41.  Post  David  aurrexit  filius  eius  aensatus  Salomon,  qiü  ni  ti»f.  i 
imperavit  in  diebus  illis.     Cui  subiecit  Dominus  omnes  hostes, 
Qtii  conutruxit  ilhid  famosissimum  tempbmi  Doraini  et  domum 

3«>  regiam ,    item  domum    regine  et    domurii    saltiii*,   iosuper  alia 
multa   edificia  edificavit   iu   Jhemsalem    magnificans    regniim^ 
et  inipletus  est  quasi   flumen   sapientia,  in  louge  lateque  divul-E«*i.*7.i«- 
gatum  ei^t  nomen  eius    et  erat  dilectus  in  pace  sua,  in  canti- 
lenis    et  proverbiis ,    in  (.-omparutionibus  et  interpretationibns, 

s»  divitiis    et    magnificentia    precessit    omnes    reges ,   qui    ante 

ipgum    fuerunt.       Cuius    fama   reginara    Austri    invitavit,    ut  m  R,«7itt^ 
veniat  in   JhernRalem,  et  considerans  omuia,  de  quibus  fama 
diralgante  multa   didicerat,    non   habebat   ultra  spem.     Po«t  ""^^  *J^*»- 

incnrvavit  SaloraoD  femora  sua  mulieribus  et  posuit  ma- 
eiilam  in  gloriam  suaiu.     Finem  habuit  Sak»raon  cum  patribus 
sois*     Regnarit  atitem  super  Israel  xl.  annis,  priusquam  pr*J- ,ir;f^,  „  i 
▼aricaretur:   si  vero  omnes  anni  computantur,    secundnm  Jo- 
seph um  regnavit  anni»  Ixxx. 

42*    In  diebus  illius  Sil  vius  Alba  Silvii  £nee  filius  aextus  .. «.  q.  x? 
rex   Latinus. 

43.    Mortuo  Halomoue  Jeroboam,  qui  fiigerat  in  Egyptum,  m  r*«.  u 

m 

14  Kartago  J.        15  Dadoue  J. 
'  CalGedone  nach  Fetr,  Com. 


40 


III     R*f.  tfl 


?0T0ff8US  venit  in  Sycheiii  et  ctrni  omni  populu  et.  uiultituJim» 

Iflrsel,  qui  vocaveruiit  enm,  venit  ad  Roboam  filium  Salomunis 

volens   servire   filio  domini  sui,    qui  paululuin  immmuisset  de 

gravi  iugo>  qiiod  Saloraon  imposuerat  eis.    Roboam  vero  spreto 

consilio  seniomm  Sadoch  et  aliorum  principinn  patris  sui  se- 

cutiis  est  consiliurn  iunioruin  et  duram  dedit  responsaai  diceus: 

[».  t.  o,u.ii  ^ Pater  meus  cecidit  vos  flagellis,  ego  oedam  tos  scorpionibus*» 

flagello    videlicet   nodoso.     Et    indignat-us    populiis    respoadit: 

,Que    nobis   pars   in    David  aut  qutj  hereditas  in  filio  Vsai?'' 

Roboam    igttur  misit  Ädurani  et  lapidavernnt  eum  et  eonsti* 

tueruat  decem  tribug  super  se  regem  Jeroboam.    Roboam  vero 

timens  fugit  in  Jhenisalem.     Forro  Judaa  et  Benvaniin  secuti 

8unt   Koboam    et  adiunxerunt   se  eis  Levite  propter  templonif 

quod    erat   in   Jherijsaleni.     Tunc   divisa  est  mouarchia  regui 

16  Hebreornra  in  duu  regna,  nee  amplius  rediit  ad  auitatem.    At 

propter  raultitudinein  regnnm  x.  tribunm  appellatnm  est  regnnm 

Israel,  alterum  dictum  est  Jnda  propter  diguitatem  regie  tri- 

bus.     Timens  antem  Jeroboam,   ne  popolas  ascenderet  ter  in 

anno  in  iherusaleni,  conntruxit  duo  fana  in  excelsis«  uniim  in 

au  Dan,   alterum  in  Betbel,    in  iitroque  ponens  viiulum  aareum. 

liili««.  11.»  Et  dixit  popnlo :    ^Hii    sunt   Dil,    qni  eduxemnt  te  de  terra 

Egypti.*"     Mortims   est   autem  Jeroboam,  cum  regnasset  urii. 

ivatff.if.io  annis.     Judas  etiam  peccavit  coram  Doniino  et  fecit  sibi  aras^ 

lu.  Roff.  H  statuas  et  lucos  super  excelsa,  et  offensiis  Dominus  suäcitarit 
contra  Jndam  Sej^ach  regem  Egypti,  qui  ingressus  Jhenisalem 
sub  s\)e  pacis  rupto  federe  diripuit  thesauros  domus  Domini 
et  domus  regie  et  scuta  aurea,  que  fecit  rex  Salomon,  pro 
quibns  fecit  Roboam  scuta  enea.  Mortuus  est  Roboam,  posi- 
quauj  regnavit  in  Jherusalem  xviii.  annis,  et  sepultus  est 
civitate  David. 

44.    In  diebu«  Roboam  septimu»  Latinus  rex  fuit  Si  Iritis 
Äthia  *  sive  Silvias  EgriciuB^  Sub  Roboam  Semeyas  prophetaviL 

ju  Bef.  u  45.    Post  Roboam  regnavit  in  Jherusalem  filias  eius  Abya 

et  regnavit  super  Juda  tribus  annis  in  Jherusalem  et  amba- 


b  secatuBqae  J. 
oelsifl  om.  J, 


6  et  om.  J.      10  igitur  poatea  addit  J,      19  ex- 


*  Achia  bei  Petr.  Com*  (Atbiß  bei  Hieron).     '  Egyptiii»  bei  Petr.  Com. 


i 


uvu  m  Omnibus  pec^:ati»  putns  8Ui.     \*}t  niortini» 
iDestimabilem  vick^riam,  quam  habnit  de  Jeroboam,  et  Bepulins 
eilt  in  civitat«  David. 

4ti.    Poflt    Abyam    filiiis  eius  Aza  super  Judam   xl.  annbi"«'»t.is4un 

^  et  UDO  reguavit  iu  Jberusaleni  et  fecit  rectum  coram  Domino, 
sicüt  David  pater  eius,  Abstulit  effeminatos  de  terra,  purga- 
vit  universas  sordes  ydolorum,  confregit  turpisainiuni  simiiin- 
criiin  niatris  sue  et  combussit  illud  in  torrente  Cedron ;  sed 
excelsa  non  abstulit     Bellum  autero  erat  inter  Axa  et  Baasa 

jo  regem    Israel    amnibus   diebus    eorum,      late    Baana   iusidiatua >"»<"»■  »*»=« 
fuit  Nadap  filio  Jeroboam  iurta  verbum  Haye  *  Sylonitis,  qnando 
uxor  Jeroboam    dissiraufato    vultu  et  habita  veuit  ad  eundem 
prophetam  consulere  ipsum  super  egritiidine  filii  sui  Abye. 

47*    Begnavit  autem  Baasa  in  Thersa  xxiiii.  annis.     Azsl  u  r*tmu  i» 

lÄ  decimo  anno  regui  sui  percussit  Zaram  regem  Ethyopie  cum 
ijifinito  exercitu  irruentem  in  terram  Juda  plaga  magna.  Cui 
redennti  de  victoria  occurrit  Azaria^  propbeta  dicens,  victoriam 
a  Domino  sibi  datam,  qoia  legitima  eins  servavit.  Tunc  scripsit 
Aza  in  omnem  provinciam,    ut  onine^^  legitima  diligenter  ob- 

n»  :i^rvarent     Porro    Hyeu    propbeta  arguit  Baasa  snper  malifciam  h*«.!»,! 
$iia,  propter   quod  occidit  prophetam.     Et  mortuu«  est  Baasa  ■ 

et  sepuUus  in  Thersa  nomine  Heia  *  vigesimo  .sexto  auno  regni 
Olli.     Aza   etinm   regnavit   super    Israel  duobus  annis.     Quem  "i  it»f •  »«p » 
percussit  Zambri   aervus  suus  et  omnem  domum   Baasa  iuxta 

F verbum  Hyeu  prophete.     Mortuus  est  Aza  et  sepultus  in  civi- 
teiH  Üavid^  et  regnavit  Josaphat  filius  eius  pro  eo. 
regü 
mun 


I 


s 


48.     Sub  Aza  fiiit  octavus  rex  Latinus  Silviua  Capis.         m*'kJi^"*M 


49.  Zambri,  qui  dominum  auum  temulentum  iu ter fecit,  m  k»*.  t« 
regnavit  pro  eo  interea  vii.  diebus.  Qui  timeiis  pelli  sue  do- 
tnum  regia  in  succeudit  et  se  ipsum  in  ipsa  combussit  et  tnor- 
tuii«  est  in  peccatis  suis  sicut  Jerolioam,  Tune  divisu«  est 
populus,  una  pars  constituit  sibi  regem  Tbebiii,  altera  pars 
Ambri,  et  dnravit  hec  contentio  tribus  annis  et  amplius,  et 
interfectus  Tbebni  trecesimo  primo  anno  Aza  regia  Juda,  et 
15  regnavit  Ämbri  in  Thersa  vii. '  annis, 

7  Bimulachmm  J.  12  et  om.  J, 


42 


IfUi  inoriiiB,  in  quo  erat  civitn«  Marenii  et  im(Ki8iiit  ei  nouten 
Sanmria  et  reparavit  eam  et  in  ea  posnit  sedem  rejifni,  que 
j)rius  erat  iii  Thersa,  Et  fecit  Ambri  raalum  coram  Dominn 
»uper  omnes,  qui  ante  ipsimi  fuerant.  Mortuus  est  Hutem  et 
sepiiltus  in  Samaria,  et  regnavit  pro  eo  Achab  filiiis  eias  anoo 
XXX °  viii*^  Ase  regis  Juda, 

^  50.    Regnavit  aiitem  Achab  super  Israel  xiii.  annis.    Ute 

pessinios  erat  et  dnxit  uxorenj  nequisdniam  Yezabel.   Istt*  pri- 
muis  iu  Öamaria  editicavit  fanum  et  ultare  Baal  et  adoravit  eum. 
|jiiB«ff.io^  51,    In  rliebus  huius  Ahyel  *  reedificavit  Jericho,  et  cum 

poneret  fnndanienta  mortnns  e^t  et  filiiis  eius  Abyra  primo- 
genitus,  et  cnni  Quiraret  portas  mortnus  est  Segab  novissitnus 
''?««/ i^» eius,  iuxta  iinprecatiunem  Yosue.  Snrrexit  Hellas  propbeka 
quasi  ignk,  et  yerbum  illius  qnasi  facula  ardebat,  qui  iuduxit 
Ȁ  famem  et  irritantes  illum  invidia  sua  paiici  facti  annt,  non 
poterant  enirn  sustinere  precepta  Dfimini.  Verbo  Domini  cou* 
tinuit  celum;  amplificatiiä  est  in  mirabitibu"«  suis,  et  quis  pot- 
est  «imiliter  gloriari  tibi ,  qni  aiistulisti  mort?ium  ab  inferis 
de  Sorte  mortis  in  verbu  D<)miT)i,  qui  audis  in  Syna  iudicium 
20  et  in  Horeb  iudicia  defensionia,  qni  receptus  es  in  turbine  ignis, 
iit  i<»g,  ir  in  currn  equoruni  igneornm?  In  diebus  Achab  clausuni  est 
celum  inxta  verbnm  Helye  prophete*  Et  querebat  Achab  aai- 
inam  Helye,  qni  iuxta  precejita  Üoniini  fugit  et  latuit  iu  tor- 
rente  Garith,  qui  egt  contra  Jordanem.  Cni  corvi  deferebant 
a&  panem  et  carnes  mane  et  ves|)ere,  bibebat  antem  de  torrente. 
Porro  siccato  torrente  venit  Helyat*  Sareptaui,  ubi  pavit  eum 
urkJiri^  ni ulier  vidua»  cuius  filinm  niortuura  suscitavit;  tradunt  Hebrei, 
pnerum  hunc  fuiase  Yonani  prophetan]-  Yezabel  prophetas 
Domini  iuterfecit  Abdias  procurator  domus  regie  abscondit 
30  Centn ni  prophetas,  in  dnabus  spelnncis  quinquageuo»,  quo«  p*- 
:  Hitf.  16  vit  pane  et  aqua.  Post  tertium  annnra  ariditatia  et  famiä  He- 
lyas  ae  ostendit  regi  et  interfecti«  auuiibus  prophetis  Baal  in 
nionte  Carnieli  ascendit  nubea  de  mari  et  data  est  pluvia  de 
in  Ä«».  1»  eelo.     Helyas    autem    tiraens    conimnnicationem  Yezabel  fugit 

« 


10  fi  alia  man.  superBcr.  J. 
om,  *1.        19  eorde  .1.     audiati  J. 


15  miraatea  J. 
20  Oreb  J. 


payefacti  J.    17  quiH 
25  panem  om.  J. 


*  Hiel  in  der  Valg.  a.  a.  o.  M. 


48 


iD  ßersabee  ac  Bolus  intravit  deseriuiiu  Ubi  dormienieni  ex- 
citavii  angeliis  dicens^  ut  comederei  et  biberet.  In  fortitiidino 
aateiu  cibi  illiiis  ibat  xK  diebim  et  xi.  noctibus  usque  ad  mun- 
teni  Dei  Horeb*     Deinde   misit   eum  Doiiiiiiu«  de  spelunca  in 

Ä  Damaacum,  ubi  unxit  Äzahel  regem  super  Syriam  et  Hyeu 
regem  super  Israel^  et  Heh'seum  filium  Raphat  unxit  prophe- 
iaiu.  Isti  tres  procedente  tempore  int^erfecerunt  ydololatra«  de 
Urael.  Ueljas  rero  Heljäeum  iavenit  arantem  ei  posuit  pal- 
liuiu  suuoi  super  eum  et  cuntiuuo  prophetavit,  aecutusque  est 

lö  Uelyam  et  ministravit  ei.  Porro  Benadab  rex  Syrie  obsedit 
Samariam  cum  xxxii.  regibus.  Cumqiie  tiaieret  Achab  ujius 
propheta,  quem  über  non  noiniuat,  qui  tarnen  creditur  fuisse 
Mychea«,  dixit  regi  :  „Et  tradam  nmnem  multitudinem  haue 
in  man  um  tuam  per  pedissequoö  proviuciarum  tnarum,  tu  au- 
iem  eria  dux,*  Et  egressus  est  rex  cum  pueris  principum 
fuga¥ii[que]  Syros  bibentes  in  ümbraculia,  quos  perciissit  plaga 
magna.  Anuo  revoluto  veuit  Benadab  in  Affech ,  que  est  in 
campestribus,  et  dixit  unus  vir  Dei  ad  Achab :  i,Quia  dixerunt 
Svri:  Dominus  moutium  est  Dominus  et  mm  Dominus  vallinm» 
Iradam  eos  in  manus  tuas, '^  Ideoque  commisso  prelio  fugavit 
Benadab  et  percussa  sunt  c.  niilia  peditum,  reliqui  fugerunt 
in  civitatem  Affet^h  ceciditque  murus  super  eos.  Acbab  auteni 
pepercit  Benadab  et  percussit  fedus  cum  eu.  Cui  dixit  My- 
cheas  propheta:  «Quia  dimisisti  virom  bla^pbemum  dignum 
moTte^  erii  auima  tua  pro  anima  illius.''  Quem  iratus  rex 
miait  in  carcerem  in  Samariara,  Vezabel  autem  Naboth  virum 
iustum,  qui  noluit  commutare  vineam  in  ortnm  olerum^  inter- 
fici  iasrit.  Dixit  autem  Helyas  ad  Achab:  ^Occidiati,  insu  per 
et  poasedisti*,  ei  coraminatus  est  regi  gravia.  Uude  rex  ti- 
mens  indutus  est  in  sacco  et  se  humiliavit  coram  Dnnnnn. 
ideoque  pena  ipaius  dilata  e«t  in  dies  filii  sui. 

52.  Jösaphat  rex  Juda  accepit  uxorem  fi lio  suu  Yoram 
Kliam  Achab  et  YezabeL  Et  propter  hanc  affin itafcem  ivit 
C11S3  exercitu  suo  in  auxilium  Achab  contra  Ramoth  Galaad, 
Sagitta  Tero  incerta  missa  percussit  Achab  et  mortuus  est  et 


Jll    K*«'  fl 


Petr,  0*lM.  ]_ 


4  Or«b  J. 
14  manu  tua  J. 


7  idolatras  -L 
16  SyrioB  J. 


11    xxzii   J. 
29  et  om.  J, 


12   qui   om.  J. 


J 


44 


i'«ii'.  Com. 
III  B9g,  in 


sbpultiis  in  SaiDHria  et,  linxtjruut  caneis  saDguinem  eiiT8  iniU 
verbimi  prnphete.  Et  re^iiavit  filius  eius  pro  eo  Ozochiais, 
Jüsaphat  ttüibolavit  in  via  patris  sui  Aaa  invitauR  popitlufn 
ad  legem  Moysi  servandaiii.  Porro  Ammonite,  Moabite  et 
Arabes  irnierunt  in  Jiideam  circa  Engaddi,  qiiod  Jahaziel  pro- 
plieta  filius  Zacharie  confortavit  dicens :  ^0  Jiida  et  Jheru- 
salem,  Molite  timere,  cras  egrediemini  et  Dominua  erit  vobi«- 
cam,'*  Esyjressus  aiitem  Josaphat  perciissit  hostes  et  fugavii. 
Deinceps  babuit  cor  rectnra  c^jram  Domino,  verumtameu  ex- 
celsa  non  abstulit.  Mortuus  est  autem  Josaphat  et  sepaltuä 
est  in  civitate  David,  cum  regnasset  annis  xxv-  Et  regnavit 
pro  eo  filius  eius  Yoram. 

53.  Sub  Yosaphat  nonus  Latinus  rex  fnit  Silviua  Carpen- 
tus,  decimus  Silvios  Tjberinus,    qoi  priu»  Albula  dicebatur  \ 

iß  undecimua  Silviua  Agrippa. 

54.  Ochozias  filiuä  Achab  regnavit  in  Samaria  duobus 
annis  anibulans  in  viis  patris  et  matris  sue,  Qui  decidit  per 
cancellos  domus  sue  misitque  tres  quinquagenos  nnum  poet 
aliiim  vücare  Helyam,  qni  Redens  in  raonte,  duobns  igiie  oon- 

2'>  sumptis   ad   supplicationeni  Abdie   descendit   predixitque   r^ 

mortem  suam,     Ei  rnortuiis  est  regnavitque  frater  eins  Voraxit 

pro  eo.     Tunc  equivocati  fuerunt  rex  Israel   et  rex   Juda,   et 

affines. 

ia,«t-i7         55.    In  Heljseo  oompletus  est  Spiritus  Helye^  qai  io  die* 

sö  bus   suis  non  pertimuit  principem,  et  potentia  nemo  vicit  il- 

lum;  nee  auperavit  illuui  verbom  aliquod,  mortuura  propheta- 

vit   corpus   eius;   operatus  est  mirabilia  in  vita  sua.     In  am- 

nibus  istis  uon  penituit  pupiüus  et  non  cessavit  popalos  a  pec- 

catis  suis,  dum  abiecti  sunt  a  terra  et  dispersi  in  amnem  ter- 

so  ram  et  relicta   est  gens  perpauca.     Factum  est,  ut  Helvas  et 

**•».  t  MelyseUH  venirent  ad  Jordaneui.    Percussit  autem  Helyas  pallio 

suti  aqua«  Jordan is  et  divise  sunt  et  transierunt  ambo  per  sic- 

» 
5  Ahyel  J.       IH  Silv.]  üliiia  J.       U  Abala  J.        16  Ochoxiae  corr. 
ex  O»ochiaä  J.        25  corr.  e  pertinuit  J. 


'  Der  fehler  aus  Petr.  Com.  abernomtnen,  vergl  dagegen  Uieron.: 
Tiberin^a,  .  .  a  qao  et  Quv^iua  appeUatua  est  Tiboris,  qui  prtus  Albola 
dieebatur  (ed    Alf.  Schöae  ü  b.  69)» 


4& 


cum,  datoqne  duplici  apirifcii  Helyatio  per  türbiiiem  ciirni  igßeo 
cendit  Helyas  in  celam  sanans  a  oiorfce  aquas  Jliericontinas 
sierilitate.  Inde  ascendeus  in  Bethel  xlii.  piieris  irridetiti- 
cum  maledixit  in  nomine  Dotnini;  xnuie  duo  nrsi  egreesi 
sftltn  laceraverunt  eos,  Yoram  regnavit  in  Samaria  xii.  iv  lui .  ■ ' 
inia.  Cui  rex  Muub  negavit  tributum,  quod  solvere  con- 
atit.  Contra  quem  Yoram  et  Yosaphat  asceodentes  cum  de- 
aqua  in  deserto  Ydnmee,  consulueriint  Helyaeum.  Qiii 
liOfl  est  digiiatus  resprmdere  regi  Israel  ydololatre.  Sed  reversiis 
I  *<»  ad  vultum  Yosaphat  regia  Jude  dixit:  ^Facite  cina  alveum 
torreniift  fossas,  et  fossa  habundabit  aqua,**  In^uper  predixit 
Tictariam,  quam  habituri  erant  de  rege  Moab.  Victus  itaque 
L^pex  Moab  fugit  ad  civitatem  ^iiani  regiam,  in  qua  desperans 
^Horam  omnibuä  obtulit  filiuni  suuni,  qui  regnaturus  erat  post 
^Hum,  in  holochaustiiDi,  ut  Dens  eum  liberaret.  Reges  autem 
^Bidenteä  ho«'  factum  ex  humaiia  compassione  recesserunt  ab  eo. 
^BSodem  tempore  Helyseus  mulieri  vidue,  uxori  Abdye  prophete  iv 
defuncii,    C4>ntulit  habundantiam  olei,   ut  satisfaceret  creditori 

E^e  viveret  de  reliquo.  Alii  etiara  iiiulieri  promiait  61ium,  qui 
nrescens  uiortuns  est  ac  suscitatus  ab  Helyseo.  Qui  eiiam 
amaritadinem  colocynthidarum  duicoravit  cum  farina.  De  pani- 
buä  etiam  priroitiarum  ac  xxx.  panibus  ordeaceis  cum  fruniento 
novo  in  pera  sibi  aliato  c,  homiiies  saciavit,  et  super fy it.  Mun-  »^ 
I  davit  a  lepra  Naaman  8yruui,  quem  Yezi  et  semini  eius  im- 
^berpeiuum  dedit.  In  Jordanis  fundo  ferrum  lapsum  ad  manu-  '^  **■•'*  i 
^Birium  natare  fecit  ac  liguo  coniongi.  Insidias  secretiAsimas 
^B^i  Israel  indicavit  ünde  rex  Syrie  commotus  misit  exer- 
^Bitum  nocte  in  Dothaym,  Quod  sciens  tielyaeus  ait  puero 
f  800  timenti ;  ,Noli  timere.  plures  vobiscimi  Runt  quam  cum 
^^Uis,"  Quo  orante  puer  vidit  montem  plenum  equis  et  eurri- 
^Hm^  ignitis  circa  Helyseum.  Oravit  etiam,  ut  bestes  percute- 
^Hmtttr  eecitate.  Quibus  ait:  ,Non  est  via  hee  nee  cavitas; 
^^foqnimini  me,  ut  ostendara  vobia  viruni,  quem  queritis."  Et 
doxit  illos  in  äamariam.  Tunc  aperti  sunt  oculi  eorum,  dixit- 
{iS6  qae  rex  Israel  Helyseo:  ^Percutiam  eos?^*  respoiidit:  ,Non» 
quia    non    cepisti   eos  gladio  tuo ;    sed  pone  panem  et  aquara 

9  jrdolatre  J.     reverituB  vultum  J.        11  fosaas  J.     corr.  ex  habua- 
Jare  J.         15  eam  um*  J,        21  conc>qaiDitidtirum  i.        22  ordau^is  J, 


46 


r«tr.  Qom 
IV  8««.  U 


^H    ITC 
rV   Ha».    2J1 


I 


coram  eis  et  dimitte  eos.  *     Et  apposita  est  eis  cibornm  rojrit 
magna,  et  posfcea  dimiäsi  sunt  in  pace. 

56.  Benadab  rex  Syrie  obaedit  Bamariam  factaque  Fama 
vere  ,  .  ,  pars  Htercoris  colunibe  m,  v.  argeut^iB  *.  Quadam  di*» 
clamabat  mvdier  post  regem  ,  .  .  mulier  hec  dixit  michi:  .Coiiie- 
damuH  hodie  filiiiin  tuum^  cras  meuiii,  comestoqih*  iiiöci*  *••• 
abscondit  aimin,  Tunc  rex  scidit  vestioienta  sua  et  appariiit 
cilidiim,  quo  iiidutus  erat,  et  cominalus  Helysei  capitis  abci- 
sionem.  Quod  ispiritiifc«  revelavit  prophete  et  iusgit  clandi  ui^tium 
et  indicavit  coDatum  regi»  senibus,  qui  cum  ipso  sedebant,  ot 
alt:  ^Hec  dicit  DoDiitius:  In  hoc  tempore  cras  Diodius  farine 
uno  statere  erit  et  dno  modü  ordei  stat-ere  iino.*  Et  sie  fac- 
tum est,  quia  Doniiniis  imraisit  t^rrorem  Syris;  et  relictis  ca- 
stris  fii^ernnt.  Post  hec  inteÜigens  Benadab  rex  Syrie,  quod 
Dominus  eiim  fugaverat  noii  homo,  re^^ersuR  Damascnm  egro- 
tavit.  Azah♦^l  autem  missus  in  occursiiiii  Helysei  accepto  ab 
et»  respiioso  tulit  strangiilam  infiiditque  atjuam  et  expandit 
super  faciem  regis  et  mortnu«  est.  .losephus*  aperte  dicit,  quod 
Azahel  strangukvit  regem   Benadab  et  regnavit  pru  eo. 

57.  Yoram  filius  Josaphat  regnavit  in  Jherusalem  riii. 
annis  et  fecit  nialum  coram  Domino  coiisilio  iixori»  sne  i*ecii- 
tiis  domiiioa  alieiios.  Unde  Araber  irruantes  in  Judam  vasta- 
verunt  provinciani  et  domos  regiaü,  uxores  regia  abduxeninU 
tilios  occiderunt  preter  Azayaru^  iie  promissio  Domini  faeta 
David  evacuaretiir.  Tandem  ipse  Yoram  mortnne  est  egritn- 
dine  cronica  et  sepnltus  in  ci  vi  täte  David,  non  tam**n  nt  att 
.hisephus  in  sepiilcbro  patrnm  »uoriim,  sed  privatum  babuit  tu- 
niulum  sine  regalibusexequiis,  et  regna\dt  Achazias  sive  Asaria« 
filius  eins  pro  eo, 

58.  Hnnc  regem  et  reliquog  iisque  ad  Oscyam  pretermittii 
Malheur.     Viginti^   duoruni    aTunrrnm    erat  Achazias  cum  re- 


8  erat  post  deletum  est  J. 
Bl  quatuor  J.     erat  om.  J. 


9  hoatium  J.       13  castris  in  marg.  J. 


^  Die  stelle  ist  lückenhaft,  wol  zu  le^en :  ventmdata  pars  Bteroorit 
coluiubttTum  V.  argenteis,  nach  IV  Reg,  6,  25;  ebenso  k\w  folgende 
vergl,  a.  a.  o.   25 — 28,  ^  Vielmehr  tri^intai    aber  wie   oben    auch 

Fetr.  Com. 


47 

gnare  cepisset  et  uno  anno  regnavit  in  Jheruaalem  ambulans 
in  via  sni  ayi  Achab.  Abiitque  cum  Yoram  filio  Achab  avun- 
Gcdo  sno  ad  preliandum  contra  Azahel  regem  in  Ramoth  Ga- 
laud.     Ubi  Ynlneratiia  Yoram  relicto  exercitu  sub  Yehu  priu- 

6  dpe  militie  descendit  in  Jezrahel    pro  cura  corporali.     Dixit  iv  fu«. 
aatem  Dominus  per  Helyseum  ad  Yehu:  ,Unxi  te  regem  super 
Israel  et  percuties  domum  Achaz  domini  tui,  ut  ulciscar  sangui- 
nem  servorum  meorum  prophetarnm  de  manu  Yezabel,  quam 
oomedent  canes  in  agro  Yezrahel.^     Yehu  ergo  Yoram  inter- 

10  fedt  in  agro  Naboth  et  Azachiam  regem  Jude  fugientem  vul- 
neravit.  Qni  fugit  in  Magedo  et  mortuus  est  ibi.  Quem  tu- 
leront  in  Jherusalem  et  sepelierunt  in  civitate  David.  Yezabel 
qaoqne  precipitatam  de  turri  per  eunuchoa  canes  comederunt 
preter  calvariam  capitis  et  pedes  et  summitates  manuum.    Jus-  iv  r«^. 

16  sit  Yehn  Ixz.  filios  Achab  decapitari  et  onmes,  qui  erant  de 
domo  sua  et  in  Samaria  et  in  Jezrahel,  et  uuiversos  optimates 
eins  et  natos.  Utiliter  etiam  simulans  se  velle  adorare  Baal 
congr^aTit  omnes  prophetas  Baal  et  omnes  sacerdotes,  servos 
etiam  cum   tota  familia.     Qui   convenerunt  alacriter  et  com- 

so  muniter.  Cum  essent  omnes  cou^^regati  in  fano,  ita  ut  uuUus 
reus  ydololatrie  deesset  nuUusque  invitus  adesset,  onmes  inter- 
fecit^  &num  etiam  combussit  cum  statua  Baal.  Interfecit  etiam 
Ixxii.  fratres  Achazie  regis  Jude,  non  tarnen  recessit  a  viis 
Jeroboam.     Et   mortuus    est  Yehu    postquam  regnavit  xxviii. 

u  annis  et  sepultus  est  in  Samaria,  et  regnavit  pro  eo  filius  eins 
Yoaz  vel  Yohahez  vel  Joachaz. 

59.    Athalia    vero   mater  Achazie    interfecit   omne  senieu  iv  tug.  i 
regium  cupiens  ipsa  regnare.    Erat  autem  Jozaba  soror  Achazie 
ex   patre,    uxor   Yorade '    summi    sacerdotis.     Que   fu rata  est 

«>  Yoas  filium  Achazie  et  nutrivit  eum  in  domo  Domini  vii.  an- 
nis,  postea  coronaverunt   puerum  in    regem  et  eiecta  Athalia 
extra  templum  interfecerunt  eani,  pej)igitque  Jorada  fedus  inter 
r^em    et  populum.     Regnavit  autem   Yoba  in  Jherusalem  xl.  iv  Kog.  i 
annis   et    fecit  rectum  coram  Domino  omnibus  diebus  Yorade 

16  sacerdotis,  cuius  consilio  multa  bona  disposuit  Yoas  et  obser- 

♦ 

7  domum  bis  scribit  .1.      21  Idolatrie  J.      24  xxv.  J.      34  rectum 
in  maig.  J. 

*  In  der  Ynlg.  Jojada. 


vari   statuit,     Fecit   Piiim    destrui   dorn  um  Baal»  qaam  feL-erat 
rür.i.  54  Athalia,   et  niuiaa  doiiius  Domini  reparavit     Sed  niortuo  Jo- 
rade  fecit  maliim  corain   Domino  sicnt  rex  Israel  et  misit  I>o- 
Tiimus  ad  Yoa8  Zachariam  prophetam  ßliuni  Jorade,  iit  ipsum 

fN  et  alios    rednrgneret,    quem    lapidantes  interfecerunt,     Iddrca 

tradidit    Dommiis    Judeos    in    maiius    Syroruni.     Öervi    aotem 

Yoas  interfeceruiit  eum.     £t  regnavit  Amazias  filius  eius  pro 

IV  luSriT  eo.     Omnes    filü  Zacharie   cum    eo  lapidati  8unt  preter  iinnni 

ptHsimum,  qui  post  enm  dictum  est  Zacharias, 

m  %i  (K).    In    diebiis  Joas  diiodecimus   rex  Latinus  fuit  Sütios 

Areinulus,   qui   presidiuiii   Älbaiiürum    iuter  montes,  ubi  nunc 

lloma  est,  posiüt,    Huius  filius  fuit  Julias,  proavus  Julii  Pro* 

cub\    qui    cum    Komulo    commigrans   Romain  fundavit  Jnliam 

genteiM. 

'  Kr«  in  Gl.    Anno  vigesimo  tarcio  Yuas  regia  Juda  regnavit  Yoa- 

chajs  filius  Yehu  super  Israel  xvii.  aniiis  et  ambulavit  in  riia 

Jeroboam,    et   iratus   Dominus    dedit  Israel    in  manas  Äsahd 

regia    Syrie.     Mortuiis    est   autem    Joachaz   et  »epiiltus  eet  in 

Saniaria,  regnavit  filius  eins  [Joas]  pro  eo  anno  xxxrii*'  Yoax 

m  regisJuda;  xvii.  annis  regnant  super  Israel  ambulans  in  viia 
Jerf)))oam.  Et  egrotanti  Helyseo  ilixit :  „  l*ater  mi ,  currus 
Israel  et  auriga  eius.  **  Kex  autem  ad  mandaturn  Helysei  aperta 
fenestra  iecit  sagittam  ad  orientera  et  ait  Helyseus;  »Sagitta 
Domini   contra  Sjriam."     Postea  iussit  eum  aagitta  percatere 

»ri  terram.  Qui  percussit  ter,  cum  debuisset  percutere  septies. 
Unde  postea  ter  vicit  Syroa,  sed  non  percusj^it  eos  usqiie  lu) 
internitioiH  m.  Post  mortem  Helyaei  quidam  sepelientes  mor- 
tuum  quendam  cum  videreiit  latriinculos,  proiecerunt  cadaver 
in  sepulcruoi    Helysei.     Qiiod  cum   tangeret  ossa  prophete^  re- 

80  vixit  et  stetit  super  pedes  suos. 
IV  tut   «^  62.    Amasias  filius  Yoas  regnavit  in  Jherusalem  xxix.  an- 

nis. iini  fecit  rectum  coram  Domino,  sed  postmodnm  adoravit 
ydola.  Hiatus  |)rovocavit  contra  se  Yoas  regem  Israel,  »ed  in 
hello  fugiente  Juda    a  facie  Israel  comprehensus  est  Amasias 


6  STrionim  J.  7  eos  J.  9  addit  al.  man.  ia  marg.:  eiuun 

Zachariam  iiit^^remptum  J.         16  xviii.  J.       19  aaao  coir.  ex  anma  J. 
xxxviii"  J.        25  terraajj  ter  J,         29  aepulehruui  J. 


49 


di  com  in  in  ati  18  est  ei  mortem^  nisi  rtHlderet  Jhernsalem.  Qua 
tradita  internipit  mttrum  a  porta  Ephraym,  que  dicitiir  porta 
rallis,  usque  ad  portam  anguli  ccc.  cubitis  ei  tiilit  auriitn  et 
argentum  ac  vasa,  que  inventa  sunt  in  domo  Domini  et  in 
ft  thesaom  regis.  Facta  est  coniuratio  contra  Amasiam,  qui 
fngiens  comprehensus  est  ac  interfectns  ac  aepultus  in  civitate 
Dayid,  et  constituerunt  regem  filiuni  Ozyam, 

63.  Sub  Amasia  tercius  decimus  rex  Latinum  8ilviua  Aven- 
tinos,  qui  ei  nionti,  qni  nunc  pars  iirliis  est,  nomen  dedii 

64»  Mortuo  Yoas  rege  iäiaei  regnavit  Jeroboam  filius  eiua 
pro  eo  xli.  anno  anibulans  in  viis  Jeroboam.  Ipae  restitnit 
terminos  Israel  ab  introitu  Emath  ueque  ad  Mare  solitudinia, 

Iqnod  est  Mare  mortuum,  Emath  Antiochia,  que  et  prius 
Reblatha.  Hunc  regem  arguit  Arnos  propheta  super  ma- 
6  licia  saa  et  predixit  everaionem  domus  Jeroboam:  ^Hec  dicit 
Dominus:  Consurgam  auper  domum  Jeroboam  in  gladio**,  et 
nirsum:  ^Venit  finis  super  populum  meum  Israel."  Hunc  pla- 
sia afflixit  Amasias  sacerdos,  tandem  üliua  auus  Ozyas  ipsum 
per  tempora  transfixit.  Mortims  est  Jeroboam  et  regnavit 
filius  eius  pro  eo  Zacharias, 

66.  Azarias,  qui  est  Ozyas,  regnant  in  Jherusatem  lii. 
annis  et  fecit  quod  placitum  erat  coram  Domino,  veruai tarnen 
pxcelsa  non  abstulit.  Hie  usurpavit  sibi  officium  sacerdottim 
indutus  stola  pontificali  in  festo  propitiationis,  ut  poneret  in- 
c«nsum  Domirjo  in  templo.  Et  facto  terre  motu  ipse  lepra 
percussus  est  in  facie»  Sub  Oxya  rege  Juda  et  Jeroboam  rege 
Israel  cepit  prophetare  Ysaias  de  Betlilemoth  \  item  Ozee  de 
tribu  Isachar,  qui  propheta vit  contra  x.  tribus,  imrum  de  dna- 
bus  loqiiens  prennnciavit  bistorialiter  Judeos  in  ultimo  tem- 
pore ad  Christum  redituros,  et  tercium  diem  dorainice  resur- 
rectionis  predixit.  Hie  in  terra  sua  sepultus  placita  quiete 
dormiTÜ  Sub  ei&dem  prophetavit  Vohel  de  tribu  Roben  na- 
tu» in  agro  Bethornu,  qui  de.scripsit  terram  duarum  tribmim 
eroca,  bruco,  locusta,  rubigine  va^tandam,  predixit  etiam  effu- 
sionem  Spiritus  sancti  super  ser?os  et  ancillas  Dei,  quod  com- 

* 
3  cupitiB  J.         19  tympora  J. 


IV   K«v.  1« 


%.  •.  ü,  au 


fatr.  Coaa. 


IV   Ke«.  Ifi 


Petr    (Jum. 
IV   K*f.  21 


'  Nach  Petr,  Com.  war  Ose©  in  üethlemoth  geboren. 
OUtct.  4 


i^^^xi 


pletum  e**t  in  die  Pen thecos teil.     VA  hie  in   lietljuroii  in   pm-e 
morkiiiß  est  et  sepultus,     Sub  eisdem  regibus  prophetavit  iVb- 
dyas,  ut  quid  am  tmdunt,  sed  secundum  Hebreoa  verius  osteji- 
ditur,    quod    ante  eos  propbetavit     Nam  ruortuus  ante  Hely- 
seum;  relicta  eiuR  per  conBÜium  Helysei  ti  berat»  est  a  credi- 
toribus    uleo  superhabmidante,     Fuit   aiitem   de  terra  Sjchem 
de   agro   Kethania   qiiiti€|iiagenuhus    ille^    cui  pepercit  Helyas 
d e 8 c e n  d  e  ns  de  v e  r t ic e  m o  n  t  is.     Qui  relicto  rej^is  ob»e- 
qiiitj  discipulu.s  Helye  factus  est.     Cniiia  sepulchrum  usque  in 
i<^   bodienuim    diem    eimi   mausoleo  Üelysei  et  Johannis  bapfcistei 
[in  Sebasie]  babetiir  in  veneratioue.     Sub  Jeroboam  rege  I«- 
rael  prophetavit  Jonas  filius  vidue  Saraptaoe,  qoi  post  reditnm 
Ninive    tempore   faiois  assumpta  matre  gentium  incola  factus  j 
est.     Nam  erubuit  esäe  in  terra  sua  dicens:  ^^Si  aiiTeretur  op* 
1*  prnbriiim   meum    eo  quod  proplietans  contra  Niniven  inendEXJ 
9UIU  repertus*^  ^     Farne  aiitem  traiisacta  rediens  in  terram  Juda 
sepeiivit  matrem  siiam  iuxta  balanum  Debbore,     Hie  predixit 
sigmim   eversionis  Jherusaleni.     Mortuus  vero  aejiultu»  est  in 
sepnkhro    unius  iudicis  Israel     Cuius  sepulchrum  monstratur 
^^  in  una  urbiiim   in  vinculo  iuxta  Sephor. 

ivjNtf.  «1*  66,    Snb  Ozya  rege  quas^i  terniinata  est  monarchia   A.SST- i 

riorum,  nam  Sanlanapallu.s  ultimnsi  nionarchus  victus  ab  Ar- 
bace  rege  Medonnü  semetipsuni  creniavit.  Tanc  Arbaces  ino- j 
narchiani  ad  Medos  tranntulit  spe,  nondum  re;  hoc  enim  fedt 
*ft  Darius  occasione  Balthasar;  faerunt  tarnen  reges  Aasyrie,  sed 
non  adeo  potentes,  usque  ad  subversioneni  Ninive,  quam  pro- 
phetavit Naym. 

*■■-"•  ^*  07.    Latinus  rex  decimiia  (pjartus  Silviua  Procas,  postquem^ 

quintna  decinjus  Silvias  AmnüiKS, 

IV  »OS  Iß  68.    Zacharias   filius  Jeroboam    regnavit   super  Israel  vi  i 

mensibns  et  fecit  maliini  coram  Domino,  et  percusait  eum  ?>el- 
Inm    filins  Jabes    et   regnavit    pro  eo.     Et  translatuni  est  re- 
gnuni    Israel   de   domo  Jbeu    in  generatioueui    quartam  iuxta  j 
verbuin    Domini.     Regnavit   autem  Selltim   uno  meuse  in  Sa- 


10  manaoleo  J»  12  Sareptin©  J  17  Delbore  J.        30  ?ii  J. 

84  generatione  .T. 

'  Die  Stelle  li&det  äi^h  niulit  bei  Jona,  &btsrbaapi  lücbt  m  der  Valg. 


lans^  Dam  Maiiacheii  filiiis  Gaddi  de  Tbersa  percusi^it  eum  iti 
Samaria  et  regnavit  pro  eo  x.  anriis  ambulang  in  \*iis  Jero- 
boain*  Mortims  est  autem  Manacheii  et  regnavit  Phaceia  pro 
eo  anno  quinquagedimo  0/ye  regis  Jiida,  et  duobiis  annia  re- 
gnavit Israel.  Nam  Phacee,  filius  Romelie,  cyliarchiis  eius, 
interfecit  enm  in  Samaria  in  convivio  cum  K  viris,  et  regnavit 
L      pro  eo  anno  uno. 

^V        69.    In  diebus  Pfaaceo  Tegtaphalassar  rex  Assur  aacendit 

^^n  Israel.     Ambiguum  est,  an  iat-e  t'uerit  Phul  an  atius*     Qui 

10  vastavit  onmem  regionem  tranmnrdaiiem  et  t^aptivas  duxh  duH8 

tribii0  Rüben    et  6ad  et  dimidiani  tribum  Manasse.     Vastans 

uoque    (lalileam    ac    de   tribu    Zabulon    et    Xeptalim    multos 

uiit  secum  in  Assyrioß,  qui  puterant  diinidie  tribiii  comparari. 

nde  sepe  legi  tu  r^   quod  tres  tribus  captivaverit ;    et  hoc  fuit 

itiimi    captivitatis    decem    tribu  um.     Porro  0/,ee    filius  Heia 

ierfecit  Pbacee  et  regnavit  pro  eo. 

70.    Anno   secuudo  Pbacee    regnavit  Vöathati    filius  Ozie 

Jherusalem   xvi.  annis  et  fecit  bonom  coram  Domino,   ve- 

mtanien  excelsa  non  abstulit.      Ipse  editicavit  portani  domus 

oniini    ^ublimissiniam,    qunm    quidam    putant  turrim  gregis^ 

que    iji  Actibijs  aposttdorum    appellatur  speciosa,    ab  Hebreis 

porta  Joathan  \    Hec  sola  remansit  in  eversione  facta  per  Chal- 

deoa.     Hie  devicit  Ammonitat^  et  tributarios  fecit.     In  diebus 

Imina  Rasyn  rex  Syrie  et  Phacee  filius  Romelie  rex  Israel  ce- 

»  perunt  infestare  regnum  Juda.     Sub  hiis  exorsus  est  prophe- 

^B^iki^  Naum  de  Ekhfsi  de  tribu  Symeon  contra  Niniven  dicena: 

^I^Hec  dicit  Dominus  ad  Niniven:  .»Exterminabo  te,  nequaquam 

progredientes  de  te  imperabunt  mundo'*';  quam  quidam  dicunt 

a  rege  Medorum  tempore  Josie,  alii  per  terre  motum 

paludem  inundantem,    que  ipisam  circunidedit.     Hie  librnm 

am  scripsit  post  captivitatem  x.  tribuum  sub  Ezechia^  dum 

'aataretnr   ab  A.ssyriis    terra  Jtida,     Qui  riioiiuus  in  pa^e  a^- 

ultus  est  in  terra  sua.     8ub  Joathan  vidit  Ysaiaa  Dominum 


IV   Ke«, 


S  Phac<]  addit  falso  J :  fLliuä  eius.        8  Degtaphalaeser  J.       17  Jo- 
J.        2ö  Belcheai  J.        28  quia  J. 


*  Tgl  Act.  apost.  3,  2. 
ch  bei  Naum  2,  13. 


'  Nur  der  erste  teil   dieser  stelle  findet 
4* 


TV  B*f .   18 


I 

:    m    1 


Pctr.  Com. 


IV  R«f,    1 


sedeiiteiii  super  siAum  excelsum  et  Serciphiiii  nitrndavit  Iftbi» 
eius*.  Sub  t-odem  exoi-jsua  est  pniphetare  Mycheas,  Mortuuä 
eflt  rex  Juda  Joathan  et  sepultua  est  in  dvitate  David  et  re- 
gnavit  pro  eo  Achaz  filiys  eius. 

71.  Sub  Joathaii  Eomiilus  et  Hamua  generanttur  ex  m 

72.  Anno  xvii,  Phacee  regis  Israel  regnavit  Achaz 
Jhenisalem  xvi.  annis  ambulans  in  via  regum  in  Israel  Insuper 
tiliuni  SU  um  traiecit  per  igueni  secanduni  jdola  gentium.  Al- 
tare etiam  eneum,  qnod  erat  coram  Domino  in  templo,  de  loco 
suo  transtiilit  et  posoit  illnd  ex  latere  altaris  Damasci  preci- 
piens  ürie  sacerduti,  quod  super  iÜud  offerei  omne  sacrificiuni. 
Luterem  quoqne  et  mare  eneiim  dispOHuit  et  alia  mnlta  in 
templo  per  vertu  Asceodennit  autem  Rasyii  rex  Sjrie  et  Pha- 
cee rex  Israel  in  Jherusalem  et  obsederunt  eani,  et,  ut  ait 
Joseph U8,  coDgreasus  cum  eis  Achaz  vnctus  est  et  occisua  est 
lilius  eius  Zacharias  multaque  milia  cum  eo.  Ac  secundo  ob- 
sederunt  Jherusalem.  Cumque  timeret  Achaz,  confortavit  eam 
Yaaias  dicens,  ne  timeret  a  duabus  caudia  tycionum  fumigan- 
tium  ^.  Noluit  autem  Achaz  petere  signum  a  Domino ,  sed 
implorsrit  auxilium  regis  Assyriorum  Teglaphalassar.  Qni  in- 
trayii  Syriam  et  cepit  Damasciim  et  ab  obsidione  redeuntem 
Kasyn  interfecit,  Damascenos  autem  transtulit  in  Cyrenen, 
que  est  versus  Ethiopiam;  alia  Cyrene  est  in  AfricÄ.  Post 
hec  mortmis  est  Achaz  et  sepultus  est  in  civit^te  Dav^id,  ei 
regnavit  pro  eo  filius  eius  Ezechias. 

73.  Sub  Achaz  Koma  condita  est  in  nionte  Palatino  xi,  Ka- 
lendas  Mali  a  geraellis  Reuio  et  Romulo.  Anno  ab  urbe  con- 
dita  terciü  Remo  rastro  paatorali  occisus  a  Fabio  diice  Komuli. 

74.  Anno  xii^  Achaz  regia  Juda  regnavit  Ozee  super  h- 
rael  novem  annis  fecitque  malum  coram  Domino.  Contra  hnor 
ascendit  Salmanassar  rex  As.syrioruni  et  factus  est  ei  Ozee  tri- 
butarius,  Pbstmodum  cum  deprehendisset»  quod  rebellare  ni- 
teretur  Ozee,  obsedit  eum  et  vinctum  niisit  in  carcerera  ob»e- 

22  et  om.  J.        24  AflHca  J.        80  xwV 
32  SalmuD.  rex  om,  J.     Aaajriam  J. 

vol   mit   Petr.  Com.  %u  lesen:    ex  Marie  et  Tlia. 


SS 


ditque  Samariani  iribus  annis      Qua  capta  tranMtiilit  Israel  m 

Assyrios  Septem  tribus,    que  renianserant,  et  posnit  eos  iuxt-a 

fluvinm  Gozan  ultra  montes  Medoruni  et  Persarum,    In  prima 

captivitate  trium  tribuom  dicitor  eaptivatus  fuisse  Tbobias  et  iTliat! 

mansit  in  Ninive,  vel  forte  com  rege  Ozee  diictus  est  in  Ni- 

nive.     Porro    rex   Assyriorutn   de  diversis    regionibiis  addiixit 

colonos    in   Samariam,    et   cum   essent   de  diversis  regiünibiis 

queqne  gens  ydoltuB  suum  portavit  secum.     Sed   omnes  priüs 

^■vocati    sant    Chuthei    a  flumiiie  Chutha  *;    Greci  dixerunt  Sa- 

^BDariias,  qui  in  ewaiigelio  ^^aniaritani  appellantur,  Jndeos  ap- 

[     pellabant  Jacobiiaa   quasi  supplatitatores  Israel.     Cumque  re- 

nissent  in  terram  Israel^  immia^it  in  eoß  Dominns  leoues,  qiii 

iuterfecerunt  eos^  quia  ignorabant  legitima  terre  Dei  viventis* 

Et  misit  eis  rex  iiuiim  de  aacerdotibus^  qiii  h^ibitabat  in  BetheL 

luo  docente  sascepenmt  circimicisionem  et  legitima  Dei  Israel . 

ichilominns   deofs  suos  colebant  in  excelsis.     Ünde  cum   He- 

eis  bene  essent,   appellabant  eos  fratres  suos,  qnando  male, 

uegabant  se  aliquid  commune  habere  cum  eis. 

75,    Anno    tercio    Ozee   regis  Lrael  regnavit  Ezechias  in  '^  **•»• 
»  Jhemsalem  viginti  novem  annis.     Qui  convocatis  sacerdotibus  "  *'•««• 
et  Levitis  aperuit  templum  cultimi  Dei  et  legitima  legis  redu- 
cens   vasa    templi   reparavit   et  fecit  Phase,    qnod  non  potuit  ^*^"**' 
facere  auo  tempore,  quia  ncmdum  erant  purificati.     Hie  dissi- 
paTit  excelsa,  contrivit  statuas^  luc^js  saccendit,  confregit  «er* 
^  pentes  propter  superstitionem  populi.     In  diebus  eins  ascendit^«^  **• ' 
Sennacherib  et  mi.sit  Rabyaeem,  qui  sustulit  man  um  auam  con- 
tra populum  Domini  et  extulit  manum  suam  in  vSyon»  et  au- 
perbua   factus  est  in  sua  potentia.     Tunc  mota  sunt  corda  et 
maDua  ipaorum  quasi  parturientia  mulieris  et  invocav^runt  Do- 
lo minum  niiseric4)rdem  et  extendentes  maous  suaa  extulerunt  ad 
celiinL     Et  aanctus    Dominus    audivit  orationem    eorum  cito; 
n    est   commemoratu«    peccatorurn  illorum  neque  dedit  illoa 
imicifi  suis,  sed  purgavit  illos  in  manu  Ysaie  sancti  propbete, 
ecit   castrum  Assyrionim   et  contrivit  illos  angelus  Domini 
Ixxx?.  milibus.     Nam    fecit  Ezechiaa   quod  placuit  Domino  »^  "«** 

2  TemanBerunt  J,        26  Raphacem  J.       35  m*  c.  Ixxxv.  milibua  J. 
*  Died  widerspricht  lY  Heg.  17,  24. 


17  Kity.  310 


Petr.  Com. 
IT  lUf.  «1 

IV  Auf,  11 


«.  •*  Ov  tS 


so 

2  fmnh  31 


ft  fortiter  ivit  in  viii  daniini  David  jmtris  sui,  cjuaui  miin- 
davit  Uli  Ysaias  propbeta  Domini  magiius  et  fidelis  in  ooii- 
specUi  Dei.  In  diebus  ipaixis  retro  rediit  «ol  et  addidit  regt 
ntani,  ßpiritu  magno  \idit  ultinm  et  consolatu«  est  lageivtee  in 
Sjon,  usque  in  seinpiternum  ostendit  futura  et  abscondiia  ante» 
quam  venireDt  Fosi  Ezecbiam  vel  ante  eum  Qon  fuit  similisei 
de  regibiis  Jiidea,  (piod  intelligitur  de  loiraculorum  magDitudine* 

76,  Secuadus  a  Komolo  Niinia  Pompilius  regnavit  yd 
senes  consuleote«  reipublice  Senatoren  appellavit.  Hie  primtis 
cangiariktm  militibus  dedit,  Idem  imperiali  largitione  in  sui 
promotione  Jaiiuarium  et  Febniarium  anno  addidit. 

77.  Post  Ezechiatn  regnavit  iMaTiasöes  filius  eins  Iv.  anats;. 
Hie  contrarius  fuit  omnibus  booia  operibiis  patris  sui,  ydolula- 
triam  reditxit  et  fultum  Dei  elirainare  penitns  stnduit,  ponens 
ydühmi  in  templo  Doniini.  Ariolos,  augurtis,  pbytones  et  hani- 
spice8  multiplicavit.  Cumque  arguerent  euoi  propbete  missi 
a  Domino^  netuini  erirnm  parcebat,  sed  platea<9  Jherusalem 
sanguiiie  prophetarnm  purpiiravit  et  alionim  innocentiim,  do- 
nee  inipleret  Jheru8«Jem  usque  ad  os,  Ysaiam  quoqiie  avum 
maternum  aeeuiKlum  Hebreos,  secutidum  alios  affinem  soce- 
ruiD  fidelem,  circa  piseinam  Syloe  serra  lignea  per  niedium 
secari  fecit.  Qui  cmti  in  principio  secationis  angiistiareiur. 
peÜit  sibi  dari  aquam ,  ui  biberet.  Que  cum  ei  tiegaretar« 
Doniinns  de  snblimi  iiiiait  aqyam  in  os  eins  et  exspiravit ;  oec 
tarnen  carnitices  destiterunt  a  secatione.  Üb  haue  miäsionem 
contirniatum  est  uomen  Syloe,  quod  interpretatur  iiiif<isii>i  \  Et 
non  sepelierutit  enm  in  aepnlchro  propbetarum,  sed  sub  quercu 
in  huius  niiraciili  memoriam.  In  huiiis  etiam  facti  ingem  me- 
moriam  aqne  Syloe  non  ingiter,  sed  in  certis  horis  ebulliuDt ; 
qne  videlicet  clvibas  habundabat,  bostibus  negabatur  ad  ora- 
tionem  Ysaie,  ut  ait  Epiphatiins.  Propter  predicta  scelera  mi- 
ftit  Dominus  ad  versus  Mu  nassen  regem  Babvlonioruin,  qui  de- 
populatus  est  Judeam  et  in  dolo  captum  Manassen  traxit  in 
Babylonem    et  variis  cruciatibns   afflictiira   misit  in  carcerem. 


8  Fupüio  J. 
IB  fdolatriam  J. 


lü  imperialem   largitionem  J.       w  bus  ecrib.  J* 


*  Vgl.  dagegen  oben  Deacr.  ü.  18t 


s& 


Potr.  Com. 


IV  ÜB«,  n  I 

F«ir.  Com*  t 


ubi  penitentiam  egit.  Et.  miHertu^  est  I>oDiinu>i.  libenivit  eum 
et  resittuit  regno.  Ubi  desiructa  ydololatria  et  revocato  populo 
ad  cultum  l)ei  vi  tarn  egit  beatam.  Morttiiis  aiitem  sepaltus 
est    in    borto   domus    sne ,   et   regnavit  Amon    fitius   eius  pro 

i  eo  duobus  aDDis  in  Jheriisalem. 

78.  In  diebus  ManaÄse  sjbilla  Eraailua '  claruit  in  Samo, 
uode  et  Samia  dicta  est,  et  tercius  Itomanorom  rex  Tolhis 
Hostiliug.  Hie  primns  ret/um  Ronianorym  pnrpiira  et  fascibus 
usua  est,     Addito  monte  Celio  ampliavit  urbeni* 

ü  79.    Amon    fecit   uialum  corauj  Domino  sicut  pater  eins,  iv  luf,  m 

Qaem  ser?i  interfecernnt  in  domo  sua,  qnos  in  Tindictam  per- 

cnssit  |K)pübis,  Et  regnavit  filini^  eins  Yosias  pro  eo  xxxi**  anno» 

80.  Memoria  Yosie  in  conipositione  odoris  facta  opus  pig- 

mentarii,    in    omni    ore  quasi  mel  dnicorabitur  memoria  eins, 

P^     at  rniidca  in  convivo  vini.     Ipse  est  directus  divinitni^  in  peni- 
teutiain  populi  et  tulit  abhominationes  impietatis.     Et  güber- 
navit  ad  Dominum  cor  ipsin«  et  in  diebus  peccatoruni  corro- 
boravJt  pietatem.    Preter  David  et  Ezechiam  et  Yosiam  omn*^ 
rogeii    peccatum  commisennit,     VoMias  noii  declinavit  ad  dex- 
^  teram  neque  ad  sinistrum,  sed  insticiairi  coluit  tarnquani  anime 
sue  tnedicinam  in  unaquaque   causa,    renovavit  ab  ydololatria 
popnlum  et  scrutabator  df»nios,  ne  quid  latent*^r  remaneret  bu- 
spectora,  reparavit  teniplum  |»reponens  hnic  operi  Helchiam  sa- 
cerdotera  magnum  et  Amasiam  et  Saphan  scribam,  et  facta  est 
hueparatio    temf>li  fideliter  et  itidilate.     Anno  xiii^  rugni  Yosie 
^^exoraus  est  pruphetare  Yeremias  filiiis  Heichic  de  sacerdofcibuö 
Anathot   in  terra  Benyamin,    tercio  ab  urbe  miliarioi  et  pro- 
pht^tavit  u.sque    [ad  eversionemj  urbis  xl.  annis  et  nno  preter 
l^iliud  tempus,  quo  in  Egypto  prophetavit  et  Tanis.     Fecit  Yo 
P|wa^  Phase    in  Jherusalem    convocatis    ad  illud  etiani  liliis  Is- 
rael, qui  etfiigerant  captivitatem ;  nt^u  enini  factum  tale  Phase 
m  diebiis   iudicum.     In  diebus  eins  ascendit  Plmrau  Nechao  rex 
Egypti  contra  regem  As^yrioruni,     Descendit  autem  Yosias  in 

2  idolatria  J.  4  orto  J,  7  Tullius  J.  9  adito  J.  U  dnU 
corabitur  a1*  mau*  in  marg.  addli  .L  15  ut]  in  J.  21  idolatria  J. 
24  Sopham  J*        25  regni  in  marg.  J.        28  una  J.       29  Tbaniu  J. 

Vielmehr  Erofila«  wie  Petr.  Com.  und  Bieron. 


ft«  tu  o*  Mi  ' 


IV  ||«g.  «I 


r»lr.  Cii«. 
m^  «.  o.  97 


occLii'8uiii  &MS  prohiUens,  ne  trausitnQi  haberet  j»6r  Jud^aiiL 
,r-t.  iw,  qI  perciisöus  est  a  sagittariis  in  *mnipo  Maiedo.  Et  plaDxe- 
runt  eum  incousolabiliter  Juda  et  Jherusalem  et  maxime  Jere- 
mifts,  qui  superscripsit  eius  exequiis  Threnos  lamentabiles:  »Quo- 
modo  sedet  sola  civitas  plena  popuW;  relatug  est  enim  m 
JheruBalem  et  sepultus  in  mausoko  patrum  suorum  in  pace 
pecto  ris. 

8L    In  diebus  Yosie  qnartus  Romauorum  rex  Ancus  Mar- 
I  cius  Nunie  nefTOs  ex  Elia,    Adventinum  et  Jauiculum  urbi  ad- 

^H       10  dlidit.     Sapra   mare   sexio   |decimo]    miliario  Ostiam    coudidit 
^B  Quintüä  liomaüoriim  rex  Tarqiiioitis  Priscns,  qai  circum  Kome 

^P  edificavit,  muros  et  capitolium  exatruxit. 

*  *,o,3i8  82.    Reliquit  Yostas  tres  filios,    Elyachim,   qai  et  Yeco- 

Iiiias  S   primogenitum  xxv.  annorum,    medium  autem  Yoachat^ 
ra].«»iaqui  Sellum  diotus  e^t,    xiii,  aonorum^  ierciuä  Matbaniam  eir- 
citer  viii.  annorum '.     Tulit  ergo  populus  medium  Yoachat  et 
congtituit  eum  regem  pro  patre  suo,    Qui  tribus  menaibas  tan- 
tum  regnavit   in  Jheruäalem.     Nam,    ut  dicit  ParalipomenoD, 
veniens  Nechao  rex  Egypti  in  Jherusalem  amovit  eum  et  im- 
10  posuit   mulctam    terra  c,  talentornm  argenti  et  unum  auri  et 
constitiiit  regem   pro  eo   fratrem  eius  progenitum  Elyacbim. 
quem   fecit   sibi   tributarium    et   mutato    Domine  vocavit  eum 
Yoachim,  ut  mutatio  nominis  signum  esset  subiectionis,  et  du- 
xit  secum  Yoachat  in  dolo  quasi  honoratunis  eum  iu  Egypto, 
MÄ  Nam  cum  venisset  in  Ri-blatha,    vinxit  eum  et  ligatum  mistt 
in  carcerem  in  Egypto.    Yoachim  xi.  anois  regnavit  in  Jhefu- 
aalem  et  fecit  nmluui  coram  Domino.     Cumqiie  arguerei  eum 
Urias  propheta,  morte  pesaima  interfecit  eum. 
»!^:Ü*S»*  83.    Anno  quarbo  regni  Yoachim  cepit  regnare  Nabocho- 

90  dono3or  rex  Babylonis,  qui  ncto  rege  Egypti  tulit  omnia  que 
eius  erant  a  rivo  Egypti  uaque  ad  fluraen  Euf raten.  Anno 
(|iiarto  regni  Yoachim  Yeremias  projiheta  prophetice  mala  pre- 
dixit,   que    futura   erant  soper  Jherusalem  et  regem  eius  per 

6  manseolo  L        9  Laniculum  J«       10  Hoetiam  J.      19  ama?it  J. 
ZV*  J.        S2  pröphetia  J* 

'  Joakim,  vgl.  IV  Reg.  23«  84,  Jeobonia  Esther  2,  5.        '  Vgl  da- 
gegen II  Paml  ö6,  9   und  lY  Reg.  24,  17,   oben  aber  wdrtUcli  nach 


Xabuchodoncmor,     In  anno  octavo  Yoachim  asceiidit  Nubucho-  [•^:2*i 
doDOfior  in  Judeani  et  depopulatua  est  eam.    Tunc  Recabite  ne- 
cessitate  compulsi,  qui  habitabaot  in  tabernaculis^  intraverunt 
Jherusaletu,  et  ait  Dominus  ad  Jeremiam  ':  »Die  habitatoribua 

*  Jherusalem :  Hec  dielt  Dominus:  Ntimquid  non  accipietis  disci- 
plinam,  ut  obediatis  michi  ut  Ilecabite  patri  sno?**  Porro  cum 
aacendiäset  Nabuchodonosor  Jherusalem,  cepit  Yoachim  et  li- 
gavit  enm  et  traxit  secum  in  Babylonem  et  nobil»?8  cum  eo. 
In  itinere  vero  iniposuit  sibi  tribiitum  et  remisit  eum  in  Jhe- 

3«  ra$alem,  obsides  vero  traxit  secuni  de  semine  regio  Danielem 
et  tres  pueros.  Et  servivit  ei  Yoachim  tribus  annis.  Postea 
sperans  in  rege  Egypti  negavit  ei  tributum.  Ascenden«  ergo 
rex  Babylon iö  in  Jherusalem  sab  federe  pacis  intravit  eam, 
sed  Mem  non  serTavit,    sed   iuvenes   quof^dam  fortissinios  oc- 

i&  cidit  una  cum  rege  Yoachim,  quem  etiam  ante  muros  proici 
iaasit  ioxta  verbum  Jeremie  propbete*:  ^Cadaver 
eitis  proicietur  ad  escum  per  diem  et  ad  gelu 
per  noctem.'^  Et  conatituit  Nabochodonosor  filium  eiuä 
regem  Yoachim  equivwiim*  patri,    qui  tribus  m#?nsibus  et  x. 

jo  diebu»  regnavit  Timens  enim  Nabucbodonosor,  ne  tilius  nie- 
mor  necis  paterne  adhereret  regi  Egypti  rediens  obsedit  Jhe- 
rusalem ^  sed  ad  votem  Jeremie  egressus  est  Yoachim  cum 
matre  et  omni  domo  sua  et  principibus;  et  suscepit  eos  rex 
Babylonis   tollenaque    univerwa   vasa   aurea   de   domo   Domini 

ttft  et   domo   regia  et  quasi   duo  milia   transtulit    in    Babylonem. 

^^oter  quos  erat  Mardocfaeus  et  Ezechiel  adhuc  iuvenis  de  ge- 

^ftere   sacerdotum.     hti   quia  ^ponte    se  tradiderunt,  dicti  sunt 

proprie   transmigratio  Jude.     Alii,   qui   per  violentiam  tracti 

sunt,  dicuntnr  captivitas  Jude. 

-»  84.    Porro  Nabuchodonosor  conatituit  regem  in  Jherusa-  Iy%^T 

lern  patruom  Joachim  Mathaniam,  ut  serriret  ei  aub  tributo 
terpofiita  rehgione  iurisiurandi,  et  mutato  nomine  v*K"Hvit 
m  Sedechiam,     Qui  xi.  anuis  regnavit  in  Jherusalem  et  fecit 


8  ßabilem  J.      10  Joachim  .Techoniam  equiTOcam  patri  J. 
rloa  J.        25  x.  J.     Babiletn  J. 


24  Ba^ 


Joakim,  der  andere  Joachin. 


'  Nicht  richtig,  denn  eiaer 


*.      «.     Or      i3 
■         ftr     O.      44 


IV  K«f.  iA 


Tob.  1  IT. 

r»tr.  Com. 

Tob. 


malufji    coniiB    Uimiiriü.     Qiiint«^    anno    traiismigrunütiie^ 
chim  cepit  prophetare  Ezechiel  in  Babylone.     Sedecbias  trans- 
gresBus  est  iuaiurandtim,  uiide  NabnchodoDOsor  obsedii  Jheru'! 
salem.     Sed  audiens,   tpiod    rex  Egypti  coiigrpjfÄret  exercitara 
quasi  soluturns  obsidionem,  recessit  a  JherusaletD  in  oceursuxo 
ei  US,  et  remisit  Nabuchodonoeor  Nabuzardari  et  principea  ex-» 
ercituft    eius,    qiii    obsederunt  Jberusalem.     Et  orta  est  famet 
adeo  naagna  ^    ut  mulieres  comederent   parvulos  8uos  ad  men- 
sunmi  palmi,  ut  legitiir  io  Threnis  Jeremie*.    Diideciiuo  anna 
regni  Sedechie  quarto  meiise  aperta  est  ci^itaa ;  rex  ei  omoesfl 
viri  bellatores  circa  mediam  noctem  fiigenmt.    Quoe  persecuti 
,sunt  Babylnnii  et  comprehenderunt  regem  io  campo  solitudinis 
Jerichontine  et  diixerunt  ad  Naiiuchodonosor  in  lieblaiha.   Quii 
lucutu«  est  cum  eo  iudicium,  lilios  fc»iuH  occidit  ante  oculos  tfioa 
eftbditque  oculos  eius  et  vinctumduxit  in  Babylonem»  Nabusanlan 
Mutem  incendit  domuiu   Domini  et  dorn  um  regis  et  omnes  do- 
mos  in  Jheruyaleni  ac  iDiiros  in  circuitu  destruxit  et  tulit  Jere 
miam  de  vestibulo  carceria  et  iiixta  niandatnm  regis  fecit  ei  uk 
proplieta  voluit  et  prefecit  Godnliam,    ut  preeaset  pauperibus, 
Elegit  autem  Jeremias  eaa«  inter  reliquias  popnli  cum  Banich; 
n  a  ui  p  r  o  p  0  s  i  t  o   s  i  b  i  g  a  u  d  i  o  elegit  a  f  f  1  i  c  t  i  o  n  e  m, 
Rediit  Hutem  Nabiizardan  traheiis  secum  captivitatem  in   Bä- 
bvlonem,      Porro    cum    Nabuchodoiiosor    Uabytonem    tntrArei 
cum    triumpho   et    in   corivivio  recnmberet  hilariter  bibens  de 
vmU    Domini,    fecit  addoci  Sedecbiam  et  elaucnlo   innait,   ui 
daretur  ei  potus  laxativus;   ooram  omuibus  ignominiose  laxA- 
tua    reductus    in    carcerem    nimia    afflictus  dolore  post  pauoos 
dies  mortuus  est,  sed  regio  honore  aepultua.    In  diebus  Sede- 
chie factum    est  exterminiiim    regni  Judeorum,    et  habuit  ex-i 
ordium  quinta  etas. 

85.  In  tempore  captivitatis  huius  sextns  rex  Homanomiiv* 
öervins  nobilis  [captive  filius]  tres  tnontes  urbi  addidit  C^i- 
rinalem,  Esciünum,   Viminalera. 

86.  Thobias    ex  tribu  Neptalim    fmt   et  cum  ceteri  ad<H 


1 
1 

i 


9  Trenis  J.        11  fu^erimt  J.        12  Babilonii  J.        18  ReblaU  J. 
iixtraret  in  marg.  J.        29  extennineuin  J.        3S  Viminalem  om,  J.j 


Thren.  2.  20. 


59 


raren t  vituloa  aureos,  quo«  fecerat  »leroboam  ipse  asceiidebat 
in  Jherusalera,  ut  adoraret  Dominum  Israel.  A  pueritia  bonis 
operibus  exercifcatus  ex  uxore  timoratu  genuit  filmm  timora- 
tutn  Thübiam,  Et  quoiiiam  acceptus  est  DomiDO^  probatus 
ft  est  cecitate  ocalonim.  Cuias  filiiim  Kaphael  duxit  in  Kages 
civitatem  Medonim  et  reduxit  incolumera  niediciiiam  prestans 
Thobie  ad  restitutindum  visnm,  copulans  feticiter  Saram  filiam 
Ragiteliä  adolescenti,  CjUi^m  dueebat. 

87.  Godolias    habitavit  in  Masphat  et  respondennit  pre- 
Jo  fecto   Ohaldeorum    pro    rdiqiiiis    populi.     Hjsmael   autem  vir 

malignus  de  setnine  regio,  qui  de  obaidione  Jherusalem  fuge- 
rat ad  regem  AmniOQÜariim,  in  dolo  interfecit  Üodoliam,  Turic 
omnes  reliquie  contra  consiliuni  Jeremie  vnm  uxoribiis  et  par- 
vülis  et  nni versa  substantia  descenderiiiit  in  Egyptuii»  et  Jere- 

1^  mias  cum  eis.  Quem  lapidaverunt  in  Tani.s,  sicnt  pleniu» 
persecuti  sumus  in  hiatoria  Damiatena  capitulo 
No n  mi  n  o  r  i  m  i  r  a  c  u I  o  etc,  '  Post  mortem  Jeremie  Na- 
buchodonosor  descendit  in  Egyptum  et  CKicidit  regem  qui  titnc 
erat   et   alium   substituit.      Et  deuuo  Judeoa  duxit  in  captivi- 

s«?  tat**ni  Babyionicain.  Haue  captivitafcem  reliquianini  predixit 
Escechiel  in  <jhaidea.  Ab  hac  ultima  captivitate  quid  am  nume- 
rant  Ixx.  annos  usque  ad  secundum  annum  Marii  filii  Ystaspis. 

88.  Ezechiel  propheta  de  terra  Cysare  fiiit  filitm  Bn/J  de 
genere  sacerdotum.     Hie  Babylonem  durtus  est  cum  Joachim 

üij  et  matre  eins,  cum  Datiiele  et  tribus  pueris.  Hie  habitabEit 
iiixta  fltwium  Chobar,  ubi  vidit  Vision ea.  Pacta^jue  est  manus 
Domini  super  eiim  et  adduxit  eum  in  spiritu  in  terram  Israel 
super  nmntem  excelsnm  et  ostendit  descriptionem  civitatis  et 
templi.     Porro  in  Chaldea   inter  captivoa  iudieavit  transgres- 

34»  sores  legis  et  precipue  qnosdam  ex  ti-ibu  Dan  et  Gad,  qiiod 
contra  Doniinuin  committerent  impia  legis  perseqnendo  custo- 
des,  et  ut  dicit  Epiphanios  i'ecit  contra  eos  prodigium  magnnm, 
quia  filii  eornm  et  nni versa  pecnra  eoriim  a  serpentibiis  pe- 
rierunt,  et  predixit,  quod  tribus  ilie  non  reverterentur  ad  pro- 

3B  pria.     Quem    exacerbati    traxernnt  cum    eqnis  per  crepidinera 


IV  JUff.  »». 

Petr.  Cx.i! 


15  Thaniaa  J.        22  Ytapis  J.      30  legis  super acr.  J. 


8.  Eist  Dam.  oftp.  4^. 


60 


D«n^  1,11 


J>«1l*  4 


fctr.  Cum 


^ 


Pulr.  Com 


,tfii3Coniin  fH  excerebratiiiu  sep^lieriaii  eum  in  agro  Madian  \i\ 
■epulchro  Sera  et  Arphaxai  in  spelunca  daplici.  In  cuitu 
similitiidinem  Abraham  in  Ebron  sepulchrum  Sare  c<»iiip(isaii 
Duplex  dicitur  eo  quod  camerata  fuit. 

89.  Prophetavit  etiam  io  Chaldea  I>aniel^  qui  secimdom 
Josepliuni  et  Epyplianium  de  seniine  regio  Jade  fuit,  secan* 
dum  Septuaginta  de  tribu  Levi.  Natiis  erat  in  Bethoron  su* 
periore.  Adeo  c-aatns  fuit,  ut  a  contribulibus  suis  spado  repu- 
taretur.  Librutii  etiam  eius  Jeronimus  transtulit  ad  petitio- 
nem  Paule  et  Eustochii  cum  magna  difficultate«  quia  Chal- 
daiciä  litteris  scriptus  erat.  Et  nota,  quod  alii  prophetanmi 
lüDge  ante  cnptivitatem  duarum  tribuum  prophetaverunt,  nt 
Ysaiafl  et  Oaee,  alii  ea  imminente  et  dum  fieret,  ut  Jeremia« 
et  Ezechias,  alii  infra  eain,  ut  Abacuc  et  Daniel^  alü  post  eam, 
ut  Aggeus  et  Zacharias.  Dominus  d ed i t  D a n i e  1  i  seien- 
tiam  et  disciplinam,  intelligentiam  et  yiaionem 
s 0 m  p  n  i  o r  u  m.  Prima  visio  de  sonipnio  regia  Nabnchodo- 
nosor,  quod  fngit  ab  eo.  Sed  Spiritus  sanctns  ostendit  Da- 
niel i  tum  in  temptatione  de  statua  grandi  et  terribili.  Secanda 
visio,  qiüa  vidit  rex  in  fornace  quartiim  tiimilem  filio  [)ei. 
Rex  autem  eductos  de  fornace  pueros  videns  intactos  ab  igne, 
etiam  .saraballa  immntata  dixit:  «Non  est  alius  Doniiaas,  qui 
ita  possit  salvare,*^  Tercia  irisio  Kabuchodonosor  de  arbore 
erecta  in  celum,  quam  interpretatns  est  Daniel,  et  scripsit  in- 
terseren»  epistolam  regis,  quam  scripsit  universo  regno,  [>o«t- 
quam  restitutus  est  regno,  et  cum  vellet  Daoielem  fac«re  co- 
heredera  filiorum  suornra,  respondit:  «Absit  a  me,  qnia  pa- 
trura  hereditatem  in  circumcisorum  donis  inheream,*  Nalni* 
chodonosor^  mortno  patre  suo,  qui  magnus  Nabuchodonoaor 
dicebatur,  obsedit  Tynam  tribus  annis  et  x.  meusibus.  Isle 
magnitudine  actuuni  et  forti todine  dicitur  Herculem  superii89e. 
Quarta  visio  Danielis  de  bestiis»  que  quatuor  regna  de^ignaot^ 
videücet  Assyriorum,  Medorum,  Greoorum  et  RomaiM)rum^ 
Quinta  Yisio  Danietis,  quam  ndit  in  Helam  regione  in  Sxmä 
civitate,  que  est  metropoüs  Helumitarum,  qne  in  Judith  ?o- 
catur  Ecbbatbanis,  ubi  vidit  arietem  unnm  stantem  ante  pa 

17  aompno  J,        30  TjrruQ  J. 


ludern  habentem  corniiH  exc^lsa,  «t^d  umiui  excelsuis  reliquu: 
hie  est  Cyrua  potentior  Dario.  Post  hec  vidit  hircum  venien- 
tem  ab  occidente:  hie  est  Alexander  Macedo,  qui  efferatus  fuit 
in  arietem,  et  mutilavit  duo  comua  eius,  cjuia  vicit  Dariiim 
•  0k  duo  regna  ei  abfitulit.  Sexta  visio^  qae  qnarta  est  in  Da- 
niele, sed  Jeronimus  qoartam  vocat  in  prologo  Abacuc,  nbi 
Balthasar  sedens  in  eonvivio  in  Babylone  vidit  articiilos  scri- 
benies  in  pariete:  ;,Mane,  techel,  phares',  quod  sonat:  nurae- 
rag,    appensio^  di^isio,   qoia  numeravit  Dominus  regnuni   Bal- 

10  thasar  et  complevit  illud,  apjiensuni  fuit  etiam  in  statera»  di- 
visum  fuit  r^ntim  et  datum  Peraia  ac  Medis.  Eadeni  nocte 
cApta  est  Babylon  per  Cynim  et  Darium  et  Balthasar  '.  Sep- 
tima  visio,  quia  vidit  Darius  Danielem  sedentem  in  lacu 
inier  leones,    quod  emnii  aui  procuravernnt  dantes  consilium, 

11  ui  daretur  edictum)  ne  qua  petüio  fieret  infra  xxx.  die^  nisi 
&  rege;  sed  Daniel  oravit  Dominum  celi  et  regem  regum, 
Octava  visio,  ubi  Gabriel  archangelua  teiigit  Danielem  orantem 
in  tempore  sacrificii  et  indicavit  ei  liberatiouera  jK)puli  spiri- 
tualem  futuram  per  Christum  ,  et  computavit  ebdomadas  ad- 
dens  de  restitutione  niurorum  Jherusalem,  adicieos  de  pas- 
arione  Christi  et  quod  ceaaaret  unctio  Christo  adveniente  et 
dnce  fainro  ridelic^t  Vespasiano,  de  defectii  etiam  hostie  et 
sacrificii  nsque  ad  consumnaationem  mundi,  et  qnod  Judei  ex- 
terminarentur  a  finibus  Judee.     Nona  visio,  quaiido  vidit  super 

«*  fluvinm,  qui  est  Tigris,  virum  vestituui  lineis  vestibus  et  cinc- 
tum  zona  aurea  et  sernio  eius  quasi  vox  niultitudinis  loquen- 
tia^  et  territis  qui  cum  Daniele  erant  ei  lugientibus  ipse  ce- 
ddii  in  faciem  suam,  et  confortabat  eum  vir,  qui  loquebatur 
cum  ipso  dicens,    principem    Persaruni    ac   Grecoruni  restitisse 

•*  sibi  et  se  non  habuisse  adiutorem  nisi  Michaelem  principem 
Hebreorura,  Hos  duos  principes  dicit  Jeronimus  malos  angelos 
fuisse,  Gregorius  bonos.  Sed  quomodo  contenduni 
b  0  n  i?    p  a  c  e  m    summa  ni    t  e  ii  e  n  t.      S  c  i  e  n  d  n  m    e  r  g  a, 


2  hyrcom  J. 
25  Tygri«  J. 


3  aquiloae  J^  18  quam  J.         20  addiciena  J. 


'  Wöl  AH  lesen  mit  Petr.  Com. 
G«««it  ei  Darius  in  regBum. 


interfefitns  est  Battba^ar  et  sui- 


Da«,  « 


I>AD,  9 


PmU.  Com. 


62 

quod  cooieocio  bonorum  angelorum  nichil  aliad 

est  qiiatu  divine   voluntaiis  explorafcio,  victoriA 

9m.ii   divine  roltintaiiB  intelligen  tia.     Vir  autem,  qoi  lo* 

qtiebatur,  Danieli  osqtie  ad  Alexandrum  magiiutii  aii:   .^^nrj^et 

»  rex  fortis    et  faciet  quod  placuerit  ei,   et  cum  stetwt,  cont^ 

retnr  regnum    eiua    ei  diTidetar  in  qoatnor  vent<is  celt,^     De 

regno   Egjpti   et  Syrie    tau  tum    pri»aeqaitur  Daniela,  qtiia  gub 

'jS/JT'  biis  aftlicius   est  populus  I>ei  vicissim.     lii  Kgjrpio  post  Ale- 

xandruui  reguayit  Ptiilometis  Lagi  filiuB,  a  quo  sequentes  reg^ 

10  Ptolumei  dicii  sunt,  Egyptus  autem  eai  Poat  regnavit  Ptolo- 
meus  Pbiladelphus,  post  Ptoloniens  Euergetes«  post  Ptolomeos 
Phibpator,  poet  Ptotomeus  Epiphanes.  In  Macedonia  poet 
Alexandruni  r^^avit  Philippus,  qui  et  Arrideu«,  frater  Ale- 
xaudri,    qui   est  ad  occidenteni.     Antigonus  post  Alexandruni 

ifi  regnavit  ad  septentrionem.  In  Syria  et  .^uperioribus  loeis,  qui 
sunt  ad  orieutetn,  post  Alexandrum  retjjnavit  Seleucus,  post 
Antiochu.H  Sother,  a  quo  successores  Antiochi  dicti  sunt,  poet 
Antiochus  Tbeos  \  f»oat  Antiocbus  magnus,  post  Antiochud 
Epyphane*^^     De    hiiö    prosequitur    vir  loquens    ad  Dunielent. 

^   Hoc    autem    de    quatuor    ventis   secandum    totina 
orbis    siium    dicimus;    qui    enim    in  Jui]ea  est«  ab 
£ir*i*^»"taquilone  Syria  m,  a  meridie  Egyp  tum  habet,    Apud 
Hebreos  non  habetur  Susanne  historia '  nee  jmnus  trinm  po«* 
rorum^  nee  IMis  draeonisque  tabula;    transtulit  tarnen  Jero- 
niiuus  et  usitatur  apud  Latinos,  idcirco  quasi  no- 
tani    pertrauBioius.      Abacuc    [mortoua    est   et    »epnltu^ . 
in  agro    proprio  aolus.     Porro   de  Daniele)  *   quantum  super*-! 
vixerit    post   reditum    populi  in  Judeam    nescinius,    defunctu^ 
autem  et  sepultus  in  spelunca  regali  so\n&  cum  gloria*  Abacuc^l 
qui  tulit  prandium  Danieli  in  Babylonein,    fuit  de  tribu  Sy-| 
meon.     Hie    erat   incola    in    terra  I^^rael,    descendentibus  vertj  | 
reliquis    inde    iu  Egyptum    quiLsi  peregrinabatur  in  terra  sua,j 
ein  Oätendit  Dominus  adveniuin  Cliri8ti^:    ,Si  moram  fecerit 

U  Energetes  J.        29  et  aepultuH  in  marg.  J, 


S5 


'  Hier  fehlen  Seleucua  U  und  HI,  wie  auch  bei  Petr,  Com.       »  gibtl 
88    niclit;    Syrien    wurde    unter   Antiochus    d,   Gr,    römische    ProTiiUL' 
"   Dan.  13  u.  U.        *  Dan.  3,  52-90.        '^  Die  ergäniung  nach  P^tr, 
Com.  a.  a,  o.        '  Abai:.  2,  H« 


exp^ctii  euoi,  quirt  veuiet.  **    Ultimo  gcnptsit  cmiticuiu :  Dtimiue 
audivi. 

90,    Mortuo  Dario  Medo  Cyras  monarchiarii  teiiiiit  orieii- 

tis.     Cuiu9  seclem  posuit  apiid  Persas,  licet  regniini  Merloruiii 

»  maiiis  et  honorab]liui$  fuerit.     in  primo  anno  regni  huius  su- 

sciiavit  Doiuinus    spiritum  eiuj*,    ut  daret    licentiam    redeundi 

iu  Judeam  oiimibus  Judeis,  qui  eraut  in  universo  regno  ipmiis, 

et  reedificaudi  domum  UomtQi  in  Jherusaleni.     Excitatug  auteui 

fuit  per  vrrl>a  Üonjini  dicentis  per  Ysaiani :   Cyro  etc.  '.    Za- 

^9  cLariaä  vero  natus  in  Clialdea  iani  prophetabat.     Igitnr  tercio 

anao  Cyri   egresai    sunt   de  Babylone    sub   duce  Zorobabel   et 

Jhesu  magno  sacerdote,    adhortantibos  eos  ZacbanF  proplit?ia 

et  Aggeo  iuvene,     Fiierunt  autetn  de  Judeis  xlii.  milia  ccc.  Ix* 

exceptis  parvuHs  et  aacilli»  [etj  hominibtiH  promiscui  generis. 

I»  Bemisit  autem   rex  vasa,    que   asporfabat   Nabucliodono^or  de 

Jherusalem  qtiinque  tnilia  quadringeuta.     Ascendenmt  et  qui- 

dam  cum  eis  dicentes,    se  esse  de  genere  sacerdotali,   cumque 

lUererent  scripturas  geneabigie  stie  et  non  invenirent,  recepti 

in  Israel,  sed  reiecti  a  sacerdotio  reversi  sunt  in  Jhern- 

em  et  civitates  Jude.     Porru  congregatus  est.  pupulus  quasi 

wnuB  iu  Jherusalem  et  editicantes  attare  colIcKaverunt  illud 

»r  bases  sua»^  olferentes  super  illud  altare  hülochauata  Do- 

n(* ,  feceruntque  sollempnitateuj   tabemaculoruuL     Anno  ae- 

cmido  tnense  secuodo  iecerunt  fundamenta  templi.     Venientes 

M  Saniarite    dixeriint   eis:    „Edificeraus    vobi.scum ,   quia    ita   nos 

*»riiuus  Dominum  sicut  et  voa".  Et  reaporHleruiit  duces  Israel: 

omniuneest  nobis  et  vobis  adorare  Domiuumi  sed  non  donium 

ediiicare,    boc    enim    tantum    rex  Cyrns   precepit^.      tndignati 

Samaritani  corruperunt  pecunia  multos  finitimos,  ut  im- 

dirent  opus,  ignonifite  tanjeu  Cyro.     Principes  ergo  in   tau- 

tum  impedierunt,    quod  io  triginta  annis,   quibus  Cyrus  reg- 

vit,    non  erexit  murns    templi  uisi    usque   a<l  apodiaiitniHUi. 

rua  vero  tranngressus  Araxeu  a  regina  MaBttagetliarum  victuH 

fl»i  et  occisus. 


n.  II.  u.  la  1 


Dhü.  ift 


h  anno  in  marg.  J.         6  redenntibas  .T.         13  xlv,  et  ccc.  Ix.  mi- 
J.        19  milia]  et  J.    quadrafn^ta  J.        83  Arexen  J. 


Uai.  44.  ^. 


64 


91.  In  di^bus  Cyri  srptimiis    rex  Ffoinftnonim  Tarquiumt 
Super bus  causa  Tarquini  filii  iunioris,  qoi  Lueretiatii  corrupit, 
a  regno  est  expulsus.     Hie  cogitavit  tormentorum  genera,  nn-  | 
cula,  metalla,  taureas,  fustes,  laniioas,  carceres,  corapedes,  ca- 
thenas,  exilia. 

92.  Mortuo  Cyro  successit  lilius  Garobyses,  qui  apud  Es- 
dram  Arthaxerxes  dicitur  vel  Assverus,  in  hisioria  Judith  Nabu- 
chodonosor  appellatur.  Isfe  principibus terre  Judeoe  accusantibns 
ediücfttionein  pot*?iiter  interdixit  per  epistolas.  Timc  inter- 
mifüsum  est  opus  Dei  in  Jberusalem  usque  ad  seeundam  anriniu 
[Darii],  i^ub  Cambyse  factum  est,  quod  in  historia  Judith 
legitiir.      Hanc    tarn  quam    usitatam    et  notam    per- 

''ÄST  trän 8 im  US.     Hanc  Nycena    sjnodus   in    numero    sanctaram 
scriptiiraniTn    recepit.     Cambyses    ingressus  Egyptum   ^astavit 

IQ  eani  et    edificavit  Babylon,    que  est  in  Egypto,     Cumque  re- 

verteretur  ab  Egypto,  egrotavit  et  ferebatur  cervicibos  regaiu 

et  niortiius  est  in  Daniasco. 

*.*.<»»«  98.  Post  Carabysem  nnus   de  tu.  Magis,    qui    iudicabant 

regnura  Fersaruin^  Erineides  nomine,  regnuni  Persarum  dolose 

20  obtiimit     Qui  cum  past  vii.  menses  regni  moreretnr,  substitnii 
sibi  fratreni  iuvenem  elegantem  forma*  quem  mentitus  est  esse] 
Mergin  *  filium  Cyri,  fratreoi  Cambysea.     Quem  alii  Magi  de-' 
prehendentes  non  esse  verum  berede ui ,    occiderunt  eara ,  cum 
regnasset   per   aunnm   tanttim*     Et   f actus    est  rex  Penarnm 

2ft  unns  de  vii.  Magis,  Dar  ins  filiiis  Ystaspis«  cui  familiaria  erat 

*.  *.  o,  3  ZorobabeL     ünde  fiducialiter  aggressus  est  edificare  teoiplam 

Aggeo  et  Zacharia   exhortantibus    populum ,   qui    predtcabant 

Dominum  offensum  esse,  quia  habitabant  in  domibus  laqueatis, 

cum  dorn  US  Domini   esset   desoiata,     Hie  Daiins   cum  duceret ! 

30  noctem  [insomnis],  proposuit  cnbiculariie  suis  questionem,  qm 
de  tribns  fortiiis  esset,  rex,  mulier,  viniim?  Zorobabel  auteinJ 
qui  tunc  aii'uit,  niulieretn  fortiorem  censuit  esse  rege  et  Fino;- 
super  hec  omnia  veritatem  fortissimam  asserüit,  quia  immuta* 
bilis  est  et  sempiterna,     Unde  obtinuit  a  rege  ^    ut  vasa,  que  J 

6  u.  14  CambiBe   J.         7   vel  dicitur  J,     hjstoria  J,  11  Cam- 

biae  J.        18  Cambisem  J.        22  CambUe  J.       25  Itaapia  J.      30  ? 
bam  in  marg«  legi  non  poteat  .1.        32  et  om.  J. 

'  Smerdis  nach  Herodot 


remanserant,  retnitterentur  et  ediiicatjo  fcempli  procederet.  Sic 
edificatum  est  templiiin  Ixvi.  anDia,  Et  mortiiiis  est  Ag^eu» 
et  sepultus  iuxta  sacerdotuui  nioniinieutiim.  Coiivenientibim 
autem  filiis  Israel  dedicaverunt  templiim  inensp  Martio,  Hec 
*  e«t  gecanda  dedicatio  templi  univerealis.  Et  mortiius  est  Za- 
cfaaria^  id  eenectate  bona  ac  sepyltus  inxta  Aggeum. 

94.  Rome  post  exactos  reges  primi  cdiisules  esse  cepenint, 
*fi  vix  usque  ad  decimum  quin  tum  lapidem  Roma  tenebat  Im- 
perium.    Deinde  tribuni  plebis  et  doctores  et  rursum  cori8ule>< 

10  rempnblicam  traxerunt  usque  ad  Juli  um  Cesarem. 

95,  Post  Darium  Xerxes  auccesaii  Hie  recepit  Egyptum, 
que  a  patre  defecerat,  et  Greciara  vastavii  Princepa  sacerdo- 
tum  Elyachim  fuifc  filius  Jhesii.  Tunc  erat  in  Jndea  cura 
rerum  gerendarura  penes  saeerdotes,    qui    prius    aub  iudicibiis 

1»  et  regibua  ftierat. 

9ß.  Post  hec  Ärthaxerxea,  qui  et  LoDgimanus  dictas  est, 
re^am  Persarum  obtinuit.  Esdras  Äaroaita  legem  succeiisani 
a  Chaldeis  reparayit.  Post  hec  Neemias  pincerna  regis  accepta 
licentia  rediit  in  Jhenisalem  et  reparavit  porta»  ac  murosj  ci» 

2«  Titatis  labore  et  vigilantia  multa,  iina  enira  manu  ponebant 
lapides,  altera  tenebant  gladios  contra  iropetiim  ioipedientiuiii 
opus  Dei.  Insu  per  orta  est  fames  in  terra  et  accipiebant  pe- 
ctmiani  ad  usuram,  übligabant  et  vendebant  posseamones,  filios 
et  filias  venundabuni    in  servos.     Nocte    quarta   surgebant  ad 

*fi  orationes,  Post  raultoa  labores  mortuus  est  Neemias  vir  be- 
nignus et  sepultiia  iuxta  muruitj,  quem  conatmxerat. 

07.  Pofft  Artbaxerxem  regnant  Xerxea  duobus  oien.sibiis, 
poat  quem  Sogdianus  vii,,  post  quem  Dariua  cognomento  Nothua, 
sub  quo  figvptas  recessit  a  Persia.  Poat  hunc  Arthaxerxea, 
i  cognominatus  est  Mnenion,  Darii  et  Parisatidis  liliua.  Hie 
Hebreis  dicitur  Asaverus.  Sub  hoc  hist(jria  Hester  scripta 
est«  quam  velut  notam  pertransimus.  Post  Ass verum 
regnarit  Arthaxerxes,  qui  Ochus  dictus  est.  Hie  misit  Vago- 
sum  *  prefectum   univeraia   regioiiibus    trans    flumen   Eufiratis. 


Petr.  Oom. 


M>t,  AW.  IM 


Petr.  C«in. 


16  Arthaxerses  J,  26  sepaltaa  in  marg,  J.  27  Arthaxeu  i. 

J,        28  SegdaauA  J.        29  Arthaxes  J»       30  Mennon  J. 


66 


Sumraus  autrem  pontifex  erat  Johannes,  cuius  frater  Jhesus  hi 
pontificatum  aspirabat.  ünde  Vagoso  se  reddidit  familiärem. 
De  cuius  potentiii  presnmens  provocavit  Johonneiü  f ratrein 
suura  in  fceraplo,  et  in  eodeni  loco  occisus  est  a  Johanne  Jhesoä. 
Ex  hoc  commotus  i>refectiig  ingressus  teinphim  apoliavit  ilhid. 
Deinde  mortuo  Joiianne  succesait  ei  filins  suus  Jadus  in  sacer^ 
dotium,  et  iinposuit  prefeckis  Vagosos  itenirn  ministris  templi 
tributa,  a  quibus  per  interventiim  Esdre  absolut!  fuerant* 
Ochiis  itenini  siibiiigavit  sibi  Egypturn  Neetanabo  in  Ethyo- 
piam  expulao.  Foat  Ochmii  regnavit  filius  eiua  Arsaoias,  j^K»t 
Arsaniiim  filius  eiua  Darios.  Hie  prefecit  regionibiis  trän* 
fluraen  Saraballani  *  de  genere  Cutheorum,  ex  quibus  Samarite 
descenderunt.  Erat  autem  Jado  frater  Mana8S69  nomine  ad 
poiitificatun]  anhelans,  propter  quod  Ysatfaam  filiam  Saraball«' 
duxit  nxorem,  imirafjiip  Tiiinistraret  in  sacerdotio  indignati  Jhe- 
rosolimite  iubebant  eum  recedere  ab  uxore  aut  non  introire  ad 
sacrifieium,  ideoque  Manasaes  cum  uxore  traustnlit  se  ad  so* 
cerum ,  qui  pollicitiis  est  ei ,  quod  edificaret  ei  teniplom  ad 
instar  Jherosolimorum   in  monte  Garizim^    quod  fieri  non  po- 

äö  tuit  absque  licentia  regis. 
•■  *  *•* »  98.    Eo  tempore   Manlius   Torquatus   conaul  Romanomni 

filium  suum  virgis  cesum  seciiri  percussit,    quia  contra  Impe- 
rium cousulum  cum  hostibus  pngnaverat 
»-•,0.4  99»    Per  idem  tempus  Pbilippus    rex  Macedonum  per  ic- 

26  sidias  peremptu8  est  a  Pausania  trahente  genu.s  ab  Ore^st*».  Cui 
siucces.sit  filius  eins  Alexander  vicesimum  agens  annum.  Qui 
volens  ohtinere  Syriam  transulit  Hellespontum.  Contra  quem 
congregati  duces  Darii,  quos  super  Granicum  fluvinm  expug- 
navit     Tunc  Darios  omni  virtute  sua  congregat.a  transivit  Eu- 

3ft  fraten  et  Tanrum,  montem  Oilicie,  et  victus  est  Dariuj^  ab 
Ali^xandro  et  fugit  amissa  maire  et  uxore  et  filio  totaque  snp- 
pellectile,  ijue  omnia  iuxta  moreni  Persarum  fere- 
bantur  ad  castra.  Ex  tunc  Alexander  cepit  aspirare  ad 
monarcbtam  [Orientis]  et  intrans  Smam  obtinuit  Damas)cucu.< 
36  subiugataque   Sydone   obsedit  Tyrum*     Tunc  Saraballa  adhe« 


9  Necanabo  J.    21  Maüiuß  J.    25  Horeate  J.  Cmofl  J,    28  susoesril  JJ 
*  Sanaballat  in  der  Vulg. 


67 


rena  Alexandro  siudiose  cepit  edificare  teinplom  et  altare,  quod 
permangit  usque  ad  de&tructionem  per  liomanos^  et  conatituit 
Manasjseii  j^ontificem,  sicut  ei  promiserat,  Alexander  vero  con- 
tinciata  Tjjo  terre  cepit  eam.  Qua  vastata  Gazam  obsedit  et  cepit. 

&  Cum  adiret  Jhenisalem^  Jadus  tejupore  sacrificü  in^tructue  a 
Domino  stola  pontificali  soüempniter  iiidatns  cum  sacerdoti- 
biifl  ac  Levitis  iegitimis  stolis  vestiti«  curaque  caterva  obviam 
venit  Alexandro.  Qui  intueDs  pontificem  stola  poniificali  in- 
silbern    et    seper   cydarim  laniinam  auream,    in  qua  scriptum 

»ö  erat  nomen  Domini ,  descendit  de  equo  et  accedens  ad  eutii 
Domen  Domini  adoravit  ac  pontificem  cum  ammiratione  mul- 
ionitn  veneratus  est.  Per  snmpnum  euim  ei  Dominus  in  tali 
figura  apparuit,  cum  adhuc  esset  in  Lycia  ci  vi  täte  Grecie  con- 
stitutus,    et    narravit    sompnuni*     Et  intcreaaus  iirbera  sacriti- 

i*  cavit  in  templo  Domini  celi  spcunduui  östensionem  sacerdoti«, 
templum  donis  adornavit  ac  Judeis  niiiltam  übertatem  tribuit, 
et  p<.)stulatus  a  Samaritii^,  ut  templum  eorum  in  Garizim  bo- 
noraret,  diatulit  hoc  facere  usque  ad  reditum.  Camque  ve- 
nisäet    Alexander    ad    Caspios    montes,    misernnt  ad  eum   filii 

» captivitatis  x.  tribuum  postulantes,  iit  em  educeret.  Qui  iu- 
tellecta  causa^  quod  »cilicet  Dominum  oflFenderant,  oravii  Do- 
minnm  Israel,  ut  eos  firmius  incbnieret.  Et  aecessernnt  ad 
m  invicem  prempta  montium  et  factns  est  locus  immeabilis; 
regredientur  tarnen  circa  finem.    Josephns  ait:   ,Quid  facturua 

säest  Deus  pro  fideli ,  si  pro  infideli  tantum  fecit!*  Cunique 
rediret  Alexander  in  Babylonem  sumpto  veneno  usum  lingue 
amisit.  Quatiior  antetn  habuit  successoras  in  regno,  de  qui- 
bus  supra  dictum  est  in  Daniele,  Mortnus  auteni  cum  esset 
XXX.    duoruni    annorum,    et    xii.    aunis    regnavit.      Unde    xii. 

m  AlexandriiiB  dicitur  edificasse  pro  numero  annorum  regni  sui. 

100.    Post  Alexandfum  re^navit  in  Egypto  Ptolomeus  80- 

ther»     Qui  ascendens    in  Jberusalem  die  sabhati  sciens  ea  die 

Judeos  arma  non   motiuos  sub  simulatione  sacriticii  Deo  nullo 

contradicente    iutravib,    niultos    de  Ju<lea    ei  Garizim    trahena 

i»  captivos   in  Egyptum    red  iit  et  venditioni  exponens  eos  a  ne- 


10   Domini  in  in  arg.  J.         12  ei  diiperscr.  J. 
ex  adoravit  .1.  28  mortuo  J. 


16  adomarit  corr. 


L 


F«tr.  CuiD. 


•.  n*  o,  n 

»r. 


gotiatoribus  iiationum  (iistracti  sunt  et.  dispersi,  et  per  lianc 
captivitatem,  licet  non  fuerit  generalis,  ditfosius  diäpersi  sunt 
in  iiationibus.  Unde  in  Actibus  apostolonim  legitur,  conve- 
nisse  Jiideos  in  Jherusalem  ex  omui  natione,  qne  sub  celo  est, 
Jado  pOTititici  successit  Symon  iustua,  cui  succesait  frater  eins 
Eleazarus  pro  Oiiyu  tilio  Symonis  adhuc  panrnlo. 

101.  Post  Ptulomeum  Sother  regnavit  in  Egypto  Phila- 
delplius  studiüsus  et  libronim  cupidu&.  Qui  misit  iu  Jberii- 
salem  iid  sumnmm  sacerdoteni  pro  lege  Dei  digito  scripta  iti 
Grecuni  eloquinm  transferenda.  Et  missi  sunt  Ixxii.^  quortmi 
translatio  Septnaginta  niaiicupatur,  quia  .sacra  scriptura  mino- 
rem iiumerum  non  eomputai  Quos  cum  honore  remisit  Pto- 
lomeuB  preter  ya8a  transDiitiens  in  templum  mensam  aiiream 
gemmis  nupttalibus  ^  insignitam.  Post  Fhiladeipbum  regnavit 
frater  eins  Ftolomeus  Euergetes^  qnod  sonat  revectioneoi,  qaia 
deo8,  quos  Cambyses  transtii lernt  in  Persas,  revexit  in  Egypiimt 

102.  Judeorom  pontifex  Onyaa  Symonis  iusti  filins,  cni 
successit  filins  Ana,  snb  quo  Jhesus  Syraoh  Librnm  aapientie 
compowsuit,  qui  dicitur  Ecclesiasticus*,  quem  [Greci  vocant] 
Panarethon,  id  est  pleiium  virtutibna,  vocat  a  pan, 
q  u  od  est  t  o  t  u  ni  et  a  r  e  s ,  q  u  o  d  est  v  i  t  u  8.  Et  predicÜ 
Symonis  in  eo  fecit  mentioneni  *. 

103.  Eo  tempore  c.  xl.  ferme  niilia  Gallorum  a  llomanb 
sunt  cesa. 

104.  Post  Euergeten  regnavit  filius  eius  Philopator,  post 
quem  Ptoloniena  Epiphunes,  post  quem  Ptolomeus,  quem  vicit 
rex  Syrie  Antioelnis  magnus  et  Judeam  sibi  subiugavit.  Pon- 
tifex  Judeorum  Onyaa  magnus.  Huius  senteutia  delata  est  ait 
Runianus  et  niissi  sunt  ad  eum  Scipio  Nasica  et  Scipio  Afri- 
canus,  a  qno  acceperunt  iusiuranduni,  insuper  ubstdem  Autio- 
chum  Epiphanem  ita  per|>etunm,  quod  numquaui  rediret*.  An- 
tiochüs  auteui  uccisus  est  iu  Persidt»,  ut  dicitur  a  sacerdotiboa 
Nanee.      Post  Antiochum  magnum  regnarit  in  Syria  filius  eius 


14  Philadelfum  J.         26  Epyphanes  J.         29  Vasica  J  Affrica* 
naa  J.        30  u.  33  Anthiochum  J.        :i2  Aatbiochue  J. 

*   So   die  ha,   für  ,irapreoia1>ilibu8'  des  Petr,  Com.          ^  Liber  8a- 

pientioe  und  Ecclea.  sind  tttikanntHch  nicht  dasselbe  werk,  "^  £cde«. 


60 


maior  8e)euctis  peesitiius  sed  iiiers.  Pontifex  Jiideorum  Onyas, 
Sub  hoc  misit  Seleiiciis  niincium  Helyodonim  in  Jherusaleni, 
ut  spoliaret  commune  erarium  templi.  Quo  in^-esso  templnm 
cjccidertint  eum  duo  iiivenes;  videtiir  Joseph tis  velte  augelos 
6  fiiisse  in  similitudiue  homioom.  De  hoc  in  sectindo  libro  Ma- 
chabeorum  *  pleniiia  coutiuetur. 

105.    Audiens  Antiochus  Epiphanes  mortem  patris  et  in- 

ertiam  fratris  clam  Romara  egressns  venit  in  Syriara  benignum 

8e  Omnibus    et  nmnificuni    se  omnibus  exliibuit  et  strennuum 

10  in  rebus  agendis  contra  hoates.     Unde  Epiphanea,  id  est  illu- 

stris,  appellatns  est.     Sed  fratre  mortuo  regniim  adepkus  ini- 

qnitatem  insitam  apemit.     Tone  Judei  filii  Belial  siirrexeriint 

I      in  Jherusalem    et  fecerunt  abhoraiuationes  gentium ,    quod  in 

1      libro  Machabeonim  legitur.   Infra  bienniura  persecutionis  huiiis 

ii&Tisi  sunt  in  aere  quadraginta  diebus  conflictus  eqiiitum. 

I  106,    De  Müdiu  modico  rico  Judee  fuit  sacerdos  filius  Jo- 

haunis  Mathathias,  qui  accinctus  zel«  legis  cum  quinque  filiis 

86  njurum   oppoeuit   pro   domo   Domini.     Isti  legalem  obser- 

vantiam  publice  professi  defensores  fratrum  suoriim  pro  patriis 

50  legibus    piigiiaverunfc    viriliter.     Judas  patre  mortuo  successit, 

qni  percussii  Apollouiiim  diicem  Syrie  venientem  cum  virtute 

magna*     Deinde    vicit    Seron    ducem    inferioris    Syrie.     Tnnc 

egreasuB   est  Antiochus  de  Emath,    quam  reparavit,  profectus 

in  Persidem  relicto  Lysia    ad  devastationem    fcerre  sanctificate 

«  et  destrurtiofiem   Jherasalem.     Judas  vero  de  exercitu  Öorgie 

multoa  occidit.     Tiuic  ascenderunt  in  Jhernsalera  et  mundave- 

runt  »ancta  et  enceniatiim  est  templntn  xxv.  die  necembris*. 

De   hac   dedicatione   dictum    est  in  ewangelio:    Kfe  facta  sunt 

cenia  in  Jberosolimis  et  hiemps  erat.     Et  statnerunt  .Tudam 

rammnm    sacerdotem,    qni   constrnxit  muros  et  turres  in  dr- 

coitn  civitatis;  arcem  tarnen  pret^idii  nondnm  obtinuit.    Pnstea 

igna^it   contra   Timotheum    ducera    filiorum  Amraou,    quem 

icit   et   fngavit     Symou    frater    eins  pugnavit   in  Galilea  et 

tri  Vit  gentes,  et  perserufcus  est  visqtie  ad  portiim  Ptoloniai- 

« 
2  Elyodorum  J.        3  templo  J.       7  u.  23  Anthiochua  J.       32  Thy- 
rootheum  J.        34  portam  J. 


I  Hwh,  S 


*  n  Blac.  3.        ^'  menBis  Catleii  1  Mach,  4,  59. 


di8^  et  item  castra  Ptolt^niaidis  fugerant  a  fadt*  Jode,  et  ocri- 

deratit  ex  eis  viü.  milia. 

iifanii.  a  107^    Mortuo    Antlocho    Epiphane    regnavit    pro  eo  filins 

eius  Eupator,   qiü  obsedit  Jherusalem  ei  iniit  fedas  cum  Ju- 

a  deis,  iuravitque  rex  et  principes  eius  et  intravit  iDonteni  Sjoü. 

Videns   autem   munitionem  loci  rupit  fedus  et  iusiuranduin  et 

deatruxit  murum. 

iM*«i,,  7  108.    Eo   tempore    exiit  Demetrius  Seleuci  filias  ab  urbe 

Homa  asceiiditqiie  in  civitates  iiiaritiinas  et  regnavit  ibi.    Hic 

lü  constituit  Alchimum  Bummum  sacerdotem  mittens  Bachidem 
cum  eo,  qui  dolose  nuiUa  mala  Judeis  intuleruot,  Posiea  mi- 
Sit  rex  Nichanorem,  qui  ascendit  lu  Jherusalera  et  iuravii,  nisi 
traderent  ei  Judaiu,  in  reditu  locum  everteret.  Quem  rece- 
dentem   secutus  est,   ei  commiserunt  prelium  et  contrits  sunt 

i&  ca^tra   Ntchauoris   et   cecidit   ipse    primus.     Dexieram  autem 

eiiis^    qnam  süperbe  exteoderat^  suspeuderuni  contra  Jherust- 

inuh,  <i  lern,     Qiiod  audiens  Deirietrius  misii  itejrum  Bachidem  ei  Al- 

chimum   cum  eo;   ceciditque   Judas    iu  prelio    et  ceteri  fuge- 

runt.     Fratrea  aritem  eius  redimenies  corpus  uobile  sepelierant 

tio  in  Modin»  et  elegerunt  Jonathan  in  ducem  sibi  Filii  autem 
Jambri  percuBserunt  Johauiieni,  quem  vindicavit  Jonathas  et 
Symon  interficientes  multos  iu  iiltione  sanguinis  fratrum,  De- 
inde  commiserunt  cum  Bacbide  prelium  super  ripam  Jordanis 
et  verterunt  eum  in  fugam  occidentes  miiltos  de  suis;    et  re- 

*ib  diit  Bachides   ad    regem*     Alchimus   autem  percus8U8  paralivi 

I  umi».  10  mortuna  est  et  quievit  in  terra.     Eo  tempore  Alexander  filius 

Epiphauis  occupavit  Ptoloraaidem  et  regnavit  in  ea.     Oui  Jo- 

nathas    ferebat   ayxilium.      Victus    est    antem    Demetrius   ab 

Alexandro  et  cecidit.     Uui   l^tolomeus  rex  Egypti  dedit  filiam 

3ü  suam  Cleopatram  uxorem,  et  convenernnt  duo  rege»  apud 
Ptoloniaidera,  ubi  Yooathas  in  venu  gratiam  in  ocalis  eomm, 
nbi  et  magnilicatus  est  induiiis  pnrpura.  Post  hec  venit  De- 
metrins  filins  Demetrii  de  Cretha  ei  niisit  Apollonium  provo- 
care  Yonatlian,     Qni  pugnavii  cum  eo  ei  versi  sunt  in  fugatu 

36  equiies   Apollonii,    quos   insecutus   Yonathas   in  A^otum,   ubi 

3  Antyocho  J.  Ephiphfine  J,  10  Alchinum  J,  17  audiens  ia 
niar(?»  pro  dfleto  autem  J,  18  fiigierunt  J.  2Q  Modtm  J.  27  Ephi- 
phaaeB  J.        ai  Ftolomaidam  J. 


d  iDceiiflii  et  fanuiTi  cnm  civitate.     Dnde  Alexmider  magnus 
onoravit    eum.     Post   multiplices    triiimphos    dolo  Tryphonis 
Yonathas  ingresssits  Ptolumaideni  cum  mille  tautum  viris  com- 
prehensuB  et  a  civibtid  ligatus  est,  et  omoes,  qui  cum  eo  erant, 
B  interfecerunt     Et   planxit  omnis  terra  Yonathan  putana  eum 
mortuum   esse,    et   dixeriint   Symoni :    „Tu  esto   dux  noster.' 
Trjphon  autem  occidit  Yonathan  et  filios  eiys,  qoos  posiula- 
Terat  obsides»     Symon  vero  misit  et  sepelivit  Yonathan  in  Mo- 
din.    Tryphon  antem  ocxridit  Antiochum  adoleawntem  in  dolo 
Äregnavit  pro  eo  in   Asia.     Forro  Symon  ascendens  in  Jhe- 
salem  accepit  arcem  et  mnodairit  eam.    Et  sihiit  terra  cunctis  i  M^cb,  i« 
^bus    Synionis*      Ptolomeus    autem    filius   Abobi    constitutus  i  «"*•.  i« 
dax  in  campo  Jhericho   in  dolo  occidit    in  convivio,    quod  eis 
preparaverat,  Symonem  et  duos  filios  reddens  mala  pro  bonis; 
'  »s  urorem    etiam    cum  duobns  minoribus  filiia  vinculavit.     Niin- 
ciata  autem  sunt  Johaoni,  que  facta  sunt.     Qui  festinavit  oc- 
I       oupare  Jherusalem    et   occidit  eos,    qiii  venerant  occupare  ac 
^Bberdere   eum,    et  factum»  f?st  princeps  sacerdotuni  post  patrem 
^HnuiB.     Uic   Johannes    devictis   Hyrcanis   et  Hyrcanus  cogno-  ^;*i,*; 
^^bioatus    est.     Quem  Josephus  in  tribiis  commeiidat:    in  reli- 
gione  sacerdotii,  streu nuitate  ducatus  et  quia  vir  proplieta  fuit. 
109.    Pnat  hec  Antioclnis  Ponticns  rex  Syrie  Jheruealem 
obsedit.     ijuam  ob  rem  aperiiit  Hyrranus  duos  locnloa  de  octo 
circurastantibus  sepulchrum  [>avid  \   de  quibus  dedit  trecenta 
36  talenta    Antioch*>,    ut  ab   obsidioee  recuderet.     Hie  constituit 
|)rimua  xeiiodochia    pauperuni  in  JherusaleuL     Captiim  Sama- 
riam    solo   equavit,    quam  poat  [llerodeaj  inataurans  Sebasten 
dixit.     Qni    moriens    Aristobolo    primogenito    adhuc    parvulo 
^^uxorem  suam  disertissiniam  regno  prefecit. 
P^  HO.    Aristoboliis  impaciens  regni  matrem  cnm  tnbua  filiis 

'      incarceravit  et  Antigonuni  fratrem,  quem  diligebat,  secundnm 

h^   ae    constituit    tmposaitque    sibi    dyadenia,    et  restitutuni  et 
1  magnifice  legendiira?        3  Ptolomaidam  J*      4  et]  e«t       7  u,  *J 
Trifon  J.        9  Anthiocbum  J*        10  Aaya  f.        12  Abybi  J.       25  An* 
thiocho  J.        26  xcenodoxia  J         27  eqnitavit        31  Anthigomim  J, 

Vgl.  liierzu  Petr,  Com    III  Fteg.  H:    Circa  tunmlnm  «idb  (David) 
rit  äulomon  VII L  loeulod  the«aurorum,  quoram  unum  poat  mitle  tre- 
Ktiios  anaoa  aperuit  Hircanus  pontifex. 


72 


regmim  Judee.  Fluxerimt  autein  a  Sedechia,  sub  ipio  inter- 
ruptum  tuerat  regnum«  anni  quadringenti  Ixxt.  et  niemse»  treSf 
vel  a  r«ditu  de  captivitate  Babvloais«  Nee  tarnen  regnant 
Aristoboltjö  nisi  per  antuim»  eo  quod  farae  matrem  peremerai 
ft  in  vinculis.  Infcerfecit  etiam  Antigonuin  fratrem  suum  propter 
falaam  suspicicmem,  quia  rediens  a  Galilea  in  decore  armoratn 
f»,  0.  rt  suoi-um  ingressus  est  in  Jhenisaleni.  Mortao  aiitem  Aristo- 
bo!o,  quia  non  habuifc  prolem,  tres  fratres  minore-s  soluti  sunt 
irinculia.  Alexander,  qiii  modestior  ceteris  sperabatur,  rex  coq- 
stitutuö  fratrem  suuni  occidit,  quia  aspirare  ad  regnum  vide- 
batur,  tertiiim  private  vivere  coegit.  Hie  adeo  nequissimos 
füit,  quod  in  viii.  annis  circiter  l[v.J  milia  seniorum  iDter- 
fecit,  quia  facinora  eius  dete:*tabantur,  et  in  plaieis  Jherusa- 
lern  suspendit  octingento«  viros  uxoratos  «xoresque  eorum  et 

»&  liberos  necavit.  Hie  xxxviii"  anno  etatis  sue  mortuus  est 
Duos  reliquit  fiHog,  Hyrcanum  et  Aristoboluin. 

111,    Ulis  temporibus  Jugnrta  quia  Adherba- 
lem  et  Hyempsalem   amicos  Romano  ram  interfe- 
cit,    diu    contra    RomanoK    dimicans    a    Mario    %i 
äulla  captus  ac  Rütiiam   dactus   de  Tarpeia  rupe  ' 
preeipitatns  est 
a,»  112.    Hyrcanus  et  Aristobolus    congreesi   sunt  in  campis 

«Jberochootinis,  ubi  victus  Hyrcanus  fugit  in  JheruBaleiru   Tan- 
dem in  hanc  concardiam  redierunt  fratres,  ut  Aristobolus  re- 

26  gnaret.      Postmoduoi    Hyreauus    implaravit    auxilium    Arethe 
regia  Arabuin ,   qui  regnavit   in  Petra.     Hie  Dolleet<^i  exercitu 
venit  in  Judeaui  et  obsedit  Jherusalem  ,   quam  salvit  Scaurus 
liomanorum  diix,    Missuä  est  a  Romanis  Pompeius,  qui  audieu» 
hSi!'d°Trö  dissenaionem    fratrum    manu    valida    veniens    Aristobolam    in 

ao  custodia  coUocavit  et  obsedifc  Jherusialeni,  et  orta  est  in  urbe 
diasensio,  sed  ope  fautorum  Hyrcani  Pom peius  urbem  intravit 
et  septentrionalem  plagaiu  aggeribus  implevit  Et  irroentes 
Roraani  profanavemnt  teiupUim  et  equos  in  porticibua  ataba- 
laverunt.     Ob  quam  rem  traditur  de  cetero  nuaquam  pngnasse 

sa  Pompeiuni,  quin  victuti  foret,    qui  httctenna  fuerat  fortunatis- 

3  BabilaniB  J.  5  Anthigonum  J.  17  Jug.]  triginta,  in  marg.  ri- 
ginti  J.  Tribaleni  J.  18  Hyemalem  J.  27  Scanius  J.  31  Pom* 
peiuB  om.  J. 


IS-  Mtmius  autem  templurii  nicbil  inde  abstulit,  sed  miin- 
dari  iiissit  a  sordibiis.  Cumcjoe  iiiipoasiHsset  JherosoHtimis  tri- 
biiinm,  Hyrcano  pontitice  dei:larato  Aristobolum  captivnm  du- 
xit  duosque  filio»  Alexaiidrum  et  Äiitigonum.    Alexander  autem 

*  elapRUB  rediit.  Post  hec  missua  a  Romanis  (TabiniLis  j^entem 
Judeonim  in  quinque  conventus  divisit  qyasi  per  pentarchias 
Judee  frangens  superbiara,  En  tempore  Antipater  famiharia 
Gabinio  et  Marco  Antonio  rliiiit  uxorem  nepteni  re^is  Ara- 
bum,  que  Cypris  vocabatur.     Qu!  susiuHt  ex  ea  quatnor  filios 

10  et  filiam,  primogenitus  fuit  Phaselus,  secimdus  Herodes,  qui 
I  dictns  est  Ascalonit^,  tercius  Josipptis,  quartus  Feroraa;  filia 
dicta  est  Saloma. 

113,  E(i    tempore    factum    est   discidiura    inter    Elomanos- 
pro   Pompeio   et   Julio   Ceaare   et  preliym    in   EmathiaV    ciii 

15  interfuerunt  Antipater  et  Judei  sub  Pompeio.  Mortuo  Pom- 
peio Antiqater  ad  clientelam  Cesaris  se  contiilit,  qui  in  obsi- 
dione  Pelusii  atrennne  geaait.  Hie  Herodes  filium  suum  6a- 
lilee  prefecit,  qui  terram  ilkm  interfectia  latronibus  pacavit  cum 
8UO    principe.     Ea  tempestate    dolo  Bruti    et  Cassii  Cesar  nc- 

*>  cisus  fnit,  cum  per  triennium  et  menees  vii,  tenuisset  princi- 
patum.  Fuerat  aul:em  imperatum  a  Roraulo  süb  regibus  annis 
diicentis  seiagmta,  post  sub  consulibu»  res  acta  est  annis  qua- 
dringentis  xHiii.  Corpus  Cesaris  tumnlatum  est  super  co- 
InmpDam  solidam,  que  Julia  dicta  est.  Julius  Cesar  epistolam 
■t«ec**perat  iiidicera  sue  mortis  antequaoi  intraret  i*apitolium, 
qne  in  manu  defuncti  inventa  est  nondum  aperta.  Die  se- 
quenti  apparuerunt  soles  tres  in  Oriente,  qui  paulatira  in  uniim 
corpus  solare  redacti  sunt,  significautes ,  quod  notitia  fcrini 
Dei  et  unius  toti  orbi  futura  imniinebat» 

114.  Herodes  uxorem  habnit  Dosidein  ignobilem,  de  qua 
suscepit  Antipatrera.  Superdyxit  Mari»mnem  neptem  Hj^rcani, 
«Miiiis  etiam  amore  circumcidit  c*e  et  factus  est  pro.selitus,  Ale- 
xandritm  genuit  et  Aristobolum  öx  ea,   Archelaum  ex  Matheca 


f. 


4  Anthygoaum  J,  5  Gabinus  J.  6  patriarchas  J.  8  Gabino  J. 
Aotbonio  J*  11  Aacaloiioaita  J,  tercius  Joaippua  in  loarg.  J.  17  pre- 
Ui  J*        31  Marmnem  ,h        83  Matbera  J. 


Pbarftaluj  kt  gemeint 


Saniarittde,    Herodem    Antipas    tetrarcham    «t    Philippuni 
Cleopatra  Jherosoliniitide. 

115.  Post  hec  auxilio  regis  Parthorum  Antonio  Roinam 
reverso  Antigonua  Jherasalem  expu^navit  et  in  foro  dimicatam 
est  iiiter  Antigonum  et  Hyrcanum.  Sed  tan  dem  arbitrio  rt^B 
Parthorum  res  commissa  est  Hyrcanus  in  via  a  Partliis  coofi- 
prf»hensu8  est,  quem  Antigonus  auriculis  truncayit,  ne  nintatifi 
rebus  ce  leb  rare  (losset. 

IIG.  Hero<!es  profectua  est  tioniam  et  in  regem  coronaiui 
Augusto  et  Antonio  hiiic  inde  asaistentibua  et  in  capitoliuni 
magnifice  ductus,  Rever8us  Herodes  cum  duobus  principibug  Ro- 
manis ubsistenteAntigonn,  tjöi  regnum  tenebat,  obsederunt  Jhe- 
rusatem ;  sed  pro  byemis  asperitate  et  victun  inopia  ab  obsidiont' 
recesserunt.  Eo  tempore  Antonius  aniore  Cleopatre  tenebatur, 
cui  adhesit  Herndes*  Antonius  autem  misit  Sosyum  cum  He- 
rode ac  exercitu  Rouianoram,  qui  nbaidentes  Jherusalem  v.  raen- 
sibus  sexto  eam  ceperunt  nulli  parcentes  etati  contra  volanta- 
tem  Herodis.  Canique  spoiiare  teuiplum  vellent  et  prophan&re, 
Berodes  se  supplicando  apposuit  de  suis  facultatibus  promtt- 
tens  et  solvens  mercedera.  Sosyus  ergo  aurea  Corona  Deo  di- 
cata  eaptum  Antigonnm  ad  Autüniuin  duxit,  quem  securi  per- 
cussit,  et  cunfinuatiim  est  reguuni  Herodi.  £t  tranalatum  est 
regnum  Jude  ad  alienigenam  imminente  Christi  adventu.  He- 
rodes  uxoreni  suam  Mariamuem  propter  suspicionem  adulterii 
dimisit,  unde  postuiodum  iucousolabiliter  doliiii. 

117,  Post  hec  coraniissum  est  prelium  apud  Accium,  cni 
noii  interfuit  llerodes,  qui  missua  est  ab  Antonio  contra  re- 
gem Arabura.  Victo  autem  in  eode'm  prelio  Antonio  et  mor- 
tuo  Herodes  depnsito  re^aü  habitu  venit  ad  Augustum  et  di- 
«erfciasime  ac  prudenter  locutus  veoit  in  ipsius  gratiam  ei  An- 
giiMto  jii  Egyptuu»  properanti  aqiiaruui  et  utensilium  c^ipiam 
rninistravii  cum  auiiuiratione  exwcitus  Homani.  önde  regnum 
ipsius  ampliatura  est  oi  adiectis  Ythuree  et  Trachoniiidis  r*?- 
gione  cum  aliis  maritimi«  iisqiie   ad  Pirgiim   Stratonis  ^     Hie 


1  tetnirchij  *L  3  u.  10  Anthouio  J,  7  u.  12  Anthygono  ^.  14 
n.  15  Antboniua  J.  21  Anthygonum  J.  27  qui  um,  .1,  27  u,  "^ 
Anthonio  J.        28  Pünlio  J.         33  Drachonitidifl  J.       34  Pirgo  J, 

*  Turrifl  StratioDid  oder  Caesarea  Palaentma* 


n 


liirima  constnixit  in  honore  Augysti,  edißcavit'  etiam  in  Ä8- 
ealone  domnm  re«fiam  ei  deinceps  agnominatns  est  Ascalonita, 
Natione  enim  Ydumeiis  fait  ex  patre,  Ärabs  vero  ex  iiiatre; 
vel  proprie  dictus  est  Äscalonita,  avus  enim  eiua,  qui  et  He- 
rodes,  et  Ascalonita  fiiit  natione,  cuius  filium  Antipatrem  ra- 

Roerunt  parvnlnm  latranes  Ydomei,  unde  Ydumeus  dictii8  est. 
118.    Fint   in    diebus  Herodis    aacerdos  quidam  et  cetera    lbb.  i, 
titnine    Zacharias*     Missus    est    angelus  Gabriel    in  civitat«iB  *'''*^' ^' *«  «^i 
falilee,  cui  nomeri  Nazareth  ad  Mariain  irirginem  desponsataiu 
Joseph  etc.     In   diebus    illis   exiit  edictuni  a  Cesare  Äugusto,  ^ad,  i«.^ 
ut    describeretur  um  versus    orbis  etc.     Voluit  enim  Aiigiistue 

«cire  Dumernni  re^ioimm  subiectariim  Romano  imperio.  Item 

119.    Ht^rodes  aytein  cum  de  morte  puerorom  disponeret^KJr'^vi^""" 
I      per  epistolam    citatiis  est  a  Cesare  Aiigiiato,    ut  veniret  [Ro- 
Munain]  responsuros  filiis  suig,    qui  enrn  accusabant.     Sed  com- 
P^positione    facta   inter   ipaum    et  filioa    reversiis    occidit  piieros 

a  bimatu  et  infra,  qui  erant  in  Betbleem  et  in  omnibns  finibos  »•"»».«,  i 

eius.     Ipse  autem,  qui  multo»  orbaverat  filiis  suis,  miserabilins  ^"j*;*  ^^^ 

urbatus  est  pmpriis.     Xam  per  astuoiam  Äiitipatris,  quem  ge- 

10  nnit  ex   Doside,    tactum  e»t,    ut  filioa  Mariamiie»  Alexandnmi 

et  Aristobolum  interfici  iuberet.    Dein  de  Antipatrem,  qiii  causa 

■Brnterne  necis  exstiterat,  missis  spiculatoribus  interemit  .^t  Ar-  * 

^Bhelaum  regni  scripsit  .succeasorem  ita  tarnen,  quod  ab  Augosto 

BIbiisciperet  diadema.     Post  exactis  quinque  diebu«  moj'tnns  est 

Äd  Herödes  in  aliis  fortunatissimus ,    in  domegticis  infelicissinius. 

Archelaus    in  novitate  regni  sui  circiter  novem  milia  in  Jhe-   • 

rusalem  oceidit,  quia  cyliarchum  suum  in  seditione  vnlnerave- 

rajat     Deinde    Romam    profectus  est  cum  testibiis  uUime  vo- 

luntatis  paterne.     Secntna  e.st  etiam  enm  (lerodes  Antipas  ad- 

%i>  ducens  secum  oratorem,  cnius  patrocinio  cum  fratre  de  r»*gno 

disceptaret.    Augustua  accitis  maioribns  Romanis  partibiis  pro- 

?<eijuendi  tx>piam  dedit.     Tandem  de  t^onsilio  aenatus  Angiistus  » 

luonarchiam  dirisit,    mediaui  jmrteni  Judeam  sciticet  et  Vdu- 

meam  tradeus  Archeiao  8nb  nomine  tetrarchie,  reliqnam  par- 

»$  t^m  in  duas  dirisit  tetrarchias;   in  parton  Herodis  tetrarchie 

2  Aschalonem  J.  2,  4  u.  r»  AÄchalotiHa  J.  5  qui  et  Aec.  J. 

12  deeaat  in  S  duu  folia;  quac  »toquaniur  sumpta  sunt  ex  0  foL  132  eeq. 
19  Antipatri  O.        20  Mariannes  0. 


•,  •.  u.  U 

«.  tt.  o.  U 


Act.  »ti.  1 


«.  m,  9.  «0 

SO 
M.  A,  u,  0S 


ib 


cessit  regiu  trans  flunieii  et  Gnlilea,  Yturea  verti  et  Trachon 
et  Aiiranitis  Philippo  destinaia  sunt.  Archelaiis  crebro  acca» 
satus  apud  Cesarem  missua  est  Vieniiam  in  exiliuto^  et  de  fini- 
biiR  eins  facta  est  provinda,  ad  quam  procurator  missiiö  est 
a  Cesare, 

120*  Mortuus  est  Äugu^tus  cum  regnasset  annis  quin- 
qiiaginta  septem »  mensibus  vi.,  diebiis  deceui.  Cai  snccessit 
tercius  iiii]>erator  Tiberius  iixoris  eins  Julie  filius,  qui  Vale- 
rium  procura torem  misit  [in  Judeam]«  llic  queatum  repatunei 
pietatem  sacerdotiuui  publice  veudidit,  Qui  post  alio8  Cay- 
phara  posuit  sacerdoiem.  Huic  procoratori  successit  Pontius 
Pylatuö  missus  a  Tiberio,  siib  quo  Herodes  in  honorem  Ti- 
berii  Tiberiadem  constnixit, 

121.  Salvätor  njuudi  et  gluria  mortuus  est  et  resurrexit 
anuo  xviiii"  Tiberii  Cesaris,  prucuriiture  Judei'  Puntio  Pylato, 
preside  Syrie  Vitellio.  Py  latus  aiitem,  qui  in  Salva- 
torem  iniqui  iudicis  fuuctus  est  officio,  tempo- 
ribu8  Gaii  tantis  ac  talibus  malorum  cladiboti 
cruciatus  est,  iit  propria  manu  se  traosverberaiia 
nefariam  vitam  vi  iibiecisse  referatur,  Post  miiltaa 
corj>orale8  iniuriae,  unas  efustinuerunt  apo<>toli  a  Jadeis,  qaia 
virtute  magna  reddebaut  testimouium  resurrectionis  domini 
nostri  Jhesu  Christi,  lapidatus  est  Stephauus,  et  misit  Herodes 
rex  rnanus,  nt  affligeret  rjuasdaui  de  ecclesia,  occidit  autem 
Jaeobum  fratrem  JobaimiB  gladio.  Non  fuit  iste  Herodea 
tetrarcha,  quia  non  fuit  ille  rex,  sed  fuit  Herodes  Agrippa^  ■ 
vir  magnaninma  et  bellicoaus,  sed  pauperrimus,  nepos  Herodis 
tetrarche,  frater  uxoris  eius  Herodiadis.  Fuit  enim  filius  Ari- 
stoboli  filii  magni  Herodis  et  ipsa  filia  eiusdem.  Qui  veniena 
Rouiam  familiarilMtr  luagna  adiunxit  se  Gaio,  qui  quartua  fuit 
imperatHr  RomauorunK  Uaius  autem  mortuo  PhiIip[>o  tetrar- 
cha Iturt*e  et  Trachouitidis  re^ionis,  mortuo  similiter  Litsania, 
defuncto  tetrarcha  Abiliue,  utramque  tetrarchiam  huic  Herodi 
contulit  et  impuBuit  ei  diadenia  et  sublitnatum  in  regem  misit 
in    Judeam.     Postmodum    misit    in    exiliuui    Herodem    tetrar- 


I 


( 


2  Aucanitej^  0. 
15  Thyberii  O, 


3  aput  O,        8  Thiberiufl  0.        12  Thiberio  0. 


h 


f^ 


r 


cham  et  adiecit  ei  tetrarchiam  Galilee.  Procedente  tempore 
iTit**rfe€to  Gaio  suhstitiitus  est  qiiiiitos  iT]Qj)pratnr  Clandiiis,  qui 
eoütulit  ei  qiiartam  tetrarchiam  Judeam,  quaui  procura verat 
E^latmi.     Ute  incarceravit  Petrum,  quem  angelue  ediixit. 

122,  Mortuo  Claudio,  qui  regnavit  annis  xiiii.,  successit 
Nero  pessiums  imperator  aextus,  qui  regnavit  anuia  xiiii,  8ub 
quo  coronati  sunt  Petrus  et  Paulus.  Post  hone  Galba,  Otto, 
Vitellius,  omnes  anno  i.  Post  Vespasianus,  qui  relicto  filio 
Tyto  in  Judea  Roniani  rediit.  Exceptus  maguifice  belli  facein 
extulit  Florus  preliumqne  inter  Komanoa  et  Judeos  accendit, 
unde  Tytus  obsedit  Jherusalem  et  conclusit  in  ea  multitudinera 
popuJi  promisciü  sexus  innumerabilcjui  in  sollempnitate  Pa- 
schali, quando  de  toto  regno  Jhenisalem  ascenderant,  in  vin- 
dictam  mortis  Salvatoris.  Hanc  obsidionem  et  captionera  Jhe- 
rnsalem  eiuaqne  destructioneni  ac  Judaici  popiili  iuBtissimam 
cladem  eleganter  et  plenarie  descripsit  Josephus  hiatoriograplius. 

123.  Post  hec  siirrexerunt  iruperatores  Christianitatis  per- 
seeotores,  Domitianus  scilicet  f rater  Tyti,  qui  iniperavit  annis 
XV,  et  mensibus  vi.  et  a  senatu  occisus  est.  Post  quem  Nerva 
TegTDavit  anuuin  unum  mense«  vi. ',  post  quem  Traianus  regnavit 
annis  xiüi,  po8t  quem  Adriaruis  annis  xxi..  An  ton  in  üb  annum 
tiniim,  item  Antonintis  annis  xviiii, ,  Comniodus  annia  xiii., 
Elius  Pertinax  annum  unum,  Severtis  anni«  xviii.,  Antoninus 
cognomento  Caracalla  Sereri  filiua  annis  vii,  Macriuaa  annum 
anum,  Marcus  Äurelius  Antoninua  annis  iiii,,  Aurelius  Ale- 
xander annis  xxii.,  Maximinus  annia  trihus,  Gordianus  annis 
vi.,  Philippus  cum  Pbiüppo  filio  auo  annis  vii.,  Decius  annum 
et  menses  vi.,  Gallus  cum  Volusiano  filio  annis  ii.  et  menses 
iiii.,  Valerianus  cum  filio  Galieno  annis  xv,,  Claudius  annum  i. 
menses  vüii.,  AurelianuÄ  annis  v.  mensibuö  vi,,  Tacitus  men- 
sibus vi.  Quo  apud  Pontum  occiao  obfcinoit  Florian ua  regnum 
diebn'^  Ixxxxvii.,  et  hie  apud  Tharsiim  occiditur.  Probua  an- 
UJü  vi.  mensibus  iiii.,  Carus  cum  tiliis  Carino  et  Numeriano 
annis    ii. ,   Diocletianus    cum    Herculio    Maximiano    anni^<$   xx. 


ai  Ponto  0.        32  sie  0. 


U  Erculio  0. 


*  Im  folgenden  Bind  viele  Irrtümer  in  den  regieröiigßjaliren ;  wir 
geben  die  zahlen  der  hs  ,  ohne  die  Unrichtigkeiten  OLiver  ader  deseeu 
vorläge  zur  last  2U  l^en. 


78 


Tercio  anno  persecationis,  quo  et  ConstanhiuR  nhiit,  Maxii 
nu8  et  Sevents  »  Galerio  Maximiano  Cesarps  facti  sunt  Ab 
anno  persecutionis  quarto  Maxentiu»  llerculii  Maximiani  filiu» 
Roiiie  Auji^nstus  appellatun    Canstantinus  Constantii  tiliua  fide 

&  Christi  percepta  regnavit  annis  xxx.  mensibus  vi,  Ciiius  tnater 
Helena  Jherosolimam  reparatain  ab  Helio  Adriaiio  regniiiiiqQe 
Jndee  populavjt  habitatoribas  Grecis.  Constantins  cum  Con- 
stantino  et  Cbnstante  fratribus  regnavit  annis  xxiiii.  mensi- 
bus  V.  {iiebus  xiii.,  JulianuH  apostata  annis  v.   itietisibuä  riii.^ 

to  ValentiniaDns  cum  fratre  Valente  annis  xi,,  Valens  cum  Gm- 
tiano  et  Valentiniauo  Valentiniani  fratris  sui  filiis  annis  iiii,, 
Gratianus  cum  frittre  Valentiniauo  annis  vi.,  Theodosius  Gra- 
tiani  iilius  annis  xni.,  Zeno  anuis  xvi.,  Anastasius  annis  xvüi., 
»luatinns  senior  annis  viii.,  Jnstinianus  Jtistini  ex  sorore  nepos 

16  annis  xxxviii.,  Justinus  minor  annis  xi.,  Tiberiue  Constantinus 
annis  vii.,  Manricius  anuis  xxi.,  Foeas  annis  viii.,  EracliQS 
annis  xxxi»  Hie  Cosdroe  rege  Persarum  occiso  crucera  domi- 
nicara  cum  triumpho  et  gloria  reportavit  in  Jbernsalem.  Nee 
innlto  tempore    post  tervente  heresi  Maehometina,    que  dumt 

2«  hell !  usque  in  preüenteni  diem,  capta  est  a  Barracenis  ci?ita» 
sancta  et  fere  qiiadnngeutis  viginti  annis  ab  eis  deienta  est 
Kraclio  successit  Heracler)uafl,  qui  cum  matre  sua  Martina  re- 
gnavit annid  duobus,  Constantinns  tilins  £raclii  mensibus  fl, 
Constantins   tilins    Constantini  annis  xxviii.,  Constantinns  fiüos 

2.1  Constantiui  suy»erioris  annis  xxvii*,  Jtistinianus  filius  minor 
Constantini  annis  vi. 

124.  Üeinde  tnvnslatuni  est  imperiüni  ad  Frant-os.  Pippi- 
nus  regnavit  annis  xxvii.,  Karolns  anuis  xvii.,  Ftppinus  »ti 
Ivrirlomannus  annis  x.,   Pippinus  anuis  xvii,,  Karolus  et  Karlo- 

30  mann  US  annis  iiii. ,  deinde  Karlomanuns  solus.  Pippinns  rex 
filins  Angisi  annis  xxv.,  Karolus  filius  eins  annis  rxv.,  Pippi- 
nus fiüiis  eiuH  annis  xxvii.  Karolus  niagnus  Iilius  eius  primas 
ex  regibus  Francorum  imperator,  regnavit  anuis  xlüi.  Lude- 
wicus  filius  eius  imperavit  annis  xxvi. ,    item  Ludewicus  filius 

35  Lndewici  annis  v. ,  Karolus  patruus  eins  annis  vi,,  Amulfus 
annis  xiii.^  Ludewicus  ülius  eius  annis  x.    Cunradus  annis  x. 

17  xxvi.  0.        22  Kraclonas  O,      24  ConatantiuB]  GonstanÜnoa  0. 


79 

125.  Imperium  transfertur  ad  Tbeutonicos.  Henricus  rex 
Saxonicofl  primos  regnavit  annis  xviii.,  Otto  magnus  filius  eius 
annis  xxxviii.,  Otto  rufus  filius  eius  annis  xviii.,  item  Otto 
annis  xvii.  Henricus  ii.  pius  imperator  annis  xxii.,  Cunradus 
annis  xiiii,  Henricus  iii.  filius  eius  annis  xxviii.,  Henricus  filius 
eins  annis  iii.,  item  Henricus  v.  annis  xxx.  Huius  tempore 
anno  videlicet  gracie  millesimo  nonagesimo  vi®.  Godefridus 
dnx  com  multitndine  signatorum  Jherosolimam  profectus  civi- 
tatem  sanctam  a  Sarracenis  multo  tempore  detentam  expugna- 
vit,  sicut  in  sequenti  libro  plenius  ostenditur. 

♦ 
6  Henriciu  ▼.  ostenditur  inveninntor  etiam  in  J.      10  sicut  —  osten- 
ditur om.  O. 


III. 


Historia  regum  Terre  sancte. 


OttTtr. 


^ 


83 


Incipit  historia  regum  Terre  sancte,  quam 
magister  Oli  verus  Coloniensis  scolasticus  in  ob- 
sidione  Damiate  apud  Egyptum  compilavit. 

Incipit  proemium,     Altissimus    super   unam- 

6   qaamqne   gentem    posuit  custodem.     Pars  autem 

Dei    Israel    facta    est    manifesta:    Dominus    en  im  <>**<'•  ^' 
elegit  Syon  Israel   in   possessioneni   sibi;    urbeni 
perfecti  decoris,   gaudium    universe   terre  sepa- 
ravit  Dobis  in  hereditatem   suam  cum  regno  lac- 

lotiset   mellis,    quod   adeo    cultui   suo   specialiter 
appropriavit;  nam  diligit  portas  Syon  super  om^  pmi.  », 
nia  tahernacula  Jacob,   ut  nee  Judeos  transgres- 
sores  legis  nee  Sarracenos  spurcitiis  suis  terram 
inquinantes  nee  Christianos    prov ocantes  oculos  i»*i.s,8 

IS  maiestatis  eins  diu  sustineret  in  ea.    Nam  Baby- 
Ioniis  ipsam  tradidit  vastandam,  deinde  Romanis 
in    capite   su  o  penitus  destruendam,    postmodum 
Sarracenis  occupandam  ac  duitius  detinendam. 
1.    Cum    autem    pro    peccatis    suis    recepisset 

20  dupplicia,   anno    ab  incarnatione  m®  Ixxxxv**  ür-      '<>9* 
bano  papa  secundo  Ch  ristianismum  regente,  qui 
apud  Alverniam*  inClaromonte  raense  Novembri      ^*»^- 

1  Incipit  —  compilavit  atrameato  rubro  in  alter,  pag.  primi  folii 
2  H,  incipit  —  proemium  om.  OD.  hystoria  H.  6  Domini  0.  Israel 
om.  D.  7  elegit  om.  D.  11  adpropriavit  0,  appropiavit  D.  12  le- 
gis transgressores  OD.  13  Sarracenis  H.  suis  om.  H.  15  sue  1). 
Babiloniis  ODH.  16  tradidit  ipsam  D.  demum  0.  17  penitus  in 
capile  8U0  OD.  21  papa  corr.  e  paparum  (?)  H.  secundo  om.  D. 
chrifltianissimo  D.  regnante  D.  22  Alvernam  in  daro  monte,  in 
marg.  man.  saec.  xvii:  Leg.:  apud  Alverniam  in  Claro  monte  D. 

^  AuTergne. 

0* 


trecGntoriim  patrurü  congregavit  coticiliani, 
predicatio  crucia  sumpait  exordium.  Milites 
aiitem  Christi  estate  proxima  iter  arripueraot 
per  Bu  Igariam  et  G  reci  am,  quo  min  duces  et  prin* 
1096  cipes  secundnm  seciili  dignitateni  Tu  er  mit  Adi- 
rai.  1, «  marus  Podiensis  ^  episcopiis,  öodefridu>?  dux  LotariDgie,  Hugo 

MagnuSf  Robertos  conies  Norman nie^  Robertos  comes  Flandiie,  ■ 

Raimutidiis  comes  Provincie^  Boaminidüs   et  miilti  alii  barones, 

vui.il  ü    Petrus  heremila  exhortator  optimus  et  indivisus  comes  lidelb- 

10  aimus,     Hugo    Magiuis  *    frater    Phüippi   regia  Fraiioorum  in- 

caut^  cum  paucis  iter  agens  apud  Üiiratium  captus  est  et  ua- 

qiie  ad  imperatorem  Constantiuopolitanum  d actus.    Godefridas 

dux    per    Uugariam    cum    geute    pluriuaa  profectus  est.     Räi- 

io»Ä      uiimdus  comes  Provincie    et  episcopus  Podieneia  cum  Gotis  ©t 

IS   Wascoaibiis  per  Dalmatiam  profecti  sunt,  Petrus  heremita  per 

Bulgariam. 

Fat,  I.  e  2.    Meuse  Octobri  Robertua ,    Willehelmi  regis  Anglorum 

filius,   comes    Normamiie    cum    comite  Blesensi  *    Stephano  et 

Anglicia,    Britannis   et  Nonimuuis    iter  arripuiL      Hii    oraues 

80  apud  Niceam  urbem    per  di versa    loca  venientes  in   unum  ex- 

FuL  I, «    ercitum    coadimati    sunt.      Res   digna   memoria    in    huiu^miodi 

vie    caaibus    aptid   Bnmdusium    accidit.     Dum  enim  una  navis 

prope   litus   periclitaretur    inter  ceteras  et  ferme  quadriiigenti 

peregrini    submergereutur,    super    nudas    scapulas   quoruodaoi 

SA  mortuorum  abstiaciis    vewtibus  signa  crncis  videbantur.    In  hoc 

»•i^.*»7    miraculo   refrigerium  iiistorum  evidenter  apparuit,  qiiacumque 

morte  fuissent  occupatio 
i^iK  t,  10  'S.    Christianorum  exercitus  apud  Niceara  cougregatus  ad  , 

4  et  Gretiam  om.  H,     quomm  secundam  dignitatem  prindpaa  le- 
cuti  D,   post  dignitatem  del,  secuti  H.  8  Remundu»  D.      Buamciii 

duB  D*  II    Dum  tum   H.         12   Constaiititiuni  re>?eai  Ü.         13  R«i 

inundua   D.  14    Gotlis   D.  15    Diilnjaticam    H       peregrinaii  D 

18  Blesenae  H.  20  Vicenam  D,  21  roemorie  corr.  e  memoria  H. 
22  vie  corr.  e  via  H.  r  in  ßrudusinüi  «uperacr.  D.  accepit  D.  24  un 
das  H,  inter  oudas  et  scapulaa  superBcr.  inter  H.  25  Inveiueban 
tur  D,        26  niultorum  0.        28  Nicenani  D. 

^    Puj.  '    Hugo  graf  von  Vennandois«   der  ifiweite  sobn  könig 

Heinrich«  L  von  Frankreich.         ^  von  Bloia. 


I 


85 


sexies  centena  milia  computabütnr.  Compnaitis  auteni  instnt-  iö»t 
mentis  bellicis  et  erectis  contra  civitateni*  fjiiarn  Tiirci  tene- 
bant,  ac  obsidione  per  cjuinque  ebdomadas  protelata.  itnperator 
Grecie  callide  de  pa^e  cum  defensoribus  urbia  tractavit  Con- 
ft  ditionibus  autem  compositis  introire  fecit  Grecos  Latinis  ex- 
clusis  et  ad  placitiim  simiii  de  thesaiiris  imperatoris  rjuedam 
distribiitio  facta  fuit  tara  capitaneis  quam  aliis  bellatoribna. 
I  4.    Urbe  dedita  '  profecti  sant  milites  Cbristi  A ntiochiam ;  »*"'' 

L^iSed    inter  eundirm    a  Ttircis  mnUas  siistiniieninfc  ag^reBsiooea 
pi  et  insidias«  daoipinticati  pltirimum  ab  eis  et  dampiiific^nteä  eos, 
inopiam  victualiöra  freqy enter  perpesai  nichilonlious  processe- 
runt.     Balduinus  autem  coraes,    germaniis   Godefridi  diicis,  ab  ^»^  *»  »* 
exercitu    di verteil»    ausu   magno  Tharsiim  Cilicie  virtute  cepit 
armorum,  et  reÜctis  in  ea  custodibus  versus  Eufraten  proces- 
I  1»  Sit,  comprehendens  castru  plurima.     Cum(|ue  de  ipsius  virtute 
fama  clarior  iouge  lateque  diffooderetur,  princep.H  Edesse  civi- 
tatis, <|ue  est  in  Mesopothaoiia  Syrie  viginti  fere  miliaribus  ab  Pau  n  »♦ 
Antiocbia   distans,    duiicioö   ad  eum  destiuavit     Hic  heredem 
li    ex  8e  natiim  iion  habuit,  ideoque  ad  tutelam  siie  civitatis  pre- 
OT&tum   ducem   vocavit    in  vita   äociuuif    post  mortem  heredem 
I    dUttrnm,      Cives    autem    Edesse    oderant    eum    et    interemptu 
priori  domino  Balduino  snbditi  fuerurit» 

5.    Mense  Octobri  pervenerunt  Franci  Antiochiam  Syrie  et  paL*^^a 

inventts  in  flumine  Ferro  aliquot  navibus  fectruet  inde   pon- 

»  tem.   Antiocheni  vero  metuentefi  obaidionem  miserunt  ad  regem 

Persidis    auxilium    postulantcs    ab   eo»     Interea   coticives   suos 

j      Chriätian€i8,  Grecos,  Sjr08  et  Anneiios  iuterfecerunt  plorimos, 

I      capita  mortuomm  extra  muros  iactautes  ad  ignomiuiam  Chri- 

L  (Atiani  nominis,     Porro  railiiea  Christiani  victum  aibi  qnerentes 

piproviüciam    vastahant   in  circuitu    cum    sui  capitis  pericolo  et 

» 
1  aexcies   H.  2  Thurci   D.  5  intua  ire  D.  9  Thurcii  D. 

10  eofidem  D.  11  nicKomiBus  H.  12  BatduinuB  D.  15  compre- 
hendit  D.  16  u  21  Kdime  E.  17  Syrie  om.  D,  Sirie  H  18  Hic  —  ha- 
buit am.  D.  21  oderat  D.  22  Baldewino  D.  23  Sirie  DH.  24  Ferro 
om.  D.  25  Antioceni  H,  27  Syrioa  D,  Syros  eorr.  o  SürioB  H.  Ar- 
menioe  D,  Ännenoa  corr.  ex  Armeiiioa  H.      28  truncatorum  D.     nomi- 


nijB  Chris tiani  D,        29  Christ i  D, 


*  Nicea  fiel  am  19  Juli. 


86 


^tm—n  truncatione  iiHiltoruiiL  Cum  autein  obsiidionis  inromratKloi« 
proteliiretiir,  ituputiiiiteö  dampna  que  sustinebant  et  pericuU 
suis  peccati^  nuilierea  oiunes  etiam  eonitigatas  separaverunt  a 
castris,  ne  contaminarentur  diutids  per  libidinis  apurcitias.  Com« 
tjiit!  vastutis  oimiibiis  in  circuitu  tVimes  invalesceret  et  tarn 
pauperes  quam  divites  opprinierct,  equos,  uiulos  et  asinos,  ca- 
nes  etiam  comederunt  et  mures,  inauper  bestianiiii  coria  den- 
tibiis  terebant.  InveiH^rata  mm  computnierant  teotoria,  ideo- 
que  miilti  celo  tegebantnr  umbraciilis  carentea,  pluvias  et  fri- 
gora,  ventos  et  calores  sine  tabenmculorum  defensione  tolera- 
|^»i.  i,  IQ  ballt  Uude  multi  huiusmodi  cedeiites  incotumodis  ab  obsi- 
diane  tani  aspera  se  removerimt  claiu  vel  per  occasiones.  Ste- 
phaous  comes  Beluacensis  ^  in  Franfiam  rediit  pridie  captiums 
üivitatis  in  obprobriom  sui  sernpiternum.     Varius  nt  fieri  solet 

i&  erat  aasultus  vel  diraicationis  eventus;  nimc  uostroa,  nunc  ad- 

versarios    intorfecit    gladios.      Fluriiiuis    etiam    vorago    multos 

,  »r   ititercepit  Christiaiiüs*     Cum  autem  Patri  Inminum  coniplacait 

laborem  consnmmari,  sii-ut  accepiiutis  ab  as^ertrirtbas 

veritatis,    cuidam   Turco    dixit  Dominus:    «Impero  tibi^  iit 

20  Antiochiam  reddas  Christianis.**  lUe  vero  miratiis  aUocutionem 
silentio  texit  visioneni.  Iternni  apparuit  Christus  enndem  ser- 
nianem  repetens  et  addidit:  „  Egu  aiim  Christus,  qni  tibi  hoc 
impern.*  Tlle,  cui  hec  dicta  sunt,  dominum  sniim  priocipem 
Äntiochenum  adiit  visionem  aperiens.     Cui  respondit  incredu- 

26  Iuö:  „Nutiquid  fantasmati  vis  obedire?*'  At  ille  siluit^  Cui 
tertio  apparuit  D(jioinus  dicens:  ^Cur  nou  exples  quod  iusai? 
NoQ  est  hevsitandum  tibi,  uam  qui  hoc  impero  dominus  sum 
virtutimi."  Tiircus  quod  iusanm  fuerat  arapliua  non  dissirnu- 
lafit,    et  filio    proprio    obside    dato    domiiio  Boamundo    nocte 

♦ 
3  etiam  omnes  H.        4  itiaa  in  äpuiLitiaä  in  rasura  H         7  eüam 
et   marea    comedebant   D.  8    lerebanlur    H.  10  tolerabator  D. 

15  asulttia   D.  16  r  m  interfecit  ^uperacr.  H.      multos  superscr.  E. 

17  complaciiit  Patri  luminum  D.  18  in  asaeasoribua  D  19  Tburoo  Ü. 
20  locationem  D.  22  addens  D.  Christus  ego  sum  D,  24  Anthio- 
chenum  D,  Antiocenum  H.  apperiens  D.  25  fantasmatis  D.  26  iu«- 
«ieti  D.  27  sum  oin.  Ü»  '2Ö  Thuronua  D,  Tu  rebus  H.  29  e  in 
obside  in  ras.  D,     Baamundo  D, 


Vitilmehr  Bleaensia  coroes. 


8T 


i^Uttdam  per  scaUis  de  cordis  fuctas  viginti  de  clientiilis  Chri- 

kstianorum  per  muri  fastigiiim  Fidmisit,  qui  porta  velocius  aperta 
Christianos  intromiserunt.  Interiiii  per  fiines  iam  quadraginta 
uiilites  ascenderant,  qui  sexagiiita  tri  um    turriuni  ciistodes  iii- 

I  ft  teremerunt*     Tuoc    omnes   alta    voce   clainabant :    ^Deus   hoc 
vult,  Deua  hoc  vult.*'     .Sune  fiiiem  noctis  aurora  dabat,  qiiando 
lieriidia  in  castrum  fu^ientibiis  civitas  capta  faiL    Ammiratns     j.,«!  n 
atitetn    Antiocheiius    Anxiatus  ^    nomine   a  quodam  plebeio  de 
Armenia  capite  triincatiis  est.     Acta  sunt  hec  anno  millesiiiio  p„i.  i.  is 

la  nonagesiiuo    octavo.     Fnrro    die   sequenti    post   iirbem  capfcam  Pui.  r  in 
venit  exercitus  Persarum   sub  principe  tniütie  < 'orba^at.     Sed 
quia  victores  nostri  oiuHeribns  alienis  abuai  sunt,  permisit  Do- 
minus in  ira  sua  sexaginta    fere  mUia  Turcoruui  |ier  eastrum 
sublime  a  parte  rupis  urbein  introire.  Pater  autem,  qui  lüiseri-  ^•u^. ».  w 

|»C(>rdie  recordatur  €um  iratns  fuerit,  immissn  terrore  subito  re- 


I      gredi  fecit  eosdem,  qui  longius  non  prügreäsi  civitatem  obse- 

derimt.     Seil   Dens  cousohitionis  jier  dericuin  fugientem  mari- 

davit,    ut  aiuut,  militibus  suis  in  htinc  loodum :    „Matria  mee 

precibus     jiropiciabor  vobis,    peniteiitiaiu    agitr  salutis  medici- 

»0  nnm.'     Indixeruui  ergo  triduum  ieiunium  cum  urationibus  et  »'«u 

I      elemosinis    mandantes  hostibu»    per  Petrum  heremitaiu,  ut  ab 

urbe  recederent  vel  sequeuti   die  bellum  exspectarent,  nisi  forte 

I      per  pauciores  de  utroque  exercitu  dirnicare  vellent  et  pars  vic- 

I      trix    absque    contradictione    possideret    Antiochiain*     Pc*rse  de 

MtWa  multitudine  et  nostrorum  imbeciliitat-e  presertim  in  equo- 

r     rnra  acie  confisi  oblate  conditioni  coutradixeruut,    l^stimabatur 

eoiro  Harracenoruuj    exercitus  equitum  et  peditum  ad  trecenfca 

milia,  inter  quos    numerabantur  ammirati  viginti  novem,    Ago- 

I     niste  Christi  in  solo  Christo  spem  ponentes  iiii.  Kalendas  lulii  *j,l; 

ja  egreesi  sunt  ad  prelium,  sacerdotes  amicfci  vestibua  albi»  fleutes 


3  fenestras  D.  4  quadraginta  D.  trium  auperacr.  D.  5  Deus 
Deus  hoc  vult  D.  7  fugientibu*  in  castria  f>.  8  plebeo  D.  9  anno 
inc*irnationij8  Domitii  D.  11  militie  om.  D.  Corban  H.  13  mira  D, 
Thurcoruni  D,  14  Deu«  H,  15  timore  D.  16  non  ora  D.  18  mo- 
dum  corr.  e  mantium  H.  22   expectarent    D.  24    eonditione  1). 

26   confici  D.        27  enim  om.  H.    vel  T!         28  numeraljantnr  om»  D. 
30  egreaei  corr.  ex  ingreRBi  H.     bellum  D. 


'  AoxianUB  bei  Fukhüi-, 


et  nrante^  seqiiebaiitnr  armatoj*.  Hugo  Magnus  et  Rohertos 
Norman  11  US  et  conies  FlandreBsis  in  aeie  prima  processeront, 
dux  Godefridus  cum  Teutonicis  et  Lotaringis  in  secunda,  epi- 
scüpus  Podieiisis  in  tertia  cum  Haimondo  comite^  Wasconibtis 
et  cuEi  Proviucialibus;  extremam  aciem  duxit  Boamnndas. 
Post  modicaiu  defensionem  terga  dederunt  hostes  tentoria  cum 
manubiis  victoribus  relinquent^is  purante  Domino  nostro,  ciii 
est  honor  et  gloria,  virtiis  et  potentia,  triumphus  et  im|>eriiim. 
Amen. 

6.  Anno  gracie  milleaimo  mmagesimo  nono  mense  Junio 
septiiua  die  meiiais  vallata  est  .Terusalein  obsidione  Christia* 
norura  fontibus,  rivis^  et  silvis  pluriraum  iudigeas,  Nam  fons 
Siloa  quanium  est  iactus  lapidis  a  civitate  distans  quandoque  ttio- 
dicas  quandoque  largas  aquas  soletex  se  emittere,  qui  sub  monte 
Syou  in  Jecursione  tofrentis  Cedrou  bnimali  tempore  per  vallem 
Josaphat  defluere  consuevit,  ab  occasu  turriui  habet  Daviticam 
ex  utroqye  latere  siipplentem  civitatis  niurum^  monteiu  Syon  a 
meridie,  ad  orientem  montem  Oliveti  mille  passibus  ab  urbe 
distantem.  Propter  loci  destr uctiou e m  pliira  de 
situ  eiu9  describere  non  valemns  nee  audemus.  Tem- 
pi um  düminiciim  in  magna  veueratioue  servant  Sarraeeni,  uln 
legem  suam  libentius  quam  alibi  recitare  solent.  Hanc  urbeDi 
Helios  Adrianua  Imperator  quondam  mirifice  decoraTit/plateAS 
ei 08  et  vicos  decenter  exornana ,  de  cuius  nomine  uüm  Elia 
fuK  u  sr  dicta  fuit.     Ad  hanc  expygnandam  fideles  scalas  composiierunt 

2  ac  D.  3  Theotonicis  D.  Lotriagia  D.  4  Pomereuais  D. 
5  cum  om.  D,  superscr;  H.  poatreiDum  D.  aciem  om.  D.  Boamundufl  D. 
7  maaibua  D.  nostro  om.  D.  9  amen  om.  D»  et  addii  D:  AntiochiA  capta 
pofttquam  per  quatuor  menses  homines  et  eqai  reqaie  et  edalio  refecü 
ftant,  per  Sjriam  interiorem  profecti  lüca  maritima  pertransierunt  qai- 
daiii  da  nuiioribuBf  qai  Jheroaoiimain  videre  deaiderabant  et  tenninot 
eiui  dilatarer  inter  qtios  (erant  del.  D)  precipui  erant  Bnamumdut  et 
Roimuadus  comites,  aliia  in  partibus  Antiochie  moram  facienUbus.  Sed 
iuter  (iter  D)  eundum  aliquiindo  fame  gravitei'  affligebautur  io  tantum 
(iaterini  D),  nt  Imm&nis  caraibiiB  Sarracenorum  veacerentur  [FuK  24,  352]» 
10  1  in  mill.  Baperecn  H.  Junii  D.  11  die  septima  D.  meaiis  om.  D< 
13  Sylo  D  quantus  D.  14  ex  se  solet  aquaa  D.  15  vallatn  H. 
16  habet  turriai  D.  19  plarinia  D  20  valemus  nee  om.  D.  21  in 
om.  D,  22  e^olebant  D.  23  Elius  D,  h  postea  addit  H.  plateas  ei 
viooff  eiua  D*    24  exornana  oorr.  ex  exo rannt  H.    i  in  nomine  anperscr.  H. 


I 


1 


I 


et  machinus  et  arietes  cum  Castro  Hjßrneo,  et  diu  luultiimque 
laborantes  cum  assiiltibus  p^ricolosis  tandeoi  aji|ilicatione  castri 
coriia  contecti  muros  potenter  ascendf^riint  et  civitate  rapta  * 
feria  sexta  nee  etati  pepercerunfc  oec  sexui.     Siipra  SnlomoBis 

»  templnm,  qnod  Sarraceni  fuj^ientes  aacenderimt,  decem  fere 
milia  decollata  fnisse  legimiiB  m  cronicis.  Post  s trägem  tan- 
inm  domum,  quam  quilibet  de  victoribiis  prior  occiipavit,  ex 
condicto  tenuit  cum  maniibiis  ibidem  repertis.  In  illa  ver« 
violenta  direptione  Arabes,    Turci  ac  Et!no|>es    fere   quingenti 

löfle  receperuni  in  tnrri  David,  qui  reüctia  omnibus  per  coiidi- 
iionetn  dimissi  sunt  vivi  et  liberi  ac  in  Ascalonem  per  con- 
dactum  transmissi»  Inventa  est  eo  tempore  parttenla  dominice 
cmcis  multis  aonis  in  f|Uüdain  loco  secret<j  diligenter  abscon- 
dita  demonstrante  Syro,  qui  cum  patre  sao  reverenter  eara  in 

15  aurea  theca  secretius  reservavit  lucomparabilts  iste  thesaurus 
ad  templum  cum  magna  delatus  est  solempnitate. 

7,  Qu  in  fco  decimo  Kaien  das  Au|^nsti*  post 
urbem    captam   Godefridus   dux    propter    generis   ex- 

tcellentiam  et  miiitie  strennnitateua  ac  morum  elegantiam  in 
regem  Jerosolimitauum  eligitur.  Porro  rex  Babylnnis  con- 
gregata  miiltitudine  bellum  cum  victoribus  inire  disposuit  vel 
eos  in  civitate  concludere.  Nostn  vero  constantia  tidei  di?i- 
nitus  armati  contra  Aacaioneni  acies  direxerunt  preferentes 
Texillum  ligni  dominici,  iibi  comprehensa  fnit  non  modica  preda 
«de  bobug,  camelis,  ovibns  et  capris.  Postniodum  diligenter 
consideranteB,    quod  impediraeutu  pugnaturis  tale  hierum  fore 

1  et  om,  B.  et  superscr.  H.  et  om.  D.  3  contexti  D.  pari- 
ter   D»       civitate   om    D.  4  feria  eexta  auperscr.  H.      pepercenint 

auperscr.  H.  5  quoqae  D.  6  in  croniciB  om.,  aed  lacnna  D.  8  ma- 
nibuB  D,   manubibiia  *   bu  auperacr.  H,  9  directione  TK     Tburci  D. 

11  relicti  D.  Aaachalotjem  D,  13  tempore  et  loco  D.  libsconrlita 
corr,  ex  ascodita  H.  14  qui  80])er8cr.  H  15  arprcTitea  D,  16  tem- 
plum Domifii  D,  solemnitate  D.  18  dux  om.  D.  per  D  20  Babi- 
I  loois  DH  21  cum  victoribua  urbis  D.  i  im  ire  »uperscr  H  23  Aecha- 
.  lonem  D  24  ante  li^ni  del.  dominice  D.  dominice  crucia  D,  ut  D 
21»  ei  OTibna  D,  as  in  ovibue  in  ras.  H. 

'  Freitag  d.  15  juli.  '  Der  tag  der  wähl  Gottfrieds  ßteht  nicht 
fest,  vgl.  Hagenmejer,  Geata  Franc*  b.  478  note  12,  WahrB^heinlich 
verwechü^elt  0.  hier  den  tag  der  w^bl  mit  dem  todeHiag.  vgL  unten  cap.  8. 


I 


Juli  1» 
Pal.  1.  BO 


-1101  |iüssei,   pnblicu  preceperiiiit  eilicto  i<u\i  libertati   diuiitti  capti 

II.  «1    iwiiis  avjimalia,     Que  cum  errareiit  circa  catholica  castra  a  d 
tri9  et  a  BinistriH  qua^i  minarentur  ex  industria,  hosies  a  looge 
speciilaiit**s  harn  Ines  esse  repntabant*    OrdinatLs  autem  aciebüs 
&  et  liinc  iiide  sidversuiu  st*  coiicurreiitibus  modico  tempori»  in- 
tervttllo   siJÄm   siiain  in  fu^a  posuerunt   Babjlonii.     Nee  pro» 
fuit  multis  nrborum  ascendisse  cacymiiia,  f|ui  sagittis  percusKi 
cornierunt  ad  terram ;  et  sie  uoanimifcer  tiigientes  nosstros  lii- 
lures    fi^cerunt    in    ilivisioue    ine^tiiDabiliura  spoliorum,     Pauci 
lö  Chrifltiani   babente^    aiixiliuni  de  c-elo  oiiilta  milia  perfidorum 
contriveruDt,    «jni    paulo  ante  camminati  fuerant^    se  Jerosoli- 
mitiiiifjs  oriines  interfecturos  et  «epulehnim  gloriosum  dissipa- 
r.u,  i.  n  fji^pQg  1^     P(jQ^  jjj^jj^,   victoriani    Robertus  coines  Normaonie  et 
Roberto?*  cuiües   Flandrie  CniistHntirio|Hdim  sunt  profecti. 

8*    Anno  revölutt»  deeittio  quinto  Kaieadas  Aiigusti  mor- 

tiHis   est  rex    Oodefridus.     Ad^    capiit    hoc  anni  post  captam 

^^         contigit  urbem.     Et  substitutus  est  frater  eius  gerinanus  ßal- 

^"^  duinns  }u)st  captivitatem  Hoamundi  a  Tiirci's.    Haldninus  Jero- 

i^mu  j,  t-isolimia    iter   arripiens   insidias  deprehondit  Sarracenorum  non 

v<>  lunge  a  Beritbo  iuxta  mare  via  publiea,  ubi  meatus  est  artis- 

Hiiijiis    «ed    inevitabilis   conmieantibns.      Ibi    sexajLrinta    arioati 

centum    milibiis    transitum    probibere    possiint      Hüne    taineii 

b>cnm  Baldninns  virilifeer  evasit  cesis  et  fugatis  bostibas  non 

sine    gravi   dispendio    et    in  com  modo  suorum.     Nani  cum  im- 

possibilis  esset  transitns  per  aiignstas  t'ances,  qua^  observabant 

perfidi»   regressus   est   dux  ad  loca   pbma  siraiilata  faga,    ubi 

]>ngnavit  cum  |>ersequentibus  et  virtute  divina  vicit  captivis  et 

spoliis    plynuuim   ditatas.     linde    propb^r    baue    incred  ibi  lern 

victoriam  barbari,  qni  iirbes  niaritimas  tenebaut  Sidouem,  Ty- 

rum  et  Accon,    timore  percuaai   et  aiuicitia  contra  nosinns  si- 

mnlata  victnalia  miseruni    Oppidnm  aiiteni  Caypbas  Tancredua 

<>  fugam  V.     Babilonii  DH. 

IH  rapod  H.  18  Bua- 

19  rein-ebetidit  D.      20  Be- 

27  acspol.  Ü,       28  in- 


rathülicoruiu  l).     et  D 
15   deciiuü   üuperrtcr,  H, 

jtmndi  D,     Tbuicia  DH.     Jlienisaleni  0. 

ruto  D.     aUi^öimus  D.        2B  Bälde winus  D, 


äO  percwki  D. 


nostrifl  D 


»  Sclilaoht  bei  Ascalon  d,  12  augaat. 
urbem  bikle»  ei  tum  heiLameter. 


Die  Worte  Ad  oaput  — 


iam    tenebat.     Porro    Jerosoliinite   regi    siio  alacriter  occurre-      n«i 
rnnt    apud    Joppen,     übi    rex   litreviter    commoratus  profectiis    puK  t  * 
est    coDtru  Ascalonem ;    sciebät   enioi   inimkos   habentibus  re-    vuut.n 
qtiiem  non  esse  dandaui  eis,    iit  ve\  tediu  certaiiiinist  vi  siipe- 
rentur  vei  ad  pacis  compendiiini  citiuis  pertrahnotur.    De  Asca-    rui. «,  * 
lone  procedens  exercitus  latrunculos  in  cavernis  latitantes  igne 
Greco  acci^nso   ad  üstiuin   caverne  violeiiter  exire  coiiipellabat. 
Postm<»diim  in  Arabiani  secesserunt  transeiiotes  patriarcharum 

fc8eptllchra,  ubi  coFpora  eorym  ^lorifise  conditn  siuit,  ab  urbe 
Jerosolima  quasi  miliaribös  C|iiatiJordecira  distantia.  Ind*?  vene- 
riinfc  in  vallem,  ubi  lacns  est  maj^ims,  quem  Mare  Mortmim 
appellant,  c|nia  nicbÜ  vivrt  in  po;  adeo  satsiis  est,  ut  nee  bo- 
niinibus  net^  inmentis  sit  pokabilis.  Ab  aquilonali  parte  flu- 
vium  habet  Jordanicimi»  ab  aiistro  niiUum  habet  exituni.  Deinde    »^"^  t^« 

16  processern nt  ad  vallem  uberrimam,  in  qua  Moyses  l>omitiu 
iubente  siliceni  bis  percussit  *,  unde  foas  erupit,  qui  rivubim 
facit  adeo  curreiitibim  aquis  habuudautem,  iit  molendinuio 
impellere  valeat  Postmodum  per  Bethlehem  et  sepulehruni 
Racheiis    regressi     ^niit    in    Jerusalem    ad    regem   conuianduin    ^"UÄ,  o 

ao  in  basilica  beate  Marie  apud  Hethlehem  nativiiatis  l*omini 
die;  nee  amplitia  quam  trecentos  inilites  habebaut  preter  pe- 
dites,  qui  Jerusalem,  Joppeu  et  Uamulam,  q  ii  e  est  Rama- 
tha,  ac  Cayphas  oppidum  custodiebant,  Protegente  auteni 
ipsos  Altiasimo   int^r    tot  milia   persecutonim   Domino  servie-    t  ».i  »,  i 

gebaut.  VfHid  portum  Laodicenaem  classig  Jenuensiuui  et  Ita- 
lorum  Iriemabat,  (|ue  verno  terap<*re  navigaus  applicuit  Joppen, 
quorum  anxilio   rex  obsedtt  oppiduiu   Arauth  \     quod  deditum    »^^^  ^i 

¥ 

1  porro  om.  D.  JherosoUmtte  D.  2  coramotus  D,  4  vel  vi 
rfepar>irentuc  D.  5  AacaloDa  D.  7  hostium  DU.  coiupellabant  DH, 
10  Jbei'OsöHma  D.  12  vocant  D.  est  om,  D.  qu<Td  D.  13  aqui- 
lonari  L),  15  quo  D.  18  Betlehera  D.  19  Jhemsalem  D  post 
coronandum  dcl.  H.;  ad  regem  co.  20  sancte  D  apud  Bethlehem 
om»  D.  <lie  Domini  D,  22  Jherusaleiu  D  RanuBlam  D  23  Ra* 
toata  D,  24  eois  D  persequatoviiiu  H.  25  LaodiosenKetij  l),  Ludi- 
censem  Fl,  eiiHiuni  m  Jenuynsium  in  rii8.  H»  Jenuea&is  D,  26  hje- 
mabat  D.    Jopen  0.      27  possedit  H.     opidum  D.     Aaaubt  D,  Ärisuph  H, 


'  Numeri  20»  1 1 .         '  Nicht  Äadod  südlich  von  Joppe,  sondern  Ar- 
8uph  nördlich  von  Joppe. 


ufti-1  est  ipsi  sine  sanjLCtiini«  iiupt^iista.  lileiii  rippidum  Godefridus 
dtix  obsederat  ante,  nee  tune  capere  potuit,  nam  turris  lignea 
farinsecus  adhesii  muro,  quam  ascendentes  nosiri  bellatores 
et  suo  pondere  deprimentes  corrüerunt  ex  ea  fere  centum  viri 
prorsiis  iiisaiiabiliter  leßi*  Aliqiiantos  etiam  Sarraceni  com- 
preheodenint  vivos,  quoa  in  fonspectu  omniiim  appensos  in 
cruce  sagittis  interfecermit,  alios  in  servituteTii  red^ntes.  In 
ijppido  prescripto  i>*x  Baldiiiuus  presidinm  coUocans  statim 
Osareara  Palestiiie  obsedit^  quam  ausü  mirifico  per  dcalas  as- 
cendentes  vi  compreheudenint  arniata  feria  sexia ;  ammiratum 
urbis  et  archadiuiii  \  episeopyni  perfide  ^eutis ,  cum  multis 
aliis  in  ea  cepit  anno  millesimo  cente^imo  primo.  Hec  civitas 
Turris  Stratonis  fnit  appellata,  Post  hec  cM>ngregati  soüt  Ba- 
bylon ii,  quorom  numerus  suppiitabatnr  nd  undecim  milia  eqiii- 
tmn  et  viginti  milia  peditutn  ;  milites  autem  Christiaivi  fae- 
runt  dncenti  qiiadrai^itita,  pedites  vero  nongenti,  qui  sequente« 
vexillnni  crucis  et  Omnipotetiti  se  fideliter  commendantes  p<)fli 
exhortatiouem  regis»  qni  erat  consolat^)r  optimus  ac  bellator 
diUTssimus,  prelium  cum  ßabjloiiiis  inienmt;  et  post  s trägem 
mntuam  victi  [>er  armatos  fidei  fugerunt  increduH,  Fama  re- 
fert,  de  equitibns  et  pt^ditibus  quinque  mtlia  fiiisse  pereiupta 
cum  principe  müitie  Babylonis,  Ceciderimt  de  üostris  septua- 
ginta  milites,  sed  pedifcea  multo  plurea,  tu.  Idus  Septembris. 
9,  Anno  miJlesimo  centesimo  secundo  congregati  suat 
apnd  Asealooem  Babylonii,  ut  Christian ismnm  omiiino  destrue* 
rent,  viginfci  milia  equitum  et  d«^cein  milia  peditum  exoeptis 
clientarÜB,    qui   camelo^   et  asinos    onustos  minabant.     Erant 

enim  illo  tempore  in  Joppe  niilites  exspectantes  pa^sagiam  et 

■# 
1  opidurn  D.        2  poterat  tunc  capere  D.       3  quem  D.      6  apen- 
809  D.        8  opido  0.     BaldewinuB  D.        9  Ce«ariam  D      Paleatinaiu  D. 
10  feria  in  rasura  H.    lacuna  D.     sexta]   vi  B.        11  per  in  perfide  in 
marg    po^^tea  addit    H.  13   appellata  fuit  D  14  Babilonü  DH. 

compiitabEitur  D.  luilitnm  D.  16  noaagint»  D.  19  Babilonicis  D, 
Babilotiiis  ü.  20  fugierunt  DH.  22  Babilonis  DH.  24  anno 
Olli.   D.  25   Babilonii   DH.      omni   modo    D^    n  in  n«  superscr.  H. 

26  militeB  plurimi  D     expectantes  D. 

'  Falchi^r  a.  a.  u  sagt .-  .  .  episcopuui ,  quod  arcbadium  prenomi- 
iiant«  W02U  dor  herausg,  bemerkt:  iuridicus,  qui  iuri  dieendo  preerat, 
qui  etiam  lingua  iMjrum    ^t^adiuit''  appellatur« 


Sopt.  T 

1102 
Ful,  %  15 


i 


eqnis  carentes^  quoniani  in  anno  pretf^rito,  cum  per  Rottmiiiam 
peregre  Jerosolimam  per^erent,  eqiios  et  omnia  qiiü  habebant 
amiserani   ibidem.      Puerunt    autem  in  iilo  (^xf^rcitu  Willehel-  f*»!«. « 
mus  PictaveBßis   comes    et  Stepbanus    oomes  lllesensis,    Hugo 

*  Magnus  et  Rairaundus  comes  Provincie,  Stephanus  comes  Bur- 
gundie,  quos  Sciliman  Turcus,  cui  pridem  Franci  Niceam  ar* 
bem  abatuierant,  tli^spersit  et  confiidit  ititerficieiis  ampliiia  quam 
centum  milia  equitum  et  peditum  preter  illoe,  qui  per  alias 
vias    ^radientes    periculum    mortis    evaseriint.     In   illa   confu- 

10  £iione  Fraiieorum    amissis   omnibus   que  habebat  comes  Piota* 
veosis  vix  pedester  evasit     Alii  autem  pt-r  Antiochiam  iiaque 
Tortossm  venientes,  quam  tiinc  Sarraceni  teuebaot^  urbem  ip-  J^«'»*»«» 
sam    potenter  obtiniierLmt.     Forro   rex    Baldiiinu8  venientibus 
occnrrit  ad  meatum  valiis  anguste  *  prope  Berithum,  precavens 

ift  diligenter,  ne  Sarraceni  preorcupantes  viarum  an^ustias  trän- 
situm  impedirent.  Sane  regressns  rex  contra  multitudinem  Ba- 
bjloniorum  exercitu  suo  nondum  coadunato  vel  ordiuat**  impe- 
tuüse  oiinis  processit  existiinans  pauciores  esse  quam  inveniret 
in  discrimine.     Uude  conclusiis  a  multitudine   cesis  et  fugatis 

««  Ulli»  fiigit  Ramulam.  In  qua  concludi  periculosum  exiatimans 
maluit  alibi  mori  quam  in  ea  vüiter  intereipi,  Unde  assumptiB 
(fuinque  comitibus,  qui  tarnen  ab  adversariis  reteuti  sunt»  cum  fui.  i,  «>' 
iino  tantnra  niilite  et  armigero  suo  per  luontaua  fugit  Interim  Paut^it, 
manns  hostilis  arcera   Hamulensem  violenter  obfcinuit,  captivos  I 

n  in  ea  partim  occidens,  partim  secum  traliens.     Ubi  occisi  sunt 

Stephan  US  Blesensi«  corae>^  et  Stepbanus  comes  Burgnndie.   liex  f«!,  a,  so 
autem  Arsuth"  poat  multa  pericula  pervenit  vivus  et  com  Hn- 
gone  de  Tyberiade  veniente  cum  octoginta  militibns  sub venire 

t^ 
8  amiserunt   D ,    amiaerant   corr    ex    amisit   H.       Wilhelmag    D. 
G  Thurctw  DH.      Nicenain  D.  8   illos  corr.  ex  illaa  H.  10  ?i  in 

Pictaviensia   guperacr.    H,  11    aiitera    om,    D.  12    Corc^oeam   D, 

13  BaldewiiiiM  D,  14  Eierittum  D.  15  diligenter  precavens  D. 
16  Babiloaicorum  D,  Babilonionim  H,  18  exiatimans  corr.  ex  esi- 
fttimantea  <?)IH.      invenirefc   corr»  ex  invenirent  H.  11»  fugitivis  D. 

8uia  om.  D.  22  ad  in  adversariis  auperacr.  H,  25  eis  D.  27  Ar- 
soht^D,  Äaart  H.        28  qnadragmta  ix  0. 


Fulcber  a.  a.  o.  a.  S99  sagt:    calUa   angustuui,  ^  Vgl,  oben 

91  acte  2« 


Prov.  »1.  si 
IQ 


Uni  9 


Jnppicis  festiDabat  et  niittens  in  JerusÄlem  invocabat  auxilinm. 
Uli  auteni,  qm  se  diacrimiiii  coramittentes  iter  tLgf^resm  sunt, 
occursiT  perfidorum  plurinjura  tlanipnificati  vix  pervenerunt  in 
Joppen.  Unde  rex  properabat  cornmittere  preliiim  ma^is  quam 
tibsidiouem  et  machinarum  preparameiita  in  civitate  diudua 
exspeciare.  Uiide  accidit,  iit  opitulanie  divina  gratia  qni 
priiis  hostibus  fcerga  dcderat  m  hoc  prelio  victor  trinmpbaret, 
mm  in  Tnultitiidine  vel  buniana  fortitüdine,  sed  de  celo  auxi- 
tiutii  accipien^  optimuiu.  Etiuus  nüm  preparatur  ad  diem 
heiii  Ihnmtus  mäetn  saluttnn  trihuü, 

10.  Anno  milleBimo  ceiitesimo  tertio  rex  Accon  obsedit 
ne€  eam  cepit,  sed  anno  revointo  tempore  verno  gente  sna 
con^regata  cum  Jennensibtis,  qui  septuaginta  naves  rostratas 
babebaiit,  per  viü:iiiti  dies  comnioratns  redditam  sibi  sascepit 
nrhooi  vii.  Idiis  Mai\  Eodeni  anno  ooninu>ti  sunt  Parihi 
et  Medi  et  qui  habitant  Mef^opotbamiam  ad  Cbristianos  per- 
dendo8,  et  prelio  commisso  cum  eis  iuxta  Racha  victi  sunt 
übristiani  et  am  plins  quam  in  anterioribust  bellis  temporaliter 
coiifusi.  Nam  in  illo  prelio  capti  fuerunt  Balduinus  cotnes 
Edessenns  et  Gosceiinus  cirm  archiepiscopo  eiasdem  loci.  Boa- 
mnnd  ns  antem  et  Täneredus  per  avia  et  de  via  fugientes  eva- 
senoit  vi  vi;  multi  alii  tine  beatu  uiigraverunt  ad  Dominum 
exemplo  illius*,  qui  apud  Antiochiam  non  susfeinena  jiudire  blaa- 
femiani  contra  nonien  Jhesii  Christi  vir  tute  sancti  Spiritas  ar- 
matns  dirto  contradixit  et  facto.  Niim  eqtmra  calcaribn»  pun- 
gens  aßtantibus  dixit:  ,Si  qui»  vestruni  iu  paradido  cenare 
desiderat,  mecum  veniat  et  mecum  prandeat,*  Mox  lancea 
vibrata  inter  hostinm  milia  se  raergens  primuin  obviantem 
sibi  interfecit  et  s  tat  im  interemptus  occubnit, 

)  Jopitiä  D.  Jherusaletn  D,  2  iigreaai  H.  3  iji]  Qsque  D; 
ante  in  delere  videtur  us  H.  6  inde  D.  oppitulante  H.  7  aiehi) 
pro  in  büc  D.  8  magna  D,  9  oportüniim  D.  12  eam]  tunc  D. 
vemo  tempore  D.  18  nueiiaibua  qui  in  raaiira  H,  15  urbem  aasce* 
pit  r>.  eodem  anno  om.  B.  Parti  D.  16  et  om,  D.  19  Baldewi- 
nus    D.  iO  Goflelmim   H.       Buamnndus  D>  21   avia  et  om.  D. 

22  Tiri  I).  24  blaaphemia  D,  2ö  et  facto  contradixit  D,  26  aati* 
slentibus  IK     desiderat  ceiiare  D.        27  nunc  interveniat  ot  D. 


^  Vielmehr  den26tnat,  vgl.  Ekkebard,  HierosoU  3.285  (ed,  Ha^o- 
mejer),  *  Naralich  Paulus,  vgl  Act,  ap.  14 


11,  Anno  niillesimo  ceiitemni<i  quinto  rex  Babylonis  ox- 
ercitiuii  suum  Äscalonem  iiiiäit  ad  preliandum  contra  C!iri&tia- 
nos,  qiios  rex  cuadunatis  pauciis  i|U08  habuit  exspectavit  apud 
.loppen,    et  mittens    festinanter    iiuncioa    in  JeniaAlem  ad  pa- 

t  triarcham  et  clerum  orationes  tieri  devotüs  pustutavit  in  tante 
ne€€83itati8  articulo.  Qui  affligentes  auiraas  siias  obsecrationi- 
bus  et  elemosinis  studiosissime  vacabant  niidis  pedibus  pro- 
ceaöionaliter  fjradientes  per  loca  sancta  die  domiiiica  usque  ad 
horatn  nonam  non  giistaiite^  cibum  nee  iiifantes  suxernnt  nbera, 

10  donec  fame  vexati  clamarent,  Patria rclia  cum  biis,  qiios  ad- 
ducere  poiuit,  apud  Ramiilani  coniönctiis  est  regi  baiulans  cni- 
cem  dominicam.  Milites  noHtri  fueriint  qiiingenti  preter  alios 
equites,  pedites  ad  duo  niilia  coraputabantur ;  Sarraceni  vero 
[ledites  et  equites  eatimabantor  ad  qnindecim  milia,    Inter  hos 

ißcomtnissom  est  preliinm.  CbristianManiabant:  ^Christus  vin- 
cit,  Christus  regöät,  Ohristii;*  imperat,  *  In  hoc  bdlo  regis 
apparuit  atrennuitas,  qtii  sublato  signo  proprio  de  manti  ciiius- 
dam  militis  cum  pancis  occurrit  in  Joppen,  quia  pars  Sarra- 
cenorum  illuc  directa  fuerat  ciritatem  comprehendena;  qiiibiifl 

1»  confectis  rediens  ad  muUitiidiiieni  pugnaiitiunj  fiigavit  hostes 
et  vicit.  Ubi  cecidit  Jemelimiich  animiratus  dives,  alter  re- 
tentaa  est  vivii§,  quatoor  autem  milia  perfidoruiu  referuntur 
occissa  fuisse,  vi,  Kai.  Sk^ptembris,  Victores  iure  belli  taher- 
nacula  cum  manubiis  fugientiuin  occupavenint  hilariter.     Per 

w  legem  siiani  ioravenint  hoste.s  crucis,  se  Krancos  fiigere  nolle, 
sed  postmodöm  maluenmt  periuriam  iiicurrere  quam  mortis 
periculum  subire.  Adhuc  classis  Babylon ica  morabatur  ante 
Joppen   cladem  Christianorum   exspectana,    ut  captivos   et 

1  Babilonis  DH.  2  ABcbalonem  D,  Aflcaloaam  B,  '3  expecta- 
▼ÜB.  apud  om,  H.  4  iiuntiatn  D.  in  in  rasiira  H,  Jherusalein  D. 
^  devoiaa  fieri  D.  postulalmt  D.  6  «uas  nudiB  pedibiis  D.  7  va- 
cabant  conf.  e  vocabant  IL  9  ga.stajites  vagiendf)  D.  10  ciamareul 
ad  Dominum  H.  patriarcha  vero  L^  ediicere  D.  14  et  aupetftcr,  U. 
16  t  in  regnat  postea  addit  H.  IH  incuirit  D.  in  om.  D,  19  il- 
lic  D,  illuc  corr;  ex  Ühid  H.  comprehendere  H.  20  a  liiultitudine  H. 
21    Jemeieraucb  D,   Jemelimuhc  H.  22    perfidorum    in    illo  discri- 

rnine  D.  23    interi'ecta  D.      victorea    vero   J).  24    cum   om.    D. 

manibue  D.  27  penculain  mortifl  D     Babilonica  DH,        28  expec- 


Pul.  t.  ni  ] 


Atif*  ff  * 

Fol    I, 
Pul.  I,  i 


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FliK  f.  41 


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9  p  o  I  i  a  f  i  <i  e  1  i  Ulli  d  e  f  e  r  r  e  t;  »ed  cum  rex  capnt  Jemeli- 
much  iactari  precepisii?iet,  intelligentem  siie  gentis  confuaionem 
in  portus  Tyri  et  Sidonis  seceaserunt;  sed  cum  regredi  nite- 
rentur  in  Egjptnm,  vi  tempestatis  compulsi  portubus  nostris 
inferebantur  iiolentes,  de  quibus  viginti  quinque  naves  Sarra- 
cenis  plenas  retinuerunt  oosiri. 

12.  Anno  iuili«?simo  centesimo  sexto  conietee  apparuii 
Eodem  anno  Hugo  de  Tyberiiide  contra  Damasceuos  bellavit, 
sed  bis  repulsus  ab  eis  tertio  victores  superavit  ducentos  ex 
eis  oecidens  ac  totideni  eorum  equos  retinens.  Postmodum 
cum  Baldnino  rejj;e  in  expeditionetn  profectus  ictu  sagitte  per- 
ciisaUvS  occubuit.  Sequenti  anno  fioamyndus  de  Galliis  regres* 
aus  civitatem  Duratium  obaedit  cum  multitudine  magna  fere 
per  annimi,  quam  tauien  capere  nun  potuit.  Sed  inito  federe 
eura  imperatörp  CunstaritHlopolitano  rediit  in  ApuUain :  maior 
auteni  pars  exercitus  eins  Jerosolimam  processit, 

13.  Anno  njillesimo  centesimo  nono  Christi  Tripolim  ob- 
sederuiit,  ubi  disi-ortlia  crevit  iiit^r  Bertrandum  Raimundi  eo- 
mitis  tilium  et  Wiliebelmum  Jordanem  cognatiim  ipsins;  sed 
Willehelm  US  casu  nobia  incerto  ictu  aagitte  ciam  nocte  per- 
rnasus  iiiteriiL  Ädveniente  ergo  rege  Baldnino  ad  supplican- 
duui  Jenuensibua,  ut  citra  inare  moram  facerent  prolixiureDi, 
Tripoll tani  defensorea  obsidionis  incommodo  nimis  aogustati 
sub  pactione  vite  Tripolim  dedidenint  mense  Junio  '. 

14.  Anna  millesimo  centesimo  decimo  rex  Balduinua  Be- 
rithuui   obaedit   eamque  potenter  cepit   mense  Aprili  *.     Post 


1  deferrent  D.  capud  R  2  Jemeliraucb  D.  3  Sjdonis  B.  wdj 
et  D,  sed  et  H.  4  Egiptura  DE.  portibas  D.  5  naves  quinque  D. 
7  cometa  D.  8  Hugo  magnus  D.  9  ab  eis  ab  eis  D.  trecentot  H. 
10  1  in  eis  iuperacr.  H.  11  Baldewino  D,  expeditione  D»  exspeditio- 
nem  H.  1*2  BaamunduB  D,  i:i  Duriitiam  H.  obobsedit  D.  15  Ap- 
puliatn  H.  18  Bertramuiu  D.  Raimunduoi  D.  19  WilbeLmum  D. 
Jordaaem  om.  D»  corr.  e  JordaDiem  H.  20  Willelmiia  D,  21  vero  D, 
Haldewino  D.  22  Jeauensibu?  corr.  e  JenuieoBibus  H»  JenaenBibaB  ftd 
äupplicandum  D.  tnare  äuparser.  H.  25  BaldevinuB  D.  26  Beii* 
tum  D-    que  oai.  D.    ter  cepit  in  raaura  H,  accepitD, 


hec    rege    regre«sso  in  Jertisaleni    applicuerunt  Norrenses  cum 

classe  quinqim^nta  qninque  naviuiD^  qDonim  anxilio  rex  ab- 
aedit  Sidonein  a  terra,  NoiTenses  vero  a  mari.  ürbs  autem 
BP  defeodere  nequiens  se  regi  tradidit  mense  Decembri, 

5  15.    Anno   millesimo   centesimo    nndecimo   rex  Balduinus 

obsedii  Tyrum,  qiie  Sorh  Hehraice  dicitiin  übi  doas  tnrres 
ligneas  fieri  fecit,  sed  Tyri  duas  emioentiores  erexenint  ligneas, 
de  quibas  igtieni  anper  inferiores  proicientes  coinbusserunt 
illas.     Et  sie  }»o8t  obsidioiieni  quatoor  mensiiim  rex  Accon  re- 

1©  greasus  est  infeirto  negotio.  Sequenti  anno  requievit  terra 
Christian omm  a  bellis. 

16.  Änn<»  millesimo  centesimo  tertio  decimo  facta  est 
eclipsis  solis  mense  Martio  luna  vicesima  octa?a.  Estate  se- 
qaenti    congregati   sunt   Turci    trans  Eufraten  Jeroaolimoniin 

ifi  partes  adituri  et  circoeuntes  mare  Galilee  per  terram  Zahn  Ion 
et  Neptalim  in  insnia  qnadani  inter  Jor  et  Dan  congedenrnt 
procnrantes  insidias  Christiania:  et  cum  rex  illo  tenderet,  vi- 
dens  quingentos  fere  Turcos  ex  insidiis  ernmpentes  incursum 
in  eos  fieri  iussit,    qnos   duo  milia  Turcorum  de  insidiis  pro- 

ü  deuntiuin  repnlerunt.  Fugifc  rex  vexillo  sun  perdtto,  fngit  et 
patriarcfaa.  Ubi  triginta  de  melioribus  militibus  perdidiraus^ 
pedites  vero  mille  dncentos,  mense  Jnnio.  8arraceni  sublato 
regis  ientorio  et  nianubii8  plurimis  vastando  terras  processe- 
runt,  Sychera  vel  Sichimam,    quam  nrbem  Neapolim  dicimns, 

96  obtinaenint.  Quibus  adiuncti  Arabes  et  Ascalonite  cum  hiis, 
qui  montana  tenuerunt,  loca  culta  vastarunt  usqne  ad  ante- 
raurale  Jerusalem.     Interea  vero  xv,  ^  Kai.  Augusti  et  v,  Idiis 

Aügusti   terre   raotne  factns  est,    primo  media  nocte,  secundo 

« 

1  Jbemaalem  D,  Norenses  H.  II  Sydotieiti  D,  terra  in  raBura  H, 
?ero  D.  b  ßaldewinua  D,  Baldmnug  H,  6  Ebraice  D,  10  fecto 
ncgotto  in  ras.  H.  13  Martii  D,  »«ptima  D  14  Thurci  DH.  Eu- 
fraten  corr.  ex  Eufratem  H  17  procuranrunteß  H.  18  Thurco«  Dil. 
erumpere  D.  19  Tburcorum  r>H.  20  reppnleiuut  H.  et  superacr,  H. 
21  perdiderunt  D.  22  peditos  D,  mille  ora  DH.  treten toa  D. 
23  manibu8  D.  24  Sychyitiam  D.  orbem  quam  D*  MeapoUm  D, 
diciua  D,  diutins  H,  25  Aflcbalonite  B.  26  vastant  D,  ad  om.  D. 
^7  Jhemsalem  I>  ?ero  ooi.  D.  v.  x,  H.  et  —  Augusti  om.  D,  IduH] 
.1.  B.      28  prima  D.    media  om.  D* 

'  Die  Änderungen  in  den  daten  nach  Fubher  u.  a.  o. 
OUtct.  7 


Pol.  I;  il 


Aug.  9 


Apod  I>amasatiD  est  taieretnpti»  Miuidiilfua 

Smirwtem>^  dives  ei  polens  ioler  Turcoa,  qui 

ChrätiaEiiis   intulermi.     Anno  sequenti   maltitudo 

im  AB«  AmUm  caierYsItm  ebullieiis  Terram  pro* 

tempore   veno,  ddnde  terre  moltn  arbes 

inteHecit  a  pftrtibci?  Antiocfaeius  asque  ad 

EfifintctL 

17.  Aaho  iiiiHf«imr»  eenimnio  qainlo  decimo  Torci  inter 
Anliodiaiii   ei   VmmMßtßtm   eoDsederoDt.     Dnde  Doldequinas' 

it  pfiocep«  DmmasoeDorüiii  mehiens  TiDdictam  pro  morte  Mao* 
dolfi,  qmem  in  prelorio,  sicat  soperius  dictom  esi,  oonseaserai 
Unae  penmi,  cmii  rege  Bclduino  et  Rog^ero  prmcipe  Anlio- 
cJmso  fMw  vaüL  Qaod  intelligeDtes  Torci  simulaia  fugm  de- 
IsliMriitit    in  cafwiik.     iDierim    Ascalomle   cum  claiee  Babj- 

u  kmicm  Joppeo  olMedenmi   per  terram  et  mare  vexantes  Chri- 

rtiaDOB  coBi  acmits,  qaas  attttleranL    Sed  oicfail  proficieotes  in 

«.M  primo    Tel  secQiido    eocatn    recessenmi    dampnificati,      Parro 

Turci^  quos  delituisse  commemoraTimus«  aodieDtes  r  e^em  J  e- 

rosalem   in   terrem   suam    Tenisae,    irraerunt  im* 

M  profiai  dampna  plarima  Cbristianis  inferendo. 
Quod  etun  nanciatam  esaet  AntiocheiiiB,  ooiiimiserunt  cum  m 
pugnam  et  fagüntes  eos  iria  milia  de  namero  ipsorum  dicun* 
iur  occidiase  preter  captivoa  ei  apolia ,  quorum  preciom  esti- 
manini  ad  tria  milia  bisantiorum.  Acta  sunt  hec  circa 
fi  nem  A  ugqs  ti, 

18.  Eodem  anno  rex  Balduinus  profectua  in  Arabiam  edi- 

ficavit  munitiooem,    quam  Kegale    castrutn '    nominavit,    non 

• 

1  mttiremptTis  est  D,  2  aiceario  D,  sicario  corr.  e  Biccario  H* 
Thurcoa  T)H,  c  iQperecr.  U.  4  Bjnn  D*  6  Anthiochenis  D,  Antio* 
cenis  H.  8  sexto  DU»  decimo  auperscr.  H.  congregati  sunt  Thor^i  D, 
Tbarci  corr.  e  Thurai  H.  9  Antbiochiam  D.  Dodelquinus  D.  1 1  Man- 
dufi  D,  12  Baldewino  0*  Rotbgero  D,  Rogero  oorr.  e  Rofiferoia  H 
Anthiocheno  IK  13  Tburci  DU.  14  Ascbalonite  D,  Aacolonlte  ü. 
r^abilanica  DH.  16  sed  om    D.         17  vel  in  D.  18  Ihui^i  DH. 

njerooraviiöuä  D.  19  JeroBOlomitaDum  D.  rediitse  D.  21  Anthia> 
cbeniü  D.  24  ad  oiq.  B.  tribus  rnüibue  D,  a  in  milia  ia  raa  H 
biBantenorum  D.    Acta  —  Augmeti  om.  D.        25  Batdewinua  D. 

»  Toghtekin.        *  Gewöhnlich  Moni  regalis  genannt,   oder  Scbau- 


S6 


bek,  »tUllich  vom  Todieii  Meer. 


longe  a  Mari  Rubro,  quod  distat  a  Jeru^aieui  quasi  dienim 
qaatuor  itinere,  et  ponens  ibi  presidiiim  anno  seqoeiiti  rever- 
siis  fiiit  ad  illud  visitanduni  cum  ducentis  fere  niilitibiiB  pro- 
cedens.     Inde  studio  videndi  Mare  Rubmiii  veiiit  ad  civitatem 

f*  Helim  '  secus  litua  eiusdem  maris,  uhi  popiilus  Israeli ticiia 
maDsionem  quoadam  babuisse  legitiir.  Hoc  mare  Rubrum 
dicittir  eo  qnod  saburra  et  kpUli  rubri  sunt  in  fimdo,  uode 
intnentibus  rubrum  apparet;  sed  infusum  vasi  iamqn am  aliud 
mare    apparet    ürapidum    et  albuoi.     Dicunt   illud    ab  oceano 

10  deriTan  et  quasi  linguara  erumpere  et  usque  ad  Helim  versus 
I  septentrionem  protrahi,  ubi  finem  facit  non  lon^e  a  monte 
Synai^  secl  quantum  potest  eque»  uno  die  proficisci,  A  Rubre 
vero  Mari  vel  ab  Helim  uiemorata  usque  ad  Eiare  magnum, 
quo  ab  Joppe  vel  A^calone   öive  Gaza  versus  Damiath  i>ergi- 

'*  tur,  iter  dierum  quatuor  vel  quinque  equitis  ambulatione  per- 
gentes  estimaut.  Quo  sinu  inter  hec  duo  maria  cingitur 
E}i[7ptu8  tota,  Numidia  etiam  atque  Ethiopia,  quam  Creoii, 
fluvius  paradisif  (jui  et  Nilus,  circuire  dicitur. 

kl  9.  Anno  millesimo  centesinio  decimo  septtmo  mense 
_  Maio '  facta  est  eclipsia  hine  cum  terre  motu  magno.  Visa 
sunt  et  alia  portenta,  que  mors  magnorum  virorum  »ubsecuta 
fuit.  Mortuus  est  Paschalis  papa  mense  Junuario,  Balduiuua  ^ 
rex  Jerusalem  cum  patriarcha  Jerosoliraitauo  et  iraperator 
Constan tinopol itauus  Alexis.  Obiit  autem  Balduinus  anno 
35  millesimo  centeairao  decimo  octavo,  qui  Accon,  Ärsutb,  Cesa- 
ream,  Benthura»  Sidonem,  Tripolim  recuperavit  et  alia  multa 

* 
l  Jhemaalem  D,      3  müibua  ü.       4  inde]  de  D.      6  quondam  man- 
sionem  D.         7  gaburra  dicitur  D.        9  limpidtiin  et  album  apparet  D. 
dicitui'  D.     occeano  D.         10  qnaai  —  erumpere  et  om,  B,         U  pro- 
trai  H.  12    equua  H.      proficere  D.  13  vero  om.  D*  H  a  D 

Aschalofie  D.  Dameath  D.  16  ainii  om.  I).  17  Egiptus  D]{.  Num.j 
in  Yndia  D.  18  u  in  ins  superscr.  H.  19  seito  D.  20  Magi  D. 
elipsb  D.  21  subsequuUi  H,  2'J  fuit]  e^t  D.  Januarii  1>.  Bälde- 
wiiiuß  D.  23  Jheroaolimitanu»  D.  .Tberusalem  D.  24  AHejda  D. 
Baldewiimg  D.        25  AsBurtb  H.        26  Berittum  D     Sjdoiiem  D. 

'  Elim,  vgl.  ExoduB  15,27.  *  Ftilcher  a.  a,  o,  bat  Juni  ^  König 
Balduin  stirbt  April  1118,  ebenso  der  patrijurcb  Arnuir,  papat  Pascha- 
lifl  IL  im  Januar,  kaiaer  Alexiue  im  August. 


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I        Vitl.  9*  i 


95 


digna  memoria  gessit.  äepeliernni  autem  eiMii  in  Qolgatha 
iuxta  ducem  öodefridum  germanum  siium  corpore  rerepto 
processionaliter  a  JerosolimitL^  in  die  Palruarnm  ^ 

20.  Snb8tituiu8  est  autem  regi  defimeto  Kalduinus  roniefl 
Edeasenus,  cognatus  ipsius^  unanimiter  electus  et  die  Pasche 
consecratus.  Contra  quem  exercitum  coadunaverunt  Babylonii 
in  estimatione  quindecim  railium  equitum  et  viginti  milium 
peditum,  qnibns  stildanus  EJatiiasci  Doldeqninus  venit  in  ad* 
iiitoriuni.  Classic  etiain  Pabylonica  per  mare  navigans  acoes- 
sit.  Hiiä  Omnibus  rex  tiOTUs  occurrit  ultra  civit^t^m  Philisti* 
norum  Azotimi*  et  coUocatis  e  regione  liinc  inde  tentoriis,  cum 
per  tres  fere  menses  differetnr  bellum,  tandem  absque  con- 
gresau  recesserimt  abinvicem. 

21.  Anno  millesimo  centesirao  decimo  nono  Rogerus  prin- 
ceps  AntioclieniiK  cum  gente  hiuu  conimittens  prelium  contra 
Turcos  interemptus  cecidit  et  de  Antiochenis  septem  milia  sunt 
occisa,  de  Turcis  vero  nee  etiam  viginti.  Princeps  iste  male 
vivendo  iram  Dei  contra  &e  provocavit.  Adulter  euim  im- 
pndens  erat.  Exheredavit  etiam  tUium  Boamnndi  dotninnm 
suum  cum  matre  ßua  commorantem  in  Apulia.  Nobile^  soi 
tempore  pacis  luxui  vacabant,  et  qiiia  ee  averterunt  a  Domioo, 
traditi  sunt  in  captivitatem  et  mortem.  Rex  autem  Jerusalem 
cum  patriarcha  * ,  qni  crucem  dominicara  portabat,  transito 
Jordan e  cum  Tripolitano  comite  et  auxiliatoribus  Edessenis 
congregatis  etiam  Antiochenis,  quos  mors  vel  captivitas  reli- 
querat,  pugnavit  cum  Sarracenis  iuxta  oppidum  Sardanicum 
Habens    milites   septingentos ,    Turci    vero    viginti  miliä.     Sed 


i 


1  memorie  D.  autem  om-  D.  3  proc]  iJiter  a  et  1  raaura  H.  Jhe* 
rotolimitanifi  H.  4  rege  D.  Baldewinus  D,  6  Babilonü  DH,  7  dno- 
decim  L>.  miliutn  om.  D ,  com  e  milia  H.  9  enlm  D.  10  omni* 
bu»  peractis  D.  12  deferretur  DH.  15  Annochenii«  D.  16  Tbur* 
CO»  DH.  AöthiocbexiiB  D.  17  occisi  D.  Thurcis  D,  nee  etiam  om.  D. 
viginti  milia  D.  19  Huamundi  D.  20  commorante  H.  AppnliaH 
8UO   D.  22   Jerosolimitantifl   D,         24  Jordane  corr.  ex  Jordiinu  H- 

25  autem  l).    Antbiocbenis  D.        26  Sarracemü  in  riis.  H      (»pidam  D. 
Sardanium  D.        27  Thurci  DH.    vero  om.  D. 


»  April  7. 
von  Caesarea. 


'  Asdod. 


Nacli  Fulcber  a.  a.  o.  der  ersbttebof 


101 


ttiite  Gouflictiitii  quidam  Tiircus  claiuabAi  diceiia:  «Cur  vo8 
Franci  desipitis?  Qiiare  in  vaniim  laboratia?  Pauci  miilti- 
iudini  uostre  resistere  non  valeids;  Deus  vester  vo.'^  dereliquit, 
quia    leges    vestras   estis   transgresai    nee  fidem  nee  veritaiem 

6  inTioem  servatis."  Bellum  istud  graFisainium  erat  et  anceps 
diu  fuerat,  donec  opitulante  virtute  divina  fugerunt  perfidi, 
Rex  per  doos  dies  campuni  tenoit  victorie.  Antiocheuun  pa- 
irtarcha  obviain  procedens  i^aluiifere  cruci  ac  victorioso  populo 
laud^   Altissiipo   sicut    decuit    persolvit  com  letitia.     Summa 

j«  potestas  baue  victoriam  dedit  meose  Augusto,  crux  triumphalis 
Jerosolimam  relata  fuit  ciim  tripodio.  Kex  autem  moram  &- 
cieiis  vacantem  principatum  Antiochie  sine  fraude  cepit. 

22.    Anno    niilleHimo   ceutesimo    vigesiino    rex    Balduinus 
secandus  inferentes  frumentutn  vel  ordeum  «ive  leguniina  per 

ift  portat»  Jerusalem  ab  omni  exactioee  prudenter  ab^olvit  sive 
Cbristiani  sint  sive  Sarraceni.  Hemisit  instiper  mercedem  mo- 
diationis  consnetiidinariam  *,  Mense  Junio,  cum  iteruai  An- 
tiochenis  diacrimeo  imniineret,  miserunt  pro  rege.  Qui  ad- 
Teniens  cum   cmce  saucta  absque  ^ravi  congressu  Turcos  fii- 

MMmvit  et  io  eadeni  civitate  moram  fecit  coiiipetentem. 
^^pi  23.  AoJio  aequeuti  rex  congregaTit  exereitum  contra  Da- 
inascenos,  qui  auxiliatores  Arabes  haben tea  partes  Tiberiadis 
vaatabant  Caius  adventu  procu!  audito  ad  propria  remearunt 
Sarraceni.  Bex  autem  caatrum,  qiiod  Jarras  noniinant,  ad  Bo- 
rnen tum  nostris  edificatum  obsedit,  cepit  et  destruiit.  Poat- 
CDuduui  anno  proximo  Antiocheni  plurimum  a  Turcis  coartati 
regis  iuYocaverunt  auxilium,  qui  sine  mora  veuiena  cum  miüe 


l  Thurcus  DH.    dicens  om,  D.    hob  D,       2  decipitfs  D.    laboratia 
coTT-  e  laboramtifl  H.  5  erit  D.  6  fuerat]  victoria  D.         7  An* 

thiochenos  D,  8  victrici  DH.  10  Aagusti  D.  U  Jlierosolimam  D, 
Jerosolomam  H,  12  iaceutem  DH.  Antbioclienura  D»  Antioehie  corr. 
ex  Antioche  H.  euscepit  D.  13  Baldewinuft  \\  15  Jherusftlem  D. 
ai^e  ChiiaUani  aivc  Sarraceni  «int  D,  17  moderationis  D.  Junii  D. 
18   Anthiocheoii    D.  19    congresBU    gravi    D.  22  Tyberiadis  D. 

23  devaitabant  D.        26  Annocheni  D.    Tbarcis  DH. 


*   Vgl   Elöhricht,    Reg^.  re^.  Hieros.  b,  *21  ,   nro»  91.    modiatio  er- 
klärt Ducange  mit  pettsio  fnimentaria  pro  quo  Übet  modio  annonae. 


Pal.  1.  • 


.  .1,  11 


102 


iisa 

Fitt.  i,  14 


si   ducentis  ecjiiitibiie  pretfii*  globutii  peditum  decem  milia  fiigarit 
Alofilorum. 

24,  Anna  millesimo  ct^ntesitiio  vigesimo  tertio  na^gave- 
nmt  ad  Terram  promissiotiis  Veueti  cum  classe  viginti  e^ntom 
r.  navium  maiorum  et  miDoriiiii  beltaiorutn  instrumentis  bellicis 
Pul.  t,  lA  sagaciter  munita.  Cum  viginti  qainqne  milibuB  ariDatorum 
r«i. «,  16  dtcontiir  adveiiinse  per  Mothoeeni  et  Hhodum.  Eodem  anno 
captus  est  rex  Balduiniis  a  Balach  Tiirc^ ,  qiii  ante  Goöceli- 
uum  et  CTaleramnuni  ceperat.  Eustachins  auteqn  vir  strennuns 
to  et  honeatys,  qoi  Cesaream  tentiit  et  Sidonem,  electus  est  in 
capitaneum  et  propugnatorem  Christiaiionini  tempore  capti?i- 
*i  tati«  regio,  Nam  menae  Maio  Babylonii  cum  bipertito  exer* 
>,iT  citu,  terrestri  videlicet  et  marino,  iiruenint  in  Joppen  cum 
tormentis  vebenieotisHimis,  telis  etiam  et  lapidibns.  Moliere^ 
i(^  aotera  civitatis  defensoribiis  aquam  prebent-es  et  lapides  ami- 
niculum  attulerunt  defatigatis  et  auxilium.  Nam  pauci  fue- 
ruut  in  civitate  coiiclufli  et  classis  Babylonicomin  octoginta 
navium  vehementer  eos  artavit,  Muros  in  circuitu  ceperont 
hostes  ettbdere,  et  si  moram  fecissent,  prociil  dubio  civitas  aiit 
so  vi  c«pta  tunc  fuisset  aut  dedita.  Porro  rumor,  qui  Christia* 
norum  nundavit  adventum,  Sarraeeiios  se  retrahere  coegit 
s,  18  Apud  Azotum  commissum  est  belhmi,  in  quo  fugati  sunt  ei 
occisi  Babylonii  et  relicta  sunt  ChriBtianis  spolia  multa,  ca- 
meli  quadringenti,  aaini  quingenti,  tentoria  cum  varia  suppel- 
if>  lectili;  de  sedecim  milibus  sex  milia  sunt  interempta,  de  noa- 
Fui.  a,  w  tris  pauci*  Post  hanc  victoriam  dux  Venetorum  Ptolomaidem 
applicuit   et  certificatus   de  victoria  Christianoruni  per»ecutnfl 


l   decem]  viginii   D.         2   AHofitorum  D.        4  centum  viginti  D.  ' 
5  bellatoribus  D.        7  Eoduni  DH.        8  BaldewinuB  D,  BalduTiniu  B. 
Thiir<M)   D.     antea   D.     QoBelmum  H.  9  Eofragias  D.        10  Ceta- 

riam  D,   Ceaaream  corr.  e  Coeaream  H.      Sydonem  D.  13  Maö  U* 

ßabilonii  DH.  H  etiam  om,  D.  lapidibus  corr.  e  lapidee  U  15  am- 
miniculum  H,  post  aminic.  del.  preberuiit  D.  17  Babilonicorum  DH 
20  tunc  om.  D,  fuisset  corr.  e  fuiseeBt  H.  21  retinare  D,  22  fu- 
gati et  occisi  sunt  D.  23  Babilonii  DH.  24  quadringeti  R  sup- 
pellectile  H.  2&  qoindeclm  D.  quinque  H.  interempti  D.  26  Piho-  j 
lomaidam  D,  Plitolomaidam  U,        27  triumpbo  [i.    persequutuB  H. 


1  Im  Februar. 


est  Babyloüios  per  niare  et  bifaria  iiavigatione  suos  divisit,  uiä-^ 
minorem  ^  partem  versus  Joppen,  maiorem  vero  in  pelagos 
alÜDs,  nt  Sarraceni  vids  a  longe  velis  putarent  esse  pt^regri' 
nos  a  parte  Cypri  ad  Terram  proniissionis  tendeötea.  Unde 
Babjlonii  naves  sibi  victBiores  iiivaserunt  quasi  iam  captas. 
Veneti  vero  metu  simulato  protraxerunt  conflictum,  donec  cum 
sociia  navibns  hostiles  naves  io  circuitu  concluderent.  Ibi 
aangois  paganurum  eifusus  est  phirimus,  capte  stitit  naves  opi- 
bus   onuste.     Deinde   cum    ultra  Ascalonem    vit^tores  procede- 

>  rent ,   obvias   habuerunt  decem  naves  lignamina  deferentes  ad 
componendas    machiDas.     Ilias   cepeniDt  cum  auro  et  argento 

jmc  variis    aromatibus,    qoe  deferebant,    et  sie  quasdam  secum 
traxernnt  integras,  alias  concremantes.     Hiis  ita  gestis  incole  fhi-Tw-w 
Terre    promissionis    condixeruiit  cum  duce  Veuetorum  Tyruni 
obsidere*     Quod  pactum  executi  sunt  xv.  KaL  Marcii,  F«t>r.  le 

25,    Sane  Tyrus  est  civitas  valde  famoaa  in  corde  niaris  *  w.  t,  i«.  4 
Sita,  olim  insuk,  postmodura   per  obsidionem   Alexandri  regis 
Macedonum  conti uuata  in  cinerem  ab  eo  est  redacta,    Hec  ci-^  '*'■**•* 
vitas  quondam  a  negotiatoribns  Irequentabatur  plurimnm,  opi- 

'  bus  dictabatur  ioimeusis,   quam  alloquitur  Ezechiel  propheta: 
JEcce   ego  miducam   etc. ;    et    onus    ipsius    prophetiee  mttZl  m!  t 

id escribit    Ysaias*,    uec    eias  obliviacitur  Josephus  *    nee 
Pliilostratus.       Huius    civitatis     opnlentia     peperit  h 

luxum,    lux  US    peccata    multiplicavitf    unde    se-  ^ 

ipias  puniri  meruit     Propter  scopulorum  quihus  cingitur  w.  t.  u,* 
ambitum    ignorantibus   eius   situm  aditus  occurrit  periculosas. 
Ab  Oriente  muro  clauditur  triplici  cum  turribua  derisis  et  cel- 
sis  nee  multum  abinvicem  distantibus;  nam  ab  illa  parte  adi- 


\  BmbilonioB  DH.     bif.]  i  in  bi  aupenicr,  H.     diviait  Äuoa  Ü,      5  Ba* 
bÜoöü  DH.     invaaenmt  eaii   D*  6  stiranlato  D.        7  8uid  D.    con- 

closertint  D,  concluderent  corr.  e  comcluderent  H.  9  hoouste  H. 
A«eha1anem  D,  10  obviaB  habuerunt  om.  D.  11  et  ceperunt  illa«  D. 
13  itaque  [>,  14  Tirum  H.  V*  obaydere  tX  18  eodem  D.  est 
om*  0,  sQperscr.  FL  20  ba  in  tlicfcabatur  «uperacr.  H  21  prophe- 
tiit  H.        23  opulenta  D.        26  additu«  D.        27  celBis  wo  densiB  D, 

'    Ueber  die  gegenteilige   dar«tellung  Fulchere    b.  die  einleitung. 
'  Vgl.  Ezech,  27.  3.  '  laai.  cap.  23.  *  VgJ.  Antiq.  VMI,  cap.  5 

und  eap.  13,  IX,  14. 


104 


1 


iiw  tus  vBi  et  introitns  ud  terram.  A  parte  vero  septeniriook 
portiis  civifcatid  interior  iiiter  turree  gerainas  habet  ostiuoi  iu&« 
ineiiia,  ubi*  rex  JohanneB  moderuii«  temporibtis 
castrum  coiiatruxit  egregium  qua  tiior  tu  r  r  i  bog 
&  altia  Vttlde  oiiinituni  ac  palacio  regali  decenter 
arnatiiti],  Nayibus  portum  ingredientibus  tutelam  presiat 
insulci  marii^  estnm  fmngens,  quem  solus  ?entus  aquilooans 
tijülestare  solet  et  pro  suis  viribus  concutere. 

26,  In  hoc  portu  Veneti  classem  suam  locaverunt  in  tuto. 
10  Confugeraot  in  hanc  urbem  plurimi  de  civitatibus  et  oppidis^ 
que  Christian i   vi  vel  per  deditionem  obtinerunt  iaexpugnabi- 
liter   se  munitos   credeutes  prupter   naturalem    et  artificialeoi 
w,  T.  II,  t>Tjri  mtmitianem.     Hec  civitas  quanto  fuit  delicatior,  quatido 
nee    liberum    habuit  egressum    nee   niercatorum    utilem  aw^e^*- 
lö  sum,   tanto  citius  det'atigata  molestiis  et  incoiumodia  hüstium      \ 
supervenientium    maturato  consilio  de  pace  tractavit  et  exitiL  ■ 
~  f.  la.  n  Nam  castelhHu  ligneum,  quod  altius  erexeriant  nostri  cum  tor* 
mentis  machiüarum,  cives  terriiit  et  continuis  periculis  vexare 
non  ceasaviL     Dux   nichilaminus   Venetorum  cum  suis  in^tni- 
w  mentin  requiem  uegavit  afflictid.    Cives  e  contrario  genus  omne 
defensiüuis  excogitantes  ac  componetites  quantumcumque  pote- 
r.  t«,  fl  rant  nostris    intulerunt  molestiam.     Interim  Ascalooite  Jero- 
soUmitis    ac  Joppicis    latenter   et  patenter  insidias  et  dampna 
non  diatulenmt  inferre,    sed  malicia  ipsorum  compensata  fuit 
,  M, »  a  custodibiiB  munitionum    per  captivos  et  occ'isos,     Tyrii  cou» 
siderantes,    conditionibus  aaia    nicbil    accrescere,    aed    in  dies 
dampna  sua  multiplicatis  doloribus  augeri ,    victualia  deficere, 
et  aensim  in  arto  se  coosfcitutos,  legatos  miserunt  ad  calipbam 
Egy])ti   et   regem    Damasci,    ut    afflictis    aubveuirent  velocius 
so  addentes,  se  pondus  tormentorum  ampliuB  äuatinere  non  posse. 

♦ 
2  geitijua  D,  boatium  DH,  4  g  in  ginm  »aperacr,  H,  5  ac]  boc  D, 
palacium  regale  D.  7  quem]  quomodo  i\  lüopidis  D.  U  ditionem  D. 
13  quantum  H.  pogtquam  D,  16  traet^verimt  LK  18  macbinamm 
confregenint  quod  valde  cives  D,  19  cessaverunt  D.  tiichilomitis  D. 
20  conflictia  D.  e  om.  \K  21  ac  om«  D,  22  in  in  intuleniDt  bu- 
perscr.  H.  Ascbalonite  D.  .IheroRolimitania  ü.  23  Joppitia  D.  iic  D. 
24  non  om*  D.         28   senaim  om.  D,      catiphnm  D.        29  Egipti  DR. 

*  lieber  die  errichtung  dieser  burg  berichtet  keine  andere  quelle. 


105 


anciatnr  ititerea^  quod  rex  Dartiasci  Dtjldequiinis  Teniens  ab      ti«i 
una  parte  et  classis  Babyloniorum  ab  altera  totis  viribus  noh 
vere  obgidionem  studeant.     ünde  nostri  iiichil  de  contingenti- 
bus  obmittentey    contfa  civitatem    expeditos  equites  in  occiir- 
ra  regis  Damasci  et  classeiu  Venetonmi  cootra  naves  Baby- 
lonioram    dirigere    sagaciter    ordinant      Interim    intelligentes 
^nostri,    quod  rex  Damasci    ad  subveniendnm  properaus  proce- 
^Bere   timait,   cepto   negoiio   diebtis  et  noctibus  acrius  instant 
'      ad  hostioDi  afflictioneui.     Interea  iuvenes  Tyri  quidani  nmchi- w/r.  läTiJ 
10  nis  so^ttris  igneni  apponunt,  sed  unus  de  niimero  fidelinjii  me- 
moria dignuä  ascendens  in  altum  igneni  extinscit ;  licet  de  mir- 
ris   et  tiirribus   alti»  quasi  signum  ad  sagittain  densis  iaculis 
appetereiur,  nulluni  tarnen  vnlnus  accepit. 

27.    Dum    hec    apud   Tynim   aginitur,   Balach,  qui  regem  w.t.  i».  nj 
16  Baldaiuum    com   aliis  nobiiibua    in  custodia  teiiuit^  Jerapoliin 
abisedit  et  dotuiuum  civitatis  verbis  pacificis  ad  se  vocans  oc- 
^cidit    in  dolo,     Unde  Goscelinas   senior    comes   Edessenua  in- 
^■Ugnationis  zelo    viriliter    accensus,    congretjsus    cum    Balach 
^HrJctor  victo  caput  ahscidit.     Quod  intelligenteH  Tyrii  ape  Übe- w.r.  ifi,  ti 
^Hationis    penituij    depu^ita   median  te    rege  Damasceno    vite  sue 
^fbousutueruitt  huiusmodi  condiliaüibus  u^i,  quaiiiius  salvis  cor- 
f     ^poribus    suis   et   uxnrum   ac    liberorum    totiusque    familie  sue 
cum  äubatantia  reruin  mubiliuru  civitate  Christianis  dedita  libe- 
I      rum  habereut  egressum,  nisi  fartayse  quibusdam  allectis  amore 
26  naialis    pairie  placeret  in  Tyro  permauere.     Civitate    igitur  aw.  t,  w.  i 
tiostri.s  recepta  uon  nisi  quiuque  modii  frumf^nti  in  ea  reperti 
luut     Introierunt   aiitem  orthodaxi  iii.   KaL  luüi  ^  anno  mil-    j 
limo  eentesimo  vigeaimo  quarto,    Porro  iuxta  pactionis  fideni 
;e  parte»  civitatis  regi,  una  Venetis  obvenit. 


i  quod]  uumquid  D.  advenieos  D.  2  Biibiloniorum  DH.  altera 
D.  8  obsidioiiein  Bolvere  D.  5  Babiloniorum  I^H  6  ordi- 
H  et  interim  D.  8  incepto  D.  ac  D,  9  inflictiooem  D, 
«(aibuadam  H.  11  conscendens  l>.  12  aigittam  R  IH  operire- 
tar  D.  multuiu  DE.  14  Balac  D.  15  Baldewinum  fX  17  in 
dolo  occidit  Ü.  Goselnma  H,  18  aicenaue  P.  Balac  PH.  19  ca- 
pud  H,  22  acj  et  D.  25  igitur]  gratia  D.  a  otn.  H.  26  reperti 
corr.  c  reperta  H.        28  tertio  Ü.        29  advenit  D. 

Vielmehr  Juli  7, 


IV,  T.  Jf »  IB 


28.  Eodem  un»io  rex  Balduinus  datis  obBidibiis  pro  cen- 
tiim  milibiiB  Michaelita rum  a  captivitate  rediit  über  ^  Qiii  inux 
Antiüchenorrmi  virtiite  congrej^ata  speraas  liberationein  obsi- 
dum  suüruBi,  qiii  pro  ere  alinno  detinebantur,  Alapiam  obae- 
dit*  Sed  iotelligens^  multituditiern  hostium  adventare  Orien- 
talium,  regresflua  est  Antiocbiam  infecto  negotio.  Interea 
Bursequiüus  *,  inter  Orientales  potentisisimus »  partes  Antio- 
cheoas  igne  vastavit  et  ^puliis.  Rex  vero,  qui  gemina  sollici- 
tudine  regni  videlicet  et  principatus  trahebatur,  anxius  super- 
veiiit  cum  mille  et  centym  etjuitibus  et  diiobus  milibus  pedi- 
tum,  cum  Diimerus  htiatilis  crevisset  ad  quindecim  milia.  Sed 
virtute  liegis  regum  victa  ftigit  pai-s  iniruica  ainbsis  ut  dici- 
tur  duobus  milibus:  de  nostris  viginti  qtiatuor  interempti  sunt, 
Rex  de  matmbiis  aoluta  pecunia  liliam  suam  obsidem  liberavit 
feistinanter, 

29.  Per  idem  tempus  rex  potenter  agebat  in  partibns 
Daraascewis  traheos  aecimi  predam  maximani»  Interim  Baby- 
lonii,  qui  quuter  in  anno  Terram  prontissionis  invadere  con- 
sueverant,  venerunt  Ascaloneni«  Hex  auteni  se  coUocans  in  in- 
sidiia  expeditos  niilitf^s  preinisii,  qui  se  hostibus  ostendereni. 
Unde  factum  est,  üt  Egyptii  uiinus  cauti  nostrus  persequeren- 
tur  usque  ad  robnr  regis,  ubi  condnai  sunt  et  occiai  quad  ra- 
gin ta  ceteris  fugientibua  Asculoriem. 

30.  Anno  millesirao  centesimo  vigesimo  sexto  rex  voce 
preconia  t4)tum  robnr  suum  ad  prelium  v<icans  contra  Dolde- 
qnioum»  regem  Damaacenonim^  proficiscitur  ad  locum*,  in  quo 
doctor   gentium    vooem    audisae    dicitur:    „Sauk,  Satde^    quid 


1    Hnno   om.  D.      Baldewinua  D,  2  Michalitam  D.      a  ohl  D. 

3  AnthiocIieiiorDm  DH,  4  detiue  in  ras.  H,  Halappiam  H.  5  in- 
telligenteB  D.  6  est  aupewcr,  H,  ABthiocbiam  DH.  7  Berseqai- 
nuB  D.  orteaiülea  partas  D.  Antbiocbenas  D,  9  anxiis  D.  10  et 
om«  D,  11  advenipset  D.  12  fuit  H.  14  manibus  hostium  D, 
17  Babilonii  DH.  19  conBuernnt  H.  Äsclialom  D.  21  Egriptii  l»H, 
22  robur  corr.  e  robor  H.  23  ABcbalooem  D.  Aecalonem  conr.  ex  As- 
calontem    H.  24   tertio    D.        25    prtconii    PH.      Dodelquinum  D. 

27  Säule  corr,  recent,  man,  e  Salve  H,  Saule,  Sanle  etc.  D. 

*  Nach  W.  T   August  27 ,    richtiger  August  29.  -  ßursequinus 

arab.  Aksonkor.  '  Mergisafar  nach  W,  T,,  d.  i.  Merdßch  Safar  ö.  v. 
Damaficufi, 


107 

me  ptrseqnmsf**     Ubi    rex   exhortatione   premisga  —  Dolde-      um 3 
quiniis   similiter  suos   allocutus   ad  resisteiidiim  pro  patria  et 
piignanduni  sagaciter  hortahatnr.     Exinde  cougrease  sunt  acie« 
nimi«  hostiliter  pngnantes  pro  suis  animabus  viriliter  ab  hora 

5  diel  teriia  usque  ad  hnraiii  decimani  ancipiti  diacrimine  con- 
tendeates  pro  victoria.  Tandem  Triuraphator  in  lerael  inter- 
pellante  siciit  credimus  apostolo  pro  suis  coiiflictiirn  tern^inarit 
per  adverse  partis  fugauL  Diciiiitiir  autem  in  hoc  hello  ceci- 
disse  plus  qnain  duo  milia,  de  nosliris  viginti  quatnor  equites, 

10  pedites  octogintu  sex  pret^r  eos,  quos  m  regressu  in  quadnm 
turri  viülenter  obtenta  rex  interfecit,  scilicet  nonaginta  sex. 
In  alia  vero  tnrri,  que  defeiiKa  non  fuit,  vigmti  irivos  com- 
prebendifc.  Cnnsequeriter  comes  Tripolitaima  Pontius  auxilio 
regis    impigri    Kapharjeaiu  ^    obsedit.  et   ad  dedilionera    coegit  ir,  t.  i»,l 

»Miltimo  die  Martii.  "««ai 

31.  Interea  Bursequinuß  oppida  cum  siiburbanis  Celessjrie  w  t.  «^  »> 
crudeliter  invasit.  Nomen  Syrie  quundofjue  largius,  quando- ».t.  t».  i 
que  strictius  accipitur,  Secundiim  largam  appellabioMem  Syria 
dicitur  provinGiarum  ext.eii8io,  qne  initium  babet  a  Tigri  fluvio 

2"  üsqm^  ad  Egyptum  et  a  ^^TÜcia  usque  ad  Mare  Hnbriim,  ciiiiiö 
ab  inferior»  parte  inter  Tigrim  et  Enfraten  Me9op(>thamia  sita 
est  et  ex  hoc  nomen  babet,  quod  inter  duos  fluvioe  sita  est.  Po- 
tamos  eiiim  Qrece^  Latine  Huvius  dicitur,  que,  quia  Syrie  pars 
est,   ideo  plenimque  in  «cripturis  Mesopotbamia  Syrie  nuncu- 

26  patur.  Post  liaiic  Cele.ssyrie  regio  ^  eiuadeiii  pntentissima  di- 
stinctio,  qua  provincia  continetur  Antiochena,  cui  a  se[)ten- 
trioue  utraque  Cilicia  contermina  est,  que  eiusdem  Syrie  üunt 
partes.     Ab  austrü  vero  Phenii^e  coniungitur^  que  in  duas  di- 


1  Dodelquinufi  D.        2  et  pa^nandum  pro  patria  ü.        4  pro  buib 
om.  D.  7  pro  auporacr.  H.  8  dicitur  D.  10  in  8U]ier»cr.  H. 

II  iurri  €orr  c  turci  D.  sciHcet  oin.  D»  addit  in  marg.  II.  12  de- 
prehendit  D.  13  Patitus  D.  16  ßersequinu»  D,  opida  [}.  Celes- 
airie  DH,  17  i>t  nomen  D.  18  Slna  H,  19  Tygn,  g  auperscr.  li, 
2Ü  Ir:gipti  DH.  21  ab  ©m,  H.  Tigrum  D,  Tygrim  R  Eufratcm  H- 
22  quia  D,  23  Ünvius  plenimque  H.  Sine  H.  25  Celeaaina  Ü, 
Celeeairie  H  potiäsima  H  2(>  plerumque  om.  H.  qan.  om.  DU,  An* 
ibiocbeaa  D.      27  est  conterminata  D.    28  Fheaici  Dfi.     coiungitur  B. 

'  öitl.  TOD  AradttB,  Hapbineh. 


viditur,  <|uarum  prirtift  oiaritima  dicitur,  ciiiim  metropolis 
Tyrus,  a  rivo  Valönie',  qu\  est  sub  Castro  Margat  ^  babeiü 
inititim,  tinem  ad  lapidem  inciäutu,  qin  dicitur  Districtuiii. 
iuxtu  vetustusäimam  urbcm^  Cjiiam  Tyrum  antiqaam  appellüiit 
Altera  vero  Phenicis  Libanica  dicitur,  cuius  raetropolis  est  l)9r 
T. »»  mascus,  que  in  propbetia  dicitur,  ut  ibi;  va^mt  Syrit  Dama^* 
CUH.  Sunt  etiam  jiarteifi  Syrie  utraque  Arabia :  prima«  cxm& 
mtitropolis  est  Boatnmi,  secimda,  cuius  metropolis  est  Pt»tr» 
deöerfci;    sed    et   Syria    Sobal    eiubdem  Syrie  raaioria  pars  est, 

10  cmu8  prima  metropolis  dicitur  SobaL  Nichilominus  tres  Pa- 
lestiiie  partes  sunt  eiusdem  Syrie:  priraa,  cuius  uietropolLi  ert 
Jerosolima«  que  proprie  omicupatur  Judea,  secanda  Cesareft 
maritima,  tertia  Scyothopolis,  que  dicitur  alio  nomine  Betb* 
sam^  cuius  hodie  locum  tenet  Nazareth,    que  similiter  et 

j6  ipsa  metropolis  est*     Idumea  quoque  eiubdem  Sy  rie  ma- 

ioris  pars  est,  que  uovissima  ad  Egyptum  respicit.     Ex  pre- 

dietis  constai,  quod  quandoque  dist  rictius,  quan- 

doque  largius  Syria  dicitur. 

w.T.  I».  »ti  32,    Porro  rex  intelligens,  vastari  Üelessyriam  sine  defea- 

3"  sioiie^  licet  adventuni  Egyptiorum  suspectum  baberet,  yiciniori 
tarnen    occurrens   neceBsitati    ad    partes    lUas  celerit^r  accessil 
et   Bursequinum    retrocedere  coegit,    qui  postmodum  a  dom^^ 
sticis  et  faunliaribus  interemptus  occubuit.  ^^| 

1.  II  33,    Post   hec    Boamundus   iunior    rebus    suis    cum    dnce 

26   Apulie   couipositis  benigne  receptus  est  a  rege  ßalduino,    c«i 

2  Tiros  D.  Valanie]  i  superscr.  H,  Marchut  D,  3  ingciauin  U. 
4  vefcufttissimam  corr.  e  vetuötimam  H.  antiquam  Tirum  D,  5  coi  D. 
6  propbetia  Sjria  D.  capud  H.  7  eius  D.  Syrie  om  DH.  eniot 
prima  H.  8  metropolis  om.  D,  eiuB  U.  9  eed  om.  H,  Syrie  D. 
10  nichiloniinus  corr.  e  nicboloniinua  H.  Patestine  om.  H.  11  caloA 
prima  DH,  est  metropolis  D.  12  Jheroflolima  D.  13  Sertopölid  D, 
ScitbopoliB  H.  14  que  om.  D.  15  est  huiui^  D:  16  Egipttun  DH. 
17  <L|Uod  quaBdof^ue  targiys  quandoque  districtiuB  dicitur  D.  19  Oe^ 
lepsyriiim  D»  Celessiriam,  «  superscr.  fl,  20  Egiptiorum  DH,  suitea 
<leL  epigtion  H.  22  Bersequinum  D.  ^23  et  a  0.  familiaribus  suis  B. 
2A  BuamuBdu»  D.        25  Bälde wino  D.    cum  D. 


'   Vgl  Röhricht    in  der  ZeiUtlirift  de«  deutschen  Pa1äst.-Yer.  10. 
8.  36  ff.         -  Zwiflchen  Laodicea  und  Äradus 


109 


Aßtiochiam  reatituit  curn  c^mnibtis,  que  putng  sni  iuris  erant. 
Eidem  etiam  fiUam  *  snam  secunrlo  f^enitam  itxorein  rtedii   Hie 
^adolescens    seqiienii    vere   oppiflum    Caphanlam '    ribsedit,    nee 
^^aliciii  de  defensoribüR  auin  oculu8  eiüs  pepercit. 
|fi  34.    Pretenuittentes   i^itnr  compendii   causa,   que  mediis 

annis  gesta  sunt,  qula  non  videntiir  memorie  posteritatia  mnl- 
tum  jirodesse,  ad  tricesimum  annum  stilum  transferimus,  cuiiis 
viii,  Idas  Decembris    rex   et  principe^   sui  cum  nm^^na  malti- 
tadine  Chrißtiaiioi'uu»  confusi  redierunt  ad  propria,  tempestate 
10  multa    iinbrium   et  veiifconim    et  nebiilanrm  irapediti,    ne  Da- 
mascum    obsiderent   vel    de  danipnis    siimerent  ottionem,    que 
pertaterftnt  in  hiis^    qoos   ad  victualia   premiserant  quereoda 
in  terram  bostilem.     Uli  aiqnidem  abinviceni  diviai  et  ambu- 
lantes   incaute   a   Doldeqiiino  *    principe   Daraasci    fugati  sunt 
i&  turpiter  et  occisi,    preterea  multi  in  eaptivitatem  ducti.    Post 
hec    dominus    Alapie   invasit  Antiachenos,    cui    occurrit  Boa- 
muödus  princep8  adolescens,   qui  castra  ponens  in  locum,  qui 
dicitnr  Pratum  pallioruni,   irruentibus  subito  in  eum  Alapinis 
destittitus  est  a  suis  et  ab  hostibus  confossns  occubuit     Cuias 
«>  relicta    filia   regis  Jerusalem,    mulier    iiequam,    libidine  domi- 
irnndi  filiam  unicam^  quam  ex  Boamundo  susceperat,  exhere- 
ditare    studuit;   etiam    proprium    patrera    venientem    ob   banc 
cauBam  non  admisit.     Sed  rex  per  quosdam  fidelea  intromisscm 
l     m  nrbem  nialiciam   filie  compreasit  et  uepti  *,   cui  principatus 
^^Biirc  debebatur,   prudenter  amsuluit.     Deinde  reversua  Jeroso 

r 

^  1  etiam  D.     ÄnthiochiaiD  D         in  uxorem  D.     3  vere  sequenti  D. 

opidum  D.  obaedit]  quod¥iol enter  obttnuit,  addit  D.  6  qui  ünte  D. 
8  principe«  corr.  e  princepa  H.  magna]  omni  D.  10  ymbrium  DM. 
et   ven.]    ac    D.  11  de  om.  H.      ultionem  Bumerent  D,      quam  U* 

13  querendo  H.  14  Dodelquino  D.      Damasci  corr,  e  Dammaeci  D^ 

15  deducti  D.  IG  Allapie  D.  Anthiochenos  D,  Antiochenoa  corr  ex 
Amtioehenig  H,  ßuauiuQdua  Lh  17  adolenBcens  princepe  D.  18  ir. 
ruentibuB  corr,  er  irruents  H.  OalupiDUB  D,  Alappini»  H.  20  Jlieru« 
aalem  D,      nequam    mulier  l>.       libidini  D.  21  Buamtindo  0«     ex- 

bcredare  H,  22  x>atrem  proprium  D.  2ü  rex  superBcr,  H.  dam 
saperacr  H.    intromisaas  IX      24  Erurbem  H, 

*  Alice,        "  Kafartab.        "  Tielmehr  najch,  deaaen  tode  «ein  8ohn 
Tbik^lHcb-el-Molek  Butii,  vgl  Wilkeu  a.  a.  o.  2,  b,  566.        *  Constatitia, 


1127 -so 


w.  T.  ta,  1B| 


1130 


W.T.  jl.  1 


W.  T.  13,  f  a  i 


diein  clausii  extremuni  vicesioia  prima  die  mensb  Au- 

gusii  aimo  mille^imo  centesimo  trice^'^imo  priino. 

w.  T,  li,  I  J55.    Successor  autem    regia   defuncti  Fulco,    gener  ijmim 

i   w.  T.  14.  »ex  primogenita  filia  sua,    Post  iieratos  coDatüs  principiÄse  An- 

^^        6  tiocheoe,  ut  ad  secunda  Diatrimonia  convolans  principatum  oh- 

^m  tineret,    |cuin|  multos,  etiam  potentes,  tomipisset,  nee  tamen 

HTt^u,«-!  nialicie   sue   fnictum    reportaret,    rex    exercituiii    duxit  plüri* 

^— ^  miim    contra    Turcos,    qui   ad  nocnmentmn  nostrum  Eufraten 

^H  transierani  et^  cum  .securi  ¥acarent  in  castria  circa  finem  Ala* 

^M      10  pie,  ferociter  in  eoa  irriiit,  ipsos  confecit  et  suos  in  diTisione 

^"^  spoliarimi  hilares  rtlecit,    ribi  etiam  perfidorum  tria  milia  cee* 

w.  TvVi, »  fuisse  perhibentur.    Post  haue  victoriani  Raiiuando  *  de  Allglia 

latenter  evocato  filia  priiicipia  Antiocheni,    iiiTenis  Boamundi, 

uxor    tradittir  excltisu   niatre  et  delnaa,    ijuia  nuptias  eiusdem 

Iß  promissionibijs  falsis  affectabat. 

w  t!  u.  I«  3^*    Isdem  temporibus  ChriRtiuiii  contra  crebros  exeuriui 

^^  Ascalonitarnm,    quos  nutriebat  rex  Egjpti,  constraxemnt  ca* 

^B  struni    Bersabee  *,   urbeiu    videlir^t   veterein  et  dirutam.     Hie 

^P  locu»   tempore    üliorum    Israel    Terre   promissionis    ab    auätro 

r  ao  fuit  tenninuB,    sicut  ab  alia  parte  Dan  aive  Paneas,  qae  Ce- 

I    iiu«  s.to  garea  Philippi    noncupatur^    unde  legitur:    Coynoverunt  omnts 

I  ü    Ihn    usqnr    Bersahee^    quod    fideUs    Samuel  prophrUt    esssH 

Domini     Htc  fuit  puteus  Abrahe,  qui  puteus  septimtm  dtctos 

'    w,T.  M,  u  est.     Post  hec  Pontius   comes  Tripolitanus  captus  est  a  prin- 

.Ttu,  Mcipe  Daniiisci   Bezeuge  nomine.    In terea  Johannes  Constantiuo- 

poiitaiiUH    Imperator  Alexii    filius   cum  exercitu  maximo  Elle* 

spontum  stve  Bracbium  sancti  Georgii  transiirit  et  poat  ifciiiera 

4  stid  oto,  D.  poatdteraa  D.  5  Anthiochie  D.  d  in  ad  flu« 
perscr.  H.  6  ne  H.  8  Thürcoa  DH.  9  transierant  L».  12  te- 
feruntur  D.  13  filia  Buamundi  D.  Atbiocheni  D.  inveoU  Boamtmdi 
om.  D,  uxor  iuTeniä  BoaiDundi  R,  14  et]  ae  D.  eiusdeni  iurenta  D, 
15  fakis  promisaiotiibui»  D.  16  bisdcm  D.  1?  A schal onitarum  D. 
Kgipti  DH.  19  terre  om  D.  20  que  de  D.  21  cognovenmt  om- 
net  a  Dan  usque  Bei-atibee  etc.  D.  22  u,  B,  f  S.  p.  e.  D.  H.  2^  Ha- 
brae  H.  tepi]  vivus  D,  tvus  H.  2:^  Fontinus  D.  25  Bexeageoe  D. 
nomine  om.  B.      26  Alexi  R     magno  D.      27  sire  aive  D.    Oeoril  H. 

'  Raimund  8<jhn  des  grafen  Wilhelm  von  Poitou.  '  Die  borg, 
welche  für  das  ulte  Beerseba  gehalten  wurde,  erhielt  den  nanten  Qibelim- 


< 


I 
I 


longH  Tarsum,  prime  Cilicie  nietroiJüIinj,  silji  vendicHvit  «icque 
univeraam  Ciliciam  ab  Aiitiocheno  principe  per  annos  qy  ad  ra- 
gin ta  quiete  posseB^am  violenter  occupavit.  Deinde  progrediena 
ciim  exercitus  aui  miiltiiudine  rivitatem  obsedit  Antiacbenam. 
6  hl.    Ab    alia    parte  8anguinus  '  Christiaiiisrai    perseciitor  i 

immanissiniiis  Montetii  Perratiim  '  dupra  civitatem  liaphaneam 
situm  obsidione  cioxit.  Ad  tanium  pericultim  rei  invitatua 
flicut  impiger  et  socionioi  consolator  cum  ouinibiis,  quos  ad- 
ducere  potuit,  advenit.     Quod  intelligens  SangninuÄ  stationem 

10  snam  solvit  et  in  angustis  fancibua  cimi  rege  pugnavit     Rex 
autem  victus  magis  locorum  difficultate  quam  bostium  probitate 
86  recepit  in   prestdiiim  milla  tarnen  inferens  vietualia,  qne  ca- 
ätrensibttö  erant  rara.     In  eodem  prelio  multi  de  nostris  cecide-  ] 
runt  et  preter  alioa  capü  sunt  viri  nominati,  Eaimiindus  conies 

11  Trii>olitanti8  et  alii  phires  eqnestris  ordinia.    At  rex  in  angustia  ' 
conatitutuB  misit  ad  patriarcham  Jerosolimitanitm  ooncios,  ad' 
Aniiochenum  et  Edeßsenom  coraites^  ut  velociter  ipsi  snccur- 
rant  et  suis.     Antiocheni   salutem    regia   suo  periculo  antepo- 
Qentea,  licet  imperator  Constaiitinopolitanus  in  foribus  eos  ar- 

30  geret,  cum  pairiarcha  et  aliis  cupiis  accelerant.     Quod  regem  ^ 
latuit^  Sangiiiiio  manifestatum  fuit^  nnde  verbis  pacificis  reifem 
et  8U0S  in  summa  necensitate  crmstitntoB  ad  talem  cnnditiouem 
induxit,   ut  presidium  ipsi  traderent,  eos  vero  liberos  abire  per- 
mitteret,    Tripolitanum    etiani    comitem    et    quoa   in    proximo 

»6  prelio  ceperat  libertati  pristine  restitoeret,      Hec  pacta  servata 
sunt   utrobiqiie,    quia    tam    vieinnm    liberutionis  aiixilium  rex 

« 

1  Tbarsum  DH,  Scilicie  D,  2  Sciliciam  D.  Anthiocbeno  D. 
anno  D,  tmoa  quadraginta  alio  atramento  postea  addit  H.  3  quie- 
tam  H,  occupavit  auper  deleto  ohtinuit  H.  4  Anthiocliiam  D,  An- 
tiocenam  alio  atramento  postea  addit  et  o  Buperscr.  U.  5  Sanginua  D. 
Cbristiani^dimi  D,  perseqntor  H.  8  anorum  D.  0  Simgmus  DH. 
12  recepit  corr,  e  recipit  H.  preaidio  DH.  nuL]  in  illara  D,  1 3  bello  D. 
H  multi  capti  «unt  D.  15  equestTeä  D.  16  JberoBolimitanum  D. 
17   Anthiocbeimm  D.      Edessanuni  0,  18  Anthiocheni  D.      »ui  D, 

preponentea    D.  21   Sangino  D.      manifestum  D*  22  neoeesita^ 

iem  H.        23  traderent  tpsi  D. 


1137 


'    Emadeddi  Zenki,         '  oder  Barin  bei  Raphania.         '  Richtiger; 
ad  AntiocbeDOm  principem  et  EtleüaeDum  comitem. 


112 


IUI -9 

W-  T-  14*  :««* 


Lt.  16»  i 
f  113» 


u 


b  T.  1»,  1 


W,T.  l6t3-4 


1139 
W,  T,  18,  1 


penitiis  ignorabat.  Statin»  princepa  AntiocheDus,  ciitns  res 
artf>  positft  fuernnt,  reversus  invenit  eivitatem  su&m  vexari  per 
imperatoris  aßsultus.  Porro  viri  pntdentes  animadTerterutii,  ni- 
mis  periciilosuai  csae  bellum  inter  Christianos  gen  et  qood 
res  in  eum  casum  venire  posset,  nt  malum  inde  perveuiret  in- 
corrigibile,  paceru  reformaveniot  int«r  discordanies  ita,  quod 
prmceps  fidelitatem  iuraret  imperatori  et  eivitatem  »b  eo  te- 
neret  portasque  aperiret  imperatori  venienti  sive  irato  sive 
pacatü.  liiis  ita  compositis  Imperator  hieniabat  in  Cilicia  circa 
TarsuiD  in  regione  maritinm. 

38.  Veris  aiitein  redeunte  tempore  civitiitem  quandam 
Cesaram  ^  obsedit,  ad  cuins  castra  Antiochenufl  et  Edesaenuä 
comiies  accesserunt,  nbi  princeps  scacis  et  alii»  vaniiaübaa 
tnagis  quam  negociis  belHcis  intendebat,  ideoqne  gratiam  im- 
peratoris demernit  in  tantum,  ut^  cuna  civitaüi  per  morain  capi 
potuisset^  Imperator  capto  subiirbio  et  multo  sanguine  fufio 
cives  ad  aniicabiles  compositiones  admitteret,  ne  civitas  ad  do- 
minium principis  perveniret»  et  sie  accepta  pecnnia  Antim^hiiUD 
profectus  e.st  et,  iit  decuit  imperialem  magnificentiam,  a  pa- 
triarcha  et  clero  et  popiilo  procegLsionaliter  receptus  eivitatem 
introiit.  Sed  cum  vellet  in  arce  civitatis  presidiiim  ponere^ 
pfipulares  Antiocheui  crimen  proditiotiis  iniposuenint  Edesseno 
comiti;  mc  orta  seditione  qnibusdaiii  etiam  de  fatnilia  impe-j 
ratoris  truncatis  imperaiar  oratione  preuiissa  sedavit  tnmultui; 
et  ante  eivitatem  castra  sua  collocaus  post  excusationes 
prudentiürea  Antiochenns  factas  red  iit  ad  propria. 

39,  Post    hec   Sanguiiius   de  varüs    bellorum  sitccesaiboa | 
elatiis  cum  multitudine  gravi  bellatorum  usnrpari  sibi  regBi: 
Daniascenuui    disposiiit,     Ainardus   autem  Damasci  procurator 
inferior  viribus   a  rege  Jerusalem  ac  principibns  regni  petena 

1  ba  ie  ignorabat  euperscr  H.  Äntbiocbenuß  l>.  i\  porro]  tameti  D. 
•1  periculosUDi  nimie  D.  geri  in  rasurü  H.  5  veu.]  inveiiire  H.  9  bj«-  ^ 
iimbat  D.  Scilicia  D.  lOTharauaiH.  12  Anthiochenus  D.  ISacha* 
cia  D.  17  doiti intim  D.  18  veniret  D,  Anthiochiam  D,  20  cum 
clero  D.  2  i  introivit  D,  22  Aitthiocheni  D.  25  ante  in  rasara  E 
coilocQiis  caatra  $ua  D.  26  Atitbiochenis  D,  Antiocbenafl  H*  27  Sangi- 
nun  ih  29  dieponit  t>.  i  in  AinarduB  Buperscr.  H.  au  suie  tigno  ab> 
brev,  H.        SO  Jherasalem  D. 


Am  Orontes,  arab.  Bazaa.  vgl.  Wilken  a  a.  o,  s.  659. 


anxilium  feduB  prtidenter  cum  eis  miit  et  preter  alias  cautio- 
nes  filios  nobiliuni  ubaides  dedit  adicieüs  interpositis  coiiditio- 
nibns,    quod    si   Paneadensem    nrbeni    expugnare  valerent  suis 
et  ipHorum   viribus,  quam  »diiii  Doldequinua  violeiiter  obtinnit,  w.  t.  15,  a 
eadem   civitas    in    iura  Cbristianoruni  rediret,     Gauguin iis  tali  JJ;  J;  JJ*  J 
federe  territus  ab  iofeatatione  Damascenoruni  recessit.    Paneasw  t.  i*,t-i« 
igitur    obsidioDe    cingitur   Ainardo   regem    fidel  iter  adiuvanie. 
iijuibas  adinncti  sunt  princeps  Antiochemis  et  coTnt's  Tripoli- 
tan  US,  et  post   varia  civiiim  torraeota  prefato  procura tore  Da- 

1«  maAceuo  median t^^,  ijui  pactorum  legeni  iuviolabiJiter  serva- 
fit,  rex  per  deditionem  cmtateui  sui  iuris  recepit.  Hec  est 
Cesarea  Philippit  qiie  Paneas  et  alio  nomine  Beiinas  et  in 
libro  Josue  *  Lesern  Üan  miuciipatur. 

40.    Post   quatuor   fere   annos   a  tempore  reversionis  suew.T.  la,  1» 

16  Johannes  imperator  ÜonstantinopoHtamis  it^rum  cum  exercitu 
.•HO  versus  Autiochiam  proticiscitiir  et  in  via  positiis  iusisteiis  ^^-t.  1«, « 
t^nationis  vanitati,  dtini  sagittnm  luxieataru  in  aprum  minus 
caute  dirigere  niteretur,  in  manu  propria  vulniis  accepit  a 
s^metipso.  Et  dorn  auisilium  haberet  a  niedicis,  ut  ainputata 
'  citius  manu  virus  totum  in  ea  remaneret,  ne  corporis  inte- 
riora  corrumperet,  respondisse  dicitur,  iodi^um  esse,  ut  Ro- 
manum  Imperium  una  mann  regeretur.  Kmmanuelem  igitar  ^v 
iuniorem  filinm,  qni  tiinc  in  ca^**tris  erat,  heredem  regni  de- 
ciaravit,  ne  acephaliis  rediret  exercitim,  et  sie  rebus  suis  com- 
positis  diem  riausit  extremum''. 

4L    Interea   contra    excursus    Ascalonitarum    nostri  duasn%T.  i5,m*s 
adbuc  muuitiones  constnixerunt^  de  qiiibus  cum  Hei-sabee  pln- 
rimum    rompressi   sunt   hostes.     Post   hec  rei  et  regina  spa- w .  t,  in.  tr 

t  cum  eis  prudeot^r  D        3  a  ante  d  auperscr.  D.     ipsia  D,       4  Do- 
delquinufl  D,  5  iure  H.  6  Damascenorom  corr.  e  DummaAceno- 

mm  H.  7  Aynardo  D.  8  Atitbiochemia  D.  11  ditionem  D,  de- 
ditionem corr.  e  ditionem  IT,  13  Joaue]  reguni  H.  Leaedtin  DH 
nuncupatirr  Lesedan  D,  e  in  nuncupatur  superscr,  H,  16  auo  oiil  i>^ 
Aüthiochiam  D.  ante  insigteos  del  et  H.  17  miau»  corr  r  mnib  H, 
18  dirigere  BuperBcr.  H.  19  t  in  et  auperscr  H  ciiperet  Ü.  ut  om.  D, 
omputatar  P.  20  manu  et  D,  jx^st  manu  superacr.  quia  H.  2  t  ut 
•ftperscn  VK  22  Emanaelem  D.  26  exercituM  D.  Attcolonitaraiu  T>H. 
adhac  duu«  D.        28  aut  D. 


I 


«  Vgl.  Job,  19,  47. 

Oiiwat 


Kaiier  Kalojchaunes  «tirbt  1143  april  8. 

8 


i 


uiä— »  oiandi    cansa    de    Ptnlomaide    sunt    eji^essi.     Sed    rex  admisso 
equo    dum    fugientem    leporem    insequeretur,    equo   cesptiänUt 
coDtritiim    est  caput  ipsiiiB  aelU  super  eum  cadent^«  ita  qucwl 
eerebrum    per    nares   et   üs    et  atires    flueus  mortem  iitducerei 
&  vuliierato,    anno  gratie  raillesimo  rentesiino  quadragesimo  »e- 
wfV,' I«!  I  cundo,  IIL  Iduß  Navembris  V     Vm  euceessii  in  regno  Baidui- 

nus  tertius  etatis  sue  anno  tertio  decimo. 

w.  T*iö.  4  "^2-    Circa   regis    hnins    initia  Sangninus   Edesaain   metro- 

polini    Medoruui    obsedit,    que    alio    nomine    dirta    ♦5«i   (iage». 

n  Comes   hu  ins   civitatis    in  alio  loco  morabatur«  inier  quem  et 

principeni  Antiochenüni  iniraicitie  iam  fuerant  manifest«^.    Unde 

propter  odium  persone  princeps  necessitati  Christiane  subvenire 

w.  T.  1«,  fr  recnsabat.     Sanguinus  autem  per  cuniculoa  et  occultos  oaeatus 

snffosso   muro   et    fulcris    igne    combustis    civitatem    violenter 

u   intrfnvit  eamqoe  cepit  in  ore  gladii  criiore  fideliuni  - —  neti  eUli 

nee  sexui  parcens  —   tyrannice  fuso.     Hec  civitan  ab  apo^tolo 

Thadeo  conversa  fidem  Jhesu  (Jhristi    tenuit  usque  ad  hec  tem- 

pora.     In  eadem  nrbe  corpus  beati  apostoli  Thome  dicitur  esse 

repositum,  corpus  eiiam  Abagari  regis,  de  cuius  epistola  SaU 

»0   vatori  niissa   et  alia  a  SaWatore  reraissa  Eusebiiis  CesartenfiiH 

epiäcopus  in   Ecclesiaatica  Historia  *  scribit. 

w  T^nt,«  ^*^*    Bald  u  in  US    udbuc    etatia  tenere  audiens  cufitruni.    cui 

nomen  erat  Vallis  Moysi  * ,    in  Syria  Sobald  a  Turcis  occttpa- 

tnm  fuiflse,  collectis  copiis  niititaribus  in  Arabiam  proüciacitur 

!«6   ibique  armornm  virtnte  vexatis  atlversariiis    qaod  amtserat  re- 

cuperai  u 

44.    Interea  Sanguinus   ultione   divina    |)ercu8sus   a  cubi-fl 


1146 


1  Tholomaida  D,  Pbtolomaida  H.  *2  dum  am  I\  leporem  fu- 
gientem D.  inseqtieretur  velocius  U.  3  capnd  H.  4  et  ob  om.  0. 
G  BaldciwinuB  D,  7  eue  om.  D.  8  Sanginu«  Thurcomni  potenti^- 
Himu8   D,  11    Anthiocheniim  D.         12  Christianorum  1*.         14  buK- 

t'oBBo  D.  tulcris"  om.  1>,  crh  m  ra«.  H.  coaibusto  f».  17  Jhe«ii  om.  D, 
18  Thomc  apuatoli  IX  Ift  Äbiari  R  21  describit  D,  22  Balde- 
winus  D.  etiilis  tenere  adhuc  D.  cni  Vallis  nomen  erat  Moyai  D 
23  Thurciti  DH. 

^  W.  T,  giebt  hier  den  todestag  Ftilco»  mit  Idus  N^ovembris,  aber 
XVI,  8    in  übtireinstimmun^  mit  0.:    IV«  IduB  Novembriii.  ^  Lib.  1 

eap.  13  in  der  »insgabe  von  Külti,  15S1.        ^  Südlieli  votu  Todten  Mc4^ni 


i 


cnlMriis    suis   interfectns    occiibuit.      Qui    dum    retiquit    filioK,    tu«-? 

c|Uomm  unus  apud  Mtisulam  \  reliquus,  cui  nomeri  Noraditios, 

Bjnid  Alapian»  doiDinabatur.     Noii  mnito  t^rnfKX'i»  |>08t  qnidaiii  ^v.  V*i\ « 


( 


potenti«sin)us  Turrorura  »atrapa  iiiit^  federe  ciim  rege  aug- 
»  geHHit  Chrifttiains,  iit  armata  manu  Bostnmi  adirent,  cuioR 
ipse  custos  fuit,  promittens,  quod  in  manu  regia  traderet  illud. 
Est  auleXD  Bostnmi  ^  prime  Arabie  metropolis,  quod  alio  no- 
mine Buthseretb  dicitur.  Hoc  CHasiliuin  Sarraceiios  non  latuit;  w.  t.  w,  « 
et  cum  nostra  gens  iter  ageret^  itilidelium  aggressione^  susti-  f  i 

10  imit  pericutosisaimas.     Tandem    cum    multo    hibore  perveniens  wt.  i«,  m' 
ad  castrum  iotellexit,  quod  uxur  prefati  Tiirci  illud  in  maiius 
Tarcorum  tradiderat.     ünde  rex  uiaiori  periculo  suos  reducere 
studoit.     Nftm  hostes  nee  diebiis  nee  noctibiia  requiem  dabant 
Christianis,   sagitta»    et   alia    niiasilia   inntar  grandinis  in  ens 

i&  iaculantes.     Kfistri    vera   mortuos    suos   et   sancäatos    lumentis  w.  t.  i«.  ti| 
imposaerunt^    ne  dampna  gravissima    per   strafa  radavera ,    si 
relieta  iaeerent  in  viis,  manifeste  cognoscereiit  hostes.     Regio, 
per  quam  transierunt  Christiani ,  vepribas  et  frutectis  et  ear- 
duis  plena  fuit ,    que   eucct^ndentes    inimici   sitim  laborantibiis 

»•  aoxerant  et  iiiAtar  nebularum  fiimiis  t^xit  gradientes,  Nigralo 
preierea  fuliginis  facies  eorum  fnscavit.  In  hac  angiistia  sup- 
plieabant  archiepiscopo  Nazareiio'',  qui  Hgntim  dominicum 
baiulabat,  ut  pro  eis  oraret  Deum.  übi  virtus  orationis  tarn 
\  efidens  miracitlura  induxit,  qood  vis  ventornm  omnem  illam 
bi  notestiam  converteret  in  hostes.  Stupent  perfidi  novitate  mira- 
cwli  et  singularem  repntant  nhristianomm  tiduin,  que  tantoni 
po^et  a  Deo  suo  beneticium  impetrare.  In  hoc  periculo  cum  w  r.  i 
nostri  dncem  vie  non  haberent,  qnidani,  quem  igiioramiis,  imde 


2  Masaul  am  D.  3  Halapiam  D,  Alappiam  H.  4  ThurcorQm  DH. 
racceflaii  D.  @  Busaeret  I).  1i  nogtri,  i  in  ras.,  gens  om.  H.  age- 
reat  H,    tigeret   iter   D.  11    ad   castra   »uper&cr.    H.       Thurci  DH. 

12  Tharcoruiii  B|  om.  D,  1ü  nee  noctibas  nee  diebus  \K  14  biia 
aimilia  Ü.  15  noBtri  corr.  e  nnstri  H,  nostroa  D.  soos  oni,  D.  17  in 
viiö  om.  D,  18  fruttecti»  D.  cardinig  D.  19  anccedentea  D,  21  fu- 
ügo  D»  fulHgiais  H  23  ipsia  D.  25  converterit  D.  27  poaait  D, 
28  vie  om.  l>. 

^  Moaul.  Die  töboe  Zenkis  hidBsen  Seifeddin  und  Nurredin.  *  Boira 
oder  Bostra.        '  Robert. 

8^ 


k 


vent'nt  ant  quo  poni  rhicatiinj  devenerit,  a^^rainn  ßdelium  pre- 
cassit  perducena  ad  l(M?iiin,  in  quo  copiain  aquaruni  inveoerunt 

w.i.  ie»N  45.    HiiH  malij^    acceait    cladei  Edessenoriii» ,    qui  reman-     ^ 

serant  sub   iago   i^erfidoruni  ^    postquam    expugnati   fnemni  afl 
B  Sanguino.     Cum  enim    com  item  Edessennm    revocasssent  in  ci- 

w.T.jo.ia-iövitatem,  Noradinus  congregata  multitiidine  fere  omiiea  extinxit. 

w.T.  m.  TN  comes  tarnen  fu^tivua  eyasU.  Has  et  alias  mifuerias  ChristiR*  ■ 
nitas  perpeasa  prope  per  onane»*  parte«  Orientalen  ah  apostolic4i  ~ 
sede  postulavit  auxilinm. 

46.    Sammus    pontifex    Ktigeuiiia    compassns,     at    debiiit« 
Onentaliiira  fletibns  predieat^res  emisit»  inter  quoa  heatns  Bern-  i 
hardus    tvlarevaüensis    abbas    extitit    precipuus.      Eo    tempore i 
.^i^iiacula    crncis^    accepertint   Conrad us  Komuiiorutn    ünperator 

w. T,  id,  i«et  Lothewiciis  rex   Francoriini ,    qui    separatio]    gradientes  per] 
ift  Austriam  ^   üngariam,  tiuli^ariam  et  Greciaiu  '    post  tranaitüüi 
EllijfHponti  phirima  pericula  pussi  suot    et  daiiipna,     (Jonrad uj( 
iniperator  tendens  Yconium  in  Bolitudinetn  vastam  devenit,  ubil 
congregata    innomerahili    miiltitodine    Tnrcornm,    cum    etiani 

w.T.  4ü,  »i  virtnaliiim  paterentiir  inopiam ,  de  septuagiiita  milibus  lorica- 
•-*«   torum  eqiiitum  Bt  numerasa    ninlfcitudine    pedituin    vix  decima 
pars  evasit  aliis  fanie,  aliis  gladio  pereuntihus^  alüs  in  Tinculaj 
coDiectifi,  anno  roillesimo  centeRinio  qnadragesimo  sexto  *  fnense| 

\v!T?te!'w  Novembri.      Imperator  reversrus  Conatantinopolim  tandein  iiavi 

w, T,  i«,  t9  gando  pervenit  Jerosolimani,  wbi  magnitice  receptns  gloriosar 
25  vinitavit  sepnkhrum.     Rex  Fraocornra  ^ubseciitus  ituperatoreml 

\v.T.  10. »  sitniliter   phiriraa  dampna  perpessus  per  hostium  aggreasioueai 

wl ?;!«!»*'*  fajnem  navigio  pervenit  Antiochiani.     Indicitur  autem  com 

solempniB  apnd  Ptolomaidem  a  regibns  et  aliia  baronibiis  cele*^ 

3  Ef^esBatioryni  DH.     5  Sangino  0.     Edeeaanum  D,  Edasunum  H. 
_  6  NaradinuB  D.  8   pcrpeaea   in  marg.    H  11  post  fletibas  delel 

Orientalen  H.  12  Hn  11  superscr.  H  13  imperator  Eomanoriim  D^ 
14  Ludowicu»  D.  15  Hungariaui  U.  iTretiam  D.  10  pericula  om.  t)J 
et  om.  D.  IS  ti  in  multitudine  superdcr.  H  Thureorum  D.  19  mtJ 
libas  corr.  e  militibuB  H.  21  peremptis  D.  24  Jheroaolimam  D| 

25  sepulcrum  D.  aubaeqautus  H,  sabäeputusest  D.  27  Anthiocbiani  \\ 
et  addit  D:    deitide  ad  ciTitutem   eanctam  loca  religioaa   visiiaturus. 


I 

I 


117 


br^nda.  Hiiir  tmctatiii  prei*»r  tres  rpgi*K  multi  nnmiimti  inter- 
fuerunt  viri;  Theothiinis  Portuensis  episcopun  apostolice  sediB 
legatus,  Gwido  saiicti  Crisa^oni  presbiter  cardfinalis,  aponto- 
lice  sedis  legatus«  Frethericiis  dux  Suevorum,  adolescens  post- 

Ä  raoduin  imperator  pcitentissimti»,  Theodericös  comes  Plandren- 
Stö  cum  TDultis  aliis. 

47,  Hü  oiiines  commiirii  consilio  namagciim  adeaut  per 
Paneas  et  ojontem  l^ibani  aTiim  milleaimo  cfiTitemmo  cjuadra- 
gesimo    sexio  ^     Fortitndti  Daiiiasci    virgultiini    eius  servabat, 

\if  qiiod  tarnen  Christian!  violeiiter  irmiiipeiitea  et  otscupautes 
aqua.s  terrorem  nimium  et  desperationem  hostibus  incn-sserimt. 
Porro  Dauiasc^ni  iiichil  itiiemptatiitn  relinqaentes  promisaa  pe* 
ciinia  et  solota.  «lue  tainen  iüventa  est  reproba,  quosdam  de 
filiis    Belial,    fjurtnim    noniina   Dens  seit,  comiperunt.      He^e« 

ifr  autem  persnast  veneno  proditionis  a  virguUo  Damasci  £ie  tratis- 
tnlemnt  in  partem  civitatis  alteram,  ubi  frustra  laborantes 
obsidione  soluta  inglorii  redierunt;  et  sie  imperator  ac  rex 
Frftnconim  iiichil  in  Terra  promissionis  gerentes  memoria  di- 
j^iiini  reversi  .sunt  ad  propria, 

10  48,    Noradinus    Interim   cousidernns  ("hristiatiurum  paiici- 

Utem  principatuni  Antiochi-'num  *  aggressus  est  in  maltitydine 
gravi.  Princeps  sicut  vir  impetuosus  et  inctuitus  cum  eo  in 
patentibus  campis  piignavit,  nbi  victus  est  et  «jccisus,  et  cum 
eo  Rainald  US  comej^  de  Mares^^  vir  strennuus,  cum  multis  aliis 

SA  occnbuit.  Post  hec  Noradinu«  Harench  *  owupavit.  ipiam 
II  a  q  u  e  in  h  n  d  i  e  r  im  m   d  i  e  m  r  e  c  a  p  e  r  u  r  e  nun  v  a  1  u  i  t 

1  at  in  tractatui  aapen»cr.  H.  regia  D.  inter  eapertcr.  H,  viri  inter- 
fuerunt  D,  2  Tbeorinua  D.  3  Wjdu  D  4  Fredericus  D»  8  Ly- 
batii  D.  9  »eptimo  D,  aervabat  oui.  H.  10  que  D.  irrumppen- 
ie»  H.  13  que  in  raeura  H.  15  \drg«lti  D,  17  redierunt  inglo- 
rii  D.  18  gerente«  sujierscr,  H,    gerentei?  in  l'erra  iiromisaionifl  D. 

20  Norandinus  D,  Coradimie  H  pamcitatem  Christian r3ruiii  D,  21  Ätio- 
chenum  D.  22  princep«  autem  D.  ine  )  in  auperecr.  H  cum  eo  bei- 
lum  D.  23  pufe'navit  auperacr.  H,  commigit  D,  24  coraes  om.  D. 
Demares  D.     strenuus  OH.        25  Nonmdinas  D. 


lUT— fr 


IUI} 

\\\  T.   17     J 


\\\  I.  17,11-4 


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%v,  r.  IT,  • 

W.  T*  IT,  • 


IH)I 
W,  1',  IT,  0 


\\\  V.  Jf,  10 


»  Vielmehr  1148. 
Juni  29.  *  Man^pcl 

tiocHa. 


*  Rainaond    fürst  von  Antiochien   stirbt  1149 
im  kgr.  Araienien.         *  Harim  östlich  von  An- 


MAS 
WT.  17,  »i 


W.T.  IT.  n 


I 


10 


1163t 

V.T.  ir»  1« 


tr&B 
yr  T.  if.  J» 

W.  T,  47,  90 
Aot*    11 

1117 

W,  T.  1»,  11 


C  li  r  is  fc  i  a  ti  i  ta ».  Edesi$eüui!(  etiaiu  cutiies  *  uoctiirtiutii  tkr 
agens  et  paiilulom  divertens  a  s\m  laptus  est  a  latronibas  el 
Alapiam  ductiis,  ubi  longo  squalore  carceria  et  catenaram  pon- 
dere  pressus  niiserabiliter  exs}>iravit.  Exiude  ao^itn  Ga^axn 
pro  parte  reparaverunfc  ipsauique  militie  Tempil  sagaciter  as* 
signaverunt  poösidendam.  Ab  illo  autem  tempore  terrestrii 
exercitus  Egyptiorüm  nosfcro«  rarius  infestare  presumpsit 
luterea  Noradini  putentia  prevaUiit  in  tantinu,  ut  tres  proviiicijü«, 
que  Antiocheno  patriarclie  subtecte  fuerant,  violenter  occuparet, 
qiias  iisqiie  in  hodienuim  diem  Sarraceui  detinent,  Edesseoani 
videlicet,  Jerapolitaaam  et  Coriciensem  ** 

49.  Procedeiite  tempore  quidam  nobiles  Turcorum,  cpii 
Harioqnin  ^  iiuiicupatitur,  Jerusalem  sibi  bereditariu  iure  deberi 
tlicebant  jet]  hortantü  matre  et  ignaviam  improperaate  cum  ar- 
niata  militia  ad  civitatem  sanctam  ascenderunt.  Contra  quos  ia 
luoiite  Oliveti  constitufros  Jerosolimite  sunt  egreasi  et 
qnentes  eos  fiigitivos  ii8que  ad  ?ada  Jordanis  et  coDtein[»tis  spoliis 
(iccidisse  dicuiitur  ex  eis  qiiinque  milia^  atino  millesimo  cente^imo 
«jinnquagesiiuo  secaudo.  IX.  Kai.  Decetnbris. 

50.  De  hac    victuria  popiihis  fideliimi   confortatns  Aw<^- 
lonem  obsedit  et  per  longaui  moram  defatigatus  miiltu  sanguiue 
ab  utraque  pai'te  fiiso  tandem  ci?e8  ad  deditionem  coegit  anno 
millesimo  eentesimo  qninqnagesimo  quartu,  XIL  die  mensis  Au*^ 
gusti.     Porro  rex  JeruBalem  odio  siie  paupertatis  contra  fidem" 


I 


1  tiv  euper^er,  H«        Edestjanua  D,    Edaäsanuä  H.        etiam  om.  D«^ 
2  diTert^nt'ea  D.  S   Alappiam  H.       caihctiarura  D.         5  pro  part«! 

om.    D,      ipaamqae  ^  aasignavenint   om.    D.  7    Egiptionim    DFLj 

8  inde  et  D.    Norandini  D.    iaterim  D«       9  Anlhiocheno  D.     sabieoti  D*J 
occuparet  corr.  ex  occnpavit  H.       10  quoa  D.     Edessanam  DH.     11  Cor*] 
liciensem  D.         12   ThtircoruDi  D,        13  Arquin  D.     cognominabantof 
qm  D.    JTierußalem  D.    deberi  corr.  e  debere  H.       14  ortante  I>,     17  ooo- 
teniUs  D.       18  ab  D.      21  Äschalonem  0.     obäedit  corr.  ex  abeedit  R»f 
fatigaitiB  D.        22  coegit  ad  dedittouerii  D,        25  quinquagesbno  qui 
in  raaura  H,  quarto  om.  D.       24  Jher*iaalem  D, 


^  JoAcalin;  er  starb  nacb  neunjähriger  gefaa genschaft         *  Koroi 
in  der  grafaclt  Edesäa  '  W.  T,  Hiaroquin,     .Vielleicht  ist  H&rioqii 

£tt  lesen,  was  der  pluraliä  des  patronjinisehen  adjeetiTi  von  Ortok  ^ 
würde^  Wilken  a.  n.  o.  3,  abt.  2,  s.  18  note  28.  Der  Ortokide  hii 
üutjsanieddin  Timurtaach. 


119 


pnblicam  et  privatAtn  reniens  treugaiii  vialavit,  in  qua  Deiim 
offendit  et  homines,  i<1eoqae  procedent^  tempore  tnrpiter  fu- 
gaia»  a  Noradiiio  pre^idiom  in  sola  fn^a  poiiens  mnltos  oobile» 
et  strennaos  tunc  amisit.    Uainaldus  etiatii  eomes  ^  Aotiochenus, 

»  qoi  patFiarcham  oielle  linitiim  muscarum  punctionibus  expnsuit, 
in  compensationem  söi  sceleris  postmodom  captivatiis  est  a  Sar- 
racenis  et  ignominiose  ductiis  Alapiara  in  horrore  etiam 
carceris  inclusuf»  penitendi  äpatinm  habuit 

51.    Sane  ßaldainns  rex  diem  clausit  extreiiium  anno  mil- 

\n  lesiiDO  centesimo  äexagesiiiio  secuudo,  Cui  successit  Amalncu8 
frater  ipsius  unictis,  comea  Joppetisis  et  AscatoTiitanes.  Hie 
eirca  principium  sui  regni  contra  woldaeimi  Egypti  pu^navit  ip- 
stmiqtie  devicit.  Secundo  etiaiu  Egyptnui  ingressus  pro  luagiia 
parte    voti  sui   compos   effectiis  erat.     Noradiniis  inte  res  tur- 

16  pissitne  fiigatus  est,  dum  in  terra  Tripolitana  deliciis  vacarefc^. 
Huius  rictorie  dncea  fuerunt  tTiselbertus  de  Lacis^,  princeps 
militie  Tempil,  et  duo  nominati  viri,  qui  orationis  causa  Jero- 
solimam  ascenderant  de  Aquitania  venientes,  (laufridafi  *  et 
Hugo  de  Linziaco  ^  Hec  antem  leticia  ( "linBtian<»rutii  post-  , 
I  modum  versa  e*5t  in  luctiioi.  Xam  ciuu  Noradinus  ab  ol)si- 
dione  caiasdam  ca«tri  metu  nostre  partis  recessisset,  qiii  contra 
eum  profecti  fuerant^  aolatis  aciebus  nimi'^  impefenose  post  i|j- 
sum  cucnrreriint;  ipse  vero  prevalens  Inctnosnni  valde  daoip- 
nura  nobia  intnlit.  Nain  preter  oecisns  et  spolia  multa  cmpti 
sunt  ea  tempestate  et  Alapiam  in  captivitateni  dncti  viri  iio- 
uünati:    Boamundu^    princepa  Antiochenus,    Rainaldiis^  comeü 

1  qao  D.  B  Norandlno  D,  Noradinus  H,  i  strenuoä  H*  etiam 
om.  D,  Anth lochen U0  D,  6  sceleria  corr.  e  c«leria  H.  7  H ala- 
piam D,  Alappiam  H  8  concluaus  D.  9  Baldwinos  H.  10  AI- 
narictts  D|   Almancua  H.  H   Aschalonitanua  D.  12    Egipti  DB. 

13  etiam  am.  D.  Egiptmn  DU,  16  victorie  corr-  ©  dictorie  D.  Laa- 
ds  D,  18  et  Hugo  superscr.  H,  24  ociosoB  D.  25  Halappiam  H, 
26  BuamunduB  IX     Anthiochenus  I J.    Renoldue  D.    TripolitaTiaBCOineB  D, 

*  ViehDehr  princeps.  *    B«im   Kurde nachloas   unweit  Raphiinia. 

*  Niebt  tempelmeiater»  sondern  procuratoi  des  ordeflshause«  in  Tripolia, 
Wilken  a.  a.  o.  3.  abt.  2.  «.  90,  Röhricht  im  prograium  des  Hutubold- 
Gymu.  in  Berlin  1886  s.  19.  *  comitis  Engoliameneis  frater  (v.  An* 

gooletiie)  nach  W.  T.  ^  Linizy  in  Guieane.  '^  Vielmehr  Rainiuad, 
wie  auch  W.  T. 


W.T.  18,  14 


1154 
W.T.  II, 


W,T.  I»,  »8 


IIAS 
W.T,  tS,  H 

W.  T,  10.  I 

W,  T,  10,  & 

\V.    r.  19,  T 
SV,  T.   ti.  « 


«4.7   Tripolitanus,    Cala-niniuiins    ftiaiu    Cilin*«  prucuraU>r,  i't  Hugo 
de  Liiiziacu    et    alii    mulii,    anno  millesimo  t^nt^imo  aeuge- 
sitno  quinto  ^ 
r.T,  li,  in  52.    In  hnc   tlesolatione  militie  Chrisiiune  Noradinns  Ce- 

sareiini    Philippi    valluvit    obsidione «    que    dedüa    tuit  ei  anau 
w.'j.  itMi  millesimo  centesimo  86X&|](e8imo  septimo*,     Hii«  ita  gestis  rei 
w. T.  iw.fl.nab  Efcypta  rediit  victor  Hnnuurn  tributuui  ex  pacto  [»ercipieiii*, 

ISavar    in    regno    Bafjylonis    itinfirinatü  et  Siraciino  '*    pnnci|>e 
militie  Noradini  viol enter  eipiilso,     Noradinns  autem  ymi  an- 
10   num  captivitatis    principis  Antiocheni  aceeptis  obeidibtis  lilü*- 
rum    in    suum    priniipattiin    dimisit   enm.      Isdem    tempi>ribaH 
Siracunns  qnandam  mnnitionem  fortisöiraani  in  Sidoniensi  ter* 
ritorio  sitam,  quam  Caveam  Tyri  appellant,  in  «iiani  poteska- 
teni  accepit  corruptis  ut  dicitiir  custodiUus.    Eodem  anno  qoc- 
l^  dam  speluoca  trans  Jordanem  in  finibus  Arabie  militie  Tempil 
deputata  i>roditorie  ut  fertur  eidem  Simcunu  traditur. 
w.T**»».  i4  *^'^'    Siracuniis    it4?n]m    colleciis  Sarrarenorum    copiis«    per 

w.  r.  I»,  ie  äolitudinem    in  E^vptym  proliciscitur.     Est  autem  natiirH  vi«* 
ein^dem  dewerti,  ut  violentia  venti  iion  minus  periculi  per  ter- 
20   rani    quam    in    mari    itinerantiljn^    »oleat    inferre.       KleTataiii 
^_  eiiiiu  in  quantitate  naa^fna  «terilem  hareuam  per  maxirucNt  cu- 

^H  mulos    protcit    earidejn    viam    impediens  et  hominum    veatigia 

^H  deleua,  itiuerantinm  etiam  oculos  claudens  et  e<iHdeni  obruens. 

^"^  In   hac    tenipestate    Siracunus  pliirima  dampna  perpessoa  pfo- 

ceesit  niehilominus. 

54.    Porro  rex  Jero»oliiDitaiui.s  pacfconmi  suorum  non  im- 
memor  cnm  exercitü  descendit  in  Egyj>lum  per  Peltisiuni  civi- 

w.T»i9»  lÄ  tatem    famosam,    que   nunc    Belbeis    vocatur,    et   sie  pervenit 

• 

1  Scilicie  HD»  c  superacr,  H,  5  obeedione  D.  6  i4äptiiiio  curr. 
ex  octavo  H,  octa?o  D.  7  Egipto  DH,  in  raaura  H.  8  Htm^  DH 
BabiloniB  DH.  8iracuüo  corr.  e  Saracuno  H,  Syritcuno  D.  lU  fUi- 
tiTitatis  D^      Authiocheni  D,  obsidione  D.  12  Rirftcunu»  corr.  m 

Siracusanus   H,    Syraounu»  D.      Sydonensi  D         15  quedam  alia  r|j©- 
lufita  D.  lü  eideiu  oni    D.       SirHcuno  corr.  e  Siracusano  H,   Syra- 

cuno  D.        17  Syracuniifl  DH.         18  Egiptmu  DH       20  elevatam  corr 
ex  ilevutaai  H,  21   traDquilUtate  H.       arenüni  D  23  it^^nerAti- 

tiuni  H.        24  SyracunuB  D,        27  Egiptuiu  Dil. 

^    «  Wie  fttich  W.  T,  richtig  U64.        *  Auch  W.  T.,  wahracheinlich 

aber  echon  1164.        *  Äa&d-edin-Scbirku* 


a5 

W.T.   Ji,  14 


121 


irwm,  que  ciYÜag  est  caput  reji^ni,  magiiifi€i9  operibus  Abco-  ^, 
rata,  liabens  iuxta  se  Babvloiiem,  r|ue  lingiia  Arabica  Mazer 
ppellatur.  Haue  B  a  b y  l  o  n e  ni  C  a  iii  b  y  s e  s  d  i  c  i  t  u  r 
onstriixisse.  Cairiim  vero  modernb  construxit  tempori* 
bi]0  Johar  princeps  militie  Meeziciinalla,  qui  tunc  in  Afrira 
'gnabat,  postquftin  tiominio  sua  siibiuj^^avit  Epry|itiim.  Alii 
lerunt  hanc  ^.me  Meniphim,  qiiod  ita  reprobatur.  Ultra  Ni- 
m  enim  quasi  deceru  miliaribiis  apparet  civiias  ruinosa  ve- 
li^k»  nobilitatis  et  eximie  inagnitudinis  ari^ümenta  preferens, 
nam  etiam  incole  regionis  Memphim  veterem  fuisse  pro  certo 
ii«»everant  Constructa  e«t  autem  civitas  Cairiim  aiiiio  ab 
errore  Mechemet  trecentesimo  quinquagesimo  octavo. 
^H  5r>.  SiraciTTius  niciit  caniu.^  et  astiitui^  Buvioni  transiit  ante  y 
^Kcüursum  hoHtilinni  legionuin.  Quidaro  auteui  de  suis  com- 
^Kirehenai  simt  a  nustris  antequam  doiiiinutn  suuxu  sitbseqae- 
^^rentiir,  per  quon  miilta  didicimuH  de  secretis  udversarii^  pre- 
9€rtim  quod  in  solitudine,  siciit  prefati  äiimus,  niulta  siiütiniiit 
adversa.  Forro  Savar  soldanuH  iritelHgens  adversariiim  suuui  ^ 
iara  in  terra  Egypti  potenter  agenteui,  regetii  Jen)Holimitamiiii 
LjMliodis  qiiibiis  potuit  in  terra  Kgypii  detinuii  Unde  inter 
^^kgem  et  »oldannm  paeta  sunt  renoYata,  tributuni  Htmiuirj)  am- 
^Biliatum.  Ad  relevandas  autem  cnraä  expenRurum  donat  sta- 
^Him  re^^i  aureorum  duceiita  milia,  et.  ut  ürmiora  8int  pacta, 
j^Bjue  inter  regem  et  procuratorem  Egypti  fiierunt  inita,  nuntii 
16  diriguntur  ad  caliphara. 

5ü,    Venientibns    ergo    nuntii«   cum    snidano   t/ainun   per  ^ 
^^enebrosos  nieatos,    qnos  Ettiiopum  multitudo  cum  aruiis  ub- 
^Bervabat,    ad    niteriora  sunt    progressi.      Deinde    venenmt    ad 

^^P  1  Chairium  D.  cupud  H.  opibaä  H.  2  Babilonem  DH.  Nii^a- 
retb  D,  MasLel  H»  3  vocatur  D.  BabiloDem  DH.  Cunibiseü  DH, 
4  Chftirum  D,  5  MethezidiuaUii  D.  Affrica  H.  6  doinino  D.  Egip* 
tum  DH.  7  qui  D,  Ö  venaate  D.  9  u»a^  )  nübilitati»  H.  10  regio- 
nU  et  D  11  aagervemnt  D.  Chairium  D.  12  Mobomet  D.  l'l  S^f- 
racunuB  D<  post  sicDt  delet  üic  D.  15  a  tiosiri»  üiitem  fl  17  quod 
om.  D,  inulta  corr  e  niilla  H  18  Sanar  DH.  dotninam  D.  19  iaiii 
esM  B,  Egipti  DH.  ,Iberü»oliiiiitanuin  D.  20  Eg  \  owi.  D,  Egipti  H. 
21  no\d]  calipbam  H.  et  tributum  D.  ampl]  addit  D:  ex^ohit  boI- 
anus.  22  donant  D.  *^3  ut  et  D,  24  Kg^ipti  DH.  25  Vali- 
um D.         26  Chairum  D,         2ä  flunt  auperecr«  H. 


.T.  1^  lA 


locH  lucida  HTibtis  nobis  igiKitis  repleta,  postiundtini  ad  alia 
»monstris,  quibus  Ei»ro|m  caret,  referta.  Demum  perveniiint 
ad  pHlacium^  ubi  calipha  aureo  »cdens  süHo  famittaribii»  sti- 
patus  in  niagnificentia  secularis  pompe,  que  aliornm  regum 
exe^dit  gloriam,  ise  videndum  oateiidit.  Soldanu»  ter  prostra- 
tue  ad  terram  quasi  supplex  adorabat  eum,  et  aadiens  cansain 
adventtis  benigne  reapondit  et  omnia  pacta  per  absentes  inita 
porrtK^ta  dextra  preter  niorem  **olitinn  nnda  Rugoni  Cesarieüs<i, 
nuntio  regia,    tirmiter  apprabavit  nmnerihus»  ut  tantum  prin- 

vv.  T.  19.  jw  eipem  decuit^  largiier  coUatis.  Calipha  interpretatnr  •succes- 
mr  vel  *here6\  eo  quod  locuni  ieneat  sni  primi  proph^. 
Üicitnr  etiam  Mitilene  \  quod  interpretatur  'doiuinns  noster'. 
Idem  calipha  deliciin  vacai  et  otio;  negotiorum  expere  pro- 
loratorem  habet,  qni  iini versa  adtniuistrat  negotia  tarnquam 
alter  Joseph ;  hie  [>otestatem  gladii  ab  en  tenens  soldanus  di- 

w,  T.  1*,  »1  citiir.  Prions  noniinis  liec  ratio  est,  quod  Mehemet,  perverser 
gentis  iliiijs,  proxiinuai  snccessorem  habuit  qneodatii  de  r/i- 
operatoribn»  snis  Bebecre  nomine.  Post  quem  in  regno  suo 
succBSsit  Homar,  Halt  autent  qaintus  ab  eo  plus  strennuut« 
ceteris  in  re  militari  precellens,  ipsins  Mehemet  patruelin,  suc- 
cessor  ipsiu8  dedignabatur  appellari.  Volebat  enim  niaior  illo 
propheta  dici  et  ab  hoiiiinibiiy  haberi.  Predicabat  etiam  pa- 
blice,  legen)  per  angelurii  Gabrielem  ad  se,  non  ad  Mehemet 
transmiösam,  sed  errure  deceptum  Mehemet  tradidisse  divina 
precepta,  et  huiusmodi  exhortationibiis  invenit  populum,  qui 
sibi  crederet.  Unde  soisma  factum  est  ioter  eos  nsque  in  hti- 
diernum  diem,  aliis  asaerenfcibus,  hiinc  perversorem  potiorem 
füisae ,    aliis    maiorem    auctoritateui    Mehemet   coocedentibas. 


1  locum  lucidum  IL  3  ealipbuH  D.  stipatus  corr.  e  attpatifl  H* 
5  m  corr,  e  si  H.  6  suplex  H.  euni  adoravit  D.  10  caliphu«  I>, 
in  rnarg.  al  man.  nibr.  atram,:  digressio  H.  12  Mitibileth  I>.  13  ca^ 
Uphua  1),  exspers  H.  14  qui  äiiperscr.  H.  amiuinistrat  D.  15  h  in 
Joseph  superBcr,  H,  Joaep  D.  16  Pr,]  ris  in  raaura  H,  17  sacce»- 
iorem  proximuni  l>.  18  Debetre  D.  Bebetre  H.  19  ceteris  «treu- 
nuus  D.  20  iure  DH  Meheraech  LK  21  enim  om.  D.  illo  maior  D. 
22  et)  enim  D»  ab  —  predicabat  om.  D.  predicabat  c!orr  e  predica- 
bant  H.       2^  exortationtbtifl  D.      28  post  auctoritatem  delet  aactori  R. 


'  Mulene  bei  VV.  1\ 


123 


Qui  Mebeiiiet  sequuntar,  Suiini  dicuutur,  qai  vero  Bali,  Sya  n«? 
iiominantur.  Occiaus  est  predictns  Bali  et.  optinuit  pars  ad- 
versa  principatum  et  füit  penes  seqüaces  Mehemet  motiarchia 
in  Oriente  et  alios  cjoiitrarie  opioitmis  viros  oppririiebaiit  taui- 
quam  potestatetn  liabeotes.  De  atirpe  Huli  descendii  quidam 
nomine  Abdalls,  (joi  se  vocavit  Mehedi  \  qu(*d  interpretatur 
^complanarm\  quasi  uniTersa  dirigeret  ad  quieteiiL  Hie  domi- 
nabatur  in  Africa  et  erpugnavit  Siciliam^  qui  detet^itabatur 
Mehemet  et  actus  eins,  Hali  autem  ataviiiii  t^xtulit  et  se  cali- 

10  pham  appellavit,  Huius  abnepos  Ebiitherain  cognooietito  Hei- 
inidinaila  expugnavit  Egyptum  per  Johar  prrncipem  militie 
8ue,  übi  Caput  regni  cimstriixit  civ^itatem  (Jairum,  qnod  itUer- 
pretatiir  *vincens\  qiiasi  doiiiini  sui  oiiinia  vincentis  futurum 
es*^et  douiicilium.     Ab  illo  tempore    usque  ad  calipham.  cuius 

i&  iiieiitionem  fecimus  in  pactis  cum  rege  firmatifi,  non  defnit 
raliphe  eumlus  de  Baldach  de  pari  contendens,  etiani  prefe* 
rens  se  illi. 

37.    Riracumiü  partem  militie  Bue  ad  depopiilandam  insu*  w.t. 
)am  Mehalecli  rakit;  quo  rex  intelleLk*  filiujii  soldani  Themet 

20  cum    Miluoe    de   Flanci   eo    transmisit,   ubi  ririlifcer  pugtiatum 
est;    sed    victi   sunt  Turd,    et  qui  gladios  evadere  potnernnt, 
in  flumine  sunt  snbmersi,     Hanc  inaulara  uberrimam  facit  di- w.t.  ig.  t»  1 
¥1810  Nili,    qui  quasi  qiiütuor  ostiis  mari  coniungitur ;    prima 
pars«    que  nos^tram  Sjriani  respicit^    ititer  autiquissimas  duas 

a*  urbes  Tafuim  *  et  Pharamiam^  uiare  iugreditur,  aecouda  apud 

l  hemei  in  ras.  D.  Sutumi  DE.  2  predictus  oro.  D.  3  Me- 
betneth  D.  5  potestate«  D,  HallJ  li  Bup^rscr,  H  7  complanas  D, 
doimnabatur  H.  8  Affrica  DH.  Sciciliam  D.  9  hemet  inrae,  H. 
^Mtanani  H.  ee  om.  H.  caliphum  B.  10  Hebuchemin  D.  11  vi 
^Wperscr.  H.  Egiptum  HU  Pericliar  D.  12  ciipud  H.  Chaire  corr. 
e  Chaere  H.  Chaere  D,  14  «aliphum  D.  de  qao  D,  U>  ealipbo  \). 
de  Bnliich  emuluä  D.  contendens  et  D.  se  preferena  D.  18  Syra- 
dmus  D,  19  Mühelet  D,  Mehelech  H.  BUum  intellecto  D.  Boldani 
corr,  e  soldanus  H.  Ch.]  ch  auperacr.  H  20  Merlone  D.  eo]  cotitra 
eo«  P*  ante  transmisit  de!,  misiö  D.  21  sed  om.  D.  Thurci  D,  qui 
superscr,  H.  22  facit  addit  in  tu  arg  H,  tÜvisi  Nili  facit  D.  23  bo» 
sliiA   DU.       coniungitur   corr.   e  concingitur   H.  24  respicit  om,  H. 

intef  aqaafi  antiquidsimttö  H.        25  Tafntin  corr.  videt  e  Taftim  H. 

•  Almabadi.        *  TheneasiiB  oder  Tbennisus,       *  unweit  des  alten 
Fdiueium. 


u«      Damiatum  iirbt^ni  antiqimm  et  nohilem,  fcertia  npud  8t-uri»»neiii  \ 
w.  r,  10,  t4  qiiavtrt   apücl   Resith '.     Omni:^  tractiis  Egyptiftctis. 'qui   Ethio- 
f>yiii   regioni  continuari  dicitiir,  inier  duas  ^olitudiDes  iacet  hä- 
ren onas  |ieq)etua  steriÜtate  dftiupnata^f,     Terrn  vero  iDtenacenä 
^  et  huumois  ciiltibus  aptä  certiB  temporibus  ex  hnbundantibtta 
aquis  Nili  ubertate  repletitr  iDaxima.     A  Cairo  inferind  versiis 
raaro   planiora   invt^niens   loca    excarsiis    Nilus    irrigans  habet 
iiberos.     Alpxaiidria,    qiie    rejjfni    civitas  ultima,  arentem  cou- 
tingit   Libyani.      A    Cairo    siirÄinn    ultima   civit»^is    Egypti  oc- 
^^  ciirrit  ChiTs,    Ethiopie  contigua,  ubi  harenosorum  collium  pa- 
fcitiir  anguötias.     He<'  pars  irrigiii  beneficiiim  noii  sentit,    que 
liu^na  eoriim  Seth  appellutur.     Terra  pa^cualin  *.  ijue  datti  fuit 
Jacob  et  tiliin  suis,    Syriaiii  re^5picit.     Regiu  Elgypti  treoenUs 
»exagil» ta  sex  tani  urbas  rjimni  suburbana  Knibtis  9itts  dicitur 
»*  Ciiercere. 
w.T.  10,  w  58.   Gonimissum  est  prelium  inter  regem  et  Egyptias  ab 

Ulla  parte  et  Siracmnim  (uira  Tiircia  ab  altera  in  locis  ioe- 
qualibus  et  harenosia  in  e<infinio  terre  ctilte  et  terre  äierilis, 
cui  nötnen  Heben*,  ul>i  pertinaciter  pugnatnni  est  iisque  ail 
2u  yettperam  ita,  ut  neutri  parti  plena  possit  ascribi  Tictoria. 
Vioit  rex  et  in  fugara  coovertit  parteni  illatu,  io  qua  dux  ho- 
stinm  certabat,  Victns  est  rex  ab  alra  parte,  ubi  Hugo  CV 
sariensts  cum  Saladino,  conaanguioeo  Siracuni,  dimicabat  Nox 
tandeni  pretium  direniit.  De  parte  Siracuni  decrevisse  dirun- 
3ft   tur  mille  qningenti,  regis  centiim  capti  vel  occisi  sunt.    Tanta 

vero  niultitndo  fuerat  de  parte  Siracuni,  iit  de  duodecim  luili- 

♦ 

1  Damiteam  D.  Stranonem  D>  2  omni«!  qaüitiiB  D.  EgipÜa- 
cua  R,  Egiptitv^ocag,  et  antea  det.  apud  D.  5  uberantibus  D.  6  um- 
xima  Otti.  I)  Chairo  D,  Cayro  H.  7  Nilus  excuraas  D,  irrogaof  D. 
8  rivita«  est  D;  contigit  D.  9  Lybiam  DH.  Chairo  D.  E^^pti  DEL 
10  enoäoruin  id  ru£ura  H,  pharensorum  D.  13  Egipti  DH.  14  vex] 
duii*i  D.  15  tohercere  H.  16  Egiptioa  DH.  !7  et)  qaod  D»  Sy- 
racuHiinujn  U,  Tluircifi  DIT  in  swper  deleto  que  H.  eqüabiübot  0 
18  iu|  ei  D,  coiifitjio  com  c  comünio  H  19  expugmitum  D.  20  past 
ascribi  deL  poitöit  H,  23  et2(i  8yracuiii  D.  24  Suraetmi  D,  2&  nunt 
om.  D. 


i 


*  Oatium  SebeDnyttisuii)  der  alten.         '  Hosette.        *  Ocflsen  oder  ' 
Ooseu,  ?|;U  Gen,  45,  10.        *  Vielmehr  Beben,  wie  W.  T,.    Babein  w 

weit  des  alten  HerinapaliB. 


^Bu8  tiD^rem  milin  loricis  tecU  retVrHütiir  et  gwlei^,  reliqua  tria   nfii-s 
inter  sagittarios  coinpiiiabHiitur.     AmbuDi  decem  aut  imdecim 
niilia   dicitiir  etiam    habiiißse,    qni  pro  more  H\m  laiiceis  ute- 
baniur     Regia    autem    militia    ad  trfcent*»^    Heptimp^inU  qua- 

*  tuor  entimabatur  preter  tiircopulo8  et  Kgyptio«  molles  et  etiV 
minaios,  qui  potius  impedioiento  fu«-rnnt  bellat^jribiis  quam 
auxUio.  Rex  Cairimi  reveraiis  est  receptis  paulatim  suis,  qoi 
per  fügam  vel  sequelam  de  cr>nflietus  tempestate  fuerunt  etapsi 
Sirucuno  dvitas  Alexandria  traclitur,   in  qua  presidium  posuitw.r. 

10  SaladHium  cum  artimtis  iniUe  Irelinquens] :  ip^e  foris  vagaba« 

iur  ad  deditinnem  quas  poterat  invitans.    At  rex  Alexaudriam  w.t.  i«, «. 
cum  Saladino    impiger   obsedit    intercipiens   alimeuta,    que  de 
»uperioribus    pailibus    Egypti    deduci    solebant    ad    civitatem. 
Pomeria  destruxit  in  circuitu,  castnim  Hgneuiu  et  altiim  erexit, 

ift  ioroientis  machinarum  et  alii«  importur^itatibus  cives  uiolesta- 
Vit    nee  eis    requiem    dedit.      lutetligens    Saladinus    consilium 
tnvium    de  civitate   restltuendu    soldaiio    Siracuno  hoc  signiti- 
cavit  secretiiu».     Qui  cousiderana  suosadversos  cmus  Bugonemw.T.jg^w-ü 
Cesariensem,  quem  teiiebat  captivum,  mediatorem  pacis  desti- 

*o  navit.  Rex  et  aoldauus  conditionea  acceptuverunt ;  regi  trium- 
fdiatori  civitan  aperiiur,  vexilluni  ipsius  in  arce  ponitun  Si- 
racunas  per  solitudiöem  revertitnr,  Rex  cuui  suis  tempore 
»ibi  placito  ?ictor  ad  siia  remeavit. 

59.    Nulla    pütentia    longa    e.st    et    plerunique 

**Iabor  iongevi  temporis  tatuo  vel  doloso  subver- 
titur  vel  concntittir  consilio.  Rex  eiiim  avaritie  aue 
consnlens  et  contra  pactum  veniens,  qtaid  caliplie  spopouderat 
in  Egypto  et  «oldauo,  i*eUisinam  civitatem  nichil  tale  tiraen- 
tein  crudeliter  inva^itit  et  sanguine  civium  eam  asperait.    Htiius 


11^8 
W.  T.  10,  S  -  « 


m 


^  eX  \K        4  autem  am.  D      ad  paucitatem  treceutorum  D.     5  esti- 
Abantur  D.      tuicupiiloa   H       Kgiptios    DH  6  qnnin  in  marg.  H. 

7  Cbainiiti  Ü.  S  tetupeatate  in  marg.  H.  9  Sjracuno  D.  Alexan- 
drie  H.  10  vag.]  ba  auperscr.  IL  12  »oldano  D  13  Egipti  DH, 
15  ta  in  iiuportunitatibua  äuper»cr.  H.  IT  uoldatio  corr.  e  Saladino  H. 
Syracuno  D.  18   adv,]    o  in  nisora  D.  19  captivtim  tenebat  D- 

21  Syracunus  D,  25  fwtuo  corr,  e  fame  H.  26  vel  in  marg*  H,  vel 
concatitar  om,  D.  avaritie  onim  D.  27  que  H.  califo  D.  apoapon- 
derat  D,  28  Egipto  r*H\  PeluaiDüm  civitatem  um  D.  29  sanguine 
corr.  e  danguime  H. 


126 


lRll-11 


W,  T.  10,  0 


vv.  T.  sn,  1« 


24) 

W.  T.  »0,  10 
W.T.  10,  II 


pmvi  consilii  dicitiir  auctt*r  fnisse  Gerhertus  maj^st**r  Ho3|»i- 
talis  sancti  JahaniiiH,  militia  vero  Tempil  huiusmoHi  actibw 
cooperari  recusMvit.  Savar  repentino  ruuiore  facti  regia  oon- 
»ternatns  in  haue  «leliberaüoins  partem  declinavit,  \\t  regem 
muneribuR  placaret  et  interitu  potentes  de  sua  superstitione 
lateuter  in  anxilium  advociiret  Nuntios  igitur  destinavit  ad 
Noradinum^  qfii  ^andens  de  discordia  confederatortiin  Siracu- 
nnm  cnni  auxiliatornm  copia  misit  in  Kgjriituni.  Rex  rert» 
lento  ^mdn  Cairnm  pervonit,  cuiu»  impetuni  8avar  siispw- 
tuin  Habens  conatituit  p«cuniam,  quam  non  de  facili  totnm 
regniim  cito  persolvere  poaset,  videlicet  vicesies  centena  milin 
bisantiorinn,  eentnm  niilia  dart  faciens  in  continenti.  Interea 
ceriiiirutus  est  rex,  Siracunum  adventare  com  Turcis,  unde  » 
retraxit  a  Cairo  per  miliare  castra  locans  iuxta  hortum  Bai- 
sami * ;  et  €nni  vana  spe  aoliitinnis  pecnnie  residue  per  oct^» 
di^s  traheretnr  a  soldano,  pavens  pericnhim  quod  imminebat 
per  l'elusiuiii  reverans  est  ad  propria.  ^iraeuQus  vero  roagni- 
fice  recpptus  est  a  soldano,  nee  tarnen  ferocitateni  {^ect^ris  U- 
lins  emoUire  poterat;  Savar  nichil  tale  timentem  imiiroTidom 
sterni  atatuit  et  eapite  fcrnncari  inssit.  Deinde  calipfae  cod- 
soetarn  reverentiam  t^xbibf^ns  gladii  potestatem  aecepii  ab  en- 
dem.  Sed  post  annnni  loortuns  est.  Cni  snccessit  Saladinu». 
niiles  st  renn  uns  et  ultra  niodum  liberalis.  Calipha  duos  filios 
Savar  perimi  iussit.  Saladinus  superiorera  in  Egypto  non 
Biiatinens  calipliam  cum  omni  generntione  sua  peremisse  dici- 
tiir, nini    iorsitan  aliqui   neci  Hubduiti  fuiwseut  latenter.      Tbe- 


1  Herbertus  D,  3  Sanar  DH.  ante  raniore  del.  timore  D. 
5  et  om.  D.  7  Nortindinum  D.  Sjraciuium  D.  8  Egiptam  DH, 
9  Chairum  D.  Sanar  DB.  habena  atitpectum  D.  10  constitnit  ei  D. 
U    1  in  milia  super^cr.  H.         12    biaantenorum  D.  IS    ante  cerÜfi- 

catas  det  faciens  D*  est  om.  D.  Syracunnm  D.  TburcU  0, 
H  Chairo  D.  16  (juod  imuMnebat  perieulum  D.  17  Sjracuiius  I». 
IS   est  om.  D.      tarnen   om.  D.      illiufl  pectom   D.  19  äaaar  DH. 

20  caliphe  corr.  e  caliph^  H,    calipho  D.         23  Btrenuufl  H.     calipba 
om.  D,        24  Sanar  OH.      Egipto  DH.        25  caliphum  D.      pe 
corr  e  perimiHse  U^  perituiaat:  D.     26  fui&sent  subducti  D. 


*  Almatariyeh. 


127 


snoros   repertos  largitep  inter  milites  dialribuii  in   tan  tum.   ni 
in  Opalen tisainio  re^no  ere  gravaretur  alieno, 

60.     Anno    milIe.simo    centesimo    septuagesiüiio  '    Manuel 

Cotiütantinopolitauiia  iniperator  ml  i^ccnpaoftuiu  regtiuiii  Egypti 

mmt  classem  magnam,  centtim  quinquaginta  galeas  cum  aliis 

navibus   equoa    defereiitibuH,    habentibiis  etiam  ponteni  ad  in- 

greiisuin    ei  e^e.ssum,   iiisuper  dromones  decem  aut  diiodecim 

cum  victualibuä  aliisque  ne€es8ariis,  quibus«  i*refecit  viruiu  in- 

tlustriuiii  et  hyiusmodi  negotiis  exercitatum  Mageldneam.    Greci 

i«  it^itur,    cum  rege  Jerosoliiuorum    apml   Ascalonem  congregati, 

mense  Uctobri   profecti  sunt   in   Egjptum,  ingri*dierites  Nilnm 

inter  civitateni  [TafniniJ    et  Pharaniiam    metropolitanani 

Taneos.     Pharamia  est  nrbs  antiquis^ima,  niinc  deßerta,  qoe 

raro  incolitur  habitator*^    Exinde  Dainiat^irn  [»ervenertmt  prope 

i&  civitateni  castra  locanteä  inter  fluviuni  et  laciini  vi,  Kai.  No- 

^B|embri8.     Turrim  flumiiHH  occupare  mm  valuenmt,  inter  quam 

^^t  civitateoi  catena  proteodebatur  fortissinia,  que  clasai  nega- 

bat    asceiisuiü.     Composita   sunt  instruiuenta    bellica,    meatua 

subterranei  per  äufibssionem  protenst ;  sed  ianta  multitudo  li^ar- 

ti  racenurum    .supervenit,    quod  frustratus  est  ChriHtiaiiöTura  co- 

uatud.     Fameä  etiam  Orecos  preuiebat  nee  Latinis  tanta  cibo- 

roui    erat   copia,    ut    didtributtone   facta   sufficerent   utriaque. 

Palmanini  caseos  ^  rodebant  pro  aliinentis  eis  utentes.    Innuper 

L     imbriuni  taiitus  superveuit  fluxus,   iit  tentoria  iiatare  videren- 

HlAor.     Sex    etiam  galee  Grecoruiu    per  naviculaiu   ignem  defe- 

'    rentera,   cum    inter    navea  hereret,  conibusite  sunt;    ut  soUici- 

do  regia  ab  aliiw  propiiLsabat  incendiunL     Hiis  oninibn«  ne- 


W.f»1 


W.  T.  10,  IS 
«»ct.  H? 


w 


1   Interim   D.         2  inopuilentisBrnio  H.      here  D.        4  Egiijti  DIL 
5   qaiDq  ]   ix  poat  1  postea  addit   H.  t)  deferentea  D,      jiontes  D. 

7  n  in  dromoneß  aaperacr  H,  li  Magelduncam  D.  10  Jberoaoiimi- 
toriuii  D.  Asclmlonam  D,  Ascalonam  H,  11  Kgiptum  DU.  12  metrop.] 
i  superaer.  H,  13  Thaneos  DH.  15  lacimi  et  fluvium  D.  vii.  D. 
17  ciitbena  D.  21  copia  erat  cibarioiiim  t).  22  satLsfectjrxiot  D. 
20  insüper  om.  D.  24  yuibriuDi  tranBitye  supervenii  et  taDtus  fliixus  D. 
videbantüf  D.  25  galee  conr.  e  galeas  H.  navicula  mira  0,  n  in 
,em  inperscr.  H,        26  Bolicitudo  D.        27  propaUane  D. 

^  Vielmehr  noch  1169.         '  Die  stelle  Ist  unklar;    naoh  der  am- 
rlicheren  darstellung  Lei  W.  T.  könnte  man  Tielleicht  'caaiaa*  leien, 
\msi  voa  palinbäumen. 


128 


cepsitatibns  CMinciirrentibus  per  quasdani  occnltas  cM>ndition«B 
"tt  pax  com|ionitiir.  Noatri  vero  sicüt  per  terras  et  mare  v<!üe- 
rani,  sie  eodem  iramite  revertuntnr  iu  Syriaiu.  Kim  nuYi^u* 
revertehantur ,  pxperti  ienipestat^^ni  validi&^imain  pauci»  ex* 
r,  ceptis  coiifracti»  navibus  naufragiom  paaai  sunt  cum  dampn» 
pliirimis, 

w.Tiyi,  tM  f'^    Post  hos  casus  iidversos  accessit  ira  desuper  commci' 

v**n8  et  concutierisS  pf*r  t4^rre  motus  terribiles,  quales  aiit^  vm 

uon    sunt,    partes    Phenicis    et  Celessyrie    in  Tyro  et  Tripoli. 

10  Nee  defnit  Sarraceiiiw  Ijec  t-eiDpastaa  in  partibns  Alapie.     Pa- 

leatine   tuiir    pepenit  Dotiiimis    per  patientiatu    et  longaniQU- 

taiem   ad   peniientiam  eaui  iiivitans. 

w,  T-««i.  10  U2.    Post  hec  Saladinus  congregatis  ut  dicitur  quadraginta 

milibus  equitum   Ihirum  obsedit.     E^t  au tem  Darum  ^  in  Yda- 

n   raea    sitiuu.      Asserunt   autem    :mtiqui ,    a  Hrecis    hunc  loctim 

bquondani  fuiBse  possessytn,    unde  Dai'nm  dicunt  iQter|ireiatTim 
domus    Greconnn,     Saladinu.«;    snburbinm    potenter  expugnairii 
et  iuolto  sanguine  fusf»  presidium,  in  qno  se  super^titea  rece- 
w.  T< »»  w>  perunt,  acerrinie  vexavit.    Ideoqiie  rex  uecessitatis  oompaMiooe 
ao   com pn laus    cum    deren tis    qninquagiuta    eqiiitibus    et    peditum 
dnnbus    niilibna   conrpressis  admodum  cnneis  inter  confertiÄii- 
inos  hofites  trntisieiis  ca&tra  locairit  ant.e  Darum  et  «Saladinunj 
w.T.  10,  «i  recedere  coegit.     Qni  protWtus  est  Gaza m.     lüuc  quoque  rege 
isequente  Saladinns  post  plurima  danipn».    que  no^tris  intulit« 
?f.   regressns    est    in    Kgyptum.  —    Per  idem  tempus  martirio  oo- 
ronatus    fiiit  gliirioaus«   pontifex  Tboiuas  *  ('antuariensi^  arehi- 
episcopue, 
w**,  10,  w  6:^.    In    provincia    Tyrensi    circa    diocesim    Autaradeaseni 

qnidam    poputiis   mauet    habeuB  castella  decem  cum  suis  aiub- 


1  cocurrentibuB  H.  7  adveraos  corr.  ex  adver'ius  H,  Adversut  D. 
9  Scelesgyrie,  c  attperscr.  H.  10  Halapie  D,  Alappie  H.  14  miU- 
bü»  corr.  e  militibus  B.  15  sjniDi  D  16  obsesaum  H  inter pre* 
tatuTii  fuiase  D.  18  recepamnt  eorr.  e  rfliquerant  Ü.  19  acoer- 

rime  H,  necesaitate  compaiasionis  D.  20  peditum  et  D.  21  oon- 
fcirtisaimo*  D,  23  sequent«?  rege  D,  2»5  est  re>rre»fluß  D.  26  Can- 
thuariensU  D.  28  addit  at  man.  atram.  rabr  In  marg  H:  De  Ha»* 
tieflftinis  sicariis.     Tyceiisi  H.     Atitafleronaem  "    '"  "" 


I 

I 


129 


arbnni«!,    qni  oomputantur  ad  nuDieruü»  sexa^ntn  miliura  vel 

amplins.     Hü  sunt  Hasse^sini,  quorum  preceptor  V'etulas  dici- 

'      tur  de  moiitanis,    cui  in  oninibos,  etiani  in  atrocioribus,  obe- 

dhitit.     Isti  nieritftriiioi  sihi  fore  repytant  quem  übet,  ad  quem 

»    mittuniur  n  vetulo,  coltelUs  interficere.    A  pueritia  loqui 

▼  a  r  i  i  s    I  i  n  g  u  i  8    d  i  d  i  c  e r  ii  n  t ;  in  u  t  r  o  q  ue  s  e  x  n  s  i  c  a- 

rii    destinantur   in   habitn   clericati,    niaiiacbali, 

I      peregriDO,    seciilari.     Tedio    longi   temporis    non    aver- 

L     tuntiir  nee  titiiore  mortis  perficere  quod  conantiir.     Hii  anteni 

B^Bon    bereditario   lure^    sed   prerogativa    meritoruni  magiatnim 

^^ibi  preficiunt,    quem  8  u  b  d  j  t  i  non  v  e  r  e  n  t  u  r  i  ii  t  e  r- 

r     ficere,    ai  ex  causis  fueritat  contra  ipstim  in- 

dignati.     Tribntarii  sunt  Tempi arüa  armorum  potentia  co- 

erciti.  «Qni    etian«    It^gem   Mehemet  sttrictius  quatö  aüi  Sarrn- 

16  ceni   »ervaverunt   qnadringentis    fere    annis,    qua    postiiioduni 

fipreta  legem  statnenint  pro  sue  voluntatis  arbitrio^^Ciim  eiiim 

e  Wange  Hcam    veritatem    in  spiee  reo  t    et   sanam  doctrinam  upo- 

Bt«>li,    approbantes    magis    munditiam    legis    ewangelice   qnam 

spurcitiam  perversi   dogmatis  Mehemet  viniim  bibere  cepemnt 

10  et    carnem    snilla^n   comedere    in    conteioptnm    erroris  pristini. 

AlTqiJandr>    dixernnt    et    adhnc    fanii  1  i  ari  te  r    ali- 

qnihus  auggeriint,  quod,  ai  potenter  prevalerent 

a  d  V e r s  u s  S a  r  r  a c  e n  o s,  ad  r i  t  u  m  n  o  s t  r  u m  se  t  r  a  n s- 

f  e  r  r  e    non    d  u  b  i  t  a  r  e  n  t ;   s  e  d    q  u  n    a  m  i  m  o    i  s  t  u  d    d  i- 

^ ii  c  a  n  t,  p  e  n  i  t  II  a  i  g  n  o  r  a  ni  ii s.    Nimcitim  aHquando  raiserunt 

ad    Analrirom    regem    secreta    deferenteni ,    quem  Teniplarius 

quidaoi,  qni  speciales  cum  e o  h  a  b  e  b  a  t  t  n  i  ni  i  c i  1 1  a  b, 

in    conductu    regis    interfecit.      Unde  ideni  maleficus  a  militia 

Tempü  tractatijß  ignomirüose  coniectus  fuit  in  vincula. 

64-    Interim    rex  defuocbtis  est  anno  niillesimo  centesimo 
ikfptuageäitno  tertio.     Eodt^in  etiam  anno  Xoradinus  rebns  Im- 


iiTo— a 


n7s 

W.  T,  «M,  si«] 


ÄsBeBBini  D.         5  lingnia  väriis  loqui  D,         6  «icarii  rorr.  e  aic- 
H»  siccarii  D.        H  t^mporia  longi  D.      advertuütur  D.         II  «ibi 
om*  D.         \2  wed  D,        13  Tempi ario mm  D.    eoHerciU  H.        18  miin* 
ditiiim  magiB  D*    vindictam  H.         19  spurcitia  corr.  e  spurcisiBiam  H« 
«purciciaa  IX      docmfttia  H.  20  contempnum  IL         22  aliquibua     - 

potenter  om.  D*        24  ülud  \l       26   Almaricuiu    H,     TeiDplariufi  corr» 
i      e  Tempi  ariii  H»  Templaduufl  D, 


i^VH?  i  ro^tii^  exeniptus  esL  Iure  sucoesmonis  substitutus  eftt  r<^ 
filius  siiuf^  BaMuiniis.  Qui  licet  adhuc  in  pnerilibiis  anuis 
constitubis  esset,  signa  t.araen  lepre  oomperta  «unt  in  eo,  qoe 

v.V7ini  procedentt*  tempore  pateeter  enipenint.  In  hnins  regis  pri- 
Ä  tiiordiis  a  re^c  Sicilie  ilucentamm  navium  classic  Alexandnam 
clirectti  fuit,  iiichilque  ibi  proÜcieus  post  morain  sex  dieruru 
coofusa  rediit  ad  mittenteni. 

ff,  T.  «I. «  65.    Per  idem  tempuft  ?^aladinus  Negemediui  filiiis,   Sira- 

aini  nepos  ex  fratre,  ignobili  genere,  sed  consilio  prü?i- 
10  dus,  militia  strennuu»,  liberalitate  precipaus,  per  solitudinem 
profectus  venit  I  ^aom.scum  ad  obtmenditm  regnum  Syrie  vo- 
ratione  perfidoriira,  qui  filio  Noradini  ^  doinini  sui  adhuc  irn- 
pubere  tVaiidulenter  exberedato  vunientem  admiserunt.  Deiiide 
(»f?ssyrian]i  ingressus  Flamaii  ^  dvitatem  oa^upavit  et  i^ian  iir- 
if^  be8  pbirimas  heredi  domini  sni  debita*«,  Alapiam  etiam  pn^- 
simiptuüsus  atlV^etavit»  iit  ibidem  pueruin  berede iii  compreheD* 
deret,    sed   ^pe    ^aa  tuoc  frustratus  tractus  ad  alia  YOiu  m\n 

»V.  T^ti, «  ii>  bac  parte  non  est  potitu».  Intere^  filii  Noradini  patruiiit, 
inter  ürieiitäles  poteiitissiniiis^  indigiiatiLs  veheinenter  contra 
20  nm  iiepotiB  exheredatio»eni  et  ingratitudiiiem  Saladiiii  cum  ar- 
iimruni  potentia  et  Spiritus  indigTiatione  festinaater  advenit  V 
\i\€  tloiiiinus  erat  fatousissime  civitatis  Ninive  et  qiaoiidam 
niaxime^  que  ad  predicationeiii  Jone  peDit^atiani  egit,  »ed  ouiie 
de.striicta  est  et  cum  habitatoribus  jHuis  ad  ahuiu  locurn  traiis- 
SÄ  lata  retenta  dignitate  pristina  riioilö  Mussiila  dicitur.  Nee  ex 
pju.s  adveutu  territus  Saladiniis  Ko.Ktrum,  prira*»  Arabie  nietro- 
poliiu,  insiiper  Eliopolim,  que  nunc  Balbech  appellatar,  tra- 
ditioTie  civium  introductus  po^sedit  et  appropiana  Alapie  ctiiu 


1  regij  ei  D.  2  BaldewiouB  D,  Baldevinus  H.  5  Scieille  D. 
6  fait  orn,  D  .  superscr,  H.  Äeptein  D,  8  Netnedmi  0.  Synwiani  I». 
II  Üamiiscum  corr.  e  Damma«cam  H.  14  Celi^wiriaTO  BH  15  plu- 
rinias  occupavit  D,  rleUitas  corr.  e  tle<litiiH  H.  Hrtlapi^il1l  D,  Alup- 
piam  H.  16  occupavit  H«  18  Norttiidiiii  IK  20  e^hereda-tioneiu 
üin.  D.  23  predictioneni  1}.  24  est  et  am.  D.  21  Elyopolitti  D*  | 
Mttlbecb  DH  28  approinnans  D,  aiipropriaaH  IL  Alapi«*  h,  Hulap- 
pie  H 


^  Kalelc  al'fliileh  -  Hvuna  am  Orontes         *  Nicht  der  fdrvt  Tom 

Mosul  iiaifeddiu  selbüt,  üuiMlem  setti  jtiiigertir  lirudar  A»eddiii  Mü«ud 


131 


[>refat4>  principe  preliura  comiiiisit*     Jn  quo  cerUnüne  siiperior    uu-^h 
tleficientibiis  Ninivitis  victoriftni  obtipuit. 

,  (5ö.    Eodem    tempore   Marmel    ('onstaniinopüliianus  inipe- w.t.  *«,  i 

rator   bostiliter   contra  Yconiui^i   profectus,  quanto  maior  erat 
fi  copiis    et  dignitatc,    tant*"j  ignominio^ius  victuR  in  illo  conatu 

^■pravissime  dampnificatös  succubutt. 

^K       67.    Eadem    terapestate  Theodericiis  *    comes    FlandrensiSw.rAüu- 
Terrani   promiasionia    iDgre^sas  panmi  vel  nichil  utilitatis  at- 
tolit,  et  adorans  in  Jerusalem  palinamqae,  cormunnnate  pere- 

pio  grinationis  indicium,  accipieuH  ad  propria  rediit  »hu*  laude. 

I  68*    Saladinus    p^tentia    cregcens    et    viribus,    traheiis  exw.T.xi^a 

Egypto  et  Syria  copiosum  niinis  exercitum  in  canipestribus 
Palestine  grassabatur  crudeliter  incendiis,  rapinis  et  hominuni 
t'ladibus.     Cum    etiam    ad    moutüim  transiturTis  tinieretur,  rex^*  ^»«.1 

if.  JeriiHalem  virtute  divioa  magis  fretuB  quam  viribuB  huiuauii^ 
obTiam  processit  tyranno.  Sane  conjmissiini  est  prelium  vi- 
ribus iiiiparibti8,  seil  auxilio  de  celo  misso  fugati  sunt  hostes  ^, 
quorntii  tanta  fuit  niultitndo,  ut  veridica  relatio  viginti  sex 
niilia    eqnitutn    nnmeraret,    gregariorum  autem  decem  et  octo 

20  ruilia»  de  egregii»  vero  mille,  qui  onines  croceis  induti  super 
oricas  Saladino  coneolore«  ad  tutelam  corporis  eins  tamiliariuH 
jwftist^bant  So!etit  enim  Turcüruiii  satrape  et  maiores  prin- 
cipeä,  qnos  ipsi  lingua  arabica  vocant  eniiir,  adolescentea  sive 
ex  aucilliH  uah»;^  sive  emptos  sive  cafita  in  preliis  mancipia 
»Htudioüius  alere  et  discipliua  militari  iustrnere  diligenter,  adni- 
ti.H  autcnn .  proiit  cninsque  expetit  meritum ,  dar«'  stipi-ndi«, 
I  arg  es  etiaui  possessioneB  cnnterre.  in  duljiis  eventibus  belli  i- 
rum    proprii   conservandi    corporis   solent  hiis  curam  conitnit- 

l  preL]  cer tarnen  D,  posaedttt  aed  del.  S,  2  Niniviit  D.  3  Erna- 
ini^l  D,  4  ante  qaanto  de),  et  H«  f)  Jliemsalem  D.  palinam  que  D« 
coinaumriiftte  H.  10  e«t  iudicium  D,  12  Egiptu  DH,  Siiia  H^ 
15  Jherusalein  Ü.  ubi  tute  \K  iiia^ia  qaain  viribus  fretus  i).  17  au- 
xiliuiu  D.  niiflsuiu  est  et  D.  Ib  verediea  H.  19  numeraret  equi- 
tuai  D.     aut  D.      21  loric^^  corr.  v  loricia  B  23  enim  D.       24  an- 

cillis  corr,  ex  aDcivis  H.  capta  corr.  e  capti  H,  25  alant  D.  diU- 
geniAT  instruere  D.    26  exigit  D. 

'  Vielmehr  Philipp,  und  nicht  in  derselben  steit,  sondern  «rst  1177. 
Schlacht  bei  ßelutiir   unwiMt  BetliHiiii  uthn   •Scythnpolis. 


tl7H 


W.  T.  11»  l« 


W.T,  91»  SO 


V»T.  tl,  «3 


W»T.  il,  U 


I 


tere  et  in  istis  speni  victorie  pnnere.  Hos  Lingua  sua  Yocani 
Maraeluc.  Hii,  donec  dominus  eoruiii  fugeret,  in  conflietn  viri- 
liter  et  iiiianimiter  perstiterunt.  Ex  lioc  aceidit^  ut  aliis  fu- 
gientibus  hii  fere  oiiineB  ocouinberent  Fugitivos  peraeque*  I 
baotyr  oostri  nsque  ail  ooctis  obsciiritat^m  a  loco,  qui  dicitur 
Mons  Gisardi,  iisque  ad  paludem,  t|ue  vulgo  dicitur  Canne- 
tum  K  Per  duodecim  niiliaria  vel  amplius  fngati  snnt  hostos 
et  truiiCAti,  Ohnattaoonim  lucra  et  adversariorum  dampna 
non  sufBciraus  enumerare.  De  iiostris  in  priniü  conflictu  qoa- 
tuor  eqyites  ceciderunt,  de  peditibiis  pauci  redpectu  adver»H 
partis.  Atixiliatores  regis  yix  eraiit  trecenta  septuaginta  r|iun- 
que,  ut  humano  generi  palam  fieret,  Deo  non  houiinibus  hanc 
fictoriani  ascribi  debere.  Aherat  enim  cnra  t*oniite  Tripolis 
tnno,  qiti  cfistrum  Hareiifh  fuiic  obsederat,  nmgistpr  Hospi- 
talis  cum  mia  domo  et  pars  Toa>^na  militif»  Templt,  plurea  etiam 
alii*  Facta  est  t^in  glonoaa  victoria  vii.  Kai.  1  »ec^mbria,  die 
feato  Katharine  virginia. 

(59.  In  hoc  bello  divinitatis  presentia  patenter  affnit,  naiii 
etiam  elementa  pro  populo  Dei  piignabant  CHjntra  inaensaio^. 
Seqneuti  siquidem  die  ac  dfceai  continuie  frigoris  et  inibniim 
tanta  su|)ervemt  importunitas,  itt  equi  priiia  lassati  omnino 
deficereot  et  vis  algoris  lioraines  extrngiieret,  Ignari  |>reieFea 
locorum,  cum  se  redire  potarent  ad  propria,  nostris  occurre- 
nmt  ad  captivitatem  vel  necem.  Arabea  insuper,  infidum  ge- 
nug IrominumT  qui  vietos  et  fugitivog  prn  hostibus  habere  »c»- 
lent,  tiirpis  hirri  causa  Laris^  accedentea,  ubi  inagnaiii  paH^oi 
exercitiis  reliquerat  i*>aladiinis,  irruerunt  in  eos  cladem  nladibus 
addentes  et  sie  rrsitlumn  lontMfi  comrdit  hiithns,  Dicitur 
etiam  Saladiims  canitdo  iovectus  per  fugam  evasiaae.     Alti8*i- 

1    poaere   victorie   D.  S  ut  aliis  ut  aliis   D.       fungentibiiti   D 

ü  ü] Board i  D,  Gisari  H.  qui  D.  Cainnetuni  D,  Cometutu  H.  9  €  in 
de  poaiea  addit  H  ]0  equites  om,  D,  13  aascTibi  D.  14  Härene  I)^ 
15  pures  H.  17  Katberine  I),  Kiiterine  H,  18  n&in  om.  D.  20  con- 
tinui  cum  deleto  n  D.  ynibrium  D.  23  so  dm.  R.  24  tieeessttate  1 K 
'26   Lares   D.  27    reliquerat  exercitas   aui  D       eum  D.       clades  U. 

28  bnicuß  D.        29  interfectut  D. 


'    W.  T,:   Caunetum   esiurnelloruiTK  etArenidkriübt 

von  GiiÄÄ. 


SQdiieh 


mus  q\n  Aicii:  Gloriam  mmm  alt  fr  i  ttou  dabo,  inaiores  regni, 
de  quibiis  est  siipradictnTii,  tH^loit  adesse,  ne  stulta  eogiiatio 
vel  temeraria  Iwutio  imütitudiiii  victüriaiii  ascriberet. 

70.    Dum   hec  aguntur,    comes  Tripolitanus    et  qüi  cum^ 
»  eo  aberant  otio  vacante«  et  aleia  in  nbsidione  uon  profecerant, 
7L    Eodem  tempore  Frethericus  imperator  post  vicesimum 
annuni    scismatis    cutii  Älexandro    papa  reeonciliatus  est  apiid 
I       Venetias  V 

72.  Anno  gracie  miLlmrao  fentesimo  septuagesimo  octav«»^  y 
j^«  coDgregatum   est  Rome   concilium    in  basilica  ConatantiEiana, 
^■j|ue  dicitur  Lateranensis,  trecentorum  epi3CO|>oni?ii  pontificatus 
^^domini  Alexandri  anno  vigesimn  menae  Martio, 

73.  l*er   idem    terapu-s    rex   quoddam    castrum  constnixit 
super  ripam  Jordanis  in  loco,  qui  dicitur  Vadimi  Jacob,  a  quo 

♦^  ipse  de  J^esopothniiiia  rediens    cum  duabus  turrais  nuncio8  ad 
I       fmtrem   misit.     Exinde    rex    processit   contra  latrunculos,  qui 
delitentes  circa  vias  an^ni8ta,s,    per  quas  ipse  transitiirus  erat, ' 
timentes  eins  adventum,  cum  nostros  incedere  incaufciua  aspi- 

bcereot^  licet  inviti  et  prius  de  ipsa  vita  desperantes,  facti  simt 
in  ipsa  necessitate  fortiare«,  et  exilientes  subito  re^em  et  suoh 
vehementer  artaverunt.  ConstabulariuB  autem  cum  magno  im- 
petn  se  ipsis  in^esait  regem  prntegens,  qui  vix  fuga  c-lapsus 
multos  in  eo  discrimiue  perdidit,  Heufredum  coiistabularinm 
letaliter  vuhieratum  et  rauitijs  alios,  Mense  sequenti  Saladiuua  ' 
»  crebro»  in  parte«  Sidoni-s  excursus  faciens  compulit  regem  co- 
oatibus  auiB  occurrere;  sed  tninus  cautua  post  priraos  con- 
grei^us,  in  quibus  victor  extitit,  fugientes  Sarracenos  equitea  ^ 
et  pedites  giioB  persequi  permisit,  qui  onusti  apoliis,  quasi  iam 
coDsuramato    negotio    nichil    snperesset,    secnri  per  loca  varia 

2  est  in  niarg.  H,  aupradictum  est  D,  3  asscriberet  L»,  4  agun* 
tnr  hec  D.  5  aliis  0.  6  Fredericus  [>.  7  reeonBiliatusi  [>.  10  con- 
MÜiutu  D,  II    L  Site  ran  um  D.  lii  Marcii  D;  13  caBÜum  quod- 

d&tD  D.  15  ip&e  dß  superscr.  11,  17  ddirentea  D.  18  incautiuB 
incedere  D.  conapicerent  D.  19  ipsa  om*  D.  20  in  om,  D.  ne- 
ceuit&te  orgent«»  D.  ac  D.  23  HenfrediiDi  corr.  ex  Henffredimi  H. 
25  Sydoni»  D,  conatibud  regem  fl.  26  cuotufl  corr.  videtur  ex  in* 
cautufl  H,  primua  post  D.  28  oneratia  D.  spolÜH  «uis  LX  29  com- 
_«uiixinati  H. 

'Schon  juni  1177.         '  März  H79.        »  vgl  Gen.  33,  10. 


134 


un-9 


um 


ItHO 
i  T,  IS,  A 


IIHI 

,  r.  si,  n 


qini*srebant.  (Juihus  jht  hoKtes  snpervementes  truucalis  L-t 
vincula  coiiiectis  rex  in  fti^aiii  versus  aiiiioonira  suoruin  fretus 
auxilio  se  recepit  in  tuto.  Alii  fiigienies  vi  Nantes  Scylhim 
cecideriint  in  Charybdim,  in  angtistias  videlicet  scabrit 
ropibiis  öbsitas  et  (leiiitua  exitum  negatitibus  se  immergunt, 
nbi  nee  ad  anteriora  procedere,  neo  nisi  cum  periculo  mortia 
in  maims  ho^tium  redire  dabatur.  In  hoc  sinistro  fortunanim 
eventu  captiis  eat  Amandiis  ^  militie  Ternidi  maxister.  Iiuitis  ad- 
versitatis  iii  dicitur  auctoi%  cnni  miiltis  alüs,  Ipse  vero  in  ear- 
cerem  detrnsns  finem  malorom  mortem  invenit.  Ex  hac  Sala- 
dinos  elatns  victoria  ad  cumnluin  miseriarura  nostre  genib 
Castro  tu,  de  quo  snpenns  mentionem  fmmiis,  obsedit,  violenter 
cepit  occisis  Tempknis  et  aliis  omnibns,  qui  in  eios  defeo- 
sione  reperti  fuerunt, 

74.  Post  hec  classis  Saladini  ex  Egypto  veuiens  prohi- 
bitft  fnit  nocere  ChristianiR  in  comitatu  TripoHtano  proptef 
fedus,  qnod  Saladinus  cum  comite  iara  inierat.  Sed  apad  Ära- 
dos  iosulnni  iiaves  collneaveninfc  in  tuto,  cui  contrapotiitur 
Tortosa,  que  ex  eo  Antarados  appL'llatur.  In  hac  Petriiis  apo- 
i^tohis  dicitur  basilicani  parvam  in  honore  beate  Virginis  con- 
stroxisse,  qiie  multo  {lüimlorutn  frequentatur  accessu  propkr 
miraculorum,  que  ibidem  tiunt^  evidentiam, 

75.  Murtuus  eat  Alexander  papatu«  sai  anno  vicesinio 
tertio,  cui  siiccassit  Lucius  papa  tertius.  Eodern  fere  tempon? 
Imperator  Constantiuofujtitanua  et  Lothewicus  rex  Krancorum 
defuncti  sunt  Mortuas  est  etiam  filius  Noradiai,  quem  Sala- 
dinus  hereditate  pafcerna  privaverat  sola  Alapia  relictii. 

76.  lisdeni  teüiporibne  quidam  heretici  Man>uite  cnca 
inga    Libani   c^^mmorantes    eccle.sie  Dei    abiurato    errore    simi 

1  per  Olli,  0.  2  vincuHs  D,  3  et  aJii  D.  Sillani  D,  Seillam' 
4  CaribHiiii  DU.  aümbis  D*  5  obaituroa  D,  <i  tentoriti  D.  7  d*- 
batiir  forr.  e  dabiibatur  H.  8  magister  *Jorr.  e  minieter  H»  10  bi- 
venit  mortem  D,  M  Lumulinii  D.  13  defeiisionibuN  l>.  15  Egipto  DH. 
17  Ärftdoa  eorr  ex  Arabes  H,  19  Torroaa  D,  Tortuosa  H»  ex  eo]  alia 
nomine  D.  A trarados  D.  20  be»^te  om.  D.  24  socsesait  corr,  e 
succQ^essit  H.  26   Ludewious   D.  27   Halapia  D«    Halappi»  II. 

28  bÜBdem   D,  hisdem  H.     quibue  D»     Maranite  D. 


I 


'  Odo  de  äancto  Amando. 


II  SS 
>v .  T.  ni,  1 1 


te,  qu\  priiis  »iogmatizaveraiifc^  in  domin«»  Jht»su  (Uiristo 
tman»  iatitum  volutitutem  et  operatimiei: 
enmt  et  in  arniis  strennui. 

77.    Mortuo  Manuele  Greconim  imperatore,    [diun],  quin 

liiius   eios  Älexiu?,    cui  copukta  fuit  fiÜa  ^   regis  Francunim, 

adhtic  infra  annos  pubertatis  constit*]tu8  fnerat,  Alexius  Proto- 

^^»^vasto   inl|^eriuIn  procuraret,    üreci  udiam  iiiveteratiitu,  quod 

^Hpooira  Latino»    fovebaiit,    quos  Manuel  dilexii,    fovit  et  exal- 

'       tiivit ,    ad  consuiumatiatiem  sceleris  perducertj  studebant»  ideD- 

10  qae  Andronieiim,  qiii  Ponto  preerat,  iioo  solom  ad  uialum  La- 

tinonini,  sed  etiam  procyratoris  uequiter  invitabant.     <|iii  ve- 

niens  cum    exercitii  ina|?no  ad  urbem  accesäit  et  secus  Heüe- 

sponteui  e  conspet-tu  civitatis  custra  metatua  uuivereitm  Bithy- 

iiiam    occupavii.       Ciiiusi    prevalesceote    potentia    Protiisevasto  w.t.  n, 

ih  cafitu»,  privatua  est  oculia  et  ar^Jineatis   virilibiis  decurtatus. 

Hoc  tuimiltii   Latiiii    territi  et  a  qiiibusdam  de  couiiiratoribus 

preoioniti    cum  quadraginta  quatuor  galeia,    quas  in  iirbe  re- 

cepeniDt,  secesseruiit  ad  modieum,  ut  eventiira  reram  cognos- w.  r,  t»,  w 

cerent  evidentiiis.     Greci  superiureg  in  malitia  ecclHsias  Hhri- w.  r.  ta,  « 

»0  stianorum  invaseruiit  primo,    deinde  domos  eorum  destrueiites 

in  personais    leligiosas    et  alias    pramiscui  sexus  sevientee,  in- 

iites   etiaoi   crudeliter   neci  tradidenint  cum  direptiane  sub- 

Btantie.     Quo  iiitellectu  qiii  in  galeis  erant  per  Se^stoii  et  Aby-w,  i.  •<«» 

dun  et   alia   loca  diBcurrenieH  scelus  sceleri,  dampiia  dainpui^ 

lA  ۟tupeu8averiiiit     InveiiienteK  etiam  circa  ChrjvSOfiolim  ac  aLias  - 

urbes^  Macedonie  giileas,  qua«  sibi   associaverunt,  classeni  Orr- 

\s  terribitem  circumdiixeruiit.     Androoicu8  interim  urbem  pro 

voti»  obtineas  puero  Alexio,  quem  interfioere  moliebanbur,  re- 

;vt?rentiam  imperialem  exbibuit,    ut  procurator  imperii  facilius 


l  reconaibaÜ  D,      docmatixaverimt  DH.         2  tÄmen  D.         6  erat 

fronstitutuM    l\      et    pro    Alexius   D,    ei  Alexiun  H.       ProthoBeväötQ  H. 

Jl  procura tnrea  l).         12  F]lle:iponium  D.         13  in  conapectuni  L).     Hi- 

thimiam    D,    Bithiniam  H.  14    Protheaevaslo  D     Protliosevaato  H. 

15  li  in  viriiibüa  üuperscr.  H.       16  quibua dam  D.     de  om.  D.      17  qua- 

dra^iota  in  ra»    H,  sexa^inta  D.        21  relligiosaa  H.       23  intellectu  D. 

.g«zton  et  Abidoii  DH.         2b  CiisHopolim  D»  Criaopolim  H,        *26  aano- 

[ciavenint  sibi  D         28  moliel>atur  H. 


n 


tb. 


3a 


conatmii    ad  effectuui  |>erduceret.     Acta  sunt  bec  aiuio  iiiiLle- 
simo  centesimo  octuagesituu  [secundoj  *. 

78.  Inierea  iiavis,  que  mille  qningenioa  peregrinos  de- 
ferebat,  apud  Damiatam  periclitata  n  Saladiua  coniiscata  fuit 
(Jui  avaritie  sue  consiilens,  ufc  tarn  res  qoani  personas  liicri- 
faceret,  contra  regem  Jerosolimitanuiu  uccasiones  querebat  re- 
nunciandi  treugia,  que  inter  ipso«  composite  erant,  et  sie  fe- 
dere Bolutü  per  causas  frivoles,  quas  nectebat»  uavim  retinuit 
et  homines.  Saladinus  post  hec  ex  Egypto  traxit  exercitum 
et  Bolitudine  per  viginti  dies  tranken rsa  decem  miliaribus  a 
Monte  regali  conaedit  At  rex  iuxta  Petram  deserti,  que  mi 
in  Sekunda  Arabia,  castra  fixerat.  Boätrum  nietropolis  sita 
est  in  Arubia  primae  urbs  vetuB,  sed  Petra  deserti  in  secunda, 
Mons  regalis  in  tertia,  Interim  Sarraceni  latenter  excursnm 
fecerunt  in  terminos  iiostro^,  invadentes  Buriam,  que  est  iuxta 
Naitn  sub  nionte  Tabor,  et  honiines  cum  rebuB  suis  igno- 
nintes,    reimiiniatnm  fuisse  treugis,  in  captivitatem  traxerunt. 

79.  Erat  in  regione  Suite  trans  Jordanem  a  Tiberiade 
sede€im  miliaribus  diataus  presidiuiii,  quod  dicebatur  inexpng- 
nabile.  Hoc  similiter  aggressi  sunt  inimici  crucis  sumente&y 
audatiam  ex  absentia  regis  ac  roboris  regni.  Tbl  fait  spe- 
lanca  in  latere  cinusdam  montis,  cui  subiectum  erat  immane 
precipitium,  a  parte  vero  fiuperiori  nnllus  erat  oinnino  acces- 
sus,  ex  ulio  labere  tan  tum  arta  nimi«  semita,  per  quam  honiini 
libero  et  ab  omni  onere  expedito  vix  absque  periculo  iter  pre- 
beretar.  Hie.  locus  tarn  miinituö  iutra  quinque  dies  in  ho- 
stium  transfertur  pofcestatem;  sed  lompertuni  est  postea,  inter- 
veutu  pecunie  huc  accidisse.  Uex,  qui  Terrain  proniLisionis  in- 
caute  reliquerat  indefenaam,  nichil  proficiens  in  occursu  Sa- 
ladini  reversns  est  ad  tontem  Seplioritannm. 


3  peregi-.]  riroB  D.       i  c^nfiacata  fait  a  Salaiimo  B.      7  faenuit  D. 
S  frivola»  D.      neeciebat  D.      tenuit  D.         9  Egipto  DH.  10  nt  D. 

in  ßolitudinem  D,  12  caatra  —  Arabia  oiii,  D.  1:3  si  D.  Pet]  per  D, 
de»erti  licet  D  15  üriam  D.  16  Tbabor  ÜH,  18  Syrie  D.  Tybe- 
riade  DH.  20  im'  in  niarg.  poatea  addit  H.  sumente«  —  montta  om.  D. 
23  erat  om,  D»  auperscr.  H,  24  tant]  terra  D.  25  honere  H,  prc- 
betur  D.        26  tarn  om.  D,        ^0  est  superscr.  H. 


So  zu  ergfiDKan,  daO.  in  der  datierung  W.T.  folgt,  Ihatsächlich  1 183* 


80.    HalaJiDus    irtttTiui    coiigrt*gHtH    miliiia    6neH    nosirod  w. t! n,  i« 
liostiliter    ingressus    transiki    Jordan e    partes    Scythopolitanas 
invasit,     Hec   est    HethsHii    tertie    Palf^stine    metropolis,    inter 
Jordaneiii   et  montes  Gelboe  sÜä,     Dicebatur  aiitem  a  seiiiori- 

6  bus  Düstris,  qiiod  imii(|imni  tnota  Sarracenorum  copia  visa 
ftierit  simul  in  Palestina.  8ed  quia  Deo  po88ibile  est  in  paii- 
ciiH  multitudineni  vinrere,  pars  noatra  iuxta  Djilifcar*?ni  di^ci- 
plitiam  sullerter  ordinata  hostes  viriliter  resistentes  invaait  et 
confecit  non   sfne  mnlta  ani  sanguinis  impensa,      DiLumtur  au- 

jo  tetn  nostri  septingenti  tuiss^  etjunruin  spssures,  ex  parte  vero 
adver&a  viginti  milia  equitum.  Hugo,  Tripolitani  cornitis  pri- 
vignus,  cum  Tiberiadeiisibus  in  hoc  discrirnine  couspicuus  nie- 
uiorian»  meruit  in  benedictiMne  Lurnniendaiidam-  ijui  licet  eü- 
set  adoleacentiur*  tarnen  supra  »^tatis  illius  vires  cum  acie,  cui 

16  preerat,  tre«  hostium  cuneos  violenter  eif regit  et  in  fiigam 
canvertit.  De  principibns  vero  perfidortjm  quidam  interfecti 
territos  alios  campum  de>ierere  t'ecerunt.  Ko  die  dicitur  tanta 
ftiiwse  caloris  intemp*^ries,  ut  ab  utraciue  parte  plures  caumatis 
exstingueret  incommodnni,  quam  terri  vorago  .sterneret 

2u  81.    Saladinns    ea  c< infusione  perturbatn.s   re^idivu  nositris  w. t.  »•,  ir 

rnoliebatnr  gravaraina  mandana  frairi ,  quem  in  Egypto  reli- 
querat,  ut  jireparata  velociter  clas>se  dirigeret  eam  Berithnm, 
ipse  vero  cum  ir-xpeditis  veniens  pqiiitibns  (lazam  et  Aücalonem 
cum  aliii*  Jndee  mnnitionibns  invaderet.  Igitor  adveeiente  clasee 

iftSiJadinuii    Berithnm    obsedit    ab    omni  parte,   telornm  incom- w.r. «,  it 
modis  et  Siuttbssionibns  defensoribiis  eins  requiem  negan^t.     Uli 
nichilominu.s    omne    genns    defensionia  op|K>nebant*    sed  nimis 
artati  absque  liberatoris  auxilio  resistere  non  valebant,    Porio 

rex  Teraciter  intelligens,  exercitura  Egy|)tiornm  versus  Darum 

* 
*2  parte«  am.  H.     Scitopolitunaa  D,  Scitbopolifeanaa.  ho  fliiperscr.  R. 
Ji  Betfliin  D.       ,5  Bostrieque  D,       6  paucoB  0.       R  solerter  D.       10  aep- 
tingenti  corr.  e  aeptuaginta  IK     e<piorum  fuisse  [>.  11  TripoUl  ani 

superscr.  E.  comea  Tripolitani  l>.  J2  TylieriadenBibn»  DH.  13  coni- 
mendHüda  D.  15  eflfregit  superscr  H»  confregit  D,  convertit  iti  fa- 
gam  IK  17  fecit  l).  eaöe  faiHse  tanhi  D.  IB  parte  om.  [K  19  ex- 
tingueret    D,    eattingeret    H  21    Egipto    DH.  22    BeTittum    Ü. 

2a  Aschalüuam  D,  AscalonBUi  H.  25  Beiithtum  f).  t^lorum  et  auf- 
foasiombuB  iueommodi«  D.  26  defenHtottibus  D.  27  tiiniis  corr* 
ei  animiit  D«        2b  aaxilio  diu  l).        29  figiptioruiu  DH. 


138 


-M"tenderf%  docrtwit  hnstf'nr  vtcininiviii  [»olius  ag^reddi  pro  Uh^ 
ratioiie  Herithi,  quam  exercitu  divisü  utriqne  periciilo  miuuri 
robore  unu  et  eodem  tempore  intliscretiiis  occorrere.  Prepa- 
ratis  i)Jfitur  de  Accon  ut  Tyro  tripiitn  tribtis  galeis  in  [»ropria 
6  pei'«ouH  itirien*  ierretttri  inipiger  ad  hostileä  acies  properiit. 
Quo  cüii^perbü  Salnfiinus  regln  adventu  territus  absidioue  scj- 
luta  turmas  aliqiiantum  cepit  dividere,  turres  in  circuitu  non 
valeut^s  resisteru  d<*iciens ,  msu].)er  vineta  cuui  poiiieriis  de- 
strueiis,  et  sie  ^uleas  in  Egjptum  reniitUtns  reversua  t*8t  ad 
i(j    propria. 

'^,  T.  iK,  it^  82.    f^ust  hev  mint  vir  vitxilantisaimus  ei  lalK>runi  patieos 

iioKirns  cuDteoipneos  am}iliare  diäpoauit  sui  nominis  famam, 
ideofjiie  Eii träte  transito  quasdain  vi  aruiata  potenter  eipug- 
naiis,  alias  pecunia  corrumpeiis  iiominatis-simas  urbes  Mesopo- 
Iß  thamie,  Ede8s;tm  et  Carraiii  \  t^uo  subiu^avit  iiuiieno,  Kt  pn»- 
cedendo  tantiLs  contraxit  copias,  quod  Mussiile  dominim  ipsi 
w.  r.  tt.  so  resistere  non  valebat,  Sane  rex  et  principos  nostri  merito  in- 
ditraati.  quod  eis  Cdiitemptis  hostis  Eufraten  tnmsierat,  i»p* 
portuiiitateiü  ex  absentia  eins  nacti  per  terra>t  ho^tiles  excur- 
w,  1%  »i,  fi  8iim  fecerunt  iJeinde  speliincaui,  quam  snperius  coruineuuH 
raviiiius  iiobi?^  perditum  ^,  obHidioiie  facta  fatigatis  usque  ml 
desperatiooeiH  detensoribus  per  deditionem  receperunt  eandem* 
83.  Tyrann  US  voti  sni  compus  et  prospera  nimi«  mm 
fortniia  pompositis  rebus  in  anbiecta  sibi  Mesopothamia  vietur 
ts  revertitiir  per  GVdeysyriani  intendens  ad  dnnuniuni  Alapie,  que 
soln  « i  b i  d  e e  r  a t  d  e  N  «» r  n il  i  o  i  d  o  m  i  n  i  o.  Ille  siqtti- 
dem.  qui  Alapie  presidebat,  consideran^,  quod  frafcer  eiu«  Mu&- 
snle  dorwiinis  longe  putentior  tante  proaperitati  resistere  non 
puterat,    iiicoiifliiltis  Alapinis    iiiitis  ciiiu  Saladin*i  pactis   Ala- 

l    potius  hoatem   vicinioreui    D.      vicinorem   H.  2  UoriÜiti  D. 

'S  lireparittas  D.  4  Thiro  D-  5  hoBfes  D.  proparat  D,  6  »d- 
veDtuQi  D.  verituä  D.  U  ante  ^aleäs  del  deetruens  D.  hlgiptum  DH. 
U  vigitantisgimuti  vir  D.  IS  Eafniteu  D.  quoadatii  Dil.  14  aliog  DU. 
pecunia  om    D.  15   Car.]  et  alias  addit  Ü,         \H  Kufraten  coir   ex 

Eofratem   U      üporfciiiiitaf<*in  D        21   a  nobia  D,       iJü  d^f^ensoribu^i  <50rr. 
e  defeii^ionem  H.        23  tintaouäi  D.       25  Celea«iri*iiii  DH,     Alappie  H. 
27  Halapie  D,   Halai^}^ie  H-       quod  om.  D.        29  Hahipiai»  D,  Hal.ip- ' 
piniA  U,     Balapiaui  D^  Balapidani  U. 

'  Hanau  südlich  voa  Edes«a.        *  cap^  1^, 


189 


n  tradidit.     Undt»  nubi»  |i«riüultim  viciniüs  et  tiiimr  cordii      nw 
Benins  ftcceftsit,    At  prinrops  Antiocheniis,  cni  *^ravior  metiis 
iiicumbebat  ex  host*?  tarn   vicino,  treu^as  cum   ipso  coiii]rf>suiL 

84.  Iiicomtuodis  iiostris  siccrerit  invulesceiis  regia  morbus,  «'.r.  »»i 
I  ö  qiii    prociiratorem    re^ni    coinitem   Joppeiisem  ^  instituit,    cum 

Saladiiius  contractis  imdupit^  copiU'  et  ad  ynguem  antiatis  per  w,  t.  «,  t« 

Scythöpojitaoas  ]Kirtes  veniens  ad   footem  Tubanie^,    c|in    ori* 

^Ifhir  ad  radiceg  montis  Gelboe«  coDRedit,     Nostri  aotem  ad  fon- 

i      tem    Sephiintannm    con^ret^ati     Hobstiteniiit.      Dein  de    procen- 

»^»  84?rimt    in    campiim    magnuni    Ewdrelon   et  per  acies  nrdinatas 

ad  fonteiTi  Tubanie  progresMi  sunt  obviauj  hosti.    Quo  cogniio 

Saladinus    fontem    deseriiit.      Quem    occupantes    iiostri,    sive 

pur    ignaviaijj    priricipis    niilitie    pre  f  ati  G  wid  o- 

nis  81  ve  propter  d  i  ff  icu  Uatena  locoruui,    in  cjui- 

ibbus   86   receperat  SaladiniKs    apnd    Beth^an  tiiore 

San.  castra  viciea  uoiuerunt  atteiuptare. 

85.  Interim  hostea  per  vim  iieriniiiii^   invaseruiit,   ittiidam 
eiiam    inonfcera   Tabor    preanmpserunt    ascendere    et  Bcdegiaiu 

hbeati  Hplie  vif>lare,  f|y«Kl  priiih  inaiidifnm  riierat.  At  reli- 
lyiasi  viri,  ipii  iuuniti<irem  locum  tenebant,  vi  armatn  r*:'|>ui<*- 
runt  insolentes.  Idem  preäumptuosi  deseendentee  de  uionte 
Tabor  montem  illnm,  cui  Njizrireth  rivitas  adheret,  asc^eiide- 
'  runt  et  territa.s  umliere?!  cum  parvulis  et  8enibu8  in  eccli-^iam 
beatt:*  Virginis  ne  reci|>ere  cnegerunt:  nam  viri  bellatures  abe- 
I  'ih  rarit  in  castris  ('hristianorum  coadtiiiati  vel  ad  urbes  niariti- 
'  mas  se  transttilerant.  Discurreutes  etiara  de  fastris  SalHdini  «  T.i 
,        prahibebant  acceasum  ad   castra  tideliiiüL    onde  fames  orta  fnit 

inter  noatros,     Mittiintur  ergo  legati  ad  urbes  maritimas^  (pii 

« 

1    tradit  D,       et  om,  D.       corda  timore  0.  2  Anfehiochenas  IX 

4  ivccrevit  am.  D.  -5  cum  om.  D.         6  confractis  D.         7  Ercopoli- 

tanas  D,    Sdtopolitana«  H.       parte«  »uperscr,  H.  8  inimtia  om.   M, 

11  isti  D,         13  ßttidonU  [h         \h  Bei  Hau  D.         17  per  viiii  in  rtis.  IT, 
purvurn  I).       18  Thabor  DH.     sump^eruni  D.       19  Helie]  b  jtirptnsir.  II 
rellijpofli    H,  20  rcppulerunt    H.  22   Thabor  DH.       Nnzaret   M 

iiÄceDderunt  om,  D.  23  et  om,  D,  superaer.  H.  mulierculaB  1>.  et| 
«c  D.  seaib  J  multeribiiH  H.  in  ecciesia  ac  aefiibu«  D.  26  iraytule- 
mot  H,    et  D 

'  Goido,  der  scbwiiger  dea  k5ai^8.  Heute  Ain^jalud  in  der  nülie 

Yon  Bethjiaa  ^Scytbopolis).        "  Da«  alte  Je«reeL 


w.  T,  as»  iio 


copiain  victimliuni  afferentes  eitu  famtnu  repulenint.  Quidam 
Uiiiien  sine  conductti  incautius  venieotes  comprehensi  sunt  cum 
Harcinis.  Rivus  etiuiii  Tubaiiie  turn  preier  solitiun  inveoieb»- 
tur  piäC08U8.  Kutnur  in  ambiguo  est,  cjiiare  militia  nostra. 
qne  tunc  pluritna  fuit,  et  peditmu  luagna  copia  permitteret 
absque  congressione  tunnas  hostiles  tarn  libere  v^a^ri.  Dicunt 
qnidam,  faani-  diBslmulatioaem  odio  comitis  Joppensis«  cat  satis 
iiisnfficienfci  rex  euram  regni  coinmiBerat,  prevaluidse.  Post 
pHUCOs  anteni  dies  exercilus  uterqne  ad  loca  tiitiora  discessit. 
80.  Vix  elapao  nipuse  Saladinus  reparatis  copiig  Craocuiit 
obsedit,  ciii  iireerat  de  Castellione  '  lüiinaldus,  Huic  1ik?o  pri- 
stiiinni  nonien  erat  Petra  deserti,  Applicans  autem  machiniit< 
et  obstdionem  firmans  sine  interonsaiime  lapides  contorquebut 
tunninit'nta  Incorum  concufciens ;  et  licet  rastrnm  naturaliter 
Sit  tiriyym,  quia  tarnen  armoruni  et  viriliter  reaistentium  copia 
tunc  defuit,  caatrenses  pliirima  dampoa  pertiilerunt  et  tenrore«. 
Kex  interea,  qui  ex|»erimeiito  certissime  didic^mt,  Gwidon^u 
in  aniniinistratione  regni  nun  snfficere,  potestatem  dataiu  re- 
vuravit. 

87,  Baldiiiuiis  puer  quinquennis  consensu  cleri  et  popiili 
regia  dignitate  dfclaratiir,  inungitur  et  Corona tur.  runies  Tri- 
politaniis  *  s t r  e n  n n  n  s  et  m  a g  n a n  i  ni  u  s  ad  edticendam  et 
reducendyni  populnni  Dei  princeps  constituitur.  Acta  sunt  hec 
anno  iucarnationis  doniiuice  iiijUesimo  cente^imoiictiigesimo  tertio. 

88,  Interiuj  Stdadinus  octt»  machinis  erectij?  ctmtorqueaa 
lapides  quasi  tonitniuiu  fieret,  tprruit  interiores,  einjue  ventum 
erat,  qnod  eis  pre  riimio  terrore  confusis  nee  audentibus  coin- 
parere  hostes  predam.  quam  miseri  cives  in  valluni«  quod 
presidio  conterminuui  suberat,  introdoxerant,  immiasis  funibii^ 


1  renpulerunt  H, 
Wnie    iK       tarnen    D. 
1*  dw8  8i3]jerscr.  H, 
12  anteni )  it;fittir  D, 


et  quidam  D.  2  tarnen  Om.  D.  S  THo* 

l   rumor  etiam  D.       in  om.  D.       abigoo  I*. 

10  copiis  super  deleto  hostibas  H.    Eraccaui  D. 

Ifi  et}  ac  D.       16  errorea  D,       17  QuidonainD. 

Widonem  H,         18  CBße  »ufficientem  D.        20  Baldewinus  D,    Baldnvi- 

nus  H.       ank'  quiTiquennis  delet  quinque  annis  D,  26  eo  quod  I). 

21  audientibaa  D.       compürare    U.  2H   quam  predam  D,         29  in* 

trodaxerant  am.  H. 

-  Ruimuiid. 


]mI    1,  M 


occiderent  et  divi^a  raembratini  animiiüa  »ibi  extra- 
herent  ad  cibum  indeinpnes.  Coiiies  vero  Tripoiitaiius  opera 
laturua  oVjsessis  cum  mültm  ('hristianorum  ad  venu.    Quod  in- 

I     telligt^iiN  Saladmus  obsidioTie  snlutti  reversiKS  est  ad  propria. 

^H       89.    Hactetins   viroriim    fortiutn  gesta  cum  debitis  titulo-T'-T. *»>«**. 

^rtim  preconiis  et  varios  liellorum  eventös  qiianto  potuimus 
compendiosius  proi^ecuti  sinijus.  De  cetero  tnateria  iiiemoria 
digiia  deficit;  annalium  enim  eonscriptores  iion  qualia  optatit 
ipsi,  ged  qualia  ministrarit  t^iupora  matidare  snient  litteriH  et 

10  officio, 

90.   Hnnima  potestas  dimtiis  honiUiiis^  patmdie  et  lotu^ani" 
is   habundans    cum   nmgim    traitijuiUiUiir   iudmd   et  rtim**?»*«^ ". i« 
fift/j    rt^i^rrrntia   di'ipotut  nos.     Lento  enim  p^ressu  ad  vindic- 
tam  sni  divina  procedit  irarundia,  sed  tarditat^m  pene  supplicii 

i&  nittgnitiidine  compeo&at.  yuoniaiii  Dens  patiens  redditor  est, 
crucifixores  suos  \\er  qnadraginla  dnos  annos  exspectavii  ad 
penitentianu  Indoratos  autera  per  dnos  ursos  pimivit  iisque 
ad  exterminium    cum  signo  doloriß  penani  per  prophetam  di- 

l^^iens:  Ilfti,  roHSoiahor  snprr  hosttltus  mris  rt  rindiealHir  de  tni- 

fSfimkis  fufis,  Post  tempora  IJrbani  pape  secundi  Terram  pro- 
niissionis    largo   aangiiine  martinira ,    freqöenti  sudore  coiif»:?s- 

I  Hornm  reciiperatam  reHti hierat  rhristian in,  qiii  proeedente  tem- 
\H)re  luxuria,  super bia  vite  et  avaritia  in  ttmtam  prolapsi  sunt 
iiialitiam,  nt  siiscdarH  eis  üdvtrsarium^   cui  resistere  tion   va-ntii«f  u.iij 

I  tft  lebant   divinitatis   ope  destituti,    vere  miseri,  qimrum  vindicta 

diflpprtur  post  urorteni,  ut  hi  pfeif  Und  Ine  prreaformn  /^fonV/^A/o"»  u«k«,  u" 
eiemalitLir.     Porro    non   sioere  pecratoribus  ex  seutentia  pro- 
prie  vobinUtis    diutius   ocuhs  divine  mfiies^idis  protmeurr,  sed 
adhuc  in  carne  poBitis  adhibere  vindietam  clementie  diviiie  mani- 

tofestum  est  inditium.     Propter  peccata  super  terram  multiplicata 

m 

I  ante  sibi  delet  nmmb  Ü.  assiBterent  D.  3  latinis  D.  4  »ol- 
Uiinu9  D,  Ü  fjoteramus  D,  7  persequuti  U.  8  defecit  H«  d  ipsi 
om.  DU.  11  divine  Ih  lü  iudicat  corr.  e  iudicant  D.         13  non 

enim  lento  D.  15  nuignitudini  l*.  eat  redditor  Ü.  16  sexaginta  I> 
anno»  supenicr.  H.  expectavlt  li.  17  autetn  om  ü  iirsoi]  Bcilicet 
VeepaBianum  et  Tytum  »uperacr  aL  man.  sed  coaetan,  H.  18  extre* 
minom    L»,  20  pape   om,    IK  2i    miirtirum   et   confeBsoruni   D. 

22  reparatam  D.  25  differtui  vindiitn  D.  21  peccatoribtia  om.  H. 
30  multiplicata  super  terram  L>. 


U&7 


\h 


liqyitates    patriiiy    iiosti'ornin    |iopiihKs    orientHl 
salem  veneruiit  m  obprobrinni  oimübiis,  qiü  per  rircuitnni  «*ii 
fuerunt  et  filie  CHUae  oc^iisionales  tanti  periciiU. 

91*  Mortuo  '  siq indem  re^e  leproso  et  puero  ia  reg«ni 
elecii»,  cuiu8  supra  meritionem  fecirims,  Jefimcto,  quiä  Huidü 
com**8  Joppeusis  iuutilis  esse  videluttur  regno,  niultorum  emt 
consiliimi ,  iit  copula  maritalta,  qire  infcer  ipsum  et  re^inam, 
sororem  regis  leprosi,  roiitnicta  fuerat,  dissolveretur.  (ter- 
Iiftn1u8  iiutein,  luilitie  Teriipli  magister»  fovebat  hoc  mairtmo- 
oiuiu  asnerenn^,  illicitum  efi»e^  qtiod  pro  tali  causa  coniiigaH» 
sr)cietaa  di^iKolvoretur,  Unde  di^scordia  satis  evideita  et  ron- 
tentin  elfusu  est  super  priiicipes.  Kaiualdus  etiani  prioceps 
Mimtis  regalis  infra  ireiigaiii,  c[ue  cum  S^iladino  et  caiu  Qwi- 
done  fuenit  inita,  carvanaui  inercatorimi  venieiitera^ex  Egypt«) 
spoÜHvit  (Uiiiique  rex  a  Stilailiuo  sufwr  luic  conveniretur  t*t 
rex  principeii»  luoneret,  ut  ablata  restitneret,  respondii,  m  cum 
Sanracenis  trengam  habere  noile.  Et  hoc  facto  commotitjä  Sa- 
hidinus  Tiberiadem  ol»sedit,  et  mittens  septetn  milia  elect<onim 
Turconim  versus  Atuon  regioiies  viistavit.  Porro  üerhardus 
niilitie  Tempil  rnagiBter  cum  octoginta  militibus  ad  tuendani 
Nazareth  properavii«,  tui  adiunct^is  fiierat  maj^ster  HMspitaliH 
et  alii  naqm^  ad  nmiierinn  ceutum  qiiadragiiita  milituru.  lier- 
hardu$  iste  mile.s  erat  sirenTHms,  sed  iriipetiiosux  et  tetnerariu». 
Qiü  videiifet^  pueros  et  muHeres  aliosque  Chris^tianos  dt*  Naza- 
reth  raptivo8  ahduei,  contra  cntisilium  prudentium  mm  con«i- 
deraiLs  hostiiini  »mltitudinem  et  fidelitmi  imiicitat^^m  iinpra- 
df^nter  ordinatas  acie«  h^istües  iiivasiL  Ubi  magister  Hospi- 
UiViH^  o*'4nibuii  in  prelto,  Uerhardnn  antem,  illins  temeritÄÜn 
aiictor,  per  fiigam  evasit,  ^ed  de  tVatribus  suis  quidam  occbi, 

• 

2  qui  om.  H.  3  et  eccaaione»  H.  5  Wido  H»  8  Geiardti^  D. 
U  violaretur  D.  12  etiam  oiii  D.  13  iiifra  in  m arg  H.  et]  äcO. 
cum  om.  I>.     Huidotie  legt?  D,  Widone  H,        U  E^^ipto  IlH  \ü  ui 

rtupei-acr,  H  18  TyberiH-douj  H.  ölectoiujn  om,  l).  lÖ  Thun-orutii  l'H. 
üerardtiH  1».  2ü  miiit]  Ü  aupersiT.  H.  21  fuit  D.  22  Gerardu«  U 
2-S  piMidentum  1>         27  onlinans  {K    hoste»  D.         28  Gerardiu  D. 

'  Dm  tod<^jahr  köaig  Balduins  IV.  steht  nicht  fest»  Wilken  a.  a.o. 
H.  249,  Kügler,  t.i<jd€b.  der  Kr  s.  187,  l>iicaii^e«  tes  fam.  d'auti^  Hier 
».  24.         '  Roger  du  Muulin  odi*r  de  Mulenditio. 


J 


US 


qniiiaiii  capti  discrimeit  8t*hitTiint.  Factvirii  fst  hoc  in  prin- 
ripio  Mail  ad  Casale  Roberti»  Ideiu  nia^iater  proc^clente  tem- 
,|K»re  ruipas  snas  omne.s  san^i^iline  luarlirii  lavit:  iiaiu  in  de- 
iCeriHu  turonis  Saladini  inter  Accon  H  casale  Accont-nsis  epi- 
scopi  pro  defen^ione  (Jhristianitatis  occiBnn  occubnit 

92.  Poshiiodimi  congregatus  est  exereitus  Doraini  ad  fon- 
tem  Sephoritanuni,  Saladinus  ab  altera  paH^  copia^  contra xit  et 
Tiberiade  tnnc  relicta  obviani  venit  ad  prelintn,  Quod  comniis- 
önm  est  in   valle  uon   procul  a  Tiberiade  distante,  ubi  rex  vic- 

Ros  cujo  niaioribn8  tnronem  Hsttthi  ascendit,    Ubi  coinprehen- 
u»  est  cum   principibns  suis  et  aliis  et  in  captivitaterii  dnctna. 
93.    Anno   ab    incarnatione   Domioi    inillesirao   centesimo 
ctogesitno    septimo    inense   Jnlio    in    die    tranalationis   sancti 
Martini    planctns    et    fietu.H    orientalig   ecilesre    aiulitns    est  in 
I  ift  terra   Chri^tianoruni    et  plaga   eins    corda   fideliiim  Lrrnrissime 
viilneravit      Nam  Tiberiade  destrncta  Arcon  deditti  fiiit  victori, 
et  domina  gentium^    princeps  provinciarnna  farta  est  snb  tri- 
bnto.     Pro  liberatione  re^is  et  Gerhardi  prenominati  ma<ristri 
Tempil,   pancoram*  etiam  militnm  miinita  plnrimnni   Ascalona 
20  in  Saladini  transivit  douiininm,    deindf   Heriihnm  et  tota  tere 
l^alestitia.     Trbes   etiani   Phenicis    nbtinuit,    Sidoneni  et  alian. 
\i  Tyru8  et  Tripolis  in  pote^tate  rcmansernnt  Chriatiunorunh 
I  y4.  C'ladeui   hanc  gravissimani   ainliens  llrbanna  papa  ter- 

L  Ulis  apud  Ferrariam  ibdore  taetüs  intnnaeciis  et  febre  cor* 
B^r^ptus  migravit  a  seculo»  Cni  stibstitutus  est  tiregorius  octa- 
vn»,  vir  vite  venerabilis  ac  religione  plenns,  ^jni  infra  doo« 
uienses  transiit  ad  Dnminunu  Uui  (Ueniens  pupu  tertius  s»ie- 
ce8sit,  qni  predicatf>reH  crucis  per  regna  tran«»nisit  Occidentis, 
Fretherieim    imfierator    compassns   eccleHie  Uei  crucem  accepit 


t1K7 


2  Miii  IK  arasiiUi  D. 
stiauoruni  D,  7  eonir 
10   tiiro  D,  tyroTiem  H.       Hatti  V. 


ideiu  —  occubaJt  «mi,  D.        6  Dom,  |  Cbri- 

coii  KUperucr-  H,         7  et  9  Tjberiade  l)H, 

ibidem  [X         U  liuei  est  Jelc-t  et 


ca  U,  et  inj  et  otu.  l)»  superscr  If.  13  octavo  H,  Jalii  h.  14  plan 
iu  rüüuni  B.  It»  Tyberiatle  I*,  inmarjf. :  Accon  capitan  lö  prcDö- 
ainatiGerardi  D.  magiiitrij  Gerardi  U  U>  railitum  etiam  l>-  Aficba- 
lona  D,  20  ßerithtum  II.  oe  I>.  fere  tota  Ü.  21  Sydon  D.  alias 
ifti  oni*  n.  22  Christ ianoruta  remanatTunt  IK  25  aiigranti  t).  ab 
hoc  l\         2ü  relligioiie  li,         21  roigruvit  \K         J?»  Fredeiieua  D, 


144 


nw-«8  et  cum  eo  filins  ipsius  dux  Siievie  Fr*^t.hericiis  mlolescens  in- 
ilolis  optime.  Si^nati  sunt  preterea  principps  rej^ni  Teutonici 
pleriqup  CLim  inilitiim  mültitudine  copiosa* 

95,    Haladinus    interfecto   princip«^  liiiinaldo  pojit  mnllHiü 

fi  defetjsorum  vt^xalionem  Monteiii  regalum  et  Craccnm  ohtimiil 
et  sitiens  totnni  regmim  Jerosolimitünmii  Tyruni  obsedit,  quaai 
capere  non  valiiit  propter  loci  munitioneui.  Nam  miserator 
Dominus  Coiiradum  Tdurchionem  Montis  Ferra ti  tranMicisit,  qui 
cives    ad    (leditiuiiriu ,    ipiaiu    t'aeere    decrevisse  dicimtur,    pni- 

10  denter  cohibnit. 

i»nr.  yO.    Dimi  hec  ajaruntur  in  partibiis  Orientis,   Philippns  rei 

Krancorum  et  Henricus  rex  Angloium  bogtiliter  iiiinis  apud 
Castrum  Ilaul  '  concnrrentes  ordinatis  binc  in  de  niilittim  et 
sattdlituni  aciebus  pii^oain  inire  decreverant.     Aderaut  atiteoi 

16   niincii  sedis  apost(>lire  enteis  predicntore^?,  qiii  saluberrimis  per* 

I«      suasionibus    trengam    modi«"i  teiiqioris  interposueruiit,  et  inter 

Gisortium '  et  Thrie"*  reges  convenientes  colloquium  habuenint, 

I'bi    consilio    Spiritus    sancti    familiariter    u«i  auibo  salutifere 

rriicis    sigtioiii    huriun'is   suia   affixenint;    nW   expHcari   potest 

a«i  verbis  gandium ,  intml  ex  hoc  ortum  fuit,  quaudo  ad  concor- 
cliam  vi  osculum  i>acis  redienmt.  Unde  barones  utriusque 
(v^nii  et.  niiiiures  ip^torum  exemjila  aequentes  cnicis  aignaculura 
alacriter  siisceperutiL  At  Henrico  Anglorum  rege  ante  tem- 
piis    expeditiüiii.s    rebus    bnmanis   exenipto  snccessit   Ricbarduü 

a.'>  ronies  Pictaviensis  erocesigMatiis  in  regne»  fratribvia  suis  Hen- 
rico  *  progenito  et  JotVedo  *  aefiindo  genifo  comite  HrttaDnie  * 

iaiti  defiinctis. 

• 

1  eo  auperiair,  ü»  Frederic ua  dux  Suavie  D,  2  pruieipe«  prete- 
rea  D.  Theotonie  D»  3  plerumque  D.  4  Raynaldo  D.  6  Jbe- 
roHoliiiiitanum  regDum  Ü,  Tyriim  om,  D.  8  Conrad  um  corr.  e  Com* 
radum  \l  9  quam  om.  D.  13  Kabul  P.  et]  ac  L>.  14  decrmt  D. 
17  lUsartium  K  Thrie  corr.  e  Tirie  H.  Tbirie  D*  18  sancü  Spiri- 
tiiB  D.  faniiliariter  uai  om.  D.  20  quando  corr  e  poatqnam  H,  poit- 
quam  M.  23  Hinrico  H,  An^'lürum  corr.  ex  Angulonim  H.  24  Ri- 
curdus  U,       25  i  in  vi  aupeiacr.  H  »  PictaveDaia  Ü  26  post^nito  H. 

I"  auperscr,  H,    Gotfrido  D.     Hritanie  [K  Brittannie  H. 

'  Chateaij-ltüux.        *  Giaora  nw  Pari«.        "^  Trie.        •  »tirbi  1188, 

"  »liibt   I18t3.         '    BretagHL», 


97.   Interim  orientalis  militia  cum  rege  Gwidone  &pnd  Ty- 

"inim  coügrejjata  Accon*?nsem    civitatera    obsedit  cum  sexcentia 

^^ere  militiliiis,  anno  millesimo  ceiitesinio  octoj?e>(imo  nono,  menst^ 

^■Aii^isto.     Gratidis    fiducta    fideliiim^   qiiod   cum    tarn    raodicn 

Pr    manu    obsidioneni    Acconitane   civitatis    tani   audacter  inchoa* 

venint  inter  iiialleuni  et  incjadem,  inter  Scyllam  et  Charybdim 

positi,    quia  Sarracenoruni    moltitiido    in  civitate  tenuiter   ob- 

[     sessa    paucitateni   nöstrara  copiose  supergresfla  viribus  viocere 

poterat  et  nuiiiero,   ab  altera  parte  Saladinus  de  pluribiis  rei^nia 

if.  co|»ias    iontraxit,    que  terram  occupaverunt  iit  locuste  milites 

Christi  cingentes  et  obsidenteß,    Nostri  vero  cum  iam  hostibus 

in  eontemptum   venisaent  propter  raritatem  bellatorum,  «uper- 

^^?enit    in    anxilio    opportune    clasais  quioquagiota  vel  jjlnriiimcf.i 

^hogonum    ab   aqnilone   navigani»   cum    viro   nobili   Jacobo   ilc 

IE  Avennia  \     linde  nulli  fideliom   venire  potest  in  diibium,  quin 

Altisaimus  täte  auxilium  conüdentibus  in  ipso  tranamiserit.    Ex 

tunc  milites  Cbristi  de  auxilio  divinitatis  rertissimi  obsidionem 

firniaute«  vallum  modicum  ad  tutelam  sui  periculi  fodenint  et 

bde  antennis  et  irialis  navium  barcaa  ac  repagula  prudenter  ae 
■lacriter  composuprunt.  Porro  Saladinus  intelligeus,  auxilium 
(ihriatianorura  anginen tari,  crebros  impetuB  fieri  in  eoa  prece- 
pit  Sitniliter  illi,  qui  civitatem  tiiehaniur,  prout  teraporis  op- 
portunitag  oiferebat,  hostibus  suis  intentabant  discriioen.  Et 
sie  per  Tarioa  eventus  belli  tempus  cnrrebat  obaidionia.  Ba- 
ai  rones  autem  occidentaliuni  partium  i^ruce  signati  transfretautes 
L,..iaborantibus  in  obaidione  Ptolomaidis  ferebatit  auxilium. 


1  mil.J  i  in  li  euperscr.  H,  Guidone  D,  Widone  H.  Timm  H. 
8  ociaTO  LK  4  cum  om.  H.  5  Aconitate  D,  audacter  corr.  ex  aa- 
daciter  H,  audaciter  D.  incobaverunt  H.  Ö  mallium  l).  Sillam  D, 
Seil  Iam    H.       Charibdim    ÜH.  7    iirmiter   D.         10    copiilÄ  om,    D. 

congregarit  D.  12  conteplutn  H.  per  D.  bellatorum  raritatem  D. 
18  0  in  opp.  fluperscr.  H,    oportuno  D.       plurimi  D,         14  viro  om,  f>. 

15  Avernia  D.      nuUi  corr.  e  nulhim  D.     poteet  nemo  D-     quatinus  D. 

16  aox  ]  solatium  D.  misencorditer  transmißerit  D.  19  et]  ac  D. 
»c  rep.|  et  D.  20  Saladiim»  rex  D,  auxilium  corr.  ex  auxilio  H. 
21  aucmentari  H,  in  eoa  impetu«  öeri  D»  22  oportunitatia  D. 
23  intendebant  i*.  26  laboraatibuß  corr.  e  liberantibug  H,  laboran- 
ies   0.     Ptholomaidis  DE. 


p- 


'  Avesoea  ixn  depart.  Nard^ 
OUtm. 


lU 


146 


98.  Frethericus  iniperator  inaguifirtim.  proiit  impermlem 
dec^bat  tonmam,  trahens  secnin  appuratuni  et  bellatonira  et»- 
piam  per  Ungariarn  protectus  venit  in  Greciani:  sed  Matiud* 
imperator    <'onstuDtiin»j»olitanus    transitum    ipsiun    j>er    U'rram 

f.  suam  impedire  cunabatun  ITjult^  Fivtherioiis  prince}is  nia^üa- 
nimus  per  toi  am  liiemem  raagnam  partf^m  Grecie  potenter  ab- 
tinuit  et  possedit.  DiscordiaTii  etiam  iniperatoruin  anxit,  qiiod 
Manupl  legatos  Fretherici  Hermann  um  MonasterienHein  epi- 
äcoptiui  et  alie>8  viros  magnos  captivos  in  Constantinopoli  de- 

lu  tinuit;  taudem  pace  refnnnata  legati  sunt  dimiasi  liberi,  et 
Mamiel  per  Eüespoututii  peregriins  copiosuni  navigium  prf- 
buit,  alia  preterea  commoda,  ne  Terre  gancte  <luitiu8  differ^tur 
snbsidiuni. 

%K    Interea   s<ddamis   Yeonii   mitltitudine  Turcorum  c<iif 

tr*  ^regata  ad  im])i^diiiitmtnTi)  iiii]*erati»ri,«(  et  dampriiim  iransnmii. 
At  iiuperatr»r  per  solitudiiieiD  deviani^  fameni  ac  sitiru  aliaque 
periciila  per  aliipitit  dies  passns  tandem  per  rupe«  et  scopuloü 
pericutose  descendens  cum  niaxima  iactura  iumentorum  ad  ter- 
ram  pervenit  planam  et  opulentam.  t^nia  vero  Sarraceui  non 
opinabantur  per  loca  tarn  invia  et  a  |)ublica  sttrata  r^fiiota 
Christianf>s  velle  vel  |K)HSe  descendere,  cautelani  niodicam  re- 
bus  suis  udhibueninfc.  Frofecti  aunt  igitur  ('hrintiani  versu« 
Yconi«m  per  loca  palustria^  que  vielen tia  nimbi  iiudiierai, 
adeo(|ue  de  loricis  et  scutis  viani  sternere  |)lerique  ctimpelle- 
bantur.  Turctirum  vero  multitndo  maxioia  obviani  proci-ssit 
dv  Yeonio,  ae  dux  JrSuevie  Frethericus  adole.scens  »peelabili^ 
et    strenniius   priores    acies    nostronim    prf>cedebat    iutrepidiiA, 


1  Fredericna  D,  imperialem  om«  D.  2  coronam  rlecebat  D,  co- 
ronani  superacr.  IL  bellorum  H.  8  in  om.  H.  4  Coiis)t.aiitlno|ioli' 
taniia    imperator   D.  5   FredericoB  D.  6  totmn  I).       hyemetu  D 

c^ttinuit  pofflnter  D*  7  etiam  om.  D.  8  Fredmci  D.  9  Conftan- 
üfiDpoliui  D.  10  dim  1881  aunt  D.  11  navium  H  15  et  tfam|imim 
om.  D,  17  flies  aliquo«  D.  etj  ac  D.  18  et  cum  D.  20  oppina- 
btmiar  H.  21  cautelam  ande  D.  23  jinbriani  IX  rooUierat  corr. 
e  molliverat  H.  24  adeoqne  om,  D>  »cutis  corr.  e  »cutis  H,  25  Thar- 
corum  0.         26  Fredericui«  adoledcen«  dux  Sisevie  D  27  et]  ac  D. 

virorum  D.     proc]  eb  auperacr,  H. 

'  Viiibnelir  («aak* 


14? 


pater  autem  ipsiiis  posteriorem  custodiani  tiiebfttur  et  ric  viri- 

liter  spreta  Tnrcorum  miiltitudine  Vconium  hostiliter  introie- 

naut    Porro  civitatis  liabit-atores  cum  uxüribu»  et  parvulis  ne  re- 

ceperuut  in  presidio,    IVmt  ali<jiiot  vero  dies  pax  cooiposita  fuit 

&  inti^r  imperatoreni    et  soldanum,   unde  uoatri  civitateDi  egream 

<y^stra  metati  sunt  in  suburbanis  Yconii,    tibi  conimercia  cum 

Sarracenis  haben tes  iitilia  equoB  et  iumeota  sibi  necessaria  cum 

aliis    rebus  sibi  prefcio  competenti  comparavernot.     Imperattvr 

acceptis    viginti    cjuatiior    obsidibus    a  soidano,  qui  Hpectabilrs 

10  videbanttir  et  idonei,  profectus  iude  processit  versus  Armeniam, 

Sed    riec    fediis   initum  nee  obsides  dati  profueriint,  quoraiou!^ 

periculiim  Turcomm  imminentinra  nostra  gens  evaderei    Ideo- 

qne    rex    decoUari    iussit    obsides    pro    parte.     Cumque    Turci 

multiplicarentnr,   contirmum  ppricuhim  Ohristianis  imminebat 

IS  ITnde  per  vias,  qnibus  li^radiebantwr,  imperator  5iicut  vir  pru- 

dens  et  strennuus    ordmati^   ariebns  incedelrat  ciistodiens  siius 

i>ec  perinitteiis  eos,  licet  multun»  provocato»,  hostibiis  incanfce 

occurrere.     Tali  disciplina  eqnites  et  pedite«   proc€88erunt  per 

dies    mnitos    requiem    non  babeiit^s  nisi  nootibiis,    qnibus  per 

8*1  soilit'itudineni    excubiarura    recreati    quieveruut    aliqoanfeuli^m. 

Erat   in   hoc  exercitn  vir  litteratus  et  faciTiidus    cum  aliis  eo 

clei^iaruni  prelatis  Sigelngus  '   Herbipolensis  episcf>pim^  qui  ex- 

hortationibu»    et   conaolationiby»    castra    Domini    confortabat, 

asperitatem  viarum  et  hostioni  instantiam  saln briter  Oßtendena 

Ȁ  [iTO  Christo  fore  tolerandam,    Tempus  erat'  estivnm,  quo  sole 

k^nente  le<)nem  luluis  sirdebat,  imde  niagia  fatigati  tandem  ad 

^Hr>t-ü  tuta  perveiierunt  Armeiiie.    Inippratnr  arnioriiiiT  ^  poiidfre 

^Bressu^   et  Ion  gl  sudoris    ineommodo    gravatus    delectatus  est 

^V  1  iuebatar  custodiam  D,  aic  virorum  D^  2  spreta  muUitudine 
viriliter  Thnroorutn  D,  4  aliquo^i  D.  5  ad  civitatem  D.  egresei 
iUQt  pacifici  ex  D,  6  mnt  in  om.  l>.  8  rebus  aliie  D.  sibi  odi.  D. 
lißte  pretio  deL  ne  H ,  coTiipetenti  preUo  D,  12  Thurcorum  DH,  in 
marg    H.       Tiostra  sub  deletr»  unde  H  13  itnperntor  IK      iusöit  tle- 

collori  D.  Tbarci  DH.  15  unde  oui.  iK  siiperscr.  2  H»  19  aliquos  l>. 
2()  iu>lidtndinem  V.  excub.J  i  äüperser.  IL  22  crebm  exbortationl' 
baa  D.      24  instantium  D,       28  fatigatu»  IV.     gravatus  om.  Ü.     etiam  1). 


nn 


I  *  Ricbüg  Godefridtts;  vgl,  die  einleitun^. 


tf.    E«1.    I3M 


'  erat  -    ardebat  aiiid 

10* 


148 


specie  turreiitis,  quem  trHrisiturns  eriit;  depositis  vesiibiis  nu- 
das  transnatare  conabatur,  s^d  apertis  poris  corporis  ti  cm- 
hmn  aqua  frigida  subit<i  intercltii^it  vitalia,  et  sie  princ^p®  iU*« 
Wts»i.  109  nobilis,  impf^rfitor  strenninm»  miles  providns,  vir  prudentia  piv- 
ctpuus  (liom  claiisit  eztreTutim  mense  Au^iisto  '  die  doniinictu 
Quis  explicare  valebit  fletum  nobiliutii,  plancium  milttiini,  do- 
lorem omniiim  (le  taiito  dui-e  perdito,  in  quo  fnit  eompletutn 
jto*.ii-«,  I  quod  scriptuEi  est:  Kninnm  (f  vonsiUiurunt^  tsio  itt  Ulis  qmist 
unus  (*x  iUis,  quia  tantaiii  hiimilitatem  militie  Christiane  tnagoi- 

10  ficns  imi»eraior  exhibuit,  nt  etiam  humiles  de  plebe  frativa 
appellarei,  et  si  rota  carri  fracta  iacebat  inter  eundam,  substitit 
et  alios  subsiaiere  fecit,  donec  daiupno  reparato  sarcina  pro- 
cederet.  Morti  principis  hoc  accessit  periculum,  qiiod  exer- 
citus  Ulm  copiosus  f actus  acephalus    per  loca  raria  ae  divisit 

ir.  Nam  diix  Suevie  in  oampestribus  egrotabat  Armenie,  nt*c  tnon- 
tuiiu  coiiaceiideri'  valuit  propter  iufirmitatem,  Maior  tamt'i» 
pars  niultitudinis  Antiothiani  pervenit,  ubi  post  longos  labort^ 
et  iiiiiltam  famem ,  quam  passa  fuit  in  via,  oUum  et  crapu- 
lam  secuta  moribunda  dimiunia  decrevit;  reaidui  ciiin  dtioe 
Fretherico  taudem  perveneruiit  Ptulomaidem,  ubi  etiam  ipse 
l^ij,i      adolescen»  maj^iie  probitatia  dieni  clatisit  extremum '. 

100.  Philij>pus  rex  Francorum  et  Richard us  rex  Anglorum 
apud  Messanara  preparabaiit  navigium.  Rex  Anglie  a  Tan- 
credo,  qui  re^nuui  Sicilie  usnrpaverat,  sororem  saara  *  accepta 

af.  pecnnia  prfj  dotatione  propter  nuptias  secuni  duxit:  qae  Wille« 
helmi  regia  iSicilie  *  quoodam   uxor  fuerat. 

10 L  Henriews  primogenittis  Fretherici  patri  succe-^sif  de- 
t'uucto^  qui  dorainam  Constantiani   heredem  regni  Sicilie  duxe- 

2  corporis  pari«  D.        3  aubito  nintia  D.       4  providus  milee  stren- 
nuus  D.  5  Augusti  D.       Duraiui  D,    domiaico  H,        6  plactuni  B. 

7  u-nte  comptetum  del.  scriptum  D,  U  iter  D.  eandem  D.  12  i 
in  aHos  auperscr.  H.  garrcina,  ci  tn  ras.  H.  16  firmitatia  iaoomixio- 
dum  D,  aateni  D.  17  Anthiochiam  D.  19  sequuta  H.  20  Fre- 
derico  D.  venerunt  D,  Ptholomaidam  DH,  et  D.  22  rex  Ricardu«  D 
23   a  T.)  archancredo   H.  25   pecunia   copiosa  D.      donatioae  DH. 

Willelmi  D.  26  fuit  D,  27  Hiiiricus  ü.  Frederici  D,  pater  D. 
28  dorn.]  mi^ericordiaiD  D^ 

'  Friedrich  L  atirJ^t  11^0  juiii  10.  '    Stirbt   1191    junuar  20. 

^  Jühiiun»  *  Ötirlit  1189  iiovoiuber  Iti. 


149 


rai  uxoreni,  ex  r[uii  gemiit  doiuinum  Friftbericum  imperatorfm 
Komanoruni  et  regem  8icilie. 

102,  Iiiterea   qiii  Aicon    absederaiit    aguniste  ('hristi  !"a-<T- 
mejxi  maximani  alüjuaiido  iiaasi,  quandoque  etiam  arlversontiii 

5  casmim  in  negotiis  hellicia  pulsabaotur  inccnomodis.  Nam 
pret*?r  iilia,  que  loDgum  esset  ennmerare,  peditum  milia  mm 
paiica,  qiii  ign avium  et  inertiatii  eqiiitibus  iiiiproperabant,  et 
ex:  condicto  po?*t  niiiltaa  stipplicationes  et  dissuasiunes  maio- 
niTii,  quiburi  experientiii  talin m  renim  oota  fnit,  ad  castra  Sar- 

10  racenorum  tendebant  Saladirius  simalato  metu  retrocedere 
8U0S  precepit,  peclites  aiitem  Eostri  spoliis  onuati,  cum  redire 
cuperent,  trimcati  suut  in  tanta  qiutntitate,  ut  Hiivius  aanguine 
permixtiis  occi^or»jm  rubricatas  magis  quam  cernleas  preten- 
deret  arjuas.     Tandem  rex  Fraucoriim  pervenit  Accon  '   et  eri- 

id  gens  machinaä  contra  turrim  maledietam '  cioetibns  et  diebus 
giue  intermisftione  tormeiita  lapidum  iactari  precepit. 

103.  Interim    rex    Anglormn    sponsam    suam   premittensef. 
Bereiigariam,  filiam  regia  Navarre  *,  et  sororeni  suam  Tidimm 
regnum  Cypri  rlominio  Latinonim  «nbicere  atudebat  inter  enn- 

y«  dum.  In  hac  in.su la  Kirsactis  dominabator  CrrecuHf  qui  nun- 
cio«  premitteos  et  mnnera  in  mari  flnctuantes  reginas  horta- 
batur  plurimum,  iit  regis  in  arida  presto darentar  adveutnin  ; 
aed  ipae  prudenti  consilio  recasabant  applicare  et  poteatati 
Grecorum  se  »ubicere.     Caritati»  exemplum  postoris  imitandtim 

1»  subiecta  declarabit  narratio.  Eijdem  tempore  tres  navea  pere- 
grinis  replet«  vi  tenipe^tatis  periclitate  fnernnt  in  Cypro.  Kir- 
sacus  omnes  peregrinos  decollari  iussit.  Cumqne  ad  supplicinm 
ducerentur,  satelles  quidam  Kirsaci  natione  Normannus  ani- 
mam    snam   pro  ipsii*  |K>8uit  et  admisao  eqiio  velociter  accor- 

3«  rens  lictoribus  ex  parte  imperatoris  precepit,  ut  in  execntione 

« 
l  Fredericani  Ü,  regem  D  2  et|  ac  Ü.  Scicilie  U>  4  etiam 
uro.  D.  8  edielo  qui  D.  12  tmcidati  D,  trancati  sunt  in  marg.  H, 
quantitate  tanta  D.  13  tenileas  corr.  e  celureaa  D.  18  Beregirum  D. 
Navarie  H.  10  Cipri  D-  20  GrecQs  imula  D.  21  reginaa  in  inari 
fluctnantes  D,  23  ut  D.  25  declarabat  D.  27  diioerentur  ad 
ßapplicium  D.  28  Kirsaci  corr  e  Kirsunii  vel  Kirgatii  H,  29  oc- 
currenfl  D- 


HfW-l 


*  Landet  1191  april  14, 


B.  die  einleit        '  ^ancho  l. 


1191 


150 


taiiti  sceleris  Äiibsistoreiit,  consequenttT  Latino;^  HlIcKutu}^,  nt 
|*er  fugaiii  et  latibula  vite  stie  oonsulerent,  hortabBitir.  Quo 
comperto  Kirsacus  satellitem  interfici  precepit  et  timen«  regi» 
ailveiitum  portum  Limizunens^^ni  '  qiiantum  potait  iMunire  pro- 
cura vit  eqtiituTii  et  peditiiin  C4>pi<»»as  il»idem  ordinaos  aciea. 
At  rex  Aiiglorum  adveniens  *  genteiu  suaiu  aniiutam  per  bar* 
cas  litias  asceiidere  luandavit  et  ipse  personaliter  cum  ais  pe- 
ditans  hüstiles  acies  viriliter  invasit  ae  confecit  post  pu^ain 
in<»dici  teniporis.  Grecus  autem  fiigiens  a  facie  persequenfcis« 
uullura  sibi  tutum  in  insula  reperire  poterat  habitAcnlnifl ; 
nam  rex  aiectis  equis  de  inari  persecutus  eiim  piigtiavit  ciira 
ipso  Eon  longe  a  portu  in  locis  caTiipe^tribus,  ubi  vicfciis  ««i 
secundo.  Set!  ad  montana  confugit  congregaris  auxiliatorw 
tlrecos  et  Armenos,  Rex  properaas  ad  casirum  Scelingia* 
comprehHulit  ilhid  et  in  eo  filiain  Kirsaci  cain  suppellectite 
miilta.  Tertio  coramissia  fuit  pugna  inter  FaDiagustam  et  Ni- 
co^iam*  Ubi  victus  Kirsacus  se  recepit  in  caatro  firmissiimu 
ipKjd  Biiffavent*  dicitiir.  Nichilomimia  rex  illnd  expugnavit 
virttite  umgiia  rapiens  in  eo  Kirsaeurn,  et  sie  douiinio  totiai>> 
iimule  potitus  navigavit  Ptolumaidem.  Inter  enndtim  ver** 
iiHvim  magiiam  de  Babylon ia  venientem,  quam  dromonem  ap- 
[»ellant,  impugnavit  vebementer,  qne  Accon  ingressura  fuit  ad 
sülatiiim  obseasorum,  refd^fta  bellatnribus  et  armia,  victualibu!« 
ut  igne  ßreco  et  serpentibua  vi  vis  ad  toxicam  conficieudutti. 
Ilec  dtntiiis  inipu^nata  et  tnultum  defensa  tandem  in  proftin- 
dum  dimer8a  cum  büs,  qiie  portavit,  omniuu  periit» 
-*         104.    Post  adventuin  regis  Anglormn^  ad  exereittiiu  Sar- 

raceni    dititina    obsidione    defatigati    cognoscentes ,    SaUdinum 

* 

1  con  auperäcr.  H,  aubeequenter  tiubiunxit  D.  allocutus  est  D. 
3  äütellii]  it  Kuperscr.  H.  4  Limicenaem  D.  munire  oui,  D»  7  pe- 
*!eB  D*  8  viriliter  viriliter  D.  10  poterat  reperire  D.  U  per^- 
<iuutii8  H>  V>  comprendit  H.  Kiraaci  corr.  e  KiraaDi  H-  suppellec- 
iili  D  16  Fumagaaam  DH*       Nicossiam  DH.         17  victus  om.  B, 

Castro j  presidio  D.  20  Ptholomaidam  DH.  21  Babilonia  PH-  a|i-j 
pellaverant  D.  22  expuguavit,  ei  super  deleto  et  H.  2S  solatinmf 
corr.  e  sollatiuiii  U.  24  et  ign]  et  om  D.  snperecr.  H.  25  mu\^ 
tum  corr,  e  multa  H.        26  di  versa  D. 


I 

I 


*   Limaflol  «    1 191    Mai  6. 

Norddstlich  vod  Nicosia,        ^  Juni  8. 


fCeriiiiai    daa  alte  Kerausiia» 


ISl 


eaüi  «olvere  iioii  po6se,  c«>nsiliimj  iletlitioni»  inierinit,  tiuia  ma-  ihm 
chine  re^is  Früncortim  iara  viam  tecerant  per  muruiii  et  regis 
An^lie  fama  pluriraum  eoa  terrebat.  Üesperatis  ergo  n^biis 
huiasmodi  pacta  pro  longa  concertatione  finienda  composue- 
miiti  nt  aperta  civitate  Christianis,  ai  SaLadirius  lignum  do- 
minice  cracis,  quod  in  prelio  perditum  fuerat,  e<Tlesie  Dei  re- 
fttitueret,  cum  omnibus  captivis,  cpii  in  siia  tent^bantiir  piite- 
ütate.  liheri  diniitterentnr  defeosorea  civitatis,  sin  autenif  capi- 
tibu8  truiicarentur,  Noatm  igitur  urbem  cmn  victoria  et  gra- 
iiarum  actione  ingredic^ntibas  Saladiims  ne  retrahens  ad  diem 
et  lociim  constitutum  cum  mnltitudine  captivornm,  quos  ad- 
düci  itisserat,  redtit.  CleniB  noster  sperans,  se  dominicain  re- 
cepturum  criicem ,  nudi«  pedibiis  et  sacris  ve^tibim  processio- 
naliter  obviani  venit,  militia  u;radatim  incedebat  armata ,  et 
cum  veraciter  intellectum  esset,  crucem  sanotam  nequaquaoi 
adei^e,  rex  Anglie  inter  acies  Saladini  et  nostras  captivos  de- 
collari  iuasit  non  veritas  Sarracenorum  multitudioem  j»re8en- 
tem,  K^icuperata  est  Accon  civitas  anno  millesimo  centesimo 
nonage^tmo  primo,  nien^e  Jiinio  V 

105.  Rex  Fmocorum  in  terram  suaui  rediit,  comen  Flan-  ^f- 
drensis*  defuuctns  est  ibi  et  alü  molti  nobile^  in  obsidionr 
vel  regressu  mortui  .^nnt.  Saladinus  urbes  maritiraas  iam  de- 
struxerat,  unde  babito  cousilio  rex  Anglie  pro  Joppe  repa- 
randa  Ptoloinaider>i  egretlitur.  Et  ciini  proofderet,  multitiido 
TuTCf^ruoi  maxima  congregata  nostros  ab  omni  parte  iugiter 
infestabat.  8ed  po,st  transituui  fluniiuis  Dintricti  "  cuui  posk'- 
riores  acies  riiuiis  acriter  urgHrerit  ininiici,  rex  draconem,  quo 
pro  vexillo  utebatur,  explieari  iuHsit  ordinans  legione«  ad  pre- 

1  non  poBse  eam  solvere.  2  murum|  viam  D*  4  lon^a  corr.  e 
longo  H,  longo  D.  tione  in  raaura  H,  certamine  D,  ßnlenda  corr.  e 
fiigienda  H,  5  aperta  corr  ex  aperte  H.  6  prodituiti  D.  10  po«t 
te  delere  vi«3etur  et  H.  13  crucem  fore  r<?cepturuin  D.  15  non  D. 
16    Saladini    oiii.    D.       noatroa   D  19  uodecinio  P;       primo  om.  D, 

Janii  D.         20    comee    euper    deletc    r&x.    II  21    def.l  mortuun  11. 

22  iam   vi  (VI?)    maritima»   urbes    dtjsiruxit    D,  2o  repparanJa  H. 

*24  Ptholomaidam  D,  Ptolomaidaiu  H.     imiltitudo  maxima  Tliurcorum  D, 
26  infeatabant  D.         2B  pro  om.  D.         ordine»  D. 

'  Die  Übergabe   erfolgte  juli  12.  -  Uraf  l'hilipp   von  Flandern 

Btirbt  1191  junJ   l,         '  VgL  einleitung. 


tiity      liuni,  et  JHxtfi  ranale  Bulcilt^rum  *  iui|>eluiu   facialis  m  hni*lit«» 
Hcies    pugiia   comruissa   Saladini    robur   confecit.      übi    cecidit 
occisus  Jacobus  vir  Bobilis  de  Avetinis  *.     Exiiide  rex  Joppen 
reparavit  et  Ascalonera,  aed  Francigene  tilteriua  euni  sequi  re- 
ft  cusabant,  unde  sine  ipsis  L>aruiii  obsedit  et  per  octo  dies  mo» 
ram  faciena  vi  cepit  illud  et  destruxit,    Fost  Joppen  mumtam 
intellerit  rex,  carvanam  niaximam  ex  E^pto  Jerusalem  tf»ii- 
dere,  in  qua  camelorutii  iiuiltitiulo  eopiosa  species  arornatiral**» 
vf  K.«,  n»?  et  alias  nierces  precioaissimas  ac  inestimabiles  deferebat.    Quo 
i<j  cogiiito  rex  per  exploratoreü   de  turone  militttm  ueque  ad  Gi- 
ttern am    rubeam  cacurrit   et,  licet  carvana  custodiam  baberei 
Iac    arniatorum    stipata    bret  caterva.    Tiriliter    tarnen  in  eain 
iiiipetiim  faciens  ipsam  cepit  et  spolii^i  mnltis  lücupletavii  ex- 
ercitttm.     Post  hiiiu«iiiodi  maguifica  facta   rex   audiens,  rpgt*iii 
lÄ  FraiicoriiTn  terrara  suam  invasiase,  preparato  navigio  apiid  Aixron 
redire  disptisuit  Aöcalona  destructa  sed  in  Joppe  presidio  posito. 
106.  Interim  Saladinus  eongregans  exercitum  Joppen  ob- 
sedit   et    erigens    machinas    prinio    die  sui    adventu»  tanta  W 
niolarium  iiiuros  con€Usait  et  pro  partt'  destruxit,  quod  despe- 
80   rant^^s    Joppite  patriarcbani  *    et  Albericum   llemensein,    qrioe 
ibidem   reliquerat  liiclmrdo.^    rex  pro  pactin  deditionis,  emise- 
runt    ad    priucipeni    hostiuui.     Hoc    pericidum    nunciatuoi    esi 
regi  apnd  Accon  constituto;    ipse  vero  compatiens  Christiam- 
iatis   dainpno    licet   in  procinetu   iam  mnet  redeundi^    armatis 
w  galeis    et  aliis  navibus    ad  liberationem  profectiiii  est  in   peri- 
culo  uiortia  ])osit<irum.     Sarraceni    victores    civitatem   iani  re- 
pleverant,    Christiani  se  receperunt  in  turone  nicbil  {tliud  ex- 
spectantes    qnam   morten)  et  servituteni  perpetuaui.      Rex  im- 

♦ 
1  Babaloruu  (K)rr.  e  Bubulomm  H.  2  Sal.]  la  soperBcr.  H.  de- 
tecit  H.  3  Aversis  D.  4  reparavit  om.  D.  Aächalonem  D.  Fraaet  D. 
7  cartanain  in  raa.  H,  carphanam  D.  Kgipto  DH  Jheraaalem  D. 
t-endere  om.  D,  8  es  in  itromaticttlea  poölea  addii  H.  aromaticA9  D. 
9  prece«  D.  10  Tbwrone  D.  11  carphaiia  D,  haberel  cuBtodiikm  D. 
12  hat!  D,  13  etl  ac:  D.  16  Aacliolona  D  17  interea  D.  20  Jop- 
pitem  D.  RemJ  epiöCöpuni  addit  D.  quem  B  21  Richardat  rex 
om.  D.    pactione  D,        22  e«t  om.  D,        27  thurone  D. 


^  In  der  näbe  von  Arsuf. 
d  Ulf  Uli,  stirbt  11^3, 


^  Stirbt  U9l  »ept^mber  H. 


1S8 


rüvisiis  adveuit  libemtor  eorum  de  gentibiis  iiacundiB,  qui, 
licet  equos  non  addiiceret,  jni|y;navit  tarnen  virilitier  contra 
niultttudiiieni  perfidorura  inniimerabilfiin  quam  violent^^r  eiecit 
de  dvitate  steril ens  fugiente-s.     (Jude  propter  horrorem  et  te- 

6  toretn  cadaverum  castra  metatus  est  extra  miiros  eitendi  fa- 
cieus  tentoria  pauci^sima.  Saphadinus  ^  quasi  in  pignus  ami- 
citie  equuiB  misit  ei  oris  duri  netjuiter  exspectanSi  ut  regem 
Bed8c>rem  non  valeiitetii  refrenare  iumentum  inter  hoßtiks  acies 
precipiiaret.     Mane  facto  hostiuni  mnUittulo  tentoria  regis  cir- 

10  ctimdedit.  Qiii  misaum  a  vtro  doJuso  dextrariuni  non  ignoranB 
fraudem  ascendit  et  per  luedios  hostes  cum  paucis  precipiti 
rursu  civitateni  introivit,  ubi  recepttiH  est  siciit  angeliis  Den^ 
qaia  credebatiir  esse  perditus  cum  omnibns  aliis,  qni  securn 
pernoctaverant.     Deinde  ordiiians  acfe^s  pngtiavit  cum  Saladino 

la  ipsumque  retrocedere  coegit  ml  sfiatiiim  miliari?«  unius  ad  locnni, 
qui  Casale  de  piano'  oinicnpatur;  et  sie  f>opiiUis  libenitiis 
laudem  dedit  Deo,  Patriarcha  vero  cum  hÜK,  ipu  ante  ad- 
ventnm  regis  de  salute  sne  gentis  cum  tjrranno  tractaverant, 
ab    eodern    retenti    et   supplicio    deputati  migravermii  ad   Do- 

i-o  minnm.  Postea  rex  t(enerali  treu«^a  cum  Saladino  composita 
transfretavit ' ,  sed  tran^ieus  per  Älemanniam  a  duce  Austrie 
captus  imperatori  Henrico  fuit  presentatu«,  qui  tenens  ipsum 
in  libera  custodia  honoravit  pliirimum.  Tandem  pecuniam 
acceptans  ab  eo  ducenta  videlicet  milia  rnartarum  argen ti  ili- 

aa  misit  liberum.  Nee  longo  tempore  post  Imperator  profectus 
in  Apiiliam  Salemum  expiignavit  poteuter.  Panorniitanum  pa- 
latium  ac  totum  regnura  Sicilie  aifn  debitiim  victoriosu^  ub- 
iinuit.     Quem  eoranavit  in  Imperatoren i  Celestinus  papa. 

^^B      2  addncerent  D.        4  utide  —  paucietBiuia    um.  D,        5  iiiuroH  au- 
^^Benscr    H.  9  regis  oin.  H,         IQ  circum dedit  covv.  e  circmt dedit  II. 

^^^8  esae  om  D.  illift  D.  16  populuö  Dei  D,  17  laude«  D.  in  D, 
ante  ante  delet  in  H,  IVt  eo  H.  d^benti  IL  21  md  oin.  D.  Ale- 
ttmniam  D.  22  Hiurieo  H,  24  videlicet  dueenta  D.  marcharum  Ü. 
26  Appuliam  H  28  obt.|  addit  D:  Sic  civitas  «aiicta  peccad»  nostde 
exij^entibuH  [lernuinsit  in  pote-Late  paganornm,  Hanc  hiatoriam  cum 
magna  stili   brevitate   cotnpilavit    uiagister   OJiverua   scolasticuu    Colo- 


un 


*   Brtider  de«  >?aladin. 
Oktober  i^. 


-  Jassur  bei  Joppe.         -^  Die  einschiffting 


154 


M97 


^^  107.    YänUolla    n'giim  Jenisaleiij  viventr  Uwidone  nitp5<H 

Gonrailo  marchioni  de  Monte  ferrato,  quem  Hassesstni  sicarii« 
cultris  interfecerunt  in  Tyro*;  tertio  nupsit  Henrico  Canaiin- 
nie,  qui  per  fenestrani   lüriciilis  carentem  ex  improviso  cadeT]>« 

^  exspiravit;  quartii  nupaii  regi  Ueimerico.  Sybilla  et  Veabella 
fuerunt  sororea;  Sybilla  nupsit  Gwidoni  rej^i,  Ysabella  tmpsit 
Ansfrido  *  de  Tirraiiü,  secundo  nupsit  Courado  marchioni  de 
Moot^:?  ferrato,  et  plus  vixit  Gwido  rex  quam  Conradus. 

11)8.    Iniperatore  Henrico  in  Sicilia  constituto  secunda  ».*x- 

10  peditio  traiLsmarina  titit  ordiuata,  in  qua  precipui  fuerunt 
regiii  Teutunici  barones,  Conradus  Magnntiue  sedis  arcbiepi- 
scopuö  et  sancte  ecclesie  Romane  cardinalis,  Ounradiis*  imp*- 
rialis  aule  tmncellariua,  Henricus  comes  Palatinug,  Heunais 
diix    Bnibantie    et    plure^    alii,      Qui    conjjfrej^uti    apud    Accini 

IQ  marescalcnoj  fecerunt  Henricum  de  Caladin  *,  iustitiariutn  op- 
tioiiim^  düceiii  autem  Brabantie  *,  viriim  strennuum,  inodestuiD 
et  castuni,  capitaneum  elegeruni;  et*  sie  per  terram  et  mare 
profecti  sunt  Berithiim  plurinium  eos  urgente  multitndine  Tur- 
corum  iu  via^    qui  loontaiia  tenentes  s»»xis  pugillaribus  et  sa- 

30  gittarum  grandine  requieni  uegabant  progressiiriü.  Berithenatn« 
Sarraceni  desperautes  de  civitatis  defeusione  se  receperunt  in 
Castro  inonitiasimo,  et  cum  naves  Christianorura  advetitarent, 
egresai  sunt  communiter  de  presidio  ad  claaaem  considenm* 
dam  et  nunierandara.     Paiici  vero  Christiani  captivi  remani9e> 

^6  runi  intus,  i^ui  obseratis  portis  asceudernnt  in  arceni  et  »ignu 
Christianitatis    sue    dato    in   a|>eL.ula  venieutem  exercitum  ter- 

restreui  properare  fecerünt.  Quo  mo  Sarraceni  fugerunt  omne», 

♦ 
niensis  aptid  Damiatam  et  haue  qua  Sequilar  attno  tnillesimo  daeente- 
öimo  decimo  nono.     PYnis  hist.  reg,  in  D, 

1  Yflibella  H,  Widone  H.  2  HtiflsesBini  oorr.  ex  Hesseni  H,  *i- 
rarüf^  corr.  e  «iccttriis  H»  ?i  Tiro  H  Hinrico  H.  5  ante  regi  M. 
Hinrico  et  addit  i«nst  regi  Heiioerico  2H  5  et  6  Sibilla  H.  6  WU 
doTii  H  SWidf>  H,  9  Hinrko  H  Sicilia  corr.  e  Sil ida  H.  13  Hiu^ 
nciiB  H.       Paliitinus  corr.  e  Palitinii»  B  14  Brabantie  corr.  e  Bra- 

handle  R         19  tenentea  corr.  e  tennentes  H,        25  po«t  intua  deLqui 
reiuansemnt  intus  H.         27  fugerunt  €orr  e  fugierunt  H. 

'  kpvW  11U2.  ■  HunfVid.  "  Binchof  von  Hilde«beim.  *  Kaldea 
**  Heinrieb  von  Brabant,  ^  Von  hier  ab  tat  keine  quelle  uiehr  nacli* 
wei«bar. 


155 


H  nie  Dominus  Bt^rithniii  servis  suis  reHtitnit  repletuiii  victua- 
libiis  et  aroiiä,  anno  millesiino  centenimo  nona^esirao  secundo '. 
109.  Ex  lioc  niiracülü  Christian i  confi^rtati  Tiirouem  * 
castruin  munitissiraura  obsedenint  in  lerra  Zabulon  et  Nap- 
ft  talin)«  fjöod  defensores  dedere  volebant  sub  pactione  vite  et 
restitiitinne  quingentonim  captivonim.  Hanc  ccmditionem  re- 
cuüabant  T<^ntonici  stalte  nimis^  quia  illi,  qui  fuerant  in  pre- 
sidio  castrt  Beafort '  et  aliarum  ninnitiotuim  8idotiis,  idem  fe- 
cissent.      De   sua    ver»»    virtute   fallaciter   fonfisi    machinia    et 

»0  aliis  instrumentis  aggressi  sunt  cjistrum.  Taudeni  autfodientes 
aiurum  magnam  eiu^  partem  precipitaverunt;  castrenses  ni- 
c'hiloruiuus  viriliter  se  upposuerant  introire  volentibus,  Pf  »st 
ho€  Sarraceni  renovato  deditionis  tracfatn  obsides  dederoiit. 
Sed  sive  severitateni  Teutonicorum  luetuenies,  sive  Babylonio- 

u  mm  audientes  adventum,  relictis  ob<iidibas  motaveruntconsiliuni. 

11<\  Interim   raoHiuis  est  Imperator  Henricus*  in  Mes^ana 

in  etate  iuvenili,  princeps  valde  discretu8  et  lingua  latina  com- 

j>et*jnter  emditus    relicto   parvo  filio  nunc  imjjeratoTe  niagni- 

fico.     Iliis    rumoribus    adversin   a^cessit  eis,    qui  in  obsidioue 

*o  Turonis  raorabantnr.  pericnluni  advenientis  exeixitn»  in  multt- 
tudioe  gravi  Babyloniorum,  nnde  qni  pacta  ChriHtianitati  phi- 
rimnra  |vri>futnra  recosaverant  inire,  relictis  castris  et  intirmi)- 
mm  nunierositate  turpi  tnga  per  noctem  se  recepernnt  in  Tyro, 
metjye    Febmario    in    purificatiuue    beaie   \  irginis.      Sarraceni 

2»  himiliter  eaden»  norte  |>er  aliani  viam  fugeruut. 

llh  Hiis  ita  gestis  urtum  est  scisraa  iu  im^jerio,  nani 
imperatrice  defnncta  cum  dominuä  Frethericus  parvulns  utro- 
que  parente  foret  orbwtus,  nmltis  etiam  adversis  casibm  ex- 
positn«  nntriretnr  in  Sicilia,  rpudaai  de  principibu?^  regni  Ten- 

A«  ionici,  quoruui  preripuu.s  fuii  Adulfus  Gcdoniensis  archiepi.sco- 

pu8,  elegerunt  in  imperakuvm  OttcmeuL  Pictaviennem*  coniiteni, 

4t 
7  a  in  quia  superacn  U  16  Hinricus  H.      21   BaUilonionim  IL 

plurimoiii  com    e  plnrimam  H.         25  fugierunt  II.         29  öiciba  rorr. 
e  Silicia  H.        3 1  Ottoueiu  corr.  ex  Octoneiii  H, 


ni*i— « 


'  Vielmehr  1197,  *  Jetxt  Tibnin.  '  Nordöstlich  von  Tyrug, 

*  Stirbt  1197  ««ptaniber  27-  *  Oewöhnh'ch  von  Br;mTigchw«i|?  gennnnL 
vgl.  wegen  dieser  bexeichnuiig  Winkelmann,  Phil.  v.  Schwaben  u.  Otlu 
V.  ßr.  1.  8    74  f 


lt9B 


156 


n^H      tilii  Pbi1ip|>uin  tliuurit  Stu'vif.  |iatniiini  pueri,  (|tifm  t)i]iiluti) 

manno«   comes  Palatinus  de  Qiiidelenbach  *    sedentem  in  con- 
el&vi    tempore   miiiutiunis  ^ue    nichi)    tale   timerifcem   netjuiter  | 
int^erfet-it  ^,     Cnius   mortem  Henricus    de  Caladin    adeo    pexwe- 

f>  cutiiB  fuit,  cpiod  eiindem  sicarium  viriliter  occidit. 

112.  Iniiocentiiiüi  papa,  qui  successit  GelesÜDO,  favon*Tn 
siium  inipendifc  Ottoni  et  euni  Rome  coronavii  in  iniperatomit 
i|ui  niinimn  ingratiis  benefactüri  suo  patrimonitiin  saacti  l*etri 
staÜNi   pi>8t  Hceeptaiii  coronam  invaüit  nee  pepercit  puero,  ^ 

1«»  Apuliam  hostiliter  ingressua  Deuni  et  homines  contra  se  pro- 
vocavit.  Ideotjue  »uminna  pontifex  multis  premissis  ammo- 
iiitioiiibiis  exrommimicavit  eum,  deinde  barones  ab  ipsiim  fide- 
iitate  absoWit  ut  nie  imperio  perdito  mortuas  est  in  SAxonia 
cum  .sigiiis  maxime  contritioiiis. 

»»  118.    Iiiüoceiitius    papa   ingenio,    iHcmidia,    memoria  pru- 

lelleos  erat,  in  iure  ac  lege  Domini  eruditus  valde,  aiagna- 
nimus  plunmom,  qui  contumatiam  regiuii  et  altomm  princi- 
pum  cum  presserat;  regem  Francorum  Philiivpuui  iiicorem  »nam. 
.sororem    vegis    Danie,    ijnam    abiecerat   ssuperducta  Teutonica, 

2*1  [»er  iiiterdictum  Prancie  recipere  coegit;  Jahannem  ri?gt?ni 
Au^lie,  qui  udmittere  recu«avit  ad  sedem  Cantuarienaem  car- 
dinaieni  snncte  lioniane  ecclesit'  dominum  Stephaniiiii  vita  et 
acientia  fiilgentem,  per  senteiitiani  excoiumiTnicationia  et  iiiter- 
dictum Atiglie  in  tantiim  bimiiliavit,  ut  ipse  et  siiccessores  sm 

afi  a  sede  aposfcolica  regnum  accipiant  in  perpetuuni  cum  annua 
stdutione  pecunie  magne. 

114.  Temporibns  eiuadem  pc^ntificis  populus  aquilonaris. 
qiii  ambulabat  in  tenebris,  vidit  liicem  magnam  catholice  fid^i, 
Nam  gens  Livoniim,  Estuuum,  Prntonum  variis  erroribus  de- 

tio  luaa  ignorang  Dei  filium  et  incarnati  verbi  mysteriuni,  nnmina 
gentih'nm    colebat,    driades,    amadriade«,    oreades,   napeas,  hu- 
mide«,   satiroH    et    t'aunua.      Sperabat   enim   sibi    lucos,    quos , 
niilla  seeiiris  violar«'  presnuipsit,  ubi  fontej  et  arbores,  mootea  I 

t    e   in  Sue  superacr.  H.           4  Hinricua  H.  5  persequutns   ß 

7  Ottoni  corr.  ex  Octoni  H.         10  Appaliam  H.  19  Dacie  H       26  »o- 

lutione  corr  e  eoluvo  ü,  2Q  bivoniim  super  deleto  LaÜnovum  li. 
31  iunadr.J  ad  superacr.  U« 

*  Wittekhack        '  1208  juni  21. 


157 


ei  oolles^  rupes  et  valles  venerabatur^  quasi  illiquid  virtutis  et  ii98-iiitj 
auspitii  reperiri  possit  in  eis.  Nunc  auteni  nanaiu  doctrioam 
»ecutu,  all  epif>ci»piim  et  pastoreni  aniniaruin  suanini  con versa, 
JhesiiTn  Christum^  pontificibus  suis  obedieiia  ecclesias  edificat 
n  et  frefjiientat,  legibus  Christianis  pro  nia|?Tia  parte  8ubiecta, 
Preterea  Conötantioopolitana  civitas  scismatica  in  *liebus  suis 
exptignata  in  dominium  transiit  et  potestatem  fUimtianoruoi. 
Insuper  Tolosanum  crmiitem,  receptatorerii  et  defensorem  he- 
reticonrni ,  humiliavit  et  Albigenses  hereticos  per  lar^as  re- 
in mtssiones  catholicis  indnltas  ad  nichilum  detloxit.  Quos  primo 
looi>  per  predicatores  humiles  et  litte rato«  ad  orthodoxani  fidem 
redocere  studuit,  deinde  (piasi  contra  ethnicos  et  publicanos 
peregrinos  armatos  transmisit. 

115*    Amiramomelinus  rex  Cartha^^inis  in  tantam  surrexit 
tA  olationeni,  ut  mLssis  litteris  blasfemia  pleiiis  generaliter  orunes 
Christi    cultores    ad  conflictum    invitar^^t,   unde  propter  indul- 
gentias   a   domino    papa   factas    de   duobus   regnis    Fraucie  et 
AngJie  multitudo  maxiuia  conveuit  apud  Toietum ;  stfl  qui  mi-  m*m*. 
nl^tii  erant  tton  furrunf  diijtti    diem   cnuflictus  exspectare,  nee 
»«I  placere  Domino  \ idebat ur,  ut  diaposita  *  elitus  victuria  multi- 
ttidini  bellatorum  ascriberetur,  et  licet  rex  Castelle  *  liberalis- 
»imus   et   niiles    secundum    etatis    sue    vires    strennuus    larga 
manu    stipetidia    distribneret,    reversi   sunt   tarnen  ad  propria 
paucis  remanentibus.     Dux  Auatrie'   propter  viarum  intervalla 
lÄ  tarde    venit    nee   aasequi  diem   belli  valebat,     Rex  auiem  Ca- 
stelle, Arnigonie'  et  Navarre*  in  fide  trinitatis  et  cum  signo 
unitatis  transeiintes  Portum^  obviaYerunt  pnncipi  perfidie,  qui 
licet    eminetitiorem    locom    occu passet    et    numero    equitum  et 
peditum  Chriatianos    uudtiplieiter  vinceret^    nrtute  tarnen  di- 
so vina  f^uperatns,    in   bello    fu^ratus  evu^it  cesia  militibus   Sarra- 

* 
1  venerabatur  corr.  e  veneralianiur  U.  3  sequuta  H.  5  magna 
corr.  e  magne  H,  7  et  superatr  H.  8  Colosanmu  H,  12  i  in 
ethnicos  «uperacn  H.  14  Amiramomeliiius  v.ott,  ex  AmiraiiomelinUB  H. 
Carta^nia  H»  tantam  corr.  e  taratam  H.  26  Navarie  H,  29  vin- 
ceret  corr.  e  veniret  H 

'  AlfonB  Vin.  *  Uopoh.1  VII ,  '  Jakob  I.  *  Sancho  TIL 
fortiä.  *  Die  »chJacbt  wird  gewölinlicb  nach  dem  orte  Navea  de  To- 
ioflu  genannt. 


158 

tm— 3  ceuoi'um  jiinlti^  **t  Hinis^is  civibitibus  m  castris  plurünis.    Pac- 
tum   est    bot'  belhini    atmt*    inillesimo  dneentf^simo  diindecimu, 
jMii »«     xvi.  dip  Julii  feria  secnDda. 

116.     Post    hanc    ^loriosam    victoriam    ideni    apostolkiii 
f.  orientali  ecoAesie  comjmssus  pn^dicatores  cnicis  per  re^a  miMt , 
Opcideiitia  cor  appooens  ad  liberationeui  Terre  sancfce,  oratio-l 
nes  geiierales  instituit,   coiiciliiim  indixit  in  Lateran ensi    basi*] 
Hca  anno  iiiillesim*)  durentt^siuio  tertirnieeimo  menae  Noverabri.j 
<vui  interfiienuit   ijiiadriii^eiiti   et  tredmnj  epi^copi,    abbatiiiiij 
\*i  et  aliorimi  prelatonim   ecclesie  iurba  coiivpnit,  que  diiiumeraril 
facile    iion  poterat,     Ubi  priiicipaliter  ordinatuni  fuit  de  hii«,i 
ijue    ad    subsidiom    Terre  sancte   pertinebant;    terminiis  etiam 
generalis  expeditiunis  prefixus  erat.     Infra  qaeui  idem  sutnniQ« 
pontifex  obdorniivit  in  Domino'.    Vm  siuTesi^it  Houorius  papa, ^ 
if.   cpii    de  laiere   suo  niUit  doininuin   Pelagtuiu   Albanensem  epi- B 
!4copiim    apostolice    sedis  legal iiiy  in  transniarinas  partes  ctttii 
pütestate    magna.     Magister    Uabertii;^    tittili    sancti    Siephanij 
in   ('elici  monte  presbiter  cardinalis  et  priaceps   Rotnanus  cumj 
exereitu  magno  Homanoniru    militum  et  popiilarium,  eqnitum 
^  et  peditiim,  arnionim  apparatu  magnißco  ac  victualiutn  copta) 
SP    preparavit    alacriter    ad    obRpquiuni    Domini    iiostri    Jhesili 
Christi,  cni  est  honor  et  gloria  et  vir  tu«  et  pot^ntia  jK»r  otnniaj 
Hecula  seculorum.     Amen* 


7  constituit  et  J.    indixit  corr.  e  infltitint  H^  indixit  quo  celebinvit 
in  baeilicH  LaterÄtienai  J,     Latteranensi  H.         11  loerat  J.        14  Hpt4v*1 
riuB  H.       16  tatuquam  generalem  apüstotice  uedis  li^gatum  J.       17  Riio-1 
[»ertuH  J.       22  per  o.  a.  s.  H,  miper  oiUDein  |ir]uci|iatuni  et  poteilateiti« ] 
virtuteiii  et  dominationem  J.        2;i  amen  am    J, 

'  Stirbt  12lt>  juli  HJ. 


IV. 

Historia  Damiatina. 


161 


Incipit  historia  Damiatena,  cui  magister  Oli^erus  pre- 
cedentis  efc  buius  operis  compilator  et  sancte  crucis 
predicator  interfuisse  non  dubitatar. 

Proemium,     Letetur  mons   Syon  et  exuUmt   filie  Jude  ?■.  47, » 
B  propter   iudicia   tua  Domine,     Confiteantur  Domino,   quonmm 
unagnipce  fecit ;  scribentes  et  predicantes  annuncient  niirabilia  j««i.  1«, 
Dei,    qui    mamlac'd  sanctificatis   suis  et  vocavit  servos  in  ira  Je«*!.  13, 
sua  exultmites  non  in  propriis  viribus,  non  in  operUms  iustüie,    t».  s.  5 
que  fecerunt  ipsi,  sed  in  gloria  maiestatis  eins,  qui  est  in  om-  Kom.  1. « 
10  niims  henedidus  in  secuh.    Terra  enim,  de  gua  oriebatur  panis,  Job  n,  5 
qui  de  celo  descendit  in  loco  nativitatis  sue,    ferro  succisa  est  joh. «,  S3 
et  munitionibus  multis,    quas  inhabitabant  perfidi;    locus  Sa-   Job», 6 
phiri,   lapides  tcrrc  huius,    quia  fuit  possessio  patriarcharum, 
alumpna  prophetarum,  doctrix  apostoloriini,  mater  fidei,  ffkhe  .'ob«8.  • 
nillius  aurum,    quia   sibi    caritate  coheserunt    et  religionis  cu- 
stodes   nunquam   in    ea  defuerunt;    que  quondam    libera  post 
multos   gemitus   et    crebra   suspiria  iam  exultat  in  spe  et  de 

* 
1  incipit  -  dubitatur  om.  ZBFQPMAD,  Z  incipit:  de  magnificentia 
dextere  virtutis  Dei  opusculum  Oliveri,  F  incipit:  Incipit  historia  capbionis 
Oamiete  capitulum  primum.  4  proemium  om.  ZBF6PMAD.  etetur  BP. 
Sion  H.  5  iudicium  A.  tua  ora.  GFAH.  Domini  FAH,  Domine  corr. 
e  Domini   G.  6  annuncient   om.  PM.         7  eins  ZBFG,    Oomini  P. 

que  ZA.  servos  suos  ZAGM.  8  ezultantes  corr.  ex  ezultentes  ZH, 
ex  exultationes  P.  S)  fecerint  F,  feciraus  nos  ZB.  ipsi  om.  Z.  mage- 
statis  P.  est  ponit  super  omnibus  1  H.  10  secula  amen  PM.  enini 
om.  PM.  12  et]  in  BFGMA.  Saphyii  ZB.  13  hus  G.  eins  P,  om.  M. 
que  Z  08  superscr.  2  H.  14  alumna  M.  15  autem  F.  aurum  in 
hiig  ZBFGPMAD.  quia  corr.  ex  qui  H.  qui  ZFGPMAD.  adheserunt  ZM, 
coadeserunt  P.  religiones  AD,  relligionis  H.  16  in  ea  nunquam  D. 
que  om.  ZB.  non  libera  FG,  delibera  PM.  17  genitus  om.  D.  crebraj 
longa  P,  longa  M. 

0UT«r.  11 


IV  IM,  K  boiiitHt^   liberatoris  sui  ronfisa  gaiulL^ns  gfiudebit  rvfuotn  virtia 
peccatorum  a  mrtr  iustorum.     Sane  que  vidimus    et  andiTimus 
et  veraciter  intellexiiniis,  scribimus  omnibiis  orthodoxis  absqiie 
falsitatis  ammixiione,  ut  quicqnid  est  virtutis  usquam  assurgat 
a   in  landein  Dei  et  gratianini  actiones. 
iti7  L   Anno  millesimo  ducentesimo  decimo  äeptimu  exspirante 

treuga  Christianorum  et  Sarracenorum  in  primo  passap^o  ge- 
nerali pcist  conciliiim  Luteraneiise  cungregatus  est  exercittis 
Doioini  in  Accon  copiosas  cum  tribus  regibns  Jerusalem  \ 
'0  Üiigarie"  et  Cypri  *,  qui  inystica  niiinera  secuni  non  deferentes 
parimi  e^enmt  memoria  dignum,  Aß'nit  diiic  Au.^trie*"et  diix 
Meranie  ^  cum  multis  comitibns  et  viris  generosis  ac  railiti» 
magna   regi  Teutonici.     Aderant  episcopi  peregrini,    archiepi- 

scopiis    Nicossiensis  "^j   Jorienais',    Agrenensis^,    Ungar iensü; ', 

• 

l  gaadebit  in  re  ZBF,  gaudebit  in  remota  O.        2  qui  H«       Sjre- 
raciter  om.  H.       ortodoris  ZBfl ,   poat  orthod.  raeura  A.  4  falsttA- 

tatis  P,  admixtione  ZB,  amuüone  et  in  marg.  amistione  P,  amistioTie  M, 
amixtione  A.  quldq^uid  ZPAD,  quidquid  eit  uücjue  ad  virtutis  fa^tlginm 
aasurgat  M.  uaque  virtutis  P.  5  et  in  M,  actionem  H,  addtt  Z: 
Hec  de  divinia  virtutibua  et  peregrinis,  addit  F :  Explicit  prologtis.  Ca- 
pitulnm  secundanh  G   anno  gracie  ZBM,    anno  igitur  grade  Füg. 

qninto  Gg.  exspirante  corr.  es.  eipugnante  H*  expirnnte  BOPMAD. 
7  Agarenorutn  PM,  Saraoenorum  A.  in  om.  Gg,  precedenti  Gg,  pa»- 
aaio  Z.  B  Lat  |  addit  Gg:  qsiod  celebratutii  fuit  a  domino  Innocentio  papa 
illina  nominis  tertii  in  Kai  Novembriä.  9  Akon  [corr,  ex  Akaron  Z|  ZB, 
Aciion  F,  Acchon  M,  Acon  A*  copicjaua  in  Ackon  Gg.  JhenjsaJem  ZD, 
Jeruaalimitano  Qg,  Hierusalero  M.  10  Hnngarie  FPGM,  Hnngar,  A, 
Hungari»  D,  Hnniraro,  o  in  ras.  H.  et  om.  GPAD,  Cipri  G.  mistioi 
ZFOGgPADH.  nmnera  vel  dona  Gg.  aecum  om,  ZBM,  non  secnm  Gg. 
non  om.  D.  fei'entea  G^,  II  AfFuit  i^ciam  ZB.  Aiistrie  vulgariter 
OBtricbe  P»  Austrie  volgariter  Oatriche  M.  12  Merannie  ZB,  Mara- 
vie  F,  Navarrie  com  e  Naravie  G,  Bavarie  PM,  Natavie  A,  Moravie  l>, 
Maranie  H.  gener.]  nobilibua  Gg.  ac]  et  FH.  13  Thetitonici  ZFOM« 
Theathonici  HP,  Theotonici  AT»,  aderant eiiam  PM,  arcbiepi^copt  A. 
14  Nycosaiensis  et  7  miectensls  etc.  Z,  Niccnsi^ienaiB  F,  Nichoaiensis  QOg, 
NycossyenBjB  P,  Nicosiensia  A.  Joi\]  ais  postea  a<ldit  2  H,  JorienuB 
om.  ZGgB,  Jonennia  et  FA.  Agr.  om.  ZGgBPM,  Aygrenai^  F,  et 
Agrenaifl  G,  Agrensia  A.  Ungariensia  om.  ZGgB,  Hungarie  FM,  Hnnga- 
rienab  GAH. 


1 


^  Jobann  von  Brienue,  seit  1210  könig.       '  Andreas,  sobn  Beins  HL 
(t  1196  april  20).         ^  Hugo  von  Lusi^nan,  seit  1206.         *  ICerxog  Leo- 


im 

Baiocensis  ^  Baveiibergensis  *,  Sicenais*,  MotmsterieiiHis  *  et 
Traiectensis  ^  et  cum  fds  vir  potens  et  Dobilis,  dominuR  Qatthe- 
rijs  de  Avennis*,  qui  reversus  in  passagio  verDali  quadragiiita 
milites  reliquit  in  aervitio  Terre  saiicte,  quibus  providit  aunip- 

i  tua  sufficieotes  per  annutn,  Bavari  insolenter  et  contra  legem 
peregrinorum  se  habuenint  hortos  et  pomeria  Chnstianonini 
destrtieiido ,  eicieutes  etiani  de  hosjiitiis  suis  religiosos,  riec 
hm  content!  Christiana^  interfecerunt  Dux  Aiistrie  sicufc 
princep»  catholicns  per  oinnia  Christo  militavit. 

j  2.    Patriarclia    Jerosolimitanus  ^    cum    magna    hiimilitate 

cleri    et  populi    toi  Jens  reverenter  vivifire  crncis  lignnm  feria 


ISIT 


1  BaiocenexifiiB  Z ,  Bayosenaia  Gg.  BabeDbergensis  Z ,  Babergen- 
MB  BA,  om,  F^,  Baveng^ergenBifl  P,  bergensis  pofltea  addit  2  H.  Cy> 
1  censlB,  in  marg.  alia  mau. :  episcopus  TjreBfiis  Z,  Ciceusia  Gg,  om.  F, 
corr.  e  Siccensis  H.  Manaateriensie  P,  2  TraiameDsia  Gg.  nobili« 
et  potens  ZB,  i>otena  et  om.  FGg.  dominus  om.  ZBFGg,  Waltbe- 
nw  ZGg,  Öa!teru8  BFPD,  GuaUerus  GM.  3  Davenie  U,  Avena  Gg, 
Advedi  OB  in  luarg.  al.  man.  A  venia  GP,  Aveflnes  M»  Avenis  A,  paa- 
taio  Z  4  reliqind  ZG,      aerv.]    v  auperacr.  2  H.      aancte  Terre  PM. 

Bumptus  om,  D,  in  aumptua  F,  suniptua  providit  Gg,  5  aafficientes 
om*  M.  per  annum  om.  Z.  Bawari  ZF,  Bauverarii  G,  Bavari  vero  G, 
Bavarii  P,  Bawarii  A.  insolierter  P  peregrinortim  legem  Z  Chriatia- 
nonitn  PM.  6  ortos  GGgH,  in  ortoa  P.  7  eieientes  —  religioaol  po- 
niint  post  interfecerunt  PM.  etiam  om.  M.  bospitio  aao  G^^  domibna 
Buia  PM  «uis  om,  P,  superscr,  2  B.  relligioaoa  H,  8  hia  HGPM. 
contempti  A.  occiderunt  PM.  HJcutJ  tiiinquüm  D.  9  omnia  (auda- 
biliter  [corr  f*  laudabilita  A]  ZBFGPAO.  Deo  laudabiliter  Gg,  Cbriatn 
laudabiliter  M.  10  Jeniaalem  BGg,  Jberusalem  Z,  Jeroüolomitaniis  H 
hum.]  devotione  Gg,         U    mirifice  sancfce  crncis  P.M. 


Beap 


id  Vf.,  der  scbon  12P2  in  Spanien  gekämpft  hatte»  vgl.  Hist.  reg. 
eap.  115.  *  Herzog  Otto  von  Meran,  er  kebrte  vor  junuar  1218  wie- 
der heicn.  *  Euatorgius  von  Nicoaia.  '  Biachor  Peter  von  Haab. 
*  Thomai^  biscbof  von  Erlau»  er  stirbt  aber  nicbt  wie  cap,  16  gesagt 
wird,  »ondem  ist  aeptember  1219  aufgebroeben  und  heimgekehrt,  Röh- 
ricbt,  Studien  zur  geach.  d.  fünften  kreuzzuge«  *?.  31.  "  Embiacbof 
Bertbold  von  Kaloksa. 

»  Bischof  Robert  von   Bayetix  -  Bi.?ehof  Ekbert  von  Bamberg, 

graf  von  Andecba  ^  Bischof  Engelbert  von  Zeit».  *  Bischof  Otto 
fon  Mtineter  graf  von  Wüdeehausen,  er  stirbt  l'ilt^  märz  6  vor  Ca«area, 
vgl.  cap.  7,  Weatf.  DB.  II!,  63.  *  Hiacbof  Ott*>  IL  berr  »tur  Lippe  von 
Utrecht.      **'  Weither  von  Ave^nea  fd^'p,  Nord).        '  Radulfu» 


»exta  post  festum  nmnüini  Sanctorum  proffM^tus  *^st  ab  Accon 
in  Castra  Dümiiii ,  qiie  precesserant  ati  UecordanaDi  '.  Hoc 
aiitem  diilce  ligiiiim  post  Terraoi  sanctaiii  perdihÄiii  reserva- 
tum  fuit  ad  hec  tempora,     Imminente  siqnidem  conflicin  Sar- 

6  racenorum  ctuii  Christianis  tempore  Saladini,  siciit  a  senioribuB 
accepiiiuis,  crux  secta  fuit,  pars  ad  prelium  delata  et  ibidem 
perdita  *,  pars  reifer vata»  que  nunc  exhibetun  Cnm  tali  vexillo 
ordiiiatis  aciebiis  processimus  per  planum  Fabe^  imque  ad 
fontem  Tiibanie  *    multum   eo  die  lab«»raiites,  et  premissis  ex- 

i<)  ploraioribus  videniea  ab  adversarii.^  coocitari  pulverem  im-eiii 

*  fiiiMius,  utriini  contra  noa  an  fiif/iendo  properarent.  Seqiienti 
die  per  nioütes  Gelboe,  qoos  habuiniiis  ad  dextram  et  paluikm 
ad  sinistram,  profecti  siimus  Betlisanam  *.  nbi  castru  fixemt 
adversarins ;  sed  metiiens  tarn  ordinate  precedentis  et  tani  co- 

ir*  |jiosi  Dei  viventis  exercitus  adventum  tentoria  tolleos  et  fu- 
giens  terram   vastandam  militibus  Cliristi  reliquit.     üude  Jor- 

ifl  danem  tranif^eimtes  in  vigilia  saneti  Martini  corpora  noatra 
pacifice  luvinnis  in  eo  et  qnievinnis  per  bidinini  ibidem  copiam 
victualinm  et  pabiili  reperientes;  deinde  super  litun  maris  Ga- 

1  eexta  feria  PM,  ff:^«tuni  om.  A,  omniuui  Sanctoram  festtitti  I>. 
est  om.  B,  iu  marg.  2  H.  Akaron  Z»  Akon  B,  AchoD  F,  Ackon  Ög. 
Aoolioa  M,  Äcon  A.  2  caätnim  A.  qui  A.  Eecordaciam  A.  hie  M. 
ä  autem  om.  A.  4  afüictu ,   et   super   delet.   af  acribit  con  2  IL 

Saracenorutii  €iA.  5  soklani  BH.  Sahaladini  F,  Salahadini  Hg,  Sala- 
djui  A.  sicud  Gg  Benioriobua  A.  6  tvccepimuB  a  ««nionbii«  I», 
crax  Baiicta  secta  Gg.  8  Phabe  Z.  9  Tabany«  Gg,  Trebauie  M. 
eodeiM  PM.  die  om.  G,  10  pul  verein  ab  adversariis  concitari  GgPM. 
pulverem    condtari    ZB.  H    utr.]    au    PM.      sequeati    igitur    PM. 

12  dexteram  ZBFPMAD.  L3  siniatrum  PADH.  fuimus  A.  Betbsaj- 
dam  Z,  l^ethaaiflani  ßll,  Betsanam  F,  Bersanam  Gg,  Bethaniam  PM, 
Bethsaaiam  A,      ubi)  vero  (Tg.       fixerant  adversarii  Gg.  14  sei  P. 

procedentes  ZBA,  procedentis  FOM.  copiose  P.  15  ante  Tirentit 
delet  exercitus  A.  adv.  corr.  ex  adventus  D.  temptoria  P.  16  Christi 
iiiilitibuR  Z.  reTiquid  ZBGA.  inde  PM.  17  Jordaaen  F.  trani^eiiDtefi 
JordaBöin  PM,  18  lavavitnu»  pacifice  FGPM.      in  Jordane  ZB.     ^t 

om,  AH.  copiam  —  reperientes  om.  ZB,  19  reppenentes  H.  \iitu»  FU. 
märe  P. 

'  Heute  Chirbet  kurdäne  bbö.  von  Accoa.  Eöhricht,  Zeitschr,  d-  d. 
Paltot -Ver.  X,  2V2,  -  Bei  Hittia  1187.  "  Al-Ffila.  '  Ain  Tabaön 
westl  von  Nazaretli,    Röhricht  a.  a.  o.  284,  ^  Beisari «   ScyihopoUu, 

ȟdwpstl.  Yom  See  Tiberias, 


165 

lilee  iret  iiiansioii6«$  fecimu^s  peiagraoteä  loca,  in  quibim  inir»- 
bilia  Salvator  notier  operari  digtiatus  corporali  prest^ntia  cum 
htiajiuibns  conversatiis  est.  CooBpeiimus  Bethäaidam,  civi- 
tatem    Andree    et    Petri ,    tuuc   ad  casale    niodiciim  redactam ; 

h  denionstrat;!  sunt  loca ,  tibi  Christus  discipulos  äuos  vocavit, 
supra  mare  siccis  pedibiiö  ambulavit,  tarbas  pavit  in  deserto, 
montem  asceudit  «olos  orare,  et  locus,  ubi  cuui  discipulis  pc^st 
resurrectionem  manducavit ;  et  sie  per  Capharnaiim  infirraos 
tiostros  et  paupere«  in  iuraentis  portantes  reversi  siinius  Accon. 

IQ  3.    In  »et'undo    equitatn   adivimus  pedem  montis  Thabor, 

priniü  aquariim  inopiam ,  posttuodum  per  defossionem  copiani 
invenientes.  Desperabunt  capitanei  iioatri  de  montig  ascensii, 
donec  pnero  Öarraceno  nunciante,  castruni  fore  compreliensi- 
bile,  coosiliiiin    inierunt.      rrima  vero  doniinica  adventuB   Do- 

la  raioi,  cudi  legeretiir  ewaugeliuoi :  Ite  ht  rasteilum,  qmd  vontru  i 
vos  ebi,  patriarcha  precessit  cum  signo  trncis  episcopis  et  clero 
per  clivuin  montis  orantibius  et  (malleiitibus.    Licet  mona  pre- 
raptiis  sit  undicjue  et  excelsus  et  quasi  impossibilis  ad  ascen- 
dendum    extra   »emitam    tritam ,    milites    tarnen    et    aatelHtes^ 


2  Salvatiir  noster  mirabilia  di^aatua  operari  corporali  presentia  PM. 
dignatus  est  et  Gg.  3  aspeximus  ZFGGgPMM).  Bethsaydaüi  IFGg^ 
Bethajdam  P;  4  Petri  et  Andree  ZB.  nunc  GGg.  caaate  corr.  e 
caAsale  H,  5  sunt  nobiö  Gg,  ubi  om.  0.  s  in  üh  «uperscr.  2  H, 
«HOS  om.  ZBFGGgPMAD  6  et  aupi-a  ZB.  et  ubi  eupra  PM,  ambila- 
vit  P.  7  «olüs  om.  ZBFGGgPMAD.       locum  B,    loca  A,    om,  G|?. 

ibi  Gg.  dicipuHs  H,  dincipulis  auis  FM.  8  mandudavit  P.  tunc  PM. 
Chapbaraaum,   et  h  post  c  delet  F,    Caphernaum  M.  9  nostroa  et 

om.  D,  et  om.  PMA,  et  paaperea  oni.  ZBFGGg  u  in  pauperes  au- 
peracr.  F'.  Äkon  De  monte  Thabor  Z.  Abon  B.  Acbon.  Pro|arre»»ii» 
Chrlfitianorum  ad  myntem  Thabor  Oapitulam  tercium  F^  Ackon.  Ca. 
pitulum  fxii  Gg,  in  Ae»  on  P,  in  Acchon  M,  Äcon  A.  10  In]  nota  B- 
»ecanda  Z.      Tabor  F.  11  inopiam  habente«  Gg      postmodtcum  A, 

poatea  D.  defenaionem  PM.  12  venient«»  A,  a  in  deaperabant  au- 
perswir.  P,  Vi  Sarracenico  ZM.  Saraceno  GA.  nnneianti  P.  mitti  M. 
ante  caatrain  PM*  14  prima  die  A.  adventoa  Dotnini  om.  Z.  Ün- 
mini  oro.  PM.  15  legitur  corr.  e  legrutur  Gg.  evangelium  FGBM. 
qQod  eet  contra  vob  6.  econtra  (}g.  16  voa  otii.  F.  ]iroce8ait  AD 
«ancte  erucis  Gg,  17    deelivnm,    de  aAiii  manu  guperaer.  P.    decli- 

vuin  GgM,  diTuiij  A,  moniia  om.  H,  licet  autem  mons  Z,  licet  om. 
GgAH  ,  «uper  ntona  »cribit  cum  2  H.  undique  [serruptua  et  exceUus 
fiit  Z  18  et  om,  G.         19  »emittam  P.     atrictam  PM 


166 


in  ♦H]uit*^s  et  pedites  viriliter  ascentleniui.  JubHunes  rex  Jeru- 
stilem  ciüii  inilitiii  Damiiii  castellarium  stravit  et  aniiraldam 
nuiuii  primo  impetu;  defensores  castri,  tjiii  iotrepidi  extra  pur- 
im  ad  defeiidendiim  iiionteiii  hostibua  occurreruut,  in  ftigam 
b  convertit  et  stuporeiu.  Sed  rex  quaiitiim  meruit  ascendendfj 
tantum  demeruit  descendendo,  deacendens  enim  ipso  die  do- 
luinico  et  alios  deacendere  fticiens  per  indulturn  spatium  ani- 
inavit  incredulos;  sed  quo  Dei  iudicio  vel  principum  cuusilio 
exemtus  Domiiii  tunc  descenderit  et  inglorius  rec€»sserit  igiio- 
io  ramus,  hoc  tanien  acientes,  qnod  diTinoriim  indicionini  aliis^os 
humane    mentis    ocyliia   penetrare    non    potest.      Miilti    atitetn 

# 
l  viriliter  om.  Gg.  Job.  autem  rex  Gg-  Jberuaalem  ZD,  Hieroft*- 
l©m  M.  2  Doniini  om.  Gg,  castellutn  F,  oastelUnum  corr.  e  ca^Ul- 
lantiixi  H,  ötravit  caat^llaDum  iinnm  PM.  ammiraldum  ZA»  admirtl- 
diim  BOPM,  adtniralit)m  F.  ammiraüdum  D,  skdmiralduni  castri  cum 
paucit^s  Sarracenifl  liabuit  o1>vium,  quem  Eadolfas  de  Klecwri  mites  qui* 
dam  Saxonicus  ag^reasug  viriliter  fltravit,  aclmiriildani  eti&m  atimii 
quid  am  M\  interfecernnt  impetu  primo  Gg.  3  impetu  primo  ZßGg. 
defenBores  castri  reliquos  Gg.      porta«  qui  G,  4  deffendt^odura  P. 

noBtria  PM.  occurrerunt  corr.  e  concurrerunt  G,  corr.  e  oecurreren!  P. 
5  converai  sunt  ZBPM,  couvertentes  FGGg,  convertens  AH.  set  P.  rtfx 
iii  iHiponitur  ei  qiuiiituin  PM.  meruit  —  tantum  oni.  D.  6  deac.] 
twiduDt  PM;  Inclusis  enim  bostibus  iafra  caatrum  turpiter  reges  Jeru- 
salem et  Oypri»  magiater  HoBpitaÜs  et  alii  barones  in  partem  montis 
deliberaturi  quid  faceretxt  secesserunt.  Nobilis  vero  [om.  M,|  dox  Au- 
atrie  non  intcrfuit  buic  delil^erationi,  quia  ex  altera  part«  monti«  in- 
credulos  impugnabat  et  ad  nos,  qui  in  aummitate  monti?j  erainu»,  ascen- 
dere  de  facili  non  valebat.  npc  magister  Templi,  qui  remanserat  infir* 
mua  in  Accon  [Acchon  M];  cum  vero  magistro  Hospitalifl  fratre  6.  de 
Monte  actito  consulenti ,  que  pars  exercitus  ad  custoiiienda  castra  re- 
diret  et  que  pars  in  monte  castrum  obaideret,  ad  quod  Libena  et  pa- 
ratUÄ  erat»  quia  de  facili  videbat\ir  comprebensibil©  et  reddibile  brevi 
tempore»  cum  sine  otfendiculo  [ofendiculo  P|  ad  insultum  Decessaria 
poBsent  exigere,  contradixerant  alii  et  maxime  com  es  Tripolis,  dioeue 
esae  in  periculo  exercitum  divinum;  qua  vero  fide  hoc  consuluerit  [con- 
ttulerit  P]  coraea,  et  alii  aasenBenint  ei  |ei  alii  —  ei  om-  M],  Deus  novit 
Et  sie  inipedita  obßidionü  ipsa  dotninica  rex  et  come^  ile»ceödente« 
et  alios  deacendere  facientes  per  induUuni  ammavenint  incredulos 
deacendena  —  incredulos  om»  PM,  auteni  G.  S  quod  Gg,  9  Dei  ZP, 
descenderit  tunc  P.     et  om,  D.  10  boc  —  poteat  om.  Gg«     qoo  V 

indictoruoi,  in  mai'g.  alia  man.  iudiciorum  P.  abysaoa  Zß»  abysaum  PM« 
abisaum  FD,  abisaua  GH.         11   oculos  ZH.     tarnen  Üg. 


ler 


reiuplürii  et  Ilospitakrii  ei  quidaiii  seculares  in  secuiido  laontiii  ^^)7 
ensii,  quando  cantreiifles  vires  receperaiit,  vuliierati  sunt, 
pauci  morkiii.  Credinius  autem,  Christum  dotiiinum  sibi 
Soli  htmc  triumphum  moiitiä  reäervasse^  ijui  cum  paucis  disci- 
T'  palis  i))suxQ  asceudit  gloriam  future  resurrectionis  ibidem  de- 
iiionstrando.  Porro  in  primo  et  secundo  equitatu  maxiraam 
luiiltitudinem  captivoruni  virorimi  f^t  mulierum,  etiam  parvii- 
loruin  Christiani  secum  adduxeruoL  Episcopus  autem  Acco- 
nefisiai  *  parvulos^  qoos  [irecio  vel  prece  obtinere  potuit^  bapti- 
»^>  zavit  et  distribueos  iiiter  religioaas  teminas  litteris  applicare 
disposuit. 

-t.    [tt  tertiü    equitatu*,   cui  patriurcha  cum  signo  cnicis 

et  sacri  pnntifires  non  interfiierunfe,    multa  dainpna  et  iucom- 

juoda  tarn  per  latruiiciilofci  tpiaiu   liienii?»  asperitate  perpessi  su- 

»5mii«,    presertim    in    vi^ilia    nativitatis    Üomini    per  viam,  ubi    »»•«-** 

multi    payperes   et    iiuuenta    frigore    perienint,    ac  ipsa  Hacra 

cte,  in  qua  tempestatem  terreätrem  ventis  et  pluviia  commo- 


fl  Hospitularij  A.  quidtim  etiam  ZBGg.  «ecularea  iiiilites  H. 
renses  corr.  e  caatraenses  H.  8  set  P,  pauci  tarnen  ZB.  4  hoc  F, 
reäervasÄe  hunc  montis  triimiphtim  P,  resenraöae  huiu»  triam phum  M. 
Tuontis  om.  Gg  observasae  F,  dicipulis  H,  5  ipsum  montera  (lg, 
ipaum  Olli*  A.  et  gloriam  F.  future  otn.  P,  »tie  M.  re  in  reaurrectio- 
lii»  Biiperscr.  H,      6  et]  ac  ZBGg.      7  ac  BGGg.    et  ZBGgM,  et  etiam  F. 

8  Chmtiani  otn,  PM  duaternnt  ZPAD,  duxerunt  secum  Gg,  auteüi 
Olli.  B.      Aconiensis  Z,  Akonensis  R.  Accoti  P,  Acchon  M,  Aeonenais  A. 

9  qnott  potuit  obtinere  prcce  vel  precio  PM.  prece  vel  precio  ZBFGAlK 
potait  obtinere  ZBFGAB,  babtizüvit  H.  10  diatributoa  Gg.  relli- 
gio»aa  H.  mulicre»  P,  ad  litteraa  Gg.  11  diaposoit  Be  equitatu 
tercio  cum  vexillo  vivifice  crucia.  Capital  um  quartum  F.  12  crucis 
auperacr.  G.  13  aacri  om.  Gg.  pontifices  predicti  PM.  iiiterfuerunt 
corr.  ex  interfecerant  P»  foeruat  H.  incomoda  h\  H  tum  PM, 
latronculoB  P.  quam  per  Z,  tum  PM.  hyemia  ZFtigPD,  yemia  A, 
liyiemia,  hy  postea  a<ldit  2  H.  iisp.l  inconimodo  BFG,  incomnio- 
da  Gg,  aapitate  A.  15  auafeintHinufi  PM  natalis  GA.  viam  gra- 
visaimatii  ZB,  ubi  —  perierant  onu  ZBFG O^,  ubi  —  perierunt  ponit 
inter  gravisaimam  et  in  finibiia  A.  Iti  u  in  paa^^erea  superacr.  P. 
huc  G.  gacra  om  P,  oocte  sacra  ZBF.  17  in  qua  om.  PMAD,  com- 
inotam  corr.  e  com  omo  tarn  P. 


'  Jacob  von  Vitry.  Vitriacenais, 
(Sakif  Arniinj. 


*  Der  zug  ging  gegen  Reaafort 


iam  MiiHtiiniiinns  gravissirüani  in  finihiis  Tyri  ei  Sidanis  iuxt« 
Sareptam. 

ö  5,    Post   hec  exercifcus    Domini    qnadrifariam  divi&us  est 

Rex  Ungurie  et  Cypri  Tripolim  profecti  sunt,  tibi  rex  Cypri 
ft  adolesceiituhi«  diem  clausit  extremmn  K  Rex  Üngarie  hren 
tempore  cammuratuH  cum  magno  dampDO  Terre  sancte  reces- 
sit,  peregrinos  etiam  et  galeas,  dextrarios  et  iiimenU  cniu 
armis  .secum  traxit,  multum  ammonitus  a  patriarcha,  nc  sie 
recederet;  tamU^ni  excommunicatus  cum  sua  sequela  coiittnnax 

10  abiit  Alia  pars  penegrieorara  pigrorum  ei  timidorum  el  eo- 
rum,  qui  procurabeiitea  ad  terraiu  ort*  pleno  de  habundaiiti» 
temporal  kl ni  bibenmt,  remausit  in  Accon.  R«x  vero  Jeru- 
salem et  diix  Aostrie  cum  Hospitalariis  aancti  Johannis  et 
t^piscopis  sufpradictis  et  quibusdam  alii«  castrum  in  Cesarea 
i&  Palestlne  brevi  tempore  viriliter  et  coustanter  firnrnveruiii, 
licet  hostis  adveutus  frequetiter  uunciaretur.    Per  hoc  castram 


1  experti  sumtia  PM,  seviäBimam  ZB,  om.  k,  liri  GA.  e*  om.  F. 
Sydoni»  FGA  xta  in  iuxta  in  rasura  P.  2  addit  Gg:  oapitulam  Ixiii 
B  quttdrifarie  corr,  e  qaftdrifariara  G,  quadrifarie  Gg,  in  quatlrifa- 
rirtiu  PDH,  4  reges  P,  rex  —  extrem  um  in  marg.  infer,  G,  Hunga- 
rie  FGPM,  Hungtir  A,  üngarus  D.  (ipri  et  A.  Cjpri  in  marg.  H,  not*? 
TripoHni  delet  et  H.  profecti  sunt  auperscr  B.  Cipri  AÜ.  h  Ho^ga- 
rie  FGM,  HuD^ftriensis  P,  Huug*  A,  üngaru»  D,  6  moraius  Z.  dani- 
piio  OKI.  A,  aanctel  promisatoniB  ZBFGGg  7  et  om.  P.  galias  cott, 
e  galeaB  Q.  et  dextrarion  F.  8  admouitua  B,  mouitua  Gg.  a  pa- 
triarclm  om  M.  üe  sie  üuperucr,  E,  9  excomunicatus  e«t  Z,  excain- 
municatuH  est  P,  cum  aua  sequela  excommunicatus  F  cam  suU  »e- 
quneibijs  Gg  contumax  abiit  om.  ZBFGGg.  10  alia  corr.  ex  alia»  H. 
peregriüürum  om.  ZBGD.  pigroriim  om,  FGgPMA.  11  ore]  ne  Gg. 
abiiTidantisi  M.  12  remauaerunt  ZB,  Akon  ZB,  Ackon  (ig,  Avoiie  F, 
ÄcxjboD  M.  Jberufialem  ZD»  de  Jerusalem  P.  dei  Hierasalem  M.  IS  el 
incliiua  dux  ZB,  HoBpitalid  ß.  Hospitali  PM,  Hoapitaluriiä  A.  Johan- 
nit  baptiBt^a,  Babenbergecibi,  Ciceösi,  Traiectensi  et  Moniisteriensi  epi- 
äcopi«  Z,  Bavenbergensit*,  Cycensia,  Traiecteiitti»,  Monuäterienais  epbco- 
porum  Ggf  Johannia.  Babergense»  Cicenae,  Traiectenae  et  Monoett^ 
lienae   episcopia   B  14    aupTadictis   oro-    ZBGg.       quidaiii    aHi  Og. 

15  utiliter  ZBF,  et  viriliter  G^H      coiiat  |  addit  in  marg.  (xg:  remaner«*.. 

16  hostilis  Gg.     adventua  om.  D.     fVequeiiter  corr.  e  frequeutaretar  Z, 
om,  F.     Poat  G,  Per  —  leparabitor  um.  ZBF,  addit  Z:  De  caetro  Hlii  D«t. 


Hugo  stirbt  1218  Januar  10.  Hökricht,  Studien  :i^. 


169 


Deo  üante  civitas  ipsa  reparabitur.  In  basiUca  principb  apo- 
stolorum  festum  ptirificatioiiis  patriarcha.  cum  sex  episcopis 
solempniier  c^lebravit.  TeDiplarii  vero  cum  dumino  Gnlthero 
de  Avennis  et  pauci^  naxiliatoribas  pere^inis  et  Hospitali  de 
6  domo  TeutoDicorum  üastrum  peregrinorum,  quod  olim  Distric- 
tnm  appellabatur,  firmare  ceperunt,  Muod  situm  est  in  diocesi 
Cesariensi  inter  Caypbas  et  Cesaream.     Colus  situs  talis  est. 

6.    Fromonctorium    altura  et  amplum  raari  imminet  mii- 

nitum  natnraliter  scopulia  ad  aqtiilonem,  occidentem  et  austrnm; 

10  ver8U3  Orienten)  turris    est  firma  et  dudum  a  Templariis  edi- 

ficata  et  posseasa  tarn  guerre  quam  treugartioi  tempi^n*.    Turris 

aatein  ibidem  posita  fuit  olim  propter  latrunculos,  qui   iti  via 

stricta  perej^nnis  ascendentibus  in  Jerusalem  et  desceudentibiia 

I      ab  ea  insidiabantnr ,    baut  longe  distans  a  man,    que  propter 

B^Yiam   ätrictam    Districtum    appellabatur,     Toto  fere  tempore, 

I 


1  Domino  ü^.      reeuperabatar  Gg,    recuperabitur  P.  2  feeti- 

vltat«m  Z.  patriarcha  om.  M.  episcupin  corr.  ex  epiacopas  2  H. 
3  tiollenpiiiter  BP,  dolemaiter  MD,  aolletBDiter  A.  cel.]  addit  Gg:  ibi 
eütun  hotnines  duciB  Austrie  leonem  interfecenint.  cum  domo  Teuto- 
uicorum  ITheutonicorum  B|  et  ZB.  iJomino  om.  M,  Walthero  TiGg, 
Jwaltero  B,  Gautero  F,  Uualterio  G,  Waltero  P,  Gualtero  M,  Gual- 
A,   Galtero    D.  4    Aveni^   Zß,    Avenis    corr.   ex   Avemle  G, 

▼ena  Gg,  Adveoia  P,  Avesnes  M.  et  —  Teuton.  «im.  ZB.  Hospitali 
de  om,  G(?.  5  Teutbonicorum  P,  TheutoniGoruni  GMA,  Theotanico- 
fum  IK  caätrum  tilii  D«?i  ZBFGg.  quod  valgariter  Stroj^t  dicitiir,  nuBC 
Caetrum  peregriDorum  appellatur  Gg.  Distructum  Ä,  Distriotum  nunc 
aatem   [om.  ßF|   castrum   peregriaoruni    appellatur   ZBF.  6  i^ituin 

om.  D.  djroce«!  RGg.  7  ai  in  Ceäarien«i  poatea  aildit  2  fc£.  Cay- 
paa  P,  Caiphas  GA.  Ctiin^  —  est  om  PM  eat  om.  0»  addit  F:  De- 
iptio  cadtri  filii  Dei.  ('apitulnin  quintum.  8  promantoriuin  BFD, 
•omontoriiun  GP,  proin unitori am  A,  inmargiue:  sitüäi  castri  filii  Dei 
|uod  olim  Di«trictum  dicebatur  2  H,  amplum  et  altum  ZBFGAD, 
limplum  et  laüim   GgPM,  ^   naturüliter  nmnitum  F.      scopbu^i  A, 

SL-opuliä.  Sttuä  loci  talia  est  PM.  ante  ad  deleb  bis  naLuraliter  D. 
ad  occidentem  Z.  10  eat  turria  PM.  olim  iig.  U  gwerre  ZGg, 
12  auttjm  om.  Gg.  ibidem  om.  Z,  addit  la  marg.  ideo  Gg.  olim  po* 
aita.  fait  Z.  per  B.  latronculos  M,  13  ascendentibus  et  deacenclen- 
I^JibuÄ  Jerusalem  alt  ea  Gg.  in  om.  P.  Hiernaalem  M,  .Iherasalem  D. 
^^■l^elG.  descendentein  P«  descentibmi  D.  14  inaidiantur  F.  haud  Gg, 
^^ftttantem  P         15  Dtatrictam  Gg.    appellatur  FGg. 


lits  quo  CesantMise  castruiu  tirmatuui  est  et  cousuiLUUHttiiii,  Tem- 
plarii  ex  tmusverso  |jr«>munctorii  fodientes  et  taboninte^  per 
sex  htsbdomaiiahi  taiiteni  ad  fu  ildamen  tum  prirtuim  pervenerunt, 
ubi  muriis  antiquus,  Bpissua  *^i  loti^ns  apparnit.  Invertt-a  est 
^  etiam  ibi  peconia  m  tnoneta  modernis  ignota,  collafa  benefieio 
tilii  Dei  militibus  suis  ad  alleviandos  suiiiptus  et  labores»  Deinde 
in  anteriore  parte  harenain  todientes  et  deporiantes  alius  inti- 
nis  brevior  iuvtrntus  est,  et  inter  raiirorirm  planiciem  fönte:* 
acjiit»  dufds  lart^iter  ebulliebant;  lapidiira  etiam  et  cenienti 
10  cojjijim  Dominus  ministravit.  Due  turres  edificabantiir  ante 
frunteni  castri  lapidibna  qoadris  et  dolatis  tante  quantitativ, 
ui  lapis  nnus  vix  a  diiobus  babalis  in  curru  trahatur.  Utra- 
que  turris  centenoö  habet  pedes  in  longitudine.  septuaginta 
quatuor  in  latitudine.  Spissitudo  bioa«  inchidit  testiidine», 
>'  altitndo  plurimum  ascendeus  celsittidinera  promiinctorii  trans- 
^^reditur.  Inter  duas  tnrres  murns  novus  et  altas  cum  pro- 
pngnacnlis  consummatus  est  et  miro  artificio  intrinsecus  eqnites 


I 

I 

I 


l  cantrnm  Cesariejise  F.  post  consQimuatuin  delet  est  M,  firmatuii] 
ot  cnnsumiufltinii  est  Z.  2  adverso  MH.  promuntorii  FAD,  promon- 
torii  ZBDÜPM.  et  deportantea  laborantes  PM  3  septem  PM.  i»er- 
veneruiit  primum  Gj?,    primuni  om.  H.     veneraüt  ZH.  4  antiquos 

Olli.  ZB*  »Titiqiius  et  G,  spißsus  antiqiiu»  Gg.  et  longuö  spissus  P,  longas 
et  spissüs  M.  .S  eiiim  CjA,  it>i  om.  ZBFGOg,  etiam  ibi  om,  PM.  pec- 
<  Tinia  P  inj  et  Qg  inter  raoneta  et  niodernis  rasura  Z.  niodernis  ignotti 
i>in  B.  B  ^lii  om,  B,  tidei  Z.  Dai  iiliua  patris  P,  Dei  Hliis  patrie  M, 
Dei  filii  A.  militibuß  suis  om  F,  7  anterior!  GgFPMAD  arenntu 
ZFGGgMAD.  efodientes^  P,  effodientes  M.  8  inventuä  est  brevior  ZB» 
brevior  om,  H,  commurorum  P\!,  planicie  Og.  planieiain,  in  mErg. 
al,  man.  est  P.  U  tridaum  ebulliebaut  largiter  Z.  ibidem  ebiiMiebant 
largiter  B,  ibidem  bvibundanter  ebulliebant  F,  ibidem  largiter  ebüMie- 
bant  G,  ebulliont  higiter  Gg.    ebullieniat  PM*    etiain  otn,  B,    et  om.  P. 

10  luiniBtrabat  B,  ante  ministravit  delet  de  P.    edificantor  ZFGGgPAD. 

11  quadratiii  GgPM  lati»  Gg.  12  lupus  0.  in  cnmi  om.  Gg. 
\Z  centum  corr.  e  ceotecies  Gg.  pedes  habet  ZBFGg.  longitudinc 
coir  e  longitudineuj  P,  latitudinem  M,  sexaginta  tres  H,  14  quat- 
tnor  orn.  Z.  latifcndine  coit.  e  latitiidinem  P^  longitudinem  M,  spissi- 
tudo  corr.  e  spissundo  Og,  pisaitudo  P.  testudines  includit  ZBFGg. 
Ih  altitado  —  transgreditur  om.  ZBFGGg.  promontorii  P,  promtlB- 
torii  D,  promontorii  celaitudinem  M.  tranagreditur  corr  e  tranagredia- 
tur  H.  16  item  Z.  altuß  et  novuK  Gg,  17  consummatam  !'.  con- 
fiumatus  A,    militea  FP,  mitiiee  M. 


I 


m 


aruiati   ascendere   possunt   et   Jesceodere.      Item   unirus   alius   i^i» 
pAulo    distnns    a  turriVms    exteiiditur    ab  uno  latere  maris  i\A 
aliud  jiiiteunj  habeos  aqiie  vive  inclusum.     Promuiictoriiim  ab 
utroque   latere   muro    cingitur   alto    et   novo  uaque  ad  riipes ; 

ß  Oratorium  cum  palatio  et  domibus  plnrimis  castrum  includit. 
Hoius  f^dificii  prima  est  iitilitas,  qiiod  conveotus  Tempknorum 
eductus  de  peccatrice  et  omni  spurcitia  pleua  civitate  Acam 
in  huiu8  ca^tri  presidio  residebit  uaque  ad  reparationem  mu- 
njnim  Jt>ru8alt»m,     Territorium  munitionis  Iniins  piacarii«,  Ba- 

»0  linis,  lignis,  pascuis,  agris  et  Iierbis  habundat,  vinei.s  plau- 
tatis  et  plantaDdiß,  faortis  et  pomeriis  habitatores  delectut. 
Inter  Accon  et  Jerusalem  nulla  est  iriunitio,  quam  teneant 
8arraeeni,  unde  de  hut'  caHtro  novo  pluritnum  rlarapuiHcantur 
iiureduli    et    Unntre   divitio    ipsos    lugäiite  loca  culta  deserere 

}A  cogmitur.  Hübet  hee  atructura  portum  naturaiiter  boiiuui^  qui 
artificio    adiutus    pnterit   esse   melior;    sex  railiaribns^disiat  a 

kmonte  Thabor,  unde  huius  castri  constructio  presumitiir  fuisse 
causa  destructioDts  muintionis  illius,  quia  in  campo  lougo  et 
l  amiati  per  gradua  PMAD.  ascendere  et  descemJere  postiuiit  B. 
iteram  M.  alias  oiii.  M.  A  aliuin  UgD.  aquam  vivain  Gg.  exflu- 
suni  F.  proiuontoriuiii  ZÖPM,  promuntoriuni  FAD.  4  novo]  tion  Gg 
ruppea  P  et  uddit:  etinter  munuu  australem  [u  superscr.  P]  et  mate  Bunt 
duo  putei  aqtie  dulcie  copiain  aque  cat^tro  exlnbentea^  addit  M:  etinter 
niuniiii  australem  et  uiare  duo  sunt  putei  aque  dalds  copiaia  iiabeotes 
lujuam  Castro  exhibentee,  addit  ßgi  capitalutii  Ixliii.  5  pluriiiUH  et 
altis  ZHFG|?.  caatruni  oiu,  U.  7  Akon  ZB,  Ackern  Gg,  Acun  FA, 
Acrhoti  M.  8  in]  ut  A.  predio  F,  residebunt  Gg,  reöidebifc  corr,  e 
reüedebit  P,  reaidebat  M«  9  Jheniaalera  ZD,  Hiernsalem  M.  sal.]  mV 
vh  Z,  palmia  G<r,  lignia  silvia  B  10  piucinis  H.  agris  om.  M.  abua- 
dat  ZGM.  yiniid  M.  11  pomerüa  ortis  PM,  ortis  GGgH,  hereditu- 
tore»,  in  marg    al.  man.  habitatoribua  F.  12    Inter  -    cognntur  in 

*^^'  ^S      Akon  ZB,  Ackoß  G»,  Achon  F,  Acchon  M,  Acon  A-     Jlierti- 
plem  Z.  Hierusiilem  M.        IH  iSaraceni  GGg,  agareni  PM.     plurimi  ZB. 
lainnificantur  M.         14   inrred.  |  Sarraceni  PM.      t^rror^  corr.  e  terro- 
rem  M,     occulia  B,    inclita  PM.  \h  cogentur  F,    addunt  ZBFGGg: 

inter  Jheruaalem  [Jerusalem  GGg]  et  Jordanem  [Jordanen  F|.     Portuiu 
labet  naturaliter  bonom  ZBFGGg,    babet  Ijec  struciura  portuiu  habet 
natural  iter  Hon  um  P.     qui]  cum  M        U\  adiutus  artificio  D.     «listans  G, 
diatat   corr.    e  diatan    H.  i7    nova    constmctio    ZB.  18    causa 

fuisAe   PM ,    cauna   auperacr.  2  H.       dentruetionis   om.  M.       muiiitionie 
om.  Gg.    et  om,  M, 


'  A 


172 


tsid  lato^  (|ui  iiiieriacei  motitauis  castri  liuitis  et  diodüs  Tbabtir\ 
nee  arare  uec  ^emiuare  iiec  metere  quisquam  secure  poierat 
propter  niettini  habitantiom  in  eo. 

7,  Monasterieiisis  episcopus  apnd  Ce*jaream  obdormivit  iü 
fi   Domino*.    Magister  Thoma«  theologus  et  doctor  boaus  et  opi- 

nioiiis  clare  apod  Caätruni   tilii  Dei  diem  clausit  extrmnum'. 

8.  Post  hec  exercitiis  Domini  rediit  in  Accon.  Episcopi  i 
Aleniannie  et  oiulti  alii  »e  pivparabant  ad  transfretandnm  breti  ( 
te  in  pure  in  Terra  prumissionis  ctmimuruti.     Exspectabatiir  p««- 

10   sagiu ni  »ecundum  et  novum  et  raaxime  classis  ab  aquilone  re- 
niens*,  qup  per  angustum  rnare  Carthaginisü   navi^atiira  spera- 
batur.     A  principio   predicaiionis  cnids  Christi   i>rovincia  Co-  . 
loüiensis  studio  magno  plurirais  etiam  siimptibus  fere  trecenia»  1 
nave«    prepanivit,    qnariini    quedam    remanserunt,    quedam   Wj 
tenipetstatis  perierunt,  sed  maior  pars  pervenit  ülixbonain  •  cnm 

1  montatos  Z.       et]  ac  ZBFGGgA,  et  om.  PMD.  nee  semin&re  | 

nee  arare  U,  uec  arare  paterant  nee  metere  seoure  (ig.  qulaquam  otii> 
ZFGGgPMÄD,  in  marg,  2  R  posaunt  ZB,  poterant  FGPMA,  pote-) 
runt  D.  3  jiropter  hüius  castri  presidium  ZBFGGg*  et  addit  F:  Dfi 
itiorte  MoaasteriensLB  episcopi.  tiereditantium«  in  marg.  habitantiam  P^ 
Monasteriensie  —  extremum  om.  Gg,  ob  in  obdormi?it  saperscr  D. 
^»lagister  bonaa,  in  rnarg,  magister  Z.  6  tbeologas  corr  e  theologo- 
mm  H.  et  om.  ZFGPMAD.  oppininig  H.  6  diem]  defunctu»  est  ZBFG. 
»tipremQm  vel  exlremum  P,  supremum  M.  7  oat  B,  addit  Z  in  marg, : 
De  reditu  pcregrinoram  in  Akbon.  ho€  Gg.  Domini  om.  FGgM.  re- 
di\  A.  Akon  ZB,  Achon  F»  Ackon  Gg,  Acchon  M.  8  Alamantiie  Z» 
Allematmie  P,  Allemanie  A,  Alamäme  D.  et  multi  alii  om.  B.  »e 
om*  B.  propeiabant  ZPM,  preparanbant  A,  ante  properabant  delet 
proph  Z.  9  promissioni»  in  terra  convertit  in:  in  promiösionis  terra  H. 
commoruti  sunt  Gg.  expectabatur  ZGGgA«  passaium  Z.  10  clanii 
otn.  Fl  clansis  A  ab  eorr.  ex  ad  B.  U  Cartbagini  Z,  Karimgiais 
BGg«  Cartaginis  FüPDH.  navigare  corr.  e  navigatur  G,  navigata  M. 
»pectabatur  A.  12  principio  om.  F.  craci&om.  Ü.  Christi  om.  ZBFGg. 
13  plnrimiB  in  sumptibns  P,  in  «umptibnu  plurimis  M,  quadring^n- 
fiis  ZB     trescenteB  F»  14  quedam  harum  ZB,      remaaxemiit  P.    in 

tempe State  Gg.  15   äet  P,       venit    PMD.       Lesebonam  Z,    Le«sebö* 

nam  FBG,  Leschebonnm  Gg,  Ulixe  bone  civitatis  Hyspanien^^ii  P,  Uli- 
xibone  civitatis  Hispanienais  M,     cum    -  bellatorum  om.  P« 

■  Erst  12P2  erbaut,  Wilkeu  a.  a.  o.  6,  «.63.        '  Vgl.  cap,  h  8  16^. 
*  Dieser   ist  weiter  nicbt  bekannt.  *  Vgl.  daa  genaiiere   De  itinef« 

Frisonum  liei  Röhricht,  Quiiiti  b.  s,  S8,  mtn,  59  ff.        ^  Littabon, 


173 

inagua  virtiite  Ijdlatoruiii.  Ibi  orta  est  diacordia  quibnsdam 
volentibus  procedere,  aliis  hiemare  capieatibus  in  ob»idioiie 
castri  fortissimi,  quod  Alcacia'  dicitur.  Et  sie  classis  divisa 
est,  pars  apud  üaietam  et  Coraetum  hiemavit,    pars  alia  oli- 

f-  sedit  Alcaciam  duos  habeus  capitaneos,  comitem  Willeheliümu 
de  HoHandia  et  comitem  Georgium  de  Withe  *.  Captum  est 
hoc  castrum  per  Teytonicos  et  Frisones,  et  cum  adhiic  essont 
in  obsidione  congregata  coetra  eos  Sarracenonim  iiiaxima  raul- 
titndine,  contra  quam  viriliter  pii^navenmt  Templarii  et  Spa- 

*o  tarii  '  nini  railitia  regine  Portiigalensis,  vicfci  sunt  ^irtute  di- 
vina  Sarraceni,  rex  eorom  »mus  üccisua  est  et  cum  eo  plurinii 
trucidati  et  iii  capti?itatem  ducti*. 

\h    Excitata  fuit  proviiicia  Coloniensia  ad  obsequium  Sal- 

* 
l  discordia  queda.ni  A.  dum  in  quibusdaiij  supenier.  H,  quibuBdam 
volentibua  qnibusdatn  nolentibus  procedere  ilg.  2  nalentibus  k,  pra- 
cedere  volentibus  PM.  alii  A.  hyemare  ZBFü Gg^  yemare  A.  H  Al- 
chazia  2,  Älcazia  Ö,  Alcatia  Fü,  Alkaz  ilg,  Akana  A,  Alcacia  corr.  ex 
Alcalcia  H.  sie  om.  Gg-  clasaiÄ  in  rasura  P.  4  apud  corr.  ex  a^d  H. 
Gayettim  Zß,  Gaetam  FOPM,  Getam  Gg.  Comenetum  Z»  Cborne- 
tüiii  F»  Toroetom  U,  Cornerum  P.  byemavit  ZBFGkFMB.  et  pars  M. 
r>  Alchaz^iam  Z^  Alcaziatu  B,  Alcaliam  Fi.i  ,  Alcaz,  Gg,  AlcanaiD  A. 
capitaneoä  haben»  ZB.  Willelniuui  eoiintem  F,  Wyllekinujii  comi- 
tem Gg.  WiMelmum  BF,  GuilielmQm  M,  Uuilbelmum  A,  WUhel- 
mmu  D,  6  Iloylondia  F»  Hor]ondia  G,  HoUaot  Gg,  Hunssjtdia  P, 
Hunaadia  M,  Georgeuiii  M.  Jeorgium  G.  Widen  ZB,  Wyze  F,  We- 
cben  (}g,  Wite  GPM,  in  Withe  h  sulisur.  IL  est  om,  A.  7  Theuto- 
nicö«  BFGMH,  Teutbonicos  P,  Teotbonicos  A»  Theotonicoa  D.  et  Fri- 
sonew  om.  ZBFGGgPMA.  ad  hec  P,  easent  adliac  D.  es»et  H.  8  con- 
gregata  est  FiiBP>L  ante  eoa  de] et  omne?*  Z.  Saracenornju  GA.  Sar- 
racenoiaai  maxima  maltitudo  BFG.  aiaxima  multitudo  Sarraceno- 
nim GgPAK  quüH  Z,  Spartarii  et  Templarii  [et  TempL  om«  BJ  viri- 
lii»ir  pa^uaveruiit  ZU,  Hospitalarii  Füg.  Hopitalarii  PM,  Hospitula- 
rü  A,    Spatarii  saper  deleto  Hospitalarii  H  li>  PortugaliH  ZF,    de 

Port-egal  Gg.  Portügalia,  et  pro  deleto  gali»  ponit  in  niarg.:  lagiB  ß, 
Portugallie  \K      de  virtute  F.  11    Saraceni  GA.    ♦Sarraw^ni  corr.  e 

iSarriictfna  H,  unus  om»  D,  12  trui-idati  sunt  ZßFAD.  ductij  P  ad- 
dit:  De  Hignin  cruck  mirabilibns  in  aere  visitj,  Gg  addit;  capitubiui  Ixt. 
13  CoIonienBis  com  e  CollonienBie  H.     Jesu  Christi  Gg. 

'  Alc&^r  do  Sal  am  Rio  Sado  weatl.  von  Setabal.        ^  Georg  von 
Wied,  ein  bruder  des  ewbiachofs  f>ietricb  von  Trier,  ROhrieht,  Studien 


Longaapatha.        *  lülft  october  21 


I3H-Ift 


1, 


vatoris  muiidi  per  signa  \  qne  apiianiernnt  in  celo,  Naiii  in 
provincift  Cf>lonieiisi  et  in  diocesi  Mtituisteriea»!  in  villa  Frisie 
Bedeai*  nieiise  Main  aexta  fena  ante  Penthecosteo,  cum  preili- 
camtnr  cnix  ibidem,  triplex  forma  apparuit  in  aere,  una  Can- 
dida vfTsiis  aqnüoneni,  alia  versus  meridiem  eiiisdem  coloris 
et  sceiTiatis,  tertiti  mediu  cnlore  colorata  habens  crucis  pati- 
biilum  et  fignram  hominis  in  eo  snspensam  elevaiis  hrachiis 
et  extensis  cum  fixione  clavorum  in  manibus  et  pedibu»  et 
capite  inclinato.  Hec  media  fuit  inter  alias  duas,  in  quibn^ 
non  erat  effigies  humani  corporis.  Alia  vice  et  slio  Iöoo  in 
vilta  Frisie  Sytbfrshnsen  '  tempore  predirationis  criiciss  appa- 
ruit luxta  »olem  crux  cernlei  coloris;  hanc  vidernnt  plures 
quam  priorrn».  Tertia  fnit  apparitio  in  diocesi  Traiectensi  in 
viila  Doccem  *,  ubi  sanctus  Bonifatius  niartirizatus  fuit.  übi 
in  die  martiris  eiysdem  cum  multa  milia  convenisseni  ad  gta- 

tionem  eiu.sdem,    apparuit    crux  magna  et  alba,  acsi  trabs  ex 

• 

1  maadi  om.  OGg»  2  ColonienBiB  in  rasora  H.  in  om.  BF<HigPMD. 
dyoceai  Büg,  dioceai  Baperscr-  H,  Monaateriengi  dicM?e«i  Z.  MoDa* 
atiensi  P.      Frixie  A,    Hedon  Frisie  Z,    üedom  Friaie  BFG,  3   Be- 

den Gg,  Beredui  P,  ßendtii  M.  niemmaj  ZI*,  feria  &exta*BGg  pentbe- 
cOBten  Z<  penteclioatefi  P,  pentecostem  M.  i  forma  cruciaZnFGÖijjP. 
in  aere  om.  F,  b  adversos  Z.  eias  P.  6  et  om.  Gg.  cematis  Z, 
7.emalig  B,  tertio  D.  7  in  ea  auperser.  al.  man.  G,  in  ea  (ig,  in  eo 
om.  PM.  »uapen^a  est  Gg.  8  extautis  Z  inBxione  GGgBMlK  fibdoae 
corr.  ex  ioßxione  P.  10  erant  P.  vice,  aed  postea  ai.  man.  addtt  lo. 
ergo:  in  celo  Z-       in  alio  loco  F.  11   Phrisye  F.      SucherhÖ^en  Z, 

Siizerbasen  B,  Suzerhuse  F.  SutberhufleG,  Suxenue  Gg,  Sutherhoseiu  P, 
Sutehüyaem  xM ,  Sutherbusen  A,  Sutherhshueen,  utramque  h  in  hsh  «ti- 
perscr.  H.  cmciaj  Christi  H.  12  insta,  in  marg,  al.  man.  ioxta  P 
crux  iuxta  aolem  H»  croculet  F,  rabei  f),  ceraleum  colorem  habens  Gg. 
plüs  PM.  \^  priorem  corr  e  priores  D.  tertio  Og,  in  dioc.Traieci 
om*  Gg.  djoceai  ZB,  Traiectenai  diocesi  A.  Traiectensinm  Z,  Traiac- 
tenei  F,    Traiacensi  G.  14    hoctum  ZBÄ,    Pocchum  F^    Doctun  ü. 

Dockim  Gg,  qiiadam  PM ,  Dookbem  0.  in  qua  ZBFGGg.  beatnä 
ZBKUt\  om.  Gg\f.  Bonpfjxciufl  GP.  coronatus  fuit  [est  PM]  martim 
[martyrio  Z]  ZBFÖGgPMAl>.  15  martirii  Z,  eiusdem  martiri«  PÜ, 
magna  PM,  multa  hominam  milia  Z,  multa  milia  bominum  B,  mi- 
licia  GgPM.  conveniaaefc  PM,  veniÄsent  A.  ad  indictam  [indictam  MJ 
atationem  ZBFGGj^PMAP.  ßtatioae  M.  16  eiaedem  om.  ZBFGP>JAn, 
alba  et  magna  ZBFOQgPMAD.     trabes  Z. 


I 

I 


Vgl  brief  I  u,  IL 


Btidum. 


Surbuis^n. 


Dokkun 


175 

transver^ü  trabis  artificialiter  compositÄ  fiiisset.     Hoc  Signum   iiii-h 
vidimas    omnen.     Movebatur    autem    paulatim   ab  aquilotie  ad 
meridiem,     Credimni^  autem,   duas  apparationes  fittsse  demon- 
i^tratas,    ut   omuis   aiiibignitas    prime  Vision is  toUerehir,  sicut 

•  dicit  apostolus  de  resurrectione  Christi^  quod  visti-^  est  6V|>/if,  icor^is,»^ 
podea  undrcim  npostnlis.  dfiinh  plus  quapn  quingmti'i  fnih'thtis. 

10.  Aimo  gratie  miIle»irao  tlucentesimo  octavo  decinio,  ms 
mense  Martio  applicare  ceperurit  ad  portüm  Accoii  cogonea  de  Mir« 
prorincia  Coloniensi  cum  aliis  paucis  navibus  de  Uremensi  et 

»  Treverensi  provinciis.  Tunc  firmatum  fuit  consilium  in  cou- 
cilio  Lateranensi  cum  domino  papa  Innocentio  bone  recorda* 
tionis  habitum  Rome  de  introduceuda  militia  Christianonmi 
in  terrara  Egypti.  Mense  igitur  Maio  post  UHceusiotiem  Do- 
mini  preparatis  cogonibus  arnmtis  galeis  et  aliis  navibus  one- 

>  ratis    de  Accoii   profecti   sunt  Johannes  rex  Jerusalem,    putri- 


i 


1  adverao  Gg,  traverso  M.  compcwita  artificialiter  fuißset  ZB. 
fuisset  compoaita  A,  2  omne«  om.  M,  movebantar  Gg.  autem  po- 
st^a   addit  M.  3  itaque   F.      apparationea  F.       deinoustrataii  eeae 

[om.  Gg,  om.  eed  raaura  B]  a  Deo  ZBFUj?  4  tollerelur  prime  vi- 
Gaionis  g.  aic  F,  sicud  Gg.  5  ajt  Gg.  rexurrectione  P,  Christi  re- 
«nrrexione  Gg.  Zephe  Gg.  6  daodecim  ¥.  apostolia  om.  Zß,  disci- 
palifl  F,  fratr.]  Gg  addit:  Bimul»  F  addit:  Qualiter  exercitus  Cbristia- 
norum  pervenit  ad  portum  Damiete,  addit  in  marg.  Z :  de  navigacione 
peregrinorum,  7  imo  b,  anno  itaque  Gg,  anao  igitur  M,  8  Maio  PM« 
Marcii  D.  Akon  ZB,  Ackon  Gg,  ÄccoDeni.«nj  FD.  Acehon  M,  cocco- 
nes  ZB,  coc-kones  iig,  cocgone«  U.  9  provincie  Coloniensis  Gg.  cum 
—  na7ibu8  om.  D.  nav]  tanien  ZBF,  tantura  Gg,  iiavibu»  om.  GVL 
de  provincüa  Bremensi  et  Treverenai  H.  10  praviucia.  et  addit:  oa- 
pitufum  Ixri  Gg.  tunc  eicud  Gg,  tunc  om-  M,  contirmatum  ZPM. 
caneilium  A,  consilium  corr.  e  conciliuiu  H.  consilio  GgL^  coiieilio 
corr,  e  conailio  H.  11  .  l  ,  in  marg.  al  man.  Innocentio  F,  Innoüen- 
tio  papa  ZßFGg.  12  heiitum  P,  Henricum  M.  inducenda  H.  Chri- 
st iaaa  ZBFGGgP^JD,  Chrifltiani  A,  \6  terr.i  I\  Egipti  BFtlADH. 
ergo  M,  om.  D.  Maii  D.  iinte  ZhGg,  aÄcentionem  H.  14  navibua 
cocconibua  ZB,  kocgonibus  Gg,  cocgonibuH  A,  cocogonibüs,  co  super- 
«cr,  D.  ante  armatis  delet  preparatis  M.  caleia  F»  galeydia  Gg.  na- 
viculis  ZB.  honeratia  FPH.  15  profecti  sunt  de  Ac,  ZBFGGg, 
AkoD  ZB,  Ackon  G^»  Acehon  M.  .loannes  M,  rex  Johannes  P.  rex 
auperacr.  Z.  de  .Iherusaleni  Z,  Jeroaolimitanus  B,  Hieruaalem  ^f,  .Ihe- 
niaalem   D,  ante  Jerusalem  delet  de  P. 


tircha  cum  episcopis  Nicossiensi,  Bethlelieniitano,  Acconensii 
duce  Äustrie,  tribiis  doniibus  et  copiosa  multitudine  Christin- 
Doriim.  Indicta  fiiit  collectio  niivigantium  apud  Castrum  filii 
Dei,  qtiod  Peregrinorum  dicitiir,  sed  flaute  horea  rege,  duoe 
et  nia^atris  doDioruni  ad  indictum  lociiiii  venientibns  exerci- 
tus  Domini  proaperis  velis  precessit  tertio  die  perveniens  ad 
portum  Damiate.  Prefati  autem  duces,  qiiia  modicatn  moram 
ferernnt.  in  preuominato  castro-,  subsequi  non  poterant  exer- 
ciium  iisque  in  sextuu\  diem  ab  exitu  de  porhi  Accon.  Malti 
etiam,    qui  preparati   non  erant  et  moram  aliqaantulam  apiid 

AccoD  post  primoa  navigantes  fecerimt,  aut  oranino  reman?*«- 

• 

1  NycoaajeiiBe  Z,  NichonieiiBi  G,  Nichoaiensi  Gg,  Nicosaien«  oorr, 
e  NicoaaienaibuB  H.  Bethleemilano  FD,  Beethlemensi  (i,  (lynindeno 
PM,  Acconenae  ZGg^  Aconensi  h\  Acconiensi  corr.  e  Nico«»ieiiÄi  H. 
2  duci  (ig,  dux  Austrie  Z,  dux  Austrie  preclari&Bimaa  B,  ZB  poDuat 
verba  8ua  statim  post  res  Jenisalen),  trib.]  Tnagistris  Tempil  et  Hoapi- 
taliuui  i?ancti  JohaiiBie  et  »Hncte  Marie  Tb eutonicorum  et  copiosa  etc.  F, 
cum  tribus  domibu«  G,  et  tribiaa  doraibas  Tempi ariorum,  Hospitaliorom 
et  Teutuniorum  Gg>  H  coUecta  Z.  Castrum  peregrinorum  F,  caetmtn 
Stroyt  fig,  4  quod  —  dicittir  om.  ZBFGGg.  set  P.  duce  Austrie  ZB* 
r»  poat  doraorum  delet  domini  H,  in  dictum  tocum  F.  6  propeiiB  P 
velit  Z,  preeessit,  ubi  pervenit  ad  portum  Damiete  tertio  die  non  de- 
scenden«,  »ed  biduo  capitaneos  expectana,  Maiore«  congrt^ati  aiiiii  ad 
calaudram  [caladiam  P]  Tempil,  quid  facerent  [faceranfc  F]  delibera^ 
turi,  quibuädam  reditutn  [redditum  MJ  suadcnbibuB,  Tandem  ad  con- 
fliliuni  arehiepiacopi  Nicoaaienais  [  N icosBienensis  P|  et  omni ba«  ei  eon« 
cordantibus  [conaentientibue  M]  capit^tieo  eoinite  [capite  ^1]  de  Sare- 
ponte  applicuimns  [aplic.  P]  ad  portutn  Damiete;  boBtitem  tenrani  e&- 
pimuä  sine  Banguinia  impenaa,  priuaquam  capitanei  in  galeii  seque- 
rentur,  qui  eodem  die  cLrea  horam  nonam  applicuerunt  gratolaniei  H 
miranttf»  noa  figere  temptoria  [tentoria  Mj  conapicientes.  Uli  luitein, 
qui  modicam  moram  fecerunt  in  predicto  Castro,  noa  usque  ad  sextum 
diem  ab  excitu  de  i>orta  Äccon  [Accbon  M]  sabaequendo  portum  Da- 
miete teuere  non  potuerunt;  multi  etiam  [et  M]  nondum  preparati 
tproperati  P]  poat  priiuos  navigantes  aut  omnino  remanserunt  ireman- 
xerunt  P]  vi  ventorum  repulni  aut  per  niare  quatuor  vel  plaribiu  eb- 
domatibua  lactati  vrx  applicuerunt.  Arcbiepiscopua  etc.  PM,  7  I da- 
miete BG ,  Damyate  Gg,  moram  modicam  G  fecerunt  moram  ZB, 
ö  fecerunt  om.  Ug  predicto  F,  premunito  A,  exercitum  Domini  ZB, 
excusatam  Gg.  0  in]  ad  Z6F6(?gA.  aecimdum  Z.  a  porta  Accon  Og. 
de]  a  F,  Äkon  Z,  Akonensi  B,  Acconeusi  FG.  lU  non  Bapersor.  Z, 
^iliquam  Z.  apud  —  primos  om,  H.  11  Akon  ZB,  Accbon  M.  po»t 
—  Accon  aL  man,  in  marg,  addit  G,     fceerant  B.  * 


« 


I 


runt  aut  vi  veiitorum  repuLsi  suot  in  Accon,  aut  per  tres  ?el 
quatuor  hebdomadas  iactati  jn?r  mure  moram  fecerunt.  Archi- 
episcopns  Kemeusis  *  et  t^piscopus  Lemovicensis  *  propter  graves 
aoDOs    remanseruiit  in  Accoti.     Leiuovicensis  morttius  est  ibi, 

6  Kemensis  vero  reversus  in  passagio  sancte  crucis  obiit  in  via. 
Applicantes  autt^in  ad  portuoi  Damiate  elegeruot  sibi  capiia«- 
Ttemn  coiiiitem  de  Sareponte  ^  et  hostileoi  terram  cepermit, 
aniequam  rex  et  prenominati  ducea  subsequerentur,  tertia  feria 
»ine  isangiu'nis   impensa.     Cum  eoini  pauci  Sarraceni  occurre- 

10  reut  equites  ad  portum,  Fnso  quidanj  fixo  in  terram  dextro 
genu  sinistra  mano  eircumferens  ancile  dextra  spiculum  vibra- 
vit  ferreum.  Intiiitus  est  emii  Öarracemis  existimane  eum  lu- 
dere;  sed  subito  eques  cum  eqiio  percussus  a  Frisone  interiit 


vnB 


cm 

I        de 


1  in  AocoD  repulsi  sUBt  F.  in  om.  A.  Akon  ZB,  Ackom  Gg, 
AcoD  A,  Acchon  M.  aot  om,  Gg,  aut  —  reman»eruDt  in  Accon  om,  ZB, 
aut  vel  per  A,  vel  per  D.  2  epdomadai,  e  ßuperßcr,  H.  iactantea  G. 
ArchiepiacopiiB  —  in  via  om.  Gg.  3  ReinenaiH  6^  Bremenais  D.  epi- 
«copua  om.  D.  Lemovicus  G.  propter  om.  FGPMAD.  Buperacr.  H. 
4  annis  FGPMAD:  remanxerunt,  in  marg.  aL  man.  remanaerunt  P. 
Acchon  U,  LemocenensiH  epiacopua  ZB,  Lemovicuä  G,  Lemovicenais 
iVi  verba  aolvii  PM,  et  M  addit  in  marg.:  debita  nature.  5  in  pa«- 
sagio  Ipuöriaio  Z]  aancte  crucis  reversus  ZBFPM.  post  reversiis  delet 
ett  H.  »ancte  crocia  in  marg.  2  H.  in  via.]  Nobia  igitar,  ut  dictam  eai» 
ipplieantibns  FrisuB  quidam  dextro  genn  in  terram  fixo  et  sinistra 
lanu  circomferente  [circonf.  P]  ancile  [ancille  M],  gpiculnm  [apecu- 
Inm  M  I  ferreum  vibravit  illud  et  inlnitna  Sarracenum  anom  dum  lu- 
deret percnasit;  pauci  autem  de  Sarraceniü*  nobia  occurrunt  [occurre- 
nint  M]  ad  portum;  »ed  iato  cadente  aubito  cum  aquo  aliiaque  fugien- 
tibua  »ine  iinpediuiento  caätra  metaü  aumus  [fuimus  M  |  inter  ütun 
(littaa  M]  maria  et  ripam  frippam  V]  tiuminis  Nyli  [Nilt  M].  Hoc 
etiam  mirabile  PM.  t>  portum  maria  FG.  L>amiete  BFG,  Damyat«  Gg. 
eligerunt  GgÄ.  7  Symoneni  de  Sareponte  ZB,  Sarbrucge  Gg,  Saire- 
ponte  A,  Sarrepoiite  GD,  Sateponte  H.  8  et  om.  D.  feria  tertiaZBGg. 
9  auper  aanguinia  scrib^  al.  man,  eä'uaione  G.  autem  Gg.  Saraceni 
equites  6g,  Saraceni  A.  equitea  occurrerent  ZBFAD. 
om.  Qg.  infixo  teriam  D,  tixo  gQnn  in  terram  dextro  Gg, 
om.  A.  11  genu  dextro  FD,  dtxtro  getiu  et  ainiiftra  GH. 
ZGGgAD,  12  8aracenu8  A.  eatimaoa  ZG.  ipaum  BA, 
tixua  Gg,     interiit  et  om.  ZFGGgAD. 


10  equitea 

in  terram 

vibrabat 

13  trana- 


*  ErzbiÄcbof  Alberich  von  Rheima  stirbt  1218  dezember24  inPavia. 
*  Bischof  Johann  von  Liioogeti.         '^  8iman  IL  von  Saarbrücken. 


^ 


et  ad  terram  cor  mit.     Fugi(?ntibiis  aliis  absque  oidiii  imp- 
mento    castra    metati  sunt  inter  ütiis  raaris  et  ripam  flutuiob 
Nili  Chriätiani  cuu)  auiiiiiratione  magna  subsequentiam,  quando 
teiitoria    tixa    viilerunt.     Hoc  etiani  mirabik'  fecit  Dens,  quod 

r.  in  primo  adventu  tluminis  aqua  coinunctu  muri  dulcis  haurie- 
baim%  que  postmodiim  tnultis  vicibus  salsa  fuit  u»ique  ad  ea- 
sale,  quod  distat  a  Damiata  sursum  fere  per  miliare.  Modic4) 
tempore  post  adventum  Cbristianonim  facta  fuit  eclipsis  liaie 
fere  geiieralis,    qiie    licet   ex  rausis    imturalÜius    in   pleniloniü 

10   plerumque  perveniat,  quia  tarnen  8alvatc»r  dicit:    Eruiit  sigmi  ■ 

,%i,tb\n  solc  f'i  himi.    hanc    eclipsim    contra  Sarracenos  interpretati 

anmus  qiiaei  portendentem  ipsorum  detectuni,   qui  sibi  lunam 

attribimnt   in   decreroento    Tel    incremento    luoe  magnam  vim 

ponentes.     Legitnr  aiitem  in  (iuiiito  Curtio  \    qiiod  cum  Ale- 

ift  xander  Macedo,  totins  maüena  orl>i8,  contra  Darium  et  Ponim 
de  Grecia  profectus  esset  in  Asiani  et  acies  hiac  inde  subii- 
sterent  ordioate,    fact^  est  eclipgiis  Inne^   quam  Alexander  pro 


1 
I 


1 


l  corruit  ad  terram  ZBFGAH.       aliis  fiigientibus  F:  2  casitra- 

irietati  n.  3  Nyli  Z,  aqua  flüiinniB  O.  admiratione  FBGAR  magnii 
om.  ZB,  cum  magna  admiratione  i\g.  4  tenioria  noaira  l».  Domi- 
nus Gl),  DoniinuH  fecit  P\K  U  aqua  fluiuinit*  ZPFMAD,  aqua  diluvii 
ttuiiiinis  n»  aqua  flumini«  Nili  Gg.  itmcta  PM.  H  «al»a  fuit  maliii 
vicibus  FGg.  7  Diiuiiata  corr.  e  Dainiate  Z,  Damieta  BF.  aursam 
om.  M.     fei'e  om.  Gg.     modico  autetn  M^  8  ante  adventiam  detei 

temporis  P.  facti  F.  est  H.  ecljpsis  Z.  eklypRie  Gg,  lone  om.  PM. 
H  ex  causis  om.  ZBFGGg,  naturalittr  ZBFGGg  plen,]  inter  i  et  1  raa.  Z, 
10  aiat  in  proveniat  om.  B.  tnmen  quia  ZB.  diiit  ZB  11  luna  et 
Ktelli«  B,  luna  etc.  GgPM.  eclyp^^im  ZP.  Sarüceno»  A.  12  proteii- 
dentem  ijg,  protendentem  corr.  ex:  in  pretendentem  P,  pretendentem  M* 
protendenteni  D.  13  delrimento  H.  in  crem eiato  [in cremen to  BP fiGg] 
vel  decremento  ZBFGGgPMAD.  lune  om,  Z.  vira  magnam  ZBFGGgPAD. 
14  ponentes  corr.  e  potenent^a  P,  coiT.  ex  imponentes  fl.  eeiam  ZliF, 
enim  Gg.     in  tercio  iibio  Z,   tercio  B,  Curcioque  Gg,  Cardo  GM»  Cw- 

iio  H.     cum  esset  Alexander profectus  F.    Allexander  Gg.     15  Mo* 

cedo  B.  orbia  amlleus  FGg,  16  profectu«  de  Greeia  F.  profectu- 
nw  G.  Aayam  ZfJg.  bominum  PM.  inde  otn.  P,  delet  M.  17  est 
om.  Z.    ecljpets  ZP.    procernena  ZB»  pro  Qrecis  om.  Gg. 


i 


Vgl,  Hb.  IV  cap.   10  der  ausgäbe  von  Vogel,  Leipstig  1880. 


179 


><* 


4ft 


Grecis  contra  Persas  et  Medos  interpretatus  snoa  aniraavit  et      lai» 
piignan»  contra  DariDm  vicit  ipsum* 

iL  Ttirris  in  media  fluminis  sita  capieiKla  fuit  ante  traii- 
situm  ip^ins.  Frisones  tanieii  impatientes  more  transeantes 
Nil  um  iumenta  Sarracenomni  tulerant  et  cupieiites  in  ulteriori 
ripa  castra  nietari  stÄbant  pngnantes  contra  Sarracenos,  qui 
nbviaiii  ipsis  de  civitatp  processerunt.  Revocati  sunt  per  obe- 
dientiani,  quia  nnn  videbatnr  principibna  noBtris  expedire,  quod 
turri»  paganis  repleta  post  tergiiin  relinquert'tnr  Christiann- 
ram.  Interim  dux  Äustrie  <f^t  Hospitale  sancti  Juliaonis  duas 
Bcalas  preparavernnt  super  diios  cogonee,  Teiitonici  vero  et 
Frisonpß  tertiam  navnm  propugnaculis  mnnieront  castellulo  in 
summitate  mali  cnmpoaito  absqiie  scale  siiapensione.  Caput 
eorum ,  dux  et  iudex  fuit  comes  Adolftis  de  Monte  ',  vir  no- 
bilis  et  potens,  frater  Coloniensis  archiej^iscopi,  qui  ante  tur- 
rim  captam  mortuus  foit  apud  Daniiatam.  Scale  diicis  t*t  Ho- 
spitulis  contra  tnrrinj  directe  sunt  circa  festimi  sancti  Johannis    J«n«  t« 


1  et  MedoB  om.  M.  animavit  suos  ZGg.  2  eum  ZBGgPVf,  ad- 
dit  F:  de  machißis  Christianorum  ad  turrim  capiendani  paratiB,  arl- 
dit  Z:  Do  expu^ßatione  turris,  addit  Gg:  capitulum  livii.  3  flum-| 
Nyli  ZP ,  Nili  BFligM.  posita  ZB,  4  fluminis  ZBFt.Ig,  ipsius  corr. 
ex  ipfiJÄ  H.  Fryßonea  Gg.  autem  PA.  more  aolito  F,  niore  aao  PM, 
«HO  a].  inaa.  in  marg.  P.  5  Nylum  Z,  Njlum  transeuntes  PM,  8ar* 
taceniü  Z,  ^Saracenonim  A.  6  parte  fluminiä  ZB,  rippa  P.  caetra' 
metari  D,  metari  corr.  e  matari  H.  contra  Saracenos  pngnantcs  A. 
Saracenos  (JA,  7  q  in  obviaiu  superacr.  H.  ipsis  om.  H,  sunt  om.  A, 
tunt  aatem  ZBFGGgAlK  inobedientiam  A.  8  quia  videbatar  prin* 
eiptbus  nostrb  nou  expedire  Gg.  aostris  om.  GH,  expedit«  0.  9  po- 
«tergam  G,  Christianorum  relioqueretur  F»  Agarennrum  PM,  11  pre- 
preparaverunt  P,  coccone»  ZB,  cocgone»  GgAH.  Theutoiiici  GF,  Ten- 
thoniüi  \\  Theuthoniei  M,  Theot^nici  AD.  12  na?©m  ZBGPM.  pro* 
pugnaculia  om*  D.  muniveniiit  VIA,  preparavenint  D.  13  aaper  i 
in  mali  aL  man  scrib.  a  G.  capad  GgPH.  H  dax  Auatrie  Gg.  iu- 
dex eornm  PM,  Adophua  FP,  Orlolfu»  A,  Ädolfua  corr.  ex  Adalfus  H. 
de  Berge  Og.  15  turrem  M.  Ifj  niorttiuü  e!4t  ibidem  ZB,       apud 

Damiatum   om,  ZM «    ante  apml  delet  ante  ttirrem  cap  M.     achale  Og< 
dttci«  Auatrie  ZB,         !T  contra  turrim  om,  PM.     sunt  directe  ZB, 


*  Adolf  V.  von  Berg»  limder  de«  b,  Engelbert,  stirbt   1218  auguat  7 
vor  D&miette. 

13* 


180 


Uli  baptiate,  Sarracenis  eam  defeudeiitilius  viriliter.  Hospitalario- 
rmn  acala  confracta  cimi  malo  cecidit  bellatores  suos  precipi* 
Uds,  scala  diicis  simili  inoAo  eoDfracta  eadem  fere  hora  mi* 
lites  streaiiuüs  et  aniiatos  ctirpore   fleciduos  securulam  animaa 

0  levavit  ad  celum  glorioso  martirio  coronatos.  E^yptii  letati 
vehementer  subsannante.s  levuverunt  voceü  timpanizanfces  et  buc- 
cinis  perstrepantes ;  meror  et  tristitia  Chriatianos  inyasit.  Na- 
vis  aut*^ni  Teutrmicorum  et  Frisoiiuiii  inter  turriiu  et  eiWtattno 
ancliaraiu  iiabebat  fixam  dampiia  phiriüia  per  ballistario»,  qui 

1^  intus  locati  fuerant,  inferens  Egyptiia,  presertim  iUis,  qui  ata- 
bant  hl  pmite  inter  civitateiu  et  torrim  porrecto;  ipsa  vero 
navia  a  bellutoribus  civitatis,  turriö  et  pontis  iaculis  et  igne 
Greco  irapetebattir  vehementius ;  tandem  igne  correptji  fuit; 
et  cuDi  timerent  Christiaiii,  ne  consumeretur  onioino,  defensores  j 

"f^  illius  igueiii  viriliter  extirixerunt,    et  sie  taudem    sagitti^  tHiii 

intus    quam    tbris  quam    in  castellulo  in  snminitate  niali  col* 

• 

1  babti^te  H,  nddunt  PM  ;  die  dominica  proitima  [prima  M]  tab- 
aequenti^      Saracenis   A,    Sarraceni   [Saracetii  (i\   turrim    defenderant 
viriliter    Zßll,    Sarraceni    viriliter    turrim    defenderant    F,      eoni    Q^, 
defentlt^runt  Gg.      Interim    dum  pugnaretur  Hospitalianoruni  [Hospita- 
Uoruni  BJ    scala  ZB«    Haspitaliorum  G^A  .    scala  HoBpitalariortim  VWA 
2  fracta  PM,  om.  A,    precipitans  in  ttuiaen  F,       8  scala  corr.  e  cala  P,j 
aecundo  seala  ZBGGg»  secuijda  aoala  F^    ducin  Atutrie  Z.    simili  oorrJ 
e  siaiiliter  M.      confracta    om.  Z.  4  Btreimog  FPH.      secoDdum  P,| 

om.  Gg.      atiimos  Gg,  5  celoa  D,      niartyrio  M.     €M>ronatos  v^igiiitii 

daoB  iiuliie»  ZB,  corontita^  6,     Ef^[jtii  BFGPAl>H.      6  subaanantfi  GgOJ 
tyropanizantes  FGPM.  7   bücinis  ZFGgAD.       perstrepentea  ZFOgP. 

iiiüronuii  F,     et  oiii.  R     iriv.)  addit  Gg;  capitalum  liviii.       8  Theuto- ' 
nicomiu  FtJM,  Teuthonicorum  P,  Tlieothonicürain  A,  Thöotonicorum  D 
et  Frisonuni  om,  PM.      turrem  M.  9   anchoris  (ancoria  G]    berebm 

tixa  ZFGGg.  a-nchorum  herebat  [babebat?]  tixa  B,  anchoriinn  corr.  er 
imchoririam  P,  aucoram  M.  multa  M.  baliatarios  Z(iP.  lO  Kgip- 
tiis  ZßFG.ADH,  11    ponte   «uper  deleto    civitate   11.      porrccle  ßL 

12  et  tarriß  PM,  contis  et  Gg.  iaculis  et  om.  PM.  et  om.  ZOPOOg. 
IB  Greco  jgne  GPAI.  comipta  Zß.  eorrupta  corr.  ex  correpU  Gg,  i-of- 
recta  P.  14  contsuiumaretur  G»  summetar  P.  vivo  Gg,  15  viriliter 
ignem  P.  extioxerant  viriliter  FGGg.  16  quam  om.  D,  qujim  eciaiii  | 
[tarn  F,  om.  U]  in  castellulo  »uperiori  [om.  B]  perfomta  [ora,  h^G]  malo  \ 
♦jL'iam  [om.  U]  et  funibaa  repleta  [repletoZBF]  cum  magno  Christiaai^ 
tatia  lionore  redacta  fuit  ad  locum  sue  stacioni«  ZBFG  in  om.  ADII, 
in  eaatellulo  üuperiori  malo  etiam  fuiiibus  repleto  cum  magno  ChrisÜa* 
iiitutiis  lionore  reduetu  etiam  intulit  et  tjuatinait  navin  üg,     in  bumnü'  ^ 


181 

locato,  in  funibus  etiara  licet  tensis  repleta  cum  ma^j^no  Chri-      m» 
stianitatis  honore  ad   locum    sue  stationis  fuit  redncta.     Non 
modica  etiam  dampna  intulit  et  sustinuit  navis  una  Templa- 
rioram  propugnaculis  mnnita,  que  huius  assultns  tempore  iuxta 

6  tunrim  habebatnr. 

12.  Nos  vero  considerantes,  turrim  capi  non  posse  petra- 
riaram  vel  trabuculomm  ictibns  (hoc  enim  multis  diebus  fuit 
attemptatum),  nee  applicatione  castri  propter  Suminis  profun- 
ditatem,   neque  fame  propter  civitatis  vicinitatem,  neque  suf- 

10  foBsione  propter  circumfluentis  aque  importunitatem,  Domino 
deraonstrante  et  architectum '  providente  sumptibus  Teuto- 
nicorum  et  Frisonum  eorumque  labore  duoa  cogones  con- 
iunximus  trabibus  et  funibus  fortissime  coherentes  et  aocia 
compaginatione    vacillandi    periculum    prohibentes ,     quatuor 

15  malos  et  totidem  antcnnas  in  eis  ereximus,  in  summitate 
castellulum   iirmum    asseribus   et   opere  reticulato    contextum 

« 

täte  —  repleta  om.  Gg,  in  summitate  —  funibus  om.  D,  in  summitate 
mali  in  rasnra  H. 

1  etiam  licet  om.  PM.  2  ad  —  dampna  om.  Gg.      redacta  P. 

8  clamna  M.  4  propugnaculis  munita  Templariorum  ZBG.  propug- 
naculis munita  om.  FGg.  iuxta  om.  A.  5  berebat  ZBGGgM,  babe- 
bat  FPAD.  6   considantes  A.      non  posse  capi  ZB.     petrarura  Gg. 

7  vel]  et  ZB.  tribuculorum  BG,  traboklorum  Gg,  tributilorum  M,  tra- 
bucculurum  AD,  trabuculorum  corr.  e  trabululorum  Z.  et  P,  etiam  M. 
fuerat  AD,  atemptatum  fuerat  P.  attentatum  fuerat  M.  8  tempta- 
tum  A.  amplificatione  ZB.  9  vinitatera  Gg.  neque  —  importuni- 
tatem  in  marg.  Gg.  subfossione  A,  suffossione  corr.  e  circumfossione  2H. 
10  aque  circumfluentiK  ZBFGGgMA,  aque  circonfluentis  P.  aque  om.  D. 
inoportunitatem  F,  vicinitatem  \1.  11  dem.)  providente  ZB.  arcbi- 
tecto  PM.  vid.|  demonstrante  ZB.  sumptua  A.  Theutonicorum  FGM, 
Teuthonicorum  P,  Theothonic  oruni  A,  Theotonicorum  D.  12  eorum 
denique  ZB,  eorundemque  FGgAD,  eodemque  P.M.  que  in  eorumque 
superscr.  H.  cocconos  ZB,  cocgones  Gg,  coggones  D.  13  coniucxi- 
mus  H  trabibus  et  om.  F.  et  om.  ('Gg.  choerentes  F,  cboberentes  G. 
et  om.  H.  14  vacillando  ZB.  prohibentes  periculum  Z.  quattuor  M. 
15  antemnas  ZM,  antempnaa  FPD,  antenas  G,  attempnas  Gg.  erexi- 
mus  in  eis   ZBFGOg.      sumitate   Gg.  16   castellum   Z,    castellum 

unum  PM.  asseritur  PM.  to  in  reticulato  superscr.  IT.  attextum  Z, 
contestum  .M,  contectum  H. 

»  Nämlich  Oliver  selbst,  vgl.  Jac.  Vitriac.  2,  292. 


182 

M^J»  coUocante« ;  contra  umcliinaruui  importiinitatem  coriin  v^ti- 
viinus  illud  per  circuitum  et  super  tectum  contra  igneni  Gre- 
cum«  8iib  cusiellulo  fabricata  fait  seala  funibus  fortissimi^ 
suspensa  et  trigiiita  cubitis  ultra  proram  protensa.  Opere 
ft  brevi  tempore  feliciter  consuinmato  invitati  suot  ad  illud  vi* 
dendivm  raaiores  de  exercitu,  ut  si  quid  deesset,  quod  sunipti- 
bus  vel  luimano  ingenin  siippleri  deberet,  iüdtearent,  et  hc- 
cepto  responso^  quod  tale  opus  ligneu ai  nunquaui  ante  supt'f 
aqtiam  compasitam  fuisset^  properaudum  esse  eonsideraviinus, 
10  quia  crebris  machinarum  ictibus  pons  pro  magna  parte  de- 
strucbus  fuit,   qui    de  civitate   ducobat  ad  turrim  bostes  fidei. 

■*u(.  IT  Sexta  igitur  feria  ante  festnm  sancti  BartholotiÄi  iiudis  pedi- 
bus  cum  devotioiie  gentis  uostre  ad  sanctam  cruceui  proce*i- 
sionem  fecimus.  Ubi  implorato  hnniilit^r  uuxilio  divino«  nt 
^ö  res  omni  careret  iiividia  et  vana  iactantia,  de  qualibet  nationc, 
que  tunc  erat  in  exercitu,  aliquos  ad  huius  negotii  execntio- 
nem  invntavimus,  licet  gens  Teutonicoruni  et  Frisonum  ad  na- 
ves  implendas  siifficeret  wt  regendas. 

AMf>  M  13,    Die  sancti  Bartholoraei  aexta  feria,  cum  Nilus  excre- 

visset   velieuienter   et  aquarum    irapetus    negotium     plorimum 
impediret^    rnm    multa    difficultate    et  periculo    instrumeulurti 


1  inoportumtatem  F.  coriis  etidm  F,  coreiis  G^g.  2  propter  ZPH« 
prapter  vel  contra  F.  3  castellulo  corr.  e  cast^llo  P,  fuit  fabrioati 
fuit  Z,    fait  fabricata  A.     fortiadimig  fuaibue  ZBFGg.  4  cubitos  Z, 

catibus  Gg,  om.  A.      priorem  Gg.      Op.J  per  G  5  feliciter  oin.  F. 

conauuiato  GgMH.  i)  aliquid  ZBFG,  quid  jiliquid  Ctg.  quis  P.  7  rel| 
aut  ZGgB,  om,  G.  ingeaio  bumano  Gg.  supleri  G.  perfic«retur  ZBPG, 
prospiceretur  <Jg-  8  reao  et  laouna  P.  d  positum  Z.  positum  saper 
aquam  B.  iirobandam  PM.  esse  om*  Gg.  10  quod  H.  ictibuB  ma- 
chiuaram  F,  machinarum  om.  Gg.  11  Hti]  addit  G^' :  capitulam  Jxii. 
12  aaticti  om.  H,  ijcdibiia  om.  Z.  13  no^tre  gentis  PML>.  Dei  PM. 
15  caret  A.  vana  om-  PM.  qualibug  Z.  nat  J  gente  ZBFGGgPMAD- 
1(>  lieg.]  rei  Z.  17  Teutonio  ZB»  Teutoaica  Gg.  Teuthoniconiai  P, 
T  heu  ton  komm  GMA,  Theotonicorum  D,  Frisie  et  Theatonie  F.  Fri- 
sie  6.  sufüceret  ad  naves  implendas  et  regendas  ZBF,  bufficeret  ad 
navea  regetida«  et  implendas  üg,  addit  F.  De  eaptione  turrw  a  Cbri- 
stianis.  19    die  liquidem   Gg.       ßartolomei  BA.       feria  seria  ZBF. 

Nylus  ZBGg,  vehementer  excrevisset  P,  excusäet  A.  20  vehemeot^r 
om.  M.      impefcu  ZBF.  *2t  impediretur  ZB,      multa  tarnen  ZFGGg. 

ante  difficultate  rasura  Z. 


188 

hoc  contra  torrentem  a  loco,  in  quo  fabricatom  fuerat,  trahe- 
batnr  ad  tarrim.  Navis  minor  huins  machine  socia  processit 
veUficando.  Glerici  nudis  pedibus  per  litus  ambulabant  sup- 
plicantee.     Cum   ad  turrim   ventum  esset,  duplex  illa  compo- 

s  sitio  ad  latus  occidentale  non  poterat  converti,  sed  ascendendo 
directe  ad  plagam  aquilonarem  applicabatur  funibus  et  ancho- 
ris  tandem  fixis,  licet  vis  aquarum  inundantium  illud  repellere 
moliretur.  Macbine  sex  vel  plures  directe  fnerunt  super  turres 
civitatis   et  collocate    ad   illud    concutiendum,  sed  una  perni- 

10  ciosior  aliis  post  paucos  ictus  conf racta  quievit ;  alle  vero  sine 
intermisaione  grandinis  instar  lapides  emiserunt.  Nee  minori 
periculo  prior  navis  ad  pedem  turris  coUocata  substitit.  Ignis 
Orecus  comrainus  de  turri  fluminis  et  eminus  de  civitate  ful- 
minis  instar  veniens  pavorem  incutere  potuit;  sed  per  liquorem 

ift  acetosum  et  sabulum  ac  extinctoria  sub ventum  fuit  laboranti- 
bus.  lacuit  patriarcha  ante  lignum  crucis  prostratus  in  pul- 
vere,  stans    nudis   pedibus  clerus  indutus  legitimis  stolis  da- 

mavit  in  celum.     Defensores  turris  extensis  lanceis  anteriorem 

« 
1  hoc  insirumentum  M.     torentem  P.     fabricatum  om.  ZB.     fuit  H. 
2  turrem    IK}.      naves   Gg,    navis  minoribus  P,    navis  una  minori  M. 
huiuH  om.  PM.    scitia  F.    precessib  ZBFM.        3  clerici  nostri  ZB,  cle- 
rici  corr.  e  clericis  P.      littua  GgM.  4  est  PM,  fuisset  D.    dux  (ig, 

illa  duplex  PM,  lex  superscr.  H.  5  pütuit  PM.  6  directe  ad  pla- 
iiam  ad  plagam  A.  aquilonalem  Gg.  ancoris  (j.  7  fixum  ZBFGGg. 
vix  A.  illud  om.  Gg.  repellere  corr.  e  repelleret  Z.  8  moUiretur  G. 
quinque  H.  eUcollocate  super  turres  civitatis  ZBFGg.  9  coUocare  U. 
illud  opus  F.  set  P.  pernicior  ZFD,  promptior  Gg,  apernicior  P,  in 
inifcio  M.  10  iactus  (»g.  confracta  fuit  et  quievit  F,  cumfracta  qui- 
evit P.  Hed  alie  ZBG,  alie  autem  sed  alie  F,  sed  alii  Gg.  11  interm] 
addit  Gg:  sevissime.  grandinis  instar  om.  Gg,  ad  instar  grandinis  FM, 
ad  istar  grandinis  P,  grandinis  istar  A.  non  Gg.  minori  corr.  e  mi- 
nora  H.  1*2  navis  prior  B,   prior  om.  F.      collocata  om.  ZB.     inter 

ȟb  et  stitit  delet  stitit  Z.  13  cominus  BGGgD,  comminuste  P,  quo- 
minus  A.  de  om.  P.  fluminis  om.  Z.  ful.]  fluminis  ZAH,  ad  instar  ful- 
minis  Gg.  14  poterit  ü.  per  om  Gg.  litorem  D.  15  accetosum  P. 
sablum,  in  marg  al.  miui.  sabulum  P.  liac  Gg,  ac  extinctoria  om.  l'M. 
mecinctoria  F.  subventum  est  ignem  extinguevo  laborantibus  PM. 
lab]  addit  Gg:  capitulum  Ixx.         1(3  dominice  crucis  ZB  17  clerus 

Dudis  pedibus  ZBFGGgPMAD.  iiiduti  Gg.  legittimis  ZGA,  om.  PM. 
stola  P.       clamans   Gg.  lö  deft'ensores    P,    defensoris  A.      exten- 

tis  Gg. 


184 

ni%  pHrtetii  scnle  subter  imxerunt  oleo,  deinHe  ignem  appoBuerunt. 
qui  eriipit  in  tiamma«.  Ciimque  Christiaiii,  qui  in  ea  fnerunt, 
conciirrerefii  ad  i^is  suffocationem,  suo  pondere  caput  aciJ<? 
rkpressernnt  in  tantom,  ut  pous  tiirnatilia  fronti  apposttus  in- 

ö  clinaretur.  Signifer  diicis  Aiistrio  de  aeala  corruit,  Sarra»eDi 
vexiltum  ducis  tulernnt,  BabyUmii  se  viciftse  putantes  vnd- 
ferati  sunt  aerem  nlaiiinre  vexando.  Christiani  de  equi^i  di?- 
Hcendentes  ad  aupplicationes  se  prostraverunt  complosis  roani- 
hüs,    rigatis  vultibus  dolorem,   quem  pro  illis  habuerunt,  qai 

1"  discrimen  sustiiiueriint  in  flurainis  profimdo,  et  fcotius  Christia- 
nitatis  dispeiidium  protestando.  Ad  hanc  popiili  devokionem 
et  elevationem  inanuuiii  in  celiim  levavit  rvcalam  divina  pieta«» 
extinxerunt  ignem  fidelinm  lacrime,  et  sie  nostri  restimptis 
viribus  cnin  defensoribiis  turris  gladiis,  sariasi«,  clavis  et  alib 

»^  instrumeDtis  viriliter  pngnaverunt.  Miles  ^  quidam  iuvenil  Lm»i- 
diensis  diocesis  primus  turrira  asceudit;  Friso  quidam  inven- 
ciilua  tenetus  flagellnm,  qiu>  granimi  excnti  solet,  sed  twl  pug- 
nandum  contiexione  catenarum  preparatura,  ad  dextram  et  si- 
nistram  fortissime  percussit  et  quendam  terienteni  aigniim  rro- 


1  aubter  om.  Gg.  i|ifnem  ürecüra  M.  2  eru  in  erupit  super  nw.  t, 
noatri  Gg*      fuerant  G^   erant  M,  8  accurrerent  ZB,  ad  if^is  s«ffo- 

cationetii  conciirrerunt  Gg.  capud  PGgH.  4  post  Og.  tomati  Og. 
fronte  Gg,    fronti  super  deleto  ponti  H.  5   ex  Og.       Saraceni  GA* 

Sarraceni  tulerunt,  in  marg,  addit  eadeui  man.i  vexUlam  duci«  Aa- 
atrie  Z.  t>  vexillam  Og»      duci»  Austrie  B,  ducis  om,  M,      Babilonii 

/.HFGGgPDll,  Babiloniis  A.  ncn  puhantea  P,  7  neitm  corr.  ex  ai«?* 
rem  F.        8  sapplicationem  Qg,  «upticattoneä  P.  9  nigatis  GH,    li- 

gatis  Gg.  ipsiB  Z.  10  saatiniierunt  om.  M.  flumine  ZBFGg.  prof.] 
protestando  [corr.  e  probte  tan  do  Z]  ZBFGg.  II  diependium  ora.  PM. 
protestando  om.  ZBF(tGcj,  12  et  manu  am  in  celum  protanaionem  Gg 
scftlam  corr.  e  8ca!»^m  P.  i:i  et  exatinxerunt  Z.  lacrime  fidelium  ZBF. 
lachrime  M.  aic  om.  H.  noatris  P.  14  deflFetisoribu«  P.  «amtisZH. 
arisAis  F,  saxia  G,  ona.  Gg,  sanssis  corr.  e  taricie  R-  16  pugnaverufit 
cominuB  PM.       Cum  sie  pugnaretur,    milea   Gg.  16  LeodieenMR  B. 

diocesif  om.  FH,  dyocegls  Gg.  turrem  ZBFGPM.  17  tenens  ponunt 
pOBt  solet  PM,  qua  A.  sed]  et  PM.  18  carhenarum  ZBFGGgPMAI). 
ad  '—  sinistram  om.  Gg.     dexteram  ZBAD.     et  ad  PA.       19  sig.]  dnum  H. 

•  Der  ritter  Heinrich,  der  Friefle  Hajo  von  Fiwelgoo  mit  naoiea, 
Eühricbt  in  Raumera  Ta^cbeiibtich  1876  s.  76,  L'Rstoire  328  nennt  leii- 
teren  Litot  (Luithold), 


185 

ceam  soldani  stravit,  vexilliim  ei  abstulit.    Alii  poat  alios  suc-     isis 
cessenint  superatis  hostibus,   quos  resistentes  duros  senserant 
et  crudeles.     O  ineffabilis   Dei    pietas!    0  inexplicabilis  Ghri- 
stianoram  hilaritas !     Post  planctnm  et  luctum,  post  fletum  et 

ft  gemitam  gaudinm  vidimus  et  trinmphum.  Te  Deum  laudamus, 
Benedidus  dominus  Dens  Israel  et  alia  cantica  gratiarum  altis 
et  pro  gaudio  cum  lacrimis  mixtis  vocibus  repetitis  laudibus 
decantayimas. 

14.    Interim    Sarraceni,   qui   in   interiore   parte  turris  se 

10  receperant ,  igne  supposito  superficiem  turris  combusserunt ; 
yictores  nostri  calorem  sustinere  non  valentes  regressi  sunt 
snper^scalam.  Pons  vero,  qui  in  inferiore  parte  operis  pre- 
paratus  erat,  demissus  est  ad  pedem  turris  aquis  profundis  et 
undique   circumfluentibus    angustuni.     Malleis   ferreis   ianuam 

ift  aggressi  sunt  yictores  defendentibus  eam  Sarracenis,  qui  erant 
intrinsecus.  Stabat  utrumque  opus  immobile;  asseres  scale 
pro  parte  discussi  sunt  et  ambitus  operis  fortissimis  fnnibus 
compositus  in  multis  locis  perforatus  est  machinarum  ictibus. 
Ab  hora  nona  ferie  sexte  usque  ad  horam  deeimam  sequentis    A„g.  ts 

«•  sabbati  duravit  hoc  periculum.     Opus  autem  reticulatum,  ({uod 

* 

1  soldani  croceum  GgPM.  et  vex.  F,  ac  vex.  Gg.  ei  om.  ZIJFGGgPMAl). 
Boscessenint  P.  2  restituenies  D.  senserunt  G.  3  inineffabilis  H.  omni- 
potentis  pietas  Dei  Gg.  inexpugnabilis  F.  4  hylaritas  ZOP,  ylaritas  F. 
5  u  in  gaa  snperscr.  P.  6  Dens  dominus  A,  Deu»  om.  G.  Israel  om.  H, 
Israel  qui  docet  etc.  P.M.  7  mixtis  cum  lacrimis  D.      lachrimis  .M. 

vocibus  mixtis  PM.  8  dec]  addit  Gg:    capitulnm  Ixxi.         9  Sara- 

ceni  A.  in  om.  GP,  post  in  delet  valentes  regressi  sunt  G.  interiori- 
bus  ZBFGg,  interiori  G,  inferiori  M.  interiore  corr.  ex  interiorre  H. 
parte  om.  ZBFGGg,  corr.  e  partis  H.  turris  corr.  e  terris  Z,  crucis  D. 
10  se  reeeperant  superscr.  2  H.  subposito  Z.  combuxerunt  P.  11  sust.] 
ferre  Gg.  12  qui  om.  Z\^,  qui  qui  I).      interiori  ZFGGgPMA,  inte- 

riore H.  parte  corr.  e  partes  H.  op.  |  turris  H.  13  dimissus  Gg,  qui 
demissus  ad  pedem  turris  est  ZB,  devulsus  P.  14  profluentibus  Gg, 
circonfluentibus  P.  angustam  GgP.  ianuam  om.  H.  15  congressi  PM, 
agressi  GH.  deflendentibus  FP.  eam  intrinsecus  Sarracenis  ZBF.  Sa- 
racenis  GA.  qui  erant  om.  ZBFGg.  It)  utrimque  F.  17  ante  operis 
delet  Scale  pro  M.  compositus  postibus  ZB,  postibus  compositus  FGg. 
18  in]  et  M.  est  om.  ZBFGl),  et  .M.  19  hora  corr.  ox  ora  P.  un- 
decima  Z.  feria  sexta  M.  nonam  F.  20  dur.]  stabat  immobile  ZB. 
stabat  F,  stabant  immobile  G,  stabat  reticulatum  immobile  Gg.  hoc  po- 
riculum  om.  ZBF,    operis  A,  opus  —  quod  om.  Gg.     retinaculura  A. 


186 

scftlam  prritegebai,  integrun]  periiiansit  ciim  castellu,  in 
atabant  ballistarii  et  lapiduin  iactatxires,  quod  tuebatur  eoii"! 
Tandem  inchisi  in  turri  e^lloqiiiitm  petebant  et  sese  sub  pac- 
tione  vite  dediderimt  dtici  Austrie  preter  illos,  qui  uovie  pre- 
ö  ct^deiite  precipites  per  feilest  ras  evasenmt  turris  auj^iistiatn, 
quorum  plures  in  fltimine  submerai  sunt  et  iuterfeeti,  Captivi 
vero  nunierati  sunt  ad  centum  viros. 

15*    Ab    illo    die    cnm  confnai  essent  Habylonii  et  terrili 
ft,    ut  putabatur,    ad  t'iisram  parati^    principe.s  nostri  ad  desi- 
L>»  diam  et  meHiam  devolnti  more  suo  differendi  negotii  causam 
Si»c,  i5t,  1  pretendebant,  nee  imitati  sunt  Jii dam  Mach abevim,  qui  ridcns, 
quod  tttupns  hnmhat  ipstwi,  hosiibus  nou  dabat  requiem. 

16.  Cogones  se  preparabant  ad  recessttin.  Fri^Honura  *  et 
Teiitünicorum  abiit  maximu  imiltitiido  in  passagio  sancte  crocis 
instant!.     Ad    ilbul    passagium    venerunt  ^    quidam   Komani  et 


1  protegebat  corr.  e  |>rott!gftbät  P,  corr.  e  |iroiegdt  H  perraaiijcit  P. 
cum  Qm.  ZK(;Gg,  ciim  caatello  om  B.  caßtellum  Z0i5g,  castellulum  F. 
castdiülo  r*M,  2  ata  A.      baliatarii  Zt^FGPA.      et  oin    H,    et  super 

illud  ZRFGOg.  iftctores  Ä,  quod  om.  Z,  qui  GgPM.  tuebantiir  ZRUgPM. 
inter  tuebaniur  et  eos  rasurA  Z.  3   tandetn  Samiceni  in  turn  ouo- 

cluai  Gg.  uai  in  inrlud  in  ras.  Z.  turr©  G.  ae  GgPM.  paoto  B. 
4  vite  oin  Og.  dederunt  ZHFMA,  dnch  Aastrie  dedernnt  Gg.  ded^mnt 
corr  e  dediderunt  D,  äi  in  ilodiderunt  superscr  FT.  G.  daci  Austrie  P. 
precipites  noete  PM.       precedente  om.  PM ,    precedenti  H,  %  fene- 

stram  Z«  tiiig.J  m  8uper  raüo  tu  (?)  U,  anguatiii«  PM.  ü  6uvio  ZBGg 
et  —  niimerati  &unt  om.  D.  7  vero  om.  ZBF.  suot  om.  H,  8  Ba- 
bilonii  ZBFGGgPADH.  et  superscr  M.  9  et  om.  ZBGg,  superser.  H. 
ad  fugaiTi  conversi  vel  parati  F,  ad  fugam  cotiverti  parati  P.  desi- 
dium  Yj  i    ad  inertiani   et  desidiam  Gg  IQ  inhertiam    \K      devoluU 

sunt  ZHFGGg.     more  —  pietendebant  om.  ZBFGGg,     negociwtij   PMD.  , 
causaa  FMAD.         12  iimabat,  in  marg.  al.  man,  iiuminebat  Og.     euRi 
ZB,   am.  n.      podt   requiem    addit  F:    he  rccesivu  Fri^ODum  et  Teyto*  | 
nicortim    i^t    adventu    uHorum    nobilium,    addit    Gg:    capituloin    Ixxü. 
in  roccones  ZB,  kurgotie??  t»g,  cocgones  AD,  po«l  cogonea  delet  qui  H. 
preparabant  se  Z,         U  Theutonicoruui  FiiA,  Teutbooicorum  P,  Theo- 
t-onum  ib  Tbeotonicorum  D,   to  in  Teatonicontm  »uperscr.  H,  Teutoni- 
coratu  et  Frisoaum  kig.    mtiltitudo  mastiuia  FGgPM.     pagsaio  Z.     sancie  | 
om.  F.     crui'iä  superarr.  *2  H.         15  in  inetanti  ZB,    paswiium  Z,     qoi- 
dam  om   ZBFGGg. 


'   Vgl   brief  V. 
des  Instit  8,  s.  206. 


'  August  und  September,   vgl.  Boogeweg,  Mitt 


187 


ec  Albanensitj  episcopiiSf  apostolice  sedis  legatus  S  ei  cum 
I  ipso  princeps  Homanus  ^ ,  postmodiim  Burdegalensb  ^  archi- 
episcopus,  qui  utileni  moram  fecit,  Andegavensi^i*,  MantiiaTiii8*, 
Uumanus,  Salpenais  '^  episcopi,  deinde  maxister  Robertus  ^  de 
6  Corzim  tituU  sancti  Stephan i  in  Ceüo  nionte  presbiter  cardi* 
nalis,  Pa^is]eD8ig^  Girodt^nnis  ^,  Ag^enenais^^  üngrensis  epi- 
scopi,  qoi  mortui  sunt  ante  transitiim  fluminis  in  eabulo  Da- 
miate,  cardinaüs  Robertus  aimiliter.  Veoit  etiam  comes  Ni- 
verufiii.sis  '\  qui  imminente  periculo  cuni  Christianorum  reces- 
to  Sit  scandalo.     Cnraes  de  Marrhia  ^*  et  comes  BarrP^  et  filiiis 

1  bec]  eos  ZBG,  illo«  F,  hoc  MD  et  cum  ipso  —  Salpetisis  epiecopi 
om.  ZRFGGg.  2  eo  PM.  RomaTionim  PM.  porttiiiodum  (venitpost- 
modum  M|  —  SalpensU  epiiicopi  poimnt  post:  Robertos  aitniliter  PM AD. 
Bufdegalensiii  corr.  e  Burclogaleosi»  H.  BTcbi6tjiBC4)pas  om.  ZBFH.  epi- 
acöpus  AD.  3   ufcilem  corr.  e  ntilem  2  H,      poat  Mantuaoua  tUilet 

Muntiantas  H  4  Hnmaaensig  P,  Hunianensi^  M,  Hitmanensis  et  K* 
SalpaneoBiB  A.  de  om  G,  de  Corzim  —  ParisiensiB  in  inferiore  marg*. 
addit  H.  r,  Coräon  Z,  Cortzun  H,  Corsun  F,  Corcon  G,  Ersori  Gjf, 
Corchim  P»  Corteon  M,  Corrum  A-  in  eecleaia  Btepiiani  PSf.  inonte 
Celio  PM.  post  preabiter  tlelet  Celio  P.  6  Pariensis  FGg.  Oyrun- 
dinensis  Z,  (^irundinensis  B,  Girundensis  F,  Garundinenai«  Gsj.  Gyrun- 
deasiä  GPM.  Aggresais  ZB.  Agrensis  GD,  om,  P  Hungarenaie  bT, 
Ungarie  Z,  Hungarie  B,  Himgrenai»  G,  ÜBgariorum  Gg,  Hungarien- 
m  M»  Hungerensi»  A,  Himgrenenai»  eorr.  ex  Hurigreniensis  H,  episco- 
pis  F.  7  qui  om.  PM.  ante  IrtLnsitum  fiuminia  om>  PM.  H  Da- 
mjethe  ZB,  Damiete  F,  Damyate  Gg.  carclinalis  liobertus  ftimiliter 
om.  ZBGg.  Bim.  |  addit  P :  venit  t-t  tunc  temporis  Burdegalensi»  iirchi- 
epi«cf»pU8,  qui  mnrum  fecit  utilem  M]md  Daniictam,  et  episcopus  Au- 
gttstensia  et  electus  Brixensia,  qui  brevem  moram  fecerunt,  Laecensis, 
Mantuunus,  Salpan^is  episcopi,  addit  A:  et  cum  ipso  princep»  Homanug. 
et  Fl'M.  MuDereiieis  D,  Nivemietiai»  Gg*  Nivernensia  corr.  e  Niveren- 
•is  U  9  disceaait  B.         10  ante  dcandalo  delet  et  H,  addit  F;  Venit 

vero  RanulphuB  illuatria  comts  reatrie  vir  nobilia  et  potens  regiii  Anglie, 
qui  longam  moram  et  nimia  utilom  fecit  apad  l'amietam,  tan  dem  cum 
favore  tociu»  exercitus  recessit.  CumeB  —  ud  Dominum  oni  Gg  de 
om.  F.     Marcha  ZBM,  Marclj  F.    et  om.  Z,     de  Bar  FM,  iiatri  D, 

*  Pelagiua  Galvanik  ein  8pauier  von  gebart,  a.  a.  o.  -  Jakob 
graf  von  Andria.  ^  ErÄbi8ch<?f  Wilhelm   IL  von  Bordeaux.         '  Bi- 

schof Wilhelm  von  Anjou.  *  Bischof  Heinrich  von  Mantua,  *  von 
.Salpi,    ?üd-ltalien.  '  Robert  von  Cour^on  oder  Courfoit.  •  Erz- 

biachof  Peter  von  Parii^.  ^  ErabiBchof  Raimund  von  Gerooa,  '^  Vgl. 
zu  cap.  1.         *'  liraf  Herveus  von  Neveri  landete  okt  28,  Bouquet  1^, 


I2IB 


eins,  fvnipv  Willelielnius  de  Carnijto,  ma^ster  militie  TemplL 

Herveus  de  Wirsone  \  Iterius  de  Tocco  *,  Oliverus  fiUus  regia 

An«;rIornm  *  et  multi  alii  equestris  ordinis  et  plebei  Rpod  Da- 

niiatam    diem    cliiuaenmt  extremum.     Mnlii  pro  Christo  niiir- 

ß   tires,  pliires  in  Christo  confensores  npiid  Damiatatn  rebus  hn- 

manii*  exeuipti   inigmverunt  ad  Dominum. 

j»w»,4;*,f)         17,    Sapiens  cordit  et  /ariis  rohorv,  qui  fitcU  miiiiuaUa  H 

jfli,  11, 1«  itifitrfiMnifn    cf  tnirafnlia^    guorfmt  non  est  nutnn^is^    qui  rjp- 


I  eius)  additF:  ijut  ibidem  diem  clausenint  extreraum,  cum  fratre 

Willhelmo  de  Camoto  raagiatro  milicie  Tempil,  veoit  lunc  Herv^ufi 
Willehelmi  Z,  Willelrnua  BP,  GuilielmDs  M.  Wilhelmu8  AD.  Corn#to  A, 
magiater  —  Wiraone  oiu*  D,  2  Henrictt»  ZB.  Virsone  ZFA ,  Ur- 
8one  BG,  Ursione  PM»  Wirzone  corr.  e  Wir«öD  H.  Ytiriua  Z.  CocXc  Z, 
Cocce  B»  Tocte  G,  'racei  PM.  Toke  D.  OHveriuä  ZBG.  3  Anglic  GPM, 
eqßeßtri  P,  eqaestris  corr,  ex  equestres  1»,  plebi  Z.  4  Damietham  Z 
Daniietam  ß,  mortui  sunt  F,  rebus  huuianiä  exempti  mIgraTeraiit  ad 
Dominum  M.  5  plur.|  raulti  Z,  confeBsocea  in  Chriato  ZB.  Damietbatti  Z. 
Damietam  BF.  ii  ad  DomiDum  migraverunt  B.  Dom]  addii  L:  Oli- 
verii  epistola  ad  Engelbertuiu  archiepiacopum  Colon iensera  de  obsidtone 
Damiete,  addit  V :  Epiatola  Olivei'i  quomodo  capta  fait  Damiata  a  Chri- 
stianis, addii  C:  Oliv^erü  epiatola  ad  Engelbertum  archiepiacopum  de 
«■aptu,  Oamiata  et  iift  qiie  vidit  in  Oriente,  addit  F:  De  morte  Sapht- 
dinj  et  assultibus  Sarracenorum  et  de  inundatione  Nili  et  peste  Chri- 
atiania  pernicioaa,  incipiunt  LlIVKC:  Honorabilütus^  dominis  suia  Engel- 
berte [Eigelberto  Lj  Colon iensi  |corr.  e  Colonensi  R]  tircbiepii^copo, 
maiori  prepoaito,  maiori  decano  ceteri»que  prionbua  totique  clero  Oli- 
verue  peccator»  aervua  enipticius  crucia  [in  ras.  Y]  sie  fom  LVCE|  dic- 
tuB  [in  marp,  R]  Colonien^ia  scolaatieuB  [scboliMticaa  V)  per  viam  «m- 
lytiH  ad  et*.^rne  beatitudinic«  consortiuni  pervenire  feliciter  (feÜeiter  per- 
veuire  L],  itunpit  N:  Oliverua  K.  archiepiscopo  Coloiiieasi,  iticipii  Cl : 
De  obaidione  Damiate  et  quomodo  capta  est  a  Chriatianis.  Noacant 
univer?ii  presentes  Htteraa  inapecturi  boc  totum  fore  proeessum  exercitua 
Christian!  poRtquani  in  exercitu  fuerant  Damiate.  7  apiena  B,  ad- 
dit  Z :  de  morte  8apbadini  et  plaga  perigrinomm.  Sapiens  —  pugnabb 
I»rn  vobis  om,  OgVoKBu.  facj  operatur  Z.  magnalia  et  inscrutabiliii 
et  mirabilia  tacit  B.  magna  L,  mirabilia,  magnalia  i»t  inaerotabi* 
lia  PM.        8  miraoula  N,  et  mirabilii  om.  CK». 


*2B6  und  kehrte  mitte  anguat  heim.  "  Hugo  von  Lti  Marcbe,  atirbt 

1219  aug.  11  (Job.  v,TüIb.  bei  Röhricht  Quinti  b,  i,  Be.  131 K       •'  Hilo  j 
von  Bar  aur  Seine   f  1210  aug.  18  (a.  a.  o  U    und  Sohn  Walter,   aein  | 
bruder  Wilhelm  von  Chartrea,  tonpelmeiater,  atirbt  vor  Damtetie. 
^  Vierzon.        *  Toucy.        *  Jobanna  ohne  Land. 


189 

celsos  iudicai,  qui  patiU  humiles  in  sublimii  ipse  magnificatus  j^^^^^ 
est  Bolus  in  obsidione  Damiate.  Non  enim  ut  in  aliis  expe- 
ditionibus  contra  Sarracenos  diversis  temporibus  ordinatis  per 
humanuni  consilium  aut  bellatorum  minisierium ,  sed  per  se- 
metipsum,  quod  peiere  non  presumpsit  homo,  per  sue  divini- 
taiis  potentiam  mirabiliter  operatus  est ;  non  regibus  nee  aliis 
principibas  vel  nationibus,  sed  nomini  sao  dans  honorem,  ut 
in  nobis  peccatoribus  completa  sit  promissio  prophetica:  Fa«?  e^o«.  i«.  i 
iacebüis  et  Vatnitius  j/tM^nahii  pro  vobis. 

»  18.    Post  captam    siquidem   turrim   in  profundo  tluminis 

Nili  sitam  Saphadinus  ^  inveteratus  dierum  malorum  dolore 
tactus  nimio,  exheredator  fratruelum  suorum  et  Usurpator  re- 
gnorum  Asie,  mortaus  est  et  sepultus  in  infemo.    Postmodnm 

1  ezcelfliB  Z.  sullimi  N,  sublime  Z.  ipse  solus  in  obsidione  magni- 
ficatus est  Gl,  ipse  solus  magnificatus  est  in  obsidione  B.  2  est  o in.  P. 
obsidione  om.  ZB.  Damiete  LF,  Damjate  E,  Damietba  Z,  Damieta  K. 
sicut  N  in  om.  N.  8  Saracenos  GA.  div.J  aliis  N.  4  min]  au- 
xilinm  LNRVECl.  t  in  sei  superscr.  H.  5  quod  hoc  repetere  non 
presumpsit  Gl.  poterc  A.  per]  propter  Gl.  6  mirabiliter  est  opera- 
tus LNRVEZH,  est  mirabiliter  operatus  Gl.  nee)  non  LNRVKCIZBF. 
aliis  om.  NZB,  principibus  aliis  Gg.  7  et  M,  vel  nationibus  om.  Z. 
suo  corr.  e  tuo  Z ,  suo  nouiini  PM.  hon.J  glqjiam  LNKVCIZBFG, 
gloriam  et  honorem  S\.  ü  in  om.  E.  omnibus  PM.  prophetica  sit 
completa  promissio  (\.  promissio  illa  prophetica  N.  9  et  om.  Gl. 
nobis  N.  10  siq.]  inquid  F,  om.  VoKBu.  turrem  ZB.  profunda  VoKBu. 
fluminis  om.  P,  Nyli  fluminis  ZV'oKBu.  11  Nili  om.  W,  Nily  GlGg, 
Nili  superscr.  H.  sitam  corr.  ex  iusitam  H.  SalphadinuH  V,  Setl'adi- 
nus  Gl,  Saphadinus  soldanus  (ig.  ^^eplledinus  Vo,  Sephadinus  KBu. 
malorum  dierum  Z.  ante  dolore  delet  die  Z,  dolore  sicut  asseritur 
tactus  nimio  LNHVWEFGGgAl),  dolore  sie  deuäseritur  tactus  nimio  Gl, 
dolore  nimio  sicut  asseritur  tactus  PM,  dolore  nicut  asdcritur  tactus 
ymmo  ponit  post  Asie  D.  12  tactus  om.  ZB.     siquidem  nimio  ZM. 

exhereditatorum  Gl,  exhereditator  M,  exheredator  et  peremptor  VoKBu. 
fratruelium  GZPM,  tratrum  CKJgAVoKBu,  t'ratruelium  corr.  2  in  marg. 
e  fructuum  IJ.  8Uorii]n  in  marg.  Vo.  et  om.  Z.  regnoi-um  Usurpa- 
tor VoKBu.  I:{  Asye  LRGIZD,  om.  GgVoKBu.  est  om.  Cl.  öepultns 
est  NGIM.  in  in  inferuo  superscr.  Z.  in  infemo  sepultus  VoKBu.  Post- 
niodum  in  festo  »ancti  Hemetrii  —  a  transfugit  intelleximus.  In  cra- 
stino  autem  ipso  die  sancti  Dionisii  —  postea  didicimus  PM. 

'  Malik-al-Adil,  stirbt  nach  Makrizi  bei  Röhricht,  Beitrr.  1,  102 
august  31.  Von  seineu  zahlreichen  söhnen  sind  hier  besonders  zu  nen- 
nen Malilk-al-Kamil,  der  sultan  von  Egyitttiii,    und  Malik-al-Muazzam, 


190 


in  festo  saneti  Dinnysii  Siirraceiii  cum  ja^aleis  armatts  inipro* 
visi  venientes  et  principia  castrorimi,  nW\  KomHiii  tentoria  fii»^ 
rant,  invadetites  tnodica  manu  Christi  an  orum  repulsi  sunt,  rege 
Johanne  JiTusaleui  viri liier  ibidem  py^naiite  ad  exhortationeni 
Bethlphemihiiii  episcopi,  cum  tier^oqueretnr  reciirrentes  celerit#»r 
ad  gakms,  qui  taiiien  gladioj*  perseqiientinm  ac  fluniinis  vora- 

Li.  t%  4  ginem  «^vadere  non  pütuenint.  Sicut  aiitem  olim  Egyptii  in 
aquis  velienientibus  Maris  rnbri,  sie  in  NiJo  circiter  md  mWl* 
q  Hingen  tos  subniersi  sunt,  aicnt  a  Sarraceuis  posti*a  didieimui. 

öki.  w  ^^^^  i"  (e^io  saneti  I*pmetrii,  qoi  frater  uterinu»  beati  Dio- 
nysii  fnissf*  dicitur,  sumino  difumlo  castra  Templariornni  in- 
vasernnt  hostes  et  inodiciim  darnjinum  nobis  inferentea  y>er  ex- 
peditofi    equites  tiostros  fugati  sunt   ad  pontein,  quem  procul 

t  saneti  om.  ZK  Dyoniiii  LRVZGgBH,  Dionisü  WGECirGAH. 
Sftrraceni  iterarn  PM,  Saraceni  GA.  com  om.  VoKBu,  gladik  L»  g*» 
lÜB  Vf  galeidia  W,  galeydi^  Gg,  galeis  et  loricifi  VoKBu.  armaii 
VoKBu  inprovisu  N.  2  et  om.  R,  et  —  caütrorum  om.  PM.  prio- 
cip&lia  W.  Fomani  Cl,  tentoria  Roman i  PM.  teotorio  N.  3  iaw 
deutet  om.  Z,  Cbristianomm  om.  R«  Gbmtianonim  manu  YoKBti^ 
rega  ^  persequeretur  om.  LNRVWCECl/.BGngVoKBu  4  Hieruaa- 

lem  M ,  JherOBolimitaTio  f>.  exortationem  P.  5  ßethlleem  P.  epi- 
aco|ii  Betbleem  M^  Bi-thleemitaoi  l>.  perseqneretor  ipse  episcopu^ 
iUoa  l*M.  recurreQtiuüi  VoKBn,  recurrentes  celeriter  om.  W,  cel«nt^r 
recurrent4?'i  E,  sceleriter  ClGg,  om.  M.  G  galia*  LV,  galeidas  W»  | 
gakjdas  Gg.  tarnen  om  LRNVWKC1ZBFOÖj?PMVoKBq.  juite  gla- 
dioa  delct  galeos  P.  7  non  om,  NWCEGPM,  vix  evadere  potaerunt 
GlQgVoKBu.  siouti  RW,  et  sicut  a  8armcenia  ijoatea  didicimus  ad 
luille  eirciter  quingentomm  nuinerum  in  Nilo  sunt  aubmcrai  VoKBu 
enhn  W,  ffxiiAu  WCCIZBFtiUgADH.  8  rubei  P.  Nylo  ClZGgP,  «c 
in  Nilo  in  marg.  2  H.  Bubmersi  sunt  (urciter  ad  [om.  A)  mtlle  quin* 
gentorum  jquinque  add.  N]  numerum  LNRVWCKZBFGPMAD,  drciter  I 
ad  mille  quingentorum  numenim  sunt  submergi  CIGg.  9  qaingenioft 
Bubmersi  in  ra^.  H.  si(  ut  poatea  Gl,  «icud  poatea  Gg.  Saracenii  (»A, 
did/|    intellexiiima  Gg.  10  mane  N,    om,  VoKBu,       in  feftt<i  antem 

VoKfUi.  qut  beali  Pbnisii  frater  [super,  in  marg.  frater  Vo]  utpri- 
üjuw  fuisne  dicitur  VoKBu,  ulerinuB  om.  D.  sancU  Z,  Dyoniini 
LNRVEZUUgMD,  11  fuisse  om,  EGgP,  dicitur  fuiiae  D.  legitiir  PM. 
Tempi]  HoBpiUliornm  W.  12  et  om  GJ,  damnum  M.  nobi«  rjamp- 
nuiii  Cl VoKBu,  non  F»  eis  Gg»  inferentes  nobi.s  ZB.  13  sunt  fo^att 
[refagati  VoKBuJ  ponunt  post  coriatruxerant  ClGgV^oKBu.     quam  Gl, 

von  den  Christen,  aucb  Oliver»  Goradinus  genannt  (vgl.  hierzu  Röhricht, 

Beitr.  ],  s.  69  note  165),  Herr  von  Damaacng, 


191 


n  iiobis  in  suf>eriori  parte  fluminis  construxerant,  et  ibidem 
interempii  sunt  ad  ntinierum  quingetitorum,  sicut  a  transfiig^is 
intellexiniiis« 

19,    Porro   qiiia    mnlti    de    (lopiilo  Cliriatiaiio    placuerimt 

ö  Doiuinn^    nece^se  fuit,    ut  teniptatio  probaret  eos,     Jorma  pro  . 

anguj^tia  tempestatis  in  tnare  miasiis  et  venire  pi.scis  conclusus 

probatiis    rediit    ad    aridam,     Apngtolua  tripUci   naufniffio  tri- 

bulatus  eyasit;  populns  Domioi  premisj^o  triduano  ieiunio,  quod 

clerus   in  pane  et  aqua  servavit  obedient»'r,    et  multis  proces- 

^0  sionibtis  ordinatis  a  venerabili  domimi   Pelagio  Albanenni  t^pi- 

scopo,    apogtolice  sedi»  legato,    ternptari  uieruit.     Nam  in   vi- 

gilia  saiicti  Andree    apostoli    media  nocte  intumnernnt  fluctua 

I      luaris    creseentes    et    exriirsnin    terribilem    facientes    nsque  ad 

[      cantra  ßeit^liuin  ,    iili  alm  parte  flavius  inundaiis  noa  occnpavit 

F 

l  Bup]  inferiori  parte  L,  in  saniort  parte  6g  VoKBü,  Baperiori  corr. 
c  superiore  H.  et  otn.  ZB.  2  interfectt  Clfig,  ad  fiiiiogentorum  nu- 
Dierum  ibidem  interfecti  mni  VoKßu.  *icad  Gg,  «icut  —  intelleximtj« 
om.  VoBü.  3  int.)   didicimuB  Gg.         4  Porro  qimm  fquod  (ig]  pro* 

oal  Ipro  culpa  Gg]  a  nobis  in  Baiiiori  parte  fluminia  construxerant  pon- 
tera  quia  mnlti  ClGg,  Et  qaia  tJbriatiani  [Cristiani  K )  populi  multitudo 
Deo  placere  probabatur  huiuamodi  tlajijelia  nieruit  casiigari  VoKBa, 
Chrisiiano  oiu.  Gg.  Doiuiiio  placuerunt  <t.  5  tentatio  R.  probatio  Cl, 
temptatione  P.  teinptaret  Cl,  proberet  D;  illo»  P.M.  Jona»  corr.  e 
Janes  A.  Jonas  -  Nam  am,  \'oKBü,  6  per  angustiaa  L,  per  angu- 
tftia  NPM,  pre  angustiu  A,  temptatos  eat  Z,  temptatuÄ  B,  mari  A, 
misfius  ent  PM.  in  venire  N.  7  redtliit  P.  arcoam  Cl.  tripulatus  A. 
8  vasit  L,  addit  Gg:  capitulum  txjciii.  permiaso  R,  promiaso  Cl,  tri- 
duano ieiunio  pi-emisso  F,  triduano  prcnueuo  ieiunio  G.  9  serva?»!  in 
|>ane  et  aqua  obedienter  N  ,  humiliter  et  obedienter  in  pane  et  aqua 
servavit  Z  eervare  D.  obedienter  servavit  ClGg^  servavit  et  obedien- 
ter B.  10  a  venerabili  Albanenni  fpibcopo  P.  r».  se.  legato  P,  a  ve- 
nerabili AHhinensi  epiact^po  P.  apOBtoHce  «edi«  l<^gato  M  venerabili 
Olli.  CL  doinino  oni.  Z,  dictia.  in  marg.  al.  iimii  don»ino  Gg.  Pela- 
giario  F.  Alhonensi  LVCl,  Albanenai  eorr,  ex  Albanwnai«  Z,  11  tem- 
tari  NL  Vi  ^anctij  t^eati  F,  apoättdi  om.  Ol  a  media  noct^  B,  media 
nocte  om,  H,  nocte  media  VoKBu.  intuniuemt  Cl ,  tluctus  intumue- 
rtmt  VoKBu.  lo  niarini  VoKBu.  eitcrescentes  B^  excursus  uaque  ad 
castra  fidelium  terribilitcr  facientes  et  Bern  per  creacentea  VoKBu.  et 
om.  Cl,  ut  Z  exciirguä  Gg,  terribiliter  Cl  Gg.  U  castrum  A.  ab 
om,  PM.  illa  L,  alia  vern  ClGgVoKBu  tiuminia  LNR.  inundana 
um    PM,      noa  om.  HVoKBu. 


192 

1118  iucautos.  Natabant  tentoH.i,  perierunt  cibana,  juscea  flu?iale8  ' 
et  inaritii  se  quasi  nichil  timentes  cubiculis  iiij^erebaot,  quo« 
nianibus  cepimus,  quibus  taiuen  carere  deliciis  voluimos.  Et 
iii^i  consiliti  Spiritus  sancti  ante  provisum  fuisset  io  fossato« 
6  cjunii  in  alios  osuh  factum  fuerat  \  mare  coniuDctuin  flnmiiii 
liiimiiies  cum  iumentis,  navea  cum  aniiis  et  yictualibos  de- 
traxisset  ad  hostes.  Nee  tameu  hoc  perieulum  evaserunt  qua- 
tiior  rogones,  super  quoa  editicata  fuerant  propugTiactila  ad 
capieiidain  eivitateni,  qiii  uuu  impetii  cum  qiiint-a  navi,  que 
1«  inter  eos  herebat,  ad  oppositam  rii»aui  vi  ventorum  precipitati 
iiiitt'  oculüs  uoatros  sunt  igne  Green  combusti.  Pepercit  Do-j 
minus  operibus  Frisonum  et  Teutoiiicorum,  quibus  turris  capt 


1  iDcautoti  om,  RP,  in  campos  M,  improvinos  VoKBu      temptoria  P, 
perieraiit  U,  periere  YoKBn,     cybaria  P.     p1u?ialeB  A,         *2  ae  poaonl . 
poat  timenteH  ClVoEßu.     nihil  M«  om.  A,     cubiculis  nustris  Gg«    mer« 
g^baat  C,     quo  L,  pre  C.       3  nianibtia  noätris  LNItV  WCEGIGg,  nostrii ' 
manibuB  VoKBu.     prendidimus  VoKBu.    quibus  —  voluimus  om.  VoKBo* 
iiide  R,  cum  Gg.     deliciis  carere  WCIZBFGGginiAD.     volumus  Cl,  oo- j 
luimus  corr.  e  nolumus  Gg.     vi  nisi  pietate  ineffabili  suiHDominua  pe- 
perciÄHCt  in  foBSiito  VoKBu       4  sancti  Spirilu»  F.     proluiiuin  L     iNwetl 
ZBGPM.       fosaatoa  N.  5   quod  taiiien  LNRVWCEClZBG<:J|f VoKBu, 

in)  ad  VZB.  iunctum  VoKBu.  7  detraxit  Z,  in  bostem  detraiiaset 
VoKBti  ubi  N,  quod  tniuen  perieulum  VoKBu.  quatoor  illi  c4>cgones, 
aupcr  quoB  [equos  Vo]  ad  ciipiendam  rivitatem  edißcata  eunt  propog- 
nacula,  nequiiquam  evadere  i>utuerunt  [pot,  evad.  K],  »ed  com  quinta 
uavj,  qu6  cum  eis  erat^  vi  veutt^trum  precipitati  ad  propositam  ripani 
ante   oculoa  nostros  sunt  igne  Greco  comhuati  VoKBu.  8  cocconesj 

LNHVVVCKZH,  cochonea  Cl,  kocgonea  Gg.  cocgones  AD.  super  quo* 
ad  capiendam  eivitatmii  edificata  fuerant  propugnacula  ClGg  qiuiA  M, 
om.  GA.  preparata  PM.  fuerat  L,  fuerant  NRWC,  enint  Z.  9  qae  M.  j 
uno  corr,  e  vino  G  nave  ZB.  qui  G,  quem  A,  10  ea«  M,  habe* 
bat  ClGA,  lacuna  E,  habebatur  F,  ad  om.  H  opositum  F,  oppoBi- 
tum  Gg.  rippam  P»  iaventorum  NCl,  precipitari  CL  II  noatros ' 
öculos  M»  sunt  ora.  L,  igne  combuBii  Greco  N*  igni^  Greco  iiunt  com- 
busti  B.      pepercii  auteni    ZB.    peper^itiiue  VoKBu.  12   Prisonura 

(Fresonum  K)  et  Teutonicorum  [Theut.  KVo]  hiboribus  VoKBu.  FreÄO- 
num  NW,  Teutonicorum  et  Friaoiiuni  ZB.  Theutontcorum  LRVWFGMA, 
Theuconicoruni  N.  Teotonicorum  Cl»  Teuthonum  P,  Tbeotonicorum  U. 
a  quibuB  L,  quibus  ca[ita  fuerat  tiirri«  ClGg,  quibuB  in  eapienda  civi- 
täte  debudaverant  VoKBu. 


'  Mitte  Oktober  bis  ende  november»  vgl.  Hoogeur«^  a.  a.  o.  t.  ^09. ; 


>  lA 


fuerat  Naves  onerate,  qae  in  portii  maris  stabant,  riiptis  re- 
pent^  fimibus  perieriint.  Duravit  hec  tempestas  per  triduum 
continuuti].  Quo  elapso  Daiiiiaiis,  qui  consolatur  populum  snum 
in  omni  trilmlationc,  imp<:rüvd  wniis  et  muri  stare  faciens  ip~ 
mm  a  fervore  suo. 

20.  luvasit  preterea  moltos  de  exercitti  quedam  pestis*, 
contra  quam  phisici  nulluni  ex  arte  sua  remediura  in  venire 
poterant,  Dolor  repentiniis  pedes  invasit  et  crura,  et  con- 
in nctim  caro  corrupta  gingivas  et  dentes  obduxit  masticandi 
potentiam  auferens;  tibias  horribilis  nigredo  fnscavit,  et  sie 
longo  tractu  doloria  afflicti  cum  patieiitia  multa  niigraveriant 
ad  Dominum  pUirimi.  Qnidam  usque  ad  tempus  vernale  du- 
rantes  beneficio  caloris  evasernnt  liberati. 


M«uh,  H,  n 

It  Cur.  t,  4 
Jon.  1,  lA 


1  fuit  Z.  honerarie  L.  onerarie  NVWCEGlYoKBü»  honerate  FP. 
maria  om.  Gg,  Btabat  Vo.  nipis  L,  repente  ruptia  B.  2  duravitqoe 
[que  oni.  GgBu]  per  [add,  in  marg.  Vo]  triduum  hec  tempeatae  conti* 
Duam  GgVoKBu,  5  coDsolans  buob  DomiDUa  imperavit  ventis  et  man 
et  reddjta  est  serenitas  VoKBa  qui  om.  NZGg.  conBolatuB  est  aos  in 
omni  NEP]  tribulatione  nostra  fet  in  etiOg]  LNRVWCEClZBFGGgPMAD. 
4  man  corr.  e  mare  H.  5  forore  NCIMD.  6  post-eaZ,  etiam  VoKBu. 
mult08  —  pedes  invasit  om,  B.  pe^tia  quedam  ^^ravis  VoKBu.  7  qtiam 
cODtra  A,  contra  qaem  E,  nullum  ex  arte  sua  poterant  pbisici  reme- 
diura invenire  E,  viai  Gl,  nuUum  phjsici  Z,  physici  nullam  M,  phisici 
nuDum  poterant  inveniie  remejium  VoKBu.  nullam  W.  exate  sua  Cl> 
ex  arte  aua  om.  VoKBu.  medelam  W.  poterant  invenire  ClGg. 
B  Dolor  fliquidem  pedea  inTaait  rejjentiauB  F.  et  pedes  Gg,  iunctaras 
cmriuBi  VoKBu.  et  om.  ClGg,  et  —  corrupta  om,  D,  et  coniunctim 
om*  VoKBn.  coniunctum  CIA»  <:oniuncti  P.  9  caro  eorum  N.  cor- 
repta  P.  ginginaa  VP,  ginginnaa  N,  gjmgivas  W,  cingivaa  ÜU  ^^g^- 
vofi  B,  gingivaa  corr,  e  ginginaa  H,  ginguinas  Vo.  abduxit  et  Tj.  ma- 
itigandi  N,  10  potententiam  L,  penitentiam  C.  potestatem  P.  tibiaa 
qaoque  W,  tybias  GgP.  nigredo  horribilia  NZB.  egritudo  ClGgVoKBu. 
8ca  in  fuj5C4vit  in  rasnra  L,  otfiiacavit  P,  obfuscavit  M,  circumduxifc  D, 
fuitavit  Vo,  11  trahitu  N.  cum  tnultapatientia  LNRVCECIZBFGgVoKßu, 
plurimi  cum  multa  patientia  W,  migrarunt  VoKßa,  ad  Dominum  mi- 
gravemnt  N»  muUi  migraverunt  ad  Dominum  ClOg.  12  ad  Dominum 
om.  L.  plurimi  om  VoKBu.  quidam  uut^m  NRVWCEClZFGgVoKBu. 
13  per  beneficium  E  liberari  L,  liberati  evaseruut  W,  evaserant  pe- 
riculum  VoEBu,  addit  Gg:  capitnlum  txxiiü. 


'  Wohl  Bkorbut,  vgl  P.  Meyer  in  BibL  de  r«^c.  de«  cbartet  38,  547. 

OllTer  13 


194 


iti8  21,    Post  diciam  teaipestateiii  naves  paraban^lT^  ad  tran-j 

situm  fliiminis ,  qne  cum  magno  periculo  sarsinn  a^seeDdenies 
ioter  civitat-em  et  turrim  captam  macbiiiis  et  igne  Greco  cum 
iaciilis  plurimum  sunt  impedite.  ünde  accidit,  ut  una  naTia 
ß  Teniplariornm  *  vi  tarreotis  rapta  prope  ripam  cintatis  preci» 
pitaretur  ad  hostes,  qui  cum  barbotis  et  uncis  ferreis  ipsam 
impiignavernnt  diutius  ignem  Grecum  cum  lapidibus  desuper 
de  turribiis  prüirientes;  et  cum  sie  prevalere  non  VAleretii 
propter  defensorum  andaciam,  certatim  navini  ai^cendentes  pre- 
1*»  cipites  in  eani  desceiiderunt  ad  Templarios.  Ubi  cum  diutius 
pugnaretur,  tandem  navis  perforata  (sive  ab  hostibus  stre  a 
nostris  incertum  habeuius)  profiindum  petiit  submergena  Egyp- 
tioa    cum    Christianis,    adeo    ut    vix   summitag  muH  apparerei 

1  dommicam  LB.      naves  corr.  e  navis  H.      parabaiuus  F,   para- 
bantur  corr,  e  parapantur  2  H,   iterum  parabaniur  VoKBu.         2  cma  fl 
om.  PM.     Bursum  am.  L.     ascendeatea  bis  scrib.  E.        3  intu«  inter  CL  ' 
et]  ao  KREGK.    turrem  WE.     captam  om.  Gg.    igue  Greco  et  machi- 
nü  Z6.         4  plarimia  Z,   plunmi  M.      impediti  M,  Buat  plurimum  im-  M 
pedite  ClGg.      unaa  cogo  PM,    navia  om,  A,   tiavia  in  marg.  2  H,  uoa  | 
ex  navibua  VoKBii,         5  vi  om.  KCL     intarrentia  R,  inciirreatis  Cl,  in 
torrentia  fluonne  [superaerd  Gg,  currenlia  VoKBu.     rapta  corr.  e  rapte  Q, 
raptua  PM»    prope J  in  Gg*    oivitaiie  ripam  LZ»  rippam  P.     ante  preci- 
pitaretur  delet  p  Z,  prediceretur  K»       6  barbatis  NW,  barboctis  ClOg, 
barbottifl  DU*     unccia  N»  vectia  PM»  undnis  CtBu,  vicini«  Vo.     ipaa  (M. 
impagnaverant  C,  prepugnaverunt  M.  impugnavenint  -  de^nper  om.  D. 
diatiua  om.  VoEBu.     cum  lapidibua  om,  H»  cam  lapidibus  ignem  Gre* 
cum  Z.     deauper  om,  VoBu.         8  de  ora.  CK    prohicientea  R,     sed  cum 
sie  W,     sie  corr.  e  ait  Z.     posaent  WEZBGgVoKBu,  posaunt  Gl,       9  de- 
fenaores  audaeea  ZB,  detTensoram  P.    certam  D»  om.  VoKBa.     uaves  Z. 
naves  corr.  e  nav^'m  B,  navem  CIVoKBu,     aaeendes  L.         10  preoipite» 
in   eam    om.    VoKBu.     ea   H,     aaceaderunt    PM ,    descendentes  Ä,    ml 
Templadoa   deecenderunt   ClGg»    ad    Templurios    a^cenderunt    VoKBu. 
diutiaaime  VoKBu.         11  pagnaretar  corr.  e  pugnaverunt  P.    peribrata  ^ 
Fuit  M.     sive  om.  PM.     a  nostris  incertum  in  rasura  L.         12  nescttur  ■ 
VoBu»  incertum  habemus  om,  K,    habemua,  sed  a  nostris  est  credendnin  0, 
habuimus,    sed   a  nofitris  credendum  est  PM.      Egiptios   CIZBFMADH, 
Egiptjtios  P.  13    ante  adeo  delet  ut  F.      ut  mali  eommitas  super 

aquaa  [aquam  Eßu]   vix  appareret  VoKBu.      mali  summitas  H,   mali 
delet  et  superscr.  navis  G,    super  aquam  appareret  W,  aparerei  P. 

'  Hier  ist  woM  ein  chronologischer  irrtum;  der  Verlust  dieüe 8  Schif- 
fes fallt  ßchon  in  den  an  fang  des  november,  vor  den  stürm  jedenfa 
vgl,  Hoogeweg  a.  a,  o.  s.  210. 


195 


super  aquanL  Et  siciifc  Sumson  plurcs  ocddit  morietts  qtiam 
untea  vivus,  aic  et  isti  martires  pliires  aecum  traxerunt  in  aque 

vorag^nem,  qtiam  gladiis  interficere  potuiasent,  Cives  autem 
Damiate  criieiitain  victoriam  snam  fere  septeoi   diebua  planxe- 

*  riint,  KxiTide  pontem  reparantcs  aperturaiii  adeo  reliquernnt 
angustam,  ut  naveB  nostre  sine  periciilo  ascendere  iion  poasent. 
Teiitonici  vero  et  Frisones  zelo  iuüte  indignationis  accensi  crnii 
minori  navi,  ciüus  ministerio  turris  capta  fuit^  quam  Gallici 
Sanrtam  Matrem  appellant,  pontem  viriliter  invasermit,  anxi- 

10  lium  non  haben tes  nisi  de  celo.  Paiiciores '  autem  viri  quam 
decem  de  gente  predieta  contra  omnem  fortitndinem  Bah}^- 
lonioruiD    poutem    ascendentes  spectante  nmltitudine  Christia- 

1  aqnaa  Z,  et  om.  N,  sicud  Gg,  sie  M.  Sanfion  LNRVCIPVoKBu* 
Sanip^on  FiMAD ,  SaTiisoin  H.  plure»  mimiconim  E.  occ]  stravit 
LRKVWCEClZBFGGgPMAD.  moriena  plureß  stravit  VoKBu.  mo- 
riendo  Zß  ,  ante  morien»  delet  mortuua  M.  2  antea  om.  LHNVWC 
EClZBFGGgPMÄDVoKBu.  vivem  LRNVWCEClZBFGÖgPMADVoKBu. 
martjres  NCIM,  vere  martyrea  W,  matres  Vq.  aecum  om.  GgH,  traxe- 
runt secuni  B.  tranierunt  E,  ex  traxerunt  Ger,  aquariim  BGg.  3  vo- 
ragine  FVoKBu»  cum  gladiia  ZB.  Cumqoe  cives  Damiate  infortuniiim 
BQum    quinque    diebiifl   plajixitiäent  VoKBti.  4  Damiete  LBFP,    Da- 

miethe  Z,  Damyate  EGg.  sex  ClBGg,  diebus  om.  W,  diebns  saper 
plaDxerunt  acribit  H.  5  adeo  aperturam  H.  adeo  om,  PM.  6  an- 
gustam  corr,  ex  angusitiani  R»  superacr.  H,  sine  magno  periciilo  ZB. 
tranaire  LNRVWCEClZBFGgVoKBu.  possent]  addit  F:  De  poate 
de«tructo  a  Chrietianis  et  fnga  soldani  et  obaidione  Damiete.  7  The- 
tonici  vero  L,  Theatonici  vero  RFMVoKBUi  Teuthonici  vero  VP,  Teo- 
tonici  vero  Cl,  Tbeutonici  autem  GÄ,  Theotonici  aiitem  D.  Freao- 
ne%  NWK.  ante  iuBte  delet  iusticie  Z.  accincti  LNRVWCECIZBGPMAD. 
cam  minima  navi  Galia  nuncupata  Inoncupata  Voj  pontem  YqKBu, 
8  minor«?  M,  obgequio  navia  F,  nave  Z,  om.  Gg.  misterio  RZ,  trans  L, 
tunriß  in  raaura  P.  fuit  capta  LR  WC  KZ  BF.  fiierat  capta  V,  9  mar- 
tyrem  NM^  maitirem  FPA.  appel laver ant  Gl,  vocant  Z,  appellave- 
runt  F  sLiniliter  R.  invaserunt  et  L,  invaeerunt  conr*  ex  inveaerunt  Z. 
aaxilium  —  pauciorea  autem  om.  VoKBu,  10  ante  de  delet  deo  M. 
paucionea  L,  pauciorea  autem  quam  decem  viri  GL  autem  superacr.  L. 
et  viri  non  plurea  quam  4ecem  cum  Dei  auxilio  contra  omaem  Babi- 
loniorum  multitudinem  pontem  VoKBu.  11  predictam  Cl,  pr<^dicta 
cum  fratre  quodam  doxima  Teatonicorum  ZB.  ßabüoaiorum  LWCEGIZ 
BFGGgPVoK,  de  gente  Babilonionam  CL  asceadeotes  viriliter  Z. 
spectate  R,  cetu  Christi ano  apectante  VoKBa, 

»  Wohl  am  die  wende  121Ö/1Ü.  vgl.  a.  a.  o.  215. 

13* 


19IB 


b* 


isid-B  noriim   et  hanr  audaciam  plurimiim  extollente  fregenint  eon- 
dem,  et  sie  cum  quatiior  navibiis,   super  qna^  pons  erat  fon- 
datus,    reversi   sunt   cum  triumpho,  liberani  viam  et  apertain 
aursiiin  velificantibns  relinquentes. 
ft  22,    Hiis    ita   gestis   Sarraceiii    periculura,    qnod    eis   im- 

minebat,  attendeiites  ripara  nobis  appositam  fossatis  et  ar^l- 
loaa  materiu  com  propugnaculis  ligneis  altis  munierunt  ma* 
Chinas  et  pctrarias  ibidem  locantes  nobis  spem  auferentes  per 
locum  illnm  traiiseundi.  A  casali  vero,  quod  per  miliare  fere 
10  distat  a  civitate,  übi  hec  nova  muiiitio  terminabatur,  per  traDS- 
versum  flumiois  navium  immeraiones  fecermit  cum  palis  infixis 
gurgiti.     Nichilominus  apostolice  aedis  legatus  desiderium  bo- 


I 


let]adM.  probitatem  VoKBu,  plunmi  R.  extollen tesLRClGgPM, 
exiollentem  N,  ante  ext^illetiia  delet  exten  den  te  A,  extollente  corr.  ex 
extollentes  H.  eundem  om.  VoKBu,  addunt  ZBt  Sarraceni  vero  pon- 
tem  iueri  [tueri  pontem  B]  volentea  iaculia  et  lapidibua  armati  accur- 
rerunt  Frater  vero  preclictus  domua  Teutonice  celeriter  primia  venien- 
tibus  ad  se  duobua  inBignitiä  crocoifi  banerifi  [bameriis  Z]  accurrtt  et 
qualis  fuH  experimeDto  erudeli  i|iBia  eomprobav'it.  Kam  unuui  diii 
[dire  Z|  vulneri«  lesioiie  sauciatum  Fugere  fecit,  alteruni  diu  resistentem 
mutiiis  conBictatioEiibufl  tandetu  hiäsatDiii  siravit  et  de  ponte  armis 
oneratum  in  fluvium  precipitavit  exanimem.  Fracto  denique  poote 
et  receptia  quataor  navibus,  super  quaa  pona  faadatua  erat  [erat  pona 
fundata»    B],    reversi    Biint    cum    etc.  2    quattuor   M.       erat   pona 

LNRVWCEClFGGgVoKBu.  fondatua  U  fundifcus  Gg.  8  cum  triam- 
pbo  reversi  sunt  VoKBu,  vi.un  liberam  ClGgVoKßa.  4  sarsam  om.  E. 
rel]  addit  üg:  capitalum  Ixxv.  5  bis  NWCEZBFAD,  hm  ita  gestio 
om.  VoKBu.  itaque  RWClZBGGgPM.  Saraceni  GA,  Sarraceni  poit  hec 
peric^Iuni    aibi   [iic  Vo]    imminenä    attendentes    YoEBu»      eis    om.    L. 

6  iminebat  LG.  ad ten deuten  Z.  rippam  €1P.  oppositam  nobla  W. 
fugsatis    corr.   e  fossam   R.      argiliosa   E,    argilosa   terra  maieria  D. 

7  ligneis  et  P.  muniverunt  LCD.  8  petranas  LN.  loeantes  ibidem 
LNRVWCEClBFGGg,  per  locum  illum  transeundi  spem  nobis  auferre 
geatiebant  ?oK6u.  atferentea  Ä.  per  locum  illum  om.  E,  per  illum 
locum  GB.  9  alium  LR,  transseundi  Z.  causali  h,  acaei  €1,  ca- 
salia  G.  in  caaale  M  quod  a  civitate  per  miliare  fere  suraum  distat  ZB. 
fere  per  miliare  PM>    per  om.  DVoKBu,      milliare  R,  miliario  VoKBu. 

10  bac  Gg.  rautatio  L,  muratio  corr.  e  miratio  Gg,  monitio  D.  ter- 
minabat    H^    imminabatur   VoKBu.      tranaceuBUm    N,    transitum   PM. 

11  navi  CK  immensiorieg  L,  mersionea  Gl,  immersionem  H.  pulia 
om.  E.  fixifl  A.  12  in  gurgiti  A.  nichilominu«  vero  CIGg,  apoat^>- 
lice  vero  sedia  legatus  VoKBu,    deside  deaideriuni  H. 


I 

I 


197 


tiiHii  habeD»  obsideiidi  civitatem  naves  superius  congregataä 
urgebat  ad  transitum,  ünde  cogones  propiignacuHs  et  castel- 
lalis,  viris  ettam  urmatis  mimiti  cum  galeis  et  aliis  navibtis 
Christo  duce  prescriptaa  imnieraiones  evaseruoL  Hostus  autera 
6  dissimulato  metu  trea  ordines  armatorum  stationi  naviiim  no- 
stranam  contraposueninL  nnam  peditum  super  ripain  cum  cJi- 
peis,  quos  targias  appelktit^  Imeariter  ordinatani,  secundam 
post  dorsum  illorutii  simileiii  priori,  tcrtiani  equituni  longara 
^  et  terribilem,  ictibiis  lapidiim  et  telorum  pliiriniujn  verantea 
Bjftatiatiem  Christiaeoruni.  Sane  nocte  sollempnitatis  sancte 
^til^lie  virginis  et  martiris,  cum  coadunatas  esset  populus 
"  fidelium,  cjui  sequenti  die  transiturus  erat,  pluvie  et  Tenti 
fiuiltum  discriminis  et  difficultatis  addiderunt  iiostris.  Sed 
fidelis  Deus»   qui  non  patitur  mws  tanphirl  super  iiVquod  pof^- 


1319 


I  üor.   10,  la 


1  babena  om,  Z,  Habens  bonum  ClGgVoKBu.  congregataa  corr.  e 
coßgregataui  N.  2  coccones  LHVCEZB,  coccone  N,  coggone»  WBu, 
cbonea  Cl,  cocgnne«  GgADVo,  coiones  K.  cum  propagnaculis»  cum 
perscr  G.  ca«tellifl  VoKBu.  3  et  Qg,  mtinitk  LEClZGgVoKBu, 
munite  N,  cum  om.  VoKBu  ghidüs  L,  galiia  V,  galeyclis  (yg.  et  aliia 
om,  ClGgVoKBn.  navibus  sequentibus  LNRVWCECIZBFGGgVoKBu. 
4  predictas  N\VTM,  pre^oriptos  Qg,  prescripta  A,  preacripta  pencula 
VoKBu.  munitionea  L»  immer  in  immereionea  ia  rasura  R^  in  mer- 
sionea  P,  in  tranaionea  VoKBu.  invasRrunt  R.  etiam  D.  5  disaimu- 
lando  N.  armatoram  om.  N.  nav.]  inanuum  Z  6  nostrarum  otd.  H. 
compoauemnt  OlFVoKBu  peditum  om.  N,  per  clivum  PM.  rippam  P, 
cljpeis  C,  clippeia  CIZ.  7  quaa  GgD.      targaa  L»  thargyas  W,  tar- 

jjeaa  H,  tarctiiaa  VoKBu,  apellapt  E.  linealiter  NFPM»  linianter  Cl, 
Hgne  autem  Vo,  lineanter  GGgKBu,  ordmavenint  ClGgi  ordinarunt 
VoKBu.  8  deorsum  Z*  porum  NGPM,  om>  Gg.  longum  Cl,  lungam, 
in  marg.  al  man.  longani  P  9  et]  ac  Z.  terribilem  et  A.  ictibua 
lapidibua  et  teli»  ZB.  ]»lurimuin  om.  ClGgYoKßu.  vexando  LNRVW 
CEClZBGgPM,  vexantibtiB  F;  vexantium  VoKBu.  10  testationem  L, 
mane  (jg.  nocte]  in  festo  aancte  Agathe  VoKBu.  aollempnitatia  om.  PM. 
11  ante  Agathe  delet  agne  Z.  martjrria  RCl.  et  martiris  om.  NWH, 
Tirginiß  et  martiris  om.  VoKBu,  quoad  imatuii  NR.  12  qui  om.  N, 
qnia  Ä.  die  aequenti  VoKBu-  transitus  A,  erat  tranaiturua  ClGgVoKBu. 
venti  corr.  e  Tentis  P.  13  muUia  A.  et  difficultatis  om.  ClQgVoKßu. 
contulerunt  VoBu.  nostria  om.  ZBVo.  14  Sed  piaa  [prinaK]  Dens  re- 
apiciena  ad  caatra  anorom,  quod  aecundum  caaaaa  inferiores  difficile 
videbatur  facilliinum  effecit  aue  virtatia  innovana  miracala  VoKBu, 
■uos  temptari  non  patitur  CIGg,  patietur  N»  tentari  M.  aupra  Jf. 
quod  non  poaauiit  A. 


198 


sunt^  respiciens  ad  CBsbra  servonim  snorum  quod  seciinclam 
inferiores  causas  difficüe  fuerat  vel  impossibile  convertit  in 
facilitatem  et  ^audium^  virtutis  sue  innovans  tnirabilia*  Post 
mediam  siqiiidem  noctom  taiitiiin  pavoreni  soldano  Babyloni« 
et  satrapis  eius  incussit^  ut  relictis  caBtris  etiam  EgyptÜB  igno- 
rantibus,  quos  ad  resistenduni  ordinaverat,  in  sola  fuga  8f»eni 
ponerent  ^  (iuidam  apostata,  qui  multo  tempore  legem  Chri- 
stian orinii  transgressus  cum  soldano  militaverat,  stans  in  rijia 
GalHce  damabat :  „Quare  nioramini?  Quid  Irepidatis?  Quid 
hesitatis  ?  Soldanus  abiit,  *  Et  hoc  dicto  se  in  navicnla  Chri* 
stianorum  recipi  postiilavit,  ut  in  potestate  ipsoruni  positus 
iidem  dictis  faceret.     Summo  igitur  diluculo,    cum  inchoatnm 

1  ad  castra  om,  N.  seniorura  E.  euorum  in  raa,  F,  superacr.  Gg. 
um.  D,  sec]  sunt  N,  2  causaa  inferiores  F.  difficile  vel  impoaaibiJe 
fuerat  EZ.  3  in  facuUatem  NCiH,  in  gaudium  et  Mlaritatem  ZB. 
8U0  virtntifl  LRVWCECIZBFGPM,  aive  virtutis  NGg.  miracula  LNRV 
WCEGlFGgPMA,  4  pavor  eat  R,  pavorie  C.  sondano  R.  Babiloui« 
LWEGGgADH,    oui.  N.   et  Babiloniia  ZB,    Babilonie  F,  Babylome  PM- 

5  et  om.  ZB,  satrapes  R,  catenia  Cl,  satraphi«  G,  catervis  VoKBu» 
suis  M*  DoiuinuB  iuc-usBit  ZB.  et  L,  etiam  om.  N,  eüam  igDorantibu«i 
om.  VoKBu.  gyptÜB  L,  ignonintibuB  etiam  Egiptiis  RV^WClZBFGGgAD, 
ignoraotibuH  Egyptiis  N,  ignorantibus  et  Egiptiis,  ante  ignorantibiw 
addit  aL  man.   in  marg.  nobis  P,    ignorantibus  nobit  et  Egyptiis  M. 

6  ordinaverat  corr.  ex  ordinaverant  F,  ordinaverant  Gg,  7  ponerei 
LNVWCECIZäDVoKBu,  posuit  PM,  addit  Gg:  capitulum  Ixxvi.  qd- 
dam  autem  NCJZBGgVoKBo,  longo  ZB,  legem  Chriatiaaomin  longo 
tempore  N,  mnlto  iam  tempore  VoKBu.  Christianoraro  legem  LR  VW 
CECIZBFGA,  Christianam  legem  VoKBu.  8  ingressns  N,  irauügr«Ma» 
fuerat  ClGg,  transgreauß  P-  cam  om,  GgH VoKBu.  in  littore  rip«  ZB. 
a>ippa  P»  a  ripa  M.  9  Galice  P,  clamabat  Gallice  N.  quid  PM,  trep.) 
statia  PM.  quid  lienitatis  om.  WZBPM.  10  esuritia  CLYoKßu*  ecc<s 
»oldanuö  W,  aaldanus  Gg.  bec  dicena  W,  quo  dicto  ZB,  hoc  di«to  PM, 
et  oum  boc  dicto  D  se  om,  L,  naviculam  RCIF,  navem  VoKBa 
21  ae  recipi  RM VoKBu.  rogavit  WH,  puatulavit  recipi  N,  ubi  N. 
et  Gg.  eorum  NZBFGVoKBu.  fidem  faceret  dicÜä  Gg.  faeeret  fidem 
dictia  VCl,  dictis  ßdem  faceret  E,  12  Mane  autem  incboata  |m* 
choaio  VoJ  diei  festi  miaaa  Gandeamua  onmes  in  Domino,  cum  nuncia- 
retur  principibua  soldannm  fiigiaae  Egyptios  [Egiptioa  E]  qaoque  re- 
oeatisae  nostri  certatim  VoKBu,  igit.]  itaque  W.  ergo  Gg,  diliculo  P 
cum  incboatum  esset  officium  miaso  WN,    cum  inchoatum  esset  mis&e 

^  Ueber  die  gründe  dieaer  flucht,  die  in  den  feindaeligkeiteo  nnter 
den  85fanen  aJ-Adila  lagen,  s.  Eoogeweg  a.  a.  o.  216  ff. 


esiet  officium  misBe  diei  festi  |>er  oratoria  Christianorum : 
GatideamHs  omnes  in  Domino^  ounctata  sunt  hec  legato,  regi 
et  alii«.  Itaque  fnj^ientibtis  Egyptiis  iiostri  certatim  et  ala- 
criter  absque  omni  impediiiieiito  hostium  et  sanguinis  impensa 
ft  tmnaierunt  8ed  adeo  limosa  et  profundioribus  aquis  difrtcilis 
fnit  ad  applicandiim  terra  hostilis,  ut  vix  equi  sine  sessoribns 
et  selli^i  eiecti  pojssent  ascendere.   Templarii  preduces  in  aacensu 


diei  feati  officium  Q,  cum  inchoatum  easet  diet  fest!  ofBcium  DAf  cum 
incboatum  diei  feati  esset  officmm  H. 

1  dicte  M.  Oratorium  ClGg.  2  omnea  in  Domino  om.  L,  addit 
Ggi  et^  et  nuttciata  L,  nunciata  in  niarg.  2  IL  hee  om.  Qg.  legato, 
duci  Austrie,  regi  et  Zß.  3  al]  principibus  addit  iu  marg.  2  H.  et 
ita  CI,  Egiptiia  itaque  fugientibua  W.  Egiptiia  CECIZBFGADH,  no- 
stris  P.  et  om.  AÜH,  alacrifcer  et  ADH.  4  omni  om.  VoKBu.  ho- 
eitum  et  aanguinis  inipensu  om.  V'oKBu.  sanguiDum  Z.  impenso  E, 
om,  Cb  impemioae  Z.  5  Set  P,  aed  quia,  ut  superiu^  relatutn  est» 
fosaatiü  et  limoaa  materia  cum  propugnacalis  hoatea  municrani  loca, 
tanta  in  ascenau  fuit  dificuttaa,  ut  vix  VoEHu,  aq,|  locia  W.  dißcilis  F. 
6  fuit  ad  applicatidum  fuit  Cl  ampbandum  N.  apUcandutu  P.  tenrö 
baaiilis  Cl,  terram  boatileiu  B,  terre  hoatili  (ig.  vix  corr,  ex  in  ex  Og. 
aÄcensoribui*  P.  7  eiecti  om.  L,  erecti  Nß,  eiectia  FPM.  Templarii 
vero  inter  primos  iiscendeotea  eqaos  erectia  aignis  cum  quibusdam  Ho- 
dpttali»  aiLticti  Johannia  fratribua  et  paucU  aliU  aeculanbuii  nilÜtibna 
versus  civitatem  cur^u  [curauDi  P ]  propero  festinantes»  in  partibua  iUis. 
ubi  castra  paganorum  aederant.  quoa  ibi  iuTenerunt  naque  ad  [om.  PJ 
Cent  um  vigiuti  tnicidantes  instanter  [inconatanter  P],  StrennuisaimuB 
[corr,  e  atrennmximua  P]  aütem  rex  Jerusalem  [Hieruaiilem  M]»  poat- 
quam  cum  magiitro  ei  fralnbua  HoapitaliBt  cum  comite  Niveiiiensi  de 
fuga  exercitua  infideUum  [inödeHs  M]  redivit»  ubi  primoa  curaus  in  caa- 
6iim  expenderant,  quosdam  de  maltjdicta  familia  ante  portam  ciTitatia 
adhuc  [ad  hec  P]  renitente»  adiit  intrepide,  quamvia  cum  modico  co- 
ntitatu.  Hos  '  fugat  ei  »Iravit  alios  omnesque  potentes  vertere  terga 
fuge  claudit  [aternit  MJ  in  urbe  fagans  uaque  ad  introitum  portarum 
victorioao  gladio  non  ceaaante.  Verum  Hospitalia  aancti  Jobaunia  [Joan- 
uis  M]  fratres  cum  predicto  Nivernensi  comite  non  quiescunt,  qui  cum 
quibuadam  ex  noetria  immacem  hoHtium  multitudinem  in  via,  que  ducit 
ThaneoB,  nudatii*  mucronibus  conacquentea  plu»  quam  duo  railia  tra* 
dant  exitio  [exilio  P]  occidente«  alioa  et  in  aquia  [in  aqiiia  om.  MJ 
üliüs  Bubmergentea.  Kon  glonabiiur  ete,  PM.  precedeutea  L,  per 
duces  Ob  daces  Gg. 


>  Die  Worte  iHoa  —  fugaaa*  bilden  eiu  distiohoa. 


200 


cf.  IV  KUif.  0, 
f4{  9,  «.  e. 


equonim  erectis  signia  prapero  cursii  ad  civitatem  festinare- 
ruiii,  sternentes  perfidos,  qui  audacter  de  portis  tfgresäi  ve- 
iiientibus  occurrerunt.  Non  gloriahUur  securis  conira  eum^  qui 
st'cal  in  ea^  neque  (\caliiibHur  aerrn  contra  mm,  qui  trahU  r«ri*. 
Miraculum  istud  cui  eqiiabimus  vel  cui  cooiparabimus  nisi  ei, 
quod  legitur  de  Benadab^  rege  Syrie,  qni  obsedit  Samariam, 
urtans  eam  plurimum,  cui  Doraitius  tantiim  immisit  teirortiffi, 
ut  relictis  castris  tugeret?  Et  sicut  per  leprosos,  qui  erant 
in  iutroito  porfce^  ilJa  fuga  Syrorum  niiDciala  fuit  SamaritaDis, 
ita  per  leprosum  in  anima,  prefatuai  videlicet  apostatain,  nun- 
ciata  fuit  Egyj^jtiorura  fuga;  et  sicut  ille  populus  Samaritano* 
rum  spolia  in  castris  Syrorum  relicta  coUegit,  sie  noster  ex- 
ercitus  tentoria  et  mauubias  fugientiiim  diripuit;  targias  plu- 

rimaB  et  oumes  galeas  cum  barbotis  et  aliis  nav^ibus,  que  infra 

« 

1  qüoriim  L.  eiectis  Gl.  prospero  NZAH,  proprio  GD,  perTici 
VoBu,  pemici  K,  fe«t,]  pervenerunt  ZB,  festinant^r  Cl,  veniunt  VoKBu. 
2  infidos  W,  audaeiter  LR,  om.  W.  de  om.  ZB.  3  accurremiit  Cl. 
Non  —  relicta  collegit  om.  VoKBu.  gloriabantar  P.  4  in  ea]  emn  L 
nee  ZA.  exaltabitur  om.  LNRVWClCEZBFGrSgPM  wera  L,  s&rra  P. 
contra  euin  om,  FGg,  contra  om,  F\  trahentera  in  ea  TM.  trahftur  N. 
in  ea  [corr,  ex  eutn  LJ  LNRVWCECIZBFGAD .  ante  eam  delet  in  H. 
5  cui  comparabimns  vel  cui  equabimus  M.  equiparabimus  W,  equa- 
bitur  A.  vel  cui  comparabiratis  om.  W.  comparabitur  Ä,  6  qui  Z* 
legimus  M.  Bcnadab  corr.  e  Benedu-b  Z,  Benedab  AD,  rege  super- 
8Cr.  H.  Sirie  CIPA.  obaederat  PM,  Samariam  corr.  e  Sjmariam  Z. 
7  aptauB  Cl»  arctans  P\f.  ei  N,  enm  6,  tantara  R,  tarnen  V,  immisit 
tantum  ZB,  contulit  tan  tum  PM.  8  sie  Z,  om.  Gg.  pro  G^,  lepro- 
8um  ZBPPMADH.  qtii  —  leprosnm  om.  G,  erat  ZBFPMAD.  erat  «u- 
peracr.  U.  9  intertitu  Cl  illic  M.  illifica  {?),  in  marg.  al.  man.  ülic 
fuga  P,  nuucijita  fuit  ilia  fnga  ZB»  Srnorum  LRCl  Sirorum  WCEZBA, 
Assiriorum  F,  om*  H.  fuit  nunciata  PM.  Samarithanis  Gg.  10  iit 
ita  Cl.  in  anima  in  marg.  Z,  itaque  Gg*  prefatum  om.  N,  pref«- 
tam  C.  prefati  PM.  apoatate  NCPM.  l]  Egiptiorum  CEWFGäDII, 
Egyptiis  horam  N,  fuga  Egiptiorum  ZBGg,  fuga  Egyptiorum  fuga  M- 
et  om.  Gg.  sicud  Gg,  ille  om,  ZB.  12  spoliia  R.  Syriorum  LRCI, 
suorum  Z,  Siriornm  FG,  Sirorum  GgA*  relicta  om.  PM.  coUegit  addit 
in  marg,  2  H.       sie)  nunc  Cl,  13  et  om.  Gg.      mannbia  B»  manu- 

brias  M,  fugentium  Cl  lacuna  L»  diripiont  V,  dirupit  CIZ,  u  in  di- 
ripuit superscr.  P,  diripuit  corr,  e  diaripuit  M,  tarcbiaa  VoKBu.  pla- 
rea  PM.  14  omnea  om.  Gg.  galias  LV,  om.  VV»  galeydaa  Gg,  cum] 
in  F,  cum  —  casale  om.  Gg.  barbatis  K,  barboctia  Gl,  et  barbotofl  ZB, 
barböttie  HVoBu.    et]  cum  ZB. 


1 


901 


vulj 

m 


le  nsqiie  ad  civitatem  inveniebaniur,  cum  aliis  s|iolii8  vic- 
tores  occiipaverunt.  Multi  bellatores  relictis  uxoribus  et  par- 
\nilis  territi  propter  ioopinatum  tratisitum  de  Damiata  fogerunt. 
Et  sie  per  ginim  ac  lirniiter  obspssa  est  civitas  exercitu  conti- 
nuato  per  pontis  compoaitionem  utramque  ripam  contingentem. 
23.  Per  desidiam  autem  et  ioertiam  eorum,  quoriim  no- 
aiiaa  Dens  seit»  faciuiD  est,  ut  hostes  resumptis  viribus  et 
animis,   ad?eiiiente    etiam    Coradioo  ^   cum  Alapinis  et  magna 

1  oassale  N*  et  u^que  ad  Z ,  uaque  ad  civitatem  oto.  PM.  ad 
om.  A,  invemebant  Gg.  spol.]  liospitalis  Pi  bospitalig  fratres  M. 
2  yictorea  noatri  ZB,  occupaverant  victores  N*  victores  öm.  Gg.  ocu- 
panint  P.  et]  ac  YWEFGADVoKßu,  et  parvulia  territi  am.  L,  et  par- 
vuHa  om.  H.  parvuli  P,  filiis  VoKRu»  3  territi  om.  W.  propter 
om.  Gg,      inopijnata.m  L.     Damieta  LOS,  Bamyata  E^tg,  Dumietha  Z. 

ierunt  CDA,  fogenint  corr.  e  fugierant  H»  fugierunt  de  Dara. 
lEZBGg,   fugerunt  de  Dam,  NVCEF,    fugierant  de  Dam.  CL        4  Et) 

11  gynim  NCGgPMD,  giram  Cl  wc]  et  LRV  ,  om.  WGgYoKBu, 
ae  firmiter  om.  NZB  obaessa  corr.  al.  man.  ex  obJata  G,  est 
om.  M.  civitiile  M,  poüt  civitas  addit  Qgi  eapitulum  Ixivii,  ad- 
dünt  PM:  Igitiir  diviso  exercita  nostro  in  duaa  partes,  unam  Yide- 
licet  in  sabnio  ad  cuatodiam  tarn  fluvii  (|uam  portus,  alteram  ad  ob- 
eidendam  manitam  [muniiem  P]  «rbem  necesäario  deputatas  [depu- 
tata  M],  Super  impetuosaa  et  ir^vadiibilet*  Ndi  (Nyli  F]  iindas  pontem 
eonstruere  neceBaitas  nobis  [nobia  necess.  M  |  imperavit,  qui  qiianto  ne- 
ceasarior  tanto  farcior  in  sumptti  et  labore  plunmo;  auper  robustas 
naves  in  tninaverfio  Eumlnis  ordinatoa  faveate  Domino  constructus  est 
periculoaam  diviaionem  exercitiis  uniena  et  ipaum  flumeii  reddena  ini- 
micia  immeabile  [om.  P].  Et  sie  per  gyrum  finiiiter  obsesaa  civitale 
exercitu  continuato  etc.  exercitu  exercitoi  FG.  exercitu  —  contingen- 
tem  om,  LNRVlVCKClZBVoKBii,  sed  addunfc  VoKBu:  Sed  qiiomodo 
icriptam  est  [om-  Vo]i  Extretna  ijaudii  !uctus  ocvupat  |Prov,  14,  13], 
sie  et  Td!  auccesaibua  etiam  feücibus  a  caaibug  adveraia.  Agente  si* 
quidem  quorundam  falaoruro  fratram  perfidia  factum  est,  ufc  boates  etc. 
5  pontea  G,  pontem  PM.  compoaitioaem  om,  PM.  ripam  fluininis  FAD, 
rippam  P.  *>  autem  eorum  et  inertiam  Cl.    autem  om.  A.      inher- 

tiam  B.      eorum  om.  GgM.      quorundam  P.  7  novit  Dominus  PM. 

ait  Gg.  factum  eat  poatea  Z.  hoatea  poatmodum  B.  reaiimptibua  F. 
8  armis  LRVBZ,  advenientem  L.  etiam  om.  ZBGgVoKBn.  Corra- 
dino  N.  Halappinis  LNVCE,  Halaprinia  R,  Halapinia  militibaa  Gg, 
Halapinis  FMA,  Alappinia  ClDHVoBu,  Alapperinia  K  cum  LNRVWC 
EClZGt  et  cum  F,  ac  Gg.    muliitudine  magna  B,  maxima  multitudine 

>  Vgl  %n  eap.  18, 


12li» 


iiiultittidiiitj  lociun  iüimi  occir|iareüt',  a  quo  nostri  tranjiüiitir 
niiraculosum  fecerant,  et  sie  nos  obsideDtes  ciFitatem  ip« 
periculosiiis  obsederunt;  et  nisi  per  difinnm  consilnim  primn 
casfcra,  que  erant  inter  mpre  et  flu^ium,  retenta  ftiisseut  lua- 
xime  per  Teutonicos  et  Frisones,  portus  iiobis  ablains  faisset 
et  negotium  plurimimi  periclitatoDi  vaci Ilasset.  üt  aatem  tiiJ- 
raciilam  transitiis  iDagis  claresceret  i>c  Boli  Christo  firmiter 
ascriberetiir,  ad  tantam  Sarraceni  pervenenint  temeritatem,  nt 
dilucnlo  Babbati  ante  doinirjicam  Oculi  mei  semper  nobis  tale 
pericohnu  iion  previdentibiis  cum  gravi  multitadine  prophis 
accedeutes  usijoe  in  fossatiim  se  precipitarent,  sed  divino  an- 
xiliu  ctini  diimpno  eqiiifcnm  et  peditum  repulai  sunt. 


1  occupaverunt  LUCIZB.      m 
2  mimculose  CiG^.      fecerunt  NZ. 
tat^m    ipai   ZB.      obKedenies   Gg, 
S  öbsiderunt  L,  obaideremns  N. 
prima  om.  PM.  4   que  erant 


obäidentes  civitatüm  Chmtianos  periculosiaa  obsiderent.  et  um  etc* 
VoKBu. 

quo  Z,  miracitloämti  traosiiani  P)l. 
nunc  CK  nos  ouu  D,  ooa  et  cm- 
civitatera  obsidentes  N,  ipsius  A. 
niü  corr.  ex  tibi  Vo.  aiixiliuin  Cl 
bis  »crib.  D.  Nilum  W.  masim« 
om.  N,    et  maxime  G.  5  Theutonicos  LNRWFGM,    Teutenicos  CI. 

Teutlionicos  P,  Theotonicos  D,  Frisones  et  Theutonicos  VoKBu.  a  ao- 
bis  L.  no  Bupenscr.  2  H.  subjatus  ZB.  6  plurünum  om.  G.  relidi- 
tatum  L.  vacillosaet  corr.  o  valillassetZ,  vacÜlaret  PM,  fut^^et  D,  antf^ 
vaciUasHet  delet  fiusset,  et  receutiore  manu  [Rottendorfii?]  addit  et  H^ 
Ut]  cum  Z»  sed  ut  VoKBu.  7  miraculosus  iransiius  noster  Ggy  Iran- 
aitos  Diiraculum  PM»  nnraculum  prefati  [om.  K]  transitut  coramenda- 
retur  et  [ac  KJ  soli  Christo  ascriberetur  VoKBu.  magis  om.  LR.  Chr.] 
Deo  GPM,  8  ascrüieretur  victoria  G,  a33criberetarD,  ascriberetur  fir- 
miterPMt  Sarraceni  ad  tantam  ZB.  Saraceni  GÄ.  devenerunt  Cl,  te* 
meritatetn  perveneruni  Gg^  devenere  VoKBu.  9  aabati  L^  om.  Ä.  ante 
corr.  a1.  man.  gx  aut  G,  ante  terciam  quadragesime  dominicam  nobis  lalin 
[tale  KJ  non  «UBpicantibus  YoKBu.  dominicam  om.  WZ,  dominicam 
que  dicitur  N,  dominicam  qua  cantatur  F.  aeraper  om.  VZD,  sempir 
ad  Dominum  LNClGGgPMA.  nobis  om.  G.  10  providentibua  LPM. 
cum  gravi  ^  precipitarent  ponunt  post  repulai  Äunt  PM,  multitudine 
gravi  LNRVWCEClZBFGGgPMVoKBu.  propriua  N.  11  acced^reot 
et  NRVWCECIFGOgPMADVoKBu,  accederent  L,  ac€edunt  et  Z.  u^que 
om.  MVoKBu.  ad  LR,  m  ipso  ae  foseato  VoKBu.  fossatum  nostrumGg. 
se]  sed  A.  auxilio  divino  VoKEiu,  12  damno  M,  gravi  dampno  LNRV 
WCEClGgVoKBu.  equitea  et  pedites  A.  ped,]  equorum  LRVWCEClGg. 
equorum  suorum  VoKBq.      sunt  om.  P,   sunt  repuUi  M,  addit  F:  De 

^  Mär2  3,  vgl  Hoogeweg  a.  a.  o.  9,  s.  249  f. 


209 


24.  Abdo  gratie  milleeitno  ducentesimo  detimo  iiono  re- 
gina  civitatum  Jerosolima,  que  videbaUir  inexpugTiabiliter  mu- 
nita^  destructa  est  a  Coradino,  filio  Sapliadini,  foris  et  intus ^ 
Mari  eins  cum  tiirribus  redacti  sunt  in  acervos  lapidiim  preter 

«  templum  DomiDi  ac  tnrrim  David.  De  glorioso  «epulcbro  de- 
strueodo  consiliura  habiiernnt  Sarraceni  et  per  litteraa  corami- 
nati  simt^  quas  civibus  Daoiiate  transmiserunt  ad  ipsünim  so- 
latium;  sed  buic  temeritati  nemo  preäuinpHit  maiins  apponere 
propter  loci  reverentiam*     Siciit  enioi  in  Alcorano  libro  legis 

»0  eorum  scriptum  habent,  Jhesom  Cbristnra  doniinrjm  nostrum 
credunt   de    Maria    virgine   coiiceplum    et    natu  in ,    quem   sine 

peccaio  vixisse,  prophetain  et  plu^  quaiu  ptüphetam  protestan- 

* 

destructione  Jerusali^m  a  Coradino  et  irmptione  in  Christianoa  facta* 
addit  in  marg,  Z  :  de  deHtriittione  nmronim. 

1  (luingGDtesiino  M,  iiono  decimo  VoBu.  2  JheTOsolima  RWEZ 
DVoBoJ,  Jberoaoljrma  C,  Jerosolimitauü  ClOgP,  Hiemsalem  M,  Jeru- 
Baletn  K.  que  —  munita  om,  VoKBu.  inejcpngnabilis  NJ.  3  mu- 
nita  om.  N.  destrata  L  est  suporscr.  H.  Koradiuo  ZG^^  Caradia- 
gio  B.  et  filio  J»  Saffatlini  Cl.  Saphadmi  corr  e  Saphadino  P,  filio 
Saphadini  om.  Og,  88phadini  filio  VoKBu.  et  fom  M.  4  et  muri  N. 
eius  funditu8  N,  eias  om.  B,  enim  PM.  in  turribus  W.  cum  turribus 
om,  Z,  cam  turribus  preter  templüin  Domini  ac  turrim  David  [Da- 
niel Gg]  in  acervos  lapidum  auot  redacti  ClGgVoKBu.  propter  F. 
5  Domini  om.  N.  ac|  et  NREZFPM.  ttirrera  ZB»  «epulcro  vero  glo- 
rioBO  LWRt  glorioso  sepulcro  NVCEZBPM»  sepulcro  Domini  F,  glorioao 
sepalchro  6,  Beptilcro  Domioi  glorioao  ClGgVoKBu.  ö  destruendo  corr. 
e  deatructo  K,  destituendo  (jlVoBu.  babuenint  cousilium  Gg,  consilium 
addit  aL  man,  in  marg.  P,  babueruni  Sarraceni  consilium  M.  habue- 
rant  LRC.  ?araceni  A.  sed  N,  literas  M,  commilati  R,  7  Da* 
miete  LßFG,  Damiethe  Z,  Damjate  Gg.  ad  ipsonim  Bolatium  trana- 
miserunt  ClGgVoKBu.      solatium  ipaorum  F,  8  hec  Z,    temeritati 

buic  L.  propter  loci  reverentiam  nemo  presumpait  manas  apponere 
ClVoKBu  man  US  apponere  presurapsit  PM.  imponere  ZGg.  9  rey.] 
addit  Gg;  capitulum  IxjtTriii,  sicud  Gg.  enim  om.  G,  post  siciit  enim 
delet  «icut  enim  H,  in  superscr.  H»  in  Ubro  Alcorano  legis  eorum  G. 
Alcborano  WZ\f,  Arconato,  in  marg.  aL  man.  Alcorano  P.  legum 
ClYoBu,  legitur  Gg,  10  acriptum  om.  G,  hab.]  est  NB.  habet  Gg, 
est  et  babent  J.  Jeeum  WCECIK.  dominum  noairnm  om,  H.  11  na- 
tum  conceptum  L,  natum  et  conceptum  WK,  et  natum  auperacr.  2  H, 
12  iussis86  Cl.  ante  propbetam  delet  peccatum  G.  et  plus  quam  pro- 
pbetam  »uperacr.  2  H.    pi ofitentur  iNRWCECIGgVoKBu,  confitentur  V. 

^  Mänc  lU  oder  25. 


li(9 


iur ;  cecos  illiiminasäe^  leprosos  miindassef  mortuos  susctiasse 
firmiter  asserunk;  verbiim  et  spiritura  Dei  et  vivum  ad  celoe 
Hscendisse  uon  discreduDt,  Sed  passionem  et  mortem,  divinam 
etiam  naturaiii  unitam  liiimane  nfttiire  in  Christo  et  iriniiatem 
persona  mm  iiegaiit.  Uiide  verius  heretici  quain  Sarraceni  no- 
tninari  debereiit,  sed  uso»  falsi  Dominiä  prevaluit  Uiide  qoando 
tempore  treugaruiu  sapientes  ipsoriim  Jerosolyniain  ascende* 
bant»  Codices  ewangeliariuii  sibi  [lostulabant  exhiberi  et  mm* 
labantur  et  veiierabantwr  propter  munditiam  legis,  quam  Chri- 
stus docuit,  et  maxinie  propter  ewangelium  Luce:  Mksujn  est 
amfelits  Gahrul^  quod  litteratl  inter  eos  sepiiis  repetunt  et  rc- 
traetatit.  Lex  atitem  eonim^  quaui  diabolo  dictaote  minUterio 
Sergii  uioiiachi  ^  et  apostate  ac  beretici  Machometuft  «Sarracenis 
dedit    Arabicß   scriptam,    a  gladio  cepit,    per  gladium  tenetur 


< 


1  inondaase  P.  reauscitiisHe  ZB »  re  supericr.  Z.  2  assernni  fir- 
mitor  N.  Terbis  N,  i>er  verbum  B,  verbum  et  B|)iritas  Dei  et  om.  VoKBn. 
et  ajiirituB  Dei  otn.  N,  et  oni.  CIZ,  superscr.  G»  habuisse  et  Og  viv  ] 
iinuiiT  LV»    iinicum  P,    nuncmm  M«      ad  celos  om.  L.  3  non  om. 

VüKBu.  credünt  W»  decrediint  Ol,  cof^noscunt  VoKBu.  8et  P,  Sed 
—  prevaluit  om.  LNRVWCECiZBFGGgVoKBo.  et  om,  J.  4  homanc 
nature  unitam  A.  et]  ac  PM*  5  Saraceni  A.  6  falsi]  siniilü  PM. 
unde  et  N,  ex  hoc  .1.  quando  om.  F.  7  treuguram  Cl.  Jheroioli- 
mam  RWEZDVoBuJ.  Jeroaolimam  LNVBFGGgPAH,  Hierosolimam  M. 
OÄcenderunt  Z.  8   et  Codices  LR       evangeliura  RVPM,    evangelio- 

rum  F.  «ibi  postulabant  exhiberi  om.  K.  exiberi  EO,  oin.  M,  exhiberi 
poafculabant  ClVoBu.  9  et  venerabantur  om.  PM,  venerabant  L.  pro 
muDditia  G.  mondiciam  P.  10  dedit  ClGgVoKBu,  docuit  Christui  J. 
et  001.  J,  et  propter  lectiouem  maxime  ewangelii  VoKBu.  evangeliara 
RVFPM.  Luce  ubi  legitur  R.  11  Gabriel  angelus  LRVWCECIZBG 
PMVoKHu,  Gabriel  nngelun  a  Deo  etc.  N,  quam  VoKBu.  literati  GMÜ. 
eornm  ZB »  sepius  inter  eos  F,  sepius  contra  ipaos  Z.  reppetant  Cl. 
12  quam  om,  B.  dyabolo  GgDJ,  diecipulo  ClVoKBu,  dictante  dia- 
bolo  PM.      ni   in  mimaterio  auperscr.  Z,  mieterio  Cl.  13  Sergi  N, 

Sergis  Z,  Sergii  et  P,  Sorgum  D.  moachi  CL  et  om.  VoKBu.  apo- 
»tote  Cl,  ypoBtate  D,  ac]  et  GgVoKBu.  Macometus  RK,  Mahome- 
ins  Gg.  Sarracenue  LH,  Saracenis  GA.  U  didicit  G.  hebraice  J. 
a  om.  Cl.  et  per  gladia  N,  in  gladio  W,  et  gladio  ZB,  et  per  gl»- 
diam  PMA.      ten.]  lacuna  N,   teaet  PM. 


I 


*  Vgl  die  bemerkungen  Röhrichta  zum  brief  Olivera  an  al-Eamil 
We«t4  Zeitflcbr.  10,  e.  167. 


et    in  gla^lio  terminftbitur.     Mnchometus  iste  illitteratas  fuit, 

sicut   ipse  testatur  in  Alcorano  suo^  et  qiie  prenominatus  he- 

reticus  dictavit,  ipae  promiilgavit  et  per  comminationes  obser- 

vari  statiiit.     Liixurioaiis    enim  fuit  et  bellicosiis,    ideoque  de 

A   immunrlitia  et  ^anitafee  legem  tulit,  quam  canialiter  viveiites  iu 

parte  Yoluptatis    firniiter    observant.     Et  sicut  leg(?m  nostram 

veritas  et  rauuditia  niuniunt,  ita  errorem  ipsonim  tinior  niuii- 

danus  et  huoianus  ac  volupta^  carnalia  firniissime  custudiunt. 

25.    In  die  Painiarum   aniii  prescripti  iuimici  iiostri  raulta 

10  cotiiminatione  preniij^sa,   quod  se  ipsos  vel  nos  onmes  uua  die 

perderent,   collecto   terribili  et  innumerabili  exercitu  equitura 

et  peditum  irnienint  super  nos  undiqiie  fos.satiiiu  nostnim  in- 

I       vadentes    et   maxinie    poutera  Ten^plarioriHa   et  ducis  Austrie, 

^^quem  ipse  cum  Teutonicis  defendere  studuit,   Ilösteg  cum  electi.s 

F 

]  et  om.  LR.  in  gladium  NE,  per  gUxdiuin  ZB,  terminabuntur  N, 
MacoTuelUÄ  RK,  Mahometüs  Üg.  bUteratus  LNR¥WCERF(},  litt^ra- 
tus  Z.        2  ßic  L,  ßicud  G.    iste  WCl,  ille  Gg.     profitetiir  LRVWCEGg, 

Eprotestatar  CIZBFPMADVoKBu,  in  Alcoramj  suo  profitetur  N.  Alchorano 
WZM,  Alchorano,  in  margr-  al.  man.  Äcorano  P.  que  om.  ZM,  (|tJod  A 
3  hereticiia  om,  N.  iste  ZB,  per  commiaatianes  et  vanitat-es  legem  ZB, 
4  statuit  observari  ClYoKBa,  obaervari  om.  ZB.  luxuriosuö  —  lulit 
^m.  ZB.  enim  om.  PM,  et  beilicoawa  fuit  PM.  5  iramondicia  P, 
Matuit  LRVWCClZFGGgVoKBu,  statuit  legem  E,  quam  —  tiiiiniunt 
om.   Gg.     carnatiter  om.   J.  6  voluntalia  ClVoBu,      obeervavit  CL 

7  verita*?  bis  acrib  Z.  immiitiiunt  Fj,  moniunt  R,  raunivit  CIZFA  et 
ita  Gg»  ita  et  VoKBu.  t errorem  CIGg,  errores  B,  error  H.  8  inun- 
dana  D,  mundaaua  corr.  e  mundatua  H.  et  ClGgVoBu  carnaliter  LR. 
om.  NH.  firmiter  ZGg.  custodivit  Cl,  addit  Z:  De  irrupdone  barba« 
rorura,    addit  6g:    capitulum  Ixxix  9  1  in  Tu  ora.  B.       auno  prö- 

^■fecripio  ClGgVoKBu.  10  qua  VoKBu.  vel]  et  VoKBu»  una  die  vel  mm 
^^knnes  Gg.  nöa  ipsos  omncs  N.  omne«  om.  ClVoKBu.  perderent  iina 
^Hlie  P.  11  perderent  om.  M»      et  collecto  LRW,  coUet^tione  GgPM, 

^™iollocutione  ClVoKBu.  et]  ac  Z,  om  VoKBu  innuraerabili  equitum 
I       et  pedituni   contractu   exercitu  super  no«  imierunt  VoKHu.  12  et] 

A,    et  peditum    om.  Z»    peditum  ac  equitum  B.       super  noa  irrue- 
;nt  Cl»    irruerunt  com  ex  irruereut  H        fossatum    noatrum  undique 
ClGgVoKBu.  13   ante   pontem  dclet  pontem  Z.      Templariorum  et 

om.  ZB  14  quod  N»  quoniam  F>  qivani  P,  quem  —  dux  Austrie 
om.  D.  Theutonicia  LNRVWCEPGMAVoKBu.  leutbonicia  P.  defen- 
dere optirae  B.  deffendere  P,  defendendam  auaceperat  VoKBu.  boateB 
vero  (JlZBGgVoKBu,    electia  corr.  ex  elenLia  H. 


militibus  de  eqnis  suis  descendeniesi  cum  Chrisfianb  atrociter 
piignavenint  Cecidenint  hinc  iiide  mortui  et  rulnerati  multi 
tandem  poiitem  ascendeiites  partem  eins  coiiibusserant.  Dux 
Aiistri*}  precepit  guis,  ut  ponte  relicto  aditum  darent  instauti-  fl 
bus  et  introitoiu ;  sed  uitrare  non  presumpserunt  propter^mi- ^ 
litiam  nnstraiiu  que  acied  siias  ordinuverat  in  sobsidiuni  um- 
tiitioties  defendentiuiu.  Mnlieres  aqiiara  et  lapides,  vinuiu  et 
panes  bellatoribus  intrepide  minisirabant ,  orationi  sacerdotes 
insistebant,  vnlnera  sauciatnnnii  ligaiites  ac  beuedicentes.  Eo 
die  non  est  nobis  datum  spatiiun  gestandi  alias  palmaa  quam 
balistas  et  arcua  cum  «agittis,  lanceas  et  gladios  cnoi  clipeis, 
adeo  instabant  et  vexabant  atrociter,  qiii  venerant  ad  perden- 


1  militibu»  corr.  e  railibua  N.  militibüs  suis  LNRVWCFXlZBFGGgPM, 
equitibuB  E.  suis  oni,  LNRVWCKClZBGgVoKBu.  attrociter  ZG.  2  et 
occiderunt  Cl,  et  ceciderunt  Gg,  Hinc  et  inde  muUia  occiiis  et  plmi^ 
bna  Yulneratis  tau  dem  prevaluerunt  adeo»  qaod  pontein  a5cendent4:*s 
partem  eat  eo  conibusserunt  |  coiiibuxenint  Yo]  VoKBu.  mortuis  et  vul- 
neratis  multia  Cl.  malti  om,  GgPM»  8  timdem  prevaluerunt  [ora  Gj 
adeo  [adeos  L],  quod  pontem  ascendentes  LNRVWCEGlZBFGGg,  eia» 
om,  CKig.  combuaterunt  LRP.  dax  vero  Aastrie  Gg,  dux  atitem  Au- 
strie  VoKHu,  4  Äuxtrie  R.  5  et  introituni  om.  WVoKBa,  non 
om.  N.  6  suas  acie«  ClVoKBu.      ordinaverant  Z,  ordinaverunt  A« 

ordinaverat  corr,  ex  ordinaverant  0,  in  subaidium  muniiioneB  defen* 
dentiam  ordinaverat  VoKBu.  in  om.  PM.  subaidium  et  K.  7  mn- 
nitioniö  Gg.  defcodentibus  Cl,  deffendentiiim  P»  om.  Gg  etaddii:  NnJ- 
las  itaque  de  nostris  vacabat.  aquam  piioeä  [panem  GgK]  et  Tinuni 
GgVoKBu.  8  panem  NCECl,   lapidea  LB,  paaem  oorr.  e  paael  R. 

panem  et  viuum  Z.  bellatoribuB  om.  N,  bellatorebua  Et,  bellatoiiba^ 
noBtris  LRVWCEClGGgVoKBu,  njinistrabaat  bellatoribus  nostrU  intre- 
pide ZB,  nostris  intrepide  ministriLbant  bellatoribus  F.  intrepide  om.  h, 
minibtrabant   intrepide    NPM.  9    instabant    ClVoKBu.       aauciorum 

LPVoKBu,  at  in  «auciatorum  «luperacr,  H.  et  ligantes  B,  ligabant  PM. 
et  ZBFÖA,  om.  F,  Deum  M.  benefacieate^  Cl,  benedicebant  PM.  eo- 
dem  Zf  eadem  PMt  eo  die  pro  palmis  battstaa  gesaimus  et  arcas  prt> 
ramid  arborum,  lanceaa  et  gladios  cam  clipeia  talimua,  adeo  nos  in- 
Eitantisatme  ^^exabant,  qui  ad  perdendnni  nos  studio  liberande  civitatis 
conYeneranfc  VoKBu.  10  nobis  datum  om,  LV,  datum  nobia  WCZ,  da- 
tum otn.  Cl,  nobi?  om.  PM.  gerendi  FM.  11  baailicaa,  in  mat^.  aL 
man.  balisiafi  R,  et  om,  ClGg.  ambna  U.  lanceit  clipeia  et  galeis  W» 
lanceis  et  gladüii  D,  et  om.  Cl.  et  gladios  in  rasura  L.  clipei«  in 
raaura  B^    clypeiH  C,    clippeis  ZCL  12    vexabant   nos  F.      quod  L. 

convenerant  LNRVWCEGg.     pergendum  R. 


I 
I 


ä07 

dum  xim  studio  liberande  civitatis  ab  ortu  solis  usqiie  ad  ho-   i*»j> 
rain  fere  deciniani;  tandem  defatigati  retraxenint  se  tum  daiupno 
luaximo. 

26.  Instabat  iam  passa^ium  vernale.    Recessurus  erat  (lux 

&  Austrie  \  qui  per  annum  et  diuädium  fideüter  Christo  mili- 
taverat,  plenus  devotione,  hiimilitate,  obedieiitia,  lai'gitat«, 
qui  preter  alios  syniptus  iiinomerabiles,  tpios  in  negotiis  bel- 
licia  ac  privaiis  eleniosinis  fecerat,  dornui  Teutonictirum  sex 
niilia  marcarHm   argen ti  vel  aniplius  ad  coniparandum  prediiim 

lu  creditnr  contuliase  et  Castro  Teniplarionini  novo  t|iiint|uaginta 
marcas  aiiri.  Cui  efciam  cnmea  Cestrie^  tjuiiigentas  marcas 
argenti  donavit  ad  murorum  et  tiirriom  firnmiiientuni. 

• 

1  DOS  om.  N.    liberante  E,  Hberamli  M.    civitatibua  L,  civiiatem  M. 
Bed  ab  CL  sie  ab  G^,  ab  ortu  —  toaximo  om.  VoKBu.  2  duodeci- 

mani  M,  fatigati  VG,  oui.  ZB,  fng^ati  PM,  retraxenint  se  deratigati  F- 
trmxerunt  ß,  se  letraxerunt  H.  cum  maximo  dami>no  ZB.  datDno  ECM. 
3  max.]  addit  F:  Üe  recesau  duci«  Austrie  et  bellis  Chrißtianorum  con- 
tra Sarracenos  et  interitu  plurimorum  ex  atraque  parte  ei  piu-e  vel 
treaga  a  Sarracenis  ultro  oblatis,  addit  Gg:  capituliiiii  Ixxx.  4  in- 
ftabant  L.  autem  ZG.  pa^aaiuiu  Z,  vernale  passagiuii]  ClVoKBü,  re- 
ce^imus  R.  5  dinnt^ium  conr.  e  deruedium  L.  fideliter  om.  F,  Christo 
fideliter  KWCClZBGGgPMADVoKBu ,  Christi  fideliter  N,  Christo  rnUi- 
taveiat  fideliter  E,  6  |>len.]  piiiicepa  devotione  [devotus  corr.  c  de- 
votiane  E]  plenus,  humilitate,  obedicntia  [hobediehtia  H] ,  hirgitate 
LNRVWCEGlGg,  princepa  devotione  plenua,  huiiiilitate,  ohüdietitia  et 
largitate  Deo  gratufl  VoKBu.  et  humilitate  A  birg.]  paciencta  Z.  7  qui 
om.  Z,  inaamerabilea  »umptus  G.  incomparahile«  VoKBu.  equos  PM. 
8  ac)  et  in  F,  et  PM.  poat  privatis  addit  al.  man.  in  marg.  deducen- 
di^  P,  elemosynis  WK,  clericia  PM,  quas  fecerat  ZB,  donuiii  fecerat 
duniui  PM,  feterat  doiuui  8r\ncte  Marie  Theutoniuorum  F.  expenderat 
VoKBu-  duniiBO  Gg.  Tbeiitonicorum  LNRWGMAVoKBu.  Theutenico- 
rum  E,  Teutbonicorum  P,  Theotonicorum  D.  sex]  decem  ZB,  seplem  P, 
ducentaa  M.  9  millia  CK,  om.  PM.  marcas  VG,  marcharum  Wü 
VoKBu,  nninmorum  C^  marcbaa  PM.  argenti  om,  M  ad  comparan- 
dam  predium  om.  EZB.  presidium  VoKBa.  10  et  —  firmamentum 
om  LNRVWCEClZBFGGgVoKBu,  caatro  in  ras.  H.  novo  superscr  H. 
11  nmnmorum  C.  marcbaö  PM,  marcas  corr.  e  marcarum  H.  cum  D. 
Austrie  PM.  marchai)  FMD.  12  an te  argenti  delet  auri  D.  et]  ac  A. 
fand  amen  tum  PM. 

'   Nacb  Gesta  obaid.   bei  HOhrichi,   Quinti  h.  s.  bs.  m.  s.  90  den 
5.inai,  nach  Job.  v»  Tulbia  ibid.  127  ende  april.         *  Graf  Radulf  von 


» 


208 


II 19 

Vmi  I 


27-    In    Kalendis    Maii    magna   mnlHitido    cepit    recerüerel 
peregrinorum    nol>is    in  sunimo   periciilo    relictis,     8ed    Pater 
»'•,  I«,  10  noster  benignuis  et  iiiisericors^  dux  et  propugnator  iioster,  pro- 
i  ii^.  u,  ti  kdor   et  defensor   sperantium  in  se,   cui  facile  est  in  paucisi 
6  ^^kut  hi  muliis  vinrny\  JhDisiis  Christus,  non  permisit  incredulos 
siniul    in    noa    irriiere,    dooec  novi  recentesque  peregrini  cuui 
copioso  succiirsu  super yeiurent :   cnpia  yictaalium  et  eqQoramj 
uiitu   lÜTino    transniissa    c<»ltecttoiiera  fideliiim  letificavit-     Id- 
K.i  1«    staiirato  igitur  agonistamni  Christi  nnmero  in  feste  asceosioniä  I 
lö  Domini   more   suo   per  aqnas    et  per  terram  irnierunt  j^erfidi 


)  Maü  corr.  e  Maj^  H.  magna  multitudo  peregriaarum  cepit  re< 
cedere  LNRVWCEGlZBFGGgPMAK,  magiatra  peregrinorum  mulUtodo 
cepit  recedere  VoBu.  2  nabis  oin,  E«  ante  iiobia  «uper^cr,  a  G  sn- 
premo  GlVoKßu  rel.J  constitutis  corr;  e  constitutus  N,  derelicti»  VoKBo. 
sed  om.  Gg,  raiaericor»  et  benignus  Pater  noster  W.  3  noster  oin. 
NVoKBu.  benignus  et  misericors  om.  L,  misericors  et  benigntu  M. 
du%]  Deua  VoKßu.  et  om.  Gg,  et  propnguator  —  Christus  om.  VoKBu. 
pugnator  M.  noster  am.  Gg.  4  etj  ac  Gg,  protector  et  om,  GABH, 
et  defensor  oua.  W,  defensor  et  protector  M.  or  in  defensor  in  ras,  L 
speratium  Cl.  cui]  si^i  PM.  est  oni,  CIGM,  in  oni.  Cl,  5  ut  G, 
«icud  Gg.  in]  et  M.  Jhesus  Chrißtus  om.  W,  Christuß  Jesus  NVCZJ 
BFPM,  Jesus  Cbiiritua  Cl.  Jhesus  Christum  dominus  noitcr  G.  non  corr. 
e  no8  Bi  in  [om«  VoBu]  incredulorum  oppressione  nos  non  permisit 
[dimisit  K]  gravari  [oro.  K],  donec  novo  milite  roboratos  victualium  eUani  | 
equorum  et  aniioruni  copia  »uomm  fidelium  lettficaret  conrentum  ] 
YoEBu.  in  nos  simul  incredulos  Z.  6  dono  P.  decentesque  R,  re- 
oentesque  com  e  recedentesque  F.  tum  D,  cnm  auccunau  copioso  ClGg. 
7  supervenerunt  LH,  subvenirent  Z,  et  equorum  om.  L,  8  nuctu  L, 
ante  nutu  delet  mitti  (?)  Z.  nobis  transmidsa  Z,  transmisaam  P.  collec- 
tione  LRClGg,  collocucionem  corr,  e  collacucionem  Z.  Cbrlstianorum  N» 
poat  fideliura  addit  al.  man.  noa  Gg.  9  inetauiatio  Cl,  isti,  in  marg 
hI.  man.  addit  rapto  P,  iati  igitur  rapto  M,  itaque  W.  ag.]  fidelium 
LNHVWCEClBFGGgMVoKßu,  om.Z.  fidelium  agonistarum  R  Christi 
om.  LNRVWCEClBFGGgPMVoKBu,  numero  inßdelium,  inmarg  fideZ, 
die  ClGgVoKBu.       asaensiouia  Cl,    ascentionis  H.  lu  in  ore  »uo  Cl, 

raore  aolito  F.  per  terram  et  aquam  LNRVWCKClZRGgAOVoKBu, 
per  terram  et  per  aquam  FGPM,  super  nos  irruenint  perfid i  ZB,  ir- 
ruerunt  perfidi  super  nos  Gg 


ehester  war  bald  nach  der  eroberung  des  kettenturmes  gelniidei,  vgl 
cap.  16  die  Varianten, 


209 

et  mtiltoctHns  sie  attemptmifces  prevÄlere  noii  valnerunt,  parti- 
culariter  etiam  uostros  prop«*  castra  provin^abant,  danipniti" 
cant^s  et  flampnificati*  Pridie  vero  Kalendas  Au^usH  omnern 
quam  habere  poteraot  adduceiitea  copiam  post  diutinos  assiil- 
*  tas  tandem  fbssatiim  ecmtra  militiam  Tempil  transeimtes  et 
licias  violeiiter  rumpentes  nostros  pedifces  verterunt  in  fugani, 
ade<j  ut  totus  exercitus  Christi  an  oruni  iam  periditaretur.  Mi- 
lites  et  equite»  de  Francia  seculares  i&r  conati  sunt  ipsoB  re- 
pellere  longius  extra  t'ossatum,  sed  non  potnerunt.    Sarraceni 


l  et  om.  ZB.  multoties  WCE,  sie  multotienB  ClGgVoKBu.  adteDip* 
tantefl  Z,  attentantes  CM.  prevalere  corr.  e  pre^alede  Z  valuerunt 
nee  poterant  ZB,  non  potoemnt  EPM,  nequiverunt  VoKBu.  partim  W, 
particnlariter   —  habere    poterant   om.   II  2   projyt^    [om.  Z]  castni 

Doatros  fnoata-a  tifr]  LNRVWCEClZG<jgPMAYoKBii.  prope  castra  noa  F. 
provocontea  Cl.  3  danipuificabatit  CK  dampnati  G,  damuificanteg  et 
damniticati  M  ,  ilampna  fdamna  K|  inferentes  Red  amplioni  recipieti- 
tea  VoKBii  addunt  poat  daiDpnificati  PM:  Unde  quadara  die  pedite« 
nostri  cadaver  perfidi  annatum  ad  modnm  autem  vivi  [vi,  in  marg. 
aL  man,  vivi  PJ  appodiaDte»  erexerunt  capud  absciauni  |abcitiuin  P] 
cum  if)tiia  [contorii«  M]  crinibus  super  cadaver  colligantes  et  ad  ia<;- 
tam  iaculi  extra  liciaa  Sarraeeni»  equitaiitibui^  relictum  exposuertanL 
i^uod  viiientes  Sarraceni  septein,  prinio  tres«  secundo  quinque,  tertio 
äeptem  siiiml  irruerunt  in  cadaver  itiortuutn,  qaaai  in  andaoiam  Chri- 
atianorujD  tot  eedere  volentea  [corr,  e  volentium  M] ;  et  a  noatrie  inde 
coadunantibns  fugenint  inlidelea  viao  capite  txuncato  cum  crine  torto, 
4  quam  addurere  priterant  PM,  quam  poterant  habere  D,  adduceute** 
Olli.  ZPiM ,  oopiam  adducentea  ClGgVoKßu,  diuturnoü  PM,  asaultui 
diutinos  ClKBu,  aisiiltoa  diuturnoH  Gg.  aä^ultuä  divinon  Vo.  5  euu- 
dem  N,  fossatum  noatrura  ZB,  fosaatunj  om,  UADH,  ante  Terapli 
delet  nostram  Z.  et]  ad  VoKBu.  fi  licias  om.W.  liceaa  ZBH,  licia» 
noutra«  M.  vehementer  Gg,  viriliter  PM.  irrumpentes  WK.  peditea 
nostrot*  LNUVWCKOlZBFGgPMVoKBu.  vertunt  C,  in  fugani  verte- 
nint  ZB.  7  ad  eii  N.  quod  Qg.  totna  noater  exercitus  VoKBu. 
ChriHtianorum  om.  VoKBu.  iam  om.  CIZBA.  periclitarentur  N.  8  mi- 
litea  [vero  add.  ZßJ  de  Francia  aecularee  et  equite»  LNRVWCEZBFG 
FMAK,  nijlite«  de  Franda  aeculares  Cl,  müitea  etiam  de  Francia  Gg, 
res  Johannes  de  Jhernsalenj  et  militea  de  Francia  aeculareft  Fi,  rnilitea 
de  Fnmcia  VoBu,  aeculares  ora.  GgVoRu,  tum  Cl ,  tercio  VoKBu. 
eos  NWCl VoKBu,  iüoa  B,  om.  Gg,  9  repellere  CI,  a  foasato  propel- 
lere  VoKBu.  longiua  om.  F,  longins  extra  fossatum  om.  VoKBn»  con- 
tra F.  poterant  ZBA,  addit  Gg:  capituluiu  Ixxxi.  Sarrareuua  L,  8a- 
raceni  autem  G,  Saraceni  A, 


I  oiuer 


u 


210 


V21B  8iqiiid**m  iiitra  nienia  nostra  fractis  niiinit.i(inibiis  li^neis  equi 
tum  et  p+'ditum  acies  ordinaverunt ;  clamor  ortns  est  itisul* 
tantium,  oraiüs  muititudo  eorum  preparnvit  seqnelam,  tiiuidi- 
tas  aucta  est  Christianis^  {$ed  Spiritus,  qui  induit  GedeoTiem. 
j«*i.  T»  i  aniinavit  Teinplarios.  Magister  Tempil  cum  rnarescnlc*»  cet^ris- 
que  tratribu8,  qui  tunc  aderant,  per  exitum  atigustum  impetii 
facto  viriliter  m  fugam  convertit  incredulo^.  Domof^  Teuto- 
nicorum  et  comites  aliiqne  milites  de  diversis  nationibris  vi- 
«leiites  Templi  niilitiara  ib  periculo  constitutnm  lestiDaTiier  per 
i«i  exitUB  sibi  coutrapositoj?  tulerunt  atixilieiu :  sie  pedite»  Harra- 
cenorum  abiectia  clipeis  interficiabantiir  preter  eos,  quos  fuga 
precipites  percussoribus  abstulit.  Post  eqiiites  nostros  e-gre«si 
sunt  peditea  nostri.     Per  müdicum  spatimii  se  retraxpnmt  b<»- 

1  iBter  ClVoKBu,  iuxta  FM ,  intra  meniii  nostra  otn.  H«  tio^tra 
om.  ND.  fractiB  om.  L,  nute  fractis  adütt  nosins  H,  tnuniüotiibui 
nostriB  FGg,  lineis  Vo.  2  et]  ac  LRVWCEZFGGgPAVoKBu.  or- 
dinanint  GZVoKßu,  ordinaverant  L,  exortus  N,  ortos  est  cl)tmor  A. 
insultativüsCL  3  eorum  muUitudo  VoKBn.  ipBorum  LNRVWCEClög* 
properavit  M.  sequelani  UDde  W.  se  iam  R,  loqnel&m  C,  se  ad  oe- 
Viuendura  Gg,  om.  YoK.  timidaa  Gg,  acta  L,  auxta  Z.  orta  VoKBu. 
5  Templarios  aniniavit  FM.  magister  eiiim  RWCZBVoKBa.  mare* 
acallo  LNRWEFGPAlVoKBu,  niarescaldo  V,  iiiaracalco  ZBAD.  mar- 
Hchalco  (jg,  ante  niarHcalco  delet  marescl  A ,  mareacaico  corr.  e  ma- 
regBcalco  H,  6  fratribus  suis  LNRVWCEClGgVoKBu.  qui  cum  eoPü. 
tunc  oin.  GgVoKBu.  exercitum  ZP,  angostuin  exitoni  ClVoKBu^  angu- 
aiiam  exitum  Gg,  7  viriliter  facto  Gg,  viriliter  oni.  V^oKBu.  in  fa- 
gani  onu  N,  Thentonicorum  LNItWKFGMA,  Deutonicoraiti  Cl,  Teo- 
thonicoruni  P,  Tlieotoiiiconim  D,  doutuä  Teatonieorum  et  ipsonim  §e- 
quaces  comitf^äqtie  |que  oiti.  ßj  aliiqiie  unliteä  ZB.  8  comitesque  et 
alii  uiiJitea  VoKBu.  aliique  milites  mu.  W,  et  alÜ  tnilite»  PM.  parU* 
bua  VoKBu,  9  miliciaTii  Templi  ZBPM.       fe«tinanter  aibi  per  exi- 

taa  Z.  10  exeicituß  Gl,  compoßitoa  M.  sicque  ClVoKBu.  sed  FM. 
[leditou  P,  Sarracetti  [corr.  e  SamicenoH]  pedifefi  Z,  [ledites  SarmceDi  M, 
Sarracenorum  iieditc'n  VoKBu.  Saraoeiioruin  GA.  11  clypej«  C,  cHp- 
peia  Z.  inter  in  niH,  L»  interticittbaiiiur  —  precipites  om,  Gg,  qui  I*, 
que  F.  fuga  corr.  e  liga  P-  12  preripite»  ouk  VoKBü.  precDfl!§ori- 
bus  l^t  et  peroussoriUufl  Gl,  percuaaoribus  colla  prebuerunt  Gg.  posl 
equitea  et  pedite«  nostroa  per  modicum  spacium  Z,  poet  equites  no^tTOrt 
liediteö    luodicum    spacium    B.       equates   Gl.      egreöse  R.  13  sant 

üiri,  FU,  i  in  pedifces  m  ras.  L,  peditea  super  deleto  equite«  2  H* 
noHtri  *>m.  LNKVWCKCiGgVoKBu.  ei  per  GIGgPM.  et  modko  Utro- 
pOre  VoKBu.     tiubtraxerunt  se  VoKBu. 


i 


{ 


211 

stes,   acie«  hinc  inde  sabstitenint  annat^,    donec  cre])usculuiii 
ve&pertinum    preliiiiii    interemit.      Sarraceni    priores    abierunt 

Occisonim    curpnra    perfidoruni  strata  iacebaiit  iuxta  fossatuni 
nostruüj  plurima  preter  eos ,    qni  saiiciati  gra^nter   vel  leiiiter 

5  redocti  sunt  ad  castra.  Sic  salvavit  Dens  in  Hie  illa  sperantes 
in  se  per  viriutem  Templarionioi  et  eorutm,  qiii  ipsis  coopp- 
rati  discrimini  se  coniniisHnml.  Pauci  de  nostris  iuterf'^^i 
sunt  et  capti, 

28.    Instruniotita  contra  civitateni  parata  miiltiplici  coiiatu 

10  defensonini   Damiate    combusia    sunt    fere  omnia.     Pisaiii,  Je- 


1  BxibBtiteraiit  LH,  subatitit  incedebant  armate  W,  stiBtinuerunt 
CTVoKRu,  eustinuerunt  Gg,  suetiterunt  P,  subBtitenint  corr.  e  «ubatine* 
runt  R  antiati  CIG,  amane  Gg.  creposculutn  a1.  aian.  corr.  e  crepu- 
Inm  G.  2  veepemum  N,  oro.  VoKBu.  prelium  addit  in  roarg.  2  R 
Saraceoi  GA,  et  Sarraceni  K,  et  Sarraceni  quidem  VoBu.  ab,]  receaae- 
mnt  ZBVoKBu.  3  occUotuto  ötü.  VoKBu.  perfidorum  om^  ZB,  per 
superacr.  H.  stratel  R,  r  in  strata  aL  man.  ßuperecr.  G,  iunta  P,  iuita 
—  leniter  om.  VoKBu.  fosaata  F.  4  noatmm  om  LNRVWCEZFQ 
GgPMAD,  noatram  plunma  om.  Cl  leniter  bia  scrib,  Z,  leviter  NWCEFO. 
5  aant  ad  caaira  reducti  Gl,  et  mutti  letaliter  saucii  ad  caetra  sunt  re> 
flucti  VoKBu,  caatrii  perfidorum  ZB.  Sed  Z»  sie  üalvavit  —  cömmiae- 
rnnt  ponunt  poat  capti  VoKBu.  Dominus  LNRVWCECIZFGgM  VoKBu, 
in  illa  die  6^  sperante^  in  se  in  die  illa  PM.  illa  om.  VoKBa. 
i>  Tempbmonim  et  domua  Teuilionicorum  [Tbeutonicorum  MJ  PM.  et 
eorum  in  ras»  L.  qui  om*  D.  ipai  R,  cum  ipsia  VCl  cöoperti  LP, 
8unt  cooperati  A-  7  se  om.  CfZ,  se  discrimini  commiaemnt  GgVoKBu. 
commiseranb  LH.  de  nostris  pauci  PM.  de  bia  acrib.  L.  interempti  PM, 
8  sunt  Olli.  A,  interfecti  et  capti  sunt  Gl,  capti  sunt  vel  interfecti  Gg, 
et  aliqui  eorimi  capti  VoKBu.  0  Ingtrumenta  contra  civitatem  pre- 
parabi  omnia  preter  8Ca!as  a  defenaonbus  eius  Punt  combusta  VoKBu. 
preparata  LNRVWCKCI,  facta  parata  F,  preparata  contra  civitatem  Gg. 
maltiplici  conatu  om,  LNEVWCEClZBFGg,  10  combueta  sunt  a  de- 
fensoribus  eiua  [om.  F]  fere  omnia  [omnia  fere  E]  preter  »calaa  f preter 
scaUi.8  om.  0]  NVWCEFGGg,  combusta  sunt  a  defensoribu«  eius  preter 
Bcalaa  LR,  combusia  aunt  a  defenaoribus  eiua  omnia  preter  Bcalaa  et 
tuitione  Cl ,  omnia  combusia  sunt  fere  a  defeuäoribus  eiu.^  preter  sca- 
laa  Z,  conibusta  aunt  fere  OTiinia  a  defenaoribus  eins  preter  acalaa  ß, 
fere  omnia  conibueta  sunt  F'M.  Daunete  P,  omnia  om.  H.  i4 
[om.  BJ  Genueoaeri  Piaani  Venetiani  LB,  Jenuensea  [Januensea  NGgM 
VoKBul  Pisani  [et  WVoKBu]  Venetiani  NRVWCKÜgP M  VoKBu ,  Ge- 
nuenaea  Pisani  Venecianensea  Z,  JanueuHea  Pi«ani  Vütiitiani  F,  Pisani 
Venetiaui  Gl. 


t»»  nuenses»  Venefeiani '  firmifei^r  asserebant,  se  civitatem  expu 
j  M««,  6,  «s  turos  per  quai.uor  navea,  sujier  (|iia.s  ncale  peoclebant;  srd  ijm 
nmi  eranl  dt  (fenere  virorum  iHorum,  per  quf^s  facta  est  salu-f 
iv  Israel ;  volebant  eniui  aibi  injüien  faeere,  cum  tubis  et  cata- 
6  millis    et  signis   miiltin    progresi«<i.      Litgatu^    apostolicp    »eclia 
sumptus  eis  prebuit  copiosos  de  commutii,    rex  H  alii  cordas 
et  anchor&s  prout  reqnirebant  habiiudanter  esihibiierunts.    Ag* 
gretlientes    ita(|üe  eivitatem  j^riino  die  imiltos  interfpcerunt  et 
vuliieravenint,  et  quanto  sepius  po^tnindum  aasnUiini  fecenint, 
t^  tanto  magiH  muri  firtnati  sunt  ligneis  castellulis  ac  Hciis,  de- 
fensores   etiaiu   robustius  et  efficatiui^  se  venientibuft  opjmsut?* 

ruut,  et  sie  scale  nmtilate  per  ignem  ac  pluries  reparat**  tan- 

« 

1  Januenaes  PMD,  Venitiani  G.  firroit^r  om.  WVoKBu.  affirma- 
bani  II ,  eivitatem  ae  expti{^naturo8  promittebant  VoKBu,  se  oni  CL 
ci?»J  8€€uritatem  Cl.  2  qyattuor  M.  super  aquas  quas  \T.  Uli  W» 
tempori  CL  3  gen  1  numera  VoKBu.  eorum  viroruiia  G,  illorum  ti- 
rorum  PM,  »nlus  facta  est  in  Israel  ZßPMD,  facienda  erat  salua  in 
Israel  UIVüKBu.  est  superacr.  L,  erat  Gg,  est  in  m&r^g.  2  U.  4  sibi 
faoere  nomen  LNRVWCEClZßPMVoKBu,  facere  aibi  notnen  F.  oaU- 
tub  NK,  cande^is  ZB,  calamellla  PM,  calainillis  corr.  e  calamilmiB  R 
5  multis  Olli.  VöKBu.  progresai  om.  L.  legatis  Gg.  quibtL)  apostolice 
seiUa  legatua  de  conimnni  ♦letlit  sum|»ta8  copiosoa  VoKBii.  aedis  apo- 
stolice  N.  6  de  nonimuni  suniptus  prebuit  eis  [eis  preb.  Gg|  copio- 
808  ClGg.  copioöos  prebuit  Z.  anchoraa  et  cordae  ZH,  chordaa  et  an- 
coras  M.  7  ancoras  RGP.  petebant  VoKBu.  exbibuerunt  babuti* 
danter  [abundanter  M]  LNRVWCEZBFüPM.  eik]  addit  Gg:  capilü- 
luiu  Ixxxii.  8  agreilieutea  ZGH.  prima  G,  interfecenmt  multoa  7M 
interf.]  occiderunt  WClVoKBu,  9  et  out.  Ol,  aed  VoKBa.  quarU  Gg. 
aepiua  aaaultus  fecertint  postuiodum  N,  sepiiid  aH^uItuTii  postmodum  fC' 
cerunt  F,  poatniodum  sepiua  MVuKBu.  inaultum  ClGgVoKBu.  feoe- 
raat  U  om.  Z.  10  tanto  magis  om.  L,  tanto  magia  muri  ligneis  ea* 
stelhiÜa  ac  liciia  aunt  üriiiati  Gl,  tanto  magis  ligneis  caateVIolii  iO 
liciia  muri  tlrmati  sunt  Gg ,  tanto  magia  muri  ligneia  castellciLia  me 
Uciis  a  civibus  fscivibuö  Vo|  fulciebantur  VoKBa.  ligneis  corr.  e  lig» 
niM  H.      acj  et  PM,   alliuö  {pro  ac  liciia]  ZB,       litua  G.  11  deff<w* 

Kitrea  E  et.  |  inde  ZB,  et  A.  et  efficatina  om.  VoKBu.  edificatioiti* 
bus  P»  edißcatius  M.  »ic  LR,  contra  se  ClGgM.  aupervenientibo« 
VoKUu»  opponebunt  ClGgVoKBu.  12  etj  utique  W,  ac  Z.  sie  bii 
acrib.  Z,  murilate  L,  mutilate  corr.  e  murilate  C»  intitilale  sunt  Z.  mih 
tiaata  G,  inulÜitate  Gg,  per  ignem  mutilate  VoKBu.  ao]  et  RCIVoKB« 
plurea  ZQ. 

■  Juli  8  nach  Gesta  ob«,  a.  %\  Job.  v.  Tulbia  a^  128. 


213 


dem  infecto  negaüo  rediicte  sunt  ad  ripam.     Et  sie  veracit«r   nm 
deprehensum  est,  sola  virtute  divina  Damiatam  in  luaniis  Chri- 
^«tianorum  fore  tradendam, 

^B  19.  No9  Tero  in^ensati  et  immemores  beneficiorum  Dei 
^^ac  D)irftbi]iiim ,  que  fecit  \  provocammun  oculos  diiHnf:  maic-  »••»  ■" 
statin  contra  nos  per  desidiam  maiorum  et  murmurationes  mi- 
Dorum.  Fedites  eqnitibns  itiiproperabant  ignaviam,  equites 
periculii  peditam,  quando  contra  Harracenus  egrediebantur,  dis- 
Himulabant  Uride  iWtnni  eat,  ut  communibus  culpi«  exigen* 
»«  tibufl  in  decoltatione  sancti  JohaimLs  baptiste,  licet  vix  inve- 
nirentur,  qui  in  custodia  castrorum  remanerent,  navalem  et 
terrestrem  exercitnni  ^»drjcentes  ad  castra  liabyloniorum  ten- 
deretuus  inter  mare  et  öuvimn,    nbi  dnlcis  aqna  reperiri  non 

1  infeeto  R,  negocio  infecto  ZB,  ad  ripam  infecto  negocio  »unt 
reducte  GgVoKBu.  dticte  «unt  F,  redacte  aiint  G,  aimt  reducte  CL 
rippam  P,  ad  ripam  om.  Cl.  et  om,  L,  et  aic  deprehensum  est  et  iu* 
tellectum  veraciter  PM,  et  lic  depreheuBum  {reprehenaum  LZ]  est  et 
|om,  L,  ac  N]  veraciter  intellectum  LNRYWCEClZBFGADVoKBu,  et 
deprehensum  et  veraciter  inteUectüm  Gg.  2  Dei  virtute  N.  divina 
oiu,  N.  Damietam  LBP,  Damietham  Z.  maau  PM,  arniia  ClVoKBu. 
3  fore]  eaae  WG,    oui.  D,       tradeuda  Lögt   traliendam  Z.  4  imme- 

inore«  etiam  B,  5   ac  —  fecit  om.  OVoKBu,      mirabiliiim  eins  Z. 

proTocabamaa  PM,  provocavimus  contra  noa  oculoa  aiaieetatis  divine 
|eiua  VoEBu]  ClVoKBu,  contra  noa  provocavinma  öcutoa  divine  maie- 
ötatis  Gg.  6  et  per  ZBF.  maiorum  desidiam  ClVoKBu,  deaidiäm  et 
desideria  PM.  marraurationem  ITN.  iuoiorum  W,  7  equitea  Gg, 
iniproperabant  —  egrediebantur  om.  L»  in  improperabant  ante  pro  de* 
let  pre  Z,  improperabam  CK  8  periculum  ZB»  pericala  peditum  dis* 
»mulabant  quaudo  GiGg,  pedittim  pericula  disaimulabant  quundo  Vo 
KBu.  contra  noa  Sarraceni  Cl,  Sarracenoa  contra  convertit  B,  Sara- 
ceJttos  GA,  hostea  VoKBü.  congrediebantur  N.  9  ut  om,  Cl  omni- 
baa  Gg,  coniunctia  P,  coniuncti  sunt  M.  cailpi«  P,  exigentibuB  culpis 
LNKVWCEClZFGGgA.  10  beati  ClGg,  beati  baptiate  JotiannLa  Vo 
KBu.  JoaDniB  M.  babtiüt*?  H,  vix  inveniretur  E,  invenkentar  vix  A, 
1 1  caätroruiii  custodia  ClGgVoKBu.  12  terreatrem  corr.  e  terrestram 
2  H.  exitum  G.  exercitum  equitnm  ac  [et  F]  pedituiii  LRVWCEBFGg 
VoKBq*  exercitum  peditum  et  equitum  NCIZ.  ad  cEiatra  om.  Cl,  ad 
Babiloniorum  castra  VoKBu.  ßabiloniorum  LNCEClBFGQgPMADH. 
Id  non  poteraut  inveniri  LNRVWC,  repperiri  non  poterat  ECL 


«  Vgb  Psal  77,  11. 


ijrifi  püt<?rHi  ad  iHit^iuiufii.  Ijisi  vero  8ubkiis  teiitrini^  lugaai 
mulubatit,  et  cum  processum  fiü«»et  a  iiOBtris  adei»,  quod  ap- 
pareret,  adverstirios  directa  fronte  iioUe  confligere,  capitanei 
noatri  lon^ni  inienint  conaüium,  utrani  procederent  an  redi- 
ö  reot;  discnrs  int+^r  eos  senteiitia  fnit.  Interim  solnte  sunt  acies 
pret^r  ordinem  tllDrnin,  quos  in  disciplitia  militari  ligavit  obe- 
dientia.  Eqiätes  Cypri  in  dextro  cornii  coiistitnti  «Snrmcenk 
inciirsiim  fueientihus  a  latere,  timiditatem  suam  Oütendernnt 
Italici  peditos  primo  tugenuit,  post  ecis  eqtiites  de  variis  na- 
10  tionibus  et  qiiidani  Hostpitalarii  sancti  Johann iä  legato  Roman« 
sedis  et  patriarcha,  qui  crucem  baiulal>at,  miiltum  s*^<\  fnistra 
sopplicantibuK,  ut  siibsisterent.  Estus  soliy  erat  veheraens, 
pediteB  armortini  pondere  preniebantur^  calorom  auxit  labor 
vie,  et  qui  secum  vinum  driitlerani^  in  anguätia  »iti^  büipbant 

Hl   illud  purum  propk-r  defectum  aquo.     Hiis  omnibus  coDcurren- 

« 

1  pütatidutti  Gorr.  e  opatandum  Q.  ipsia  P.  temptoriis  HP, 
2  ante  ^imulabant  delet  fisi  (?)  Z,  essent  ZB.  adeo  om.  N.  qt  WCi 
ügMVoKBu.  3  ajjpurerent  EC!»  iippaieret  corr  ex  appararet  H,  ad 
verHario  B,  adversariuB  A  directo  N,  diversa  P,  nolle  eonfligere  di 
recta  fronte  F  velle  N,  confuiyjere  NPM,  confringoru  CIB.  capi 
tane  N.  4  nostri  om.  N,  inbierunt  Cl.  iniere  FVoKBu.  an]  vel  ZB 
h  diacordia  jnter  eos  facta  fuit  PM.  discors  erat  inter  eo»  dij»con1ia 
VoKBu.  diacordia  C)6g,  intcrea  ZB,  iterum  VoKBu  suat  soluta 
VoKBu.  sunt  om.  G.  6  iir<?ter  in  ras,  B.  ordtnem  om.  W,  ordt* 
nes  QIF.  indificiptinata  ClVoBu.  in  obligata  K,  milituin  CJGgVoKBu. 
fegavit  K.  7  Cipri  LRVAP,  Ciprini  N,  Ciprii  EU,  Apii  Ci,  iinU?  Cy- 
pri  delet  et  Z.  in  om.  N,  dextrc  N.  constituti  om.  PM.  J^arace- 
nis  QA.  8  incursu  Cl.      a  latere  facientibua  ClVoKBu.       a  latere 

om  6.  prtmi  timiditatem  Gg,  OBtetidunl  N,  ostendebant  Z.  9  Tta- 
lici  LRV,  Italyci  Cl,  Italice  Gg.  primi  NRVCECIBFGGgVoKBii.  pri- 
niiqae  W,  tugiemnt  WBAH,  fuerunt  K,  fugerünt  corr.  e  fagierunt  ZD, 
et  puBt  ClVoKBu.  eoa  om.  F.  var]  diverBis  NEPM.  10  et  —  Jo- 
hannis  om,  E,  Üospitalii  W,  Hospitalis  P,  Hoipitularü  A»  ta  in  Hospi* 
talarii  superaur.  H.  Joaunia  M.  legatus  NGg.  11  Hom.]  apobtolicü 
NZCF^  Famann  Gl,  Romano  Vo.  qui  t-rucem  bainlabat  in  marg.  B. 
Imiulabat  corr.  e  baiulat  GH,  baiolabat  t'il>»  baiulat  M,  baiubat  Vo. 
12  erat  om.  N.  vehementer  N,  13  pondere  armorum  M.  calor  N. 
anxios  N,  anxit  Vo.  14  detuferat  LH,  ßitis  om,  W.  biberunt  LNB 
VWCEZBFGg,  illud  biliebant  M,  purum  bibebiint  illud  Cl,  bibebat  H, 
purum  biberent  illud  VoBu,  purum  biberunt  illud  K.  Ifi  illud  om.  P. 
pur.]  parvum  N,  om.  Gg.  hie  NHZMA,  hac  B.  omnibu»  om.  PM, 
uücurrentibufl  F. 


215 

Kbns  qui  snbsisteiites  se  defentlernnt  et  post  [jrirnitivos  fii- 
gientea  anhelo  cursu  terga  dedenint,  extincti  sunt  sine  viiloe- 
ribus  corruenteö.  Rex  vero  cyiii  Teniplariis  et  domo  Teiito- 
uicorum  et  Hospitalariis  sancii  Johannis  et  de  Hollandia  et  de 
B  Witlie»  de  Sarebrugge  et  Cestrie  comitibus,  Galthero  Bertoldi  \ 
Francigenis  et  Pisanis  comitibus  aliisque  railitibus  itnpetum 
p^^rsefjaentium  sustiniiit.  Kex  igne  Greco  fere  combustiis  ftiik: 
hü  omoes  pro  muro  fuerunt  fugientibus.    Quociens  facies  mim 


1  auatinentea  K»  defecerunt  N.  et  —  dederunt  om.  ZB,  pri- 
mo«  N.  2  onthelo  R,  hanelo  F,  anelo  CIGP.  et  extincti  ßunt  F, 
exterriti  sant  Gg.  li  cum  Teutonicorum  domo  et  Tfimplariia  ZB,  et 
om.  Gl.  Tkeutonicorutii  LNRWEFGMAVoKBu,  Detiaiiicorüm  Gl,  Tm- 
thonicnrum  I\  Theot«)nicorum  D.  4  Hospitalarii  B,  Hospitaliä  P,  Uo- 
äpitati  M.  Joannk  M,  addiint  hie  LNRVWGE:  Francigenia,  ClVoKBu 
Frandgene.  et  om.  LKRVWCKClGgVoKBu ,  et  Ceatrie  et  Hoihmdia 
et  de  Withe  et  de  Salabruge  comitibu«  F,  Holondia  NC,  Horllaiida  E, 
Hoyandia  corr.  ex  Hollandria  Z,  Boylandia  G ,  Collandia  ClVoKBu, 
comes  de  Hollant  Gj?.  et  om,  LNEYWCECIGgVoKBu.  5  de  om.  PM. 
Wertbe  LRVW,  Wite  NG.  Wetb«  E,  Wercia  Gl,  Widen  ZB,  Wechen  Gg, 
Wetift  VoKBu  .Sarreburge  LEW,  Sareburge  V,  Sarrebrugi^e  N,  Sarre- 
btirgge  C,  Saiiihrugcs  E,  .Sab^burg  Gl,  et  de  Sarebniclie  Z,  et  de  Sare- 
brucke  B,  et  de  8alebruge  G,  Sarebrucge  Gg,  et  San«brigie  PM,  Salm- 
burch  VoBu,  Sarreburcb  K,  om.  ABH.  et  om.  LNRVWCEClVoKBu. 
de  Cestrie  LRW,  de  Cestria  VKClGgVoKBu,  Ceffe  C,  Zestrie  ZB.  Ga- 
»trie  P.  comitibys  Francigene  Gg.  Galtero  NRVWCEGPAD,  Wal- 
tUero  Z.  Waltero  BFVt^KBu,  WalLlierus  Gl,  Walter  Gg,  Gualtera  M. 
Bertoudi  E,  Bfirtoldo  VH,  Beardi  Gl,  Berchtoldo  [Berctoldo  B]  de  Bra- 
bancia  ZB,  Bertolt  Gg,  Bertolt  V,  et  Barotbolomeo  M,  Bernard i  VoKBu, 
Bertoldi,    qui    ajmd    DaiiHalaiti    poBt   eaptionem   civitati»  diem  clausrit 

^  eitremutii,  Reginaldo  de  Ponte  Franc igeni»,  Piaaniö  alirnque  inilitibus  F. 
Francienis  B,    Francigeais  conr.  e  Frucigenia  G,    Francigenifl  et  om. 

'bic  LNEVWGEGlGgVoKBu.  et  om.  ZBGGgPMAD,  auperacr  H.  Pi- 
«aci  CiVoKBu,  Pygani  Gg.  comitibu«  om,  LR VWCEGIZBGGgMAD. 
aliique  niilites  ClGc^VoKBa.      inipetü«  PiM.  7  saatituit  R»  nuatinue- 

ruot  CIGgHVoKBu.  rex  autem  Gl,  rex  autein  Jeroüoliuiitanug  Jobannes 
nomine  Gg,  rex  vero  PM,  rex  —  fuit  om.  ZB,  rex  autem  ignis^  Greci 
coinbu^tione  atlmodum  e«t  periclitatos  VoKBu.  8  bi  M.  bü  «jorr  ex 
bÜB  H,  fugerunt  P,  fuenint  corr.  e  fugierunt  H,  fugientibufi  fueruntZB. 
quoeieni  enim  GIVoKBu.     faciem  auam  B, 


*  Walther  BeHboudi  stirbt  nicht  in  der  gefangenßcbaft,  vgl,  Röb- 
richt,  Studien  HB  und  70.  wo  er  *iiobiliä  de  Brabantia  et  dominus  de 
Machlinia'  sieb  nennt, 


216 

«tiy  lioütibiis  asten debaitt»  toinens  illi  fugerunt,  qimüdu  rero  gfii- 
datiii}  revertebaiitur ,  ictuR  et  tela  inimicorum  susiimieniiit 
Capfei  sunt  in  illa  defensione  Christianitatis  Beliiacensis  elec* 
tua  *  et  t'rater  eins  camerariim  Francie  et  filius  emn  et  vic^ 
h  comes  de  Pulchru  oionte ',  frater  Aodegavensis  episcopi,  cum 
Johanne  de  Arcis*,  viro  iiobili  et  strenmm,  Henriciis  de  Ülraa' 
et  alii  miilti,  qui  trutidati  sunt  et  in  captivitatem  ducti,  Tf^iii- 
plarii  triginta  treis  iupti  vel  occisi  .sunt  cum  marescalco  Hospi- 

♦ 

1  hoßtibuH  om.  PM,  ostendebant  bogiibus  LNRVWCEClZBFOg, 
ostendenmt  hoBtibaa  GMVoKBu.  tociens  om.  LRNVWCEClZBFGgVo 
KBu.  Sarraceni  PM,  om,  VoKBu.  fugierunt  LCCIZBA,  fugeroüt  corr. 
e  fuenant  R,  fugerunt  omnea  nee  gravati  revertebantur  Gg,  fugere  oom- 
pttlemnt  VoKBu.  gravati  ClVoKBu,  2  tbela  R.  snatinuerunt  ini- 
micorum LRVWC^:ClZBFGGgPMVoKBii,  3  capti  sunt  autem  B*  iüä- 
nibuß  capti  ClVoKBu,  vero  mauibus  capti  sunt  Gg.  ante  defensione 
delet  die  H.  UhristiaTiitfttis  om.  B.  electus  Beluaceneis  LNRVWCEF 
GgVoKBu,  dectus  Beloacenai»  Gl,  electus  [corr.  in  marg,  ex  epi^co- 
pns  Z]  Beluensiä  ZB,  Beltiacensis  episcopus  D,  electue  scribit  «nper  eta 
2  H.  addit  F:  Ändreaa  de  Nantotio,  frater  eins  Ticeromea  Belli  montia, 
G  altern s  domiiii  regia  Francie  camerarius  et  filina  eins  cum  Johajui<: 
de  ÄrcÜB,  addant  PM:  et  frater  eius  Andreas  de  NantoHo,  dominus 
Ualterua  camerariue  regia  Francie  ei  filiua  ein»  frater  Andegaveoali 
epiacopi  vicecomes  cmii  domino  Johanne  [Joanne  M]  de  Arcies.  4  et 
Andrea«  N,  ein«]  addit  G:  Andreas  de  Nantoilo,  kameraritti  Gg, 
regia  Francie  WClGgVoKBu,  rej^ia  superacr.  W,  et  —  monte  oni- 
LNRVWCEClZliGgPMVoKBu.  5  Fulcro  GD.  Andeganensia  Z,  An- 
dechanensis  Gg.  episc]  addit  N:  acilicei  vicecomea  de  sancta  Susanna 
{}  .löbatines  D.  de  snperöcr,  Z.  Darciee  R,  de  Arceiis  V,  de  Archb  W, 
de  Arcus  ECIF,  de  Axeia  B,  de  Arci  VoKBu-  noK]  Tenerabils  PM, 
et  valde  atrennuo  NRVWCEClGGgPM,  et  BtrenuiBBimo  VoKBu,  Eein- 
riciTs  WCIB»  et  Hinricns  Gg,  Hinricua  H.  Henricna  de  Ulma  om.  P. 
Ülmo  VM,  Ulme  W,  Hulma  E,  Dberna  Gl,  Halmo  P.  7  qui  om,  N. 
cruciati  Gl»  trucidatl  et  capti  aunt  ZB.  aiint  om.  F.  et  om.  Gg,  vdP« 
8  trig.]  viginti  NZ.  trea]  qualuor  N,  capti  sunt  vel  occisi  Z.  mare- 
tjcallo  LNKCFGPMK,  marescaldo  V,  marescalo  E,  mar8C4ilco  ZGgBAD. 
RoBpitalensi  QU  BospitalarÜB  B,  om.  GPMH. 


^   Erwählter   Milo  von   lieauvais.  *  Walter  von    Belmont  and 

aobn  vicegraf  Radulf;  einen  anderen  «v.  Belmont*  (de  Hello  monte) 
unten  cap.  49,  *  Arci«  nur  Aube.  *  Uelmen  bei  Coblent;  er  war 
schon  bei  der  einnähme  von  Gonetantinopel  sugegen  gewoBea,  Chron. 
reg.  Colon,  ed.  Waitx  228, 


217 

talis   sancti  Johaimis  *   et   quibusdam  aliis    fratribus  eiiisdem   i»i9 
domt38.     Nee   evasit   sine  dampno  domus  Teutonicorum.     Mi- 
litia  Tempil,   que  prima  solet  esse  in  congressu,    ultima  fuit 
in  regressu.     Unde   cum    ad  fossatnm    nostrum  novissima  re- 

5  direi,  foria  substitit,  ut  anteriores  intra  menia  quantum  pos- 
sibile  liiit  reduceret.  Persecutores  ad  captivos  deducendos  et 
spolia  colligenda  tandem  redierunt,  sicut  intelleximus  post- 
modum  a  Sarraceno,  quingenta  capita  Ghristianorum  soldano 
presentantes.     Meror  nostros  occupavit,   sed  nuUa  desperatio. 

10  Pro  certo  enim  habemus,  quod  pena  peccati  fuit  hec  castigatio, 
et  minus  erat  in  pena,    quam  exigeret  culpa  ipso  temperante 
vindictam ,   qui   dieit   anime   peccatrici :    Tu  fomimUt  e^  cum  Jorem.  s. 
muUis  ainatorUnis,   tarnen  revcrtere  a<l  me  et  eyo  suscipiam  te. 

* 
1  Joannis  M.  fratribus  aliis  E,  aliis  om.  GlOgVoEBu.  domus 
eiusdem  Zß.  2  nee  sine  dampno  fuit  E.  damno  MK.  dominus  Vo. 
Theutonicorum  LNRWEFGMAVoKBu,  Deutonicorum  Gl,  Teuthonico- 
mm  P,  Theotonicorum  D,  domus  Teutonicorum  sancte  Marie  quatuor 
enim  occisi  sunt  [capti  fuerunt  B]  ZB.  3  qui  Z.  regressu  W.  fuit] 
extitit  ClVoKBu.  4  recessu  WR,  egressu  H.  nam  ZB.  novissime  ZB, 
novissimi  P,  ultima  VoKBu.  5  redirent  PM,  redissent  VoKBu.  for- 
tis  RGl,  fons  G.  subtitit  L,  sustitit  REP,  subsistunt  Gg,  ti  in  substitit 
snperscr.  H.  exteriores  quantum  possibile  foret  [fuit  Gl]  intra  meuia 
noatra  reduceret  GlVoEBu,  inter  menia  exteriores  Gg.  6  reducerent 
Qg.  persequutores  H,  persecutores  tandem  [tantem  Vo]  ad  GlGgYoEBu. 
dacendos  N,  reducendos  GlGgVoKBu.  7  ducenda  L,  ante  collififenda 
delet  de  Z,  colligenda  in  ras.  P,  colligenda  »poHa  GlVoKRu.  tandem 
corr.  e  tantum  H.  si  od  (?)  Gl,  sicud  Gg,  sicut  a  Sarraceno  pontmodum 
intelleximus  PM,  sicut  postmodum  intelleximus  et  [om.  KBu]  a  Sarra- 
ceno VoKBu.  8  Sarracenis  ZGg,  Saraceno  GA.  quinquaginta  CIZB 
YoKBn.  Ghristianorum  capita  VoKBu.  9  presentant  Gg,  represen- 
tantes,  per  omnia  autem  computatos  [computati  Z]  mille  Ghristianos 
pedites  [peditum  Z]  illa  die  perdidimus  et  centum  milite»  ZB.  ineror 
et  tristicia  PMD.  noster  Gl.  10  habemus  pro  certo  VoKBu  enim 
om.  GIPMAH.  habetur  Gl.  peccati  om.  H.  11  minor  NGgVoKBu. 
in  om.  NEVoKBu.  exigeretur  E.  exegerat  Z,  exigerat  B.  in  culpa 
EBH.  Ghristo  E,  ante  ipso  ras.  /j,  ipso  —  suscipiam  te  om.  VoKBu. 
tempore  vindicem  Z,  tempore  prenotato  B.  12  qui  —  suscipiam  te 
om.  B.  anime  peccatrici  dicit  Gl.  peccanti  G.  tu  om.  M,  in,  sed  de- 
letum  P.  13  amatoribus  plurimis  LNRVWGEGlGg,  amatoribus  nuil- 
tis  Z.      tandem  Gl,  inde  P.      convertere  Z.     ego  om.  D.     recipiam  F. 

'  Aimar  de  Lajron,  TEstoire  833. 


I 


ui  militia  i^ua  hiciiioisa| 

vR^«.  i^  3  a\h\  ilumpna  sustiiiuerunt  incrednli.     Dies  illa  (Üfif  trilndatimis] 
ifostre  fuü  d  increpationis  divine.     Sane  miserator  Dominus, 
i'i.  ;ö,  in}  qui  n(/tt  öbliviseUur  misereri   nvc  mnünvJnt  in  int  mm  nUstri* 
utit^.*l\  ^"ordia^  sua^ ,    qui  im  iribulatione  pcceiäii  dimillU,  qui  dizU  dej 
mu.  I».  17  tait^ms  lucem  spleml€^€er(\  luctum  nostrum  convetiit  in  f/an 

merorem  in  klitiam.    Niim  aoldanus  iiniim'  de  captivis  noetris^ 
niitteuH    de    jmce    vel    treiiga  nobiscum  tractare  ctjpit,    io  quo 
tractatu   fossatuni  noütrum  et  mimitioues  aha»  alacriter  rep 
10   ra  vi  Ullis, 

30,    Interim    naiite  Cliristiuriitatis    proditore«?    et  cum  eitj 
lieregrini   plurimi   iiiagis  se  ipsos  amaiites  ijiuiui  fratribiis  com* 
patiente«   ank    terr^piis    ronsiieti    passa^ii  agdnista»  Clineti  in ' 
auniinu   peritiilo  reliViiteniut  elevati.s  veliH  abieito  purtu  nolii« 
»ö   mesfcitiam ,     Babyluniis    audaciniii   contulenint,     t|in   tractatiim 


l  constat  —  divine  oiii.  N.  qaod  om.  CL  aua  niilicia  LBYWOE 
ClZBFVoKBu,  suilicia  corr.  e  mi^licia  H.  2  Bibi  otii.  ClVoKBa.  daiünA 
CEMK.  hier,)  adilH  Gg:  capitulum  Ixxxiiii*  Dies  —  divine  oni.  LRV 
WCECIZBFOPMA,  Dies  -  ia  letitiam  om.  VoKBu.  ditw  in  marg.  \l 
'^  taane  PM,  miserator  et  miaencors  N,  miserorom  R,  nii»erAtas  35B» 
iiijaeriiiürü  A.  4  «on  superacr.  F,  uonom. Gg.  oblivitscetur  LUC.  non  Cl,j 
contlnet  NZF,  coniiaebat  PM.  sua  om.  LNRVWCEClBGgAD.  iDifl.]| 
manus  Gg,  h   auaa  in  marg,  2  H.       ccata  diiuittit  postea  addit  Li 

qui  —  aplenilGBcere  om>  W*      facit  ClGgM,  tlicifc  GP,  duxti  A,     Idrigii' 
Mplendesceie   in  tencbri»   N.        G   menbrlB  D.       lumen  LNRGg,   «pleu- 
lieacere  lumen  Z.     iilendescere  L,  om    CL         7  et  nierorem   WCI      «ol- 
danuni  iu         nostri»  oni.  U,         8  de  treuga  IIVCIF.     nobiscum  om.  Cl. 
üBpit  tructarti  V.       9  tractu  L.     i\\\&»  munitionea  Z,  muaitiones  noatjuil 
aliäi«  F,    muniiione»  nostras  PM.       alacriter  om,  W^    reparavimiiis  9\'a*1 
criter  LNRVCEZBFQGgPM,   addit  F;  De  intenniaso  pacia  tractatu,  r«- 
cessu  quorundam  Chnatianorum  et  de  iingustiit.  in  Danueiu  obdessorum«  j 
11    interea  PMVoKBu.  12  plurinn  peregrini  Z.       muUo  niagiä  ZB,] 

«e  ipsoB  inagis  VoKBu,  ipHOs  om.  ZB.  fratribus  sais  LR,  13  coa- 
Bueti  um.  N,  paaaagii  consueti  reeedeoteH  ZH.  14  reperenint  corr.  e 
leperiorunt  P.  relinquentes  M,  et  *levaiig  ClVoKBu.  obiecto  R,  ahl 
reptü,  in  mar;^.  al  man,  abrepto  P,  ab  arepto  M,  sidito  VoKBii, 
15  triii^ticiani  M.  Babiloniis  LCEFGGgBPÄ,  BabiloniB  NCID,  Babilo- 
liis  Z,  tiltim.  i  in  Babiloniis  superscr.  H.     leticiam  Z.    tractum  N. 


*  L'Eätoiro  338  nennt  iba  Legars,  dca  der  dolmetacher  Beirao  be* 

gleitete. 


219 


paciB   iiiUfrniitieiifce»    in  vigilia   Kauctomm  (Jt>»me    ei  Damiani 
et  ^equenii   die  festo^    proximo    ütiani    sabimto  cum  galeis  et^^i 
harbotis    per  flumen ,    cum  iiiaiigont'llis,    tnr^is    et  frnticiboB 
pro  implendo  tbssato  per  terram  t'eritiite  barbarica  et  irapetii 

ö  conaueto  oos  impetieruat.     Hed  durus  bellator,  trinmplmfor  in  *  «•«'  "♦ 
Tm'ael   solita   usus   j^ratiu  cantra  siia  defendit  misso  per  mare 
Öaverico  de  Mailion  ^  cum  galeis  armatis  et  bellatoribos  plu- 
rimis    in  ipso  necessitatis  articulo,  et  nos  clamantes  in  celuni 
nee  trepidantes  ad  preliiiru,  ned  viriliier  resistente!}  interfectos, 

1»  sauciatüs    et   confiisos   ab  insultu    triduano  recedere  coegimus 
ipsius  viriute,  qui  aalvat  .sperantes  in  sfe. 

t^l.    Interea  civitas  oksidiniie  Irm^a,   ferro,  fanie  et  pesti- 

<*■ 

1  ijiterinientefi  EN,  ^e  intermiBcente«  Cl.  sanctorunj  oiii,  WZB, 
sancti  E.  2  festo  om.  CIPMVoKBu.  in  proiiino  E,  nL]  et  C,  et 
in  ZB,  in  PM.  galeidia  W,  galiis  LV,  galeydiü  Gg.  et  om.  RVWCE, 
'S  barboctie  CIGg,  barbocis  Ä,  barbottis  DHVo,  barbaitis  K.  awte  per 
delet  et  H.  fl avium  F.  et  cum  CIGg,  per  terram  autem  cum  VoEBu. 
inäugonelliB  L^  iiiangunellis  KF,  mangunnellisi  VK,  maguelli»  WGg, 
mangüU'Ub  Cl ,  magoiielliB  et  Z,  uiagitinellis  et  B,  iiiaugonelliH  et  1', 
mangnnelHs  i^t  M,  iiia*,foneIlid  U,  mauganolÜH  VoBii.  tbarcbüö  VoKBu, 
ei  um.  LNKV\VcECIZFUi;gVoKHu.  frurlicibu«  LWCE .  fcrientibuH 
CIVoKBu»  fluctibu«  Gg,  fuetibus  PA!»  fruclibus  H,  per  terram  et  frutieeä 
[fraiticiboB  Bj   pro  implendo   foBäuto    ZB.  4  ante  pro  delet  et  H. 

impledo  CK  impleto  Gg.  et  imiietu  con&ueto  om.  VoKBu*  5  petie- 
runt  G.  et  triumphator  LEW.  6  Ysrael  Ggj  Israhel  M.  sola»  K. 
iuäeus  Cb  öostra  ClGgV'oKBu.  dert'endit  P.  misgo  nobis  RVClVoKBu. 
7  i^avarico  NECIGP,  Faverico  Z*  Savario  F,  Santerico  Gg,  Salvarico 
MVoKHu.  Mauliiui  N,  Malluiii  W,  Mallini«  C,  Malleum  E,  Mab  leone 
ClZBFVoKBu.  MMeon  FM,  MaJleÜR  G,  Gjaltim  Gg.  Malliua  D,  Mal- 
Uum  H.  gladik  LV«  galeidi^  W,  gateia  et  B,  galeydis  Gg.  armatis 
in  marg.  M.  8  in  om.  N»  tunc  impoaito  Cb  tunc  in  ipso  Gg.  nee* 
ceesitatiB  EF,  noalre  necesaitatiß  VoKBu.  uos  om.  L,  no»  ad  hec  Vo 
KBu.  t-  in  celum  superacr*  P,  9  ne  H,  trepidentes  U.  apud  F. 
impetum  LNKVWCEClZBGg VoKBu.  set  P,  resistentes  et  repriiiien- 
tea  W,  resißtentes  illos  PM»  interfecti  sauciati  et  eoufusi  ClGgi  iuter- 
fecti  Haueiati  et  combuati  VoEBu.  10  aaucioa  L,  vulneraios  saucia- 

t08  ZB.  hoatea  tarnen  recedere  coegimus  VoKBu.  cogimua  Cb  cogun- 
tur  Gg.  U  in  ipsius  Gg.  aalutat,  in  marg.  ab  man.  salvat  P,  ante 
salvat  delet  aperat  M.  eej  addit  Vo:  de  captione  urbis  Daniiate. 
12  longa  om.  Zß,  longe  Gg.  et  fame  Z.  et  om.  ZM.  peatilancia  P, 
pestilentia  corr.  e  patientia  H. 

Savarj  de  Maoleon,  vgl*  Eöhricht»  Studien  a.  110. 


iJC)  leiiii»!  gmviUir  et  ultni  quam  scribi  pntcst  ufflicta  iu  sola  pace^ 
quam  aoldEiTms  ci¥ibus  promisit,  spem  posuit  Adeo  enim  in 
ea  faraes  invaluerat,  ut  cibi  desiderabiles  deessent,  panis  cor- 
ruptiis  habuiidavit  in  ea.  Durabilis  non  est  annona  Egypti 
f'  propter  moUei^  glebaa,  in  quibus  crescit,  nUi  superitis  ciioi 
paiie«  Babylonis  ariificiose  servetur  in  annos;  ei  sicut  audi- 
vimus  coctanuiu  unum  undecini  bisantiis  vendebatur  in  es. 
Ex  angtistia  famis  diversa  morborum  genera  vexabant  eos^ 
et  inter  cetera  incouimoda,  qae  susiiiiuerunt,  nocübus  velut 
10  aoriaia  percuasi  apertis  oculis  nicfail  videre  diceb&ntur.  Sol- 
danus  de   die    in  diem  vanis  proiuissionibus  ipsos  a  dedttione 

1  graviter  arflicta  et  [om.  Z]  utra  ZB.  et  cm.  Gl,  et  oltra  —  poi- 1 
est  om.  VoKBu,  credi  pote«t  veUcribi  PM.  pomi  LNBVWCEZBFgJ 
poBaet  Gl.  in]  ut  LT.  2  civibua  om,  LH,  promi«it  cUibiia  WE,] 
qmbue  speni  L,  eis  spem  Gg.  enim  om.  GL  in  ea  om.  A«  faioet  in] 
ea  D.  3  invaluit  LNRVWCEClZBFGgVoBu.  iti?aluerat  oorr,  e  p»- 
valuerat  M.  ibi  (1,  desiderabileä  cibi  ZB.  pania  corrQptiu  est  habun- 
rlancia  in  ea  Z,  panis  corrupti  habundantia  fuit  in  ea  B.  c^^rmpti  ' 
corr,  e  corruptua  Vo,  4  abundaret  YoKBu,      in  ea  om.  Gg-     dum- 

biÜB  enim  NHWE,    neque    enim   durabiles    eaae   possunt  Egyptie  terr«J 
frnges    [om.    K]    propter  VoKBu.      inanna    GL       Egipti   WCEGADH.] 
propter]  per  Gl.    glebas  corr.  e  gelebae  P.     crescunt  GlOgVoKBn.     ni- 
si]  qui  N,  niai  corr.  e  nee  H^  nisi  —  anno»  om,  VoKBu.     circa]  aupr 
PM.      6  Babilonis  LNWZBFGGgADH»  Babilonie  i\  Babylonie  M,    oon- 
aervettir  LRVWCEZB,  conaervatur  N^  conserventur  Gl,  conservaretar  F,1 
conaervantur  Qg.      aicud  Qg,    ut  VoKBu         7  cortanuni  LVoK»    eoc- 
tum  N ,    cottüTium  W,    C4>itanum  C,    contavum  Z,    cotaaum  B»    cogit 
num  lig.      unum  om.  N,  unum  in  ea  VoKBu.     undecim'om.  Z,  bitaa* 
tÜB  nndecim  N,  quadraginta  C,   daodecim  ClGgVoKBu.      bi£aiiUi8  E» 
bicaucÜH  Ol,   bisaato  Z,    bisantios  F,  beaantios  G,  byuanciia  Gg,  biean* 
Üifi  öuperscr.  2  H.       vendebatur  corr.  e  vendebantur  NG.       ia  ea  om. 
VoKBu.        8  ex  inangUBtia  Gg,   ex  angustia  etiam  V^oKRu.      fame  Ol. 
diverBis  morborum  generibus  vexabantur  ita  ut  ex  capitis  exin&nitioiid  j 
viBus  obscuraretur  et  plurimi  eorum  apertis  iacentcs  oculi«  nicbil  vide- 
rcnt  VoKBu,    multoram  L,  genera  morborum  ZB.        9  et  superacr.  P»l 
incojnoda  h\      velud   NZFGgAD,   quasi  P.  10  acrisi  N,  eclip«  Cl, 

aurii$ia  PM ,    aerioBia  A,    acriaia  GGgH.       apertifique  N,    apertis  oculis 
om.  PM,     ante  dieebantur  delet  videbantur  Z,  poterant  PM.     äoldanuaj 
aut4?m  Voßu.         10  de  die  in  diem  om.  VoKBu.     vanis  eos  promis«io-| 
nibuB  protrahenB  decepit  miseros  a  deditione  dehortans  VoKBu,      im*^ 
pioB  ZB,  om.  Gg.     a  deditioae  om.  B,  ad  deditionem  GL 


< 


dehortatus  decepit  uüseros.     Postreiiio  Biiiein  portas  auas  ob-   lii» 

»truxerunt  intriasecus,  ne  aliqiii^  arl   nos  veiiienvi  de  snis  miii- 

^»ciaret  nobis,  qnomotlo  dies  afflictioiiis  possedorimt  eos.    Si  qiii 

^Prero  per  posticiiim   vel  d*^  iimris  ppr  fnn*'S  ovailerf  potiienmt 

ft  inflati    et    fanielici    emum    suorum  aiigu^tiam   jirobabant  e?i- 

denier,     lllis    etiara,    qui    foris   in  exercitn  Sarraceiionim  uns 

obsedenint.    eopia  panis  et  pubuli  cepit  decrescere,    Nilim  si- 

qtitdenn    qui    |>ost    festnm    haiicti  Johanni«^   fmptist^    iisaqnif»  ad  *Ü^lt**u 

exalt^tioiiPii*  nancte  crucis  Huhi  exctrescen*  rt  Egyp^i  pianirieiii 

««'irrigare,    hoc    anno    iiiore  suu  mm  ascendit  ad  si^mmi,    quod 

poliere  soleiit  £gy[>tii,   fted,   prout  inielleximus,  magnam  par- 

^"  l  hortattja  W.  dehortans  CU  decitatus  G,  deortatas  P.  mii]  addit 
üg:  caiiitulam  Irxxv.  denique  VoKBu.  autem  om.  LNHVWCEZBPGg 
VfiKBu.  äuaa  om.  W,  civitatis  VoKBu.  2  intrinaecu»  am.  VoKBo, 
De  nohh  ab  aliqu»  egT«3Jente  eoniui  tiiinciareritur  tticoiiiiaoda.  Si  qui 
VoKBu.  veniens  ad  noa  LRW,  veniret  Gg,  ante  uunciaret  delet  ve- 
nkne    M,    denunciaret    CL  :j   nobi«   om.   LNRVWCEZF(iGgPAD. 

quod  W,  quaniaui  FD,  afflicUonis  corr,  ex  afflictionett  H.  poaaide- 
ruot  L,  posaiderent  RWCGg.  possederiot  E,  posßidereiCl,  fiossederat  ZB, 

I       posaedii  P,  eoa  poa»etlit  M.        eoa  eorr.  e  noa  H.     quia  GPA,  qui  corr. 

^Le  qoiä  H.        4  vero  om.  D.    qui  C1,  per  niuroa  latenter  emisisi  evadere 

^^potuerunt  VoKBu  i>oaticutii  Ll^JClGD.  vel  ffuperacr.  2  H.  per  fu- 
nes  de  muri»  Z,  de  uiaris  diu,  B.  mar-]  turre  PM.  per  funes  om.  W, 
per  fioe«  Gg.  potuit  PM.  5  inflatus  et  famelicus  PiM,  intiati  et  fa- 
melici  postea  addit  IL  prohabant  evidenter  inopiam  PM ,  angastiaB 
evidenter  indicabantVoKBu,  probant  LV.  propalabant  N,  probaruntO, 
evident*»r  probabant  CK    probabant  corr.  e  provocabant,  \L  »J  llliii] 

Exercitui  [excercitu  Vo,  exercita  K\  quoqae,  qui  foria  noa  obaidebat, 
ptitiia  ac  [et  K]  pabuü  copia  cepit  decreacere  VoKBu-  et  G,  etiaiii 
om.  PM,  süperaer.  H.  fori»  aos  obninlerunt  in  exercitu  Sarracenoruui  D. 
in  exercitu  in  ra«.  L,  in  exitu  Z.  Öaracenorum  GA.  7  obaiderunt 
LRWiJg,  obaederaiit  B.  deficere  ZG,  addit  F:  de  pace  Cbmtiania  in- 
teriia  oblata.  Nylus  CIZG^'P.  8  qui  oiu.  Z,  qui  estivo  tenij>ore  VoKBa. 
pci«i  —  erucis  öuu  VqKBü.  beati  CL  Joannia  M.  babtiate  H.  adj 
in  ZB.  ^  Hoiebat  VoKBu        exetcere  L,   accre'scere  F,  ex  in  excre^ 

»cere  auperacr  H,  excreHcena  VoKBu.  et  om.  Zß VoKBu.  Egipti  GIG 
ADil.  ci  in  planiciem  auperacr.  F,  planiciem  —  aed  om.  ZB,  ierras 
VoKBn.  10  ante  irrigare  delet  in  D,  morem  aaum  preteriena  magnam 
terre  ]»artem  areiitein  reHquit^  que  sno  tempore  nee  arari  nee  aeminari 
potuit  VoKBa.  11  moL)  conaueverant  LNRV,  conHueverunt  WCEClGg, 
yolent  ponere  F.  Egiptii  CIZBFGADH.  set  P.  proiitj  ut  \\\  aiout  ZB. 
inleUexiiiiuujUH  L,  cnediinua  P.M.     taagDam  om.  Gg. 


222 

tem  terre  siccam  reliquit,  ijul"  nee  arari  nee  seminari  [»oter 
8U0  temjiore.  Linde  soldauus  cariätiam  timens  et  famem,  etiani 
aniore  retinende  Damiate  talem  pacem  cum  Coradinoi  fratre 
suo,  Cliristianis  obtuHt,  at  crncem  sanctam,  qne  olim  capt« 
fuit  m  victona  Saladini^  cum  ctvitaie  sancta  et  omnibus  cap- 
tivis,  qni  per  regnnm  Babylonis  et  DamaÄci  vivi  reperiri  poi- 
sent,  sumptns  etiam  ad  reparandos  imiroe  Jerusaleni  redderet, 
insnper  regnuin  Jerosolitniianiim  totaliter  restittieret  preter 
Oaecum  '  et  Montem  renalem,  pro  qnibus  rptinendis  tributuni 
obtiilit  qüamdiu  treuga  dnraret.  Sunt  antem  hec  duo  loca  in 
Arabia  sita  Septem  munitiones  fiimissinias  babentia,    per  qne 


1  terre  om.  LHZB.  siccatam  Og,  reliqnid  ZGAH.  nee  arari  po 
terat  nee  aemhiari  Cl GQg,  nee  seniinari  nee  arari  poterat  Zß,  pote- 
rii  N,  8U0  tempore  poterat  K,  ante  poterat  delet  potest  P,  2  Oiide 
30ldanu8  timens  famem  et  retinere  cupiens  civitatem  com  fratre  «no 
Coradmo  talem  Chriatianis  fCriatiania  K]  obtulit  pacia  factionem  ul 
VoKRu,  castiam  L,  cariatam  G,  tüaena  famera  et  caristiam  Cl.  cari- 
steam  Gg.  etj  vel  W,  e  in  et  «uperscr,  H.  :i  retinente  Gg,  retinendi 
Damiatam  PM.  Damiete  LB,  eivitatem  Damiate  V^  Damiethe  Z,  civi- 
tatis Damiate  G,  Daiiiyate  Gg,  I  tamiade  A»  Damiate  illectus  W.  fratre 
8ÖÜ  Coradiüo  |Koradino  Z]  LNRVWCECIZBP,  Coradiauo  delet  G,  Coro- 
dino  corr.  e  Gorodano  H,  4  Cknatianie  om.  PM.  attulit  PM,  iiita* 
Ht  U,  ut  om.  L.  ianctam  crncem  PM,  cnxcem  eanciara  a  Cbrbtia* 
nia  olim  perditam  cum  aancta  civitate  VoKBn.  que  in  victoria  Sala- 
dini  olim  capta  fuit  V,  5  fuerat  W,       aoldani  ClGgH,   Salahadini 

yPM.  cum  com  ex  in  2  H.  aanctaj  addiint  P:  Jerusalem»  M:  Hiem- 
aaleni.  captinia  Z.  om,  D,  0  in  regno  Habylnnensi  et  Damasceno  Vo 
KBu.  BabiloniB  LWZBTO(JgADH,  Baliilonie'NCP,  Babylonie  M.  wp- 
periri  N.  rjierirl  P,  pos«ent  reperiri  VoKBu<  7  etiam  et  Vo.  repa- 
randum  PM.  Jberuaalem  ZDVo,  Hiernaalem  CM,  om.  Gg.  redderent 
LRC,  reddere  PM.  B  et  insuper  VoKBu.  Jerosolimitanum  tot«litf!r 
restittieret  regnnm  N,  ttitum  regnnm  Z.  JherOBolimitanum  CEZDVoKBu, 
JeruBaleiii  F,  Hieroöolimitanum  M.  totaliter  om.  ZB.  restituerent  LR* 
re«tituerent  totaliter  PM.  9  Cracnm  LNRZ,   Crakuni  B,  Cratnm  £, 

Krack  um  Gg,  C  rar  cum  eorr,  e  Crocenm  H,  Tractum  K,  regalem  eorr. 
e  reglalem  H,  redimendia  L,  om.  ClGgVoKBo,  retineiulum  G.  10  ob- 
tuUt  corr.  ex  obatubt  h,  optulit  V,  redderet  VoKBu»  ante  quamdiu 
delet  qa  Z,  quantym  <n  autem  om.  Gg.  loca]  castra  ZB.  11  Ara- 
bea  Gg.  septem  om.  B,  babentia  ürmiHslinaä  E,  ftrmiaaimam  Gg. 
per  om.  et  post  que  delet  jier  H,   que  quicunque  tennerii,  Jhemaalein 


Erak  und  Montroyal  oder  Sclianbek  0.  bez.  aö.  TOm  Todten  Heeren 


223 


negritiatores  SarraceTioruui  et  pere^riuoniiii  ipsiiruui  Mecimm  * 

teüdentes  vel  ab  ea  revertentes  transire  solt-iit;  et  qui  hec  po- 

jL^enter   teiiuerit,   JerusaleiB    cum  voluerit   gradfer  niniis  cum 

^Ipgris  et  vineis  Jedere  poterit»     Hanc  Cümpodtionein  acceptan- 

fi  dam  et  ntilem  Christianitati  rex  et  Francigene  et  comes  Cestrie 

cum  eapitaneis  Teutonicoraiii  cenanerunt  pertiiiaciter;  nee  hoc 

miranduin   fuit,  qiiia  longe  minori   pace,  que  prhis  oblata  fue- 

rat,    coutenti    fuissent,    nisi  sano  consilio   esset  eis  obviatuni. 

I^e^atus    autem    cum    patriarclia,    archiepii^copis   rt    episcopiß, 

10  Teraplariis  et  Hospitalarii«  ac  oninibus  Italic  eapitaneis  mui- 

[Jerusalem  K]  cum   voluerit  nocere  potent  et  agros  eius  ac  vineas  le- 

,  dere  valebÜ  Est  autem  per  ea  mercatorum  tarn  Christianomm  [Cri- 
stianorum  E]  quam  Sarracenicoram  transitus  tarn  ad  ips^runi  inetas 
tendentium  quam  ad  nos  redeuntitim  VoKBu. 

I  Sarraceui  Cl6g,  Saracenorum  GA.  et  etiam  ¥,  ad  ipsorum  Gl, 
eorum  D.  Nequam  L,  Mediam  N,  hieqoaui  corr.  e  Nequam  R,  Mec- 
quam  C,  a  Nequam  V*  iu  Ktham  B,  Metam  Gl,  Mecam  Gg.  2  rece* 
dentes  ZB.  redire  V,  hec  om.  CIPPM.  hoc  ZD.  Jherasalem  ZD,  Hie- 
ruaalem  CM*  cum]  et  PM.  gra?are  GL  4  ?inei8  et  agris  ZB.  le- 
dere eoB  PM,  potuerit  Z.  Que  pacia  compoaitio  regi  Francigeniaque 
comiti  etiam  Ceatrie  cum  eapitaneis  et  Theatonicis  minus  provisis  [pro- 
viöu  Vo|  et  in  po^terum  non  caventibus  admodum  primo  grata  fuib, 
Bed  saniori  coBcilio  eis  [om.  Vo)  obvialum  eat  VoKBu.  acceptandam 
esse   RVWCEClGgD,    accipiendam   esse    N.  5  utilem  esse  ZBFAD, 

humilem  eaae  G.  Chriatianis  F,  et  om.  ZGgA.  Francigene  omnes  V, 
Francie  corr.  e  Francigene  Z,  Francigine  Gl,  Franciene  B,  Francie  OgA. 
et  om.  LNHVWCEGIHFGOg.  comes  vero  F,  Ceffe  C,  Zeetrie  ZB» 
6  Teuthonicorum  LPH,  'J  iieiitonicorum  liNWEFGMA»  Teutuoiorum  Gl. 
Theotonicorum  D.  perLina«citer  H,  pacienter  censyerunt  ClGg.  perti- 
aaciter  —  fuiaBent  om,  ZB.        7  mirnm  N,    qui  F,     minore  Gg,  minori 

^norr.  e  minora  H.      quam  GlGg.  8  conterapti  WC,   cootempta  Gg. 

^^■•f^ent  N,  fuisäet  Gg,     nisi)  ubi  W,     saniori  CL     consilio  iu  marg.  2  H. 

^Kis  esset  LRVWCKZBGG^rAD,    ei^  obviatum  easet  h\    ruissent  eis  PM. 

^H«8  om.  N,  illia  PM.  üblatnm  Gg,  b  in  obviatum  MUperncr.  P.  9  au* 
tarn  om.  Gg,  cnim  VoKBu,  et  patriarcha  cum  episcopi»  et  archiepi- 
scopifi  H.  patriarcha  cum  L»  patriarcha  et  FGAÜ.  archiepiscopiK  et 
om.  PM.  et  om,  NWKFOgVoKBu.  et  epiHcopis  om.  ZB.  10  Tem* 
plarii  et  Hosiatalani  Gg.  et  om*  VZPM*  'av  B,  et  Hospitalariis  om,  F. 
Hoapitulariis  Ä.  ac]  cum  W»  et  BVoKBu.  Ytalic  LRZiigPK,  eapi- 
tareiB  K. 

t 


1S1!T 


224 

1SI9  tisque  fiHis  priideiitibua  viris  efficaciter  se  opposuit  huic  trac* 
tattii  rulionabiliter  oateodens,  ante  omnia  Daruiaiatu  fore 
capieQflaiiK  Opiiiin  diversa  pejwrit  tliscordiani ,  que  dto 
sedata  fnit  propter  conimunein  neceasitatpni.  Interea  solda- 
^  nits  umguiioi  multitucliueni  peilitmn  elanculo  per  loca  pahi- 
siria  mWii  ad  civitatem,  t|Uorüm  duc^nti  quadraginta  Christia- 
nis  dormientibiis  licias  fuenaii  in^rifssi,  dominica  nocte  posi 
-5»  festiiai  oiiiniiim  Saactnrnm ,  iaiidem  per  clomorem  vi^iltiin 
occisi  saut  et  capM ,  quos  ad  ducentos  et  plures  comfinta- 
vimus, 

Nor,  ß  1^2*    Noiiis    Novenibris   Salvatore    miindi  regnant*^   et  do- 

niiuo  Pelagio   Albanensi  epkcopo  apostolice  si*di8  le^atiooe  ao- 


1  alikque  umltiB  Z.  viria  om.  W,  efficaciter  ora,  ClGgVoKBa. 
huic  Ihine  H»  hoc  ZJ  traotaiui  [in  fliiperecr  F|  se  oppoauit  LNRVWC 
EZBFGÜgPiMADVoKHu  2    rat.]    ra  delet   rasura  B,  rationabiliier 

ae  D,  oatendeufl  ex  ratione  Damiataui  ante  omnia  |om.  K]  fore  capiea- 
dam  VoKBu,  ostendons  corr.  e  seatendens  CK  Damictam  LB.  Damie- 
tham  Z,  Daniyatam  (^g.  fore]  esse  WH.  3  excipien<]am  Og.  opi- 
nio  eüini  B>  oppinio  FL  repperit  Zß,  diHcordiani  peperit  V'oKBu,  qiw» 
prupter    corimiDnem    necessitateiu    cito    sedata  fuit   VoKBii  4  fnc- 

rat  W.      necceamtaienj  CIF,    addit  Gg:   capituluiii  Ixxxvi.     inierim  7*. 
HoldauuM  am,  ZB.        5  magna  multitudine  FG.    peditum  luultiUidinem 
VoKBu.     mifiit  clanculo  Gg.     pal]  carapestria  V,  planstra  Cl.       6  ni 
Sit  de  nocte  F.      ad  civitatem  om.  Og,      qao  F.      treeenti  ZB,  dnoeo-^ 
tifl  Ci,    ducenti    et   Gg,  7  dormientibiiii  (Jhristianis  dotninica  aoeie 

post  featuiki  omniuin  Sanctoruiii  urbem  sunt  ingrefisi.    Novmimi  ad  |bit( 
Yo\  dauiorem  vigilantinm  detonti  sunt  et  occiai  quos  VoKBa.       Kcea« 
ZBB,  Olli,  LNUVWCECIGgPM.      fuer.]   ingvü^i   sunt  Z.    fuerunt  corr.i 
p  i'ugernnt  P,  fugerunt  M.     ingvessu  N,     düiiiinica  in  marg.  pro  deleta^ 
dicta  H.     noete  om.  W.        8  pre  clamore  RÜE»  per  ainorem  F.     vigi- 
liuni  C,  vigilaiitium  Cf,  vigdutn  curr.  e  vigilium  G.         9  eeai  LttC,  re- 
sidui  occiai  (lg,     sunt]   fuerunt  CL     captivos  PM.    quo«  FPM.     addu- 
centes  Ia  ad  fcrecentoH  PM.     phires]  duoa  H,  et  pluren  om.  Gg.     eapti- 
vavitnuB  Gg,    addit   G:    exceptio   eaptivia ,    aildit  Z;    De  captioae  Da^  ^ 
iiiiatbe,    addit  F:    De  captione  Damiete  per  Domini  TolunUtein,  addit fl 
in  niarg*  2  0;  De  taptione  Daniiate.       Ü  nonaa  LHVWCEZFGGgWAD, 
nona  CL  igitui-  nomia  VoKBu.     mondi  El,     et  om*  ClVoKBu.         12  Al- 
berto W,  ,P.  M.  Petro  YoKBu-     AlLonensi  VW,  Albanensi  in  marg.  Z, 
Albanenai  episcopo  om.  E.     legato  RVClZBGgVoKBn.     aollerter  /RFA, 
uoUempniter  CIGgVoKBu. 


lerter  ac  vigilanier  fungente  capta  est  Damiata  absque  dedi- 
tione,  sine  defensione,  sine  violenta  depredatione  com  tiimultu, 
ut  soll  filio  Dei  ascribatur  victoria,  qiii  populo  suo  ingressum 
in   Egyptum    inspiravit   et   ibidem    vires  ministravit ;    et  cum 

*  caperetur  ci?itas  in  oculis  regis  Babjlonis,  more  solito  non 
fuit  ausiis  Christi  militea  ad  defensionem  paratos  per  fosaatum 
nostriim  aggredi.  Eodeni  etiam  tempore  fliiviiig  excrevit  über- 
rimis  aquis  fossatnm  nostrura  impleras.  Ipse  vero  soldamie 
confusuB  propria  castra  combussit  et  fugit.     Dens  autem,  qui 

^^  tertia  die  aquas  snb  firmamento  in  locum  onura  congregavit, 

ipse  agoniatas  snas  per  aquas  maris  ad  portum  Damiate  per* 

« 
1  et  NP,  om,  ClVoK,  ac  yigilauter  om.  W,  viriliter  RC,  vigilante 
ClVoKBu*  BUggereBte  Z,  otn.  Gg.  fongeute  [fulgente  P]  aolerter  et  vi- 
gUanter  PM,  fuugente  om.  NClVoKBu,  et  addunt  VoEBüi  anno  gracie 
millesimo  ducenteaiino  nooo  decimo.  Damieta  LB,  Damietha  Z,  civi- 
tas  Damiete  P,  civitas  Damiate  M.  aaque  A.  seditiane  L.  2  Bive  Gl, 
et  Bine  H.  aeu  ClVoKBu.  violentia  ClGgVoKBu,  sine  depredatione 
VoKBq.      cam]  vel  VoKBa.  3  Deo  G.      aBcrihatur  [aeacribatar  V] 

evidenter  NVCEFGAD,  aacriberetur  evideater  LR,  ascribatiir  |asBcri' 
batar  ZB]  victoria  evidenter  CiZBGgPM»  evidens  Bscribatiir  VoKBu. 
pop.]  primo  W.  ingreßso  ClGg,  in  Egypto  ingreaium  PM,  4  Egip- 
tiim  CECIZFBGADH.  a^pirayit  VoKBu.  et  om.  E.  idem  L.  mon- 
stravit  €1,  moatravit  PM.  et  auperscr.  H.  cum  in  oculia  regia  Babj- 
lonJB  caperettxr  civita«  VoKBu.  5  ocul]  conspectu  ZB.  regibua  N. 
Bftbilonia  CEClZBFGGgADH,  Babilonie  P.  Babylonie  M.  ioL]  auo 
HVoKBu.       militea   Christi   non    fnit  auBus  N.  6  fuit]  eet  VoKßa. 

bellatorea  Christi  B.  deffenaionem  P.  per]  auper  ZB,  more  suo  per 
fowatum  VoKBü.  7  ingredi  N.  etiara  om.  PMVoKBu.  die  LH.  et 
daviuB  excrevit  M,  excrevit  fluvius  A,  excreacens  V^oKBu,  uberiusLR, 
aberrimus  EF,  tyberiua  N,  aquia  überrimus  Cl,  aquia  uberrinÜB  VoKBu. 
8  noatram  om.  LNRVWCEClFGtigMADVoKBu.  impievit  VoKBu.  aol- 
danua  om.  LNRVWCEClGgVoKBu.  9"  consultufl  R,  comfuBiiB  H.  ca- 
stra  propria  LRVWCEGPMADK,  castra  Bua  NZB.  comboxit  LP.  con- 
fugit  D,  qui  om.  l\  10  in  tercia  die  P,  tertia  die  om.  ZB.  su- 
per W,  8ub  firmamento  aquaa  Gg.  congregavit  in  locum  unum  LNR 
VWCEClGgVoKBu,  in  loco  uno  congregavit  Z,  U  ipae  om.  N,  ipse 
feria  tercia  menaia  Maii  agoniataa  auos  per  aqaaa  maria  [per  aq.  mar, 
om.  K]  perdüxit  ad  portum  Damiate,  eosdem  feria  tercia  mensia  Fe- 
bruarü  traduiit  per  Nilum  lid  obaidendam  dvitatem»  idem  feria  tercia 
mensiö  Novembria  Damiatam  cepit  inter  aquas  sitam  VoKßu.  agomi- 
staa  Gg»  8008  corr.  e  suaa  B.  mortis  ZB.  perdüxit  a^d  portum  Da- 
miate LNRV WCEClGg.  portam  D.  Damiete  LB,  Damiethe  Z,  Damyate  Gg. 
aUfer  15 


226 


1119      duxit  inense  Maio   htm  tertia^   eosdera  transduxit  per  NilniB 
ad  obBidendam   civitatem    mense  Februario  feria  tertia,    id€m 
c*5pit  Damiatani  iiiter  aqiias  eitaio  nieiisa  Novembri  feria  ier- 
i**LiB,  8  tia*.     Hanc   urbem  vitule  comternanti,    que  tertio  terre  motu 
ß  subversa  est,  possümus  assimikre;  ^vitulain'  appellamns  propter 
eins  lasciviam.     Piscibus    enim,    avibus  et  pasciiis,    fnmiento, 
hortis  et  pomeriis  habiiiidavit  negotiando,  piriiticara  exercendo. 
Ap««.  w,  40  Delitiis  effloxit  in  culpa,  pereffliixit  in  geheniia,  sed  una  hora 
vettit  etus  indiciunL    ^Coesternaiitem^  diciraus,  qnia  quasi  tertio 
10  terre  motu  habitatores  eius  perierunt  ipsa  tarnen  integra  per- 
manente.    A  örecis  et  Latinis  pruno  obse^sa  fuit,    qui  ab  ea 


1  menae  Maio  feria  tercia  addiixit  B.  Mali  in  ras.  Cl,  Mayo  6M, 
Mail  D.  tertia  corr.  e  quitrta  L,  tercia  feria  P,  eodem  Gg^  eosdem  — 
tercia  om.  Z»  tradiixit  ND^  transdaiit  in  rasnra  B*  perdnxit  IL  per 
om.  B.  Nylum  GgP»  2  obsedendam  Gg.  feria  tercia  menae  Fcbma- 
rio  R,  Febniarii  LD.    tercia  feria  E.    idem]  ipae  WF»  iterum  P»  idcm 

—  tertia  ponit  poit  assimilare  N,  idem  —  tertia  om.  OgH*  8  Dar 
mietam  LB,  civitatem  W,  Damyatam  E.  Damietham  Z.  iiiter  —  ntam 
om,  P.  NoTeinbriß  CIP.  4  vintule  P,  utile,  in  marg.  vitule  H.  con- 
ternanti  ZBGADH,  conteraanti  in  rasura  D,  conatemate  VoKBu,     que 

—  subversa  est  oni.  VoKBu.  tertio]  modo  M.  5  asaimulare  G,  as 
aignare  M.  vitulam  corr.  e  vintulam  P.  propter  boIb  laaciTiam  appel 
lamD«  El  apellamua  P,  6  laciß\^am  L.  eo  quod  piicibu«,  aribua  et 
VoKBu.  pascuiB  et  F.  7  pournerüs  Gl,  pomeriia  in  marg.  aK  man. 
corr.  e  poraerii  P.  abundavit  WCM,  habimdet  VoKBu,  neg,]  ne  B, 
pyraticaiii  Wß,  prauticain  R,  pyraticam  maliciam  VoKBu.  excerceu 
do  R.  8  effulsit  Ft,  affluxit  NZHGg,  affluit  M,  culpa]  opulentia  Gg. 
pereff'ulait  R,  per  effluxum  0,  refluxitCL  lebennaLP,  gehennam ClGgl). 
aet  GgP.  ora  L*  9  ema  corr.  ex  eiusdem  H.  iudicium  eiua  LNVW 
CEClZFBGGgPM  VoKBu,  indicium  eiua  R,  iudicium  inmarg.  2H.  oon- 
tenapnautem  Gl,  contemaiitem  ZBGABH,  coirteraaniem  Vo,  dicim.] 
Denm  PM.  quasi  om.  M VoKBu.  tertio  ora.  N,  terre  motu  tercio  0« 
terre  raptu  tertio  FM,  10  eiua  om.  G.  in  treuga  Gg,  e  in  integra 
auperacr.  H,  manente  NRVWCEClGgPMA ,  remanente  ZBVoKBu. 
11  primol  poBt  G.  fuit  obaesaa  LNRVWCEClZBGgVoKBu,  fuit]  ad- 
dit  0:  8ub  Almarito  rege  Jeroaolimitano.  qui  —  defecenint  om.  G. 
eadem  Qg, 


I 


< 


'  Vgl.  die  aoaderbare  öbereiiiatimniuiig  dieser  stelle  mit  Ibn^Ebal« 
lik&n  bei  Röhricbt,  Beitr.  2,  a.  263» 


defeceruni',  deinde  a  Latiriis  aub  Amalrico  rege  Jerosolimitano, 
qni  non  profecerunt  \  hac  vice  tetüa  lit^j-  retjum  ei  Ihmintts 
dominantium  servis  suis  eam  tradidit,  Jhesus  Christus,  qui 
vincit  et  regnat  et  imperat,  qui  semenÜH  irrit/ua  siccavU  Egyp- 
tiis^  qui  cöfi/udit  opt^antrs  sericum  d  fnssum,  pledmies  et 
iexmies  subiilia,  Tali  duce  Christi  niilites  Damiatam  ingressi 
plateas  eins  invenerunt  stratas  cadaveribus  niortuorDni  pesti- 
lentia  et  fame  deficientium,  aurura  et  argentuiti  inultum  nimis, 
paniios    sericos    Qegotiatonim    in  habundaßtia,    äuppellectitem 


Ltl9 


W 


t  decemtint  Gl,  diBcesaenmi  YoKBu.  demuiD  LROE,  deiitde  sub 
Amalrico  rege  Jerosolimitano  iterum  a  Latinis  W.  a  Latini«  sub  om.  N, 
a  Latinifl  füit  obsessa  secimdo  lub  G,  altis  Gg,  a  LatiiiM  foit  A,  post 
Latinis  delet  Mt  H.  sub  om.  M.  Ämaurico  LR,  Ammalrico  V,  Ama- 
tricö  W,  Amamco  C,  Amelrico  corr.  ex  Almerico  Z,  Almerico  BP, 
Altnarito  G,  Aimarico  AlHVoKBu.  Jeroaolimitaiio  rege  LR  VW  A,  Jero- 
saljiDitano  rege  CE,  rege  JheroBolimitaTio  ZVo,  rege  UieroBolimitano  M, 
rege  Jerosolamitano  H»  2  hod]  minime  ClVoKBii^  non  om.  M.  ac 
ClGg,  bac  antem  vice  ZB»  sed  vice  tercia  VoKBu.  tertio  Gg.  domi- 
Tiua  dominantium  et  rex  regum  H,  et  dominui  dominantium  om.  B. 
3  ipaam  LNRVWCKClZBFüGgPM.  Jeans  Christus  WCIK,  Chriatua  Je- 
BUB  CE»  .lesu  Chriato  duce  PM.  Christus  om.  B.  qui  vincit,  vivit  et 
regnat  et  imperat  B,  qui  vivit  et  regnat  et  imperat  Gg,  qui  vivit  et 
regnat  et  imperat  et  vincit  PM,  qui  vincit  et  regnat,  gloriatur  et  impe- 
rat VoKBu,  4  et  reg.]  et  om.  NECIFAD.  qui  —  subtilia  om.  VoKBu. 
aeccat  P,  locavit  M.  Egiptiia  ZHFADH.  5  qui]  et  PM.  confidii  U  con- 
fundit  NCL  «ericum  om*  Z,  sericum  et  om.  B,  byasum  LNKVWCGg, 
busBum   P.      plectentes   corr.   e  complectentea   L.  6  C brist iani  ZB, 

Cbristiani  militea  LRVWClFGgVoKßu,  militea  Christi  N.  militea 
om.  ZB.  Damietam  LB^  Damietham  Z,  Damyatam  Gg.  multi  id- 
gressi  B.  7  eins  om.  GGgH,  invenenint  corr.  ex  invenenerunt  N, 
om.  D,  mortuortim  cadaveribua  atratas  invenerunt  VoKBu.  atrata  ZF, 
8  del]  contritorum  VoEBü.  argentuni  et  aurum  VoKßu.  multum 
om.  BPMA.  Si  pauuüs  et  sericoa  K.  negociautium  LKVC.  abun- 
dantia  NM,  in  babuudantia  om,  VoKBu,  addunt  NVWCECIZBFGGg 
VoKBu;  veates  preciosaa  et  ornatum  [omamentum  GgVo]  seculi  [om.  ZB] 
caum  varia  [om.  N,  vario  ZB]  supellectili  [supellectile  WEFK,  suppel- 
lectili  ZB,  auperiecttle  G,  auppellectuli  Gg.  superiectili  VoJ  in  auper- 
habundautia  [insuper  inhabentia  B,  inauper  inhabutidantia  Ol,  insuper 
habundantiam  epecierum  diversarum  Wj.  auppellectiiem  '—  auperha- 
buodantia  om.  LN R VV^CECIZ BF GGg VoKBu. 


1169,  vgl.  HiBi  reg.  cap*  60. 


228 


tii9 


10 
t  Pttr,  ft,  • 


yariam  in  siiperliabiindatia,  Civitas  hec  preter  naturalem  5i- 
tum  loci,  quo  munitur,  triplini  cincta  eat  raaro,  turribna  late- 
riciis  multis  et  magnis  fortiasime  firmata,  clavis  et  antemurale 
totiua  Egypti,  inter  Ramasse  et  camp  am  Taneos  sitaV,  in  terra^ 
nt  conjcere  possuimis,  Gesseii,  qnia  pascualis  est,  quam  pe- 
tierunt  ülii  Israel  a  Pharaone  tempore  famis  *. 

33.  Damiata!  inclita  in  regnis^  famosa  multnm  in  superbia 
Babylonis,  in  mari  dominatrix,  Christianorum  spoliatrix,  in 
ascensu  persecutorimi  tiiorum  per  paucas  et  modicas  scalas 
comprehensa,   nunc  humüiata  es  sub  potmti  manu  Dei^   et 


1  in  Buperhabandantia  in  marg.  infer.  2  H,  in  saperabuodatitla  M, 
additGg:  capitulum  lixxvii.  hec  civitas  N.  2  loci  om,  G.  qne  Cl, 
om.  F.  qui  PM,  comiiiiiiiitur  F.  inuro  cincta  est  BZGP»  muro  cincta 
et  M,  cingitur  VoKBu.  est  om,  FQg.  latericiia  corr,  e  latericia  LH, 
lateriosia  N,  latericis  PVoKßu.  3  magnis  et  maltin  ZB.  maga.]  ad* 
dit  Gg:  munis  medlus  xxviü  turrea  habet  forÜBsime  &rmata«*  fort.] 
firmiasime  BADH.  firm,]  preniata  F,  nrnnita  PM.  4  Egipti  NVWZ 
BFGÄDH.  infcer  Hamesfle  LNZBFPMÄD,  inter  R&mmesde  V,  iiit«r  ter- 
ram  Jease  W»  in  terram  esse  FiCU  in  terra  Jessen  Gg,  et  [om.  K]  iuier 
terram  Gesen  IGesaen  K]  et  campos  Thaneos  sita.  lata  est  tenu  Gesea 
[Gessen  K]  pascaalis  et  uberrima  quam  petienint  VoEBa.  c&mpom 
Thaneos  NEVWGPMADH,  Campunebaneos  L,  campum  Chaneot  CJ 
catnpoB  loca&  Thaneos  01,  campo  Thancos  Gg,  Campotaneos  Z,  Campo-  ^ 
thaneoa  F.  interea  et  ut  GL  5  convincere  R,  cognoscere  ClGg.  con- 
vicere  GD,  possimus  Gl.  Gessan  N,  Gerseti  LEGPADH,  Gesen  C»  Ger- 
sejr  Cl,  Jessen  Gg,  om.  Zß,  Jeraen  F.  que  ZBM.  est  superscr.  H, 
6  filii  corr.  c  lilie  H,  larahel  NM,  Ysrael  Gg,  vel  A,  Jakob  VoKBo. 
h  in  Pharaone  superscr.  P,  Pharat>ne  tnnc  N,  Pharaone  rege  Kgipü 
Cl¥oKBa,  in  tempore  LNVH,  tempore  famia  om.  ClVoKBu.  fam,] 
rege  N,  addit  F :  De  pestilencia  que  Damiete  cives  vastavit  7  Da- 
mietaL,  Damietha  Z,  Damiata  Damiata  VW CCIFGBPMA,  Damyata  Gg, 
poat  Damiata  delet  Damiata  D.  in  regnis  [terris  B]  famosa  inclita 
multum  ZB.  et  famosa  Vo.  multum  om.  L,  multnm  formosa  PM, 
B  Babilonis  LNCEZBFGGgDHK,  Babilonie  P,  Babylonie  M.  maris  W,  1 
9  assenan  P»  accessu  ClGgVoKBu,  in  ascensu  —  tuorum  om.  W.  per- 
sequatorum  H.  auorum  ClGgVoBu,  per  panco;^  et  modicoa  CL  <lt 
modicaa  am.  W.  scollas  R.  10  es  comprehensa  Z,  comprehensa  a 
Bomania  A,  et  nunc  LßVZ,  tunc  C.  es  om.  Z,  est  ClVoBu.  Dei  < 
e  Domini  L.    et  —  re versa  es  om.  W. 


'  Ungenau,  da  Tania   wie  Raamsea  südlich    von  Damiette  liegen* 

Vgl.  Genes,  47, 


229 


adnltero,  quem  äiu  tenuisti,  proiecto  ad  priorem  vinim  tuurn 
reversa  es,  et  que  prios  parturiebaa  spurios,  amodo  paries  filios 
legitimoa  ad  cultum  filüDei  firiniter  a  cultoribus  Christi  pos- 
sessa*  Acconensis  epincopiis  ex  te  primitifis  amiiiarum  Deo 
aoWit  parTuIos  tuos,  qoi  in  te  reperti  sunt  ab  ipso  ritales, 
etiam  morti  proxiDios  baptismatis  uoda  sacramentaliter  mon- 
dando.  Miiltiplices  solvisti  peiias,  quia  preter  eos,  qoi  com* 
prehensi  sunt  vivi  in  te ,  mortui  tiii  promisciii  sexus  a  tem- 
pore obHidionts  in  circuitu  computantur  ad  triginta  milia  et 
»ampliuB,  quos  aine  ferro  et  igne  Dominus  percussit,  amodo 
suütinere  dedigiiatus  spurcitias  in  te  commiäsas. 

1  adnlterio  Cl  quam  LP,  quendiu  N,  quamdiu  Cl  pincto  B, 
tandem  proiecto  reversa  e«  ad  aniatorem  tuam  priorem  VoKBu,  re- 
Yersa  ee  ad  viruro  tu  um  priorem  LNRVCEClZBFG^(>g.  2  quoa  F,  par- 
turiebat  L.  «parrios  Cl  modo  C,  amoda  Gg,  aainodo  P,  ammodo  ADH, 
abhinc  legitiiuog  paries  filios  VoKBu,  filios  om.  NE,  le^timos  filioB  L. 
3  legittimoa  NZA.  ad  —  pOBseaea  om,  VoKBu,  firmiter  om.  Gg, 
Christi  cultoribuB  B.  4  Acaron  N,  de  hac  re  Archonensis  Cl,  Ako- 
nensis  ZB,  AchoneriBis  Gg,  Accon  P,  Acchon  M,  Acborien8iB  VoKBu. 
episcopus  iam  LNRVWCEClZBFGßgVoKBa.  te  om.  V,  re  CL  ex  te 
om.  F.  animarum  primitias  ClVoKBu,  Deo  om.  Z.  5  parvulis  tuis  N, 
et  panrulis  buis  Cl,  et  parvulis  tuis  Gg,  et  parvuloa  tuoa  etiam  morti 
proximoa  et  baptiftmatis  unda  [unde  Vo]  sacramentaliter  emundando 
vitales  reddidit  VoKBu.  in  te  om.  LNRVCEClGGg»  reperti  «unt  in 
te  ZB,  ab  ipso  reperti  sunt  G.  ab  ipso  om.  Cl.  ut  tabes  E»  vita  lesi 
mortui  etiam  proiimos  Cl*  vitalia  e^ae  propriia  Gg.  6  propximos  R. 
babtiBmatis  H  unde  Gg.  inundando  CE,  emuitdando  Cl,  omnimodo  Gg, 
mutidando  etiam  morti  proximoa  renovando  W.  7  multipliciter  tuo- 
rnm  scelerum  penag  exsolviati,  cum  absque  eis  qui  in  te  vivi  sunt  com- 
prehensi  xxx  inteifectorum  milia  vel  amplius  computantur  quoa  VoKBu. 
penaB  eorum  Gg.  qui  ClFGg.  vivi  comprelieoai  nunt  [om*  P]  in  te 
LNRVWCEClZFGGgPMAD.  8  tui  om.  NR.  mortui  tui  om.  ClGg, 
9  obsidioniB  tue  ClGg.  circiter  ClGg,  computantur  om.  N,  ad  trigiota 
milia  et  ampliuB  computantur  Cl,  circiter  ad  octoginta  milia,  eicud  a 
captivia  refereotibu«  didicimua,  periertint  in  civitate,  aani  vero  vel  lan- 
gwidi  ad  tria  milia,  quorum  ccc  spectabiles  utriusque  sexus  ad  redemp- 
tionem  captivomm  nontrorum  reservabantur.  Capitulum  Ixxxviii.  Gg. 
a  LR,  ad  —  commiBsaB  om.  Gg,  triginta  om.  PM.  mille  M.  10  qaos 
Dominus  sine  ferro  vel  igne  percuasit  Cl.  sine  om,  Z.  et]  vel  RNCE 
ClBFV'oKBu.  et  igne  om.  LV,  igne  vel  ferro,  igne  vel  in  marg.  Z. 
percuasit  Dominus  VoKBu.  ammodo  ZBÄ,  om.  VoKBur  11  suetinere  Z, 
apurcicias  in  te  commitfsaa  de  cetero  dedignatua  sustinere  VoKBu.     de- 


1119 


230 


IS19 


34.  Gaiideai  igitiir  universalis  ecclesia  digiias  gratiamm 
actiones  referendo  pro  tali  trium|iho,  et  noti  solum  pro  Da» 
iniata,  sed  pro  destructa  peniitiosa  miinitione  montis  Thabor 
et  pro   aditii   libero   in  Jerosalem,    ut  reedificentur  muri  eius 

ß  tempore  ab  Altissimo  proviso;  pro  Castro  preterea  filii  Üei« 
qüod  magnis  sumptibus  mititia  Tempil  iitiliter  et  inexpugna- 
biliter  edificat,  de  quo  superios  plenins  scriptum  est.  Letare, 
prOYincia  Coloineusis ,  exiilta  et  lauda,  quoniam  in  navibas, 
iiistriimeutis  bellicis,    bellatortbus  et  armis,  victualibus  et  pe- 

lö  eimia  maius  aiixiliuiu  tuliati  quam  residiium  totius  regni  Ten- 
tonici. 


di^atus  fluatiTiare  NPM,  dedignaris  C,  dedignatus  amodo  snstinere  Ol, 
de  in  dedignatuB  superecr.  H.  Bpuiicicias  L,  aparcicias  corr.  e  spuroii- 
Biaa  H. 

1  üaudeat  igitur  universalis  ecclesia  pro  tali  triampho  grate*  refe- 
rens  Deo»  qui  vite  et  morti«  habet  imperium,  cai  est  bonor^  virtus  et 
poteutia  per  infinita  secula  Beculonim  [Beculoram  secula  K]  amea  Vo 
KBa,  —  Finis  mss.  VoKBu.  igitur  om.  Gg.  universa  H.  digniis 
Deo  Cl.  2  rferendo  P,  gratiarum  pro  tali  triiimpho  referens  actio- 
nes GL  naa]  m  Cl.  Damietba  Z,  Damieta  BO^  Damjata  Gg.  3  per* 
aitiosa  corr,  e  pernitiose  H,  Tabor  D.  4  pro  om.  LF.  libero  aditu  N, 
adito  libero  B.  ad  LRVWCEClZFiG»  in  matg.  H.  Jberusalem  Z,  fiie< 
rusalem  M.  ut  muri  eius  tempore  ab  Altissimo  proviao  reedificeotttr  Cl. 
edificentur  FB,  edificieutur  Gg.  eius]  Jerusalem  N.  h  preterea  pro 
Castro  NGg,  pro  caatra  B,  prostrato  CL  fil]  peregrino  GPM.  Dei 
om.  PM.  quod  m agnig  [magis  Cl]  sumptibus  edificat  [edificavit  ClGgD] 
uiiliter  [viriliter  LNRFGPM]  et  [om.  LH)  inexpugnabiliter  [in  super- 
8cr,  Z,  expugnabiliter  GgJ  milicia  Tempil  LNRVWCKClZFGGgPMAD- 
7  qua  PM,  uude  superius  B,  quo  om.  G.  pleuius  om,  M,  plenius  in 
prioribuB  [corr.  e  superionbuB  R,  BuperioribuB  E]  litteris  LNRYC£CIZ, 
in  prioribuB  litteris  ptenius  B,  superius  in  prioribus  litteris  plenins  Og« 
est  expreasum  Cl.  Letare  specialiter  LNRVWCEClQg,  Letaie  spiri- 
tualiter  C,  Letare  —  publice  promulgavit  [cap.  86]  om.  Gg,  8  Co- 1 
loaensiB  Cl,  Coloniensisi  Treverensie,  Bremensi»  Gg»  sis  in  Coloniensii 
snperacr*  2  H.  —  Finü  ms,  N.  exuMate  et  landate  Gg,  et  laada  et 
exultä  M.  quoiBodo  LCECl.  navibus  corr.  e  novibuss  H.  9  in  in- 
striniientiB  Gg.  et  om.  LRVWCKClZBGg,  arrais  pecunia  [peccnniaB, 
pecunia   et    HJ    victualibua   LEVWCEClZBGg.  10    maxime    m&ins 

ClGg,  magis  B.  contullsti  OlGg,  intulisti  D.  totius  om.  ZBPM>  Tbeu- 
tonici  LRWCEA ,  Teotonicorum  Cl ,  Teutbonici  P ,  Theutonicorum  M. 
Theotonici  D.  —  Finis  ms,  W. 


PMADH: 

Tu  autem,  Coloiiia, 
civitas  sanctorunif  que 
in  hortin  habitas,  inter 

fi  lilia  wginiim^  rosas 
martirmn,  violas  con- 
feasorum,  flecte  gf^nua 
cordis  tili  pro  devotione 
filianim  tuamiu  magni- 

10  ficas  gratiarum  actio- 
ne« altis  vocibiis  reso- 
nando. 


15 


I 


LRYCEClZBGg: 
Ulustria   imperator   noster    et  rex 
Sicilie  ardenter  exapectatiir  a  populo 
Dei  ad  negotii  felicem  conaumniatio- 
nem»    Tu;  Colonia,  civitas  sanctortim, 
que  in  hortis  rosarum  martirum,  lilio^  •'•  *5*_"J*  •• 
mm  virginiim,  violarura  confessoram, 
nunc  paee  temporali  per  Yenerabilem 
archiepiscpuin    nostrum   gaudens  ha- 
bitas,  pro  devotione  filiaruin  tnaruni 
flecte    genua  cordis  tui  coram  Altis- 
simo,  qui  vite  et  mortis  habet  impe- 
rium.     NoU  aUa  sapere^  sed  titne  co-  ««m.  n, » 
ram  ipso^   vius  tuas  argue,  ne  Juror  j<»*>  u,  u 
irc  Dei,  qui  stiUavit  sttpf^r  te,  conver-iip«r»us4,t 


^ tatur  in  grandinem,  sed  tranqiiillitate 

^^^^^^^  temporum  diu  concessa  ei,  cui  honor 

^^^^^^^  est  et  excellentia,  yirtus  et  potentia, 

^^^H  libera  mente  deBervias. 

H^          35,  Ante  captioneni   Damiaie   liber  nobia  apparuit  Ära- 
p        bice  acrifitus  \  cuius  autor  se  Juden ni  vel  Christianum  vel  Sar- 

L         racenum  faisse  negat  in  illo,     Quisquia  autem  ille  fiierit,  pre- 

4  hab.]  hereditaa  PM,  5  virgiuum  lilia  PNf,  6  tnartjnim  M. 
fiolas  D,  12  roBonan^o  H.  2  imperator  et  rex  noster  Gg.  3  8ci- 
cilie  LR,  Sicylie  E,  Sycilie  Z,  espectatar  R,  eipectantur  E,  a  populo 
Dei  desideratur  B,  ex«pectal»atur  Gg-.  4  ad  felicem  negotii  B.  con- 
firmationem  CL  5  tu|  Daroiata  B  et  om.  Tu  —  sanctorono»  in  Gg» 
Colonie  Gg.  6  qui  L.  ut  qui  B.  mortis  R.  raaarum  L,  rosarum 
et  Cl.  martirum  om,  ClGg,  librorum  L,  lilium  Gg.  7  violanim  con* 
fes80rum  virginum  Z.  viduarum  Gl.  8  in  pace  Z,  9  epiacopum  Z. 
10  iliorum  tuorum  ClZBGg.  XI  ienua  L,  cordis  om.  Cl  tua  Gl. 
13  aede  Ol.  14  illo  L.  argu«  vias  tuas  E,  dinge  Z,  dirige  argue  B. 
15  ire  om.  Gg.  sup.]  in  B.  16  sed]  et  GIGg.  tranquillitate  quiete  B. 
17  temponB  L.  diu  om.  B.  ei  om.  CIt  et  —  deaerviaa  om.  B.  e«t  ho- 
nor  ZClGg.  18  excellentia  om.  Cl,  et  eatcellentia  om.  Gg,  19]  des,] 
amen  addit  E,  —  Finis  }fU8.  LR  VCECL  20  ante  captionem  —  pu- 
blice promulgavit  [cap,  36]  om.  ZB,  ante  captionem  —  reservatur  usus 
[cap.  39]  om.  Gg.  nobis  om.  D,  corr.  e  nobilia  H.  21  auctor  MA. 
22  fuiflse  om.  PM.    ille  om.  PM, 

VgL  Rükricht,  Quinti  belli  aacri  as   min.  «.  xliv  W, 


iflio  dixit  mala,  que  Saladiiiim  populo  Christiano  crudeliier  intulit 
in    destnictione  Tiberiadis,    in  victoria,    quam   de  Christianis 

habiiit,  quando  ref^eni  Jerusalem  pt  principes  eius  captivoe 
duxit,  civitatem  sanctam  possedit,  Ascalonem  destriixit  et  qao- 

6  modo  conabatur  Tyrnm  comprehendere,  aed  non  profecit,  et 
alia  miilia,  qne  peccata  temporis  illiiis  loeraerunt.  PredixH 
etiam  destmctionem  liortorum  palraefci  Daroiate  civitatis,  quam 
factam  vidimus,  quaudo  librura  hunc  per  interpretem  inspexi- 
miis,     Addit  etiam,    Damiatam   a  Christianis  fore  capiendam; 

1»  Saladini  nomen  non  ponit,  sed  per  nigros  oculos  et  crocea 
vexilla  ipsum  desigiiat.  hisoper  predixit,  quendam  regem  * 
Chriatianorura  Nubianoram  Mecham  civitatem  debere  deetriiere 
et  iissBL  Machometi  psendoprophete  dispersa  proicere  et  qiie- 
dam  alia,  que  nondum  evenenuit,  sed  «i  complefca  fuerint,  ad 

Iß  exaltationem  Christian itatis  et  depressionem  Agarenorum  eve- 
nient,  Scimiia  rjiiosdani  gentiles  ethnicos  Spirituni  i^anctum 
in  ore  liabuisse,  sed  noo  in  corde  et  nianifestte  de  Christo  pro* 
phetasse,  imde  non  miramur,  si  per  canales  lapideos  pnrior 
aqua  definxit.    Ad  hoc  fama  disciirren.s  per  totum  orbem,  Da- 

20   miatem  a  Christianis  esse  comprehensam,  Georgianorom  litt^ 


1  Sftlahadmaa  PM,  soldanua  H.  2  Tyberyadis  P,  Tyberiadis  D. 
8  quam  1).  Hierusalem  M,  Jheruaalem  D,  eiu«  om.  PMA,  4  civi- 
tatem ipsam  Biinctam  PMAD,  Aechalonem  M.  5  Tirum  PH.  tur- 
rim  D«  apreliendere  P,  apprehendere  M.  set  P.  6  ilüas  tempo- 
TU  PM,  predixit  bia  Bcrib.  PM.  7  etiam  odi.  PM,  ortorum  PDH. 
et  palineti  PMA,  om.  D.  civitatis  Damiate  M,  Dainial^ne  ctvitatiB  A, 
Damiatene  civitatig  D.  8  iaterpretes  PMAD.  9  addidit  PMAD, 
ei]  et  M.  10  Salabadimi  PM,  soldaai  H.  sei  P.  ni«i  H,  11  in- 
guper  etiam  D.  per  quendam  D.  12  Nubianorura  om.  D.  civi- 
tatem Sarracenorum  D.  deatmi  D.  18  Mahometi  A.  dispergere  D. 
proicere  om.  D.  14  niidiam  P.  evenerunt  corr.  aL  mao.  ex  eve- 
niunt  P.  set  P.  fiunt,  in  niarg.  aL  man.  fuerint  P.  ad  superBcr.  H* 
Ib  exultationem  P,  exbortationeni  D.  Christianortim  D.  deprei'essioDem , 
reaa  in  ras,  P.  Agarrenorum  Ar  Sarracenorum  D,  AgHrenorum  corr.  es 
AgarrenoTum  M.  evenerunt  D.  16  ethnicoR  om.  D.  17  habere  in 
ore  PH,  in  ore  om.  D.  prophetasse  om.  D.  18  canales  al  man«  in 
marg.  P.  aqua  pnrior  PMA,  purior  om,  Ü.  19  defl.]  pertraneit 
PMAD.    bec  MA.     triinBCurrena  D.        20  literas  M. 


Ean. 


Der  könig  David,  vgl.  cap.  55,  in  wabrlieit  der  Mongole  Dschingit- 


233 


ras  '    ad  castra    cathoUcomni    mitti  persiiasit,    in  quibus  con-   la^» 
tinebatnr,   quod   indignata  gens  illa  vel  excitata  rubore  rege 
convocante  principes  decrevit  ei  inravit,  se  obsessuram  famo- 
sam  aliquam  civitatera  Sarracenorum,  aUegans  sibi  vereGundum 

&  esse,  qaod  Franci  de  transraarinis  partibii»  et  ultiniis  terre 
finibus  venientes  per  mare  spatiosum  periculis  plentim  tarn 
manitam  civitafcem  obsidiuiie  longa  cepissent,  nisi  et  ipsi,  qui- 
bus erat  faciliiis  perfidos  impugnare,  Damascum  vel  aliuni  lo- 
com  notiiinatora  virtufce  caperent  armoriim.    Sunt  autem  Geor- 

10  giani  cultores  CJiristi  Persis  vicini  longo  terraniin  tractu  a 
Terra  promissioais  distaotes,  quorum  dominium  extenditur  us- 
que  ad  Caspios  montes,  in  qüibus  decem  tribus  incluse  Anti- 
chriati  desiderant  tempora;  tunc  enim  ernmpent  ma^nam  stra- 
gem  facture.  Qeorgiaiii  bellicosi  sunt  homines  hiibentesrasuram 

i&  in  capite,  clerici  rotnndani^  laici  qnadratam.  Muli  eres  eoinim 
equestris  ordiiijs  docte  aiint  ad  prelium»  Homines  isti  quaudo 
ordinatis  aciebus  hoales  sunt  aggressuri,  quiübet  pugillareni 
cucurbitam  repletam  vino  pnro  ebibit  et  statim  adversarios 
viriliter    invadit  —  Computandnm    esse   non  dubitamus  inter 

10  beneficia  tutoris  nostri  Christi,  quod  a  sicariiii  persecutorum 
majores  uostros  defendit  in  obsidione  Damiate.     Usitatimi  si- 

quidem    habebant   Hassessini   et    eorara    preceptor  VetnUis  de 

* 

1  tranflmitti  PMAD,  2  rubore  om.  PM,  robore  0.  rege  eorum  PM. 
3  crevit  in  decrevit  poateji  addit  in  ras,  2  H.  obfiesBuriim  A.  4  ali- 
qaam  formoBam  civitatem  P,  aliquam  civitatem  famoaam  M,  Sarace- 
norum  A.  5  fratrea  PM.  portubna  P.  6  finibus  terre  D.  7  longa 
obsidione  M.  8  facilius  erat  PM.  impugnarent  et  PM.  Damaacum 
corr.  e  Daamaacum  H.  aliam  civitatem  vel  locara  alinm  PM*  10  Chr.] 
addnnt  PMi  rilns  babentes  Grecorum.  longe  D.  12  Caspioa  in  raa,  P, 
inclufii  H.  13  desiderant  adventum  Antiehristi  PM.  enim]  etiam  PM. 
li  facturi  H.  16  docte  corr.  ex  edocte  M.  17  hoste»  annt  om,  P, 
aggresBuri  sunt  inimicoB  M.  agreasuri  H,  18  pur]  proutPM.  velo- 
ein«  ebibit  PMAD.  10  viriHter  adversariofl  M.  invadant  PI),  non 
dubitamuß  eaae  D,  20  beneliciatoris  P,  tut]  aalvatori«  M ,  um.  P. 
noBtri  om  PM,  Jheau  Cbristi  PD,  .Jesu  Clirißti  M,  Chriati  Jhesn  A,  aic- 
cariia  PMD,  sicariiB  corr.  e  siccariii*  H.  persequutorum  H,  om.  PM. 
21  deffendit  P.  Damiatbe,  i  superscr.  P.  ta  in  usilatum  auperacr.  al, 
man.  P,  visitatum  D,  22  ante  »iquidem  delet  qnippe  .M.  ABBesini 
corr.  ex  HaasesBini  P^  ÄBaaeini  M,  Aaseaaini  A. 


Vgl,  Wilken,  Geacb.  d.  kreuzzügö  6,  a.  297  nofce  27. 


I 


iaio  moiitanis  ctiltellos  emittere  contra  Christianos  ad  intercipien- 
dam  vitam  eoruin,  qui  negotium  ChiistiaTiiiatis  propensius  pro- 
cumbant.  Nuui  tempore  treugamm  filium  Tripolitani  comiiis^ 
aclolescentem  spectabiloni  in  t'celesifi  beate  Virgin is  apad  Tor- 
6  tnsam  ante  altare  procumb entern  nequiter  interfecerunt,  ande 
militia  Tempil  non  cessavit  eos  persequi  pro  tarn  religiosa 
emiinitate  violata,  donec  hmniliarentur  usque  ad  semtütem 
tribnti;  tria  namque  inilia  bisantiorum  annuatim  TemplarUa  ^ 
pei-solvynt  | 

lü  36.    £iuadeni    obsidioniß   tempore  rex  Armenie  Levo  de- 

functus   est  in  seuectute  bona  ^.     Mortnus  est  etiam  soldanus  mi 
Ycunii  ^,  qui  creditur  baptizatus  fuisse,  qoi  taute  beniguiiati!»  W 
erat  in  Christianos,    nt  werrani   haben»   cum  Sarracenis  solri 
luberet  Christi  cultorea,  quos  vinculatos  invenit  in  munitioni- 

j;*  buSf  qnas  exptignavit,  et  in  optione  illorum  posuit,  utrnoi  in 
patriam  suam  redire  vellent,  an  acceptis  ab  eo  solid  is  sub  ip»o 
militare  potius  eligerent  Idum  Christianos  in  tantum  fami- 
liäres habebat,  ut  cnstodes  sni  corporis  conatiiueret  eosdeo), 
licet  pat-er  ipsins  a  Ijascaro  Greco  fniaset  interfectiis*.    Manu* 

ao   tenuit  etiam  Miralim  filium  Saladini  exhereditatum  contra  filios 


1  cutellofl  PA.  iuterficiendam  H.  2  eor.]  ipsomm  PM.  H  ca- 
rabant  H,  treugarum  tempore  PMAD,  tempore  in  marg.  2  H.  ta  in 
TripoliUuii  sQperscr.  H.  4  beate  corr.  e  öaiicte{?)  H»  Carchusam  PM. 
6  Tempil  OTH,  M.  rellifj^ioBa  H.  7  exanitate  PM,  8  naitque  F. 
bisantinorutn  D.  IQ  Armenie  rex  PM.  Levo  nomine  PM.  U  in 
terra  sua  PM.  bona]  addunt  liic  PM*.  Melcbiserapb  —  TicttiB  est  a 
Sarracenia.  etiam  om.  PM.  12  Ycconii  P,  Icbouii  M,  tante  corr. 
e  langte  P.  13  gerram^  in  luarg.  al  man.  treugam  P,  treugam  M. 
guerram  AD.  habena  —  qnon  in  raa,  H,  haben»  om.  PM,  Saraceoii  A. 
U  iubere  P,  iubent  D,  15  et]  etiam  H*  in  obaidione,  in  marg.  al. 
man.  in  obtione  P,  optione  conr.  ex  iptione,  in  marg.  man.  Rotten dor^ 
fii  in   optione   H.      eorum  MÄ,   ipsornm  LX  17   ante  potins  delet 

vellent  M.  isdem  M,  18  habnit  PM,  constrneret  P,  19  Alasoana  ?• 
a  Lascano  M»  a  Lascoro  H.  20  Miralyn  corr.  e  Miralim  P,  Myrrn- 
lyn  My  Miralum  A,     Salaliadini  PM.     exheredatiun  ADH. 


*  Raimund»  söhn   Baldnins  IV.  von  Antiocbia,    wurde  1218  (?)  in 
Her  Marienkircbe  zu  Tortosa  (dem  alten  Aradua,  arab.Tartüa)  ermordet, 

*  Stirbt  1219.         *  Kai-Kaus  el-Malik  el-Ghaleb  haeddin  etirbt  1219. 

*  In  der  schlacht  am  Mäander   frübjahr  1211   hatte  Theodor  Laacaria 
den  sultaa  Kalkhoaru  von  Iconium  getötet. 


235 


Sapbadinj,    qiiantura    caliphu»    permittebat    de  Baldachi   papa      lais 
sue   gentis.     Melchisoraph  \    filiiis  Saphadini,    mnlta  dampna 
Temphiriis  intulit,  cum  easeot  in  obaidione  Damiate;  combussit 
eoim  oppidum  Castri  albi  ^  et  turres  rarinitus  destrujot.     Sed 

5  cum  rediret  in  terram  siiam,  victiis  est  a  Sarraceiiia.  Eisdem 
temporibus  Boamundus  coiues  TripülitAnus^  Antiochiam  in- 
gressus  RupJnuui  qiiendam  coDsanguirietim  suum  de  principatu 
civitatis  illius  violeiiter  eiecit  magis  eligens  peccati  temporalis 
habere  ioconditatein  quaei  affligi  cum  populo  Christiano.   Ußde 

10  legatua  apostoltc^e  sedis  excoriminuicatioiiis  et  iiiterdicti  nen- 
teutias  in  ipsum  ac  Tripolim  et  terrae,  in  quibus  deliqiiit, 
publice  promulgavit. 

37,    Contrivit  Ihmiinus  bactdum  inipiorurnj  mnf regit  cornu  r"\"'i* 
superborumy  terrihilia    ut  co/^si/i /.-?  super  fdios  kommum  portas   Pt. «.  a 

16  Damiate  potenter  aperuit.  Ingredieiilibus  nobiA  occurrit  fetor 
intolerabilis,  aspectus  miserabiiia.  Mortui  vivos  interfecerunt,  vir 
et  uxor,  pater  et  filius,  dominus  et  servus  se  mutuia  fetoribua 
interemeront  Non  solum  platee  mortnia  erant  pleno,  sed  in 
lomibus,  in  cubiculia,  in  leetnlis  iacebant  defnacti.    Exstincto 


f 


l  cbaliphua  A,  caliphua  corr*  e  calipphuÄ  H*  permitebat  P.  Bai- 
dac  P,  Bandaa  M^  Baldah  corr.  e  Caldah  H.  2  MelcbiBemaphat  PM» 
Melcbiaeraf  D«  damna  M.  :i  combuxit  P.  4  opidum  PADfl,  aet  P. 
5  est  rictus  Ä.  SaraceniB  A»  eisdem  —  pixiaiulgavit  om.  PM.  6  Boai- 
mundua  A,  Boymiindua  D^  Boamundus  com  e  Boimucdufl  H.  Antbio* 
ßliiaiii  D.  7  quendam  om.  AD,  9  Chribt]  Dei  AD.  11  ac]  et  D. 
©t]  ac  D,      deliquid  corr.  e  dereliquid  H.  13  contrivit  corr,  e  con- 

tntam  Z  et  addit  iti  niarg. :  De  iiigreaäu  portarum,  ipsorum  G. 
14  aiip.]  iniquoriim  BZ,  Daoiiete  B,  Damietbe  Z.  15  potenter  om.  Z, 
ingre dient ib US  itaque  F.  occurrit  om,  PM,  fetor  intolerabilia  occur- 
rit Z.  intollerabilia  M,  16  mortui  corr.  e  mortuoa  Z.  int.]  occide- 
nint  PM,  17  doininUB  et  servus,  pater  et  filius  GPM.  aervua  etdo* 
minus  D.  fetore  se  mutuis  Z,  multia  B.  18  interfecerunt  ZG^  ante 
interemerunt  delet  occiderunt  M,  erant  mortuis  PM.  plene  erant  BZ, 
sed  et  B.  lü  et  in  FP,  et  M,  et  in  lectulis  et  in  cubilibua  BZ,  cu» 
bilibös  G.    et  in  BZ,  et  GMÄ,  et  om.  R     lectia  FGPMAD. 


*  Malik  al-Aacbraf,  aobn  des  Malik  iil-Adil,  vgl.  Wilken  6,  a.  333—3 
note.  '  Cnatelblana  oder  Safita  aö.  von  Aradua,  vgL  auch  cap.  42, 
wo  richtig  al-Maazzam  als  eroberer  angegeben  wird  (anfang  1220). 
•  Boemund  iV.  1219,  vgl  Du  Gange  a,  a.  o.  «.  201  f.»  204. 


236 

liiti  viro  miilier  impoten«  surgere  et  sublevantis  carens  atixilio  pu- 
tredinem  noti  ferens  exspiravit;  filius  iuxta  patrem  vel  econ- 
verso,  ancilla  inxta  dominam  vel  vice  versa  languore  defieiens 
iacebat  exstincta,  Farvuli  ptiia-uvt  pmies,  nee  erat  qui  /ränge- 
ret  m,  mfantes  ad  ubera  matnim  pendentes  inter  amplexus 
raorientium  oscifcabant.  Delicaii  divites  iiiter  acervos  tritici 
interierunt  tarne  deficientibus  cibis,  in  quibus  erant  nutriti; 
pepones  et  allia,  cepas  et  attilia,  pisces  et  volatilia,  fructus 
nrboruni  et  olera  frustra  desiderabaiit.  Multitudo  vulgi  con- 
tmcfca  vel  oris  molestia  diutius  fatigata  deficieus  aruit.  Com- 
pletuiD  est  in  ei«  prophete  vaticmium:  Pro  suavi  odorejtior, 
i  quasi  cadaver  2^HtridHm  non  hahehü  consortium  in  sepultura. 
Octogiuta  ft*re  milia,  sicnt  captivis  referenfcilms  didicimus,  a 
tempore,  quo  perfecta  est  obsidio,  perierunt  iu  civitat^i3  exceptio 
eis,  quos  sanos  vel  languidos  itiveDimus  quasi  tria  milia^  quo- 
mm  trecenti  speetabiliores  iitriiisqiie  sexus  ad  redemptionem 
captivorum  nostrorum  reservaiitur;  alii  mortui  sunt  post  vic- 
toriani,  alii  luagno  precio  venditi,  alii  baptizati  sunt  et  Christo 
donati. 


1  et  muliere  Z.     exurgere  B,     et  om.  PM.     aullevuntia  FO,  ȟble- 
vana  P,  aublevandi  M.     aax.]  aolatio  BZFQAD,  sübaidio  vel  solatio  PM, 

2  earpiravit  BPMD*      iuxta  om.  G,     ve!]  et  atiperscr.  Z.     econtrario  0. 

3  ecouversa  vice  B,  lanLfore  FPA*  4  defuncta  iacebant  Z.  exstincta 
om  B  panem  ZFAP.  nee]  et  non  ZGPM^  non  F.  frangeret  corr.  e 
frangerat  Z,  faceret  P.  5  matrie  Z.  pendentes  moriebantur  inter 
amplexus  osci taute»  B.  6  oacitabant  corr.  e  ocitabant  F,  vocitabant 
PM.  tritici  corr.  e  tridici  aut  e  tritlici  H.  7  fame  perierunt  BZ, 
Tarne  om.  F.  ci  in  deficientibus  superBcr.  P,  in  om.  BZ,  in  rasura  Pr 
nutriti  erant  BZ,  8  pepones  -^  desidcrabant  om.  B.  alicia  G,  aliaA, 
cepe  ZM,  cephaa  G.  pisces  om.  Z.  volatiHa  et  PM.  fructus  ^  olera 
om.  ZFG.  9  holera  A.  desiderantcs  ZFGPMAD.  contrecta  G. 
10  oris  corr.  e  moris  M,  diutiua  om.  BZ.  fatigata  corr.  e  fatigatus  P. 
completum  —  ßepnltnra  om,  PM.  11  i  in  eia  superacr.  H  12  pn- 
trescens  F.  iiabuit  BZ,  habeng  F,  habebia  G.  nep.]  addit  F:  Numi^rtifl 
eorum,  qui  perieriitit  a  principio  obsidionis  in  civiiate.  13  fere  om  G. 
miiia  om.  PM,  ü  captivis  ZP.  agnovirou»  B,  didiBcimu»  P,  14  in] 
a  Z.  15  vel]  et  BZ.  invenimus  om.  G.  tria  om.  M.  mille  M, 
tnilia  et  ampUus  G.  qnatuor  Z.  16  cccl  G.  Bpectabilea  G.  roden- 
cionem  P.  17  alii  corr.  ex  allii  P.  sunt  om.  ZP,  sunt  njortoi  M. 
18  precio  magno  BZ.  baptizati  Cbristo  donat»  «unt  ZFGPMAD,  oddit  F: 
De  divitii«  in  oivitate  repertis.     sunt  —  donati  om,  B. 


F 


38,    CiTitas   hec  gradatim  murata  primom  murum  habet  lats 
humiletn   ad    cust;odian]    fossati^   secundum  altiorem,    tertium 
emineiiHorem  secondo.    Miirus  tuediua  viginti  octo  turres  habet 
principalesi  binas  vel  terüaa  testudines  cooiirientes,  qiie  omnes 

ft  remaoserunt  ioiegre  cum  muris  preter  unam,  qiie  crebria  icti- 
bufi  trabucci  ducis  Aiistrie  concussa  fuit  aliquaniiiliim.  Adeo 
enim  exercitns  noster  ad  pigritiani  resolutiis  fuit,  ut  milites 
otio  dediti  negligerent  opiis  Dei,  vulgim  ad  tabernas  et  nego- 
tiationes  fraudulentas  ae  coDvertit,    Gatti  dno  ad  foäf^atum  im- 

10  plendiim  tnagois  »umptibus  compositi  fueruiit,  quorum  iinua 
in  custodia  regis,  alter  in  custodia  Romaooruui  cornbastiiB 
fuit^  ctiJB  adhuc  potentem  essent  in  armis  custodes  civitatis  \ 
Fosse  due  subterranee  facte  fiienint  ad  suffodienda  hindamenta 
munitioniim ;  sed  labor  ist«?  frustratus  fuit  post  expeDsas  plü- 

i&  rimas.  Sic  Domiuus  ciYitatem  dare  volnit  integratti  sine  dam- 
pno  eapientiuoi  eaiD  et  virtute.  le  comtauTie  iuraviniTis  omnes, 
ut  asportata  de  civitale  spolia  redderentor  inter  victores  divi- 


1  murata  est  BZ-  hamilem  muruni  hiibet  D,  2  ad  custodien- 
dam  fosaatum  EiZ.  Becandi  P,  3  superemuienciDruai  BZ,  emiitocio- 
rem  P.  socandos  BZ.  vig.]  triginta  A.  tarea  P.  4  irinas  D.  ante 
testndines  d€*lei  teatudines  Z.  cont.]  habentes  B»  om.  Z.  5  crebm 
trabucoli  [tribuculiB  M]  Templarioram  ictibus  concuBsa  PM.  6  tri- 
bocco  BZ,  trebucuH  F,  crebiicuH  G.  ducig]  Tetnplarionim  FG.  ante 
fuit  delet  fuit  P.  7  enim  om.  (J.  uoater  exercitua  G,  resolutus  ad 
pigritiam  fuit  Z,  8  occio  P,  otio  dediti  om.  B,  dedit  G.  iiegglige- 
reat  G.  Dei]  Christi  PM.  vulgus  autem  PM.  negotiationea  corr,  e 
negotiatore«  B.  9  frauduleutee  BP^  fraudtiletitaa  in  ras,  H.  caii  PM, 
gatti  A.  10  implendum  ducti  H.  apositi  B.  II  ad  cnstodiam  BZ. 
alias  BZ,  ad  cuatodiam  BZ.  12  cum  superscr*  H.  ie  in  armis  bu- 
peracr.  P.  civitatea  D,  civitatis  corr.  e  civitatea  H.  13  aubteranee  G. 
fracte  F,  facte  in  marg.  H,  9ijbfodi<3nda  F,  suffbdenda  PM.  munitio- 
num  fundamenta  Z.  U  iate  om,  G.  frustatus  Z.  est  PM.  poßtj 
propter  U.  multaa  B,  plurimaa  et  infinitas  Z.  15  sie  autem  Z,  sie 
autem  sine  dampno  capientium  Dominua  civitatem  integram  dare  ?o- 
Ittit  B.  voluit  dare  civitatem  G,  dare  voluit  civitatem  PM.  integram 
debeltare  voluit  Z.  damno  M,  16  eam]  tunc  2.  in  virtute  Dei  Z» 
in  Tirtate  M,  et  virtute  oui,  ß,    communi  BZ.        17  absportata  PM. 


•  Geata  obs.  05,  Lib,  duelK  1&5,  Job.  v.  Tulbia  129  setzen  dies  er- 
eigniaa  in  den  juli. 


238 


^ 


itf9  denda ;  hocetiain  siih  anatbemate  terribiU  fuit  preceptum  a  legai 

sedis  apostolice*     Tranagressores  perpetuo  remanebunt  infamea 

cum  Acbor*,    qui  furatus   est  de  anathemate  Jericho,  conipa- 

tandi.    Verumtamon  concupiscentia  oculorum  plures  fures  fecit 

SuRCepiniüs   tatiien    ad  iitilitatem    rei  piibhce  magnam  parteni 

debtiaruiii  Egypti  in  aiiro  et  argento,  perlis  et  pomis  ambre, 

filis  anreis  eb-  pbilarieriis  variis,  panois  sericis  prectosi^f  sicut 

•.la-M  enunierat  Isaias:  />?  die  Ula  atiftrvi  ornamenta  calciamenUmm 

d  lunulas  et  torques^  monilia  et  armiUas  et  mitral,  discrinmmlia 

10  et  periscelidas  H  murmmlas  et  olfadoriola  et  inaures  ei  annulm  ■ 

et  fff^imias  in  fronte  ptmdmtes  et  mutatoria  et  pallioln  et  Untca- 

mina  et  ams  vi  specula  et  sitidoneB  ei  vMas  et  thrristra^  que 

omniu   dinuinerare  nemo  poterat     Sed  ad  pondenmdum  mul- 

tum  teraporia  expendimu8.     Que  distribiita  sunt  per  exercitujij 

i^   Dnuiini  cum  annona,  que  reperta  fuit  in  civitate. 

1  et]  autem  B.  sub  om.  H ,  sub  anathemate  fuit  terribtU  pre- 
oeptom  B,  anatemate  A,  terribili  anathemate  H.  preceptum  fuit  F. 
doniino  legato  GPM.  2  apostolice  Bedis  PM.  cuiüb  mandati  tTanfl- 
gressores  B.  remanerent  Z,  reinanebant  PMD«  remauBerant  H,  3  Ach 
et  roß.  F»  Acbor  in  ras.  P^  li  in  Achor  auperacr.  A,  Acor  I),  Achior  in 
raa.  corr.  ex  Aohii  H.  furataa  conr.  e  fuerat  H.  est]  fuit  ZFtlPMAD^ 
fuit  furatau  B,  post  fuit  del,  preoeptom  G,  est  poatea  addit  H.  ana- 
temate  A.      Jhericbo  Z,  Jerico  FG,  Hiericho  M»  A  concnpiscentiii 

corr,  e  conciipescentia  Z.  plurimos  FA,  fecit  fures  PM^  cit  in  fedt 
in  ras  H.  5  precipimua  FiL  tarnen]  etiam  D.  ad  om,  D.  pap- 
Uce  GP.  S  Egipti  BZFQADH.  plui  BZ,  pellisP.  et]  in  BZ,  mam- 
bre  B,  am  bris  D.  7  in  üHa  BZ.  et  om.  M,  filacteiiis  ZD,  phUate- 
riig  GP,  filaceriia  A.  »ericia  et  precioöis  F.  pretonsis  Z.  8  Tiaias 
BZFGPAD.  in  illa  die  ÜZGP,  auferet  [auferret  G]  Dominus  BZFGSf. 
calciamentorum  oniamenta  M.  9  linulas  G,  lividas  P,  et  om,  F, 
et  monilia  ZB.  et  om,  B,  et  oni,  P.VI,  mitras  et  ZPM,  10  et  om.  PM, 
perichebdas  FGMDH.  pencelidas  PA,  et  om.  BG.  et  om.  PM.  ol- 
faetoria  tip,  otfiictoriolia  H.  et  om.  BG»  et  anulos  inaurefl  PM»  et  — 
mutatoria  oui.  F.      in   aares  H.      et  annulos  om.  BZ,      anulos  GAB. 

11  et  otn.  (f,    tiiutatoria  et  om.  BZ.    paHia  F.     lintbeamina  nZFGMAD. 

12  et  om,  BPM.  Bperubi«  B.  et  om.  BGPM,  syndones  ZMD.  mitnw 
ZB,  virtaa  (?)  A.  t^riatra  BFMAOe,  tematria  G,  ternstra  P.  13  nu- 
merare  B^  enumerare  Z,  nemo  dinumerave  GM,  nemo  dinumerare  nemo  A. 
14  temporis  om.  M.  impendimaa  ZFGPMA.  15  reperta  corr.  e  »• 
parata  P.     civ;]  addit  Z:  De  Tbani.'i,  addit  F:  de  captione  Tamnis, 

'  Ygt  Josue  7,  wo  indesa  von  der  ateinigung  det  Acban  im  thale 
Achor  die  rede  ist;  dacaelbe  versehen  Eist,  de  orta  oap.  11« 


39.  Legatim  Bpostolice  sedis  Damiaiam  cum  appendiciis 
et  pertiiientiia  regno  Jerosolimitano  contulifc  in  perpetuum. 
Maehiinieria  Damiate  per  invocationem  sancte  et  iodividue  Tri- 
nitjitis   commutata   est  in  ecclesiam  bimte  et  gloriose  Virginia 

f^  Marie,  In  quadrum  posita  tanta  fere  eius  latitudo  quanta 
longitudo  consideratur.  Colnmpnis  sustentatur  marmoreis  cen- 
tum  quadraginta  et  ima,  Septem  porticiis  habena  et  in  medio 
aperturam  longam  et  latam,  in  qua  j*yramis  in  raodum  ciborii 
sursnm  ascendtt;  extra  latus  occidentale  coclea  surgit  in  aitum 

K>  ad  modum  campanilis.  Quatuor  in  ea  principalia  fandata  sunt 
altaria,  titulatorium  beate  Marie  primum,  principis  apostolorum 
Petri  secundum,  sancte  crucis  tertium,  beati  Bartholomei,  in 
cnius  festo  turris  fluminis  capta  fuit,  cfiiartum.  Inventi  sunt 
in  Damiata    trabncculi    quatunr  com  ijefcrariis    et  mangonellis 

16  plurimis,  baliste  cum  torno  fortisaime?  manualium  balistarum 
et  arcuum  propter  multitudinera  nesciruus  nunierum.  Insnper 
omne  genug  arniature  fortium  repertum  ChristianitaÜ  couser- 
vatur.  Aurum  et  argentum  cum  perlis  et  aliis  rebus  mubili* 
bus   non  soluni   inter  clericos  et  tnilites,   sed  etiam  inter  sa- 

ao  tellites,  niuliereg  et  pueros  dividebatur  propürtionaliter.  Turres 
civitatis  cum  domibus  distribute  sunt  inter  reLrna,  qnorum 
bellatores  convenerant  ad  eius  captionera,  deducta  primo  loco, 


lai» 


1  Legatua  —  reservatur  onua  [cap.  39]  om.  BZFG.  cum  suiö  ap- 
pendicÜB  [apendiciit  P]  PMAD,  2  pertinentüa  omnibus  P,  Hieroao- 
limitauo  M,  Jerosoloiuitano  H.  conresaifc  P.  im  perpetuum  P,  3  Ma- 
cbomeria  P,  Machomeräam  M,  Mahumeria  A,  Manumeria  D\  i  in  M  si- 
eb uro  eria  BTiperscr  H.  et  iudividue  oni.  PW.  4  mutata  PM,  e«t 
om.  H.  ecckßia  M.  beate  et  om.  AD,  et  glarioac  om.  PM.  Marie 
virginiB  F.  5   latitudo  quanta  longitudo  eiuB  M.  G  colamiii^  M. 

i  in  marmoreis  Boperfscr.  H,  7  quiuquaginta  PMD.  et]  aiiiius  VM, 
in  medio  habens  PM.  8  longam  corr.  e  lungam  P,  piramys  atta  P, 
pyramis  alta  M,  piramis  H.  in  —  dborii  otn.  PM.  cyborii  L\  f)  et 
extra  AL>,  extra  —  campanilis  om.  PM.  10  qtuiitiior  M  principa- 
ba  om,  H.  11  tytulatörium  PM,  titularium  A.  Marie]  Virginia  PM. 
12  Bartolomei  A.  13  inventa  H,  14  tribuculi  PM.  quattuor  M. 
15  corno  PM,  torne  D,  magDalium  PM»  16  artiam  B.  17  post 
armature  delet  aurum  et  arge  A.  18  pelÜB  P.  19  etiam  om,  H. 
20  dividebant  M.  proportionabililer  P,  proportianaliter  corr.  e  propar- 
tionabiliter  H.  21  cmtatis  corr»  e  civitatea  AH,  cum  domibuB  om, 
_PMD.        22  deducta  fuit  PM,    loco  om,  PM. 


I 


1119  ßicut  oportnit  et  decuit,  una  tnrri,  qne  Romane  foit  assignara 
ecciesie  cum  porta  ipsins,  que  olim  dieebatiir  Babylonis,  nunc 
autem  appellatur  Romana,  Alia  etiam  turris  ardiiepiscopo  re- 
»ervatur  Damiateno^  et  sicat  olim  civitas  Dei  Tiventis  Jemsalem 

^  sancta  capta  fiiit  ab  hostibus  nocte,  sie  Christiani  Damiatani 
ante  diluciilum  obtiniieiunt  Instrumentom,  quo  capta  fuit 
turris  fluminia,  Teutonici  et  Frisones  in  commune  donaTerunt, 
de  quo  factus  est  pons  novus  inter  civitatem  et  casirum,  q«od 
constniitur   ad    miininientum    ripe    civitati    contraposite ;    duo 

>^  castellula  composita  sunt  ad  custodiam  pontis  de  instnimento 
eodem.  Insuper  de  aliis  arboribus,  super  quas  scale  pende- 
baut,  edificatiir  apecula  super  altitudinem  castri  novi  ad  indi- 
catidum  portura  longe  navigantibus,  Pons  vetus^  qui  mediante 
iosula  ütramqiie  ripum  contiugebat,  oljaiilionis  tempore  multi- 

"   pliciter  a  Sarracenis  fnerat  attemptatu.s  et  a  Cbristianis  viri- 

liter  defensus,  siio  functiis  officio  ad  altes  reservatur  usus. 

40.    Non  minori  miraculo  immo  maiori  donaTit  Dominus 

«^  *»    Christmnis  castnim  Tanis  mense  Novembri  in  fe^to  beati  Cle- 

mentis,    qui    habet    hrtbitaculuin   sunra    in   man.     Nam  missi 

^0  sunt   exploratores    numero   quasi   mille    ?iri    in  navieulia   per 


1  sicat  decüit  et  oportnit  P,  una  turria  »icut  decuii  et  oportnit  M- 
terre  P<  Romane  corr.  e  Romanu  H.  assignata  foit  D.  Babilonia  Fr 
Babylon  ica  M,  Babilonia  ADH,  nunc  au  lern  om.  PM.  3  turria  etiam  D. 
4  ]>amiai43  PM,  Damiaceno  D*  Hienigalem  M,  Jherusalem  D.  5  ante 
dilueulum  Damiatam    PM.  6  iorris  Buminii  capta  fuit  PM ,    tturii 

capta  foit  Öuminis  i>.  7  Teathonici  \\  Theutonici  MA,  Theotonici  D. 
cum  FrisonibuB  PMAD»  dedenjnt  PM,  9  niunimentum  corr,  e  mo- 
nimeDtum  H.  10  sunt  in  ras.,  ante  sunt  delet  con  H,       eodem   in- 

strumento    PM<  11    altis  PMA.      Ecata   pendebat  AD.  12  edifi- 

cantur  M.  specula  eorr,  c  apicula  H.  super  corr,  e  stiperiora  (?)  H. 
14  rippam  R  15  Saraeenis  A>  attentatua  M.  16  deffenaiia  P,  tm 
om.  PM,  facto  PM,  ysua]  additGg:  capitulum  Ixxxix.  17  ynimo  D. 
Jon]  tradidit  Gg.  Dominum  donavit  BD.  18  Thants  Chriatianit  BZ. 
ca^trum  om.  ZFGPAD ,  civitatem  Gg«  castrum  Tbanis  in  marg.  2  H. 
Tbannift  FGÄ,  Tamnjs  Qg,  Thanya  P,  Thanis  MD.  NoTembre  Z,  No- 
vembria  PD.  in  —  mari  om.  P.  beaii]  sancti  BZ,  om.  H.  19  qui 
babitaculum  suum  [om.  ß]  babct  in  mari  BZ,  20  faerunt  Qg^  atmi 
om.  P,  niii^si  exploratores  aunt  Z.  imploratores  P.  in  numero  D.  inj 
parfia  navicuHe  Gg. 


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I 
I 
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1 
I 


241 

parvuui  fluviuin,  qui  fluYius  Tanis  appellatus  est,  ut  de  castalibua  ttfi 
tollerent  sibi  victualia  et  situm  loci  predicti  diligenter  explo- 
rareiit.  Parraceni,  qiii  erant  in  prasidio  castri,  visia  Cbristia- 
nis  putantea  totum  exercitum  adventare  seratis  portia  fiige- 
nint.  Nüfltri  vero  solum  Christum  capitaneom  ibidem  ha- 
bentes,  erumpeetes  claustra  iütravenint  castrum.  Teatati  sunt 
nobis  rede u Utes,  se  nimKUiam  in  piano  fortiiis  \idisse  castniin: 
Septem  turrea  habet  firnaiasimas  teatudinatas^  in 8a per  per  girura 
duplici  fossato  et  utroque  mnrato  cingitur  habens  antemiirale. 

»  Lacns  se  diffundit  in  latum  per  circaitum  in  tantuin,  ut  aditiis 
eqiiitibus  hienie  sit  impossibilis ,  estate  difficilia  adeo,  ut  per 
nostrum  exerGitutn  obsidione  nnmquam  caperetur,  Lacus  pis- 
cosua  est  valde,  de  cuius  piBcariis  soldano  Babylonis  aolve- 
bantur    annoatim   quatoor  milia   marcarum    argenti,   aicut   a 

^  senioribus    iudicatum  est  nobis;   avibus  insuper  et  salinis  ha- 


1  fluTiain  panmm  Gg.  fluiBen  BZ.  qaod  fqui  B]  RanmiB  appet- 
latur  BZ.  fluvius  om.  Gg.  Thannis  FGA,  Tamiiys  Gg,  Thanya  P,  Tha- 
nia  Mt>,  appellatur  FGOgPMAD.  cas.]  villis  BZ.  2  tolleret  B,  sibi 
tollereut  GgPM.  öibi  om.  ZB,  statuni  G,  predicti  loci  FGPM^  pre- 
dicti om.  D.  3  Saraceni  GA.  visia  —  adventare  om.  PM.  4  ad- 
ventare exercitum  G,  advenire  Qg.  Serratia  D.  fugieront  BZ  AD,  fu- 
gernnt  corr.  e  fugierunt  H.  5  Christum  bis  acrib,  D.  cap]  ducem 
BZGg.  ibidem  om,  GgA,  babentee  ibidem  BZG.  6  erumpentea  clau- 
Bira  om.  Gg,  tempta  erumpentea  M.  ante  clauatra  delet:  claustra  in- 
traverunt  eastrum  Z.  castrum  om.  M.  7  pl.]  palacio  PM,  fortitis 
ca«trani  vidiase  BGGgPMAD^  castnim  fortins  vidisee  Z,  fortiua  caatrum 
perspexiaae  F.  8  fortissimas  ZA.  teatudinea  F,  tesludinatae  corr.  e 
festitodinataa  B.  deaaper  FG,  gyruni  GgP.  9  dnpplici  Z,  duplici 
corr.  e  duppUci  H.  utraque  M,  utroque  aingolare  habena  antemii- 
rale  Og.  10  in  latum  om.  BZ,  in  lacom  M.  ita  ut  Gg.  auditua  F, 
additus  D.  11    hyeme  GGgPM,   om.  BZ.      est  autem  adeo  difficili« 

ut  BZ.  12  obaidione  om,  BP,  nunquam  obsidiooe  Gg»  corr,  ex  ob- 
»edione  H.  tocua  BZ,  lacccua  P,  lacua  iate  iste  D.  piacbosua  Gg. 
13  piacorÜB  B,  piacatura  Gg.  aoldano  corr.  e  soldanua  F»  aoldano  Ba- 
bylonis om.  Z.  Babilonis  BZFG^^AOH,  Babilonie  G,  in  marg.  al. 
man.  P,  Babylonie  M.  solverentur  BZ,  annuatim  quatuor  milia  mar« 
caruM  Bolvebatur  Gg.  14  quattuor  M.  railia  om,  G.  marcas  QP, 
marcbe  M»  marcbariam  D.  argenti  om.  GGg.  sicut  —  est  nobia  om. 
BZFGGg,  aicut  om.  PM.  qnibus  G,  inauper  om.  PM.  salinua  G. 
abundat  M. 

oiifftf.  16 


iii9   bundab,   casalia   imilta  per   circuitiim    serviebant    ei.     Civitas  ^ 
ante   castmm  maior  Damiata,   oliui  faiuosa,  nunc  autem  nü- 
nosa,  magiiitudinem  tesiatiir  e<lifi€iorum.    II ec  est  Tanis,  cniutl 
*•■.  »T,  I*  campi    meminit  propheta:    Üoram  patrihus  eorum  fecU  tnim- 
u,k\.  tit,\i  iiilia,  et  Ysaias:   MuUi  principe^  Tautvs,  sapüntcs  cotmlifim 
Pimraonis  dedetrunt  consilium  insipiens.     Hec  est  Tanis,  in  qiia 
lapidatiis   asseritiir   Jeremia*^,     Destructa  ^    enim  Jerodolima  »J 
Bahjloiiiis  et  Godolia  ab  Ismahele  iiiU'rtecto  ^  reliquie  popuü^ 
contra  Cüiisilimn  Jereiuie  profeete  sunt  iti  Egyptum  Jeremiam 
j«.iii.4ej>*-»fie<:um  duceiitee,    qui    mansit  cum  eis  in  Tauis,   H  fadM»  ed 


1  per  circuituin  caaaUa  ttiulta  M.  civdtas  autein  maior  Damiaift 
ante  castrum  olim  famoaa  6 ,  civitas  olim  famosa  maior  Bamiata  nd 
caatnim  modo  redacta  nunc  est  [etlam  M]  ruitiosa  PM.  2  Damieta  B, 
Damifitha  Z,  3  nmgnitudin^m  —  edificinrum  om.  BZFCiOg,  magni* 
tudiiie  PM.  teßtrttor  om.  PM.  bec  corr.  ex  huiua  2.  est  oül  Z. 
ThuDia  BMD,  Thanie  Z,  ThnnuiB  FÄ,  Tanmis  Gg,  Thaoja  F.  4  cam- 
pos  FM.  memiiut  David  propheta  [David  propheta  meminit  Z,  memi- 
nit propheta  David  F]  in  campothaneos  et  Ygaiafi  BZF,  meminit  pro* 
phetii  David  [David  propheta  Gg]  et  Ysayas  Gög*  coram  —  Teaiai 
oni.  BZFOGg»  coram  patribus  etc.  P,  coriiin  patribua  eomm  fecit  mira- 
bilia  etc.  M,  coram  patribus  eorum  etc.  A,  coram  patribufl  eorum  fecit 
jiiinibilia  in  terra  E^ipti  in  campo  TJianeoa  D,  coram  p.  e.  f.  m.  H. 
5  r»aiaB  M,  Thaneoa  BPMAD,  Thaneürum  Z,  Thanneoe  FU,  Tan- 
neos  Gg.  6  Pbaraoni  B.  consilium  infiipiena  dederunt,  dederunt  io 
marg*  2  H.  hec  autem  Thants  esit  B^  hec  est  autem  ThauiH  Z.  Tban- 
nia  FÄ,    Thania  PMDH,  Tarnnja  Gg.  7  Jheremias  Z,  Hieremisu  M. 

deatructa  autem  ZGgP«  deatructa  enim  olim  G,  deatnicta  e?»t  M.  Je- 
msalem  B,  oin.  Z,  Hierosolima  M,  8  Babiiouiia  BZGGgPAH-  Bftbi- 
loniß  D.  Godelia  Z,  Godol^^a  P,  Gotholia  ADfl.  ab]  aub  Z,  om.  Q. 
Ysmaele  FGÜ.  Hjamaele  P»  Yamahele  A,  Hiamahele  BH,  HjBmaheleGg. 
interfecte  Z.  9  Jeremie  conaitium»  ante  conailinm  delet  propoutum  B, 
Jberemie  conailiura  Z,  consilium  Jeremye  P,  consilium  Hieremie  M« 
consilium  Jeremie  [corr.  ex  JeremeeJ  A.  profecti  Z,  prophete,  in  wax^. 
al,  man,  profecti  P,  prophete  interfecti  öunt  M.  Egiptum  ItZFGXIADH, 
Jheremiiim  Z,    Hieremium  M  10   Tbania  BZMDII,   Tbannis  FGA^ 

Taminia  Ggi  Thanya  F.  et  faetua  —  Tanis  om.  M.  factum  est  ver« 
bum  BZ, 

Vgl.  Jerem.  cap.  52.     Der  ganze  paaaua    von  hier   \m  ^pelifit 
ose'  iat  genommen  aus  Petrua  Comroestor.  Hist  acolast  fol.  162*3 
Jerem. 


I 


I 


243 


^ 


m  Dommi  ad  Jerennam  in  2'anis :  Sume  lapides  (p*andes  ei  itij 
absconde  ms  in  cripta,  que  est  suh  muro  hiericio  in  porta  dmnus 
Pfmraunis  etc.  Postmodtjm  locutus  est  eis  Jeremias:  Her  fto*^ ■'•""•,?** 
Domhms:  Ego  iuravi  in  nomine  meo  matjno,  quin  Ofnncs  viri 
Juda,  qtn  sunt  in  terra  Egypti^  gludio  ei  famv  pt^Umnt,  donec 
pefiitus  consumetitUK  Et  insurrexit  populu^  ad  versus  Jeremiam 
et  lapidavenint  euTii  lapidibiiB,  quna  absconderat  Söb  muro 
latericio,  Egyptii  vero  hoDoraveruiit  prc>phet?im  sepelientes 
euni  iuxta  tiimulum  regum  memores  beneficiorum,  que  presti- 
terat  Egypto.  Oratione  enim  sua  fiigaverat  bestias  aquaram, 
quas  Greci  cocodrillos  appellaot.  Alexander  auteni  Macedo 
Yeniens  ad  sepulchrum  prophete  cognoscens  loci  misterium 
transtulit  ipsum  in  Alexantlriam  et  sepelivtt  gioriose.  Coco- 
drillos  autem  apud  Dauiiatam  iuvonimus  et  occidiums.  Est 
Eutern  beätia  erudelis,  bomines  et  iumenta  devorans^  apertis 
0€ulifi  solo  YiBU  ova  8ua  foyet  Exclusi  puUi  statim  fugiuut 
parenteiii  tamquam  hosteni;  quoa  enim  rapere  potest  in  mo- 
mento  glutit  et  devorat.  ^ 

1  DoiDini  om*  FG.  Jliereiniam  Z^  Heremiam  Gg,  Hieremiam  M. 
Thaoiä  BZD,  ThauBia  GA,  Thanya  P,  in  Thannis  dicen^a  F,  in  Tani« 
otn.  Gg,      Bume    tibi   BZ.  2    abscondere  Gg.       in   porta    om.    H. 

3  etc,  otn.  Gg.     ihereiniaö  ZGg,  Hieremiii»  M,  4  doniinuii  F^euj«  PM, 

ego  ^  magno   om.   Z*      quod   BFGM  ,    qui   A,  5   in   Egypto  Gg. 

Egipti  BZFGADH,      donec   penitue  bis  acrib.  Gg.  6  eonaumantur 

BGgM,  constimnientur  ZF,  consninmantur  P.  inaurrexerunt  populi  H. 
adv*]  in  Z,  contra  Gg.  Jhereaiiam  Z,  Hiereaiiam  M.  7  cum  Gg^  eum 
om.  F,  postmiiro  delet  egip  A.  8  Egiptii  BZFGADH.  vero  om,  BZMD. 
or   in  honoraverunt  BUperscr.  H.       Bepulcbrüiii    BZ.  II  raemoreB  — 

Egypto  om.  PM.  10  Egypto  RZEGÄHH.  enim  al.  man.  Bupenicr.  P. 
fugaveront  Z.  bestias  —  Greci  om.  PM.  aquarum  om.  Z,  II  quo»  Gg. 
kokodrillos  Gg.  app.]  vocant  GGg,  om.  PM»  addit  F :  De  cocodrilUs  et 
distancia  Tamnis  a  Damieta.  Aliexander  Gg.  aut]  vero  F.  12  ee- 
pulcrum  PÄD*  et  cognoscena  F.  et  agnoscens  Gg*  conogscens,  ga  ab 
man,  P.  mysterium  M.  13  ips.)  eum  BZ.  Allexandriara  GgA.  glor.] 
addit  Gg:  capitulam  xc.  kokodryllos  Gg.  14  autem  om.  BZFPMAD. 
invenimUB  apud  Dam ie tarn  [Mamietbam  ZJ  BZ,  Damjaiam  Gg.  occ] 
interfecimaa   BZFGGgPAlAD.  If)   beatia   om,  Z,    cradelia   bestia  B, 

bestia  aqaosa  P,  bestia  aqaatica  M.  deforans  A.  que  solo  viBU  aper- 
tia  oculi.'j  ova  sua  fovet  PM.  16  visu  corr.  e  viao  2  H,  excluaia  pul- 
lia  ZFGg,  eipulBia  pullia  G.  17  x»är,]  t^am^  al,  man,  BUperHcr.  P»  eam  M. 
tamq.J  quasi  B,  post  bostem  deletis  duobia  verbia  lacuaa  H.  enim  om.  B. 
rapere  om.  Gg.      statim  PM.        18  devorat  et  transgluiit  BZ.     de?.] 

16* 


Iflfl 


I 


40.  Distat  Tanis  a  Damiata  itinere  diei  tmiiis  per  tnare 
versus  Terrram  proniia«ionis,  iit  facile  sit  de  Accon  ve\  de  Da- 
miata per  mare  vel  per  terram  ?el  flu  vi  um  presidiuiu  ibidem 
ponere    vel  victnalia  transraittere,     Dampna  multa  Christiaaia 

n  intulit  in  obsidione  Datiiiaie,  quando  naves  ad  no8  accedentefi 
vel  a  nobis  recedenteä  vi  ventoniin  delate  Buut  iüuc.  Nam 
ante  Tanis  litiis  maris  arcuosiiin  et  importuosum  dnarn  £acit 
atiipkmi  et  latum,  in  quem  naves  devolute  sine  vento  laultuin 
eis  oportuno  recedere  non  valent. 

n>  41.    Coradinus   ex   Egypto    reversus    in   Pal^tinam  Cesa- 

riense  castruiii  nbsedit,  qiiod  erat  in  custodia  regis,  ac  brevi 
tempore  cepit  illud  et  destruxit  defensoribus  illius  negligenter 
agentibns,  qui  tarnen  fere  omnes  evaserunt,  quia  libernm  in* 
troitum    et   exitum    habebant   per  mare.     Üeinde  processit  ad 

ib  Castrum  fiili  Dei  cum  toto  sxxo  exercitii,  et  considerans  illud 
ab  omni  parte  sagaciter  intellexit,    quod  comprehensibile  non 


addit  Gg:  ad  raodum  kcerte  fortnam  habet,  quataor  haben»  cmra  ciirta 
ei  großsa,  capud  quasi  scrophe,  magno«  habet  dentes,  mandibalam  so- 
periorem  movet,  ad  »oleni  egreditur,  abi  quaiidoque  iDterficitur,  ad- 
dunt  PM:  et  cum  cetera  aiiimalia  molam  inoveut  [fovent  M]  inferio- 
rem»  illud  movet  eontTa  naturam  8U periorem* 

1  distat  autem  F.  Thanis  BZMDH ,  Thannia  FGA ,  Tamnls  Qg. 
TbanjB  P.  itinere  diei  unius  a  Damieiha  Z.  Damieta  B,  Damyata  Gg. 
itineie  corr.  ex  itineris  H.      uniiia  diei   GPM.  2  sit  in  marg.  2^B. 

Akon  BZ,  Acon  F,  Ackon  Gg,  Acchon  M.       de  om,  BZGGg,  S  Da- 

mieta  B»  Damietha  Z^  Damyata  Gg.  per  mare  vel  per  ierram  vel  pef 
fluvium  BF,  vel  per  terram  vel  fluvium  Z,  per  mare  vel  terram  vel 
fluvium  6AD,  per  mare  vel  terram  Gg,  per  mare  per  terram  fluvium  P, 
per  mare  per  terram  per  fluvium  M,  ibidem  om,  GGg,  4  ponere 
corr.  e  pauene  Z,  mittere  G.  damiia  M.  Cbristianis  om.  BZ,  intulit 
Chrititiani  Gg,  lutulit  Chriatiania  A.  5  Damiete  B,  Damlethe  Z,  Da^ 
myate  Gg.  accedentes  Gg.  6  recedentes  a  nobi»  PM.  vi]  aex,  in 
marg.  al.  man.  vi  G,  delateacunt  Z.  illuc  om.  D  7  ante  om.  H, 
Thanis  BZMDH,  Thaiuiia  FGA  »  Tauinis  Gg,  Thanys  F.  littut  M. 
8uum  Gg,  aitum  H,  8  quam  B,  quem  corr.  al.  man.  e  quid  G.  mul- 
tum  eifl  delet  al  man.  Q.  9  eis  om.  PM.  oportuno  tempore  Z.  vaL] 
Finis  mss.  ZGG*j,  addit  F:  tinit,  Mnis  ms.  F,  10  Coradus  D.  ei 
Egypto   om.    PM  .   Egipto  BADH-      Cesariensem  M.  11  ac]  et  P.M. 

12  deffenaoribuB  PH.  ipsiua  AF».  neggligenter  M.  14  habuerunt  B. 
accesBÜ  PM.  15  ultim.  i  in  filit  euperscr.  H.  exercitu  auo  PM.  de^ 
ftideraufl  P,  deaiderana  obaidione  M.        16  ab]  ex  M. 


erat,  insuper  Templarios   ad  onine  periculum  paraioB  invenit,   ni^-^ 
qui  caatruni  victüalibus  et  omni  arroatura  fortiura  imiiiierant, 
Eodem  tempore  Templarii  latrunciilos  8arraf.enorum  ab  Accon 
repulenint   viriliter    oc:cidendo    cjimsdaiii,    quosdaru  captivando. 

ft  Coradinus  autetn  aiixiliaoi  pcatulabat  a  Sarracenis,  ut  ab  ortu 
soÜb  venientes  obsiderent  Accon,  quod  efficere  non  poterat 
propter  inexorabileni  discordiam  principiira  terre  ipsomni  Chri- 
stiania  plurimtim  oportunam,  quam  caliphus,  eorom  papa,  ao- 
pire  laboralvat, 

lö  42-   Anno  verbi  incarnati  milleainio  ducenteaimo  vigesimo   nun 

CoradinuSt  princeps  Damasci,  destruxit  Saphet  *,  Fuit  autem 
hoc  castram  Teniplariorum  firmissimura,  quod  Saladimis,  fla- 
gellum  Christianorum,  per  longam  obsidionem  in  tantura  ar- 
tavit,  ut  defensores  fame  deficieutes  reqoisita  licentia  uiagistri 

16  tnilitie  Tempil  redderent  illud  tyranno,  Que  vox,  que  potent 
lingaa  retexere  nobia  aine  nobia  inultiplicata  Salvatoris  bene- 
ficia,  quem  bonitas  inolita  et  dementia  naturaliter  iosita,  ex- 
Iriosecus  etiam  adveniens  eccle^ie  continuata  supplicatio  beni- 
gniiatis   acnlo    respicere    castra    fidelium    smivitate    devotionis 

9<»  induxerunt!  Ipsnm  oratio  lenit,  lacrinia  cogit,  et  cnius  laudi 
non  auffielt  obstupescena  in  corde  conscientia,  quomodo  suffi- 

♦ 
I  p«riculum  om.  BD.  2  fortium  aufficienter  BAD.   fortiter  M. 

mutuerant  B,  munfverant  A.  3  Teplarii  P»  Templarii  —  ab  in  ra- 
aura  H,  latrones  PxM.  Saraceiioruni  A.  Acchon  M,  Accon  in  marg,  H. 
4  reppulerunt  M.  qno«dam  occidendo  PM.  alioa  BPMAD.  5  Cora> 
dinus  corr.  e  Coridanua  E.  Saracenia  A.  ut  om  P,  qiii  M.  6  ve- 
nientes om.  D.  obsederant  PM.  Akon  B,  Acchon  M.  eficere  P.  po* 
terant  P>1A,      inexortabilem   P,    inorabilem   D.  8  opportunaui  D, 

cbalyphuB  P,  calyphas  M.  papa  ipBorum  PM,  papa  eoiT*  e  ppapa  H. 
9  aepelire  PM.  laboravit  BAD.  10  incarnationia  Do  mini  PM.  anto 
ducentesimo  delet  quin  M*  11  Coraclinns  corr.  e  Coridanus  H.  foit 
—  hoc  om.  PM,  12  hoc]  Saphet  BAD.  Templariorum  om,  PM.  for- 
tiBsimum  BA.       Salahadinua  PM,  13  arctavit  M.  15  tiranno  A. 

ne  in  que  in  ras.  H.  pot]  valeat  BAD,  Itngna  valeat  PM,  16  no- 
bis  om.  P.  sive  A»  sine  nobi»  om.  M.  beneficia  Salvatons  PMD. 
17  que  B.  inßta  P.  intrinsecus  RMH.  18  efciam  om.PM.  continna  B. 
benignitae  B,    ti  in  benignitati^  »uperacr,  H,  19  osculo  D.      sua?i* 

tatie  corr.  e  anavitatiB  et  poatea  del.  ocnlo  H.  20  lenit  oratio  PM, 

21  obtupescena  P. 

'  Safita  oder  CaBtelbLans,  vgl.  zu  eap.  96. 


1  potOHt  B,  potent  M.  animus  D,  venamp tarnen  BH,  2  co»* 
cervari  H.  admirari  M,  3  miracula  PM.  Tgrabel  M,  4  circum- 
euütea  M,  bucinis  BD,  5  sepi]  octavo  H.  Jhericho  B,  Jerico  P, 
Hiericho  M.         7  et  om.  H.      inhertea  P,   inerte«  corr.  ex  inermes  H. 

8  nihilominus   M,    nicholominu8   H.      HieruBaleni    M,   Jherusalem   D. 

9  Tabor  BD,  Thabor  et  M.  10  ante  contm  delet  contra  Damia* 
tarn  H.  quoruiidam  in  ras.  B.  11  Altisimus  P.  adiiuc  P,  adbnc 
et  M»  ad  hec  Ä,  12  Thannis  A,  ThaniB  DH,  caetrum  inexpugrnabÜe 
Thanya  [Thanis  M)  PM*  victualium  corr.  e  victialium  P.  13  tes- 
aauro  P.  obtulifc  P.  magna  P.  14  in  deserto  plult  P,  in  deBert«) 
prebiiit  M.  ig.\  ergo  PM.  15  ante  eanctam  delet  suam  B.  16  ei 
om.  M.  äceptam  P,  18  recedentes  conr.  e  recendentes  H.  19  cor- 
rumpunt  P,  alter,  d  in  reddituri  siiperscr.  B.  iudici  corr.  e  iadicii  H, 
iudici  Chnato  PM.  nee  decipi  nee  corrumpi  [erumpi  P]  poteat  PM. 
20  votum  ßdum  nondnni  [non  PM]  sunt  execnti  BPMA,  votum  suum 
nondum  eiecuti  sunt  Ü.  21  est  om.  PM,  tiomini  est  D.  Jobannis  P, 
Joannia  M,  bominia  A.  devorare  A«  22  excusationem  corr.  ex  exe- 
cütionein  H. 


cere    potest  scribentis  manus  airt  joqiientiä  lingua?     Verom- 
tameti  coacervare  Übet  et  arunürari  licet  raodici  temporis  ini- 

11  ff.  rabilia,  que  descenderunt  a  Patre  lüminum.  Filii  Israel  pre- 
aentes  erant  circueunteä  cum  archa  l)omini  dangen tes  buccinis 

IV  et  septimu  die  vociferantes,  quaiido  cecidernnt  muri  Jericho, 
nt  populus  Domini  liberum  haberet  ingressam.  Nos  aiitem 
dormitaviraus  ante  Damiatam  piisillanimes  et  inertes,  ad  otiiira 
nnaiiimes  et  torpL'ntes;  nichilominus  ceciderant  muri  Jerusalem 
et  montis  Thabor,   Saphet  et  aliariim  munitionnni  nobis  hosti* 

10  liter  adverBaiitium,  insu  per  Damiatam  contra  voluntatem  quo* 
raudara  Psendocliristianorum  nobis  donavit  Altissimus,  ad  hoc 
Tanis  castrum  inexpugnabile  cum  yictualium  copia  in  ho^tili 
terra  de  thesauro  aue  largitatis  coutulit,  qui  raanna  de  celo 
cnUoribiis    suis  pluit   iu  deaerto.     Patet  igitiir  oranibus,  hanc 

16  peregrinationem  satictam  Deo  gratam  esse  per  evidentiam  mi- 
raculorum  et  acceptam.  Erubescant  et  coufundantur,  qai  sti- 
pendia  summi  Re>(i«  recepenrnt  ab  ecclesia  et  negligenter  mi- 
li  tan  tes  vel  ante  tempiis  recedentes  peregrinationem  snam  cor- 
ruperuiit  rationem  reddituri  iodici,    qui  nee  corrumpi  nee  de- 

ao  cipi  potest     Excitentur  pigri,   qui  nondum  votum  suum  sunt   J 

10.«  eiecuti.     lluina  fuim  rst  innuini  dtv^ottire  mndos  d  post  votum    " 

reiradarf,     Quam  excusationem  aÖerent  in  die  tribulationis  et 


I 

I 


I 

I 

I 


247 


auguatte,  qui  labores  Bliorum  abstulenmt  ^  interficientes  nni- 
mas,  qiias  veri  predicatores  vivificaverunt,  qui  proprie  consu- 
lent€ä  avaritie  «igDacnlutii  crucis  de  hiimeria  miseromm,  qoos 
voti  fecerunt  transgressores,  tulenint?     Revertantiir  etiam  ad 

6  mentem,  quos  accusat  reattis,  convincit  conscientia  pro  eo,  qood 
falsfts  cauaas  paupertatis  vel  debilitatis  allegando  religionera 
examinatorum  circumveneriint,  quia  soliog  Dei  secuodiim  veri- 
tatem  mt  iudiciuni,  Defraudatores  antern  elemosinanim,  que 
cojlate  fnerunt  in  Terre  sancte  siiccursum,    quia  mentiti  Spi- 

10  ritui  sancto  cnlpas  suas  texerunt,  cura  Anania  et  Saphira  • 
portionem  habitiiri  peribunt  et  cum  Juda,  fnre  pessimo  et  Do- 
mini  8ui  proditore,  punientur  gehennaliter,  quia  proditores 
Christianitatis  stipendia  militantium  sibi  retinuerunt  dantea 
aninias  pro  rebus  transitoriis,  quarum  furtum  suggessit  cupi- 

16  dita^,    ifiimeniores  Jerusalem  matris  nostre,    que  prostrata  ia- 
cens  in  terra  erigi  desiderat  a  redeuntihus  de  captivitate  Ba- 
by lonica.     Conaolare,   ehäas  Ihi^   quin  naiiöne.s  €j:  longinquot^^^ 
ad  ie  venient'  et  munera  deferenies  adoraimnt  Dominum  in  te; 
maledicii  rrunt^  qui  conk-mpserunt  fe,  et  condempnatij  qui  hlas- 

ii^  fematwmnt  t-e,  Benrdidi  tjaudvhunt^  qui  reparaverint  te.  Tu 
autent  hiaberis  in  ßlis  tuiji,  d  beati  omnes^  qui  dilujuwi  te  ei 
gauäimt  super  pace  tun. 


1^20 


n 


l  abstulerant  corr.  ex  abstuleraiit  H,  2  vi  in  vivificaverunt  ru- 
erscr.  H.  3  dgna  PM.  predicationia  et  cruciß  H.  4  Totis  P»  Toti 
postea  addit  2  H,  5  acusat  P*  quos  vincit  B,  quoa  BA,  6  cau- 
sas  om.  PM.  paupertates  PM.  religioiie  M»  relligionem  H.  7  exami- 
natorum  in  ras,  B.  circonvenenint  P-  8  e«t  om.  M»  antern  om.  PM. 
elemotiittarum  B,  eleetnosinarum  M.  0  «ancte  om.,  in  marg.  al«  mal* 
n  P.  mentiti  sunt  PM.  10  Anaiiya  P,  Saphjra  P,  Sapphira  M, 
1  portionem  conr*  e  portiorem  P.  peribiint  corr.  e  perribunt  H,  et 
om.  B.  12  Dom-]  deinde  BH.  suo  D.  proditores  B.  iebennalitor  BP. 
13  ante  ChriHtiunitatie  delet  niili  B.  niilitimi  H,  15  Hierusaletn  M, 
Jherusalpm  D.  iacet  corr.  e  iacebat  H,  16  in  terra  om.  PM.  deaiderat 
corr,  e  desiderans  H.  redeuntibus  de  in  nie.  B.  17  Babilonica  BADH, 
Babilonie  P,  Babjlonie  M.  Dei]  Doiiuiii  PH.  18  Dominum  oni.  H. 
19  erant  om.  H.  contempserint  BAD*  dampnaii  B^  dampnati  —  gau- 
debunt  in  raa.  B.  20  blaijplieiii averint  Ä,  fe  in  blaBfeinaverunt  su- 
perscr.  H.  reparavernnt  PM,  repparaverint  corr.  e  repparaverunt  H. 
22  pacem  tuam  BPMADH. 

Vgl  Dzech.  23,  29.        ^  Acta  apoat.  5. 


248 


4*3.  Faciam  est  vertenie  anno,  quando  solent  reges' 
bella  procedere,  quod  Johannes  rex  Jerusalem  casira  fideliim 
reliquit*  multaa  causaa  pretendens  iid  6XCU8iitionem  sui  et  festi- 
natum    reditum    promiiteos,    anteriorum    oblitua  ad  posteriora 

ft  se  convertit.  Aperiente  man  tun  Domino,  qiii  portuni  Damiate 
replevit  ubertate  frumenti,  vini  et  olei  adiuncta  peregrinornm 
et  equorum  copia  nnmerosa,  nt  ad  progrediendum  in  negotio 
feliciter  inchoato  ouUa  locum  habt*at  exciiäatio,  superTeneruDt 
in    eexto    passagto  Mediolanensis '    et  CVetensis    archiepiscopi, 

»0  Faventiiius '  et  Eeginus  *  epiacopi  et  nuncii  re^a  Fretherici 
defereiites  Iitteras  cum  aureis  bullis  et  adventum  ipsius  an- 
nunciantes.  Aderat  Brictienais  ^  episcopus  et  Italic  niilitia  oo- 
piosa»  Legatiia  autem  non  sine  magno  gratie  considerans  pri- 
vik'gio,  diviijo  munere  sufficienter  fuisse  provisnm  in  omnibua, 

Jf^  que  requirebat  negotii  pruceasus,  angebatiir  dolore,  qnia  tem- 
pus  inutiliter  preteriit  et  oportunitas  tanta  periit.  ünde  con^ 
vocatis  maionbiis  ipse  primo  loco,  deinde  Mediolauensis  archi- 
episcoptis  et  alii  siiuiliter  episcopi  persuadere  atudebant  pro- 
gressum  contra  soldanum,   qni  castra  aua  posnerat  super  Ni- 

20  lum  itinere  diei  unius  a  Damiata.  Sed  milites  habita  delibe- 
ratione  huic  exhortationi  contradixerunt  lianc  maxime  causam 
pretendentes,  quia  rex  Jerusalem  aberat  pro  sue  roluntatia  ar* 
bitrio  nee  aliua  princeps  aderat,  cui  gens  diveraarum  nationum 

1  actum  B.  est  autem  M.  quo  PM.  2  bellum  P.  quod  ool 
BPDH.  Joannes  M,  Hienisalem  M,  Jherusalem  D,  3  reliqmd  BAH- 
tum  in  festinatum  in  ras»  H,  4  promitens  P,  5  portam  D,  6  aber- 
tati  D.      vini  frume^ti   et  olei  PM.  8  babent  B,  haberei  corr.  ex 

habebat  H.  9  Coetensia  H.  10  Favenenia  BM,  Faven«i«  PB»  F«k 
nensis  Ä,  ReginensiB  PM.  Frederici  PÄD,  Federici  M.  11  literai 
PM,  bullk  au  reis  M.  nunciantes  A.  —  Finü  ms,  A.  12  episcopat 
Bnctienai«  PM.       Ytalie  P.  13    considerans  non  sine  magno  gratie 

privilegio  BPMD.  14  ßuficienter  P.  15  angebantur  B,  angebatarD. 
quod  BPMLX  17  Medidlanensis  P»         18  episcbopi  P,      persuadere 

corr.  e  persuaudere  H.       atudentes  PM.  19  Nylura  P,  20  unias 

diei  PM.  sei  P,  22  quot!  PM.  HieruBalem  M,  Jherusalem  D,  pro 
sue  in  soperior.  marg,  2  H.  2ä  princeps  miliiaria  BD,  princepa  mili* 
tans  PM.    adveraorum  B. 


< 


^  yEstoire  349  aetzt  aeine  abreiKe  auf  ostern,  d.  L  man  29. 
^  Erzbischof  Heinrich  von  Mailand.  '  Bischof  Roland  Yon  Faensa. 
*  Bischof  Nicolaus  von  Reggio.       ^  Bischof  Albert  von  Bresda. 


249 


obedire  vellet  ail  ediicendum  populum  Domini;  et  sie  concor- 
dabant  ad  otium,  ex  quo  mala  mtiltiplicata  sout  in  castris. 

44.    Mense    Julio    supervenit   comea    Matheiis    de  Apulia 

cum  octo  galei.s,  quarom  doas  corsarias  iosidiaotes  Christianis 

ft  cepit  in  via  maris. 

^^        45,    Erubeseat   humane    presymptionis   temeritas,  que  de 

^■boIs    vel    alienia   viribus    failaciter  coiifisa  patenter  plerumque 

confunditnr   sicut    in    prefato    coraite  patuit,    cuius  adventum 

precurrens  fania  crebris  rumaribEs  iiunciavit  et  quasi  per  eum 

10  negotium   procederet,    uccasionibus    dilatonis  differebatiir  pro- 

gresauH.     Sed  periit  memoria  taute  spei  cum  sonitu,  iiec  tarnen 

per  comitem  stetit,   quominus   spes   ad  eiFectum  perduceretnr 

optatum^    cjuia  teste  legato  voluntas  eins  prompta  fuit,  appa- 

ratua  etiam»  quem  adduxii  et  quem  postmodum  adiunxit,  luxta 

?ß  militarem  discipünam  omnibus  apparuifc  magnificus.     Preterea 

moram  in  exercitu  fecit  utilem  ac  officio  militis  Christi  com- 

petentem.     At  postquam  ipse  pervenit  Damiatani,  legatiis  cum 

eis,   qui    maiorem    zelum  habere  videbantiir  de  omni  natione, 

qne   tunc  in  castris  erat,   ac  ipso  comite  Matheo,   qiiibus  ex- 

to  pedire  videbatur  progressus  contra  regem  Babylonis,  consiliura 

habuit.     Deinde  principes  ac  duce.s  multitnrJinis  convocavit  et 

in  Aennone  pubüco  populum  torpentem  ac  otio  deditum  exci- 

tavit   ad    laborem.     Sed  maiores,    presertim  Francigene^    huic 

persuasioni    hoiieste  contradixerunt,    comitem    de  Arundello  \ 

26  maiorem  inter  Anglicos,  et  nobiliores  inter  Teutonicost  ad  ini- 

I  1  c  in  flic  superBcr.  B.        2  occium  P.    mult] plicata  saut  mala  PM. 

I      ta  m  multiplicata  Huperacr,  H.        3  Julii  D,      Apulea  B,  Apulia  corr. 

I      ex  Apulea  H.  5   mar.]   addit  Rottendor6ua   in  marg-  H :    liucueque 

JacobuB  de  Vitriaco  pag--  1145  ^  —  Finifi  mss.  PM*  6  erubescebat  B. 
de]  in  BD.  7  que  in  pitrumque  postea  addit  H.  9  fama  precar- 
reiw  BD,  10  differebatur  progressns  dilatorum  B,  11  nee  —  com- 
petentem  om.  D.  IB  prorate  B.  fuit  om-  B.  14  quod  B.  et  et  H. 
quem  om.  B.  15  aparait  B.  16  convenientem  B,  te  in  corape- 
tentem  superscr.  H.        17  At]  nam  BD»         18  videbatur  IL     de]  ex  B* 

!  20  Babilont»  BDH,  21  et]  etiain  BD.  22  in  publico  Bermone  B. 
2S   Francigene   corr.   e  Francigeni   B.  24  honeute  perisaasioni  BD, 

contra diienint  impndenter  BD.  25  nobiliorem  H.      inter  om,  BD. 

Tteotonicos  D. 

I  '  Graf  Wilhelm  von  ArundeL         "^  Nftmlich  in  dem  druck  bei  Bon- 

gars^  GesUk  Dei  L 


isto 


ifto  pediendmii  le^ati  propositiini  efficaciter  inducentes.    Inter  aui 
frivülas  causas  regis  Jobannis  absentia  allej^abatur  frequeutius, 
qui  contra  pactum  simm,  qiiod  apud  Accon  peregrinis  in  Egyp- 
tuüi  navigatariö  t'ecerat,  ut  vivua  et  sui  iuris  ipsos  noa  d&se- 

6  reret.,  contra  spoiisionem  veniens  rediit  in  Aircon,  Christiatii- 
tati^  Don  agend  ne^utium  versus  Armeniam  se  preparavit  sc 
iter  arripnit  Filiam  enini  Levonis  '  Habens  regis  Armenie 
defuncti  nxorem  regninn  ut  dicitur  attVctavit  regionis  illio», 
sed    spe   sua  frustratiis  a  barouibiis  Aruieniorum  nou  est  ad- 

10  nai88ii8,  Eodem  fere  t^^mpore  regina  cum  parvulo  filio  regia 
diem  cbmsit  extrem  um.  Riipiniis  etiam  princ^ps  Antiocbenos 
idem  regnimi  ap[»etebat^  quem  catholicos,  primaa  nominale 
geutis,  in  Thanjo  civitate  potenter  obsedit;  et  comprehensus 
et   iocarceratuÄ   ibidem    vitam    finivit,     Favens   autem  iuniori 

ir.  tilie  Levonis*  regis,  cui  pater  ante  mortem  suaui  principe» 
regiii  iiirare  fecit  fidelitatem,  catbolicos  tempore  niodico  poit 
defunctus  est. 

46.  Legatus  post  crebras  ammonitiones  pnblicas  etpriri 
dolens  tarn  copiosum  exercihim  stationarium  esse  et  non  progr»- 

5tö  sivum  et  in  proxiino  passagio  fore  retrogradum,  operatiotiis  ex 
emplo  iandem  alios  ad  sequelam  cepit  exhortari  extendi  facieo^ 
tentoria  sua  in  loco  campestri;  sed  in  tan  tum  prevaluit  contradictio 
maiorum,   ut  etiam  stipendiarii  quidam  Gallici  et  Teutonici,  qai 
soldos  eins  acceperant,  procedendi  laborem  impedirent.  Quorum 

36   quidam  excommvmicati,  alii  postmodum  excominunicandi  coiifusi 

« 

2   frivola   B.       abstmtia  om.  B.  'S   Aken   ß*       Egiptunt    BDU. 

'l  non  superecr.  U.         5   in  ora.  B.      Akou  B.  7  arripuit  corr,  ex 

aripuit  H.  Leonia  corr.  e  Lenonis  H.  regiii  Armenie  defonctf  uxorem 
habens  BD.  9  baronibua  corr.  e  baranonibua  H-     Armenoroiu  B, 

10  eodem  —  extrem tita  om.  BD.  12  petebat  B,  om,  B.  calholicon 
BD,  OB  in  ras,  H.  pri  in  primaa  in  ras.  H.  13  Tarso  B.  et  super- 
8cr  H,  et  —  finivit  om,  BD.  11  autem  om  BD.  15  Leonis  corr 
e  Lenonis  H.      princii>e8   com   e  princepa  H  Di   catholioos  —  de- 

fmictuH  est  om.    BD.      modico   corr.  e  medicü    FL  19  esse  oni.  H. 

23  Tbeotoüici  D.        24  aolidos  D. 

*  König  Johann  war  mit  Stephanie,  einer  fcochter  Leos  H  (f  1819)  i 
verheiratet  und  wollte.»  in  ihrem  iiÄmen  von  Armenien  beBit«  ergreifen;  ! 
es   gelang   ibm   nicht.     Wegen   der   abfahrt  Johanns   vgl.  zu  cap*  43. 
'  Isabella,  vgl.  auch  cap.  88. 


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rr»-^ 

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2S1 


sunt  et  accepta  stipendia  pro  rata  t^mporis  restituere  eompelle-      msio 
bantur.  Italici  militas  vaiia  specircouivenenint  relit^onem  legati 
promittentes  progressionis  auxilium,  srd  filii  Efrem  iHtendentss   i*»'^'i> 
d  mitteitfes  an  um  common  sunt  in  dk  hellL     Aspicientes  eiiim 

6  manifeste  legati  coiistantiani  et  itmens  contra  soldaoum  au* 
daciani  prescriptii  contradictoribus  consenserunt  disRiiadenies 
progressum,  cum  tarnen  nee  militum  nee  satelJitum  copia  de- 
esset Christianis;  habnodabant  galee,  preparate  sunt  barbotte, 
aderat    sagittariornin  inynerosa  mnltitiido,     victualiura  habun- 

i^dantia,    locns   oportunns    inter   fluviuni    a  dextris  et  lacum  a 
Hinktris,  quasi  Dom iüus  nobis  loqueretur:  i^uid  vst^  quod  ddmi  ii«i.  e,  4 
ultra  facere  vinee  niee  et  noti  fecit  ei  ?  an  qaod  exspedai%  ut  ja- 
trrd  uviis  d  fecit  hhrHsca.s?     Nam  preter  alia,  que  sufficienter 
a  Domino  provisa  fu<*runt  ad  expeditionis  profectiim,  aicut  ab 

)6  exploratoribus  nostris  didicimus,  rex  Babjlonia  inodiciini  tunc 
habebat  auxiliom  et  Boldewinonim^  adiuucta  fuisset  nobfa 
multitudo  nimia  uxores  et  liberos  obsides  datura,  si  viriliter 
egiflse  Ghriatianos  experimento  didicissent,  sicnt  per  litteras 
eorum   et   nundos   iiitelleximus.     Et  hoc  probabile  videbatiir, 

Bio  quia  soldano  serviant  in  iingaria;  ipsi  quidem  olim  domina- 
bantur  in  terra  Egypti,  douec  a  Saladino  potenter  oppreasi 
disperBi  sunt  per  solitudinea  deserti, 

47.     Legat  US    post  multas  fatigationes,  quia  voluntariam 

dequelam    noii    babuit,    presertini    quia  fluvius  iam  crevit^  re- 

I  tt  gresaus  est  ad  antiqua  caatra  in  publico  sermone  multum  sua- 

dens  auctoribus  impedimenti,  ne  opus  Dei  feliciter  inchoatum 

l  r  in  reUi^ionem    in  rft«.  B,   relligionem  H,  3  KflPreni  D,      in. 

et  m.  a   c.  8.  in  d.  b.  H.  6  disuadentcs  B.        8  inter  preparate  et 

sunt  raaura  B.  bsirbote  corr.  e  barborte  U.  0  iiderant  H.  victua- 
üoriim  B.  in  habundantia  B.  lO  a|  ad  H.  11  nohl^  r>oiiiinus  D. 
ultra  debui  BD.  12  ei  om-  H.  VA  a  Poraino  aufficienter  D  14  ad 
BUperecr.    H.  15  a  in  exploratoribus  Buperscr.  H.       Babiloaia  BDH. 

16  Boidcwinonim  BD,  Boldewinorum  corr.  e  BaUluFinornm  H.  17  mul- 
titudo nobis  adiuncta  fuisBet  B,  nobis  maltitudo  adiuncta  faisset  D* 
nim]   in  via  BD.  18  aic   BD.       per  littera«   et  niineios   eoruiu    B. 

20  qnod  D.  servivit  H.  Biquideni  BD.  darapnabantar  B.  21  Eg^ipti 
BDH,  24  presertim  —  crevit  om.  BD.  25  bublico  H.  26  auct] 
populo  B. 

'  Beduiaen. 


252 

tt«o  perficeretur,    ut  ae  ipsos  ditudicarent,    ne  a  iudioe  secretor 
graviter  iadicentiir. 

48,    Nullua  enumerare  valet  corruptelam  exercittis  nostri 
past  Daiiiiat^m  n  Deo  datarii  et  rauiiitionem  Taneos  snporaJ- 

ö  ditani.     Inertes  et  effeiiimati  commesaationibiis  et  ebrieiatibu^ 
fornicationibus  et  adulteriis,    furtis  et  lacris  pe^siniis  iofectij 
est   populns.     Postmodiim  ^    quidam    ex   uostria    profectt  stmi 
per  dietam  mmm  in  temim  hostilein  rediicentes  captivoa,  bo- 
vei^    et    eqyos,     Deinde   Teinplarii    tuei    suo   speciali  coinitatu 

0  veloci  Giirsu  processerunt  ad  oppidnra  niaritimum,  qood  Broil 
dicitur,  et  adduxerimt  spolia  uvulta,  camelos  circiter  centum, 
capti?OB  totidem,  erjuas,  nmlos,  boves  et  asinus  et  capras,  ?€ 
ates  et  auppellectilem  niultam  infra  duos  dies  naturales  reven 
sed  propter  iuopiam  aquanim  multi  eqiii  cum  molis  defererud 

6  in  via,  ipsi  tarnen  iiicolume^  regressi  sunt,  Domus  Teutonic 
cum  miiltis  aliis  occurrit  eis  pre  gandto,  sed  moram  faeiens 
post  terguui  ipsorum  (ex  qua  causa  non  satis  constat)«  Teloces 
equitan  Tureoruni  aggressionem  contra  eos  fecenint  super  mare. 
Territi    vero    de  aliis  nationibus  fugerunt  ab  eis,  sed   Anglici 

[0  et  Flandrenses  et  Teutonici  et  Robertus  de  Bello  monte'  «^M 
pervenientioni  sustinuentni  iiicursum,    Preceptor  et  mar8calcii9 
eiusdem    domus    cum    aliis    fratribus  et  militibus  sectili  ferme 
vigiuti  capti  sunt,  equi  fugientinm  et  sese  defendentiura  inter- 
fecti  sunt  multi,  quia  nostri  non  ad  pugnam,  sed  ad  excipif 


2  graviter  oiii.  BD.  iudicarentur  B.  4  adeo  B,  Thaneo» 
5  effeminati  coit.  ex  effr*mati  2  H.  ei)  ac  BD.  pessimig  corr.  e 
simum  {?)  H.  7  simt  superscr.  H.  10  ad  oppiduin  om,  D.  it 
maritim  um  aiiperscr.  B.  Broyl  B.  12  captivoa  totidem  om.  D.  ho- 
vea  muloa  B.  et  capraa  om.  BD.  14  propter  velocitatem  ourttis 
aquarom  inopiam  BD.  equi  multi  BD>  15  tarnen  om.  D.  reverst 
Tbeotonica  D*  18  Thurcorutn  0.  agi-easionem  H.  super  superscr. 
\9  ante  de  delet  de  illia  D.  fugierunt  BDH.  20  Flaijdren«ee  et  Tfl 
tonici,  Anglici  et  B,  Flandrenaes  et  Theotcnici  cura  AngUcis  D.  et 
—  niont-e  oni.  D.  21  in  ia  incursum  supericr,  H.  et  occi«  sunt  voL 
capti  preceptor  H»  et  occiai  vel  capti  sunt  preceptor  D.  et  om. 
marOBcaluö  B.        24  excipiendam  corr,  ex  accipiendam  H. 


'  Im  juli.     Broii  weatlich  von  Damiefcte,  heute  Burloa.  ■  Nia 

»u  verwechaeln  mit   dem  vicegraf  RadulfuB,    dem  bruder  des  bischo 
von  Anjou,  der  am  211.  auguat  1219  gefangen  worden  war,  vgl  cap. 


253 


dum  Templarios  ftierunt  egressi  idet>que  baliatariis  ei  arcüariis 
carebant. 

49.  Meiise  Augosto  applicuerunt  Damiatam  cjuatnordecim 
galee   a   duce  Venetorum    transmiase    pariter   et   armate,    qiie 

6  modicam  utilitatem  attulerunt  Chri»tianis*  Nam  rex  Babj- 
loDis  triginta  ires  armavit  galeas  eodeiii  tempore,  qiie  nobiB 
inestimabile  dampnmn  iiitulernnt.  CeperiiDt  enini  navea  mer- 
catorum  cum  ijisis  homiDibus,  qoe  victualia  versus  Damiatam 
afferebant,  peregrinos  etiam  captivos  duxerunt  naves  Bpoliante« 

10  et  comborentes.  In  vaser  tint  insuper  navem  magnani^  que  co- 
mitem  Henriciira  de  Zweriii  ^  et  alios  nobiles  Teutonicos  de- 
ferebat  ad  dos  tendentes,  sed  ipsi  viriliter  se  defenderunt  et 
multis  piratis  iiiterfectis  et  sauciatis  evasenmt  feliciter  per- 
dito  scalandro  uno  de  domo  Teutooica  cum  liordeo»  quem  con- 

16  sumpsit  igiib  Orecus. 

50.  Casum  miserabilem  hie  interpoliere  cogimur.  Cornea 
Tetheras  de  Cathzenellemboge  ante  tempus  passagii  cum  magna 
inultitiidine  peregrinonim  a  nobis  recessit  multum  exoratus  et 
ammonitiis    a  domino   legato  ^   oe   navem  illam  asceoderet,  ni 

1  $9  profirisci  vellet  Thessalon icam,   ned  sine  diminutione  exereitns 

I      cum  paucis  iret  in  minor i  vase.     Ipse  vero  cum  domino  naWa 

et  multia  peregrinia  irrevocabiliter  iter  arripuiti  ideoqiie  lega- 

tös  apoj?tolice    aedis  navem  lUam  maledietam  excommutiicabat 

et    omoes   navigantes    in   ea.     *iue   prope  Cyprum  incidens  in 


1920 


AugDfll 


l  arcarüa  D.  3  Atigusti  t).  4  YenotoruDi  ß.  5  Babilonis 
flDH.  6  dua»  BD,  trea  superscr.  H.  7  inhostile,  sed  hostile  del. 
et  iii  marg.  al.  mait.  estüuabile  B.  8  deferebaDt  versus  DaiDiatam  BD, 
9  comburetitea  et  apoliantes  D,  10  navim  BD.         11  Heinricum  B, 

Hiancum  H.  Zuerin  B,  Zwerin  corr*  e  Werzin  H.  Teotonicoa  in  marg, 
ul.  lüari.  Bt  Iheotouicoö  D*  12  tentendes  H.  defendebant  B.  13  et] 
ac  BD.  sauciatis  corr,  e  aauaiatiu  D.  prodito  D.  14  Ibeotonica  D. 
17  Tbotenia  B,  Retbenis  H.  Cazenellenboge  B,  Catzeiieltenboghen  D. 
miiUa  D.  18   receaßit  a  nobia  BD.         19  navim  BDH.        20  TetJ^a- 

loaicam  B^  TbesBalaniam  D.  2^  navim  BD.  excommunicavit  ß. 
24  im  bis  Bcribit  D.     Cipram  BH. 


'  Graf  Heinrich  I.  von  Scbwerin,  bekannt  dureb  die  gefangennähme 
des  königs  Waldemar  von  Dänemark  1223,  vgl  Mecklenburg.  Jahrbb. 
1848,  13,  s.  B.  815—8»  ^  Diether  IL  von  Kakenelleaibogen,  er  kehrte 
1222  heim. 


U 


ifto  piratas  conibysta  fuit, 
frag  US  evasit 

51.  Qalee  Venetor  um  et  aliorum  invifcate  ad  accelemndftm 
iardius   egre.s.se  ssimt  de  portu  Daraiate  tendentes  versus  Be»- 

h  situm  et  Alexaiidriaru,  poskjimm  prescripto  modo  dampnifi^i 
auJiius  a  Sarraceiiis. 

^2.  Coradiniis  inertiam  nostram  cognoscens  de  Syria 
gregavit  exercituni  et  Jerusalem  eivitatem  Dei  viventis  ante  de- 
ätructam  ampiiiis  deatnixit,  cisternas  pHus  repletas  disaipavii, 

11»  coltimpoas  roarmoreas  asportari  fecit  Damascum  et  per  montana 
Palestioe  gradieiis  et  campestria,  arbores  fructiferas  et  vineiw 
vastavit»  Templarii  intelligentes,  quod  Castrum  filii  Dei  vellet 
obsidere,  turrim  IHatricti  desertam  in  auperiori  parte  destruere 
ceperitiit,    Ipse  vero  |>üstmodum  superveniens  equavit  eam  sölo 

iB   succidi^s  litirtuni  poniit'eruiD  airtepositiim, tandem  obsedit  ca«struui 

cum  Turcorum  multitudine  ordiuem  iabernaculorum  suonim  ei- 

iendens  a  fiumine  usque  ad  salinas.    Hane  aiiiem  sumpsit  aa- 

ktober    (laciam  ex  eo,  qu(nl  intellexit,  circa  priocipium  Üctobgs  septi- 

uium   pas.^agiiim  tarn   iiiüdiciiin  fui^se;  iirm  enim  credioins  tunc 

20   cetitum    miiites   ctnii    militaribus    armis    et  equis    in  anxiliüm  M 
nostruni  adveniase.      Pnpuli  autem   Accon  ad  Daniiatam  appli- 
cuit  maximu  iiiultitudu    per  senteutiam  ecclesiasticam  de  fini- 
bus   suis   expulna.     De   illa   vero  immeroi^itate   licentiati  sunt 
ad  redituDi,    de  quorum  paupertate  nobis  constare  poialfc,  alü 

2R  ad  ciimuluüi  sue  perditionis  sine  li*ietitia»  alü  per  fraudem  ex* 
torta  licetitia  redienint  ad  propria.  Faiici  vero,  qaibus  erat 
mens  sanior,  ool)iscuni  renian^erunt  in  exilt(», 

63.    Coradintis    obsidione   firmata    metnens   excuräum  ca- 
strensium    fossatum    tiert  iussit  inter  castrnm  c^t  sua  fcentoria, 


1 


7  Siria  H.  8  Jhemaalein  D.  ante  ante  delet  obsedit  U.  9  dii- 
eipavit  corr,  e  di»eipavit  B,  11  campegtri  B.  12  väst]  cl«struxit  WD 
\2  vellent  D.  VA  ante  destruere  delet  deeertam  H.  \i  ante  eam 
delet  a  B.  15  hört.]  pomerium  BD.  po  mit  er  um  gm,  BD,  16  mulU- 
tudine  Turcorum  B,  Thurcorum  multitudine  D.  17  saL]  addit  hie  B; 
circa  Octobris  principium ,  addit  iiic  D:  circa  prineipium  OctoWis. 
18  prineipium  in  marg.  2  H.  circa  prineipium  Octobris  om.  hie  B. 
2€  centoa  B*  21  nostruni  om.  D.  ad  in  advenisse  pottea  addit  \k 
popnlarium  D.  ante  U.  adj  ac  B.  22  multitudo  maxima  BO^  ecle- j 
siastieani  IL        24  nobis  om.  D.        26  mens  erat  U.       28  finita  B» 


255 


erigens  trahucolum  nniini,  petrarias  tres,  maiigonellos  quatoor» 
diebna  ac  noctibus  ictibus  m ach i Damm  muiritionem  infestaiis, 
sed  de  fcorribus  novis  ac  miiro  mwlio  nei'  unum  lapidem  de 
sao  loco  movere  valnit.     Trabnciilus  anteTii  castri  cum  petraria 

5  iuxta  se  p08ita  ac  matigouello  trabuculum  hostium  ei  petra- 
riam  concutiens  fregit  In  palatio  etiam  Templarionini  ibidem 
quatuor  milia  bellatorum  cottidie  reficiebantiir  preter  illuSj  qiii 
propriis  sumptibiis  ad  defensionem  et  pro  vendendia  victuali- 
biiÄ    de  Accon    advenerant,     Legatus  vero  reginam  Cypri  '  ac 

10  barones  Sjrie  Christianos  per  noncios  et  litteras  festiiianter 
invitavit  ad  sEbveniendura  Christianitatis  mimitioni,  Magister 
Templi  cum  probata  iDilitia  Teraplariorum  licentiatus  a  le- 
gato  pro  taota  necessitate  re versus  ad  eastrum  cum  Coradino 
pijgnare    diaposuit.      Cyprenses    vtTO    milituiii    ac    sumptimm 

16  tnagnam  adduxeriint  copiara;  Tri  pol  ita  im  9  *  similiter  et  domi- 
niia  Berythi  ^  Guido  deöibellulo*  ctuii  atii«  polania  alacriter 
se  preparabaiit  ad  soccursiim.  Qüod  iDtelligens  Coradinus 
per  exploratores  et  Christi anoram  proditores  necesaitate  metus 
compulsiis  turpiter  ab  obsidione  recessit,  multym  a  castrensi- 

n  bus  danipnilicatus  tarn  in  hominibus  quam  in  eqniy,  Ipae 
vero  sicot  süperb iis  et  arrogans  comminatiis  fuerat,  ae  caatrutu 
comprehensurum  per  obsidionem  longam;  sed  divina  virtua 
eum    recedere   coegit  combuatis  caatris  propriis  circa  Novem* 


1210 


l  trabueculum  B,  labernacahiin  DH.  tnaggonelia«  8,  inagonel- 
las  H,  2  ictibuB  ohk  B,  ictiboa  machinarum  om.  D.  8  nonia  B. 
4  vaL]  poterat  B.  trabucculus  l\D.  cu  in  tiabuculus  süperscn  H. 
vero  B.  tnaggonello  BH  5  trabueculum  H»  trabucoluni  D.  6  con- 
ctitienfl  om.  ß.  cotifregit  BD.  ibidem  om.  BD.  7  cotidie  B.  ülo  B. 
9  Cipri  D.  10  Sirie  H.  et]  ac  BD*  t2  a  domioo  legato  B,  14  pa- 
gnare  al.  mim.  postea  addit  B.  Ciprenfle»  B.  vero]  emin  BD.  ac] 
et  BD.  15  adduxL^rant  D,  TripoUtani  BD.  IG  Gidu  B.  poloiiia  BD, 
polonü  corr.  e  colonifi  H.  17  u  in  Coradinus  »upersLT.  H.  18  et] 
ac  B.  20  üaiiipnificatua  a  na^treusibus  BD.  ante  equis  delet  bomi- 
oiboe  D.        21  cominLnataa  fuerat  om    B. 


*  Alice,  die  witwe  dea  1218  gestorbenen  königs  Hugo  (vgl  cap-  b), 
eine  tochter  des  grafen  Heinrich  von  der  Champiigne.  *  Boemund  IV.» 
zagleich  fürst  von  Antiocbi«i,  Du  Cange  n,  a.  o.  s   203.  ^  Johann 

von  Ibelia.        *  Zwiacben  Tyruö  and  Berytua  gelegen. 


bris  principium.  De  castri  autem  defensoribns  molti  sauciati, 
pauci  vero  defuncti  sunt  Protegat  Altissimus  haue  doiuum 
in  honorem  filii  Dei  conötructam  Sarraceoia  odibilem^  Chri- 
stiatii»  amabilem  tanqnam  antemorale  civitatis  Accon !  Super 
muh. «»,  «1  muros  eius  sit  aiigelorum  custodia  t^que  ad  coftsumtruitwneni 
^yh^tut^iisemdi !  Sane  fidmiam  imhemtis  in  doniino  JJw^m^  qQoniam  qni 
cepit  inimkos  crocis  couterere  stabil is  in  gratia  sua  tempore 
beneplaciti  sni  perficiet.  lani  eiüm  ultioiiis  divine  certum  per- 
cepimus  argimit^ntum,    nam    in  obsidione  castri,   dicut  ab  ex* 

t^  ploraioribua  noatris  didicimus  et  strata  ]>er  campos  cadarera 
visibiliter  iwtellexioma,  iriterfecti  sunt  ibidem  tr^  ammiraii, 
ducenti  Mameloti  in  armis  doctissimi ;  arciiarioriim  vero  et  in 
machinis  trahentiuia  pereraptonim  a  balistariis  nostris,  qui 
fuenmt  treceuti^  niilla  computatio  fuit     Uno  etiam  die  inter- 

"  fecti  sunt  equi  centum  viginti  magni  precii,  inter  qiios  erat 
onuB  qimiuordecim  miübus  dracmarum  emptns,  quem  Seraphus 
äoldaoua  Alapie  cuidam  amiraldo  pro  miinere  misit;  aliomm 
eqiiorum  iiisuper  et  canielüritni  plurima  dampna  suatiDueront 
Sarraeeui, 

54.  Menae  Novembri  doinimis  Frithericos,  filius  impera- 
toris  Henrici^  toronatiis  fuit  in  imperatorem  Rome  sub  Ho- 
norio  papa  in  magua  concordia  regni  et  sacerdotii  ac  pace 
Romanortini,  cruce  signatua  ad  aubsidium  Terre  sancte  prepa- 
rans  »e,  premittens  etiam  dncem  ßawarie  \  qui  venit  Damia- 

* 
1  priucj  iaittum  BD.  mülti  sunt  sauciati  eed  aullus  mortans  pns^ 
ter  unum  BD,  2  pauci  —  sunt  oro.  BD.  3  honore  B.  4  Acoo- 
nenäi»  Bö.  5  comsummationeDi  B.  (>  quoniam  om.  D.  7  itt  «aa 
gratia  D.  8  perficiat  B,  10  cadavera  plurima  t).  11  trea]  qm- 
ttjor  BD,  ammiraldi  D.  12  ducoi^tn  Mamelon  al.  man.  poetea  ad- 
dit  B.  14  nulla  fiijt  computatio  B,  nulla  —  interfecti  Bunt  ojii.  D, 

15  caiitam  viginti  equi  B,  centuni  viginti  om.  D.  vigiota  H,  emtj 
fütt  BD.  1<>  uima  in  marg,  U.  cutu  qtiatuordecim  D.  dragma- 
rum  BD.  17  ßold.]  dominum  Ü,  oiu.  B.  Halapine  B,  Halappie  corr. 
ex  Halappine,  ha  in  raa.  11.  aromLraldo  D.  pro  munere  om.  D,  alio* 
rum  etiam  D.  et  om.  D.  19  Sarr,]  hie  seqaaniur  in  B  epistolae 
aoldano  Egypti  et  doctoribtis  Egypti  ab  Olivere  Bcrtptae;  quae  eequun- 
tur  in  D  vide  in  appendice  in  fiue  hiütoriae  Damiattnae  posila« 
20  Meuse  —  adducens  copioBUm  om.  B. 

^  Herzog  Irudwig  von  Baiem, 


I 


£0 


( 


257 


taiu  anno  Hiillesiinri  rluceutesinio  vigesimo  primo  in  passajt^io 
octavo  cum  Pattavensi  episcopo ' ,  nmrchione  de  Hathc  %  eo- 
mite  Widone  de  Breveiina*,  aliis  iiobilibus  mense  Maio.  Hiiic 
düci  cominisit  vicem  siiam  iniperator,  donec  personaliter  trans- 

6  fretaret,  Porro  legatuB  apostolice  sedis  eonsiderans  temporis 
oportuni tatein  et  otii  dispendiuni  iterum  tractare  cepit  cnm 
duce  de  negotiis  beUicis,  pro  iiuibus  promoveodis  morani  fecit 
in  Egypto.  Inatitit  preterea  dux  prefatus,  nt  castra  aoldani 
populus  fidelinm  aggrederetur,  priysquani  fluvins  anlitoni   au- 

10  meret  iocrementnm.  llpde  cominnni  cünsilio  baronuiii,  mili- 
tom  ac  populaniira  explicare  cepinius  tentoria  super  Öuviuni 
extra  castra  mense  Junio  in  festo  apostoloriioi  Petri  et  Panli, 
Deprebensum  est  aasertioiie  Beliiacensis  electi  et  aliorum,  qui 
in  captivitate  detinenlur,    plarimorum    eiiam  relatione,    quod, 

lö  81  legatua  non  fuisset  prepeditns  per  coDtradictionem  eornm, 
quorimi  snpra  mentionem  fecirauB,  sed,  sicnt  ordinaverat,  con- 
tra soldannni  processisHet  ante  vel  post  increnientum  flurninis, 
tjgyptus  in  sorteni  Christianorum  deveniaset.  Tunc  enim  ma- 
iores  Egypti    discordabant    a  suldaoo,  et  sicnt  Raab  meretrix 

so  huinanitatem  popolo  Dei  snpplicans  pro  ae  et  pro  domo  sna, 
sie  Egyptii  enienia  miserunt  et  munera  nostris  captivis  in 
Kairo  snpplicantei^,  ut  eis  niediantibns  apnd  Cbristianos  vic- 
ti>res  misericordiara  invenirent.  In  octava  apostolornm  feria 
tertia  legatiis  preniisso  tridnano  ieiunio  et  coadnnato  clern  nn- 

34  dis  pedibus  cnm  archiepiscopis  et  epiacopig  vexillum  aabitifere 
enteis  processionaliter  extra  Damiatam  detölit  ad  castra  per 
ascensum  tlnminis  callocata.  In  crasiino  rex  Johannes  Da- 
miatam rediit  comitatum  adducens  copioaum. 


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2  Battavensi  H,      6  tu  in  opportunitatem  auperscr,  H.      B  E^pto  H. 

0  agrederetur  H.        10  consilio  corr.  e  consilium  H.         12  Junio  super 

de!et.   Maio  H.         13   apertione  H.        18   Egiptus  11.        19   E^pti  H, 

21  Egiptii  H.     v  in  captivia  auperscr.  H      23  feria  in  marg.  H. 
^ — _ 

>  Ulrich  II.  vou  Paasau.  stirbt  aaf  der  heimkehr  1221  Oktober  80, 

fgi  Ann.  Clunstroneoh.  in  Mon.  Öerm.  S8.  IX»  b.  023.  '  Markgraf 

Hermann  von  Baden  ist  gemeint  (Röliricht,  Tieitir.  2,  8. 365j.        ^  Röh- 

rk'htt  Kej?^,  rej<ni  nieroa-  a.  250  zu  nr.  043  vermutet,  dass  er  eine  per- 

mn  ist  mit  Waltlior  von  Br^ne,  dem  neuen  do«  köni^^s  Johann  von  Jß- 

msaleni. 

OllTCT,  1 7 


k 


258 


tu   'aVi    la  '^*^"    IncifiUtmctntHifJrha,   dicit   Dominus;   rnr  rv/cj  /ti 

j««i4«.  10  Meiim  ^    est  doiinnium    in  regnis   hominum,    mimlium  i 


ur^m, 49, t^skihit  et  ownis  voluntas  nun  firt:  mm  c^t,  qui  reswtcrc  vnl 
i-r..»  ti  H  *^ÖM*  ***^^^'     ^^^^^  ^'"^^  sapientia,  iton  vst  pmdcntia,  non  est  coii-' 
eä,u  iK  n  süium  contra  dispositimumi>  voluniatis  mec,     Tamquam  9HommM 
tum  biahre  sie  est  atü^  nie  arhis  iemirum,  et  tamqmim  fßiUa\ 
mBm^.  w»  it  roris  antefumni,  ([Ut*  dcscendit  in  ierram.     Quin  dicet  mi/ti,  qui^ 
Ir..  M.  »I  yV-m^j.^  atd  qui^  sMnt  eontra  iudtcium  meum':f^     IfttHmi  David} 
10  sirtmm  mmm,  oleo  sanäo  meo  unxi  eum  regem  IiidoruQ],  cui^ 
precepi  iniiirias  meas  vitidicure,  contra  bestiam  tot  rapitiim  in* 
aiirgere,  ciii  contra  regem  Pf/rsarum  victoriuni  coDtnli,  niagnam' 
partem  Asie  pedibus   eitis  subieci,     Rex  Peraarum  in  mmiani 
elatus  superbiarn   Asie  monarcha  esse  vohiit,  contra  hunc  re% 
ift  David^,  quem  dicunt  filiiim  Joliannis  presbiteri,  pri!nitia.s  vicJ 
torie  tulit,  deiBiIe  reges  alioä  sibi  subiugavit  et  regua,  et  Hicittl 
faiiia  celeberrima  minciante  didicimiis,   non  est  poteststs  super] 
terram ,    que  ipsi  valeat  resistere.     Ei^ecutor  creditur  esse  di- 
vine  vindicte^  malleus  Asie. 
2'>  56.    Sane  pöst  captani  Damiatarn  legatus  apostolice  »«dia 

recitari  fecit  in  auribus  miiltitiulinis  aumnmtini  et  Interpret»» 
tive  libnmi   Arabice  öcriptiim,  coius  lonsiderantes  et  contem* 
plantes  [igaturam  cum  cartia  vetustum  inveniinus  euDduiti.  Qu 
Liber  Clementis*  intitulatur,  scripttis  ut  aiunt  ab  ore  principii 
3fr>  apostolorum    ab    ipso  Cleniento    de  rtivelationibus  factis  Petroj 
inter  resurrectionem  et  ascensionem  a  Domino.     Incipit  aiitein' 


0  dispotioncm  H.    volutitatens  B.        7  sie  e^t  sie  est  H.    tecrarum  j 
Drbia  B.        8  ante  luceiu,  em  in  ras.  H.     qui  H         10  s.  m.  o.  s.  m.l 
u.  e.  H.         11  weiiä  iniuriaä  B.         15  aute  Jübannis  delet  hominis  B. 
18  cred]  intelligitur  B.        26   aacentioneiu  H-      a  Dumino  om.  H. 


»  Vgl.  Daniel  4,  U.  '^  Wol  anapidung  auf  Daniel  7,  *  VgLj 
zo  cap.  35.  *  Den  geniiueii  titel  gibt  Jakob  von  Vitry  a.  a.  o,  tL  592*»: 
*revelationea  beati  Petri  apostoli  a  digcipula  eiua  Clomcntö  in  uno  vo-j 
lumine  redacte\  Der  inhalt  aiimmt  mit  dem  oben  gegebenen  im  wtA 
fientlielien  überein,  doch  fehlt  die  »teile  von  dem  jähre,  in  wetcbemi 
oatern  auf  den  3.  april  füllt»  die  allerdings  auch  erst  anf  1222  ^lassenl 
würde.  Im  übrigen  verweise  ich  durchaus  auf  E5h  rieht,  Qainti  bellt 
sacri  srf.  xlii  note  C». 


259 


Über  ist*?  n  creatione  nmiirli  et  terminatur  in  consuuimatione 
gecnli,  in  quo  precepta  salutis  et  con«ilia  legimtur.  Interwerit 
aiiiem  pruphetias,  qimntm  qiiedam  iaiii  evidenter  appiirent 
Cf»mpleta»  que<lain  p6nd<f*nt  rk*  futuio.     Inter  aliaf*  dicitiir,  civi- 

R  tatom  aqnof^nm  a  CbrisÜania  fore  capiendam  cum  civitate  una 
Egypti.  Additiir  eimm  de  Alex  and  rie  captione  nee  tacettir 
Damascnj»,  que  »ervos  Dei  multiim  criiriavit  et  criiciat.  Ad- 
ditur  preterea  de  diiobus  regibns,  qiiorum  uniis  asseritnr  ven- 
turus  ab  Oriente,  aliös*  ah  Occidente  Jerosoliniam  in  illo  anno, 

10  quo  pasrba  ent  tertio  die  Aprilis.  Liber  iste  cum  eo,  cuiua 
supra  mentionem  fecimns,  etiam  in  multis  concordat.  Hiiic 
prophetic  littere  plarimc  de  ?ictoria  regia  David  Scripte  cum 
faina  inter  Christiano*^  et  Sarracenos  viilgata  suffragantnr.  Vi* 
dimns  etiain    in  iirginnentoni  hoius  rei  captivris  Christianos  a 

i&  nnnciis  regis  David  in  Baldach  li heratos,  quos  captr^s  in  nb- 
mdione  Damiate  rex  Baby  Ion  is  caliplio  niiserat  pro  ninnere. 

57.  XV L  Kalendas  Angnsti  militia  Christiana  apnd  Pha- 
rascuni*  cafiale  diatans  a  Daiuiata  tribna  miliaribus  congregata 
per  acies  equituni   ac  tunnas  ppfiituni  decenter  inst r acta  pro- 

to  cedebat  alacriter.  Estimatores  ?ero  militie  niiÜe  diicentos  nii- 
merabant  uiilitariter  armatos  cum  equituturis  ad  tale  negotium 
peragendnm  necessariis  exceptis  Turcopolis  et  aliis  equitibus 
nnnierosis,  Feditnm  annatornm  rertom  nnmenim  investigare 
ueqnivinms  j^iropter  eornni  copiam,  qnos  Sarraceni  locnstis  com- 

Mparabant,  qnia  niagnum  terre  apatiuni  occöpavernnt,  Sagit- 
tariornni  qnatnor  iiiilia  credimns  convenis«e,  qnornm  quafii  dnn 
milia  qningenti  fuenint  ad  iioldos.  Inter  maiores  uaves  et 
minores  »excentas  triginta  coniputavirniia  videlicet  cogones  tre- 

1  consumatur  H  atiin  in  conäummatione  superscr  H.  3  qno- 
rum  H.  4  quodam  B.  5  \um]  tiova  B.  G  Egipti  BH»  7  que 
oorr.  e  qui  H.  Bcrvoa  Dei  captivo»  ß,  adicitur  B.  8  venturus  conr. 
6  venire  B,  9  reliquus  B.  in  Jerusalem  B.  10  eo]  libro  B.  uuIuä 
—  etiam  om.  «cd  lacuna  B.  12  littere  pluriiiie  prophetie  convertit 

in:  prophetie  littere  plurime  fl.  13  BufiVagatur  H.  15  Bai  ach  FI. 
It)  BabiloniB  H  17  xvv  B.  18  congregate  H-  2Unumerabat  H. 
2h  ücctjpiiruiit  B.  aagitarionim  B.  2ö  milia  superscr.  H.  26  max* 
cenlaa  triginta  in  ras,  H.     trecj  trea  fl,  tre  in  ras.,  ceutos  in  marg.  H. 


Mau  würde  'alter'  erwiirten. 


Faroäkur,    tiüdL  von  Damiette, 

17* 


n 


ia«t  centos  ciiiii  *raleis  de<'em  ei  orto  arniati»^  insnper  scalandr*«» 
tharidas,  barbottos,  corsarios  et  barcas  onera  cum  victualibQjt 
deferentes.  Numerus  hostium  quasi  septeui  milia  eqaitum  nau- 
ciabatiir  a  transfngis.  Forma  Castro rum  tjilis  erat.  Fluviu3  a 
dextris  instar  muri  tiitelara  prestitit  naFibus  coopertus,  u  parte  j 
sinistra  peditea  erant  pro  anteraorali  liiieariter  et  quasi  pro- 
ca<«sionaliter  incedeutee  agraine  denso.  £quitum  aciea  trans- 
versaliter  a  flumine  iisque  ad  pedituin  pluJanges  proteiide- 
bantur  robur  daiitea  et  accipientes  ab  eisdem,  Sagittariis  lan- 
cearii  firmiter  coherebant  impetum  hostilem  sustinenies  deo-  m 
satis  ac  directis  lanceis,  si  quando  comminns  irriiere  prenuni- 
sissent.  Sic  equis  et  equitibns  provisum  est  provido  eoiisilio, 
ue  sauciarentor  inmenta,  Viilgus  inerme  rum  sarcmulis  super  ■ 
ripani  flnuiinis  gradiebatiir  tutis«ime;  clerici,  pedites  ac  m«- 
lieres  aqimm  deferebant  remotioribus;  peritiore8  contra  versa- 
cias  perfider  um  in  anteriori  et  posteriori  custodia  bostiles  ex- 
en rsua  prudenter  exceperunt.  Edicto  publice  terribiliter  cao- 
tiim  erat,  ne  qnis  auteriorem  aciera  precedere  vel  posteriorem 
subsequi  ant  acieni  irnimpere  qaolibet  ausu  presuuieret».    Ex- 

so  ploratores    hostium    ab  utraque    parte  fluminis  oopias  nosirasi 
ronsiderantes  et  ordinem  discipline  militaris  ammirantes  dampna 
uichilouiinus  conabantur  inferre,  sed  tanta  aagittariurum  obsti- 
tit  multitndo,  ut  eo  die  nullum  de  nostris  captum^  de  nostris 
nullnm  intelligercraus  sauciatum,  qui  agmiui  quadrato  firmiter 

afi  adhesisset.     Legatus  niUitibus  ac  satellitibua  larga   manu  hH-  ^ 
pendia   distribuit,    naves   armavit   uec   corpori    suo  nee  rebus  f 
parcens  ad  opus  per&cieudum,  omnem  quam  poterat  adhibens 
cantebim  una  cum  Johanne  rege  JeniSfilem  et  duce    Hawarie, 
archiepiseopis    et  episcopia    uiagistrisque  domorura ,    qui  vigi- 

ao  lanter  instabaiit  et  insudabaut  negotio. 

1    XYii.  B,   xviii.  in  ras.   H.  2   barbotias  H«  om.  B*      curui-J 

rias  B.      harcas  B.  H  nunc  delet  et  in  ^narg.  ponit  numerus  2  H. 

5  ti  in  prestitit  auppracr,  H.      (i  linealiter  B.      10  firmiter  lanc^arii  II 
11    coniinua  H.       presumpsisaent  B.  13  inerme  com  ex  inermis  B. 

15  paratiores  B,     verauciaa  corr.  e  v^rearia-s  B  16  fi  in  perfid orum  \ 

Huperscr.  H.     etj  ac  B,     exe  ]  aseultiis  H.      21  nicbolominus  H,      23  de  | 
nostna  nullum  oiu.  B.       24  intelligeretnus  vel  B.     agniiiii  corr.  ex  ag- 
nmi  et  antea  del  iicmini  fl,        27  opus  Dei  H.        28  rege  Johanno  B, 
po«t  Johanne  delet  ro  IL        29  etJ  ac  B.     vigLlanter  buic  B. 


261 


58.  XIIII.  KulendaH  Aii^imti  niisit  rux  E^ypti  robustiorem 
et  maiorem  speciejii  siie  virtutis,  quiuii  tunc  häbebat,  qimtiior 
iit  videbatur  ec|uituni  iiiiliu,  qui  forinsecus  girantes  po[Hiliuii 
Damini  tiiuide  siitis  extremas  peditum  acies  sagittis  iiopetebant 

f*  eminns,  quibu8  nostri  viriliter  restiteriint  aguiiim  sua  propfcer 
hnc  niillateTiiis  ryiiipentes.  f*ost#ra  die  iiobis  instabant  acrius 
et  nostros  [yluros  sagittavS  exuendere  coegeruut.  In  hoc  biduo 
|mt»ci  de  Christianis  leniter  sauciati,  paucissimi  mortui  spe- 
rande    victorie    tiduciam    hustibiis  absiuknint.     Qui  di(?  tertio 

io  ad  dominiiin  snuni  reversi  pacificum  iiobis  per  Saremsac  ^  ape- 
ruuriuit  progreasum  ante  noa  tasalia  comburentei^,  V^erum- 
ianiüD  frumenti  et  hordi^i  ac  b.*^uuiinis,  palearum  otiam  copiain 
cum  hriitorniH  fnictibus  invenimus,  iiicolo  cniii  iiudieribua  et 
parvulis  a  facie  virtutis  Dei  fugerunt  com ni uniter, 

*►  59.    In  vigilia  saiiuti  Jacobi    ca»tra  fiximus  in  capite  in- 

su b'  triangnJo,  tibi  Nikis  bifariam  dividitiir  antiqua  ca>5trH  sol- 
dani  separans  a  nostris,  in  c|Uibiii^  post  captaut  Üamiatain 
ninram  fecit  In  hoc  loco  fluvlus  Taneos  recedenK  ab  alveo 
discedentt?  Daiiiiatam  insulam  cum  eo  facit,  que  duodecim  mi- 

»*  liaribus  in  loognm  ])orr**cbi  casalia  multa  super  atpias  sita 
continet.  Inter  que  nominata  pre  ceteriK  et  opulentiora  sunt 
au  per  ripaui  ulteriorem  Synion  et  Saremsac,  in  qnibus  palatia 
regis  iiiagiiifica  fuerunt,  Hec  insula  appellationem  nortita  terra 
Uamiata  nuncupafcur;    que    vero    trans  tiuvium  est,  terra  Ta- 

u  neos  dicitur;  qut»  autem  trans  fluvium  Damiate  iatior  inveni- 
tur,  Mahalech  numinatur.  Ultra  tiuvium  Taneos  ad  orientem 
infra  dietani  uuaui  incipit  soÜtiido  tteserti,  in  qua  taiuen  re- 
peritur  aqua  per  certas  muusiones  hominibus  et  iuraentis  suf- 
ficien»,    si   tarnen    amplietur    fo8soriis.     Terminatur  aiitem  ad 

äw  Darum  et  Gazam.    Coutra  uieridiem  Babylon  sita  tt*rram  E*^ypti 


12X1 
Juli  10 


1  xiiii  corr.  e  xviiii  H,  Egipti  BH.  2  ut  —  extremas  om  B. 
4  ext  rem  a«  corr  ex  extrenians  H.  acie«^  peditiim  B.  5  proppter  H, 
7  expendere  sagittas  B,  10  renisac  in  ras  II,  11  \eraiii|*tamea  H. 
la  et|  ac  B,  14  fugierunt  BH.  18  Thaneoiä  B.  19  fecit  B.  22  ulte- 
riorem ripam  B.  et  om  B.  24  terra  oin.  FT.  Thaneos  B.  26  Ma- 
chalech  B,    Thaneos  B,      28  repperitur  iL      30  Babilon  H.     Egipti  BH, 


^  Sarain^ah. 


BuiiyluiHaiH  ii|»|H'lbirr  facit,  CiviUitis  Im  ins  diN|hJ»iiiu  If? 
|icrtiiu  triaiigulHiiir,  Ipsa  civitas  Habvlou  super  NiluDi  edi- 
ficata  dtstentHtiir  in  longum  et  latum  habens  plateas  stricUa, 
liabitatianes  cotiipressas  propter  popularum  frequeiitiam,  in 
c|ua  Christianoruin  plures  auiit  ecclesie  et  eonindeui  nuiueroga 
iijultitudo  principi  teiTe  siib  tributo  servientiuin.  In  hac  depo- 
iniotur  onera  iiegotiatoruni  venientiiim  a  Leeniannia^  Etbiopia, 
Libya  et  Persidi*  et  alii-s  regionibiis.  A  parte  verBU:^  Daoiia- 
tarn  fere  unius  miliaris  intervallo  Kairuni  editiciis  ac  plateis 
»patiüsis  distentum  magniflcäs  babet  mansioaes,  in  qaibas  ■ 
terre  barunes  civesijyi'  iiobiliüre»  coninK»rantur.  Hec  civitas 
penitus  non  descendit  super  fluviimi  isiciit  Babylon,  8ed  spa- 
tiam  iunoeis  radieibus  consitiim  interponitiir*  Porro  in  emi- 
nentiori  specula  castnim  regale  conspiciinni  nuignis  tnrribus 
compositum  i^minet,  et  sie  in  muduni  trianguli  tripertita  dis- 
ponitiu"  edificiunmi  magnitiidü.  Ab  utixjqne  veru  latere  ca&tri 
de^cendit  minus  Kairuni  et  Babylnneni  iucludenSt  iniariacet 
antem  spatium  sabulosum  liiis  tribus  edificiis,  in  quo  copiosos 
iTsidere  putesk  exercitus. 

60.  luter  Kairuui  et  Babylonem  ecclma  beate  Marie  de- 
niünstratur,  ubi  cum  puero  Jbesu  moram  tecissc  dicitnr.  quandu 
fugit  in  Egyptum  et  corruenint  idoUi  i^gypti*  Katrum  dibtat 
a  Damiata  itinere  triuni  dierrim.  A  Kairo  iisque  ad  hortum  I 
balisami  distantia  magni  miliaris  consideratur,  qui  terram  ha* 
35  l>ens  sabulosani  niuro  dauditun  P'ons  est  in  niedio,  de  quo 
irabit  antiquoruoi  relatio  et  fama  celeberrima  diYulgatur«  glü- 


ao 


1  I^abiloniani  BH.  ti  in  civitatis  euperacr.  H.  2  Babilon  BU, 
sxihlh  2  H  in  marg, :  äitttä  Fabilonis  in  £gypio.  3  strictaB  corr.  6  di- 
«trictÄs  B,  5  plurime  H  6  sub  tributo  prindpi  teiTe  B,  ante  pnocipi 
delei  sub  H.  aub  superscr,  H.  7  a  Loeniannia  B»  Alemania  H. 
8  Libia  BH.  a  parte  altera  B,  9  ante  niiliarib  ilelet  diei  H.  Kay- 
rum B.  10  «paciosis  con\  e  «petiosia  H,  difitentiutn  H.  12  non 
penitus  B.  Babilon  BH,  13  iuncceis  B,  17  Kayriim  B.  Babilo 
nem  B.  Babiloniatn  H.  18  sabuluin  spaciodutu  B.  sabuloBaia  H. 
bis  ß.  20  Kayrani  BJ.  Habiloneiu  B,  Babiloiiiam  H.  Marie]  virgi- 
niH  BJ,  22  Kgiptmn  BH.  tit  «uper  deleto  quando  H.  ydola  BJ. 
Egipti  tJH.  Kajrum  BJ.  23  «lier.]  mUlit  2H  in  marg.:  De  orto  bab 
sami.     Kayro  B,        25  quo  cuit,  e  «luoruiii  Fl 

'  Diese  beÄeithnuiig  findet  sich  aunst  nixgendH. 


263 


riosani  Virgiiiem  ipsuiu  uratione  sua  |>rüduxi8sp  uc  jiannüs  iii- 
faiiiie  Sulvatoris  in  eo  lavisse.  Oolitur  autem  hie  hortiis  in 
iiKidimi  vin^ariini.  Triuicus  luiiufei  spissittidiiiem  habet  caielis, 
virj^irlas  a  trunco  pullnlantfs  in  altitudmeui  unius  cubiti  ad 
ft  modiim  Salicis,  curtex  subalbi  coloris  notlulosns  ac  rivulosiiH. 
Sirobalsaüiuni  dicitur  eins  lins^niim,  carpobalsainimi  semen, 
Hlobubiimura  fyliyra  uioditum  et  preacutuiii  ad  similitiidinein 
folii  liquincie,  opobalsainiiDi  cuii!  adiunctioiie*  quia  culttiies 
corticeteniis  virgas  incidnnt,  iiude  biilsaoia  generaHtar,  iit  per 
lü  ilbis  paolatim  ne  coiligeiis  hnmor  di-^ciirrat;  ope  enim  Grect?, 
b  caverua  dicitur  Latiiic.  In  untimiuo  balaamuiiieolHgitur  sie: 
^ft  contorquetitr  vir^tda  et  uii^ne  coot'ricatur  et  per  Cücleam  pre- 
^V  uciitam  excipitiH-  stilla,  que  repüiiitur  in  vasciilis;  deinde  ad 
^m  soleni  excuquitur  vij^iiiti  dies,  }M>stmodüiii  ad  ignem  despii- 
I  ift  iiiatiir;  liquor  vero  dividitur  per  ampidlas,  iiaoi  de  iiitegra 
I  substantia  pnst  depiiiationeni  niodienni  reuumet  de  balsaino 
I  II 011  luixto*  Veu  dito  res  autem  et  reveiiditore^  resiimm  stdent 
I  appüiiere  pineaiii  vel  terebintiimm  et  euiptores  decipere»  ideo- 
qiie  apud  venditon'8  ran>  purum  invenitur,  Soldanus  i(»ter 
i»  ]u*incipeß  orbie  pn>  iiiugiio  miinere  in  atnpuHis  dißtribtiere  .solet 
[  ilhid.  Magister  huius  liorti  Clirlstiaans  e8t  habens  srdj  sc  Cliri* 
^ft  fitianos  et  Sarracetios  miiiistros. 

^M  öl.    IntVa   Kairuni  spatiuni  triam   niiliariam  iiisida  porri- 

^V  gitur  in  longiim  et  hitum,  id>i  Nilus  aipias  siuis  bipertitu  di- 
r    f^  vidit    alveum    implens    a  parte  una  Damiate,    Reäsiti  a  parte 

■ 

^^  1  oratione  sua  ipeum  BJ.        2  eodem  J.     autem  om.  RT,      3  me- 

I  dio  J,  »e  m  viaearina  superscn  H,  4  habet  pullulantea  J,  5  cor- 
^^Ltex  —  coloriö  om,  .1»  eolorb  iubalbi  B.  noduloHUs  corr.  e  modu!o- 
^Kipas  H.  6  deirobftlaamum  J,  7  preacutum  corr.  e  preaucutum  H, 
^^L8  liquoricH  BJ,  licoricii  H.  0  cortit-enenus  H.  virgulas  BJ.  balaa- 
^^  nium  J.  generatur  J,  10  paulatim  [paulautiiu  J]  cÜBcunrens  huinor 
I  ao  colUgat  BJ,  11  Latbieoiu.  J,  autumptio  B,  auctumpno  J.  12  con 
superscr.  B,  conlVicatur  corr,  e  confncetur  H,  14  itev  viginti  clit-s  BJ, 
18  piiieani  vel  om.  J.  10  aput  B,  vernlitores  apud  coiivertit  H.  ra- 
rum  H.  solclimuB  corr.  e  aa1danu8  2  H.  20  I  in  tiinpaUis  superscr*  H. 
22  eij  ac  B.       ante  niiniatros  delet  habet  H,  23  Kaymm  B.       in- 

sula  parte  H.       24  NjIub  B.     ^aasj  in  »uo  FL      25  e  in  alveum  äuper- 
scr  H.      Daiiiiat«  a  ptirte  ima  BJ,     Reniti  J. 


«4 

m  itltem,  lieMsituiij  '  civitas  fuit  nuignii,  iiiiiic  ruiirosa,  iiiter 
Alexandriam  et  Damiatam,  sed  Alexandrie  looge  vicinior,  di- 
stans  a  Kairo  duabui^  rlietis.  Apud  llessitum  et  supra  fluviua 
est  latior,  aqua  profundior,  portus  traiiquillior  quam  DaDkiat-e; 

&  (jDeratas  enini  naves  recipit  et  exercitum  copiosum  colUican? 
putest  in  insulu  preacripta.  Iti  cuius  capite  cum  essemiis  in 
obsidione  Dainiate^  aoldanu»  fl  avium  a  nobi^  auferre  cupiens 
et  aqua^i  eius  in  alveum  refuudere  multum  frustraque  conatus 
poBt   expeiisas    plurimas   natura    simm    reliquit  deeursmu.     Ä 

lü   Babylone    superios    usque   Leemamiiain    cultura    terrarum    ab 

utraque  parte  fluminiä  coartatur  vastas  haben»  utrobique  suli- 

tudiBes.     Leetuannia  speciebus  habundat  aromaticis,  quas  per 

E^yptum  diversis  regni  tiegotiatoribus  deferentibus  transmittit. 

62,    Ultra  Leeniaiiniam    Ethiopia  region^s   habet   latissi- 

i&  mm,  populiim  Christiauuiii  iiniumerabilem  partim  sub  regibu^ 
Cliristianis,  partim  sub  duminio  Sarracenurum  cooBiitutom. 
Hie  sunt  Nubiani,  qui  in  sacrametito  altaris  et  alüs  divim's 
ni'iiciiss  Jacol)iitis  suciantur  eo  excepto^  quod  Nubiaui  soti  par- 
Yuli«    suis   karacterem   crucis   igiiito  ferro  trifariam  in  fronte 

2«'  altriimecuH  luxta  ocula«  imprimunt,  nicbilomimts  baptrzant. 
II ii  et  illi  litteram  habeut  üaldeam,  in  feruientatu  conHciuiit, 
iino  digito  «»igDaculum  crncis  faciunt;  duas  uaturas  unitas  di- 
cuut  in  una  natura  Christi ,  forsitan  nomen  nature  eqnivo- 
cantes,  ut  seciindo  loco  nataram  pro  persona  accipiant. 

* 
1  Rosa,]  iiddit  2  H  in  marg. :  De  Reagito.  r  in  niiiiosa  euper  ras-  H. 
2  Alexandriniiiu  B.  3  Kairo  B,  duabu«  [duobus  J]  magnia  dieti»  BJ, 
5  onorataa  corr.  ex  otiocratas  H.  recepit  6.  6  in  *•  decursum  om.  J. 
8  in  alveum  Reseiti  B.  transfundere  B,  refadere  corr.  e  retfatlert  ß, 
D  ik?  in  clecursum  in  marg.  H,  addit  in  marg.  2  H:  De  Leenuinaiü. 
10  Leemanniam  corr.  e  Leomanniani  H.  11  fluaiinis  Nilia  J,  J3  Eg»p* 
tum  BHJ.  deferentibus  om.  J.  14  ultra]  addit  in  tnarg,  2  H:  l>e 
Ethiopia.  16  ChrißtiamB  oni,  H.  17  bi  B,  addit  in  marg.  2  H:  De 
Nubianis  et  Jacobini«  ChristianiB  et  eoruni  eoneuetudine.  ante  ia  de* 
let  in  aanc  H.  »acraniento  altaris  snperstn  B.  et  in  marg.  H,  alüs- 
qne  BJ,  18  an  in  Nubiani  euperscn  H,  19  curactereni  B.  saacie 
crucia  J.  tritano  .1.  20  nicholomintiB  H.  21  bi  B,  lit^erani  H. 
Caldaicaru  J,  22  bancte  crucia  J.  uaitas  om.  J-  24  recipiant  B| 
addit  in  marg.  2  H:  de  Georgianis. 

'  Boeetta. 


263 

ITioeatu  Viii^iiiein  ipsuiii  ortiiiont^  suii  iirodtixis»«^  uc  iianiius  in- 
faniie  Salvatoris  in  en  kvisse.  Colitur  auteni  hie  hortus  in 
^niofliioi  vinearum,  Traneos  hiiiiiH  spissitodiiieni  habet  caiilis, 
virgulas  a  triinco  piilUilantps  in  altitucHneiii  iinius  cubiti  ad 
ä  modnra  sab'cis,  Corte x  sabalbi  coloris  nodiilosiis  ac  rivulosiis. 
Siroimlsamnni  dicitnr  eins  lini^num,  carpobalsamuiii  .semen^ 
Hiobfil.Hiinmrn  fulium  tiiofltcurii  et  j»  reacut  um  ad  ^i^nlitndinenl 
folii  Jiquiricie,  opobabaunim  cum  adiunctione,  qiiia  ciilt*ires 
corticetenus  virgas  iiicidunt,   niide  balsaoia  geiierantiir,  ut  per 

Hl  illas  paniatiiu  se  culligeiiH  humor  discurrat;  ope  euim  Grece, 
cavema  dicitor  Latine.  Iti  autumno  balsumum  cüUigitur  sie; 
cuntorqiR*tnr  virgida  et  nngne  coiifricator  et  per  cocleam  pre- 
Hcutam  excipitiir  slilla,  cjue  repmiitur  in  vaacnlis;  deinde  ad 
soleni    excot|uiiur    viginii    dies,    pfsstmodum    ad  ignem  deapn- 

16  inaiur;  liquor  vero  dividitnr  f^er  auipullas^  nani  de  integra 
substantia  jjost  depiiratioiieni  nKHlicuiu  rem  an  et  du  bal^^arno 
non  niixto,  Venditores  anteni  et  revenditüre«  resinam  solent 
apponcre  pineam  vol  terebintinani  et  emptores  decipere,  ideo- 
qtie   apud    vendikjres    rar«»    pururu    iTivenitur.     Soldaiins    inter 

fo  principes  orbis  pro  magno  unmere  in  aoifjullis  di&tribuere  «ölet 
illud.  Magister  buius  horti  Christian ris  est  babens  snb  se  Cbri- 
stianos  et  8arracenos  ministros. 

61.    Infra  Kairum  t^jiatiuni  trimn  niibarinm  insida  porri- 
giinr  in  longuni  et  latnni,  nbi  Nilus  aqua»  suas  hipertito  di- 

*&  vidit    alveum    implens    a  parte   una  Daniiate,    Ilessiti  a  parte 


1  oratione  bqä  ipsum  BJ.  2  eodero  J.  autem  om.  BJ.  3  mo- 
dio  J,  ne  in  vinearuni  »uperscr.  H.  4  habet  pullulatitßs  J.  5  cor- 
tex  —  coloris  om.  J.  coloris  subalbi  D.  nodalosus  corr.  e  Eiodulo- 
sua  H.  6  dejrobalsamuni  J,  7  preacutum  corr.  e  pre  aacut  um  H- 
8  liquoricii  BJ,  Hcoricii  H.  ^  corticenenuB  H,  virgulas  BJ.  balsa- 
mum  J.  generatur  J.  Uf  paulatim  [paulautim  J]  diacurrens  humor 
»Q  colligat  BJ.  11  Latineom.J.  autumpno  ß,  auctampBO  J.  12oon 
supuracr.  B,  coofricatur  corr.  e  confricetiir  H.  H  per  vigmti  dies  BJ, 
18  pifieaui  vel  oiu.  J.  \9  aput  B,  venditores  apud  convertit  H.  ra- 
ruiii  H-  tiolfltiiiug  corr.  e  saldanus  2  U.  20  1  in  ampalliä  auperacr.  0. 
22  flj  ac  \l       ante  minialros  delet  habet  H.  23  Kayrum  B.       in- 

sula  parte  H.       24  Nylus  B.     »uasj  in  buo  H.      25  e  in  alveum  super- 
cr.  H,     Damiate  a  parte  una  HJ.     Resiti  J, 


hiiiiH  immm^  u  coniniiiui  aiiuona  seorsiiiri  tritiirant,  i»iH)rsum 
liiülunt  et  fiirinjun  cünspersani  aqua  eo  die,  quo  coiiHcere  ¥0- 
liioi  coqius  Uuniini,  cum  decantatioue  psaluiornin  ante  alltvre 
in  jianeti)  a/Jiiinm  in  forma  Lritinc^rnni  preparant  cum  rurigna 
devot ione  eelelirantes  ;  aeA  in  hoc  sunt  valde  repreheusibilefi, 
quod  natale  Douiiui  iiobij^cum  nou  celebraDt  ipso  die  arantes 
et  stnninantt^s  et  eoruni  miilieres  nt^nt  ac  carniinant.  Dieiii 
epififianie  baptisterinm  appellant;  ca  i^oleniptiitate  ciiui  iiiaxima 
pypnli  freqnentia  conveniunt.  Nutivitatein  Dotuini  cum  epi 
pliania  celebrant  dicinitt*«,  eo  die  Dominum  fuisse  natutii«  qod 
revol litis  aiioia  fiiit  baptizatus.  Hü  Komani.s  lej^ibus  se  dictint 
esse  8ubiecto8  et  liabent  cutholieou  priinateni,  cui  jier  omuia 
ubediunt. 

fi6.  Apnd  Antiothiam  eonatitiiti  Netjtorinrm,  qiii  propriam 
ibidem  liabent  ecelesiam,  diligenter  examiijavinius,  qui  dicuat, 
se  credere  duas  iiuturas  unitas  in  persona  Christi,  et  beatatii 
Virginem  matreui  Dei  et  hominis  con  fiten  tu  r  ac  ipsani  ei  Deuin 
et  honiinem  [»eperisse,  quod  Nestorius  negavit.  Utrnra  autein 
«ic  Corde  credunt,  sicnt  ore  confitentur»  Deus  novit* 

07*  Hvri  litterHm  et  cantuni  ac  sacriticii  ritnm  habeiit 
Green m,  sed  linguam  communem  cmn  Sarrucenis  Afabicam  ia 
eontraetibus  et  epistoÜs,   qu;vs  dirigunt. 

68.  Jacob ini  per  Egj^ptum  circumciduntur  pro  tUMiuri 
parte,  seil  qui  inier  MedoR  et  Persas  eommorantur,  baptismn 
sunt  contenti. 

69.  Russi  linguam  habent  proprium,  sed  in  divinis  ofBciis 
Grecis  per  omnia  simitea  inveniuntur.     Hee  Christianorum  di- 

♦ 
1  communi  in  tüa,  H,  2  moliant  J,  4  cuni  fniigiiA  oelebra- 
tionia  devotione  J.,  5  valde  sant  J.  6  naUiles  J.  7  et  sem.]  ac  BJ. 
ae]  t*t  J.  6  ephiphanie  0.  baptisteritim  B.  sollempniiate  B»  II  hi  B. 
12  catliolico«  B,  kaibolicam  J.  14  Apiid]  addit  in  iiiarg.  2  H:  D« 
Nestoiinis  lieretitiB  apud  Anthiocbiam.  16  unitaa  ojn.  J.  17  Dci] 
ChriHti  J.  efc  Deiim  |  et  om.  ßJ,  postea  addit  H,  19  credani  J.  fii- 
tentar  B.  20  Siri  H.T,  addit  in  marg.  2!H:  de  Syri».  21  eUaoiinJ. 
22  dirigunt  com  e  dib^unt  B.  23  Jac]  addit  in  tuarg*  2H:  De  Ja- 
cobinis.  Egiptum  BHJ.  24  inter  Persas  et  HedoB  BJ.  26  Rusai 
addit  in  marj^^  2  H:  D«  HuesiB.  projiriaiu  habent  BJ.  27  per  om 
nia  om.  .T.     h«.^  B,     diveräitates  Chnetianoruin  J. 


I 


I 
1 


h 


267 


veröiUtes  per  tuUm  A^iinm  HarraceniH  fiimt  \ivnn\xU.\  ue  geiis 
iUa  perfida  per  igiioraiitiaiu  se  valoat  excusare, 

70.  Longatii  digressiontim  feciiuus  nun  sine  causa,  (jna- 
tinua  Egypti  situs  et  flumini«  decursus  cum  varieUte  Chri- 
IteitcolRrutn ,  qiii  sunt  in  Äsia,  üdelibiis  evidentiiLs  appureat. 
"Kimc  ad  ürdiiieai  bisturie  reversi  aspergamu3  liunc  liWIluni 
laiTinnü  p laugen tes  et  lagen tes  Christianitatis  dam p mini  et 
fibprobrimii.  Usque  ad  casale  Sarcmaac,  cuius  supra  nieiitio- 
aeiii   tociiüUB,  magiimu  ac  famosuui*  iitilis  erat  niilitie  Christi 

H»  prü€essiis.  Ideoi|iie  «oklaiius  eapta  Daiiiiata  prüde nter  preca- 
veos  in  futiiniui,  quod  accidere  poterat,  deötriixit  illud  cum 
palatio  suo  speetaliili  super  Nilum  «ito.  Ultra  lucutn  istmii 
fluvins  ciirvatur  atxjut*  restringifcur  et  qiiidam  rivulu;?  ab  in- 
sola  Mahalech  veniens  fliiit  in  eum  et  crescentibus  aquia  pro- 

15  fnnditateni  cum  dilatutioiie  suscipiens  galeas  aliaque  vasa  nie- 
diocria  valet  inferre.  Quem  duces  nostri  videiites  pariterqiie 
coli tempnen tes  preterierunt  festinantes  ad  capiit  iiiwule,  l\>- 
pulus  etiam  spe  prede,  quia  falau  lumciabatiir,  soldanum  ad 
fugam  preparari,   properabat   alacriter  sicnt  aves  ad  liiqueiim 

10  et  pisceö  ad  niegarim«  Rex  anteiii  Babjlonis  cerfeißiatim  de 
Saremsac  post  terguui  relicto  pedites  et  equites  de  regtio  suo 
presertim  Kairo  atque  Alexaiidria  coaduiiavit  in  occursum  ad- 
veiitantium,  Unde  captivi  no«tri  Cünsiderarites,  Kairmn  lia- 
bitatoribns  suis  esse  vacnataiii ,    consiünm  inieruiit,  ut  in  ad- 

ith  veiitii  nostro  turres  camprehendereiit  et  ipsas  adveiiieiitibuR 
aperirei)t  Sed  divina  dispositio,  qne  clementer  amlwlt  ijmni' 
tum  toiHpvdäorutH^  labores  et  dtdorea  viticülatornm,  per  nostras 
angustias  liberavit  eosdem, 

7L    Dum  hec  aguntur  in   Egypto,    Seraphus^i  rex  civitatia 


]  At^jiitii  J.  ad  mixte  J.  li  non  siutj  cauaa  fecimus  B.  quate- 
nua  H.  4  E^ipti  HB,  et]  av  ß.  5  ÄHyii  B.  7  et]  ac  B.  8  eiiiua 
—  iaferi'C  aL  maa.  B.  12  palatio  coit.  e  piillatio  H.  istam  curr.  ex 
iate  2  B.  13  rivus  B.  14  Malieleeh  H.  15  ia  in  dilatiitione  üu- 
peracr  H.  17  capud  BH,  20  Babilonis  BH.  certiticatus  in  marg. 
2  H.  de  delet  H.  22  in  Kairo  BJ.  Kayro  H.  23  Kayram  ß.  24  esse 
011U  B.  vacuiitam  curr  «  viicutitmii  H.  25  et  superscr.  H,  ipsuB- 
que  B.  venieiitibua  B,  27  compeditorum  Huper  deleto  captivorum  B. 
29  Egipto  BH.     ctvitati.^  ^uperscr.  H,  Hages  civitates  Medorum  ik 


l\,   IUI,  II 


Mediirum  Ru*j^es  ',  Coradinuü  dunjimis  Daniuöci  cum  principi- 
bii.s  de  lluftuiaii*  et  Chamelii  ^  congregttta  de  partibus  Orieo- 
tis  ecjuitimi  multitiidine  maxitiia  conveneruiit-  apiid  Chame- 
laiiii  linde  tiiiior  iiiaj^nu^  iiicussus  erat  Aatioclienw  et  Acco- 
ueiisibus  aliisi|ue  iirbibuts  maritiuns  ,  qtiaruiu  bellatores  ab^ 
rant  in  expeditionem  prufVcti*  Siispi'ctaiu  etiam  habuit  haue 
collectioneni  Castelliiiii  albmii*  in  comitHtu  Tripolitano,  Diu 
inidiurvKjue  deliberabant  prenoiniiiati  principes,  utrum  persö- 
iialiter  subvtinirent  in  Egypto^    au  exercitum  dividerent  Chri- 

10  stiaiKiruiu  obsideiidci  aliqimm  munitiotiem  ipsonim,  Urgebai 
potHutiii  regis  David,  qui  vkior  contra  re^em  Persarum  in 
tinibuH  l'ersidie  et  Baldacb  potenter  agebat;  propter  boc  ti- 
mebani  a  finibus  snis  elongari.  Congiderabaiit  etiam  cafitrum 
Hospitaliorufu  vel  Teniplarioriiai  de  fiicili  capi  noii  poase  teni- 

ifi  poro  piirvü.  Prevahiit  tun  dem  coosiliuin  liortantiimi  profe«"- 
tum  in  Egyptiuii,  niaxime  qnia  ipsornni  frater  in  canielis  cur- 
sariis  freqnenter  nuncios  misit  anppHcans,  ut  TenireDt,  ad- 
inngeus,  Cfirisitiaüas  in  tali  locu  consedisse,  quem  absque  pe- 
riculo  relitiqnere  iinn  pusseut,  ant  si  venientes  prevab.Tc  contra 

w  ipsos  non  valerent,  salteiu  pacem  cum  ipgis  componereut  Ha» 
vires  et  tale  consÜinm  rt^gina  Cypri  ^  legato,  fratres  Hospitali^ 
et  Tempil  magistris  suis  conscripserunt  dehortantes  exitum 
H  naiuiata,  vel  si  essent  egressi,  in  lacis  tntissimis  sibi  pro- 
viderent     Sed  iam  peccatis  exigentibus  omuium  nostrum  con- 

"  silinni  sauum  a  prinnpibus  nostris  fnerat  ekmgatom:  sie  Julius 
Cesar  ninltiplicittir  premotütuä  et  Alexander  Macedo  per  noctis 


I 


2  Caitiela  B.  congregata  corr.  e  congregati  2  H.  3  Camelato  B, 
A  incursus  B,  Antkiocenia  BH.  5  Atbonensibu»  B»  Acsconendibo»  corr- 
ex  Acconiensibas  H.  quorum  H.  6  exiicditione  B,  7  coHecUonem 
corr.  e  collocutionein  H-  csiütrum  B.  8  del.]  laborabant  H.  principe« 
|irenominati  B,  9  Kgipto  BH.  Chrietianomm  om.  H.  10  niynitiO' 
nein  uliquaiii  B.  14  vel  auperacr.  H,  15  profectum  om.  B.  lö  Egiv>* 
hini  BH.  iViiter  ipsoruin  B,  camelis  et  cursarii»  B,  19  po»«.]  od- 
dit  B;  vel  danqmo.  ante  prevalerc  deL  contra  B.  20  ipsuB  om.  H, 
ante  pH<jetii  deL  cam  U.  ipsia  corr.  ex  ipso  B.  21  Cipri  B.  2^  re* 
greßßi  B.    prcviderent  H,       25  elogatum  H. 


'  Edessa.  *  Hatnah. 

*  Vgl.  zu  cap-  53, 


'  Emesaa. 


Gastelblanfi,   Safita. 


quieiem    premiiniiug  canU-lani  fitTtctrli  corpoialts  dt^meruerant      itti 
aclhibere.     Ipse    Dominus    per    Moysen    dixit    ad  filios  Israel : 
^^Nolite  asvcmtcrt'    urtittr  pnf^neii^  ^    iton  vftitn  sunt  rtjhiscum^  Htn»m.H,$ 
^^tadalis   coram   inimieus  vrstris.     Nicliiltmimns   ascenderunt  ei 
^»  Ticti  cecidenint     Rex  aiitem  Johannes  prt»fnndius  rem  consi- 
deranSf   oblatuiu  sepius  ab  hostibiia  couipositionem  pofcius  ac- 
ceptandam    quam    longiori    via    populuui    fidelium    producttmi 
forluitis  casibus  exponendum  prüden ter  osiendit.    Sfd  siminius 
pontifex  compomtionem   aliqnam    absque    special!  ecclesie  Ro- 
10  mane  mandato  prohibuit,  imperator  per   liiteras  aiiro  biillataa 
pacem  vel  treugam  componi  cnm  Sarracenis  inhibiiit. 

72.    Interea   la^tra  tirraaTiraus  fossato  profnudo;  econtra 

^^pars    adversa   mumm  fecit  de  terra  et  alta  propugnacula  per 

^Boppt^äitas  ripafi  atrinsque  Snminis,   cnllocans  in  eis  machinas, 

ir  p^trarifts  ac  balistas  cum  tornr»  grave  dampnum   hominibiis  ft 

^- iumenti.s   ad  potandom  ednctis  inferens.     Adversariorum  vires 

^pentiidie  creverunt,  noster  conventiis  minoratus  defluxit*    Insta* 

bat  pasnagium,  crevit  timiditas  eorum,  qui  patenter  vel  frau- 

dulenter    abennt*?s   in    campo    nos   deseruerunt.     Navea   etiam 

ft.  malte  relapse  öunt  Damiatain  pro  victualibos  adducendis,  qne 

redire  non  potueruni     Nara   decirao  octavo  die  August i  qua-    A'»f.  i» 

tuor    galee   nostre  capt»?  vel  in  fluvium  merse  hostibus  auda- 

dam   addiderunt.     lam    enini    soldann^  pariem  gnlearnm  sua- 

mm  per  rivum»    cuiu»  supra  mentionem  fecimus,  infra  castra 

f(  no^tra  per  insulam  MabaU^cli    in  alveiim  ttummia  nobis  ignu- 

runtibua   immeraerat  iuterctudens  viani  nostris,    ne  descendere 

valerent    nee    ascendere.     Insu  per  ntramque  ripam  usque  Oa- 

miatani  eontinua  custodia  callocata  aagaciter  armatorum  mutti- 


1  |>re  in  preiimnitus  postea  addit  2  H,     dememerant  corr  e  demn- 
ruerat  H.       2  ipse  —  ceciderunt  in  m&rg.  infer.  2  H.    per]  ad  H.       4  ni- 

ehilomiDu.s  corr.  e  nicbilarnimuj?  H,  nichilouiiniiB  tiestituti  graiiaTii  Dei  B, 
8  exponendum  eorr.  ex  ejponendo  2  H.  ost]  ceueuit  B,  osteodit  super 
ileleto  coaauevit  H.  9  com(iOHittODem  fieri  B.  spec.J  Spiritual i  VL 
mandato  eceleaie  Hoiimne  B.  11  inibuit  H.  12  eastra  nostra  B. 
et!contra  IL  13  muroiu  lorr,  e  uiuro  B.  10  adduetiä  H.  20  quo  B, 
21  quatunr  oiii.  H.  U»  Malialeth  B.  20  iniiiiiüerat  B.  27  nee] 
vel  B.  in  niraque  rjpa,  in  sfuperscr  H.  28  annoröiu  B.  iiiultitudi- 
aem   Ei. 


mincius  luittere  vel  recipere  nequiret» 

73.  Ab  illo  die,  quo  fluviiim  ainisimu:«,  frequenter  uostri 
coosiiies  roll  ven  er  out  deliberanles»  quid  niagis  exiiediret,  ex- 
sppctare  guleas  ab  imperritorf!  promissas  in  castris,  an  egredi 
qiiücnitique  dispendio  propter  virlualiimi  diniiniitioneiii.  Maior 
pars  consuluit  egresstmi,  qni  periciilosior  erat  propter  hoistium 
adventuiii  et  aquarnni  certissimuni  impedimentum.  Quidam 
aufcem  dp  minoribiis,  qiii  vidit  et  audivit  hec  et  rndi  stilo  seil 
f  «<«  «.  i;  veraci  deÄcripsit\  exempluni  David  proposuit,  qui  habens  op- 
tiünem  in  tribiis,  quorum  (|tiodlibet  erat  durum,  ulh*  Famem 
Septem  annnruni,  iie€  ab  hostibus  vinci  tribus  mensibus,  mi 
qiiod  erat  regi  commnne  cum  pauperibua  elegit,  pestilentiam 
videlicet  triiim  dierum.     8ic  iste  consiilUis  respondit,  cum  in- 

i&  Mrmifl  et  debilibus,  ad  qiios  deferendos  nee  naves  suffecenint 
nee  iumenta,  in  loco  mimito  auxiliuni  exspectandiim  esse,  qno- 
niam  vietualia,  ai  solerter  distnbuta  fuissent,  adhuc  per  ri- 
ginti  dies  sufficere  poterant*  Verum  tarnen  hoc  cousilinm  non 
fiiit  ftcceptatnm^  sed  egressus  magis  plaeuit  et  nocturnus.     in 

«0   lioc  Pnttavensis  episcopi  *   et  Bawariorum  prevaluit  senteotia, 

Artpn^i  «13  74,    VIL  igitnr  Kalendfti^i  Soptetnbris  prima  noctis  vigib'a, 

t'uni    deponerentur    tentoria,    homineB  proprie  voiuntatis  iudi- 

cinm   rationia   niillatenus  sequentes  ignem  a[)posuerunt  taber- 

nacnlis  prinii,  deinde  alii  qnasi  certatini  hosHbus  fugam  pro- 

5^5   [iriam   luinciantes  et  Egyptios,   qui  imn  membra  sopori  dede- 
rant,    ad  nos  persequeödos  invitant^a,     Eodem  tempore  Nilns 
plenum    iTicrementnm   acceperat   et  plus   aolito    exuberantibusi 
aqnis    campos  iufuderat.     Prennminati  etiani  rege«  ]»er  desor 
tum  venientes  siipra  fluvinui  Tatieos  fipud  Symonem,  ubi  pons 

»«  colloeatus    erat,    castra   metati    cjuieverunt.     Accessit  cladibnsj 

1  et  tantmn  al  uiaD.  [»osbea  addit  ß.      3  illo  nrgo  die  ß.       4  con«- 
venerunt  coiiaules   B.         5   agrodi  B.        G   victualia   al.  man.    corr.  dl 
vielia  B.        7  conaiiHt  B,        11  inier  tria  B,        12  non  ß»  qiii  nee  H»J 
13  pauperibus  lioc  B.       16  auxiliuin  om.  H.       17  sollerter  B,       18  V6 
rumptaujcri  TT,        20  ßattavenais  RH.    ßatiwaronim  B,  Bavariorura  H.* 
22    dam    B,         24    alii   om.    B.         25   aniiunciante»   B.       E^ptiiw«  BH. 
29  itiFenientei^  IJ.    Tbaneo«  H. 

'  01i?er  telbat        ^  Vgl.  %n  cap.  54* 


I 


4 


271 


r 


20 


tft 


30 


nostris,  qiiod  populii»  ea  die  pluriniuin  inehriutris  vino,  ctiius  mi 
habundantia  deferri  non  jjoterat,  sed  gratis  exposituin  incautos 
ingnrj3ritaverat^  soporatiis  in  castris  reniannit  aut  per  vinm 
(irostratus  excitari  noluit,  qui  prn  magna  parte  truncatn.s  ant 
captns  a  uobia  defecit.  Alii  fluminis  efflnxiones  iioctnrnis  te- 
nebri»  ingressi  cinn  linio  profnndi  niiserabititer  hicbiti  poat 
alios  remansenmt.  Alii  cadentes  in  navicnlas  et  pondere  sno 
nimis  eas  prementes  subniersi  sunt*  Eadem  noete  cnnielos  nc 
niulos  onera  portantes,  vasa  videlicet  argen tea,  vestes  et  ten- 
toria  clivitüio  et^  quod  dispendiosina  erat^  sagittas  defensionia, 
atiiisinms.  Teniplarii  niaximo  periciilo  sni  po-streinam  acieni 
dncentes  pro  tutela  precedentiiim  sicut  in  armis  parati  sibi  Ar- 
Uliler  cohesernnt.  At  hü,  qiii  preibant,  diversas  vias  ingressi 
sicut  oves  errantes  per  nocturna«  tenebras  ?agabanttir.  Egyptii 
per  ignem  et  fumnm  certificati  de  oostra  fnga  velociter  snnt 
nos  insecuti  et  citius  consecuti  dampna,  cpie  non  valemns  ex- 
pH  care,  Christi  an  is  intulerunt  Nee  miiina  pericnli  vel  dampni 
sustinuerunt  illi,  tjui  in  navigio  ptir  alveum  deHcendernnt  Le- 
gati na  vis  magnam  partim  infirmoruni  cum  victnalibtis  defe- 
rena  instar  castri  viris  armatis  et  sagittariis  optime  nitniita 
coher*>ntes  sibi  natnralit<^r  galeas  protexit  viriliter;  niniia  an- 
tem  properans  forsitrvn  propter  impetuin  torrentis  elongata 
dampnosiiis  ab  exercitu  terrestri  cibos  nobis  oportnno  tempore 
prehere  non  valnit.  Porro  onus  de  cogonibtis  nostris  bella- 
toribus  Teutonicis  re^iletua  niniis  elongatna  a  cogone  legnti 
undiqne  circnrndatua  hostilibns  galeis  inimergenn  unam  ex  eis 
in  profund  um  post  iongam  defensionem  conibnstus  consnmmavit 
agonistas.  Taptns  e^t  scahindrns  legati  nmlta  bona  temporalia 
deferen«,  et  una  galeuncula  Teniplariorum,  in  qua  quinqua- 
ginta  fuerunt  baliate  preter  aliain  arinatnram  fortiimi,  coni- 
prehensa  defecit  a  nobis.  Quid  moror  in  dampnoruro  enume- 
ratione,  que  nox  lUa  nobis  intulit?  Noctem  ülam  imiehrosus  ^^\> 
furho  possidrat,   non  eompuidur  in  dichus  aftni  mr  nnmertiur 


3  remaasit  in  Ciistris  i\^  5  a  uni.  B,  0  egressi  H.  S  eas 
om.  n.  9  et]  ac  B.  12  ^lenti  B.  14  Egiptü  BH.  15  sunt  om,  \k 
16  innequoti  H.  conf^Gquati  R  !7  (laiupni  vel  pmculi  B.  20  in- 
star aL  man.  postea  atldit  B.  25  TheutoniPia  B.  2»}  uinlique  — 
legati  Dui,  U.         27  post]  per  B.        30  armaturam  aliaai  B, 


1221  in  moisihus.  Sit  nox  ilht  solitariH  Her  laude  tUijmu  In  h 
noctis  priiicipio  rex  Egypti  niissig  velociter  iinnciis  rutnpi  fecit 
clauaona  ripaviim,  que  gens  illa  calig  *  appellare  »ölet,  per 
qnas  iiobis  iter  esse  debuit.  Nox  siia  memorubilis  est  Egy|*- 
r,  tiis,  nobis  ista.  Ritptis  habiindanter  ag^eribus  aquariini  s»u|ier- 
habimdantia  per  conductiis  seciuens  declivilaiem  receptacnlo- 
rnni,  arefactas  longa  siccitate  glebas  molliens  in  UtDum  tena- 
cissimuni,  qni  ungulas  iuroentorum  coniplexiia  areani  canipo- 
rum    satis   fecit   ineqnitabileni  plurimumqne  retimiit  eqno€  et 

10  equites. 

Au«.  IT  75.    Circa  lioram  diei  seqnentis  ferie  sexte  pnmam  appa- 

ruit    equitatiis    Tunxjrutn    terribilis   et    magnus    nrgens  nos  a 

latere  dextro,  galearom  ascendentium  atqne  descendentium  im- 

portiniitas  a  latere  siiiistm,  Nigrormii  (leditaniium  phalanx  utens 

\%  locis  palystribns  pro  castro  po^t  tergnni  instabat  atrociterY 
etiani  ab  anteriori  parte  superveniens  adversariorunj  cuneufl 
reqtneiii  negabat.  In  hac  angustia  rex  Johannes  impetuni 
fecit  in  Turcos  sibi  contrapositos  et  aalvus  ad  suam  aciem  re- 
dfit.     Tempi arii  cum  Hospitali  sancti  Johannis^  qai  iimc  ipsis 

Uli  erant  coniuncti,    non  ferentes  importunitatem  Ethiopum  ip«oe 
trunf  antes    iti  alveuni    sicut  ranas  saltare  fecernnt  eosdeni,  et  h 
accniTentes    alii    sagittas    raisenint  post  iilos,    etiam  applicare  | 
volentes   ad  nostre   partis  ripani  repulerunt.     Sic  de  maltitu- 
dine  magna  nataiitiuni  et  Kaiiciatonim  periisse  referuiitnr  cir- 

sr»  citer  mille.  Propter  hunc  casum  pars  adversa  se  retraxit  ali- 
quantülnm.  Cumque  progredi  nobis  non  daretur^  rex  patica 
teiitoria^  que  remanseraiit,  explicari  precepit,  nichilominus  per 
iotiim    illum  diem  nobis  adheserunt  adveraarii  per  sagittarios 


I 


%  noctis  superscr.  H.  Egipti  BH.  8  ctausoiia  corr.  e  clauBuria  H. 
caliph  HH,  h  superscr,  H,  4  Egiptiis  BH.  6  habundaütia  B,  12  Thor-  _ 
corum  ß.  14  Nigrorum  om.  6.  falanx  bH.  15  canipo  B<  ante  I 
atrociter  del.  pro  B.  18  Thurcoa  B.  saluvas  B.  19  Hospitalanis  B. 
ipRia  oin.  H.  21  et  m  alveuni  H,  23  reppwlerant  H.  24  et]  ac  B. 
perissie  H.  rc  in  rtjferuntur  aoperacr.  H.  27  nicliolomiDU«  H.  28  diein 
illum  H. 


^  So  zu  lesen  trotz  der  hm. ,  vgl.  Hamaker  in  Makriti  iti  Com- 1 
iticnt.'it  lat.  tert.  clasgiii  instii.  re^ii  Bolg.  Hl,  ».  118,  der  daa  ambi^chaj 
wort  gibt;  auch  L'Estoire  350  apricht  von  *ha1ige'. 


acriter  instantes,  quibm  pedites  contraponent-e»  pro  vallo   lasi 

TIS  eisdem  usi,  qui  ftagittas  advers  um  hob  direct-as  remise- 

ruint.     Efiuites    nostri    conti nao    ponderf    laborantes   armorDin 

peditibus  presidio  fnerunt,    Nocte  sequenti,  sive  maiidante  sol- 

I    »  dano   sive  rem  ignorante ,    aggeres    ubertim  niperunt  Egyptii 

et   aquaa   immdare   feceruiit  super  capita  dormientium,    et  in 

ascensn  aurore,  cum  adhuc  tenebre  operirent  terram,  Ethiopesi   a«^,  ax 

pedite»    vener iint,    qni    flnminis  voraginem  evaserant,  dampna 

sua  eupientes  ulcisci;  quasi  locuste  congrf^gati,  licet  pro  maiori 

parte  nudi  forent,  in  acies  postremas  irnieriint.    Videres  raoliri 

\      fngam  agmine  den^o  milites  oostroä  ac  satellites,  vulgus  etiam 

inerme  timiditatem  profiteri  manifestim,  sed  aqnis  et  hoätibus 

ondique  clausi  quo  fugerent  uon  habebant,    Marescalcus  autem 

Tempti  cum  acie  sua^  quam  dueebat,  levato  signo  se  convertit 

I*  ad  persequentes  ipsosque  subsistere  ct>egit  ei  retrocedere, 

76.  Ea  tempestate  vexatio  daiis  intellectum  principes  mul- 
iitudinis  nuncios  pro  traciatu  pack  mittere  perauasit.  Ai  Im- 
bertus  procurat^ir  malitie  trahens  secum  quos  öeducere  potuit, 
tranwivit  ad  liest  es  omnem  statu  m  nostre  uece.ssitatis  exponens 
90  soldano.  Imbertus  iste  consiliis  domini  legati  secretissimis  in- 
terease  consuevit,  multo  tempore  proditor  peasimus.  Nichilo- 
minus  soldanus  nundos  pacienter  audivit  ac  pendente  collo- 
quio  suos  ab  infestatione  uostra  subsistere  precepit,  Cumque 
fratres  eui  et  maxime  doroiBus  de  Chamela,  nomini  Chrustiano 
2Ä  iiluriroum  infestua,  ipsiim  dehortari  conarentur  a  cowipositicme 
dicentes^  Francos  aquia  undiqiie  conclusos  evadere  non  posse, 
ipse  sicut  prudens  et  mansuetus  magis  compeodium  pacia  quam 
sanguinis    effusioneoi    «itiens    cum  fratribus  suis  ac  raaioribus 

»jregni  niiateriöni  consilii  sui  habens  regem  Persaruni  proposuit 
I  1  vallo  Bui>eracr.  B.  2  fiUHUis  corr,  o  feciinuä  2  H»  reuiiserunt 
borr.  ex  emi^erunt  H.  5  uheriuft  B.  Egiptii  BH,  8  venerunt  om.  H. 
evftÄerunfc  fi,  lü  viderej^  corr.  e  viilentes  2  H.  12  manifestam  €orr. 
e  manifestuiii  H,  et  hoßtibus  oni.  H.  Ih  tro  m  retrocedere  superacr.  B* 
16  vexatia  B,  17  nuncioi  om*  H,  initere  B.  18  Imbertua  corr.  ex 
Imbertaa  B^  YmbertuB  H,  pTocurak^r  corr,  e  procreator  H.  19  sta^ 
tum  auperscr.  2  H,  20  secretisaimus  B,  aecretiBsitina  corr.  e  certiaal- 
mifl,  secre  in  marg.  2  TT,  21  teiripore  multo  li  nicholoraiuua  H. 
24  Kamela  B,  Camela  H.  25  dehortari  corr.  e  dehorbitari  B.  2^  habj 
tractaus  B. 

OliTor  18 


274 

fr  in  exemphim,  qm  nimis  elatua  animo  propter  multo9  eventna 
ab  ipso  rege  Bjibjlouis  alüsque  regibiis  Asie  servitutis  sen  sub- 
iectionis  ingum  exegit,  quem  rex  David  campestri  prelio  ie- 
vidt,    Persidem  abstulit,    civitates  maiimas   et  opuleDÜssiDias 

(>  destruxit.     Post    hec    nimcii   pacis  ab  utraqiie  parte  collocati, 
sicut  fieri  solet  in  hmusTiiodi  rebng,  protraxerunt  Degotitun  per 
Aut.  f»  totiim  sabbatiim   et  diera  domiiiieiim  sequentem  u^iie  ad  ?e- 

speram  niehil  certi  definientes. 
Auf.  »■  77.    Ip8t>    vero    die  decollationis  saucti  JohaniiTS  baptiate 

\i}  hora  quasi  duodecima  nostra  pars  cibonim  ac  pabuli  inopi» 
aed  aquarum  copia  graviter  pressa  elegit,  honestius  esse  feli- 
citer  vivere  vel  fortiter  in  belle  mori,  quam  turpiter  in  di- 
liivjo  perire.  Sic  omnibns  Francis  anirnatis  ad  pugDam  ades 
sunt    Ordinate    liiiu*    inde   bosliliter    et  terribiliter    sese  respi- 

jß  cientes.  Turci  vero  considerantes ,  qiiia  viocitur  haut  gratis 
iugitlo,  qui  provocat  hostem,  paulatim  sese  retraxerunt  a  re- 
gibus  suis  mandatum  accipientes ;  uox  etiam  instans  preliiini 
impedivit.  Insu  per  tractatu  pacifico  pendente  prodiiionis  oota 
timebatiir  a  prudeutibiis,  si  commtine  bonum  periculoäo  mm-     ^ 

20   perettir  impetu,  ■ 

«10  78,   Tricesimu  itaque  die  Angusti  contrarietate  reriim  ad     i 

luctuosam  redacta  concrirdiain,  Eg>'ptit>  dedimus  manus  et  As- 

syriis,  ut  saturareniur  pane,  quos  aquarum  decuryua  ciborura-  ■ 

que   defectus,    noii  arcus    vel  gladius  sie  humiliavit  in  hostili 

as  regione.     Kes  miranda,  res  stupenda,   res  ad  notitiani  futuro-    _ 
mm  transn»ittenda,  uno  eodemque  tempore  iustum  divinitatis  I 
iudicium    apparuit   et  niisericordi*'    temperauientum   in  auxilio 
oportuno   patenter    damit.     Exigebiint   vitidictam    divine    di- 
stinctioniy  magnitudo  scelemm  ac  iiiultittido  criminum,  sed  na^ 

30  turalia  fons  bonitatis,  cui  proprium  est  misereri  semper  et  par 


2  Babxlonia  BH.  Asye  B,  4  t«fl  in  civitatca  superacr.  B.  8  dif- 
fiöientes  corr.  e  deffinientes  H.  12  fortiter  corr.  efeliciter  H.  18  di- 
luivo  B,  7  in  diluvio  superscr.  H.  14  aunt  orditiate  hinc  inde  aciea  B. 
15  Thurci  B.  aut  H.  16  se  B.  17  «uib  mandatuKi  superacr.  2  H- 
18  pendente  corr,  e  pendentes  H.  22  Egipto  BH.  manus  corr.  e 
mannm  B.  23  Assiriis  H.  re  in  satu rarem ur  superacr.  H.  cxcuwüb  B. 
26  divinitatiff  postea  addit  al  man.  B.  28  opportuno  H.  29  distric« 
tiQuie  H.        39  fons  in  marg,  B2H. 


275 

cerc,  mitigavit  insie  severitAtis  s€Dteniiam.     Ad  hoc  iticidinius     *•** 
in  pentnilijin,  nt  niediante  misericordia  claresceret  miracnlQm. 
D^nt,^  nrm  rnU  prrirc  ^tam  crrnfurnm,    ^eä  rriradans  coßiM^  nu*^.  i4,t€ 
ne  pefiiUis  <p*\  ahiexias  est  permi.     Angelas  magni  consilü  lo-  j«b  m,  u 
» qQens   pro  homine    nnnm  de  similibtia  interpellaTit  pro  nobis 
annnnciatis   hominis   equitatem;    licet   enira   peccatores  simus, 
baiiilante»    tarnen    cnicem    reliquimn»  domos  ant  parentes  aut 
uxores  aat  fratres  ant  sorores  aüt  filioa  ant  agros  propter  ip- 
suiu^    qui   iraseitur  plaeidus,    iudicat  tranqniUus,  flagellat  be- 
«^  nigns,  verbera  patris  Habens  nbera  tnatris  habet, 

79.  Conditionibus  itaque  pro  arbitrio  soldani  compositis 
confecta  sunt  ab  ntraqne  parte  pactomm  instrumenta,  prestita 
Aoletnpniter  iuramenta,  obside«?  hinc  inde  nominaii.  Ponens 
ergo  nianum  deictram  snidanös  snper  cartam,  ciii  snbscripserat, 
ift  iuravit  in  hunc  modum:  ^Ego  Kernel,  rex  Babylonis,  de  puro 
rorde  et  bona  voluntate  et  absqiie  interruptione  iuro  per  Do* 
minnro,  per  Doininura ,  per  Dominum  et  legem  meam»  me 
bona  fide  omnia  firmiter  observaturiim ,  que  subiecta  maniii 
mee  carta  continet  scripta;  quod  si  non  fecero,  sim  separat us 

I  so  a  iudicio  futnro  ac  societate  Mahuineth  et  profitear  Patrem 
et  Filiom  et  Spirituni  sanctnm.*  In  hunc  modum  iuraverunt 
Seraphus  et  Coradinus  et  ipaorum  spectabiliores  ammirati. 
EJcce  quantis  erroribus  et  contrarietatibus  gens  illa  ceca  labo- 
rat:  ter  Denm  nominat,  sed  ignorans  niisterium  trinitatis  di- 
15  Biinguere  nonieu  Pairis  et  Filii  et  Spiritus  sancti  ad  cumulum 
siie  dampnationis  abhorret.  Si  mala  volimtate  vel  interrup- 
tione forme  sacramenti  iiirant,  diciint  «e  nou  teneri,  Huius- 
modi    \'ero  pacta  continebat  icriptiira,    ut  veram  cruceui  cum 

« 
1  faoc  duperacr.  B.  2  in  cvm,  B.  t>  hom,]  nobiB  B,  8  ant  fi- 
lioB  om-  H.  13  Holleiiipniter  B.  15  moduni  coir.  e  in  und  um  H,  ego 
corr.  ex  ergo  H,  addit  in  niarg.  2  H:  lurameiitum  soldani.  Habilo- 
nia  BU,  IG  et]  ac  J.  voluntate  bona  J.  17  per  Deum  [ter]  J« 
18  firmiter  obaervaturum  oninia  BJ,  observatixmm  —  ieparatus  in 
marg,  H.  timiiter  corr.  e  firraitur  H.  mana  J.  20  a  J.  Mahu- 
mecb  H,  Machemetli  .J.  21  flm,  et  a.  r,  quibua  supponet  2:  Pilium 
ei  Spiritum  saDctum  H.  22  Coradinus  corr»  e  Coridanua  H.  et  aü- 
peracr>  H,  ipflorumque  BJ.  admirati  J.  2i:S  gt'iia  —  laborat  om.  J, 
24  ignorftt  IL         25  et  f.  et  s»  a.  B.         26  cum  interruptione  BJ,    rup 

i|       snper  ras.  H,      27  inrameDti  B, 


i 


itfi  omnibüs  captivis  quocumqiie  tempore  captis  in  regno  Babj» 
lonis  vel  in  poteatate  Coradiiii  detentis  Christianis  restituerent 
et  recepta  Daiiiiata  cum  suis  appeiidiciis  nos  omnes  cum  om* 
nibus  rebus  nostris  rnobilibus  liberos  dimitterent  et  annorom 
6  octo  treugani  inviolabiljfcer  observarent.  luraverunt  maiores 
nostri,  se  captivos  omnes  Sarracenos^  quoa  in  duobus  regiiis 
Egyjiti  et  JeruHaiem  detiaebant,  liberaturos  cum  restitutioDe 
Damiate  et  observatione  treuj^e,  nisi  rex  coronattis  veuiena 
ipsam  rumpere  VL*llet.     Insuper  dati  sunt  obsidea  viginti  qua- 

10  tuor^  quo»  soldanus  elegit,  lf*gatugiy  rex  Jerusalem,  dux  Bä- 
warie  et  tras  magistri  domoruiii  cum  aliis  decem  et  octo.  Vice 
versa  filius  soldani,  herea  regni,  et  onus  de  fratribus  suis, 
de  quorum  numero  sunt  multi,  et  filii  nobilium  dati  aiint  oo- 
bis  usqiie  ad  reditnni  ad  Tiiroiiem  *  ac  portum  Damiaie. 

IT.  80.    Sciat  omnis  posteritas,    nos  sectindum  ariicnlnm  ne- 

cessitatis  commutationeiu  optimam  fecisse,  qnando  pro  uua 
civitate,  quaoi  Christianitas  diu  retinere  non  potuit,  qaoniam 
annona  vel  furiua  iofra  annum  in  ea  corrunipitur  et  ipse  do- 
minus Egypti  vix  eam  populäre  fvotest,  lignnm  nostre  redemp- 

m  tionis  reddituin  fnit  et  toi  milia  captivorum,  in  quorum  ua* 
mero  nos  ipsoa  a  maximo  usque  ad  minimum  Cümpntavimas, 
pro}»rie  libertati  sunt  restituta.  Eraclius  imperator  Persidem 
iugressus  vix  post  quiiique  annoe  continuos  ipsam  expugnavit 
et  Coödroe    perempto    crucera  doniinicam  reportans  Zachariatu 

«5   patriarchani    cum    populo    captivo  Jerusalem    triumphator  r«- 
duxit,     Soldanus    Alexandrinum    patriarcham  *,    vinmi   magne 
religionis  et  maturitatis  niorum,  captivimi  detinens  noliis  ascen*fl 
dentibus  per  Nilnra  absolutum  a  vinculis  et  squalore  carc^ria  " 
liberum    diniisit      Hostes    crucis   in  hac  compositione  se  con- 

30   fußos  esse  profitentur  dicentes,  se  propriani  civitateni   Damia* 


1   BabilontB  BTL      2  Goradtni  vott.  e  Coridani  IL      6  vi  in  capü- 
vo*?  superscr,  H,        7  Egipti  BH ,   ante  Egipti  del.  et  H.       libemturos  i 
corr*  e  liberatores  IL      8  nisi  in  marg.  H.      9  valeret  H»     dux]  Finis  | 
fn».  B.      18  ante  uobis  deL  a  H«      15  sciat  corr.  e  seiet  H.    19  Egipti  lY. 
20  redditum  corr,  e  redidittim  H.     22  restituti  H.      24  re  in  repori&as 
Buperscr.  H.        27  reUigionis  H, 


^  Lag  bei  Datuiette,  vgL  Wilken  a.  a.  o.  6,  s,  244  anm,  95. 

colauB. 


Ni- 


277 


tarn  recuperaase,    Jerusalem  et  alias  inünitiones  regni  digtiis-    la*» 
aimi  destmxisae,    Christianos   vero  castrura  iinura  inexpugna- 
bile  in  ipsa  Palestiiia  iiimis  eis  nocivuiii  ipsis  invitis  erexisse  ^ 
Preterea   si  perempti    fuissemus  aiit  omoibiis  amissis  incarce- 

i  rati,  Damiata  jfratis  perdita  reaiduum  terre,  quam  teiient  cul- 
tores  Christi,  certisaimo  titubasset  periciilo.  Uli  siquidem, 
qni  remanserant  in  custodia  Daraiate,  cum  audiisaent  casus 
noBtroa  adversos,  relicta  ci?iiaie  pro  magna  parte  fagerunt  et 
non    soliiiii   illi,    sed   c|ui    novi   recentesque  siipervenerant,  au- 

10  diente«    famam  sinistram  redienint^,     Comes  de  Malta*  circa 
finem    Augusti    Datniatam    appHcuit   cum   galeia  quadraginta*    Aufu.i 
Hospitalarios  sancti  Johannis  et  Templarioa  rebus  suis  spolia- 
verimt   pirate,    militem    unum   Dobilem  ac  religioaum  fratrem 
Tempil  in  defensione  depositürum  interfecerunt,  aliuin  fratrem 

>^  militem  Teutonicum  vulneraverunt  ad  mortem. 

8L  Ante  restitutionem  Damiate  soldanua  exequi  cepit 
quod  promiserat  Nam  electura  Beluacensem  et  quosdam  alios 
capÜTOs  Bolatos  a  vinculis  ad  castra  sua  mandavit  adduci.  Ma- 
gister militie  Templi  et  magister  de  domo  Teutonica  missi 
sunt  a  principibus,  ut  iuxta  coudictum  et  iurisiurandi  religio- 
nem  civitatem  redderent,  Quod  factum  est  absque  magna  dif- 
ficultate*.  Nam  de  superirenientibuß  novis  peregrinis  vir  potens 
et  strennnas  et  constans  non  est  inventug,  qni  vellet  vel  posaet 
post  prefatos  eventus  eam  retin ere. 

lÄ         82,  Regressa  est  igitur  bestia  in  latihulum  suum,  in  afitro  J«*»  •'> 
suo  morahtr,     Si  queritur,  quare  Damiata  tarn  cito  redierit  ad 
incrednlos!,  in  prompto  rauaa  est:  luxuriosa  fuit,  ambitiosa  fuit, 
seditiosa   fuit;    Deo  preterea   et  hominibus    nimis  ingrata  ex- 
stitit.     Nam  ut  alia  prctermittara»  donata  celitus  illa  civitate 

»0  in  distributione   divitiarnra,   que   in  ipsa  fuerunt  reperte»  nee 

* 
7  audiaseiit  H.      8  fu hiermit  H.      9  Boltim  in  marg.  H.       11  ante 
cum  del.  et  H.       13  relligioaum  H.      20  relligionem  H.      22  de  super- 
venientibua    corr.    e  deauper  venieatibus   H.  24    post  superscr.   E. 

27  uriosa  in  raaüra  H.       30  tüstributione  €orr.  e  diBtributionein  H. 

'  Vgl,  oben  cap»  6.  '  Die  Übergabe  der  stadt  erfolgte  am  8  Sep- 
tember, '  HeinricL  graf  von  Malta  war  mit  anderen  von  kaiser 
Friedrich  geacbickt  worden,  Böhmer-Ficker  1715,  *  Vgl,  dagegen 
Chron-  Turon.  bei  Bouquet  18,  302  ö". 


li 


278 

'ia«i  vetulä  fuit  exclosa  nee  poer  decem  annoram  et  supra;  aoU 
Christ^:)  largitori  bonorum  portio  fi^it  negata,  decima  non  80- 
lota.  Romani  (pioodaTii  gentileä  crateram  auream  Apollioi  de- 
ciDiarom  nomine  detlicavenmt ;  filii  Israd  de  spoliis  hostiam 
Domino  poTtionem  suam  assignare  conaneveraut ;  filii  Israel 
I».  «,w  devicfcis  Madiaoitis  dixerunt  Moysi:  Offerimus  in  donariis  Da* 
wmt,  (ßiod  in  pnäu  auri  potuimm  inveT^ire,  pt^iscdides,  annu- 
los^  armillas,  dvirfrarioki,  murenulas.  In  distributione  turrinm 
ac  dumorum    gern   illa  laudabilis,   obediens  et  strennua  \  que 

10  u  prineipio  cum  magna  virtute  Damiatam  applicait,  aut  dqI* 
lam  habüit  aortem  aut  vilem  et  ultimam,  cum  tarnen  de  classe 
cogonuiTi,  quoa  adduxit,  victualibus  et  armis  castra  fideliom 
repleta  fuissent,  iurris  flumiois  capta,  tranaitus  ad  oppositam 
ripam  preparatua ,    pons  auperior  ac  inferior  compositus,  spe- 

ui  cula  Tiimnis  conatructa,  xmmm  fossati  niunita.    Contra  talem 
8«tN  ip,  II  ingratitudiuem  habet  remodiuni,  qiiooiam  reddti  D<ms  merct- 
dem  servorura  euoriim  inestimabilem  et  deducet  eos  in  via  mi- 1 
rabili. 

83,    Amator   hominum,    rex  glorie,    mundi  salvator^  qui 

20  sanctara  habes  scientiam  et  supra  virtutem  uniyeraam  omoi* 
potentiam,  hos  corripis,  illos  consolaris,  saperbiam  iiostram 
bumilia»ti  Damiatam  ingratis  auferendo,  Armeniani  et  Antiu* 
cUiam  contra  conafcns  malorum  hominnm  misericorditer  con- 
servando.     Nam  qui  in  arce  fuerunt,   magnam  cladem  intüle- 

u  runt  Cbrtstianitati,  qui  vero  in  ralte  tunc  erant,  impietatem 
cumulaTerunt  iniquitati,  quibiis  concurrentibus  presumptuose 
contra  tuam  bonitatem  ab  una  parte  patenter  apparuit  tua 
iustitia,  ab  alia  oculos  aperire  volentibus  enden ter  claruit  cod- 
suete  pietatis  misericordia. 

so  34.    Rupinus   quondaui  dominus  Antiochie,    nobilia  ralde 

genere,   sed  pro  defectu  discretionis  ad  rerum  magnarum  gu- 


3  Romani  —  dedictiveriint  in  marg,  infer.  H.  5  u  in  coasitav. 
BUperscr,  H.  7  pericelidefi  H.  anulos  H,  9  geas]  addit  in  morg. 
2  H:  scilicet  Theuthoniconim  provincie  Coloniensia,  obediena  in  maig. 
2  H,  18  mlrab  ]  hie  sequuntur  in  H  epiatolae  ab  Olivero  eoldano  ei 
doctaribufl  Egypti  scriptae.      '28  apire  H.    ante  conBiieie  delet  toa,  H. 


Nämlich  die  Frieaen. 


279 


10 


16 


^' 


bernacula  satis  insufiicieDs,  aiixilio  mf^isiri  Garint '  Hospi- 
talis  saticti  Johannis  et  eorum,  qiios  ipse  inducere  potuit,  Thar- 
sam  occiipavit  impugnaTis  Armenioa  pro  regni  desiilerio»  quod 
TurcoinaDiios  Vconii  noti  latuit,  sed  animati  pro  Christianorum 
discordia  catervatim  irruerüßt  in  Arraetiiam,  Üt  autem  assa* 
raot  et  in  animarum  suarum  periculo  refenint  maiores  eius- 
dem  regni  conquerendo,  nuoieratis  occisis  et  captivis  per  Sar- 
racenos^  fngatis  ijisuper  de  terra  propter  rerum  suarum  amis- 
sionem,  ea  tempestate  diniimitus  erat  Cliristianorum  exercitua 
in  eadem  regio ne  ad  vigitili  ferme  milia* 

85.  Super  omnem  igitor  laudem  taaiUi  quantum  valeo  et 
qnantuni  dederis,  adiciendo  prosequar  seqnentia. 

86.  Anno  gratie  millesimo  ducentesimo  vigesimo  aecundo  n«* 
mense  Maio  factus  est  terre  motiis  magnus  in  Cypro,  Lymocio,  »«.i 
Nicossia  alüsque  ItKsis  eiuedem  insnle,  presertim  in  I*apho  in 
tan  tum,  ut  ciFitas  cum  Castro  penitus  aubverteretur^  houiines 
promiscui  aexua,  qui  in  ea  reperti  sunt  tempore  commotionis, 
communiter  eistincti,  portus  siccatus,  nbi  postniodum  aque  sive 
fontes  erüperuot, 

87.  Mense  Innio  einsdem  anni  Coradinus  copiosnm  con- 
iraxit  exercitum  de  Arabia,  Palestina,  Idtimea  et  Syria  decem 
milia  equitum,  qiiindecim  milia  peditum  contra  Guidonetn  de 
Biblio,  qui  aiciit  homo  vanus  et  malus  participare  nolebat 
treugam  generalem  nee  captivos  Sarracenornm,  quos  tenebat, 
reddere,  et  licet  locomra  difficultate  et  Christianorum  auxilio 
satia  esset  mnnitus,  treugam  tarnen  iniit  cum  Coradmo  sibi 
dampnosam  et  nomini  Cbristiano  verecundam, 

88.  Einsdeni  anni  mense  Jimio  Philippus  pner,  filias  Boa- 
miindi  principis  Antiocheni,  factus  est  nailea  in  Armenia  ca- 
puläta  81  bi  matrimonialiter  tilia  Levonis  ^  quondam  regis  Ar^ 

4t 

1  iatis  —  auiilio  in  ras»  H.  iusufticiens  corr.  ex  in»uffucienB  H. 
3  Armeno«  corr.  ex  Armonioa  H.  7  an  numeroBie  legendum?  H  Ly- 
mocio  corr.  ex  Lymoscio  H.  15  in  i]  in  ora.  H.  20  ante  anni  delet 
eiiiB  H.  21  Siria  H.  24  teugam  E.  30  Antiodiem  corr.  ex  An- 
tiocbeae  H. 


issi-sa 


Jual 


^  Qarinus  de  Monte  acute  (Montagu)  vgL  Rdhricht,  Zusätste  u. 
Verb,  äu  Du  Gange,  Les  fam.  d'outre  mer  a.  4.  '  iBabella,  tochter 
Leoi  li  et  1^1^«  vgl.  cap.  30). 


280 

i9it  menie  et  coronatus  cum  ea  aolempiiiter  in  regem  eiusdem  re 
Ciimque  nuptie  celebrarentur  et  ad  tantum  negotium  locimft 
convenirent  Armenii,  Turci  de  Yc^nio  cum  magna  multitudine 
terram  eandem  hostilitt^r  sunt  ingressi  trucidantes  quos  repe- 

ft  rire  poterant^  et  predam  miiltam  secum  trahentes.  Aderai 
eodem  tempore  Boaranndus,  princeps  Antiochenus  et  comes 
Tripolitanns,  qui,  licet  paucos  Latinos  secum  tunc  haberet,  non 
previdena  hoc  mahmi,  indilate  tarnen  et  streonue  com  filio 
9U0  rege  perseciitus  est  hostea  per  vias  Inngas  et  asperas-raul- 

10  tisque  de  ipsoruin  numero  occisis  sicut  vir  strennuns  et  in 
armis  peritus  extra  terrainos  Armenie  fugavit  eosdem.  Post 
hec  Amienii  castriim  quoddam  valde  munitum,  Sivilla '  no- 
mine, situm  in  terminis  Armenie  et  Turchie,  quod  soldanus 
Yconii    ipsis    abstulerat  post  mortem  Levonis,    cum  aliis  qui- 

i&  busdam  munitionibne  recuperaverunt. 

80,    Interim   Frethericus ,   imperator  Romanorum    et  rex 

Sicilie,  quatuor  galeas  misit  Accoh  vocans  regem,  patriareham 

et  magistrum  Hospitalis  sancti  Johaunis.    Qui  tranrfretaverunt 

B«i.u     raense   Sejittnnbri    [»roperantos   ad  ronciliuin  Veronense^    quod 

ao  indictum  fnerat  a  siimmo  pontifice  ac  imperatore  in  festo  sancti 

yoT.  n    Martini,     Keversus   est  eodem  temj)ore  cum  prefatis  principi- 

bns   domiims   Pelagius    Albanensis  episcopus,    apostolice  sedis 

legatus,    Magister  Tempil  cnm  militia  domus  eiusdem  remanait 

in  Terra  promissionis  ad  custodiam  Christianitatis  ex  coosilio 

tß  baroimm  commimi  transmissia  nimciis  discretis  et  honestia  ad 
idem  concilimu. 

Appendix- 

(extrema  pars  msci  D,  cf.  sopra  cap,  53>) 

Hiis  ita  gestis  peregrini    nostri  otio  et  crapula  tori)enÄ 

et  lucria  terrenis  inliiantes  contra  se  iram  rhiinipotentis    pro* 

vocabant^  qui  cum  videret,  noa  de  siisceptis  beneficiis  esse  in- 

»0  gratos,    de    accipiendis    iiidicabat  indignos.     Verum   quia  nee 


2  et  superscr.  H.        8  Thuroi  H.      9  peraequatus  H.        14  Leno- 
nifi  H*        17  Sicilie  corr.  e  Cilide  H. 


Sihlia  (SEmdakli?)  vgl  Rökricht,  Beitr%e  2.  8.  197  note  104. 


281 


15 


ii 


potestaa  nee  triiimphiis  sine  Deo  longa  est,  propter  peccata 
noBtra,  que  in  diversis  spurcitiis  suis  aiictorera  nostre  salutis 
offenderant,  acciditi  iit  quidaui  filii  Belial  sub  falsa  religione 
Christiaiie  fidei  dolose  nobis  suggesserunt,  ut  contra  suldanum 
cum  tot<)  robore  noetri  exercitiis  proficisceremur ,  qui  in  vi- 
cinia  castra  sua  locaverat  cum  tanta  multitudine  paganorani 
sicnt  arena  noaris^  que  niimerari  non  potest  Nos  vero  spe- 
rantes,  quod  res  Beret  a  domino  Deo,  commnni  conailio  pere- 
grinonim  propenivimos  contra  iniraicos  fidci  Damiatam  minus 
caiite  sine  defensiune  relinqnentes.  Post  tridnnm  vero  cnm 
scldanus  videret  fngam  peregrinoruna,  ex  adverso  fugara  simu- 
lahat  et  dolose  nobis  castra  sna  spolianda  reliqnit  et  com  for- 
titndine  totiue  Egypti  per  aliani  viam  versus  Daraiatani  cu- 
currit  velociiis  et  in  loco  angusto  infra  civitatem  et  nos  sna 
castra  firmavit,  nt  nee  regressum  nee  cougresanm  cum  ipsa 
habere  possemns,  Ec€e  quam  sobita  mutatio  dextre  excebi! 
Jam  Deo  propitio  potenter  regnavinius  in  terra  Egypti,  nunc 
eo  adversante  inter  Scyllam  et  Charybdim,  inter  famem  et 
sitim  fluctuamns  misere.  Hec  enira  est  dies  iÜa,  de  qua  scrip- 
tum est:  Dies  illa  dies  irc  etc*  Tribiilatiooi^s  et  angustias 
nostras  et  singula  periciila  mortia  dolor  et  gemitus  et  iacri- 
marxim  aiicce  me  scribere  non  permittun t.  Sed  cum  iiichil 
nobis  superesset  nisi  mors  misera,  omnea  nna  voce  vociferati 
SDmus  in  celum  ad  dominum  nostrum  Jhesum  Christum  hu- 
militer  veniam  postulantes.  Sed  ille  benignus,  qui  dicit :  Nöio 
mortem  ptcmforum^  sed  ut  ma<fis  couvtriuhir  et  v'waty  frequen- 
ter,  cum  iratus  fuerit,  miaericordie  recordatur,  idem  iustus  et 
misericors,  cum  iam  nos  videret  per  penitentiam  et  fontem 
lacrimariim  sufiicienter  esse  purgatos,  feroeitatem  inimicorum 
nostrorum  adeo  mitigavit,  nt  nobis  fame  iam  defieientibus  le- 
gatos  ad  nos  raitterent,  qui  nobiscum  de  pace  et  concordia 
tractarent^  acilicet  ut  soldanus  civitatem  snam  rectperet  quiete 
possidendam  et  nobis  securom  prestaret  eondyctum  ad  eandem 
cum  omni  integritate  rerum  et  corpornm,  naves  et  victualia 
sufficienter  miniatrando.     Nos  vero  scientes,  quod  hec  legatio 


SüptlOB.   1, 1 


£U.  n,  ti 


5  perficißcemor  D.        13   Egipti  D.        15  ipeo  D.         17  Egipti  D. 
18  8illam  D.     Caribdim  IK        28  iam]  aon  D*        35  quoniam  D. 


282 


10 


a  Deo  procurata  m%  cum  nabis  nil  aliud  superesaet  nisi  mors 
vel  Perpetuum  serntutis  obprobrium,  libeoter  attiplexaÜ  somus 
Deo  debitas  gratiarum  actiooes  hamiliter  reddeutag.  Hec  pacta 
cum  essent  per  obsideö  et  iuraiiienta  firmiter  confinn^ta,  mU 
dauus  tanta  circa  nos  pietate  motuB  eat,  ut  gratU  oiuaem  md- 
titudinem  nostram  per  multos  dies  refocillarei  et  reficeret; 
tandem  rebus  nostris  dispositiB  et  ordinatis,  naves  et  etbaria 
pro  competenti  pretiü  cum  secitro  conductu  bona  fide  procu- 
ravit  Quis  dubitare  potuit,  quin  a  Deo  processent  tanta  beui* 
giiitas,  tnansuetudo  et  misericordia  ?  Hü»  quomm  parentea, 
filios  et  filias,  fratrea  et  sorores  diverais  cruciatibus  oecidiioüs, 
bii,  quomm  substantiam  distraximus  et  nudos  de  habitationi- 
bug  suis  eiecimug,  nos  fatne  loorientes  suo  cibo  reficiebant  ei 
raultis  beneficiis  suis  nos  benigne  pertractabant,  cum  in  do- 
minio  et  potestate  eorum  egaemus  constituti.  Cum  ma^DO  ita- 
que  dolore  et  planctu  portum  Damiate  reliquimus  et  secuudum 
diversas  nationes  dispersi  siimus  in  obprobrium  nostri  sempi- 
ternum. 


Briefe. 


M 


I  d  j  t  *> 


285 


Brief  an  den  grafen  von  Namur  über  dievorgäiige 
in  Friesland. 

[1314  Juni.] 

lllustri  roniiti  Namurcensi  et  iiobili  uxori^eius  0(liveru8) 
Colon iensis  scolaaticus,  apostolice  sedia  legatus,  saltitem  pre- 
senteiii  et  futuram.  Cum  ensem  mxia  Occeanimi  in  fine  pro- 
f        vincie  Coloniensis    in   diocesi   Moiiasteriensi ,    feria    sexta  ante 

h  Pentecosten  Hnno  gratie  MCi-XlV  et  pro  reverentia  domni 
pape  nie  cum  essen  t  abbat<^s  Ciaterciensis,  f^remonstratetisis  et 
Cluniacensia  ordinis  et  alii  multi  religiosi,  feci  decantari  mis- 
snm  sollempniter  de  sancta  cruce,  Frincipium  sermonis  mei 
erat:    Absit  wUrl  gloria,     Cnm  multa  hominum  niilia  et  ran-  o^i*«.!*'' 

10  lierum,  qui  ad  sermooem  conveoerant,  sederent  in  prato  extra 
vi II am  Frisie,  que  dicitiir  Bethdum,  et  aer  satis  esset  serenns, 
apparuit  nubes  Candida  et  in  ea  crux  alba  sine  hu  man  a  ima- 
gine  ab  aqnilone;  pustea  crnx  alia  ad  austniui  einsdem  co- 
ris  et  scematis;    tereio    crnx  magna  inter  illas  et  snper  illas, 

15  media  colore  colorata,  habens  formam  huniani  corporis,  nt 
videbatiir»  ad  qiianitateni  bominis,  cnius  nuda  erat  forma,  Ca- 
put babens  sursum  et  pedes  deorsiim,  capnt  incb'natum  ad 
hnmenim  et  bracbia  non  in  directum  extensa^  sed  snrRuni  ele- 
vata.     Clavi  per  umnus  et  pedes  visibititer  apparebant  eo  ace- 

20  mate,  quo  apparet  in  eccleHia  ab  artifice  parata.  Et  cum  mnlti 
ad  criiceni  recipiendam  accurrerent,  miles  quid  am,  qui  ante  cm- 
cem  recusaverat  accipere,  tarnen  una  crure  viaa  statim  crucem 
accepit.     Quidam    de    incolis    terre    hoc    viao    velociter  ad  rne 


\  cod«;  Namacan^ii^ 


lau  currebftt    dicens:    ^Nanc  Terra  sancta  recuperata  est!*    qü 
prophetica   certitudiüc    preterituju  poiiens  pro  futuro.     Puella 
quedam   dives  XI.  annorum   adoratura  surrexit,   sed  compitlsft  I 
sedere  a  tiirba  demonstravit   matri  sue  et  avie  et  multis  cir- 

ß  cumsedentihos,  qui  multa  veiieratione  sursuin  aspicientea  ado- 
rabaot,  tjiiamdio  siguum  apparebat  Durabat  hec  visio  per 
spatium  con]peti»nti8  misse  circa  horam  terciam.  Hoc  mira- 
culnn»  plores  quam  centum  videruiit.  Proredente  tempore  in 
aüa  statione  eiusdem  terre  '  appaniit  crux  sine  forma  humani  ^ 

10  corporis,  babeiis  colorera  biris,  nota  contra  solem,  quam  vidit  fl 
abbas    de  Valle   sancti   Petri  *   et  monacus   eius   et  pliire»  de     if 
popiilo  quam  Betlidum.     Deiiide  in  alia  statione  in  die  sancti 
IV«?  5     BoDefacii    apiid    portum    Frisie,   qiti  Dochiim  nominatur,    ubi 
beatiLs  Bonefacius  martirio  fiiit  coronatus^  apparuit  cnix  magna*, 

16  qui  eramus  in  statione  amplius  quam  decem  milia,  iit  creditur. 
Albi  coloris  erat  ci-ux,  que  paiilatim  movebatnr  in  aere,  acsi 
traheretur  per  funiciiliim,  quasi  iter  demonstraret  peregrinis 
navigaturis  ad  Terram  promissionis  inter  Europam  et  Aftri- 
caiiu     In   gente   autem  illa,    in  qua  bec  contigerunt,    cotupu- 

w  tantur   50  000   signatoruni,    8000   scotariornm   et  .  .  ,  .  milia 
loricatorum.     Sciatis  aiitem,  tot  naves  preparari  ad  expeditio-  ^ 
nem  JesuCbristi»  qnorl  credinma  de  sola  provincia  Colon  iensi  ■ 
ampliu»  quam  trecentas  naves  onerarias  profectnras,  replendas 
viris  bellatoribiis,  armis  et  victiialibus  ac  instrumentis  beüicis«  M 

25   Hec  autem  scripsimus  vobia^  qnoniam  ad  miliciam  Jesu  Cbriffti  ■ 
Vobis  salubriter  et  Terre  sancte,  ut  speranius,  utiliter  signati 
estLs,  obnixe  rogantes,  ut  cruce  signatis  propitii  sitis  et  iudi- 
cibu8|  quos  apnd  Namurcum  constituimus,  favorabiles.    Valete. 

*  Surhuizen,  Hiat.  Dam.  cap.  9:  Sutherahoaen.  *  Heisterbm^h  im 
Siebengel  arge,  "*  Hier  dürften  wol  die  worte  »qu«iii  vidimue  omne«* 
oder  dergl.  audgefalleTi  äeiii,  wie  acbon  WybraDils  in  Moll  en  de  Hoop- 
ächeffer^  Studien  en  ßijdragen  2^  a.  IU7  noie  2  yeriiiiitet 


287 


Brief  an  den  kardinal  Robert  Yon  CourQon  Aber 
die  Yorgänge  in  Friesland. 

•    [1214  Juni.] 

Cum  seorsum  a  coUega  meo  mandatum  apostolicum  prout 
potnit  studiosius  exsequerer  pro  revereniia  siimmi  pontificis 
et  mecum  essent  Cisterciensis,  Premonstratensis,  Cluniacensis 
ordinis  abbaies  et  alii  malti  religiosi  in  fine  provincie  Colo- 
ft  niensis,  diocesi  Monasteriensi,  iuxta  Oceanum  in  villa  Frisie, 
que  dicitur  Bedum ,  sexta  feria  ante  Pentecostem  feci  solem-  m.i  le 
niter  decantari  missam  de  sancta  cruce.  Ecclesia  erat  repleta 
popalo,  multi  vero  consederunt  extra  illam  in  prato  ad  au- 
diendum  verbum  Dei.     Finita  missa  circa  horani  tertiam  sub 

10  divo  inchoavi  sermonem:  Mihi  absü  gloriari  nisi  in  cruce  Do-  o^l  e,  i 
mini  nastri  Jesu  Christi.     Et  cum  aer  satis  esset  serenus,  ap- 
paruit   nubes   Candida  et  in  ea  poni  crux  alba  versus  aquilo- 
nem,    deinde  ad   austrnm   alia  eiusdem   coloris  et  schematis, 
tertio  crux   medio   coloris   colorata  in  eadem  nube  super  eas 

ift  et  inter  eas,  maior  utraque,  in  qua  visa  est  forma  hominis 
ad  quantitatem  humani  corporis;  prout  visu  cerni  poterat, 
corpus  ac  manus  ac  pedes  et  alia  corporis  lineamenta  evidenter 
apparebant,  caput  sursum,  pedes  deorsum,  caput  declinatum 
humerum,  clavi  in  pedibus  et  manibus    affixi  crucis  patibulo, 

20  scabellum  sub  pedibus,  brachia  vero  non  direete  extensa,  sed  ele- 
vata  in  patibulo  crucis.  Videbatur  imago  nuda  eo  schemate,  quo 
videretur  in  ecclesia  ab  artifice  parata.  Hoc  signum  videns  qui- 
dam  laicus  de  incolis  quasi  prophetica  certitudine  ponens  pre- 
teritum  pro  futuro  dixit:  „Nunc  Terra  sancta  recuperata  est*, 

>&  et  staiim  crucem  accepit.  Quidam  miles,  qui  diu  nie  secutus 
fuerat  ante,  cruce  visa  sicut  iniagine  hu  man  a  signum  accepit. 
Quedam  puella  dives  duodecim  annorum  viso  prescripto  signo 
adoratura  surrexit  matri  sue  et  avie,  religiöse  admodum  fe- 
mine,    aliisque    que   vidit  testimonia  demonstrans.     Qui  mira 

so  veneratione  ac  dileciione  devotionis  sursum  iniendentes  aspicie- 

bant    et   quasi    per  spatium   temporis,    quo   decantari  poterat 

* 
3  et  om.  cod.    cod.:  Premonstrationimi.       30  cod.:  aspiciebantur. 


288 


! 

I 


missa,  plnrea  quam  centiim  in  eudeiii  loco  ista  vidernnt  di- 
stincte  et  sunt  tewtes  fideles  de  visu.  Hoc  tempore  stitnmi 
potitificis  domini  Innocentii  oßteiidit  Altissimus,  qai  novit  se-  ■ 
Biitas  mibiuiii,  nmgtias  et  perfecta^  scieiitias,  aono  gratie  12l;i^ 
6  Post  hanc  visionem  indubitatam  signata  sunt  in  illa  gente 
plus  quam  quindecim  milia  virorum. 


3. 

Relatio  magistri  OliTeri  Coloiiiensis  scolastici 
expeditione  Jherosoliiiiitana, 

[121B  ende  augnat  —  aeptemberj 

Venerabilibua  hominis  arehiepiscopo,  prioribus  et  toti  dem 
Kolonien si  servus  crucis  empticius  Olivenis  peccator,  dictu<)  Co*  J 
jo«.  ««,10  loDiensis  scolasticus,  vitam  bonam  et  exitooi  felicem.    LelnmmiW 

10  cum  Jherusalem  et  exuUiUe  in  ea  omm,Sj  t^ui  düigitis  eam,  qnift 
possessio  pafcriarcharum ,  alumpna  prophetarum,  dactrix  apo- 
stoforum,  qiioodani  libera,  poat  niulta  .suspiria^  jwst  gemiiiis 
et  planctus  iam  respirat  in  spe,  que  adhnc  captiva  teneiur 
in  re.     Sane   que  ociilis  nostris  vidimus  et  aiiribim  audivioia.-; 

»6  ac  veraciter  inteileximua  vobis  ad  solatium  acribere  visiim  fuit 
ntile.  I 

HöV's  Anno  gracie  m.**  cr.^  xvii.**  sexta  feria  poat  festuni  Om- 

niym    saiictorum  patriarcba  Jberosolinutanus    cum  magna  de-    ■ 
votione  cleri  et  populi  tollens  vivifice  criieis  lignum  profectwi?  ^ 

so  est  ab  Äcon  in  castra  Domini,  que  iara  preeeaserant  Recor- 
danam.  Hoc  autem  dok-e  lignum  post  Terram  sanctain  per- 
ditam  reverenter  repositiini,  diligenter  servatuni  est  usqne  a<l 
hec  tempora.  Imininente  siquidem  conflictu  Sarracenornm  cum 
Christiauis    eogitaverunt    pnidrtiter  (/hristiani  lignum  in  diiaa 

25  partes   dividere   et  parteui  unani  ad  preliutn  deferre,  que  ibi- 
dem perdita  fuit,    et  partem  aliaui  reservare,   que  nunc  exhi-  i 
betur.     Cui  rex  Ungarie  et  dux  Austrie  de  loco  castrorum  pro- 
gressi  nudia   pedibus   occurrentes    densctilati    sunt  eani.     Cum 
tali    signo  obviniu  euntes  soldano   Babilonis,    cuius  filios  Co-j 


Vielmehr  1214, 


Nor.  4 


raditius  iactaverat,  se  puguaturuni  cütn  Christianis,  qiii  Acon 
fuerant  congregati.  Lieoqrie  ordinatis  aciebus  ol>viam  ipsi  pro- 
C€ssimus  per  planitn]  Fabe  iisqiie  n(\  fontem  Tubanie  miiltum 
ea  die  laboraiites ;  preinissis  eciam  exploratoribus  pulvis  ascen- 

ft  dens  a  longe  adversariorum  motiim  indicabat,  sed  incerti  fui- 
mus,  utnim  contra  noa  an  fugiendo  properarent.  Sequetiti  vero 
die  secus  moiites  Gelboe,  quoa  habiiimos  ad  dexteram  et  pa- 
ludem  ad  sinistram,  incedenteg  venimns  Betaaidam  \  ubi 
ca.stra    fixerat    adversarins.     Sed  triuni  regiim,    Ungarie  ?ide- 

iß  licet,  Jerosolimitani  et  Cipri  iioii  giistinens  preseniiam  fugiens 
terram  Chmtianis  Tastaudam  refiquifc.  ünde  Jordanem  tran- 
seuntes  in  vigiiia  beati  Martipi  corpora  uostra  pacifice  lavimus 
et  qöieTimus  per  biduuai,  Deinde  secus  litns  maris  Galilee 
tres  mansiones  feeimus^   peragranies  loca,   in  qnibiis  Salvator 

15  Doster  conrersatns  est,  aspicientes  Uetsaidem,  eivitatem  Andree 
et  Pein,  timc  ad  casale  modicnm  redactani*  E>emonstrata  sunt 
loca,  ubi  Cbristos  disciptilos  vocavit  et  supra  mare  siccis  pe- 
dibud  ambulavit.  Desertum  transivirnus  et  loca,  ubi  Dominus 
turbas  pavit  et  ubi  cum  discipulia  po.st  reguiTectiotiem  Hiandn- 

10  cavit,  et  sie  per  Capharnaum  in  iumenti»  infirmos  nostros  por- 
tÄntes  reverai  sumüs  Acon  cum  preda  et  mtiltitudine  caplivo- 
rum.  Episcopus  autem  Aconensis  parvulos  captivos,  quoa  prece 
vel  precio  potuit  optinere,  baptizavit  et  distribuens  inter  reli- 
^osas  feminas  litteris  applicuit. 

xi  In  secundn  eqnitatu  adi\^mus  montem  Thabor,  ubi  primo 

aquarum  inopiani^  postmodum  per  niorücaui  fossiouem  inve- 
nientes  copiam  pabuli  et  Tictualiüm  habuudaatiam  habuimus; 
ibique  Sarracenum  irapuberem  ad  nos  descendentem  baptiza- 
vimus.     Porro    prima   doriünica    adventuB    Domini    per  tubam 

3K  evangelice  leetionis:  Ite  hi  ntskUuni,  tiuoil  roatra  vos  tst^  glo- M*»ih*«»i 
rioau8  aacensor  montis  eiusdem  invitavit  nos  ad  laborem.  [^re- 
cessit  patriarcha  cum  ^exillo  cruci^,  episcnpis  iofnlatis  et  clero 
per  cliFuni  niontis  orautibus  et  psallentibiis.  Verum  licet  mona 
ab  omni  parte  preruptus  ait  et  excelsus  valde  et  qnasi  impos- 
Lfllibilis  ad  ascendendum  extra  semitam  tritam,  milites  tarnen  et 


i>«^ 


r 


satellites,  equitea  et  pedites  virtliter  ascendentes  primo  inipetu 


'  Vielmehr  Bethaanam  zu  lesen. 

Olir». 


19 


290 


0«s.  M 


Matth.  u,  n 


it—u  siraverunf:  castellaTiuin  iiniim  et  admirulfhim  cum  nlih  miiltis, 
qui  [lortas  castri  egressi  fnerant  ad  defensionein  montis.  Ve- 
ten» Äutem  in  sfcuporem  vc^rsis  ac  intra  nienia  recepti»,  qüo 
honiinura  consilio  Tel  Dei  iudicio  ab  impngnatione  castri  de- 
sierint  et  iiiglorii  descenderint,  ignoro.  Hoc  tantum  scio,  quod 
divinoriim  iiidicioriiin  abissus  humane  meutis  oculis  penetrari 
non  poteat  Veheraenter  eciam  opinor,  Cliristum  »ibi  »oli 
triruiTpbiini  montis  reservasse,  quem  cum  paucis  discipulvt 
ascendit  gloriam  sue  resurreetionis  ibidem  moustrando. 

In  tercio  equitatu,  ctii  patriarcha  cum  signo  cnicis  et  sacri 
episcnpi  non  interfuerunt»  multa  dampa  et  incommoda  tarn  per 
latrunculos  atque  furtivos  incuisus  quam  hiemis  asperitatem 
perpessi  sumus,  presertim  in  vigilia  nativitutis  domini  nostri 
Jhesu  Christi  et  nocte  sequenti,  in  qua  gravissimam  temj^e- 
statem  snstinuimus.  Que  nisi  ahremäa  fuissd,  propter  in- 
opiam  lignorüni  et  vestinientonim  penuriam  magnam  partem 
exercitus  extiuxisaet  in  finibns  Tyri  et  Sydoais  inxta  Sareptam. 

Post  hec  miücia  Domini  quadrifaria  divisa  est.  Regen 
Ungarie  et  Cipri  cum  magna  multitndine  peregrinorum  et 
dampno  Terre  promissionis  Tripolim  profecti  sunt.  Rex  Cipri 
adolescentulns  modico  tempore  post  in  Tripoli  mortuns  est. 
Älia  pars  exercitus  pigrorum  et  tiuiidonuu  et  eorura,  qui  pro- 
cumbentes  ad  terram  pleno  ore  de  habundantia  teniporalium 
bonorum  biberuot,  reniansernnt  Acone  usqiie  ad  passagium 
vernale.  Rex  Jerosolimitanus  et  dux  Anstrie  cum  Moiiaste- 
riensi  et  Traiectensi  aliisque  episcopis  castrum  Cesariense  l*a- 
lestine  aemidiruturn  viriliter  in  brevi  tirmaveriint,  per  quod 
Deo  dante  eadeiu  civitas  recuperabitur.  In  basiliea  prtncipid 
apostolorum  festum  purifirationis  patriarcha  cum  sex  episcopis 
sollempniter  cdebravit,  Tempi arii  vero  cum  paucis  auxilia- 
toribus  peregrinif*  et  hnspitali  de  domo  Tlientnnicnrum  Castrum 
filii  Dei,  quod  olim  Distrietiim,  nunc  Castrum  peregrinorum 
a  quibusdam  appellatur,  edificare  ceperunt.  Quod  positnm  est 
in  episcopatu  Cesariensi  inter  Chayphas  et  Cesaream.  Cuius 
Situs  talis  est.  Promunctorium  magnum  et  altum  man  im- 
minet  munitum    uaturaliti*r  scopulis  versus  occidentem  et  an- 


1 
{ 


uis 


1  corr.  ex  admiranduni  W.      5  deacenderit  W.      26  Traciectansi  W, 


291 


Smm  et  septentrionem.  Modico  terre  spacio  turris  ad  orieo- 
tem  dudiim  posita  est,  a  Templariis  edificata  et  posaessa  tarn 
fTwerre  qnam  treuganim  tempore.  Fiiit  aiitem  fmidata  propter 
latröDCuloa,  qui  in  via  stricta  peregrinis  ascendentibns  in  Jhe- 

^  nisalem  insidiabantun  Proptin*  haue  causam  Districtiim  fuifc 
appellaNtJi.  Form  toto  fere  tempore,  quo  Cesariense  castrum 
firuiavimus  et  consumtnavimus,  Teraplarii  ex  adverso  montis 
fodientes  uiagnisque  sumptibus  laborantes  taütem  ad  funda- 
mentiim    primum  pervenerunt^   ubi  morus  antiquus  et  spissus 

jo  et  lon^us  apparnit.  Argen ti  eciam  raoneta  modern is  ignota  in 
vase  fictili  non  modica  ioventa  est.  Deinde  in  anteriori  parte 
fodientea  aliom  mumm  priori  breviorem  invenimus.  Postmo- 
dum  fontea  novem  largas  aqua^s  effundeutes  aperti  sunt  Ibidem 
eciam   lapiduni  et  cementi  copiam  Dominus  miniatravii    Ante 

'6  frontem  caetri  dne  turres  edificantur  de  lapidibus  quadris  tante 
quantitatis,  ut  lapis  unus  vix  a  diiobna  bubalia  in  curru  traha- 
tur.  Longitudo  turris  centnm  pedes  habet  et  ampliiis,  latitudo 
septuaginta  quatuor.  ütracjue  turris  duas  habebit  testudinea, 
secundura    quas    altitudo    disponitur.     Inter   ntramque  torrira 

20  moru3  novus  consnmmatiia  est,  et  miro  artificio  equites  armati 
ascendere  possnnt  et  descendere  per  gradus  intrinsecua*  Huius 
editicii  prima  est  utilitas,  quod  conventua  Templariomra  edii- 
cendas  de  peccatrice  et  omni  spurcitia  plena  ci  vi  täte  Acon  in 
hiiius    castri   presidio   manebit   usque    ad  liberationera  niatria 

*5  fidei  Jherusalem.  Soldanus  cum  multitudine  S^arracenorura  hoc 
castrum  aggi'ediens,  ut  iiiicia  munitioniim  destrnerek  vel  occu» 
paret,  virtute  AltiBsimi  repulsus  recessit.  Castram  hoc  bonum 
habet  jKirtum,  piacariis^  salinii?,  Hgnis,  paacui^s  et  agris  ferti- 
libus    habuiidat^   nee   est  mult»m   remotnm  a  monte  Thabor. 

30  TJnde  creditur  quedam  causa  fuisse  deatrnctionis  caatri  Thabor 
ab  ip.sis  Sarracenis  facte,  qiiia  nee  seminare  nee  metere  secure 
poteraiit  propter  liabitatores  Castri  filii  Dei. 

Anno  gracie  m^  cc**.  xyli*".  \  postquam  coggones  ad  por- 
tum  Aconitanum  applicuerunt,  sine  quibus  non  expediebat  ex- 

* 
9  antiqas  W,        15  fauteiii  W.        20  consumatus  W.        26  agre- 
diens  W.        34  Acontaniiiii  W. 


1318 


I 


Richtig  1218. 


W 


292 

i»i8  ercitum  navalem  in  Ej^iptum  dirigere,   rex  et  patriarcha  cum 

duce  Austrie  ac  Templariis  et  llospitalariis  consilio  Spiritus 
sancti,    sicut  rreflitiir,    expeditioDem  voverunt^  iuramento  coii- 

»*    finnantes   eandem.     ünde   accidit,   iit   in    ascensione   Domini. 

f>  quando  naves  ingredi  debeliant  iurati,  ex  insperato  viginti  tres 
coggones  subseqiientes  applicareot.  Porro  cum  cla^^sis  ooü- 
gregatio  apiid  predictum  castruui  indicta  fuisset  et  maiores 
lociiin  ek  diem  observarent,  classis  ipsa  Christo  doce  proepem 
ventis  nsa  Daraiatam  infra  triduiim  applicuit  et  absque  Chri- 

10  ßtianoriini  sanguinis  impeiisa  terram  hostilem  viriliter  occu- 
pavit  sine  capitaneis,  qiii  paulisper  morati  propter  dictam 
caiigam  noiidum  ad\x^nerant,  Fixa  sunt  teiitoria  inter  mare 
et  Nilum  cum  adniiratione  magna  subsequentinni.  Incredibüe 
Riqnideni  videbattir,   terram  capi  posse  sine  labore  masimo  et 

n  periculo,  Erecta  sunt  postuiodnm  instrumenta  bellica  contra 
turrim  Daroiafce  faniosam,  que  caput  unnm  catene  continebat, 
reliqmim  una  twrris  civitatis  ad  claudendum  fiuvium,  ne  nares 
ascenderent  Christianorum.  Sed  preter  spem  nostram  et  ad- 
Yersarioruni   timoreni    per   partem  alvei,   que  est  inter  turriin 

to  et  terram  versus  castra  militi*^  Christiane,  galeide  snrauni  dacte 
sunt,  licet  tnrris  defensores  iaculia  et  lapidibiia  transitiizn  pro- 
hibere  niterentor,  Constructe  sunt  postmodum  due  scale  super 
du  US  coggunes;  que  cum  traherentur  ad  turrim,  et  ut  pnta* 
batur  turris   per  eas  posse  capi,  cum  dolore  nostro  niagoo  et 

J6  stultoriim  blasphemia  malus,  in  quo  Süspensa  fuit  scala  Hoapi- 
talariorum,  confractus  cecidit  cüra  suo  poudere.  Et  paulo  post 
scala  ducis  Austrie  similiter  decidit,  tortes  agonistas  Christi 
deorsum  precipitans  et  per  martirii  palmam  ad  celos  eleraiis. 
Na  vis  vero  tertia,  quam  de  elemosinis  preparari  feciraus  cum 

80  propugnaculiH  in  circuitu,  cum  castelhilo  munito  in  summitate 
mall  sine  scala,  quam  verebamur  snspendere,  trnientes  quod  in 
aliis  accidit,  eadem  ^amen  hora  cum  velo  delata  est  ad  pon- 
tenj,  ubi  gravia  dauipuji  per  baltstarios,  quorom  cnpiam  con- 
tinebat, Sarracenis  intulit^    ex  adverao  machiimnmi   ictns   im- 

iji  portunos  siistinuit;  cum  magno  tarnen  honore  Christian itjitis» 
licet  igne  Greco  correpta  fuisset,  plena  sagittis  intus  et  foris, 


16  capud  W.      17  reliqum  W.       32  liora  corr.  ex  orra  W. 


293 


ad  locum  suutu  salTis  omnibns,  qui  in  ea  pugnaverunt,  ex- 
ceptis  paiicis  toortöia  et  sauciatis»  non  sine  admiratione  mid- 
torum  rediicta  quievit.  Postmodom  coosiderantes,  quod  turris 
fortitudo  nee  niachiuis  nee  petrariis  nee  trabuculo  nee  Castro 
propter  aqne  circumfliieutis  profiinditatera ,  nee  fame  propter 
vicinitatem  civitatis,  nee  suffosBiono  propter  operis  spiasitudinem 
et  angustiam  inaule  de  facili  posset  capi ,  Deo  nobis  denion- 
strante  dnos  cogL^ones  compini^i  fecimus  et  instar  castri  fortis- 
simi  conimuniri^  Theutonicorum  «?t  Frisonnm  in  hac  re  consilio 

lo  maxime  usi  et  auxilio.  In  summitaie  qnatuor  malorum  caatel- 
lum  ereximus  talmlis  in  quadrnm  compactum,  opere  reticulato 
contextnm  contra  machinas,  coriis  obductum  contra  furorem 
ignis;  fiubtiis  scala  j^uspeusa  fuit  fortie  et  lata  tante  longitu- 
dinia,  ut  triginta  ciibitis  prorani  excederet.  Adeoque  firnium 
et  constimnmtuni  opus  appaniit^  ut  ad  peticioneni  nostrani 
principe^  exercitos  nmicios  suos  dirigerent  ad  videndiim  et  in- 
dicandum,  ntrum  alicjuid  operi  deesset,  quod  sumptibns  ac 
seusibuB  emeudari  debuiBset  hniiianis.  Qui  conteniplante8  opns 
intus    et  foris^    superius  et  itiferiiis,    asserebant,    se  nunqiiam 

aa  tale  ingeniom  au  per  aquas  de  liguis  editicatiim  vidisse. 

Interea  Sarraceni  auaa  machinas  contra  taieni  machinam 
erexerunt  ponte  finminis  tripliciter  et  ut  putabant  indissolu- 
biliter  contexto,  8eil  beiiedictus  Altissimus,  qiii  potentiam 
SU  am   in  arida  demonstrat  et  per  aqiiam,  ictibus  machinaram 

n  nostrarum  comniutum  per  mergulum,  qui  noeturno  labore  sub 
aquis  fuucs  fundamenta  pontis  retinentes  sagaciter  incidit, 
pontem  versus  turrim  dissolvit.  Unde  properandum  erat,  ante- 
quam  reparari  posset.  Itaque  supplicatione  processiooaliter 
nudis  plantis  nsqoe  ad  lignum  dominictira  premissa  cum  ronlta 

a»  difficultate  et  peri€ulu  dictum  iristrumentum  ad  latus  aquilo- 
nare  turris  anelioris  et  funibus  applicitnm  sex  machinarum 
terribiies  ictuä  sustinuit  continuon  et  iacida  grandinis  instar. 
Nee  miuon  periculo  navis  etmi  CHJsteüulo,  de  qua  ruentionem 
fecimus»  ad  pedem  turris  colloeata  substitit.     Virtute  Theuto- 

85  nicomm  et  Frisonum  ab  igne  Greco,  qui  erainus  et  cominus 
iniectus    pavorem    incutere   potnit,    per    liqiioreni  acetosum  et 


aulfoaione  W.       16  nunctioa  W.      26  cormnotam  W, 


294 


isie 


sa 


sahnlam  extinctiis  tiraorem  exciissit  aH  teiiipuii.  laciiit  pa- 
triarchft  proatratus  ante  lignum  crucia  in  pnlvere,  stans  cleros 
in  ulbis  nudis  pedibus  magiits  vocibus  clamans  in  celum.  Cum 
autem  exireniitas  scale  iiini  tiirrim  attingeret,  a  defensoribus 
ipsius  ignis  suppositns  in  Üaiunuis  lucidas  erupit.  Cumque 
Christiaüi  concurrereot  ad  ignis  suffocationem,  stio  pondere 
Caput  Scale  depresserunt  adeo ,  ut  pons  toriiatilis,  qui  rnaiuri 
annexus  fuerat,  iiicliiiaretur  et  vir  fortis  ac  bonns,  qui  signoni 
ducis  Aiifitrie  gcstabat,  corrueret  glorioao  martiria  coronatus« 
Sarraceni  vero  Signum  cadentig  tulerunt  Babilonii  »e  vicisM  i 
putantes  voces  insultuntium  geminabunt.  Inclinata  scala  mi- 
nante  ruinani,  flammis  eciam  terribiliter  crescentibns  et  no$tris 
iam  dorsimi  bostibus  ostendentibns ,  exercitua  Christianoruti] 
complosis  inanibni^  fletn  rrgana  facies  et  tiuidens  pectora  et 
ad  terrani  prostratus  Ftegem  glorit»  et  gloriosam  virginem  Ma- 
riaoi  et  specialiter  sanctum  Bartholomeum  interpellando  au- 
xilinni  diviDum  precabatiir.  Elevavit  itaque  scalam  diTina 
I»ieta8,  et  ad  elevationeni  raanuum  in  celum  extinxenint  ignem 
fidi^lium  lacrime.  Sicque  nostri  resumptis  viribus  stantea  in 
scala,  defensores  tuiris  gladüs,  lanceis,  sagiitis  et  aliis  bellicia 
iiistritmentis  viriliter  impugnaveruot.  Miles  qnidani  iuTenis 
Leodicenais  dyocesis  priinus  torrein  ascendit.  Frisu  qaidam 
iuvencnlus  flagello  connexo  catena  ferrea  ad  dexterani  et  ad  ■ 
sinistrani  fortisaime  percnssit.  Alii  pont  alioa  successenmt 
superatis  bostibus.  0  ineffabilis  Dei  pietas  !  0  inexplicabilis 
Christianorum  hilaritas!  Post  rugitiim  et  planctum  gaudiani 
vidimus  et  triunijduim,  Tv  Dt  um  lau(hifnus^  Benfdidu^  do- 
ntinns  Dens  Ismd  et  alia  cantica  graciarum  letis  vocibus  ex- 
ultaotes.  Currentibns  nobis  ad  crucem  sanctam  rex  festinns 
de  equo  descendit  et  toto  corjjore  ante  ipsam  prostratus  grates 
Deo  quantas  potuit,  non  quantas  debuit,  triumpbatori  Cbristo 
Jhesu  referebat  exnitans.  Et  ecce  Savraceni,  qni  in  inferiori 
parte  tun-ia  latebant,  igne  subposito  superficiem  eius  ligneaml 
combusserunt,  Yictores  oüstri  vim  ignis  sustinere  non  valentea 
regreasi   sunt  super  scalam.     Interim    pons,    qui  in  inferifi 


1  locus  corruptus  est, 
scribit,  aed  aemel  dei  et  W. 


7  capad  W.        20  defeasoret  tunis  bUl 


295 


parte  op^ris  preparatua  fuerat,  demissus  erat  a  turris  pedem  ins 
angustura,  per  quem  armati  de  na  vi  descendentes  iiialleis  fer- 
reis  ianuam  turris  aggressi  suot,  defendentibiis  eaiu  i5arracenis 
intrinsecus*  Stabat  auteui  utnimque  instrixmentum  super  cog- 
gones  edificatum  immobile  anchoris  et  funibus  fixum  ab  hora 
noiia  ferie  sexte  usqiie  ad  Loram  decimaiii  seqnentis  sabati  *"»•  «* 
conti nuis  macbinanim  ictibns  exposituiu,  Eesiliebant  tarnen 
lapides  raagni  a  casieüo  firmiösime  rnunito,  licet  scala  cum 
inferiori    Castro   muitiplieiter  coocuteretur,     Tandem    conclosi 

a«  in  turri  colloquiuüi  petentes  se  dediderimt  siib  pacto  vite. 
Qnidatn  tarnen  se  per  fenestram  precipitantes  per  fliiFium  qui 
enatare  poterant  evasenmt.  Extiocti  sunt  in  turri  circiter 
centnm  captivi,  luventa  sunt  in  ea  multa  spolia ,  et  tunc 
demuni  apparuit  nobis  fortitudo  tnrrä  intrinsecua  multiplicifcer 

n  testiidinata.  Gaudeamus  igitur  et  exidtemus,  quia  clavis  Et^ypti 
nobis  data  est  et  precipimm  cornu  Babiloniürnm  illic  nobis 
eat  coUatum.  Spes  eciam  maxima  capiende  civitatis  promiasa 
maxinie   cum    voce   veritatis  dicatur :    Omtif:  re/fnum  in  se  di- 1-«»*.  u, " 

I    vistim  drsolahitur,     Inter    Sarracenos    enira    plus  quam  civilia 
nbella  geruntiir. 

Geleitbrief  Olivers  für  die  heimkehrenden  Friesen 
an  die  geistlichkeit  von  Mesland, 

Vor  Damiette  1218,  aeptember  14. 

DilectiB  in  Christo  amicis  abbatibua,  prioribus,  prepositis, 
decanis,  plebanis  et  consulibus  Frisie  aervus  empticius  crocia 
Oliverius  dictus  sclioljiäticus  Coloniensis  pacem  amare^  terrara 
pacificare  et  ad  portum  eterne  salutis  anhelare.  Tt  iHrnpfmitir  i  ii*t  iht9 
'  in  Israhdj  a  quo  (httttm  omnc  opiimum  et  omne  dotmm  per-  Jücot.  i,  it 
fecfnm^  gentem  vestram,  devohim  et  iu  laboribtis  peregrinatio- 
nis  persevurantem  magDificavit  super  terram,  quadrigam  ipsia 
componens,  in  qua  premium  eternum  premeriierunt  et  tuinam 
temporalem,  quam  perdere  tion  possunt,  si  in  cepto  itinere  per- 


3  a^esfli  W,      1 2  ©vasemiit  auperacr.  W. 
xima  corr.  e  maxime  W. 


16  illifl  (?)  W.       17  ma- 


296 

geveraverint  usque  in  finem.  Apiid  Damiatam  siquidetu  htt- 
militatem  magnam  ostendenint ,  largitatem,  obedientiam  et 
audaciam,  Sarracenia  formidosi,  Christianis  chari.  ünde  foa 
prelatos  ecclesiarnni  horfeamur  et  obsecramus  in  Christo,  qua- 

6  tenus  siciit  ex  statuto  Lateranensis  concilii  iniuriatore«  eorum, 
qui  apud  Damiatam  sünt  et  faerint,  per  censuram  ecclesiasti- 
cam,  quam  patriarcha  publice  et  nos  contra  malefactores  pere- 
grinoruii],  raptores,  fiires  et  alios  fraudatores  eleemosinanim 
promiilgavimus,    non    negligatis.     Et    vos  consales    terre  pre- 

10  latis  vestria  in  hac  re  non  contradicatis,  sed  denunciatos  vobis 
iniuriatores  cautins  eviietia.  Nara  peregrinoa,  quos  Deus  ex- 
altavit,  homines  honorare  tcnentur.  Scriptum  apud  Damia- 
tam in  exaltatione  sancie  crucis. 


5. 

Epistola  salutaris  regi  BabiloniB  ab  anctore  hnins 
^^  operis  couscripta. 

[1221  fleptember) 

Conseqnetiter  ad  benignitatem  ac  libcralitatem  tuam,  Mechi 
Merael,  stiliim  convertam  et,  quem  viva  voce  uon  possuin, 
scriptis  alloqui  desidero*  Utinam  agnoscere^  divinitÄtem  in 
Christo  et  misteriura  incarnationis  intelligere  valeres,  mortem 
^  Christi,  quem  vivum  ad  celos  ascendisse  confiteris,  credere  posses. 
Nani  in  conceptione,  nativitate,  ascensione,  futuro  iudicio  no- 
biäcum  concordas,  Cliristom  njaximum  jjrophetaruni  virumque 
sanctissimum  minquani  peccasse  nee  peccare  potuisse  credis. 
Loquelam  Dei  et  aniraam  Dei,  quem  tu  dicis,  ego  verbum  pa- 

14  Epistola —fcomcnpta  atramento  rubro  addit2H,  om.B,  prae* 
bet  T:  Diaceptatio  legis  Christianorum  et  Sarracenonim  ad  eoldanam 
Babilonie.  16  Cons.]  incipit  B:  [Ijngratitudinis  vicium  evitare  cupieos 
ad  Ubertatem  tuani  Melchikemel  atilum  convertam  et^  incipit  Tj  Oli- 
veriuB  Dei  gracia  Paderbrunnenäis  episcopuB  Mechikemel  eoldano  Babi- 
lonie  omnino  cognascere  veritatem ,  quam  in  parte  co^oscis  ingrati- 
tudinis  viciutti  evitare  cupieDS  ad  benignitatem  et  lö  ni  in  divini- 
tatem  «uperscr  H.  diviuitateni  agiiosceres  BT.  19  intelligere  om.  B, 
valj  curare»  BT.  20  confiterie  om.  BT^  21  ti  et  ate  auperacr.  H. 
23  peccare  corr,  e  peccasse  H.     credtü  om.  B,      *M  que  1\ 


297 

tris  appello,  ipeum  de  alitu  Dei  in  virgitiali  ntero  conceptum 
ego  de  Spiritu  sancto  jjrofiteor;  tu  eum  virtiitem  Dei  appel- 
las,  ego  similiter.  Cum  simplicis  iiatnre  sit  Dens  et  nicbil 
sit  in  Deo,  quod  noo  sit  Deiiä,  et  ipse  alitu  Dei  r*it  conceptua, 
con^stat,  ipsum  esse  Deum;  et  flatus  Dei  nidiil  aliud  est  quam 
Spiritus  sanctus,  et  loquela  Di^i  nichil  aliud  est  quam  verbum 
Dei.  Cum  ergo  sit  verbum  Dei  (et  in  prindpio  erat  wrbumy  Je»»,  i,  i 
quod  erat  apml  Detim),  utique  Detis  erat  verbum,  Gena  tun 
nos  appellat  incredulos,  quia  Deum  unuTH  in  trinitate  et  triui- 

10  tatem    in    unitate   fideliter    adonvraus.      Tu    quando   psalmum 

Davidiciiin  decantas:    Bene(iiad  nos  Jkn(s,  Deus,   Detis  nosfa\    »'■*«•!« 
beni'dicat  nos  Dem,  ter  Deum  nominas,  et  licet  ignorans  verbi 
virtutem,    Deum  trinum  distinguis,     Idololatrus  nos  appellas, 
quia  creaturam  veneramur.    Procul  est  a  nobis  idulolatria,  quam 

1«  ius   naturale   probibet  et   lex   Domioi    detestatur.     Theosebia 

patrcm  mjstrnnK  qni  fst  in  cdiSy  colinms,  veromque  Deam  la-  m*"»«  ». » 
tria,    que  ipsi  soli  debetiir,    adoramns,   cruceui  sanctam  atque 
alias  imagines  adoramua  dulia,  humanitatem  Cbristi  yperdulia, 
Imagines    littere    sunt  laicorum,   i\ne  eos  nobia  ad  memoriam 

lö  revocani,  quorum  sunt  imagines»  devotionem  excitant,  et  ex 
eis  nunquaui  virtns  egredituiv  Judeis  et  Christianis  certis- 
sime  constabut  de  imagine  Salvatoris,  cui  Judei  mulfcipli- 
citer  illuserunt,  clavis  eani  confixerunt,  deinde  lancea  militi« 
aperuerunt  latus  eiu.s,    de  quo  sanguis  et  aqua  largittr  efflu- ^f  •»«*»*"*«  . 

n  xertmt.  Apud  Berithum  factum  est  hoc  miraculnm,  eccleaia 
Dei  celebrat  illiid  quolibet  anno  et  nierito,  quia  omnes  Judei, 
qui  tunc  aderant  in  Beritho»  cum  uxoribus  et  parvulis  ad  bap- 
tismum    properavenmt.     lusia    Damascum    in  casali    Sardenai 

de  ycona  beate  Virginia  oleum  babundanter  stillat,  quod  gens 

♦ 
1  alitu  postea  addit  aL  man.  B.  4  Dei  om.  B.  sit  ooi.  T. 
5  Dei  auperscr.  H.  11  [»aviticum  B.  Deua  om,  B,  superscr.  H.  12  b, 
n,  d,  H,  et  benedicit  noi  Di^as  B.  13  idolatraa  T.  14  creatorem  T. 
14  est  oui,  T.  idolalria  BTfl.  lf>  qui  in  celi^  est  BT;  veriitmjue  corr. 
ex  iitnimque  H.  18  alias  sacras  yoiagines  BT.  perydulia  T.  19yma* 
gines  biß  »crib.  B.  laicorum  corr.  e  Latinorum  II  qtie  etiani  nobi»  ad 
memoriam  revocaiit  eOB  ß.  eos]  etiam  T.  21  nonnunquam  BT.  22  yma- 
gine  B,  24  effluieniBt  corr.  ex  effluiit  H.  25  qu€  ecclesia  Dei  quo- 
libet anno  cekbrat  B.  26  oinnis  Judea  B.  27  eraTit  BT,  28  ca- 
Bale  U.    iSarday  B,  Sardia ai  T.        20  jchania  i\ 


i 


^ipwi 


IV  j 


b 


tiia  negare  non  rM.^te9t,  nee  audet  ibi  (Minimorari  Christi  cu 
toribu«.  la  templo  Salomonico »  quoil  tui  frequentant,  iina- 
gines  t^rant  duo  Cherubin  de  lignb  olivanitn,  vesHti  auro  pu- 
**  rissimo  et  ex  precepto  Domini  in  sajictis  sanctoriioi  positi« 
Eraiit    itisuper   Ifmuaili  suptT  Intures  et  duodecim  boves,   qui 

'« T,ij>  suslentabant  mare  eneuiu,  rvsticula  triginta  cnbitorum  arnftie- 
hat  illnd  haben s  aitrinsecus  ordiiiem  sculpturaniui  striat'arum, 

.  *i*»In  templo  EzeehieHs  in  parietibus  erant  picte /(UvVv  hominis  d 

11.8  facivs   Imifis  iuxia  palmmn,     Ipse  Dominus  procepit  fi eri  ser- 
lü  i)ent.eui  eneum  contra  serpentea  ignitos.     Verum  quia  populus 

t.  le.*  idololatriam  in  illo  exercnib,  Ezechias  eum  coufregit.  Sugge- 
ritnr  tibi  falso,  nos  beatani  Virgineni  et  sanctas  animas  ado- 
rare*  Bciasqne  ipsaui  .sanctam  et  sancto»  suppliciter  rogamu^, 
ut    pro    nobia   ititerpellent^    in  quibiis  spem  suffragii  ponimUB 

^  7,' H  wo»  salntts,  qiie  in  solo  Üeo  consistit.  Artttm  viam  et  anfjit- 
dam  portam  demonstrat  lex  ewangelica,  castitatem  dooet;  aa- 
lus  nobis   est  in  castitate    virginali    vel  coniugali  vel  viduali, 

i  7,i»Tua  lex  phdmni  hahd  amplam,  portam  spaciosam,  qtte  duai 
ad  w/eroü,  Nam  contra  nuptias,  quas  Dominus  in  paradiflO 
«0  fecit,  ubi  uni  viro  feminam  coninnxit  unicam,  qaatuur  tixores 
indulget  assumendas  propheta  tnns  cnni  solenipnitate,  concu- 
binaä  aine  niimero.  Preterea,  qnod  hiis  deterins  est,  lex  mor- 
tis docet,  neminem  in  sua  re  peccare  posse.  Hec  perditionia 
doctrina  peccatnn)  contra  natnram  et  crudelitateni  contra  »er- 
w  V08  et  ancilkn  induxit.  Docuit  insuper  tnns  propheta,  qnod* 
qui  inimiciim    occidunt    vel  ab  inimico  occiduntur,  paradisnni 


1  comorari  H.  pro  Ohrißti  cultoribua  T.  cultoribuB  corr,  e  cuato- 
ribus  IL  2  Qioni  auperscr.  'l  H.  3  Jherubim  T.  5  subter  BT,  la- 
tures  corr.  q  luttiirtift  H»  poatea  addit  al.  man.  B,  6  in  austentabant 
HUpei-scr.  ba  H.  7  intrinaecus  H.  Bculpturarum  corr.  e  BCTiltnrarum  H. 
histriatamm  BTH,  9  in  deserto  fieri  BT.  10  ignitoa  aerpentes  BT. 
11  idolatrium  BT.  12  quod  noä  T.  adomrans  T.  13  ijoveriaqüe 
qiiod  R,  sciasqiie  quod  T,  beatmii  T,  16  nee  salua  BT,  ante  sala« 
del.  nee  H.  17  est  niai  BT,  18  spaciosam  corr.  6  apectosam  H. 
21  Bollenipnitate  B.  23  peccii«ae  T.  posse  om.  T.  24  naturam  m 
ra«.  H.       25  propbeta  tuua  BT, 


'  quod  —  tue  legis  ist  genammen  ans  Sigeb.  Oerablac,  Moo,  Germ. 
VI,  328. 


299 


ingrediantiir,  iocundiiatem  paradisi  cnnsütuens  in  corporalibus 
deUeiis,  ubi  esse  tres  fliivios,  vini,  lactis  et  mellis,  et  commix- 
tionem  ferainanim  asseruit  in  Alcorano  libro  tue  legis,  Verus 
doctor  mens  dixit:  In  m/no  cdorum  urtjue  iiuhtid  neqite  >iti- m.hii,  m,  sä  . 
beninty  sed  eruni  sicui  anffeliDei;  futtira  sunt  enira  aalvaudo- 
mm  corfmra  post  resurrectiODem,  agilia,  subtilia.  fiilgida,  im- 
passibilia  eorumque  dt^licie  non  corporales  sed  spirituales  in 
cognitioue  et  dilectione  ac  fruitione  Dei  consistent.  Preceptor  «»tth. »,  t* 
noster  etiam  inimicuni  diligi  lubet,  doctor  tiiun  publice  profi- 

10  tetnr  in  libro  suo,  ipieni  quidam  Judeus  et  »Sergius  monadius 
apostata  dictabant,  se  litteras  ignorasse  et  gratiam  miraculo- 
nini  non  habuisse,  sed  coniminatns  est  legem  auam  contemp- 
nentibus,  quam  celitus  misaam  per  Galjrielem  ardiangeluöi 
dixit,  contradicton.*8  gladio  subingavit  et  bello.     Salvator  no- 

"«*  fiter,  amor  et  desiderium  meam^  Dominus  noster  et  Dens  noster, 

itifirmu  muHdi  rirf/U^  ut  coi{funderd  fmiia ;  apostoli  sui,  quos  i  cur.  1,17 
rnisso  Spiritii  sancto    in  una  hora  omnem  seien tiani  et  omnia 
lingimrum  genera  doenit,  quos  propheta  tun«  viros  albis  vesti-  ^et.  ü,  a-s 
bus  induioa  appellat,  profedi  prtdimpertifit  Dco  cooperante  e<  n.r«,  k,  10 

w  semionent  cotißrmante  ^rquitiithns  mfnis,  doamfes  omnes  ffrntes  m*«»»,  »»,  ib 
hapiuari  in  itomim  Ftdris  d  Ftlii  et  Spirdt(.s  iiandL    Si  gens 
tna  doctrinam  Cbristi  et  predicatores   eins  publice  admitteret, 
ecclesia  Dei  giadjum  verbi  Dei  libenter  ei  mitteret  et  ad  con- 
sortium  fidei  catbolice  gaudena  imitarei     Sed  qüoniam  aliud 

90  remedium  non  invenit  contra  potentiam  Sarracenorum,  lex  ca- 
tholiconim  principuni  gladio  materiali  ad  defensiionem  Christia- 
nitatiö    et  iuris  sui  recuperatlonem  licenter  utitur     Nam  vim 

1  ingrediuntiir  T.  temporalibDfl  H.  2  difitii«  H.  ubi  corr.  ex 
ibi  H,  ibi  BT,  vini  corr.  e  vino  H.  5  sed  e.  8.  a.  d.  H.  6  falffida 
corr.  e  falligida  H,  om.  T,  7  iiupaesibilia  corr.  ex  impossibilia  H. 
eonini  quod  H.  8  et  om.  B,  13  quam  €Orr.  e  quem  H.  H  bello 
am*  T,  15  nost]  meas  ß,  mens  B.  16  ut  fortia  qoeque  confunde- 
ret  B,  ut  fortia  quandoque  confunderet  T.  17  unaj  üla  T.  18  ge- 
nera linguarum  BT.  veatibufl  albis  BT.  19  predicavenint  corr.  e  pro- 
dieavertint  H.  Domino  BT.  s.  c  8.  a.  H.  21  baptisantes  eoB  BT. 
p.  et  f.  et  8.  B.  H.  22  predicatorea  corr.  e  predicationea  H,  predi- 
catores übique  BT.  23  gladium  om.  T,  ante  gladimn  dei.  verbum  H. 
ei  BUperscr.  H.  24  quoniam  ip8a  [eccleaia  Dei  T]  aliud  remedium 
contra  potentiam  Sarraceuorum  non  inTenit  BT. 


vi  repellere  omnes  leges  et  omnia  iura  permittimi.  Terrain 
promissioDis  poasederunt  Chrisbiaai  longissimo  tempore  prias- 
qyaui  Malniiüeth  Bürgeret  ari  regimen,  qui  *  ex  orphano  et 
inope   sublimatiis    fuit    per   connubiiim    ciiiusdam  o^gnate  fiue 

6  predivitis   nomine   Cadigam.     Ipse    testiiiiotiiiim    iDiracularnm 

et  divinonini    operum    lucide    perhibet  Jhesii  Christo  in  libro 

joh.  7, 4t   suo,  aicnt  to  nosti ,    et  merito,    quia  Hurnquam  sie  hcutus  est 

Mnitj..  9,  to  7^^>^iö,  fiumqfftnn  talis  apparuit  itf  hrtwL    Quaiido  Christi  an  ua 

efc  Judeus  et  Sarracenus  conveiiiunt    ad  colloqueDdiim   de  tri- 

Jö  bua  lej^ibus,  Christianus  legem  Mosaycam  tue  legi  nierito  pre- 
fert,  Jadeus  legem  Christi  le^n  Mahumeth  veraciter  anteponit, 
Sarracenus  legem  Christi  lege  MiJ«ayca  meliorem  firmiter  as- 
serit ;  sie  coram  maioribus  tue  gentis  aliqiiando  factum  füisee 
cognovimiia,     Ecce  duo  testes  alieni  prorsus  a  nostra  disciplina 

^  nee  a  domo  nostra  prodeunfces,  Judeus  et  Sarracenus,  nostrani 
legem  extollunt,  tue  legis  iion  invenitiir  uisi  domesticus.  Ipse 
Mahumeth  super  omnes  Christum  domiiinm  Marie  filium  ex- 
tollit,  tu,  quem  Dominna  ingenio  ditavit,  patientia  muliaque 
urbanitate  uioribusque  laude  dignis  ornarit,  Jbesum  Christum 

20   dominum   nastruni  sanctissimum  viroruin,   matrem  eius  virgi- 

nem    sancti8simani    f»?minaruni    jnofiteris,    cui,    cimi    spirttum 

emitteret,   claunins  voce  magna  gentilis  centurio  testimooium 

M.tti».  n.  M  perhibens  ait :    Vei'e  filitk^  Bei  erat  iste,   Daniel  prophcta,  quem 

D«a. «,  to  t^y  recipis,  testimoiiiutn  dat  morfci  Siilvatoris  dicens;  Occiddur 

*i^   (Jhnstti^s,  (1  HÖH  ( rU  populus  tius^  (pii  ipsum  HttjaturiAH  rat    Cum 

ergo  ßanctissimua  et  perfectissimns  fuerit,    quod  nemo  negare 

potent,  cui  omnes  prophete  testimouiuni  perhibent,  falsum  di- 

joh.  14,  K  cere  non  potnii      At  ipse  dixit:  Qui  tue  vidvt,  vidd  et  patrifü 

matm ;    et  rui'sum :  E(fo  vi  pater  iinum  sumus;  item:  Hec  €st 


j^t».  to,  ao ; 


1  omnia  ODi.  B.  3  Mabuinech  H.  regnum  B.  4  fiiit  pottea 
addit  B.  5  Candiga  T.  6  Jhesa  om.  'J'.  7  est)  fiiit  BT.  8  tA- 
liter  H.      9  convenenint  H.       10  tue  —  firmiter  om.  T,      11  Mahomeh  H. 

12  meliorem  lege  Mosayca  B.      lege  Mosayca  corr.  e  legi  Mo&ayco  H, 

13  aicut  BT.  17  Mabumech  H.  oniues  bominea  BT,  18  muttiique 
om.  B.  22  enittteret  in  crace  BT.  testimoninm  deitatis  BT.  23  per- 
liibena  corr.  e  per  habens  B.  26  et]  ac  B.  27  quia  B,  quod  T,  falsum 
super  fim  2H.      28  videt  me  BT.    videt  om.  H.       29  m.  H.    u.  b.  H* 


1 


I 
I 
I 


*  qui  —  Cadigam  aus  Sigeb.  Gembb  a.  a.  o. 


§d  coßftoscant  te  verum  Dcum  d  quem  mmsti  Jhe- 
Siim  Christum.     KemeL   aiigeat  Daraiiins  bonum,    quod  in  te 
est,    et    auferat    velanien  teBebrariiiii    ah  oadis  cordis  tni^    ufc  i 
plenitodinem  veritatis  agnoseas.     Ego  servua  eraptidiis  crucis, 

»  tons  libertiis,  ntiiiqtiani  ingratus  ero  toia  beneficiia.  A  seculo 
noD  est  aufütutn  erga  conclüsos  ab  hostium  miiltitmiine  tante 
boDitatis  exernplum.  Ctini  enim  nos  in  tuis  nianibus  coiiclii- 
sisset  Domiiuia,  non  te  «ensiiiiiis  iy  rann  um  vel  dominum,  sed 
patrem    in  beneficiis,    adiiitorem  in  periciiüs,  socinra  in  capi- 

10  taneis,  patientem  in  nostris  insolentiis,  Maiores  nostros  in 
castris  tiiis  obsides  deliciis,  qiiibus  Egypius  habundfit,  iiisuper 
largia  muneribus,  etiam  runi  fratribns  tiiis  corporali  viaitacione 
pfurimnm  honorasti,  nobis  roinoribus  in  libera  cnstndia  po- 
sitis  (Xittidie  yicena    vel  tricena  niilia  panuni  cum  pabiilo  iu- 

i&  mentoTum  gratis  misisti.    Induxisti  victualium  üommercia  pre- 
parans  pontem    et  sicca ri  faciens  vias ,    qnas  aqua  fecerat  in- 
viag,   DOS  et  iiostra  ciistodiri  iussisti  siciä  pupillam  oimli.     Si  i 
aberraverat   iümentDm,    redoctum    ad  castra  reqniaito  domino 
locuni  suum  recepit.     Infirnjos  nostros  cum  debilibna  ad  por- 

20  tum  Damiate  per  terram  et  uquaui  hiis  siimptibus  deferri  pro- 
curusti  idque,  quod  biis  omnibus  maiu?  est,  im|iroperari  nobis, 
moveri  super  nos  8ui>saneantium  capita  vel  aliquo  signo  deri- 
eionis  niolestari  edicto  terribih*  prohilmisti.  Intellexisse  vide- 
ris  indignatioiiem  Domini  expressam  per  Ezecbieiem  sie:  Pro  i 

f&  eo  quod  dimsti:  Huge,  enge  super  aauctuariutn  mcnm^  t^uod 
pollutum  ('My  H  suptr  terram  meam  Israel,  quia  draolata  est, 
d  stqm'  domum  Judu,  quoniam  dudi  in  captivitatanj  et  eo 
quod  phinsisti  pedr  d  ffavisa  es  ex  toto  aff'evtu  super  terram 
Israel^    idcirro  perdnm  tf  de  terris  et  cmürrmn.     Quis  te  do- 

1  te  solum  verum  B.  4.  iu>  i.  c.  H.  2  bontam  al  man.  addit  B. 
3  est  oni,  BT.  tenebrosum  '\\  4  ci  in  empticiua  ßiiperacr.  H.  7  con* 
elaaisect  corr   e  conclaasisset   B.  1)   et  beneficiis   cooperatorem   T. 

11  Egiptu«  BHT.  12  visione  H,  14  cotidie  B,  quotidie  T.  ric  in 
rasura  H,  tricena  vel  vicena  BT.  milia  om.  T,  lö  indulBisti  BT. 
19  recepit  corr.  e  recipit  H.  20  et  guperacr,  B,  21  et  quod  hia  BT, 
e«t]  fuit  BT.  22  nos  om.  U.  24  Ezechielera  prophetam  B,  Ezechie* 
lern  prophetam  dicenteni  T,  25  qui-i  B.  2»?  auper  om.  H,  quo- 
niam BT.  27  quam  T.  tlucti  sunt  Bl\  et  pro  eo  BT.  29  Israel 
corr.  ex  Irslael  B.     d  in  idcirco  Buperticr.  H. 


302 


11  HO 


f..i  w.ti-wcuit  verbum  Ysaie  dicentis:    Suhfuanrnwit  t^,  rinjo  ßia 
post  tr  mptit  nwvehii  film  JtrusulmL    Cui  f^vprobnisti  d 
fdasphmiasH  d  mpet'  gwmi  levasii  meem  tuam  et  kviisti  cifti-i 
tudinetn  omlornm    iuormn?     Ad   mndnm    Israel f     In    mafml 
scrvortmi  tuorum   vxprohrasti   Domino,      Recte    appellatus 
Kernel,    quod    iaterpret«tui'    consiimraatus ,    quod    in    politieü 
virtötibus  rege»   et  principes  antecedis,  de  hoc  prpcipiie  com- 
niendaf)dus,  quod  immunis  esse  diceri«  a  crimine  pessimo.  qnd 
gena  tua  laborat,    publica?  statuens  epbebiariim  aboniinatioae 
et  nudtiplicans  offensiones  in  bfagnum  ignis  et  suIphurU  jm 
haue  vi tarn  detrudenila.    Studeas,  obsecro,  sapplico,  stude  con* 
sumrware  quod  cepiati.     Post  liberationem  captivoram  restitaej 
nobU  Terrani  sanctificatam,  hereditatein  Doniini,  civitatem  sanc 
tani  cum  omni  iure  suo.     Krater  tuus,  qui  tenet  eara^  va«?allii8 
iB   tiius  est,  nee  tue  valet  reaistere  voluntati.     Hanc  terraui  con-i 
sUt   esse    aervorum  Christi.     Jiidei,    quoniam    heredetu    vin« 
Maitii«»,  sg  preaumpserunt   oceidere,    per  Romanoa    itnperaiorea  Titum 
n»ub. «, *i  Vespasianum  expulsi  sunt    Nam  pattrfamilia^^  malos  mnk pt 
duJii  vt  rtiUHini  suttnt  locairii  aUis  nffricolis,  qui  rvddani  fnjmc 
tum  trmporilms  suis   \n%ia,  quod  fnit  predictnm:   Auferetur  a 
nobis  rcffimtn  H  dahiinr  *jrfdi  Jaiimti  frudus  eins.    Bona  fide 
et  iusto   titulo  aunimo  pretore,  hiiius  rei  auctore,  possedemnt^ 
eam  Christiani  multia  temporibus,    donec  '  Cosdroe,  rex  PeaN^| 
sarum,    ipsos  violenter    eiecit  veniens  Jerusalem,   ubi  virorum 
undecira  niilia  peremit,  lignum  dtiminice  crucis  asportare  pre-j 
sumpsit,  Zachariani  patriarchaui  <.'uui  alii«  captivis  sectini  traxit 

♦ 
1  capud  BH.        2  virgo  filia  BT.     Jer.]  Israel  H.     blaafem&sti 
li  tuam  corr*  e  meam  H,        6  interpretatur  in  rasura  B.     qaoniam  Bl 
politiciB  corr.  in  marg.  e  polliticist  et  auper  politicis  scrib. :  Bcilieet  uf 
banis  2  H.        8  eommeiiilamiia  BT.         9  bianim  poatea  addit  xd  marg 
2  H.       10  et]  ac  D.     Bulfuria  B.       II   suppt.]  addont  BT    suadeo.     stnd^ 
om.  BT.         13  post  nobis  deL  eara  et  addit  in  infer.  marg.  B:  her 
tatem  Domini   terram  sanctificatam  civitatem  sanctam  cum  omni  iure 
auD  tenet  eaoi.    hereditatem  Domini  terram  sanctificatam  T.    Baoctam 
in  marg,  H.        16  quem  T,       17  T^tom  B.       18  predidit  B.       19  aliis 
locavit  BT.    reddunt  B.     f.  t  b.  H.        20  predictum  fuit  BT.        21  r. 
et  d.  g.  f.  f.  eius  H»  regntim  Dei  BT.        23  Choüdroe  BT.      25  aspor- 
tare corr.  ex  aaportari  H.        26  patr.l  captivum  BT.    secam  om,  H- 

'  Die  gescbichtlieben  daten  ans  Sigeb.  Gembi  a,  a.  o.  »,  8'^. 


Ibid.  43 


Syriam  et  Palestinam  hello  premens,  Libyam  et  Egyptum  in- 
carsans  cum  Alexainiria  vastavlt,  et  erant  Sarraceni  siib  im- 
perio  PersaroDi,  dorier  Mahiimeth  stirjk^ereL  Postniodom  vice 
versa  iiigiim  tue  legis  Persas  oppressit  Eraclii  tempore,  qui 
5  ca^ucem  sanctam  et  ZacharJam  cum  aliis  captivis  Jerusalem  re- 
duxit.  Machiimetk  mortiio  Ebubebeth  successit  in  prujcipata; 
inter  Sarracenos  et  Homanos  bellum  implacabile  surrexit,  Iri- 
dignati  itaquf^  Sarraceni,  quod  togas  noti  acceperunt  ab  erario 
imperatoris  Eraclii ,    siciit  alü  milites,    eventii  vario  com  Ro- 

10  manis  conflixerunt.  Ebubebeth  defuncto  Humar  domiiiabatur, 
qui  templiim  Domini,  quod  exstat  hodie,  a  quibusdam  dicitur 
construxisse,  alii  dicunt  ab  Heleiia  Constantiiii  matre,  alii  ab 
Eractio  a  Perside  reverso.  Sarraceni  capta  Damasco  Phenicem 
et  Egyptnm  occupant,  Jenisalem  biennio  obsessam  capiiint  cum 

16  Antiochia  et  8yria  totaque  Perside.  l*o9t  hec  Romani  de  Sar- 
racenis  dncenta  milia  perimunt.  Sarraceni  stolo  uavium  pene 
triura  milinm  Constantinopolim  triennio  obgident,  sed  Bnlgares 
ex  eis  triginta  duo  milia  occiduiit,  alii  fame  et  frigore,  peati- 
lentia   sine  numero  pereunt   et  sie  ab  ubsidione  com  quinque 

fo  navibns  de  tanta  classe  confusi  redierunt.  De  Africa  poat- 
modüm  ebullientes  Hispanos  longo  bello  veiaverunt,  quibua 
Karolua  rex  fnit  presidio»  innnmerabilem  multitudinem  eorum, 
que  suppiitabatur  ad  trecenta  octoginta  quinque  milia,  variis 
aternens  pr^liis,  obsea^os  etiam  in  Narbona  dnos  eonim   reges 

u  cum  moltis  aliis  iiiterfeiit;  fngientes  gladium  profundum  ma- 
rin non  e  vaser  an  i.  Postea  Tnrci  de  Caspiis  po^ti^^  erumpentes 
Arnieniam   infestant,    quiims    tarnen    divina   virtus  non  defuit 


l  Siriam  H.  ^reraena  corr.  e  prevenieng  H,  Lybiara  B,  Libiiim  HT. 
Egipturn  BHP.  3  Miihtimech  H.  4  Persas  om.  T.  Heraclii  BT. 
5  Zahariam,  postea  del.  |irophetam  H»  patriarcham  addant  BT.  (3  Ma- 
hn ßieuh  H.  Ebuber  1'.  7  et  tuuc  inter  RoinanoB  et  Sarracenos  ß, 
ini^T  Romanos  et  8arraceii08  T.  8  it>|  siquidem  BT.  quia  B,  9  He- 
raclii BT,  milites  auper-^cr.  H.  li>  conflnxerunt  H.  Ebebuth  T, 
def.]  mortuo  T.  M  extat  BIL  13  Heraclio  BT.  a]  de  T.  14  Egip- 
turn BHT.  15  et  om.  B.  Siria  R  que  om.  BT.  16  navi  B. 
17  ante  ConstantinopoUiu  delet  obsident  B,  18  et  om.  B.  lö  ob- 
Bideone  B,  20  de  tanta  corr.  e  detenta  H.  recedunt  BT.  Alfrica  BH, 
22  magna»  B,  magnus  rex  T.        24  spoliis  H.       2ö  Tbnrci  BH. 


304 


supplicantibus.  Alit  Siciliam  iuvadentea  Lippariam  insnlant 
va^taruiit  et  iisqiie  ad  poibim  Romaotira  venientes  InstaDtia 
Leonis  pape  cooperante  aibi  divina  gratia  gravi  iurbine  ven- 
torum  fere  omnes  perierunt.  Mauri  Beneventiuii  occiipant, 
6  Sarraceni  Apiüiam  et  Calabriam  vastantes  Oalianiim  raont^tfm 
occupant  ibique  firmata  munitione  multas  Italie  urbes  debel- 
lant,  qui  per  miliciam  Johaonis  pape  eouserta  pagiia  in  taa^H 
tum  sunt  attriti^  ot  ounies  tnincati  vel  capti  auccumbereii^' 
mnltis  asser  eil  iibus,  apostolos  Petrmii  et  Pallium  in  illa  pugna 

1^  yhos  fuhse  Christianis  in  auxilium.     Urbs  Jenuensis  a  8ar 
cenis    ab   Africa    venientibus    cum    cla^^se  capta    in  ore  gladil 
cum    thesauris    asportatis   gravi ter    nimis    afflicta     destniiiiiril 

• »» » IluiusmofJi   tnnporum  Umipe^tuUbus  longa  cancertaiia  facta  est 
itttfr  dmunm  David  vi  thtmttnt  SanJis,     Cum  aut-era  compIaciiilH 
ei,  qui  culpa  offenditur,  penitentia  placatur,  qui  nan  cotUincht^t 
in  ira  stm  miscrkordias  suas,  unum  de  miooribus  elegit^  Pe- 
trum   beremitam,    quem    preconem   saluüs  constituit   ad  eva 
caudaui  miliciam  Cliristianam,  et  quamquara  tere  centum  milid 
peregriuorum    per  Greriaoi   veuieutium  a  Turcoraaimis  interu 

1«  merentur,  nou  tameu  zelus  Domini  cessavit,  donec  per  Qode 
fridnm  ducem  Lotharingie  fratremque  eius  Balduinum,  post 
modum  reges  Jerusalem,  aliusque  viros  nmgnificos  VIII.  Idi 
Julii  tVria  sexta  *  post  annos  cirtiter  quadringenfcos  viginti 
ex  quo  sub  Eraclio  secunda  vice  capta  iuit  et  possessa  civitfw" 

^  sancta    a  Sarraceuis,    restituta  est  a  Domino  Christianis,    qui^ 
extunc  ierminos  suos  per  multiplices  succeflsua  ampliavit  fec^f 
i**tr^i-iia  ßumine   Egijpti   usqm   ad  ßnrium   nmgnum  Eufrakn  iTxxtA 


r«.  7  6^  10 


1  Cilioiam  H.      Lippanam  BH.         2  Romanorum  BH,        5  Galii^ 
num  corr,  e  Galienvim  H,  OalUannm  B.        6  muoitione  iirmata  B,  mi 
niiiojie  formata  T.      Ytalie  ü      debellautes  ü.        7  ante  pugna  de! 
porta  H,        8  atziti  H.        10   e   in  Je  superscr.  B*   Januensis  i^orr.  e 
Munieosia  B.        LI  Affrica  BH.     cum  classe  YenientibiiB  BT,       13 
certatio  corr.  e  cousertatio  H.  15   continebit  corr.  e  contioebat 

17  beremitam  corr.  ex  hereditani  2  H.       2U  Bomini  doiiius  B,       21 
talringie  B.    ipstus  BI.    Bälde winiim  H.      22  reges  om.  B,  per  r^ges 
2^  sexta]  addit  T:  in  divisione  scilicet  apoat'Olonim*       24  HeracUo  BT. 
27  Egipti  BH'r. 


IT.    9 


Vielmehr  um  15  juli. 


305 

promTgäun]  prophete,  Nain  Baldoimis  cümes  fuit  EdRSsaiiiis, 
que  est  iuxtci  Eiifrateiu  Processu  teiiiporis,  cum  iterum  multi- 
plicarentiir  pectata  sup^r  terram,  putriiiis  tims  Saladimis  et 
pater  tuus  Christi anos  eiecerunt  de  possessiunibus  suis  iü  sola 

Ä  Tyro  remanente  cuUura  Christi  de  tarn  lato  regno.  Liquere 
tibi  potest  ex  premissis,  ChriHtiaoorom  hanc  esse  terraui^  quam 
frater  tuus  teuet;  pro  Damiuta  reddere  volebas  eaiii  totam, 
preter  Moiitem  regalem  et  Craccum  cum  suis  pertinentiis  et 
appenditiia.     Nosti,    Montem    regalem    potioreni    esse  partem 

ho  regni  et  provinciam  nobilfssimam  ac  metropolira  ditiorem  alii« 
ad  regnum  Jerusalem  pertinentibus,  sine  qua  cum  Cracco  diu 
retineri  non  potest  civitas  sancta.  ünde  principes  nostri  com- 
positionem  stabilem  tecuui  inire  non  poteraut.  Destructuni 
iaeet  regnnra  et  quod  bodie  dimitteres,  cras  recipere  valerta, 
quando  tibi  placeret  vel  fratribus  tiiis  treugam  rumpere,  For- 
sitan  alii  Chrisliano  triumpbus  iste  aer?atar  a  Domino,  quit'>i*»f^»»<« 
dominatur  in  regnis  honiioum,  Ideoque  multum  ooatria  et 
tuis  consiilis,  si  prudentie  tue  Studium  efficax  impeedere  cu- 
raveris  ad  perfectam  pa<.'«m  faciendam,  quooiam  legem  Christi 
servantes  nullatenus  diu  dissimulare  poaaimt  suas  ininrias  et 
exhereditationeni,  presertim  quia  Coradinus  exartores  buos  in 
Jerusalem  conatituit,  qui  j)eregrinos  visitantes  gloriosuni  se- 
piilchrum  spoliant  et  male  tractatit^  qui  tributum  solvere  no- 
bmt  pi'opter  obedientiam  vel  non  possunt  propter  indigentiam. 
Ista  criidelitaH  et  venerabiliura  locorum  venalitas  legibus  di- 
vinia  et  humanis  contraria,  bonis  etiam  moribus  repugnafe. 
Sapiens  et  potens  Halomou  rex  Jerusalem  post  dedicationem  "U"*m* 
domus,  quam  edificavit  altissimo  principi,  orationem  fudit 
etiam  pro  extraneis  a  poputo  Israel  de  longo    vel  de  propin- 


1  ßalduinufi  corr.  e  Ualduinus  H,  Baldewmus  B.  fait  om.  H.  Edaa- 
»antis  H.  2  Eufratem  H.  processu  igitur  B»  S  Salaliadinus  T. 
4  eiec]  inter  e  et  r  delet  esae  videt.  fe  B.  oni  superscr.  H,  5  Tiro  H. 
LiqJ  videri  T.  7  tenet  corr,  e  teuent  H.  volebas  eam  totaiu  red- 
dere T.  9  potioreni  partem  esse  BT,  10  ac  corr,  e  nee  H.  H  per- 
tinentibua  Jerusalem  BT.  18  conanliraaB  T.  21  exberedatioBem  B. 
22  in  Jerusalem  om.  H,  26  repugnant  BT.  27  Salem  on  H.  de- 
dicianem  B.  28  domu«  om.  T  principi  om,  T.  29  longe  HB, 
vel  saperscr  H, 

OlUrr.  30 


306 


iO 


flotir.  4t  10 


quo  venieiitibas  pere^rinis,  qiioa  gratis  et  libenter  admisit 
sanctura  seculare  propter  iiomeii  Domini  ma^fnum,  ut 
natio,  que  sub  oelo  est,  vitulos  lahiorum  off  erat  Dommo  in 
loco,  quem  Dominus  pro  salute  generiB  humani  separatim  ele- 
git.  Templiim  Doniini  nee  cum  precio  nee  sine  precio  nostxx» 
intrare  permittit  frater  tuus,  sed  tamquam  incredulos  et  im- 
raundos  repellit.  Vere  vos  esti»  iiicretluli,  qui  Jhesvim  Christum 
de  Spiritu  sancto  cooceptum  et  de  virgine  natum  confiiemiüi 
et  tarnen  filium  Dei  uegatis,  quia  rem  sicut  est  non  intae- 
uiini  propter  durUiam  vcstram  d  cor  impcnävns.  Nog  trinum 
Deum  protiterimr  et  im  um,  trinum  pers^oualiter,  unuui  ess^H 
cialiter;  unum  Deum  credimua,  unum  E>ominum,  unom  omni« 
potentem,  eterünm»  iuvisibilem,  incomprehensibilem,  ineffabi* 
lern,  super  omnem  creaturam  altissimum.  Nam  quod  per  super- 
habundautiam  dicitur,  uni  soli  convenit:  in  sole  radius  est 
calor  et  splendor,  unicus  tamen  ab  omnibus  conspicitur,  simili- 
tudinem  umi  invenimus,  et  tu  animalis  hoiiio  non  percipis  se- 
creta  divinitatis  et  misteriuui  trinitatis,  Coosortem  Deo  nul- 
luni damns,  sicut  falso  nobia  imponitur,  Que  enim  ronvenl 
quod  consoriium  creature  ad  creatorem,  teiuporalis  ad  eterm; 
corruptionis  ad  incorruptitmem,  visibilium  ad  invisibilta? 
nam  sYr/jrrr.v  d  inkUigfre.s  ac  Hovi^sima  provideres!  Quid 
prosunt  divitie,  quid  salutis  afferunt  divitie?  TratLseuni 
iiebd  umhra.  Queras  ergo,  que  sursum  sunt^  mpicis,  ipie 
imtd^  ncccdas  cnmfiduruL  corde  contrito  et  himiiHato  ad  thrmtt 
ffratie  iudtcis  benigui  d  pHt  ah  ni,  ut  veram  tibi  fideni  osi 
dat,  mas  tua^  diriffai  ei  omni  tefnpore  cottsUia  tua  iu  ipstß  ^ 
manmnL     Nam  mamfeste  magnum  est  pidatis  sacratne 

quod  manifvstntum  vst  in  cariw,  n^tificatum  in  spiritu^  appaf 

* 
S   offerant  H»      Domino   ojii.  B,        5    noetroB  om.  B.        8  proflC 
mini  B.        9  denegatia  B.       10  cordiß  veatri  B,       M   per  in  marg.  2  ft_ 
15   calor   corr«    e  color   H,    radiua   est  calor  om.  1\      simiütudinemi 
creatnris   BT,  21    Incorruptionem   corr.   e   corruptionem    ö.      i 

äibilium  H.    invisibilem  BT.         22  a.  n.  p.,  super  quibus  2:    ac  nc 
äima   provtdercB   H,    BJ    addunt:    Deus  unus  ac  [om,  T|  solu»  est 
\illiufi  coriRortio  [consortia  T]  potefltniie,  qut  in  trinitatis  unitaie 
mnndi   ^ubernat    iTn])enum   i^npra  omnem  mai^niiudtnem,  quam  possft 
hnmiina  eätimacio  comprehondere,      2^  prodßrunt  B.    delicie  BT.     24  ^ 
Lud  B.         25  tronum  Ü.        2*1  tibi  c^upctBür.  H.        29  mnmtGsiMtn 


807 

angeliSj  predicatum  est  gentilnis,  creditum  est  in  mundo,  assump- 
tum  est  in  gloria. 

6. 

Item  epistola  salntaris  doetoribns  Egipti  transmissa. 

[1221  September.] 

Ptolomeiis  Philadelphias,   rex  quondam  Egypti,  studiosus 

B  et  librorum  cupidus  erat;  per  septuaginta  duos  interpretes 
transferri  fecit  legem  Domini  de  Hebreo  in  Orecum,  quam 
apud  se  reposuit  et  successoribus  reliquit.  Ideoque  post  pre- 
missa  convertam  articulum  ad  vos  sapientes  et  mathematicos 
Egypti    et  de   scripturis,    quas   negare  non  potestis,  studium 

10  Yestrum  conveniam,  ut  omnes  ratione  utentes  Christianorum 
fidem  intelligant  et  vestras  responsionas  advertant.  De  Christi 
divinitate  et  personarum  trinitate  redemptorisque  mundi  pas- 
sione,  que  hactenus  recasastis  admittere,  brevis  assumatar  as- 
sertio  auctoritate  scriptnrarum  firmiter  sulfulta.    Christus,  qui  M«tth.  ö,  n 

16  nan   venerat   solvere   legem  sed  adimplere^   octavo  die  circum- 
cisas  fait  et  baptizatus   anno  etatis  sue  tricesimo,  agnus  sine  Lue.  i,m 
macula,  ut  vim  regenerativam  inferret  aquis ;  et  sicut  circum- 
cisio   fiuem   in   Christi   circumcisione   accepit,   ita  consecratio 
baptismatis   initium   per  baptismum  Christi  suscepit:   circum- 

^  cisio  Signum  erat  baptismi,  quo  veniente  significatio  cessavit, 
sicut    flos   precedit   fructum,    sed  veniente  fructu  flos  decidit. 
Kedemptor  noster  temptari  voluit;    nee  filium  Dei  temptatum  cf.Hebr,a,i8 
dicimus,    sed  virginis  iiliuni,  in  quo  plenitudo  filii  Dei  consi-  er.  coi.  i » 
stebat.     Si  homo  perfectus  non  vicisset  illura,    qui  perfectum 

»s  hominem    vicerat ,    victoria   eins    nobis    prodesse  non  poterat ; 

qui  Ade  victor  exstiterat   in  paradiso,    et  qui  vicerat  mandu- 

* 
1  assuptum  H.  2  in  superscr.  H.  3  Item  —  transmissa  addit 
rubr.  atram.  2  H,  om.  BT.  4  Ptholoraeus  H,  Tolomeus  B.  filadelfus  B. 
Egipti  BH.  5  ante  duos  delet  II.  H.  6  Grecum  corr.  e  Greco  H. 
7  repposuit  H.  successoribus  suis  eam  reliquit  B.  9  Egipti  BH.  et 
om.  H.  10  convincam  B.  12  etj  ac  B.  13  actenus  H.  14  ritate 
superscr.,  o  in  ras.  H,  auctoritatibus  B.  10  sue  etatis  B.  17  aquis 
conferret  B.  20  qua  H,  quo  B.  significato  B.  23  filium  virginis  B. 
plenitudo  corr.  e  plenitutdo  B.  26  nam  qui  B.  par.]  addit  B:  ipse 
temptator  Do  mini  f  actus  est  in  deserto,  et  qui. 

20* 


Ib 

la.  »St  *7 
I  «.   109.  1 

P«.  AO,  IS 


ciinteoi,  victiis  est  a  Domino  ieiunaale.  Tempfcataa  est,  iit 
temjitatorem  cum  omnibus  temptatioiiibus  suis  i*inceret;  paaBug, 
oi  uiüversaa  pa^sgiones  comprimeret,  morttuis,  ut  mortis  im- 
'■  periuni  siibiugaret,  qui  peccatum  non  fedt,  mc  mvmüus  est  do- 
lus in  ort'  mis.  De  Imc  temptatione  Zacbarias:  Osietidit  niichi 
Jhesum  saeerdokmt  magnum  skmkm  coram  atiydö  Domini,  H 
Sathan  sicihat  a  dextris  nus,  ut  adversaretur  ei,  d  ducU  Do- 
minus ad  Sathan:  Increpet  in  tc  Domim^  Sathan.  Nuraqiiid 
mentiri  potuit  et  se  Deum  dicere,  si  non  enit,  qui  miracnla 
fecit,  que  imllu8  alias  facere  potuit,  cum  Deus  Hebreorum 
numqiiam  p&ssus  sii,  superbient^  de  populo  suo  absque  ali- 
qua  ^ravi  plBga  preterire?  Nam  ai  Deus  non  esset  et  se  Denm 
diceret,  mortuis  vitam  C4:mferre  iion  potinsset  nee  imperare 
ventis  et  man»  nisi  dominus  elementorum  et  princeps  iotiua 
creature.  Pater  dicit  filio ;  Füitu^  mais  es  tu  d  hodie  gnnii  k^ 
et  filius  patri:  Ipse  invomini  nu\  pater  nmi^f  es.  Item:  Ex 
utero  ante  ludfWnm  genui  te,  et  de  Spiritu  sancto:  Spiritum 
saneium  tuum  ne  anfer  a  nie,  et  rurBum :  Spiritu  oris  eius 
omnis  viHus  eorunt,  scüicet  celorum.  Intelligite  que  scribo: 
noti  ita  generat  pater  filium,  sicut  homo  homineiUi  nam  Deos 
semper  pater  fuit,  quia  semper  filiiis  exstitit,  cuius  pater  e^t; 
non  ergo  ex  accidenti  sortitus  eat  hoc  uonien ,  semp^r  enira 
pater  et  verbum  et  virtutem  et  sapientiam  habuit.  Verbum 
dicimus  Dei  virtutem  Deique  sapientiam,  que  semper  in  patre 
fuit.  In  corde  iiatris  hoc  verbum  semper  fuisse,  ipse  Deus 
pater  evidenter  expressit  dicens ;  Eructavit  cor  meum  perhum 
honuntj  et  ipaa  Sapientia  dicit:  Ego  mpimtia  eo!  orc  AUissiwi 
|w*ödti,  c^o  /eci,  ut  oriräur  lux^  quafuio  preparabat  celos  ade- 


l  eflt  autem  B.  ut  carr.  ex  titque  H.  2  ams  om.  ß.  4  nee  in. 
est  do.  in  0.  eins  B.  5  Zct  »uperser.  H.  6  ante  stantem  del  c  B« 
7  et  8  Satan  B.  8  in  auperser.  ü.  nunquid  H.  11  ante  de  del. 
super  B.  populo  äuo  posiea  addit  2H.  14  princeps  om«  H.  IS  t 
et  h.  g.  t,  H,  tu  et  h,  g.  t  et  filius  me.  e*  B.  IG  p.  m.  e.  H*  pater 
mens  6B  tu  B.  ex  —  genui  te,  et  ilius  patri :  ipse  B.  17  ante  Inc. 
g.  t.  H.  ge.  B.  18  tu.  B.  au.  a  me  B«  auf.  a,  m.  H.  eins  om.  H. 
19  V.  e.  H.  icilicet  Mupemcr.  H,  id  est  B,  23  ante  et  deL  habuit  H« 
verbum  habuit  et  yirtutem  babuit  B.  24  et  Dei  B.  20  v.  b.  H» 
ver.  bo.  B,        28  ego  corr.  ex  ergo  H. 


I 


I 
I 


309 


JO 


If. 


\ 


mm  ۟  ctwda  romponnts.  siabiUms  montes,  firman^  ter- 
~fafn,  ftuithns  ßmnlna.  Ergo  cimi  sine  sapientia  minqoaiii  fuit' 
et  siiie  virtiite,  rjuis  aiidet  dic^re,  hoc  nouien  Üeo  ex  tempore 
advenisse,  cum  semper  fuerit  et  sit  pater,  sooiper  faerit  et  ait 
fiüus,  ciiius  pater  est?  Profunda  sunt  bec  et  saliibria  et  sobrie 
cogitanda,  sobrie  tractanda.  Mich!  ieipossibile  est  generafcionis 
oteme  scire  secretuoi;  super  oninem  sensu  in  est,  ([um  ptut  I)n 
exsuperat  omneni  stmstifH ;  mens  deficit,  vox  silet,  uon  mea  tantum 
sed  angloruin;  supra  pote^tates  etCheruliin  etSeraphin  snnt  hec, 
Midri  scire  licet,  quod  natus  sit,  disciitere  non  licet,  queuiadmo- 
dura  uatus  sit.  Huc  Paulus  raptus  ineffabilia  dicit.  Getieration^m 
m4.s  guis  (^arra}ntY  Habet  gi^ueratiouis  inunitate  gloriara,  qui 
habet  innsitate  pot^statis  gratiam.  Temporaiis  etiam  generatio 
filii  ineuarrabiüa  est.  Sei  vitrum  sine  sna  et  illiue  leaione  pe- 
netrat,  sie  integra  virginitate  sol  iustitie  veuit  in  muudum,  et, 
ut  sie  nasceretnr.  illum  decuit,  nobis  profuit^  nt  mundus  uatus 
nos  raundaret,  potenter  natue  nos  infirmos  roboraret.  Partum 
virginis  duo  prophete  predixerunt»  Ysaias:  ^cce  virgo  condpid 
et  parief  fiUunt,  Jeremias :  Norum  fadd  Domititts  super  ierram 
m.  C.i\^  Hie  mulier  nomen  soxns  est,  non  factnre.  Ignotns 
wakm  per  noraen  proprium  propheta  eiuedem  virginia  nomen 
eipressit.  Nam  in  longevis  Thracie  muris  homo  quidam  fo- 
diens  invenit  lapiileam  arclmm,  <iuam  cum  exptjrgfisiset  et 
apperuisset,  in  veuit  mortuum  iacentem  et  litteras  couglutinataa 
»  arcbe  continontes  hec :  'HJhristae  nascetur  de  Maria  virgine  et 
in  eum  credo.  Sub  Conatautiiio  et  Hirena  imperatoribus ,  o 
Bol^  iterum   ine  viiiebiB.*'     Si  haue  prophetiara  non  admittitis, 

quia  legitur  in  Romana  historia,  duorum  premissoruni  prophe- 

• 
1  cum  eo  componens  omuia  B,  c.  e.  c,  c.  H.  2  fußdans  B.  imm- 
quani  B.  3  ante  nomen  del,  ver  H.  5  «obrie  tractanda  in  marg. 
2  H,  addit  B;  ac  «ine  oblfvione  retinfinda.  impOBsibile  michi  est  B, 
e«t  BDperacr,  TL  7  anprii  B,  9  et  om.  B.  11  hec  B.  17  natu« 
superscr.  H.  noa  om.  B.  18  post  prophete  del.  duo  H.  eonci.  et 
pa.  t  B,  19  et  Jeremia»  B.  dominus  super  terram  mu.  cer.  vi.  gre- 
mio  uteri  sui  B,  s.  i.  t.  H,  20  fracture,  r  fluperscr,  B.  21  pro- 
pheta in  partu  virgini«  eiuudeiii  B ,  post  propheta  deL  in  partu  H. 
22  ev  in  longevis  auperscr.  2  H,  logiR  ß.  Trade  BH.  2li  archam 
lapicleani  B.     cum  superucr.  2  H.         24  repperit  B.       20  Hyrene  B, 

^  Die  stelle  ist  nicht  correkt,  vgl.  die  Vulgata. 


f.  TfoT.  S,  l»j 


PM».  *,  T 


iMl.  M,  4 


immh  7,  1« 
Jorcni,  Jl»  a 


310 


turuiii  tr-stinjouiiiTM  siiffieit.  Vestrp  iHfris  imctöribiis  vos  coß- 
viiicani.  Jliesuiu  Christmii  iDtiücoiiter  vixiss^e,  sanrie  et  iuste 
et  pie,  ac  iiiaxiDiis  clarubsp  virtutibiKs  legis  vestre  Über  pro- 
fitetiir.  lusta  enini  defensio  est,  qua  comprflitur  unusqubque 
»e  religirmis  niictoritate  convinci.  Constat  tTgo,  legem  qnam 
dedit  irreiirelieiisibilenj,  honesfatu  et  salubrem  esse,  de  qua 
testinionia  proferre  possem  sufficientia ,  sed  vo^  negativ  in 
ewaiigelio  scripta  reperiri,  qiie  vestris  observantiia  contradi- 
cuiit     Epistolas  Pauli   non  recipitis,    qm  saluberrima  profert 

Jo  dociiiiienta  et  conversationeni  nostram  honestis  infumiat  disci- 

Tn,i,  u-üpHnis,    ut  sohrie   et  iuste  fi  pie  rnvamns  in  hoc  seatlo  r^sprc-- 

fnntes  hmtam  .•?j)f*w«  H  advetttnm  tjlorie  mafftii  Dei.    Hebreonim, 

Oreconini    et  Latin orum    discipihm    Moysen   et  prophetas  fre- 

quentant,    probationes   snas   ex  eis  affertint,  fundamenta  stia- 

ih   rum  assertionum    in    eis  nierito  poiiont.     Ezechiel  aecretortinj 

Kn.  1. 1«  Dei  C011SC1118    ridit    füittni    h  mtdio  roU\    Bovnm  testamentncTT 

in  veteri,  riuod  im  um  predicit  fntnruni,  ulind  ostendit  factum. 

Consequens  est,  u^  passioneui  Christi  et  pa^isioois  circnmstan- 

tias  ex  hiis,   qiie  olim  predicta  sunt,  in  medium  producamus. 

20  NiiUum  vero  vestre  legis  ex  prophetanira  verbis  inYenimiifi 
fundamentiim.  Yaaias  non  ut  propheta  enigmatice,  sed  ut 
ewangelista  munifeste  passionem  Christi  antepredixit,  et  qnia 
duris  cordibiis  incredibilia  de  huinilitate  Christi  dictunis 
erat,  premisit:  Quis  credidü  auditm  fiosiro¥  Divin itatis  autem 
niagnitnttiiiem  subinngens  alt:  (h^mrationetn  nus  quis  cnarra- 
hiiY  De  Juda  proditore,  qui  fuit  iinn«  de  dnodecim,  ait  Dand : 
I"..  40»  111  i^hii  eiMnit  panes  meos^  matfmfietmf  super  me  supplaniatimienk. 
»»ob,  li,  la  De  pucto  proditionis  inito  cum  Jud eis  Zach arias:  Appvndrttsnt 
mercrdent  mmm  triginia  argenteu.   De  reiectione  pecunie  idem: 

# 
1  Tere  H.  aüctoritaiibuB  B.  2  convincam  corr.  e  contineam  H^ 
3  ac  om,  H*  virt.]  miraculiü  B,  4  est  Huperscr,  H,  om  B.  5  relli- 
gionia  H,  5  ergo]  igitur  U,  y  repiieriri  H,  9  que  B.  profe- 
runi  B  10  intomiant  B,  11  et  om  K  et]  ac  B.  eeculo  e.  b.  ^< 
et  a.  g.  iD,  d,  H  ,  se.  exp,  be.  «pein  et  adventom  glorie  mag,  Dei  B 
15  eis]  ipais  B-  17  in  in  ras.  H.  19  his  B.  deducanius  B. 
20  noatre  H.  21  enicinatice  H.  22  ante  fonge  B.  23  li  in  io- 
credibilia  superstr  H.  Christi  filii  Dei  B,  27  mag.  8U.  nie,  sappl  B, 
m,  ».  8.  H.  28  Zachariaö  ait  B.  apprenderunt  B.  29  reiect.]  e  in 
ie  superscr. 


I 


311 

Pro'ufvi  ilhs  In  domiim  Domini  ad  statuarium.     Quod  cai)tii8  ''«i..  u,  13 
est  in  horto,  Jeremias  :    Spiritu  oris  nostri  Christt^s  captas  est  '"»""•  *»  ^ 
in  peccatis  nostris.     Quod  ligatus  ad  indicium  ductus  est,  Es- 
dras  ' :    Vinxistis  nie  non  simt  patrmi^  gut  liberavü  vos  de  terra 

ft  Egypti^  et  alibi :  Comprehendamas  iustum^  quoniam  eontrarins  ^v- «. « 
est  operilnis  nostris.     Cum  tarnen  volens  venerit  ad  passioneni 
in  asello,  Zacharias:  ExidUi  satis,  filia  Syon,  itdnla,  filia  Jeru-^'^^y»- 9*9-10 
salem^    ecee  rex   tuus  ve^xit  tihi  iustus  et  sahxifor^  ipse  pauper 
ascendens  super  asinam  H  super  pidlum  filium  asine,  hquetur 

10  pacem  gentihus.     Unde  ipse  dixit :   Et  quidem  in  hac  die,  que  luc.  w,  4s 
ad  pacem  tihi,  nunc  autem  ahsemidU^i  sunt  ah  oculis  tuis.    Se- 
qnitur :  Potestas  eins  a  mari  usque  ad  mare  et  a  ftumine  usque  z*«»»-  p«  i« 
ad  fines  t^rre.     Ductus    autem   ad    Pilatum    multipliciter    est 
illusus;    Jeremias:  In  illusione  factus  sum  populo  huic;  Job:  Jorom. 6,«8 

ib  Aperuerunt  super  Wi'  ora  sua,   exprohrantes  percusseruyit  ma-  jobie,  n 
xillam  meani,  saturati  sunt  penis  fneis;    Jeremias:  Dahit  ^^er- Thr«. », m 
ctämiti  se  mawülam,  saturahitur  opprohriis;  Micheas:  Percus-  Midi.  8,1 
serunt  maxilhm    iudicis  Israel;   Esdras':  Clamantes  ante  tri- 
hunal  iudicis  humiliasti  me,   sus2)ensum   in  ligno  morti  tradi- 

io  diMi  me.     Ligatus  ad  stipitem  flagel latus  est :  Ysaias:  Dorsum  iwn.  6o,e 
meum  dedi  in  flagelhu  maxilhs  mens  in  palmas.  faciefn  meam 
nan  averti  a  confusione  sputorum;  disciplina  pacis  nostre  super  i"i  »j,  s 
cum.     Coronatus  est  spinis;  Jeremias':  Spinis peccatorum  suo- 
runi  circunidf'derunt  me  populus  hie:  Ecclesiasticus :  Multi  fy- y-ceu».  u,  6 

2b  ranni   stde^'unt   in   ihrono    et  insuspieahilis  portaint  diadmia; 

* 
1  inj  ad  H  2  orto  H.  spiritua  B.  3  ante  ductus  del.  cap  H. 
5  Egipti  HB.  6  venerit  corr.  e  veniret  H.  ad  passionem  venerit  B. 
7  in  om.  H.  satius  B.  10  die  tua  B.  11  tibi]  tuam  H.  abs.  te 
8.  H,  abs.  8.  ab  oc.  t.  B.  12  Potestas  eius  a.  m.  u.  a.  a.  et  a.  f.  u.  H, 
addit  B:  ad  fines  t.  or.  t.  13  ductus  ante  pontifices  et  Fylatum  B. 
post  autem  del.   pontifex  H.      post  Pilatum   del.  etiam  H.  14  ias 

postea  addit  2  H.  sum]  est  H^  et  Job  B.  15  aperueruerunt  H. 
16  et  Jetemias  B.  17  percutientibus  B.  maxilla  B,  m.  s.  0.  H.  et 
Micheas  B.  18  in  virga  percusserunt  B.  et  Esdras  B.  19  humi. 
liastis  B.  tradidistis  B.  20  unde  Ysaias  B.  dorsum  —  sputorum 
om.  B.        24  et  Ecclesiasticus  B.      tiranni  B. 

'  Nicht  zu  finden,  vgl.  Pseudo-Esdras  IV,  cap.  1,  5 — 7  u.  28,  s. 
Röhrichts  ausgäbe  s.  168.  ^  Nicht  zu  constatieren.  ^  desgl.,  vgl. 
Röhricht  a.  a.  o. 


IV  «I,  IV 


10 
JmU  «,  Ht 


fV  a\  t. 


hiw;  coruou  conniHvil  cum  noverca  siia  siiiaijfotra,  gloria  et  bo- 
nore  pater  eiius,  alia  Corona  inater  sua:  Egnfiimini,  filie  Syon^  I 
rit  vidd4'    regem   Sakmonnn   in  diademate,    quo  coronavit  mm 
mater   swi   in  dir  drsponsationis  illius;    feria  sexia  coticeptns 
est,    et   tunc  desporisavit  sibi  ecciesiam.     Tesiimouiiim  contra 
innocenteni ;  David :  lusurrexerutd  in  me  festes  inupii  H  mrii* 
iUa  e*st  initpiitas  sihi,     Exspoliationem  vestium  in  eodem :  Di- 
viserunt    f>iln    vestimnda    mm    H  super  vrstcm   mcam   mistruni 
soHefH.     Cnicein  suara  propriis  Imiiieris  portavit;  Ysaias:  Fac^i 
tus  est  prinrijHdiLs  super  hnmerum  v'ius;  hec  eat  rlavis  domus  i 
David  posita  stiptr  hunttros  cius.     In  l(x;o  dampiiatorum  cruci- ; 
fixus  est ;  David :  Propür  verha  hddorum  tuorum  ff/o  ai^hdivi 
viaji  duras  latroniü.     Ideni  de  esca  et  feile  et  aceto :  Dcderttnt  j 
in  i'smni  wmm  fei  et  in  siti  mea  potavernni  me  ticdo.    De  nia» 
iiibus  exttnisis  in  criice  Abacuc:  Conma  in  manil^ts  eius,  ubi  i 
fortior  forteiu  superavit,  ante  facietn  eius  iM  mors.    Morte  cru- 
cis  tnnc  furpissima   condempnfwerunt  etim,    siciit  scriptuoi  est^ 
io  libro  Sapientie;  jiunc  autem  criix  a  sopplicio  latrouuuj  trans* 
ivit    ad  frontes  imperatorum.     In  crnoe  fodtrunt  mantis  mwyw  1 
d  pcdrs  nicffs;  diitmnerarmint  ownm  ossa  mva.  MoyRt*s  in  f)en-| 
teronomio  scripsit :  ICrit  rita  fua  pendcns  ante  ocfdofi  tuos,  ei  twn  , 
credes  vitc  tue.    Aqua  de  latere  salvaiuris  fliixit;  Ezechiel:  Eccel 
aqtie  reiiundantes  a  latere  dextroj  que  primo  parm  Jucrunt  uaque 
ad  talos^  qnando  baptixati  sunt  credentes  de  Judeis  in  Jeru- 
Halem.     Deinde  aqua  ad  fjenaa  crevit:  bö|>tizftti  sunt  enini  in 
Jiidea,  Saniaria,  Antiochia;    poatmoduui  nstpie  ad  rcnes,    oam 
aque  baptiami  per  totuni  mimdiim  Hnxernnt,  ah  utraquc  pari€  \ 


2  UTitie:   Egrediniini  B.  S  Saletiiotiem  H.      qua  H,       co.  6.  El 

5  e«t  om.  H.  6  m.  e.  in.  ßibi  H,  7  expoliattonem  H.  in  eodem 
onu  H.  8  ve«,  B,  v.  m.  et  «.  v.  ni.  m.  s.  H.  mcam  om.  B.  9  sorte  B. 
auam    om.  B.       tinde  Yaaias  B.  10  prinripötus  eiu^  su,  hu.  eino  B, 

pnncipatus  a.  h,  eiue  II.  domua  om.  BH.  H  bumenim  B.  12  [vl, 
tu.  ego  cuius  vi   B,    la   [corr.  e  lab.]  t.  e.  c  v.  d.  H,  13  item  H. 

T4  meam  fei.  et  in  ai,  ma.  po.  me  aceto  B.  in.  f.  et  in  s,  m.  p.  m.  a  H* 
15  in   cruce  om.    H.      ma.   H.  16  eius  om.  B.  19  raeas  om.  B,  I 

20  et  pedes  et  omnia  oflsft  eiu»  dinumerabilia  fecenint  B,  et  p.  b.  o.  o.  ] 
m.  H.        22  tue  om.  B,    unde  Ezecbiel  B.      24  sfid  quando  B.     b;ipli' 
:fiati   coix  e  baptimtti  H.        25  ad  super  deleto  in  H,        26  o  in  An- 
tiochia ÄUperacr,  H. 


tf/trcfäis  lirpui  muUa^  umne  litjnmn  pomlfcrum  insti»  afftrem  o*«.  i.  u 
frudum,  quin  fmdus  sunt  in  cilmm,    nam  per  hoim  opcra  et 
cxeuiplü  {uiHciinur  d  folia  bonf>ruai  verborimi  sunt  in  nutlici- 
iianh     Xere  murtnim  e«t  in  criice;  Daniel:  Ovciddur  ChrisUis  i».... »«, st« 

"v  d  nun  trit  vius  poptdm,  qui  mm  ncffaturns  ast;  Doixiintis  per 
Ysaiam :   PropU^  scelus  populi  nun  ptrctissi  ettm.     Passtts  est  i^ 
et  mortuu8  Ikms  et  homo  imn  in  divinitate,    sed  humanitate. 
Swl  splendure  suu  arboreni  circönifimdit;  cum  arbur  ineidiiiir» 
ictuiii  ferientis  ferri  splendor  solis  tfxcipit  priiisqoain  pertinga- 

1"  tur  ad  ligmiiii,  sed  splendor  a  dolante  nee  incidi  potest  nee 
separari;  sie  divinitas  nee  separari  potuü  nee  incidi.  Quod 
auteni  passioni  subiacuit^  videlicet  liumanitas ,  sit  iit  lif^auiii 
et  teneri  potnit  et  ligari,  vulnerari  et  pati.  De  sepultura  eins 
Jeremias:  In  sqmUura  eius  retnrisiTtii  mortui ;  ideoi*:  3Iörii-^f-^i>f*^'**^^ 

i^  fiairtTunt  in  hftttm  vitam  meam  d  lapiflrm  posnern nt  supvr  mr. 
A  niorte  teneri  nou  potuit,  sed  resiirrexit ;  David:  Non  dahis   i»  »vta 
sanäum  tuum  viäere  mrruptionem;  Micheas:  Ne  leieris,  inimica  »«"«=»'  ▼.  > 
mta^  mipir  me^  tpiia  cmdi:    consurfjmn,     Premisaa  prophetice 
predicta   in  Jhesuin    constat   esse   completa,    sicat  Matheiis  et 

««  Johannes,  qui  cum  ips*.»  arabiila^erunt  et  presente«  ambulabant 
et  presentes  oninia  ridebant,  quando  in  terris  visua  eat,  citm 
boniiiitbus  conversatus  est,  in  suis  testantur  ewangeliis:  Lucas 
siiuiliier,  cuius  laus  est  in  ewangelio  per  onines  ec€lesin8;  item 
Marcos,    qui  ab  ore  F*etri.    apostaloriini  principis,  liec  aiidivit 

2ö  et  fidi^liter  consrripsit.     In  hoc  (rt/o  rcrhum  verum  ejit ,    quod  j^l.  «♦  i» 
olii  seminaverunt,    videlicet  propbete,   tdii  messtu^runt,  sei  licet 
apoj^toli*     Ipsi  mim  proftdi  predicavermd  Domino  cooperanle  *i  tc,  tn,  v/^ 

d  svrmomm   confirmank  sequenfi^ms  sifßni^,     Si  quas  respon- 

• 
1  iut^tis  scilicet  H.  atterentea  B.  2  per  bonorum  operum  ex* 
empla  ß.  4  unde  Daniel  B.  5  eins  »nperäcr.  B,  qui  nugatunii 
est  eom  B.  6  euiii]  e.  H.  7  et  om.  B»  auperscn  H.  rnortuuB  eat  B. 
8  Soll  addit  in  niarg.  2  H:  comparacio  humanitatis  Christi  paesibilis 
et  divinitatifi  inpaBsibilis.  IS  el  lij^ari  potuit  et  teneri  B         15  la- 

cura  mortis  B.  pofiuenint  lapidem  B.  16  surreiit  B.  17  8.  vi, 
cornjptioiiis  H<  et  Micheas  B,  18  prophetice  corr.  o  prophete  H* 
19  in  Christo  Jhesu  B.  20  qai  —  conversatUB  e«t  om.  B.  24  ])rin- 
cipia  apostoloruni  H,  27  predicaverunt  videlicet  B.  Doramo  co.  et 
aar.  con.  se,  &ig.  [t.        28  seq.]  b.  b.  H, 


1 

fe 


Vgl.  Röhricht  a.  a,  o. 


314 

siüTii'S  ItabfÜs  rontru  hi*€  iininiu,    rescribite,    nt  vpritaft  a» 
UMik  ?.vi  tiiinis  Mvi  nnshi*  clarius  eluceecnt.    Fides  uostra  siijpr  ßrmam 
piirmn  fmidcita,  k»stinioniis  patriarchanini,  j>ro|»hetÄnim,  apo-j 
stoloruiH  vi  iniraniloniüi  iiioxpiii^tuibiliter  vallatiir  contra  om- 
11  Cor,  io[\*'^''"  (fltiftfdiHtw  riioikiitem  st'  atlrn^^u-s  vt*rittitnn  et  doctrinatuj 
lüur,  I.  IN  Cliri«ti.      Verbum  cruds  permtMms  tmi^mi  duUUia  fM^  Ali« 
\h\A.u    atU^'m,  qui  Hnlvi  fitwt^  rirtvs  Ihi  est.    Cnicifixiini  crediriius,  crti-| 
.f.  uom.  i,ia dß^rnm  pinJIrantus,  cruciHxuni  fjon  eruheseimus.  in  cruce  Do-| 
mini  Tiostri  Jhesu  Christi  seniper  et  iibique  gloriamor. 


Brief  an  den  <il)t  von  Prc^mootrö  wegen  des  propstcsj 
Ilerdericus  von  Schildwolde. 

H224  raftr«.! 

1"  Veiierubilibus  viria,    tlomnü  Conrado   Premon  st  raten  si  ab- 

bat! cuterisque  abbatibus  ac  tüti  capitubi  Prerfion8trateQsi  OH- 
verus  servus  crucis  enipticius,    Colon  iensis  (.■ancellarius,    para*  fl 
tum  semper  cum  devotis  orafcionibus  obaequiiirih    Cum  ex  man-  ^ 
dato  sedia  apostolice  Frisiaai  Colonieusis  provtncie  peragrarenj, 

10  duo8  in  ea  viros  Premonstratensis  habitus  inveni.  Alteri  illo- 
nun,  vidolicet  Emoni  abbati '  Floridi  Orti,  a  clern  et  populo 
pleniini  testinionium  modestie  ac  laudabiliä  vite  perhibetur; 
reliquus,  Herdricus  de  Skeldwalda  prepositns,  iion  solnm  apud 
populäres,   verum  etiani  a  bonis  et  gravi bus  snflicienter  infa- 

^u  mator.     Officialia  enim  gerena  negocium  excomniunicat  et  ab- 
solvit,  ecclesia.s  claudit  et  aperit  pro  precio,  et  quod  abhomi« 
nabilios  est,   baptismum  parvolorum  impedire  nititur,  quibus- 
dam  ecclosiiüf  crisma  uegando  pro  imitis  vel  paucoruni  delicto J 
hisi    pecunia   crisma    rediuuitiir,     IJec    aiitem    vobis    significo,  j 

'^^   qiiia    geiiteiu    Friaanuni    diligu»    que  fide  stabilis    et  in  armisJ 
strennua   iterum    se  preparat  ad  Terre  saricte  subsidiuni    taiil' 

2  flupra  B.  Ermaiii  om.  B.  6  quidem  oni,  U.  est  stuJtitia  B. 
7  Dei  virtaa  B.  crucifixum  corr.  e  orucifexuiu  H»  crucifixum  credimtii 
om.  B.        9  nostri  om,  IJ. 


^  Emo  war  damals  propst ;   er  wurde   nach  Rainer  eigenen  an^be 
erst  1225  mai  23  abt,  vgl.  Chron*  s.  502. 


315 

in  bellatoruin  nunierosa  niultiiudine,  quam  iiaviuin  utili  ac 
uecessario  mstanti  expeditioni  provido  apparatu.  Sane  quo- 
niam  ordinem  vestnim  veneror  et  amo,  excelleniie  vestre  reli- 
gionis   8cribendo,   quantum    audire  placet,   caritative   consulo, 

b  quatinus,  si  prenominati  fratris  vulnus  fuerit  medicabile,  sicut 
habitu,  sie  obedientia  incorporetur  homo.  Alioqain  imniedi- 
cabile  vulnas  ense  spiritualis  gladii  precidatnr,  ne  pars  sincera 
trabatur,  et  scandalum  per  genteni  devotani  et  ad  obsequium 
Salvatoris  ninndi  promptam  latius  dilatatum  grayius  animanim 

10  periculum  inducat. 

8. 

Brief  an  seine  begleiter  in  Friesland  wegen  förde- 
rnng  des  kreuzzuges  in  seiner  abwesenheit. 

[1224  ende  mai.] 

Ad  concilium  donini  Portuensis  episcopi,  8(?dis  apostolice 
legati,  pro  negocio  crucis  principaliter  nos  oportiiit  accedere. 
Ideoque  quia  fidelitatem  vestram  et  industriatii  experimento 
didicimus,  ne^ocium  crucis,  quod  nobis  a  sunirao  pontifice 
'ö  commissum  est,  vobis  tarn  in  Groninge  quam  per  totsim  Fri- 
siam  Monasterieusis  diocesis  committimus  in  absentia  nostra, 
sive  in  terra  pacanda  et  armis  deponendis,  sive  in  causis  signa- 
torum.     Quia  si  non  omnes  etc.  ^ 

9. 

Brief  an   die  geistlichkeit  Frieslands  über  den 
günstigen  fortgang  der  krfenzzugsbewegnngen. 

[Köln,  1224  juni  2  —  juli  14.] 

Honorabilibus  in  Christo  niis  dilectissimis  abbatibiis,  pre- 

20  positis,    decanis,   consulibus    et  populo  Frisie  Oliverus   servus 

empticius  crucis,  Coloniensis  scolasticus,  verbi  crucis  minister, 

vitam  bonam  et  exitum  felicem.     Laudans  Dominum  laudabo, 

'  Die  gewöhnliche  formel  der  päpstl.  schreiben,  die  mit  geringen 
abweichungen  folgenden  ntohenden  Wortlaut  hat:  Quia  si  non  omnes 
hiis  exequendis  potueritis  interesse,  duo  vestrum  ea  nichilominus  exequan- 
tur.    Die  worte  *quia  —  etc.'  fehlen  in  der  anderen  hs.  der  chronik  Emos. 


S16 

^audeiiH  it)  Domino  guiiddio,  miuriuiih  miiinubo  prüfectimiS 
gucii    crucis.     Nam    postqimm   a   vobiö    recessi,    laiidegnit 
Tliiiriiigie  ' ,    regia  Ungarie  *  gener,  miles  iuvenis  et  in  armid 
strenimus^    divea    ac  potens,    cruceni   transuiarioaiu  accepiti 

A  cum    eo  deceni  couiites^    niilites   etiam  pkiriini  et  {lopolariuii 
tiirba,  que  dinumerari  non  poiest    Noiiim  preterea  vobis 
citpia^    qiiod  r^aiii    cum  irroviuda  Brenninsi  et  Coloniensi  na- 
valem    exercitiini  i^reparant.     Uiide  vos  nioneo,  quatiinis  con^-^ 
stantee    et   pürsjeverantes   esse   velitis  in  apparatu  naviuni  se^| 

10  cundnm  formara  temporis,  qtiani  vobis  prt^ecripsi,  cum  apud 
VC18  essoni.  Illiid  etiana  acitote,  qiiod  domuus  Imperator  de 
Sarraceiiis  8id1ie  trimiiphaviL 

10, 

Brief  tiii  den  iiiagister  Salomoü  wegen  der  falschen^ 
kreiizprediger. 

1225  Oktober  —  1227  imgust. 

MagiBtro  Salomoni  Oliyerius  cardinalis.    Constituti  iti  Rc 
mana    curia    nuntii    venerabilis  in  Chriato  patris  D.  '  episcop 

1.    publice   suut   proiestati,    quod    idera   a  sex  annis  vel  qiiinqiii* 
prHeritis  nullos  omnino  ad  predicaudum  in  Teutoniam  miserit 
neque  Sindraduui  nee  Henricum  laicum  ad  id  recipi  fecerit 
crucesignatiH  Terre  sancte  pauperibus  aut  debilibus  habentibu 
citra  deceui  ve\  duodeciui  raarcas,   conimiitare  volentibüs  vota^ 

20  sua,  cum  8Ui)er  bis  apud  sedem  ajKistolicani  fnerit  ditiainatii». 
Cupiens    igitur  servos  crucis  Chriati    pseudopropbetarum   doo^| 
trinia  variis  non  abdiici,  qoi  prefati  episcopi  falsis  litteris,  ul 
accepimufi,    innituntur,  sed  et  obstruere  viam  fraudis  eis,  dis- 
cretionem    vestram   monemus  attentius  et  roganius,    qucnl  bis 

UÄ  falsis  predicatoribna  largas  indulj^entias  facientibus  oblitis  sa<|H 
lutis  propi'ie  cruce  aigualorum  vota  fraudulenter  coiuniutanti«^' 
bua^   cum  anctoritateni    non  habeant  super  bis,  resistatig  viri* 
liter  et    potenter  non  periaiittcntes  crucis  negotium  ab  aliqui- 
bus  defraudari   premonendo  crucesignato»  per  Teutoniam  uni-H 

so   Versal iter  singuios  et  smgnlariter  univeraos.  ( 

'   l»u<iwig   IV,  ^    Aadreas   IL  '   Wol    nicht   richtig   statt 

S(alomoiiiB). 


VI. 


Beilagen. 


t  - 


319 


Papst  iDüocenz  IIL  beauftragt  den  dechant  nnd 
archidiakon  yon  Paris  und  den  Kölner  domsehola- 
sticus  Oliyer,  den  streit  zwischen  einem  ßeimser 
kanonich  nnd  dem  Bemigiuskioster  wegen  gewisser 
altäre  zn  entscheiden. 

Lateran  1207  märz  26. 

Tnnocentius  ....  decano  et  maiori  archidiacono  Pari- 
siensi  et  O(livero)  scolastico  maioris  ecclesie  Coloniensis  Pa- 
risius  commoranti  saiutem  et  apostolicatu  benedictioneni.  Di- 
lectis   filiis  D.  Remensi    canonico  et  N.  monasterii  sancti  Re- 

6  migii  procuratore  in  nostra  presentia  constitiitis  dilectum  ii- 
liura  nostrura  J.  sanctorum  Cosme  et  Damiani  diaconum  car- 
dinaleni  eis  dedimus  auditorem,  in  cuius  presentia  canonicas 
proposuit  meraoratus,  quod  bona  memorie  6.  Remensis  archi- 
episcopus    ad  petitionem    decani    et  capituli  Remensis  ecclesie 

10  auctoritate  indulgentie  ab  apostolica  sibi  sede  indiüte,  ut  sci- 
licet  altaria,  decimas,  redditus  et  alia,  que  bone  memorie  W. 
predecessor  ipsius  monasteriis  et  quibusdam  personis  minus 
licite  duxerat  concedenda,  ad  manum  et  potestatem  suam  ca- 
nonice  revocaret,    altaria  de  Lovois,    de  Driencurte  et  de  Vil- 

16  lari  in  Silva  ad  Remensem  ecclesiam  de  iure  spectantia ,  que 
dictus  W.  predecessor  ipsius  preter  Remensium  canonicorum 
assensum  ecclesie  sancti  Remigii  pro  sua  voluntate  contulerat, 
de  prudentum  virorum  consiiio  revocavit;  que  cum  idem  G. 
archiepiscopus    dicto    canonico    eiusdem  fidelitate  ac  devotione 

20  pensatis  postmodum  concessisset,  supi  adicti  monasterii  monachi 
ad  nostram  audientiam  appellantes  fructus  ad  altaria  predicta 
spectantes  contra  iustitiam  occuparunt ;  unde  canonicus  supra- 


320 

dkhis   donaiionem    de    ipsis    alturibn.s   sibi  failam  auctoritaicil 

apoätolica  confinnari  et  fructus  metlio  tempore  preceptos 
eis  sibi  restiiiii  postulavit,  Procurator  vero  monasterii  ei  ad- 
verso  respondit,  qiiod,  cum  memoiatus  W.  qaondatu  Remensis 
ß  archiepiscopiis  eideui  iiiODasterio  canonioe  contulerit  altaria 
supradicta,  et  ipsa  donatio  postea  fuerit  auctontate  sedis  apo- 
stolice  conBrmata,  e»dem  altaria  fere  usque  ad  hec  tempore 
monasterium  ipsum  sine  aliciiiua  contradictione  possedit;  prop- 
ter  quod  procurator  ipse  sollicite  poatolabat^    ut  monasteriam  ^ 

10  ab  impetitione  canonici  supradicti  absolvere  dignaremun    Nos  S 
igitur    [causam    iätam]    vestro   duximus    examini    committen* 
dam  f    per   aposiolica   scripta  mandantes,   quatinus  tarn  super 
preiiiissis  altaribös,    quaDi  super  aliis  altaribus  et  rebus  aliis, 
de  quibu8  inter  ipsum  D.  ac  monasterium  questio  a^tari  di*  fl 

IS  noscitur,  inquiratia  plenius  veritatem,  et  quod  canonicum  fuerit 
appellatione  postposita  atatuatis  t'aeieutes  quod  decreveritis  per 
censuram  ecclesiasticam  firmiter  observari.     Testes  autem,   qui  ^ 
noniinati  fuerunt^   si  se  gratia,  odio  vel  timore  traxerint,  per 
eandem    districtionem    appellatioue    cessante    cogatis     veritati 

ao  teatimoiiium  perhibere,  nullis  litteris  obstantibus  preter  as- 
sensum  partium  a  sede  apostolica  impetratis.  Qaod  si  hod 
omnes  hiis  cxequendis  potueritis  iuteresse,  doo  vestrum  nichilo* 
minus  exequantur, 

Datum  Laterani  VII.  Kalendas  Aprilis,  pontificatus  noatri 
'imno  decimo. 

Aue  Varin,  Archivea  adminiBtrativeB  de  la  ville  de  Reima  t«  2,  s.  461. 
aro.  XXX» 


2, 

Papst  Innoeenz  IIL  beauftragt  den  biseliof  toh  Genf 
nnd  den  abt  von  Bonnevatix,  dafür  zu  sorgen,  dass 
der  bischof  Ton  Grenoble  dem  magister  Oliver  die 
kirche  in  Epcrnay  mit  ihren  eiiikflnften  zu  ruhigem 
besitz  übergebe. 

Rom,  9.  Peter  1208  Januar  aO. 
Episcopn  Gebermensi  et  abbati  Bfruevaüis  Viennensis  dio- 


321 

cesis.  Giim  virtus  mutuo  sese  diligat  et.  aspernari  contraria 
dinoscatur,  si  meritnm  virtutis  et  gratie,  quo  dilectus  filius 
magister  Oliverius  noscitur  preminere,  venerabilis  frater  noster 
Gratianopolitanus  episcopus  diligentius  notavisset,  profecto  di- 

6  lexisset  illud  in  eo,  qnod  in  ipso,  quemadmodum  in  episcopo 
decet  esse,  nee  coropulisset  eum  ob  illud  ad  nostram  presen- 
tiam  laborare,  quod  contulisse  sibi  virtus  qnidem  esse  videtur, 
Vitium  abstnlisse,  presertim  cum  temperanter  extra  pauper- 
tatem   et  citra  divitias  volens  esse,    apud  ipsum  pro  sua  ma- 

10  luerit  caritate  necessario,  quod  sibi  dederat,  beneficio  manere 
contentus,  quam  nlibi  pro  virtutibus  suis,  que  minime  susti- 
nerent  eundem  sustinere  defectum,  amplioribus  abundare.  Qua- 
liter  autem  eum  super  ecclesia  Aspernadi  dudum  sibi  ab  eo- 
dem  concessa  post  receptionem  litterarum  nostrarum,  quas  ei- 

iB  dem  magistro  de  ipsius  confirmatione  concessimus,  aggrava- 
verit,  non  nos  latet,  qui  verecundie  sue  parcentes  exaggerare 
nolumus  quod  est  gestum,  ne  quod  iustum  est  iuste  agere 
compellamur.  ünde  nos  eidem  episcopo  per  scripta  nostra  di- 
stricte  precipiendo  mandavimus,  ut  dictam  ecclesiam  cum  fruc- 

20  tibus  inde  perceptis  memorato  magistro  sine  dilatione  resig- 
nans,  permittat  eum  ob  reverentiam  apostolice  sedis  et  nostram 
sueque  probitatis  obtentu  ipsam  pacifice  possidere.  Ideoque 
discretioni  vestre  per  apostolica  scripta  precipiendo  mandamus, 
quateniis,  si  prefatus  episcopus  quod  mandamus  neglexerit  ad- 

25implere,  vos  eum  ad  id  sublato  cuiuslibet  contradictionis  et 
appellatiouis  obstaculo  qua  convenit  districtione  cogatis. 

Datum    Rome   apud   Sanctum  Petrum  IIL  Kalendas  Fe- 
bruarii,  [pontificatus  nostri]  anno  decimo. 

Baluzius,   Epistolarum    Innocentii    III.    toni.    II.    s.  120   nro.  201. 
Migne,  Opera  Innocentii,  IF,  1304. 


OUTer.  21 


ITT^ 


828 


Namen-Begister, 


Die  Sterne  bei  der  Seitenzahl  bezeichnen  die  namen  im  kritischen  apparat 
und  in  den  anmerkungen.  —  Das  register  ist  lateinisch  abgefasst,  weil 
es  sich  zum   weitaus  grösseren  teil  auf  den  lateinischen   text  Olivers 

bezieht. 


Aaron  6,  30-2. 

Abacuc  proph.  60-2,  312. 

Abagarus  rez  114. 

A  bar  im  mons  6. 

Abdalla  123. 

Abdias  proph.  12,  42,  44-5,  50. 

Abdingbof  v.  Paderborn. 

Abdon  index  36. 

Abel  3,  7,  29. 

Aber  Cynei  35. 

Abessan  iudex  36. 

Abibon  21. 

Abilina  76. 

Abinoe  11. 

Abobi  71. 

Aböl  an  t,  Robert,  clzxvii. 

Abraham  Ivii,  3,  4,  7,  11,  13,  14, 

28-30,  60.     A.  puteus  110. 
Absalom  39. 

—  canon.  s.  Vict.  Paris,  v.  Paris. 
Abya  rex  Jude  40-1. 
Abyathar  proph.  38. 
Abjdos  135. 
Abymelech  rex  35. 
Abyra  42. 
Abyron  31. 
Accaron,  Philistea  Ixxzii,    10,    11, 

33,  36. 
Accium  74. 


Accon,  Ptolomaisxxviii,  xxxiy,  Ixvi, 
Ixviii,  IxxT,  Ixxxii-iii,  xciii,  ciii, 
cxivTÜi,  *cxx,  cxxv,  cxxviii-ix, 
cxxxii,  cxl,  cxliii,  clvii,  clx-ii, 
clxxiv,  6,  11, 69-71, 90,  94, 97,  99, 
102,  114,  116,  138,  142-3,  145, 
148-52.  154, 162, 164-5,  *166,  168, 
171-2,  175-7,  245, 250, 2546, 280, 
288-91.  ^  A-enses  268.  —  A-ensis 
episcopus  (Jacob,  de  Vitriaco) 
167,  176,  229,  289.  —  casale 
A-ensis  episcopi  cxy,  143. 

Achab  rex  Israel  42-4,  47. 

Achan  »32,  »238. 

Achaz  rex  Jude  47,  52. 

Achazias,  Azarias  rex  Jude  46-7. 

Achor  32,  238. 

Acrisius  29. 

Adam  Ixxix,  Ixxxv,  3,  307. 

Adama  4. 

Addo  frater  Emonis  xix. 

Adelheidis  regina,  uxor  Balduini  I. 
xcvii. 

Adherbal  72. 

Adimarus  v.  Podiensis  ep. 

Adolfus  V.  Colon,  archiep.,  Monte, 
com  es  de,  Tecklenburg,  com  de. 

Adony  bezech  33. 

Adonyzech  32. 

Adrian  US,  Elius,  imp.  14,  77-8,  88. 


21' 


^^v                                           ^^ 

^^m             Adara  40. 

Alexander  Macedo.  masfnns  ci,  61-2^    ™ 

^H              A(re<;h  43. 

6ü'7,  71,  103,  178-9,  243,  268. 

^H               ÄfricM  6.  52,  120,   128,  286,  äOS-4. 

-  papa  UL  133-4.                         M 

^^1               Agamemnon  36. 

Alexandra  12,  67.  124-5,  130.24$fl 

^^M               Agareni  2:32,  cf,  Babylonii,  Sarra- 

254.  259,  264.  267,  303.  —  A*nuaH 

^^H                   ceni,  Turci. 

Patriarch,  Ntcolaus  276.              ^M 

^^M               A|jfgem  propb.  60,  63-5. 

Alexis  fiUa  regis  Balduim  IL  10^^| 

^^H               Ageldemach  19. 

—  regln a  Cypri  v.  Cjrp.                 ^M 

^^M               Agnes  ßlia  regis  Fratia  135, 

Alexius  imp.  Constant.  84,  99,  UCkH 

^^H               Agrenenais    t^p.    Thamos   162.  16S. 

—   61.  Manuelis  imp.   135,               ^M 

^H 

—  protoaevasto  135.                  ^^^B 

^^1               Abia  propb,  41, 

Alfonsus  rex  Castelle  v,  Ca4|i^^^| 

^^H               Ahialon,  Ayon*  iudex  3d, 

AUFüla  V.  Fabe  plan.              ^^H 

^^H                Ahiel   V.  BieL 

Allacbiber  17.                            ^^H 

^^H                Ainardus  procnr.  Danrnsci  v.  Dam. 

Ahimbadi  v.  Mebedi.                ^^^H 

^^1                Ain-^alüd  v.  Tubntiie  i'oua. 

Almatariyeb  *12ß.                     ^^^H 

^H                Ain'üJS^Sultiln  ^22. 

AloHli  xc,  102,  cf.  Babytonü,  säi9 

^^M               Ain-TubaÜD  v.  Tubaiiie  fon*. 

raceni.                                              ^M 

^^H                Aksonkor  v.  Bnrsequmus. 

Alpes  12.                                             B 

^H                Alapiacviii,  cix,  106,  109,  110,  U5, 

Altena,    com.  Adolf  de,  v.  Cotonfl 

^^L             llö-y,  128,  130,  134,  138-9,  256. 

arcbiep.                                            H 

^^^^ft             —  A-e  soblan.  Serapbua  256.  — 

Altmannus  scolast.  Pnderb.  v.  Pad^f 

^^^m            A-Qi   10^,  13^,  20  L 

Alverj\ia  S3.                                        ^M 

^V              Alba  30. 

Amalecb  11.                                       ^M 

^H                Albana  7,30. 

Antalricoa  rex  JerusaL  (Frater  Bal^| 

^^m                AlbaneüHi^;  episc.  v,  Pdagius. 

duini  mo  cUxiv,  119-22.  124-7J| 

^H               Albaiii  4d. 

129,227.  -  rex  U.  (de  Lusigaano) 

^^M               Albericua  Remecaia  152. 

csxxiii,  154. 

^^M                ^  (Stadenais)  clxüi. 

Amandas  mag. Tempil  v.Templarii. 

^^H                —  Hemens.  arcbiep.  v.  Kern* 

Al-Manaura  Ixxxv,  clv-                    ^_ 

^^H                Albertus  y.  Bnctiena.  epUcop,  l*i- 

Amasias  rex  Jude  46,  49.              ^M 

^^^^^m             von  i  e  episc.f  M  ag<]  eb  u  rg.  arch  iep. , 

—  sacerdos  49,  5&.                   ^^^H 

^^^^P            Paderb.  abb.  Abdi^gb.,  de  Orla- 

Amasis  (Ems)  xL                      ^^^| 

^                  nionde,  Tdum  fontium. 

Amazones  36. 

^^M                Albigenses  xvii,  xx-xxii,  xl,  cxxxv, 

Ambianensift  (Amiens)  decanu«  Job, 

Halgrin  lii.                                    fl 
Ambri  rex  Israel  41,  42.                  ^ 

^m 

^H               Albiila  44. 

^H                Alcacia  173. 

Amiramomelinug    rex    Cartbag.  f* 

^^H               Al€biiTiiis  pontif.  70. 

AmoD,  Ammon  fil.  David  38.       'S 

^H                Alemannia  *xix,  xx,  ♦xxvii,  xxxiv. 

^H                   xxxviii»  xl-i,  cxviii,  cxxxi,  cxxxt. 

—  rex  Jude  55. 

^^m                  153.  —  A*e  episcopi  172. 

—  Ammoniie  36,  37,  44,  51 ,  59.  6i^ 

^H               Alexander  36. 

AmaH  proph.  22,  49.                         H 

^H               —  fil.   Aristoboli    73,    frater   Ari- 

Anagnia  lii.                                       ^t 

^K^            staboli  72,  75. 

Aoanias  7,  247.                         ^^H 

|^^^^^^^^^^89^^^^^^^^^^^^^^| 

Anastaaiua  imp.  78. 

m  und  US  279-80,  cf.  quoque  com.          ^^^H 

Anatbot  55. 

Tripolit.  —  principattts   101,  —          ^^^| 

Atjcus  Marciua  56. 

A-ena  provinc.  107«  —  A-enl  xcii,          ^^^| 

Andegavensis    epitc    Willehelma« 

85,  «88,  98, 100-1,  106,  109,  111-2,          ^^M 

cxlv,  187,  216. 

268.  —  cf.  PImath.                                 ^^H 

Andrea»  apoutol  J>,  10,  289, 

Antiocbufl    Alexander    70-1.      Kpi-          ^^^| 

1      —  V,  du  Nantolio,  rex  Ungarie. 

pban.    62,   68-70.     Eupator    70,          ^^M 

Andrift,  comm  Jacob,  de,  v:  Eoma- 

magnus   62,    68.      Ponticua    71.          ^^H 

nua  princ 

Sotber  62.    Theos  62.                            ^^1 

Andronicoa  135. 

Antipater  73,  75.                                        ^^M 

Angisos  7ti. 

—  ül  Uerodis  tetr,  73.                              ^^M 

Aöglia  xiii»  xx,  x1,  cxxxv,  110,  lüti^ 

Antoninuä  imp.  77.                                      ^^H 

r         ♦187.  —  A-e,  An^lomm  rex  Jo- 

Antonius,  Marcaa  7S-4.                               ^^H 

^_   bannes  cxxxiv-v.  156-7,  188,   61. 

Anxianua,     ammir.    Antiocbte    v.           ^^^| 

^B  Jobannis  Oliverua  188.    rex  Hein- 

Antiocb.                                                     ^^| 

ricus  cxxiv,  14-1,     rex  Richardua 

Aod,  Ajod  M.                                              ^H 

xxxviii,  cxv-vii,cxxiv'xxxi»  clxxiv, 

Apollo  clxix,  278.                                        ^^H 

144,  148-53,  ux»  Berengaria  cxxv- 

Apollomus  dux  69,  70.                             ^^H 

vii,  149,    fratrea  Heinria   ♦cxliv, 

Apulia  xxii,  li,  cv,  cxxxiv,  96,  100,          ^^^H 

144,  Godefridus  et  Willehelmu« 

108,  153,  156,  304.  —  oomea  de,          ^^M 

•cxliv,      rex  Willehelm,    et     fil. 

Matheufl  clii,  elvi,  249.                          ^^H 

Robertus  84.  —  A^ici  84, 249,  252. 

Aqtiiggranmi]   17.                                          ^^H 

AngoulÖme  v.  Engolifira. 

Aquitania  17,  119.                                       ^^H 

Anna  nutrix  Jesu  IL 

Arabia  cvi.  5,   6,   29,   91,  98.  108,          ^H 

AnafriduH  de  Tiirone  v,  Tur. 

U4-5,   120,    130.   136,   222.  279.                 V 

Antaradoa  134.  —  A-ensia  provinc. 

—  A-es  Ixvii,  civ,   cvi,  cxi,  cxx,                 H 

1          128. 

cixxv-vi,  cxliv,  clx-*i,  clxvi-vii,                 H 

Anti Christus  9,  233, 

8.  44,  46,  73-4,  89,  97,  101,  125»          ^^ä 

AntiKoniia  62. 

132;  cf.  Sarraceni.  —  A-icas  siniis          ^^^| 

-  tll,  Ariatoboli  73-4. 

98.  ^  A'um  rex  Aretbes  72,                ^^H 

—  fi-ater  Ariatoboli  71-2, 

Ar  ad  US  cvi,  134.                                          ^^H 

Antiochi  62. 

Aragonie  rex  Jacobua  cxxxvi,  157.                ^M 

Antiocbia  Ixixvi,   xcv,    xcvü-viii, 

Aram  v.  Haran.                                            ^^^M 

cv,  cxi,  cxxiv,   8.  30,  85-7,  93-4, 

Araxes  63.                                                  ^^M 

98,    106.    109,    111-3,    116,    148, 

Ärbacea  50.                                                   ^^^H 

235,    266,   278,   303,   312.    vel 

ArehadoB  7.                                                  ^^^H 

Ematb  vel  Keblatha  Ixxxvi,  49, 

Arcbelaus  75,  76.                                        ^^^| 

A-e  ammiratus  AaxianuB  87.  — 

Arcis,  Johannes  de  216,                              ^^^| 

arehidiac.    Riiotbertua    FreteMus 

Aretbes  rex  Arabum  v.  Arabia.               ^^^| 

Iv.  =  patriarcha  101,  118-9.  — 

Argivi  29,                                                   ^^B 

priüceps    Kogerua    xcv,    96,    98, 

ArgOfl  35.                                                           H 

^B  100.  Boamunduscv.cviij,  108-11, 

Ariatobolus  71-2,  76.                                          ■ 

^"  119^20,  139.    Raimundus  111'13, 

-~  fil.  Ariatoboli  72-3,  75.                              H 

117,  119,     BalduiEU«  '2:^4.     Rii- 

Armenia  cxxii,  clxii,  87,  147-8,  250,                  H 

pmua  clix,   235,  250,  278.     Boa- 

1 

278-80,   303,                                                   ■ 

H                                                        ^H 

^H             Armenie    rex  Levo  clix,   234,   250» 

Aulon  (el  Ghör)  8,  cf.  Gortha«,^^B 

■                279-80,   eiaa  filie   habella   250. 

AuraDitia  76.                                       H 

^B               279,    Stepbunia   250.     Pbilippns 

AurelianuB  imp.  77.                    ^^H 

^1               279-80.   -   A-nii  x%t,  86,   150, 

Anreliua  Alesander  77.              ^^H 

^m                250.  265-6,  270-80. 

Auatri  regina  39. 

^H             ArEoldiiB  V.  NarbonenB.  arcbiep. 

Aaatria  116. —  A-e  dnx  Leopoldna  j 

^H             Arntüfui  73. 

xxii,    xlix,    Ixviii,    Ixxv,    cxxxvi  fl 

^^1             —  patriarcb.  Jerosol.  v.  Jerusal. 

cxWiU,  cl  158.  157.  162*3.  •166,  ■ 

^^1             Arphait  ]xxx,  7, 

168,    176,    179.    180,     184.    186,  ■ 

^H              Arpbuxat  60. 

205-7,  237,  28S,  290.  292,  294.      ~ 

^H             Arrideua  62. 

Avennis,   Galtberua  de    163,    169.      . 

^H            Araamus  66. 

Jacobus  de  exvi,  cxxix,  145,  152.  fl 

^1             Arsuf  ♦cxrk,  Araotb  91-3, 99,  *152. 

AventinuB  mons  56.                           ^^ 

^H             Artab  xcvü. 

Ajmar  de  Layron  ♦216-7.                H 

^^1             Artbaxerxes    Longinianus   65.     — 

Ayod  V.  Aod.                                ^^H 

^H                Moemon,  Asverus  65.  —  Ochug 

Ayon  V,  Ahialon.                        ^^^| 

^H                 65-6.  —  V.  Cambyaes, 

A«a,  Aaa,  rex  Jude  41,  42.  44*  ^W 

^H             Arundelio,  com.WOlehelnm«  de  249. 

Aiafael  ▼.  Haiael.                       ^^^H 

^H            Asa  ¥.  Aza. 

Azaia                                            ^^H 

^^1             Asapb  proph,  39. 

Asariai  propb.  4L                      ^^^| 

^H             Asar-eddin-^ehirku  v,  Siracanus. 

—  rex  Jude  t.  Aobaxias.            ^^^| 

^M             AscaloD,  Ascalona  cxv,  14,  Z%  äO, 

Azeddin-Masud  ♦130-1.                ^^ 

^1                 75,   89,    91*2,   95,  99,   103,   106, 

Aätotum  70,  100.  102,  cf.  A«dod.       M 

^1                 118,  127,  137.  143,    152,  232.  - 

H 

^^^^          A-itanu8  comes  119.  —  A-ite  97*8, 

^H 

^^H 

^^^^^       AacbaniviB  rex  Latin,  36-7. 

Baal  34,  42.  47-S.                     ^^M 

^H             Asdod  *91,  et  Azotum. 

Baafta  rex  Israel  41                    ^^^^ 

^H             Aaer  29. 

Ba^ein  v.  Beben.                                ^M 

^H             Aafaltidis  lacua  v.  Mare  mort. 

Babylon,     Babylonia    xxx,    lv*vi,  H 

■             Aaia  71,  178,  189,  267.  274.  -  A-e 

Ixviii,  cviii,  28,  29.  54,  56*9,  61-2,  ■ 

^H                 rex  T.  David. 

64,  67,    72,   89,   95,    120-1,    150,  " 

^1             Äaor  33, 

220.  222,   22.5,   228.  241,   261-2. 

^H              Aupernadum  (E^pernay)  xxi*ii,  32L 

276.   —    B-e    rex    v.    Malik-al- 

^1              Asaur  28,  51. 

Kamil.  —  B-ii  xcij,  xcvi,  54,  58,  j 

■             -.  Aasyria  28,  29.  5L  -  A-ü  28, 

83.  90.  92-3,  95.  98,    100.  102-3.  ■ 

^1                 29,  50-3,  55,  60,  274. 

105-6,   155,    184,    186.    195.   213,  ■ 

^H             Aatarotb  v*  CarDaim. 

218,  242,  294-5,  cf.  Aloßli,  Onen-  H 

^H             Aaverufi  v.  Ärtbaxerxes,  Cambjseä. 

talea,  Sarraceui,  Turci.                  H 

^1             Atbalia  47<8. 

ßabylonie  (Aaia)  rex  274.           ^^B 

^H             Athene  36. 

Baebides  70.                                 ^^H 

^H             Audimo  ^cxxtü. 

Baden  t.  Hatbe.                         ^^^| 

^H             Augusta  V.  Samaria  civ. 

Bagoaa  y.  Vagoana.                            H 

^H             Auguateoaiä  episc.  *187, 

Baiocenaia  epiac.  Rober tua  163,  168.  1 

^^M             August  US  ceear  12,  74-6. 

Balaam  5.                                            H 

327 


Balac  5. 

Balach  102,  105. 

Balbech  cf.  HeliopoÜB. 

Baldacli  123,  235,  259,  268. 

Baldad  7. 

Balduinus  Antiocbie  princ.  v.  Ant. 

—  princ.  Edesse,  frater  Godefr.  de 
Bullione  85-7,  90,  94,  100. 

—  rex  Jerosal.  I.  xci,  zciü-v,  cxvii» 
viii,  6,  90-100,  304,  nx.  Adel- 
heidis  xcvii.  —  IL  xcv,  100-2, 
105-9.  —  111.  cv,  clxxiv,  114-5, 
117-9.  —  IV.  civ,  cxiii,  130-2, 
134,  136-40,  142,  ♦234.  -  V.  cxiii, 
140,  142-3,  Boror  Sybilla  cxiii, 
154. 

Balezoara  v.  Segor. 

Balthasar  50,  61. 

Barac  11. 

Barachia  17. 

Bardowiek  xxxix« 

Barin,  Mona  ferratus  111. 

Barri,  comes  Milo  de,  et  fil.  Galther. 

cxlv.  187-8. 
Barthol  f US  v.  de  Nangeio. 
Barach  58. 

—  iudex  29,  35. 
Baruht  v.  Berithus. 
Bavenbergensis  episc.Eksbertus  xlix, 

163,  168. 
Bawari  cxiii,  163,  270.  —  B-ie  dux 

Ludowicus  Ixviii,  256-7,  260,  276. 
Beafort,    Beaufort    (Sakif-Arnüm) 

155,  167. 
Bebecre  122. 

Beben,  Babein,  Heben  124. 
Becket,  Thomas,  v.  Cantuar.  archiep. 
ßedem,    Bedum,    Betbdum   clxiii, 

174,  285-7. 
Beiran  »218. 
Beit-Djebrin  »21. 
Bei  62. 

Belbeis,  Pelusium  120,  125-6. 
Belgica  ^x. 
Belial  69,  117.  —  filü  B.  clv,  281. 


Beiinas,    Paneas,    Dan,    Cesarea 

Philippi  8,  9,  13,  40,   110,  113, 

117,  120. 
Belli  montis   vicecom.   v.  Pulohro 

monte,  de. 
Bello  monte,  Bobertus  de  252. 
Beluacensis   com.  Stephanus  (rect. 

Blesensis)  86.  -  electus  Milo  216, 

257,  277. 
Belneir  131. 
Belus  28. 

Benadab  rex  Syrie  v.  Syria. 
Benedictus  v.  Peterborough. 
Beneventum  304. 
Beniamin  15.  —  tribus  18,  33,  37, 

40,  55.  —  B-ite  37. 
Beer  5. 
Berengaria  fiL   reg.  Navarre,  ux. 

Rieh.  reg.  Angl.  cxxv-vi,  149.  — 

fil.  Alfons.  reg.  Castel.  y.  Gastel. 
Berg  V.  Monte,  de. 
Berithus,  Baruht  Ixxxii,  cvi,  cxxxii, 

6,   90,   93,    96,   99,    137-8,    143, 

154-5,  297.  —  B-i  dominus  Guido 

de  Gibellulo  255.  ~  Benses  154. 
Bemhardus  y.  Clareyall.  abbas,  de 

Horstmar,  Paderb.  episcop..  Bot- 

tendorf. 
—  thesaurarius  clxxyii. 
Bersabee(Gibellim)  14,  43, 110,  113. 
Bertholdi,     Galtherus,    nobil.    de 

Brabantia   et  domin.   de  Mach- 

linia  cxlvii,  215. 
Bertholdns    y.    üngarie    archiep., 

Zaringie  com. 
Bertrand  US  fil.  com.  Raimundi  96. 
Bethagla  22. 
Bethania  18,  50. 
Bethdum  y.  Bedem. 
Bethel,  Luza   13,    14,   16,   30,  40, 

45,  53. 
Bethlehem,  Effrata  14,   19,  22,  38, 

75, 91.  —  B-itanus  episc.  176, 190. 

Radulfus  cxxx.  —  B-ites  36. 
Bethlemoth  49. 


Betiioron  49,  50,  60. 

Betheaida  9,  »H,  165,  289, 

ßethsames  37. 

Betbaaua,  Bethßan,  Scythopolis  12, 

108,  131,  1S7,  189,  164,  289. 
Bethulia  10. 
Betphage  18.  19. 
Bezech  33. 

Bezeuge,  princeps  Damasci^  v.  Dam. 
Biblio.  Guido  de  279, 
Bidaforte,  Gerhard,  de,  mag.  Templi 

V.  Tempi. 
Bwantienßis    (BesaiiQOn)     provinc. 

xxxiv. 
Bithynia  34,  135. 
Bianca,  fil,  reg.  Caatelle,  ux.  Ludow. 

reg,  Franc,  v.  Casfcel.  et  Franc- 
Bleaenai»  comei  Stephan.  84,  86, 93, 
Boamnndu8  84,  86,  88. 
—  V.  Aiiiiocliie  princ.  Tripolitanua 

com. 
Boitzenburg  ^s^xxix. 
Böldewini  251. 
Bonavallis  xvi.  xxi.  —  abbas  Phil. 

de  Ottirbarg  xxi,  320-1,  cf.  Colon. 

canon. 
Bonifacius,  «anct»  174,  286. 
Bonna  xlvi.  —  B-sia  prepos.  Bruno 

de  Sayn  xiv,    v.  archiep,  Colon. 

—  decan.    mag.  Heinricua   xxiv, 
Boordiep  xli. 

Bosco,  Wilhelmus  de  cxxvi. 
ßoalrum,    B Östron,    Bosra,    Biith- 

»ereth  cv-vi,   6,   8,  29,  108,  115, 

130,  136, 
Bovines  xxiii. 
Brabantia  x,  xxiv.  —  nobil  de,  \\ 

Bertholdi*  —  B-e  dux   Heinricua 

cxxxii,  154. 
Brachium  8.  Georgii  110. 
Brakel,  gena  de  xxxvi.  ^Heioricus 

de,   prepos.  Busdorf.   t.  Paderb. 
Bremenaia  provinc*  xli,  clxxiii,  175, 

♦230,  316. 
Brene,  Galtherua  de    *257. 


Brenen    ( Breb  nen ) ,    Freth  eric. 

IxTiii, 
Brevenna.  Guido  de  257. 
Brictiensis  epiae.  Albertus  248, 
Bntantii  84.  —  B-ie  com.  Jofredi 

144. 
Brixenaiß  epiac.  ♦187. 
Broii  252. 
Brundusium  84. 
Bruno  v.  de  Sayn, 
Bruntwicenait  com.  Otto,  ▼.  Pict4t. 

com,,  Otto  IV.  imp. 
ßrutua  73. 

Buffnvent  cxxvi-vii,  150. 
Btilgaria  84,   116.  —  B-res  303, 
ßiirchardua  v.  de  Monte  Sion« 
ßurdegalensls  archiep.  Willebelno* 

cxlv,  187. 
Burgundie   com.   Stephan.   93. 

dux  Hugo  cxxix. 
Baria  136. 

Buraequinus  (Akaonkor)  106-8, 
Busdorf  y.  Paderborn. 
Buthaereth  v.  Boatrum. 
Buzaa  v.  Gesarea. 
Bttzi  59. 


C  (cf.  K) 

Cadiga  SOG. 

C  ad  um  im  v.  Cyaoti. 

Cftiphas  76,  90- 1,  169,  290. 

Calabria  304, 

Caladin  (Kalden),  Beinric.  decani 

cxxxiv,  154. 156;  cf.  Pappenbeii 
Ca  lamm  an  US  procur.  Cilicid  120, 
Calatrava  cxxxvL  - 

Calcedon  «39.  i 

Caleph  4,  31,  33,  34.  ^ 

Cakarie  locus  Ixxxi,  20-1,  cf.  GoU 

gatha. 
Cambjses  c?iü,  68, 121,  ?et  Astg 

vel  Arthaxerxe«  64. 
Caropanie     comes    UeiariGti« , 

Jerus,  Gicxxiii,  154. 


I 


329 


Candaira  castrnm  czzvii. 

Gannetum  132. 

Gantuariensis  archiep.  Thomas  ciii^ 

128.  —  Stephan.  Langton  xnii, 

czxxiv,  156. 
Gapharda  109. 
Gapharnaam  9,  165,  289. 
Garacalla  77. 
Gariatarba  3. 
Gariathiarim  37. 
Garinos  imp.  77. 
Garinthie  dux  xlix. 
Garith  42. 
Garmelit.  ordo  xv. 
Garmelus  mons  23,  42. 
Garnaim  (Astaroth  Earnaim)  5. 
Gamoto,  Willeh.  de,  mag.  Templi 

V.  Tempi.  —  Fulcherus  de  Ixxxix 

88.,  xcix  88.,cxxiii,  cxxvii,  cxxxviii, 

♦cxxxix. 
Garosium  17. 
Garra  (Harran)  138. 
Garthago  6,  ♦36,  39. 

—  (nova,  Garthagena)  mare  172.  — 
rex  vel  Amiramomelinu8  Moha- 
med-ben-Na8er  cxxxv,  157. 

Garus  imp.  77. 

Gasale  Acconensis  episc.  cxv,   143. 

—  bubalorum  cxxix,  152. 

—  de  piano  (Jazur)  cxxx,  153. 

—  Roberti  cxiv,  143. 
Gaspii  monte8  67,  233,  303. 
Gassi  US  73. 

Gastelle  rex  Alfonsus  cxxxvi,  157, 
filie  Berengaria  et  Bianca  cxxxvi. 

Gastellione,  Rainaldus  de  cxiv,  140. 

Gastrum  album,  Gastellum  album, 
Snphita,  Saphet  235,  245-6,  268. 

Castrum  tilii  Dei,  C.  peregrinorum 
Ixxx,  cxlii-iii,  cl,  169-72,  176, 
230,  244-5,  254-6,  277,  290-1,  cf. 
Districtum. 

Gaetrum  Raul  cxxiv,  144. 

Gastrum  regale  v.  Mons  regalis. 

Gathmus  33-4. 


Gathzenellemboge,  com.  Tetherus 
de  253-4. 

Cavea  Tyri  120. 

Gajn  mons  23. 

Gedar  9. 

Gedron  19,  41,  88. 

Gelessyria  107-8,  128,  130,  138. 

Gelestinos  papa  III.  xxxv,  cxxxi, 
clxxiv,  153,  156. 

Gelius  mons  55. 

Geriton,  Odo  de  *xix,  Ixxvii,  clxxi, 
clxxxii. 

Gesar,  Jnlius  65,  73,  268. 

Gesarea  Palestine,  Turris  Stratonis, 
Pyrgos  Strat.  xciii,  •cxxviii, 
cxlviii,  23,  74,  92,  99,  102,  108, 
168-9,  172,  290.  —  G-iensis  archi- 
episc.  xcv,  xcvii,  ♦lOO.  Ensebius 
114.  —  G-ensis  episcopatos  290. 
—  G-ensis  diocesis  169.  —  G-ense 
castrum  170,  244,  290-1.  — G-sis 
Hugo  122,  124-5.  -  G-is  fluvius 
♦cxxviii. 

-^  Philipp!  V.  Beiinas. 

—  (ad  Grontem,  Buzaa)  112. 

Gesarius  Heisterbac.  xiii,  xv,  xvi, 
cxxxv,  clxxv-vi. 

Gestrie  comes  Radulfus  de  cl,  *187, 
207-8,  215,  223. 

Gethura  29. 

Ghaldea  28,  59-61,  63.  —  Gh-i  28, 
29,  51,  59,  65. 

Gham  27. 

Ghamela  (Emessa)  268,  270,  273. 

Ghana  Galilee  11. 

Chanaan  28,  34.     Gh-nei  36. 

Gharybdis  cvii,  cliv,  134,  145,  281. 

Gherael  123. 

Gherines  castrnm  (Kerinia)  cxxvii. 

Ghirbet  kurdane  v.  Recordana. 

Ghobar  59. 

Ghora  31. 

Ghristiani  Ixii,  Ixvi-viii,  Ixxv,  xc, 
xcii,  xciv,  xcvi,  civ,  cxvii,  cxxxiii, 
cxliv,    cxlviii,     cliv-vii,     *clxi, 


330 


clxviii-ix.  clxxiv,  86-8,  90,  94-5, 
97-8,  101-2,  104-5,  HO,  112-3, 
115,  117,  119,  127,  in,  134-5, 
139, 14L  143,  145-7,  151-2,  154-7, 
162-3,  167.  175-6,  178-80.  184, 
187,  190,  194-5,  1Ö7.9.  206-7. 
209,  217.  222,  224,  228,  231-2, 
234,  2404,  244,  249.  251,  253. 
255,  257,  259,  261»  26S,  265.  268, 
271.  276-7,  279,  288-9,292.  294, 
296-7,  302.  304-6,  et  Fninci, 
Latini. 

Cbriatianus  v.  Olivn^  monach. 

Clirysopolia   135. 

ChuB  124, 

Cbusan  Rasathaini  34t 

Chtitha  53. 

Chiithei  53,  66. 

Cilicia  66,  85.  107,    HO.  112,  120, 

—  C-ie  procurator  Calammanus 
120. 

Cinaretb  (KinaeretbjlO,  cf.  Tiberias. 
Cisterdensis    ordo    xxi.   —    abbas 

285,  287. 
CiBterna  rubea  cxxx-i.  152, 
Clarevallis  abbaa  ßernbardiia  116, 
Clarus  mom  83. 
CJaudiuä  imp.  Ixxxvi,  77. 
Clemens   papa  III.   cxviii,   clxxiv. 

143. 
Cleopatra  70,  74. 
—  ux.  Herodis  74. 
Cluaiacensis  abbas  285,  287. 
CoeteDsis  archiep,  v.  Crefcent. 
Coggeshale,  Radiilf.  cxiy, 
Colonia  xii-xvii,   xxii-xxvü,   xxxv, 

xl-i,    xliv-vi,    Iviii,    otli.    cxliü, 

cxlvi,  cliii,  clx,  clxxüi,  231,  315. 

—  dioceei»  xxiii-i?,  xxvi-vii,  xli. 

—  provincia  xxxiv,  172-5,  230, 
*278,  285-6,  314,  316.  —  archi- 
epiacopi:  Adolf,  com.  de  Altena 
xii-iv,  xvi-vii,  xxii-üi,  xx7-?ii, 
cxxxiv,  155.  BruDO  de  Sayn 
xiv,  xxü    Tbideric.  de  Hemaberg 


xxii-iii,     xxr-nL       EngelbertntJ 
com.    de   Monte    xxüf  xxvi-Tii,! 
xxxTÜi-xt.  xliT-7,   xltx,    lix,  Ixi. 
cxl,    clxxi,    179.    *188,   288.   — 
capituUim   cxl.  —  decanus  Got- 
wimis  xlv.  —  prepoa>  Flngelbert»! 
com.  de  Monte  •liv,  xvi,   xxü," 

—  scolastici:     Godefridn^    xir*| 
Oliveru«  v.  0.    Eeinenis  xv.   Bu- 
dolfus  xiii,  xvi.  —  canonici :  Phil.l 
de  Ottirburg  xv.  xxi,  nbbas  Bone- J 
vaUis  V.  Bon.     Werinboldus  xr»] 

—  clerufi  clxxi. 
Colonia  i.  Andree  decan,  EnsfridutJ 

XV.  —  prepos.  Tbeodericus  •xir,  j 

—  canon-  Godefridus  xv, 

—  tk  Apofltolorum  decan.  Herman- 
nu8   xvi.  —  prepos.   Thider.   dej 
Heinsberg  xxii. 

—  8.  Guniberti  prepos.  Theodericn«  ' 
*xiv. 

—  Dominicanorum  prior  Heinricua  ^1 
xviii.  —  lector  Heinricus  xviü-    ^| 

—  0.  Gereonis  prepos.  TheodericuÄ 
♦xiv.  ^  clxorepisc.  Widekindu«  l vi. 

—  B.  Marie  ad  gradua  canon.  Heinr. 
Ratio  vel  Raitz  xv. 

—  B,  Pantaleon  Ivi,  Ixxvii.  'exlt. 
Com  modus  imp.  77. 
Conradus  v.    Hildeab.  episc.    Ma- 

gimt.  archiep.,  scolafit.,  de  Mar- 
burg, Montis  ferrati  marcblo, 
Portuena.  epiäc,  Premonatr»  ab* 
bas.  de  Uracb. 

—  imp.   116,  117, 

—  rex  78. 
Conatans  imp.  78. 
Constantia,  neptia  regia  Baldiüni  11, 

109, 
— ,  herea  Sicilie  v.  Sic, 
— .  ux.  Heinrid  imp.  148.  155. 
Consta ntinopoHs  xxiv.  cii,  cxvüi-ix, 

12,  18,  21,90.116,  146,  157.303, 

—  C-taniw  imp  Alexiua  84-5, 
96,  99»   110,     Johannes ,    Kalo- 


331 


Johannes  cy,  110-3,  Emanoel 
cxviii-ix,  113, 127, 131, 134-5, 146. 

Constantinus  imp.  *16,  78,  303, 309. 

—  fil.  Eraclii  78. 

Gonstantiua  imp.  Ixzxv,  78. 

Goradinus  (Malik-al-Muazzam),  do- 
minus Damauci,  Ixvii,  cxxxviii, 
♦187,  201,  203,  222,  *235,244-5, 
254-5,  268,  270,  275-6,  279,  302, 
305. 

Corbogat  87. 

Coriciensis  provinc.  (Koros)  118. 

Corozain  9. 

Cornelius  cent.  23,  300. 

Cornerus,  Herrn,  clxxvii. 

Cornetum  173. 

Cortiniaco,  Petrus  cqm.  de,  ux.  Jo- 
lanta  clxxi. 

Corzim  (Cour^on),  Robertus  de, 
presb.  Card.  tit.  s.  Steph.  in  Celio 
monte  xviii,  xix,  xxiv,  Ixxvii, 
cxlv,  clxxi,  clxxxi,  158,  187,  287. 

Cosdroe  liv,  21,  78,  276,  302. 

Graecum  cxv,  140,  144,  222-3,  305. 

Greta  70. 

Gretensis  archiep.  248. 

Crocodilorum  fluvius  *cxxviii. 

Culenborg  *xliii. 

Curtius,  Quintus  178. 

Cypris  73. 

Cyprus  cxi,  cxxiv-?iii,  cxxix,  103, 
149,  214,  253,  279.  ~  C-i  rex 
Hugo  162,  *166.  168,  289-90.  — 
—  C-i  rgina  Alexis  245,  268.  — 
C-enses  255. 

Cyrene  34,  52. 

Cyrus  61,  63-4. 

Gysare  terra  59. 

Cyson,  Cadumim  11,  35. 


D 


Dabir  33. 
Dalmatia  84. 


Damascus  Ixvii-viii,  Ixxx,  6,  7, 
28-9,  43,  46,  52,  64,  66,  98, 101. 
106,  108-9,  112,  117,  130,  222, 
233,  254,  259,  297,  303.  —  D-i 
princeps  Doldequinus  xci,  98, 100, 
104-7,  109,  113.  Bezeuge  110. 
—  D-i  procur.  Ainardus  112-3. 
D-i  domin.  Goradinus  y.  Gor.  — 
D-eni  52,  96,  113.  117. 

Damiata  xxviii  ss.,  xxxiii,  li,  Iviii- 
Ixi,  Ixvii-viii,  Ixxvi,  Ixxxiii-iv, 
cvii-viii,  cxxxvii,  cxls8.,cxlvi-viii, 
cli,  cliv-vii,  clx,  clxiii,  *clxiv, 
clxviii-ix,  clxxii,  59,  83,  99,  124, 
127,  136,  176  SS.,  261,  292-6,  301, 
305. 

Dan  dvit.  v.  Beiinas. 

--  fluv.  8,  97. 

—  tribus  59. 

Dani  xxxviii-ix,   xli,    clxxiii,   316. 

--  D-e  rex  Waldemarus  xxxviii-xl, 

156.    —    regia    filia    (Jngeborg) 

cxxxiv. 
Daniel  Ixxxvii,  57,  59-62,  67,  300, 

313. 
Danite  36. 
Dannenberg,    com.    Volradiis    de 

xxxviii. 
Darius  Istasp.  Ixxxvii,  50,  59,  61, 

63-5.  —  Nothus  65-6.  —  Kodom. 

178-9. 
Darum  cxxxi,  128,  137-8,  152,  261. 
Dathan  31. 
David   rex,   proph.  4,    12,    14,    15, 

21-3,  37-41,  44,46-7,  49,  52,  54-5, 

71,  242,  270,  310,   312-3.  —  D. 

turris  88-9. 

—  rex  Asie,  Jndorum,  fil.  presb. 
Johannis  *232,    258-9,   268,  274. 

Debbora  11,  29,  35,  50. 

Decius  77. 

Delfinatus  (Dauphin^)  xxi. 

Demetrius  70.  —  fil.  Demetrii  70. 

Detmarus  clxxvii. 

Didimus  castrum  cxxvii. 


832 


Dido  6.  39. 

Dieps  4* 

Dina  IS. 

Dingeiit  Gerla«,  de,  canon.  Traiect. 

V,  Traiect. 
Diocietiaiiüa  77» 
DiospoHt,  Lidda  14.  22. 
DistnctuDn    castr.  •cxxviii,  cxlvni, 

169-72,  254,  290-1.  —  D-i  tluvuig 

cxxTÜi,  cf.  Castr.  filii  Dei. 
Diatricttis  fluv,  151. 
—  lapis  loa 
DjeTiiiin  v,  Geniiiinm. 
Doccem^  Dochum  xli»  xlv-vi,  174-5, 

286.    —    abbas    chxii.      Thiet- 

wardus  xlii,  xliv,  xlvi. 
Doldequinus  (ToghteMn);  prinueps 

Damasci  y*  Dam. 
Bominicani    XT,    rviii,  —   D-orum 

prior  generalia   Jordan,  com.  de 

Eberat^io  xviii. 
Dominicüs,    sanctus   xviii,  *xxiL 
DoDaitianua  77, 
Poaidifl  73,  75. 
Dotbaim  10.  45. 
Driencurte  xix,  319-20. 
Dächebaa  v.  Gabaatb. 
Dacbingia-lvbati  *232. 
Duisburg  xÜii.  ^  Petnia  de  clxxvi. 
Diiratiiim  84,  90, 

E 

Eberatein ,  com.  Jordan,  de  xviü» 
cf.  Dominic.   prior  gener. 

EbroQ  V.  Hebron. 

Ebubebeth  303, 

Ebutbemim  eogn»  Heiiiidinalla  123. 

Ecbathanis,  Susa  (50. 

Ecbertuu  epiac.  Bavenberg.  ?.  Bav* 

EcclesiaBticus  cxxiii.  311. 

Ecke  bar  das  de  Aura  Ixiii-iv^. 

Edeasa,  Ragt'a  xcv,  59»  114,  138. — 
E-e  priDcepa  ßalduinus  xctIi, 
85-fcJ7,   90,   94,    lOüi  305.     Gcw- 


celinus  cv,  94,  102,  105,  11  Mi 
116,    118.   —    £*e  rex  Serapbtu 
267-8, 270, 275.  —  E-enua  archi 
94.   —    E-eoa    provioc.    118, 
E-eni  100,  116. 

Edom  7. 

—  V.  Esaa. 

Etfrata  v.  ßethlebem. 

Etfrera  filii  25L 

Eglon  32,  34. 

Eg3rptruaxvi,xvüi,  xxviii,  xxx,xxx^ 
Iviii-ix,  IxTÜ,  Isxir,  Uxni- 
Ixxxi,  Ixxxiii,  Ixxxv,  Ixxxm 
cix,  cxiv,  cxxxTÜ,  cxxxix  sa., 
clii-iv,  clvüi,  clx-ii,  clxxi-ü 
dxxviii-ii,  clxxx-ii,  4.  13,  16. 
29,  3Ü,  39,^40,  55-9.  62.  64 
74,  83,  96;  "99,  107,  108,  119- 
131,  134,  130-8,  142,  152,  175. 
220-1,  225,  228,  238,  242-4.  250-1. 
♦256,  257,  259,  261-2,  2^,6-8,  276. 
281.  292,  295,  3Ul,  303-4.  SdS 
311.  —  E-i  rex  HO,  eT.  MalüB 
al-Kamil.  —  E-i  caliyiha  104^  — 
E-ii  Ixxsv,  29,  106,  108,  118, 
124-5,  137.  180.  190,  194,  108-9, 
200,  221,  227,  243,  257,  27i 

Elcliesi  51. 

E 1  e  u theropoli«  ^2 1 , 

Elia  V.  .lerusalem. 

Elias  y.  Hetiaa. 

Elim  V.  BeHtü. 

Eliphaz  Tbemanites  7,  29. 

Elisabeth  mater  Job.  bapt  22. 

Elleapootus  r.  Hell. 

Eltbetus  T.  Mtdlestum* 

Eljaehim,  Jeconias,  .Toacbim  56, 

Elyasar,    Elyezer,   Eleatar,   7, 
31,  68. 

Emadeddia  Zenki  y.  äang-omos. 

EmaQuel,  Manuel,  imp.  Contantt- 
nop.  V,  Const. 

Ematb,  49,  56,  58,  60.  —  Antiocbia 
49. 

Ematbia  73, 


j 


Emans  21. 

Emdergau  xli. 

Emessa  v.  Cbamela. 

Emo  abbas  Floridi  Orti  ▼.  Flor.  Ort 

Endor  11. 

Eneas  36-7, 

Enenhus,  gena  de  xxxvi. 

Engaddi  23,  44. 

Engelbertus  v.  Coloniens.  archiep., ' 

prepos.,  Siciensis  episc 
EngeUberg  monast.  liv. 
Engolismensis  com.  *119. 
Ensfridas,  decan.  s.  Andree  v.  Colon. 
Epernej  v.  Asper nad  am. 
Ephraym  49. 

Epiphanias  Ixzxviii,  54,  59-60. 
Eraclius   imp.   Ixvi,    16,    78,    276, 

303-4. 
Erasilua,  Erofila  55. 
Ereneides  64. 
Erlaa  v.  Agrenensis. 
Esau,  Edom,  Seyr  7,  29,  30. 
Escilinas  mons  58. 
Esdras  64-6,  311. 
Esdrelom  139. 
Esther  65. 

Estones  cxxxiv,  156-7. 
Ethiopia  41,  52,  99,  124,  262,  264, 

272-3.  —  E-e  rex  Zaram  41.  — 

E-pes  89,  121,  124,  cf.  Nigri. 
Eufrates  xcv,    xcvii,    56,   65-6,  85, 

97-8,  107,  110,  138,  304-5. 
Eugenius  papa  116. 
Eugesippas-Fretellus  liii,  Iv,  Ixxix, 

Ixxx,  clxxix. 
Europa  xv,  xxxiv,  cxi,   cxli,  cxliv, 

clvii,  clx-i,  121,  286. 
Eusebius  episc.  Cesariens.  v.  Cesarea. 
Eustachius  7,  102. 
Eustocbium  15,  60. 
Eastorgius   archiep.  Nicossiens.  v. 

Nicossia. 
Eutropolis  21. 
Eva  3. 
Ezechias  rex  Jude  32,   51-55,  298. 


Ezechiel   cviii,   ♦oliv,    57-60,    103, 
298,  301,  312. 


Fabe  planum  164,  289. 

Fabius  dux  52. 

Famagusta  cxxvi-vii,  150. 

Farfar  v.  Pharphar. 

Farmesum,  prepos.  Geiko  xlvi.  — 
decan.  ♦xlviii. 

Faventinus  episc.  Rolandus  248. 

Fei  wert,  prior  de  *xlviii. 

Ferentinum  xxxüi-iv,  *lxviii. 

Feroras  73. 

Ferraria  143. 

Ferrus  85. 

Fivelgoo,  Hayo  de  ♦184.  cf.  294. 

Flandria  x,  xxiv.  Johannes  de  *x. 
—  F-ensis  comes  Robertus  84, 88, 
90.  Theodericus  117, 131.  Philip- 
pus  clxxiv,   131,  151.    Fes  252. 

Florianus  imp.  77. 

Floridas  Ortus,  monast.  xxxv,  xxxix, 
xliv.  —  abbas  Emo  xviii,  xix, 
xxxT,  xxxix  SS.,  IxxYÜi,  clxxiv, 
314,  ♦315.  —  monach.  Paulus 
xliii-v. 

Florus  imp.  77. 

Focas  imp.  78. 

Forum  y.  Medan. 

Franci  xxix,  xcii,  cxxxvi,  6,  8,  78, 
85,  93,  95,  101,  233,  273-4,  cf. 
Latini,  Christiani. 

Francia  xii,  xvii,  xix,  xxi,  xl, 
cxxxv,  cliii,  86,  156,  209.  —  F-e 
rex  Heinricus  ♦84.  Philippus 
cxv-vii,  cxxiv-v,  cxxvii,  cxxxiv, 
clxxiv,  84,  144,  148-9,  151-2. 
156-7.  Luthewicus  VIT.  116-7, 
134-5.  Luthewici  VIII.  ux.  Blanka 
cxxxvi.  Luthew.  IX.  xviii.  — 
F-e  camerarius  Walth.  de  Pulchro 
monte  216. 

Francigene  152,  215,  223,  249. 


834 


Franeiscam  xv. 
Frau  CO,  acol.  Paderb.  v»  Päd* 
Fretherica«  imp.  I,  ciir,  cxV|  cxvii- 
XXV,  clxxiv,  1:^3»  Uii,  146-8,  — 
imp,  !!♦  xiii,  xxiii,  xxv-vi,  xxxiii- 
iv,  xxiviii^  xlix-li,  lirii»  Ixviii, 
Ixit  ci,  cliv,  elvi,  dxii,  149, 155, 
231,  248,  256-7,  209-70,  280,  316. 

—  dux  Suevie  v.  Siie?. 

—  de  Brenen  v.  Breoen* 

Friaia  xix,  xx,  xxiv,  xxv,  xxxv,  xH-iii» 
xlix»  cxUii,  cixiii,  clxxi-iii»  clxxv, 
clxivifi,  174,  285-7,  295»  3.14-5* 
Friao  quidam  xviti,  177,  184,  294. 

—  F-onea  xxvii-ix,  xliv,  xlviii, 
Hjlxxv,  cxliv,  *cxlv,  clxix,  clxxii, 
17;i,  179-82.  18ö,  192,  195»  202, 
240,  278,  298,  295-6,  314-5. 

FriHingensU  Otto  xii. 
Fulcherua  v.  Carnot 
Ful<3o  rex  Jeros.  ciii,  clxxiv,  110-14. 

Q 

Gabaa  37, 

Gabaath  mons  (Decbebaa).  18. 

Gabfton  32,  —  G-ite  37, 

Gabbatba  20, 

Gabi  Hin  fl  73, 

Gabriel  arcbang.  61,  75,  122.  204. 

299.  —  G*Us  fons  ♦U. 
Gad  proph.  38-9. 

—  tribu«  51,  59. 
Gaddi  51. 
Gaieta  173. 

Gaiuä  imp.  hxxviii,  76. 
Galaad  37.  —  G-itea  36. 
Qalba  imp.  77. 
Ga]<?rnmntis  102. 
Galerius  irap.  78. 
Galgiila  38,  34,  37. 
Gttlianus  moDs  304, 
GalJeDua  imp    77« 
Galilea  8-11,  21,  51,  69,  72-3,  75-7, 
96,  164-5. 


Galilee  mare  9,    10.  97,  289, 

Genezaretb. 
— ,  gallicantus  20« 
Gallia  12.  -  G-i  68.  —  G-iei  195, 

250>i,  I 

Qallua  imp.  77.  ' 

GaltheruB  v.  de  Ayennis,  de  Bairi. 

Bertboldif  de  ßrene,  de  Pulebro 

monie, 
Garinus    de    Monte    ocuto     mag. 

HoBpit.,  V,  Hospit. 
Garizim  mons.  14,  66-7* 
Gaufridus  de  Linciuco  v.  Line. 
Gaza  32-3,  67,  99,    118,    128,   IS 

137.  261. 
Oebal  mons  14, 
Gebenoenats  epiia  xxi,  320*1* 
Gedeon,  Jerobaal,  35,  210. 
Geiko  prepoa.  v.  Farmesuna. 
Gelboe  montes  8,  12,  37, 137, 139/ 

164,  289. 
Geldria  xxiv. 
Geminum  (Djennin)  12. 
Genesareth  lOj  of.  Galilea  mara. 
Geon  flttv.  fGibon)  xcrii,  99, 
Georgiani  xxx,  232-3,  265. 
Georgius,  beatas  22, 

—  com.  de  Withe  v.  Withe. 
Gera  34. 

Gerbertus  mag.  Hoapit,  t.  Ho«piU ' 
Gerbardtie  v,  de  Bidaforte,  Tempi. 

mag.,  Xantens,  abbas. 
Gerinum  (Jeareel)  139. 
Germanufl,   Bauet   (sau   GarmSDol 

xlix-li,  Ixviii. 
Ges«en  124,  228. 
el'GhÖr  v.  Aulon.  Gorthoji. 
Ghyrna  ♦cxxvii. 
Gibelet  6. 
GibeHm  Ixxxii,  *110,  of,  ßenalwa, 
Gibellalo,     Guido    de,      dominus 

Berjtbi  v.  Ber. 
Gigas  S8.  —  G-ante6  3,  27. 
Gtbon  mons  19. 

—  Iliifius  V.  Geon. 


835 


Girundensis,  Oirodensis  episc  Rai- 

munduB  »ITe,  187. 
Gisardi  mons  182. 
Giselbertus  de  Lacis,  procur.Templi, 

V.  Tempi. 
Gisortium  cxziv,  144. 
Godefridus  ▼.  Anglie  princ,  Colon. 

scolast.,  8.  Andreecanon.,  Herbip. 

episc,  Volmestein,  de. 

—  dux  Lotharingie  Ixzxv,  79,  84, 

88,  304,  rex  Jerus.  xcvi«7ii,  clvii, 

89,  90,  92,  100. 

—  cf.  Jofredus. 
Godolias  58,  59,  242. 
Golgatha  Ixxxi,  20,    100,    cf.  Cal- 

varie  loc. 

Gomorra  4.  —  G-ei  28. 

Gordianus  imp.  77. 

Gorgias  69. 

Gorgo  34. 

Gorthus  (el  Ghör)  8,  cf.  Aulon. 

Goscelinus  com.  £d essen.  ▼.  Edessa. 

Goti  84. 

GoEan  fluv.  53. 

Gozwinns  decanus  Colon.  ▼.  Colon. 

Granicus  66. 

Gratianopolitanus  episc.  xxi,   821. 

Gratianus  imp.  78. 

Grecia  xcvii,  cxviii,  33,  65,  67,  84, 
116,  146,  178,  304.  —  G-i  cxxxv, 
♦8.  60-1,  68,  85-6,  127-8,  135, 
149,  179,  226,  ♦233,  243, 265,  310. 

Gregorius  Ixxxvii-viii,  61. 

—  papa  Vlll.  cxviii,  143.  —  papa 
IX.  lii. 

Gr^noble  v.  Gratianop. 
Groningen  xxxix,  xli,  315. 
Groothuisen  xl. 
Gualo  de  s.  Martino  xlix. 
Guido,    Wido,    Gwido  s.  Crieogoni 
presb.  Card.  ap.  sed.  leg.  117. 

—  de  Lusignano,  rex  Jerus.  *cvii, 
cxiii,  cxv-vi,  cxxvii,  145,  154, 
ux.  Sybilla  cxiii,  154. 

—  V.  de  Brevenna,  de  Biblio,  de 
Gibellulo,  Joppens.  com. 


Haaman  (Hamah)  180,  268,  270. 
Halgrin,  Job.,  decan.  Ambianens. 

episc.  Card.  s.  Sabine  lii. 
Hali  califa  122-3. 
Haman  ▼.  Haaman. 
Hamborn,   abbas  de  xliii-iv,  xlvii. 
Hameln  xii. 

Hannibal  ▼.  Roman,  princ 
Haraa,  Aram  28. 
Harekurt,  Roger,  de  cxxvi. 
Harencb  (Harim)  cviii,  117,  132. 
Harioquin  118. 
Harran  v.  Carra. 
Hassessini  cv,  cix,  129,  154,  233-4 
Hassumeddin-Timurtasch  ^118. 
Hathe,  marchio  Hermann,  de  257. 
Hathin  ex,  cxv,  143. 
Hay  32. 
Haya  v.  Ahia. 
Haymarus    monachus    Iv,    Ixv-vii, 

Ixxiii-iv,  cxlix,  clxxviii,  clxxx. 
Hayo  de  Fivelgoo  v.  Fiv. 
Hazael,  AKabel,  rex  Syrie  43,  46-8. 
Heben  v.  Beben. 
Hebrei  40,  42,  50-1,  53-4,  61-2,  65, 

310. 
Hebron,  Ebron  Ixxxi,  3,  4, 14,  ♦28, 
29,  33,  60. 
Heinricus  imp.  I-IV.  79.  —  V.  Ixxxv, 

79.  —  VI.  xiii,  Ixvi,  cxxxi,  cxxxiii, 

148,  153-5,256.-  Vli.  xxxvi-ix. 

—  laicus  316. 

—  miles  ♦184. 

—  V.  Anglie  rex,  princeps,  Bra- 
bantie  dux,  de  Calandin,  Cam- 
panie  com.,  Colon,  lector,  prior 
Dominic,  Francor.  rex,  de  Her- 
fordia, Hoter,  Kaik,  Lotharing. 
dux,  Malta  com.  de,  Mantuan. 
episc,  Mediolanens.  archiepisc, 
Olomoc.  episc,  Paderborn,  scol., 
Palatinus  com.,  de  Pappenheim, 
de  ülma,  Vallis  s.  Petri  abbas, 
Zwerin.  com.  de. 


w 

^H 

^^H               Heinibergt  Thidertcaa  de,  propos. 

Herodias  76.                              ^^H 

^^m                   s.  Apoätolt»  po«tea  an-hiep.  Colon., 

Uerold,  Johann,  clxxd.            ^^^H 

^^H                  Vr  Colon. 

Herveus  v.    Niveraena.  comesT^^I 

^^H               HeisteibHch  v.  Vallis  9,  Petri, 

Wirzone.                                         ^M 

^H              tieta  41,  51. 

Hiel,  Ayel  42.                                ■ 

^H               Helam  60,  —  Uete  60. 

Hiempaal  72.                                        ^* 

^^H               HelchJas  55. 

Hierapolia,    Jerap.  105.  —  H-tana 

^H                Helene  36. 

provinc.  IIB.                                  ^m 
Hieu  44.                                              ■ 

^H               —  süDcta  14,  16,  21,  78,  303. 

^^H                Helia,  Elia  v.  Jerusalem. 

Hibirii»  sancti,  caatrum  *cxxvii. 

^H               EeYM,  Elias  Uxxvi,  6,  23,  *Sb,  42-5, 

llildeihemensis     epiac.     Conrad  Qt>^ 

^H                   5Ü,  la^. 

imperialis   aule   cancetlar.   xxü^| 

^H               lUtim,  Elim  5,  d9. 

cxxxi-iii,  154.                                 ^M 

^^H               Heliodorus  69« 

Himmerod,  abbas  Herinannua  X7i^| 

^H               Heliopolis,  Balbech  130, 

öircanus  fil.  Aristoboli  72-4.  ^  cf^| 

^H               Uelleapontu»    cxix.    6<>,    110,     U(l, 

Jobannes  Htrc.                               ^M 

^H 

Hirene  imp.  309.                              ^B 

^M               Helia€ii8  12,  22-3,  43-8,  50. 

tliamael  59,  242.                        ^^H 

^^H               UelmarshauaeD,  monast.  ix. 

Hiamahelite  10.                         SH 

^^H                HeliuidiDalla  123. 

Hiapani  308.—  H-a  xxTiii,  cxxict>8|^| 

^H                llelj  iudex  37. 

cxliii                                              ^U 

^H                Ileinor  13. 

FloUandia,  co nies  Will eli.  dexxvii,^ 

^^H               HeDiriduii,    cotiatubul.  regii  Jertis« 

xxviii,  cxliii,  173»  215.                 ^^ 

^H 

Holofernes  10,                                   ^| 

^^H               Heracleonaa  imp.  73. 

Honiar  califa  122,                             ^ 

^^»^         Ilerbipoiensia  episc.  Sigelogua  (rect. 

Honorius  [IL    papa    xxxiii,    xxxit. 

^^^^^           GoderriduB)  cxxii,  147.  —  prepos. 

xxxviii,     xl-i,    xlv-vii,    1-li,     Iv, 

^^^^V           Sigloua  cx.xii.  ^  canon*  Salomon 

cxixvii,  cliv,  158,  256»  269. 

^                 lii,  clxxiii,  316. 

Horeb  v.  Oreb. 

^H               HGrculea  36,  60. 

llartus  balsami  ( Alinatariyeb)  ^  126,^ 

^^H               HercuUus  Maximianiiä  imp,  77*8. 

262-3.                                               ■ 

^^B               Uerdericus   prepoa«  de  ökeldwalda 

Horsimar,  Bernhard,  de  xlix.        ^H 

^H                   7.  Skeidw. 

Hospitale  s.  Johanni«,  Hospttaliiri^| 

^^M               üerfordia,  Heiur.  de  ckxiv, 

Ixxvi.  cxiii,    167,    169,    179,  I80S 

^^M               Heribertuij    (rect.    Heinric.)    epiac« 

*  199,  214-5,  233,  268,  272,  277^^ 

^^1                  Olomoc.  V*  Olom. 

29a  —  magiater  132,  *176,  »199, 

^^B               Hermannus  t.  Bonnenw.  dec;   Co- 

280.    GerbertuÄ  126.     Roger,  de 

^^H                   Ion.,    deean,    Apoat,;     Comarita; 

Molendino  142,  Garinus de  Monte 

^^H                    Hatho,  marchio  de;  Himmenrod, 

acuto    »leö,    279.    —    marcec 

^^H                   abbas,  Monaster.  episc,  de  Salza 

216-7, 

^^1                Hermon  moii9  IL 

Hostilius,  Tullus  55, 

^H               Eetodea  Agrippa  1^,  14,  76.  ~  H. 

Hoter,  üeinr.  preceptor  ord.  8.  M&r^y 

^^H                   Ascalonita  vel  tetrarcha  78,  75, 

TeutoD.  L                                       fl 

^^M                  —  H,  Antipas  74-5.  —  IL  magnua 

Hoveden,  Roger,  de  cxiii.                 H 

^H 

Hugo   Üeaariensia    122,    124*5^^^^B 

^^^^^                            337                                ^^^^^1 

Hugo  Magnua  (VermandoU)  84.  88, 

Jebuaeua  15,  80,  33,  38.                    ^^^^H 

93.  —  cf.    BurgLiiid,  dux,    Cvpri 

■leconiaa  v,  Elyachim,                         ^^^^^B 

rex,    de    Liiiziaco,    de    Marchia, 

Jehu  rex  Israel  47,  50.                               ^^^| 

Tiberias. 

Jemelimucb  95-6.                                            ^B 

Humanua  epiac.  cxlv,  187. 

Jenuenaia  iirba  304.  —  J^ses  ^clxTi,           ^^^M 

Humar  303. 

9t,  94,  96,  211-12.                                 ^^H 

Hunesgoo  pagus  xl* 

Jepte  iudex  36»                                         ^^^| 

Hunfridas  de  Tarono  v.  Turono. 

Jerapolia  v.  Hterapolis,                             ^^^| 

Hoi  7. 

Jeremias  55-60,  242-3,  309, 311,  313.          ^^H 

Jericho  8,  14,   22,  32,   34,   42,  45,         ^^H 

I  (cf.  Y) 

58,  71-2,  238,  246.                                ^^H 

Jerobaal  r.  Gedeon.                                 ^^^| 

J.  Cosme  et  Damiani  diacon.  car- 

Jei'oboam   rex  laraet  L    13,  39-41,         ^^^| 

din.  319. 

47-9.  —  11.  49,  50,  59.                          ^^M 

Jab«3  50. 

Jeronymitd  Ixxxvi,   Ixxxviit,  4,  15,          ^^^| 

-  Galaad  37, 

38,  60-2.                                                       ■ 

Jabin  rex  33-4. 

Jerusalem  xxiv,  xxxii,  li,  liv,  Ixvii,                ^M 

Jabocb  7. 

Ixx,  *lxxix,  Ixxxi-ii,  Ixxxr,  Ixxxviü,                ^H 

Jacob  Patriarch,  3^  13,  15,  23,  28, 

xcii,  xc  vii-viii,  cxy ,  cxxix,  cxxxviU,          ^^^H 

80,  83,  124.  —  J.  tilii  Ixxxi,  13-15, 

dii,    cliv,   6,    1249,   21-2,    32-^,          ^^H 

—  J.  foDß,  pule  118  13,  —  vadam 

37-41,  44.  46-59,  61,  63-5,  67-72,          ^^H 

,            ci,  133.  —  cf.  Jacoby«. 

74,   77-9,   88-91,   93-7,   99,   101,         ^^1 

Jacobini  264,  2m. 

108-10,  116,  118-9,  131,  142.  144,          ^^M 

Jacobite  xxx,  53. 

152,  169,  171,  203-4,  222-3,  230,         ^^1 

JacobiiB  apoat  9,    11,    17,    18,   76, 

232,  239-40.  246-7,  254, 259, 276-7,         ^^M 

1          —  cf.  Äcconeni*.  episc,  Arragon. 

291.  302-5,  311-12.    Helia,  Elia          ^^M 

F          rex,  de  Avenni«>  Roman,  prinoepa, 

IL   Jebiia,  Jebusaletn  38.    Salem          ^^^| 

Vitriaco  de,  —  cf.  Jacob. 

U,  29,  38.    Solima  29.    Sion  t.         ^^H 

JaduB  66-8. 

Sion.  —  regea  v,  Ämalricus,  Bai-          ^^^H 

Jahel  85. 

diiinus,  Campania^  Fulco,  Code-          ^^^H 

Jahaziel  proph.  44. 

fridua,  Guido,   Jobaonea.  —  pa-          ^^^H 

Jambri  70. 

triarche  :  lir,  100,  111.  Zachariaa          ^^H 

.fanimlofl  mona  56. 

276,  302-3.     Arnulf iia    xcii,   xcv,         ^^^| 

Jarras  lOL 

xcvii,  odii,   95,  99.     Badulfug          ^^H 

Jazur  V,  Caaale  de  piano. 

Lxviii,  cxxx,   ^cxlii,   elxxii,    163,               ^M 

Ibn-Khalikan  '»'226. 

165,  167,    169,    175-6,    182.   214,          ^^M 

Icoüium    Jxvii.    cix^  cxx,    116,    131, 

223,    280,  288-90,    292,   294.  -          ^^M 

146*7,  234,  279,  280.  —  J-i  eol- 

J-ite.   J-itani  66,  73,   90-1,   100,         ^^H 

danna  cix,    cxx,  146.     Kalkhosrn 

^^1 

et  Kai-Kau8    el-Malik  el-Ghaleb 

Jeareel  v.  Gerinum.                                     ^^^H 

ItÄeddin  '234. 

Jesseniani  19,  20.                                         ^^^B 

Idumea   6-8,   29,   80,  45.   75,    108, 

JeeuB  frater  Johaunia  66.                                 ^H 

128,  27Ö,  —  J-i   11,  75. 

—  gacerdoa  63,  65.                                     ^^H 

JebuB  V,  Jeruialem. 

—  Nave                                                       ^^M 

Jebüialena  v.  Jeruaalem. 

—  Sirach  68.                                            ^^H 

OliTer, 

^B 

^^m                                         338                                    ^1 

^^^      Jezabel  U,  42-3,  47, 

121,  123.                           ^^M 

^^M            Jexrahe),  Zaraym  U,  VI,  47. 

Jobel  proph.  49.                           ^^^H 

^H            llia  52. 

Joiada.  Jorada  47-8.                   ^^^| 

^H            Imbertus  273. 

Jolanta  v.  Cortiniac,                   ^^^B 

^H            Inacus  29. 

Jonas  proph.  olxTÜi,   42,  50,   130,  V 

^H            India  99.  —  I-dorum  rex  v.  David. 

191.                                                  ■ 

^^B            InnoceotiuB    pnpa    IIL    xiv«    xviii, 

Jonathas  12,  37.  ^  t.  Maebabena.  M 

^^B                lix-xzvii,  Ixii,  Ixvi«  Ixviii,  Ixxivi 

Joppe  Ixzxix,  icvi,  cxxix-xxxi,   14,  ■ 

^^H                cxxxiii-yii,  cl^utiT,   clxxviii,    150, 

22,  91-2,  94  5,  98-9,  102-3,  151-2.  ■ 

^H                158,  175,  2t)5,  288,  :jU>'2L 

—  J-en^^is  com.  Guido  civ,   119,  H 

^^1            InoamiDatma  VL  liiit  clxxix. 

139-40,  142,  154-  —  J-emrit  pa-  ■ 

^m           Joab  89. 

triarch.  Radulfua  152-3.  —  J-id  ■ 

^H            Joftchat,  Sdlum  504,  56. 

94,  104.                                            ■ 

^^H            Joachaz  rex  Israel  47-8. 

Jor  fluv.  8,  9,  97.                        ^^1 

^^M            Joachin  rex  Jude  57-9, 

^^M 

^^1            Joakim  res  Jude  56*7. 

Jorada  v,  Joiada.                        ^^^| 

^^1             Joafl  res  Israel  49. 

Joram  rex  Israel  44-5,  47.         ^^^| 

^H            Joathan  85. 

— ^  res  Jude  44-6,                          ^^^B 

^H            -r  rex  Jude  51-2. 

Jordania  6uv.  ci,   7,  8,  12,  22,  M,  fl 

^^H            Joas,  Joabez,  Joachaz,  rex  Jude  47-8. 

42,  44-5,  70,  76,   91,    100,    118,  ■ 

^H            Job  7,  311. 

120,  133,  136-7,    164,  *171,  $B9.    ■ 

^^m            Jofredufl    com.    liritaonie   v.    Brit 

—   Willehelmu»   96.   --  v.    Eber- 

^H               cf.  Godefrid. 

etein,  com.  de. 

^^B             Jobabez  v,  Joaz. 

Joriensis  epiecop.  Petrua  162,  168. 

^H            Johannes  apoit.  9,  11«  17,  76»  313. 

Jomtphat  rex  Jude  18,  4h  4^-5.       m 

^H            --  baptista  8,  12,  17,  22,  50. 

-^  vallia  18-20,  88.                              ■ 

^^H            —  episc.  Lemoviceasis  v.  Lern. 

JotcelifiQB  V.  Goacel.                          H 

^^m            —  de  Flnndrla  v.  Flandria. 

Joseph  (egypt.)  10,  13.  30,  122.       ■ 

^^m            »  imp.  Gonstantinopol.   ?.  ConBt. 

—  pater  Jesu  75.                               H 

^^M            —  Machab^as  v.  Macb. 

Joseph  US  historiogr.  Ixxxviü,  cvfii*  H 

^H            —  papa  304. 

29.  35,  39,  46.  52,  60,  67,  09,  71,  ■ 

^H            —  pontifex  66. 

77.  103.                                           ■ 

^H             _  presbiter  258. 

Josippua  73.                                          H 

^^1            —  presbiter    cardiu.    tit    a.    Ste- 

Joaiaa,  JoEias  rex  Jude  12«  51,  55-6» 

^^1                pbani  ix. 

Joaue  4,  31-3,  37,  42.                         _ 

^H            ->  rex  Anglie  v.  AngL 

Joxaba  47.                                   ^^H 

^H            —  rex  Jeraial.  Ixviii,  Ixxiii,  Ixxv- 

Iram  rex  Tyri  10.                       ^^H 

^^»^^          vi,  cvii,  cxxxvii,  cxlvii-viii,  diu, 

Irene  v,  Hirene.                          ^^^H 

^^H         clxiv,   104,    162,    166,    16B,   175, 

Uaac  Patriarch.  3,  14,  28-30.           ■ 

^^^V          190,  «199,  «209,  214.5,  22^,  248, 

—  imp.  Constantiuop.  146.                W 

^V               250,   259-60,   269,    276,   289-90, 

Isabella  regina  Jerua.,  ux.  Frether. 

^M               292,  294. 

11.  li.  Ixviii,  154.                            H 

^^M            —  Hircauus  71. 

^  Qx.  Ansfridi  de  Turono  151.        1 

^^m            —  V.  de  Ards,    Halgrin,    Herold, 

—  filia   regifl  Artnenie  Levoni«  v.  H 

^^^^^          Longvifli  Hothe,  de  XaDten. 

Armem  a.                                          H 

^^^                                          339                            ^^^^^^1 

Tflftcbar  triboi  49, 

Kal-KauBeU  Malik  el-Gbaleb  Izsed-           ■ 

Inai  38,  40, 

dm,  soldan.  Iconii  v.  Icon.                       ^M 

Is&ias  propk  cviii,  18.  49,  51-4, 60, 

Kalkhosru  aold.  Iconii  v.  Icon.                  ^M 

63.  103,  242,  302,  3ft9-13* 

Eaiii  23,  27.                                                ■ 

hatham  ^, 

Kairus,  Kairum  xix,   Iv-ri.  121-6,            H 

rait  29. 

257,  262-4,  267.             ,                          ■ 

Isroahel  v,  Ulam. 

Kalokia  T.  Ungrar,  arcbiep.                        ^M 

Israel  5,   7,   305.  -  I.    filü  hxxii, 

KalojohanneÄ  v.  Conatantin.,  iiup.       ^^^B 

5,  6,  13,  22,  32-5,   37-9,    55,  65, 

Kamp,  monasi,  xv.                                  ^^^| 

99,  228,  246,  269.  278.  cf.  Jndä. 

Kappenberg,  taonast.  xHt.                  ^^^| 

—  terra,  regn.  H?,  29,  41  na.,  50-1, 

Karioth  abbas  15.                                  ^^^| 

53,  59,  62-3,  67,  83, 

Karlomannufl  rex  78.                            ^^^| 

Itali  9L 

Karolua  ca]?ua  17.                                 ^^^H 

Italia  xcvii,  cixxt,  8^*  —  I-e  capi- 

—  magnus  x,  Ivi,  17,  78,  303.           ^^H 

tanei   223.    arbea   3Ü4.   —    I-ici 

Kernel  275,  cf.  Malik   al-KamiL         ^^M 

tDilites  248,  25L    pedttas  214. 

Keraunia  *cxxyii                                  ^^^H 

Iteriua  de  Tocce  v.  Tocce. 

Kerinia  v.  Scelingis,  Cberinea.            ^^^| 

Iturea  74,  76. 

Kinneretb  v.  Cinaretb.                         ^^^| 

Jüda  liv,  Ixuvii,  3,  4,  23,  33,  44, 

Klrsakus  cxiv-viü,  149-50*                   ^^^| 

46,  50-1,  55-7,  60,  63,  70,  161. 

Klarbols,  moDast.  xlir.                         ^^^| 

Juda«  *cxxv,  19,  20,  247,  310. 

Klarkamp    abbas  de  clxxii,                        ^^ 

—  Mftcbabeus  v.  Macb. 

Klecwri,  Radulfus  de  cxlv^iii,  *166.            ^| 

Judea  5,  10,  14,    15,   44,   54.  60-2. 

KoroB  V.  Coriciena.  provinc.                        ^M 

64-5,  68-9,  72-3,   75*8,  108,  137, 

KubbeL  Käbl)  v.  Kabrata.                          H 

312. 

Kuik,  comea  Hermannus  de  •xliii.       ^^^B 

Judei  diix,  7.  17,  20,  23.  31.  48-9, 

KurÜD  HatttD  *9.                                   ^^M 

61-4,  67-8,  70,  73,  76-7,  83,  231. 

^^^H 

297,  310,  312,  cf.  Israel  filii 
Jngurtha  Ixxxvii-viii.  72. 

Julia  76. 

^  gena  37,  48. 

LacedemoD  36.                                     ^^^H 
Laebifl  32.                                                ^^^H 
Laciß,   Giaelbertus    de,    procurator      ^^^B 

JuliacenÄiB  come»  Willehelra.  xxii. 
JulianuB  apoat  12,  78. 
Julius  48. 

—  fil.  AMcanii  37. 

—  Oaar  ?.  Ceaar. 

—  Pro€uhifl  48. 

Jüstinianus  imp,  IxxxT.  Iß,  78.  — 

J.  minor*  78, 
Jufttiaus  jmp.  78. 
Jutta  oppid,  22. 

Tempil  V.  TempL                                ^^H 
Lamecb  23,  27.                                      ^^^| 
liangobardia  Ixviii,                                ^^^| 
Langtoo,   Stepbau.,    arcbiep.  Can-            ^H 

tuar.  r.  Cant.                                     ^^^M 
Laodicea  91.                                            ^^^H 
LaomedoQ  36.                                         ^^^H 
Lapidotb  35.                                           ^^^| 

LaicariB,  llieodor.  234,                         ^^H 
Lateranus  lii,    819-20.    —    L-ense            ^M 

conciJ.    xxi7<vi.    xzxt.    cxxxiii»            ^M 

K  (cf.  C) 

cxxxvi-?ii,   civil.    133,   l58,   162,      ^^H 

Kabrata  (Kubbet  Rahil)  16. 

175,  265,  296.                                    ^^1 

^^^H 

^^^^^B 

^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^1 

^HI^H^^I 

1 

340                                           ^H 

^^f^  Latini  62.  85.   127,  ISß,    H9,  150. 

Lotharingie  diix  Godefridus  79,  847^^ 

^H             226-7,  265-6,  280,  310,  et  Chri- 

88,   304,   rex  Jerus.  89,   90.   92.     H 

^^1             atiani  Franci, 

100.     Heinriciis  xxii.  —    L-i  88.     H 

^H         Latini  reges  36-41,  44,  43^50. 

Lothevicua  v,  Ludewiciis.                      ^M 

^^H          Laurent! ua,  beatua  21. 

Lovois  xix,  319-20.                               ^| 

^H          Lavinia  $7. 

Lucas  ew.  313.                              j^^^H 

^^H          Layron,  Äymar  de  ^216-7* 

Luccenais  episc  *I87.                    ^^^H 

^H          Lazarus  18,  19. 

Lncius  papa  IIL  134.                  ^^H 

^^B          Lebna  (Lepna)  32. 

Lucretta  64.                                    ^^^| 

^H          Leemannia  262,  264. 

LudolfuB  y.  Sudbem.                             ^H 

^H         Legars  «218. 

LudowicuB,    Lothew.    rex    78.    —    ^M 

^^H          L«moviceiiiia  episc.  Joliannes  cxivil, 

ptus  78.                                                H 

^H 

—  cf.  Bawarie  dux,  Franooram  rex,     H 

^^V          Leo  papa  304. 

Thuring*  landegr.                              ^M 

^^H          Leobiiis  29. 

LugduDum  Ixxxviii.                              ^M 

^^H          Leodinm    xxiv,    xxvii,    *x:xxi¥»   — 

Luitbold  V.  Litot.                          ^^H 

^^H             L-ensia  diacesie  184,  2d4. 

Luza  T.  BeiheL                            ^^H 

^^H          Leopaldu3  dai  Äustrie  y.  Auttria. 

^^H 

^^M         Lepna  v.  Lebna. 

^^H 

^H         Lesern  Dan  113. 

Lysias  69.                                      ^^M 

^H          Leri  tnbus  60.  ^  L.  filil  31. 

^^^M 

^H         Levite  87,  40,  53,  67. 

^^M 

^^M         Levo  rex  Armeoie  v.  Armema» 

Maceda  32.                                       ^^^ 

^H          Libya  34,  121,  262,  303. 

Macedonia  135.  —  M-erex  Philippug^fl 

^^m         Libanus  mone  ixix,   6-9.   29,    108, 

66;  cl*.  Alex.  Mac.                         ^^^H 

^H             117,  134,  265. 

Maceronta  12.                                  ^^^| 

^^M         Lidda  v.  DiospoliB. 

Macliabeus,     Johannes    69-71.    —     ^M 

^^H          Liesborn  monast.  liii-iv. 

Jonathas  70-L  —  Judas  69,  70.      " 

^^M          Limocium    (LiniiiHol)    cxxtü,    279. 

186.  —  Matbatias  22.  69,  —  Si- 

^^M             Linnzunensis  portus  150. 

xnon  69-7 L  -  M-i  Ixxxri,  22,  69. 

^^M         Linsjaco,    Gaufridiis    ei   Hugo    de 

Machlinia,  dominus  de,  v.  Bertboldi. 

^H 

Macbometb,  Mabumetna,  Mehemeth       H 

^^B          Lipparia  ins.  304. 

liv-v,    Ixvi-vii,    clü,    clxri,    78.       H 

^H          Lisania  76. 

121-3,  129,  204*5,  232.  275,  298.       ■ 

^^H         Lissabon  t.  ülixbona. 

300,  303.                                              ■ 

^H         Litot  «184,  cf.  294. 

Macbometb  •  ben  -  Nasser    r.    Car*      ^M 

^^H         Li  ron es  ex XX 17,  156-7.^  L-e  episc. 

thago.                                                   ^H 

^^1             Albertus  cxxxiv. 

Macrinus  imp.  77.                                 ^M 

^^M         Longaapatba  v,  Spatarii. 

Madian  cixix,  60.  -*  M-ite  31.  35,      H 

^^H         Longinus  20, 

278.  -  M.  rex  Üreb  35,  Zeb  35.       H 

^^m         Longus,  Jobannes  clix?. 

Magdalum  10.                                           ^M 

^^B         Lopperstim  monast.  xWii.  —  decan. 

Magdeburgensis  provincia  ixxiv,  —      H 

^^M            xivi,  ^xlviii. 

archiep.  Albertus  Ixviii.  —  canon.       H 

^^M         Los,  Cornea  de  *%, 

TbJderic,      de     Somcrschenbnrg      ^M 

^H         Lotb  IxxxTÜ,  4,  5|  2a 

^^^H 

^^^^^^^^^^^^^    341  ^^^^^^^^^^^^^1 

Magedo,  Maiedo  12.  47,  56. 

Maria  Magdalena  10.                 ^^^^^H 

MageldocÄB  cvii,  127. 

—  aoror  Aaron  31.                      ^^^^^1 

Mag!  64. 

—  &oror  Laseari  18,  19.                       ^^H 

MftgunUna     provincm     xxxiv.    — 

-  virgQ  10,  14,  23.  75,  134,  294,     ^M 

archiep.  xxiii,  xxitvi,  csxxi,  Üou- 

300,  309.                                                  ■ 

radös  154.  —  scolAdt.  Conradue 

Mariamne  73-75.                                        ^U 

ixii^  IxYi, 

Mariengarten,  abbates :  Sigebardus           ^M 

Mahalech  di,  123,  261,  267,  269. 

xliti-iT,   ilvi.     Sibrandua   *il?i,          ^H 

Mahumeth   v,  Macbom. 

^^^1 

Malik-al-Adil  v.  Sapbadiniis, 

Marienibal  monaat.  xliii,  xlri.          ^^^| 

Malik-at-Äfdal  cxiv. 

Marino  Sanudo  clxxviii.                     ^^^H 

Malik-al-Aachraf   t,  Meltjhiseraph. 

Marina  Ixxxvii,  72.                             ^^^H 

Malik-al-Kamil  xxxii-iiii  Ivii,  Ixiiiit 

Maroni te  134,  265,                               ^^H 

Ixxviii,     Ixxiv,     cliv-viii,    clx-ii, 

Marailia                                                  ^^1 

cliir,  clxviii,  clxxi),    »ISO,    198, 

Martha  aoror  Lasari  18,  19.              ^^^| 

218,   220,   222,  224-5,  249.   251, 

Martina                                                ^^M 

253,    257.    259,    261,    264,    267, 

Martino,  Gualo  de  xlix,                     ^^^| 

272-6,  281-2,  288,  2&6  89, 

MaakeliniB,  Oliver,  de  *x.                  ^^^H 

Malik-al-Maazzam  v.  Coradinus. 

Maapbat  37,  59.                                    ^^M 

Malik-al-Saleh  130. 

Maaaagethe  63.                                   ^^H 

Mallion,  Savericiia  de  219. 

Matbania  v.  Sedechiaa.                       ^^^H 

Malta,  com-  Heinnc.  de  277. 

Matbatiaa  y.  Maehabeua,                    ^^^H 

Mambre   moos  4.  —  M,  yallU  29. 

Matbeca  73.                                         ^^H 

Mameluc,  Mameloti  132,  256. 

Matbeus  apoat  46,  313.                      ^^H 

Manaclien  rex  !«rael  51, 

—  com.  Apulie  v.  Apulia.                  ^^^| 

Manasses  66-7,  —  rex  Jude  54*5. 

—  Paria  cLxxvit                                    ^^^H 

—  tribua  51. 

Mauri                                                   ^^M 

^K     Mandulfus  xci,  96. 

Mauriciua  imp.  78,                               ^^^| 

^B     ManHuH  Torquaius  66. 

Maxentiua  imp.  78.                               ^^^H 

Mantuaniis  epi&c.  Heinr.  cxlv,  187. 

Maximianue  imp.  78.                            ^^^| 

Manuel  v,  EmaoueL 

Maximinua  imp.  77.                             ^^^H 

Marburg,  Conradus  de  ]xvi. 

xMaxer                                                    ^^H 

Marchia  (La  Marche),  comea  Hugo 

Meander  *234.                                        ^^H 

de  cxliv,  187. 

Mecba  223,  232.                                   ^^H 

Marcus  Aureliua  imp.  77, 

Mechi    Kernel    296,    cf.    Malik-al-     ^^H 

—  ewang,  ^313, 

Kamil.                                                        ■ 

Mardocheus  57. 

Medan  planic,  Forum  8.                            ^M 

Mare  mortuum,  diaboli,  Bolitndinia, 

Medi  29,  501,  53,  59,  60-1,  63.  94,           H 

Aafaltidia  lacua  4,  5.  8,  12,  18, 

114,    179,   266,  268.  -    M-orum            ■ 

23,  49,  91. 

rex  Arbaces  50.                                       ^M 

—  mediterran,  xxvii. 

Mediolanensis  archiep.  HeiBric  248»     ^^H 

1           —  rubre  m  5,  99,  107,  190, 

Meezidinalla  121.                                  ^^H 

1           Mareon  42. 

Mehalech  v.  MahaL                            ^^^| 

f           Marei,  com.  Rainaldua  de  117. 

Meinricna  scol.  Paderb.  v.  Päd,          ^^^H 

~            Margat  108. 

Meinwerkua  epiac  Paderb,  v.  Päd.       ^^^B 

^^^^^^^^^^^H^^n 

342                                             ^H 

^^^^  Mehedi  (Almabadi)  123. 

Monte    acuto,    (Jarinuii   de.    nnäg^^H 

^^H           Mebemeth  v.  Machoioet. 

HoBpitJil.  V.  Hodpit                           H 

^H          Melchtsedech,  Sem  Ixvi-vii,  11,  29, 

Monte  Sion,  Burchardus  de  Ixix.        H 

^M              32,  38,  60, 

Monti«   ferrati   marchio   Conrado«     H 

^H          MelchiBeraph  235. 

cxxix,  144,  154.                                 ■ 

^^M          Mcmnon  36. 

Moria  mons  15.                                     ^t 

^^M          Memphis  civit.  121* 

MorianensiB  ecde«.  12.                         H 

^H          —  imp.  ^16, 

Mothone  102.                                        V 

^H          Menelaus  36. 

Moysea  5,   6,   80-2,  44.   269,   278,     ■ 

^^m          Menko  clxiiv. 

310,  312.  —  M.  valli»  5,  91,  114.     ■ 

^^H          Mensa  9. 

Mabamed  v.  Maehomeib.                     ^^ 

^^m          Mensaleh  lacus  ^cv. 

Mulene  v.  Mitilene.                              ^M 

^^1          Meranie  diix  cxxxtv.     Oito  162. 

MuBula  dv,  115,  130.  138.           ^^M 

^^1           Mergin  (Smerdifl)  64. 

Mjrcene  29,  35.                             ^^H 

^H           Mergisftfar  ( Merdsch-Safar)  -"lOS. 

^^H 

^^B          Merseburgenäia  episc.  xlix. 

^H 

^^H          MesopotbaiBia  xcv,   ci,   7»  84,  85, 

^M              04,  107,  183,  138. 

Naama,  Naamatbiißd  7*                ^^^| 

^H           McBsana  143,  155. 

Naaman  45.                                   ^^^| 

^H           Meihuphis  16. 

Naas                                              ^^M 

^H           Mlcbae!  61. 

Naboth  12,  43,  47.                       ^^H 

^H          Micheas  propK  43,  52,  311»  313. 

Nabucbodonosior  ci,  16, 56-60, 63*4,    ^M 

^^^H           Mtdl&ätuQ,  EUbetus  de  xli. 

Nabuzardan  16,  58.                               H 

^^m           Milo    y.    Harri,    com.  de,    Beluac, 

Nadap  41.                                               ■ 

^^M              elec,  de  Planci. 

Naim                                               ^^M 

^^1          Minden  ix.  —  episc.  T  biet  mar.  ix. 

Nami  136.                                      ^^M 

^H           Miralim  234. 

Namurcum  ixiv,  286.  —  N-eenrfT^H 

^^H          Mitileoe,  Mulene  122. 

com.    xxiv,    Ixxm,    olxxi,    285.     H 

^H           Moab,  Moabite  5,  34,  44*5. 

Heinric.  *clxxi.                                    H 

^H          Modin  22,  6ML 

Nangeio,  Bartbolpb.  de  Ixxxix.          ^| 

^^1           Moeltn  xxxix. 

Nantolio,  Andreas  de  *216.               H 

^^M           Molendino,  Roger uq  de,  mag.   Ho- 

Naptalim  v,  Neptalim.                        H 

^^H              spitah  V.  HoBpit. 

Narbona  803.  —  archiepiöc.  Amol-     ■ 

^H           Moloch  18. 

dus  cxxxvi.                                         ^M 

^^H           Monasterienais  episcop.    Hermann. 

Nar  Faläik  cxxviii.                       ^^^| 

^H              cxix,  146.    Otto   163,   168,    172, 

Nathan  propb.  39.                         ^^^H 

^H               290.     TbidericuB   xli-iii,    xW-yii. 

Natbanael                                       ^^H 

^m              —  aioceaia  174,  285,  287,  315. 

Naum  propb.  51.                          ^^^| 

^^H           Mons  angelorum,   monast,  h>. 

Navarre  rex  Sancbo  elf  ii,  149,  157. 

^^H           MoDS  ferratuH  v.  ßaria. 

—   regit    filia   Berengaria,    ui. 

^^1           MonB  regali»,  Castrum  regale  cvi, 

Rtchardi,  t.  Anglia.                           fl 

^H               cxv,  6,  {>8>9,  136,  142,  14^,  222-8, 

Naves  de  Tolosa  cxxxvi,  »157.           ^ 

^^1                805.  —  princepa  ßainaldns  142. 

Naaareth  Ixxxii-iii,  criii,  cxiv,  10, 

^^M           Monte,   com.   Adolftis    de    179,  — 

11,   23,    75,    108,    139,    142.   — 

^^M              com,  Engel beriiis  de  v.  Colon. 

N-enuB   14,   —    N-emis  arcbiep. 

^^H               prepos.,  arcbiep. 

Hobertua  115.                                     fl 

^^^^^^^^^^^^^   343      ^^^^^^^^^^^^^ 

Neapolis,  Sichem  Ixxxvf,  13,  14,  18, 

NonnannuB    quidam    cix,    cxxvi,            ^| 

28.  35,  40,  50,  97.  -  S-mite  35. 

149-50.                                                  ^^M 

Nechao  55-6. 

Norrenaea  97.                                            ^^^| 

Nectanabu»  66. 

Nova  Ecclesia,    abbaa  J,    de  xliv,      ^^^B 

Negemedinus  130. 

^Ä 

Negroponte  cxix. 

Nubiani  xxx,  232,  264.                          ^^M 

Nebemias  65» 

Niima  Pompilius  54.                              ^^^H 

Nemroth  28, 

Numerianua  irap.  77.                              ^^^H 

Neofürite  xxix,  xxi,  265. 

Numidia  99.                                             ^^H 

Neptalim  •cxxxiii,  10,  37»   51,  58, 

Nurreddin  v.  Noradinua,                       ^^^H 

97.  155. 

^^^1 

Nero  imp.  77. 

^^H 

Ner?a  imp.  77. 

^^H 

Neatoriua  266.  —  N-ini    xxx,   266. 

ObethedoQ  37.                                         ^^H 

Neustadt  a.  R.  *x. 

Oceanua  2a^,  287.                                   ^^H 

NichaDor  70. 

Ochoda«  rex  Israel  44,                         ^^H 

Nicea    xciv,    84-5,    93.    —   N-ena 

Odo  de  8.  Aroaodo,    nia^.  Tempil             ^M 

aynodus  64. 

V.  IVmpl.  —  de  Ceriton  v,  Cer.             H 

Nicodemus  21. 

Oeaede,  gen«  de  xxzvi.                         ^^^B 

Nicolaaa  Damasceniis  Ixxxviii,  28* 

OffeDatonia  mona  18.                               ^^^H 

—  cf.  AlexaDdr.  patriarch.,  Re- 

^^M 

ginas  epiac,  Trivet 

Ole.  gena                                               ^^M 

Nicoasia   cxxvi-vii,    150,    279.    — 

Oliva,  monach.  Cbriatianu«  cxxxiv.       ^^H 

N-ensJa    epiÄC.    Euaiorgiua    162, 

Olivier  X.                                                      ■ 

168,  176. 

Oliveraa  *3,  »lO,  *13,  ♦77,  83,  161,             ■ 

Nigri  272,  cf.  Ethiopea, 

*181,    »256,  *270.    *278,    285««.             ■ 

Nijkerk  t.  Nova  Eccleaia. 

origo  xi.    AccoD.  xxii-iii.    Colan.             ^| 

Nilu«    xxii,    1 XXV- vi,   cxl,    cxlin-7, 

xiv-vi,  xxii-iii.    Egjpt.  zxviii  aa.,             ^M 

clv-vii,    clxviii,    28-9,    99,    121, 

c,  cxl  B8*   in  Friaia  xviii-ix,  xxxv,             ^M 

123-4. 127,  ♦177,178  b«,,  182,  187, 

ilviifg,   cxliii,  clxxi.     in  Italia             ^M 

189  8«.,  221,  225-6,248,251,257, 

xlix,  L     Minde  ix,    in   Palestin.             ^M 

260-3,  267,  270-1,  276,  292-3.  — 

xxvii-viii»    Paria,  xvii-ix.    Remia             ^M 

cf.  Geon. 

xix.    Eome  xxv-ti.    contra    AI-             ^M 

Niöive   c,    28,    50-1,   53,    130,    — 

bigena.    xx-i.     contra   Berderic.             ^M 

N-ite  181. 

xlii  aa.     predicat.  crucia   xxiv-v,              ^M 

NiverneDäia  come«   Herveus   Ixxvi, 

xxxiv,  xl-ii.    acola&t.  Paderborn.             ^M 

cxlv,  187,  *199. 

xii.     acol.  Colon,  xii,  *153.  ♦188,             ^| 

Noa  U,  23. 

288, 295, 315.  S19,  321.  cancelJar.             ■ 

Noaille«,  GastoQ  de  cxi. 

Colon.  314.    electua,  epiac.  Pader-             ^M 

Nobe  37. 

born.    xxxv-viii.    xlix,    l,    Ixxii,             ^M 

Noradtim«(Niirreddii3)lxvi,  cii,  civ, 

clxiii,  *296.    epiac.  cardin.  s.  Sa-              ^M 

115-20,  126,  129-31,  134,  138. 

bin.    l'ii.     acriptor    li,    cix  vi  «a.             ^U 

Nordhauaen  xxxvii-ix. 

defunctua  lii.                                              ^U 

Normannie  comea  Eoberfcua  84,  88, 

—   V.   Anglie   regia    Job.   fil.,    de             ^U 

■              90.  -  N-i  84. 

Maskelinia,  de  Pereael,  de  Sken-             H 

r 

344                                           ^H 

^^^^m          cTelbeka,  de  SombrelTe,  de  Soten- 

^^^^^          gern,  de  Tinibeke, 

—  Bußdorf,  capitnlum  xxxiri-vii, 

^^^^       Oliveti  njoüB  Ixxx,    18,  lö,  21»  28, 

xxxix.    prepos.  Hcfcirtcuß  de  Bra- 

^M                 88,  118. 

kel  xxxvi-vii,  xlix- 

^H              Olofernes  10. 

Palatiuus    comea    fieinric.    cxjlxÜi 

^^m             Olomecenensis  (Ol  mutz)  episc  Heri- 

1&4.  —  er  de  Quidelenbacb. 

^^M                 bertus  (rect.  Heinricu»)  1?. 

—  mona  52. 

^H              Onjaa  pontif.  68-9. 

Palestiöii   cxxxiii.    elvi,    108,    127, 

^H              Oreb  mom  t>,  42-8. 

131,  137,  143,244,254,277,279.. 

^^B               — rex  Matiiati.  35. 

303.  —  cf.  Terra   sancta,    pro- 

^H              Orestes  66. 

mis^ionia. 

^m             Orientales  106,  130. 

Paneas  y,  Beiinas. 

^H              Orlamiiode,  Albertus  de  xxKviii, 

Panormus  153,                            ^M^l 

^^M              Groan  JebuBei  15,  38* 

Papbus  279.                                ^^| 

^^M             Orosiufl  cxxxviii. 

Pappen  heim,    Heinric.    de   cxxxti. 

^^m             Osdagessen.  gena  de  xilxvu 

cf,  Catadin.                                             , 

^^1              Oaee  proph.  49,  60. 

Paran  v.  Pharan.                               ^^ 

^^M             OsnaburgeDdU  epiacop,    Adolf«    de 

Pari«,  Matbeuä  clxxvü.               ^^^| 

^^M                 Tecklenburg  xv,  xvi. 

Pari^atia  65,                                 ^^H 

^^m             Ostergoo  pagus  xW. 

Pariaiensia  universitaa  xvii-xix,  xl^^ 

^H             Ottia  56. 

arcbiep.    Petrua   187.   —  decan. 

^M             Othoniel  34. 

et  arcbidiac,  xix,  319.  —  a.  Victor. 

^^m             Ottirburg,  Philipp,  de  v«  BonevulHs 

canon.  Absalon  xviii.  —  P-iua  3iy, 

^^B                  abb.,  Colon,  canon. 

Fartbi  8,  74,  94. 

^H              Otto  (^  Otho)  imp.  77. 

PaaclialiB  papa  IL  99. 

^H              -  imp,  L.  11..  lÜ.  79.  -^  IV.xvi, 

Patavia  (Padoa)  L 

^^m                 xxii,  xxtii;  XXV,  I55-6. 

Patrimonium  8.  Petri  cxxxiv,  156. 

^^^^^        —  V.   FnaiDgetjöia .    Meranie   diix» 

Pattavensis  (Paaaan)  epiac,  ülricvis 

^^^^H          Monaster.   epiac,    Pictav.    com., 

257,  270. 

^^^^H          Quidelenbacb.  de»  Palatin,  com.» 

Paala  15,  60. 

^^^^H           Traiect.  episc 

Fauluß  apoat.  dxvüi,  77,  191,  205, 

^^^^        Ozt^e  propb.  V,  Oaee. 

304.  309-10,   cf.  SauloB.  -  Dia- 

^^M             —  rex  Israel  51-3. 

coniia    Ixsxvi  ,    Ixxxviii.    —    cf. 

^H             Osya  rex  Jude  29,  46»  49,  51. 

Florid.    ort-   monacb.,    PetavitM, 

^^^^^       Osjas  rex  Israel  t.  Zacharias. 

Puteolan.                                           ^J 
Paueaniaa  66,                                       fl 
Pavia  »177,                                         ^ 

^^^H 

^^t 

^^Ä^       Faderborn   xi,   xü,  xxxix,   *lii.  — 

Pelagiua  Älbanensia  epiaoopus,  mp» 

^^^^H           P-ensis    dioc.  xxiii.     epiacopatus 

öed.    legatus    xxx.    xxxi,    xlix, 

^^^^H           ix.  —  capitulutD  1.  —  episcopus 

Ixxxv,  cxlv,  clv-vii,  clxiv-vi,  158, 

^^^^H          MeinwerkuB  ix.    Bernhardiia  111. 

187,   191,  212,  214,   223-4,  2S5,  ■ 

^^^^H          XXXV,  *h    Olivertis  v.  0.  —  bco- 

289,  248-51.253,  255.  257-8,  260.  ■ 

^^^^1          last.  Franco,  Eeiaberua,  Meinri* 

268,  271,  278,  276,  280^1.             ■ 

^^^^H          cits,    Altmannus,    HeinricuB   xi, 

Pelusium  v.  Belbeia.                          H 

^^^^H          Oliveirus    v.    0.    —    Abtliughofi 

Pereäel,  Oliver,  de  *x*                ^^^B 

f         Perae  Ixxxvii,  53,  61,  63-5,  68,  78. 

Otto  {^  Otto  IV.  imp.)  xtii,  xiv,            V 

L       87,  119,  233,  266,  268,  273,  3ü2-3. 

cxxxiv.  155-6.    Riebard  US  (=  rex             ^M 

^P  Peraeus  2Q,  34. 

Angl)  144.     Willehelm.  cv.    dB.             ■ 

^   Pertie  'lö,  68-Ö,  85.  258.  262,  268> 

•nO,  eiu8  fiK  Raimundus  cv,  110.              H 

274,  276,  303. 

Pilatus  Ixxxviii,  20,  76-7.  3U.              ^H 

Pertinax,  EliuB,  imp*  77. 

PippiDim  rox  Ixxx?,  78.                         ^^^| 

(          reruaia  Ix  vi. 

—  scripior  clxxTÜi.                               ^^^f 

Peterborougbp  Beaed.  de  cxni. 

Pimni  21142,  215.                                ^^M 

Petra  de»erti  72,  108,  136.   140. 

Plauci,  Milo  de  123.                              ^^H 

Petaviufl,  Paaka  li. 

Podiensia  epiac.  AdimaruÄ  84,   88.        ^^H 

Petrus  apost.  8-11,  17,  20,  23,  77, 

Pompeluä  72-3.                                         ^^| 

1               134,  258,  289,  304,  313, 

Ponte,  KeginalduH  de  *215.                   ^^H 

1           —  Comme«tor  Ixxxv-ix. 

PontiuB  Pilatus  y,  Pilatus.                    ^^H 

1           —  heremita  84,  87.  304. 

—  cum,  Tripolitau.  t.  Tripol              ^^^| 

[          —  cf,  CortiniaCi  Duisburg. 

Pontus  77,  135.                                        ^H 

1           —  cf    Joneus-   epiacop,   Pari«ien8. 

Portnensia  et  f  Rufiue  episc.  Theo-        ^^H 

arcliiepjsc. 

tbinua,   apost.  sed,   legatua  117.              H 

Phücee  rex  Idrael  51-2, 

Couradua   de  Urach  xxxiv.   xl-i,              H 

Fhaceia  rex  Israel  hh 

xlvi,  xHx,  clxxxiii,  313.                            H 

^          Fbaramin  123.  127, 

Portugal  cxliii.  ^   P-enati  regina             H 

Pharan  (Paran)  8. 

173.                                                                ■ 

•          Pharao  16.  228,  243. 

PortiM  (de  MuDadel)  cxxxvi,    157,             ^^ 

Fbarasous  259, 

Porua  178,                                              ^^M 

Pbarphar  7.  8,  30. 

Posaugia,  Foaovia,  moDaat  Ixir.         ^^^^ 

Phargaliii  •73. 
Pijaselua  73, 

Pratum  palüorum   109,                          ^^H 

Premonatratum  monafit  xix,  xxxix,       ^^H 

Phenice.  Pbeuicia  Ixxxii,  6,  29,  107, 

xliii.  —  P-enais  abbaa  285.  287.            V 

1              128,  143,  303,   Libamica  108.  - 
L             Ph-ces  6, 

Couradus   xxxv,    xliti-iv,   clxxii,             ^M 

3)4,  —  capitulam  generale  xlvii.       ^^H 

^K    Phenix  334. 

ordo                                                      ^^^1 

^r    Phiyppus  11. 

Priamus  36,                                              ^^^| 

1           —  Ölius  Herodia  74,  76. 

ProbuB  imp.  77.                                       ^^H 

'           —  imp,  77, 

ProculuB,  Julius  48.                                ^^^| 

—  rex  xiii,  xiv,  cxxxiv. 

Proaper                                                        ^^^| 

—  cf.    Arraeiiie    rex,     Flandrens. 

Protosevaato  v    Alexina.                          ^^^^ 

com,,  Francor.  rex,  Macedoo,  rex^ 

Provincie  comea  Raimundua  84,  88,       ^^H 

Ottirburg,  de,  Buevie  dux. 

93.  -  P-alea  88.                                 ^H 

Philiutea  v.  Accaron. 

Prutonea  cxxxir,  156-7.                          ^^H 

Philiiitiiiu,  PMListei.   Philiatim  3, 

Ftolomais  v,  Accou.                                ^^H 

34,  36-7,  100. 

Ptolomei  62.                                            ^^M 

Philomeliiini  cxix. 

Ptolomeus   69.    70.    —    Epiphaoefl      ^^H 

Philoätratus  ci,  103. 

62,  68.  -  Euergetes  62,   68.  —       ^^M 

Phul  51. 

Lagi  62,  -  Philadel pbua  62,  68,             ■ 

Phyoea«  31,  37. 

307.  -  Philopator  62.  -  Sother  67.             ■ 

Pictavienais  pagus  12,  17.  —  comea 

—  Lucceusts  clxxvii.                              ^^H 

^                                          8«                             ^^^^1 

^^m        Pulchro  moiil^>  vice<k>in.  Radulfus 

Rmvennai  Wibertas  de  xcvii.        ^^H 

^H           de  216.  —  W  altherns  de,  camerar. 

Reate  (Rieti)  L                             ^^M 

^H           regifl  Frande  216. 

Rebecca  3,  29.                                  ^^^ 

^^M        PuLcolanus,  Paulus  clxxnti. 

lieblatha  ¥.   Emath,  Antiochta.           H 

^^m        PyrgQB  Strntonis  v.  Cesarea  Palest. 

Recabite  57.                                      ^^M 

Recordana  164,  288.                       ^^M 

^b 

Reginos  episc.  Nico) aus  248* 

Reinerns.  Reinberus  v.  Colon,  «oo- 

^^M       QuarentensL  deaert.  22, 

laat.   Paderborn,  ftcol&ii. 

^H        Qaidelenbach  (Witteisbach),  cotnes 

Remensis  archiep,   Albericus  cxHx, 

^H            Pulatinua  Otto  de  cxxxiv,  1&6. 

152.    177.     W.  et  G.  819*20.  — 

^^M        QuintuB  Gurtiu$  17S. 

canon.  D.  xix,  319-20.  —  *.  Remi^ii 

^^^^  Qdrinalia  mona  58. 

roonach,  N.  xix,  319-20. 

—  Albericui  cxxx,  152. 

^^^ 

Remon  petra  37. 

Remus  52. 

^^^^Eaab  v,  JoHeDsis. 

ttesitb,  Ressitum  124.  254,  263-4. 

^^^pEaab  meretrtx  P2,  257. 

Rbenuö  xxviii,  *xHiL 

^        Rabaaces  53, 

Ehodanui  xx?ii]. 

^H        Ra4:ha  94. 

Rbodu9  102. 

^H        Kachel  15,  9L 

Richardua   com.   PtctaTtensii ,    rex 

^^1        Radulf  US  V,  Betbleem.  episc.  Ge^trie 

Anglie  v.  AngL 

^^H            com.,    Coggeshale»   Jerua.  patri- 

Eobertu»  liii.  —  v.  Äbolant,  Änglie 

^^m           arch. .   Joppens.    putriarcb, ,    de 

rejfii     Wilb.    filim ,     Balocensis 

^^M            Klccwrjy  de  Pulchro  morate. 

epiac,  de  Bello  monte.  de  Coraim, 

^H        Ragea  v.  Edewa* 

Flandriecom  ,  Nazaren.  arcbiep., 

^H        Raguel  5d. 

Normannie  com.  —  cf.  Ruotbertiui. 

^^1        Raimundus  v.  Antioch.  priac.«  Giro* 

Roboam  rex  Jade  40. 

^^H            deus,  epiac  ,  Pictav.  com.^  Provinc« 

ßocbetailie,  flav.  *cxxvi)i.                 ^h 

^^M            com.,  TrfpolitaD.  com. 

Hogel  quercua  18.                            ^^^^ 

^^M        ßaiualdtis   v.    Antiocbie  pritic,  de 

Roger  0»    cf.    Atitiocb.   princ ,    de 

^^^^^      Caetallione^  com.  de  Mares,  Montis 

Harekurt,  de  Horeden,   de  Mo- 

^^^^B     reg,  pnnc.i  Tiberiad,  princ. 

lendino,  de  Wendower. 

^^^^Haits  V.  Ratio. 

Roland  118  *x.  —   epiac  Faveotin. 

^m        RamaMe  228. 

V.  Fav. 

^H        Ramatha,  Ramula  Ixjcxtx,  xcvii,  22, 

Roma  xiv,xxxvi,xliii-v,  Ixviii,  xc?ii. 

^H            3S,  91»  93,  95. 

civil,  clv-vi,  14.  21.  48.  52,  56,  65, 

^m        Ramoth  Galaad  4a,  47. 

69,  70,  72.  74-8, 133, 156, 175,  256, 

^M        Rapbael  59. 

32 U  —  R-anus  princepa  UanDi* 

^H        Haphanea  107.  111. 

bal  cxlv-vi,  158.  —  Jacobua  187. 

^^^^Raais  rex  Syrie  51-2. 

—  R*anu»  portua  304.  —  R-uni 

^^^^H Ratio,  Raits,  UeinfM  canon,  s  Mar, 

Ixxxvii,  clxix,    52.    54-6.    58,  60, 

^           ad  gradus  v.  Colon. 

66-8,  72-4,  77,  83,  186,  190,  237, 

^H        Ratiftbonenaia  epiaogpus  zlix. 

266,  278,  303. 

^H^       Raul  castrtim  144. 

Romania  cxix,  93, 

j 

347 


Eomelia  51. 

Romiilu«  48,  52-3,  73. 

Rosette  v,  Renitb. 

Rothe,  Job.  clxxyi. 

Rottend otfi  US,  Bernhard,  lii,  Ixiii, 

*202.  ♦249. 
Rüben  tribug  49,  5L 
RüdolfuB  T.  Colon.  Bcoln^t* 
tiufina  V.  Fortuensie, 
llnfioiia  hiatoriogr.  ]xxxviii. 
Euotbertua      Fretellaa     arcfeidiac, 

Äntiocb,  V,  Ani. 
Rupinus,    princ  Äutiocli,  v,  Ant 
RusBi  266. 


Sadcjch  40. 

äaßta  V.  Castnim  album. 

Saifeddin  "IBO-K 

Sakif-Arnüm  v.  Beafort. 

Saladinus  xlii,  civ,  cvi,  cviii,  cxiv* 

vii,  cxxixxxxi»  124-6,  128,1304, 

136-45,   149-53,    164,   222.  232, 

234,  245.  251.  305. 
Salem  v,  Jerusalem. 
Salernum  li,  153. 
Salmana  35. 
Saloma  73. 
Salomon  Ixxiv,  10,    16,    18-19,  21, 

35,    3740,    ^71.   305.   311.  —  S. 

templutn  35. 
—  episcop.  316, 
•—  magister,    canon.  HerbipoL    v. 

Herb. 
Salpenuis  epiac.  cxl?.  187. 
Saltus  locus  13. 
Saka.  Hermann,  de  Ixviii. 
Sainaria  terra  12,  53,  312. 
— .  Augnsta,  Sebaste    12-13,   42-8, 

50,  71,  200.  :j12.  —  S-ite,  S4ani, 

13,  50,  53.  63,  66-7,  71,  200. 
Samantana  mulier  13.  *lxxix. 
Samgar  43. 
Samir  36. 


8amoa,  Samia  55. 
Sampsoti  clviii,  36-7,  1Ö5. 
Samuel  iudex  37. 

—  propb.  Ixxxrii,  H,  38.  HO, 
Sanaballat  (Sarabalia)  6(5,  67. 
Sancho  rex  Navarre  v,  Nav. 
ßaadakli  v.  Sivilla. 
Sanguinas  (Emadeddin  Zenki)    cv, 

111-6. 
Santiacberib  53. 
Sanudo,  Marino  clxiviii, 
Saphadiniis    (Malik-al-Adit)    Ixvii, 

cxxiiii,  cxlii,    olivii,   153,    •188. 

189,  »198,  203.  235,  291,  305. 
Saphat  43. 
Saphan  55. 

Sapbet  y.  Caatrnm  album* 
Saphira  247. 
Sara  ux.  Äbrab.  3.  60* 

—  fil,  Ragueli«  59. 
Saraballa  v.  Sanaballat. 
Sardanapahis  29,  50-2. 
Sardanicum  oppid.  100-1. 
Sardenai  297, 
Saremsac,  261,  267. 

Sarepta.  Sarphet  Ixxxü,  0,  42,  50. 
168.  290. 

Sarebrtigge,  SarreponteT  oomes  Si- 
mon de  Ixxv,  cxlvii,  *176, 177, 215. 

Sarraceni  xxx-ii,  xli,  li,  Iv.  Uii, 
Ixxv-vi,  Ixxxv,  Ixxxix.  xc,  xct, 
xc¥iii,  cviii,  cxi?-vi.  »cxi,  cxxi, 
cxxii,  cxxx-iii,  ♦cxlii.  cxlvii, 
cHv-v,  civil,  clix,  clx,  clxvi-viii, 
cliiiii,  17,  29,  78-79,  83,  87-90. 
92<3,  95-7,  100-8,  115.  118-20, 
127-9,  133.  136-7,  142,  145-7. 
151-2,  154-5.  157,  162,  166,  171, 
173.  177,  179-80,  184-5,  189-90. 
196,  2024,  •207,  209-1 1 ,  213-14, 
221,  223,  231,  233-5,  240-1.  245, 
254,  256,  ^9,  263.  266-7,  269, 
276, 279, 288-9,  291-6.  299,  303-4. 
316,  cf.  ßabylonii,  Orieotalee, 
Turci, 


p^ 

^H 

^^^^       Sartich  28-9. 

Severus  imp.  77-8.                      ^^^B 

^H              8aul  rex  12,  35,  37-8. 

Seyr  mon»  (ea-Schera)  7,  29,          ^| 

^H               SauluB  7,  106,  cf.  Paulus. 

— ,  Seiron  v,  Ksaci. 

^H              Sarar  cii,  cv,  120<U  126. 

Sibrandua   xlvi,    cf.  Mariengarten^^ 

^^H              Bavericits  de  Mallion  v.  Mall. 

abbaii.                                              ^M 

^^M              Saxonia  inferior  x,  —  S-cas  miles 

Sichern  v.  Neapolia.                   ^^^M 

^^M                  cilvio,  ^166. 

^M 

^^M              Sayn,  Bruno  de,  prepoB.  Bonneti^is, 

Siciensis    epiac    Engel bertua    16i^H 

^^m                  archiep.   Colon,  v.  lionn.,  Ca) an. 

168.                          m^ 

^H               Scaurus  72. 

Sicilia   xli,   Ixviii,   cxxiv-v,   cxxxi. 

^^B              Scelingia  (Kerinia)  cxxvi-vii,  150. 

♦cxliv.  clxxiii,  123,  148-9.  153-4»^^ 

^^H               Schau  bek  v.  Mona  regalia. 

158,  304,  316.  —  S-e  rex  Wille^ 

^^H               ea*  Schera  v.  Seyr. 

heluKcxxv,  130,  148,  cuius  vtduaH 

^H               Sohildwolde  v.  Skeldw. 

Jobanna  cxxv,    148.      Frethenc»^ 

^^H              Scbwerin  v.  Zwerin, 

V.  Fretb,  11.  imp.  —  herea  Con- 

^^H              iSctpto  ArrikaDkia  68. 

fltantia  cxiiv,                                        i 

^^M             —  Naaica  68. 

Sidon  cxv.  6,  33,  66,  90,  96-7,  99^ 

^H              Scylla  cvii,  cliv,  134,  Hh,  281. 

102,  120»  133,  143.  155.  168.  2mH 

^^H              Scytbopolis  v.   tieibaana. 

Sigebertiia  Gemblacena.  lix.    •298,B 

^^M              Sebaate  v,  Samaria. 

♦300,  ♦302.                                       ~ 

^^1             Seboim  4. 

Sigebardua  abbaa  v.  Marienji^ arten. 

^^H             Sedechias  rex  Jude,   Maihania  16, 

Sigelogua  (rect.  Godefridua),  epitc 

^H 

Herbipol,   v-    Herbip,  —  prepoa*  ^ 

^^H              SegoFt  Balesoara  4,  5. 

Herbip.  V.  Herb.                            H 

^H             Segub  42. 

Süoe  fona  zci,  xcix,  18,  54*  8&      H 

^H              Seifeddin  ^115. 

Silva  319,                                          fl 

^^M              Seiroti  T.  Eaau. 

Silvias  Agrippa  44.  —  Amaliua50. 

^H              SeleucQs  I.,   IL,    III.   62.  -  tnaior 

—  Aremulua  48.  —  Athia  40.  —  ^ 

^M 

Aventinua  49.  —  Capis  41.  O&r-H 

^^m              Sellum,  Joachat,  rex  Urael  50-1,  56. 

penttua  44.  —  Egritina  (Egiptiuf)  V 

^^H              Sem  V,  Melobisedech. 

40.  —  Eneaa  38.  -  Latinua  38-9.  f 

^H              Semer  41. 

Procaa  50.  —  Poafcumiw  37-8.  — 

^^H              Semeyas  proph,  40. 

Tibennua  44.                            ^^i 

^^M              Semiramiä  29. 

SimeoQ  tribus  33,  51,  62.         ^^^M 

^H              Sennaar  28. 

—  beattis                                      ^^^^1 

^H              Sephor,  Sephoria  U,  50,  —  S-tanua 

Simeonia  mona  265.                   ^^^H 

^H                  fona  laa.  139,  143. 

Simon  iiiatua  68.                         ^^^| 

^^M              Seraphus    v.    Alapie    aoldan.,    rex 

—  leprosoa  18.                           ^^^| 

^m                 Edease. 

—  V.     Macbabeua,    Sarreponte^     ^M 

^^^             SergiuB  monach.  clxvi,  204,  299, 

com.  de.                                          ^M 

^H             Seron  69. 

-   caaale  261,  270.                           H 

^H             Servina  Tallina  58. 

Sina  42.                                      ^^M 

^^M             Seaacb  rex  blgypti  40. 

Sinai  mona  5,  99.                      ^^^H 

^H             Seatoa  135. 

Sindradas  316.                            ^^^| 

^^L^     Selb  3,  124. 

1 

^1 

Sion,   Syon  Ixxxi.    18,  20^1,   53^4, 

Siisatum  (Soest)  xn.                             ^^^| 

70,    83,   88,    161,   311-12.     cf. 

Satbersbuien  174.  «286.                        ^^M 

Jeniaal. 

^^M 

Siracunu«   (Aaar-eddin-ScLirku)  ci^ 

Sybilla  iix.  Guidonia   regia,  aoror     ^^^B 

cv,  121-6,  130. 

regia  Balduin.  V.  v.  Guido,  Bai*      ^^^B 

Sivilla  280. 

^^^1 

Skeldwalda  monast  xUil  —  pre- 

Sycbar  13,  28.                                          ^^H 

pos.  Herdricns  de  ili  «*.,  clicxit-iii, 

Sylo  14,  33,  37.  -  S^itea  41.              ^^1 

314-5. 

Sjmeonia  mons  265.                               ^^^| 

Skendelbeka  OUver.  de  *x. 

Sjmon  ca^ale  261,  270,                         ^^H 

Smerdia  v,  Mergin. 

Syna  ixxxvii,   xcv,  xcvii,    cii,  cvi,       ^^H 

Sobftl  108. 

cxi,  6-8,  29,  33-4,  43,  45-8,  51-2,            ■ 

Sodoma  4.  —  S-ite  28, 

62,  66,  Ö8-71,   76,   85,  •88,  107,            ■ 

Sogdianua  65. 

123-4,  128.  130-1,  254-5, 279,  30a.            ■ 

Solima  v.  Jerusalem. 

—  S-e  rex  Benadab  43,  46,  200.             H 

SoHroai]  93. 

RaaiQ  51-2.  —  S-i  6.  18,  43,  45-6.            ■ 

5;ombrefle,  OUver,  de  *x. 

48»  86.    89,  200,  266.                         ^^B 

SosierBcbenburg,  com.  Thideric.  de 

—   Sobal     cvi,  108,  114.                       ^^M 

^^       V.  Magdeburg,  canon, 
^H    Sophar  7. 

Syaara  34-5.                                         ^^H 

^^1 

^H 

SoÄjnis  74. 

Sotengem,  Oliver,  de  *x. 

TacitTia  imp.  77.                                    ^^H 

Sparfcarii  173. 

Tafnim  (Thenee^us)  123,  127,              ^^1 

Springirabach  monast.  xviii. 

Tancredna  xcvii,  cxxiv,  ♦cxxv.  90,            ^H 

Stephania  fiL  Levoni»  regia  Armen. 

91,  94,  148.                                                 ■ 

V,  Arm. 

Tani«  xxirii,  Ixxxiv,  cviii,  cxlvi-vü,            H 

Stepbanus  protomart,  21,  76. 

clxviii,   55,   59,   127,  «199,   228,            ■ 

—  V.  Bleaena,  com.,  Burguud,  com,, 

240-4,  246,  252.  -  T-eoa  fluviua             ■ 

Langton,  C antrat,  archiep. 

241.  261,  270.  -  T-eoa  terra  261.             ■ 

Strojt  •cxlviii,  ♦176.  cf.  Diatrictum, 

Tarpeia  rupea  Ixxxviii,  72.                   ^^^B 

Sturio  124, 

TarquiniuB  64.                                          ^^^H 

'            Sudhem,  Ludolfu«  de  Ijtxii. 

—  Priscua  56.                                           ^^^H 

Saevie  dux  Frethericua  cxvüi,  cxx, 

—  SuperbiiH  64.                                       ^^^B 

L              cxxiv,   117,   144,   146-8.  --   Phi- 

Taurua  moiiB  66.                                       ^^H 

1              lippas  xiii,  liv,  cxxxtv,  156. 

Tecklenburg,   com.  Adolf,    de   xv,       ^^H 

1         Suiia  ISe, 

xvi;  cf.  Oanab.  epiac.                         ^^^fl 

■          Saite«  7.  8. 

Tecia  virgo  12.                                      ^^H 

Sulla  lixxvn,  72. 

Teglaphataasar  51-2.                                    V 

Sunni  123, 

Templarii,    TempH    mllitia    cxiii,             ^B 

Surfm  29. 

cxlvii.  cli.  118-20,  126,  129,  132,       ^Ä 

Suia  V.  Ecbttthani«. 

134,  167,   169-71,    173,  181,  190,       ^H 

Susan  na  62. 

194-5,   199,  205.    207,    209-11,       ^H 

— ,  vicecom,  de,   Rad.  de  Pulciiro 

215-17,  223,  230, 284^5,  «237, 245,            ■ 

monte  ♦216,   cf.  Pnlchro  monte. 

L 

252-5,  268,  271-3,  277,  290-2.           ^^M 

SSO 


Tempi  artor;  magiater  AmandusCOdo 
de  s.  Atuando)  civ,  134*  Ger- 
hardna  de  Bidafortecxiii-v,  H2-8, 
Wülehelm.deCarnoto'166,^176, 
188,  210.  255,  277,  280.  -  pro- 
ciirator  Giselbertus  de  Laiia  119. 
marscalcua  210. 

'J'erra  promiasionia  3,  4,  98,  10*2-3, 
HO,  117,  131,  136.  141,  172,233, 
244,  286,  290.  —  T.  aancta  xxviü, 
Ivii,  cxxi?,  cxstviii,  cxxix,  cxxxvi- 
vii,  cxl,  cxlii,  146,  158,  164,  168, 
247,  256,  28Ö-8,  314,  316,  cf 
Paleatina. 

Tetberaa  v*  com.  de  Cathzenelletrib. 

Teutonia  xii,  Ixvi,  cxxxix,  cxl,  316. 

—  T-ici  x?iii,  xxi,  xxix,  Ixiii, 
cxix*xxi,  cxxxiii,  cxUt,  79,  88, 
155.  173.  179-82,  186,  192,  195, 
202,  205,  223,  240,  249,  250-3, 
271,  ♦278,  293.  —  T-i  bellatorea 
271.  nobiles  253,  atipendi&rii 
250-1,  T-um  regnum  144,  1 54-5, 
161i  230.  —  T-ca  domuf.a.  Marie 
Teuiomcoruni  domua  207,  210, 
215,  217,  252-3,  29a  -^  tratres 
cxlvii-viii,  *rJ6,  277.  —  magkter 
•176,  277*    Herrn,  de  Salsa  Ixviii. 

—  maracalcu«  et  preceptor  252. 

—  preceptor  Heiijr.  Hoter  I. 
Tbabor  monB  Ixtü,  cxWiii.  11,  35, 

136,  139,  165-7.  171*2,  230,  246, 

289-9  L 
Thadeus  apoat.  114. 
Thad8ch-el-Molek    ßusi   ♦lOö;    cf. 

Bezeuge. 
Thaledon  39. 
Tb a mar  39, 

Thamia  clix,  77,  85, 111-2,250,279, 
Tbebe  (egypt)  33-4. 
ThebDi  rex  larael  4U 
Thecua  22. 

Theman  7.  29,  —  T-ite«  7, 
Tliene«au8  v.  Tafuim. 
Tbeodericua  lvi<vii|  Ixxxiv,  Ixxxix. 


Tbeoderioua   v.   Colon.,    prepos.' 
Andree ,    prepos,     n.    Cumberti, 
prepos.  B.  Gereon  18 :  com.  Fl  and  r. 

Tbeodorufl  v.  Lascaris. 

Theodosiua  irop.  4,  78. 

Tbeotbinus  v,  Portaent.  epiüC. 

Thersa  41-2,  51. 

Tbesbet,  Tbesbitea  35. 

Tbessalonica  253. 

Thiderjcus  v.  Ueitisberg,  de;  Mo- 
nasteriena.  epiac;  Someracheo- 
bürg,  de;  Treverena.  arcbiep. 

Tbietmarus  v.  Mindena.  episc 

Tbietwardus  abbae  v.  Doooem. 

Tbitardus  milea  xli. 

Tbobias  53,  58-9,  et  ül  Thobiaa  59. 

Thola  iudex  36, 

Tbonia^  apoai.  21,  114, 

—  magiater,  tbeologaa  172. 

—  V.  Agreti.  episc,  Canthuan  episc 
Thracia  *116,  309. 

Thrie  cxxiv,  144. 

Thuringie  landegrav,  Ludowic.  xU, 
clxxiii,  316. 

Tiberiaa  civ,  10.  76,  101.  136. 
142-3,  232.  cf.  Cinareth,  —  T-a- 
denaea  137.  —  T-denaia  princ, 
Hugo  93-4,  96,  133,  Rainaidus 
142,  cf.  Montia  regal.  prine. 

Tiberia  *44, 

Tiberiua  imp.   10.  76, 

—  Constantinus  imp.  78. 
Tibnin  v,  Tiiro. 
Tigri«  61,  107. 
Timbeke,  Oliver,  de  *x. 
TimotheuB  dux  69. 

Titua  imp.  Ixxxr,  IJ,  ♦141,  SOE. 
l'occe,  Iteriaa  de  188. 
Toghtekin  v.  Doldequiaua. 
Tolbiacum  (Zülpich)  xli,  xl?i, 
Toletnm  cxxxv,  157. 
Tolosanua  comea  157. 
Torquatus  t.  Manlius. 
Tortosa,  Tortuea  93,  134,  234. 
Trachonitia  29,  74,  76. 


351 


Trmianiu  77. 

TraiecieDflis  dioces.  xxit,  174.  — 

epiac  zliL    Otto  163,  16d,  290. 

canon.  Gerlacos  de  THnge  xtüL 
TreTerensis  proTinda   zzziT,   175, 

♦230.  —  diooesis  xtüL  —  archiep. 

ThidericQS  ♦173. 
Tripolia  zcvii>yiii,  96,  99, 119,  128, 

143,  168.  235.  290.  —  T-ani  96. 

—  T-anos  comitatas    134,   268. 

—  T-anos  comes  Boamandns  235, 
255,  280,  cf.  princ.  Antioch. 
Ponüns  cv,  100,  107,  HO.  Rai- 
mundus  zcviii,  ciii,  ct-vü,  cziii, 
clzziF,  111-2,  U9,  120,  132-3, 
137,  140-2,  144,  *166,  234. 

Trium  fontium ,  Alberic.  IzzziT, 
clzzvii. 

Trivet,  Nicolaus  clzxni. 

Troia  36. 

Tryphon  71. 

Tubanie  fons  139-40,  164,  289. 

Tnllus  Hostilius  55. 

Tnrchia  cxz,  280. 

Turci  xci,  xcv,  xcvii,  85,  87, 
89-90,  97-8,  100,  110,  114-6,  118, 
123-4,  126,  131,  142.  146-7,  151, 
154,  252,  254,  272,  280.  303.  cf. 
Alofili ,  ßabylonii ,  Sarraceni, 
Orientales. 

Turcomanni  304.  —  T-ua  279. 

Turcopoli  259. 

Turo  (Tibnin)  cxxxiii,  155,  276,278. 

Tarono,  Ansfridas  (rect.  Ilunfridas) 
de  154,  az.  Isabella  154. 

Turris  Stratonis  v.  Cesarea  Palest. 

Tuscia  Ixvi. 

Tygria  sancta  ♦12. 

TyruH,  Sorh,  Sors  Izxxii,  Ixxxix,  xcix, 
cvii-viii,  cxv,  cxxxiii,  cxxxvii,  6, 
10,  33,  35,  60,  66-67,  90,  9G-7, 
103-105,  128,  138,  143-5,  154-5, 
168,  232,  290,  305.  —  T.  antiqaa 
108.  -  T-i  rex  Iram  10.  —  T-ii  39, 
97, 104-5.  -  T-ensisprovincia  128. 


TTrus,   Willehelmns   de    xcix  t«., 
cxxTÜ,  cxxxvii. 


übbo  Emmi  OS  clxxvi. 

Clixbona  (Lissabon)  172. 

Utma,  Heinric.  de  816. 

Ulricns  t.  Pattavens.  episc 

Ungaria  cxviii,  84.  116,  146.  » 
ü-e  arehiep.  Bertholdns  162,  168, 
187.  —  U-e  rex  Andreas  xxviii, 
cxl-i,  »cxln,  162,  168,  288-90, 
316.    Bela  *162. 

ür  Chaldeornm  29. 

Uracb,  Conradas  de,  v.  Portaens. 


episc. 

as  papa  II.  83.  —  papa  III. 


Urbanas  ^^^,„  ...  w». 

cxvii,  clxxiv.  141,  143 
ürias  proph.  52,  56. 


Vadam  Jacob  ci,  133. 
Vagosus  (Bagoas)  65-6. 
Valanie  rivas  108. 
Valens  imp.  78. 
Valenti Dianas  imp.  78. 
Valerianus  imp.  77. 
Valerius  procar.  76. 
Vallis  Josapbat  18-20,  88. 

—  lacrimaram  3. 

—  Moysis  5,  91,  114. 

—  8.  Petri  (Heisterbach)  xv ,  xvi, 
xviii,  286.  —  abbas  Heinricus 
x?iii,  285,  287.  —  monach.  Ce- 
sariuB  v.  Ges. 

Varlar  monast.  xliv,  xlvii. 
Venetie   133.   —    V-i,    -ici,    -tiani 

xcvi,  6,  102-5,  »211,  212,254.- 

V-torum  dux  253. 
Vermandois  y.  Hugo  Magnas. 
VeroH  1  xviii. 
Veronense  concilium  Ixviii,  clxii, 

280. 


852 


Vecpanaaui  imp.  61,  77,  *U\,  802. 
VetnliM  de  montanis  189,  288-4. 
Vienna   (Vienne)    76.  —   V-ensit 

diocesifl  820-1. 
y]eDna(Wien),  moiMuit.SootoTum  lü. 
VUlaris  xiz,  810-20. 
Yiminalis  mons  58. 
Vincentii,  eoolei.  sancti  *li 
Vincentlas  Beloac.  c]xxvii-¥iii. 
yiielliiu  imp.  76-7. 
Yiiriaoo,  Jacobos  de  xfii,  *zzii, 

ly-Yi,    Izri,   Izziii-iT,   clzzTÜif 

dzzz,  of.  Acoon.  epitc. 
Volmeiieiii,  Godefr.  de  zvi. 
Volradui,   oomei  de  Dumenberg 

T.  Dannenb. 
VoluBianua  imp.  77. 


Withe,   com.  Georgias  de   zzTiii, 

czlüi,  178»  215. 
Wittelabach  t.  Qnidelenbaoh. 
Wittewierum  ▼.  FloridoB  ortiu. 
Worpenu  dzzvi,  dzzzii. 
Wflnbarg  t.  Herbipolie. 


Xanten,  Jobannea  de  zzii,  zzvi, 
zzzir.  —  X-ensiB  abbaa  Ger- 
bardus  *zi¥. 

Xerzee  I.  et  IL  65. 

Y(d^.  I) 

Yair.  iudex  36. 
Yen  45. 


Waal  «zliii 

Waldemaras  rex  Danie  v.  Dan. 

Waltherus  v.  Galterus. 

Wascones  84,  88. 

Wendower,  Roger,  de  clxxvii. 

Werinboldus  v.  Colon,  canon. 

Westfalia  x. 

Wibertus  v.  de  Ravenna. 

Widekindas  chorep.  s.  Gereonis  v. 

Colon. 
Wido  V.  Guido. 
Wiggerus  miles  xli. 
Willehelmus  Jordanis  96. 
—  V.  Andegav.  episc;   Arundello, 

com.    de;    Anglie    rex,    princ. ; 

Bosco    de;    Burdegal.    archiep. ; 

Carnoto,  de;  Hollandia,  com.de; 

Juliac.  com. ;  Pictav.  com. ;  Sici- 

lie  rex ;  Tyrus,  de. 
Win  jus  xlv-vi. 
Wirsone,  Herveus  de  188. 


Z 

Zabulon  tribns  *cxxxiii,  10,  51,  97, 

155.  —  Z-ites  36. 
Zacbarias  fil.  regis  Achaz  52. 

—  fil.  Barachie  17. 

—  pater  Jahaziel  proph.  44. 
— '  pater  Job.  bapt.  17,  22,  75. 

—  patriarcb.  Jerus.  v.  Jerus. 

—  propbeta    48,   60,   63-65,    303, 
310-11. 

—  rex  Israel  (Ozyas)  49,  50,  65. 
Zacheus  22. 

Zambri  41. 
Zaraym  v.  .Tezrabel. 
Zaram  rex  Ethiopie  v.  Etb. 
Zariugie  comes  Bertbold us  xiii. 
Zeb  rex  Madian.  y.  Mad. 
Zeitz  y.  Siciens. 
Zeno  imp.  78. 
Zorobabel  63-4. 

Zwerin ,    com.    Heinr.    de    xxxyiii, 
Ixyiii,  253. 


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